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Gewerkschaft

Erziehung und Wissenschaft

Nationale Bildungsstandards –
Wundermittel
oder Teufelszeug?
Funktionen, Hintergründe und Positionen der GEW
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Herausgeber:
GEW-Hauptvorstand
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Verantwortlich:
Marianne Demmer

Redaktion:
Stefanie Eßwein
Martina Schmerr

Gestaltung:
Werbeagentur Zimmermann,
Frankfurt/Main;

Druck:
Spitzerdruck,
Darmstadt

Juli 2003
Nationale Bildungsstandards –
Wundermittel
oder Teufelszeug?
Funktionen, Hintergründe und Positionen der GEW
Nationale Bildungsstandards

Inhalt

Vorwort 5

1. Bildungsstandards: Selektion perfektionieren oder überwinden? 7


Marianne Demmer

2. „Bildungsgerechtigkeit zu fördern ist ein wesentliches Ziel“ 13


Interview mit Prof. Eckhard Klieme über Bildungsstandards

3. Bildungsstandards 21
Beschluss des Koordinierungsvorstandes der GEW vom 10. April 2003

4.Anhang 25
• Literaturverzeichnis
• Links
• QualitätsCheck Bildungsstandards

[3]
Nationale Bildungsstandards

und die Entwicklung nationaler Bil-


dungsstandards grundsätzlich ablehnen
können. Schließlich ist zu befürchten,
dass in unserem auf Selektion beru-
henden Schulsystem Bildungsstandards
auch wieder nur selektionsverschär-
fende und – perfektionierende Funk-
tion haben werden, dass sie zudem ge-
braucht werden, um das Schulwesen
über den Output zu steuern und die
Marianne Demmer Schulen mit Tests zu überziehen.
Doch so leicht wollten wir es uns und
den schulpolitisch Verantwortlichen in
Vorwort Bund und Ländern nicht machen (sie-
he Beschluss des Koordinierungsvor-
Nationale Bildungsstandards für allge- standes der GEW vom 10.April 2003).
meinbildende Schulen – Prestigeobjekt Bildungsstandards sind normative Fest-
der KMK, um Handlungsfähigkeit zu legungen und als solche weder an sich
demonstrieren und Schulstrukturfra- gut noch an sich schlecht. Ob sie ein
gen zu tabuisieren, Wundermittel zur sinnvolles Instrument der Schul- und
Rettung des Schulwesens oder Teufels- Qualitätsentwicklung sind, hängt da-
zeug, das SchülerInnen und LehrerIn- von ab, welches Menschenbild, welche
nen entmündigt und den Marktkräf- Bildungsziele, welche „Philosophie“
ten internationaler Bildungskonzerne von Schule, von Lehren und Lernen zu-
ausliefert – zwischen diesen Polen und grunde liegen.
Positionen diskutieren derzeit Bil- IGLU- und PISA-Studie liefern eine
dungsinteressierte und Lehrerschaft. Reihe von Argumenten, die die Not-
Noch bevor die Kultusministerkonfe- wendigkeit von Bildungsstandards un-
renz ihre Vorschläge in das öffentliche terstreichen: Die Auseinanderentwick-
Konsultationsverfahren gibt, will die lung des deutschen Schulwesens hat be-
GEW mit der vorliegenden Broschüre trächtliche Ausmaße angenommen.
ihre Grundpositionen verdeutlichen. Zeugnisnoten sind weder innerhalb der
Dabei geht es noch nicht um Vorschläge Schulformen noch zwischen den Schul-
für einzelne Bildungsziele und daraus formen oder gar über Bundesländer-
abzuleitende Standards. Dies ist späte- grenzen hinweg vergleichbar. Im Prin-
ren Veröffentlichungen vorbehalten. zip hat jede Schule ein eigenes Refe-
Die GEW hätte es sich leicht machen renzsystem. Das führt dazu, dass es

[5]
Nationale Bildungsstandards

Schulen gibt, die die Mindeststandards


nicht sicherstellen (können). Ihnen
fehlen die Vergleichsmaßstäbe und in
der Folge können sie gegenüber der
Schulaufsicht auch nicht dokumentie-
ren, dass sie Unterstützung brauchen,
um ihren pädagogischen Auftrag zu er-
füllen.
Als GEW haben wir uns deshalb ent-
schlossen, die Auseinandersetzung um
Bildungsstandards zu nutzen, um für
ein demokratisches, chancengleiches,
auf Partizipation und Förderung aus-
gerichtetes Schulwesen zu werben, in
dem Bildungsstandards die Funktion
von Orientierungsmarken haben, die
das Bildungsrecht eines jeden jungen
Menschen an die Gesellschaft be-
schreiben und keine Hürden sind, an
denen man jederzeit straucheln kann.
Unterstützung für diesen Ansatz er-
fahren wir durch einflussreiche Erzie-
hungswissenschaftler (siehe das Inter-
view mit Prof. Eckard Klieme).
Das öffentliche Konsultationsverfah-
ren der KMK soll bis Ende des Jahres
gehen. Wir verbinden mit dieser Bro-
schüre die Hoffnung, dass sie zur Mei-
nungsbildung in Schulen, Kultusver-
waltungen, Lehrerbildung, Wissen-
schaft und Öffentlichkeit beiträgt.

Marianne Demmer
Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der GEW,
zuständig für den allgemein bildenden Schulbereich
Juli 2003

[6]
Marianne Demmer

Bildungsstandards:
Selektion perfektionieren
oder überwinden?

Kapitel

1
Nationale Bildungsstandards

Bildungsstandards Grundgedanke ist, dass Wettbewerb


per se die Qualitätsentwicklung po-
Selektion sitiv unterstützt; durch nationale
Tests wird das Erreichen der Bil-
perfektionieren oder
dungsstandards jährlich überprüft.
überwinden? 1 Die Ergebnisse werden in Ranking-
Unter dem Eindruck der PISA-Ergeb- listen veröffentlicht.
nisse und angesichts massiven öffentli-  Nationale Bildungsstandards kön-
chen Drucks hat sich die KMK ent- nen – deutschsprachiger Tradition
schlossen, einen Paradigmenwechsel folgend – die frühe und permanen-
von der input- zur outputorientierten te Selektion „vervollkommnen“. In
Steuerung des Schulwesens zu organi- diesem Konzept werden für die „Ge-
sieren sowie die föderalen Zuständig- lenkstellen“ des Schulsystems Bil-
keiten stärker auf ein gemeinsames na- dungsstandards als Hürden konzi-
tionales Fundament zu stellen. Für bei- piert, die Schülerinnen und Schüler
de Ziele sind „Nationale Bildungs- zu überwinden haben, um die Ver-
standards“ ein wesentliches Element. setzung, den Übergang auf be-
Für Schulen und Öffentlichkeit bleibt stimmte Schulformen oder Schul-
jedoch das Gesamtkonzept der Qua- abschlüsse zu erreichen.
litätsentwicklung und -sicherung un-  Nationale Bildungsstandards kön-
klar, so dass eine Bewertung des Vor- nen aber auch nach skandinavi-
habens derzeit nicht möglich ist. schem Vorbild Element in einem de-
Welchen Einfluss Bildungsstandards mokratischen, auf Partizipation und
auf die Entwicklung des Schulsystems Förderung ausgerichteten Qua-
haben, hängt u.a. davon ab, welche litätskonzept sein. In diesem Fall
Wertmaßstäbe ihnen zugrunde liegen, sind Bildungsstandards Orientie-
welches Konzept von Lehren und Ler- rungsmarken, für deren Erreichen
nen angenommen wird oder welche Bil- die Gesellschaft bzw. die Schulen
dungsziele verfolgt werden. mit den jungen Menschen einen
Nationale Bildungsstandards können Lernkontrakt eingehen.
je nach Gesamtkonzept verschiedene Nur diese letzte Rolle ist mit den
„Rollen spielen“: Grundüberzeugungen der GEW ver-
 Sie können nach angelsächsischem einbar. Die beiden anderen stehen im
Vorbild Element in einem Markt- Widerspruch zu den schulpolitischen
modell sein, das auf Konkurrenz zwi- Zielsetzungen der GEW.
schen den Schulen und perspekti- Jede dieser drei Rollen wird im politi-
visch auf (Teil-) Privatisierung setzt. schen Raum diskutiert, ohne dass be-

[8]
Nationale Bildungsstandards

reits klar ist, welches Konzept sich Ziele und Aufgaben des Schulwesens
schließlich durchsetzen wird. Denkbar herbeizuführen. Sie birgt auch die Ge-
ist, dass es in Deutschland demnächst fahr, dass lediglich das kleinste ge-
die verschiedenen Qualitätskonzepte meinsame Vielfache aus den vorhan-
nebeneinander geben wird. Der Kul- denen Lehrplänen der Länder extra-
turföderalismus lässt eine solche Ent- hiert wird. In der Konsequenz kann das
wicklung zu. Der Beschluss der KMK zu einem konzeptions- und wirkungs-
vom 23./24.Mai 2002 „Bildungsstan- losen Flickenteppich führen.
dards zur Sicherung von Qualität und Aus den Arbeitsgruppen der KMK sind
Innovation im föderalen Wettbewerb bislang noch keine Ergebnisse bekannt.
der Länder“ kann so gelesen werden. Gerüchte deuten auf Kontroversen hin.
Danach sollen die „Nationalen Bil- Sollen Bildungsstandards schulform-
dungsstandards“ „Qualität“ und „In- bezogen oder schulformübergreifend
novation“ sichern und zwar „im fö- formuliert werden? Sollen sie orientie-
deralen Wettbewerb der Länder“. rende und selektionsunterstützende
Welches Verständnis insbesondere von Funktion haben? Konsens scheint dar-
„Qualität“ und „föderalem Wettbe- über zu bestehen, Bildungsstandards
werb“ zugrunde liegt, bleibt offen. Of- kompetenzbasiert und nicht stoffbe-
fen bleibt auch, was überhaupt unter zogen zu konzipieren.
„nationalen Bildungsstandards“ ver- Erste Aktivitäten einiger unionsregier-
standen wird. Standardisierung zielt auf ter Bundesländer deuten allerdings da-
Normierung und Vereinheitlichung. rauf hin, dass auch die Diskussion über
Aber was mit welcher Regelungstiefe Bildungsstandards wieder in den ideo-
und Regelungsdichte standardisiert und logischen Gräben des immerwähren-
vereinheitlicht und wie überprüft wer- den deutschen Schulkampfes ausge-
den soll – darüber existiert offenbar fochten wird. Noch bevor die KMK
noch keine gemeinsame Vorstellung. ihre Diskussionsergebnisse vorgelegt
In der Konsequenz könnte das bedeu- hat und die öffentliche Diskussion dar-
ten, dass jedes Bundesland ein eigenes über stattfinden kann, ist das Land Ba-
Qualitätskonzept mit eigener „Philo- den-Württemberg bereits mit schul-
sophie“ realisiert und die nationalen formspezifischen Bildungsstandards
Bildungsstandards die einzige gemein- vorgeprescht und in die Öffentlichkeit
same Klammer darstellen. gegangen. Die Ergebnisse empirischer
Eine solche Herangehensweise wäre Forschung und wissenschaftliche Ex-
nicht nur eine weitere verpasste Gele- pertise werden damit „souverän“ igno-
genheit, den notwendigen Verständi- riert. Die Entwicklung der Schulen wird
gungsprozess über die grundlegenden ein weiteres Mal zum Spielball partei-

[9]
Nationale Bildungsstandards

politisch motivierter Ideologien. „Sou-  Mindeststandards in einem gestuf-


verän ignortiert“ wird damit auch die ten (nach oben offenen) Kompe-
Expertise „Zur Entwicklung nationa- tenzmodell vorgeschlagen. Ein ge-
ler Bildungsstandards“, die eine Wis- stufter Kompetenzansatz – wie er
senschaftlergruppe um Prof. Eckhard der PISA-Konzeption zugrunde liegt
Klieme (Deutsches Institut für inter- – ermöglicht ein dynamisches, ent-
nationale pädagogische Forschung – wicklungsoffenes Konzept, das die
DIPF) vorgelegt hat2. Auftraggeber ist Lernperspektive in den Vordergrund
das Bundesministerium für Bildung rückt.
und Forschung (BMBF). Der Vorgang  Der Lehrerprofessionalität wird für
ist politisch brisant, unterstreicht er die Entwicklung der Standards und
doch die Absicht der Bundesbildungs- der Beispielaufgaben ein hoher Stel-
ministerin, in dieser Frage die Bundes- lenwert zugemessen.
ebene trotz Kulturföderalismus ins Spiel  Vorbild ist die skandinavische Schul-
bringen zu wollen. Man darf gespannt und Qualitätsphilosophie, nicht das
sein, wie die Kultusministerkonferenz angelsächsische Konkurrenzmodell.
reagiert. Die Studie zu ignorieren wird Jede Schule soll sich ohne jährliches
nicht möglich sein, dazu ist sie zu Schulranking und ohne die Androh-
kenntnisreich und durchdacht. Wer ung öffentlicher Bloßstellung ver-
dem vorgeschlagenen Konzept nicht bessern und entwickeln können.
folgen will, muss sich dennoch daran  Pädagogische Freiräume sollen ge-
messen lassen und etwas (noch) Besse- sichert werden. Tests und Ver-
res vorlegen. Letzteres wird allerdings gleichsarbeiten sollen sparsam ein-
nicht einfach sein. gesetzt werden und nicht die Be-
 Das Klieme-Gutachten berücksich- wertung durch die Lehrerin bzw. den
tigt internationale Entwicklungen Lehrer ersetzen. Die Lehrerschaft
und Erfahrungen, um aus guten Bei- soll also nicht durch Dauer-Testing
spielen wie aus Fehlern zu lernen. entmündigt werden.
 Die Empfehlungen beruhen auf ei-  Mit Nachdruck wird auf die not-
nem optimistischen Menschenbild wendigen Fortbildungs- und För-
und einer an individueller Förde- derressourcen hingewiesen, ohne die
rung, nicht an Selektion orientier- ein Paradigmenwechsel dieses Um-
ten Pädagogik: „Jedes Kind ist wich- fangs seriös nicht zu vollziehen ist.
tig, keines bleibt zurück.“ Hier liegt eine Expertise vor, die sich
 Leistungsfähigkeit und Chancen- als Grundlage für die Arbeit an Bil-
gleichheit sind Leitkategorien. dungsstandards hervorragend eignet.
 Es werden schulformunabhängige Es ist zu hoffen, dass zumindest einige

[10]
Nationale Bildungsstandards

Bundesländer diese Chance erkennen. Gemeinsame Bildungs- und Erzie-


Nachhaltige Qualitätsverbesserungen hungsziele brauchen eine tragfähige
brauchen Akzeptanz und eine sorgfäl- Grundlage, die Aufgaben und Ziele so-
tige Vorbereitung, keine in Eile zu- wie das Wertefundament des Schulwe-
sammengeschusterten Bildungsstan- sens und die Ziele und Methoden der
dards als Tätigkeitsnachweis. Auf eine Qualitätsentwicklung in einem schlüss-
ungeduldige Öffentlichkeit sollte mit igen Gesamtkonzept klärt. Benötigt
klugen Konsens-Konzepten und nicht werden Konzepte, die Leistungsfähig-
mit Hektik reagiert werden. Die einzig keit, Integration und Chancengleich-
angemessene Antwort auf das PISA- heit gleichermaßen verbessern, die zu
Desaster wäre es, wenn zwischen mehr qualifizierten Abschlüssen und
BMBF, KMK und Lehrerorganisatio- zu weniger Schulversagen führen sowie
nen auf der Basis des Klieme-Gutach- die Selbstverantwortung von Indivi-
tens ein Entwicklungskonzept zur Qua- duen und Einrichtungen stärken.
litäts- und Schulentwicklung in Hierüber einen breiten gesellschaft-
Deutschland vereinbart würde. Leider lichen Konsens herzustellen, ist längst
derzeit wohl noch illusorisch. Aber viel- überfällig.
leicht bringt der nächste PISA-Schock Bildungsstandards müssen sich logisch
ein Einsehen. aus den Bildungs- und Erziehungszie-
In einem föderalen System ist die Ver- len ableiten. Sie sollen Orientierungs-
ständigung auf gemeinsame Bildungs- marken für die Ansprüche junger Men-
und Erziehungsziele sinnvoll und not- schen an den Bildungsprozess sein. In
wendig. Die Orientierung an den glei- ihnen kommt zum Ausdruck, welches
chen Bildungszielen und Bildungs- Maß an Bildung die Gesellschaft für
standards verbessert die Vergleichbar- die nachwachsende Generation für not-
keit zwischen den Schulen und Schul- wendig hält. Sie sollen durch Beispiel-
formen. Gleiche Bildungsstandards aufgaben illustriert werden.
können zudem die Grundlage für ei- Bildungsstandards sollen den indivi-
nen einheitlichen Bildungsabschluss duellen Lern- und Entwicklungspro-
am Ende der Sekundarstufe I sein und zess unterstützen (content standards3).
die Integration der Sekundarstufe I un- Sie sollen nicht als Hürden konzipiert
terstützen. Allerdings muss die richti- werden, die junge Menschen zu erfül-
ge Balance zwischen Standardisierung len haben und bei denen im Falle des
und Individualisierung gefunden wer- Scheiterns Beschämung und Sanktio-
den. Standardisiert werden sollte nur nen drohen. Sie sollen nicht zur Per-
das „Fundamentum“, die unabding- fektionierung der konkurrierenden
baren Grundlagen schulischer Bildung. Notengebung, des Sitzenbleibens, der

[11]
Nationale Bildungsstandards

Übergangsselektion oder des abstufen- Kontrollen und eine höhere Belastung


den Schulwechsels dienen. Sie sollen der Lehrkräfte hinauslaufen, stoßen ver-
vielmehr Diagnose, Beratung und Un- ständlicher Weise auf Widerstand und
terstützungsmaßnahmen begründen. werden zudem auch keine qualitäts-
Das in der Expertise vorgeschlagene ge- steigernden Wirkungen entfalten.
stufte Kompetenzmodell ermöglicht, Marianne Demmer
schulformunabhängig die gleichen Zie-
le und Mindeststandards zu formulie-
ren. Damit wird der Tatsache Rechnung
getragen, dass in allen Schulformen alle
Kompetenzstufen – wenn auch in un-
terschiedlicher Häufigkeitsverteilung
– vertreten sind. Lernen und Leisten
lässt sich als dynamischer Prozess der
Erweiterung von Fähigkeiten be-
schreiben und nicht als Prozess des
Scheiterns.
Zur Überprüfung der Standards benöti-
gen die Schulen bzw. die Lehrerinnen
und Lehrer einen Pool von Beispiel-
aufgaben, am besten via Internet. Zu-
dem müssen Diagnose- und Unter-
stützungsmaßnahmen zur Verfügung
stehen, damit zielgerichtet Verbesse-
rungen eingeleitet werden können. Auf
überschulischer und nationaler Ebene
soll die Überprüfung mittels Stichpro-
ben durchgeführt werden. Schulrank-
ing lehnt die GEW sowohl aus Kosten-
und Kapazitätsgründen, vor allem aber
auch aus pädagogischen Gründen ab.
Um eine Vertrauenskultur zu ent-
1 Der Beitrag ist zuerst erschienen in: Die Deutsche
wickeln und Akzeptanz zu erreichen, Schule, Heft 2/2003, er wurde aktualisiert und ergänzt.
müssen LehrerInnen, aber auch Schü-
2 Im Internet verfügbar unter: http://www.dipf.de
lerInnen und Eltern zügig in den Dis-
kussionsprozess einbezogen werden. 3 Unter content standards versteht man Lernzielstandards
im Gegensatz zu performance standards = Niveaustan-
Konzepte, die lediglich auf verschärfte dards.

[12]
Interview mit Prof. Eckhard Klieme

„Bildungsgerechtigkeit
zu fördern,
ist ein wesentliches Ziel“

2
Kapitel
Nationale Bildungsstandards

„Bildungsgerechtigkeit E&W: Als einen wichtigen Beitrag für


zu fördern, ist ein gute Schulen sehen Bund und Länder ver-
wesentliches Ziel“ 4 bindliche Bildungsstandards an. Was
wollen Bildungsstandards und wozu
brauchen wir sie überhaupt?
Interview mit Prof. Eckhard Klieme: Bildungsstandards
Eckhard Klieme über sollen festlegen, was Schülerinnen und
Bildungsstandards Schüler am Ende einer bestimmten
Als einen wichtigen Beitrag für gute Jahrgangsstufe oder eines Ausbil-
Schulen sehen Bund und Länder ver- dungsabschnitts können, welche Kom-
bindliche Bildungsstandards an. Damit petenzen sie bis dahin erworben haben.
soll in den Kernbereichen wie Mathe- Ihr Zweck ist, damit einen Beitrag zur
matik, Deutsch, Fremdsprachen und Qualitätsentwicklung an Schulen zu
Naturwissenschaften festgehalten wer- leisten. Zum einen sollen sie eine Ori-
den, was Kinder bis zu welchem Alter entierung darstellen für Lehrkräfte, aber
mindestens gelernt haben müssen. Eine auch für Schüler und Eltern. Sie sollen
Wissenschaftlergruppe um Eckhard Ziele klarmachen, Anstöße zu Innova-
Klieme vom Deutschen Institut für In- tionen in der pädagogischen Arbeit ge-
ternationale Pädagogische Forschung ben. Zum anderen bilden sie einen
(DIPF) in Frankfurt am Main hat eine Maßstab für die Erfassung und Bewer-
Expertise „Zur Entwicklung nationaler tung von Lernergebnissen.
Bildungsstandards“ verfasst. Diese wur-
de Ende Februar zusammen mit Bun- E&W: Wie lassen sich denn vernünfti-
desbildungsministerin Edelgard Bul- ge Bildungsstandards entwickeln?
mahn und der jetzigen KMK-Präsi- Klieme: Nach dem Vorschlag der Ex-
dentin Karin Wolff in Berlin vorgestellt. pertise* besteht der Dreh- und Angel-
Die Expertise des DIPF wurde im Auf- punkt der Entwicklung von Bildungs-
trag des Bundesbildungsministeriums, standards in der Beschreibung der
aber auch in enger Abstimmung mit Kompetenzen, die Schülerinnen und
Personen, die in den Ländern mit der Schüler in verschiedenen Altersstufen
Erarbeitung von Standards befasst sind, erworben haben sollten. Deshalb wäre
erstellt. Die Intention des Gutachtens nach unserem Verständnis das zentra-
ist es, die KMK in ihrem Ziel, Qualität le Element von Bildungsstandards ein
von Lehrern und Lernen zu verbessern, Kompetenzmodell. Darunter verstehen
zu unterstützen. E&W sprach mit Prof. wir, dass für einen bestimmten Lern-
Klieme über Philosophie, Lernziele und bereich, ein Fach oder eine Fächer-
den Zweck von Bildungsstandards. gruppe herausgearbeitet wird, was die

[14]
Nationale Bildungsstandards

Kernideen dieser Fächer sind, was die E&W: Dienen die Standards aber nicht
grundlegenden Entwicklungslinien in erster Linie als Leistungsmaßstäbe?
sind, in denen sich die Fähigkeiten, Fer- Klieme: Es ist den Gutachtern der Ex-
tigkeiten, das Wissen und die Hand- pertise wichtig, dass Standards nicht nur
lungsfähigkeit der Lernenden entfal- als Leistungsmaßstäbe im engen Sinne
ten. Diese sollen in Niveaustufen fest- gesehen werden. Es gibt eine recht pro-
gehalten werden. blematische Tradition von Standards,
vor allem in den USA, die darin besteht,
E&W: Das heißt, Bildungsstandards dass man einfach Tests entwickelt mit
sollen in erster Linie an Kompetenzen ori- relativ simplen Aufgaben und sagt, auf
entiert sein und nicht am Lehrstoff? diesem Test möchte ich gern den Wert
Klieme: Jedenfalls nicht in der Art und X als Mindesterwartung festlegen. Ge-
Weise, wie traditionelle Lehrpläne an nau dies wollen wir eben nicht. Wir
Wissen orientiert sind. Bildungsstan- schlagen dagegen Bildungsstandards
dards bestehen nicht aus einer Auflis- vor, die eine Idee davon vermitteln, was
tung von Inhalten und detaillierten die zentralen Leitlinien für die Ent-
Lernzielen, sondern, und das ist ganz wicklung des Wissens und Könnens
wichtig, sie sind kumulativ angelegt. sind. Auch hierfür gibt es gute Beispie-
Das heißt, sie beschreiben, was am Ende le in anderen Ländern, etwa die Stan-
eines Ausbildungsabschnitts „übrig blei- dards für den Mathematikunterricht,
ben“ soll. die amerikanische Lehrer und Didakti-
Zur Entwicklung einer Kompetenz ker erarbeitet haben.
gehören natürlich verschiedene Aspek- Ob ein Schüler oder eine Schülerin eine
te. Einer davon ist Wissen. Gerade bestimmte Kompetenzstufe erreicht hat,
wenn man reale Anforderungen in ei- kann man allerdings in der Tat nur an
nem Lernbereich bewältigen, Anwen- den konkreten Ergebnissen bei der Be-
dungsprobleme lösen will, muss man arbeitung von Aufgaben und bei der Be-
sich immer auch auf systematisch auf- wältigung von Anforderungen feststel-
gebautes, vernetztes Wissen stützen. len. Das gehört als Leistungsbewertung
Solches Wissen kann durch Übung und zum Arbeitsalltag von Lehrerinnen und
Anwendung in ein Können übergehen. Lehrern. Will man einer Schule oder ei-
Eine wichtige Rolle bei der Entwick- nem ganzen Bildungssystem rückmel-
lung von Kompetenzen spielen schließ- den, welche Lernergebnisse es produ-
lich Motivation und Interessen. Das ziert, braucht man einheitliche Tests.
heißt, Kompetenzen sind sozusagen
Mischungen verschiedener Aspekte des
Lernens.

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Nationale Bildungsstandards

E&W: Nun hat der Grundschulverband bleme lösen kann, dass ich meine Er-
auch Bildungsstandards formuliert und gebnisse präsentieren und mich mit an-
in seiner Presseerklärung dazu betont, deren austauschen kann. Also werden
dass es ja auch Kompetenzen gebe, die be- bei den Bildungsstandards auch fäch-
deutend sind, die aber nicht abtestbar erübergreifende Fähigkeiten eine Rol-
sind. le spielen.
Klieme: Es gibt vor allem Bildungs-
ziele im weiteren Sinne, die nicht em- E&W: Sind denn diese Kompetenz-
pirisch prüfbar sind, z. B. die Idee von standards auch schulübergreifend ge-
Mündigkeit, von Kreativität, von Ent- dacht?
wicklung individueller Persönlichkeit. Klieme: In diese Richtung geht in der
Das sind sehr wichtige Bildungsziele, Tat schon jetzt die Arbeit der KMK.
aber Standards sollen ja nicht die ge- Das Kompetenzmodell, das zum Bei-
samte Breite der Bildungsziele ab- spiel die Niveaustufungen der kom-
decken. Die Standards sollen sich munikativen Kompetenz in einer
lediglich auf einen zentralen Kern schu- Fremdsprache beschreibt, ist selbstver-
lischer Bildung beziehen. Darüber ständlich für Hauptschüler das gleiche
hinaus gehört natürlich viel mehr zur wie für Gymnasiasten, auch wenn dann
Schule. faktisch unterschiedliche Stufen erreicht
werden. Deshalb muss der Kern der Bil-
E&W: Sollen den Bildungsstandards dungsstandards übergreifend definiert
nicht auch fächerübergreifende Lernziele werden. In unserer Expertise schlagen
zugrunde liegen? wir zudem vor, dass bildungsgang- und
Klieme: Nach unserer Vorstellung soll- schulformübergreifende Mindestan-
ten Bildungsziele auf Lernbereiche wie forderungen festgelegt werden sollten.
etwa den Bereich der Naturwissen- Damit würde zum Ausdruck gebracht,
schaften oder der historisch-politischen dass sich unsere Gesellschaft dazu ver-
Fächer bezogen sein und dort, inner- pflichtet, jedem und jeder Jugendlichen
halb dieser Fächer Kompetenz- bestimmte Kompetenzen mit auf den
entwicklung und Anforderungen be- Weg zu geben. Darin sehe ich eine
schreiben. Aber selbstverständlich wer- wichtige Antwort auf die PISA-Befun-
den dabei immer fächerübergreifende de zur starken Leistungsstreuung in
Aspekte mit bedacht. Beispielsweise Deutschland.
geht ein modernes Verständnis mathe-
matischer Bildung davon aus, dass zur E&W: Die Frage ist aber doch die, ob
mathematischen Kompetenz dazu Kompetenzstandards, wenn sie an den
gehört, dass ich argumentieren und Pro- „Gelenkstellen“, den schulischen Übergän-

[16]
Nationale Bildungsstandards

gen eingesetzt werden, nicht noch stärker pädagogischen Praxis an Ergebnissen


als selektives Instrument genutzt werden? orientiert, wie man das Feedback über
Klieme: Für die Gutachtergruppe sind den Output nutzt. In der Vergangen-
Bildungsstandards vor allem Leitlinien heit wussten Lehrerinnen und Lehrer
und Instrumente zur Entwicklung von viel zu wenig über die Ergebnisse schu-
Schulen und zur Professionalisierung lischen Lehrens und Lernens, weil sich
der Lehrerarbeit. Standard-bezogene jeder Einzelne nur innerhalb der eige-
Tests geben den Schulen und den Lehr- nen Klasse oder Schule verankern konn-
kräften eine Rückmeldung über Er- te. Der Bezug auf Standards gibt hier
gebnisse ihrer Arbeit. Sie sind aber eine viel bessere Orientierung. Die
schon aus methodisch-technischen Schule beziehungsweise die einzelne
Gründen nur sehr bedingt für die In- Lehrkraft kann ermitteln, wo die Stär-
dividualdiagnostik geeignet. Wenn ken und Schwächen der eigenen Arbeit
Kompetenzmodelle beschreiben, wie liegen, und daraus Konsequenzen zie-
sich die Fähigkeiten der Schüler ent- hen. Und dabei ist, wenn Sie wollen,
wickeln, sind sie natürlich auch eine im ganz traditionellen Sinne professio-
Leitlinie für die Förderung Einzelner. nelle Handlungskompetenz von Leh-
Die Beurteilung, Benotung und Lauf- rerinnen und Lehrern gefragt.
bahnentscheidung bleibt jedoch in der
Verantwortung der Lehrer bzw. der El- E&W: Wie soll aber jetzt ein Kollegium
tern, die unterschiedliche Informatio- im Schulalltag damit umgehen, wenn ein-
nen bündeln müssen. zelne Kollegen das Feedback erhalten, ihre
Klassen sind zu schlecht, sie genügen den
E&W: Die Bildungsstandards leiten Mindeststandards nicht? Was passiert
zweifelsohne eine Wende im Bildungssy- dann?
stem ein, insofern sie von der Input- zur Klieme: Wir haben in unserer Exper-
Outputsteuerung führen, weil sie in ihrer tise versucht zu beschreiben, wie das
Ausrichtung ergebnisorientiert sind. Aber Arbeiten mit Bildungsstandards im
woher nehmen Sie den Optimismus, dass Schulalltag praktisch abläuft. Wir den-
durch die ergebnisorientierten Bildungs- ken, dass hier auch eine größere Ver-
standards wirklich Unterrichtsqualität antwortung auf die Schulen zukommt.
und Schulqualität verbessert wird? Das bedeutet, dass sie mehr Freiraum
Klieme: Outputsteuerung ist ein sehr erhalten müssen, eigenständige Ent-
modisches Wort, mit dem ich meine scheidungen zu treffen. Dazu brauchen
Probleme habe, weil häufig nicht klar sie dann natürlich auch Unterstützung,
gesagt wird, was eigentlich mit diesem z. B. durch Schulberatung und Wei-
Output passiert, wie man sich in der terbildung.

[17]
Nationale Bildungsstandards

E&W: Das heißt, dass die Lehrer durch die Erwartungen nivellieren und eher
die Bildungsstandards auch stärker in nach unten drücken. Das wäre ein
die Pflicht genommen werden? Wäre es falsches Signal. Deshalb sprechen wir
denn nicht auch angebracht, um Ihr Kom- von Kompetenzmodellen, die sozusa-
petenzmodell einmal weiterzudenken, gen „nach oben offen“ formuliert sind.
dass man nicht nur Kompetenzstandards Selbstverständlich kann man auch Er-
für Schüler, sondern auch für die Profes- wartungen darüber formulieren, wie
sionalität der Lehrenden entwickelt? viele Schülerinnen und Schüler höhe-
Klieme: Es gehört ja zur Selbstver- re Kompetenzstufen erreichen.
ständlichkeit, dass jede Bildungsreform,
jede Qualitätsentwicklung an Schulen E&W: Die Frage ist doch, an welchen
mit dem Engagement der Lehrer steht Schnittstellen, also schulischen Übergän-
und fällt, und mit deren Kompetenz gen die Tests zur Überprüfung der Stan-
steht und fällt auch der Erfolg von Un- dards eingesetzt werden? KMK-Präsi-
terricht. Wirksam können Bildungs- dentin Wolff möchte sie bei den Über-
standards nur dadurch werden, dass gängen in Klasse 4, 9 und 10 einsetzen.
Lehrer sie wahrnehmen, sie für sich ak- Halten Sie das für sinnvoll?
zeptieren und in ihre eigene Arbeit Klieme: Darüber wird man noch in
übersetzen. den nächsten Jahren diskutieren müs-
Wir halten es dagegen nicht für hilf- sen. Einerseits ist es sinnvoll, wie es die
reich, auch für die Tätigkeit der Lehrer KMK jetzt tut, sich zu überlegen, was
noch Standards zu definieren. Wir hal- bis zum Abschluss eines Ausbildungs-
ten es für sinnvoller, Standards dafür ganges, etwa bis zum Abschluss der
zu definieren, was die Schulen vermit- Grundschule, bis zum Abschluss der
teln sollen, und den Weg dorthin in die Realschule usw. insgesamt an Kompe-
Verantwortung der Lehrenden zu ge- tenzen vorhanden sein muss. Aber in
ben. dem Moment, wo man beginnt, stan-
dardbezogene Tests zu entwickeln und
E&W: In Ihrer Expertise gehen Sie von zur Evaluation zu nutzen, halten wir es
Mindeststandards aus. Die Präsidentin für vernünftiger, dies eher in einer Zwi-
der KMK, Frau Wolff, spricht jedoch von schenphase zu tun.
Regelstandards und sogar von Höchst- Erstens, weil Schulen von einer Rück-
standards. Soll eine Hierarchie der Stan- meldung in der Mitte eines Bildungs-
dards eingeführt werden? gangs vermutlich mehr profitieren kön-
Klieme: Die ganzen Bildungsstandards nen. Zweitens, weil wir verhindern
auf eine Mindestnorm zu reduzieren, möchten, dass sich auf dem Umweg
wäre völlig falsch. Damit würden wir über Standards so etwas wie nationale

[18]
Nationale Bildungsstandards

Prüfungen oder zentral gesteuerte Über- gar nicht in einem einzigen Rangplatz
gänge einschleichen. ausdrücken könnte. Allerdings sollte
man auch sorgfältig mit den Daten um-
E&W: Sie haben in Ihrer Expertise vor- gehen. Wir sind der Auffassung, dass
geschlagen, dass eine nationale Agentur die Rückmeldung an die Schulen
eingerichtet werden soll, die die Tests und gehört und nicht in die Öffentlichkeit.
die Standards entwickelt und die den
Schulen ein Feedback über ihren Leis- E&W: Sehen Sie Bildungsstandards
tungsstand gibt. Wem soll diese Agentur auch als eine Möglichkeit, Bildungsge-
überantwortet sein – dem Bund, den Län- rechtigkeit zu befördern?
dern? Klieme: Das ist sogar ein wesentliches
Klieme: Alle Beteiligten, vor allem die Ziel. Für mich ist das erschreckendste
Länderministerien und die KMK ins- Ergebnis der PISA-Studie in Deutsch-
gesamt sind sich einig, dass man mit- land, dass wir außerordentlich große
telfristig eine zentrale Instanz braucht, Disparitäten haben, d.h. Unterschiede
die erstens die Entwicklung von Stan- zwischen Ländern in Bezug auf das
dards mit dem fachdidaktischen und Leistungsniveau und die Benotungs-
pädagogischen Know-how, das man bei maßstäbe, aber auch soziale Disparitä-
Kompetenzmodellen braucht, unter- ten oder Unterschiede zwischen Zuge-
stützt. Die zweitens Testaufgaben sys- wanderten und hier Geborenen. Na-
tematisch entwickelt und Tests kon- tional einheitliche Standards, die ins-
struiert. Und drittens ein Bildungs- besondere verbindliche Ziele für den
monitoring für unser Bildungssystem unteren Leistungsbereich enthalten,
durchführt. Ob das die Länder unter könnten mit dazu beitragen, für mehr
sich ausmachen oder ob sie sich mit Gerechtigkeit zu sorgen.
dem Bund in dieser Frage zusammen-
tun, ist eine politische Frage.

E&W: Wie kann denn verhindert wer-


den, dass Standards und Tests in ein
Schulranking umgemünzt werden?
Klieme: Allein schon die Differen-
ziertheit von Standards und darauf auf-
bauenden Evaluationen verhindert ein
simples Ranking. Die Rückmeldung 4 E&W-Gespräch, aus: Erziehung und Wissenschaft,
an die einzelne Schule wird ein so dif- Nr. 2/2003. Das Gespräch führte Helga Haas-Rietschel

ferenziertes Bild ergeben, dass man dies * Die Expertise ist nachzulesen unter: www.dipf.de

[19]
Bildungsstandards

Beschluss des
Koordinierungsvorstandes
der GEW
vom 10. April 2003

3
Kapitel
Nationale Bildungsstandards

Bildungsstandards litätsbegriff die Oberhand gewin-


nen. Deshalb stellt der Koordinie-
Beschluss des rungsvorstand fest, dass zur Qualität
eines Schulwesens nicht nur abre-
Koordinierungsvor-
chenbare und messbare Fachleis-
standes der GEW5 tungen gehören, sondern auch das
vom 10.April 2003: erreichte Maß an Chancengleichheit,
1. Der Koordinierungsvorstand der Ge- Gerechtigkeit und Demokratisie-
werkschaft Erziehung und Wissen- rung. Bildungsziele erschöpfen sich
schaft stellt fest, dass mit der öffent- zudem nicht nur in der Entwicklung
lichen Debatte um Bildungsstan- von Kompetenzen im akademischen
dards ein wichtiger Teilbereich der Bereich, sondern beinhalten z.B.
Qualitätsentwicklung im Bereich des auch die musischen, sozialen und de-
allgemein bildenden Schulwesens mokratischen Fähigkeiten und Ein-
angesprochen ist. Allerdings reicht stellungen, die nicht durch Standards
die Verständigung auf Bildungs- beschreibbar und überprüfbar sind
standards zur Lösung der Qualität- (siehe die Bildungsziele wie sie das
sprobleme in Deutschland bei wei- Forum Bildung formuliert hat6).
tem nicht aus. Bildungsstandards 3. Qualitätsentwicklung und –siche-
müssen Teil eines umfassenden Kon- rung darf sich nicht in der Output-
zepts zur pädagogischen Schul- und Messung erschöpfen. Vielmehr han-
Qualitätsentwicklung sein. Der Ko- delt es sich dabei um einen komplex-
ordinierungsvorstand betont erneut, en Prozess von Input-, Prozess- und
dass grundlegende Qualitätsfort- Outputsteuerung. Zu betonen ist da-
schritte vor allem von folgenden her, dass sich auch das Schulwesen
Maßnahmen zu erwarten sind: struk- nicht allein über den Output steu-
turelle Umstellung des selektiven ern lässt. Ebenso notwendig sind
(Schul-) Systems auf ein integratives Qualitätsstandards für den Input
System der individuellen Lernför- (Bildungsziele, Lernort, Lern- und
derung, verbesserte Finanzierung vor Arbeitsbedingungen, Qualifikation
allem des Kita- und Grundschulbe- und Versorgung mit pädagogischem
reichs, Bildungsauftrag für Kitas, Personal) sowie für den pädagogi-
Ausbau der Ganztagsangebote. schen Prozess (Lehr-, Lern- und För-
2. Durch die Konzentration der De- derkonzepte, Demokratisierungs-
batte auf Bildungsstandards in we- strategien, pädagogische Schul- und
nigen akademischen Fächern kann Qualitätsentwicklung). Diese Qua-
ein verengter Bildungs- und Qua- litätsstandards sind auf allen Ent-

[22]
Nationale Bildungsstandards

scheidungsebenen mit Hilfe von In- System Schule sowie die politisch
dikatoren zu überprüfen, an deren Verantwortlichen gegenüber den
Erarbeitung und Evaluation Lehr- SchülerInnen, nicht umgekehrt;
kräfte und Schulen beteiligt werden sie sind keine Hürden für Verset-
müssen. zung, Schulwechsel etc.
4. Der Koordinierungsvorstand fordert d. Bundesweite Bildungsstandards
die Kultusministerkonferenz sowie die werden schulformunabhängig,
einzelnen Landesregierungen auf, ihre nicht schulformspezifisch be-
weiteren Arbeiten an bundesweiten schrieben und beschränken sich
Bildungsstandards auf der Basis fol- auf grundlegende Fähigkeiten und
gender Grundsätze vorzunehmen: Kenntnisse. Sie sind kompetenz-
Grundsätze: basiert, nicht stoffbasiert.
a. Bundesweite Bildungsstandards e. Bundesweite Bildungsstandards
leiten sich aus den allgemeinen, dienen als Leitlinien für Lehre-
einem humanen und emanzipato- rInnen und Schulen, nicht jedoch
rischen Menschenbild verpflich- als faktischer Bewertungsmaßstab.
teten Bildungs- und Erziehungs- Sie sind so abgefasst, dass sie päda-
zielen ab; sie werden weder will- gogische Freiräume ermöglichen
kürlich noch beliebig gesetzt. Sie und nicht zu Uniformität führen.
sind entwicklungsoffen. Sie erfas- Mit Hilfe von Aufgabenpools
sen nicht abschließend alle Bil- überprüfen Lehrkräfte und Schu-
dungsziele der Schule. len in Eigenverantwortung das Er-
b. Bundesweite Bildungsstandards reichen der Bildungsstandards.
sind Teil eines Qualitätskonzep- f. Landesweite, einheitlich konzi-
tes, das den Zielen Leistungs- pierte Vergleichsarbeiten sind nur
fähigkeit, Chancengleichheit, De- sinnvoll, wenn sie Teil eines Kon-
mokratie und Partizipation glei- zepts der pädagogischen Schul-
chermaßen verpflichtet ist. Sie und Qualitätsentwicklung sind,
sind Instrumente für Schulent- die den Schulen Beratung, Unter-
wicklung und Evaluation, nicht stützung und Qualifizierung
jedoch Kontrollinstrumente, die sichert. Landesweite Vergleichs-
Konkurrenz und Leistungsdruck arbeiten finden nicht an den Ge-
verschärfen. lenkstellen der Schullaufbahn statt.
c. Bundesweite Bildungsstandards Die Teilnahme ist freiwillig. Sie
dienen der Förderung und nicht dient der Selbstevaluation der
der Selektion der Schülerinnen Schulen. Die Datenhoheit liegt bei
und Schüler. Sie verpflichten das den Schulen. Auf Systemebene er-

[23]
Nationale Bildungsstandards

folgt die Überprüfung durch Zu-


fallsstichproben. Zentrale Ab-
schlussprüfungen sind in diesem
Fall entbehrlich. Ein Schul-Ran-
king findet in keinem Fall statt.

5. Der Koordinierungsvorstand fordert


die Kultusminister der Länder auf,
auf der Grundlage der Punkte 1 bis
4 mit der GEW in Gespräche bei der
Implementation des neuen Systems
einzutreten. Die Qualitätsentwick-
lung des Schulsystems und der ein-
zelnen Schulen ist ebenso wie die
Einführung von Bildungsstandards
auf breite Akzeptanz und berufliches
Können der Lehrerinnen und Leh-
rer und der Schulleitungen ange-
wiesen. Notwendig sind deshalb Ein-
führungskonzepte, die den pädago-
gischen und beruflichen Nutzen der
Änderung deutlich machen sowie
Fortbildungsmaßnahmen, die auf
den kompetenten Umgang mit den
neuen Instrumenten im Sinne indi-
vidueller Lernförderung und demo-
kratischer Schulentwicklung vorbe-
5 Der Koordinierungsvorstand setzt sich zusammen aus
reiten. Bei diesen Gesprächen muss Geschäftsführendem Vorstand und den Vorsitzenden der
auch geklärt werden, welche För- GEW-Landesverbände. Er koordiniert die bundeslän-
derübergreifende Arbeit der GEW. Dieser Beschluss be-
derinstrumente und -maßnahmen zieht sich ausdrücklich nur auf den Bereich des allge-
benötigt und zur Verfügung gestellt mein bildenden Schulwesens; er gilt nicht für die beruf-
lichen Schulen. Es ist zu prüfen, ob ein gemeinsames Be-
werden, um die Bildungsstandards griffsverständnis zu Bildungsstandards sinnvoll ist.
für alle schulpflichtigen Schülerin- 6 Abrufbar unter: http://www.forum-bildung.de/bip_
nen und Schüler zu sichern. launch02/files/eb_III.pdf.

[24]
Anhang

Kapitel

4
Nationale Bildungsstandards

Literaturverzeichnis Aufsätze

Aus der GEW Eckhard Klieme:


Pressemitteilung vom 04.03.2003: Bildungsstandards als Beitrag zur Qua-
GEW-Vorsitzende: Mit Bildungsstan- litätsentwicklung im Schulsystem. In:
dards PISA-Probleme lösen DIPF informiert, Nr. 3 / August 2002
http://www.gew.de/standpunkt/aschlag http://www.gew.de/rdb/pdf/klieme.pdf
zeilen/schule/pisa/pressestimmen/dpa/
dpa_040303/texte/d_dpa_040303.htm Hans-Günter Rolff (2003):
Bildungsstandards sind attraktiv – und
Presseerklärung vom 18.02.2003: problematisch. Frankfurter Rundschau
Bildungsstandards nicht für Selektion vom 12.03.2003
geeignet. GEW-Stellungnahme zur http://www.ggg-nrw.de/Presse/FR.
Expertise der Bildungsforscher (Klie- 2003-03-12.Rollf.html
me-Gutachten)
http://www.gew.de/presse/archiv/2003/ Eiko Jürgens:
1quartal/021803.htm Qualität von Bildung – Politisches
Schlagwort oder pädagogisches Ziel?
Marianne Demmer: Vortrag zum Bildungskongress der Ge-
Ein Glücksfall. GEW-Kommentar zur werkschaft Erziehung und Wissen-
Expertise über nationale Bildungs- schaft Hessen am 2. November 2002
standards. Erziehung und Wissen-
schaft Nr. 3/2003 Eike Thürmann:
http://www.gew.de/wissen/zeitschriften Unbekanntes Land. Wie Bildungs-
/e-w/2003/2003-3/s-20.htm standards das Lernen verbessern sol-
len. In: Forum Schule. Magazin für
Marianne Demmer: Lehrerinnen und Lehrer. Heft 3/2002
Ohne Konzept – aber mit Hochdruck. http://www.forum-schule.de/fs09/
Auf der Suche nach nationalen magtma_2.html#
Bildungsstandards. Erziehung und
Wissenschaft Nr. 11/2002 Zahlreiche Aufsätze zur Diskussion
http://www.gew.de/wissen/zeitschrif- sind zu finden in:
ten/e-w/2002/2002-11/s-24.htm Die Deutsche Schule. Zeitschrift für
Erziehungswissenschaft, Bildungspo-
litik und pädagogische Praxis. Hg. von
der Gewerkschaft Erziehung und Wis-
senschaft. Heft 2/2003 und 1/2003.

[26]
Nationale Bildungsstandards

Links KMK-Beschluss zu Bildungsstan-


dards:
Beispiel Schweden http://www.kmk.org/doc/beschl/
• Der allgemeine Lehrplan: standard.pdf
http://www.skolverket.se/pdf/lpoe.pdf
(Die deutsche Übersetzung der GEW Kultus- und Bildungsministerien der
kann bezogen werden über: Länder:
heisec@gew.de) http://www.kmk.org/aufg-org/home.
• Syllabuses: Lehrpläne für die htm (unter „Anschriften der Kultus-
schwedische Schule, 1.-9. Schuljahr: ministerien“)
http://www.skolverket.se/pdf/english
/compsyll.pdf Forum Bildung:
(Die deutsche Übersetzung ist ab http://www.forum-bildung.de
August 2003 über die GEW zu
beziehen.) „Kompetenzen als Ziele von Bildung
und Qualifikation“ (Bericht der
Deutsches Institut für internationale Expertengruppe des Forum Bildung):
pädagogische Forschung http://bildungplus.forum-bildung.de
Expertise: Zur Entwicklung /files/ex-bericht-bq.pdf
nationaler Bildungsstandards
http://www.dipf.de/aktuelles/expertise Deutscher Bildungsserver (Linkliste
_bildungsstandards.pdf zum Thema Bildungsstandards):
http://dbs.schule.de/zeigen.html?
Bundesbildungsministerium seite=1584
(BMBF): http://www.bmbf.de
Grundschulverband – Arbeitskreis
Pressemitteilung vom 18.2.2003: Grundschule e.V.:
http://www.bmbf.de/presse01/805.html http://www.grundschulverband.de
Siehe auch: http://www.bundesregie-
rung.de/index-,413.467937/Natio- • Pressemitteilung: Bildung ist mehr
nale-Bildungsstandards-fu.htm als Quizfragen richtig beantworten
können (unter „Aktuelles“/„Stellung-
Kultusministerkonferenz (KMK): nahmen“)
http://www.kmk.org

[27]
Nationale Bildungsstandards

• Bildungsansprüche von Grundschul-


kindern – Standards zeitgemäßer
Grundschularbeit. Empfehlungen des
Grundschulverbandes zur aktuellen
Standard-Diskussion (unter „Stan-
dards“/“Tragfähige Grundlagen“)

• Weitere Beiträge zum Thema unter


„Standards“/„Kontrovers“

Stadtelternrat Hannover
www.stadtelternrat-hannover.de/
bildungsstandard.htm

Bundeselternrat (BER)
http://www.bundeselternrat.de/
presseerklaerung/pisa2.html

BundesschülerInnenvertretung
http://www.
bundesschuelervertretung.de/

Website „Bildungsstandards“
http://www.bildungsstandards.de/

[28]
Nationale Bildungsstandards

QualitätsCheck
Bildungsstandards
Die folgende Checkliste soll helfen, die Konzepte zu bewerten, die von den einzelnen Bun-
desländern und der Kultusministerkonferenz in der nächsten Zeit präsentiert werden. Die
Liste zeigt, welche Forderungen die GEW erhebt und welche Schwerpunkte die KMK in ihren
bisherigen Beschlüssen gesetzt hat. Diese Spalte „KMK“ muss möglicherweise ergänzt wer-
den, wenn die ersten konkreten Vorschläge für Bildungsstandards vorgelegt werden. Die freie
Spalte kann für einzelne Bundesländer genutzt werden. Man erhält so einen Vergleich „auf
einen Blick“, der die Orientierung auf diesem insgesamt unübersichtlichen Terrain erleichtern
kann. Marianne Demmer

GEW7 KMK8 ....


Die Bildungsstandards sind Teil eines umfassenden Konzepts
zur pädagogischen Qualitäts- und Schulentwicklung

● ja x

● nein x

Das Konzept zur pädagogischen Qualitäts- und Schulent-


wicklung betont nicht nur den Output, sondern formuliert
auch Standards für Input (Bildungsziele, Lernort, Lern- und
Arbeitsbedingungen, Qualifikation und Versorgung mit
pädagogischem Personal) sowie für den pädagogischen Prozess
(Lehr-,Lern- und Förderkonzepte, Demokratisierungs-
strategien, pädagogische Schul- und Qualitätsentwicklung)

● ja x

● nein x

7 Die in der Spalte GEW angebrachten Kreuze markieren die Forderungen und Vorstellungen der GEW

8 Bei der KMK wurde die Bewertung auf der Basis der bis zum 15. Juni 2003 vorliegenden Beschlüsse vorgenommen: KMK-Pressemittei-
lung vom 27.06.2002 und Beschluss der Kultusministerkonferenz „Bildungsstandards zur Sicherung von Qualität und Innovation im fö-
deralen Wettbewerb der Länder“ vom 23./24.05.2002

[29]
Nationale Bildungsstandards

GEW KMK ....


Ist ein verengter Qualitäts- und Bildungsbegriff erkennbar,
der die messbaren akademischen Kompetenzen betont und
die musischen, sozialen und demokratischen Fähigkeiten
und Einstellungen vernachlässigt?

● ja x

● nein x

Die Bildungsstandards sollen dienen

● der Qualitätssicherung x x

● Verbesserung der Fachleistungen x

● Verbesserung der Chancengleichheit x

● Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit x

● größerer Selbstständigkeit der Schulen x x

● Entwicklung der Schulkultur x

● Verbesserung des Schulklimas x

● Demokratisierung der Schule x

Die Bildungsstandards beruhen auf der Philosophie


● Leistung durch Auslesen und Homogenisieren

● Leistung durch Fördern und Integrieren x

[30]
Nationale Bildungsstandards

GEW KMK ....


Die Bildungsstandards formulieren

● den Bildungsanspruch von SchülerInnen an Schule und


Gesellschaft („Bildungsrecht“) x

● den Anspruch von Schule und Gesellschaft an die


SchülerInnen („Bildungpflicht“)

Die Bildungsstandards beruhen auf

● einem Wissenskanon, sie sind „stoffbasiert“

● Kompetenzen, sie sind „kompetenzbasiert“ x x

Die Bildungsstandards werden von übergeordneten


Bildungszielen abgeleitet

● Fähigkeit, intelligentes Wissen zu erwerben,


das anschlussfähig für lebenslanges Lernen ist x

● Fähigkeit, anwendungsfähiges Wissen zu erwerben


und auf vielerlei Situationen übertragen zu können x

● Das Lernen lernen – Lernkompetenz erwerben x

● Methodenkompetenz erwerben
(zum Beispiel: muttersprachliche Kompetenzen,
fremdsprachliche Kompetenzen, Medienkompetenzen) x

[31]
Nationale Bildungsstandards

GEW KMK ....


● Erwerb sozialer Kompetenzen (soziales Verstehen,
soziale Geschicklichkeit, soziale Verantwortung,
Konfliktlösungskompetenz) x

● Erwerb sozialer, demokratischer und persönlicher


Wertorientierungen x

Die Bildungsstandards werden formuliert

● schulformbezogen

● schulformunabhängig x

Die Bildungsstandards sollen als Grundlage dienen

● für zentrale Abschlussprüfungen

● für Übergangsempfehlungen am Ende der Grundschule

● für Versetzungsentscheidungen

● für Abschlusszeugnisse

● für Sonderschulüberweisung

● für Vergleichsarbeiten / Datenhoheit Schulaufsicht x

● für Schulranking

● für Vergleichsarbeiten / Datenhoheit Schulen x

● für Systemmonitoring durch Stichproben x

[32]
Nationale Bildungsstandards

GEW KMK ....


● für die Einleitung individueller Fördermaßnahmen x

● für Schulberatung und Unterstützungszuweisungen


an Schulen x

● zur Orientierung und Vergleichbarkeit x x

● für eine regelmäßige nationale Bildungsberichterstattung x x

Die Auswertung von Vergleichsarbeiten wird vorgenommen

● durch Schulen und Lehrkräfte selbst x

● durch (kommerziell arbeitende)externe Institute

Die LehrerInnen und ihre Interessenvertretungen


werden an der Entwicklung von Bildungsstandards beteiligt

● ja x x

● nein

Schulen und Lehrkräfte werden in Fortbildungsmaßnahmen


auf die neuen Aufgaben vorbereitet.

● ja x

● nein

[33]
Nationale Bildungsstandards

Der kurze Draht zur GEW


GEW Baden-Württemberg GEW Nordrhein-Westfalen
Silcherstraße 7 • 70176 Stuttgart Nünningstr. 11 • 45141 Essen
Tel.: 0711/21030-0 • Fax: -45/55 Tel.: 02 01/29 403 - 01 • Fax: -29 403 - 51
www.bawue.gew.de • land@bawue.gew.de www.gew-nw.de • info@gew-nw.de
hochschul-gew@bawue.gew.de
GEW Rheinland-Pfalz
GEW Bayern Neubrunnenstraße 8 • 55116 Mainz
Schwanthalerstraße 64 • 80336 München Tel.: 06 131/28 988 - 0 • Fax: - 80
Tel.: 089/54 40 81-0 • Fax: -53 89 487 www.GEW-Rheinland-Pfalz.de
www.bayern.gew.de • info@bayern.gew.de gew@GEW-Rheinland-Pfalz.de

GEW Berlin GEW Saarland


Ahornstraße 5 • 10787 Berlin Mainzer Straße 84 • 66121 Saarbrücken
Tel.: 030/21 99 93 - 0 • Fax: -50 Tel.: 06 81/66 830-0 • Fax: - 66 830-17
www.gew-berlin.de • info@gew-berlin.de www.gew-saarland.de • info@gew-saarland.de

GEW Brandenburg GEW Sachsen


Alleestr. 6a • 14469 Potsdam Nonnenstraße 58 • 04229 Leipzig
Tel. 0331/27 184-0 • Fax: -30 Tel.: 03 41/49 47 - 404 • Fax - 406
www.gew-brandenburg.de www.gew-sachsen.de
info@gew-brandenburg.de GEW-Sachsen@t-online.de

GEW Bremen GEW Sachsen-Anhalt


Löningstraße 35 • 28195 Bremen Markgrafenstraße 6 • 39114 Magdeburg
Tel.: 0421/33 764-0 • Fax: -30 Tel.: 03 91/73 5543-0 • Fax: - 73 13 405
www.gew-bremen.de • info@gew-hb.de www.gew-sachsen-anhalt.de • info@gew-lsa.de

GEW Hamburg GEW Schleswig-Holstein


Rothenbaumchaussee 15 • 20148 Hamburg Legienstraße 22-24 • 24103 Kiel
Tel.: 040/41 46 33- 0 • Fax: - 44 08 77 Tel.: 04 31/55 42 20 • Fax: - 55 49 48
www.gew-hamburg.de • info@gew-hamburg.de info@gew-sh.de • www.gew-sh.de

GEW Hessen GEW Thüringen


Zimmerweg 12 • 60325 Frankfurt Geschwister-Scholl-Staße 45 • 99085 Erfurt
Tel.: 069/97 12 93 - 0 • Fax: - 93 Tel.: 03 61/59 095 - 0 • Fax: - 60
www.gew-hessen.de • info@hessen.gew.de www.gew-thueringen.de
info@GEW-Thueringen.de
GEW Mecklenburg-Vorpommern
Lübecker Straße 265a • 19059 Schwerin GEW-Hauptvorstand
Tel.: 03 85/48 527 - 0 • Fax: - 24 Reifenberger Straße 21 • 60489 Frankfurt
www.gew-mv.de • info@gew-mv.de Tel.: 069/78 973- 0 • Fax: - 102
www.gew.de • info@gew.de
GEW Niedersachsen
Berliner Allee 16 • 30175 Hannover GEW-Hauptvorstand
Tel.: 05 11/33 804 - 0 • Fax: - 46 Parlamentarisches Büro Berlin
www.GEW-NDS.de • eMail@GEW-Nds.de Wallstraße 65 10179 Berlin
Tel.: 030/23 50 14 11 - 15 • Fax - 10
info@buero-berlin.gew.de

[34]
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