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Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass etwas Reflektiertes Problem nicht lösen. Wer darüber redet, ob man anderen den
und Bewusstes wie eine Publikation eine homosexuelle Kultur Kopf abschneiden soll oder nicht, und dabei selbst den Kopf in
möglich machen sollte, also Instrumente für polymorphe, vielfäl- den Sand steckt, der betreibt eine Vogel-Strauß-Politik. Ich bin
tige, individuell abgewandelte Beziehungen. Doch Programme gewiss für eine vollständige Überarbeitung des Strafsystems, aber
und Vorschläge sind gefährlich. Programme werden zu Gesetzen, das ist nicht unabhängig vom Sozialsystem. Wir müssen daher
die das Erfinden verbieten. Wir bräuchten aber eine Erfindungs- alles verändern.
gabe, die unserer gegenwärtigen Situation angemessen wäre und übersetzt von Michael Bischof[
auch etwa dem, was die Amerikaner als Coming-out bezeichnen.
Das Programm muss leer sein. Es muss in der Vergangenheit gra-
ben und aufzeigen, dass die Dinge aus bestimmten intelligiblen
Gründen historisch kontingent, aber nicht notwendig waren. Wir 2 95
müssen das Intelligible vor dem Hintergrund einer Leere auf- Sexualität und Einsamkeit
scheinen lassen, jede Notwendigkeit bestreiten und zugleich den- (Vortrag)
ken, dass die Dinge, die existieren, keineswegs alle möglichen
Räume füllen. Wir müssen die Frage, welches Spiel wir spielen »Sexuality and Solitude« (»Sexualite et solitude«, übers. von F. Durand-Bo-
und wie wir ein Spiel erfinden können, zu einer echten und unab- gaert), in: London Review of Books, Bd. III, Nr. 9, 21. Mai- 5.Juni, S. 3, 5 und
weisbaren Herausforderung machen. 6. (M. Foucault hielt diesen Vortrag auf Englisch.)

- Vielen Dank, Michel Foucault. In einem r 840 veröffentlichten Werk, das der moralischen Be-
übersetzt von Michael Bischof! handlung des Wahnsinns gewidmet war, nimmt Leuret, ein fran-
zösischer Psychiater, Bezug auf die Art und Weise, wie er einen
seiner Patienten behandelt hat - wie er ihn behandelt und, wie Sie
sich denken können, auch geheilt hat. 1 Eines Morgens lässt Leuret
Herrn A. in den Duschraum eintreten und seinen Wahnsinn in
294 Einzelheiten erzählen. »Aber das alles«, erklärt der Arzt, »ist bloß
Das Dossier »Todesstrafe«. Wahnsinn. Sie werden mir versprechen, dass Sie nicht mehr daran
Sie haben dagegen geschrieben glauben.« Der Patient zögert und verspricht es dann. »Das genügt
nicht«, erwidert der Arzt, »Sie haben mir diese Art von Verspre-
»Le dossier >peine de mort<. Ils ont ecrit contre«, in: Les Nouvelles litteraires.
chen schon gegeben und sie nicht gehalten.« Dann öffnet er den
59.Jg„ Nr. 2783, 16.-23. April 1981, S. 17.
Hahn mit kaltem Wasser über dem Kopf seines Patienten. »Ja, ja,
Antwort auf eine Telefonumfrage während des Präsidentschaftswahl-
ich bin verrückt!«, schreit der Patient. Der Wasserstrahl wird
kampfs Frarn,;ois Mitterrands, der die Abschaffung der Todesstrafe in sein unterbrochen, das Verhör geht weiter. »Ja, ich gebe zu, dass ich
Programm aufgenommen hatte. verrückt bin«, wiederholt der Patient. »Aber«, fügt er hinzu, »ich
gebe es nur deshalb zu, weil Sie mich dazu zwingen.« Abermals
Meines Erachtens gibt es drei Probleme: das Problem der Funk- ein Wasserstrahl. »Schon gut, schon gut«, sagt Herr A„ »ich gebe
tionsweise der Strafjustiz; das Problem des Verhältnisses zwischen es zu. Ich bin verrückt, und all das war nur Wahnsinn.«
Psychiatrie und Strafjustiz; das eigentliche Problem der Todes- Von jemandem, der an einer Geisteskrankheit leidet, das Be-
strafe. kenntnis zu erhalten, dass er verrückt sei, ist ein sehr altes Ver-
Wer keine Antwort auf die beiden ersten Fragen gibt, kann das 1 Leuret, F„ Du traitement moral de la folie, Paris, Bailliere, 1840, S. 197-198.
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fahren in der traditionellen Heilkunde. In den Werken des 17. und Bestätigung von Massakern und Despotismus entstand der Ge-
r 8. Jahrhunderts findet man zahlreiche Beispiele für das, was man danke, dass es wohl dem individuellen Subjekt oblag, seinen exis-
Wahrheitstherapien nennen könnte. Die Technik, die Leuret an- tentiellen Entscheidungen einen Sinn zu geben. Mit der Entspan-
wendet, ist davon jedoch ganz verschieden. Leuret versucht nicht, nung und dem Abstand der Nachkriegszeit schien die Bedeutung,
seinen Patienten davon zu überzeugen, dass seine Vorstellungen die man bislang der Philosophie des Subjekts zugebilligt hatte,
falsch und unvernünftig sind. Was im Kopf von Herrn A. ge- nicht mehr so offensichtlich zu sein. Bestimmte theoretische Pa-
schieht, ist Leuret völlig gleich. Was der Arzt erreichen will, ist radoxa, die bisher verborgen waren, traten zutage, und es war
eine präzise Handlung, die explizite Aussage »Ich bin verrückt«. nicht mehr möglich, sie zu vermeiden. Dieser Philosophie des
Seit der Zeit vor etwa zwanzig Jahren-, als ich diese Passage von Bewusstseins gelang es paradoxerweise nicht, eine Philosophie
Leuret das erste Mal gelesen habe, behielt ich das Projekt in der der Erkenntnis zu begründen und insbesondere eine Philosophie
Erinnerung, die Form und Geschichte dieser singulären Praxis zu der wissenschaftlichen Erkenntnis. Als Philosophie der Bedeu-
analysieren. Leuret ist erst dann zufrieden, als sein Patient erklärt: tung war sie daran gescheitert, die Mechanismen, die für die Bil-
»Ich bin verrückt.« Oder: »All das war nur Wahnsinn.« Er stützt dung der Bedeutung verantwortlich sind, und die Strukturen von
sich auf die Annahme, dass der Wahnsinn als Wirklichkeit in dem Bedeutungssystemen zu berücksichtigen.
Augenblick verschwindet, in dem der Patient die Wahrheit aner- Mit der viel zu einfachen Klarheit der Retrospektive - was die
kennt und erklärt, dass er verrückt sei. Amerikaner the monday-morning quarterback 3 nennen - würde
Wir haben hier wirklich die Umkehrung eines performativen ich sagen, dass zwei Wege über diese Philosophie des Subjekts
Sprechakts. Die Aussage zerstört bei dem sprechenden Subjekt die hinausführen konnten. Der erste war die Theorie des objektiven
Wirklichkeit, die dieselbe Aussage wahr gemacht hat. Auf welcher Wissens, verstanden als Analyse von Bedeutungssystemen, als Se-
Konzeption der Wahrheit der Rede und der Subjektivität gründet miologie. Das war der Weg des logischen Positivismus. Der zwei-
diese einzigartige und doch so geläufige Praxis? Um das Interesse te Weg wurde von einer bestimmten sprachwissenschaftlichen,
zu rechtfertigen, das ich einer Sache entgegenbringe, die ein äu- psychoanalytischen und anthropologischen Schule eröffnet - drei
ßerst spezielles Thema zu sein scheint, erlauben Sie mir, kurz Disziplinen, die sich unter der Rubrik des »Strukturalismus« ver-
einen Schritt zurückzutreten. In den Jahren, die dem Zweiten sammelten. Diese Wege bin ich nicht gegangen. Es sei mir ge-
Weltkrieg vorausgingen, und mehr noch nach dem Krieg, wurde stattet, ein für alle Mal zu erklären, dass ich weder ein Struktura-
die ganze Philosophie in den Ländern des europäischen Festlands list - ich bekenne es mit allem gebührenden Kummer - noch ein
und in Frankreich von der Philosophie des Subjekts dominiert. analytischer Philosoph bin. Niemand ist vollkommen. Ich habe
Darunter verstehe ich, dass die Philosophie sich als Aufgabe par jedoch versucht, eine andere Fährte zu verfolgen. Ich habe ver-
excellence 2 die Begründung des Wissens und des Prinzips aller sucht, die Philosophie des Subjekts zu verlassen, indem ich die
Bedeutung durch das Zeichen verwendende Subjekt vornahm. Genealogie des modernen Subjekts untersucht habe, das ich als
Die Bedeutung der Frage geht auf den Einfluss Busserls zurück, eine historische und kulturelle Wirklichkeit ansehe; d. h. als etwas
aber der zentrale Charakter des Subjekts ist auch an einen institu- Wandelbares, was natürlich vom politischen Standpunkt aus wich-
tionellen Kontext gebunden, und zwar insofern die französische tig ist. Im Ausgang von diesem allgemeinen Projekt sind zwei
Universität, seit die Philosophie mit Descartes das Licht der Welt Zugangsweisen möglich. Die eine Weise, sich dem Subjekt im All-
erblickte, immer nur auf cartesische Weise fortschreiten konnte. gemeinen zu nähern, besteht darin, die modernen theoretischen
Wir müssen aber auch die politische Konjunktur berücksichtigen. Konstruktionen zu prüfen. Innerhalb dieser Perspektive habe ich
Angesichts der Absurdität der Kriege, angesichts der amtlichen versucht, die Theorien des Subjekts als sprechenden, lebenden,

2 Auf Französisch im Text (A.d.Ü.). 3 Begriff aus dem American Football.


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arbeitenden Wesens im 17. und 18.Jahrhundert zu untersuchen. techniken studieren. In jeder Kultur, so scheint mir, impliziert die
Man kann die Frage nach dem Subjekt aber auch praktischer auf- Selbsttechnik eine Reihe von Verpflichtungen auf die Wahrheit:
fassen, und zwar im Ausgang von der Untersuchung von Institu- Man muss die Wahrheit entdecken, von der Wahrheit erleuchtet
tionen, die aus dem Subjekt Objekte der Erkenntnis und der Be- werden, die Wahrheit sagen. Es handelt sich hier um so viele Be-
herrschung gemacht haben: die Anstalten, die Gefängnisse ... schränkungen, die entweder für die Konstitution oder für die
Ich wollte die Formen der Besorgnis untersuchen, die das Sub- Transformation des Selbst als wichtig erachtet werden.
jekt im Hinblick auf sich selbst ausbildet. Da ich jedoch mit dem Wie steht es gegenwärtig um die Wahrheit als Pflicht in unseren
zweiten Typ von Ansatz angefangen hatte, musste ich meine An- christlichen Gesellschaften? Das Christentum ist, wie jeder weiß,
sicht in mehreren Punkten ändern. Erlauben Sie mir, dass ich hier eine Konfession. Das bedeutet, dass das Christentum einem ganz
gewissermaßen Selbstkritik übe. Wenn man bestimmte Aussagen besonderen Typ von Religionen angehört, nämlich jenen, die den
von Habermas betrachtet, mag es scheinen, dass man drei Haupt- Gläubigen Verpflichtungen zur Wahrheit auferlegen. Im Chris-
typen von Techniken unterscheiden kann: Techniken, die es ge- tentum gibt es zahlreiche solche Verpflichtungen. Beispielsweise
statten, Dinge herzustellen, umzuwandeln und zu manipulieren; gibt es die Verpflichtung, eine Menge von Aussagen für wahr zu
Techniken, die den Gebrauch von Zeichensystemen ermöglichen; halten, die das Dogma darstellen, die Verpflichtung, bestimmte
und schließlich Techniken, die die Beeinflussung des Verhaltens Bücher als ständige Quelle der Wahrheit zu betrachten, und die
der Individuen gestatten, um bestimmte Zwecke oder Ziele Verpflichtung, die Entscheidungen bestimmter Autoritäten in Sa-
durchzusetzen. Wir haben also Produktionstechniken, Bezeich- chen Wahrheit zu akzeptieren. Das Christentum verlangt aber
nungs- oder Kommunikationstechniken und Herrschaftstechni- noch eine andere Form der Verpflichtung zur Wahrheit. Jeder
ken. Allmählich wurde mir klar, dass in allen Gesellschaften ein Christ muss erforschen, wer er ist, was in seinem Inneren ge-
anderer Typ von Techniken existiert: diejenigen, die den Indivi- schieht, die Fehler, die er begangen hat, die Versuchungen, denen
duen gestatten, selbst eine Reihe von Operationen mit ihrem Kör- er ausgesetzt ist. Darüber hinaus muss jeder diese Dinge anderen
per, ihrer Seele, ihren Gedanken, ihrem Verhalten vorzunehmen, sagen und auf diese Weise Zeugnis wider sich selbst ablegen.
sie auf diese Weise zu verwandeln oder zu verändern und einen Diese beiden Bereiche von Verpflichtungen - diejenigen, die den
bestimmten Zustand der Vollkommenheit, des Glücks, der Rein- Glauben, die Schrift, das Dogma betreffen, und diejenigen, die das
heit oder der übernatürlichen Macht zu erreichen. Nennen wir SeJIJst, die Seele und das Herz angehen - sind miteinander verbun-
diese Techniken Selbsttechniken. den. Ein Christ benötigt das Licht des Glaubens, wenn er erfor-
Wenn man die Genealogie des Subjekts in der abendländischen schen will, wer er ist. Und umgekehrt kann man sich nicht vor-
Kultur untersuchen will, muss man nicht nur die Herrschaftstech- stellen, dass er Zugang zur Wahrheit haben könnte, ohne dass seine
niken, sondern auch die Selbsttechniken berücksichtigen. Man Seele geläutert wäre. Auch der Buddhist soll dem Licht entgegen-
muss die Wechselwirkung aufzeigen, die zwischen diesen beiden gehen und die Wahrheit über sich selbst herausfinden. Aber die
Arten von Techniken besteht. Ich habe vielleicht die Herrschafts- Beziehung zwischen den beiden Verpflichtungen ist im Buddhis-
techniken zu sehr in den Vordergrund gerückt, als ich die An- mus ganz anders als im Christentum. Im Buddhismus ist es die-
stalten, die Gefängnisse etc. untersuchte. Es ist richtig, dass das, selbe Art von Erleuchtung, die das Individuum dazu führt zu ent-
was wir »Disziplin« nennen, etwas ist, das in dieser Art von In- decken, wer es ist und was die Wahrheit ist. Dank dieser
stitutionen eine wirkliche Bedeutung hat. Aber das ist nur ein gleichzeitigen Erleuchtung des Selbst und der Wahrheit entdeckt
Aspekt der Kunst, die Menschen in unseren Gesellschaften zu das Individuum, dass das Selbst nur eine Illusion war. Ich möchte
regieren. Nachdem ich das Feld der Macht im Ausgang von den betonen, dass es im Christentum nicht so ist: Die Entdeckung des
Herrschaftstechniken untersucht habe, möchte ich in den kom- Selbst enthüllt das Selbst nicht als Illusion. Sie macht einer Aufgabe
menden Jahren die Machtverhältnisse im Ausgang von den Selbst- Platz, die nur unendlich sein kann. Zwei Ziele bestimmen diese
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Aufgabe. Zunächst gibt es die Pflicht, den Geist von allen Illusio- Jedermann wird hier das Modell anständigen sexuellen Verhal-
nen, Versuchungen und Verführungen zu befreien, die in ihm auf- tens erkennen. Die Monogamie, die Treue und die Fortpflanzung
treten könnten, sowie die Pflicht, die Wirklichkeit dessen zu ent- werden als wichtigste oder vielleicht als einzige Rechtfertigungen
decken, was in uns geschieht. Anschließend muss man sich von des Geschlechtsaktes dargestellt - eines Aktes, der selbst unter
jeder Bindung an das eigene Selbst lösen, und zwar nicht, weil diesen Umständen wesentlich unrein bleibt. Die meisten von
das Selbst eine Illusion ist, sondern weil es allzu wirklich ist. Je uns neigen, glaube ich, dazu, dieses Modell entweder dem Chris-
mehr wir die Wahrheit über uns selbst entdecken, umso mehr sol- tentum oder der modernen christlichen Gesellschaft, wie sie sich
len wir auf uns selbst verzichten; und je mehr wir auf uns verzich- unter dem Einfluss der kapitalistischen Moral oder der so genann-
ten wollen, umso mehr müssen wir die Wirklichkeit in uns selbst ten bürgerlichen Moral entwickelt hat, zuzuschreiben. Als ich
zutage fördern. Das - diese Spirale der Formulierung der Wahrheit dieses Modell zu untersuchen begann, war ich jedoch verblüfft
und des Verzichts auf die Wirklichkeit - steht im Zentrum der zu sehen, dass es sich auch in der lateinischen und hellenistischen
Selbsttechniken, die vom Christentum praktiziert werden. Literatur fand. Es sind dieselben Ideen, dieselben Wörter und
Vor kurzem hat mir Professor Peter Brown erklärt, dass seiner manchmal derselbe Bezug auf den Elefanten. Es ist eine Tatsache,
Meinung nach unsere Aufgabe darin bestünde, zu verstehen, wie dass die heidnischen Philosophen, die dem Tod Christi vorangin-
es kommt, dass die Sexualität in unseren christlichen Kulturen der gen und auf ihn folgten, eine Sexualethik vorlegten, die, auch
Seismograph unserer Subjektivität geworden ist. Es ist eine Tat- wenn sie teilweise neu war, doch dem sehr ähnlich war, was als
sache, und zwar eine mysteriöse Tatsache, dass in dieser unend- christliche Ethik gilt. Wir haben in unserem Seminar auf sehr
lichen Spirale von Wahrheit und Wirklichkeit des Selbst seit den überzeugende Weise herausgearbeitet, dass dieses philosophische
ersten Jahrhunderten des Christentums die Sexualität eine be- Modell des Sexualverhaltens, dieses Modell des Elefanten nicht
trächtliche Bedeutung hat, und zwar eine Bedeutung, die immer das einzige war, das man zu jener Zeit kannte und praktizierte.
größer wurde. Warum gibt es eine so grundlegende Verbindung Es stand im Wettbewerb mit mehreren anderen. Aber es wurde
zwischen der Sexualität, der Subjektivität und der Verpflichtung sehr schnell vorherrschend, weil es mit einem sozialen Wandel
zur Wahrheit? In dieser Frage trifft sich meine Arbeit mit der von verknüpft war, der mit dem Zerfall der Stadtstaaten, der Entwick-
Richard Sennett. lung der kaiserlichen Bürokratie und dem immer größer wer-
Der Ausgangspunkt unseres Seminars war eine Passage des hei- der.den Einfluss der provinziellen Mittelklasse zu tun hatte.
ligen Franz von Sales: »Ich möchte euch ein Merkmal der Ehren- Im Laufe dieser Periode stellt man eine Entwicklung hin zur
haftigkeit des Elefanten erzählen. Ein Elefant wechselt niemals Beschränkung auf die Familienzelle fest, auf die echte Monoga-
sein Weibchen und liebt die zärtlich, die er gewählt hat und mit mie, die Treue zwischen Eheleuten und eine Verarmung der Ge-
der er sich nur alle drei Jahre paart, und zwar nur fünf Tage lang schlechtsakte. Die philosophische Kampagne zugunsten des Ele-
und so im Verborgenen, dass er niemals bei diesem Akt gesehen fanten-Modells war zugleich eine Wirkung und ein Hilfsmittel für
wird. Man sieht ihn jedoch am sechsten Tag, an dem er geradewegs diesen Wandel. Aber auch wenn diese Hypothesen begründet
zu irgendeinem Bach geht, um sich darin den ganzen Körper zu sind, müssen wir doch einräumen, dass das Christentum diesen
waschen, da er nicht zu der Herde zurückkehren will, bevor er Code des Sexualverhaltens nicht erfunden hat. Es hat ihn akzep-
nicht gereinigt ist. Sind das nicht schöne und ehrenvolle Regungen tiert und verstärkt, es hat ihm eine Kraft und Tragweite gegeben,
bei einem Tier, durch die es die verheirateten Leute lehrt, sich nicht der denen, die er früher hatte, weit überlegen war. Aber die an-
4
zu sehr den Freuden der Sinne und des Fleisches hinzugeben?« gebliche christliche Moral ist nichts anderes als ein Fragment
heidnischer Ethik, die in das Christentum eingeführt wurde.
4 Franz von Sales, Introduction a la vie devote, Lyon, 1609; Dole, 1888, Buch III,
Kap. XXXIX, S. 43 l-432; dt. Anleitung zum frommen Leben, Eichstätt und Wien
Heißt das, dass das Christentum den Stand der Dinge nicht ver-
1959, Dritter Teil, Kap. 39, S. 202-204. ändert hat? Die ersten Christen stießen zahlreiche Veränderungen
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an, wenn nicht im Hinblick auf das Sexualverhalten, dann zumin- hinaus wollen. Im Gottesstaat 5 und später in Contra julianum 6
dest in den Beziehungen, die jeder Christ zu seinen sexuellen gibt Augustinus eine einigermaßen grauenerregende Beschreibung
Aktivitäten hat. Das Christentum hat eine neue Weise der Sorge des Geschlechtsakts. Für ihn ist der Geschlechtsakt eine Art von
um sich als sexuelles Wesen vorgelegt. Krampf. Der ganze Körper, sagt Augustinus, wird von fürchter-
Um diese Dinge zu erhellen, werde ich zwei Texte miteinander lichen Zuckungen geschüttelt. Der Mensch verliert jede Kontrolle
vergleichen. Der eine wurde von Artemidor geschrieben, einem über sich selbst. »Diese aber [die Gier] nimmt den ganzen Leib,
heidnischen Philosophen des 3.Jahrhunderts. Der andere ist das innerlich so gut wie äußerlich, in Anspruch und bringt, da die
berühmte Buch XIV des Gottesstaats von Augustinus. Obwohl seelische Leidenschaft sich mit dem fleischlichen Triebe vereinigt
das Buch, das Artemidor der Traumdeutung widmete, aus dem und ihn durchdringt, den ganzen Menschen in Wallung, worauf
3. nachchristlichen Jahrhundert stammt, ist Artemidor ein heidni- jene Wollust folgt, mit der keine andere körperliche Lust zu ver-
scher Autor. Drei Kapitel dieses Buches handeln von sexuellen gleichen ist, die, auf ihrem Höhepunkte angelangt, fast alles Den-
Träumen. Was ist der Sinn oder, genauer, der prognostische Wert ken und Wachbewusstsein auslöscht.</ Diese Beschreibung - das
eines sexuellen Traums? Bezeichnenderweise steht die Deutung, verdient hervorgehoben zu werden - ist keine Erfindung von
die Artemidor den Träumen gibt, derjenigen von Freud entgegen. Augustinus: Man findet sie in den medizinischen und heidnischen
Was ein Verständnis der sexuellen Träume ermöglicht, sind die Schriften des vorhergehenden Jahrhunderts. Darüber hinaus ist
Wirtschaft, die sozialen Beziehungen, die Erfolge und Niederla- der Text von Augustinus die nahezu wörtliche Übertragung einer
gen, die der Mensch in seiner politischen Aktivität und seinem Passage, die von dem heidnischen Philosophen Cicero im Hor-
Alltagsleben erlebt. Beispielsweise ist ein Traum, in dem man eine tensius geschrieben wurde. 8
Beziehung mit seiner Mutter hat, ein Zeichen, dass man mit einer Überraschend ist nicht, dass Augustinus eine so klassische Be-
Laufbahn als Verwaltungsbeamter Erfolg haben wird, weil die schreibung des Geschlechtsakts gibt, sondern dass er, obwohl er
Mutter augenscheinlich das Symbol der Stadt oder des Landes ist. seine ganze Grässlichkeit zeigt, dennoch die Möglichkeit aner-
Ein anderes bedeutsames Element ist folgendes: Der gesell- kennt, dass es sexuelle Beziehungen im Paradies vor dem Sünden-
schaftliche Wert des Traums hängt nicht von der Eigenart des fall gegeben haben könnte. Das ist umso bemerkenswerter, als
Geschlechtsakts ab, sondern vielmehr vom sozialen Status der Augustinus einer der ersten Kirchenväter ist, der diese Möglich-
Partner. Es kommt beispielsweise nach Artemidor nicht so sehr keit eingeräumt hat. Es ist selbstverständlich undenkbar, dass die
darauf an, ob man im Traum eine Beziehung mit einem Jungen sexuellen Beziehungen im Paradies diese epileptische Form hat-
oder mit einem Mädchen hat. Wichtig dagegen ist es zu wissen, ob ten, die sie unglücklicherweise heute haben. Vor dem Fall ge-
der Partner reich oder arm ist, jung oder alt, Sklave oder frei, horchte der Körper Adams und alle seine Teile völlig der Seele
verheiratet oder ledig. Artemidor betrachtet natürlich auch die und dem Willen. Wenn Adam sich im Paradies fortpflanzen woll-
Frage des Geschlechtsakts, aber nur vom Standpunkt des Mannes te, konnte er das auf dieselbe Weise und mit derselben Beherr-
aus. Der einzige Akt, mit dem er als Geschlechtsakt vertraut ist schung tun, wie wenn er beispielsweise Samenkörner in die Erde
und den er als solchen erkennt, ist die Penetration. Und die Pe- aussäte. Er kannte die unwillkürliche Erregung nicht. Jeder Teil
netration ist nicht nur ein sexueller Akt, sondern sie ist Teil der seines Körpers war wie seine Finger, bei denen man jede Bewe-
sozialen Rolle, die ein Mann im Gemeinwesen spielt. Ich würde
sagen, dass für Artemidor die Sexualität etwas Relationales ist und 5 Augustinus, Vom Gottesstaat, Zürich 1955, S. 181-198.
dass man die sexuellen Beziehungen nicht von den sozialen tren- 6 Augustinus, Quatre Livres de saint Augustin, eveque d'Hippone, contre julien,
defenseur de l'heresie pelagienne, übers. v. Barreau, Charpentier, Ecalle, Pcronne
nen kann.
und Vincent, in: CEuvres completes de saint Augustin, Bd. XXXI, Paris, Vives, l 873.
Untersuchen wir nun den Text des heiligen Augustinus, dessen 7 In: Vom Gottesstaat, a. a. 0„ Buch XIV, Kap. XVI, S. l 94.
Sinn das zum Ausdruck bringt, worauf wir bei unserer Analyse 8 Cicero, M. T„ Hortensius, Düsseldorf 1997·
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29 5 Sexualität und Einsamkeit (Vortrag) 217

gung kontrollieren kann. Sein Geschlecht war wie eine Hand, die men Bewegung der Geschlechtsorgane. Auf diese Weise wird das
ruhig Samenkörner aussäte. Was aber ist im Augenblick des Sün- Problem der Libido - ihrer Kraft, ihres Ursprungs, ihrer Wirkun-
denfalls geschehen? Adam hat sich gegen Gott erhoben, indem er gen - das Hauptproblem des Willens. Die Libido stellt für den
die erste Sünde beging. Er hat versucht, sich dem Willen Gottes zu Willen kein äußeres Hindernis dar; sie ist ein Teil des Willens, ein
entziehen und einen autonomen Willen zu erwerben, indem er die innerer Bestandteil. Die Libido ist auch keine Manifestation ge-
Tatsache nicht beachtete, dass die Existenz seines eigenen Willens wöhnlicher Begierden; sie ist das Resultat des Willens, wenn die-
vollkommen vom Willen Gottes abhing. Als Züchtigung für diese ser die Grenzen überschreitet, die Gott ihm ursprünglich gesetzt
Auflehnung und als Folge dieses Verlangens nach einem Willen, hat. Daher bedeutet der geistige Kampf gegen die Libido nicht,
der von dem Willen Gottes unabhängig ist, hat Adam seine Selbst- dass wir wie bei Platon unseren Blick nach oben wenden und uns
beherrschung verloren. Er wollte einen autonomen Willen haben, an die Wirklichkeit erinnern sollen, die wir einst gekannt und
und er hat die ontologische Stütze für diesen Willen verloren. Mit dann vergessen haben. Unser geistiger Kampf soll im Gegenteil
diesem Willen haben sich unwillkürliche Bewegungen vermischt, darin bestehen, unseren Blick unablässig nach unten oder nach
und die Beugung von Adams Willen hatte eine verheerende Wir- innen zu wenden, um unter den Bewegungen der Seele jene zu
kung. Sein Körper, genauer, bestimmte Teile davon, gehorchte entziffern, die von der Libido ausgehen. Die Aufgabe erscheint zu
nicht mehr seinen Befehlen, hat sich gegen ihn aufgelehnt, und Beginn sehr unsicher, da die Libido und der Wille sich niemals
die Geschlechtsteile waren die Ersten, die sich zum Zeichen des wirklich trennen lassen. Darüber hinaus erfordert diese Aufgabe
Ungehorsams erhoben. Die berühmte Geste Adams, der sein Ge- nicht nur eine Beherrschung, sondern auch eine Diagnostik von
schlecht mit einem Feigenblatt bedeckt, erklärt sich für Augusti- Wahrheit und Täuschung. Sie erfordert eine ständige Hermeneutik
nus nicht durch die bloße Tatsache, dass Adam sich seiner Vor- des Selbst.
handenheit schämte, sondern durch die Tatsache, dass sich sein So betrachtet, beinhaltet die Sexualethik sehr strenge Verpflich-
Geschlechtsteil ohne seine Zustimmung bewegte. Das erigierte tungen. Es handelt sich nicht nur darum, die Regeln eines Sexual-
Geschlecht ist das Bild des Menschen, der sich gegen Gott auf- verhaltens zu lernen, das mit der Moral übereinstimmt, sondern
lehnt. Die Arroganz des Geschlechts ist die Züchtigung und die auch, dass man sich unablässig selbst prüft, um das libidinöse
Folge der Arroganz des Menschen. Das unkontrollierte Ge- Wesen in sich zu befragen. Soll man sagen, dass wir in der Folge
schlecht des Menschen ist ein Bild dessen, was Adam gegenüber voP Augustinus das Sexuelle mit dem Kopf erleben? Wir können
Gott war: ein Rebell. zumindest sagen, dass die Analyse von Augustinus geradezu eine
Warum beharrte ich so sehr auf etwas, das vielleicht nur eine Libidinisierung des Geschlechts einführt. Die Moraltheologie des
der zahlreichen exegetischen Ausgeburten ist, mit denen die heiligen Augustinus stellt in einem gewissen Sinne die Systemati-
christliche Literatur so verschwenderisch umgeht? Meiner Mei- sierung einer großen Zahl von früheren Spekulationen dar, sie
nung nach zeugt dieser Text von der neuen Beziehung, die das bietet aber auch einen Komplex von spirituellen Techniken an.
Christentum zwischen der Sexualität und der Subjektivität herge- Wenn man die asketische und monastische Literatur des 4. und
stellt hat. Die Sichtweise von Augustinus wird noch vom Thema 5.Jahrhunderts liest, ist man frappiert zu sehen, dass diese Tech-
und der Form der männlichen Sexualität beherrscht. Aber die niken nicht direkt auf die effektive Kontrolle des Sexualverhaltens
große Frage ist weit entfernt, wie bei Artemidor die nach der abzielen. Homosexuelle Beziehungen spielen keine große Rolle,
Penetration zu sein: sie ist hier die nach der Erektion. Daraus geht und das trotz der Tatsache, dass die meisten Asketen ständig in
hervor, dass das Problem nicht das der Beziehung zu den anderen ziemlich großen Gemeinschaften leben. Die Techniken betreffen
ist, sondern das der Beziehung zu sich selbst, genauer der Bezie- in der Hauptsache die Flut der Gedanken, die das Bewusstsein
hung zwischen dem Willen und dem unwillkürlichen Ausdruck. durchdringen, wobei sie durch ihre Vielzahl die für die Kontemp-
Augustinus bezeichnet mit »Libido« das Prinzip der autono- lation notwendige Einheit stören und dem Subjekt Bilder oder
~
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218 296 Ist es also wichtig, zu denken? 219

Versuchungen des Teufels einflüstern. Die Aufgabe des Mönchs ligiöse Hintergrund, auf dem das Problem der Selbstbefriedigung
besteht nicht wie die des Philosophen darin, die Selbstbeherr- - das die Griechen vernachlässigten oder um das sie sich nur
schung durch den endgültigen Sieg des Willens zu erlangen. Sie wenig kümmerten, da die Selbstbefriedigung ihnen zufolge eine
besteht darin, ohne Unterlass die eigenen Gedanken zu kontrol- Praxis der Sklaven oder Satyrn, aber nicht der freien Bürger war -
lieren, sie zu prüfen, um zu sehen, ob sie rein sind, um festzu- zu einem der Hauptprobleme des Sexuallebens wird.
stellen, dass sich in ihnen nicht etwas Gefährliches verbirgt oder übersetzt von Jürgen Schröder
sie selbst etwas Derartiges verdunkeln; und außerdem, dass sie
sich nicht als etwas anderes herausstellen, als sie zunächst zu sein
schienen, dass sie also nicht eine Art von Täuschung oder Ver-
führung sind. Diese Gegebenheiten sollen immer mit Misstrauen 296
betrachtet werden: Sie verlangen, geprüft und auf die Probe ge-
Ist es also wichtig, zu denken?
stellt zu werden. Nach Cassian soll man beispielsweise gegenüber
sich selbst die Einstellung des Geldwechslers einnehmen, der die »Est-il clone important de penser?« (Gespräch mit D. Eribon), in: Liberation,
Münzen prüft, die er erhält. 9 Es gibt keine wirkliche Reinheit in Nr. 15, 30.-3r. Mai 1981, S. 2r.
der Einstellung von jemandem, der sich neben einen jungen und
schönen Mann legen kann, selbst wenn er ihn nicht berührt, wie es D. Eribon: Am Wahlabend 1 haben wir Sie um eine erste Reaktion
der Fall war bei Sokrates und Alkibiades. Ein Mönch ist nur dann gebeten. Damals haben Sie nicht antworten wollen. Heute sind Sie
wirklich keusch, wenn kein unreiner Gedanke seinen Geist durch- eher zu einer Stellungnahme bereit ...
dringt, sogar nachts und sogar im Traum. Es ist nicht die Fähig- M. Foucault: In meinen Augen ist Wählen selbst eine Form von
keit, Herr seiner selbst zu bleiben, selbst in Gegenwart der be- Handeln. Denn es ist Aufgabe der Regierung, ihrerseits zu han-
gehrenswertesten Wesen, worin die Reinheit besteht; die Reinheit deln. Jetzt ist die Zeit gekommen, auf die Dinge zu reagieren, die
liegt im Erkennen der Wahrheit an sich, die Täuschungen zu ver- man zu tun begonnen hat.
eiteln, die in einem selbst zutage treten, die Vorstellungen und Jedenfalls meine ich, die Leute sind groß genug, ihre Wahlent-
Gedanken zu unterdrücken, die der Geist ständig produziert. scheidung ganz alleine zu treffen und sich anschließend zu freuen,
Das ist die Stoßrichtung, gemäß der sich der geistige Kampf gegen fall~ es sein muss. Außerdem finde ich, sie haben es ganz gut ge-
die Unreinheit bestimmt. Von der Frage nach der Beziehung zu macht.
den anderen und dem Modell der Penetration ist die Sexualethik D. Eribon: Wie sind nun Ihre Reaktionen heute?
zur Frage nach der Selbstbeziehung und zum Problem der Erek- M. Foucault: Drei Dinge haben mich erstaunt. Seit gut zwanzig
tion übergegangen: Darunter verstehe ich die Gesamtheit der in- Jahren stellt man in der Gesellschaft eine Reihe von Fragen, die
neren Bewegungen, die sich aus dieser nahezu nicht wahrnehmba- jedoch in der »seriösen« und institutionalisierten Politik kein Bür-
ren Sache ergeben, welche der erste Gedanke ist, bis zum letzten gerrecht besaßen.
Phänomen, das aber immer noch einsam ist, nämlich der Samen- Die Sozialisten haben offenbar als Einzige den realen Charakter
erguss. Obwohl sie so verschieden, ja sogar widersprüchlich wa- dieser Probleme erkannt und darauf reagiert - was zweifellos auch
ren, haben diese Erscheinungen doch eine gemeinsame Wirkung zu ihrem Wahlsieg beigetragen hat.
gehabt, nämlich die Verbindung von Subjektivität und Wahrheit, Zweitens, die ersten Maßnahmen oder Erklärungen zu diesen
und zwar durch die stärksten Bande. Das ist, glaube ich, der re- Problemen (ich denke vor allem an die Justiz und die Frage der
9 Cassian, J., Premiere conference de l'abbe Moi°se, in: Conferences, Bd. I (übers. v.
dom E. Pichery), Paris, Editions du Cerf, 1955, §20: »Die Unterscheidung der l [Mit der Wahl Fran~ois Mitterrands zum Staatspräsidenten gelangte die Linke an
Gedanken im Vergleich mit der Kunst des geschickten Geldwechslers«, S. 101-105. die Macht.]