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90 Affekt

Aenigma 87 88 g9

Anmerkungen. [1] Brihadäranyaka-Upanischad IV, 3, 32- -


des Kreiselspiels die Ewigkeit Gottes. Aber die genaue- eute ist er besondersnoch im Italienischen (evo) [11]; eine weitergehende Klassifikation liegt noch nicht
vor. - Der ethische Wert der A, ist für Aristoteles eine
h

Uankäerrs n17eL dhes fr2ü


sten Rätselbilder liefert die Mathematik, weil wir in ihr gebräuchlich,
HC c it vd
ch u e dv
das für uns sicherste Wissen besitzen; denn sie entspringt LUKREz, z. B. De rer. nat. I, 549.
- [2] vgl. Frage der Vermeidung von Extremen: «Übertreibung
Die Schüler Sankaras. Akad. Wiss. Lit. Mainz (1950) 42. - Anmerkungen. [1]
1.
- [4] a. a. O. II, aus unserem Geist wie die Welt aus Gott (12]. Die un- BoëTmus, consol. philos. III, metr. 9; V, prosa 6. - (Omspßokii) ist fehlerhaft, ihr Ausbleiben (šl<1stytt;)
[3] JAVANTA, Nyäyamañjarl, Käsi-A. JÏ, 94, 5. 7 B. De

2Ñ.4; vkLa aadïyaatya v6]3 yäy anjR rtlon


endlich gesetzte Linie zeigt uns die unendliche Seinsfulle ps
saraTÌs theol4] BoETI us,nDe in 4 9
wird getadelt, das rechte Maß aber wird gelobt und
r ä s ha, tra
und absolute Wirklichkeit Gottes [13]. Letztlich helfen
sS gedeiht zum Rechten» (tó Si: µécov exuLVELTŒt Kul
4.-[8] ribhäschya, KARMAKAR I (ŸOORR iheol. 1, q. 10, a. 5 und 6. [6] Vgt Saarz, Disput. met
bandhävali 122, hg.
Rätselbilder, den unsichtbaren Gott im Sicht ADAM/TANakY 5. mtop300tat) [12]. In der Beherrschung des rechten
1959) Introduction xxvili. xxxif. uns alle 50 sect. 5 und 6.
- [7] DescARTes, Werke, bg.
Maßes liegt daher die Tugend [13], nicht im gänzlichen
Art.<Vedänta>. L. SCHMITHAuses baren zu schauen. Diese Schau Gottes im Rätselbild i93: vgl. 8, 27.
Literaturhinweise siehe
wird eine Brücke, die von der Philosophie zur Theologie Literaturhinweise. CI. BAEUMKEn: Witelo, ein Philosoph und Freisein von A. [14]. - A. bewegen den Menschen not-
Naturforscher des 13.Jh. Beiträge zur Gesci der Phnos.des MA wendig und von Natur aus [I Trotzdem wäre es
Aenigma stammt aus dem Griechischen: uiviyµa, aivty- und zum Glauben führt [14]. Letztes Ziel muß die Schau ter5suchung (- Be t e
SJ.

und Ut
täricht, die aus ihnen hervorgehenden Taten des Men-
0
te

µóg, Rätsc1, Rätselwort, ulvízt<o, in Rätseln reden. Gottes ohne A. werden; dies aber kann uns nur als ein o A n

Geschenk zuteil werden [15]- (19]4) H. P. FAGGIOTTo: Art <evo>. Enciclop. SCilCn UnfreiWillig (ûl<0ÚGlo:;) ZU nennen [16].
Dort gehört es zum Bereich der Orakelsprache und der ikiiriige 1. -
17

(Venedig/Rom 232-233. W. WlELAND


Mythenerklärung. In diesem Zusammenhang taucht es Anrnerkungen. PLATON, Tim. 72 b 2. - [2] PLOTIN, Enn. V,
[1]
filos. 2 1957)
Anmerkungen. [1] AinsTorars, De cut 4. lb 27; Met. V
auch in der philosophischen Literatur auf. In PLAToNs 8 (31) 4, 25.-[3] QuiNTiuAN, lost. orat. VIII, 6, 52 - [4] I. Kor. 1022 b 15-21. [2] De an. I, 402 a 9f. 403 a 2: zur Entwicklung
<Timaios> (l] heißt es von den Sehern, daß sie in Rätsel. 13, 12. [5] NIKoLAUS voN Ktms, De beryllo c. 6 (h XI/1, 7, 17f ). AITekt (xúSog, Leidenschaft)
passio, des philos. Terminus aus dem allg. Sprachgebrauch vgl. LinoELL/
¯ 4oc n te - 1. <AfTekt>, <Leidenschaft> erscheint im griechi- ScoTT: Greek-Engl. Lex. (*1940) I, 12BSf. - (3] DiELs, Frg. der
worten reden, die in unsere Sprache übersetzt werden
, ]3
I.
0 10 s D 9; vgiLD 4] D < Tr D Ls 6d; E3Ie.
Sprachgebrauch als speziele Bedeutung des um
müssen. Die Aufgabe der Interpretation fållt den Dol- 25ff. - 111) 18]v, 13ff. 39tT. 46ff.- [12] 179v, 3417. 182r, 27tr - schen
- [14] 18]v, [15] 179r, senderen BegrifÏS 7tú8og. Außerphilosophisch meint [8] Phileb. 32 e: vgl. Aiuss, Eth. Nic. (= NF) 1104 30Œ;
metschern der Weissagungen, den Propheten, zu. Zur (13] 181v, 37fT 25fT 11, b
46. -
17 fa
26,4 -
das Wort das, was einem zustößt, insbesondere Leid und
TuomAs vos Aoeis. De veritate [9] PLAroN, Phileb. 21

Deutung der Rätsel ist eine besondere Gabe nötig, um Literaturhinweise. - zu Antike und Mittelalter: H. Dusner<a:
Bedeutungsentwick. d-23 b. 66 d-67 b. - [10] ARist.. De an. 403 a 291L 403 a 15.
Idb. der lit. Rhetorik (1960) 444.- R. AIERKELBACH: Roman Lind SchmefZ. Ín Seiner philosophischen
das, was sich hinter dem sinnlich Wahrnehmbaren ver pb421-23 [1204NP 106bN25- . 153]bNE
dH r6b2) 5d5e (An( b 2um N
long bezeichnet der Begriff zunächst den Zustand des
birgt, zu schen. Wer diese Gabe hat, vermag, wie der 1 7 95
li
Empfangens einer äußeren Einwirkung - nach Anisto-
n7 c
44.-G. NE III, 1111 a 21-b 3.
Lynkeus, hinter den Dingen deren eigentliche v.
-[16]

Seher Zu Cusanus: J. RrrrEit: Docta ignorantia (1927) 27


TELrs eine der zehn Kategorien des Seienden [1]-, dann
/
BREnow: Ein1. zur Ubers.von Nikolaus von Kucs, De ludo globi-
Wirklichkeit wahrzunehmen [2]. Später gelangte der Be- Eine ausgebildete Philosophie der A. liefert die
(1952). - K. JAsPERs: Nikolaus Cusanus (1964) 44fT. <Zustand> oder <Eigenschaft> ganz allgemein, schließlich 2.
griff <A.> in die Rhetorik, und man bezeichnete damit scos"
11.
<Ericiden> oder <Zustand der Seele>: A. [2], Stoa: ZENON denniert sie als «unvernünftige und wider
eine undurchsichtige Allegorie [3]. ln der frühchristlicheir
Elemente eincr Philosophie der A. linden sich natürliche Regungen der Seele oder das Maß überschrei
Exegese verbinden sich die verschiedenen Stränge des Aevum entspricht dem griechischen Wort uláv (Aion Erste

und bedeutet auch im Lateinischen zunächst bei den Vorsokratikern. Geschichtlich bedeutsam wurde tender Triebe (üloyoc Kat rapó <pbotv yu)'119 KtvilolG
A.-Gedankens. Die alexandrinische Schule macht durch s. d.)
Leben, Lebenszeit, Generation, vorzugsweise im Hin- ihr ethisch negatives Urteil: <Man hüte sich, die A. zu fi ópµn itkeováÇouca) [1]. Ausgangspunkt der A. sint
die allegorische Schriftdeutung, die von PlüLo über-
wecken> (... prite ñúsoq eysipiitat) [31. Von DEMO- füT CHOR (ChËCfhûÎÉC ŸCCSfündCSUfÉCÍÌ€(ÀÓ 00 ¡Cp(Ogg
nommen wird, sowohl den Gedanken der göttlichen blick auf den Menschen; daneben kommt es auch im
wird der Satz überliefert: «Arzneikunst heilt de f¡µapt1]µévat) [2], die verdreht, d. h. von der rechter
Rede als cines Rätselwortes wie auch die rhetorische politisch-historischen Zusammenhang vor und bezeich- KuiT
den RegrifTder Epoche 1cibes Krankheiten, Weisheit (copin) befreit die Scel Vernunft abgewichen sind. Diese bewirken Erscheinun-
Tradition fruchtbar. Für das Mittelalter wurde die Vor- net, oft synonym mit <sacculum>,
von A.a [4]. - Hier liegen Elemente der Orphik zugrunde, gen des Zusammenziehens und Zergießens, Erheben
stellung, daß wir in dieser Welt nur in Rütselbildern von und des Zeitalters; seit LUKanz [1] wird das Wort außer-
dem auch zur Bezeichnung der Fwigkeit verwendet. Das die auch PLxro beeinnußt haben. Dieser spricht im und Fallens der Seele (avarolfi, 6tátuotç, šrapotç
einer uns jetzt noch verborgenen und unzugänglichen
Wort <A.> wird in seinen verschiedenen Bedeutungen <Timaios> dem sterblichen Teil der Seele, der den Körper utaciç), welche dic cigentlichen A. darstellen [3]. Her
Welt sprechen können, durch das Wort des Apostels vorragendster Vertreter dieser Lehrtradition ist Ciuty
PAULUS im Korintherbrief [4] bedeutsam. Der philo- von der politischen und von der poetischen Sprache be- belebt, «mächtige und unabweisbare A.» zu (Selvù Kai
sweos. Er trennt sich von Zenon insoweit, als er die K
1.

sophische Gedanke vom Verweischarakter der Welt ver- vorzugt, während sich dic philosophische und theolo- ùvupcia Kußilpata) [5], wie Lust (il60Vil), «der größte
Sprache zur Bezeichnung der Ewigkeit des Wortes Köder des Übels*, Schmerz (Lóñn), «der Vertreiber des mit den Urteilen scibst identifiziert (Tá máST) rpiact
bindet sich mit dem Begriff <A.> in der Philosophie des gische
CIvut):«Die Geldgier ist die Annahme (Oxólianç), dal
acnigmaticas <acternitas> bedient [2]. - Eine spezifische Funktion Gutens, frecher Mut und Furchi (Góppog ical (póßog),
NIKotAus voN KUES, die sich als «scientia
eunüberlegte Ratgeber», Zorn und Ilof/iumg (Stµòg ical das Geld etwas Schönes isto (4). Die A. sind daher ních
[5] verstand. Das um das eigene Nichtwissen-Können crhält <A.> erst im Zusammenhang mit der Unterschei-
Tirci;) [6]. - Entstehungsgründe für Schmerz und Last vom vernünftigen Teil der Seele getrennt: «Der A.
dung verschiedenerStufen der Rwigkeit. Der Sache nach
is

belehrte Wissen, dic «docta ignorantias, führt zur aenig- Vernunft Crò ñù3og sivat Lóyov), der nur schIccht un
derartige Unterscheidungen zwar bis auf sind nach PLATo kärperlich: Aullösung (Aúatg) und
matischen Erkenntnisweise. Durch die Müglichkeit des lassen sich
zügellos ist infolge eines üblen und verfehlten Urteib
zurlickführen [3]; spüter werden diese Unter. WiederhergeslclltScin (npµOTToµévn) [7], scelisch: die
«symbolice investigare» gibt es für Cusanus Erkenntnis, PLATON
von Ungestüm und Heftigkeit befaHen
scheidungen vor allem im Neuplatonismus und in der I rwartung des Angenehmen (†\86) oder des Unangench- das isto [5
wenn auch nicht im Sinne einer vollen praccisio. «Alle Durch sie wird die Ausgewogenheit (ouµµetpla) de
unsereweiscnundgotterleuchtetentehrerstimmendarin Patristik relevant; so unterscheidet z. B. BOETHIUs die men (Amnipov) in bezug auf ein lust- oder schmerz-
bringendes Objekt. (Letztere Unterscheidung wurde für natürlichen Regungen zerstört [6]. - Die Stoa unter
überein, daß der Schöpfer von den Geschöpfen so er- aeternitas als zeitlose Ewigkeit Gottes von der sempiter-
spätere Klassifikationen grundlegend [8].) DiiTerenzier- scheidet vier Haupt-A. (yevice rú89): Lust un
kennend geschaut werden kann gleichsam wie im Spiegel nitas (perpetuitas) als unbegrenzter Dauer des Himmels
ier beurteilt Plato das afYektive Leben im <Philebos>:1 Schmerz, Furcht und Begierde (fi6ovil, Lúan, <póßot
und Rätselbildo [6]. Die Abbildlichkeit der Welt ermög- [4]. Eine terminologische Fixierung in der philosophi-
und theologischen Fachsprache findet sich jedoch Eintracht mit der Vernunft und auf das Gute ausgerich èñi8eµía) [7], aus denen sich alle übrigen herleiten la:
licht es, «daß die geistigen an sich für uns unberührbaren schen
ihren psychologischen Ei
erstiml3.Jh.(ALBERTUSMAGNUS,THOMASVONAQUINo). Iet ist die Lust integrierender Bestandteil des Lebens sen, und klassifiziert sie nach
Dinge auf symbolische Weise erforscht werden können»
Hier entspricht A. der geschaffenen Ewigkeit (acternitas glücks [9]. scheinungsformen: Erhchung der Seele bei Freude, Zi
[7]. Deshalb muß man den Gleichnis-und Rätselcharak-
creata), nämlich der den geschaffenen, unvergänglichen Bei tritt die psychologische Erforschung
ARISTOTELES sammenziehung bei Schmerz, Streben (öpeQg) bei B,
ter der Schöpfung ständig vor Augen haben:«Als erstes
Vordergrund. - Bezüglich ihrer Ent- gierde und Abwendung (Arrilog) bei Furcht [8]. Di
aber bedenke, mein Sohn, daß wir in dieser Welt durch und nur akzidentell veränderlichen Dingen (geistige der A. in den

Gleichnisse und Rätselbilder wandeln, weil der Geist der Wesenheiten, Engel) zukommenden Form der Dauer [5]. stehungsursache definieren der Dialektiker (Stalerit- stoische Ableitungsschema stellt eine Weiterentwicklur
A. nimmt.so eine Mittelstellung ein zwischen der Kog) und der Naturforscher (<ptetKóg) Jeweils verschie- platonischer und aristotelischer Ansütze dar und lic;
Wahrheit nicht von dieser Welt ist und auch nur insofern Das
auch der thomistischen Synthese zugrunde: «Die /
Ewigkeit(aeternitas increata) des Schäp. den: So ist der Zorn (ôpyfi) für den ersten ein Streben
von ihr gefaßt werden kann, als wir durch Gleichnisse ungeschalTenen
entstehen durch die Vermutung (6ñolapvig) des Guu
fers und der Zeit (tempus), die der Dauer der geschaffe-
gegen den Schmerz (öpeEig dvttluñiitsc<ag), für den
und Symbole, die wir als solche erkennen, zum Uncr-
Maß zugeordnet ist. Das anderen aber Aufwallung und Erwärmung des und des Bösen, wenn nun die Seele auf das gegenwiirti;
kannten emporgerissen werden» [8J. nen vergänglichen Dinge als
A. (aeviternitas, aevitas) wurde zum Gegenstand vieler lUntes um das Herz. Der erste betrachtet das Wesen an Gute hin bewegt wird, ist es Freude, wenn auf das gege;
A. sind nötig für die Gotteserkenntnis, weil alles in
Kontroversen, die vor allem von der Frage ausgingen, sich (clSog Kul Tòv lóyov), der zweite ihre notwendig wärligc Böse, Trauer; bei erwartetem Guten tritt 13
der Schöpfung ein Bild des Schäpfers ist, der selbst un-
körpergebundene Existenz (tà riig yoxiiç rúSn rúvta gierde ein, ... bei erwartetem Bäsen ist der cintretende,
sichtbar bleibt [9]. Es kann endlos viele Rätselbilder ob in ihm eine Sukzession stattfindet oder nicht [6].
Nachdem besonders DESCARTEs die Schulmeinung einer dvut Metù oriiµuxog) (10]. In systematischer Betrach- Furcht» [91, - A. sind Krankheiten der Seele (10], die
geben [10). Die Vielzahl entspringt einerseits aus der
Art der Dauer unbewegter Dínge abgelehnt tung versteht Aristoteles unter A. alle Bewegungen der auszurotten giMEDEFWeneistähncA »(àñaansiv
unendlichen Fülle Gottes, andererseits aus dem Abbild- eigenen
Seele, die avon Lust oder Schmerz begleitet sind» (oDç Tòv co<póv) [12]. Das Ideal der Apathic mcint ab
charakter der Geschäpfe. Im Grunde kann alles zum A. hat [7], wird der Terminus <A.> außerhalb der Scholastik
und des unmittelbaren Einflußbereiches ihrer Termino. Exettu ilSovil Kai Lóñn), wie «Begierde, Zorn, Furcht, nicht, daß jedes affektive Leben verurteilt wird, vielme
werden, jedoch gibt es Unterschiede in der Angemessen-
Alut, Neid, Freude, Freundschaft, Haß, Sehnsucht, nur die unverniinftigen Strebungen der Seele, als wele
heit und Fruchtbarkeit. Das eine gibt klarere Erkenntnis logie wenig verwendet; nur im Zusammenhang mit ge.
schichtlichen Epochenbegriffen (vor allem medium Eifersucht, Erbarmene (i:rtSepia, õ0Til, (póßoç, Sepcoc, die A. definiert werden. Die Stoa kennt durchaus c
oder filhrt näher an das Gesuchte heran als das an-
93óvos, Xupú, <ptlía, µIcoç, nóSog, Çfikog, škeog) vernunftgemäßesStreben;siesprichtdeshalbvon«gut
dere(ll]. So verdeutlicht Nicolaus Cusanus mit Hilfe aevum) hat sich der Ausdruck bis in die Neuzeit er.
Afekt
91
92
93
94
A.» (stmá881at): Freude (Xapd) steht der (schlechten) Afekt
JoHANNES VON und 8.Jh.), welche die
Lust gegenüber,vernünftiges Wollen DAMASKUs (5.
(ßonhiatg) der Be- patristische Kombination aristotelischer und schwere Übel gegenwärtig, doch abwendbarist, entsteht
gierde und Vorsicht (eùAñßeia) der
Furcht [13). - Die stoischer a) lateinische <affectus>
Das (das in der nachhuma-
Elemente weitergeben [1].- Die Eigenleistung des Mittel Zorn (ira), ist es unabwendbar, wird kein kampffähige nistischen Gelehrtensprache <passio> und <perturbatio>
rein intellektualistische A.-Lehre der alten Stoa wut<1e alters liegt einmal in der umfassenden und klärenden A.erzeugt (es herrscht Trauer).
GifeÏts von der mittleren kritisiert. verdrängt) und das französische bzw. englische <pas-
POSEIDONIOS unter- Synthese aller Elemente, zum anderen aber in der Für die Rolle der A. iní SeÊŸcnleben ist entscheRd (für Leiden, bes, Christi, seit dem 10. bzw.
scheidet nach platonischem und aristotelischem sorg- sion>
drei Scelenteile: Das Vernünftige (loyLUTLKÔV), Vorbild fältigen, von moraltheologischem und asketischem dal3sie ihrem Wesen nach zum außervernünftigen, sinn- für Seelenbewegungseit dem 13. bzw. 14.Jh. belegt
12.,
Ïn-
das teresse geleiteten Analyse der Rolle der A. im lichen Seelenbereich gehören (8]. Als natürliche Regun- werden wie das vor- und außerstoische nú8og (2] in
[L])
Muthafte (StgostMg), das Triebhafte Seelen-
der
(AmSoµTÌTLKóv),
und ordnet die A. den beiden außervernünftigen leben und ihres Verhältnisses zur bewußten, freien gen sind sie weder gut noch böse [9]. Als solche liegen weiten Bedeutung eines Gattungsnamensfür
Seelen- Willensentscheidun8 sie auch der freien Willensentscheidung voraus, sind ihr alle nicht-
teilen zu, rationalen und darum oft als passiv verstandenen seeli-
jedoch unterworfen; sie kännen daher das menschliche
präfiguriertwodurchwiederumdiethomistischeEinteilung
wird [14). Abwegig sind die Affekte ALBERTUS MAGNUs gibt in der <Summa de bono> schen Phänomene gebraucht (31 - einer Bedeutung, die
nur, einen Überblick über das gesamte überlieferte Material llandeln nicht direkt bestimmen, sondern bedürfen der
wenn sie vernunftlos sind [15], - Damit nähert es DESCARTEs erlaubt, dic «passions de l'âme» als edes
sich die [2). - Die erste Zustimmung des Wilicos [10}. Ihre moralische Qualität
mittlere Stoa der peripatetischen Schule, wcIche vollständige und zugleich bedeutsamste perceptions ou des sentiments ou des émotions
die A. Synthese gelang THOMAS VON AQUIN. Er definiert die kingt davon ab, inwieweit sie von der Vernunft in der qu'on
ebenfalls als«Bewegungen des A. rapporte particulièrement elles bestimmen (4] und
außervernünftigen Seelen- als «Akte des sinnlichen Strebevermägens, insofern scebten Ordnung gehalten werden. Ist dieses der Fall,
à zu
unter diesem Titel auch die habituellen Begierden ab-
teilse (KivilmÇ 100 dAóyou µápouC 70X¶c) defi- sie
nehören sie zur Tugend, anderenfalls filhren sie zur
niert [16]. Die ethische Beurteilung der
1
9
mitkörperlichen Veränderungenverbundensind»(actus zuhandeln (5). Diese kännen auch bei anderen wichtigen
A. bleibt weiter- appetitus sensitivi, inquantum habent Šünde [11]. - Aufgrund ihres Eigenlebens sind die A. Autoren statt <vitia> bzw. <vices> entweder <affectus>
hin strittig: Die Peripatetiker hatten sic für transmutationem
nicht natur- corporalemannexam) [3]. Dieeinschränkende Erklärung dem Willen allerdings nicht unmittelbar und
vollständig
widrig; ihnen folgend vertreten Akademiker (HoDBES, SPINOZA [6]) OdCT <p3SSÍOnS)
[17] und ist notwendig, weil die Seele unterworfen; der Wille hat nur einen «regelndens Ein- [7]) heißen, obschon ihre
(ŸASCAL, LOCKE
Skepliker [18] das Ideal der Mäßigung als unkörperliche Substanz Verschiedenheit von den mo-
(µctptorá8em, nicht im eigentlichen Sinne <Ieiden> kann, sondern nur luß («principatus politicus», wie Thomas im Anschluß mentanen Gefühlen und Erregungen meist bewußt bleibt,
mediocritas), während die Stoiker an der Apathie fest- Aristoteles sagt [11]). Andererseits fördern die A.
halten. Die jüngere Stoa bemüht sich vor insofern sie Form des Körpers ist. Denn <Leiden> besagt an
wie bei SPmozA, der die«übermäßigen Begierdens
allem um das passive Veränderung, die Materialität voraussetzt durch die ihnen eigene Spontaneität häufig Gutheit oder Art der Lasterkataloge in einer Gruppe
nach
praktische Problem der Heilung von den zusammenfa(3t
A., deren frei- Durch die Einheit von Seele und Leib affizieren die A.
[41.
Schlechtigkeit des Handelns [I3). [8] und sie wegen
heitshemmende Wirkung SENECA betont (191- EPIKUR ihrer abnormen Dauer als Formen des
jedoch indirekt (per accidens) Im Anschh;ß an Thomas von Aquin wird diese Theoric
Ichrt die Ataraxie: «Weder Schmerz das geistige Streben der Wahns erklürt [9].
leiden am Körper der A. in vielfältiger Weise diskutiert und
modifiziert.
noch crschüttert werden in der Seele» Scele, den freien Willen [5]. - Herleitung und Definition b) Später werden die habituellen Begierden auch ter-
[20]. PLOTIN er- i Dabei geht es vor allem um die Frage, inwieweit der Wille
klärt die A. aus dem Zusammenspiel von derA,folgendifferenziertenUnterscheidungskriterien[61. minologisch wieder von den Gemütsbewegungen abge-
Seele und Leib: am Leben der A. beteiligt ist. - Historisch bedeutsam
Meinungen (ôótm) der Seele (Vorstellungen des Da Thomas allgemein die einzelnen Seelenvermägen ist boben, so ohne nähere Begründung als tyndirect - s-
Guten (potentiae animae) nach den ihnen spezifisch wegen ihres Einflusses auf den Cartesianismus die Lehr-
oder Bösen) erzeugen Erregungszustände des eigenen sions» von den «dirgions» im Frühwerk HUMES
Leibes und Gegenstånden abgrenzt, bildet auch hier die meinung der spanischen Scholastik des 16.Jh., nach der
umgekehrt (tapaxit xspt Tò adaµu Klassifi- [10], in der Regel aber als «passions dominantes» oder
yevoµé.vn) (211. kation der objekte den Ausgangspunkt: Gegenstände alle genannten A. auch im
vernunftbestimmten Willen «fortes», wobei das Gemeinte nicht mehr - wie die «viel-
Anmerkungen.[t]ZENON,SVF1,205.-[2]I,208.-13]I,209.- der Affekte sind allgemein das Lustbringende (delecta imzutreffen sind ((4), namige Hybris» der etyrannischen Begierdene seit PLA-
[4] CHavstrr, SVF - III, 456. [5] Ill, 459. -16] III, 462. [7], III, und sein Gegenteil, das Schmerzbringende (dolo- Anmerkungen.
386. -
(8] [H, 394. -(9] III, 386. - [10] I, 121. -[11] III,
bile) [lJ NEMEsius, De natura hominis 16; Jou. TON c. 11]-als Laster oder Krankheitdisqualifiziert,son-
443-455 vos nomsmus, De tide orth, 12. MPG 94,92917.;
44 [L13]Il 4321;463. [14] GAIEN,6D9ec- rosurn). Diesen beiden zugeordnet ist die Gruppe der no AguiN, S. theoL 1, SI. - [2] AtaERTus MAGNus,S. de bono,
11, vgl. Taasus dern besonders unter geschichtsphilosophischen, aber
pl e,
0 A (tbegehrfähigen A.» (passiones concupiscibles). - Dem igcotoa ](195 be - auch psychologischen und usthetischen
De an. III, 432 b ST.; THOMAS VON
AQUIN. III,
11. Gesichtspunkten
[15] GALEN, a.a.O.494, 9.-[16]STon.,
In de an. 14. Erreichen des Lustbringenden können nun Schwierig- er 2Û2 aufgewertet wird [12]: Die «passioni violentissimes ent-
EcL II, 39.-[17 CIcExo, keiten entgegenstehen,die dem begehrfähigen A. Unlust UL 22, 1. [b) Die ZusammenfaSSung s

°" ur, ik ver. 26,


-

folgt der Darstellung binden nach Vico das in


erste menschliche Wort [13] und
a< . . i
, bereiten und ihn abstoßen (habet aliquid repugnans -[7] Vgl. zu diesem Punkt die klarste Forrnulierung
4

Enn. Ill, ad3:23 2 dienen der gättlichen Vorsehung zur Errichtung der bür-
6, 3-5. d224
concupiscibili). Soll der erstrehte, schwer zugång/iche [813
gerlichen
e

Ordnung [14]; die «ruling passions wird bei


3. Für den terminologischen Gebrauch im latein¿schen Gegenstand (das «bonum arduums) dennoch crreicht L 1254 - 1131TuoMAs,
b 211 S. theol. I/II, 24, 3: De ver. 26,7 _ POPE zum Prinzip der individuation
Altertum aufschlußreich ist folgende H4] Svan, In 40 Tiiomae tract. IV, disp I sect. [15); dic «passions»
Bemerkung AUGU- werden, bedarf es einer anderen Gattung von A., der seci
F
3: sind für HrtvfTos allgemein «dans le moral, ce que,
1.

STINS: 4... Quae Graeci 12, Ed. Vivòs (Paris 1856)


11.
456. 477.
ráSn, nostri autem quidam, ut ampfähigen» (passiones irascibijes). Entsprechendes dans physique, est le mouvement» [16]; dic «passions
Cicero, perturbationes, quidam affectiones vel gilt für das Schmerzbringende,
"" LD MT: syclio-ph ioloL de
4 le

fortes» aber gchören «comme le germe productif


quidam vero de Graeco expressiuspassiones affectus, das, wenn es schwer ab-
P
J
do
vocant» [1]. wendbar ist («malum arduum»), die um412. - M. WrrrMANN:
Die Ethik l'esprit» [I7]zum Wesen des Genics und befördern wie
- Inhaltlich
neue Elemente treten hier kaum auf, weder Abwehrbewegung des Aristoteles
UnnuNZ: Die Stoa, Gesch. eirier geisligen Bewegung (1964).
(1920)
des«begebrenden»A. criahmen läßt [7].- Nach der Tren. M
die «vices and passionsa bei MANDEVILLE -
bei den römischen Stoikern, A. DYRove: Die Ethik der ahen Stoa (1897L - [Ï RÌS $
noch bei den lateinischen nung der A.in zwei Genera ergeben sich ihre spezifischen CLIGENM L- avarice und passjön du luxe den
P.

Kirchenvãtern. Letztere sind ebenso wie die griechischen "" wirtschaftlichen, als
Unterschiede zunächst durch den Gegensatz von <Gut> "g' ambition, orgueil und amour de la liberté den politt-
eher an der moraltheologischen und <Obel>, d. h. lust- und schmerzbringendem K thomas e rg;
Problematik der konkre Objekt.
von Aquin de passionibus animac. Beitriige zur schen, als passion de la gloire den künstlerischen und
n intSere Gesch der Philos. des MA X
ier rhallgem nen Th riSe verfolgen
n mzu konzameAbdie drn ieckht
(1912). 2
HUNGELBROCK J.
WISsenschaftliclien Fortschritt (19].
), ne i nw uder icd
SNc holt sicchr die st schhen Bec) Ildnener olchen Aspekaten
on
sci ei habdituellaen e

tri tik olast z

deren ungeordnetes und sündhaftes Streben


als Folge zunächst:Haß(odium),nichtgegenwårtig:Flucht(fuga
der Erbsünde angesehen wird. gegenwärtig: Trauer(tristitia).- Bei denkampffähigen che vitium> gemieden wird, zu einer teilweisen Um- dont factivitéest extrême bestimmt [211 Mit diesem
A

sei
acdef ichtzuzügelich no bebrücks hti erhdr benennung und sachlich, besonders bei Kant, zu einer Wortgebrauch wird ein zweiter Namenswechsel fällig,
ds us
etu s r derm weil
seit VARao bei CHARrsius
315, 10 (BAnw.). - (2] Vgl.
S
b le ä i e
Sdchei
rz
mg Phät limf
dean
rcr I<on d dic hhabittiel cem eg

ALEx., Strom. V, 11; 11, 20; GREGox NYSS., De


CLEMrss des Subjektes übersteigt oder nicht. Danach ergibt sich rd vn
anim.res, MPG erli ic
46, 61 b; AUGUSTIN, O. [1] ebda.- [3] XIV, 6. -(4]
folgende Einteilung: das schwerzugångliche Gut A.-Leh re seit dem 19.Jh. auf ein Tei Ig ebiet niütsbewegungen (pathe, passiones) als <ómotions> zu
a. a.
XIV, 9 erzeugt ch si
esse
4. Die mittelalterliche A,-Lehre stellt
der Definition nach nur dann einen kampffähigen A., beschränkt, was vorher als Ganzes ihr Gegenstand war
d n

unterscheiden (22), mit einem Wort, das vor dem 18.Jh. p


eine Zusammen- wenn es noch nicht erreicht ist. Übersteigt es
fassung und abschließende Diskussion der antiken (und heute (Gefühls-> oder nacist den Aufrubr nicht der Gefühle,
¿

Tra-
die Fühig- <Gemütssphäre>, <das Emo- sondern des Volkes
ditionen auf der Basis der Aristotelischen keit des Strebenden nicht, er t onale>
oder, in Anknüpfung an die frühere weite Be- bezeichnet [23].
(spes), in3
Wertung dar. entgegengesetzten Fall Ve i eutung von
AIJgemein setzt sich der Terminus <passio> ntia). Das <A.>, seltener <AfTektivität> bcil3t) Daß der Wandel von der weiten zur
engen Bedcutung
in derselben
durch, der schwer abzuwendende Obel kann ebenfa s gegenwärtig von <passion> fließend und die Terminologie im 17. und
Bedeutungsbreite zu finden ist wie das gric- oder nicht gegenwärtig (nahend) sein. Oberschreitet
Anmertwng. [1] Vgl. OncYsfrP, SVF HI, Nr.421Œ
chische Wort nú8og. Historisch erscheinen als das Der 18.Jh.dementsprechendschwankendist,zeigenderWort-
vermit- nahende Übel die Abwehrkraft nicht, erzeugt es Mut I.
Übergwrgzur modernen FassungdesA.-Begriffs gebrauch PAscALs
telnde Instanzen vor allem NEMESIUS VON EMESA und vollrichtsich mit der Ausbildung einer autonomen mit Belegen für alle drei Phasen [24],
(audacia), ist es unabwendbar, Furcht (timor). Wenn das Ethik die zägernde Definition der passions als «des tendances
in drei Phasen:
ou plutost des modifications de la
tendance, qui viennent
Affekt 95 96 97 98
Alfekt
l'opinion ou du sentimente von LEIBNiz [25] und der
de nicht zu schwersten Lastern gehären und von denen
den surde» Menschwerdung -, dann wird die L. «das
seiner [17] 2,600. 1221; vgL
193. HEIDEaueR [21] 52-70. 12]f. 147.
Artikel<Passions> dergroßen Enzyklopädie, dessen Ein- der «Rohigkeita (Trunksucht, Völlerei) sich grundsätz- Hächste der Existenz», nämlich ihre «subjektive Wahr- (18] W. 1. LENIN: Der <Iinke Radikalismuss, die Kinderkrank-
gangsdefinition und genetische Überlegungen Condillac lich dadurch unterscheiden, daß sie sich «immer nuT Von heita, die gegenûber der objektiven die eigentliche ist,
3°mn smus BschL\
9S20R
tcre
ig's$
dEc

r
nahestehen, während die Behandlung der einzelnen Pas- Menschen auf Menschen, nicht auf Sachen» beziehen wasdersubjektivcDenkerim Gegensatz zum objektiVCD MAo TsE-TUNG, dtsch. T Gairtet, I ischer Bücherei
rs

857 01969)
sionen im wesentlichen noch Descartes folgt [26]. [27], bleiben sie «pragmatisch verderbliche und «mora- (Hegel) und nur deshalb erkennt, weil und indem er 107; vgl. 105. 108. - [20] A. EffrLER: Mein Kampf ("1936) 47L
Anmerkimgen. [1] vgl. o. BrocH/w. voN WaxTsuno: Dict. lisch verwerfliche [28], weshalb Kant den Satz eines un- selber in der Dialektik von L und Reflexion existiert F 1 orl 3d6 3

h -
étymoL langue franç.(Paris '1968)466;Oxford dict. Engl etymol., genannten Lobredocrs [29], «daß me etwas Großcs in , [13].
7

('1952) bes. MM. mit Anm


cbd :
24f K. JASPTRS: Der philos.
hg. Osloss (1966) 656. - [2] Vgl. M. POHLENz: Die Stoa (1948) der Welt ohne heftigste L. ausgerichtet worden», als un-
Glaube
NIETZSCHE bält mit seinem Lob zurück - wohl weniger angesichts der O1Tenbarun (1963) 371. - [25] Hauptstelle: Philos.
-Es4S]aiRsurDies passionsLesarpis 191nO)d2
3 Met. Ul9656)L 102 I 16
19'5a 5
zutreffend und eines Philosophen unwürdig verwirft [301. unter dem Einfluß SCHOPENHAUERs [l4] als im Interesse s Ta und
füme (1649). Oeuvres, lig. ADAMTTANNERY 11, 349, 12fT -
Anmerkungen. [1] F. KLuaE: Etymot Wb. dtsch. sprache des Ausgleichs zwischen Dionysischem und Apollini- _
[5]a a.O.448f 457.466f.477.482.-[6]TH.HonsEs:Dehomine PLAToN, Resp. 491 e Sf.: vgl. 495 b 5f.; bei JAsrERs,
("1963) 8.
- (2] VAano bei CAnisius 315, 10; vgl. PoureNz, schem: mit «L. muß geheizt», mit «Wissenschaft einer a. a. O. [24] 371: Paraphrase (anur durch Kraft
(1657). Opera lat., hg. MotEswoRTH 2, 105. 108; B. SPINozA: - der L.»); Die
a le6n7
perah. BRDU
a. a. O. [2 zu 1] 2, 137.
-
[3] MEisTER EcKNART, Dtsch. Werke, Überheizung vorgebeugt werden» [15] -, bis er es ún großen Philosophen 1 (1959) 80: Zitat.
1h6 256
27 7 4LP F,sKELD ca m
9 SH c
5 i 3c
Spütwerk emphatisch spendet (16), wo er die egroße L.», 4. Anders als Kants Urteil über die L machen seine
J. LOCKE: An essay conc. human understanding (1690), hg - [5] und W. GRIMM: Dtsch. Wb. 6 (1885)
STIELER bei 1. 670f. _ die Clisar und Zarathustra, mcht aber die Künstler Begriffsbestinunungen Schule, allerdings nicht im engli-
FRASER I, 306. - Sri ozA, a. a. O. ebda. - [9] a. a. O 2,
wol D.
[8] [6]
man naWreN(17h3
243
[6] Two usws: Von der Artzney wider
ebda; vgL Cua. die un- haben, mit dem «Willen zur Macht »zusammendenkt [17]. schen Sprachbereich, wo <passion > im 19. Jh. (unter dem
ho .
H EE Ra 02 /d40
vernünftigeCuebL. ( 1704)Gp tn e 1 7} a O 4
LFNIN nennt UnteT den Subjektiven Bedingungen des
6 dl_ Einflußder Schottischen Schule?)aus der Wissenschafts-
238 a-c 4. - [12] Vgl. E. CAssmER: Philos. g
2)
Mundart (21796) 2010. - (91 CHR. Wom; Vernünftige Ge-
Gelingens von Revolutionen die L. erst nach « Bewußt- sprache ausscheidet [l], wohl aber auf dem Kontinent:
Ig] ... 2

G. Vico: Principii di nuova (1725, 1730) seine und «Wille+ [18], und ähnlich zurückhaltend nußert
von Gott... (1719)], § 104; vgl.J. G. WALCH: Philos
una sci.
danken Lex.
Opere, hg. NicouNI (Mailand/Neapel 1953) 457, Nr. 59; dtsel'
Die Unterscheidung von A. und L. geht im ersten Drit-
(31740) 1631.- [10] I. Kerr: Anthropot (a]s Vorles.seit 1772/73 sich unter Berufung auf Stalin später MAo TSE-TUNG
7ntrSoc ro5Klas 197 (1%6ay37. - tel des 19.Jh. in zahlreiche deutsche <Psychologien>
kor 196 ) t.A5 .2 ff ; 400 (17 ) a a. O. 5 7
über die revolulionäre«Begeisterungo [19], der National-
und
4 7 1 3 A . 1797 a. <Anthropologien> ein [2], wird ausdrücklich, aber ohne !
Ep.2, 131ft-[16]CL.A.IIELvérius:Del'esprit(1758)2,78. sozialismus hingegen bekennt sich gegen den Patriotis-
- [17]
3,
[12]252,3.-[13]252,25 -[14]253,4 -[15]267,8.-[16]6,408,2f Bezugnahme auf Kant übernommen z. B. von HEGEL
O. 79; vgl. Ylff. - [IS] MANDEvtLLE: The fable
mus der Vcteranenvereine programmatisch zur «natio-
a. a. B. DE - [17] - [18] VgL 26-30. - [19] -
272, 8-11. 7, 265, 251, 15f
li<lr aprLvate
5,
HELber vicesLp7ub e f (171 [3], ScHOPI NIIAUER [41, DüsRING [51, im 20.Jh. von
20 2 2, 25 11 533 4. (22 226
nalen L.», weil für ihn die «größten Umwälzungen auf
19) HEEDEGGER [6]Und BLOCII [7]. prägt 184I den L.-Begriff i
Trailó des sensations (1754). Oeuvres 2 (Parma 1792) 48.
6f.- [29]Helvétius? vgl. [I 2u 3]. - [30]KANT, a.a. O.7,267, 17f'
dieser Erde» autodiagnostisch nicht denkbar sind ohne cines italienischen Autors [8], erläutert 1859 im maß-
[21] BoNNET: Essai analytique
CH. (1760) ch. 18, Nr. 402. die Triebkraft «f2matischer, ja h.rsterischer L.» (20] '
1
...

-[22]CONotLLAc,a.a.O.[20]27.30 3I (Wortgebrauch,nicht gebenden dänischen Wärterbuch die Bedeutung von


Das Lob der L. lernt deutsch trotz Kant. Von GegensolchesL-VerständniszitiertBEroEacER(1936/
3.
.wrat , a3. a.
Schillers Lehrer F. ABEL in seinerRedeüberdas Genie
O [Tür2b)9Ñr 1025
Nietzsche: «Unser
<Lidenskab> [9]und beeinflußt im Franzäsischen den
[7] Bf )a a O
J. 1937) Zeitalter ist ein aufgeregtes (von Condillac vorbereiteten) Gebrauch von <èmotion>
fürc)Nr.502.-[25]G.W.LElsNiz:Nouveauxessais...(Ms.1704, (1776)in AnlehnunganHELVÉTIUs(«cesontuniquement Zeitalter, und eben deshalb kein Zeitalter der L» [211, und <passion>[10].
pubL 1765). Philos. Schriften, hg. GERutRDT 154.- [26] Ency- les passions fortes qui font exécuter ces actions coura-
5,
und erinnert an den Unterschied zwischen A. und L.:
<lp eL...,bg.DmExov/o'Atensex17(1765)]421L;vgl.142-144 Der L.-Begriffwird jedoch im letzten Drittel des 19.Jh
geuscsetconcevoir cesidócs grandesquifont l'étonne- acin llaßodereinel iebedauertnichtnurlängereals«der
mit der Emanzipation der Psychologie wieder proble-
ment et l'admiration de tous les siècles» [l)) dahin for- blindlings aufregende Anfall» des A., esondern brinal matisch - so W. Wustrr (11]
Im Deutschenkommt <Affect> (A.) schon 1526 vor und begegnet um 1900
2. muliert,dal3«ohneL.niectwas Grol3es,nieetwasRuhm- erst wahre Dauer und Best;indigkeit in unser Daseins, in der internationalen Fachliteratur nur noch vereinzelt
[1], wogegen <Leidenschaft>(L) erst 1647 von PH. ZESEN volles geschehen, nie ein großer Gedanke gedacht ...» denn L ist das, awodurch und worin wir in uns scibst
- wie <passio> flir <pathos> [2] und unabhängig von
[12], was TH. RIBUT veranlaf3t, gegen diesen «Ostracisme
[2], klingt es an bei HERDER (3] und FICHTE [4]und wird Fuß fassen und helisichtig des Seienden um uns und in ... d'importation anglaise» «la position de Kant» zu ver-
<lîdunge> bei ECKHAlff fÜT (passiones> [3]- neugebildet zum Topos - «nichts Großes in der Well ohne L.» [5] - uns milchtigwerdene[221, d. h. (ein faktisch-existentieller treten [13), indem er die Erscheinungen der avic senti-
wird für <passion (de l'âme)> [4] und noch 1691 als und, im Denken der Weltgeschichte als Theodizee, spe- Modus der existenzialen) eEnt-schlossenheita [23]. - Flir mentales - ähnlich wic dio spiitstoische Trias apropassio/
«novum vocabulum» gilt [5]. <A.> und <L> bezeichnen kulativ bei HEGEL: «Man kann es die List der Vernorft J.urias hingegen ist L «zweideutig. In ihr kann die passio/morbus» [14] einteilt in L die normalen «senti-
zuerst synonym Gemütsbewegungen und -neigungen nennen, daß sie die L für sich wirken Inßt» und so «den Helligkeit der Vernunfl Strahlen oder das Dunkel über- ments ou ètats affectifs», 2. die eruptiven «èmotionsa
aner Art [6], werden bei THOMASIIJs als «Haupt-A.» bzw. Tribut des Dascins und der Vergänglichkeit nicht aus nultigen÷ [24], in der «Liebes unter dem «Gesetz des tmd 3. dic «passions als chronifizierte und intellektuali-
«Haupt-L»OberbegritTfürdie«vernünftigcLiebe»einer- siehe bezahlt, «sondern durch die L der [weltgeschicht- Tagest das Gute, in der «L zur Nachte als «Halb das
seits und die drei Hauptlaster der unvernünftigen Liebe
sieste Formen der émotions [15] - mit dem Erfolg, daß
fichen] Individuen» [6]; diese werden geopfert, doch Höse im Menschen wirklich werden [25] - nicht in ant-
sich die Unterscheidung «emotion|passion» bzw. «emo-
«Wohilust, Ehrgeiz, Geld-Geize anderseits [7], und <L> bleibt ihnen - den «psychologischen Kammerdienerne agonistischen Grundtrieben (Freud), sondern in gegen- zione passione»in Frankreich[16]und Italion[17]durch-
dient vereinzelt [8] auch - wie <passio> seit Boethius und zum Trotz (7) - der Ruhm, als «Geschäftsführere voll- snHichen «existentiellen Bezügen zur Transzendenz* setzt, in Spanien Zustimmung findet [18] und in der
<passion (en général)> bei Descartes - als Name für die bracht zu haben, was der«Weltgeist» wollte [8].- Dessen [26]. Als geschichtliche Realität und ChitTre für die Un-
Kategorie des Leidens, so in terminologischer Verwen- deutschsprachigen Psychologic phänomenologisch-an-
Role, in der er nach HERBART «dem Mephistopheles zu ermeßlichkeit der Transzendenz [27] hat auch die - ohne thropologischer Richtung als die von «A./L» bzw. «Emo-
dung CHR. WOLFF [9). ähnlicha sicht [91, scheint der frülie MARx, dem es statt ilochmut des Rechthabens» [28] zu bekämpfende - tion/L.»gebrüuchlich bicibt [18]-trotzScamrR, der den
KANT schränkt die Bedeutung beider Ausdrücke ein, um Weltinterpretation um Weltveränderung geht, sei- «L. zur Nacht» ihre Wahrheit und Größe, weshalb Jas-
indem er zwischen A. und L. unterscheidet (10]: Jener, Unterschied in seiner Schichtentheorie als den von
ner so verstandenen Philosophie zuzadenken, wenn er pers zustimmend Hegel zitiert, dessen Topos er - ihn «Leib- und Lebensgefühlene faßt [19].
z. B. der Zorn, gehört zu den «Gefühlen der Lust und angesichts «unter dem Niveau der Geschichte» zurück- überlieferungsgeschichtlich vielleicht wirklich heimwei- Die Tendenz geht seit Ribot dahin, beide BegrilTe eng =
Unlust»[ll],ist«ÜberraschungdurchEmpfindung»[12), bleibender Zustände erklärt: «Mit ihnen im Kampf ist send - implizit schon bei PLATON findet: «Eine mutte
gicicht dem «Schlagfiuße [13] oder dem «Rausch»
zu definieren, also den A. gegen Empfindungen, Stim-
[14] die Kritik keine L. des Kopfes, sie ist der Kopf der L.» Natur bewirkt nieetwasGroßes,sciesgutoderschlecht»
mungen und Gefühle [20], die L. gegen Süchte, Zwangs-
und tut wie dieser «cinen augenblicklichen Abbruch an [10], jener L., deren «ontologische[s] Wesen» «erst durch [29]
der Freiheit» [15);
vorstellungen und Phobien abzugrenzen [21], wozu beim
unbesonnen, ehrlich und offen ist er die entwickelte industrie, id est durch die Vermittlung omerArmgen. [il HELVÚTius, a.O -(2)
a. [16 zu 1) 2, 77. J. F. A. auch klinische (A. als Symptom verdrüngter trauma-
moralisch «nur eine Untagendo [16} und als eEnthusi- des Privateigentums ... sowohl in seiner Totalität als in H bei R. BucliwALD: Schiller 1 (1937) 194. [3] IlEin
J. G. a:
tischer Erlebnisse in der Psychoanalyse) und forensische
asm» kann er ästhetisch «erhaben» sein [17}. Die L. da- seiner Menschlichkeit» hcrvorgebracht wird [11]. ul enseliheit 1784 791) ci nhg u in
Gesichtspunkte (A.-IIandlung als Strafbefreiungs- oder
gegen, z. B. der Haß, ist eine dominierende habituelle Nicht im Rück- oder Vorblick auf Weltgeschichte, kilen 1800). Werke, hg I. Fic frE I/2, 271. 279.-
H. [5] G. W. I motivieren (22]. In diesem strikten
Begierde [18], d.h. eine bleibende, «durch die Vernunft sondern existentiell interessiert die L. KIERKEGAARD: Ilun: Philos der Gesch. (als Vorles ab 1822|23) Werke, ha
-milderungsgrund)

Sinn bestimmt S. STRAssen die Fmotion (=A.) als eine


des Subjekts schwer oder gar nicht bezwingliche Nei- Sich durch «Lidenskab» (12] bestimmen lassen, heif3t ga O '
[191, gleicht der «Schwindsuchte [201oder dem -k
[57,1
Erschüllerung des Menschen durch ein überwältigendes
gunga «Geist*, «Glaube», «Innerlichkeita, ein «Selbst», «Exi- 00]K Maa×:Kritikdernegelschen Reclusphilos.(1840).Frillo
«Wahnsina» [21]und hebt wie dieser die Freiheit auf [22]; stenze haben können, denn wenn die L nicht ästhetisch GutoderÜbel,dievorübergehendeine«Desorganisation
whriften. LANosuuT
überlegt bis zum «Vernünfteln» [23], hinterlistig und ver-
hg in Kröners Taschen-A. 209 (1953) 210. derhöheren Steuerungens mit «Emanzipation der primi-
unmittelbar (Don Juan) oder eine «fixe, einzelne, end- [Ill Nationalökonomie und Phlos. (Ms. 1844) a, a. O. 296:
liven Mechanismen» bewirkt, das Ansichhalten des Ver-
steckt ist sie ein«quahyiziertes Bäsee, ein «wahres Laster» liche Vorstellunge (Don Quichotte) bleibt, sondern im 18755 b>c- ulDan dbLg
ip nÈag a nk haltens beendigt und sich in einem anfallühnlichen Aus-
(24J und kann «niemals und in keinem Verhältnis cr- Durchgang durch die Reflexion sich auf das «Lnend- er I
<1

crnde Neigung oder Begierde.-Il3] Hauptstelle: KiruxE- bruch oder Zusammenbruch manifestiert [23]. Dem-
haben genannt werdens [25]. Das gilt für die natürlichen lichen richtet - sei es ethisch auf das «AIIgemeines deT RD: Abschließende unwiss. Nachschrift .. (1846)
S.

II, 2, 2/3 gegenüber ist die «transzendierende Grundhaltung der


(Liebe, Haß, Freiheits-L) wie für die kulturbedingten Idee (auc chtes L.), sei es heid- lede verker 04 i få
L» ein den Gesamtstil der Persönlichkeit prägendes,
(Habsucht, Herrschsucht, Ehrsucht) und die L. des nisch-religios au das «objektiv Ungewisses Gottes (So s 5 3r is
Wahns (Spiel- und Jagd-L.) [26], und obschon die L. 175011E, Werke, hg. ScinECHTA 1, 601; vgL I, 70I. 780. 820 dauerndes, sthenisch-aktives, konzentriertes Gerichtet-
krates) oder christlich auf das «objektiv gesehen Ab- 902 [16]
-
a. a. O. 2, 73. 302; 3, 528. 533. 647. 724.- sein auf ein schlechthin Wertvolles, das sich dem dazu
120 121 122 Akademie, akademisch
Aisthesis 119

an. 644 b 22. - [4] Belege bei LAcniT (s. Lit.) 63ft - [5] PLOTIN, VÌ5mus und Relativismus führt, demgemäß für den Ein- dann sich selbst und das reproduzierte wahrgenommene kultische Moment mit allen griechischen Vereinen ge-
1 7, 5 6 PR Los InTiL234ff.; E12em.t3he 5
zelnen jeweils nur gerade das wahr ist, was ihm im Au- Objekt zur Darstellung bringt [22]. EPlKUR dagegen meinsam. Geleitet wurde die Schule durch einen auf
genblick so erscheint [7]. hält hmsichtlich der Lehre von der Smneswahrnehmung Lebenszeit gewählten Scholarchen. Die Wirklichkeit der
lege in: A Patristic Greek Lexicon, hg. LAMPE I, 55f. - [10] Jo. platonischen A. konkret zu fassen ist bei der vorhande-
der Theorie der Abbilder fest, wie sie schon für dic
HANNES DAMASCENus, MPG 94, 861. - [11] F. W. J. SenELuNo, Erst PLKTON hat mit der Annahme ansichseiender an

,m3 5;W ke, hg0 A. S3c0FULLING (1856-1861) 14, 110; wahrhaft erkennbarer Ideen und mit ihrer Unterschei- Atomisten kennzeichnend war (23J, wobei Sinneswahr- nen Qucílcolage einigermaßen schwierig [4]. Dennoch
nehmung flir ihn zu den Hauptkriterien der Wahrheit hat man einiges Recht, in ihr bei aller Verschiedenheit
g
dung von den sinnlich wahrnehmbaren Körperdingen
uAs cg e r e
grundlegend und radikal zwischen reinem Denken und und Evidenz gehört [24]. auch einen Vorläufer der Universitäten zu sehen. Wis-
En kt hit is t eitn ge hi"
Sinneswahrnchmung unterschieden und damit eine klare Nach PLOTIN schließlich werden nicht die sinnlichen senschaftliche Forschung und daraus resultierende Lehre
des MA. Texte und Untersuchungen (1913) H .4. - C. LACKEIT:
Sprache
13

und Relig. Gricchen- Wesensbestimmung beider ermöglicht [8]. Der Sinnes- Dinge selbst von der Seele wahrgenommen, sondern sic hatten zentrale Bedeutung, wobei der platonische <Ti-
Aion. Zeit und Ewigkeit in der
hat lediglich die Formen aufzufassen, welche von der Philosophie im engeren
wahrnehmung ist im Unterschied zum reinen Denken
I. Teil: sprache (Diss. Königsberg 1916). - E. NosoEN: Die maios> zeigt, daß neben die
GR ndes 1924; ucnverm ld. 199558).S Hl9 o
welches allein das wahre, cwig gleich- Wahrnehmung her im Lebewesen sich bilden, und diese Sinne auch Einzelwissenschaften traten. Zugang zum
-A der Seele selbst,
x. n
bleibende (mit sich identische und unveränderliche) Sein Formen (Túñot) sind bereits geistiger Art (vontá) [25]. lnhalt der wissenschaftlichen Beschüftigungen der A.
AioNtos. Theol. Wb. Zum NT, hg. G. KITTEL ( 1933; unveränd.
197-209. - G. STADTMÜLLER: Aion. Saeculum (1951) Ideen erkennen kann, nur das immer ungleiche und Die Seele bedarf daher der Sinnesorganc als der Ver- bieten in erster Linie, wenn auch nicht einzig und voll-
1957) 1, 2 der
.CR 5A7

stets sich wandelnde Werden der kärperlichen Dinge cr-


mittler zwischen ihr selbst und den Sinnendingen, weil kommen, die platonischen Dialoge. llinzu tritt alles,
a F : Afoi Sp 1 3 1 5. Deo i flir sich selbst vom Körperlichen nicht affiziert wer- was sekundär überliefert ist und dem als «Platons un-
faßbar [9], und zwar muß die Seele die sinnliche Wahr-
1 1
sie
Omero ad Aristotele. Università Padova. Pubbl. della
Da di
den kann [26]. Die eigentliche Sinneswahrnehmung ist geschriebener Lehre» neuerdings reges interesse gilt [5}.
Facoltà di Lettere c Filos. 37 (Padua 1961). - PtoTiN: Ober nehmungmit Hilfe des Körpers als ihresWerkzeugsvoll-
nicht ein physischer Abdruck des sinnlich wahr- der A. wurde schon in der Antike je
ziehen [10). Sinneswahrnehmung ist daher nach Platon
Ewigkeit und Zeit (Enneade III 7), übers., eingel. und komm also Die Geschichte
W. BEIEuwALTEs (1967). W1ELAND genommenen Gegenstandes in der Seele, sondern ein nach verschiedenen Kriterien verschieden eingeteilt [6].
nicht wahres Erkennen, sondern bloße Meinung (8óga),
W.

Innewcrden der von den Gegenstünden bewirk- Sie ist nicht vollständig identisch mit der Geschichte des
welche sich nicht, wie das Erkennen, auf Sein oder, wie geistiges
ten sinnlichen Zustände in der wobei die Secle Platonismus. Von Arkesilaos bis Philon (ca. 268-288
das Nichtwissen, auf Nichtsein, sondern vielmehr auf
Seele,
Aisthesis (Wahrnehmung). Die Lehre von der Sinnes- gewannen in ihr aporetisch-skeptische Tenden-
etwas zwischen Sein und Nichtsein, nämlich auf das selbst sich nicht leidend, sondern erkennend tutig ver- v. Chr.)
wahrnchmung oder Sinnesempnndung, der von PLATON Einfluß. Die Erneuerung des Platonismus im
und ARISTOTELES gChannten <Aisthesis> (alaGnatc),
SO Werden bezieht [Il]. Wegen des Werdecharakters der hält [27]. zen an

wahrgenommenen Kärperwelt und der blof3en Wahr- Frg.der Neuplatonismus begann außerhalb der A., fand aber
setzt in der griechischen Philosophie bei dem Vorsokra- Anmerkungen. [Il PARMENons bei DIELS/KIMNZ: Die
scheinlichkeit der sie erfassenden Wahrnehmung [121 Vorsokratiker"(- VS)1, 28 t.-[2] VS I, 16. dann unter Plutarc/i von Athen († ca.433 n. Chr.) Ein-
tiker PARMENIDES ZUIII crsten Mal auf für uns noch faß-
7, B 1-8, 28 A 46, B

-[3] 89. - [4] VS A 46; Tiuo- gang und wurde bestimmend für das letzte Jh. ihres Be-
will denn auch die Beschreibung der Tätigkeit eines
VS 1, 31 A 86, I, 28 31 A 86 (
bedeutungsvolle Weise ein, indem sich bei diesem
B

bare
jedenSinnesim<Timaios>(13]nichtalswissenschaftliche
81 B .6 1SŠ.

stehens. Charakteristisch für den Neuplatonismus der


DenkerersteAnzeichencinerUnterscheidungderSinnes- 21 E) < 29 0 6 1 5

Lehre verstanden werden, sondern als bloß wahrschem- vgl. VS II, 80 A 14. A.ist ihr Widerstand gegen das Christenturn, was ncben
wahrnchmung von der höher bewerteten gedanklichen . [7] PuTON, Theait, 15] d 3-157 d 6;
dem für sic konstitutiven heidnischen Götterkult zu
[8] PLATON, Phaidon 78 b 4-79 e 7; Resp. VI, 509 d ff.; V, 475 e6
Erkenntnis finden [1], eine Unterscheidung, welche in liche Rede (sìKü)ç µüßoç),
Anders bei ARISTOTELES: Er entwickelt eine
480 a 13; Theait, 157 d 7-187 b 3; Tim. 27 d 5-31 b 3, SI b 6
ihrer Auflösung durch Kaiser Justinian im Jahre 529
eigentümlichem Gegensatz steht zu seiner sensualisti- wissen-
d5 31Rb3. [140]P
schaftliche Theorie der Sinneswahrnehmung, welche er
g°4

führte. Letzter Scholarch war Damaskios. Die eigent-


schen Ableitung alles Erfassens. Da Parmenides die Er-
zunächst als ein Erleiden und Bewegtwerden (xúSod der 480 a Tim i: vgl.auch die Argumente dafür, dars liche Schulgeschichte geht damit zu Ende.
des Seienden durch den Logos dem 13; 51 b 6 52 d
fassung des Seins 3.-
ist, im Theait. 157 d 7-187 d des Mittelalters bezieht sich noch einmal
sofern sie mit dem Körper verbunden ist, kenn- 4 Wahrnehmung nicht Erkenntnis Zu Beginn
Sinnentrug entgegenstellt, muß es erstaunen, daß er Seele, "" bL 44146db3-42( c56. 61 Ic 3- 24a 5.1.
der Freundes- und Gelehrtenkreis um Karl den Großen
Denken wie Wahrnehmen von der Mischung der beiden zeichnet [14]. Eine alte Streitfrage der griechischen y C 1
und Alkuin namentlich und inhaltlich auf die Plato-
im Menschen und allem Seienden wirksamen körper- Wahrnchmungslehre entscheidet er so, daß er annimml, i De somn. 454 a 7. - [15} De an. 11, 5, 417 a 18-20, - (16] a. a. o.

die Sinneswahrnehmung beginne mit der Erfassung eines


Ill, 425 26ff - [17] Ill, 2, 426 b SfT - [18] 11, 12, 424 a 26-28. nische A. in Athen: Er fühlt sich als vollendende Fort-
lichen Grundlemente, des Warmen und des Kalten, ab-
2, b

vollzogener Wahrnehmung
lis] II, 12, 424 a 17ti. [20] Anal post. I, 31, 87 b 28tT
setzung, da zu den weltlichen Wissenschaften der A.
hängig macht [2]. - Ähnlich wird auch von andern Vor- Ungleichen, welches nach (S.3050,
der Adel christlicher Lehren tretc [7). Im folgenden aber,
24Œ58

sokratikern die A. rein aus dem Körperlichen abgeleitet: gleichartig ist [15]. Die Wahrnehmung íst als Qualitäts- 5 8 [ 3 i i 9 2

nina. LAvxr.X, 46ff. 48. 50. - [24] UsENER, a. a. O.[23] 182, 18 das ganze Mittelalter hindurch, tritt der Name <A.>
Nach EMPEDOKLEs kommt die Wahrnehmung durch von veränderung wie jede Bewegung ein Übergang von der
Potentialität des Wahrnehmungsvermögens zur Aktuali- 371, 6fT; Dion LAERT X, 3L - [25] PooriN. Enn. I, 1, 7, 9-12 recht selten auf [8]. Dieses Faktum mag in der Tatsache
den Dingen ausgehende Ausflüsse zustande, welche in 1i es.23, 18ff.: JV, 5, 1, 61f -[27] III, 6,
23 2
mitbegründet sein, daß eine der wesentlichen Quellen
die Poren der Sinneswerkzeuge eintreten, wobei jedes tät der wirklichen Wahrnehmung unter der Eimvirkung
wahrnehmbaren Gegenstandes, wobei wirklich für die Präsenz des Namens <A.> im Mittelalter Anac-
Sinnesorgan nur die seinen Poren adäquaten Aus0üsse des nnt ric
STlNS Schrift <Contra Academicos> darstcHt. Den
nmf o
Ec-
aufnehmen kann [3]. Nach TiiEovnRAst hat Empedokles Wahrgenommenes und wirkliche Wahrnehmung cín und cog i t 1 risto
sind [16]. Da nun aber jede Wahrnehmung zwar I waarneming verstand en intuitie in de Griekse wijsbegeerte griff <Akademiker> verstand Augustin - in Obereinstim-
mit Parmenides und später Platon gelchrt, daß nur dasselbe
Kirchenvätern -
auf den wahrnehmbaren Gegenstand bezogen ist, sich . Nederiandse Tijdschrift voor wijsbegeerto en Psyebologie mung mit den übrigen lateinischen
Gleichartiges durch Gleichartiges, d. h. jedes Element (i954¡55) 105-120. F.P. HAcca geradezu gleichbedeutend mit <Skeptiker>, also pejora-
der Außenwelt durch das entsprechende Element in uns aber im Wahrnchmenden selber befindet [17] und da
: tiv. Das wiederum hatte seinen Grund in den aporetisch-
crkannt und wahrgenommen werde könne, während ferner die Sinneswahrnehmung keine Größe (µúvsBog),
sondern nur Begriff und Mäglichkeit der Größe ist (alle Akademie, akademisch. Das griechische Wort 'AxuSn- skeptischen Tendenzen der A.von Arkesilaos bis Philon,
IIeraklit und Anaxagoras nach derselben Quelle die A.-BegrifT der Patristik
psiawarursprunglichderNamefüreinenvorstädtischen die vor allem über Cicero den
Sinneswahrnehmung durch den dem wahrgenommenen realen Objekte der Wahrnehmung aber Grüße haben)
[18], kann dic identitüt von Wahrnehmen und Wahr- Tempelbezirk etwa km nordwestlich des antiken Di- prägten.
Objekt entgegengesetztenStotTim wahrnehmenden Sub- 2

und gegenüber dem Mittelalter anders-


das Warme in den nehmbarem nur stattfinden, wenn die Wahrnehmung pylon-Toresvon Athen [I). Der Name wird in der Antike Das neue
jekt entstehen lassen (so B. soll z.

zurückgeführt auf den Ortsheros Akademos CArúSn- geartete Interesse für die Antike zur Zeit der Renaissance
Dingen durch das Kalte in uns wahrgenommen werden) fühig ist, die wahrnehmbaren Formen ohne ihre Materie
nog), doch handelt es sich dabei müglicherweisc um eine dem Namen auch den Gedanken der plato-
sich aufzunehmen [19]. Trotz diesem teihveise imma-
läßt neben
[4}, wobei diese Entstehung der Sinneswahrnchmung in
Ailiologie des vorgriechischen Flurnamens. Zu den An- A. wieder aufleben. Symptomatisch dafür ist die
nach ANAXAGORAs gerade wieder ein Zeichen fürihre teriellen Charakterist aberdieSinneswahrnehmungnach nischen

Aristoteles noch kein Wissen, da sie nicht auf das All- lagen des Bezirkes gehörte auch ein Gymnasion, das «Accademia Platonica» zu Florenz, die sich in der zwei-
Schwächeund Unfähigkeit zur Erkenntnis der Wahrheit
Schriften erwähnt wird [2]. Vermut- ten Hälfte des 15.Jh. um Marsilius Ficinus sammcIte;
gemeine, sondern nur auf das Einzelne geht [20], wenn
bereits in PLATONs
istl5].-LEUKIPPundDEMOKRITerklärendieSinneswahr-
auch mit der Wahrnehmung bereits Wissen be- lich angeregt durch das Vorbild der Pythagorecr grün- zu ihr gebärte spüter auch Pico della Mirandola. Sie
nehmung und auch das Denken durch Bilder (CIStoka), das
dcte Platon um 385 v. Chr. seine Schule, für die er in der wurde crmöglicht durch die tatkräftige Förderung der
welche durch Ausflusse von Atomen aus den Körpern ginnt [21].
Stoiker fassen die Sinneswahrnehmung wesentlich Nühe des Gymnasions ein Grandstück erwarb. Auf die Mediceer, vor allem Cosimos und Lorenzos. Cosimo
entstehen und in unsere Sinnesorgane eindringen, wobei Die
durch den Griechen Gemistos
vom Objekt her auf diesem Grundstück gelegene Schule ging der Name de' Medici war seinerseits
die A. auf einer durch den Eindruck von außen in unse- als Verinnerlichung eines üuf3eren,
eine
auf das Sinnesorgan einwirkenden Abdrucks(túnexm-)
des ganzen Tempelbezirks über; das Grundstück blieb Piethon während dessen Anwesenheit auf dem Unions-
rem Körperhervorgebrachten Veränderung beruht [6}.-
auf, und zwar so, daß die Sinneswahrneh- Eigentum der Schule auch nach deren Verlegung in die konzil 1439für die platonische Philosophie und den Ge-
FürProtagorassollnach PLATONähnlichwiefürHeraklit in der Seele
mung zunächst ein rein physiologischer Vorgang, d. h. Innenstadt, die spätestens nach der Zerstörung des A.- danken einer A. gewonnen worden. Die Florentiner A.
jede Wahrnehmung das Ergebnis des Zusammentreffens
eine durch Einwirkung von außen hervorgerufene Affek-
Bezirks anläßlich der Eroberung Athens durch Sulla war, im Gegensatz zu spüteren Einrichtungen dieses
einer äußeren, vom wahrgenommenen Objckt ausgehen-
vom wahrnehmenden Subjekt tion der Sinnesorgane ist, welche für die Seele erst be- 86 v. Chr. erfolgt sein dürfte. Namens, keine durchorganisierte lustitution, sondern
den Bewegung mit einer
Rechtlich gesehen war die A. ein privater Kultverein ein lockerer Kreis um Ficinus, der in enger Verbindung
ausgehenden inneren Bewegung sein, wobei die Identi- deutungsvoll wird, wenn sie vom obersten, denkenden
nicµoviKov, als Vorstellung (pav- (3iacog); die kultische Verehrung der Musen war fester zum Mediccer-Hof stand, jedoch nicht mit ihm iden-
fikation von Wahrnehmung und Erkenntnis bei Pro- Teil der Seele, dem
maía) in das Bewußtsein aufgenommen wird, wo sie Bestandteil des Lebens in der A.[3]. Freilich hatte sie das tisch war. Die A. Platons war Vorbild, der 7. November
tagoras nach Platon zu cinem schrankenlosen Subjekti-
100 101
102 Aggregation
99

t
Begriffspaars <A./L.>: TH. RisoT s. o. [1].- Zur Terminologie versteht H. HERRING [6] einzig den transzen- Physikalische Hauptsätze über das A. sind: «Omne agens
11agten in einem «Kristallisationsprozeß» (STEN, des y
(zu interpretieren nach der ersten Di-
)zuerkennengibt[24],wobeiWertträger«Personen, ot dentalen Gegenstand im weiteren Sinne als metaphysi- agit sibi simile»
nHgs es ts h i 1

Grund der A., betont jedoch: «Die Frage nach stinktion); «omne agens agit propter finem.» R. SrtcHT
hliche Gemeinschaften, Dinge, aber auch Denk- theorie. 7. int. Hegel-Kongr. (Paris 1969). J. Lez schen
dem objektiven Grunde der A. ist, als Frage
nach der
und transzendierende Wirklichkeiten» sein kön-
Erkenntnis, die Frage nach dem Grunde der Erschei- Aggregat ist ein ontologischer Typus von Einheit durch
e

25). kektion, affizieren (lat. affectio, afficere, Einwirkung, Í


fragt aber nach dem transzendentalen Ge- Zusammensetzung aus Vielem. Der Name bezeichnet
neucre philosophische Literatur ist reich an Ana- einwirken) sind in der Scholastik eingeführte Begriffe, nung. Diese

einzelner A.- (Furcht, Freude) und L.-Phänomene die DESCARTEs gelegentlich zur Erklärung der Einwir- genstand als demjenigen Etwas, worin alle Erscheinung eine Aneinanderfügung (Zusammensetzung) sich von
aber die Ausarbeitung allgemeiner A.-und kung des Gegenstandesauf die Sinne verwendet [1]. objektiv begründet ist. Diese Frage nach dem transzen- <aul3en> berührender Elemente, welche durch den Ein-
e, Haß),

leorien (im modernen Sinn) bleibt der Psychologie Bei KANT werden sie Schlüsselbegrife seines transzen- dentalen Gegenstand muß aber stets problematisch und tritt in das A. nicht verwandelt werden und in der Ver-
assen. Ausnahmen sind am ehesten SARTREs <Es- ‡ dentalen Idealismus zur Klärung der Frage nach der somit die Frage nach dem metaphysischen Grunde der A. bundenheit ihre Selbständigkeit behalten. Das tonan-
Gegebenheitsweisedes Gegenstandes in aller menschen- stets in der Aporie bleiben» [7]. gebende Modell ist der Atomismus, insofern man es zu
d'une théorie phènoménologique des émotions>
den Eigenschaften der Atome rechnet, kärperliche, un-
e

die den A. teleologisch interpretiertalsintentionale, möglichen Erkenntnis, deren Vermögen und Grenze. Anmerkungen. [1] DESCARTEs, Les passions de l'ame H, L _
KrV - KrV - KrV 152f. - [5] KrV veränderliche Bausteine von A. zu sein. ARISTOTELES bat
auch spontan-unreflektierte Verwandlungdesprag- «Daß alle unsere Erkenntnis mit der Erfahrung anfange, [2] KANT, B 1. [3] B 33. [4] B

235; 494f./B 522f. u. a. - [6] II. HERRING: Das


die ontologischen Prinzipien analysiert, die zum BegrifT
daran ist gar kein Zweifel; denn wodurch sollte das Er. 190 vgL A
ehen in magisches Verhalten, SARTRES Analyse der
A B

antstudLenLErgh 67 ) mit aus-


des A. gehären. Hierzu gehören das Berühren von außen
ob Kh (a19

<L'êtreet le néant> [27](mit Beschreibung und Deu- kenntnisvermögen sonst zur Ausübung crweckt werden= r en bb s
(St,[yùvstv) und das Aneinanderhängen (äxco8ut) [1].
z. B. der Sport-L. [28]) und BLocHs ausführliche geschähe es nicht durch Gegenstände, die unsere Sinne H. HERalNo
Das A. spielt seither in der Ontologie dort eine Rolle
ndlung der A. in der <Grundlegung> seines Haupt- rühren ...> [2]. «Auf welche Art und durch welche Mittel
Affinität ist m der Erkenntnistheorie bei KANT der
wo die äußerliche Verbindung von Bausteinen begrific$
n [29} mit Berücksichtigung genetischer und klassi- sich auch immer eine Erkenntnis auf Gegenstånde be- «Grund der Möglichkeit der Association des Mannig¯
ziehen mag, es ist doch diejenige, wodurch sie sich auf
werdensoll.1m14.Jh.findetsichderNamcecongregatio
irischer Fragen und Betonung der Geschichtlich-
faltigen, so fern er im Objecte liegte. Diese «empirische atomaliume [2). In seiner weiteren Geschichte tritt der
von A. und L., d. h. ihrer Bedingtheit durch die dieselben unmittelbar bezieht, und worauf alles Denken emer «transcendentalen», auf der Ein-
findet aber A.» ist die Folge Begriff <A.> in der Gesellschaft von Begriffen wie <Sub-
senkampfsituation. Aber auch fiir diese Autoren als Mittel abzweckt, die Anschauung. Diese
heft des Selbstbewußtseins beruhenden A. Die A. der stanz>, <Mischung>, <Beziehung>, <Kompositum> auf.
eBeschäftigungmitdemThemanichtSelbstzweck; nur statt, sofern uns der Gegenstand gegeben wird;
l rscheinungen, durch die sie «unter beständigen Ge Auch der Begriff <Mechanismus> gehört hierher [3].
SARTRE geht es in der <Skizze> um den Nachweis dieses aber ist wiederum, uns Menschen wenigstens, nur
setzen» stehen müssen, begreift sich aus ihrer Zugchörig- Große Bedeutung gewann der Begriff <A.> in der philo-
urchgängigen Intentionalität und insofern Freiheit dadurch möglich, daß er das Gemüt auf gewisse Weise zur «transzendentalen Apperzeption», die alles
alliziere> [3]. Die A. gilt Kant so als notwendige objek-
keit sophischen Sprache von LelBNIz, der die Monade als
ewußtseins, inder <Psychoanalyseexistentielle>um Mannigfaltige embeitlich zusammenhängend vereinigt wahres Atom von den falschen demokritischen unter-
Reduktion des passionierten Haben- und Tun- tive Bedingung sowohl der äußeren wie der inneren An- Gesetz einer bio/cgisch verstehenden A
(l]. Das zu
scheidet, die ihm nur als A. gelten. Er trennt die substan-
ens auf das Grundstreben nach dem An-und-für- schauung, und entsprechend unterscheidet er zwischen fordert nach Kant «einen continuierlichen Übergang von
inutiles, die unnutze üußerer und innerer A.: denn auch wir selbst begreifen tia simplex von der substantia composita und vom
Sein (Gottes), das die «passion
einer jeden Art zu jeder anderen durch stufenartiges aggregatum [4]. KANT bestimmt das A. als eine zufällige
id das vergebliebe Leiden des Menschen ist [30]; uns «nur wie wir uns erscheinen, nicht wie wir an uns
wachsthum der Verschiedenheit» [2]. A. im Sinne der Anhäufung durch den Verstand und spielt dagegen den
a seinerseits sucht und findet im «Erwartungs-A.» selbst sinde, «weil wir nämlich uns nur anschauen, wie I(ontinuität der Formen ist dabei für Kant eine regula- systematischen (organischen) Zusammenhang der Ver-
loffnung den Zugang zum «Noch-nichte als dem wir innerlich g/liziert werden ...» [4]. «... wie Dinge an ove idee; «die A. aller Erscheinungen ... ist eine noth- nunft aus [5]. FICHTE unterscheidet ein bloß ideales, ge-
ont des «utopischen Denkense - und das kenn- sich sclbst (ohne Rücksicht auf Vorstellungen, dadurch Synthesis in der Einbildungskraft,
endige Folge einer dankliches Ganzes als A. von der reclien Einheit, dem
et allgemein die Situation: <A.> und <L.> sind in sie uns affizieren) sein mögen, ist gänzlich auf3er unserer
clie pnori auf Regeln gegründet ista [3]. Faus drück! <Kompositum> [6]. Das zum Begriff des A. gehörende
Erkenntnissphäre. [5]. Da alle menschliche Erkenntnis,
a

egenwartsphilosophie (sofern sie das Thema nicht die biologische A. mit den Worten aus: «Jede zwei
priori den Anspruch Prinzip der «Zusammensetzunga sicht HEGEL als Inbe-
iltheologisch behandelt oder darüber schweigt) ter- die als synthetische Vorstellung a
gegebenen Nebenarten grenzen so aneinander, daß sich griff des äußerlichen Denkens an [7]. Er gebraucht <A.
quo geworden - und können ebendeshalb, wenn
a der Allgemeingültigkeit im Sinne wissenschaftlicher Ver- Obergang von der emen zur andren denken
ein steter sowohl als Terminus für eine nur «zufälligerweise und
crmini ad quem <Dasein> (HEIDEGGER), <Pour-soi> bindlichkeit erhebt, notwendig an Anschauung gebun- ßte [4], während HAECKEL Linter die ZWel «Ur
A. elTipirischerweise» entstandene Zusammenstellung der
TRE) oder <Existenz-Transzendenz> (JASPERS) hei- den ist, diese jedoch nur möglich wird, sofern der Gegen- rustunde» der «Wehseele»,Attraktion und Repulsion, Wissenschaften - im Gegensatz zur Enzyklopädic [8],
in eine <Fundamentalontologie>, einen <Essai d'on- stand in der Weise der A. gegeben ist, wird die Tatsache versteht [5] politischen Philosophie filrein Volk, das,
der A. für Kant zum Kriterium der Begrenztheit bzw.
als auch in der
gie> und cinc <Metaphysik> eingehen.
Akad.-A. - - als «A. der Privatene im «Zustand der Unrechtlichkeit
Endlichkeit aller menschenmöglichen Erkenntnis und Anmerkungen. [1] KANT, 4, 85.
Logik
[2] a. a. O. 3, 435

H eLNY r°
diese zum Kriterium der Endlichkeit des Menschen
sR
y ( 181 Unsittlichkeit, der Unvernunft» bleibt [9]. Der Staat ist
4
ri al
dannmcht«substanzicileEinheit»,sonderneA.dervielen
- selbst.
kein Art <passion>. - [2] Vgl. Eisler 1, 17f.; 2, 25. einzelnen» [l0].
Werke, hg.GLocKNER 275/277.-[4] scuoreNHAcan. nachkantischenPhilosophie wird der Begriff der
In der
GEL,
Affirmation (Kataphasis) wird in der traditioncilen Lo-
6,

e, hg HünscnER 3, 680f [5] E. DüHamo: Der Wert des


A. Wegscheide des Kantverständnisses, und zwar
zur E22 i b(P
- gik die Bejahung (s. d.) eines Urteils (besser: einer Aus- co
nn 1(
Soz

geht um esdie auf dem Boden des transzendentalen [2] s N e a or ris


BL il Pr na I sage) genannt, gelegentlich auch das bejahte Urteil 1668) IV, 310, Nr. 37; vgL K. LAsswirz: Gesch. der Atomistik
ldcalismus nicht mehr cindeutig zu beantwortende Frage
D

: Lezioni logicae met. 2 (Horenz 1841) 515ff.-(9] C. MOL (1890) - (3] G. BRUNo: De triplici minimo mensura
di
selbst; manchmal besagt <A.> auch die Behauptung (s.d.) 1, 258. et ad
: Dansk Ordbog (Kopenluigen -1859) s. v.
- [10] Vgl. Diet nach dem materialen oder metaphysischenGrunde der A. Lr um sp i liv iru s entia t mulStarui ac ium
i. oÊruhngdzuMge rFpRhAyNs 18375) 12 4. 26L19 G. E.ScHULZE und Ì. G. FICHTE betrachten einer Aussage. A. MENNE
p
F. H. JAcoal,
1. yh 1879-1891, Neudruck
138-140. I/3, LauNiz, Philos.
das Faktum der Sinnes-A. als unvereinbar mit dem kTI-
1962) [4]
inoT, a. a. O. [1] 2. - [13] 3f. - [14] Zu PRorÁTHEIA bzw Schriften,bg.GERiiAnor4,478ff 6,607 [5]KANr,KrVB673;
assio> vgl. M. PonuiNz: Die Stoa I (1948) 488: lieg tischenídealismus.K.L.REINilOLD,Ã.SCHULTz,A.Scuo- Affirmativ (bcjahend, positiv) heißen in der Logik Aus- a4 6.Alk2a0 sr
tiL ma O 1] 4-8.o 2027f PENHAUER,K.FISCHERundA.RIEHLvertretendenstand- sagen von der Form SaP (von amrmo), z. B. eAlle I Fic 7] 1 0 ogik II ,I til u
i s ( ars 517 - Enzyklop. NicoliN/O.PöooELEit
punkt der A. durch Dinge an sich. Die Position der em- (1830) hg.
12Olff. - [18] A Silugetiere sind WirbcItiere», oder SiP (von affirmo), 5, 55.
(61959)
[8] § 16 F

gl. Enciclop. filos, 3 (Venedig|Rom 1957) 49. [9] a. O. § 544, S. 422 vgt Rechtsphilos., bg.
möglichen A. durch Erscheinungen im Sinne des
a

c: McL del sentimiento(Madrid 1956)46f -[!9] M.ScHE- zig A B. «Einige Vierecke sind gleichseitig» A. MENNE L5AS) [IO]nVorles LLb die Philos. der
m2s sz.S uder I yLebot r re tnistheor ischen P nomenal s
n we t ch , h
DE AN AD ES tÚer hl
2Kl8L Tu 3der Nik vorn
nrundo heute vor allem in der Medizin verwendet, ent
AH

emüt dan Agens,


und die Denker (NATone, LAss-
der Marburger Schule MA ru k 9
er ph me ol
- Í21] So z.
Ph los T r

LEascu, DEGAs, STRASSER WETZ U. a.). H. und besonders


VATHINGER, M. DREXLER stammt der scholastischen Physik und bezeichnet das Met. der Neuze t (1929). - N. HARTMANN: Der Aufbau der
lebens (1956) 179. B

(31944) Prinzip, das die Form einführt; das entsprechende realen weit (1940, N964). H. GeocusER: Gegenstilndlichkeit
a. O. 195. - [22] Vgl. Schweiz. Stgb., hg. GraMANN E. ADICKEsversuchen,dieschroffe Alternative der beiden
reiheiŠc
[24] Leidende heißt <passuno oder <patiens>. Distink- un1g (p1h

vorgenannten Interpretationen durch den Nachweis


R, a 7S Elaes. 18 94 Die
A
gri e 65 Pl lo e ese cib n
6 x
tionen entsprechengewohnlich denen von causa efficiens
4); dazu krit.STRAssEn, 2-39. - [27] L'etre et le néant einer doppelten A. zu überwmden. Für H. HElMSOETH, F. KAcumcit
Das A. univocum erzeugt ein Individuum derselben Spe-
a. a.

is 1943, 21948) bes. 431ff - [28] a. a. O.


51 669tT. - (29]
ï M. HEIDEGGER, G. ÌVÍARTIN, H.J. PxfoN und T. D. WEL.
54ff. - [30] SANTue, a. a. O.[27] 708. eies, das A. aequivocum ein Individuum anderer Species. Aggregation (von lat. aggregare, geselen, häufen, aus
n, a. a. O. [7} 1,
DON sind A. durch Erscheinungen und durch Dinge an
objektiven Ver- A. naturale, A. voluntarium: Die Naturursache ist zur <ad gregem
agerc>, zur Herde scharen) ist ein Ausdruck,
scramrhinweise. zur traditioncilen A.-Lehre: H. M. GAR- sich nur verschiedeneAspekte desselben
R u. a.: Feeling (New York 1937). - Antike bis Subjekt-Objekt-Rela. Einführungciner bestimmten Form determiniert, die ver- der verschiedenenWissenschaften häufig in negativem
in
and emotion hältnisses, je nachdem man diese
6A4)L :bF ch ralists The tl eor f tDea
transzendentalphilosophisch oder metaphysisch ver- nünftige Ursache wählt frei ihr Ziel. A. naturale bzw. A. Sinne von äuf3erlicher, «summenhaftere (im Gegensatz
tion
s u
divinum ist geschöpfliche Ursache bzw. Schäpfer. - ganzheitlicher) Gruppierung verwendet wird. Dafür
steht. In kritischer Auseinandersetzung mit allen diesen
r zu
Gesch.des A.-Begriffs (Diss. Greifswald 1915).- Zur Gesch.