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HINWEISE ZUR VORLIEGENDEN 37.

AUFLAGE (1990)

Die neue Auflage erscheint gegenüber der vorhergegangenen (36., 1985) in be­
deutend erweiterter und zum Teil umgearbeiteter Form.

1. Der Einleitungsteil
Im einleitenden Teil sind mehrere Abschnitte neu gestaltet worden oder über­
haupt neu hinzugekommen. Dies betrifft:
Vorwort (neu gestaltet);
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter (neu hinzugefügt);
Grundsätze der deutschen Rechtschreibung (neu gestaltet);
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke (den neuen
Lehrplänen angepaßt);
Verben (erweitert);
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete
(neu hinzugefügt);
Briefanschriften (erweitert);
Währungen (neu hinzugefügt);
Maßeinheiten (erweitert);
Zum Gebrauch des Wörterverzeichnisses (neu gestaltet).

2. Zur Rechtschreibung
Wie schon in früheren Auflagen gibt das österreichische Wörterbuch für man-
che Wörter zwei zulässige Schreibweisen an. Das ist namentlich dann der Fall,
wenn zwei unterschiedliche Schreibgebräuche berücksichtigt werden (z. B.
sodaß / so daß); wenn zu einer bestehenden „schwierigen“ Schreibweise eine
sinnvolle Alternative angeboten werden kann (z. B. außer acht lassen / außer-
achtlassen, Vit\amin, Vi\ta\min); wenn es die österreichische Aussprache zu be­
rücksichtigen gilt (z. B. Kücken / Küken). Auch bei manchen mundartlich ge­
prägten Wörtern und einigen Fremdwörtern werden, dem tatsächlichen Ge­
brauch entsprechend, zwei Schreibweisen verzeichnet (z. B. Hendel / Hendl,
Ghetto / Getto).
In diesem Sinn sind in der 37. Auflage einige weitere Fälle von Wahlfreiheit neu
hinzugekommen. Darunter sind die nachstehend genannten Stichwörter und
Bereiche besonders zu beachten.
a) Einzelne Wörter und Wendungen
angst/Angst machen — bereit + Verb: zusammen oder getrennt —
Dritte / dritte Welt — dreiviertel / drei viertel Stunden / drei Viertelstunden —
der, die Einzelne / einzelne (= Individuum) — Erster, Zweiter / erster, zweiter
Weltkrieg — Geschoß: Genitiv und Plural -ß- und -ss— gottseidank / Gott sei
Dank — Gottvater / Gott Vater — groß-, kleinschreiben: zusammen oder ge­
trennt — haushalten / Haus halten — hunderte / Hunderte — kegelscheiben / Ke­
gel scheiben — köpfstehen / Kopf stehen — krank-, gesundschreiben: zusammen
oder getrennt — Pöckelfleisch, einpöckeln: -ck- oder -k— probefahren / iYobe
fahren — punkt, schlag / Punkt, Schlag (8 Uhr) — yrauf/rauf, 'runter /'runter
u. ä. — russen / rußen, Russes / Rußes, russig / rußig — Schloße / Schlosse —
Schößel / Schössel — Schubs / Schups — Slawe / Slave — Stößel / Stössel — tau­
sende / Tausende — überschwenglich / überschwänglich — Viertel / viertel (Uhr­
zeit) — weißgott/weiß Gott — wurst/Wurst (= egal) — zufleiß/zu Fleiß — zu
Händen / zuhanden.

b) Bestimmte Bereiche der Rechtschreibung


Wörter auf -y aus dem Englischen (z. b. Baby) im Plural: - ys /-ies;
Worttrennung am Zeilenende, besonders bei Fremdwörtern, z. B. Ma \gnet / Mag­
net; bei her- vor Vokal: he\rauf / her\auf;
Apostroph vor Genitiv-s bei Namen unter bestimmten Bedingungen.

Einige Bereiche wahlfreier Schreibung waren schon in früheren Auflagen des


Österreichischen Wörterbuches enthalten:
Worttrennung in Fällen wie da\rauf / dar\auf, hi\nein / hinlein, wolrin / worlin,
eilnander /einlander, bremlste / bremslte;
Wörter auf - ss/-ß aus dem Englischen, z. B. Stewardess / Stewardeß.

3. Zum Umfang und zur Gestaltung


Der Wortbestand des Österreichischen Wörterbuches ist durch neue Wörter so­
wie durch Wortgut aus verschiedenen Teilen Österreichs und aus Südtirol er­
heblich erweitert und aktualisiert sowie vielfach durch verbesserte Worterklä­
rungen und Beispiele bereichert worden. Zahlreiche Stichwörter sind genauer
als vorher nach Sprachschicht und Stilebene charakterisiert. Was nicht aus­
drücklich gekennzeichnet ist, darf somit wie bisher für Österreich als standard­
sprachlich angesehen werden. Zu den Grundsätzen der Gestaltung des Wörter­
buches vgl. das Vorwort, S. 9 ff.

Zeichenerklärung und Abkürzungsverzeichnis befinden sich auf den


hinteren Innenseiten des Einbands.
ÖSTERREICHISCHES
WÖRTERBUCH
ÖSTERREICHISCHES

WÖRTERBUCH
HERAUSGEGEBEN IM AUFTRAG
DES
BUNDESMINISTERIUMS FÜR UNTERRICHT UND KUNST

37., überarbeitete Auflage

ÖBV PÄDAGOGISCHER VERLAG


WIEN
SCHULBUCHVERLAG JUGEND & VOLK
WIEN
Mit Bescheid des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport vom 9. Februar
1989, ZI. 25.383/17 — 1/9/88, gemäß §14 Absatz 2 und 5 des Schulunterrichtsgesetzes,
BGBl.-Nr. 472/86, und gemäß den derzeit geltenden Lehrplänen als für den Unter­
richtsgebrauch an Hauptschulen für die 1. bis 4. Klasse sowie an allgemeinbildenden
höheren Schulen für die 1. bis 8. Klasse im Unterrichtsgegenstand Deutsch geeignet
erklärt.

Schulbuchnummer: 1188

österreichisches Wörterbuch

ÖBV Pädagogischer Verlag, Wien

37. Auflage, Nachdruck 1995


Alle Drucke der 37. Auflage können im
Unterricht nebeneinander verwendet
werden.

Redaktion:
Wörterbuchstelle des österreichischen Bundesverlages
unter Mitwirkung einer Expertenkommission

Mitherausgeber:
Honorarprofessor Dr. Otto Back
Sektionschef i. R. Dr. Erich Benedikt
Universitätsprofessor Dr. Maria Hornung
Oberschulrat Professor Ernst Pacolt

37. Auflage, Nachdruck 1995 (37,06)

© Österreichischer Bundesverlag Gesellschaft m. b. H., Wien 1990


© ÖBV Pädagogischer Verlag GmbH, Wien 1993
Alle Rechte Vorbehalten
Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, gesetzlich verboten
Satz: Satz Repro Zentrum Korneuburg Ges. m. b. H., 2100 Korneuburg
Papier: holzfrei Offset
Druck: Offsetdruck Carl Ueberreuter Druckerei Ges. m. b. H.
ISBN 3-215-07050-2
INHALTSVERZEICHNIS
Seite

VORWORT ......................................................................................... 9
ALLGEMEINER TEIL
1 Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter......... 13
1.1 Sprachschichten: Standardsprache, Umgangssprache, Mundart__ 13
1.2 Räumliche Verbreitung und sprachliche Zugehörigkeit von Wör­
tern ...............................................................................,...................... 15
1.3 Stilistische Verwendbarkeit von Ausdrücken ................................... 16
1.4 Veraltete Wörter oder Dinge ............................................................. 18
1.5 Wörter aus Fachgebieten ................................................................... 18
2 Grundsätze der deutschen Rechtschreibung ................................... 19
REGELTEIL
3 Groß- und Kleinschreibung ............................................................. 25
3.1 Großschreibung ...................................................................... 25
Mit großem Anfangsbuchstaben schreibt man: Alle Nomen (Substantive) 25
— Nominal (substantivisch) gebrauchte Wörter 25 — Das erste Wort eines
Satzes, einer direkten Rede, in Überschriften u. ä. und nach einem Schluß­
punkt 26 — Pronomen der Anrede 27 — Adjektive, Partizipien und Nu-
meralien in Eigennamen, Titeln, festen Begriffen usw. 27 — Ableitungen
auf -er in geographischen Bezeichnungen 28
3.2 Kleinschreibung ................................................................................. 28
Mit kleinem Anfangsbuchstaben schreibt man: Alle Wörter, ausgenommen
Nomen und Nominalisierungen (Substantive und Substantivierungen) 28
— Nach einem Strichpunkt 29 — Nach einem Ruf- oder Fragezeichen
dann, wenn das vor und nach dem Satzzeichen Stehende eine sinnvolle Ein­
heit bildet 29
3.3 Sonderfälle ......................................................................................... 30
Das abgekürzte „von“ 30 — „’s“ für „es“ bzw. „das“ 30 — Nach einem Dop­
pelpunkt 30 — Nach einem Ruf- oder Fragezeichen 30 — Gegenüberstel­
lungen 30
3.4 Abkürzungen und einzelne Buchstaben............................................ 32
4 Getrennt- und Zusammenschreibung .............................................. 33
4.1 Verben .................................... 33
4.2 Nomen (Substantive) und sonstige Wortarten ................................. 34
4.3 Nomen (Substantiv) und Verb als ein Begriff ................................. 35
4.4 Straßennamen und geographische Namen ....................................... 35
5 s-Schreibung ...................................................................................... 37
5.1 Die s-Schreibung in Antiqua (lateinischer Druck- und Schreib­
schrift) ................................................................................................ 37
5.2 Die s-Schreibung in Fraktur und Kurrentschrift ............................ 39

5
Seite

6 Zusammentreffen von drei gleichen Konsonantenbuchstaben in


Wortzusammensetzungen ................................................................. 41
7 Worttrennung ...................................................................................... 42
7.1 Allgemeines ........................................................................................ 42
7.2 Das Trennen nach Sprachsilben ...................................................... 42
7.3 Das Trennen nach Sprechsilben ...................................................... 44
8 Zeichensetzung .................................................................................. 47
8.1 Der Punkt ............................................................................................ 47
8.2 Das Fragezeichen ................................................................................ 48
8.3 Das Rufzeichen ................................................................................... 48
8.4 Der Beistrich ....................................................................................... 49
Der Beistrich in besonderen Fällen 49 — Der Beistrich im einfachen
Satz 50 — Der Beistrich im zusammengesetzten Satz 52 — Auslassungs­
sätze 53 — Wortgruppen 53 — Partizipialgruppen 53 — Reine Infinitive
und Infinitivgruppen 53 — Der Beistrich beim Wort „bitte“ 55 — Der Bei­
strich vor „und“ und vor „oder“ 55 — Der Beistrich in Verbindung mit ande­
ren Satzzeichen 56 — Der Beistrich als Ersatz für andere Satzzeichen 56

8.5 Der Strichpunkt ................................................................................. 56


8.6 Der Doppelpunkt................................................................................. 57
8.7 Die Anführungszeichen...................................................................... 57
8.8 Runde und eckige Klammern ............................................................ 59
8.9 Der Apostroph (das Auslassungszeichen) ........................................ 60
8.10 Der Bindestrich .................................................................................. 62
8.11 Der Gedankenstrich ........................................................................... 65
8.12 Die Auslassungspunkte ...................................................................... 66
8.13 Strich und Streckenstrich ............................... 66
8.14 Der Schrägstrich ................................................................................. 67
8.15 Das Trema ......................................................................................... 68
9 Zahlen und römische Zahlzeichen ................................................... 69

ANHANG
10 Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke .. 73
11 Verben ................................................................................................ 84
11.1 Zu Gebrauch und Schreibung einiger Formen derVerben ............. 84
11.2 Die Stammformen der starken und der unregelmäßigen Verben .. 87
12 Unsere Druck- und Schreibschriften ............................................... 96
13 Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen —
fremde Alphabete ............................................................................... 97
13.1 Fremdsprachliche oder deutsche Form des Eigennamens .............. 97

6
Seite

13.2 Schreibung fremdsprachlicher Wörter (fremde Alphabete) ............ 97


Griechisches Alphabet 98 — Russisch 99 — Serbokroatisch 100 — An­
dere Sprachen 100
13.3 Aussprache fremdsprachlicher Wörter (lateinisches Alphabet) ....... 101
Französisch 101 — Italienisch 101 — Niederländisch 102 — Pol­
nisch 102 — Russisch 102 — Slowenisch, Serbokroatisch, Burgenlän­
disch-Kroatisch 102 — Spanisch 103 — Tschechisch und Slowakisch 103
. — Türkisch 103 — Ungarisch 103
14 Internationale Lautschrift ................................................................. 104
15 Briefanschriften (Adressen) ............................................................. 106
16 Kraftfahrzeugkennzeichen ............................................................... 108
16.1 Für Fahrzeuge im internationalen Verkehr ..................................... 108
16.2 Diplomatische Kraftfahrzeugkennzeichen........................................ 110
16.3 Österreichische Kraftfahrzeugkennzeichen bis 31. Dezember 1989 . 110
16.4 Österreichische Kraftfahrzeugkennzeichen ab 1. Jänner 1990 111
17 Buchstabieralphabete ........................................................................ 113
18 Österreichische akademische Grade ............................................... 114
19 Währungen ......................................................................................... 116
20 Maßeinheiten ...................................................................................... 118
20.1 Die gebräuchlichsten Maße und Gewichte (Grundeinheiten) ......... 118
20.2 Gebräuchlichste Vielfache und Teile von Maßeinheiten .................. 119
21 Chemische Elemente .......................................................................... 120
22 Papierformate .................................................................................... 122

ZUM GEBRAUCH DES WÖRTERVERZEICHNISSES ................... 123


Die Anordnung der Stichwörter ........................................................ 123
Grammatikalische Angaben bei den einzelnen Wortarten .............. 124
Nomen (Substantiv) 124 — Verb 125 — Adjektiv 125 — Präposition 125
— Sonstige Angaben 125
Worttrennung ...................................................................................... 126
Aussprache und Betonung ................................................................. 126
Geltung und Gebrauch ...................................................................... 127

WÖRTERVERZEICHNIS ................................................................... 129

Hinweise zur vorliegenden 37. Auflage — siehe vordere Innenseiten des Ein­
bands.
Zeichenerklärung und Abkürzungsverzeichnis — siehe hintere Innenseiten
des Einbands.
7
Die Herausgeber und die Verlage bitten, alle
Anregungen und Vorschläge, die das öster­
reichische Wörterbuch betreffen, an folgende
Adresse zu senden:
ÖBV Pädagogischer Verlag
Wörterbuchstelle
Schwarzenbergstraße 5
A-1015 Wien
VORWORT

Nach vier Jahrzehnten seines Bestehens kann das österreichische Wörterbuch


(ÖWB) bereits auf eine beachtliche Tradition zurückblicken. Sein Vorläufer, die
„Regeln für die deutsche Rechtschreibung nebst Wörterverzeichnis“, in der älte­
sten Form auf 1879 zurückgehend, hatte sich auf einfache Wortlisten ohne Er­
klärungen beschränkt. (Damals entstanden in verschiedenen Teilen des deut­
schen Sprachraums Rechtschreibwörterbücher.) Das ÖWB wurde im Vorwort
zur 1. Auflage im Jahre 1951 als ein „Wörterbuch der guten, richtigen deutschen
Gemeinsprache“ charakterisiert. Daran hat sich selbstverständlich nichts geän­
dert. Auch seine Aufgabe, Grundlage der Rechtschreibung in den Schulen und
Ämtern Österreichs zu sein, ist unverrückbar bestehen geblieben. Es wurde
nach pädagogischen Grundsätzen gestaltet und ist als Behelf zu selbständiger
Arbeit für Schüler etwa ab der fünften Schulstufe geeignet. Dem angestrebten
Ziel, ein Buch fürs Leben zu sein, ist das ÖWB in seiner nun vorliegenden
37. Auflage hoffentlich wieder um ein Stück näher gekommen.
Hatte schon die 35. Auflage 1979 eine Neuausrichtung und eine ansehnliche Be­
reicherung des Wortbestandes gebracht, so präsentiert sich die jetzige 37. Auf­
lage neuerlich in bedeutend erweiterter Form. Ihr Wortschatzteil ist erheblich
umfangreicher als jener der vorhergehenden Auflage.
*

Das ÖWB setzt sich mehrere Ziele:


Es ist ein Wörterbuch der deutschen Standardsprache in ihrer österreichischen
Ausprägung, das neben dem allgemeinen Wortschatz vorzugsweise auch die
Sachgebiete Haushalt, Schule, Handwerk, Gewerbe, Wirtschaft, Technik, Spiel
und Sport einschließlich von Fremdwörtern und modernen Fachausdrücken be­
rücksichtigt.
Besonderes Augenmerk gilt dem Leben Österreichs in Gegenwart und Ge­
schichte, auf staatlichem und kulturellem Gebiet, namentlich auch dem ländli­
chen Lebens- und Arbeitskreis. Manches davon spiegelt sich auch in umgangs­
sprachlichen und mundartlichen Ausdrücken wider, die das ÖWB verzeichnet.
Das ÖWB enthält in seinem Wortschatzteil Angaben über Orthographie, Aus­
sprache, Grammatik, stilistische Wortverwendung (siehe dazu die ausführliche
Darstellung in Abschnitt 1.3, S. 16 ff.), Wortbedeutung und idiomatische Wen­
dungen.
In seinem Einleitungsteil (S. 9-127) bietet das ÖWB sowohl orthographische und
grammatische Auskünfte als auch mancherlei sonstige Informationen, die hof­
fentlich dazu beitragen, es zu einem nützlichen Nachschlagwerk auch für wei­
tere Kreise, etwa in Medienarbeit und Buchdruck, zu machen.
Die Tatsache, daß sich — abgesehen von den Mundarten und der Umgangsspra­
che — die deutsche Standardsprache in Österreich in mannigfacher Hinsicht von
9
Vorwort

der sogenannten deutschen Gemeinsprache und deren besonderen Ausprägun­


gen in den verschiedenen anderen Teilgebieten des deutschen Sprachraums un­
terscheidet, ist den Fachleuten bekannt, fällt aber auch den meisten Sprach­
benutzern auf. Österreich hat mit acht seiner Bundesländer Anteil an den Be­
sonderheiten, die der Baiernstamm auf seinem Territorium ausgebildet hat.
Zu den sogenannten bairisch-österreichischen Kennwörtern gehören u. a.:
aper für „schneefrei“, Fasching für „Fasnacht“, Maut für „(Zoll)gebühr“, Rauch­
fang für „Kamin“. Im Bundesland Vorarlberg greift unser Staatsgebiet in den
Bereich der alemannischen Stammesmundart über, was sich auch in stan­
dardsprachlichen Ausdrücken bemerkbar macht. Trotz seiner vielfach anders­
artigen Wortbestände hat aber auch Vorarlberg an jenem spezifisch österrei­
chischen Wortschatz Anteil, der sich durch die alte politische Sonderstellung
Österreichs am Rande des gesamtdeutschen Sprachraums entwickelt hat.
Wörter wie Jause für eine „Zwischenmahlzeit am Vor- oder Nachmittag“,
Drucksorte für „Formular“ oder das inzwischen veraltete Wort Korrespondenz­
karte für „Postkarte“ haben vor der Arlberggrenze nicht haltgemacht, werden
aber z. B. im benachbarten Bayern kaum verstanden. Weiterhin hat Öster­
reich auch teil an verbreiteten Besonderheiten des ganzen deutschsprachigen
Südens (z. B. süddeutsch Samstag gegenüber norddeutsch Sonnabend). Diese
Aufspaltung in Mehrfachbenennungen im schriftdeutschen Wortschatz ist für
die deutsche Sprache charakteristisch und erschwert den Unterricht des
Deutschen als Fremdsprache.
Andererseits gibt es eine Reihe von Wörtern, deren Bedeutung in Österreich
von der in Deutschland abweicht; z. B. entspricht dem österreichischen Sessel
in Deutschland ein Stuhl, aber dem Sessel der Deutschen ein österreichischer
Fauteuil, der Tasse der Deutschen eine Schale der Österreicher, und laufen ist
in Österreich nur ein Synonym von rennen, in Deutschland auch von zu Fuß
gehen.
Zwei Sachbereiche sind es vor allem, in denen die Besonderheiten des österrei­
chischen Wortschatzes deutlich sinnfällig werden: die in der österreichisch-un­
garischen Monarchie entwickelte österreichische Amtssprache und die durch
die Wiener Küche unter dem Einfluß mehrerer fremder Nachbarsprachen und
-kulturen entstandene österreichische Küchensprache. Der ersten Gruppe gehö­
ren Ausdrücke an wie Ablöse, Anwert, Drucksache, Erlagschein, Obsorge, Verlas­
senschaft, Verstoß („Verlust“). Zur zweiten Gruppe zählen z. B. Beiried, Beuschel,
Buchtel, Indian, Karfiol, Kolatsche, Palatschinke, Röster, Tatschkerl.
Es ist selbstverständlich, daß es sich die Verfasser des österreichischen Wörter­
buches zur Aufgabe machen, den österreichischen Spezialwortschatz weitge­
hend zu erfassen. Die Einbeziehung gewisser mundartlicher Ausdrücke recht­
fertigt sich durch die damit ermöglichte Charakterisierung gewisser Begriffe der
österreichischen Volkskultur. Während z. B. das in anderen Bereichen des deut­
schen Sprachraumes unbekannte Wort der Heurige für „Buschenschank“ in die
Standardsprache Eingang gefunden hat, ist das etwa bei drahn („sich die Nacht
hindurch ausgelassen vergnügen“) wegen der mundartlichen Lautung nicht der
Fall. Man kann das Wort jedoch nicht einfach durch verschriftsprachlichtes dre­
hen wiedergeben. Sein häufiger Gebrauch in Texten läßt die Aufnahme ins Wör­
terbuch als sinnvoll erscheinen.
10
Vorwort

Es kommt vor, daß manche Wörter, wenngleich sie durch Laut- oder Wortgestalt
mundartlich wirken, sozusagen zu Fachausdrücken geworden sind und in Öster­
reich üblicherweise durch keinen anderen Ausdruck der Standardsprache er­
setzt werden; dies gilt z. B. für Hömdlbauer oder für Kranzljungfer.
Ihrer Entstehung nach gehört auch die deutsche Ausdrucksweise in Südtirol
zum österreichischen Deutsch. Südtiroler Besonderheiten wie Saltner für
„Weinhüter“ oder Torkel für „Weinpresse“ werden als solche mit „(SüdT)“ ge­
kennzeichnet.
Bei manchen Verben wird der österreichische Gebrauch des Hilfsverbs sein für
die Perfektbildung registriert: ich bin gesessen (dagegen in Deutschland vor­
wiegend ich habe gesessen).
Bestimmte Wörter der deutschen Standardsprache werden in Österreich anders
ausgesprochen als in Deutschland. So hat das ÖWB etwa zu verzeichnen: Kurz­
vokal z. B. in Arzt, Erde, Husten; Langvokal z. B. in Chef\ Most, rächen. Manche
Fremdwörter französischer Herkunft, beispielsweise solche, die auf -ge enden,
werden — im Gegensatz zu Deutschland — auch ohne auslautendes -e gespro­
chen, z. B. Blamage, Garage, Charge. Wörter wie Chemie, China, Chirurg spricht
man in Österreich mit [k-], in Deutschland mit [ch-] bzw. [sch-]. Auch hinsicht­
lich der Betonung sind österreichische Besonderheiten zu berücksichtigen: So
trägt das Wort Mathematik in Österreich den Ton auf der vorletzten Silbe, in
Deutschland vorwiegend auf der letzten, Kaffee und Platin sind in Österreich auf
der letzten Silbe, in Deutschland meist auf der ersten betont.
Schwergefallen ist den Verfassern der Verzicht auf die Anführung von Vor­
namen und geographischen Namen. Aufgenommen wurden aber die Namen der
österreichischen Bundesländer und der Landeshauptstädte, einige österreichi­
sche Ortsnamen, die Ausspracheprobleme bieten (z. B. Villach, Lienz), sodann
die Namen einiger österreichischer Wahrzeichen; ferner die Namen der Erd­
teile, der meisten Staaten Europas und vieler Völker.
Das ÖWB wird vermutlich — wie jedes muttersprachliche Wörterbuch — zu­
meist zum Nachschlagen der Rechtschreibung verwendet werden. Bekanntlich
ist die Rechtschreibung in Österreich keine andere als die gemeinsame Ortho­
graphie aller deutschsprachigen Länder auf der Grundlage der Reform des Jah­
res 1901. In der damaligen Festlegung waren einige Randbereiche der Recht­
schreibung ausgespart geblieben. So konnten auch in der Folge gewisse gering­
fügige Divergenzen zwischen verschiedenen Rechtschreibwörterbüchern beste­
hen bleiben oder sich herausbilden. Soweit derartiges sich auf Randbereiche be­
schränkt, ist es kein Übel, sondern kann im Gegenteil zu positiver Fortentwick­
lung der deutschen Orthographie Anstoß geben.
Wo das ÖWB Schreibweisen anbietet, die von jenen anderer Rechtschreibwör­
terbücher abweichen, verzeichnet es jeweils beide Formen (z. B. sodaß neben so
daß) — denn eine Schreibung, die im Sinne außerösterreichischer Wörterbücher
„richtig“ ist, soll nicht etwa auf Grund des ÖWB als „falsch“ beurteilt werden.
Orthographische Alternativenangebote im ÖWB können auf verschiedenen
Überlegungen beruhen:
— Wiedergabe von Besonderheiten der österreichischen Aussprache, etwa
Kücken (kurzes ü) gegenüber Küken (langes ü). Solche Fälle sind selten.
— Entschärfung von Unzukömmlichkeiten auf Grund zu starrer und schwer
11
Vorwort

durchschaubarer Rechtschreibregelungen in Randbereichen. Daher z. B. nicht


nur Päd\ago\ge, sondern auch Pä\da\go\ge; nicht nur in bezug, sondern auch in
Bezug.
— Berücksichtigung des historisch gegebenen Nebeneinanderbestehens zweier
Schreibweisen für bestimmte Wörter. Derartiges findet sich u. a. im Bereich der
Getrennt- und Zusammenschreibung, z. B. wehtun neben weh tun. Das Alterna­
tivenangebot bringt hier auch eine Verringerung von Fehlermöglichkeiten.
Vereinzelt gibt es übrigens Doppelformen auch im Bereich der Grammatik, so
etwa beim Genus, z. B. das Joghurt (auch: die oder der Joghurt); das Virus (auch:
der Virus); der Gnom, des Gnomen, die Gnomen (auch: des Gnoms, die Gnome).
*

Das österreichische Wörterbuch ist eine Gemeinschaftsarbeit, die ständig wei­


tergeführt werden muß. All den vielen, die dazu mit Anfragen, Ratschlägen, Kri­
tik und Auskünften, sei es als Fachleute oder als Gewährspersonen, beigetragen
haben, gilt der Dank der Redaktion und der Verfasser. Sie hoffen, daß die Be-
nützer dieses Werk gern und mit Erfolg gebrauchen werden. Es soll dem tradi­
tionsreichen österreichischen Deutsch jenen Platz sichern, der ihm innerhalb
des gesamtdeutschen Sprachraums zukommt.

12
ALLGEMEINER TEIL

1 KENNZEICHNUNG VON GELTUNG UND GEBRAUCH DER


STICHWÖRTER

Um sich über Geltung und Gebrauch eines Wortes völlig im klaren zu sein, ge­
nügt es nicht, dessen Aussprache, Schreibung und grammatische Bestimmungs­
stücke zu kennen. Man muß dazu auch wissen, ob das betreffende Wort der
Standardsprache („Schriftsprache“, dem „Hochdeutschen“), der Umgangsspra­
che oder einer Mundart angehört; ob es etwa in gehobenen Stil oder umgekehrt
eher in vertraulich-lässigen Plauderton paßt; ob es möglicherweise in scherzhaf­
ten oder aber z. B. in abschätzig gemeinten Äußerungen zu erwarten ist; und
derartiges mehr. In diesem Sinn versucht das ÖWB, den Benützern durch ent­
sprechende Kennzeichnung, die bestimmten Wörtern beigefügt ist, Hinweise auf
deren Verwendbarkeit in verschiedenen Situationen und Textarten zu geben. Es
liegt in der Natur der Sache, daß solche Hinweise oft nur eine ungefähre Rich­
tung zu zeigen vermögen und — allein schon um der gebotenen Kürze willen —
manche Gesichtspunkte unberücksichtigt bleiben müssen.

1.1 Sprachschichten: Standardsprache, Umgangssprache, Mundart


Von den nicht eigens gekennzeichneten standardsprachlichen Ausdrücken wer­
den im ÖWB die umgangssprachlichen und die mundartlichen durch besondere
Kennzeichnung („ugs.“, „mda.“) abgehoben.
Die Standardsprache ist jene Form des Deutschen, die im gesamten deutschen
Sprachgebiet mehr oder weniger einheitlich gebraucht wird; diese Einheitlich­
keit gilt allerdings mehr für das geschriebene Deutsch („Schriftsprache“) als für
das gesprochene. So wie in anderen Teilen des deutschen Sprachraumes gibt es
auch in Österreich eine eigene Ausprägung der deutschen Standardsprache. In
der Standardsprache ist das meiste abgefaßt, was deutsch geschrieben oder ge­
druckt wird. Mündlich verwendet man die Standardsprache dann, wenn das Ge­
sprochene sich auf einen schriftlich vorliegenden Text stützt, wie etwa beim
Vorlesen; darüber hinaus ziemlich allgemein bei formellen Anlässen, in Reden,
Vorträgen, Predigten, Nachrichtensendungen.
Die Mundarten (oder Dialekte) sind die jeweils einem bestimmten kleineren Ge­
biet eigenen Ausprägungen des Deutschen. In Österreich und Süddeutschland
ist die Mundart für viele Menschen die erste und eigentliche Muttersprache.
Man gebraucht sie besonders daheim und im engeren gesellschaftlichen Um­
kreis.
Mundart wurde und wird auch für Dichtung verwendet; so z. B. im Text der oberösterrei­
chischen Landeshymne von Franz Stelzhamer: Hoamatländ, Hoamatländ, i hä(n) dih so
gern uriar a Kinderl sei Muada, a Hünderl sein Herrn (...).

13
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter

Besonders im ländlichen Raum ist die Sprachschicht „Mundart“ aufzugliedern in Grund­


mundarten (Basisdialekte) mit engem und Verkehrsmundarten (Verkehrsdialekte) mit
weiterem Verbreitungsgebiet. Oft findet man beide im selben Ort: die Grundmundart z. B.
eher bei Bauern und älteren Leuten, die Verkehrsmundart eher bei Arbeitern und der
jüngeren Generation. In den vorhin zitierten Anfangsworten des Stelzhamerschen Ge­
dichtes gehört die Form i hä(n) (= „ich habe“) einer Grundmundart an; die entsprechende
verkehrsmundartliche Form wäre i hab. Ein weiteres Beispielpaar wäre: es kemmts — ihr
(oder es) kummts (= „ihr kommt“).
Ist ein Wort als mundartlich gekennzeichnet, ohne daß eine nähere Angabe es
einem bestimmten Gebiet Österreichs zuweist, so kann angenommen werden,
daß der betreffende Ausdruck im gesamten bairisch-österreichischen Dialekt­
raum Österreichs geläufig ist, z. B. ällerweil, bacherlwärm, Filzpätschen, gachf
Liegerstatt, Madl, Ratz, stad. (Siehe auch S. 15, 1.2.1.)
Umgangssprache nennt man eine Sprachschicht, die zwischen Standardsprache
und Mundart liegt. Das gilt sowohl für die äußere Gestalt vieler Wörter als auch
allgemein für die Anlässe des Gebrauchs von Umgangssprache.
Zu den Wortgestalten: Die vorhin angeführten Beispielformen (für „ich habe“, „ihr
kommt“) würden in der Umgangssprache weiter Teile Österreichs lauten: ich hab oder ich
hab, ihr kommts. Hier und vielfach sind umgangssprachliche Formen als Ergebnis einer
gegenseitigen Annäherung zwischen standardsprachlicher und mundartlicher Form auf­
zufassen. Beispiele für umgangssprachliche Wörter dieser Art: ein bißl, eh, Mucken,
Reindl, ’runter.
Umgangssprache wird verwendet, wenn Standardsprache zu steif und Mundart
zu vertraulich wäre. Sie hat mit der Mundart gemeinsam, daß sie viel öfter
mündlich als schriftlich vorkommt — etwa in familiär gehaltenen Briefen oder
bei wörtlicher Wiedergabe von direkter Rede. Andererseits wird Umgangsspra­
che in großen Landesteilen relativ einheitlich gesprochen. Das macht sie gegen­
über den Mundarten (auch den Verkehrsmundarten) zu einem neutraleren, wei­
ter reichenden Verständigungsmittel. (Manche umgangssprachliche Wörter, wie
kaputt, kriegen, sind sogar dem ganzen deutschen Sprachgebiet eigen.)
Ein Unterschied im Gebrauch von Mundart und Umgangssprache besteht zwischen dem
Westen und dem Osten Österreichs insofern, als im westlichen Österreich die heimische
Mundart höheres gesellschaftliches Ansehen genießt als im östlichen. So ist etwa in Tirol
mundartliche Ausdrucksweise auch bei manchen Anlässen zu hören, bei denen z. B. in
Niederösterreich eher Umgangssprache gebraucht wird.
Die einzelnen Sprachschichten, also Standardsprache — Umgangssprache — Verkehrs­
mundart — Grundmundart, sind untereinander nicht scharf abgegrenzt, und es gibt zwi­
schen ihnen gewisse Ubergangsformen. Außerdem „schaltet“ man oft beim Reden je nach
Situation, Thema und Stimmung von einer Sprachschicht bzw. -ebene zu einer anderen
und auch wieder zurück.
Die meisten Österreicher, soweit sie nicht Mundart verwenden, reden im Alltag
Umgangssprache (nicht Standardsprache). Im Vergleich mit der Standardspra­
che (dem „Reden nach der Schrift“) wirkt Umgangssprache weniger hochtra­
bend, weniger anspruchsvoll, eher schlicht, familiär und ungezwungen.
Ihr sind auch viele Ausdrücke zuzurechnen, die — ohne notwendigerweise mundartlich ge­
färbt zu sein — eben jenen schlichteren, familiäreren Gebrauchswert aufweisen, z. B. sich
erfangen, Geriß, radeln, sowieso; mitunter handelt es sich um Wörter, die gegenüber stan­

14
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter

dardsprachlicher Ausdrucksweise als „inoffizielle“ Vereinfachungen erscheinen, wie Fi­


nanzer, Krimi, Metaller (Gewerkschafter), Raucher (im Sinne von Raucherwaggon, Rau­
cherabteil), Ruheständler (Pensionist).
Es hängt mit dem zwanglosen, unformellen Charakter des Gebrauches der Um­
gangssprache zusammen, daß viele umgangssprachliche Ausdrücke zugleich
auch in stilistischer Hinsicht Merkmale tragen, auf die im ÖWB durch die Kenn­
zeichnung „salopp“ („sal“) hingewiesen wird (z. B. fadisieren, mies). (Vgl. S. 16 ff.,
1.3.) Eine scharfe gegenseitige Abgrenzung ist dabei oft unmöglich; demgemäß
tragen viele Wörter die Kennzeichnung „ugs. sal“. Nicht wenige umgangs­
sprachliche Wörter sind stilistisch als abwertend („abw.“, z. B. Revoluzzer) oder
als scherzhaft („scherzh“, z. B. Strohwitwe) bezeichnet. (Vgl. S. 16 ff., 1.3.) Daß
aber umgangssprachliche Ausdrücke auch stilistisch neutral sein können,
zeigen Beispiele wie Finanzer, schupfen, eh, sowieso.

1.2 Räumliche Verbreitung und sprachliche Zugehörigkeit von


Wörtern
1.2.1 Räumliche Verbreitung
Wörter, die vorwiegend in einem bestimmten Teil Österreichs zu finden sind,
werden entsprechend bezeichnet, z. B. Fasnacht (T, V = in Tirol, Vorarlberg), in­
nert (V), Strankerl (K = Kärnten), Ludler (St = Steiermark); ebenso z. B.
Saltner (SüdT = Südtirol).
Die jahrhundertelange Stellung Wiens als Hauptstadt des Staates hat zur Folge,
daß viele ursprünglich wienerische Ausdrücke auch in den Sprachgebrauch an­
derer Teile Österreichs Eingang gefunden haben. In gleichem Sinn wirkt sich
die Ausstrahlung Wiens in Verwaltung, Verkehr, Medien und Literatur aus.
Wenn infolgedessen das ÖWB viele „wienerische“ Ausdrücke enthält, kann daraus nicht
schon auf eine — von den Verfassern nicht beabsichtigte und oft nur scheinbare — „Wien­
lastigkeit“ des Wörterbuches geschlossen werden.
Auf größere Verbreitungsgebiete innerhalb Österreichs weisen die Kennzeich­
nungen als „westösterreichisch“ bzw. als „ostösterreichisch“ hin: Metzger (west-
öst.), Fleischhauer (ostöst.)
Alle diese Kennzeichnungen gehen zumeist, aber nicht notwendigerweise, Hand in Hand
mit einer Kennzeichnung als „umgangssprachlich“ oder „mundartlich“. (Vgl. S. 13 ff., 1.1.)
Die Kennzeichnung „landschaftlich“ („landsch.“) wird verwendet, wenn ein
Wort, ohne ausgesprochen mundartlich oder umgangssprachlich zu sein, in ver­
schiedenen, aber nicht in allen Teilen Österreichs auftritt, z. B. Kaluppe, Kaser.

1.2.2 Sprachliche Zugehörigkeit


Wörter, die speziell dem „Binnendeutschen“, das heißt dem Sprachgebrauch
Deutschlands, angehören, werden mit Stern (*) gekennzeichnet. Dazu zählen
Ausdrücke, die den Österreichern nur in Literatur oder Fernsehen, in Güterver­
kehr und Tourismus begegnen, wie z. B. Bindfaden, einsitzen, plätten, der
Quark; dann aber auch solche, die bereits in österreichischen Gebrauch einge­

15
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter

drungen sind, wie z. B. Sahne, Tomate, ohne aber das in großen Teilen Öster­
reichs heimische Wort (Obers, Paradeiser) verdrängt zu haben. Viele solcher
Wörter gehören außerdem der Umgangssprache an (vgl. S. 13 ff., 1.1): Klamauk,
pusten, quengeln, Schnulze.
Bei fremdsprachlichen Ausdrücken, z. B. lateinischen, französischen, italieni­
schen, englischen, wird die Herkunft nur dann vermerkt, wenn sie aus mehr als
nur einem Wort bestehen, z. B. ad hoc, persona non grata; Pommes frites, vis-ä-
vis; per saldo; Public Relations, UNO (United A/ations Organization).

15 Stilistische Verwendbarkeit von Ausdrücken


Der stilistische Wert eines Ausdrucks ergibt sich oft lediglich aus dem Text­
oder Situationszusammenhang (z. B. eine schöne Bescherung, ironisch gemeint).
Mit vielen Wörtern jedoch ist eine bestimmte stilistische Abschattung fest ver­
bunden. In solchen Fällen versucht das ÖWB, wenigstens einige besonders
wichtige Stilwerte durch entsprechende Kennzeichnung zu erfassen und von
den „Normalfällen“, den stilistisch neutralen, unmarkierten Wörtern, abzuset­
zen. Diese Kennzeichnungen sind: „gehoben“ (geh.), „salopp“ (sal.), „scherzhaft“
(scherzh.), „abwertend“ (abw.), „verächtlich“ (verächtl.), „derb“. Dazu im folgen­
den Näheres.
Mit der Kennzeichnung mancher Wörter als „gehoben“ ist gemeint, daß solche
Ausdrücke nach dem Empfinden vieler Sprachteilhaber gleichsam „über“ eine
stilistisch neutrale, einfache Darstellungsweise „hinausgehoben“ sind.
Natürlich besagt das nicht, daß sie dämm auch überall „besser“, „richtiger“ oder „schöner“
wären als nicht gekennzeichnete Wörter. Hier wie auch sonst gilt, daß jeder Ausdruck nur
innerhalb der zu ihm gehörenden Umgebung (Situation, Absicht, Textart...) angemessen
sein kann.
Im übrigen ist zu beachten, daß es sich bei „gehoben“ um einen weiten und in
sich wieder in mancherlei Abschattungen gegliederten Bereich handelt. Er um­
faßt das, was man als „gewählte“ oder gar „hochgestochene“ Ausdrucksweise
charakterisieren könnte, sowie Wörter, die man einer „feierlichen“ oder „dichte­
rischen“ Stilebene zuordnen würde. Beispiele: Aar, sich erkühnen, Genüge tun,
Gosse, immerdar, die Lande, monieren, rigid, sühnen. Manche dieser Ausdrücke
dienen dazu, einen als negativ empfundenen Sachverhalt mildernd, verhüllend,
beschönigend zu umschreiben, z. B. entseelt, die sterblichen Überreste, der Ver­
blichene. Bei manchen Wörtern ist es ihr altertümliches Gepräge, das sie als „ge­
hoben“ erscheinen läßt, z. B. kleinmütig, Sendschreiben.
Es besteht also ein gewisser Zusammenhang zwischen der stilistischen Kennzeichnung
als „gehoben“ und der zeitlichen Kennzeichnung als „veraltet“ (t) — vgl. S. 18, 1.4; z. B.:
von dannen, darob, dermalen.
Gebraucht man einen „gehobenen“ Ausdruck in einem Zusammenhang, in den
er seinem Stilniveau nach nicht hineinpaßt, so kann das oft eine (beabsichtigte
oder auch ungewollte) scherzhafte Wirkung auslösen; ebendarum können solche
Ausdrücke auch in ironischem oder selbstironischem Sinn gebraucht werden.
Beispiele: ich speise (statt: ich esse); mein Gemahl (statt: mein Mann).
16
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter

In gewisser Weise das Gegenstück zu den „gehobenen“ Ausdrücken sind jene,


die das ÖWB als „salopp“ bezeichnet. Man empfindet sie als „unterhalb“ des Stil­
niveaus neutraler, stilistisch unmarkierter, in jeder Situation (oder jedermann
gegenüber) verwendbarer Ausdrucksweise liegend. Der Bereich des „Saloppen“
— der wieder mannigfache Nuancierung umfaßt — ließe sich auch umschreiben
als eine mitunter betont zur Schau getragene, gewollt lässige, lockere Haltung
des unbekümmerten Sich-gehen-Lassens, die sich im sprachlichen Ausdruck zu
erkennen gibt. Beispiele: flunkern, Kautschukparagraph, schiefgehen, schleier­
haft, Schnapsidee, auf etwas versessen sein, verteufelt, witzlos.
Eine solche Ausdrucksweise ist an sich nichts Negatives, sondern hat ihre un­
verzichtbare Funktion im sprachlichen Verhalten der Menschen und verleiht
dem Stil oft Unmittelbarkeit, Wärme und Farbe. Es ist bloß — im eigenen Inter­
esse — wichtig, zu wissen, in welchen Situationen und Sinnzusammenhängen
sowie wem gegenüber „saloppe“ Ausdrücke am Platz sind und wann sie es nicht
sind.
Wie schon (S. 13 ff., 1.1) erwähnt, besteht ein enger, obwohl nicht zwingender Zusammen­
hang zwischen der stilistischen Kennzeichnung „salopp“ und der Kennzeichnung „um­
gangssprachlich“. Beiden ist das Ungezwungene gemeinsam.

Innerhalb des Bereiches der stilistischen Kennzeichnungen ist das „Saloppe“,


Unbekümmerte einerseits dem „Scherzhaften“, andererseits dem »Abwerten­
den“ benachbart (und von beiden nicht scharf abgrenzbar).
Die Kennzeichnung „scherzhaft“ tragen im ÖWB solche Wörter, bei deren Ge­
brauch — oft aufgrund eines ursprünglich humoristisch gemeinten Bildes oder
Vergleiches — ein Unterton von heiterer Stimmung mitschwingt, z. B. Dreikä­
sehoch, Pantoffelheld, das Tanzbein schwingen. Darum passen Wörter dieser Art
in fröhliche oder launige Zusammenhänge, aber nicht in nüchternen oder ern­
sten Stil.
Als „abwertend“ sind Wörter gekennzeichnet, mit denen der Sprechende oder
Schreibende eine gefühlsmäßige Mißbilligung oder Ablehnung für die Person,
Eigenschaft, Sache oder Handlung, die das Wort bezeichnet, zum Ausdruck
bringt. Beispiele: bigott, Bonze, Quacksalber, Satellitenstaat, Schindmähre.
Wörter, die einen noch stärkeren Grad der Gefühle von Ablehnung und Gering­
schätzung, und zwar gegenüber Personen, wiedergeben, sind im ÖWB mit der
Kennzeichnung „verächtlich“ versehen, z. B. Mob, Untermensch. Beim Gebrauch
solcher Ausdrücke ist Zurückhaltung geboten.
Mit der Kennzeichnung „derb“ sind Wörter versehen, mit denen der Sprecher
oder Schreiber eine „niedrige“ Ebene des Gefühlsausdruckes sucht und sich ab­
sichtlich von „vornehmer“, „gepflegter“ Ausdrucksweise möglichst weit entfernt.
Derb — oder mit anderen Worten „unfein“, „ordinär“, „vulgär“ — ist dabei also
die Ausdrucksabsicht und nicht die Sache an sich, ebensowenig wie die äußere
Form eines Wortes an sich „derb“ sein kann. Das Wörterbuch hat solche Wörter
zu verzeichnen, weil sie in der sprachlichen Wirklichkeit existieren; es empfiehlt
ihren Gebrauch nicht, sondern rät im Gegenteil mittels der Kennzeichnung
„derb“ zur Vorsicht. Beispiele: kotzen, Rotz, verludern lassen, versoffen.
Im übrigen gilt für viele der als derb, verächtlich oder abwertend gekennzeich­
neten Wörter, daß sie in bestimmten Sprechsituationen auch anerkennend ge­

ll
Kennzeichnung von Geltung und Gebrauch der Stichwörter

meint sein können (z. B. Du kleiner Schuft!). Und umgekehrt können Ausdrücke,
die keine solche „negative“ Kennzeichnung tragen, unter Umständen in man­
chen Fällen aggressiv oder verletzend wirken (z. B. Sie sind mir ein feiner Kava­
lier!). Entscheidend sind letzten Endes der Tonfall, der Sinnzusammenhang, die
Beziehungen zwischen den Gesprächspartnern und das Taktgefühl.

1.4 Veraltete Wörter oder Dinge


Veraltete Ausdrücke, die in der heutigen Sprache normalerweise nicht mehr
Vorkommen, aber in älteren Texten und mitunter auch heute noch dann anzu­
treffen sind, wenn sie zur Erzielung von Zeitkolorit, dichterischer oder altertü-
melnder Stilwirkung dienen, werden mit t gekennzeichnet. Beispiele: Barde,
Eidam, Schächer, vermaledeit. Manche Wörter dieser Art sind noch in der älte­
ren Generation lebendig, z. B. kommod, Bettgewand.
Davon zu unterscheiden — wenn auch nicht in jedem einzelnen Fall scharf ab-
grenzbar — sind Ausdrücke, die eine heute nicht mehr bestehende Einrichtung
oder Sache benennen. Veraltet ist dann nicht das betreffende Wort als solches,
sondern sein Inhalt. Wörter dieser Art werden auch heute noch gebraucht, wenn
von der damit gemeinten, der Vergangenheit angehörenden Sache die Rede ist.
Die Kennzeichnung im ÖWB erfolgt durch Vermerke wie „früher“ oder Hin­
weise auf die entsprechende Zeitepoche. Beispiele: Leibeigener, Mundschenk,
Muskete, Robot, Suffragette.
In der geschichtlichen Entwicklung der Sprache kommt es häufig vor, daß Wörter zwar als
solche erhalten bleiben, aber ihre Bedeutung und stilistische Färbung stark ändern. So be­
deutete im Mittelalter Frau (frouwe) nur Herrin, Dame; Weib (unp) entsprach Frau, Ehe­
frau; Magd (maget): Jungfrau, Mädchen; Pfaffe (pfaffe): Geistlicher, Pfarrer; Mut (muot):
Gesinnung, Charakter, Stimmung, Seele; fahren (vam): reisen, wandern, gehen, sich fort­
bewegen; mögen (mugen): vermögen, können. Noch bei Goethe bedeutet Bube: Schuft.

1.5 Wörter aus Fachgebieten


Viele Ausdrücke gehören weniger dem allgemeinen Wortschatz (der Gemein­
sprache), sondern eher dem fachsprachlichen Wortschatz (Fachwortschatz)
eines bestimmten Sachgebietes oder beruflichen Tätigkeitsbereiches an. Fach­
ausdrücke und zugleich die Bezeichnung des Sachgebietes, dem sie entstam­
men, bringt das ÖWB namentlich dann, wenn solche Ausdrücke auch in der All­
tagssprache verhältnismäßig oft anzutreffen sind. Beispiele: EKG, Fliegenge­
wicht, grippal, hieramts, polyphon.
Die Benützer des ÖWB mögen beachten, daß Fachausdrücke aus bestimmten
einzelnen Fachgebieten nicht (bzw. nicht nur) im Wörterbuchteil, sondern in be­
sonderen Abschnitten des ÖWB zu suchen sind; das gilt für Benennungen von
grammatikalischen und sprachwissenschaftlichen Begriffen (S. 73 ff.), Maßen
und Gewichten (S. 118), chemischen Elementen (S. 120 f.) sowie österreichischen
akademischen Graden (S. 114 f.).

18
2 GRUNDSÄTZE DER DEUTSCHEN RECHTSCHREIBUNG

2.1 Unsere Sprache hat — ebenso wie viele andere europäische Sprachen —
ihre Schrift, die lateinischen Buchstaben, von den Römern entlehnt. Die Ge­
schichte des geschriebenen Deutsch setzt ungefähr mit dem 8. Jahrhundert
n. Chr. ein. Seine Rechtschreibung hat sich im Lauf von Jahrhunderten allmäh­
lich herausgebildet und ist 1901 aufgrund von Vereinbarungen zwischen den
deutschsprachigen Staaten vereinheitlicht worden.

2.2 Eine Rechtschreibung oder Orthographie ist eine von Menschen getroffene
Regelung; sie kann Mängel enthalten und kann, wie sie durch Übereinkunft ent­
standen ist, auch durch Übereinkunft verändert werden (Orthographiereform).
Der Wert einer einheitlichen und konsequent eingehaltenen Rechtschreibung
für die schriftliche Verständigung und damit für die Einheit der Standardspra­
che ist offenkundig. Aber mindestens ebenso wichtig wie orthographische Ge­
nauigkeit sind beispielsweise die Treffsicherheit im Wortschatz und die Ge­
wandtheit des Ausdrucks. Durchaus verfehlt wäre es, vollendetes Rechtschreib­
können etwa zum alleinigen Maßstab für Bildung und gesellschaftliche Wert­
schätzung machen zu wollen.

23 Unsere Schrift ist eine Buchstabenschrift. In einer solchen Schrift soll


— dem Prinzip nach — je eine Schriftzeichen-Einheit je eine lautliche Einheit
wiedergeben. So stehen z. B. im Wort dick die Schriftzeichen-Einheiten d, i, ck
für die lautlichen Einheiten /d/f /i/, /7c/. Statt „Schriftzeichen-Einheit“ sagt man
oft „Graphem“ [-fern], statt „lautliche Einheit“ ist der Ausdruck „Phonem“ \fo-
nem] gebräuchlich.
Ein Graphem in diesem Sinn kann aus einem Buchstaben, wie d, i, oder aus einer Buch­
stabenfolge, wie ck, ch, sch, bestehen. — Ein Phonem umfaßt jeweils alle Lautvarianten
oder -nuancen, die man untereinander austauschen könnte, ohne daß dadurch ein Wort
unverständlich oder zu einem anderen Wort wird: So kann im Wort Rat das erste Phonem,
nämlich /r/, beliebig als Zungenspitzen- oder als Zäpfchen-r-Laut ausgesprochen werden;
das zweite Phonem, langes /a/, kann man hell oder dumpf aussprechen, ohne daß das
Wort dadurch unverständlich würde. Wenn man aber /r/ mit /t/ vertauscht oder /a/ mit
lol, so ergeben sich andere Wörter: Tat, rot. Die Zahl der möglichen Abschattungen von
Lauten in einer Sprache ist unüberschaubar groß; die Zahl der Phoneme aber ist begrenzt:
im Deutschen sind es gegen 40.
Die Art und Weise, wie im Deutschen die Buchstaben und Buchstabenfolgen
den Phonemen zugeordnet sind, ist mitunter recht kompliziert. Das kommt zum
Teil daher, daß unsere Rechtschreibung mehreren Grundsätzen oder Prinzipien
folgt, deren Auswirkungen einander oftmals durchkreuzen.

2.4 Unter „orthographischen Prinzipien“ verstehen wir Gesichtspunkte, die


eine Begründung oder Rechtfertigung dafür liefern, weshalb ein bestimmtes
19
Grundsätze der deutschen Rechtschreibung

Wort orthographisch so und nicht anders geschrieben wird. (Zum Beispiel:


Warum Mann mit M und nn, aber man mit m und n? Warum Männer mit ä?
Warum Physik mit ph und yl) Orthographische Prinzipien können auf verschie­
dene Weise beschrieben, gegeneinander abgegrenzt und benannt werden; eine
Möglichkeit ist die in den folgenden Punkten 2.4.1 bis 2.4.7 dargestellte.

2.4.1 Phonologisches (phonematisches) Prinzip


Dieses orthographische Prinzip ist das grundlegende und ursprüngliche; es be­
sagt, daß im Idealfall je einem Phonem ein Graphem zugeordnet sein sollte. Von
dem Grundsatz der Eins-zu-eins-Zuordnung zwischen Phonemen und Graphe­
men gibt es aber viele Abweichungen. Beispielsweise wird das Phonem /f/ durch
die Grapheme /, v und ph wiedergegeben (Fisch, Vogel, Philosophie); anderer­
seits steht das Graphem v sowohl für /f/ (Vater, brav) als auch für Iw/ (Violine,
bravo). Das Graphem x bezeichnet die Phonemfolge /k/ + /s/, die andererseits
aber auch durch chs, ks, cks, gs dargestellt wird (Hexe, wachsen, links, Klecks,
flugs).
Ein weiterer Bereich, wo keine einfache Zuordnung zwischen Aussprache und Schreibung
vorliegt, ist die Bezeichnung, von Länge und Kürze der Vokale:
Vokallänge wird bezeichnet durch:
— Verdopplung des Vokalbuchstabens (Meer, Moor, Saal, Haar, aber: Säle, Härchen);
— nachgestelltes h (Wahl, mehr, Mohr, dehnen);
— nachgestelltes e, nur nach i (hier, Liebe)
oder bleibt unbezeichnet (Tal, wer, Poren, denen, wir, Bibel, Sprache, sie holt).
Vokalkürze wird bezeichnet durch:
— Verdopplung des folgenden Konsonantenbuchstabens (Sinn, Schritt, Mann, Egge);
— besondere Buchstabenverbindungen (Sack, schicken, Satz, setzen)
oder bleibt unbezeichnet (in, mit, man, sprechen, Gewalt).
Viele Abweichungen vom phonologischen Prinzip lassen sich damit erklären,
daß die Schreibung in solchen Fällen durch ein anderes orthographisches Prin­
zip beeinflußt wird.

2.4.2 Morphologisches (morphematisches) Prinzip (Stammschreibung)


Dieser orthographische Grundsatz, der in der deutschen Orthographie eine
große Rolle spielt, besteht darin, daß ein Wortstamm, der in mehreren Wortfor­
men oder Wörtern vorkommt, jeweils soweit wie möglich auf übereinstimmende
Weise geschrieben wird. So schreibt man z. B. in Rad den letzten Laut als d, ob­
wohl er wie [t] klingt, und in Räder, Rädchen den betonten e-Laut als ä. Auf diese
Weise wird der Zusammenhang zwischen den Wortformen besser veranschau­
licht, als wenn man, der Aussprache folgend, Rad mit t und Räder mit e (und
Rädchen mit e, t) schriebe. Ebenso schreibt man den stimmlosen s-Laut in er
reist als s, weil diese Form zu reisen gehört, aber in er reißt als ß wegen der Zuge­
hörigkeit zu reißen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß sich der Zu­
sammenhang zwischen verwandten Wortformen besser erkennen und der Sinn
leichter erfassen läßt, wenn das ihnen gemeinsame Morphem (sprich: morfem,

20
Grundsätze der deutschen Rechtschreibung

das ist die kleinste bedeutungstragende Einheit) jeweils in gleicher oder ähnli­
cher Gestalt auftritt.
Mitunter deutet übereinstimmende Schreibung in zwei Wörtern darauf hin, daß
zwischen ihnen ein sprachgeschichtlicher Zusammenhang besteht oder daß sie
gleiche Wortherkunft (Etymologie) haben; dann kann man von etymologischem
Prinzip sprechen. Beispiele: Ärmel, häßlich, Gebäude mit ä, äu wegen der Her­
kunft von Army hassen, bauen (a, au); weg in der Bedeutung „fort“ wird mit g ge­
schrieben (trotz der Aussprache [k])t weil es vom Nomen (Substantiv) der Weg
kommt.
Allerdings werden manche Wörter trotz gemeinsamer Herkunft verschieden geschrieben,
z. B. füllen (trotz voll), Eltern (trotz alt, älter), schneuzen (trotz Schnauze), behende (trotz
Hand, Hände), fertig (trotz Fahrt — die ursprüngliche Bedeutung war „zur Fahrt bereit“),
Gewinst (trotz Gewinn). In einigen Fällen ist die unterschiedliche Schreibung damit zu er­
klären, daß der Bedeutungszusammenhang der Wörter nicht mehr offenkundig ist.

2.4.3 Prinzip der Originalschreibung von Fremdwörtern


(historisches Prinzip)
Es handelt sich um ein Prinzip, das häufig die Ursache ungewöhnlicher Schreib­
weisen ist: Fremdwörter werden oft zum Teil oder zur Gänze so geschrieben wie
in ihrer Herkunftssprache, z. B. Couch, charmant, Tourist; Kommunique. Hieher
zählen auch die vielen Wörter, in denen der w-Laut als v geschrieben wird,
ebenso die Wörter auf -tion (gesprochen -tßion); nicht zuletzt auch die dem Grie­
chischen entnommenen Wortstämme, die aufgrund ihrer Vermittlung durch das
Lateinische ein ch, ph, th, rh oder y enthalten.

2.4.4 Prinzip der Wortunterscheidung (semantisches Prinzip)


Der Umstand, daß einer Lautform zwei verschiedene Schreibungen zugeordnet
sein können, wird mitunter dazu genutzt, gleichlautende Wörter im Schriftbild
voneinander zu unterscheiden. Beispiele: wieder (noch einmal) — wider (gegen),
das (Artikel, Pronomen) — daß (Konjunktion), Wagen (Fahrzeug) — Waagen (PI.
von Waage), Wahl (zu wählen) — Wal (Meerestier).
Dieser orthographischen Unterscheidung ist für das Verstehen in der Praxis nur wenig
Gewicht beizumessen, wie die Gleichschreibung von Wörtern zeigt, die so unterschiedliche
Bedeutung haben wie das Tor (Haustor) — der Tor (Tölpel); der Ton (Erde) — der Ton
(Laut); der Grund (Boden) — der Grund (Ursache); das Schloß (Gebäude) — das Schloß
(Absperrvorrichtung) und zahlreiche andere Gl eich Schreibungen; die Bedeutung ergibt
sich bei diesen Wörtern aus dem Textzusammenhang und der Gesprächssituation meist
unmißverständlich.
Übrigens kommt Verschiedenschreibung gleichlautender Wörter oft auch durch
die Anwendung anderer orthographischer Prinzipien zustande, z. B. Rat — Rad,
Feld — fällt, ist — ißt, Mann — man, Kaffee — Cafe, Kuh — Coup, Kot — Code.
Dem semantischen Prinzip folgt mitunter auch die Unterscheidung von getrennt
und zusammen geschriebenen Ausdrücken, z. B. bekanntmachen (kundtun),
21
Grundsätze der deutschen Rechtschreibung

aber: bekannt machen (gegenseitig vorstellen); Sitzenbleiben (die Klasse wieder­


holen), aber: sitzen bleiben (nicht aufstehen); freihalten (z. B. die Einfahrt nicht
verstellen), aber: frei halten (die Rede frei — ohne schriftliche Unterlage — hal­
ten).
Das gleiche Prinzip der orthographischen Wortunterscheidung ist auch wirksam
bei der Großschreibung von nichtnominalen (nichtsubstantivischen) Wörtern
am Anfang eines Eigennamens, z. B. die Innere Stadt (Name eines Stadtbezirks),
der Große Ozean (Name eines Weltmeeres).

2.4.5 Grammatikalisches Prinzip


Aufgrund des grammatikalischen Prinzips werden im Deutschen Wörter einer
bestimmten Wortart, nämlich die Nomen (Substantive), durch große Anfangs­
buchstaben gekennzeichnet.
Die Schwierigkeit, die mit dieser Regelung verbunden ist, besteht hauptsächlich darin,
daß es zahlreiche Grenzfälle gibt, wo es zweifelhaft sein kann, ob man es mit einem No­
men (Substantiv) zu tun hat oder nicht.

2.4.6 Graphotaktisches Prinzip (Prinzip zulässiger und unzulässiger


Buchstabenfolgen)
Manche Besonderheiten der deutschen Rechtschreibung beruhen darauf, daß
bestimmte Buchstabenfolgen entweder überhaupt oder an manchen Stellen
eines Wortes als unzulässig gelten. Beispiel: Säle, Pärchen (zu Saal, Paar), da der
Buchstabe ä nicht verdoppelt werden kann. Andere solcher Rechtschreibregeln
haben infolge des Wirkens anderer orthographischer Prinzipien nur begrenzte
Geltung, so z. B. die Regel, daß ss nicht vor Konsonantenbuchstaben und nicht
am Wortende stehen darf — denn ausgenommen sind manche Eigennamen und
einige Wörter aus dem Englischen, z. B. Kolsass (in Tirol), Miss (neben Miß).

2.4.7 ökonomisches Prinzip (Prinzip der Sparschreibung)


In manchen kurzen und besonders häufigen Wörtern, wie Artikeln, einigen Pro­
nomen, Präpositionen und Formen von Hilfsverben, wird die Verdopplung eines
Konsonantenbuchstabens, die normalerweise zur Anzeige des vorhergehenden
kurzen Vokals dient, „eingespart“; so in den Wörtern das, des, es, was, man, in,
im, an, am, um, bin, hat
Das Prinzip der Sparschreibung ist auch wirksam beim Zusammentreffen
von drei gleichen Konsonantenbuchstaben in Wortzusammensetzungen, z. B.
Schiffahrt, Brennessel (vgl. aber S. 41, 6).

2.5 Eigennamen

2.5.1 Die Schreibung mancher Eigennamen — abgesehen von den fremd­


sprachlichen — weicht von den allgemeinen Rechtschreibregelungen ab. Das
gilt besonders für Personen- und geographische Namen, wie z. B. Roswitha,
22
Grundsätze der deutschen Rechtschreibung

Günther, Curt, Goethe, Nietzsche, Trauttmansdorff, Roessler, Weiss, Weihs, Bis­


marck, Landegg, Spittal, Steyr, Thaya, Ybbs, Rhein, Bayern, Württemberg, Liech­
tenstein; ferner für Namen von Firmen und Markenartikeln.

2.5.2 In deutschen Ortsnamen Österreichs wird fast ausnahmslos


— der Buchstabe v als [/] ausgesprochen (nicht als [w]) und
— der Buchstabe y als [i] ausgesprochen (nicht als [ü]). Beispiele:
Veitsch, Velden, Vent, Viktring, Villach, Bad Vöslau; Ybbs, Ybbsitz, Ysper. (Das­
selbe gilt übrigens für v und y in den meisten Ortsnamen im süddeutschen
Sprachraum auch außerhalb Österreichs, z. B. Vilshofen, Schwyz.)
In einigen Ortsnamen steht die Schreibung ie für den mundartlichen Diphthong
[ie], z. B. Dienten, Diex, Mieming. Hingegen wird Lienz in der Standardsprache
zweisilbig, also [lilentß], ausgesprochen.
Mit der Schreibung ue ist die mundartliche Aussprache [üe] gemeint, so z. B. in
Paß Lueg. Das trifft auch für Familiennamen wie Hueber, Huemer, Lueger zu; bei
diesen hat sich allerdings die (eigentlich gekünstelte) Aussprache mit [u\e]
durchgesetzt, weil der Diphthong [üe] im Lautsystem der neuhochdeutschen
Schriftsprache nicht vorkommt.
Ähnlich verhält es sich mit der Schreibung gg in Namen wie Brugger, Eggen­
burg, Rosegger, Waggerl. Mit gg ist hier eigentlich ein (unbehauchter) k-Laut ge­
meint, also: [bruker], [eken-], [roseker] oder [röseker], [wgkerl]. Daneben ist aber
heute auch die Aussprache mit [g] verbreitet.

2.5.3 Bei Eigennamen aus Norddeutschland ist zu beachten: -ow am Wortende


wird als unbetontes langes [o] gesprochen, z. B. Flotow [flotg], Pankow [pänko];
oe steht manchmal für [o], ui für [ü], z. B. Soest [soßt], Duisburg [düs-].

23
REGELTEIL

3 GROSS- UND KLEINSCHREIBUNG

Ist man nicht sicher, ob ein Wort mit großem oder mit kleinem Anfangsbuchsta­
ben geschrieben wird, und gibt das Wörterverzeichnis darüber keine Auskunft,
so entscheide man nach ähnlichen Fällen.

3.1 Großschreibung
(Vgl. auch S. 30 f„ 3.3, und S. 32, 3.4.)

Mit großem Anfangsbuchstaben schreibt man:

3.1.1 Alle Nomen (Substantive)


3.1.1.1 Alle „wirklichen“ Nomen (Substantive, Konkreta wie Abstrakta), also
Bezeichnungen für Menschen, Tiere, Pflanzen, Dinge, Begriffe: Mann, Katze,
Blume, Haus, Luft, Physik, Salzburg, Jahr, Freude.
3.1.1.2 Manche erkennt man schon an der Nachsilbe: Wahrheit, Heiterkeit,
Traurigkeit, Kenntnis, Trübsal, Häcksel, Eigenscha/t, Wachstum, Lösung.
3.1.1.3 Auch in besonderen Fällen (feststehenden Ausdrücken, Verbindungen
von Nomen und Verb, verblassenden Nomen) wird groß geschrieben, z. B.:
Abstand nehmen, in Anbetrachtaus Anlaß, viel Aufhebens machen, Bedacht
nehmen, im Begriff sein, von Belang sein, in Betracht kommen, rum Dank,
Dank schulden, zu Ehren, uon Erfolg sein, Flöte blasen, Folge leisten, zu Füßen,
zu Gebote stehen, Gefahr laufen, zu Gemüte führen, Genüge tun, Halt gebieten,
Hand anlegen, zu Häupten, zu Herzen nehmen, Hungers sterben, in Kraft tre­
ten, in Kürze, außer Landes gehen, wegen Mangels, im Namen, zur Neige ge­
hen, zu Paaren treiben, Platz greifen, zu Rate ziehen, Rechnung tragen, zu
Recht bestehen, mit Rücksicht, Staat machen, im Stich lassen, zum Teil, in Ver­
ruf geraten, zu Werke gehen, Wort halten, zum Zwecke.

3.1.2 Nominal (substantivisch) gebrauchte Wörter

3.1.2.1 Nominalisierte (substantivierte) Verben: das Lesen, der Vermerk „Ein­


schreiben“ der Augenblick zum Handeln, beim Spielen (vgl. dazu die klein ge­
schriebenen Infinitive mit „zu“, S. 28, 3.2.1.1).
3.1.2.2 Nominalisierte Partizipien: Eingesottenes, das Geschriebene, der Lei­
dende, der Leidtragende.

25
Groß- und Kleinschreibung

3.1.2.3 Nominalisierte Adjektive:


Altes und Neues; das Bessere ist des Guten Feind; jemandfen) eines Besser(e)n
belehren; Deutsch lernen; Gleiches mit Gleichem vergelten; Gutes tun; etwas
ins Lächerliche ziehen; das Schöne; ins Schwarze treffen; jemandfen) bis ins
Tiefste verletzen; der Tüchtigere; ans Unendliche grenzen; eine Frau in Weiß;
das Wichtigste über die Großschreibung.
3.1.2.4 Nominalisierte Numeralien: das Achtfache einer Zahl; der Dritte im
Bunde; die Zahl (Ziffer) Eins; am Ersten (Letzten) des Monats; zu Hunderten;
einen Zwanziger wechseln lassen.
3.1.2.5 Nominalisierte Pronomen: das Ich; die Mein(ig)en; ein solcher Niemand;
das Seine (seine Pflicht) tun.
3.1.2.6 Nominalisierte Adverbien: ein fortwährendes Hin und Her; ein deutli­
ches Nein sagen; das Um und Auf.
3.1.2.7 Nominalisierte Konjunktionen: das Entweder-Oder; kein Wenn und
Aber.
3.1.2.8 Nominalisierte Präpositionen: das Für und Wider bedenken.
3.1.2.9 Nominalisierte Interjektionen: mit Ach und Krach; den Freund mit Hallo
empfangen.
Beachte insbesondere:
Adjektive, Partizipien und einige Numeralien in Verbindung mit allerlei, alles,
etwas, genug, kein, mancher (manche, manches), mancherlei, mehr, nichts, nur
(noch), viel, wenig u. a. schreibt man ebenfalls mit großem Anfangsbuchstaben:
allerlei Schönes; alles Liebe wünschen; etwas Großes (aber: etwas anderes, et­
was einziges); genug Schlechtes; kein Geringerer; mancher Alte; mancherlei
Wertvolles; mehr Lustiges; nichts Ähnliches; nur Einfaches; nur noch Erfreuli­
ches; viel Hübsches; wenig Wichtiges.
(Vgl. jedoch schwierige Fälle der Kleinschreibung, S. 28 f., 3.2.1, und S. 32, 3.4.)

3.1.3 Das erste Wort eines Satzes, einer direkten Rede, in Überschriften u. ä.
und nach einem Schlußpunkt
(Zur Schreibung nach einem Doppelpunkt vgl. S. 30, 3.3.3; zur Kleinschreibung
nach einem Ruf- oder Fragezeichen vgl. S. 29, 3.2.3, und S. 30, 3.3.4.)
Der Zug hat große Verspätung. Wieviel? Da kommt er schon! Achtung! Der
Schaffner ruft: „Rasch einsteigen, bitte!“ — Wohin? Das wollen wir überlegen.
— Er fragt mich: „Kennst du das Spiel?“ — Woher so spät? Von der Arbeit. —
Das Unterrichtswerk „Unser erstes Lesebuch“ — Die Aufführung von Grill­
parzers Drama „Der Traum ein Leben“ — Gasthof „Zur Alten Post“.
Beachte:
Man schreibt jedoch mit kleinem Anfangsbuchstaben das erste Wort heraus­
gegriffener Satzteile und Wortgruppen, die keine Zitate sind:
Der Ausdruck „ein fescher Kerl“ gehört der österreichischen Umgangssprache
an. — In der Fügung „es tut not“ wird das Wort „not“ mit kleinem Anfangs­
buchstaben geschrieben.

26
Groß- und Kleinschreibung

In Gedichten und anderen Texten in Versen war es früher üblich, das erste Wort
jeder Verszeile groß zu schreiben; man schreibt jedoch auch solche Zeilenan­
fänge heute meist nach den Regeln der Groß- und Kleinschreibung.

3.1.4 Pronomen der Anrede


3.1.4.1 „Sie“ mit den dazugehörenden Beugungsformen und das entsprechende
Possessivpronomen „Ihr“ als sogenannte Höflichkeitsformen werden immer
groß geschrieben, gleichgültig, ob die Anrede einer Person oder mehreren
Personen gilt und ob es sich z. B. um einen Brief oder um die Wiedergabe von
direkter Rede handelt:
„Welche Sorte wünschen Sie?“ fragte der Verkäufer. „Ich werde Ihnen einige
Muster vorlegen“ — Hier ist Ihr Schirm. — Wir werden uns Ihrer ganz be­
stimmt erinnern. — Ich habe Ihretwegen lange gewartet.
Gleiches gilt für folgende veraltete Formen der Anrede: Eulenspiegel fragte die
Bäuerin: „Gebt Ihr die Hühner nicht billiger?“ — „Komm Er, wie Er will, Herr
Wachtmeister; meine Augen werden nichts wider Ihn haben“ (Franziska zu Wer­
ner in Lessings „Minna von Barnhelm“).
3.1.4.2 Die anderen Anredefürwörter mit ihren Beugungsformen und die ent­
sprechenden Possessivpronomen werden in Briefen und ähnlichen schriftlichen
Mitteilungen, z. B. an den Schüler gerichteten schriftlichen Bemerkungen des
Lehrers, in Aufrufen, Widmungen usw. groß geschrieben:
Lieber Freund! Wir haben Deinen Brief erhalten und erwarten Euch alle. —
Diese Arbeit ist Dir gut gelungen!
Sie können groß geschrieben werden in Arbeitsanweisungen und ähnlichen An­
leitungen: Überzeuge Dich (dich) nun, ob Du (du) die Maße eingehalten hast!
Diese Anredefürwörter sind klein zu schreiben, wenn es sich um die Wiedergabe
von gesprochener Rede handelt: Er fragte: „Hast du dich gut erholt? — Werdet ihr
uns bald besuchen?“
Beachte:
Die Numeralien sind in der Anrede auch in Briefen stets klein zu schreiben: Ihr
alle; Euch beide. Das „sich“ wird immer klein geschrieben: Erholen Sie sich gut.
3.1.4.3 Einige Pronomen als Teile von Titeln (z. B. eines Botschafters, des Rek­
tors einer Universität, eines kirchlichen Würdenträgers): Ich begrüße Eure (Euer)
Exzellenz, Magnifizenz, Eminenz. Diese Pronomen werden auch bei bloßer An­
führung der Titel mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben: Die Ansprache
Seiner Exzellenz, des Herrn Botschafters (Seiner Magnifizenz, des Herrn Rektors;
Seiner Eminenz, des Herrn Kardinals; Ihrer Majestät, der Königin).

3.1.5 Adjektive, Partizipien und Numeralien in Eigennamen, Titeln, festen


Begriffen usw.
3.1.5.1 Eigennamen und feste Begriffe:
Karl der Große; Leopold der Glorreiche; Joseph der Zweite (Joseph II.); — die

27
Groß- und Kleinschreibung

Alte Welt (Europa, Asien, Afrika); das Augusteische Zeitalter; die Erste Hilfe;
das Gelobte Land; Grillparzersche Dramen; der Große Bär; der Heilige Abend;
die Heiligen Drei Könige; die Hohe Schule (die Reitkunst); die Lutherische
Kirche (die evangelische Kirche Augsburgisehen Bekenntnisses); das Neue
Testament (in der Bibel); die Fahne Rot-Weiß-Rot (vgl. S. 64, 8.10.3/2); das
Schwarze Meer; die Zweite Republik (Österreich seit 1945).
Vergleiche dagegen:
unser tüchtiger Karl; die beiden Republiken; burgenländisches Obst; die luthe­
rischen Kirchen (Gotteshäuser) in Österreich; die österreichischen Bundesre­
gierungen (in der Ersten Republik); die salzburgische Gebirgslandschaft; die
steirischen Wälder.
3.1.5.2 Bezeichnungen von Behörden, Unternehmen, Vereinigungen; Titel von
Personen usw.:
der Amtsführende Präsident; Dr. Paul Holzer, Erster Staatsanwalt; das Magi­
stratische Bezirksamt; der Österreichische Bundesverlag; das Pädagogische In­
stitut der Stadt Wien; das Rote Kreuz; das Statistische Amt der Niederösterrei­
chischen Landesregierung; E. Wickrath, Wirklicher Hofrat.

3.1.6 Ableitungen auf -er in geographischen Bezeichnungen


Kärntner Seen; Mühlviertler Leinen; Salzburger Festspiele; Tiroler Loden;
Veitscher Magnesit; Vorarlberger Spitzen; Wachauer Obst; Wiener Mode.

3.2 Kleinschreibung
(Vgl. auch S. 30 f., 3.3, und S. 32, 3.4.)

Mit kleinem Anfangsbuchstaben schreibt man:

3.2.1 Alle Wörter, ausgenommen Nomen und Nominalisierungen (Substantive


und Substantivierungen)
Beispiele:
3.2.1.1 Infinitive mit „zu“: etwas zu trinken; die Kunst zu schreiben.
3.2.1.2 Partizipien: gesagt, getan; tanzend und singend.
3.2.1.3 Adjektive: grau in grau malen; gleich und gleich gesellt sich gern;
schwarz auf weiß.
3.2.1.4 Numeralien: ein achtel Zentner; achtmal; aller guten Dinge sind drei.
3.2.1.5 Pronomen (auch mit Artikel): alles andere; jemand anderer; etwas
(nichts) anderes; derselbe; der eine — der andere; ein jeder; der nämliche.
(Uber die Großschreibung von Pronomen vgl. S. 26, 3.1.2.5, und S. 27, 3.1.4.)
28
Groß- und Kleinschreibung

Beachte folgende Fügungen:


allerorts fürs erste (vorderhand)
von alters her im geheimen
außerstande) sein des genaueren (genauer) darlegen
aufs äußerste (sehr) nicht das geringste (gar nichts)
in bar(em) gestern mittag
um ein bedeutendes (viel) im großen (und) ganzen
im besonderen imstandfe) sein
dank seinem Entgegenkommen instandhalten, instand halten
durch dick und dünn von klein (jung) auf
mit ein und demselben im kleinen (verkaufen)
jemandfem) eins versetzen über kurz oder lang
im einzelnen vor kurzem
nicht im entferntesten (gar nicht) kurzerhand
des langen und breiten erörtern im stillen (hoffen)
des längeren darlegen im übrigen
auf dem laufenden sein (bleiben) im verborgenen (unbemerkt)
in manchem auf allen vieren kriechen
nicht im mindesten vonnöten sein
morgen früh bis auf weiteres
fürs nächste (vorderhand) mit wenig(em) auskommen
von nah und fern im wesentlichen
um ein namhaftes (weit) überragen um Himmels willen
nicht nein sagen können zumute sein
aufs neue zunichte machen
von neuem zuschulden kommen lassen
alle neunfe) treffen zutagetreten, zutage treten
des öfterfefn erklären zeit seines Lebens (immer)
ohne weiteres (aber: ohneiueiters) die Uhr schlägt zwei
sonn- und feiertags zu zweit
Beachte auch die Schreibung folgender Wendungen:
beim alten bleiben; im argen liegen; zum besten haben (halten); es steht nicht
zum besten; etwas zum besten geben; im dunkeln (im ungewissen) tappen; sich
im klaren (unklaren) sein; ins reine bringen (schreiben); mit sich ins reine kom­
men; auf dem trockenen sitzen (z. B. in Geldverlegenheit sein); ins volle grei­
fen; aus dem vollen schöpfen.

3.2.2 Nach einem Strichpunkt:


Wahrheit ist gediegen Gold; sie macht vor Gott und Menschen hold.

3.2.3 Nach einem Ruf- oder Fragezeichen dann, wenn das vor und nach
dem Satzzeichen Stehende eine sinnvolle Einheit bildet:
„Beeile dich!“ rief die Mutter. — „Woher kommst du?“ fragte er. — Die Frage:
Habe ich stets richtig gehandelt? beschäftigt mich täglich aufs neue.

29
Groß- und Kleinschreibung

3.3 Sonderfälle
(Vgl. dazu auch S. 35, 4.2.3.)

3.3.1 Das abgekürzte „von“ als Teil eines Namens wird auch am Satzanfang
klein geschrieben: v. Hofmannsthal schrieb 1911 den „Jedermann“
3.3.2 „’s“ für „es“ bzw. „das“ wird immer klein geschrieben, auch am Satzan­
fang: ’s ist gut! — ’s Mailüfterl weht (Vgl. auch S. 61, 8.9/6.)
3.3.3 Nach einem Doppelpunkt schreibt man groß, wenn darauf ein
selbständiger Satz oder eine direkte Rede folgt:
Es ist eine alte Erfahrung: Manche Reisende lassen sich zu lange Zeit — Es
heißt nicht umsonst: Frisch gewagt ist halb gewonnen. — Über ihn gibt es nur
eine Meinung: Er ist ein Mensch, dem man voll vertrauen kann. — Mein
Freund rief: „Beeile dich!“
Klein schreibt man nach einem Doppelpunkt, wenn nachher eine Aufzählung,
eine Erläuterung, eine Erklärung oder Folgerung, eine Zusammenfassung oder
eine Mitteilung in Gliedsatzform steht:
Im Frühling blühen am Waldrand verschiedene Blumen: blaue Veilchen, gelbe
Primeln, weiße Buschwindröschen. — Man schreibt stets: an meiner Statt. —
Ein neues Gesetz gebe ich euch: daß ihr einander liebt, wie ich euch geliebt
habe.
3.3.4 Nach einem Ruf- oder Fragezeichen wird klein weitergeschrieben, wenn
es statt eines Beistrichs steht oder eine sinnvolle Einheit abschließt (besonders
aus stilistischen Gründen und in älteren Texten):
Hu! heulte der Wind. — Nein? fragte er zurück. — Bim, bam, bum! läuten die
Glocken. — Piff, paff, puff! knallten die Büchsen.

3.3.5 Vergleiche folgende Gegenüberstellungen:

Kleinschreibung: Großschreibung:
abends gegen 10 Uhr des Abends gegen 10 Uhr
außer acht lassen, außerachtlassen in Acht und Bann
sich in acht nehmen
und ähnliches (solches) viel Ähnliches (ähnliche Dinge)
alt und jung (alle) Alte und Junge
mir ist angst (und bang) er hat Angst
auf seiten der Armen auf Seite 7
aufs äußerste (wie?) erschrecken aufs Äußerste (worauf?) gefaßt sein
es ist das beste (am besten), daß... es ist das Beste, was es gibt
in bezug auf(auch: in Bezug auf) mit Bezug auf
er spricht deutsch (wie?) er spricht Deutsch (was? — das
Deutsche)
im dunkeln (im ungewissen) lassen im Dunkeln (in der Finsternis)
stolpern

30
Groß- und Kleinschreibung

der erste in der Autokolonne der Erste (der Beste) in der Klasse
er ist dir feind (feindlich gesinnt) er ist dein Feind
es kommt auf das gleiche (dasselbe) Gleiches mit Gleichem vergelten
hinaus
ich bin dir nicht gram ein stiller Gram
grau in grau das Grau des Häusermeers; ein Stich
ins Graue
ihm ist leid; leid tun sich ein Leid antun
heute mittag heute zu Mittag
alles mögliche (allerlei) versuchen alles (nur) Mögliche (alle Möglich­
keiten) bedenken
den nächsten besten (irgendeinen) dem Nächsten (dem Mitmenschen)
rufen helfen
nachts in der Nacht; des Nachts
nein sagen ein deutliches Nein
aufs neue (noch einmal) schreiben auf das Neue (auf Neuigkeiten)
erpicht sein
es tut not (ist notwendig) in Not sein
das obenerwähnte (alles Vorher­ das oben (an einer bestimmten
gehende) Stelle) Erwähnte
punkt (auch: Punkt) (schlag, genau, Punkt 5 der Tagesordnung
präzise) 9 Uhr
radfahren Rad fahren
recht (unrecht) haben (behalten, im Recht sein; das Recht haben zu
bekommen, geben) entscheiden
schlag (auch: Schlag) (punkt, genau, mit einem Schlag
präzise) 9 Uhr
es ist das schlimmste (sehr schlimm), er ist aufs Schlimmste gefaßt
daß...
du bist nicht schuld du hast keine Schuld
statt meiner an meiner Statt
weiß gekleidet; das Kleid ist weiß eine Frau in Weiß
bis auf weiteres (vorläufig) geschlos­ sich auf Weiteres (auf Genaueres,
sen Ausführlicheres) nicht einlassen
es ist das wichtigste (am wichtig­ das Wichtigste aus der Sprachlehre
sten), daß...
um Gottes willen es geht beim besten Willen nicht
ich bin nicht willens, das zu dulden er ist guten Willens
es nimmt mich wunder kein Wunder, daß...
etwas zu trinken etwas zum Trinken
zurzeit (derzeit) verreist (auch: zur zur Zeit Maria Theresias
Zeit)

31
Groß- und Kleinschreibung

3.4 Abkürzungen und einzelne Buchstaben


(Vgl. auch das Kapitel über den Bindestrich, S. 62 ff., 8.10.)
Groß oder klein geschrieben wird ein Buchstabe je nachdem, ob der betreffende
Laut im Zusammenhang (im jeweiligen Wort) durch einen Groß- oder durch
einen Kleinbuchstaben dargestellt wird: das s in „das“; das S in „Saal“. Klein und
mit Bindestrich schreibt man Mengenangaben in Verbindung mit Buchstaben:
x-fach, x-maly x-beliebig (vgl. dazu auch S. 63, 8.10.2.8 und 8.10.2.10). Klein
schreibt man auch viele Zeichen für Maße und Gewichte.
Da sich sonst sehr wenige allgemeingültige Regeln angeben lassen, mögen Bei­
spiele die richtige Schreibweise verdeutlichen.

Großbuchstaben: Kleinbuchstaben:
Das A im Wort yyAst“ das a im Wort „Ware“
T-Eisen, T-förmig; U-Haken, U-för­ x-beliebig; zum x-tenmal; die
mig; O-Beine, O-beinig; X-Beiney x-Achse, das Dehnungs-h; das
X-beinig; jemandem ein X für stumme h; der Laut f;
ein U vormachen die Lautverbindung kß (x)
A-Dur a-Moll
eine Sonate in A (Durtonart) ein Lied in a (Molltonart)
O = Ost(en)y N = Nordfen) m = Meter, km — Kilometer
NW = Nordwesten dag = Dekagramm (früher: dkg)
A = Ampere; W = Watt t = Tonne; a = Ar
O = Oxygenium (Sauerstoff) v = velocitas (Geschwindigkeit)
V = Volt l = Liter
L = Lira; K = Krone g = Groschen; c = Cent
S = Schilling; DM = Deutsche Mark öS = österreichische Schilling
(z. B. auf Schecks)
MEZ — mitteleuropäische Zeit u. a. m. = und andere(s) mehr
PS; USA; UNESCO usw. = und so weiter
etc.; ca.
Groß- und Kleinbuchstaben können in Abkürzungen auch vermischt auftreten:
kWh = Kilowattstunde; z. B. (zB) = zum Beispiel; Gesellschaft m. b. H. = Ge­
sellschaft mit beschränkter Haftung; UdSSR = Union der Sozialistischen So­
wjetrepubliken.

32
4 GETRENNT- UND ZUSAMMENSCHREIBUNG

Für die Getrennt- und Zusammenschreibung allgemeingültige Regeln zu geben


ist kaum möglich. Für die wichtigsten Fälle sollen Beispiele den Gebrauch ver­
deutlichen Oft kann schon die Betonung Aufschluß geben. Im allgemeinen deu­
tet zweifache Betonung auf die Eigenständigkeit der beiden Glieder und damit
auf Getrenntschreibung hin (z. B.: Schüler auseinander setzen = trennen). Hin­
gegen wird meist zusammengeschrieben, wenn dadurch die Bedeutung verän­
dert wird oder ein neuer Begriff entsteht. Das zusammengesetzte Wort trägt
dann nur noch einen Hauptton (z. B.: einem Schüler etwas auseinändersetzen
= erklären).
Über die Getrennt- oder Zusammenschreibung von Zusammensetzungen mit
„-mal“ (z. B. einmal) und „irgend-“ (z. B. irgendein) schlage man im Wörterver­
zeichnis nach.
(Vgl. auch die Fälle mit Bindestrich, S. 62 ff., 8.10.)

4.1 Verben
(Vgl. auch S. 35, 4.3.)

4.1.1 Getrennt schreibt man meist zwei aufeinanderfolgende Infinitive:


ausgehen dürfen; schweigen müssen; schreiben können; nicht folgen wollen; le­
sen lernen; ich habe ihn vorübergehen lassen; jemandfen) davonrennen sehen.

4.1.2 Sind die beiden Glieder enger oder unaustauschbar verbunden, so


schreibt man sie zusammen:
brustschwimmen, kennenlemen, langlaufen, prämiensparen, sackhüpfen, Spa­
zierengehen, wundemehmen.
Manche Verben dieser Art werden nicht in allen Formen verwendet. Gebräuch­
lich sind z. B.:
wenn ihr brustschwimmt,...; ihr seid brustgeschwommen; sackhüpfende Kin­
der; ..., was niemandfen) wundemahm.

4.1.3 Beachte in den folgenden Fällen Betonung und Bedeutung:

Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
Kinder auseinander setzen (trennen) einem Kind etwas auseinandersetzen
(erklären)
die Gäste miteinander bekannt die Verordnung bekanntmachen
machen (veröffentlichen)
einen Platz frei lassen einen Vogel freilassen

33
Getrennt- und Zusammenschreibung

als Redner frei (ohne Manuskript) den Angeklagten freisprechen


sprechen
etwas gleich (sofort) machen (Häuser) dem Erdboden gleichmachen
sicher (ohne zu schwanken) gehen sichergehen (sich vergewissern)
stehen bleiben (sich nicht setzen) stehenbleiben (nicht weitergehen)
etwas vorher (früher) sagen etwas Vorhersagen (weissagen)
etwas wieder (nochmals) holen das Gelernte wiederholen
zusammen (gemeinsam) kommen Zusammenkommen (sich treffen)
Bei Zusammenschreibung des Verbs wird auch der Infinitiv mit „zu“ als ein
Wort zusammengeschrieben: bekanntmachen — bekanntzumachen. Bei Ge­
trenntschreibung des Verbs wird auch der Infinitiv mit „zu“ getrennt geschrie­
ben: bekannt machen — bekannt zu machen.
Wenn die finite Verbform am Satzanfang steht, wird sie getrennt geschrieben:
Fest steht, daß er... Aber: Da feststeht, daß er...

4.2 Nomen (Substantive) und sonstige Wortarten


4.2.1 Zusammengesetzte Nomen, Adjektive, Partizipien usw. und nominali-
sierte (substantivierte) Infinitive als Komposita
(Vgl. dazu auch die Fälle mit Bindestrich, S. 62 ff., 8.10.)
Nichtraucher, eine Handarbeit, ein letztes Lebewohl; einwandfrei, lebensfroh,
schuldenfrei; herzleidend, preisgekrönt; ringsum, treppauf, diesseits; obschon,
demnach, insofern, potztausend; vom Hörensagen, das Lesenlemen, das Bock­
springen, das Reifentreiben, das Klavierspielen, beim Bootfahren, während des
Skilaufens, zum Schachspielen; das Sechstagerennen, das Inkrafttreten.
Viele Ableitungen auf -er schreibt man getrennt, wenn die Wörter noch nicht als
eine feste Einheit empfunden werden:
Schweizer Käse, aber: Schweizerhaus; Tiroler Loden, aber: Tirolerknödel;
ebenso: Traminer Traube, Wiener Küche, aber: Wienerwald, Bernhardiner-
hund, Eidamerkäse.
(Vgl. dazu S. 36, 4.4.3.)
4.2.2 Oft richtet sich die Getrennt- oder Zusammenschreibung nach der je-
weiligen Bedeutung
Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
So bald (so früh) bist du schon da? Komm, sobald (sofort wenn) du
kannst!
Sie stürzte so, daß sie sich einen Arm Sie stürzte, sodaß (auch: so daß) sie
brach. sich einen Arm brach.
Das geht nicht so fort (so weiter). Komm sofort (sogleich) zurück!
So lange warst du nicht hier! Lies, solange du willst!
Das wurde schon so oft gesagt. Besuche uns, sooft du kannst!
Er ist so sehr beschäftigt, daß... Sosehr ich dich bedaure,...
Er weiß so viel! Soviel (wie) ich erfahren habe,...
Man sieht hier so weit! Soweit (wie) man erkennen kann,...

34
Getrennt- und Zusammenschreibung

Der Ort ist weit entfernt, Er ist ein weitentfemter Verwandter,


zur Zeit Schuberts zurzeit (derzeit) (auch: zur Zeit)

423 In manchen Fällen sind beide Schreibweisen zulässig:

Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
allzu bald allzubald
allzu früh allzufrüh
allzu oft allzuoft
allzu viel (aber nur: allzu viele) allzuviel
an Hand anhand
an Stelle anstelle
auf Grund aufgrund
außer acht lassen außerachtlassen
nach Haus(e) nachhaus(e)
so daß sodaß
um so umso

4.3 Nomen (Substantiv) und Verb als ein Begriff


(Vgl. auch S. 33 f., 4.1.)

4.3.1 Die meisten Nomen in Verbindung mit dem Infinitiv werden getrennt
geschrieben, auch wenn sie zusammen einen Begriff bilden:
Flöte (Posaune, Waldhorn...) blasen; Auto (Boot, Eisenbahn, Gondel, Kahn,
Ski, Schlitten...) fahren; Wache halten; Ski (Schlittschuh, Spießruten...) lau­
fen; Bolzen (Scheiben...) schießen; Ball (Karten, Klavier, Schach...) spielen;
Bock (Schnur...) springen; Posten stehen; Walzer tanzen; Reifen treiben; Bar­
ren (Reck...) turnen; Tau ziehen.

4.3.2 Dagegen schreibt man z. B. standhalten — hält stand — standgehalten;


teilnehmen — nimmt teil — teilgenommen.
In manchen Fällen sind zwei Schreibweisen möglich, z. B. radfahren, Rad fah­
ren; eislaufen, Eis laufen; Kegel scheiben, kegelscheiben; Kopf stehen, kopfstehen.
Im einzelnen lassen sich hier keine genauen Richtlinien aufstellen. Es empfiehlt
sich, jeden einzelnen Ausdruck im Wörterverzeichnis nachzuschlagen.

4.4 Straßennamen und geographische Namen


(Vgl. zu den Eigennamen S. 62 f., 8.10.2.5, 8.10.2.6, 8.10.2.7.)
Für Straßennamen und geographische Namen gelten folgende Regelungen:
4.4.1 Einteilige Namen werden mit dem Grundwort zusammengeschrieben,
z. B. Bergerplatz. In mehrteiligen Namen wird auf jeden Fall der letzte Namens­
teil mit dem Grundwort durch Bindestrich verbunden; die Namensteile unter-
35
Getrennt- und Zusammenschreibung

einander werden durch Bindestriche verbunden: Johann-Nepomuk-Berger-


Platz. Man findet sie aber auch ohne Bindestrich nebeneinandergesetzt: Johann
Nepomuk Berger-Platz. Diese Regelung wird örtlich verschieden gehandhabt. In
Wien z. B. stand früher in mehrteiligen Namen ein Bindestrich nur zwischen
dem Grundwort und dem unmittelbar vorhergehenden Wort (Namen); laut ge­
setzlicher Regelung von 1981 werden hier jedoch künftig alle Bestandteile durch
Bindestriche verbunden.

Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
Franz-Grillparzer-Straße, Abraham-a- Johannagasse, Paulinensteig, Karls­
Sancta-Clara-Hof (Früher auch: platz, Grillparzerstraße, Burggasse,
Franz Grillparzer-Straße, Abraham a Stadtgraben, Handelskai, Fischer­
Sancta Clara-Hof.) stiege, Seilerstätte, Bahnhofstraße,
Achtundvierzigerplatz, Neubaugürtel.
Nicht korrekt wäre jedoch: Franz Grillparzerstraße.
4.4.2 Ist das Bestimmungswort ein Adjektiv, entscheidet meist die Beugung.

Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
Neuer Markt (der Neue Markt, auf dem Neugasse, Hochstraße, Grünmarkt,
Neuen Markt), Tiefer Graben, Hohe Oberösterreich, Großbritannien, Ro-
Tauern, Ferner Osten, Am Hof, An den tenturmstraße, Grünentorgasse, Leo­
langen Liissen. poldsberg, Ostafrika. (Vgl. auch S. 63,
Das Grundwort kann auch zusam­ 8.10.2.7.)
mengesetzt sein: Große Neugasse (in
der Großen Neugasse), Rechte Wien­
zeile, Oberer Reisenbergweg.
Man schreibt aber: Alt-Wien (neben: Altwien), Groß-London (hier liegen keine
politisch-geographischen Eigennamen vor).
4.4.3 Bei geographischen Bezeichnungen und Namen mit einer Ableitung auf
-er ist die Schreibweise unterschiedlich. Wenn das Bestimmungswort ein No­
men (Substantiv) ist, das auf -er endet, schreibt man den Namen zusammen.
(Vgl. auch S. 34, 4.2.1.)
Einige Beispiele:
Getrenntschreibung: Zusammenschreibung:
Landstraßer Hauptstraße (nach dem Großglocknerstraße (Großglockner),
Wiener Gemeindebezirk Landstraße), Brennerstraße (Brenner), Weyergasse
Wiener Neustädter Kanal (Wiener (nach dem Ort Weyer in Oberöster­
Neustadt), Kärntner Straße. reich), Babenbergei'straße, Kuenrin-
gerplatz.
Aber man schreibt nur Wienerwald, Wienerstadt.

36
5 S-SCHREIBUNG

5.1 Die s-Schreibung in Antiqua (lateinischer Druck- und


Schreibschrift)
Die deutsche Hochlautung kennt zwei s-Laute: einen stimmlosen (zischenden)
und einen stimmhaften (summenden). In der Rechtschreibung werden die s-
Laute durch s, ss und ß dargestellt.

5.1.1 Der in der Hochlautung stimmhafte s-Laut wird immer als s geschrie­
ben: lesen, reisen, Nase, Häuser, Bluse, sausen, säuseln.
Diese Schreibung mit s wird in allen Formen eines solchen Wortes beibehalten:
er liest, sie reist, Näschen, Haus.

5.1.2 Der stimmlose s-Laut wird als ss, ß, aber auch als s geschrieben. Dafür
gelten folgende Regeln:
5.1.2.1 ss schreibt man, wenn der stimmlose s-Laut zwischen zwei Vokalen
steht, deren erster kurz ist: Gasse, geschlossen, müssen, messen, lässig, Wasser,
Fässer, Bisse, Schlösser, Nüsse, Zeugnisse.
5.1.2.2 ss wird nicht geschrieben:
a) vor Konsonantenbuchstaben: daher zwar müssen, aber du mußt, ich mußte;
messen, aber sie mißt; vergessen, aber vergeßlich; Fässer, aber Fäßchen; wässerig,
aber wäßrig;
b) am Wortende: daher zwar müssen, aber ich muß; Fässer, aber Faß; Bisse, aber
Biß; Schlösser, aber Schloß; Nüsse, aber Nuß.
In solchen Fällen tritt also ß an die Stelle von ss. (Siehe aber auch unten 5.1.2.3,
und S. 38, 5.I.2.5.)
5.1.2.3 Allgemeine Regel: Vor Konsonantenbuchstaben und am Wortende —
kein ss!
Ausnahmen: Manche Fremdwörter englischer Herkunft, z. B. Boss (aber auch: Boß); man­
che Familien- und Ortsnamen, z. B. Dressier, Kolsassberg (in Tirol).

5.1.2.4 Anmerkungen:
a) Wenn, wie z. B. in der Umgangssprache, von einer Wortform, die auf -sse endet, das
Schluß-e weggelassen und durch einen Apostroph ersetzt wird, so bleibt die Schreibung ss
bestehen (also -ss’): ich lasse — ich lass’, die Klasse — die Klass’. In der 1. Person Singular
der Verben kann auch ß(ohne Apostroph) geschrieben werden, also ich lass’ oder ich laß,
ich vergess’ oder ich vergeß.
b) ß am Wortende bleibt in Wortzusammensetzungen auch dann erhalten, wenn danach
ein Vokal zu stehen kommt: Fluß — flußabwärts, Schloß — Schloßeingang.

37
s-Schreibung

5.1.2.5 Manche Wörter, die im Plural auf -sse enden, schreibt man im Singular
nicht mit -ß, sondern mit -s. Solche sind:
a) die Wörter auf -nis, z. B. Zeugnis — Zeugnisse, Hindernis — Hindernisse,
Besorgnis — Besorgnisse;
b) einige Wörter auf -as, -is, -os, -us, z. B. Atlas — Atlasse, Kürbis — Kürbisse,
Albatros — Albatrosse, Autobus — Autobusse.
5.1.2.6 /J schreibt man, wenn der stimmlose s-Laut zwischen zwei Vokalen
steht, deren erster lang ist; auch ein Diphthong zählt als langer Vokal. Beispiele:
schießen, stoßen, grüßen, Grüße, Blöße, außen, heißen, fleißig.
Wenn in einer anderen Form eines solchen Wortes (oder Wortstammes) der
s-Laut am Wortende oder vor einem Konsonanten zu stehen kommt, schreibt
man ihn ebenfalls mit ß: Stoß, Gruß, bloß, sie heißt, Fleiß.
5.1.2.7 Die Konjunktion daß schreibt man mit ß, im Gegensatz zum Artikel und
zum Pronomen das:
Ich glaube, daß es schön wird.
Das Haus, das ich bewohne,...
Mit ß schreibt man auch die Vorsilbe miß-, z. B. mißachten.

5.1.3 In allen sonstigen Fällen schreibt man den s-Laut — ob stimmhaft oder
stimmlos — mit s: Trübsal, seltsam, Rätsel, Erbse, Binse, Hirse, Lotse, Espe, Knos­
pe, Wespe, fasten, Kasten, Hast, Last, Nest, dies, was, eines, indes, aus.

5.1.4 Ist auf der Schreibmaschine kein ß vorhanden, so tippt man dafür ss:
Fluss, Grossstadt, Strassenbahn. Beim Abteilen wird dieses ss, das für ß steht,
nicht getrennt. Man teilt daher ab: grü\ssen, Stra\sse. (Zur Worttrennung bei ß
allgemein vgl. auch S. 45, 7.3.1.3/c.)
In Großantiqua (Blockschrift) wird für ß SS geschrieben: STRASSENBAHN.
Beim Zusammentreffen von drei S-Zeichen ist es zweckmäßig, die Wortteile
durch einen Bindestrich zu trennen: GROSS-STADT, MASS-STAB, MASS-
SCHNEIDEREI, MASS-SCHUHE, IMBISS-STUBE.
Zur Unterscheidung von Masse und Maße empfiehlt es sich, in der Blockschrift
und bei Schreibmaschinen, auf denen kein ß vorhanden ist, für Masse MASSE,
für Maße MASZE bzw. Masze zu schreiben.

38
s-Schreibung

5.2 Die s-Schreibung in Fraktur und Kurrentschrift


(Vgl. auch S. 96, 12, die Druck- und Schreibschriften.)
Dem s der Antiquaschrift entsprechen in der Frakturschrift Ö („rundes Ö“) und f
(„langes f“).
5.2.1 Langes f steht:
5.2.1.1 am Wortanfang: fagen, fetig, fo, fcf)ön, ftumm;
5.2.1.2 im Wortinneren:
— am Anfang einer Sprechsilbe: tefen, biefe, 6rbfe, §erfe, @)änfe, ($5emfe;
— in zusammengesetzten Wörtern (auch in Wörtern mit Vor- und Nachsilbe)
unmittelbar nach der Zusammensetzungsfuge: JEurnfcwt, 2Cu$ftd)t, einfef)en, arm=
fetig, hälfet, ratfam;
— in den Buchstabenfolgen sch, sp, ss, st, wenn sich nicht nach dem (ersten) s
eine Zusammensetzungsfuge befindet: Safdje, Sßefpe, effen, 2fft, erftenö; aber:
£>äu$d;en, ©infauf$brei$, 2fuöfW;t, betreibe, #au$tor, £)ienötag; trotz der Zusam­
mensetzungsfuge in Fällen wie td) reifte, bet fed)fte;
— in den Buchstabenfolgen sl, sn, sr, wenn diese infolge des Ausfallens eines e
zustandegekommen sind: $erroed>f[ung (&ern>ecf)fe[n), gemefne (gemefene), unfre (un=
fcrc).
5.2.2 Rundes Ö steht in den übrigen Fällen, also insbesondere:
5.2.2.1 am Ende eines Wortes: Ctl$, bi3, ba$, tie$!, @5an6;
5.2.2.2 im Wortinneren:
— am Ende einer Sprechsilbe (ausgenommen s vor p und t, vgl. oben 5.2.1.2):
SWuSfet, rtefieren, £)6lo, 6goi$mu$, ©d)i$ma, Söraet;
— in zusammengesetzten Wörtern (auch in Wörtern mit Vor- und Nachsilbe)
unmittelbar vor der Zusammensetzungsfuge: Sebenömittel, 2tu$gcmg,
lief), baSfetbe, ^äSlein.
5.2.3 Besondere Fälle:
5.2.3.1 Langes f steht auch vor einem Apostroph: id) lef.
5.2.3.2 Für sk und sz in Fremdwörtern gilt: Wenn das s im Wortinneren an
einer Stelle steht, derzufolge es bei Worttrennung auf die neue Zeile käme, so
schreibt man es als langes f, sonst als rundes 6: Snffription, ttanffribieren, Sföanu*
fPrtpt, Snftenterung; aber: mu$fulö$, rtefieren, groteSf,
5.2.3.3 In Familiennamen slawischer Herkunft werden -sky, -ski, -ska mit lan­
gem f geschrieben: Äreifft), ©obiefEi, $artffa.
5.2.3.4 In Wörtern (Namen) fremder Herkunft schreibt man sc, sh, sz, die den
Lautwert sch haben, mit f: 33refcta, Sßafjnngton, ßefjef.
5.2.3.5 Wenn ss ausnahmsweise und entgegen den allgemeinen Regeln (vgl.
S. 37, 5.1.2.3) statt ß am Wortende oder vor einem Konsonantenbuchstaben steht,
so schreibt man dafür in Frakturschrift f$: ©ptf$, ÄolfdfSberg (Orte in Tirol); 9ih
cljarb ©trauf$.

39
s-Schreibung

5.2.4 In Kurrentschrift („deutscher Schreibschrift“) stehen für langes f und


rundes $ die Buchstabenformen jf .

Einige Beispiele:

Cf^ä£4jiunl wvtjifrppu, inx^ltyvis, 'dvUtyMu',


Ify/fi', tflujüoirJ'

40
6 ZUSAMMENTREFFEN VON DREI GLEICHEN
KONSONANTENBUCHSTABEN IN
WORTZUSAMMENSETZUNGEN

(Zum Zusammentreffen von drei gleichen Vokalbuchstaben vgl. S. 62, 8.10.2.2.)

6.1 Treffen in einer Wortzusammensetzung drei gleiche Konsonantenbuch­


staben zusammen, so entfällt einer, falls ein Vokal folgt, z. B. in Fällen wie Schiff
+ Fahrt -► Schiffahrt; Stall + Laterne -► Stallateme; schwimm- + Meister -*
Schwimmeister; brenn- + Nessel -+ Brennessel; Krepp + Papier Kreppapier;
wett- 4- turnen -► wettumen.

6.2 Wenn solche zusammengesetzten Wörter am Zeilenende getrennt werden,


so schreibt man wieder alle drei Konsonantenbuchstaben: Schiff-fahrt,
Stall-lateme, Schwimm-meister, Brenn-nessel; Krepp-papier; wett-tumen.
Ausnahmen: den-nochy Mit-tagf Drit-teil (siehe S. 43, 7.2.1.4).

6.3 Kein Buchstabe entfällt, also alle drei werden geschrieben:


— wenn ein weiterer (anderer) Konsonantenbuchstabe folgt: Auspuff +
Flamme -► Auspuffflamme; Stoff + Fleckerl -► Stofffleckerl; Blatt + Trieb -►
Blatttrieb; Fett + Tropfen -► Fetttropfen;
— wenn ß und s Zusammentreffen, aber statt ß behelfsmäßig ss geschrieben
wird: gross (behelfsmäßig für groß) + Stadt -► Grossstadt (behelfsmäßig für
Großstadt); MASS (für Maß) + SALON -* MASSSALON (für Maßsalon);
IMBISS (für Imbiß) + S7T/ߣ -► IMBISSSTUBE (für Imbißstube). In solchen
Fällen ist es zweckmäßig, die Wortteile durch Bindestrich zu trennen:
IMBISS-STUBE. (Vgl. S. 38, 5.1.4.)

6.4 Folgt in einer Zusammensetzung auf ck ein weiteres k oder folgt auf tz ein
weiteres z, so entfällt kein Buchstabe: zurückkehren, Rockkragen, Steckkontakt,
Satzzeichen.

41
7 WORTTRENNUNG

7.1 Allgemeines
7.1.1 Das Trennen oder Abteilen von Wörtern ist eine praktische Maßnahme in
der geschriebenen Sprache für den Fall, daß in einer Zeile für das ganze Wort
der Platz nicht ausreicht. Man soll nur dann abteilen, wenn es unbedingt nötig
ist, dann aber so, daß beim Lesen die Sinnerfassung nicht gestört wird.
Anmerkung:
Das ÖWB sieht für bestimmte Fälle der Worttrennung Möglichkeiten vor, die über die bis­
herige Regelung hinausgehen. Damit wird dem Schreibenden in diesem Bereich, der an
sich geringere Bedeutung hat, mehr Freiheit gelassen.

7.1.2 Nicht abgeteilt werden einsilbige Wörter, d. h. solche, die nur ein einziges
gesprochenes Vokal- oder Diphthongzeichen aufweisen: du bringst, deutsch,
Frucht, er schleicht, Pflicht, Strumpf, Blues, Rouge, Team. (Vgl. aber S. 44, 7.2.5.3.)

7.1.3 Unzulässig ist es, ein Wort so zu trennen (abzuteilen), daß auf einer Zeile
ein Vokalbuchstabe allein zu stehen käme: Ahorn, Reue sind also nicht trennbar
(nicht: A\hom, Reu\e). Ausgenommen sind Texte, die Musiknoten unterlegt sind.

7.1.4 Als Trennungs- oder Abteilungszeichen verwendet man:


— in Antiqua-Druckschrift und in Schreibmaschinenschrift einen einfachen
kurzen Querstrich (der wie ein Bindestrich aussieht: -);
— in Fraktur-Druckschrift meist einen doppelten Querstrich (*);
— in Handschrift kommt sowohl - als auch = vor.

7.1.5 Das Trennen richtet sich in manchen Fällen nach „Sprechsilben“, in an­
deren Fällen nach „Sprachsilben“. Sprechsilben ergeben sich meist, wenn man
ein Wort langsam und deutlich hersagt, z. B. Scho — ko — la — de. Sprachsilben
ergeben sich, wenn man ein zusammengesetztes Wort in seine sinntragenden
Bestandteile zerlegt, z. B. Ver — ab — red — ung (Worttrennung aber: Ver\ab-
re\dung). Zwischen zwei Sprechsilben liegt eine „Sprechsilbengrenze“, zwischen
zwei Sprachsilben eine „Sprachsilbengrenze“ oder „Zusammensetzungsfuge“.

7.2 Das Trennen nach Sprachsilben


7.2.1 An der Zusammensetzungsfuge kann man trennen:
7.2.1.1 Zusammensetzungen aus selbständigen Wörtern: Haus\tür, durch]aus,
Abendlessen, vollenden.

42
Worttrennung

7.2.1.2 Wörter mit Vorsilben (Präfixen): an\bringen, erlkennen, anlerlkannt,


Beschwerde, beloblachten, beierben, Vorlsicht.
7.2.1.3 Wörter mit Nachsilben (Suffixen), sofern diese mit Konsonanten begin­
nen: Sicherlheit, haitibar, herzllich. Hingegen werden Nachsilben, die mit Vokal
beginnen, nicht an der Zusammensetzungsfuge abgetrennt: komlmen, Lehlre-
rinlnen, Belsichltilgung.
7.2.1.4 Wenn in einem zusammengesetzten Wort anstelle von drei gleichen
Konsonantenbuchstaben nur zwei geschrieben werden (vgl. S. 41, 6), müssen
beim Trennen wieder alle drei auftreten. Beispiele: Schiff 4- Fahrt -► Schiffahrt,
aber Schifffahrt; still 4- Leben -► Stilleben, aber Stilllleben.
Ausnahmen: Mitltag, denlnoch, Dritlteil (t für Drittel).
7.2.1.5 Die Wörter Hoheit, Roheit, Rauheit, Zäheit behalten auch beim Trennen
nur ein h auf der neuen Zeile: Holheit, Rolheit, Raulheit, Zälheit.
7.2.2 Wenn sich ein Wort sowohl nach Sprachsilben als auch nach Sprechsil­
ben gliedern läßt, so sind für das Trennen folgende Hinweise zu beachten:
7.2.2.1 Zu bevorzugen ist das Trennen an einer Zusammensetzungsfuge, also
nach Sprachsilben im Sinne des unter 7.2.1 (S. 42 f.) Gesagten. Beispiele: unsi­
cher, verlarbeiten, Arbeitsamt, arbeitsllos.
7.2.2.2 Weniger zweckmäßig, aber oft unvermeidlich und daher ebenfalls zuläs­
sig ist das Trennen eines zusammengesetzten Wortes an einer anderen Stelle,
also an einer Sprechsilbengrenze, für welche die auf S. 44 f., 7.3, angegebenen
Regeln gelten. Beispiele: unsilcher, verarbeiten, Arbeitsamt, arbeitslos.
7.2.3 Wörter sollen nicht so getrennt werden, daß der Sinn gestört oder die
Lesbarkeit beeinträchtigt wird; also nicht: Altbauerlhaltung, Mädchenhandels­
schule, bestelhende, Erstelhe, Musikerlziehung, Urinlstinkt, Genielßer.
7.2.4 Wenn ein Wort eine Zusammensetzungsfuge aufweist, an der es getrennt
werden könnte, darf man es im allgemeinen nur an der Fuge selbst oder wenig­
stens um eine Sprechsilbe von ihr entfernt trennen. Daher: Verleinigung (auch:
Vereinigung, Vereinigung), nicht Vereinigung.
Anmerkung:
Für bestimmte zusammengesetzte Wörter ist aber neben dem Trennen nach Sprachsilben
auch das Trennen nach Sprechsilben zulässig, besonders für:
— einander und seine Verbindungen mit Präpositionen;
— Verbindungen von dar-, hin-, vor-, war-, wor- und einer mit Vokal beginnenden Präpo­
sition (zu ihnen zählt auch -ein).
Beispiele: einlanderund eilnander, dar I an und dalran, hinlein und hilnein, vorlüberund
volrüber, warlum und walrum, wor\in und wo Irin.
7.2.5 Für das Trennen von Fremdwörtern und von Eigennamen gilt grund­
sätzlich ebenfalls das in den Abschnitten 7.2.1 und 7.2.2 Gesagte. Allerdings er­
gibt sich dabei oft die Schwierigkeit, daß der Schreibende über die Bestandteile
einer Zusammensetzung nicht Bescheid weiß. Es empfiehlt sich, im Zweifelsfall
nachzuschlagen.
43
Worttrennung

7.2.5.1 Bei vielen Fremdwörtern ist sowohl Trennung nach Sprachsilben als
auch nach Sprechsilben zulässig, z. B. Di\phthong und Diph\thong, Inter\esse
und Inte\resse, Lin\oleum und Li\noleum, Mon\arch und Mo\narch, Pädlagope
und Pä\dagoge, Panlorama und Palnorama, parladeZ und palraZZeZ, Solltet und
Sotüljet, Symlptom und Sympltom, Syn\onym und »Sy \nonym.
7.2.5.2 Wenn eine Folge von Vokalbuchstaben zusammen nur einen einzigen
Lautwert darstellt, werden diese Buchstaben nicht getrennt: Team [tim]; Tour
[tur]; Guillotine [gijotin]: Guil\lo\ti\ne; Soiree [ßPare]: Soi\ree — vgl. aber:
Rhomboid [romboid]: Rhom\bo\id. (Vgl. aber unten, 7.2.5.3.)
7.2.5.3 Wenn der Buchstabe e nicht ausgesprochen wird und somit auch nicht
den Kern einer Sprechsilbe bildet, darf er bei der Worttrennung in folgenden
Fällen dennoch wie ein gesprochenes e behandelt und zusammen mit dem (bzw.
den) davorstehenden Konsonantenbuchstaben abgetrennt werden:
— falls das stumme e im Wortinneren zwischen Konsonantenbuchstaben steht:
Engagement [ägasehma]: En\ga\ge\ment; Statement [ßteltment]: Sta\te\ment;
— falls das stumme e am Wortende steht und es unter den Formen des gleichen
Wortes auch eine gibt, z. B. den Plural, in der das e ausgesprochen wird: Weil
der Plural Chancen [schaßen] lautet und daher CTianlccn getrennt wird, darf
auch der Singular getrennt werden: Chance [schaß]: Chan\ce. Wörter wie
Bridge [bndseh] bleiben hingegen untrennbar, weil es keine Form gibt, in der
an Stelle des stummen e ein hörbarer Vokal steht.
Die nach diesen Grundsätzen zulässigen Möglichkeiten der Worttrennung sind
jeweils im Wörterverzeichnis angegeben. Bei den Fremdwörtern auf -age
[-asehM] ist eine solche Angabe nicht erforderlich, weil solche Wörter durchwegs
vor dem g getrennt werden dürfen: Galralpe, Bla\ma\gey Plan\ta\ge.
7.2.5.4 Wenn man bei einem Eigennamen die Bestandteile erkennt, soll man
nach Sprachsilben trennen. Im Zweifelsfall ist auch das Trennen nach Sprech­
silben zulässig. Beispiele: Mat\hilde (auch: Ma\thilde)y Salz\ach (auch: Sal\zach),
Lob\au (auch: Lo\bau).

7.3 Das Trennen nach Sprechsilben


7.3.1 Für Konsonanten zwischen Vokalen gelten folgende Regeln:
7.3.1.1 Wenn zwischen zwei Vokalbuchstaben ein Konsonantenbuchstabe
steht, kommt er auf die neue Zeile: le\beny sau\bery Talgung, Waa\ge, rölmisch,
grüßen, Rei\hey He\xey Fre\quenz.
7.3.1.2 Wenn zwischen zwei Vokalbuchstaben eine Folge von zwei oder
mehreren Konsonantenbuchstaben steht, kommt der letzte Konsonanten­
buchstabe oder gegebenenfalls die letzte untrennbare Verbindung von Konso­
nantenbuchstaben auf die neue Zeile: (ich) hob\ley AdIlery nied\rigy zitt\rigy
kämpf\teny Drechs\lery gest\rigy knusp\rigy Trop\feny empfangen, Karpfen, tapfer,
wis\pelny Wes\peny wach\seny Büch\sey Kat\zey put\zeny putz\tey En\gely On\kely

44
Worttrennung

Städ\te, Roblbe, Widlder, hof\fen, Eglge, Wellie, Sonlne, Pup\pef knar\ren,


Waslser, Rat\tey sam\meln, Samm\ler, Ak\kord, sol\che, Peitlsche, er\ste.
7.3.1.3 Diese Grundregel gilt jedoch in folgenden Fällen nicht:
Wenn zwischen zwei Vokalbuchstaben eine „untrennbare“ Verbindung von
Konsonantenbuchstaben steht, kommt sie als Ganzes auf die neue Zeile. Sol­
che „untrennbare“ Verbindungen sind:
a) die Buchstabenfolgen ch sowie schy phy thy wenn sie einen einzigen Laut be­
zeichnen: la\cheny na\schen (aber: Näs\chen)y Pro\phet (aber: Knapp\heit)y
ka\tholisch (aber: Ratlhaus);
b) die Buchstabenfolge ssy wenn sie in Maschinschrift ersatzweise für ß steht:
grülssen (aber: küslsen);
c) die Buchstabenfolge st: ge\stemf lu\stig, ba\steln.
Die Buchstabenfolge st wird aber getrennt:
— wenn zwischen s und t eine Zusammensetzungsfuge liegt: Haus\tory Diens­
tag, Donners\tag;
— wenn in Maschinschrift sst ersatzweise für ßt steht: ich muss\te.
Bei Wortformen wie (ich) reiste, (der) Weitgereiste, (sie) hausten gehört das nach dem s
stehende t zur Endung des Präteritums oder des 2. Partizips. Somit gehören s und t
nicht nur zwei verschiedenen Sprechsilben, sondern auch zwei verschiedenen Sprach-
silben an. Daher ist neben rei\ste, (der) Weitgereilste, hau\sten auch reiste, (der) Weitge­
reiste, hausten zulässig.
d) Die Buchstabenfolge ck wird bei der Trennung zu k\k: Rük\keny stek\keny
lok\kery Bäk\ker. Dies gilt aber dann nicht, wenn in Namen fremder Herkunft ck
nicht als [k]y sondern als [tßk] oder [tschk] gesprochen wird: Po\toc\ki (sprich:
[pototßki]), Ru\zic\ka (sprich: [rusehitschka]).
Wenn nach ck ein weiterer Konsonantenbuchstabe steht, bleibt ck am Zeilen­
ende unverändert beisammen: Rück\kehry sie rückten, glücklich.
e) In Fremdwörtern gelten als untrennbar auch die Buchstabenfolgen bl, br, chl,
ehr, cl, er, dr, fl, fr, gl, gr, kl, kr, phl, phr, pl, pr, rh, str, thr, tr, vr, vor:
no\ble, Fa\brik, Hy\drant, Ralglan, Mi\gräne, Zy\klus, Se\kretär, Pam\phlet,
Di\plom, Mon\stranz.
Die Buchstabenfolge kn darf getrennt werden: pylknisch, pyk\nisch Die Buchstaben­
folge gn darf getrennt werden, wenn sie die Lautfolge g 4- n bezeichnet: Malgnet,
Maginet; Silghal, Siglnal; untrennbar ist aber gn z. B. in Kolgnak wegen der Aussprache
[konjak].

7.3.2 Für die Behandlung von Vokalbuchstaben bei der Worttrennung ist zu
beachten:
7.3.2.1 Zwei Buchstaben, die zusammen einen Vokal oder Diphthong bezeich­
nen, dürfen nicht voneinander getrennt werden: marschieren, Parteilen, heuler.

1.322 Wenn aufeinanderfolgende Vokalbuchstaben gesondert gesprochen wer­


den und sich auf zwei Silben aufteilen lassen, darf man sie voneinander trennen:
Befreilung, Staulung, Koloperator, Allilierte, assozilieren, konstrulieren, Allelen,

45
Worttrennung

Ide\enf Batterien, Parti\en. Demnach sind auch zulässig: Feien, »Selen, (auf den)
Knien, kni\en, kniend, du schrilest (Konjunktiv II).

Anmerkungen:
Wenn in einer solchen Folge von Vokalbuchstaben der letzte eine Sprechsilbe für sich al­
lein darstellt (also nicht zur selben Sprechsilbe gehört wie der darauffolgende Konsonant),
wird vielfach an der Gepflogenheit festgehalten, daß er nicht die neue Zeile beginnen
soll, z. B. 77iea|ter, Spezia I lität, europäische, Natio\nen, genaue Ire, Verteuerung, markt-
schreie\risch.
Man darf aber auch trennen: Thelater, Spezialität, europälische, Nationen, egolistisch,
MaIestro, Pietät, genaulere, Verteulerung, marktschreierisch.
Soweit ein Problem dieser Art im Anfangsteil eines geläufigen Fremdwortes auftritt, ist
jedoch nach erkennbaren (häufig vorkommenden) Wortbestandteilen zu trennen, z. B.
Geolgraphie, GeoIlogie, Ideo\logie, Neo\lithikum, Stereo\skop, Bio\logie, heliozentrisch,
Idio\synkrasie, Dialbetes, dialgonal, Diallekt, dialmetral, ArchäoIlogie, Paläolzoikum,
homöo \pathisch.

46
8 ZEICHENSETZUNG

8.1 Der Punkt


(Zum Dezimalzeichen und zu den Zwischenräumen in Zahlen vgl. S. 50, 8.4.I.5.)

8.1.1 Der Schlußpunkt. Er steht am Ende eines Ganzsatzes.


(Zum Zusammenfall von Schluß- und Abkürzungspunkt vgl. unten, 8.1.2.)
8.1.1.1 Nach Aussagesätzen: Westwinde bringen meist Regen. — Heute regnet
es, morgen wird hoffentlich wieder die Sonne scheinen.
8.1.1.2 Nach abhängigen Frage-, Ausruf-, Wunsch- und Befehlssätzen: Der Va­
ter befahl ihm, sofort zurückzukommen. — Er fragte mich, wie ich heiße. — Sie
riefen mir zu, ich möge stehenbleiben.
8.1.1.3 Nach auffordernden Sätzen, die ohne Nachdruck gesprochen oder mit
„sollen“ gebildet werden: Bitte gib mir das Buch. — Vgl. (Siehe) §17 des Ein­
kommensteuergesetzes. — Hier ist kein Rufzeichen zu setzen. — Du sollst
schweigen.

8.1.2 Der Abkürzungspunkt: d. h. — usw.


Steht ein Abkürzungspunkt am Satzende, so dient er gleichzeitig als Schluß­
punkt: Namen verschiedener alter Münzen lauten: Gulden, Kreuzer, Batzen, Taler
usw.

8.1.3 Der Ordnungszahlpunkt. Er wird nach Ziffern gesetzt, die für Ordnungs­
zahlen stehen: Joseph II. (sprich: Joseph der Zweite, Joseph dem Zweiten, Jo­
seph den Zweiten), Josephs II. (sprich: Josephs des Zweiten). — 28. 11. 1977 (zum
Datum vgl. auch S. 65, 8.10.7). — 4. Schularbeit — 2. Auflage.

8.1.4 Der „Dezimalgliederungspunkt“. Er wird meist zwischen die Stellen


einer „dezimalen“ Gliederung (in Abschnittsnummern) gesetzt wie z. B. in die­
sem Kapitel: 8.1.4 (sprich: acht — eins — vier).

8.1.5 Der Punkt in Fahrplan-Zeitangaben: 13.20 = 13 Uhr 20 Minuten.

8.1.6 Kein Punkt wird gesetzt: nach Namen auf Visitkarten und in Briefköpfen,
nach Aufschriften, Überschriften, Buch-, Aufsatz- und Zeitungstiteln und ihren
selbständigen Teilen, die ohnedies durch die Anordnung deutlich abgehoben
sind, nach selbständigen Datumsangaben, nach Unterschriften u. ä.
47
Zeichensetzung: Fragezeichen — Rufzeichen

8.2 Das Fragezeichen

Das Fragezeichen steht:


8.2.1 Als Satzzeichen nach echten Fragen, die durch wörtliche Fragesätze,
Wortgruppen oder Einzelwörter ausgedrückt werden (auch in Titeln, Überschrif­
ten u. ä.): Weißt du, ob er zu Hause ist? — Wohin so schnell? — Du auch? Er
nicht? — Wer? — Einverstanden? — Erfragte mich: „Wie heißt du?“

8.2.2 Als Ausdruck des Zweifels an einer Angabe oder Behauptung (einge­
klammert): Eine neue Zimmereinrichtung um 20 000 Schilling (?) zu verkaufen. —
7 m (?) Stoff für einen Mantel (Vgl. auch S. 49, 8.3.3.)
8.2.3 Als Ersatz für „wieviel“ (z. B. in Rechenaufgaben): ?S kostet 1 kg Äpfel?
Anmerkungen: Nach abhängigen Fragesätzen steht ein Punkt. (Vgl. dazu S. 47,
8.1.1.2.)
Schwachbetonte Fragewörter werden vom folgenden Satz nur durch einen Bei­
strich getrennt: Wie, jetzt erst kommst du? (Vgl. dazu S. 50, 8.4.2.I.) (Aber betont:
Wie? Jetzt erst kommst du?)
(Zu Ausrufen in der Form einer Frage vgl. unten, 8.3.1. Zur Kleinschreibung
nach einem Fragezeichen vgl. S. 29, 3.2.3, und S. 30, 3.3.4.)

8.3 Das Rufzeichen

Das Rufzeichen steht:


8.3.1 Als Satzzeichen in unabhängigen Sätzen, Wortgruppen oder nach Ein-
zelwörtem (auch in Überschriften u. ä.): nach Ausrufen, Anrufen, Befehlen, Auf­
forderungen, Warnungen, Verboten, Wünschen, Grüßen:
Wie weit ist doch der Weg! — Zu Hilfe! — Achtung! — Ah! — Pfui! — Oh! —
Schon hier! — Au! Das schmerzt! — Sie, Herr Meier! — Pst! — Hallo! — Verhal­
tet euch ruhig! — Still! — Der Vater befahl ihm: „Komm sofort zurück!“ —
Langsam fahren! — Schützt die Tiere! — Achtung! Bissiger Hund! — Bank
frisch gestrichen! — Kein Eingang! — Nicht anklopfen! — Wenn es doch bald
regnete! — Frohe Weihnachten! — Gesundheit! — Er wünschte: „Wäre ich doch
zu Hause!“ — Seid herzlich willkommen! — Guten Morgen!
Anmerkungen: Manchmal sieht ein Rufsatz wie ein Fragesatz aus. Das Satzzei­
chen richtet sich jeweils nach dem Sinn des Satzes: Wie groß ist (doch) die Stadt!
(Ausruf); aber: Wie groß ist (denn) die Stadt? — Wie oft muß ich dir denn das sa­
gen! — Du kommst morgen zu mir. — Du kommst morgen zu mir! — Du kommst
morgen zu mir?
Nach schwachbetonten Ausrufen (Empfindungswörtern) kommt nur ein Bei­
strich: Ach, wie schade! (Vgl. S. 50, 8.4.2.1.)
Nach abhängigen Sätzen steht nur ein Punkt (vgl. S. 47, 8.1.1.2).
Folgen mehrere Wörter des Ausrufs aufeinander, so werden sie durch Beistriche
getrennt, und das Rufzeichen wird erst am Ende gesetzt: „Ja, ja!“ nickte er zu­

48
Zeichensetzung: Beistrich

stimmend. Wird aber auf jedes einzelne Ausrufwort besonderer Nachdruck ge­
legt, so steht hinter jedem ein Rufzeichen: Hallo! Hallo! Komm her!
(Zur Kleinschreibung nach einem Rufzeichen vgl. S. 29, 3.2.3, und S. 30, 3.3.4.)
8.3.2 Nach Anreden in Briefen, Schriftstücken, Ansprachen und Aufrufen:
Liebe Freunde! — Sehr geehrte Damen und Herren! — Mitbürger!
In Briefen kann die einleitende Anrede auch durch einen Beistrich abgetrennt
werden (vgl. S. 50, 8.4.2.2).
Beachte: Am BriefSchluß steht hinter Hochachtungsvoll, Mit besten Grüßen und
ähnlichen Wendungen kein Satzzeichen.
8.3.3 Als Ausdruck des Zweifels an der Richtigkeit einer Aussage oder als Aus­
druck des Erstaunens (eingeklammert): Er sprang vom vierten (!) Stock auf die
Straße und blieb unverletzt. — Der Radrennfahrer legte an einem Tag 450 km (!)
zurück. (Vgl. auch S. 48, 8.2.2.)

8.4 Der Beistrich


Die Ansicht, daß der Beistrich (das Komma) immer die Pausen beim Reden oder
Vorlesen bezeichnet, ist unrichtig. Pausen und Beistriche decken sich in unserer
Rechtschreibung nicht immer.
8.4.1 Der Beistrich in besonderen Fällen: Datumsangaben und
Stellenhinweise, Namen und Titel, Adressen, Dezimalzahlen u. ä.
Der Beistrich trennt:
8.4.1.1 Das Datum im engeren Sinne von Orts-, Tages- und anderen Zeitanga­
ben: Wien, am 27. November 1945 — Montag, den 9. April 1990 — Morgen, 8. Juni,
15 Uhr Beginn des großen Gartenfestes — Graz, den 6.5. 1978 — Die Ausstellung
wird am Montag, dem 26. März 1990, (um) 17 Uhr eröffnet. — Die Ausstellung wird
am Montag, den 26. März 1990 um 17 Uhr eröffnet. — Die Ausstellung wird Mon­
tag, (den) 26. März 1990, um 17 Uhr eröffnet. — Die Ausstellung wird Montag, (den)
26. März 1990, 17 Uhr, eröffnet.
8.4.1.2 In Hinweisen auf Stellen in Büchern, Schriftstücken, Gesetzen u. dgl.
die einzelnen Angaben: Wiener Straßenverzeichnis, Seite 50, Spalte 3 — Bundes­
gesetzblatt, Jahrgang 1977, 39. Stück, Nr. 174.
8.4.1.3 Nachgestellte Titel: Dr. Erhard Neulinger, Primarius, Salzburg. (Aber
kein Beistrich bei vorangestelltem Titel: Primarius Dr. Erhard Neulinger.)
Geburtsnamen können mit oder ohne Beistrich nachgestellt werden (vgl. S. 50,
8.4.2.4).
8.4.1.4 In Adressen (Wohnungsangaben) mit fortlaufendem Text die verschiede­
nen Bezeichnungen nach dem Grad ihrer Zusammengehörigkeit: Dr. med. univ.
Elisabeth Komherr, Kinderärztin, Neubaugürtel 42/1/15, 1070 Wien, ordiniert
Mo—Fr von 14 bis 17 Uhr. — Gasthof Alte Post, 8970 Schladming. (Vgl. auch die
Adressenmuster auf S. 106 f., 15.)

49
Zeichensetzung: Beistrich

8.4.1.5 In Dezimalzahlen die Dezimalen von den Ganzen: S 4,—; S 4,00; 4,— S;
4,00 S; 2,5 m; 72,4 kg; 0,3 l
In vier- oder mehrstelligen ganzen Zahlen, z. B. in 5 000, 1 000 000, scheiden
meist kleine Zwischenräume die Zahlengruppen (dies gilt nicht für Jahreszah­
len, Postleitzahlen, Zahlenkolonnen, Tabellen usw.) (früher auch z. B. 5000, 5.000;
1,000.000, 1.000.000). Die Dezimalen brauchen nicht derart abgesetzt zu werden,
wenn die Übersichtlichkeit gewahrt bleibt: 2,3463 Mrd. S; aber: 1 Mikrome­
ter = 0,000 001 m
8.4.2 Der Beistrich im einfachen Satz
Der Beistrich trennt bestimmte Teile des Satzes ab, und zwar Ausrufe, Anreden,
besonders hervorgehobene Satzteile, nachgestellte Beisätze, nachgestellte Ad­
jektive und Partizipien, nachträgliche genauere Bestimmungen und erläuternde
Aufzählungen. Der Beistrich steht auch zwischen gleichartigen (nebengeordne­
ten) Satzteilen.
8.4.2.1 Ausrufe: Ach, wie schade! — Ja, da läßt sich nichts machen. — Nein, das
ist unmöglich. — Hallo, wer spricht? (Aber: Au! Das schmerzt!)
Kein Beistrich wird gesetzt:
a) Bei enger Zusammengehörigkeit des Ausrufes mit dem folgenden Wort oder
Ausrufsatz: Ach ja! — O nein. — Ja freilich. — O du meine Güte!
b) Nach einem Ausdruck mit steigerndem „ja“ (etwa in der Bedeutung von „ja
sogar“): Wir fahren mit 80, ja mit 100 km Geschwindigkeit.
8.4.2.2 Anrede: Karl, was hast du vor? — Besuch mich, lieber Freund, in den
nächsten Tagen.
In Briefen, wenn die einleitende Anrede nicht durch ein Rufzeichen abgesetzt
ist:
Sehr geehrter Herr! oder* Sehr geehrter Herr,
Es tut mir leid,... ‘ es tut mir leid,...
8.4.2.3 Besonders hervorgehobene Satzteile: Die Treue, sie ist doch kein leerer
Wahn. — Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so.
8.4.2.4 Appositionen (nachgestellte Beisätze): Siegfried Marcus, der Pionier
des Benzinautos, starb in Armut. — Innsbruck, die Hauptstadt Tirols, wird gerne
von Fremden besucht.
Beinamen werden ohne Beistrich angefügt: Nathan der Weise — Friedrich der
Zweite (Friedrich II.) — Friedrich der Streitbare (aber: Friedrich II., der Streitbare,
war der letzte Babenberger).
Beim nachgestellten Geburtsnamen kann der Beistrich auch wegbleiben: Anna
FreyQ geb. Müllerf,) wurde...
8.4.2.5 Nachgestellte Einschübe: Der Tod, gefürchtet oder willkommen, ist je­
dem Menschen gewiß. — Der Tag, der verhängnisvolle, war angebrochen.
Steht ein Adjektiv oder Partizip nach einem Substantiv ohne Artikel, z. B. in Ge­
dichten, so wird kein Beistrich gesetzt: Röslein rot — Mein Vater selig.
8.4.2.6 Nachträglich hinzugefügte nähere Bestimmungen, die durch „und
zwar“, „und das“ oder ein in diesem Sinn gebrauchtes „und“ eingeleitet wer­

50
Zeichensetzung: Beistrich

den: Ich wählte die rascheste Art des Reisens, und zwar die mit dem Flugzeug. —
Wir machten diesmal einen Umweg, und das in bestimmter Absicht. — Er be­
stand hartnäckig auf seiner Forderungf und mit Recht.
8.4.2.7 Erläuternde Angaben und Aufzählungen, die mit „also“, „besonders“,
„namentlich“, „nämlich“, „wie“ („als“), „z. B.“, „u. zw.“, „d. i.“, „d. h.“, „u. a.“ („unter
anderem“, „unter anderen“) eingeleitet werden: Das allgemeine Wahlrecht umrde
im Jahre 1907, also noch im alten Österreich, eingeführt. — Unkraut, besonders
(namentlich) die Quecke, ist oft schwer auszurotten. — Mein Vater war in einer
Waggonfabrik beschäftigt, und zwar in der Tischlerei. — 47 Schüler, d. i. fast die
Hälfte, konnten in Erholungsheimen untergebracht werden. — Es gibt verschie­
dene Fruchtsäfte, z. B. Apfel-, Birnen-, Trauben- und Himbeersaft. (Vgl. zum Dop­
pelpunkt S. 57, 8.6.2.)
Anmerkung: Werden Aufzählungen mit „wie“ eingeleitet, empfiehlt sich Bei­
strichsetzung: GroßstädteQ wie Wien, Berlin, Paris, Moskau, New York u. a.Q
sind beliebte Reiseziele. Aber: Es gibt nicht viele (solche) Kurorte wie Badgastein,
Bad Hall und Baden. (Zum Beistrich vor Vergleichssätzen mit „wie“ vgl. S. 52,
8.4.3.1; vgl. auch S. 53, 8.4.3.3.)

8.4.2.8 Zwischen gleichartigen (nebengeordneten) Satzteilen:

8.4.2.8.1 Wenn sie unverbunden nebeneinander stehen: Parteienverkehr: Mon­


tag, Mittwoch, Freitag. — Er kam, sah, siegte. — Einmal ist er da, einmal dort. —
Er starb nach langem, schwerem Leiden. — Im Hof stand eine alte, schön gewach­
sene Linde.
Anmerkung: Nebengeordnete attributive Adjektive oder Partizipien erkennt
man daran, daß sie durch „und“ verbunden werden können: Nach langem und
schwerem Leiden. Sind die Adjektive oder Partizipien aber nicht nebengeordnet,
wird kein Beistrich gesetzt: eine grelle rote Farbe (ein grelles Rot); ein bekannter
dramatischer Dichter (ein bekannter Dramatiker).
Oft hängt es vom Sinn ab, ob ein Beistrich notwendig ist oder nicht: die oberen,
gebrochenen Leitersprossen (die unteren sind nicht gebrochen); die oberen gebro­
chenen Leitersprossen (auch die unteren sind gebrochen).

8.4.2.8.2 Wenn sie durch Konjunktionen verbunden sind: Der Abend war schön,
aber kühl. — Sein Rock ist wohl geflickt, doch sauber. — Wir waren gestern
abend nicht zu Hause, sondern im Theater. — Glas ist spröd, daher leicht zer­
brechlich.

Anmerkung: Vor Satzteilen mit einleitendem „und“ („wie“, „sowie“), „oder“, „ent­
weder — oder“, „sowohl — als auch“, „weder — noch“ wird kein Beistrich ge­
setzt: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. — Knaben wie Mädchen
wiesen gute Leistungen auf. — Das Schreiben geht an den Nationalrat und an
den Bundesrat sowie an die Landesregierungen. — Zum Frühstück trinken wir
Kaffee oder Tee. — Ich komme entweder heute abend oder morgen früh. — Der
Film ist sowohl für Jugendliche als auch für Kinder geeignet. — Weder der Schaff­

51
Zeichensetzung: Beistrich

ner noch die Fahrgäste bemerkten den Unfall (VgL aber zur Beistrichsetzung vor
Konjunktionen im zusammengesetzten Satz unten, 8.4.3.1.)

8.4.3 Der Beistrich im zusammengesetzten Satz


Der Beistrich trennt die Sätze sowohl untereinander als auch von unvollständi­
gen Sätzen, wie Auslassungssätzen (Ellipsen), Wortgruppen mit dem Wert eines
Gliedsatzes, Infinitivgruppen und Partizipialgruppen.

8.4.3.1 Sätze (Hauptsätze und Gliedsätze) werden durch einen Beistrich von­
einander getrennt, gleichgültig, ob sie bloß aneinandergereiht oder durch Kon­
junktionen verbunden sind, ob sie aufeinanderfolgen oder der eine in den ande­
ren eingeschoben ist:
Der Damm zerreißt, das Feld erbraust, die Fluten spülen, die Fläche saust —
Heute ist es noch schön, allein (aber) schon morgen kann es regnen. — Entwe­
der du kommst zu mir, oder wir treffen uns auf dem Bahnhof. — Bald schien
der Mond hell, bald bedeckten Wolken den Himmel — Er brachte mir weder
das Buch zurück, noch entschuldigte er sich. — Teils waren die Verhältnisse
daran schuld, teils muß man die Schuld ihm selbst zuschreiben. — Ich erinnere
mich, daß wir in unserer Kindheit in einem Haus wohnten, das rings von Obst­
bäumen umgeben war. — Daß du wieder gesund bist, freut mich. — Hunde, die
bellen, beißen nicht. — Den Ausflug, den wir uns vorgenommen haben, machen
wir, wenn es, wie der Wetterbericht erwarten läßt, schön ist.
Das gilt auch für den Vergleichssatz:
„Ich singe, zoie der Vogel singt.u — Du wirst höher springen, als er gesprungen
ist. — Wie er diese Zeichnung ausgeführt hat, so treffe ich es bestimmt nicht. —
Billiger, als du den Anzug bekommen hast, werden wir ihn kaum erhalten.
Folgt aber auf „wie“ und „als“ kein vollständiger Satz, sondern nur ein Satzglied
(Vergleich), wird kein Beistrich gesetzt: Ich singe wie ein Vogel in den Lüften. —
Du springst höher als er oder ich. (Vgl. aber S. 51, 8.4.2.7, und S. 53, 8.4.3.3.)
Zwischen Hauptsätzen steht auch vor „und“ bzw. „oder“ ein Beistrich, zwischen
Gliedsätzen nicht. (Vgl. die Ausnahmen S. 55, 8.4.5.2/2.)
Hauptsatz und Hauptsatz: Noch einmal winkte er uns, und dann schritt der Vater
mit ihm eilends davon. — Gehen Sie auf meine Vorschläge ein, oder ich lege mei­
nen Plan einem anderen Baumeister vor! — Der Großvater saß gern vor dem
Haus, oder er half noch ein wenig bei den Gartenarbeiten.
Hauptsatz und Gliedsatz: Wenn die Tage wieder wärmer werden und wenn die
Natur zu neuem Leben erwacht, kehren auch die Zugvögel zurück. — Erfragte, ob
für ihn ein Brief gekommen sei, ob sich jemand nach ihm erkundigt habe oder ob
während seiner Abwesenheit sonst etwas Besonderes vorgefallen sei.
Anmerkung: Wenn vor der einleitenden Konjunktion eines Gliedsatzes „und“
steht, setzt man den Beistrich vor das „und“: Wir spielten den ganzen Nachmit­
tag, und als es dunkel wurde, gingen wir nach Hause. Aber wenn der Gliedsatz
als Zwischensatz steht, entfällt der Beistrich vor dem „und“: Der Bub brachte
gute Zeugnisse mit und, was mindestens ebenso wertvoll war, sehr viel guten
Willen zur Arbeit. — Der Bub brachte gute Zeugnisse mit, und, was mindestens
ebenso wertvoll war, er packte jede Arbeit willig und geschickt an.

52
Zeichensetzung: Beistrich

8.4.3.2 Auslassungssätze (elliptische Sätze)


(Zu „bitte“ vgl. auch S. 55, 8.4.5.I.)
8.4.3.2.1 Der Hauptsatz ist unvollständig: Vielleicht (gelingt es), daß wir den
Frühzug noch erreichen.
8.4.3.2.2 Der Gliedsatz ist unvollständig: Ich weiß nicht, was (ich) tun (soll).
8.4.3.2.3 Haupt- und Gliedsatz sind unvollständig: (Wenn das) Ende gut (ist), (so
ist) alles gut.

8.4.3.3 Wortgruppen mit dem Wert eines Gliedsatzes werden durch Beistriche
abgesetzt: Der Bau eines Krankenhauses ist, wie bekannt, dringend notwendig.
— Falls nötig, wird er selbst zu uns kommen.
Der Beistrich entfällt jedoch in Sätzen wie: Schreib so oft wie möglich (recht oft)!
— Er begründete die Sache wie folgt (folgendermaßen):...

8.4.3.4 Partizipialgruppen mit dem Wert eines Gliedsatzes. Sie werden meist
durch einen Beistrich abgetrennt. Dazu gehören auch die Adverbialbestimmun­
gen, bei denen man sich die Partizipien „seiend“, „habend“, „geworden“ u. ä. hin­
zudenken kann: Kaum angekommen, reiste er schon wieder ab. — Allzu straff ge­
spannt, zerbricht der Bogen. — Müde vom langen Wandern, legten wir uns ins
Gras. Sie werden nur dann nicht durch Beistriche abgetrennt, wenn die Mittel­
wortgruppe Subjekt ist: Doppelt genäht hält besser. — Frisch gewagt ist halb ge­
wonnen.

8.4.4 Reine Infinitive und Infinitivgruppen


8.4.4.1 Der einfache Infinitiv (ohne „zu“) wird nie durch einen Beistrich abge­
trennt: Ich gehe baden.
8.4.4.2 Der Infinitiv mit „zu“ (aber ohne Erweiterungen) wird in der Regel
nicht durch einen Beistrich abgetrennt: Er weiß sich zu helfen. — Zu fragen wird
wohl noch erlaubt sein. Aber man beachte folgende Sonderfälle:

Mit Beistrich: Ohne Beistrich:


1. Wenn ein Mißverständnis ausge­ 1. Vgl.: Wir rieten zu folgen. — Wir
schlossen werden soll: Wir rieten, ihm raten ab zu folgen.
zu folgen. - Wir rieten ihm, zu folgen
2. Wenn er die Bedeutung eines Infi­ 2. Vgl.: Er wurde gebeten zu helfen.
nitivs mit „um zu“ hat (vgl. S. 54,
8.4.4.3): Er kommt, (um) zu helfen.
3. Wenn der Infinitiv das Subjekt 3. Als Subjekt am Satzanfang: Zu
vertritt und auf das besonders hervor­ helfen ist unsere Pflicht. — Zu kom­
gehobene Prädikat (z. B. „ist“, „war“) men war mein fester Wille.
folgt (Gleichsetzungssatz): Unsere
Pflicht ist, zu helfen. — Mein fester
Wille war, zu kommen.
4. Wenn auf den Infinitiv besonders 4. Vgl.: Hier ist (doch) verboten zu
53
Zeichensetzung: Beistrich

hingewiesen wird, und zwar durch ein parken! — Zu parken ist hier verbo­
vorausgehendes „es“, „daran“, „dar­ ten. — Zu telegrafieren wäre das beste.
auf4 oder durch ein folgendes „das“,
„dies“, „solches“ usw.: Es ist hier ver­
boten, zu parken. — Ich denke nicht
daran, zu schweigen. — Es kommt jetzt
darauf an, zu handeln. — Zu telegra­
fieren, das wäre das beste.
5. Wenn ein zweiter derartiger Infi­ 5. In Anfangsstellung: Zu raten und
nitiv dazukommt: Sie war immer be­ zu helfen ist unsere Pflicht.
reit, zu raten und zu helfen.

Ö.4.4.3 Der Infinitiv mit „um zu“, „ohne zu“, „statt zu“, „anstatt zu“, „als zu“
und „wie zu“ wird immer durch einen Beistrich abgetrennt:
Der Alte war zu erschöpft, um weiterzugehen. — Sie starb, ohne das Bewußt­
sein wiedererlangt zu haben. — Er lief davon, statt zu helfen. — Anstatt selbst
zu kommen, entschuldigte er sich telefonisch. — Oft bleibt nichts übrig, als zu
warten. — Manchmal ist nichts so angezeigt, wie zu schweigen.

8.4.4.4 Die um (zumindest) ein Satzglied erweiterte Infinitivgruppe mit „zu“


wird meist durch einen Beistrich abgetrennt:

Mit Beistrich: Ohne Beistrich:


1. Der Arzt versprach, sofort zu kom­ 1. Als vorangestelltes Subjekt: Den
men. — Unser aller Pflicht ist es, den Notleidenden zu helfen ist unser aller
Notleidenden zu helfen. Pflicht.
2. Karl glaubte bestimmt, gut zu hö­ 2. Nach einem Hilfsverb oder als
ren. — Sie hoffte zuversichtlich, bald Hilfsverb gebrauchten Verb, wie
zu genesen. „sein“, „brauchen“, „haben“, „pflegen“,
„scheinen“, „vermögen“ u. ä.: Er
pflegte nach Tisch zu ruhen. — Der
Alte vermag nicht zu folgen.

Die unter Punkt 2 in der rechten Spalte angeführten Infinitivformen werden


deshalb nicht durch einen Beistrich abgetrennt, weil die sie modifizierenden
Verben allein kein vollwertiges Prädikat bilden. Bei einer ganzen Reihe weiterer
auch nur hilfszeitwörtlich gebrauchter Verben, wie „anfangen“, „beginnen“, „bit­
ten“, „fürchten“, „glauben“, „helfen“, „hoffen“, „meinen“, „versuchen“, „wagen“,
„wünschen“, ist es — wenn sie ohne näheren Zusatz stehen — freigestellt, ob
man einen Beistrich setzt oder nicht: Sie hoffteQ bald zu genesen. — Wir bittenf,)
davon Abstand zu nehmen. — Karl glaubteQ gut zu hören. — Wir wünschen(,) al­
lein zu sein.
Folgt auf einen einfachen Infinitiv mit „zu“ ein näher bestimmter Gliedsatz,
hängt der Beistrich davon ab, welchem Satzteil man das stärkere Gewicht zu­
mißt: Sie haben beschlossen(,) abzuwarten, bis endlich eine Entscheidung ge­
troffen ist.

54
8.4.5 Sonderfragen der Beistrichsetzung
8.4.5.1 Der Beistrich beim Wort „bitte1

wird gesetzt: wird nicht gesetzt:


wenn dieses „bitte“ als Auslassungs­ wenn dieses „bitte“ ohne Nachdruck
satz (Ich bitte Sie,...) aufgefaßt und gesprochen (als Höflichkeitsformel
mit Nachdruck gesprochen wird: gebraucht) wird: Bitte leihen Sie mir
Bitte, leihen Sie mir doch das Buch! — das Buch. — Kommen Sie bitte mor­
Kommen Sie, bitte, noch einmal! gen.

Ö.4.5.2 Der Beistrich vor „und“ und vor „oder“

wird gesetzt: wird nicht gesetzt:


1. Im allgemeinen zwischen beige- 1. Zwischen beigeordneten Haupt­
ordneten Hauptsätzen (vgl. S. 52, sätzen, wenn diese ein Satzglied ge­
8.4.3.1): Der Regen war verrauscht, und meinsam haben: Der Zug holte seine
die Sonne brach durch die Wolken. — Verspätung ein und kam fahrplanmä­
Das Beispiel ist unrichtig gerechnet, ßig an. — Das Auto hatte eine Panne
oder die Angaben stimmen nicht. Da­ oder wurde sonstwie aufgehalten. —
her auch nach einem elliptischen Das Beispiel ist unrichtig gerechnet
Hauptsatz: Noch ein solcher Sturm, oder beruht auf falschen Angaben.
und die Ruine stürzt ein.
2. Auch zwischen kurzen Hauptsät­ 2. Zwischen kurzen Hauptsätzen mit
zen mit verschiedenen Subjekten und gleichem Subjekt oder im Imperativ,
zwischen inhaltlich abgesetzten Be­ wenn sie eng verbunden sind: Er redet
fehlssätzen: Wir lasen, und sie spiel­ und er redet. — Er kam nicht und er
ten. — Du diktierst, und ich schreibe. kam nicht. — Leugne nicht und gesteh
— Schreib endlich den Brief, und endlich!
schau nicht dauernd in die Luft. — Die Grenzen sind fließend: Fahren Sie
Gehen Sie vom Fenster weg, oder zie­ mit der Bahnf,) oder benützen Sie den
hen Sie sich einen Mantel an. Autobus.
3. Nach einem eingeschalteten 3. Zwischen Gliedsätzen gleichen
Gliedsatz oder einer Infinitivgruppe: Grades: Der Baum, der jetzt blüht und
Der Onkel meint, daß es regnen wird, an dem wir so viel Freude haben,
und nimmt den Schirm mit. — Ich wurde von meinem Vater gepflanzt. —
bitte dich, diese Uhr für mich zu kau­ Ich möchte ein Haus, das auf einer An­
fen, und gebe dir gleich das Geld da­ höhe liegt oder von dem man über­
für. haupt recht weit sieht. (Vgl. S. 52,
8.4.3.1.)
4. Nach einem eingefügten Beisatz: 4. Wenn nicht ein Beisatz, sondern
Rudolf, mein älterer Bruder, und ich eine Aufzählung vorliegt: Rudolf,
löschten den Brand (zwei Personen!). mein älterer Bruder und ich löschten
den Brand (drei Personen!).
5. Vor „und“, „und zwar“, „und das“, 5. Vgl. aber: Die Polizei ließ ihn
wenn diese Wörter nachträgliche ge- überwachen und überführte ihn

55
Zeichensetzung: Strichpunkt

nauere Bestimmungen einleiten: Die schließlich. — Ich kann den Koffer he­
Polizei ließ ihn überwachen, und mit ben und sogar hochhalten. — Es ist
gutem Grund. — Ich kann den Koffer bloß für fünf Erwachsene Platz und für
heben, und zwar leicht. — Es ist bloß ein Kind.
für fünf Personen Platz, und das nur
schwer. (Vgl. dazu auch S. 50 f., 8.4.2.6.)
8.4.5.3 Der Beistrich in Verbindung mit anderen Satzzeichen
Trifft ein Beistrich mit anderen Satzzeichen zusammen, so gilt:
8.4.5.3.1 Er wird nach einem eingeschobenen Satz hinter dem zweiten Gedan­
kenstrich gesetzt, sofern er auch ohne den Schaltsatz hätte stehen müssen: Ich
bestehe darauf — das muß ich dir noch sagen —, daß die Arbeit heute fertig wird.
(Vgl. auch S. 66, 8.11.3, und unten, 8.4.5.4.)
8.4.5.3.2 Er steht immer nach dem schließenden und vor dem öffnenden Anfüh­
rungszeichen: „Es ist anzunehmen“ meinte er, „daß sich das Wetter bessern wird.“
8.4.5.3.3 Es steht kein Beistrich, wenn die wörtliche Rede durch ein Ruf- oder
Fragezeichen abgeschlossen wird: „Wie schade!u rief er. „Wann fährst du?“ fragte
die Mutter. (Vgl. aber unten, 8.4.5.3.4.)
8.4.Ö.3.4 Er trennt beigeordnete Hauptsätze auch dann, wenn der vorausge­
hende Hauptsatz mit einer direkten Rede abschließt: Er fragte: „Wird es heute
schön bleiben?“ dabei sah er aufs Thermometer und zog seinen Überrock an. —
Ich sagte: „Guten Abend!“, er gab mir aber keine Antwort. (Vgl. aber oben,
8.4.5.3.3.)
8.4.5.4 Der Beistrich als Ersatz für andere Satzzeichen
Schaltsätze, das sind in einen anderen Satz eingeschobene Sätze, werden entwe­
der durch Beistriche oder durch Gedankenstriche abgetrennt oder in Klammern
gesetzt:
Die Straße, das kann nicht oft genug gesagt werden, ist kein Spielplatz.
Die Straße — das kann nicht oft genug gesagt werden,— ist kein Spielplatz.
Die Straße (das kann nicht oft genug gesagt werden) ist kein Spielplatz.

8.5 Der Strichpunkt


Der Strichpunkt trennt schwächer als der Punkt und stärker als der Beistrich.
Nach einem Strichpunkt schreibt man klein weiter.
Einen Strichpunkt setzt man:
8.5.1 In Aufzählungen, um Gruppen gleichartiger Begriffe voneinander zu
scheiden:
In unserem Garten wachsen: Marillen-, Kirsch-, Zwetschken-, Bim- und Apfel­
bäume; Ribisel-, Stachelbeer- und Himbeersträucher; Salat, Zwiebeln und
Bohnen. — Zu den Parallelogrammen gehören: Rechteck, Quadrat; Rhomboid
und Rhombus.

56
Zeichensetzung: Doppelpunkt — Anführungszeichen

8.5.2 In der Satzreihe, um die Hauptsätze stärker voneinander zu trennen, als


es der Beistrich vermag, besonders wenn sie größeren Umfang haben und
durch entgegenstellende oder begründende Konjunktionen, wie „denn“, „doch“,
„aber“, „deshalb“ u. ä., verbunden sind:
Keiner ist bestellt, sich selbst zu richten; denn selten schätzt er recht, was er ge­
tan, und was er tut, weiß er fast nie zu schätzen (Goethe). — Kärnten und das
Salzkammergut sind reich an Seen; deshalb werden sie von Urlaubern gern be­
sucht
8.5.3 In Satzfolgen wie: Iß, was gar ist; trink, was klar ist; sprich, was wahr ist!

8.6 Der Doppelpunkt


(Uber die Groß- oder Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt vgl. S. 30, 3.3.3.)
Einen Doppelpunkt setzt man:
8.6.1 Vor der wörtlichen (direkten) Rede und vor einem in Anführungszeichen
wörtlich angeführten Gedanken nach dem Ankündigungssatz: Ich sagte: „Was
nicht ist, kann noch werden “ — Die Mutter dachte: „Ich bleibe daheim.{<
8.6.2 Vor Aufzählungen und Erklärungen, wenn sie vorher angekündigt sind:
Die vier Himmelsrichtungen sind: Osten, Westen, Süden, Norden. — Die Mon-
desfinstemis ist etwa so zu erklären: Der Schatten der Erde fällt auf den Mond;
dieser ist daher ganz oder teilweise verfinstert.
Anmerkung: Der Doppelpunkt ist entbehrlich, wenn den Aufzählungen die Wör­
ter „also“, „besonders“, „namentlich“, „nämlich“, „wie“ („als“), „z. B.“, „u. zw.“,
„d. i.“, „d. h “, „u. a “ („unter anderem“, „unter anderen“) vorangehen: Das Schiff
verkehrt nur an drei Tagen, nämlich Dienstag, Donnerstag und Samstag.
8.6.3 Oft vor solchen Sätzen, die eine Folgerung des vorher Gesagten, eine Er­
läuterung oder eine Zusammenfassung darstellen: Am Schluß stellte sich her­
aus: Der Bericht war vollständig erfunden. — Rinder und Fferde, Schafe und Zie­
gen, Schweine und Geflügel: alles ist auf diesem Bauernhof zu finden.
(Zur Groß- oder Kleinschreibung nach Doppelpunkt vgl. S. 30, 3.3.3.)
8.6.4 Zwischen einem umfangreichen, mehrfach gegliederten Vordersatz und
einem Nachsatz: Autos hupen, Straßenbahnen kreischen, Motorräder rattern und
knattern, Lastkraftwagen dröhnen: das ist die Melodie der Großstadt.
8.6.5 Vor angekündigten Unterschriften, Zeugnisnoten, Beurteilungsnotizen
u. ä.: Der Obmann: Karl Seeger — Deutsch: Sehr gut — Stil: Könnte flüssiger sein.

8.7 Die Anführungszeichen


(Meist,,__auch “.____ ”, »__ «, «__ »; vgl. auch S. 59, 8.7.4.)
8.7.1 Zwischen Anführungszeichen setzt man direkte Rede, wörtlich ange
57
Zeichensetzung: Anführungszeichen

führte Sätze und Zitate: „Morgen“, sagte sie, „besuche ich euch“ — „Wenn es reg­
net“, meinte er, „bleiben wir daheim“ — „Auf Wiedersehen!“ rief sie. — Nach dem
Motto „Doppelt hält besser“ wollen wir es wiederholen. „Doch die Verhältnisse, sie
sind nicht so“ (Bert Brecht).
(Zur Schreibung von Zitaten vgl. auch S. 59 f., 8.8.1.1.)
Anmerkung: In gedruckten Texten können direkte Rede, wörtlich angeführte Sätze und
Zitate statt durch Anführungszeichen durch andere Schriftart gekennzeichnet werden.
Anführungszeichen sind aber kein Ersatz für die Hervorhebung durch Unterstreichen,
Fettdruck, Sperrung, Versalien, größere oder andersfarbige Schrift in Fällen wie z. B.:
FRISCH GESTRICHEN oder Frisch gestrichen (nicht aber: „Frisch gestrichen“).

8.7.2 Innerhalb eines Satzes stehen zwischen Anführungszeichen:


8.7.2.1 Ausdrücke oder Satzteile, die einer direkten Rede entnommen sind und
innerhalb eines anderen Satzes verwendet werden: Sie sagte, sie wolle „nur kurz
vorbeischauen“
8.7.2.2 Oftmals Ausdrücke, die mit nennen, bezeichnen als, meinen mit, verste­
hen unter, sogenannt, Name, Aufdruck, Bezeichnung und ähnlichem eingeleitet
sind: Was versteht man unter „leerer Menge“? — Der Ausdruck „leere Menge“ be­
deutet ...
8.7.2.3 Ausdrucksweisen und Benennungen, die der Schreibende nicht gut­
heißt, von denen er sich distanziert, die er ironisch meint: In diese mißliche Lage
haben ihn „gute Freunde“ gebracht.
8.7.2.4 Ausdrucksweisen, von denen der Schreibende annehmen darf, daß sie
dem Leser ungewohnt oder fremdartig Vorkommen werden; insbesondere Wör­
ter aus Mundarten oder fremden Sprachen und Fachausdrücke: Der Buchdruk-
ker wird nach Abschluß seiner Lehrzeit „gegautscht“
Ausdrücke in übertragener oder scherzhafter Verwendung sollen nur dann zwischen An­
führungszeichen stehen, wenn sie tatsächlich sehr ungewohnt sind. (Andernfalls würde
nämlich gerade der Gebrauch der Anführungszeichen die beabsichtigte stilistische oder
humoristische Wirkung zunichte machen!) Z. B. ist der ironische Ausdruck schöne Besche­
rung so gebräuchlich, daß es verfehlt wäre, ihn zwischen Anführungszeichen zu setzen.
8.7.2.5 Wörter, die als solche innerhalb eines Satzes — etwa in grammatischen
Erläuterungen — zitiert werden; das gilt auch für Wortteile und Buchstaben
(Laute): Die Konjunktion „daß“ schreibt man mit „ß“. Meist ist es zweckmäßiger,
in solchen Fällen statt der Anführungszeichen Kursivdruck (bzw. in Maschin-
schrift: Unterstreichung) zu verwenden.
8.7.2.6 Ausdrücke, die als Erklärung oder Übersetzung eines vorhergehenden
Ausdruckes zu verstehen sind: Demokratie („Volksherrschaft“).
8.7.2.7 Titel von Büchern, Aufsätzen, Zeitschriften, Zeitungen, Theater- und
Musikstücken u. ä.; Namen von Vereinigungen, Gaststätten, Schiffen, regelmä­
ßig verkehrenden Zügen — wenn solche Benennungen in einem Satzzusam­
menhang stehen und nicht schon aus dem übrigen Inhalt klar hervorgeht, daß
es sich um einen solchen Titel oder Namen handelt: Dieses Wort steht im „Öster­
reichischen Wörterbuch“ (auch: ...im Österreichischen Wörterbuch). — Wann

58
Zeichensetzung: Klammem

trifft der „Prinz Eugen“ (Name eines Schnellzugs; als Schiffsname: die „Prinz
Eugen“) ein? — Ein Exemplar der „Wiener Zeitung“

8.7.3 Beim Zusammentreffen von Anführungszeichen und anderen Satzzei­


chen ist folgendes zu beachten:
8.7.3.1 Sind ganze Sätze zwischen Anführungszeichen gesetzt, so steht am
Ende das Anführungszeichen nach dem satzschließenden Punkt, Rufzeichen
oder Fragezeichen: Er sagte: „Ich komme mit“ — Er rief: „Ich komme mit!“ — Er
fragte: „Kommst du mit?“
8.7.3.2 Setzt sich das Satzganze nach dem zwischen Anführungszeichen ste­
henden Satz fort, so folgt nach dem schließenden Anführungszeichen ein Bei­
strich: Als sie sagten: „Wir holen euch ab“, waren wir sofort bereit — Als sie He­
fen: „Kommt mit!“, waren wir sofort bereit
8.7.3.3 Eine Wendung wie sagte sie, fragte er u. ä. wird von der zwischen Anfüh­
rungszeichen stehenden direkten Rede durch Beistrich(e) getrennt: „Ich komme
mit“, sagte er. — „Auch meine Schwester“, sagte er, „kommt mit “ — „Monika“,
Hef sie, „ich komme mit“ Der Beistrich entfällt aber unmittelbar nach einer Zei­
chenfolge Rufzeichen + Anführungszeichen oder Fragezeichen 4- Anführungs­
zeichen: „Ich komme mit!“ Hef er. — „Kommst du mit?“ fragte er.
8.7.3.4 Wenn innerhalb eines Satzganzen ein Wort oder eine Wendung zwi­
schen Anführungszeichen steht, und zwar am Satzende, dann folgt der satz­
schließende Punkt (Ruf-, Fragezeichen) nach diesem Anführungszeichen: Wir
lesen Stifters „Bergkristall“.
8.7.4 Halbe (einfache) Anführungszeichen (,__ ‘, auch ‘__ ’, >__ <, <__ >) setzt
man, wenn innerhalb eines zwischen Anführungszeichen stehenden Satzes oder
Textes wieder Anführungszeichen erforderlich sind: Er fragte uns: „Habt ihr die
,Strudlhofstiege‘ von Doderer gelesen?“ — „Von wem“, fragte er, „ist der Roman
,Quo vadis?1?“

8.8 Runde und eckige Klammem


8.8.1 Runde Klammem setzt man:

8.8.1.1 Um Übersetzungen, Erklärungen, Nebenbemerkungen, Beisätze, Jah­


reszahlen u. dgl., die mit dem übrigen Satz nicht als Satzglieder grammatisch
verbunden sind, vom Hauptgedanken zu trennen oder besonders kenntlichzu­
machen: Au und ei sind Zwielaute (Diphthonge). — Gestern (Sonntag) kam ich
hier an. — Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656—1723) ist Österreichs größ­
ter Barockbaumeister. — Zeichen- (Skizzen-)Heft.
Zur Alternative stehende Ausdrücke in Klammer, z. B. Ein beliebter Freizeitsport
ist Tischtennis (Pingpong), könnten als mindere oder zweitrangige Variante ver­
standen werden. Um Mißverständnisse zu vermeiden, empfiehlt sich hier der
neutrale Schrägstrich (vgl. S. 68, 8.14.5).
59
Zeichensetzung: Apostroph

Man achte auf das richtige Setzen des Punktes innerhalb oder außerhalb der
runden Klammer: Der höchste Berg Österreichs ist der Großglockner (3 797 m). In
diesem Beispiel gehört der Klammerausdruck zum vorausgegangenen Satz und
wird daher von ihm nicht durch einen Punkt getrennt. Nach einem Zitat wird
der Name des Autors oder die Fundstelle zwischen runde Klammern gesetzt:
„Die Zeit ist aus den Fugen.11 (Shakespeare), oder der abschließende Punkt wird
nicht am Ende des Zitats gesetzt, sondern erst nach der Klammer: „Niemand
kann zwei Herren dienenu (Evangelium Matth. 6, 24).

8.8.1.2 Wenn man andeuten will, daß in einem Wort Buchstaben oder Silben
weggelassen werden dürfen: Man soll niemandfen) kränken. — Derjenige) ist
glücklich, der... — im Teich(e)fischen — Lob(e)t den Herrn!

8.8.1.3 Um einen Schaltsatz (eingeschobenen Satz) oder eine zwischen Artikel


und Nomen (Substantiv) eingeschaltete nähere Bestimmung abzutrennen: Der
kränkliche Schüler (er war außerdem sehr arm) kam in ein Erholungsheim. — Ich
habe das (leider sehr umfangreiche) Buch noch nicht gelesen.
(Zur Austauschbarkeit von Klammern, Beistrich und Gedankenstrich vgl. S. 56,
8.4.5.4.)

8.8.2 Eckige Klammem setzt man:

8.8.2.1 Wenn in einem eingeklammerten Satzteil oder Satz noch etwas einge­
klammert werden soll: Dieser Abschnitt behandelt die Satzzeichen (z. B. den Bei­
strich [das Komma]).

8.8.2.2 Bei Aussprachehinweisen zu einzelnen Wörtern: Couch \kautsch].

8.8.2.3 Manchmal auch, um in einem zitierten Text eigene erläuternde oder er­
gänzende Einschübe zu kennzeichnen: Er hatte öfters erklärt: „Das Haus und der
Garten [in Oberndorf] sollen einmal der Anna gehören.“

8.9 Der Apostroph (das Auslassungszeichen)


Der Apostroph steht anstelle eines oder mehrerer beim Lesen oder Schreiben
ausgelassener Laute oder Buchstaben.

Apostroph: Kein Apostroph:


1. Um den Genitiv der auf s, x oder z 1. Vor dem s des Genitivs von
ausgehenden Eigennamen kenntlich­ Eigennamen: Josef Leitners Kohlen­
zumachen: Wildgansf Leben; Marx’ handlung; Bruckners Symphonien;
Wirtschaftslehre; Horazy Gedichte. Da­ Shakespeares Dramen; Rousseaus
für schreibt man jedoch besser: Das Werke; Mozarts Opern; Wiens Umge­
Leben des Dichters Wildgans; die bung; Österreichs Grenzen; Palästinas
Wirtschaftslehre von Marx; Horazens Geschichte.
Gedichte.

60
Zeichensetzung: Apostroph

Anmerkung: Der Apostroph als Wortglie­


derungszeichen ist ausnahmsweise zuläs­
sig vor Genitiv-s in Personennamen, um
die Grundform des Namens zu verdeutli­
chen; so z. B. beim italienischen Namen
Carlo:
CARLO’S TAVERNE
2. Für das weggelassene Schluß-e 2. In formelhaften Wortpaaren, Re­
bei Nomen (Substantiven): Fried'; dewendungen und verkürzten For­
Freud'; Gebirg'; Sünd'; Füß'. men: Freud und Leid; Aug um Aug;
ohne Rast und. Ruh; meiner Treu!;
meiner Seel!; Hirt; müd; öd; heut;
Reinfall.
3. Wenn im Wortinnem ein unbe­ 3. Bei e-losen Nebenformen: verlor­
tontes e ausfällt: Reih'n; freu'n; woll'n; nes Gut; ein neugebomes Kind; unsre;
erhör'n; geschwor'n. andre; gehn; stehn.
4. Für ein ausgefallenes i der En­ 4. Bei adjektivisch gebrauchten
dungen -ig und -isch: Heil'ger Abend; Eigennamen: Stiftersehe Erzählungen;
das Ew'ge Licht; ird'sches Leben. Schwindsche Zeichnungen.
5. Für das Schluß-e bei Verben in 5. In bestimmten Verbformen: Im­
der 1. bzw. 3. Person: ich hör'; ich perativ Singular: nimm!; frag! — Bei
hatt'; er reist'; ich hätt'; er hätt'; auch: ich geh, ich steh, ich tu ist kein Apo­
ich lass'; ich ess'. stroph erforderlich. Darüber hinaus
kann überhaupt in umgangssprach­
lich gefärbter Ausdrucksweise bei
Formen der 1. Person Singular Prä­
sens ohne -e der Apostroph entfallen:
ich hör; ich nehm; ich laß; ich eß.
6. Für ausgefallene Buchstaben 6. Auch in Verschmelzungen von
(bzw. Laute) in einigen Wörtern: 's (Es) Präpositionen mit dem bestimmten
brennt! — Ohne Zwischenraum: Wie Artikel „das“ wird kein Apostroph ge­
geht's (es)? — Wie sich's (sich es = es setzt: ans Fenster; aufs Land; durchs
sich) trifft. — Wenn's (es) leicht geht. Feuer; fürs Leben; hinters; ins; übers;
Mit Zwischenraum: Wenn 's (das) Mai­ ums; unters; vors.
lüfterl weht. — Gehn S' (Sie) iceiter! — Anmerkung: Mundartlich und umgangs­
Komm 'rauf (herauf)! — Geh 'nunter sprachlich: Was machts ihr morgen? —
(hinunter)! Laßts mich herein! — Seids ruhig! Hier, in
der 2. Person Plural, ist das s der Rest des
alten Wortes es [es] für ihr und mit dem
davorstehenden l bzw. d zu einer Endung
verschmolzen.
7. In fremdsprachigen Namen:
O'Connor, D'Annunzio.

61
Zeichensetzung: Bindestrich

8.10 Der Bindestrich


(Vgl. dazu auch in der Getrennt- und Zusammenschreibung S. 35 f., 4.4.1.)

8.10.1 Der Ergänzungsbindestrich. Er steht als Ergänzung für ausgelassene


Wörter oder Wortteile:
Haupt- und Gliedsatz; das Hin- und Herlaufen (Hin- und Zurücklaufen); Flie­
derbäume und -sträucher; ab- und zunehmen (abnehmen und zunehmen); niet-
und nagelfest; zehn- bis zwanzigmal (in Ziffern: 10- bis 20mal oder 10—20mal);
Herren-(Stein-)Pilz (Herrenpilz bzw. Steinpilz); Skizzen-(Zeichen-)Heft; Bundes­
gymnasium und -realgymnasium; (Stein-)Pilz oder auch (Steinfpilz.
Der Bindestrich richtet sich je nach der Stellung des zusammengesetzten Wor­
tes: Privat- und öffentliche Mittel, aber: öffentliche und Privatmittel.

8.10.2 Der Zusammensetzungsbindestrich in nominalen (substantivischen)


Zusammensetzungen
8.10.2.1 Zweigliedrige und kurzsilbige mehrgliedrige Zusammensetzungen
werden in der Regel zusammengeschrieben, wenn ihre Bedeutung unmißver­
ständlich ist:
Geschichtsstunde; Gewerkschaftsbund; eine Handvoll; Schülerbücherei; eine
Zeitlang; Herrgott; Gutenmorgengruß; Gutenachtkuß; Kilowattstunde; Ober­
amtsrat; Springinsfeld; Zehnschillingstück; Eisenbahnfahrplan; Postsparkas­
senamt; Tagundnachtgleiche; Altweibersommer; der Hohepriester.
8.10.2.2 Bei längeren mehrgliedrigen Zusammensetzungen ist es meist zweck­
mäßig, einen Bindestrich zu setzen, um eine übersichtliche Gliederung zu er­
reichen:
Bundes-Oberstufenrealgymnasium (nur so); Heraklithplatten-Erzeugung;
Holzhandels-Aktiengesellschaft; die Brandschaden-Versicherungsgesellschaft;
Straßenbahn-Wartehäuschen; Gemeinde-Grundsteuerveranlagungsbescheid;
die Rote-Kreuz-Schwester (auch: Rotkreuzschwester); die Schwarze-Meer-
Fauna (auch: Schwarzmeerfauna).
Ebenso beim Zusammentreffen von drei gleichen Vokalzeichen bei Nomen: Kaf­
fee-Ersatz; Tee-Ei. Hingegen bei verschiedenen Vokalen: Seeigel; Seeufer. Binde­
striche sind nötig, wenn unter mehreren möglichen Bedeutungen die jeweils ge­
wünschte unmißverständlich kenntlich gemacht werden soll: Druck-Erzeugnis,
aber: Drucker-Zeugnis; Grün-Dung, aber: Gründung.
8.10.2.3 Der Bindestrich wird auch gesetzt, wenn die beiden Nomen aus einer
Fremdsprache stammen und noch nicht verschmolzen sind: Jiu-Jitsu.
8.10.2.4 Zusammensetzungen mit mehrgliedrigen fremdsprachigen Bestim­
mungen: A-cappella-Chor, A-Dur-Arie. Bei leichter Übersichtlichkeit ist oft
schon eine vereinfachte Schreibung üblich: Akontozahlung; Engrosgeschäft.
8.10.2.5 In manchen zusammengesetzten Namen sowie bei Spitznamen wird
62
Zeichensetzung: Bindestrich

kein Bindestrich gesetzt: Abraham a Sancta Clara; Felix Mendelssohn Bartholdy;


Anneliese; Karlheinz; Lieselotte; Wurzelsepp; Blumentoni. Doppelvornamen kön­
nen allerdings auch durch einen Bindestrich miteinander verbunden sein: Karl-
Heinz. Mit Bindestrich schreibt man auch Doppelnamen und Personennamen,
vor denen ein bestimmter Artikel und die Berufsbezeichnung, ein Hofname u. ä.
stehen: Marie Ebner-Eschenbach; die Schuster-Marie; der Waldbauer-Toni. Dies
gilt auch bei nachgestellten Verwandtschaftsbezeichnungen: die Anna-Tante;
der Huber-Vater; der Poldi-Vetter; der Jänos-Bäcsi.

8.10.2.6 In Zusammensetzungen mit Personennamen (oder anderen Namen)


als Bestimmungswort wird kein Bindestrich gesetzt, wenn die Wörter geläufige
Bezeichnungen bilden oder wenn sie einem Eigennamen an Bedeutung gleich­
kommen: Dieselmotor; Röntgenstrahlen; Schubertbund; Beethovendenkmal
(auch: Beethoven-Denkmal).
Es steht aber ein Bindestrich in Bezeichnungen wie Van-Dyck-Braun oder in
Zusammensetzungen aus zwei oder mehreren Personennamen (oder anderen
Namen): Strauß-Lanner-Denkmal; Rhein-Main-Donau-Kanal; Juli-August-Heft.

8.10.2.7 In Zusammensetzungen von Orts-, Länder- und Völkernamen mit


einem Adjektiv als Bestimmungswort wird kein Bindestrich gesetzt, wenn es
sich um geographisch-politische Namen (Bezeichnungen) handelt: Großbritan-
nien} Oberitalien, Ostafrikat wohl aber bei „nichtpolitischen“ Bezeichnungen:
Alt-Wien (auch: Altwien), Groß-London; ebenso bei zusammengesetzten Ortsna­
men und Stationsnamen: Attnang-Puchheim; Schwarzach-St. Veit; Absdorf-Hip-
persdorf; Stainach-Irdning.
(Über die Schreibung von Straßennamen und geographischen Eigennamen vgl.
S. 35 f., 4.4.1.)

8.10.2.8 Der Bindestrich in nominalen (substantivischen) Zusammensetzungen


mit einzelnen Buchstaben oder mit Abkürzungen: Dehnungs-h; Schluß-s; Zun­
gen-r (Zungen-R); I-Punkt (i-Punkt); s-Laut; D-Zug; S-Kurve; E-Werk; C-Dur;
UKW-Sender. (Vgl. auch S. 32, 3.4.)
Wird ein Kompositum aufgelöst und abgekürzt, steht ein Bindestrich: Universi­
tätsprofessor bzw. Univ.-Prof.; Diplom-Ingenieur bzw. Dipl.-Ing.

8.10.2.9 In einfachen attributiven Verbindungen steht auch mit Zahlen als er­
stem Wort kein Bindestrich: 5 Uhr; 70 g; lA kg; lA l.

8.10.2.10 In sonstigen Zusammensetzungen mit solchen und anderen Einheiten


gibt es folgende Möglichkeiten:
50-Jahr-Feier oder Fünfzigjahrfeier; 5-Uhr-Tee oder Fünfuhrtee; 70-g-Marke
oder Siebziggroschenmarke (oft auch: 70 g-Marke); Y^kg-Packung oder Viertel­
kilogrammpackung (oft auch: lA kg-Packung); Vz-l-Flasche oder Halbliterflasche
(oft auch: Ä l-Flasche); 40-Stunden-Woche oder Vierzigstundenwoche.
Man beachte besonders die verschiedenen Schreibweisen in Verbindung mit
Buchstaben oder Ziffern: x-fach; 8fach; achtfach.
63
Zeichensetzung: Bindestrich

8.10.3 Der Zusammensetzungsbindestrich in adjektivischen


Zusammensetzungen

wird gesetzt: wird nicht gesetzt:


1. Wenn die Adjektive (Partizipien) 1. Wenn das erste Adjektiv (Partizip)
gleichwertig (gleichgeordnet) sind: das zweite näher bezeichnet, also eine
in den niederösterreichisch-steirischen Verbindung von Adverb und Adjektiv
Kalkalpen; die deutsch-schweizeri­ (Partizip) vorliegt: deutschschweize­
schen Handelsbeziehungen (zwischen risches Schrifttum (das Schrifttum der
Deutschland und der Schweiz); eine deutschsprachigen Schweiz).
geographisch-geologische Wanderung;
ein deutsch-französisches Wörterbuch.

2. Bei abgesetzten Farben: irgendein 2. Bei Farbschattierungen: blau­


rot-weiß gestreifter Stoff (abwechselnd grün; rotviolett; dunkelblau; mattrosa.
rote und weiße Streifen); die Fahne Ausnahmsweise auch in Beschrei­
Rot-Weiß-Rot. (Vgl. aber die Aus­ bungen von Wappen und Fahnen,
nahme rechts.) obwohl es sich hier nicht um Farb­
schattierungen, sondern um vonein­
ander abgesetzte Farben handelt: die
rotweißrote Fahne; das weißgrüne
Wappen.
3. Bei Bestimmungswörtern, die auf
-isch oder -lieh enden: römisch-katho­
lisch; öffentlich-rechtlich; und ferner
bei Ableitungen von Doppelnamen:
maria-theresianische Möbel.
8.10.4 Der Bindestrich in nominal (substantivisch) gebrauchten Infinitiven
mit vorangehenden näheren Bestimmungen
In kürzeren Verbindungen Zusammenschreibung: das Sechstagerennen; das In­
krafttreten.
In längeren Verbindungen: das Auf-die-lange-Bank-Schieben. Dabei sind, neben
den Nomen, das erste und das letzte Wort groß zu schreiben.
8.10.5 Der Bindestrich als Abteilungs-(Worttrennungs-)Zeichen: ar-bei-ten,
le-benf Ad-ler, Haus-torf Ma-gnet oder Mag-net.
Man kann auf diese Weise auch einen besonderen Zusammenhang aufzeigen,
z. B. die Wortzusammensetzung oder die Wortfuge: griechisch Di-phthong =
„Zwielaut“.
8.10.6 Der Bindestrich zur Bezeichnung einer Doppelnummer: Burggasse 14-16
(auch: 14—16; 14/16; 14 u. 16); Tür Nr. 9-10 (auch 9—10; 9/10; 9 u. 10). Der Binde­
strich kann also in diesem Fall durch einen Gedankenstrich, einen Schrägstrich
oder — vor allem bei unmittelbarer Aufeinanderfolge der Zahlen — durch „u.“
(und) ersetzt werden. Statt Gedanken- oder Bindestrich kann man auch den
Strich oder den Streckenstrich setzen (vgl. S. 66 f., 8.13).
64
Zeichensetzung: Gedankenstrich

8.10.7 Der Bindestrich im Datum. Bei der Datumsschreibweise „Jahreszahl,


Monat, Tag“ in Ziffern werden die Bestandteile voneinander durch Zwischen­
räume getrennt: 1990 12 31. Zugelassen sind auch folgende Varianten: 1990-12-31,
19901231 und, wenn keine Mißverständnisse entstehen können, 9012 31. (Vgl.
auch Datumsangaben mit Punkten, S. 47, 8.1.3.)
8.10.8 Der Bindestrich zwischen dem Länderkennzeichen und der Postleit­
zahl: A-1010 Wien; D-10178 Berlin, Alexanderplatz; CH-8000 Zürich. (Vgl. Brief­
anschriften, S. 106 f., 15.)

8.11 Der Gedankenstrich


Der Gedankenstrich trennt Sätze manchmal nachdrücklicher voneinander als
der Beistrich, der Doppelpunkt bzw. der Strichpunkt, oder er bezeichnet längere
Pausen. Ist (auf der Schreibmaschine) kein längerer Strich vorhanden, wird er
durch einen Bindestrich — mit Zwischenräumen davor und danach — ersetzt.
(Über das Verhältnis zu Bindestrich, Schrägstrich usw. vgl. S. 64, 8.10.6, zu Bei­
strich und runden Klammern vgl. S. 56, 8.4.5.4, zu Strich und Streckenstrich vgl.
S. 66 f., 8.13.)
Der Gedankenstrich wird gesetzt:
8.11.1 Oft zwischen den einzelnen Sätzen zur Bezeichnung des Wechsels der
Sprechenden, des Übergangs zu etwas anderem u. ä.:
„Noch da, John Maynard?u — „Ja, Herr, ich bin.“ — ,rAuf den Strand! In die
Brandung!“ — „Ich halte drauf hin“ (Fontane). (Zur Schreibung von Zitaten vgl.
auch S. 59 f., 8.8.1.)
8.11.2 Zur Bezeichnung einer Unterbrechung, einer längeren Pause, eines Ge­
gensatzes oder einer Gegenüberstellung, zur Abtrennung der Überschriften in
fortlaufend geschriebenen Inhaltsangaben und von Satzbeispielen, vor allem
aber, um auf Unerwartetes oder Überraschendes vorzubereiten oder das Abbre­
chen eines Gedankens bzw. das Verschweigen des Gedankenabschlusses zu be­
zeichnen:
Er gab den Takt des Liedes an: eins — zwei, eins — zwei.
Geld verloren — nichts verloren. Ehre verloren — alles verloren.
Wahl — Wall, heiser — Häuser, Gebäck — Gepäck.
Inhalt: Idee und Planung — Gestaltung — Rundschau.
Es blitzte und donnerte unaufhörlich — aber kein Tropfen fiel vom regnerischen
Himmel.
„Ein neu Gesetz will ich in diesen Landen verkünden — ich will — “ (Schiller).
Wenn der Gedankenstrich am Ende eines Satzes steht, wird kein Punkt mehr
gesetzt, wohl aber ein Ruf- oder Fragezeichen:
Das Losungswort oder —!
Werden Sie kommen oder — ?
Der Gedankenstrich kann in solchen Fällen auch durch die drei Auslassungs­
punkte ersetzt werden (vgl. S. 66, 8.12).
65
Zeichensetzung: Auslassungspunkte — Strich und Streckenstrich

8.11.3 Um einen Schaltsatz (eingeschobenen Satz) abzutrennen (kann oft


auch durch Beistriche oder runde Klammern ausgedrückt werden):
Auf einmal — er war sonst eine sanfte Natur — geriet er in rasende Wut
Es ist nun einmal so — ob wir es zugeben oder nicht —, daß Unmäßigkeit schadet
Drohend rief ich ihm zu — er stand abgewendet vor mir „Auf der Stelle hin­
aus.!“
Ich nehme an — hoffentlich nicht mit Unrecht! —, daß Sie einverstanden sind.
Unser Lehrer mahnte uns oft — denkst du noch daran? —, streng gegen uns
selbst, aber nachsichtig gegen andere zu sein.
Beistrich und Doppelpunkt stehen also nach dem zweiten Gedankenstrich, aber
Frage- und Rufzeichen davor. (Vgl. auch S. 56, 8.4.5.3.1 und 8.4.Ö.4.)
8.11.4 Statt eines Beistrichs oder eines Doppelpunkts, insbesondere wenn
diese Satzzeichen zu schwach erscheinen:
Ich wartete lange — aber er kam nicht.
„Der Revierförster hatte schon viele Hunde gehabt, aber lieb und unvergeßlich ist
ihm nur einer gewesen — der Krambambuli“ (Ebner-Eschenbach).

8.11.5 Zwischen die Teile zusammengehöriger Konjunktionen, Pronomen


und Präpositionen, wenn sie allein (ohne Zwischentext) stehen:
teils — teils; nicht nur — sondern auch; der eine — der andere; um — willen.

8.12 Die Auslassungspunkte


8.12.1 Die drei Auslassungspunkte zeigen an, daß ein Textteil (Wort, Teil eines
Satzes ...) ausgelassen wird. Statt der Auslassungspunkte kann oft, z. B. bei ab­
gebrochener Rede oder bei offenem Satzschluß, der Gedankenstrich stehen (vgl.
S. 65, 8.11.2): Setzen Sie das fehlende Wort ein: Sie vertragen sich wie ... und
Katze. — Er hatte seine Chance nicht genützt. Vorüber, vorbei ...
Stehen die Auslassungspunkte am Satzende, so entfällt der Schlußpunkt, nicht
aber ein Rufzeichen, ein Fragezeichen oder ein Abkürzungspunkt: Werden Sie
kommen oder ... ? — Sein Buch behandelt viele Themen, z. B. Frieden, Entwick­
lungshilfe, Umweltschutz...
Wenn die Aufzählung mit den drei Auslassungspunkten schließt, so steht vor diesen meist
kein Beistrich.

8.12.2 Wird ein fremder Text wörtlich zitiert und dabei ein Teil weggelassen, so
treten an die Stelle dieses entfallenden Textteiles drei Punkte zwischen runden
oder eckigen Klammern: Wie es in dem Aufruf ausdrücklich lautet, sind auch
„alle (...) Schülerinnen und Schüler zur Mitwirkung eingeladen“ {Der hier ausge­
lassene Textteil mag z. B. gelautet haben „Lehrerinnen und Lehrer,“.)

8.13 Strich (—) und Streckenstrich (-)


(Jedes dieser Zeichen kann auch zwischen Doppelnummern stehen, vgl. S. 64,
8.10.6.)

66
Zeichensetzung: Schrägstrich

8.13.1 Der Strich (im Druck etwas kürzer als der Gedankenstrich) wird zwi­
schen Zahlen als Ersatz für die Wörter „bis“ und „weniger“ (minus) und für das
Wort „gegen“ verwendet. In Maschinschrift wird ein Gedankenstrich (Binde­
strich mit Zwischenraum davor und danach) gesetzt.

Der Strich wird gesetzt für:


8.13.1.1 „bis“ in Alters-, Wert-, Zeit- u. ä. Angaben:
Franz Grillparzer (1791 — 1872); Wert des Schmuckes: 3 000—3 500 S; Höchstalter
von Hunden: 15—20 Jahre; Gehzeit: 6—8 Stunden; 10—15 Tropfen Medizin;
§§7—25 der StVO (Straßenverkehrsordnung).
Für „bis“ soll kein Strich gesetzt werden in vollständigen Sätzen sowie in der
Verbindung „von ... bis“:
Grillparzer lebte von 1791 bis 1872. — Der Nationalrat tagte vom 10. bis zum
15. März. — Die Schutzhütte kann in 3 bis 4 Stunden erreicht werden. — Achte
auf die §§ 7 bis 25 der Straßenverkehrsordnung. — Urlaub von 1. bis 15. Mai.
8.13.1.2 „weniger“ (minus) zwischen Zahlen, Buchstaben u. ä. (mit Zwischen­
räumen): 196 — 14 = 182; a — b — c; oc — ß = y.
8.13.1.3 „gegen“, z. B. in Sportberichten: Rapid — Austria; Vienna — GAK;
Schmeling — Louis.

8.13.2 Der Streckenstrich (im Druck um ein Drittel kürzer als der Gedanken­
strich) wird für Streckenangaben (z. B. in Eisenbahnfahrplänen) verwendet:
Wien - St. Pölten. In Maschinschrift wird ein Gedankenstrich (Bindestrich mit
Zwischenraum davor und danach) gesetzt. Zwischen den Teilen eines zweiteili­
gen Stationsnamens steht aber ein Bindestrich:
Salzburg - Attnang-Puchheim - Linz.

8.14 Der Schrägstrich (/)


Der Schrägstrich wird gesetzt:

8.14.1 Um eine Doppelnummer zu bezeichnen: Burggasse 14/16, Tür Nr. 9/10.


(Vgl. dazu S. 64, 8.10.6.)

8.14.2 Bei Angaben von Jahreszahlen wie: Schuljahr 1989/90.

8.14.3 In verschiedenen Zeichen und Abkürzungen


8.14.3.1 In Prozent- und Promillezeichen: %; %o.
8.14.3.2 In Briefzeichen von Geschäftspapieren: Dr. St/C (Verfasser/Schreiber).
8.14.3.3 In technischen Angaben: 40 km/h; 3 000 U/min; 9 l/l00 km
67
Zeichensetzung: Trema

8.14.4 Um einen Absatz oder einen Zeilenwechsel (z. B. bei einem Zitat aus
einem Gedicht) zu kennzeichnen: Auf dem Teich, dem regungslosen, / weilt des
Mondes holder Glanz /... (Lenau).

8.14.5 In der Bedeutung „beziehungsweise“: Wenn zwei Wörter oder Aus­


drücke zur Wahl gestellt werden, eignet sich zur Kennzeichnung der alternati­
ven Möglichkeit der Schrägstrich manchmal besser als die runden Klammem
(vgl. S. 59 f., 8.8.1): Der Kuchen wird mit Kirschen und/oder Ribiseln belegt (ent­
weder mit beidem oder nur mit einem davon). — Alle Schüler/Schülerinnen (ver­
kürzt auch: SchülerMnnen oder Schüler/innen) sind herzlich eingeladen. — Die
Arbeitskleidung des Friseurs/der Friseurin. - Dienstälteste/r.

8.15 Das Trema


Das Trema ist ein heute nur noch selten gebrauchtes Zeichen beim Zusammen­
treffen zweier Vokale. Es besteht aus zwei Punkten über dem e oder dem i (z. B.
di, ae, eu), die anzeigen, daß die Vokale getrennt zu sprechen sind: (früher) Aero-
plan, Aida, Aleuten, Trieder. Heute noch in manchen Eigennamen, z. B. Citroen,
Groer, Zaire.

68
9 ZAHLEN UND RÖMISCHE ZAHLZEICHEN

(Vgl. auch S. 63, 8.10.2.9 und 8.10.2.10, sowie S. 64, 8.10.6, und S. 65, 8.10.8, sowie
S. 67 f„ 8.14.)

9.1 Zahlen
9.1.1 Die Schreibung der Zahlen von 1 bis 12 in attributiver Verwendung er­
folgt zumeist in Worten, also ein Schüler, zwei Schüler... zwölf Schüler. Diese
Zahlen können auch in Ziffern geschrieben werden, wenn sie die Aufmerksam­
keit auf sich lenken sollen: Der Preis beträgt 6 Schilling. — Aufenthaltsdauer:
8 Tage.

9.1.2 Vor abgekürzten Angaben von Geldsorten, Maßen u. ä. wird die Zahl in
Ziffern geschrieben: 6 S — 7,20 S — 5 m — 10,5 m — 23,5 kg — 0,3 l
Werden solche Angaben ausgeschrieben, kann die Schreibung der Zahlen in Zif­
fern oder in Worten erfolgen: 6 Schilling (auch: sechs Schilling) — 5 Meter (auch:
fünf Meter) —10 Kilogramm (auch: zehn Kilogramm).

9.1.3 Ganze Zahlen, die aus mehr als drei Ziffern bestehen, werden zur Er­
leichterung des Lesens und des Rechnens von rechts in dreistelligen Gruppen
gegliedert: 4 276 703 — 17 654 321 S — 1 988 S — 1 988 m (aber nicht in Jahres­
zahlen, Postleitzahlen und Telefonnummern: im Jahr 1988; vgl. unten, 9.1.7, und
S. 70, 9.1.8).
9.1.4 Zahlen in Worten werden zusammengeschrieben, soweit sie kleiner als
1 000 000 sind. Die Wörter Million(en), Milliarde(n) usw. schreibt man getrennt:
zwei Millionen viertausendfünfhundertfünfzig (auch: 2 Mill. 4 550 oder: 2 Mio.
4 550).

9.1.5 In Dezimalzahlen werden die Dezimalen von den ganzen Zahlen durch
ein Komma getrennt: 10,25 m — 10,255 m — 9,564 321 — 1 Mikrome­
ter = 0,000 001 m

9.1.6 Bei Zeitangaben wird die Zahl der Stunden von der Zahl der Minuten
durch einen Punkt oder durch Hochstellung der Minutenzahl abgehoben: 8.30
Uhr oder 8 30 Uhr (sprich: acht Uhr dreißig) — 12.45 Uhr oder 12 45 Uhr — 0.05 Uhr
oder 0 05 Uhr.
An Stelle des Wortes „Uhr“ kann auch ein — meist hochgestelltes — h (hora:
„Stunde“) geschrieben werden: 8.30 h oder 8 30 h — 12.45 h oder 1245h — 0.05 ^ oder
q 05 h

9.1.7 Jahreszahlen und Postleitzahlen werden nicht mit Zwischenräumen oder

69
Zahlen und römische Zahlzeichen

Punkten gegliedert (vgl. S. 65, 8.10.8, und S. 106 f., 15):


1984, 1984/85
A-1070 Wien
D-10178 Berlin, Alexanderplatz
CH-6003 Luzern

9.1.8 Telefonnummern werden folgendermaßen gegliedert (ausgenommen Vor­


wahlnummern, vgl. unten, 9.1.8.2):
dreistellige (werden nicht gegliedert): 144
vierstellige und sechsstellige zweistellig von rechts: 52 23 72
fünfstellige: 362 45 (36 2 45)
siebenstellige: 522 3 7 24 (52 23 724)

9.1.8.1 Verfügt die Rufnummer über Nebenstellen, so wird deren Nummer nach
Bindestrich oder Schrägstrich mit bzw. ohne die Abkürzung DW (Durchwahl)
angegeben: 52 23 72-123 - 52 23 72/123 - 52 23 72/123 DW

9.1.8.2 Die Ortskennzahl bzw. Länderkennzahl wird oft auch in Klammern da­
vorgesetzt: (0 22 2) 522 3 7 24 oder: (0222) 522 37 24 - (0 28 22) 21 39 oder: (02822)
21 39

9.1.9 Verbindungen von Zahlen in Ziffern mit Wörtern oder Wortbestandteilen

9.1.9.1 In Zusammensetzungen von Ziffern mit einem Wort oder Wortbestand­


teil wird kein Zwischenraum gelassen: 40jährig — 8fach — lOeckig — 5%ig —
80er Jahre.

9.1.9.2 Aneinanderreihungen von Ziffern und mehr als einem Wort oder Wort­
bestandteil werden durch Bindestrich gekoppelt: 50-Jahr-Feier, aber: Fünfzig­
jahrfeier — 5-Schilling-Stück (auch: 5-S-Stückf 5 S-Stück), aber: Fünfschilling­
stück — 2-Kilo-Dose (auch: 2-kg-Dose, 2 kg-Dose), aber: Zweikilodose —
3A-Liter-Flasche (auch: 3A-l-Flasche, 3A l-Flasche), aber: Dreiviertelliterflasche —
4x 100-m-Staffel (auch: 4mal-100-Meter-Staffel) — Formel-1-Wagen.

9.1.10 In manchen technischen Angaben wird ein Schrägstrich gesetzt:


40 km/h - 3 000 U/min - 9 1/100 km (vgl. S. 67, 8.14.3.3).

9.2 Römische Zahlzeichen


i = l
V = 5
X = 10
L = 50
C = 100
D = 500
M = 1000

70
Zahlen und römische Zahlzeichen

Anwendungsbeispiele:
In einer Zahl dürfen (nach heutigem Gebrauch) I, X und C je dreimal Vor­
kommen, V, L und D nur je einmal. Steht ein Zeichen mit geringerem Zahl­
wert vor einem mit höherem, so ist sein Wert vom höheren abzuziehen. Frü­
her setzte man auch vier gleiche Zeichen nebeneinander, z. B. VIIII für 9,
MDCCCC für 1900.
II (i+i) =2

III (i+i+i) =3
IV (5-1) =4
VI (5+1) =6

VII (5 + 2) =7
VIII (5 + 3) =8
IX (10-1) =9
XI (10 + 1) = 11

XIV (10 + 4) = 14
XVI (10 + 6) = 16
XIX (10 + 9) = 19
XX (10 + 10) = 20

XL (50—10) = 40
IL (50-1) =49 (früher auch: XLIX)
Lxrv (50 + 10+4) = 64
xc (100-10) = 90
XCI (90 + 1) = 91
IC (100-1) = 99 (früher auch: XCIX)
VD (500-5) = 495 (früher auch: XDV)
CMXXXIII (1 000-100 + 33) = 933

Jahreszahlen:
MDCCCXCIII = 1893
MLM = 1950 (früher auch: MCML)
MCMLXXXVI = 1986
MCMIC oder MIM = 1999 (früher auch: MCMXCIX)

71
ANHANG

10 GRAMMATIKALISCHE UND SPRACHWISSENSCHAFTLICHE


FACHAUSDRÜCKE

Ablaut der, -(e)s/-e: Wechsel des Stammvokals in verwandten Wörtern, z. B.


trinken — trank — getrunken; geben — die Gabe
Ableitung die, -/-en; -► Wortbildung
Abstraktum das [-ßtrak-], -s/Abstrakta: ein Nomen, das etwas Nichtgegenständ­
liches bezeichnet, z. B. Angst, Freude, Friede, Schönheit, Zorn; -► Konkretum
Abstrichverfahren das, -s/-: Weglaßprobe; sie dient zum Feststellen des kleinst-
möglichen Satzes durch Abstreichen (grammatikalisch) entbehrlicher Satz­
glieder: Der Bauer holt ‘"täglich'1 das Vieh rvon der Weide"1,
abwandeln; -► konjugieren || die Abwandlung, -/-en; -► Konjugation
Adjektiv das [ad-], -(e)s/-e [-fe, -we] (Adj.): Eigenschaftswort; dazu werden auch
bestimmte Arten von Numeralien gezählt
Adverb das [-werb], -s/-ien [-bien] (Adv.): Umstandswort (fallfreie Wortart); gibt
Ort, Zeit, Art oder Grund an || adverbial [-al] II die adverbiale Bestimmung,
-n -/-n -en; z. B.: Ich komme heute morgen; -+ Ergänzung
Akkusativ der [ak-], -s/-e [-fe, -we] (Akk.): 4. Fall, Wenfall; ich sehe den Hund
Aktiv das [ak-], -s: Tätigkeitsform (des Verbs): Er repariert den Motor; -► G.:
Passiv
Anapher die [-naf-], -/-n: absichtliche Wiederholung eines Wortes (einer Wort­
gruppe) am Beginn aufeinanderfolgender Sätze
Antonym das [-nüm], -s/-e: Antonyme sind Wörter mit gegensätzlicher Bedeu­
tung, z. B. groß — klein; Freund — Feind; -+ G.: Synonym
Appellativ das [-tif], -s/-e [-fe, -we]\ -► Gattungsname
Apposition die, -/-en: substantivisches Attribut: Johann Nestroy, der sozialkriti­
sche Dichter, wurde ...;-► Attribut
Artikel der [-ti-], -s/-: läßt unter anderem das grammatische Geschlecht des No­
mens erkennen; bestimmter Artikel (der, die, das); unbestimmter Artikel (ein,
eine, ein)
Attribut das [-but], -(e)s/-e: Beifügung; Teil eines Satzgliedes, bestimmt dieses
näher: das dicke Buch; das Buch auf dem Tisch; -► Apposition
Augenblickskompositum das, -s/-komposita (-kompositen): Wortzusammenset­
zung, die nach Bedarf (auch aus dem Stegreif) gebildet wird
Ausrufwort das, -(e)s/-wörter; -► Interjektion
Aussageweise die, -/-n; -► Modus
Befehlsform die, -/-en; -► Imperativ
Beifügung die, -/-en; -► Attribut
besitzanzeigende Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter; -► Possessivpronomen
beugen, biegen; -+ deklinieren || die Beugung, -/-en, Biegung; -+ Deklination
bezügliche Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter; -> Relativpronomen
biegen; -+ beugen II die Biegung, -/-en; Beugung
Bindewort das, -(e)s/-wörter; -► Konjunktion
Dativ der [da-], -s/-e [-fe, -we] (Dat.): 3. Fall, Wemfall; gib das dem Hund

73
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Deklination die, -/-en: Beugung (Biegung) des Nomens (Substantivs), Adjektivs


und Pronomens; es in die vier Fälle (Singular und Plural) setzen; -* Flexion ||
deklinieren: beugen, biegen; -► flektieren
Demonstrativpronomen das [-tif-], -s/- (-pronomina): hinweisendes Fürwort,
z. B. dieser, jener, derjenige, derselbe
Denotation die, -/-en: der rein sachbezogene Wortinhalt (ohne hinzutretende
Stilnuancen und Begleitvorstellungen), der z. B. den Wörtern Menschen, Leute,
Personen bzw. essen, verzehren, speisen, fressen gemeinsam ist, ist ihre D.; -►
G.: Konnotation
Dental der [-tal], -s/-e: Zahnlaut (z. B. d, t)
Dialekt der [-lekt], -(e)s/-e; -► Mundart
Diminutiv das [-tif], -s/-e [-/e, -iue], Deminutiv: Verkleinerungsform, z. B. Bäch-
lein, Häuschen, SchwammerZ
Diphthong der [-tong], -(e)s/-e: Zwielaut, z. B. au, äu, ei; -+ Monophthong
direkte Rede die, -n -/-n -n: wörtliche Rede (zwischen Anführungszeichen): Er
sagte: „Ich komme morgen/'„Ich komme morgen“ sagte er. „Aber ich“ sagte er,
„komme morgen.“; -► G.: indirekte Rede
Eigenname der, -ns/-n, Eigennamen: Nomen proprium; Nomen (Substantiv),
das nur einmal vorkommende Lebewesen, Bauwerke, Länder, Flüsse, Berge
usw. bezeichnet, um sie zu identifizieren, z. B. Grillparzer; Franz, Kahlenberg,
Schloß Schönbrunn, Wien, Donau, Österreich
Eigenschaftswort das, -(e)s/-wörter; -► Adjektiv
Einwortsatz der, -es/-sätze: situationsabhängiger Kurzsatz, z. B.: „Wohin?“ —
„Heim!“
Einzahl die, -; -► Singular
elliptische Satz der, -n -es/-n Sätze: (grammatikalisch) unvollständiger Satz
Empfindungswort das, -(e)s/-wörter; -► Interjektion
Ergänzung die, -/-en: Satzglied, das den Satzinhalt genauer faßt oder vom Verb
gefordert wird; -► Objekt; -► Gleichsetzungsakkusativ; -► Gleichsetzungsno­
minativ; Präpositionalobjekt; -► adverbiale Bestimmung
Ersatzform die, -/-en: Wort, das in einem Text an Stelle eines anderen eingesetzt
wird: „rBastelt* rHans~*?“ — fDas tut* rer*“; -► Pro-Form II die Ersatzprobe,
-/-n: Ersatz eines Wortes (Satzgliedes) durch ein anderes zwecks Bestimmung
der grammatischen Form; z. B.: Ich besuche Hans. (Hans ist u. a. durch dich
ersetzbar, also Akkusativ.)
Fall der, -(e)s/Fälle; -► Kasus II die Fallergänzung, -/-en; -► Objekt II fallfrei:
nicht flektierbar
Femininum das [/e-], -s: „weibliches“ grammatisches Geschlecht II (mit PL Femi­
nina): Nomen (Substantiv), das diesem Geschlecht angehört; Genus
finite Verbform die [-ni- -], -n -/-n -en: jede Verbform, die -► Person, -► Nume­
rus (auch -► Tempus, -► Modus) erkennen läßt: er geht; geh!; Personalform;
-► G.: infinite Verbform
flektieren: Oberbegriff für deklinieren (beugen, biegen) und konjugieren (ab­
wandeln) || die Flexion [-on], -/-en; -► Deklination; -► Konjugation
Fortis die [for-]t -/Fortes: stark ausgesprochener Konsonant, z. B. „hartes“ p, t, k;
-► G.: Lenis
fragende Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter, Fragefürwort; -> Interrogativpronomen

74
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Funktionsverbgefüge das, -s/-: feste Verbindung eines Nomens (Substantivs)


mit einem Verb (dessen Bedeutung verblaßt ist), z. B. Kontakt aufnehmen
Fürwort das, -(e)s/-wörter; Pronomen
Futur das [-tur], -s/-e, Futurum, -s/Futura: 1. Zukunft, unvollendete Zukunft,
Futur I: ich werde laufen; ich werde singen II das Futurum exaktum [- exlak-
tum; - -ak-], - -/Futura exakta: 2. Zukunft, vollendete Zukunft, Vorzukunft,
Futur II: ich werde gelaufen sein; ich werde gesungen haben
Ganzsatz der, -es/-sätze: gesamter Satz mit allen seinen Teilsätzen (Haupt- und
Gliedsätzen); Satz; -► Teilsatz
Gattungsname der, -ns/-n, Gattungsnamen: Appellativ; konkretes Nomen (Sub­
stantiv), das eine Gattung gleichartiger Dinge oder Lebewesen bezeichnet,
z. B. Tisch, Mädchen
Gaumenlaut der, -(e)s/-e; -► Palatal; -►Velar
Gegenwart die, -; -► Präsens; -► Zeitform
Gemination die, -/-en: Verdoppelung (z. B. von Konsonantenbuchstaben)
Genitiv der [ge-], -s/-e [-fe, -we], Genetiv (Gen.): 2. Fall, Wesfall; der Name des
Hundes
Genus das [ge-], -/Genera: grammatisches Geschlecht: das Mädchen; der Hund;
die Fliege
Geschlecht das, -(e)s/-er; Genus
Gleichsetzungsakkusativ der, -s/-e: Sinnergänzung, Gleichsetzungsglied im
4. Fall (Akkusativ): Franz nannte sich einen Sportler.
Gleichsetzungsnominativ der, -s/-e: Sinnergänzung, Gleichsetzungsglied im
1. Fall (Nominativ): Franz ist ein Sportler. Sie heißt Rosa.
Gliedsatz der, -es/-sätze: Nebensatz; Satzglied in Gestalt eines (abhängigen) Sat­
zes; -► Hauptsatz II der Gliedteil, -(e)s/-e: Teil eines Satzgliedes
Grammatik die [-ma-], -/-en: Sprachlehre und Sprachkunde; die Lehre vom Bau
und von den Regeln einer Sprache II grammatisch, grammatikalisch II das
grammatische Geschlecht, -n -(e)s/-n -er; Genus
Graphem das [-fern], -s/-e: Buchstabe oder Buchstabenverbindung, sofern damit
ein Phonem oder eine Phonemfolge bezeichnet wird; z. B. Fleisch: f l, ei, sch;
ei und sch bilden jeweils nur ein Graphem; -► Phonem
Grundmundart die, -/-en: „Basisdialekt“ mit engem Verbreitungsgebiet, eher
von Bauern und älteren Leuten gesprochen; -► Verkehrsmundart
Grundstufe die, -/-n; -* Positiv
Grundzahlwort das, -(e)s/-Wörter: Kardinalzahlwort, z. B. zwei, elf; -► Ordinal­
zahlwort
Hauptsatz der, -es/-sätze: (unabhängiger) Satz, der selbständig bestehen kann;
-► Gliedsatz || die Hauptsatzreihe, -/-n: aus Hauptsätzen bestehende Satzver­
bindung: rMeine Mutter malt gern1 (Hauptsatz), (und) rmein Vater spielt
gern Klavier"1 (Hauptsatz). Wenn zwei aufeinanderfolgende Hauptsätze ein
Satzglied gemeinsam haben, braucht dieses nur einmal verwendet werden:
rMeine Mutter"1 malt(,) und (meine Mutter) spielt Klavier II das Hauptwortt,
-(e)s/-wörter; -► Nomen
Hilfsverb das, -s/-en: Hilfszeitwort der Zeitf; die Wörter „sein“, „haben“, „wer­
den“, wenn sie helfen, zusammengesetzte Zeitformen zu bilden: Goethe wurde
gefeiert; Goethe hat den „Faust“ geschrieben. Hilfsverben können auch als

75
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Vollverben auftreten: Goethe war ein Dichter; Ich habe (besitze) ein Auto; -►
Vollverb; -► Modalverb; -► modifizierendes Verb
Hilfszeitwortt das, -(e)s/-wörter; Hilfszeitwort der Zeitt; -► Hilfsverb II Hilfszeit­
wort der Aussagef; Modalverb
hinweisende Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter; -► Demonstrativpronomen
Hochdeutsch das, - II das Hochdeutsche, -n: die von der 2. (hochdeutschen)
Lautverschiebung erfaßte Ausprägung der deutschen Sprache im Süden (ein­
schließlich Österreichs und der Schweiz) und in der Mitte des deutschen
Sprachraums II (auch für): Standardsprache des Deutschen || die Hochlau­
tung, -: die der Hochsprache zugehörige Aussprache II die Hochsprache, -; -►
Standardsprache
Höchststufe die, -/-n; -► Superlativ II die Höherstufe, -/-n; -* Komparativ
homonym [-nüm] II das Homonym, -s/-e: Wort, das gleich wie ein anderes lautet
und auch so geschrieben wird, sich von ihm aber in Herkunft und Bedeutung
unterscheidet, z. B. Ton (Musik) und Ton (Erde); -► Homophon
homophon [-fon] II das Homophon, -s/-e: Wort, das gleich wie ein anderes lautet,
aber verschieden geschrieben wird und sich von ihm auch in Herkunft und
Bedeutung unterscheidet, z. B. Lerche (Vogel) und Lärche (Baum); (ein Bild)
malen und (Kaffee) mahlen; -► Homonym
Idiom das [-om], -s/-e: Ausdrucksweise, die einer bestimmten Sprache eigen­
tümlich ist II Sprache, Mundart II idiomatisch [-md-|: dem (lebendigen, richti­
gen) Sprachgebrauch entsprechend
Imperativ der [im-], -s/-e [-fe, -we]: Befehlsform, Aufforderungsform; eine Verb­
form mit Aufforderungscharakter: sprich leise!; sprecht deutlicher!
Imperfekt*!* das [im-], -s/-e; -► Präteritum
Indefinitpronomen das [-rat-], -s/- (-pronomina): unbestimmtes Fürwort, z. B.
man, jemand, niemand, jedermann, irgendwer, kein
Indikativ der [in-], -s/-e [-fe, -we]: Wirklichkeitsform; eine Aussageform des
Verbs: ich lese; er hat geschlafen; -► Konjunktiv
indirekte Rede die, -n -/-n -n: nicht wörtliche Rede: Er sagte, er käme morgen;
G.: direkte Rede
infinite Verbform die [in-ni- -], -n -/-n -en: jede Verbform, die nicht nach Per­
son und Zahl konjugiert ist: gehen; gegangen; -► G.: finite Verbform
Infinitiv der [in-], -s/-e [-fe, -we]: Nennform; die Grundform des Verbs: lesen II
die Infinitivgruppe, -/-n: Nennformgruppe: Statt zu lesen, hört er Radio.
Interjektion die, -/-en: Ausrufwort, Empfindungswort; drückt eine Empfindung
oder Aufforderung aus: au!, oh!, o weh!, pfui!, hallo!
Interpunktion die, -/-en: (Satz)zeichensetzung II das Interpunktionszeichen,
-s/-: Satzzeichen, z. B. Beistrich, Fragezeichen, Rufzeichen, Punkt
Interrogativpronomen das [-tif-], -s/- (-pronomina): fragendes Fürwort, z. B.
wer?, was?, welcher?, was für ein?
intransitiv [inItranIsiItiv; in-tif]; intransitive (nichtzielende, unbezügliche) Ver­
ben sind solche, die keine Ergänzung im Akkusativ als Zielpunkt einer Hand­
lung verlangen und von denen kein Passiv gebildet werden kann: Es regnet.
Die Rosen blühen. Wien liegt an der Donau. Es gibt gute und schlechte Men­
schen; -► transitiv
Kardinalzahlwort das \-ngl-], -(e)s/-wörter: Grundzahlwort

76
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Kasus der [/ca-], -/-: Beugungsfall (Biegungsfall); er drückt die Beziehung des
Nomen (Substantivs), Adjektivs und Pronomens zu anderen Satzgliedern
(Satzteilen) aus; -► Nominativ; -► Genitiv; -► Dativ; -> Akkusativ
Kollektivum das [-tiwum], -s/Kollektiva (Kollektiven); -► Sammelname
Kollokation die, -/-en: (Möglichkeit der) Kombination von Wörtern, z. B. es
schmeckt + gut (aber in Österreich nicht: es schmeckt + schön)
Komparation die, -; -► Vergleichsformen II der Komparativ [kom-], -s/-e [-/e,
-we]\ die 2. Vergleichsform (Höherstufe, Mehrstufe): älter als du; -► Ver­
gleichsformen
Kompositum das [-po-], -s/Komposita (Kompositen): Zusammensetzung, zu­
sammengesetztes Wort: Haus-tor; Haus-tor-schlüssel
Kongruenz die [-entß], -/-en: Übereinstimmung (zusammengehöriger Satzteile)
in Genus, Numerus und Kasus: Vater und Mutter sind zu Hause; die Dramen
Grillparzers, des bedeutendsten österreichischen Dichters
Konjugation die, -/-en: Abwandlung (des Verbs); -► Flexion || konjugieren: ein
Verb abwandeln (es in die drei Personen des Singulars und des Plurals und in
die verschiedenen Zeitformen setzen); -► flektieren
Konjunktion die, -/-en (Konj.): Bindewort (Einleitewort); verbindet zwei Wörter,
Satzteile oder Sätze, z. B. und, oder, aber, denn, weil, weder — noch
Konjunktiv der [kon-], -s/-e [-fe, -we]: Möglichkeitsform; eine Aussageweise des
Verbs; drückt nur Gedachtes, Mögliches u. ä. aus: er sagt, er habe ein neues
Fahrrad (1. Konjunktiv, Konjunktiv I, Konjunktiv Präsens); er hätte sich ein
Fahrrad gekauft, wenn es nicht so teuer gewesen wäre (2. Konjunktiv, Kon­
junktiv II, Konjunktiv Präteritum, Konjunktiv Imperfekt); -► Indikativ
Konkretum das [-kre-], -s/Konkreta: ein Nomen, das Gegenständliches bezeich­
net, z. B. Karl, Maria, Kafka, Ybbs, Dachstein, Mensch, Hund, Tanne, Tisch,
Wald, Herde, Familie, Holz, Wasser; -► Abstraktum
Konnotation die, -/-en: die zum rein sachbezogenen Wortinhalt hinzutretenden
Stilnuancen und Begleitvorstellungen; so haben z. B. die Wörter Menschen,
Leute, Personen bzw. essen, verzehren, speisen, fressen jeweils verschiedene
Konnotationen; -► G.: Denotation
Konsonant der [-ngnt], -en/-en: Mitlaut; b, p, d, t, g, k, m, n, r, ch z. B. sind Kon­
sonanten; -► Vokal; -► Umlaut
Labial der \-al], -s/-e: Lippenlaut (z. B. p, m)
Leerstelle die, -/-n; -► Planstelle
Leideformf die, -; -► Passiv
Lenis die [le-], -/Lenes: „schwach“ ausgesprochener Konsonant, z. B. „weiches“
b, d, g; -► G.: Fortis
Lexem das [-kßem], -s/-e: jedes einzelne Wort (mit seinen Formen) im Sprach-
wortschatz
Lippenlaut der, -(e)s/-e; -► Labial
Maskulinum das [maß-], -s: „männliches“ grammatisches Geschlecht II (mit PL
Maskulina): Nomen (Substantiv), das diesem Geschlecht angehört; -► Genus
Mehrstufe die, -/-n; Komparativ II die Mehrzahl, -; -► Plural
Meiststufe die, -/-n; -► Superlativ
Mitlaut der, -(e)s/-e; -> Konsonant
Mittelwort das, -(e)s/-wörter; -► Partizip II Mittelwort der Gegenwart; -► Partizip

77
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Präsens II Mittelwort der Vergangenheit; -► Partizip Perfekt


Mitvergangenheit die [mit-], -► Präteritum
Modalverb das [-dal-], -s/-en: Hilfszeitwort der Aussaget; bestimmt die Aus­
sage eines Vollverbs im Satz näher; dürfen, können, mögen, müssen, sollen,
wollen. Er durfte nicht lesen; -► Vollverb; -► Hilfsverb; -► modifizierendes
Verb II das modifizierende Verb, -n -s/-n -en: bestimmt wie ein Modalverb die
Aussage eines Vollverbs im Satz näher, z. B. brauchen, hoffen, lassen, meinen,
scheinen, vermögen, verstehen, wissen. Sie versuchten die Aufgabe zu tosen. Sie
brauchen nicht persönlich (zu) kommen; -► Vollverb; -► Modalverb; -► Hilfs­
verb
Modus der, -/Modi: Aussageweise; -► Imperativ; -> Indikativ; -► Konjunktiv
Möglichkeitsform die, -/-en; -► Konjunktiv
Monophthong der [-tong], -(e)s/-e: einfacher Vokal, z. B. a, e, ü; Diphthong
Morphem das [-fern], -s/-e: kleinste bedeutungstragende Gestalteinheit in der
Sprache; „fliegt“ besteht aus den Morphemen „flieg“ (Wortstamm) und „t“ (Zei­
chen der 3. Person Singular) II die Morphologie \-gi], -: Formenlehre
Mundart die, -/-en: Dialekt; -► Grundmundart; -*> Verkehrsmundart; -► Stan­
dardsprache; Umgangssprache
Nachsilbe die, -/-n: Suffix; Silbe, die auf den Stamm eines Wortes folgt: Früh­
imp; Schicksal; Gleichheit; Eitelkeit; Bücherei; Freundsc/ia/fc; Bildung; Mäd­
chen; Fräu lein; Schwammeri; Köchin; lustig; -► Vorsilbe
Nachzeitigkeit die, -; Zeitenfolge
Nebensatz der, -es/-sätze; -► Gliedsatz
Negation die, -/-en: Verneinung(swort)
Nennform die, -/-en; -► Infinitiv
Neutrum das [ne-], -s: „sächliches“ (neutrales) grammatisches Geschlecht II (mit
Pl. Neutra): Nomen (Substantiv), das weder „männlich“ noch „weiblich“ ist; -►
Genus
Niederdeutsch das, - II das Niederdeutsche, -n: die von der 2. (hochdeutschen)
Lautverschiebung nicht erfaßte Ausprägung der deutschen Sprache in Nord­
deutschland; Plattdeutsch
Nomen das [no-], -s/- (Nomina): Hauptwort]*, Substantiv, (früher auch:) Adjektiv
(auch Pronomen und Numerale) als deklinierbare Wortklassen; verblaßtes N.:
Wort, das im Sprachgebrauch nicht mehr als N. gilt, z. B. heute abend; -► Ab­
straktum; -► Konkretum || das Nomen proprium [pro-], - -/Nomina propria; -*
Eigenname II nominal [-nal]; in der Wendung „beim Gehen“ ist das Verb „ge­
hen“ n. gebraucht II die Nominalisierung, -/-en, Substantivierung: Umwand­
lung eines Wortes, das kein Nomen ist, in ein Nomen; sein nominaler Ge­
brauch; z. B. singen - das Singen, zum Singen, beim Singen, vor dem Singen;
schön - etwas Schönes, nichts Schönes, die Schöne... II der Nominalstil,
-(e)s/-e: sprachlicher Stil, der den Nomen bzw. den Nominalisierungen und
nicht den Verben den Vorzug gibt; -*G.: Verbalstil
Nominativ der [no-], -s/-e [-fe, -we]: 1. Fall, Werfall; der Hund bellt
Numerale das [-ra-], -s/Numeralien [-lien] (Numeralia): Zahlwort, z. B. eins, zwei;
erster, zweiter; einmal; manche, viele; -► Grundzahlwort; Ordnungszahlwort
Numerus der \nü-], -/Numeri: Zahl; Bezeichnung für -► Singular und -► Plural
Objekt das [-jekt], -(e)s/-e: Fallergänzung (im 2., 3., 4. Fall); Satzglied, das den

78
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Satzinhalt genauer faßt oder vom Verb gefordert wird: Martin gedenkt des To­
ten; Karl dankt dem Vater; Lotte liest einen Roman; Ergänzung; -► Präposi­
tionalobjekt
operationale Verfahren das, -n -s/-n eine Methode zur grammatikalischen
Analyse eines Satzes; -►Abstrichverfahren; -►Ersatzprobe; -►Verschiebeprobe
Ordinalzahlwort das [-nal-], -(e)s/ -Wörter: Ordnungszahlwort, z. B. der zweite,
der elfte; -► Grundzahlwort
Palatal der [-tal], -s/-e: Vordergaumenlaut (z. B. g vor i); -► Velar
Parenthese die [-te-], -/-n: Redeteil, der außerhalb des Satzverbandes steht: Wir
gingen — ich erwähnte es schon — sofort nach Hause. Heute ist (wie schon ge­
stern verlautbart) geschlossen.
Partikel die [-ti-]} -/-n: ein nichtflektierbares Wort, z. B. jetzt, nach, wenn, ja
Partizip das [-tßip], -s/-ien [-pien]: Mittelwort II die Partizipialgruppe, -/-n:
Mittelwortgruppe: Soeben angekommen, rief er an || das Partizip Perfekt, -s
-/-ien -: Partizip Präteritum (Mittelwort der Vergangenheit, 2. Partizip, Parti­
zip II), z. B. geschlafen, gespielt II das Partizip Präsens, -s -/-ien -: Mittelwort
der Gegenwart, 1. Partizip, Partizip I, z. B. schlafend, spielend II das Partizip
Präteritum, -s -/-ien -; -► Partizip Perfekt
Passiv das [paß-], -s: Leideformf (des Verbs): Der Motor wird repariert (Vor­
gangspassiv); der Motor ist repariert (Zustandspassiv); -► G.: Aktiv
Perfekt das [per-, -fekt], -s/-e: die 2. Vergangenheit, vollendete Gegenwart; eine
Zeitform des Verbs: sie sind gegangen; sie haben geschrieben
Personalform die [-nal-]f -/-en; -► finite Verbform II das Personalpronomen, -s/-
(-pronomina): persönliches Fürwort; vertritt ein Nomen (Substantiv), z. B. ich
(meiner, mir, mich); du; er, sie, es; wir; ihr; sie
persönliche Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter; -► Personalpronomen
Phonem das [-nem], -s/-e: kleinste (bedeutungsunterscheidende) Lauteinheit,
z. B. Teich — Deich; zugleich übergeordnete Einheit für alle Lautvarianten,
die in einer Sprache untereinander austauschbar sind, ohne daß dadurch ein
Wort unverständlich oder zu einem anderen Wort würde, z. B. im Deutschen
Irl — Zungenspitzen- oder Zäpfchen-r-Laut II die Phonetik [-ne-], -: Lehre
von Art und Bildung der Sprachlaute II die Phonologie [-gi], -: Lehre von den
Lauten in deren Funktion als wortunterscheidende Zeichen (Phoneme)
Planstelle die, -/-n: Leerstelle, die aufgrund der Wertigkeit (Valenz) des Verbs
von einem Satzglied besetzt werden muß: rEp <= arbeitet. rEp <= holt =>
rden BalP. rEp <= verdankt => rsein Wissen^ => rdem LehreP.
Plural der [plu-], -s/-e: Mehrzahl; -► G.: Singular II das Pluraletantum [-tan-],
-s/-(s) (Pluraliatantum): Mehrzahlwort, z. B. Alpen, Leute, Eltern; -► G.: Singu­
laretantum
Plusquamperfekt das [plus-], -s/-e: die 3. Vergangenheit, vollendete Vergangen­
heit, Vorvergangenheit; eine Zeitform des Verbs: er war gegangen; sie hatte
geschrieben
Positiv der [pö-], -s/-e [-fe, -we]: Grundstufe, 1. Vergleichsform (des Adjektivs):
so alt wie du; alte Menschen; -► Vergleichsformen
Possessivpronomen das [-jßjf-], -s/- (-pronomina): besitzanzeigendes, zuordnen­
des Fürwort, z. B. mein Fahrrad; unser Vater
Prädikat das [-kat], -(e)s/-e: Satzaussage; Satzglied, das vom Verb gebildet wird.

79
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Man unterscheidet: einteiliges Prädikat (er läuft); mehrteiliges Prädikat (er ist
gelaufen; du hast geschrieben) II prädikativ [-tif]: zum Prädikat gehörend II der
Prädikatsteil, -(e)s/-e: Prädikatsgruppe, Prädikat samt den zu ihm gehörigen
Satzgliedern (Ergänzungen)
Präfix das [-fikß], -es/-e; -► Vorsilbe; Suffix
Präposition die, -/-en: Vorwort, Verhältniswort; steht zumeist vor dem von
ihm abhängigen Wort und bestimmt dessen Kasus. Präpositionen sind z. B.
wegen, bis, für, an, auf II das Präpositionalobjekt \-ngl-], -(e)s/-e, Präpositio-
nalergänzung: Vorwortergänzung (Ergänzung mit einem Vorwort): Die Polizei
achtet auf den Verkehr; Ergänzung
Präsens das [pre-], -/Präsentia [-sentßia] (Präsentien) [-tßien\\ Gegenwart; eine
Zeitform des Verbs: wir gehen; sie schreibt
Präteritum das [-£&-], -s/Präterita: 1. Vergangenheit, früher mißverständlich oft
auch „unvollendete“ Vergangenheit, Imperfektt, Mitvergangenheit; eine Zeit­
form des Verbs; ich sagte; sie schrieben
Pro-Form die, -/-en; -► Ersatzform
Pronomen das [-no-], -s/- (Pronomina): Fürwort; begleitet oder vertritt ein No­
men (Substantiv); -* Personalpronomen; -► Possessivpronomen; -► Interroga­
tivpronomen; -► Indefinitpronomen; -► Demonstrativpronomen; -► Reflexiv­
pronomen
reflexiv [-kßif]: rückbezüglich II das Reflexivpronomen, -s/- (-pronomina): rück­
bezügliches Fürwort: ich wasche mich; sie haben sich verletzt
Relativpronomen das [-tif-], -s/- (-pronomina): bezügliches Fürwort: der Mann,
der gekommen war; die Frau, welche das gesagt hatte
rückbezüglich; reflexiv II das rückbezügliche Fürwort, -n -(e)s/-n -Wörter; -►
Reflexivpronomen
Sammelname der, -ns/-n, Sammelnamen: Kollektivum; konkretes Nomen (Sub­
stantiv), das mehrere gleichartige Dinge oder Lebewesen bezeichnet, z. B.
Wald (Bäume), Herde (Schafe)
Satz der, -es/Sätze: größte grammatische Einheit innerhalb eines Textes; Sinn­
einheit, die beim Reden durch die Sprechmelodie gebunden ist: rDie Sonne
scheint."1 rDer Vater gab seinen Kindern Taschengeld."1; -► Ganzsatz;
Gliedsatz; Hauptsatz; Teilsatz II die Satzaussage, -/-n; -► Prädikat II das
Satzgefüge, -s/-: aus Haupt- und Gliedsatz zusammengesetzter Satz: rEr
hoffte"1 (Hauptsatz), rdaß sein Freund bald käme"1 (Gliedsatz); -► Satzreihe; -►
Hauptsatz; -► Gliedsatz || der Satzgegenstand, -(e)s/-stände; -> Subjekt II das
Satzglied, -(e)s/-er: kleinste grammatische Einheit eines Satzes: rDer Vater"1
(Subjekt) rgab~1 (Prädikat) rseinen Kindern1 (Dativobjekt) Taschengeld"1
(Akkusativobjekt). Die Satzglieder können mit Hilfe der -► Verschiebeprobe
gefunden werden II die Satzreihe, -/-n; -► Hauptsatzreihe; Satzgefüge; -►
Hauptsatz || das Satzzeichen, -s/-; -► Interpunktionszeichen
Schriftsprache die, -; -► Standardsprache
Selbstlaut der, -(e)s/-e; -► Vokal
Semantik die [-man-], -: (Lehre von der) Bedeutung der Wörter II die Semiotik
[-0-], -: Lehre von den „Zeichensystemen“ in den verschiedensten Lebensberei­
chen, z. B. in Gesellschaft, Sprache, Wissenschaft, Kunst und im Verhalten
von Lebewesen überhaupt
80
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Silbe die, -/-n: Lautgruppe bzw. Buchstabengruppe. Man unterscheidet Sprech­


silben (meist Abteilungssilben), z. B. Ta-ges, und Sprachsilben (Morpheme),
z. B. Tag-es
Singular der [sin-], -s/-e: Einzahl; -► G.: Plural II das Singularetantum [-tan-], -s
/-(s) (Singulariatantum): Einzahlwort, z. B. Hunger; -+ G.: Pluraletantum
Situativ das [-tif], -s/-e [-/e, -we]\ Adverb, mit dem eine Stellungnahme zum In­
halt der eigenen Äußerung ausgedrückt wird: Sie ist leider nicht da. Du
kommst natürlich zu spät.
Soziolekt der [-lekt], -(e)s/-e: Sondersprache einer bestimmten (gesellschaftli­
chen, beruflichen) Gruppe
Sprachschicht die, -/-en: Standardsprache, Umgangssprache, Verkehrsmundart,
Grundmundart
Sprachsilbe die, -/-n; Silbe
Sprechsilbe die, -/-n; -► Silbe
Stammform die, -/-en: die 1. Stammform (Infinitiv oder 1. Person Singular Prä­
sens): laufe(n), hole(n); die 2. Stammform (Präteritum = Imperfekt): lief; holte;
die 3. Stammform (Partizip Perfekt = 2. Partizip, Partizip II): gelaufen, geholt
Mit den drei Stammformen werden die Zeitformen des Verbs gebildet II die
Stammschreibung, -/-en: etymologische Schreibweise, bei der der bedeu­
tungstragende Teil verwandter Wörter erhalten bleibt; -► Wortstamm; -*»
Stammsilbe II die Stammsilbe, -/-n: der Wortteil, der die Grundbedeutung des
betreffenden Wortes trägt, z. B. fahren, fährt, fuhr, gefahren, Fahrt, Fahrer
Standardsprache die, -/-n: überregional geregelte, allgemeinverbindliche
Sprachform (z. B. zum Unterschied von Umgangssprache und Mundart);
Hochsprache; Schriftsprache
Steigerungt die, -/-en; -► Vergleichsformen
Stoffname der, -ns/-n, Stoffnamen: konkretes Nomen (Substantiv), das eine
gleichartige Stoffmasse bezeichnet, z. B. Wasser, Salz, Holz
Subjekt das [-jekt], -(e)s/-e: Satzgegenstand; Satzglied im Nominativ: Er läuft.
Der Vater liest ein Buch || der Subjektsteil, -(e)s/-e: die Subjektgruppe, Sub­
jekt samt den zu ihm gehörigen Attributen und Artikeln
Substantiv das [sub-], -s/-e [-fe, -we]: Hauptwort]*; -► Nomen II die Substantivie­
rung [-wi-], -/-en: -►Nominalisierung
Suffix das [-fikß], -es/-e; -► Nachsilbe; -> Präfix
Superlativ der [su-]} -s/-e [-fe, -we]: die 3. Vergleichsform (Höchststufe = Meist­
stufe): am ältesten; der älteste von allen; -*► Vergleichsformen
Synonym das [sü-nüm], -s/-e; Synonyme sind Wörter mit gleicher oder ähnli­
cher Bedeutung, z. B. Frühling — Lenz; Roß — Gaul — Pferd; G.: Antonym
Syntax die [sün-], -: Satzlehre, Satzbau
Tätigkeitsform die, -; -► Aktiv II das Tätigkeitswort, -(e)s/-wörter: bezeichnet ein
Geschehen, das vom zugehörigen Subjekt Aktivität verlangt, z. B. arbeiten,
sprechen. Größte Gruppe der Verben (Zeitwörter), weshalb man diese auch
insgesamt fälschlich Tätigkeitswörter nennt; -► Verb
Teilsatz der, -es/-sätze: Teil eines Ganzsatzes (Haupt- oder Gliedsatz)
Tempus das [tem-], -/Tempora: Zeitform des Verbs. Man unterscheidet -► Prä­
sens; Präteritum; -► Perfekt; Plusquamperfekt; -► Futur; -* Futurum ex-
aktum

81
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Text der, -(e)s/-e: (größere) sprachliche Einheit, die aus aufeinanderfolgenden


Sätzen besteht, deren Reihenfolge nicht beliebig vertauschbar ist II die Text­
grammatik, - II die Textsorte, -/-n, Textart: z. B. Roman, Ballade, Brief, Tele­
gramm, Inserat, Gebrauchsanweisung
transitiv [trän-, -tif]; transitive (zielende, bezügliche) Verben sind solche, die
eine Ergänzung im Akkusativ als Zielpunkt einer Handlung verlangen bzw.
verlangen können und von denen ein unpersönliches Passiv gebildet werden
kann: Ich benütze =► das Werkzeug. — Die Frau gießt => die Blumen. — Die
Blumen werden gegossen; -► intransitiv
Überlautung die, -/-en: überdeutliche Aussprache, die sich möglichst genau
nach dem Schriftbild richtet (z. B. bei schlechter Verständigung am Telefon
oder im Funksprechverkehr)
Umgangssprache die, -: Sprachform mit landschaftlichen Eigenheiten zwischen
-► Mundart und -► Standardsprache
Umlaut der, -(e)s/-e: ä, ö, ü sind Umlaute; Veränderung eines Vokals: Garten —
Gärten; hoch — höher; Duft — Düfte; Haus — Häuser; -► Vokal; -► Diphtong
Umstandswort das, -(e)s/-wörter; -► Adverb
unbestimmte Fürwort das, -n -(e)s/-n -Wörter; -► Indefinitpronomen
Valenz die [walentß], -/-en; Wertigkeit (des Verbs)
Velar der [-Zar], -s/-e: Hintergaumenlaut (z. B. ch in „ach“); -► Palatal
Verb das [werb]t -s/-en: Zeitwort; es kennzeichnet das Sein oder Geschehen im
Satz und ist konjugierbar, das heißt, es läßt sich in Person, Numerus (Zahl)
und Tempus (Zeit) setzen. „Schwache“ Verben sind z. B. machen (machte, ge­
macht), arbeiten (arbeitete, gearbeitet); „starke“ Verben sind z. B. singen
(sang, gesungen), halten (hielt, gehalten); ein „gemischtes“ Verb ist z. B. salzen
(salzte, gesalzen); ein „unregelmäßiges“ Verb ist z. B. sein (bin, ist, sind, war,
gewesen). Man unterscheidet Tätigkeitsverben (z. B. laufen, sprechen, arbei­
ten), Zustandsverben (z. B. bleiben, liegen, leben) und Vorgangsverben (z. B.
wachsen, regnen, fallen); -► Tätigkeitswort; Hilfsverb; -* Modalverb; -► mo­
difizierendes Verb; -► Vollverb; -* finite Verbform; -► infinite Verbform || die
verbale Klammer [-ba- -], -n -/-n -n: Ich bin gestern abend in den Wald ge­
gangen (bin_______ gegangen) II der Verbalstil, -(e)s/-e: sprachlicher Stil, in
dem Handlungen durch Verben ausgedrückt werden; -► G.: Nominalstil
Vergangenheit die, -; die 1. Vergangenheit (-► Präteritum); die 2. Vergangenheit
(-► Perfekt); die 3. Vergangenheit (-► Plusquamperfekt); Zeitform
Vergleichsformen die (PI.): Komparation; man unterscheidet drei Vergleichsfor­
men; sie geben den Grad einer Eigenschaft, eines Zustandes u. ä. vergleichs­
weise an: alt, älter, älteste; -► Positiv; -► Komparativ; Superlativ
Verhältniswort das, -(e)s/-wörter; Präposition
Verkehrsmundart die, -/-en: Mundart mit weiterem Verbreitungsgebiet; -*
Grundmundart
Verschiebeprobe die, -/-n: ein Verfahren, bei dem die Satzglieder durch Umstel­
len als die kleinsten grammatischen Bestandteile des Satzes erkannt werden:
Der Vater I gab I seinen Kindern I Taschengeld. — Seinen Kindern I gab I der
Vater I Taschengeld. — Taschengeld I gab I der Vater | seinen Kindern.
Verweiswort, -(e)s/-wörter: Wort, das sich auf zurückliegende oder kommende
Textteile bezieht, z. B. deshalb (Rückverweis); folgendes (Vorausverweis)

82
Grammatikalische und sprachwissenschaftliche Fachausdrücke

Vokal der [wokal], -s/-e: Selbstlaut; a, e, i, o, u; ä, ö, ü; -► Umlaut; -► Konsonant


Volksetymologie die, -/-n: volkstümliche (irrige) Erklärung der Herkunft bzw.
Bedeutung von Wörtern und Namen aufgrund ihrer Lautung; so hat z. B. Wet­
terleuchten nichts mit leuchten zu tun, sondern kommt vom älteren Wetterlei­
chen (leichen = tanzen, hüpfen, auf Blitze bezogen)
Vollverb das, -s/-en: Verb, das allein das Prädikat bilden kann: Die Kinder spie­
len. Auch Hilfsverben können als Vollverben auftreten: Franz ist Sportler. Er
hat ein Rad. Sie wird Lehrerin; -+ Hilfsverb; Modalverb; -► modifizierendes
Verb; -► Verb
Vorsilbe die, -/-n: Präfix; Silbe, die dem Stamm eines Wortes vorangeht: bewe­
gen; entlaufen; gesehen; unwahr; -► Nachsilbe
Vorvergangenheit die, -; -► Plusquamperfekt
Vorwort das, -(e)s/-wörter; -► Präposition II die Vorwortergänzung, -/-en; -► Prä-
positionalobj ekt
Vorzeitigkeit die, -; -► Zeitenfolge
Vorzukunft die, -; -► Futurum exaktum
Weglaßprobe die, -; -► Abstrichverfahren
Wertigkeit die, -/-en: Valenz; Eigenschaft des Verbs, eine bestimmte Anzahl von
Sinnergänzungen zu fordern, damit ein grammatisch richtiger Satz entsteht:
rdie Bäume"1 <= blühen (einwertig). rAnna"1 <= holt => rdie Milch"1 (zweiwer­
tig). rOtto"1 <= klopft => rdem Freund"1 => rauf die Schulter"1 (dreiwertig); -► Ab­
strichverfahren; -► Planstelle
Wirklichkeitsform die, -/-en; -► Indikativ
Wortbildung die, -/-en: Entstehen eines Wortes, z. B. durch Zusammensetzung
(Gehweg) oder Ableitung (begehbar) aus einem-Grundwort (gehen) || die Wort­
familie, -/-n: Wörter, die einen gemeinsamen Wortstamm haben, z. B. laufen,
Lauf Läufer, Verlauf beiläufig II das Wortfeld, -(e)s/-er, Begriffsfeld: Gruppe
von Wörtern, die ihrer Bedeutung nach zusammengehören, z. B. Pferd, Roßy
Gaul, Stute, Schimmel; im weiteren Sinn auch: wiehern, stampfen, Reitstall,
Parcours II der Wortstamm, -(e)s/-stämme; z. B. gezeigt; Entsprechung
Zahl die, -; -► Numerus
Zahlwort das, -(e)s/-wörter; -► Numerale
Zahnlaut der, -(e)s/-e; -► Dental
Zeichensetzung die, -; -► Interpunktion
Zeitenfolge die, -: Abhängigkeit der Zeiten in Gliedsätzen: Als ich kam,, war sie
schon gegangen (vorzeitig). Nachdem sie gekommen war, begann die Feier
(nachzeitig)
Zeitform die, -/-en; man unterscheidet zwei Arten: einfache Zeitformen (Prä­
sens, Präteritum; ich gehe, ging) und zusammengesetzte Zeitformen (Perfekt,
Plusquamperfekt, Futur, Futurum exaktum; ich bin gegangen, war gegangen,
werde gehen, werde gegangen sein)
Zeitstufe die, -/-n; die drei Zeitstufen: Gegenwärtiges, Vergangenes, Zukünftiges
Zeitwort das, -(e)s/-wörter; -> Verb
Zukunft die, -; -► Futur; -► Zeitform
Zusammensetzung die, -/-en; -► Kompositum
Zwielaut der, -(e)s/-e; Diphthong

83
11 VERBEN

11.1 Zu Gebrauch und Schreibung einiger Formen der Verben


11.1.1 Imperativ
Der Imperativ Singular kann bei vielen Verben sowohl mit der Endung -e als
auch ohne diese gebildet werden, z. B. bind!, binde! Verben auf -ein und -em bil­
den den Imperativ auf -e: bügle!, änd(e)re! Ebenso z. B. öffne!, rechne!, atme!
Starke Verben, in deren Präsensstamm ein Wechsel zwischen e und i bzw. ie
stattfindet, wie z. B. ich helfe — du hilfst, ich esse — du ißt, ich lese — du liest,
bilden den Imperativ nur mit dem Stammvokal i (ie) und ohne Endung: hilf!, iß!,
lies!
Im allgemeinen ist im Imperativ am Wortende kein Apostroph zu setzen.
Zum Imperativ Plural vgl. S. 86, 11.1.4.1.

11.1.2 Konjunktiv
11.1.2.1 Man unterscheidet der Form nach den Konjunktiv I (z. B. ich sei, er
komme, sie gehe) und den Konjunktiv II (z. B. ich wäre, er käme, sie ginge). Der
Konjunktiv I tritt vornehmlich in Anweisungen, in verwirklichbaren Wünschen
und in indirekter Rede auf: Man nehme... — Man lache nicht! — Gehen wir! —
Seien Sie so gut... — Er behauptet, ich sei unaufmerksam und sie komme immer
zu spät. — Dein Reich komme. Hauptanwendungsgebiete des Konjunktivs II
sind Bedingungssätze und unverwirklichte Wünsche: Wenn sie käme, wäre ich
froh. — Wenn sie nur käme!
11.1.2.2 Die Formen des Konjunktivs I:
ich sei (habe) (werde) (frage) (spreche)
du seist habest werdest fragest sprechest
er/sie/es sei habe werde frage spreche
wir seien (haben) (werden) (fragen) (sprechen)
ihr seiet habet (werdet) fraget sprechet
sie seien (haben) (werden) (fragen) (sprechen)
Deutlich erkennbare, charakteristische Formen hat der Konjunktiv I im allge­
meinen nur in der 2. und der 3. Person Singular; schon weniger deutlich ist die
2. Person Plural gekennzeichnet. Die oben eingeklammerten Formen sind mit
den entsprechenden Formen des Präsens Indikativ gleichlautend. Um in solchen
Fällen dennoch den Konjunktiv erkennen zu lassen, kann man zwei Mittel an­
wenden:
a) Ersatz der nicht oder nur unzureichend als solche erkennbaren Konjunk-
tiv-I-Formen durch die entsprechenden Formen des Konjunktivs II (vgl. S. 85 f.,
11.1.2.3), z. B.:

84
Verben

ich hätte würde fragte spräche


du habest werdest fragest sprechest
er/sie/es habe werde frage spreche
wir hätten würden fragten sprächen
ihr hättet würdet fragtet sprächet
sie hätten würden fragten sprächen

b) Umschreibung des Konjunktivs I durch Verbindung eines Hilfs- oder Modal­


verbs mit dem Infinitiv des betreffenden Vollverbs, z. B. Er behauptet, ich würde
zu laut sprechen. — Man soll (möge) nicht lachen.

11.1.2.3 Die Formen des Konjunktivs II sind bei schwachen Verben mit den
Formen des Präteritums Indikativ gleichlautend, z. B.: ich fragte, du fragtest, er
fragte, wir fragten, ihr fragtet, sie fragten.
Bei den starken und bei fast allen unregelmäßigen Verben sind die Formen des
Konjunktivs II von den Formen des Präteritums Indikativ abgeleitet und meist
deutlich erkennbar, z. B.:

Präteritum Konjunk- Präteritum Konjunk­ Präteritum Konjunk-


Indikativ tivll Indikativ tiv II Indikativ tivll

ich hatte hätte sprach spräche blieb bliebe


du hattest hättest sprachst spräch(e)st bliebst bliebest
er/sie hatte hätte sprach spräche blieb bliebe
/es
wir hatten hätten sprachen sprächen blieben blieben
ihr hattet hättet spracht sprächet bliebt bliebet
sie hatten hätten sprachen sprächen blieben blieben

Vgl. im übrigen S. 87 ff., 11.2 (Tabelle der Stammformen der starken und der un­
regelmäßigen Verben).
Die Formen des Konjunktivs II werden oft durch Verbindung von ich würde, du
würdest... und dem Infinitiv des betreffenden Vollverbs umschrieben, also z. B.
statt ich spräche, ich schriebe — ich würde sprechen, ich würde schreiben. Derar­
tiges gilt insbesondere dann,
a) wenn die Konjunktiv-II-Form, weil mit dem Präteritum Indikativ gleichlau­
tend, nicht hinreichend als solche erkennbar ist (z. B. statt ich fragte — ich
würde fragen);
b) wenn die Konjunktiv-II-Form wenig gebräuchlich (veraltet) ist (z. B. statt ich
wüsche — ich würde waschen);
c) wenn eine Voraussetzung oder Bedingung als unerfüllbar besonders betont
werden soll: Ich würde ja gerne kommen, wenn ich nur Zeit hätte.
Anmerkung:
Die oft zitierte Regel, wonach in einem mit wenn eingeleiteten Gliedsatz kein würde ste­
hen dürfe („Wennsätze sind würde-los“), läßt sich in dieser Form nicht halten bzw. ist
meist mißverstanden worden. Es kann sich dabei nur um eine Empfehlung handeln,

85
Verben

a) nicht zu einer Umschreibung mit würde zu greifen, wenn die betreffende Konjunktiv-II-
Form ohnehin allgemein gebräuchlich ist (z. B. sie käme — besser als sie würde kommen);
b) die Aufeinanderfolge von zwei würde zu vermeiden (z. B. statt Wenn ich ihn fragen
ivürde, würde er antworten — besser: Wenn ich ihn fragte, würde... oder Würde ich ihn
fragen, so würde er antworten).

11.1.3 Stammauslaut
11.1.3.1 Schwache Verben, deren Stamm auf d oder t endet, wie z. B. reden, ret­
ten, bilden die Endungen der 2. und 3. Person Singular und des Plurals im Prä­
sens und Präteritum sowie den Imperativ Plural und das Partizip Perfekt mit
-e-: du redest, sie rettet. Gleiches gilt für Verben, deren Stamm auf m oder n nach
einem anderen Konsonanten (außer l, r) endet, wie z. B. widmen, rechnen, öff­
nen: ihr widmet, rechnet!, sie öffneten, geordnet
11.1.3.2 Verben, deren Stamm auf unbetontes el endet, wie z. B. wechseln, zwei­
feln, lassen in einigen Formen das e dieser Buchstaben- bzw. Lautfolge ausfal-
len: ich wechsle (daneben umgangssprachlich auch: Wechsel; in Österreich unge­
bräuchlich ist wechsele). Konjunktiv I: er zweifle; Imperativ: zweifle nicht!
11.1.3.3 Verben, deren Stamm auf s, ß, ss, x, z, tz endet, bilden die 2. Person Sin­
gular Indikativ auf bloßes t (nicht auf st): du reist, du reißt, du läßt, du hext, du
heizt, du sitzt.
(Vgl. aber auch unten, 11.1.4.1.)
11.1.3.4 Verben, deren Stamm auf sch endet, bilden die 2. Person Singular Indi­
kativ vorzugsweise auf bloßes t (also seht); daneben ist auch die Form auf st (also
schst) möglich: du wäscht (auch du wäschst), du wünscht (auch du wünschst). Im
Wörterverzeichnis ist bei den betreffenden Stichwörtern nur die Form auf blo­
ßes t angeführt.
11.1.3.5 Bei Verben, deren Stamm auf ss nach kurzem Vokal endet, wie z. B. las­
sen, messen, tritt ß an die Stelle des ss, wenn dieses vor einem Konsonanten­
buchstaben oder am Wortende zu stehen käme: du läßt, er mißt, geküßt, laß!,
miß!, Küß die Hand!

11.1.4 Formen in gehobener Ausdrucksweise und in der Umgangssprache


11.1.4.1 In gehobener Ausdrucksweise finden sich mitunter Endungen mit
einem zusätzlichen -e-:
a) In der 2. Person Plural Präsens und Präteritum Indikativ sowie im Imperativ:
ihr habet, ihr gehet, ihr kommet, ihr ginget, ihr kämet, esset!, trinket!
b) Bei Verben, deren Stamm auf einen Zischlaut endet, in der 2. Person Singu­
lar Präsens Indikativ: du sitzest, du lässest, du löschest.
Solche Formen sind in Abschnitt 11.2 (S. 87 ff.) nicht eigens angeführt. .
11.1.4.2 In umgangssprachlichem Gebrauch kann die Endung -e der 1. Person
Singular im Präsens Indikativ wegfallen: ich hör, ich nehm, ich sprech, ich hab.
Es ist nicht erforderlich, an die Stelle des ausgefallenen e einen Apostroph zu
setzen. (Vgl. auch S. 60 f., 8.9.)
86
Verben

11.2 Die Stammformen der starken und der unregelmäßigen Verben


Zu den drei Stammformen — 1. Stammform: Infinitiv oder 1. Person Singular
Präsens, 2. Stammform: Präteritum, 3. Stammform: Partizip Perfekt, z. B. binde(n)>
band, gebunden — werden im Präsens schwierigere oder abweichend gebil­
dete Formen angegeben. Nach einem Schrägstrich stehen die Konjunktive. Die
meisten der Konjunktive II (Konjunktiv Präteritum) sind nur der Vollständig­
keit halber angeführt. Der Konjunktiv II vieler Verben kommt nur selten vor
und wird im allgemeinen mit „würde“ umschrieben, z. B. statt ich backte oder
ich büke: ich würde backen. Einige früher starke Verben bilden im Präteritum
meist nur noch schwache Formen, z. B. statt buk: backte. Ungebräuchlichere
Formen stehen in Klammern.
Die mit einem Pfeil (f) versehenen Wörter werden — in anderer Bedeutung —
auch schwach konjugiert.

87
Verben: Stammformen
PARTIZIP PERFEKT

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88
Verben: Stammformen
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Verben: Stammformen

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Verben: Stammformen
PARTIZIP PERFEKT

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Verben: Stammformen

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92
Verben: Stammformen
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Verben: Stammformen
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Verben: Stammformen

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95
12 UNSERE DRUCK- UND SCHREIBSCHRIFTEN
(Vgl. auch zur s-Schreibung S. 37 ff., 5.)
Antiqua Fraktur Österreichische Deutsche Schreib­
(„Latein­ („Deutsche Schulschrift schrift
schrift“) Schrift“) 1969 1995 (Kurrentschrift)
A, a a a, 'UL
a
B, b 83, b $ * £ 4 X
C, c 6, c t
c, c, C X)
D, d ©, b 2). XL /$ XI
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E, e e, e & Z £ P t Hs
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K, k Ä, f £ A i
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8, l £, (
M, m m, m m Jl, m m,
N, n 91, n n JT, n n, 'P’U
0, o er iS 0, o, 'iS'
ß, 0 o
4 P, f-
P, P P r ? r
G Q, 0}, ■Vf
Q, q ß, Q 9 9
R, r 8t, r di, /t K /1 R, ■r-
S, s, ß s, 6, ß R /, 4 ß2)
f, 6, f?
T, t t 4 i r, i l

U, u U, U u, u, U u,
V, v X 'tr r, 1} V, ■IO
«, t>
W, w SB, n> w, nr r, ii> w, ■v\o

X, x X, x, K X, r
% y
u,
Y, y % b % y 9 V v
Z, z z. i l r
3, 3
*) ch, sch, ck = ^ skß, /l&; sonst c = t. 2) st = Jfi (außer bei der Wortfuge).

96
13 GEBRAUCH UND AUSSPRACHE FREMDSPRACHLICHER
EIGENNAMEN - FREMDE ALPHABETE

Wenn in einem deutschen Text von Personen, Orten, Einrichtungen oder Din­
gen die Rede ist, die einen fremdsprachlichen Namen haben, ergibt sich eine
Reihe von Fragen zu der Form des Namens, zu seiner Schreibung und seiner
Aussprache. Zu den Namen (Eigennamen) zählen u. a.: geographische Namen
(z. B. Namen von Städten, Gebieten, Flüssen, Bergen), Personennamen (z. B.
Vor- und Familiennamen), Werkstitel (z. B. Titel von Büchern, Zeitungen,
Kunstwerken) sowie Benennungen von Organisationen, Firmen, öffentlichen
Stellen.

13.1 Fremdsprachliche oder deutsche Form des Eigennamens


In vielen Fällen gibt es für einen Eigennamen neben einer fremdsprachlichen
auch eine deutsche (oder in deutschen Texten übliche) Namensform; so z. B. ne­
ben Milano, Thames, Louis XIV, House of Commons — Mailand,, Themse, Lud­
wig XIV.f Unterhaus. Solche deutsche Namenformen sollen verwendet werden
unter anderem
— bei geographischen Namen (also z. B. Mailand, nicht Milano) — außer wenn
dadurch die Deutlichkeit in Frage gestellt wäre (etwa in Postadressen) oder
wenn es fremde nationale Gefühle zu berücksichtigen gilt;
— oft bei Namen von (historischen) Herrscherpersönlichkeiten, immer bei
Papstnamen (z. B. Ludwig XIV.y nicht Louis XIV; Johannes Paul II.);
— meist bei Namen von Kunstwerken (z. B. Tschaikowskis Ballett Schwanen-
seet nicht Lebedinoje osero).
Hingegen ist die fremdsprachliche Originalform u. a. zu verwenden bei Namen
sonstiger Personen (z. B. William — nicht Wilhelm — Shakespeare; bei Namen
von Schiffen (z. B. die ,fGiulio Cesare“ nicht die „Julius Cäsar“); bei Titeln von
Zeitungen (z. B. „Le Monde“ nicht „Die Welt“).

13.2 Schreibung fremdsprachlicher Wörter (fremde Alphabete)


Sofern es feststeht, daß ein Eigenname in seiner fremdsprachlichen Form zu
verwenden ist, gilt es bezüglich der Schreibung zu unterscheiden:
— Namen, die einer Sprache angehören, die (so wie das Deutsche) die lateini­
sche Schrift gebraucht: Hier ist die originale Schreibweise unverändert anzu­
wenden, einschließlich allfälliger diakritischer Zeichen, wie Akzente u. dgl., bei­
spielsweise e, hy s.
97
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

— Namen, die einer Sprache angehören, die nicht die lateinische Schrift ver­
wendet: Solche Namen müssen in der Regel in die lateinische Schrift umgesetzt
(umgeschriftet, transkribiert bzw. transliteriert) werden. Die Verfahren dafür
sind unterschiedlich je nach Sprache oder auch nach Benützerkreis; im folgen­
den können nur ein paar Hinweise gegeben werden.

13.2.1 Griechisches Alphabet

Groß- und Kleinbuchstabe Name Transkription


A, a Alpha A, a
B, ß Beta B, b
r, y Gamma G, g1}
A, 8 Delta D, d
E, 6 Epsilon E, e
z. c Zeta z, z
H, T) Eta E, e(£, e)
©, 0 Theta Th, th
I. l Jota I. i
K, K Kappa K, k
A, X Lambda L, 1
M, P My M, m
N, V Ny N, n
“5 Xi x, X
0, o Omikron o, o2)
n, n Pi p, p
p, P Rho R, r
z, a, g3) Sigma s, s
T, X Tau T, t
Y, i) Ypsilon Y, y4)
0, <P Phi Ph, ph
X, X Chi Ch, ch
V Psi Ps ps
Q, CO Omega 0, 0 (0, ö)

Das Hauchzeichen * über bzw. vor einem Vokalbuchstaben wird mit h wiederge­
geben, z. B. £koh;6v -► hekaton (hundert), 'EX6vr| -► Helene (Helena), r|b'pT|K:a -►
heureka (ich hab’s gefunden).
*P, wird mit Rh, rh wiedergegeben, z. B. T65o^ -* Rhodos.
Das Zeichen ’ entfällt in der Umschrift.
Die drei Akzentzeichen '' ~ werden in der Umschrift beibehalten, können aber
auch entfallen.
*) Aber: yy -► ng, yic -► nk, y£ -► nx, y% nch; z. B. E<pty£ -* Sphinx.
2) Aber: ou u, z. B. jiouctikti-^ musike (Musik).
3) ö steht am Wortanfang und im Wortinneren, c, am Wortende, z. B. oeiopö^ (seismos: Er­
schütterung, Erdbeben).
4) Aber: au au, eu -► eu, rju eu (eu), ou -► u; z. B. ’Obuoaeug -► Odysseus.

98
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

13.2.2 Russisch
Groß- und Transliteration 1 Transkription Aussprache
Kleinbuchstabe (Großbuchstaben hier nicht eigens ange­
(kyrillisch) geben)
A, a a a a
E, 6 b b b
B, B V w w
r, r g g 9
fl, a d d d
E, e e e; je (im Anlaut; nach e, je, i, i
Vokal oder *b, b)
E, e e jo; o (nach sch, sh) jo, 6
>K, 7K z sch (sh) Obf V
3, 3 z s s (stimm­
haft)
H, H i i i
H, H i
3 j
K, K k k k
JI, J1 1 1 l
M, M m m m
H, u n n n
O, o 0 0 ö, a,a
n, n P P V
p, p r r r
c, C s s; ss (zwischen ß
Vokalen)
T, T t t t
y, y u u u
<t>, 4) f f f
X, x ch (h) ch ch
U, u c z tß
H, H c tsch tsch
III, ui s sch sch
m, m sc schtsch schtsch
T>, 'h (entfällt) —
bl, bl y» y dumpfes i, e
b, b (entfällt) —
3, 3 e e e
IO, K> ju ju ju
Jl, H ja ja ja

Im Fachschrifttum und im Bibliothekswesen werden die russischen Buchstaben


transliteriert (siehe in der Tabelle die Spalte „Transliteration“); sonst, z. B. für
nichtfachliches Schrifttum, schöngeistige Literatur, Zeitungen, gebraucht man
ein Verfahren der Wiedergabe, wie es aus der Spalte „Transkription“ der

99
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

Tabelle zu ersehen ist. Beispiel: Hexoß — nach dem einen Verfahren: Cechov
(Cehov), nach dem anderen Verfahren: Tschechow.

13.2.3 Serbokroatisch
Während die Kroaten nur die Lateinschrift verwenden, gebrauchen die Serben
vorwiegend die kyrillische Schrift, aber daneben auch die Lateinschrift. In der
Tabelle ist angegeben, wie im Serbokroatischen die Buchstaben der kyrillischen
Schrift in lateinische Buchstaben umgesetzt werden. In dieser Form erscheinen
serbokroatische Namen dann auch im Deutschen.

Kyrillische Lateinschrift, zu­ Kyrillische Lateinschrift, zu­


Schrift, Groß- und gleich Transkrip­ Schrift, Groß- und gleich Transkrip­
Kleinbuchstabe tion1)2) Kleinbuchstabe tion1)2)
A, a A, a H, H N, n
B, 6 B, b H>, H> Nj, nj
B, B V, V o, 0 0, 0
r. r G. g n, n P, P
A JX D, d p, P R, r
"B, ft D(Dj) cJ(dj) c, c s, s
E, e E, e T, T T, t
*, )K z, z TB, h e c
3, 3 z, z y, y u, u
H, H I, i <*>, F, f
J, j J, j X, X H, h
K, K K, k u. 11 c, c
A J1 L, 1 H, H e, c
Jb, Jb Lj, lj U, u Dz, dz
M, M M, m Ul, UI s s

*) Buchstabenfolge im Lateinalphabet:
a, b, c, c, c, d, dz, d, e, f, g, h, i, j, k, 1, lj, m, n, nj, o, p, r, s, s, t, u, v, z, z.
2) Zur Aussprache des Serbokroatischen vgl. S. 102 f., 13.3.6.

13.2.4 Andere Sprachen, die in nichtlateinischen Schriften geschrieben wer­


den, sind z. B. Bulgarisch, Arabisch, Persisch, Hebräisch, die Sprachen Indiens,
Chinesisch, Japanisch. Die Verfahren der Umsetzung in lateinische Schrift rich­
ten sich nach den einzelnen Fachwissenschaften.

100
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

13.3 Aussprache fremdsprachlicher Wörter (lateinisches Alphabet)


Im allgemeinen gilt als Richtschnur: Während für Texte in der jeweiligen
Fremdsprache selbstverständlich eine originalgetreue Aussprache anzustreben
ist, würde es gekünstelt wirken, wenn man einen fremden Namen, der in einen
deutschen Text eingestreut vorkommt, völlig originalgetreu aussprechen wollte.
Vielmehr empfiehlt es sich, dabei gewisse maßvolle Anpassungen der Artikula­
tion der fremden Laute an die Aussprachegewohnheiten des Deutschen vor­
zunehmen.
Im folgenden werden für einige Sprachen Aussprachehinweise gegeben, soweit
die von der Schreibung zum Laut führenden Regeln von jenen des Deutschen
erheblich abweichen und soweit sie einfach darstellbar sind.
Vollständigeres und Genaueres ist aus einschlägigen Lehrbüchern und im
Fremdsprachenunterricht zu erfahren. Auf diesen ist insbesondere zu verweisen
hinsichtlich der Aussprache des Englischen, wo die Beziehungen zwischen
Schreibung und Aussprache so verwickelt sind, daß nur wenige einfach formu­
lierbare allgemeingültige Regeln angegeben werden könnten.
Zur Bedeutung der Aussprachezeichen — siehe S. 126.

13.3.1 Französisch
Schreibung ai au ay c (vor e, i >y) c (sonst) q ch (vor 1, r) ch (sonst)
Aussprache e o e ß k ß k sch

Schreibung eu g (vor e, i, y) gn gu (vor e, i, y) g (sonst) h


Aussprache ö nj 9 9 stumm

Schreibung ill j oeu oi ou qu u v y z


Aussprache (i)j seh ö ua u k ü w i s (stimmhaft)
Nasalvokale: Lautwerte von Vokalbuchstaben plus n oder m, wenn sie vor Kon­
sonantenbuchstaben oder am Wortende stehen:
an, am, en, em . _ ä in, im .. ._ä
ain, ainvein ... ä oin ... uä
eun ... ö on, om ...
ien ... iä un, um ... ö
Nicht ausgesprochene („stumme“) Buchstaben am Wortende sind meist:
-d (-ds), -e (-es), -r (in -er), -s, -t (-ts), x (in -aux, -eux, -oux), -z (in -ez).
Betonung: Auf der letzten Silbe.

13.3.2 Italienisch
Schreibung ce, cce ci, cci (vor a, o, u) ci, cci (sonst) ch, cch
Aussprache tsche tsch tschi k

Schreibung c, cc (sonst) ge, gge gi, ggi (vor a, o, u) gi, ggi (sonst)
Aussprache k dsehe dseh dsehi

101
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

Schreibung gh, ggh gli (vor Vokal) gli (sonst) gn g, gg (sonst)


Aussprache g Ij Iji nj g
Schreibung h qu sce sei (vor a, o, u) sei (sonst) sch v
Aussprache (stumm) ku sehe sch schi ßk w
ßetonung: Akzentzeichen ' gibt an, daß der Vokal betont ist: Pieta [pi i eta).

13.3.3 Niederländisch

Schreibung ee ei eu g ij oe oo ou sch u ui z
Aussprache e el ö ch el u o ou ßch ü öl s (stimmhaft)

13.3.4 Polnisch

Schreibung $ ci (vor Vokal) ci (sonst) cz c (sonst) c


Aussprache Ö, on tschj tschji tsch tß tschj
Schreibung $ 1 n 6 rz si (vor Vokal) si (sonst) sz
Aussprache e, en u nj u sch schj sehji sch
Schreibung s (sonst) s zi (vor Vokal) zi (sonst) z (sonst)
Aussprache ß schj schj sehji s1) (vgl aber cz, rz, sz!)
Schreibung z z
Aussprache oci/jJ
TTCTD
*) Stimmhaftes s.

Betonung: Meist vorletzte Silbe.

13.3.5. Russisch
Siehe S 99 f., 13.2.2.

13.3.6 Slowenisch, Serbokroatisch, Burgenländisch-Kroatisch


Schreibung c c1) c d2) s s v z z
Aussprache tß tj tsch dj ß sch w s (stimmhaft) sch
*) Nicht im Slowenischen.
2) Nicht im Slowenischen und Burgenlandkroatischen.

Anmerkung: Manche burgenlandkroatische Familiennamen enthalten Schrei­


bungen in (z. T. früherer) ungarischer Orthographie, z. B. Tomsich, Vukovits, Bi-
102
Gebrauch und Aussprache fremdsprachlicher Eigennamen — fremde Alphabete

ricz — Aussprache: [tomschitsch], [wukowitsch], [bvritß]. Es gelten also u. a. fol­


gende Ausspracheregeln: -ich — [-itsch] (nicht [-ich] wie im Deutschen!); cs, ts
— [tsch]; cz — [tß]; s — [sch]; sz — [ß]; zs — [sch].

13.3.7 Spanisch

Schreibung ce ci ch c (sonst) ge gi gue gui g (sonst)


Aussprache the, ße 4hi, ßi tsch k che chi ge gi g

Schreibung h j 11 n qu s y z
Aussprache (stumm) ch Ij, j nj k ß i, j th, ß

Betonung: Auf der vorletzten Silbe, wenn das Wort auf Vokal, n oder s endet; auf
der letzten Silbe, wenn es auf einen anderen Konsonanten endet. Abweichungen
von diesen Regeln werden durch das Akzentzeichen ' angezeigt.

13.3.1 Tschechisch und Slowakisch

Schreibung c c d’ e1) l’2) n ö2) ou r1) s s t’ v z z


Aussprache tß tsch dj je Ij nj uo ou rsch ß sch tj w sz) sch
*) Nur tschechisch.
2) Nur slowakisch.
3) Stimmhaftes s.

Betonung: Auf der ersten Silbe. Das Zeichen ' zeigt langen Vokal an.

13.3.9 Türkisch

Schreibung c g nach a, o, u g (sonst) l (i ohne Punkt)


Aussprache dsch tsch wird nicht gesprochen 3 dumpfes i, e
Schreibung j s § V y z
Aussprache xrcnrtJ
orh ß sch w 3 s (stimmhaft)

13.3.10 Ungarisch

Schreibung a ä c CS cz gy ly ny s sz z zs
Aussprache ä a tß tsch tß dj 3 nj sch ß s1) sch
*) Stimmhaftes s.

Betonung: Auf der ersten Silbe. Das Zeichen ' zeigt langen Vokal an.

103
14 INTERNATIONALE LAUTSCHRIFT

Die Internationale Lautschrift ist von der API (Association Phonetique Interna­
tionale) bzw. IPA (International Phonetic Association) erarbeitet worden und
findet zunehmend Verbreitung. Dieses Lautschriftsystem wird nach den neue­
sten Erkenntnissen und Erfahrungen von Zeit zu Zeit verbessert. Da diese Laut­
schrift für möglichst alle Sprachen geeignet sein soll, ist ihr Zeichenschatz sehr
groß. Deshalb wird in der folgenden Tabelle nur eine Auswahl der wichtigsten
und vor allem der den deutschen Lauten entsprechenden Zeichen geboten.
Zu der im Österreichischen Wörterbuch verwendeten vereinfachten Lautschrift
vgl. S. 126 f., Aussprache und Betonung.

Zeichen Aussprache Beispiel Lautschrift


a helles a hat [hat]
a dunkles a Bahn [ba:n]
a nasaliertes a = ä Pendant [pada:]
e abgeschwächtes a, -er in un­
gezwungener Aussprache Ober [o:be]
ai ae, a1 weit [vait]
au a°, au laut [laut]
X sehr offenes ä (im Englischen) match [maetj]
b „weiches“, stimmhaftes b Liebe [tote]
9 helles (vorderes) ch (ich-Laut) ich [19]
d „weiches“, stimmhaftes d Rede [ re:ds]
d3 stimmhaftes dsch = dseh Gin [d3m]
d stimmhaftes englisches th father ['faida]
e geschlossenes e Mehl [me:l]
e offenes e Herr [her]
8 nasaliertes e = ä Bassin [base:]
3 -e (Murmellaut) Gebet [ga'bert]
f f fast [fast]
g g (stimmhaft) Wiege [Vi:g3]
h h (Hauchlaut) Halt [halt]
i geschlossenes i Ziege j'tSKga]
i offenes i List [list]
j j jetzt [jetst]
k k kalt [kalt]
1 1 Last [last]
m m mein [main]

104
Internationale Lautschrift

Zeichen Aussprache Beispiel Lautschrift


n n neu [noY]
0 ng (als einheitlicher Laut) springen [‘J'prirpn]
fl nj (als einheitlicher Laut) Cologne [koloji]
0 geschlossenes o Boot [bot]
ö nasaliertes o = o Bronze [brös]
0 offenes o Ort [ort]
DY oe, o1 neu [noY]
0 geschlossenes ö Löwe [Io^d]
ce offenes ö können [’koenan]
de nasaliertes ö = ö Parfüm [parfce:]
P „hartes“, stimmloses p Post [post]
Pf Pf Pfahl [pfctl]
r vorderes r (Zungen-r)* Rast [rast]
R hinteres r (Gaumen-r)* Rast [Rast]
s stimmloses (scharfes) s = ß Hast [hast]
1 stimmloses sch schön [fan]
t „hartes“, stimmloses t Traum [träum]
ts ts, z (tz) = tß Zaun [tsaun]
tj „hartes“, stimmloses tsch Matsch [matj]
0 stimmloses englisches th = th Thriller [örilß]
u geschlossenes u Mut [mu:t]
u offenes u Pult [pult]
V w Welt [vslt]
w englisches w = u Wilson [wilsDn]
X dunkles (hinteres) ch
(ach-Laut) ach [ax]
y geschlossenes ü Güte [gyrto]
Y offenes ü Nüsse [Yiysd]
Z stimmhaftes s Rose [Yo:zd]
3 stimmhaftes sch = $&k Genie [3e'ni:]
* [r] und [r] wechseln je nach Sprecher und Gegend

Beachte:
Betonungszeichen (steht vor der betonten Silbe): hinaus [hinaus]
: Längenzeichen (steht nach dem Vokal): Liebe [li:ba]

105
15 BRIEFANSCHRIFTEN (ADRESSEN)

Die Adresse steht normalerweise im rechten unteren Viertel des Kuverts; die
Zeilen beginnen genau untereinander („linksbündig“).
Neben der Anrede „Herr“, „Frau“ oder „Fräulein“ stehen allfällige Titel, in die
nächste Zeile kommen nach allfälligen akademischen Graden die Vor- und
Familiennamen, darunter eine allfällige Berufs- oder Branchenbezeichnung.
Bei Untermietern, Gästen oder Einzelpersonen in Firmen, Behörden usw. wird
vor den Adressaten der Zusatz „bei“, „p. A.“ oder „c/o“ gesetzt; bei Schreiben an
Ämter, Behörden, Firmen usw. kann vor den Empfänger der Zusatz „z. H.“
(„zH“) gestellt werden.
In der Zeile danach folgt die eigentliche Adresse, beginnend mit der Straße, dem
Postfach o. dgl.
Unmittelbar vor den Bestimmungsort wird die Postleitzahl gesetzt. Im Postver­
kehr mit dem Ausland wird vor die Postleitzahl das Länderkennzeichen (inter­
nationale Kraftfahrzeugkennzeichen) gesetzt: für Österreich A, für die Bundes­
republik Deutschland D, für die Schweiz CH (vgl. S. 108 ff., 16). Zwischen dem
Länderkennzeichen und der Postleitzahl steht ein Bindestrich, z. B.:
A-5020 Salzburg
Im innerösterreichischen Postverkehr ist das Länderkennzeichen entbehrlich.
Ausländische Orts- und Ländernamen sind in Großbuchstaben zu schreiben.
Wenn die Postleitzahl angegeben wird, kann die Angabe des Bestimmungslan­
des entfallen.
Ein eventueller postdienstlicher Vermerk (z. B. „Einschreiben“, „Flugpost“,
„Postlagernd“, „Expreß“) sollte mit einer Zeile Abstand über die gesamte
Adresse geschrieben werden.

Beispiele:

Herrn Amt der


Ottokar Pausch Kärntner Landesregierung
Burggasse 60/1/15 Arnulfplatz 1
1070 Wien 9020 Klagenfurt

Frau Herrn Hofrat Universitätsprofessor


Hertha Nagel Dr. Albert Lamprecht
bei Familie B. Gellner Vorstand d. Chirurg. Univ.-Klinik
Aumühle Maria-Theresien-Straße 42
4292 Kefermarkt 6010 Innsbruck

106
Briefanschriften (Adressen)

Frau Einschreiben!
Anna Weiß
Friseurin Firma
Oberolberndorf 45 Anton Gotthard & Co.
2000 Stockerau Eisenhandlung
Theaterplatz 5
9020 Klagenfurt

Gemeindeamt Krieglach
z. H. Herrn
Sekretär Eduard Pichler
8670 Krieglach

Firma Beispiel für eine der Regelung des Bestim­


Hans Keller KG mungslandes angepaßte Form:
Import-Export Mr. Tom Walker
Postfach 144 203, Whiteladies Road
D-80335 MÜNCHEN Blackboy Hill
BRISTOL BS8 2TX
GROSSBRITANNIEN

Beispiel für eine Absenderadresse auf Postkarte:


der Briefrückseite:
Susanne Schwarzer Ottilie Zimmel
Kreuth 91 Parkweg 1
3443 Sieghartskirchen 6780 Schruns

Frau
Erna Schneider
Gasthof Adler
5340 St. Gilgen

Bei Zeilenschreibung sind die einzelnen Teile der Absenderangabe durch Bei­
striche zu trennen:
Mag. Hans Müller, Franz-Josef-Straße 3, A-4540 Bad Hall

107
16 KRAFTFAHRZEUGKENNZEICHEN

16.1 Für Fahrzeuge im internationalen Verkehr (stand 1990/1994)

A Österreich (Austria) E Spanien (Espana)


AFG Afghanistan EAK Kenia (East Africa, Kenya)
AL Albanien EAT Tansania
AND Andorra EAU Uganda
AUS Australien EC Ekuador
ES El Salvador
B Belgien EST Estland
BD Bangladesch ET Ägypten
BDS Barbados ETH Äthiopien
BEL Weißrußland (Belarus)
BF Burkina Faso F Frankreich
BG Bulgarien FIN Finnland
BH Belize (früher British FJI Fidschi (Fiji)
Honduras) FL Fürstentum Liechtenstein
BIH Bosnien-Herzegowina FR Färöer
BOL Bolivien GB Großbritannien und Nord­
BR Brasilien irland
BRN Bahrain GBA Alderney
BRU Brunei GBG Guernsey
BS Bahamas GBJ Jersey
BUR Myanmar (Birma, Burma) GBM Insel Man
C Kuba GBZ Gibraltar
CAM Kamerun GCA Guatemala
CDN Kanada (G., Centroamerica)
CH Schweiz GH Ghana
(Confoederatio Helvetica) GR Griechenland
CI Cöte dlvoire (Elfenbeinküste) GUY Guyana
CL Sri Lanka (früher Ceylon) H Ungarn (Hungaria)
CO Kolumbien HD Honduras
CR Costa Rica HK Hongkong
CY Zypern HKJ Jordanien
CZ Tschechien HR Kroatien
D Bundesrepublik Deutschland I Italien
DK Dänemark (mit Grönland) IL Israel
DOM Dominikanische Republik IND Indien
DY Benin (früher Dahomey) IR Iran
DZ Algerien (al-Djazai’r) IRL Irland

108
Kraftfahrzeugkeimzeichen

IRQ Irak (Iraq) RA Argentinien


IS Island (Repüblica Argentina)
RB Botswana
J Japan RC Taiwan („Republic of China“)
JA Jamaika RCA Zentralafrikanische Republik
(Republique centrafricaine)
K Kambodscha RCB Kongo
KS Kirgisistan RCH Chile
KWT Kuweit RH Haiti
KZ Kasachstan RI Indonesien
RIM Mauretanien
L Luxemburg RL Libanon
LAO Laos RM Madagaskar
LAR Libyen RMM Mali
LB Liberia RN Niger
LS Lesotho RO Rumänien (Romania)
LT Litauen ROK Republik Korea (Südkorea)
LV Lettland ROU Uruguay
RP Philippinen
M Malta RSM San Marino
MA Marokko RU Burundi
MAL Malaysia RUS Rußland
MC Monaco RWA Ruanda (Rwanda)
MEX Mexiko
MK Makedonien S Schweden
MS Mauritius SA Saudi-Arabien
MW Malawi SD Swasiland
SGP Singapur
N Norwegen SK Slowakei
NA Niederländische Antillen SLO Slowenien
NAM Namibia STP Sao [Säo] Tome und
NEP Nepal Principe
NIC Nikaragua SME Surinam(e)
NL Niederlande SN Senegal
NZ Neuseeland (New Zealand) SP Somalia
SUD (auch: SDN) Sudan
0 Oman SY Seychellen
SYR Syrien
P Portugal
PA Panama T Thailand
PE Peru TCH (auch: TCD) Tschad (Tchad)
PK Pakistan TG Togo
PL Polen TJ Tadschikistan
PNG Papua-Neuguinea TM Turkmenistan
PY Paraguay TN Tunesien
TR Türkei
Q Katar (Qatar) TT Trinidad und Tobago

109
Kraftfahrzeugkennzeichen

UA Ukraine WG Grenada
UAE Vereinigte Arabische Emirate WL St. Lucia
USA Vereinigte Staaten WS Westsamoa
von Amerika WV St. Vincent
V Vatikan YE Yemen
VN Vietnam YU Jugoslawien
YV Venezuela
WAG Gambia (West Africa, G.)
WAI Nauru Z Sambia (Zambia)
WAL Sierra Leone ZA Südafrika
WAN Nigerien ZRE Zaire
WD Dominica ZW Simbabwe (Zimbabwe)

16.2 Diplomatische Kraftfahrzeugkennzeichen


CD Diplomatisches Korps (Corps diplomatique)
CC Konsularisches Korps (Corps consulaire)

16.3 österreichische Kraftfahrzeugkennzeichen bis


31. Dezember 1989 (und auslaufend)
16.3.1 Bundesländer/Landeshauptstädte
B Burgenland
G Graz
K Kärnten
L Linz
N Niederösterreich
O- Oberösterreich (mit Bindestrich)
S Salzburg
St Steiermark
T Tirol
V Vorarlberg
W Wien
16.3.2 Diplomatische Kennzeichen
Fahrzeuge diplomatischer Vertretungen in Österreich führen eine Verbindung
des Bundesländer- oder Städtekennzeichens mit D (diplomatisches Korps) bzw.
K (konsularisches Korps): WD, GK...
16.3.3 Sachbereichskennzeichen
BB Bundesbahn (österreichische Bundesbahnen)
BG Bundesgendarmerie
BH Bundesheer (Bundesministerium für Landesverteidigung)
BP Bundespolizei
JW Justizwache
PT Post- und Telegraphenverwaltung
ZW Zollwache
110
Kraftfahrzeugkennzeichen

16.4 österreichische Kraftfahrzeugkfennzeichen ab 1. Jänner 1990

16.4.1 Bezeichnung der ausstellenden Behörde im Kennzeichen (Bezirks­


hauptmannschaft, wenn nicht anders angegeben; BPDir. = Bundespolizeidirek­
tion):

AM Amstetten (N) JE Jennersdorf (B) RE Reutte (T)


B Bregenz (V) JO St. Johann (S) RI Ried im Innkreis
BA Bad Aussee (St) JU Judenburg (St) (O)
BL Bruck an der Leitha K Klagenfurt, BPDir. RO Rohrbach im Mühl­
(N) (K) kreis (O)
BM Bruck an der Mur KB Kitzbühel (T) S Salzburg, BPDir. (S)
(St) KF Knittelfeld (St) SB Scheibbs (N)
BN Baden (N) KI Kirchdorf an der SD Schärding (O)
BR Braunau am Inn (O) Krems (O) SE Steyr-Land (O)
BZ Bludenz (V) KL Klagenfurt (K) SL Salzburg-Umge-
DL Deutschlandsberg KO Korneuburg (N) bung(S)
(St) KR Krems an der SP Spittal an der Drau
DO Dornbirn (V) Donau (N) (K)
E Eisenstadt, BPDir. KS Krems an der Do­ SR Steyr, BPDir. (O)
(B) nau, Magistrat (N) SV St. Veit an der Glan
EF Eferding (O) KU Kufstein (T) (K)
EU Eisenstadt (B) L Linz, BPDir. (O) SW Schwechat, BPDir.
FB Feldbach (St) LA Landeck (T) (N)
FE Feldkirchen (K) LB Leibnitz (St) SZ Schwaz (T)
FF Fürstenfeld (St) LE Leoben, BPDir. (St) TA Tamsweg (S)
FK Feldkirch (V) LF Lilienfeld (N) TU Tulln (N)
FR Freistadt (O) LI Liezen (St) UU Urfahr-Umgebung
G Graz, BPDir. (St) LL Linz-Land (O) (O)
GB Gröbming (St) LN Leoben (St) VB Vöcklabruck (O)
GD Gmünd (N) LZ Lienz (T) VI Villach, BPDir. (K)
GF Gänserndorf (N) MA Mattersburg (B) VK Völkermarkt (K)
GM Gmunden (O) MD Mödling (N) VL Villach (K)
GR Grieskirchen (O) ME Melk (N) VO Voitsberg (St)
GS Güssing (B) MI Mistelbach (N) W Wien, BPDir. (W)
GU Graz-Umgebung MU Murau (St) WB Wiener Neustadt
(St) MZ Mürzzuschlag (St) (N)
HA Hallein (S) ND Neusiedl am See (B) WE Wels, BPDir. (O)
HB Hartberg (St) NK Neunkirchen (N) WL Wels (O)
HE Hermagor (K) OP Oberpullendorf (B) WN Wiener Neustadt,
HL Hollabrunn (N) OW Oberwart (B) BPDir. (N)
HO Horn (N) P St. Pölten, BPDir. WO Wolfsberg (K)
I Innsbruck, BPDir. (N) WT Waidhofen an der
(T) PE Perg (O) Thaya(N)
IL Innsbruck (T) PL St. Pölten (N) WU Wien-Umgebung
IM Imst (T) RA Radkersburg (St) (N)

111
Kraftfahrzeugkennzeichen

WY Waidhofen an der WZ Weiz (St) ZT Zwettl (N)


Ybbs, Magistrat (N) ZE Zell am See (S)

16.4.2 An die Stelle der Bezeichnung der Behörde treten folgende Buchstaben:

16.4.2.1 Der Buchstabe A für: Bundespräsident, Präsidenten des Nationalrats,


Bundesrats, Mitglieder der Bundesregierung, Staatssekretäre, Mitglieder der
Volksanwaltschaft, Präsidenten oder Vizepräsidenten des Rechnungshofs, Ver­
fassungsgerichtshofs, Verwaltungsgerichtshofs, Obersten Gerichtshofs.

16.4.2.2 Präsidenten der Landtage, Mitglieder der Landesregierungen:


B Burgenland O Oberösterreich T Tirol
K Kärnten S Salzburg V Vorarlberg
N Niederösterreich ST Steiermark W Wien
16.4.2.3 In Verbindung mit diesen Bundesländerkennzeichen oder mit G
(Graz):
D Diplomatisches Korps
K Konsularkorps

16.4.2.4 Für die Bezeichnung des sachlichen Bereichs:


BP Bundespolizei BB österreichische BD Bundesbusdienst
BG Bundesgendarmerie Bundesbahnen BH Bundesheer
ZW Zollwache PT Post- und Telegra­ JW Justizwache
phenverwaltung

112
17 BUCHSTABIERALPHABETE

17.1 österreichisches Buchstabieralphabet

A = Anton J = Julius S = Siegfried


Ä = Ärger K = Konrad ß = scharfes s
B = Berta L = Ludwig Sch = Schule
C = Cäsar M = Martha T = Theodor
Ch = Christine N = Nordpol U = Ulrich
D = Dora 0 = Otto Ü = Übel
E = Emil ö = Österreich V = Viktor
F = Friedrich P = Paula w = Wilhelm
G = Gustav Q = ku X = Xaver
H = Heinrich Qu = Quelle Y = Ypsilon
I = Ida R = Richard Z = Zürich

17.2 Internationales Buchstabieralphabet (International Spelling


Code)
A Alpha [älfa] N November
B Bravo O Oscar
C Charlie [tscharli] P Papa
D Delta Q Quebec [kHbek]
E Echo [ekou] R Romeo
F Foxtrot S Sierra [ßjera]
G Golf T Tango
H Hotel U Uniform [ ju-]
I India V Victor
J Juliet [dsehuljet] w Whiskey
K Kilo X X-Ray [ekßrei]
L Lima Y Yankee [jänki]
M Mike [maik] Z Zulu [su-]

113
Österreichische akademische Grade

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18 ÖSTERREICHISCHE AKADEMISCHE GRADE (stand 1990)

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114
Österreichische akademische Grade

Deutsche Bezeichnung

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Lateinische Bezeichnung

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Abkürzung

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115
Währungen

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WÄHRUNGEN (stand 1990/ 1994)

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116
Währungen

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117
20 MASSEINHEITEN

20.1 Die gebräuchlichsten Maße und Gewichte (Grundeinheiten)

Name (Zeichen) Größe für


das Meter (m) die Länge
das Quadratmeter (m2) den Flächeninhalt1)
das Kubikmeter (m3) den Rauminhalt
das Liter (1) den Rauminhalt (= 1 dm3)
die Sekunde (s) die Zeit2)
das Kilogramm (kg) die Masse3)
das Kelvin (K) die thermodynamische Temperatur
die Candela [kande-\ (cd) die Lichtstärke
das Mol (mol) die Stoffmenge
das Hertz (Hz) die Frequenz
das Newton [njuten] (N) die Kraft, das Gewicht
das Pascal [-kal] (Pa) den Druck, die Spannung
das Joule [dsehul] (J) die Arbeit, die Energie und die
Wärmemenge
das Watt (W) die Leistung
das Ampere [~per\ (A) die elektrische Stromstärke
das Coulomb [ kulb j (C) die Elektrizitätsmenge
das Volt (V) die elektrische Spannung
das Ohm (L>) den elektrischen Widerstand
das Siemens (S) den elektrischen Leitwert
das Farad (F) die elektrische Kapazität
das Henry [henri] (H) die Induktivität
das Weber (Wb) den magnetischen Fluß
das Tesla (T) die magnetische Flußdichte
das Lumen (lm) den Lichtstrom
das Lux (lx) die Beleuchtungsstärke
der Grad Celsius (°C) die Celsius-Temperatur
das Röntgen (R) die Ionendosis
die Dioptrie [-tri] (dpt) die Brechkraft von optischen
Systemen
der Radiant \-ant\ (rad) den ebenen Raumwinkel4)
der Steradiant \-qnt] (sr) den Raumwinkel
1) Auch: Ai' (a) (= 100 m2), Hektar (ha) (=-- 10 000 m2) (für Grund und Boden).
2) Auch: Minute (min), Stunde (h), Tag (d), Woche, Monat, Jahr (a).
3) Auch: Tonne (t) (= 1 000 kg); Karat (ct) (= 0,0002 kg) (für Gold und Edelsteine).
4) Auch: rechter Winkel, Grad (°), Minute ('), Sekunde (").

118
20.2 Gebräuchlichste Vielfache und Teile von Maßeinheiten
Maßeinheiten

119
21 CHEMISCHE ELEMENTE

Name Symbol Ord­ Name Symbol Ord­


(chemi­ nungs­ (chemi­ nungs­
sches zahl sches zahl
Zeichen) Zeichen)
Actinium Ac 89 Hafnium Hf 72
Aluminium Al 13 Hahnium Ha 105
Americium Am 95 Helium He 2
Antimon (Stibium) Sb 51 Holmium Ho 67
Argon Ar 18 Indium In 49
Arsen As 33 Iridium Ir 77
Astat At 85 Jod (Iod) I 53
Barium Ba 56 Kalium K 19
Berkelium Bk 97 Kobalt (Cobaltum) Co 27
Beryllium Be 4 Kohlenstoff
Blei (Plumbum) Pb 82 (Carboneum) C 6
Bor B 5 Krypton Kr 36
Brom Br 35 Kupfer (Cuprum) Cu 29
Cadmium Kurtschatovium Ku 104
(Kadmium) Cd 48 Lanthan La 57
Calcium (Kalzium) Ca 20 Lawrencium Lr 103
Californium Cf 98 Lithium Li 3
Cäsium Cs 55 Lutetium Lu 71
Cer Ce 58 Magnesium Mg 12
Chlor CI 17 Mangan Mn 25
Chrom Cr 24 Mendelevium Md 101
Curium Cm 96 Molybdän Mo 42
Dysprosium Dy 66 Natrium Na 11
Einsteinium Es 99 Neodym Nd 60
Eisen (Ferrum) Fe 26 Neon Ne 10
Erbium Er 68 Neptunium Np 93
Europium Eu 63 Nickel Ni 28
Fermium Fm 100 Niob Nb 41
Fluor F 9 Nobelium No 102
Francium Fr 87 Osmium Os 76
Gadolinium Gd 64 Palladium Pd 46
Gallium Ga 31 Phosphor P 15
Germanium Ge 32 Platin Pt 78
Gold (Aurum) Au 79 Plutonium Pu 94

120
Chemische Elemente

Name Symbol Ord­ Name Symbol Ord-


(chemi­ nungs­ (chemi­ nungs
sches zahl sches zahl
Zeichen) Zeichen)
Polonium Po 84 Strontium Sr 38
Praseodym Pr 59 Tantal Ta 73
Promethium Pm 61 Technetium Tc 43
Protactinium Pa 91 Tellur Te 52
Quecksilber Terbium Tb 65
(Hydrargyrum) Hg 80 Thallium TI 81
Radium Ra 88 Thorium Th 90
Radon Rn 86 Thulium Tm 69
Rhenium Re 75 Titan Ti 22
Rhodium Rh 45 Uran U 92
Rubidium Rb 37 Vanadin V 23
Ruthenium Ru 44 Wasserstoff
Samarium Sm 62 (Hydrogenium) H 1
Sauerstoff Wismut (Bismutum) Bi 83
(Oxygenium) 0 8 Wolfram W 74
Scandium Sc 21 Xenon Xe 54
Schwefel s 16 Ytterbium Yb 70
Selen Se 34 Yttrium Y 39
Silber (Argentum) Ag 47 Zink Zn 30
Silicium Si 14 Zinn (Stannum) Sn 50
Stickstoff Zirkonium Zr 40
(Nitrogenium) N 7

121
22 PAPIERFORMATE
Die Bogenfläche des Grundformates AO ist 1 m2, das Seitenverhältnis ist 1 : j/2.
Die weiteren Formate entstehen jeweils durch Halbierung. A4 ist das übliche
Format für Maschinschreibpapier.

Angaben in mm:

AO 841 : 1189
Al 594 : 841
A2 420 : 594
A3 297 : 420
A4 210 : 297
A5 148 : 210
A6 105 : 148
A7 74 : 105
A8 52 : 74
A9 37 : 52

122
ZUM GEBRAUCH DES WÖRTERVERZEICHNISSES

Die Anordnung der Stichwörter


Alle Stichwörter sind fett gedruckt und nach dem Alphabet geordnet. Umlaute
(ä, ö, ü) sind wie der entsprechende nichtumgelautete Vokal (a, o, u) behandelt.
Man findet daher unter A die Stichwörter, die mit a bzw. A, ä, Ä beginnen; unter
B die Stichwörter, die mit b bzw. B beginnen; unter C jene Stichwörter, die mit c
bzw. C anfangen, usw. Es stehen also unter
A: Abend, abfahren, acht, Amateur, Arger, Auge, äußern ...
B: Bach, Banane, bemalen, blind, Brunnen, Bürger ...
C: Cafe, Celsius, christlich, Computer, Cup ...
Für die richtige Anordnung nach dem Alphabet muß meist auch der zweite
Buchstabe eines jeden Stichwortes berücksichtigt werden, unter Umständen
auch noch die darauf folgenden:
Aal, Abend, acht, Adresse, aerodynamisch, A/fe, Agave, ätaeln ...
a b c d e f g h
Abort, ab beißen, Abc, Abdruck, Abend, atyahren ...
ab cd cf
Unterscheiden sich zwei Stichwörter nur durch den Umlaut, so steht zuerst das
Stichwort ohne Umlaut, dann folgt das Stichwort mit Umlaut, also „achten“ vor
„ächten“, „Kur“ vor „Kür“.
Bei sonst gleichen Formen steht zuerst das klein geschriebene Wort, also „wa­
gen“ vor „der Wagen“, „klamm“ vor „die Klamm“, „blau“ vor „das Blau“.
Das ß folgt bei gleichlautenden Wörtern im allgemeinen nach ss.
Fremdwörter, die man nicht unter k findet, suche man auch unter c (und umge­
kehrt).
Damit ein Stichwort schnell auffindbar ist, stehen auf jeder Seite oberhalb des
Querstriches jeweils links das erste und rechts das letzte Stichwort als Leit­
wörter. Wer z. B. das Wort Pyramide sucht, findet es auf Seite 348, wo oberhalb
des Striches die Wörter pulverisieren und Quadrant stehen. In den drei Spalten
zwischen diesen beiden Stichwörtern ist nun, alphabetisch eingeordnet, das ge­
suchte Wort zu finden (Pyramide in der dritten).
Verwandte Wörter sind zumeist in einem „Block“ zusammengefaßt, wobei die
einzelnen Stichwörter durch einen Doppelstrich voneinander getrennt sind:
brauen; Bier h. II der Brauer,
-s/- II die Brauerei, -/-cn il
das Brauhaus, -es/-häuser

Der Doppelstrich wird aber auch innerhalb der Angaben zu einem Stichwort
verwendet, um sehr verschiedene Bedeutungen voneinander abzugrenzen. Eine

123
Zum Gebrauch des Wörterverzeichnisses

offensichtliche, unmißverständliche Bedeutung wird vielfach nicht angegeben.


Oft wird — nach einem Strichpunkt bzw. Doppelstrich — statt einer Erklärung
ein Beispiel angeführt, das Redensarten oder besondere Bedeutungen veran­
schaulichen soll.
Gleichgeschriebene Wörter, wie z. B. „kosten“ (er kostet die Suppe) und „kosten“
(die Suppe kostet nichts), werden meist nur als ein einziges Stichwort angeführt
(mit entsprechenden Hinweisen); nur Nomen (Substantive) mit verschiedenem
Artikel und verschiedener Bedeutung („der Band“ — „das Band“) werden meist
getrennt angeführt.

Grammatikalische Angaben bei den einzelnen Wortarten


Nomen (Substantiv)
Bei Wortzusammensetzungen sind üblicherweise für das Grundwort weder
Lautschrift noch Worttrennung angeführt; man schlage also bei diesem Wort
selbst nach (zu Bahnhofsbüffet vgl. also Büffet).
Bei Nomen wird angegeben:
1. das grammatische Geschlecht durch den Artikel, der — ausgenommen beim
ersten Stichwort eines „Blocks“ — immer vorangestellt ist; gehört ein Nomen
zwei sprachlichen Geschlechtern an, so ist der zuerst genannte Artikel meist der
häufiger gebrauchte;
2. die Endung des Genitivs Singular;
3. nach einem Schrägstrich die Endung des Nominativs Plural.
Ausgelassene, nicht wiederholte Wortteile werden durch einen Binde-(Auslas-
sungs-)Strich ersetzt, z. B.: der Ärmel, -s (der Genitiv Singular lautet „des Är­
mels“). Ein allein stehender Bindestrich zeigt an, daß das Wort im Genitiv Sin­
gular unverändert bleibt, z. B.: die Frau, - (der Genitiv Singular lautet „der
Frau“). Das gleiche gilt für den Nominativ Plural (nach dem Schrägstrich), z. B.:
der Ärmel, -s/- (der Nominativ Plural lautet „die Ärmel“). Bei Nomen auf -sch
wie Tisch wird nur die Genitivform auf -es („des Tisches“) angegeben, nicht auch
die seltene auf -s („des Tischs“).
Eingeklammerte Buchstaben bei der Fallangabe besagen, daß man die Form mit
diesem Buchstaben und ohne ihn gebrauchen kann: der Arm, -(e)s/-e (der Geni­
tiv kann also lauten „des Arms“ oder „des Armes“).
Bei Umlaut im Plural wird die umgelautete Form ganz angegeben. Ebenso wer­
den auftretende Rechtschreibschwierigkeiten sowie der seltenere Gebrauch
mancher Formen von Fremdwörtern angeführt: der Satz, -es/Sätze; der Aus­
schuß, -schusses/-schüsse; das Album, -s/Alben; die Aula, -/Aulen; der Globus,
-/Globen (-busse).
Ist bei einem Nomen keine Pluralform angegeben, so gibt es keine, oder es ist
keine üblich: das Mark, -(e)s. Gibt es dagegen nur die Pluralform, also keinen
Singular, so steht in Klammern „PL“ (Plural): die Eltern (PL).
Bei einem umgangssprachlichen bzw. mundartlichen Nomen kann aus den An­
gaben zum Genitiv nicht auf die Gebräuchlichkeit der betreffenden Form ge­
schlossen werden.
124
Zum Gebrauch des Wörterverzeichnisses

Verb
Die Verben werden als Stichwort im Infinitiv angegeben. Endet die Stammsilbe
auf s, ss, ß, x, tz, z, sch, tsch wie z. B. in waschen, wird die 2. Person Singular Prä­
sens angeführt: du reist, du läßt, du reißt, du hext, du sitzt, du heizt, du wäscht,
du tratscht. Bei Verben mit Stammsilbe auf (t)sch ist jedoch auch die in Öster­
reich seltenere Endung -st korrekt: du wäschst, du tratschst.
Bei Verben auf -ein, z. B. wechseln, wird in der 1. Person Singular nur ich
wechsle angegeben, nicht aber das umgangssprachliche ich Wechsel und das in
Österreich ungebräuchliche ich wechsele.
Bei den starken Verben stehen nach dem Stichwort bzw. nach der Erklärung die
Stammformen (bieten; bot/geboten) und fallweise noch weitere Angaben, wenn
die einzelnen Formen der Konjugation eine auffallende Bildungsweise haben
oder schwierig zu schreiben sind: essen; ich esse, du ißt / aß / gegessen / iß!, eßt!;
— gießen; du gießt / goß / gegossen.
Konjugierte Formen schlage man immer bei der Grundform nach, also beim In­
finitiv des Verbs, z. B. „(du) läufst“, „(er) läuft“, „(er) lief‘, „gelaufen“ bei laufen;
„(sie) stand, gestanden“ bei stehen.
Nähere Angaben bei zusammengesetzten (starken) Verben schlage man beim
jeweiligen Grundwort nach: die Formen von vergeben findet man also bei ge­
ben. (Vgl. dazu auch Abschnitt 11, S. 84 ff.)

Adjektiv
Bei Adjektiven sind fallweise die Vergleichsformen angegeben, wenn sie irgend­
eine Schwierigkeit aufweisen: arm, ärmer, am ärmsten. Sind zwei Vergleichsfor­
men gebräuchlich, so ist die seltener verwendete Form in Klammern beigefügt:
dunkel, dunkler (dünkler), am dunkelsten.
Adjektive (sowie Pronomen und Numeralien), die nur attributiv (und nicht prä­
dikativ) Vorkommen, sind als Stichwörter mit der Endung -e angegeben, z. B.
linke, andere.
Präposition
Bei Präpositionen wird der Fall angegeben, den sie verlangen: in (Präp. mit Dat.
und Akk.).
Sonstige Angaben
Wörter, die verschiedenen Wortarten angehören, sind besonders gekennzeich­
net, z. B. mit als Präposition mit Dativ und als Adverb.
Manche Wörter können nur als Kompositum auftreten, z. B. „-wöchig“ und
,,-spurig“. Sie werden im Wörterverzeichnis nicht eigens angeführt, doch findet
man sie als Zusammensetzung (z. B. achtwöchig, breitspurig).
Nähere Angaben zu Wörtern, die Sprachen bezeichnen (z. B. englisch), suche
man unter deutsch; ähnliches gilt für Farbwörter (z. B. beige ->-blau, lila
blau), Grundzahlwörter (z. B. fünf acht), Wochentagsnamen (z. B. Samstag -►
Dienstag).

125
Zum Gebrauch des Wörterverzeichnisses

Worttrennung
Wo die Worttrennung Schwierigkeiten bereiten kann, wird sie in eckigen Klam­
mern (vor etwaigen Hinweisen zur Aussprache) angegeben. Dabei bezeichnen
senkrechte Striche die Stellen, an denen das Wort abgeteilt werden kann, z. B.
Belletristik [Bel Ile Itri |stik]. Wenn für ein Wort zwei verschiedene Arten der
Trennung wahlweise zulässig sind (z. B. Kontinuität: Kon |ti |nu lität und Kon |ti-
nuiltät), wird dies so bezeichnet: Kontinuität [KonItilnulität, -Inuil-].
Bei den Fremdwörtern auf -age [-aseh^] wird auf eine solche Angabe verzichtet,
weil solche Wörter durchwegs vor dem g getrennt werden dürfen: Ga\ra\get
Bla\ma\gey Plan\ta\ge.

Aussprache und Betonung


Nach vielen fettgedruckten Stichwörtern werden — in eckigen Klammern (nach
eventuellen Angaben zur Worttrennung) und in Schrägschrift (kursiver Schrift)
— Hinweise auf Aussprache und Betonung gegeben. Ein Bindestrich steht für
Wortteile, deren Aussprache nicht angegeben wird, weil sie selbstverständlich
ist: „Charta [kar-]“ bedeutet: Aussprache [karta].
Der Punkt unter einem Vokalzeichen gibt an, daß der betreffende Laut kurz
und betont zu sprechen ist: Fabrik [-brik]. Der Strich gibt an, daß der betref­
fende Laut lang und betont zu sprechen ist: Diplom [-plom]. Ein Akzent über
einem Vokalzeichen deutet an, daß der Vokal betont ist, ohne daß festgelegt wer­
den soll, ob er kurz oder lang ist: Mathematik [-ma-]. Wenn in einem Wort unter
einem Vokalzeichen ein Strich oder Punkt steht, aber auf einem anderen Vokal­
zeichen ein Akzent, dann zeigt dieser die Hauptbetonung an: unfair [unfer].
Für eine Anzahl häufig vorkommender Wortteile, die (so gut wie) immer betont
sind, ist die Aussprache im Wörterverzeichnis nicht eigens angegeben; sie wird
statt dessen nur hier in der folgenden Aufzählung angeführt:
-ei (z. B. Konditorei): -ei
-ieren (z. B. spazieren): -iren
-iert (z. B. kompliziert): -irt
-ismus (z. B. Idealismus): -ißmus
-ist (z. B. Spezialist): -ißt
-istik, -istisch (z. B. Ballistik, egoistisch): -ißtikf -ißtisch
-tät (z. B. Qualität): -tet
-tion (z. B. Station): -tßion
Die punktierte senkrechte Linie zwischen Vokalzeichen gibt an, daß
jeder der beiden Vokale für sich auszusprechen ist: Petroleum [-trolelum]; Mo­
notheismus [-teliß-].
Hochgestellte Buchstaben zeigen an, daß der betreffende Laut nur
schwachtonig ausgesprochen wird: Spanien [schpanien].
Steht über einem [a], [o], [ä] oder [ö] eine Tilde (~), so wird dieser Laut nasa­
liert (durch die Nase) gesprochen: Chance [schaß]; Bronze [broß®]; Bassin [~ßä_];
Parfüm [-fö_].

126
Zum Gebrauch des Wörterverzeichnisses

Mit [ä] wird der offene ä-Laut in Fremdwörtern aus dem Englischen bezeichnet:
Fan [fän].
Das [a] ist als dumpfer, dem o angenäherter a-Laut auszusprechen: Patsch
[patsch]; Trawler [traler].
Das y in Fremdwörtern kann, wenn in der Lautschrift nicht anders angegeben,
wie ü oder i gesprochen werden.
Mit dem Lautschriftzeichen [ß] ist der stimmlose s-Laut (wie in Gasse, Straße)
gemeint. Das Lautschriftzeichen [s] ist so auszusprechen wie der Buchstabe s
nach österreichischer Aussprachegewohnheit, das heißt am Wortanfang vor Vo­
kal wie in so, sagen; im Wortinneren zwischen Vokalen wie in Wiese, gesehen; am
Wortende wie in es, das.
Das Lautschriftzeichen [sch] bedeutet den (stimmlosen) sch-Laut wie in schik-
ken, Charme, stellen. Mit durchgestrichenem wird in der Lautschrift der
stimmhafte sch-Laut bezeichnet, der in manchen Fremdwörtern vorkommt, wie
z. B. Journalist, Regie, Giraffe. In ungezwungener Aussprache ist dafür oft statt
des stimmhaften ein stimmloser sch-Laut zu hören. Regelmäßig ist dies der Fall,
wenn das am Wortende steht, z. B. in den Wörtern auf -age, wie Garage
[-rasch].
Ein b, d, g vor einem stimmlosen Konsonanten oder am Wortende wird immer
stimmlos — also wie p, t, k — gesprochen. In der Aussprachebezeichnung wird
dies nicht eigens zum Ausdruck gebracht, z. B. Smaragd [-ragd], eigentlich
[-rakt].
Da ph stets wie / gesprochen wird, bleibt seine Aussprache unbezeichnet.
Bei v wurde meist nur dann ein Hinweis gegeben, wenn es wie w ausgesprochen
wird, z. B. violett [wiolet]. Steht somit bei einem Wort mit v keine Aussprachebe­
zeichnung, so ist das v wie / zu sprechen.
Für das stimmlose th in englischen Wörtern steht in der Umschrift th: Thriller
[thril-].

Geltung und Gebrauch


Bei vielen Stichwörtern finden sich Kennzeichnungen wie *, t, abw., derb, geh.,
landsch., mda., Med., ostöst., sal., scherzh., T, ugs. Zu ihrer Bedeutung siehe Zei­
chenerklärung und Abkürzungsverzeichnis auf den hinteren Innenseiten des
Einbands sowie die Ausführungen in Abschnitt 1, S. 13 ff.

127
WÖRTERVERZEICHNIS

Zeichenerklärung und Abkürzungsverzeichnis befinden sich auf den


hinteren Innenseiten des Einbands.
a A abfinden

ist das A. ihrer Mutter: sie abend; heute (morgen, gestern)


A schaut ihr sehr ähnlich II abbil­ a.; sie kommen (am) Mittwoch
den: bildlich darstellen II die a. (an einem bestimmten Mitt­
a das (Kleinbuchstabe), -/-; das Abbildung, -/-en (Abb.) woch); (um) acht Uhr a.
a im Wort arm; das Doppel-a; abbinden; den verletzten Arm Abend der, -s/-e; am A.:
das Umlaut-a II (Laut); der a. (um die Blutung zu stillen) abends; diesen A.; guten A. sa­
a-Laut II die a-Klasse || (Mus.): II der Beton bindet ab (wird gen; der Heilige A. (24. De­
der Ton a II das A (Großbuch­ fest) zember)
stabe), das A im Wort Abbitte die, -/-n; einem Freund abendessen [abendleslsen]; a. ge­
Alm; die A- Bombe: Atom­ A. leisten: ihn (in Gedanken) hen II das Abendessen, -s/-
bombe; der A-Wagen: Wagen um Verzeihung bitten Abendgymnasium das, -s/
(Zug) der Straßenbahnlinie A; abblasen || (ugs.); ein Vorhaben -gymnasien: Gymnasium oder
das Vitamin A; von A bis Z: al­ a. (aufgeben, absagen) Realgymnasium für Berufs­
les, vom Anfang bis zum Ende; abblenden || das Abblendlicht, tätige II die Abendkassa, -/
das A und O: das Wesentliche, -(e)s/-er (beim Kraftfahrzeug) -kassen, Abendkasse; Thea­
das Um und Auf; wer A sagt, abblitzen (sal.): abgewiesen wer­ terkarten an der A. kaufen
muß auch B sagen II (Mus.): den Abendland das, -(c)s: der Be­
der Ton A abblocken; einen Angriff a. reich der europäischen Kultur
a = Ar II = a-Moll (verhindern) II abendländisch
A = Ampere || = A-Dur II = Abbrändler der, -s/- (mda.): abendlich
Austria durch den Brand seines Hauses Abendmahl das, - (e)s/ - e (- mäh -
a = zu, zu je; 10 kg ä 2 S schwer Geschädigter ler); das Letzte A. (im Evange­
a. = am; Neustift a. Walde abbraten; Fleisch schnell a. lium) II das Abendrot, -s
ä das (Kleinbuchstabe), -/-; das abbrechen; einen Zweig a.; ein abends; a. (am Abend; jeden
ä im Wort ähnlich || das Ä Gespräch a. Abend) zuhause sein; sie kom­
(Großbuchstabe), -/-; das Ä abbremsen; der Fahrer mußte men Mittwoch a. (an jedem
im Wort Ähre scharf a. Mittwoch); (um) acht Uhr a.
Aal der, -(e)s/-e: ein schlangen­ abbrennen; das Haus brennt ab Abenteuer das, -s/- II abenteu­
förmiger Fisch II aalglatt: sehr II (ugs.); sich a. (von der Sonne erlich II der Abenteuerroman,
gewandt; durchtrieben bräunen) lassen; -► abgebrannt -(e)s/-e II der Abenteurer, -s/-
a. a. 0. = am angegebenen Ort abbringen; jemand(en) von sei­ II die Abenteurerin, -/-innen
(in Literaturangaben) ner Meinung a. aber; jedoch: viele Wenn und
Aar der, -(e)s/-e (geh.): Adler abbröckeln; der Mauerverputz Aber
Aas das, -es/Äser (Aase): verwe­ bröckelte ab Aberglaube der, -ns = der
sende Tierleiche abbrocken (ugs.): abpflücken Aberglauben, -s II abergläu­
ab (Präp. mit Dat.); ab der Abbruch der, -(e)s/-brüche; der bisch
Grenze, ab dem ersten Mai II A. eines Hauses II abbruchreif aberhundert [a-]; — abertau­
(mit Dat. oder Akk.); ab er­ II die Abbrucharbeit, -/-en, send; — hundert
stem (ersten) Mai; ab 14Jah­ Abbruchsarbeit aberkennen [ablerlkenlnen]; je­
ren (Jahre) || ab Grenze; ab abbuchen; den Betrag vom mandem) ein Recht aberkannt
Graz; ab 9 Uhr II (Adv.); ab Konto a. haben
und zu: manchmal Abc das [a be tße], -(s)/-s, ABC: abermalig; bei abermaligem
A. B.; die Evangelische Kirche das Alphabet (neuerlichem) Regelverstoß II
A. B. (Augsburgischen Be­ abchecken [abtschek-] (sal.): abermals: nochmals
kenntnisses) Punkt für Punkt kontrollieren abertausend [a-]; tausend und
abändern [ablänldern]; ein abge­ ABC-Waffen die (PI.): atomare, abertausend Sterne; jedoch:
ändertes Programm II die Ab­ biologische und chemische Abertausende von Zuhörern;
änderung» -/-en Waffen (im Gegensatz zu den -► tausend
Abart die [Ablart], -/-en; die A. konventionellen Waffen) abfahren || die Abfahrt, -/-en II
einer Hunderasse II abartig; abdampfen || (sal.): abfahren, der Abfahrtslauf, -(e)s/-läufe
ein abartiges (aus der Art ge­ sich rasch entfernen (im Skisport)
schlagenes) Verhalten abdanken; der Präsident dankte Abfall der, -(e)s/-fälle II die Ab­
Abb. = Abbildung ab (legte sein Amt nieder) fallbeseitigung, - II abfällig;
Abbau der, -(e)s; der A. der Abdecker f der, -s/-: Tier­ sich über jemand(en) a. (ge­
Preise; der A. von Erzen II ab­ kadaververwerter ringschätzig) äußern II der Äb-
bauwürdig; eine abbauwürdige abdichten; ein Rohr a. fallkorb, -(e)s/- körbe II der
Lagerstätte (z. B. von Kohle) abdrehen; das Licht a. (aus­ Abfallkübel, -s/- II die Abfall­
abbeißen schalten); das Flugzeug dreht verwertung, -
abberufen; einen Botschafter ab (ändert seine Richtung) abfangen; eine geheime Bot­
a. (zurückberufen) II (geh.); Abdruck der, -(e)s/-drucke; der schaft a. II der Abfangjäger,
(aus dem Leben) a. werden: A. des Stempels II (mit PI. -s/- (Militärspr.): ein Jagdflug­
sterben -drücke); Fingerabdrücke II zeug
abbestellen: eine Bestellung (K ugs.); im letzten A. (Augen­ abfärben; der Stoff färbt ab
rückgängig machen blick) II abdrucken II ab- abfertigen; einen Zug a.; einen
abbeuteln (ugs.): abschütteln drücken Angestellten a. (abfinden) II die
abbiegen; nach links a. II (sal.); abebben [ableblben]; die Flut Abfertigung, -/-en
etwas a. (verhindern) ebbte ab; die Erregung ist abge­ abfinden; sich mit dem Schick­
Abbild das, -(e)s/-er; die Anna ebbt (schwächer geworden) sal a.: sich mit ihm zufrieden­

131
abflauen A abnormal

geben; jemand(en) mit einer ein Abgesandter abkanzeln, ich kanzle ab; je­
Geldsumme a. abgeschieden; ein abgeschiede­ manden) a. (heftig zurechtwei­
abflauen; der Wind flaute ab ner (einsam gelegener) Bauern­ sen)
(wurde schwächer) hof abkapseln; ich kapsle mich ab
Abfluß der, -flusse$/-flüsse abgeschmackt (geh.); eine abge­ Abkehr die, -; die A. vom Ge­
abfretten sich (ugs.): sich abmü­ schmackte (geschmacklose) Be­ wohnten II abkehren; eine
hen merkung Bank a. II (geh.); sich vom Bö­
Abfuhr die, -/-en; jemand(em) abgestraft f: vorbestraft sen a. (abwenden)
eine A. erteilen; Müllabfuhr II abgetakelt [ab-ia-] (ugs. abw.); abkiefeln (mda.): abnagen
das Abführen, -s: Durchfall; A. eine abgetakelte (herunterge­ abklappern (sal.); Ämter a.: von
haben II das Abführmittel, -s/- kommene) Person; abtakeln Amt zu Amt gehen
Abg. = Abgeordnete(r) abgewöhnen; jemand(em) eine abklauben: abpflücken, abneh­
Abgang der, -(e)s/-gänge II ab­ Unart a.; sich das Rauchen a. men
gängig; a. (nicht zurückge­ Abglanz der, -es abknöpfeln, abknöpfen; die Ka­
kehrt, verschwunden) sein || Abgott der, -es/-götter: Götze II puze a.
die Abgängigkeitsanzeige, -/ abgöttisch; jemand(en) a. lie­ abkommen; vom Weg a. II das
-n; die A. erstatten ben Abkommen, -s/-: Vertrag; ein
Abgas das, -es/-e; die Abgase abgreifen: abtasten; sich a.: sich A. (eine Vereinbarung) treffen
der Autos durch längere Handhabung ab­ Abkunft die, -; bäuerlicher A.
ABGB das [a be ge be\, -(s): das nützen sein: von Bauern abstammen
Allgemeine Bürgerliche Gesetz­ Abgrund der, -(e)s/-gründe II Abkürzung die, -/-en (Abk.)
buch abgründig; ein abgründiges abladen; Heu a. II der Ablade­
abgebrannt II (ugs. sal.); a. (unergründliches, rätselhaftes) platz, -es/-plätze
(ohne Geld) sein Lächeln II abgrundtief: sehr Ablaß der, - lasses/-lässe: Nach­
abgebrüht: unempfindlich ge­ tief laß der Sündenstrafen
gen (moralische) Vorhaltungen abhacken; einen Ast a. ablassen; Wasser a. II von der
abgedroschen: eine abgedro­ abhaken (ugs.: abhakeln); Na­ Verfolgung a.: nicht mehr ver­
schene (bis zum Überdruß ge­ men in einer Liste a. folgen
hörte) Melodie abhalten; jemand(en) von etwas Ableben das, -s (geh.): der Tod
abgefeimt: ein abgefeimter a.; eine Versammlung a. Ableger der, -s/-: Steckling (be­
(durchtriebener) Schurke; -► abhandenkommen [-han-], ab­ stimmter Pflanzen)
Fam handen kommen; mir ist etwas ablehnen; einen Vorschlag a.
abgegriffen; ein abgegriffenes abhandengekommen (abhan­ ableiten; Wasser a. (woanders
(abgenütztes) Buch den gekommen) hinleiten) || die Ableitung,
abgehackt; a. (stoßweise) spre­ Abhandlung die, -/-en; eine -/-en; die A. des Baches; die
chen umfangreiche A. (Untersu­ A. eines mathematischen Be­
abgehen; nach links a. (von der chung, Studie) schreiben weises
Bühne); der Nierenstein ging Abhang der, -(e)s/-hänge || ab- ablenken; jemand(en) a. (auf
ab (wurde ausgeschieden); von hängen; es ist von ihm abge­ andere Gedanken bringen);
einer Forderung a. (abweichen) hangen II abhängig; von je­ sich a. II das Ablenkungsmanö­
II es ging nicht ohne Schwierig­ mandem) a. sein II die Abhän­ ver, -s/-
keiten ab (verlief nicht glatt) II gigkeit, - ablesen; den Zählerstand a.
(ugs.); mir geht etwas ab (ich abhärmen sich: sich (längere ablichten: (foto)kopieren
vermisse es) Zeit) kränken Ablöse die, -/-n; A. zahlen II
abgekartet; eine abgekartete abhärten; sich gegen Verküh­ ablösen
(heimlich ausgemachte) Sache lung a. abmagern II die Abmagerungs­
abgeklärt: erfahren, ruhig; rei­ abhäuten (ugs.: abhäuteln): die kur, -/-en
fer geworden Haut abziehen abmahnen (Amtsspr.): (er­
abgeneigt; einer Sache nicht a. abhelfen; dem Papiermangel a. mahnen, zurechtweisen
sein: ihr wohlwollend gegen­ abhetzen; sich a. Abmarsch der, -es/-märsche II
übe rstehen Abhilfe die, -; A. schaffen abmarschieren
abgeordnet: entsandt II der Ab­ abhold t; dem Trinken a. (abge­ abmelden; sich polizeilich a.
geordnete, -n/-n, die A. neigt) sein abmontieren; einen Luster a.
(Abg.); ein Abgeordneter, eine abholen (abnehmen)
Abgeordnete; mehrere Abge­ abholzen, du holzt ab; den Wald abmurksen (ugs. scherzh.): um­
ordnete; wir Abgeordnete(n); a. (schlägern) bringen
unsere Abgeordnete(n); eine abhören; Telefongespräche a. Abnäher der, -s/-; einen A. am
Gruppe österreichischer Abge­ Abitur* das [Ablitur, Abil- ; -tur], Kleid machen
ordneter; Josef Meier, Abge­ -s/-e: Reifeprüfung, Matura II Abnahme die, -/-n; Gewichts­
ordneter zum Nationalrat || das der Abiturient* [Ablitulrilent, abnahme II abnehmen
Abgeordnetenhaus, -es/-häu- Abil-; -ent], -en/-en: jemand, Abneigung die, -/-en; gegen je­
ser (nicht in Österreich): Parla­ der eine höhere Schule absol­ manden) eine A. (einen Wi­
ment viert hat II der Abiturienten­ derwillen) hegen
abgepaßt; abgepaßte (zu kürze­ lehrgang, -(e)s/-gänge: Lehr­ abnorm [-norm]: regelwidrig;
ren Stücken geformte) Wurst gang für Maturanten einer an­ ungewöhnlich; ein a. kalter
abgeplattet; die Erde ist an den deren Form der höheren (oder warmer) Winter II abnor­
Polen a. (abgeflacht) Schule mal [ab-]: nicht normal, unge­
Abgesandte der, -n/-n, die A.; Abk. = Abkürzung wöhnlich; aber: —► anomal ||

132
Abnormität A absolutistisch

die Abnormität, -/-en: Abwei­ abrunden; scharfe Kanten a.; von Papier, Stoff u. a.
chung; Mißbildung einen Betrag a.; G.: aufrun­ abschöpfen; den Rahm a. (auch:
abnützen; ein stark abgenützter den sich das Beste nehmen); den
Hut II die Abnützung, -/-en abrupt [ablrupt; -rupt\. jäh; un­ Gewinn a. (sich aneignen)
A-Bombe die, -/-n: Atom­ zusammenhängend abschrecken; einen Angreifer a.
bombe abrüsten: die Kriegsrüstung ver­ II Erhitztes a. (plötzlich abküh­
Abonnement das [Abonlnelment; mindern; aus dem Militär­ len)
abonmä], -s/-s: Dauerbezug II dienst ausscheiden II die Abrü­ abschreiben; einen Text a. II
das Abonnementkonzert, -(e)s/ stung, -/-en einen Betrag von der Steuer a.
-e II der Abonnent [-nent], Abs. = Absatz (z. B. in Geset­ (absetzen)
-en/-en: regelmäßiger Bezie­ zeszitaten) II = Absender abschreiten; der Präsident
her (z. B. einer Zeitung) II absacken: jäh (ver)sinken schritt die Front der Ehren­
abonnieren; eine Zeitung a. Absage die, -/-n II absagen; kompanie ab
Abort der [abort], -(e)s/-e: Klo­ einen Besuch, eine Veranstal­ Abschrift die, -/-en; eine A.
sett tung a.; jemand(em) a. amtlich beglaubigen lassen
Abortus der [Ablorltus; -bor-], absammeln abschuppen; einen Fisch a.
-/- (Aborte) (Med.): vorzeiti­ Absatz der, -es/-sätze (Abs.): abschürren; (sich) die Haut a.
ger Verlust der Leibesfrucht Abschnitt (z. B. eines Lese­ Abschuß der, -schusses/
(Fehlgeburt) stücks); Schuhabsatz || diese -schüsse II abschüssig; eine
abpaschen (landsch. sal.): heim­ Ware findet reißenden .A.: sie abschüssige (steil abfallende)
lich, plötzlich verschwinden, wird von vielen gekauft Wiese || die Abschußrampe,
davonlaufen; du pascht ab abschaffen; ein Unrecht a. (be­ -/-n; eine A. für Raketen
abpassen (ugs.); jemand(en) a.: seitigen) abschütteln; (sich) den Schnee
ihn erwarten, ihm auflauern; abschälen a.; einen Verfolger a. (loswer­
einen günstigen Moment a. abschasseln (mda. sal.); je­ den)
(abwarten) manden) a.: ihn sich vom abschweifen; vom Thema a. (ab-
abpausen; eine Zeichnung a. Halse schaffen, ihn kurz abfer­ kommen)
abpfeifen; das Fußballspiel a. II tigen abschwören; dem Teufel a.: sich
der Abpfiff, -(e)s/-e abschauen (sal.); das hat er von von ihm lossagen
abprallen; der Ball prallte von ihm abgeschaut absegnen (sal.); den Entwurf a.
der Wand ab Abschaum der, -(e)s (geh.); der (genehmigen)
abputzen; „Schuhe abputzen!“ II A. (die moralisch minderwer­ absehbar [ab-]\ in absehbarer
(sal.); sich a.: die Schuld auf tigsten Menschen) der Gesell­ Zeit: bald II absehen; ein Ende
andere schieben schaft a. (erkennen) II von der Bestra­
abrackern sich: sich plagen abscheren (mda.): abkratzen fung a.: keine Strafe verhängen
abrahmen; Milch a. Abscheu der, -(e)s, die A., -; A. abseihen; Milch a.
abraspeln; Holz a. vor etwas haben abseilen: mit einem Seil hinun­
abraten; jemand(em) (von) et­ abscheuern: abwetzen, abschür­ terlassen || sich a. (landsch. sal.
was a. fen auch: sich entfernen; sich z. B.
Abraumsalz das, -es/-e: Neben­ abscheuerregend II abscheulich vor der Arbeit drücken)
produkt eines Salzbergwerks­ \-scheu- ] Abseit das [-seit], -/-, Abseits:
betriebs Abschied der, -(e)s/-e; A. neh­ ein Regelverstoß (z. B. beim
abreagieren; sich a.: seine Auf­ men || der Abschiedsgruß, Fußballspiel); „Abseit!“ II ab­
regung loswerden || die Ab­ -es/-grüße seits [ab- ] (Präp. mit Gen.); a.
reaktion, -/-en abschlecken; (sich) die Finger a. des Weges {oder: a. vom We­
abrebeln; Weintrauben a. Abschleppdienst der, -(e)s/-e II ge) II (Adv.); a. stehen; a. lie­
abrechen; eine Wiese a. abschleppen gen
abrechnen II die Abrechnung, abschließen; etwas a. (beenden); absenden II der Absender, -s/-
-/-en sich a.: sich zurückziehen || (Abs.)
Abrede die, -; etwas in A. stel­ der Abschluß, -Schlusses/ Absenz t die [-sentß], -/-en:
len (bestreiten) -Schlüsse Abwesenheit (z. B. von der
Abreise die, -/-n || abreisen; abschmalzen; du schmalzt Nu­ Schule)
eine Reise antreten; wegfahren deln ab absetzen; den Anführer a. II Wa­
ab reißen || der Abreißkalender, abschmecken; eine Speise a. ren a. (verkaufen) || sich vom
-s/- (unter Probieren richtig wür­ Feind a. (zurückziehen)
abrichten; Hunde a. (dressieren) zen) Absicht die, -/-en II absichtlich
II (ugs. sal.): eine Hilfskraft a. abschmieren; das Auto a.: die [Qb~]
(einschulen) Schmierstellen (neu) mit Fett absieden: abkochen
abringen; jemand(em) eine Er­ versehen || (ugs.); ein abge­ absitzen: vom Pferd steigen ||
laubnis a.: sie von ihm mit gro­ schmierter (stark verschmutz­ eine Gefängnisstrafe a. (verbü­
ßer Mühe erhalten ter) Rock ßen)
abrippeln (ugs.): fest abreiben abschnallen; die Skier a. absolut [-lut]; die absolute
Abriß der, -risses/-risse; einen Abschneider der, -s/-: Wegab­ Höhe; G.: relativ || a.
A. (eine kurze Übersicht) ge­ kürzung (durchaus) nicht II die Absolu­
ben Abschnitt der, -(e)s/-e; Zeitab­ tion, -/-en: Lossprechung II
Abruf der, -(e)s; Möbel auf A. schnitt II abschnittsweise, ab­ der Absolutismus, -: unum­
bestellen II abrufen; gespei­ schnittweise schränkte Herrschaft; Allein­
cherte Daten a. Abschnitzel das, -s/-: Abfall herrschaft II absolutistisch II

133
Absolutorium A abwimmeln

das Absolutorium [-to-], -s/ Lage a. abgetrieben (mitgerissen) wer­


Absolutorien [-rien]: Bestä­ abstinent [ablstilnent, absl-; den II ein Kind a. (aus dem
tigung über ein abgeschlosse­ -ßtinent]: enthaltsam (bes. von Mutterleib entfernen) II den
nes Universitätsstudium Alkohol) II die Abstinenz, - II Teig a.: ihn (schaumig) rühren
Absolvent der [-went], -en/-en der Abstinenzler, -s/- II die Abtreibung, -/-en; eine
II absolvieren; eine Schule a.: abstottern (ugs. scherzh.); die A. vornehmen: die Leibes­
sie bis zum Abschluß besuchen Schuld a. (auf Raten abzahlen) frucht entfernen
absonderlich [-50«-]: unge­ abstrafen: bestrafen abtreten; den Teppich a.; von
wöhnlich; eigenartig II abson­ abstrahieren [ablstralhielren, der Bühne a.; jemand(em) sei­
dern [ab-]; sich a. absl-; -ßtrahi-]: einen Begriff nen Besitz a. (überlassen)
absorbieren: aufsaugen; gefärb­ bilden; vom Unwesentlichen Abtrieb der, -(e)s/-e; der A. des
tes Glas absorbiert Licht II die absehen II abstrakt [~ßtrakt]\ Viehs von der Alm II einen A.
Absorption, -/-en unanschaulich; nur gedacht; machen: einen Teig (schaumig)
absparen; sie hat sich etwas abstrakte Kunst: Kunstrich­ rühren
vom Mund abgespart tung, die Gegenständliches ver­ Abtritt der, -(e)s/-e: Klosett
abspeisen; jemand(en) mit lee­ meidet; G.: konkret II die abtrocknen; das Geschirr a.
ren Worten a. Abstraktion, -/-en: Begriffs­ abtrünnig (geh. abw.): a. wer­
abspenstig; einem Kaufmann bildung, Vereinfachung, Ver­ den: sich z. B. von einer Bewe­
die Kunden a. machen (weg­ allgemeinerung gung abwenden, lossagen
locken) abstreiten; etwas a. (leugnen) abtun; die Sache ist abgetan (er­
absperren Abstrich der, -(e)s/-e; einen A. ledigt)
abspielen; eine Schallplatte a.; von seinen Forderungen ma­ aburteilen [ablurlteillen]: verur­
der Vorgang spielte sich rasch chen: seine Forderungen zu­ teilen
ab rückstecken II (Med.); einen A. Abverkauf der, -(e)s/-käufe;
Absprache die, -/-n; eine A. machen: eine Probe z. B. aus Saisonabverkauf II abverkau­
(Vereinbarung) treffen II ab- einer Geschwulst zur Untersu­ fen
sprechen; sich mit jemand(em) chung entnehmen abwägen; die Ware a.; das Für
a.: mit ihm etwas vereinbaren abstrus [ablstrus, absl-; -ßtrus]: und Wider a. (überlegen); -*•
II jemand(em) alles Talent a.: verworren, schwer verständ­ abwiegen
bestreiten, daß er überhaupt lich abwählen: durch Wahl absetzen
Talent hat abstumpfen abwälzen; auf jemand(en) die
abstammen II die Abstammung, Absud der [ab- ], -(e)s/-e: durch Schuld a.: sie ihm zuschieben
-/-en Absieden gewonnene Flüssig­ abwärts II abwärtsgehen; es
Abstand der, -(e)s/-stände; es keit wird mit ihm abwärtsgehen
donnerte in kurzen Abständen absurd [-surd]\ vernunftwidrig, (schlechter werden); aber: ab­
II (Amtsspr.); von einer Bestra­ widersinnig; ein absurder Ge­ wärts (talwärts) gehen
fung A. nehmen: auf sie ver­ danke; ad absurdum führen Abwasch die, -/-en: Becken
zichten II die Absurdität, -/-en zum Geschirrabwaschen, Ab­
abstatten; einen Besuch a.; den Abszeß der [Ablszeß, Absl-; wäsche* II abwaschen; das Ge­
Dank a. -ßtßeß], -szesses/-szesse, das schirr a. || das Abwaschwasser,
abstauben: den Staub entfernen A.: Eitergeschwulst -s/-wässer
II (sal.): Essensreste sammeln || Abszisse die [Ablszislse, Absl-; Abwasser das, -s/-wässer; die
(Sportspr.); er brauchte nur -ßtßiß- ], -/-n (Math.): die Abwässer einer Fabrik
mehr abzustauben (den abpral­ parallel zur Abszissenachse ge­ abwechseln II die Abwechslung,
lenden Ball nur noch über die messene Koordinate || die Ab­ -/-en
Torlinie zu stoßen) szissenachse, -/-n: die waag­ abwegig; dieser Gedanke ist a.;
abstechen; ein Schwein a. II eine rechte Achse (= x-Achse) a. veranlagt sein
Farbe sticht stark von der an­ Abt der, -(e)s/Äbte: Vorsteher Abwehr die, - II abwehren; eine
deren ab eines Mönchsklosters; Äb­ Gefahr a.
Abstecher der, -s/- (ugs.); tissin abweichen II der Abweichler,
einen A. machen: von einer Abt. = Abteilung -s/- : jemand, der sich von der
Reiseroute kurz zu einem Ne­ abtakeln [äbta- ]: das Takelwerk Parteilinie entfernt
benziel abweichen (die Segelausrüstung) eines abweisen; jemand(en) a. (zu­
absteigen; in einem Hotel a. II Schiffes abnehmen; abgeta­ rückweisen)
der Absteiger, -s/- (sal.): je­ kelt abwenden; ein Unheil a.; sich
mand, mit dem es bergab geht; abtauen; den Kühlschrank a. von jemand(em) a.
G.: Aufsteiger II das Ab­ Abtei die, -/-en: ein Kloster abwerten: den Wert (des Geldes,
steigquartier, -s/-e: (vorüber­ Abteil das, -s/-e; ein A. einer Währung) herabsetzen
gehende) Unterkunft 2. (zweiter) Klasse II abteilen || abwesend; geistesabwesend II
abstempeln; einen Brief a.; je­ die Abteilung, -/-en; die A. die Abwesenheit, -
manden) als Verbrecher a. (das Abteilen) eines Wortes abwickeln; Wolle a. || ein Ge­
absterben II (Abt.); eine A. im Amt II schäft a. (durchführen) II die
Abstich der, -(e)s/-e; der A. das Abteilungszeichen, -s/- Abwicklung, -/-en
eines Hochofens (das Öffnen ..(-> =): Worttrennungszeichen abwiegen; einen Sack Erdäpfel
des Abflußloches) Äbtissin die, -/-innen: Vorste­ a.; -*• abwägen
Abstieg der, -(e)s/-e herin eines Nonnenklosters; -► abwimmeln (ugs. sal.); je­
abstimmen; im Parlament a.; Abt manden) oder etwas a. (mit
seine Maßnahmen auf die abtreiben; von der Strömung Ausflüchten abweisen)

134
abzahlen A ad infinitum

abzahlen; in Raten a. achteinhalb [achtleinlhalb] II ger (Wein aus dem Jahre acht­
abzapfen; Wein a. achteinviertel zig) trinken II das Achtziger­
abzäunen; ein Grundstück a. achtel; ein a. Kilogramm jahr, -(e)s/-e II das Achtzigstel,
Abzeichen das, -s/- (% kg); ein a. Meter (% m) lang
Abziehbild das, -(e)s/-er II ab- oder breit; ein a. Liter (% 1); -► ächzen, du ächzt
ziehen Achtelliter II das Achtel, -s/-; Acker der, -s/Äcker || der
abzüglich (Präp. mit Gen.); a. ein A. der Strecke; ein A. But­ Ackerbau, -(e)s II ackern
des vereinbarten Rabatts II ter; ein A. Wein; drei A. be­ Ackja der; -► Akja
(auch mit unflektiertem No­ zahlen II der Achtelliter, -s/-, a conto [- kon-] (ital.); 100 S a
men); a. Rabatt II (im PI. mit das A. II das Achtellos, -es/-e II conto zahlen (anzahlen); -►
Dat., wenn Gen. nicht erkenn­ die Achtelnote, -/-n (Mus.) Akonto
bar); a. Rabatten achten; fremde Meinungen a. Action die [Acltilon; äksch^n],
abzwacken (ugs. scherzh.); et­ ächten (geh.): in Acht und Bann -: spannendes Geschehen voll
was vom Taschengeld a. (weg­ tun; aus einer Gemeinschaft (gewaltsamer) Handlungen;
nehmen) ausstoßen Actionfilm; Aktion
abzweigen; diese Bahnlinie Achtender der [Achtlenlder], a. d. = an der; Linz a. d. Donau
zweigt von der Hauptstrecke -s/-: Hirsch mit acht Geweih­ a. D. = außer Dienst
ab enden A. D. = Anno Domini: „Im Jahr
a cappella [- kapela] (ital.): (Ge­ achtens (8.) des Herrn“ (nach Christi Ge­
sang) ohne Instrumentalbeglei­ Achter der, -s/-; einen A. (die burt); A. D. 996
tung II der A-cappella-Chor, Ziffer 8) schreiben; Achterwa­ Adabei der [a-J, -(s)/-s (ugs.
-s/-Chöre gen (8er-Wagen), z. B. bei der scherzh.); der Herr A.: einer,
Accessoires die [Aclceslsoires; Straßenbahn II (Sportspr.): der überall „auch dabei“ sein
akßeß°ars] (PI.): modisches Boot für acht Ruderer II (sal.); will (Neugieriger; Wichtigma­
Zubehör (z. B. Gürtel und Ta­ einen A. (eine achterförmige cher)
sche zum Kleid) Verbiegung des Rades) haben ad absurdum führen [- -sur- - ]
ach; ach und weh schreien; achteraus (achlterlaus) (See- (lat.): ins Unsinnige übertrei­
aber: mit Ach und Weh, mit mannsspr.): nach hinten ben; als widersinnig nachwei-
Ach und Krach: mit knapper achterlei sen
Not achtern (Seemannsspr.): hinten ad acta legen [- ak- - ] (lat.): zu
Achat der [-chat], -(e)s/-e: ein achtfach (8fach) den Akten legen; als erledigt
Schmuckstein achtgeben; gib acht! betrachten
Ache die [a-]y -/-n: Name ver­ achtnaben; habt acht rufen: ein adagio [adadseho] (Mus.): lang­
schiedener Gebirgsflüsse (z. B. militärisches Kommando sam, sanft II das Adagio,
die Gasteiner A.) achthundert II achtjährig; ein -(s)/-s: ein langsames Musik­
Achillesferse die [-cAi/-], -/-n: achtjähriges Kind; aber: ein stück
verwundbare Stelle; „schwache Achtjähriger II achtklassig; Adaptation [Adlapltaltilon] die,
Seite“ eine achtklassige Schule -/-en II adaptieren; ein Ge­
Achse die [~kß~], -/-n; die A. achtlos II die Achtlosigkeit, - bäude a. (einem neuen Zweck
eines Rades; x-Achse; Erd­ achtmal an passen) II die Adaptierung,
achse; Achsenkreuz achtmonatig; ein achtmonatiger -/-en II die Adaption, -/-en
Achsel die [-&/?-], -/-n; einen {nicht: achtmonatlicher) Kurs: adäquat [adläquat, adäl-; - kwat]:
über die A. (verächtlich) an­ ein Kurs, der acht Monate angemessen, entsprechend; -*
schauen; verlegen die Achseln dauert G.: inadäquat
zucken || achselzuckend; aber: achtsam II die Achtsamkeit, - addieren: zusammenzählen II
mit den Achseln zuckend Achtstundentag der, -(e)s/-e || die Addition, -/-en II additiv:
Achssturz der [~kß~], -es/ achtstündig (8stündig); eine aneinanderreihend, numerie­
-stürze: von der Senkrechten achtstündige Arbeitszeit II rend
abweichende Schrägstellung achtstündlich; ein achtstündli­ ade t [ade]; ade sagen; -► adieu!
der Räder bei Automobilen cher Schichtwechsel || achttä­ II das Ade t, -s/-s; ohne Ade
acht; es ist (schlägt) a.; viertel gig II achttausend II achtund­ fortgehen
(halb, dreiviertel, punkt) a.; ge­ zwanzig Adel der, -s II adelig, adlig II der
gen a.; die ersten a.; wir waren Achtung die, - Adelige, -n/-n, Adlige, die A.;
unser a.; in Reihen zu a.; in a. Ächtung die, -/-en (geh.) ein Adeliger II adeln, ich adle
Tagen: in einer Woche; -► achtungsvoll Ader die, -/-n II der Aderlaß,
achte; -► Achter achtwöchig; ein achtwöchiger - lasses/-lässe: Blutabnahme
acht; sich in a. nehmen; außer a. (acht Wochen dauernder) Kurs zu Heilzwecken II großer Ver­
lassen (außerachtlassen) II achtzehn II achtzig; a. Jahre; lust
Acht die, -; jemand(en) in A. als beifügende Jahresangabe: Adhäsion die [-on], -: das An­
und Bann tun (aus einer Ge­ der achtziger Jahrgang; im einanderhaften verschiedener
meinschaft ausstoßen) II (*): achtziger Jahr = im Jahr acht­ Stoffe
der Achter (8) zig; in den achtziger Jahren ad hoc [- hok] (lat.): eigens zu
achtbar; ein achtbarer Mensch (eines Jahrhunderts); als Le­ diesem Zweck; augenblicklich
achte; der (die) achte (in der bensalter oder selbständige Jah­ adieu [adjö]; a. (leb wohl; leben
Reihe); aber: der Achte (der reszahl: ein Achtziger; Mitte Sie wohl) sagen II das Adieu,
Leistung nach); der Achte (8.) der Achtziger; Mitte Achtzig; -s/-s: Lebewohl; ohne A. fort­
des Monats; Heinrich der den Achtziger (seinen 80. Ge­ gehen
Achte (Heinrich VIII.) burtstag) feiern; einen Achtzi­ ad inünitum [- -m- ] (lat.): end-
135
Adjunkt A Agrumen

los weiter Zeit vor Weihnachten schäftsvermittler; Vertreter II


Adjunkt der [-junkt], -en/-en: Advocatus diaboli der [Adlvolca- Spion II die Agentie [-(/?/],
ein Beamtentitel; Forstadjunkt tus dilabolli, - dial-; -woka- -/-n: eine Geschäftsstelle
adjustieren: ausrüsten, zurich­ diä-], - - / Advocati - (lat.): (z. B. der Donau-Dampf­
ten; dienstmäßig kleiden II die „Anwalt des Teufels“; jemand, schiffahrtsgesellschaft) II die
Adjustierung, -/-en: Uniform, der es übernimmt, die Argu­ Agentur [-tur], -/-en: Vertre­
„Aufmachung“ mente der Gegenseite zu ver­ tung, Geschäftsstelle; Nach­
Adjutant der [-/an/], -en/-en: treten II der Advokat [-wokat], richtenagentur
einem Kommandanten zuge­ -en/-en: Rechtsanwalt, An­ Aggregat das [Aglgrelgat; -gat].
teilter Offizier walt II die Advokaturskanzlei t -(e)s/-e: eine Koppelung von
Adjutum das [-ju- ], -s/Adjuten: [-turs- ], -/-en Maschinen oder Maschinentei­
Ausbildungsbeitrag Aerodynamik die [Aelroldylna- len II der Aggregatzustand,
Adlatus der [-la-], -/Adlaten: mik; e-düna-, auch: a\e-\. -(e)s/-stände: Form eines Stof­
Helfer, Mitarbeiter Lehre von der Bewegung gas­ fes (fest, flüssig, gasförmig)
Adler der, -s/- förmiger Körper II aerodyna­ Aggression die [Aglgreslsilon],
ad libitum [- li- ] (lat.): nach Be­ misch || der Aeroplan t [Aelro- -/-en: Überfall; Angriff;
lieben plan; -plan], -(e)s/-e: Flug­ feindseliges Verhalten II ag­
adlig; -* adelig II der Adlige; -*> zeug gressiv [-ßij]: angreifend, an­
Adelige Affäre die [Aflfälre; afer(e^], griffslustig II der Aggressor
Administration die [Adimilni- -/-n, Affairef: unangenehme [-greß-], -s/-en [-ßo-]\ An­
straltilon], -/-en: Verwaltung || Angelegenheit; peinlicher Vor­ greifer
administrativ II der Admini­ fall Ägide die [-gi- ], -; unter der Ä.
strator [-ßtra-], -s/-en [-to-] Affe der, -n/-n (unter dem Schutz) der Verein­
II administrieren Affekt der [afekt], -(e)s/-e: Ge­ ten Nationen
Admiral der [-ral], -s/Admirä- mütserregung; im A. (Zorn) agieren: handeln, sich verhalten
le: höchster Marineoffizier || handeln II affektiert: geziert, II agil [agil]: beweglich, rege II
ein Schmetterling unnatürlich die Agilität, -: Behendigkeit
Adoleszenz die [Adolleslzenz; affichieren t [-schi-]: plakatie­ Agio das [adseho, auch: asehio],
-ßtßentß ], -: Übergangszeit ren, anschlagen -s/-s, der A.: Aufgeld, Preis­
von der Jugend zum Erwachse­ Affinität die, -/-en: (chemische) aufschlag II die Agiotage [Agi­
nenalter Verwandtschaft otalge, Agiol-; asehiotaseh],
Adonis der [-do-], -/-nisse: Affront der [Afl front; afrö], -/-n: unerlaubter Handel zu
schöner Jüngling II (ohne PI.): -s/-s: Beleidigung überhöhten Preisen (z. B. mit
griechische Sagengestalt Afghane der [Aflghalne; -ga-], Eintrittskarten) II der Agioteur
adoptieren [adlopltielren]: an -n/-n II Afghanistan: Staat in [-tör], -s/-e
Kindes Statt (aber im Gesetz: an Asien Agitation die, -/-en: eifrige
Kindesstatt) annehmen II die ä fonds perdu [- fö -dü] Werbung || der Agitator [-ta- ],
Adoption, -/-en II der Adoptiv­ (franz.): trotz zu erwartenden -s/-en [-to-] II agitieren
sohn, -(e)s/-söhne Verlustes Agnostiker der [Aglnolstilker;
ad personam [- -so- ] (lat.); die Afrik das [keine Trenn.; afrik], -no-]y -s/-: jemand, der alles
Mitarbeiter a. p. (jeden persön­ -s: ein Material zum Füllen Übernatürliche (Gott) für un­
lich) einladen von Matratzen u. dgl. erkennbar hält
Adr. = Adresse II der Adressat Afrika [Afrilka; a-] II Afrikaans agnoszieren [aglnoslzielren];
[Adreslsat; -ßat], -en/-en: [Afrilkaans; -kans], -: eine aus einen Toten a.: festslellen, wer
Empfänger (einer Sendung) || dem Niederländischen entstan­ er ist
das Adreßbuch [adreß- ], dene Sprache in Südafrika II Agnus Dei das [Aglnus -; - de\i],
-(e)s/-bücher || die Adresse, der Afrikaner [-ka-], -s/- II - - (lat.): „Lamm Gottes“; ein
-/-n (Adr.): Anschrift II (t in afrikanisch II der Afroameri­ Teil der heiligen Messe
der Bedeutung): Bittschrift, kaner, -s/-: Amerikaner Agonie die [-«/], -/-n: Todes­
Denkschrift II adressieren: mit schwarzafrikanischer Abstam­ kampf; in A. (in den letzten
einer Adresse versehen mung II afro-asiatisch: die Zügen) liegen
adrett [keine Trenn.; adret]: Länder Afrikas und Asiens be­ Agraffe die [Agraflfe; -graf- ],
nett, ordentlich (in der äuße­ treffend -/-n: Schmuckspange
ren Erscheinung) After der, -s/-: Darmausgang II Agrarier der [Agralriler; agra­
Adria die [keine Trenn.; «-], - der Aftermieter t» -s/-: Unter­ rer], -s/-: Landwirt; Inter­
= das Adriatische Meer mieter essenvertreter der Landwirt­
[adrid- -], -n -(e)s a. G. = als Gast (nach Künstler­ schaft II agrarisch: landwirt­
A-Dur (A) (Mus.): eine Tonart namen auf Theaterprogram­ schaftlich || die Agrarreform,
II die A-Dur-Tonleiter, -/-n men) -/-en
ADV die [a defau], -: automati­ AG die [a ge], -/-s: Aktiengesell­ Agrasel die [Aglralsel; ägräsl],
sche Datenverarbeitung schaft -/-n (ostöst. mda.): Stachel­
Advent der [-wen/], -s/-e II der Agave die [agawe], -/-n: eine beere
Adventist, -en/-en: Angehöri­ südländische Pflanze Agreement das [Agreelment;
ger einer bestimmten christli­ Agenden die [-gen-] (PI.) egri- 1, -s/-s: Übereinkommen
chen Glaubensgemeinschaft II (Amtsspr.): der Aufgabenbe­ Agrikultur die [Agrilkulltur;
der Adventkranz, -es/-kränze reich; zu erledigende Angele­ -tur], -/-en: Landwirtschaft;
II der Adventsonntag, -(e)s/-e genheiten Ackerbau
II die Adventzeit, -/-en: die Agent der [agent], -en/-en: Ge­ Agrumen die [Agrulmen; -gru-]

136
Ägypten A akut

(PI.)’ Sammelname für Oran­ dungsstätte (Pädagogische A.); Akribie die [Akrilbie; -bi\, -:
gen, Zitronen u. dgl. eine Vereinigung von Gelehr­ besondere Genauigkeit, Sorg­
Ägypten [-gip-, -güp-]\ in Ä. II ten oder Künstlern (z. B. Öster­ falt
der Ägypter, -s/- II ägyptisch reichische Akademie der Wis­ Akrobat der [Akrolbat; -bat],
Ah = Amperestunde senschaften); eine literarische -en/-en: Zirkuskünstler (z.
ah; ah rufen; aber: ein lautes oder musikalische Veranstal­ B. Seiltänzer, Trapezkünstler)
Ah rufen II aha II das Aha-Er­ tung || der Akademiker [-de-], II die Akrobatik, - II akroba­
lebnis, -nisses/-nisse: das -s/-: Inhaber eines an einer tisch
plötzliche Einleuchten eines Universität bzw. Hochschule Akt der, -(e)s/-e: Handlung;
Zusammenhanges erworbenen Grades (z. B. Dok­ Teil eines Theaterstückes ||
ahd. = althochdeutsch tor) || akademisch: hochschul- künstlerische Darstellung des
Ahle die, -/-n: ein Werkzeug mäßig; theoretisch nackten menschlichen Körpers
zum Stechen von Löchern; Akazie die [akatßie], -/-n: ein II (mit PI. -en), die Akte*,
Schusterahle Laubbaum -/-n: (amtliches) Schriftstück,
Ahn der, -(e)s (-en)/-en; -- Akelei die, -/-en: eine Blume Sammlung von Unterlagen,
Ahne Akja der, -(s)/-s, auch: Ackja: z. B. Personalakt II aktenkun­
ahnden (geh.); ein Verbrechen Rettungsschlitten für Berg-, dig (Amtsspr.): in den amtli­
a. (bestrafen) II die Ahndung, Skiunfälle chen Akten enthalten; bekannt
-/-en (geh.) Akklamation die [Aklklalmalti- II die Aktentasche, -/-n
Ahne der, -n/-n, die A., -/-n: on], -/-en; jemand(en) durch Akteur der [-tör], -s/-e: Dar­
männlicher bzw. weiblicher A. (durch „Zuruf“, ohne steller, handelnde Person
Vorfahre Stimmzettel) wählen || akkla- Aktie die [aktßie], -/-n: Anteil­
ähneln: ähnlich sein; ich ähnle mieren; jemand(en) lebhaft a.: schein (ein Wertpapier) II die
meinem Vater ihm durch Zuruf, Händeklat­ Aktiengesellschaft [Akltilen-
ahnen; etwas geahnt haben schen u. ä. beistimmen gelselllschaft], -/-en (AG)
Ahnfrau die, -/-en || der akklimatisieren [aklklilmalti- Aktion die, -/-en: Handlung,
Ahnherr, -(e)n/-en; —Ahn, sielren]; sich a.: sich anpassen; Unternehmung; -*• Action
Ahne sich eingewöhnen Aktionär der [Akltilonär, - Itiol -;
ähnlich; und ähnliches (u. ä., Akkommodation die, -/-en: -tßioner], -s/-e: Besitzer von
uä.); aber: etwas, nichts Ähnli­ Anpassung (z. B. des Auges an Aktien
ches verschiedene Entfernungen) II Aktionsradius der, -/-radien:
Ahnung die, -/-en || ahnungs­ sich akkommodieren Wirkungsbereich, Reichweite
los Akkord der [akord], -(e)s/-e aktiv: tätig, rührig; -► G.: inak­
ahoi [ahq’] (Seemannsspr.); a. (Mus.): Zusammenklang (z. B.: tiv || das aktive Wahlrecht: das
rufen der C-Dur-Dreiklang) || im A. Recht, zu wählen; -► G.: passiv
Ahorn der [a- ], -s/-e: ein Laub- arbeiten II die Akkordarbeit, II (noch) im Berufsleben ste­
. bäum -/-en: Arbeit, die nach der hend II die Aktiva [-tiwa] (PI.),
Ähre die, -/-n; Kornähre Menge des Geleisteten ent­ Aktiven [~fen, -wen]: das
AHS die [a ha es], -/-: allge­ lohnt wird (nicht nach Zeit) „wirkliche“ Vermögen; G.:
meinbildende höhere Schule Akkordeon das [-kor-], -s/-s: die Passiva II aktivieren [-wi-]:
Aids das [e}ds], -, AIDS (meist Ziehharmonika mit Klavierta­ in Tätigkeit setzen || der Akti­
ohne Art.) (acquired immune sten vist, -en/-en: jemand, der für
deficiency Syndrome, engl.): akkreditiert [aklkreldiltiert]; der eine Sache besonders tätig ist II
eine Infektionskrankheit (Im­ Botschafter ist a. (im Gastland die Aktivität, -/-en: Tätigkeit;
munschwäche) bevollmächtigt) Unternehmungsgeist, Betrieb­
Airbus der [er-], -busses/ Akku der [aku], -(s)/-s = der samkeit
-busse; im Städteverkehr mit Akkumulator [-la-], -s/-en aktualisieren [akltulalilsielren,
dem A. fliegen || die Air-con­ [-to-]\ Speicher elektrischen -Itual-]; ein Thema a.: ihm
dition [erkondischen], - = das Stroms II akkumulieren: sam­ zeitgemäße Bedeutsamkeit ver­
Air - conditioning [Airicon Idi- meln, anhäufen leihen || die Aktualität, -/-en ||
tiolning], -s: Klimaanlage akkurat [-rat]: sorgfältig, ge­ aktuell [akltulell; -el]\ zeitge­
Ais das [ä\~], -/-, ais (Mus.): nau; -*■ G.: inakkurat II die mäß, für die unmittelbare Ge­
das um einen Halbton erhöhte Akkuratesset [Aklkulraltesse; genwart bedeutsam
A (a) -teß], -: Genauigkeit Akupressur die [Akulpreslsur;
ajour [asehur]: durchbrochen a- Klasse die, -/-n: in Schulen -ßw]-> -/-en: auf Druck an be­
(z. B. in einem Saum); ein a. eine von Parallelklassen; stimmten Körperstellen beru­
gefaßter (eingerandeter) Edel­ 1 a-Klasse hendes Heilverfahren
stein Akne die [ak- ], -/-n: eine Haut­ akupunktieren || die Akupunk­
ä jour [a sehur] (franz.); mit der krankheit tur [-tur], -/-en: auf Nadelsti­
Arbeit ä jour (auf dem laufen­ akontieren: anzahlen II das chen beruhendes Heilverfah­
den) sein Akonto [-kort-], -s/Akonten ren
Ajourarbeit die [Ajourlarlbeit; (-tos): Anzahlung; -► a conto II Akustik die [-ku-], -: Lehre
-sehur- ], -/-en: Ausnähtech­ die Akontozahlung, -/-en: An­ vom Schall; Schallwirkung;
nik; „durchbrochene“ Handar­ zahlung, Abschlagszahlung ein Saal mit guter A.: ein Saal,
beit II ajourieren akquirieren [aklquilrielrenj: in dem man gut hört II aku­
Akademie die [-mi], -/-n: eine Kunden werben || die Akquisi­ stisch
Hochschule (z. B. der bilden­ tion, -/-en: (vorteilhafte) Er­ akut [akut] (z. B. bei Krankhei­
den Künste); eine Lehrerbil­ werbung ten): plötzlich auftretend, hef­

137
Akut A Allheilmittel

tig verlaufend; -*> G.: chro­ Sammelbuch; Gedenkbuch; Musikstück II allegro [-le-]:
nisch Markenalbum lebhaft II das Allegro, -(s)/-s
Akut der [akut], -(e)$/-e (')'• ein Alchemie die [-chemi), -, Alchi­ (Allegri): ein lebhaftes Musik­
Betonungs-, Aussprachezei­ mie: „Goldmacherkunst“ II der stück
chen, Akzent, z. B. im Wort Alchemist, -en/-en, Alchimist allein II alleinig II alleinstehend
Cafe II alchemistisch, alchimistisch II die Alleinuntermiete, -/-n:
Akzeleration die, -/-en: Be­ Alemanne der [-man-], -n/-n || Vermietung einer ganzen Woh­
schleunigung alemannisch; alemannische nung an einen Untermieter
Akzent der [-tßent], -(e)s/-e: Mundarten: deutsche Dialekte alleluja [-lü-]; ->• halleluja II
ein Zusatzzeichen (z. B. Beto­ (z. B. in Vorarlberg, in der das Alleluja; — Halleluja
nungszeichen) zu einem Buch­ Schweiz und in Schwaben) allenfalls II allenthalben: über­
staben; Tonfall (z. B. Deutsch Alge die, -/-n: eine Wasser­ all
mit ungarischem A. sprechen); pflanze allerbeste; aufs allerbeste; es ist
Nachdruck II akzentuieren [ak- Algebra die [Al Igelbra; -ge-,al- ], das allerbeste (am allerbesten),
zenltulielren]: betonen, hervor­ -/Algebren [-ge-] (Math.): daß . . .; aber: ich wünsche dir
heben Lehre von den Gleichungen das Allerbeste II allerdings II al­
Akzept das [-tßept], -(e)s/-e bzw. von den mathematischen lererst; zu a. (zuallererst)
(Kaufmannsspr.): angenomme­ Strukturen II algebraisch Allergie die [Alllerlgie, A11I-;
ner Wechsel; Annahmeerklä­ l-bra-] -gi], -/-n (Med.): Überemp­
rung II akzeptabel [-(a-]\ an­ Algorithmus der [-rit- ], -/Algo­ findlichkeit (gegen bestimmte
nehmbar; -► G.: inakzeptabel rithmen: Rechenvorschrift Stoffe) II allergisch [-ler-]
II die Akzeptanz, Annahme alias [ä-]\ anders; eigentlich allerhand; a. sehen; a. Schönes
II akzeptieren: annehmen, ent­ (bes. bei Personennamen); II (ugs. sal.); das ist a.!: Ausruf
gegennehmen Henri du Marais a. Hugo Mül­ des Erstaunens
akzessorisch [-ßo-]: zusätzlich, ler Allerheiligen [-hei-]: Fest aller
nebensächlich Alibi das [ä-], -s/-s; ein A. er­ Heiligen; zu A.; A. ist am
ä la (franz.): in der Art von bringen: seine Abwesenheit 1. November || das Allerheilig­
Alabaster der [-ba-], -s: eine (vom Tatort) nachweisen ste, -n
durchscheinende Gipsart II Alimentation die, -/-en; für die allerlei II das Allerlei, -s/-s; ein
alabastern; eine alabasterne A. (den Lebensunterhalt) sor­ buntes A.
Schale gen II die Alimente [-men-] allerletzt; zu a. (zuallerletzt) II
ä la carte [keine Trenn.; - - (PL): Unterhaltsbeiträge; A. allermeisten; am a. II das Al­
karl] (franz.): „nach der Speise­ zahlen lerneueste, -n II allerorts II der
karte“; -*• G.: Menü aliquot [~kwot]\ anteilmäßig, Allerschönste, -n/-n, die A.,
ä la longue [keine Trenn.; - - entsprechend; der aliquote Teil das A. II Allerseelen [-se- ]: To­
log] (franz.): auf die Dauer Alkali das [-ka-], -(s)/-en tengedenktag; zu A.; A. ist am
ä la mode [keine Trenn.; - - [~lien]: laugenartige chemische 2. November II allerseits II al­
möd] (franz.): modisch Verbindung || alkalisch lerweil (mda.); -► allweil II al­
Alarm der [alarm], -s/-e: Warn­ Alkohol der [al-], -s/-e: eine lerwenigsten; am a.
ruf; aufrüttelndes Zeichen; Ge­ Gruppe chemischer Verbin­ alles; das alles; du bist mein al­
fahrenzustand II alarmieren; dungen; Weingeist; „geistige“ les; alles in allem; alles und je­
eine alarmierende (beunruhi­ Getränke II alkoholfrei [-hol-]; des; von allem etwas II alles
gende, erschreckende) Nach­ alkoholfreie Getränke II alko­ and(e)re; alles mögliche: ver­
richt holhaltig II der Alkoholiker, schiedenes; alles übrige; aber:
Alaun der [alaun], -s/-e, das A.: -s/-: Trinker, Alkoholkranker alles Gute; alles Schöne; alles
ein Mineral II alkoholisch II alkoholisiert: Mögliche: alle Möglichkeiten;
Alb t der; -► Alp betrunken II der Alkoholismus, alles (alle) aussteigen!
Alba die, -/Alben; Albe: langes, -: Trunksucht allesamt [al-]: alle zusammen
weißes Untergewand der ka­ all; all das Schöne II das All, -s: alleweil; -► all weil
tholisch-liturgischen Kleidung Weltall, Kosmos allfällig; a. (gegebenenfalls) auf­
Albaner der [-ba-], -s/- II allabendlich [alllabendllich; tretende Störungen; allfällige
Albanien[Allbalnilen; -banien] -q- ]: jeden Abend Anfragen II das Allfällige, -n:
II albanisch Allah [qla, allah]: Name Gottes der Punkt „Allfälliges“ der Ta­
Albe die, -/-n; Alba im Islam gesordnung
Alben die (PI. von Alba, -► alldem, alledem; bei a., trotz a., allgemein [al-]; im allgemei­
Albe und -► Album) zu a. nen; aber: das Allgemeine her­
albern: dumm, einfältig II al­ alle; wir a.; ich grüße euch {in vorheben; -► G.: besondere II
bern* (sal.): blödeln Briefen: Euch) a.; vor allem allgemeinbildend; die allge­
Albertina die [-/*-], -: bedeu­ (besonders) meinbildende höhere Schule
tende Graphiksammlung in Allee die [ale], -/-n; Pappelallee (AHS): Gymnasium, Realgym­
Wien Allegorie die [-/£], -/-n: sinn­ nasium u.ä.; G.: berufsbil­
Albino der [-bi-], -s/-s: bildliche Darstellung in Dich­ dend; -► G.: lehrer- und er­
Mensch oder Tier mit Farb­ tung oder bildender Kunst II al­ zieherbildend II allgemeingül­
stoffmangel (z. B. weiße Haare, legorisch [-go- ] tig; eine allgemeingültige Re­
rote Augen) allegretto [alllelgretlto; -gret-] gel; aber: die Regel ist allge­
Albion [al-]: alter (dichteri­ (Mus.): mäßig lebhaft II das Al­ mein gültig II die Allgemein­
scher) Name für England legretto, -(s)/-s (Allegretti) heit, -: die Öffentlichkeit; alle
Album das [al-], -s/Alben: (Mus.): ein mäßig lebhaftes Allheilmittel das [-heil-], -s/-;
138
Allianz A altgriechisch

gegen Krankheit gibt es kein Almanach der [al- ], -s/-e: Jahr­ wir bleiben die alten
A: buch; Kalender mit literari­ (Freunde); das ist eine alte (be­
Allianz die [-antß], -/-en: schen Beiträgen kannte) Geschichte: das ist
Bündnis; die Heilige A. (1815) almen: Vieh auf der Alm halten nichts Neues; Großschreibung:
Alligator der [~ga~], -s/-en Almenrausch der; -► Alm­ der (die, das) Alte; die Alten
[-to-]: eine Krokodilart rausch und die Jungen; Altes und
Alliierte der [Al|li|ier|te; -li\ir- ], Almer der, -s/- (westöst.): Vor­ Neues; etwas (nichts) Altes; die
-n/-n: der Verbündete; ein ratskasten Alte Geschichte-: Geschichte
Alliierter; die Alliierten, bes. Almert der, -s/-: Senner II die des Altertums; das Alte Testa­
Großbritannien, Frankreich, Almerint» -/-innen ment (Teil der Bibel); die Alte
die UdSSR und die USA im Almosen das, -s/-: barmherzige Welt: Europa, Asien, Afrika;
Zweiten Weltkrieg (oft auch: beschämende) Gabe -► älter; -► älteste
Alliteration die, -/-en: Anlaut­ Almrausch der, -es, Almen­ Alt der, -(e)s/-e (Mus.): tiefe
reim, Stabreim (z. B. //aus und rausch: eine Bergpflanze Frauen- oder Kindersing­
Hoi) Aloe die [alo\e], -/-n: eine süd­ stimme; -► Altist
alljährlich: jedes Jahr ländische Pflanze Altar der [-tar], -(e)s/Altäre II
Allmacht die [al- ], - II allmäch­ alogisch [ä-]: unlogisch das Altarbild, -(e)s/-er || das
tig [ - mech - ] li der Allmächtige, Alp der, -(e)s/-e (auch: Albt): Altarsakrament, -(e)s/-e
-n: Gott ein gespenstisches Wesen; Alp­ altbacken; eine altbackene
allmählich [-me-]: nach und druck; Alptraum (nicht frische) Semmel II der
nach Alp die, -/-e; Alpe Altbau, -(e)s/-ten: älteres Ge­
Allonge die [Alllonlge; alösek^], Alpaka das [-pa-], -s/-s: ein bäude II die Altbauwohnung,
-/-n: ein Verlängerungsstück südamerikanisches Säugetier; -/-en II altbekannt II altbe­
(z. B. an Wechseln) Alpakawolle II (ohne PL): eine währt II altehrwürdig II altein­
Allotria [Allloltria; -/<?-]; A. silberähnliche Legierung gesessen; eine alteingesessene
(Unfug) treiben Alpdruck der, -(e)s/- drücke (seit Generationen an diesem
Allradantrieb der [Alll radian­ (auch: Albdruck t) Ort lebende) Familie
trieb], -(e)s/-e: Kraftübertra­ Alpe die, -/-n, Alp (V, T): Alm Altenteil der, -(e)s/-e, das A.:
gung auf jedes Rad (z. B. bei Alpendollar der, -s/-(s) Besitz des Bauern nach der
Autos) (scherzh.): der österreichische Übergabe des Hofes
Allroundman der \älraundmen\ Schilling II der Alpenostrand Alterdas, -s/- II älter; der ältere
-s/Allroundmen: vielseitiger [Allpenlostlrand; -oßt- ], -(e)s: Bruder; aber: der Ältere (d. Ä.)
Mensch II der Allroundsport­ die östliche Grenze der Alpen (z. B. der Vater); Hans Holbein
ler, -s/- Alpha das [alfa], -/-s (a, A): der d. Ä.; -► G.: der Jüngere;
allseitig II allseits II das All­ erste Buchstabe (a) des griechi­ alt; -*• älteste
stromgerät, -(e)s/-e II der All­ schen Alphabets; das A. und alterieren sich: sich aufregen,
tag, -(e)s II alltäglich [-teg-] II das Omega: der Anfang und sich ärgern
das Alltagsgewand [al-], -(e)s das Ende II das Alphabet [-bet], altern: alt werden
/-wänder -(e)s/-e: Abc II alphabetisch II alternativ [-tif]: zwei oder mehr
Allüren die [-/£-] (PI.) (abw.): die Alphastrahlen [al-] (PL): Wahlmöglichkeiten betreffend
eigenwilliges, auffälliges Be­ eine Art radioaktiver Strahlen II unkonventionell || der Alter­
nehmen Alphorn das, -(e)s/-hörner: native [~tife, -we], -n/-n, die
alluvial [-wial]: angeschwemmt; lange, gerade Holztrompete II A.; ein Alternativer: jemand,
seit der letzten Eiszeit abgela­ alpin [-pin]; alpine Pflanzen: der herkömmliche Werthaltun­
gert II das Alluvium [-lu-], -s: Hochgebirgspflanzen; der al­ gen und Problemlösungen
der jüngste erdgeschichtliche pine Skilauf; nordisch II der durch neuartige ersetzen will ||
Zeitraum (seit der letzten Eis­ Alpinist, -en/-en: Bergsteiger die Alternative, -/-n: Wahl
zeit) II das Alpinum [-pi-], -s/Al- zwischen zwei Möglichkeiten II
allweil, allerweil, alleweil pina: Steingarten mit Alpen­ alternierend: abwechselnd
(mda.): immer pflanzen II der Älpler, -s/-: Al­ alters (geh.); seit a.: seit jeher;
allwissend [-wiß- ] penbewohner von a. her
allzeit: immer Alptraum der, -(e)s/-träume Altersdispens die, -/-en: Nach­
allzu II allzubald, allzu bald (Ge­ (auch: Albtraum t) sicht einer Bedingung bei zu
trenntschreibung, wenn beide Alraune die [-rau-], -/-n: eine geringem oder zu hohem Alter
Wörter betont sind) II allzu­ menschenähnlich geformte II das Altersheim, -(e)s/-e: Se­
früh, allzu früh II allzuoft, allzu Wurzel, der Zauberkraft zuge­ niorenheim II altersschwach
oft II allzusehr, allzu sehr II all­ sprochen wurde Altertum das, -s; das klassische
zuviel, allzu viel; allzu viele als; größer als; als Nikolo ver­ A. (die Antike) II die Altertü­
Menschen II allzuweit, allzu kleidet; als ich kam mer (PL): Antiquitäten II alter­
weit alsbald [-bald] (geh.): bald II tümlich
Alm die, -/-en: Viehweide im alsdann [-dan] (geh.): dann II älteste; von allen Schülern bin
Gebirge II der Almabtrieb, (auch landsch. mda.: alstern): ich der älteste (am> ältesten);
-(e)s/-e also (dann), na also! aber: ich bin der Älteste der
Alma mater die, - - (lat.): Bei­ also II alsogleich f: sofort Klasse; die Ältesten des Stam­
name einer Hochschule (z. B.: alt, älter, am ältesten; Klein­ mes; -► alt; -v älter
A. m. Rudolphina = die Uni­ schreibung: alt und jung: alle; altgold, altgolden: dunkelgol-
versität Wien, nach Herzog es bleibt beim alten (Zustand); d(en)
Rudolf IV., dem Stifter, 1365) er ist wieder der alte (Mensch); altgriechisch; neugriechisch

139
Altgriechisch A Amtsschimmel

II das Altgriechisch, -: das Land leben; (sich) am laufen­ International die [ämneßti
Griechisch der Antike || das den halten II (mit Abkürzung -näschnel], - (meist ohne Art.)
Altgriechische, -n a.); Neustift a. Walde (engl.): eine Vereinigung zum
althergebracht [-her-]\ eine alt­ Amalgam das [-gam], -s/-e: Schutz der Menschenrechte
hergebrachte (alte) Sitte eine Quecksilberlegierung II Amöbe die [-mö-], -/-n: ein
althochdeutsch (ahd.) II das Alt­ die Amalgamplombe, -/-n: einzelliges Lebewesen
hochdeutsch, - II das Althoch­ eine Zahnfüllung Amokläufer der [a-], -s/-: Ra­
deutsche, -n: deutsche Sprach- Amateur der [-tör], -s/-e: sender, der mordend durch die
form (8. bis 11. Jh.) Nichtfachmann, die Sache Straßen läuft
Altist der, -en/-en (Mus.): Sän- nicht berufsmäßig Ausüben­ a- Moll (a) (Mus.): eine Tonart
ger(knabe) mit Altstimme || die der; Dilettant; Amateur­ Amor [a- ]: römischer Liebesgott
Altistin -/-innen fotograf amoralisch [ä-]\ unmoralisch
Altjahrstag der [-jars-], -(e)s Amazone die [-tßo-], -/-n: amorph [amorf]: formlos; ohne
/-e: Silvester (31. Dezember); Kriegerin in der griechischen Kristallform, -Struktur
am A.: zu Silvester Sage; streitbare Frau Amortisation die, -/-en: Wert­
altjüngferlich: zimperlich, über­ Ambition die, -/-en: Ehrgeiz, ausgleich II amortisieren; diese
empfindlich Strebsamkeit II ambitioniert Anschaffung hat sich amorti­
Altkatholik der [alt-], -en/-en: [amlbiltiloniert, -Itiol-] siert (bezahlt gemacht)
Angehöriger einer bestimmten ambivalent [-walent]: doppel­ Amouren t die [-mu-] (PI.):
christlichen Glaubensgemein­ wertig; ambivalentes Verhalten Liebschaften II amourös [ - rös ];
schaft II altkatholisch (z. B. Haßliebe) II die Ambiva­ ein amouröses Abenteuer
altklug; ein altkluges Kind lenz, -/-en Ampel die, -/-n: eine Hänge­
ältlich; ein ältlicher (alt wirken­ Ambo der [am-], -(s)/-s (Am­ lampe; Verkehrsampel
der) Mann ben): Lottotreffer (mit „zwei“ Amper der, -s/- (mda.): Kanne;
Altmaterial das, -s/-ien gezogenen Nummern) II (mit eine Art Kübel, Eimer
altmodisch PI. Ambonen [-bo-])\ Vor­ Ampere das [Amlpere; -per], -(s)
Altphilologie die, -: Wissen­ tragspult in der Kirche /- (A): Maßeinheit für die
schaft von der altgriechischen Amboß der [am-], -bosses/ elektrische Stromstärke; zehn
und der lateinischen Sprache -bosse; Hammer und A. Ampere (10 A) || das Ampere­
sowie von der Kultur der An­ Ambras [Amlbras; am-]: Schloß meter, -s/-: Strommeßgerät II
tike; klassische Philologie mit berühmter Sammlung im die Amperestunde, -/-n (Ah)
altrosa: dunkelrosa Dorf Amras (bei Innsbruck) amphibisch [-fi-]: sowohl im
Altruismus der [Alltrulislmus], Ambrosia die [Amlbrolsia; Wasser als auf dem Land statt­
-: Selbstlosigkeit, Menschen­ -bro-], -: Götterspeise findend II das Amphibium,
liebe; — G.: Egoismus II der ambulant [-lant]; a. (ohne Auf­ -s/Amphibien [-bien] {auch:
Altruist, -en/-en II altruistisch nahme in ein Spital) behandelt die Amphibie [~bie], -/-n):
[alltrulistisch, -Itruil-] werden; -► G.: stationär || ein Lurch, Tier aus der Gruppe
altsilber, altsilbern: dunkelsil- ambulantes Gewerbe: Wander­ der Frösche, der Molche u. ä.;
ber(n) gewerbe II die Ambulanz, Amphibienfahrzeug
Altstadtsanierung die, -/-en: -/-en: Spitalsabteilung für am­ Amphitheater das [-//-], -s/-:
Erneuerung alter Stadtteile bulante Behandlung || {auch: stufenförmig ansteigendes
alttestamentarisch: zum Alten Ambulance): Rettungswagen II Freilicht-Rundtheater II am­
Testament (der Bibel) gehörig ambulatorisch [-to-]\ ambu­ phitheatralisch [-tra- ]
II alttestamentlich lant II das Ambulatorium, -s/ Amphore die [-fo- ], -/-n: zwei-
altvaterisch (geh.): altmodisch || Ambulatorien [~rien]\ Behand­ henkeliger Tonkrug
die Altvorderen f (PI.) (geh.): lungsstätte für ambulante Amplitude die [Amlpliltulde;
Vorfahren Kranke -tu-], -/-n: größter Ausschlag
Altweibersommer der [-wei-], Ameise die -/-n (z. B. eines Pendels)
-s/-: vom Wind getragene amen [a-]\ Gebetsschluß; ja Ampulle die [-pul- ], -/-n: zuge­
Spinnweben im Frühherbst; und a. sagen II das Amen, -s/-; schmolzenes (z. B. mit Impf­
schöne Herbsttage so sicher wie das A. im Gebet: stoff gefülltes) kleines Glasge­
Altwien [-win], Alt-Wien || Alt­ ganz sicher fäß
wiener, Alt-Wiener; A. Porzel­ Amerika [-me-] || (auch für): Amputation die, -/-en || ampu­
lan II altwienerisch die USA II der Amerikaner tieren; jemand(em) ein Bein a.
Aluminium das [-m/-], -s: ein [ -ka-], -s/- II amerikanisch (abnehmen)
Leichtmetall Amethyst der [-tißt], -(e)s/-e: Amras; — Ambras
Alumnat das [-nat], -(e)s/-e: ein Schmucksteiii Amsel die, -/-n: ein Singvogel
Anstalt zur Heranbildung von Amme die, -/-n: Frau, die ein Amt das, -(e)s/Ämter; von
künftigen Theologen II der fremdes Kind stillt Amts wegen, auch: von amts-
Alumne [-lum - ], -n/-n: Zög­ Ammoniak das [-mö-], -s: ein wegen || amtieren || amtlich ||
ling eines Alumnats stechend riechendes Gas amtsbekannt II amtshandeln II
Alzerl das, -s/-n (mda.); es Amnesie die [Amlnelsie; -s[], die Amtshandlung, -/-en:
fehlt nur noch ein A. (ein biß­ -/-n (Med.): Gedächtnis­ behördliches Einschreiten II das
chen, ein ganz kleines Stück) schwund Amtskappel, -s/-n (ugs. abw.);
am = an dem; örtlich: am Ab­ Amnestie die [Amlnelstie; -ßti], das A. aufhaben: sich als Be­
hang; zeitlich: am Montag, dem -/-n: (allgemeiner) Strafnach­ amter überheblich benehmen
(den) 10. Mai II (ugs. auch): laß; Begnadigung II amnestie­ II der Amtsschimmel, -s
auf dem; am Boden; am ren; jemand(en) a. II Amnesty (scherzh.): eine umständliche.

140
Amtssprache A anfangs

schleppende Erledigung durch Schmerzbetäubung; Lokalan­ anders; a. als II andersartig


ein Amt II die Amtssprache, ästhesie anderseits
-/-n: im Umgang mit Behör­ Anatom der [-tom], -en/-en: andersgeartet II andersgläubig
den und Ämtern gesetzlich zu­ Forscher und Lehrer der Ana­ II andersherum II anderswie II
gelassene Sprache; in Öster­ tomie II die Anatomie [-mi], anderswo II anderswoher II an­
reich sind Deutsch sowie (in -/-n: Lehre vom Körperbau derswohin
bestimmten Gebieten) Slowe­ der Lebewesen; Anstalt, in der anderthalb: eineinhalb II an­
nisch und Kroatisch Amts­ A. gelehrt wird II anatomisch derthalbfach II das Andert-
sprachen; -► Staatssprache; [-to-]\ ein anatomischer Be­ . halbfache, -n
Unterrichtssprache II in der fund Änderung die, -/-en
Verwaltung gebräuchliche anbandeln (sal.), ich bandle an; anderwärtig: anderswo II ander­
Ausdrucksweise, Amtsdeutsch mit jemand(em) a.: einen Flirt wärts: anderswo II anderweitig:
Amulett das [-let], -(e)s/-e: klei­ (oder eine Auseinanderset­ anderswo
ner Gegenstand, der vor Un­ zung) beginnen andeuten II die Andeutung,
heil schützen soll anbauen; Weizen a. II (landsch. -/-en II andeutungsweise
amüsant [-sant]: unterhaltend II sal.); sein Geldbörsel a. (verlie­ andocken: Raumschiffteile im
amüsieren; sich a. ren) Weltraum aneinanderkoppeln
amusisch [ä-]: ohne Kunstsinn anbehalten; den Mantel a. andrehen || (sal.); jemand(em)
an (Präp. mit Dat. und Akk.); anbei (Amtsspr.): als Beilage schlechte Ware a. (aufschwat­
ein Bild hängt an der Wand anbelangen: betreffen; was die zen)
(wo?); ein Bild an die Wand Schule anbelangt, . . . andrerseits
hängen (wohin?); an und für anberaumen (Amtsspr.); eine androhen; jemand(em) eine
sich; an dem; -► am; -► ans || Sitzung a. (festsetzen) Strafe a.
(Adv.); von nun an anbeten; Götzen a. anecken [anleklken] (ugs.): An­
Anachronismus der [Analchro- Anbetracht; in A. des Umstan­ stoß erregen
nislmus; -kroniß-], -/Ana­ des, daß . . . aneifern [anleilfern]: anspornen
chronismen II anachronistisch: anbiedern sich; sich einem (an aneignen sich [anleiglnen]; sich
nicht in eine bestimmte Zeit einen) a.: sich plump-vertrau­ vielerlei Kenntnisse a.; sich
passend (z. B. ein Flugzeug im lich an ihn heranmachen fremdes Gut a.: es unrechtmä­
Mittelalter) anbieten; Hilfe a.; eine Erklä­ ßig in Besitz nehmen
anal [anal]: den After betref­ rung bietet sich an aneinander [anleilnanlder, an-
fend; ein Medikament a. an­ Anblick der, -(e)s/-e; ein er­ einl -]; a. Vorbeigehen II anein­
wenden freulicher A. andergeraten: streiten
analog [-log]: gleichartig, ent­ Anbot das, -(e)s/-e (Amtsspr.): Anekdote die [Anlekldolte;
sprechend II die Analog­ Angebot; ein A. legen (einrei­ -do-], -/-n: kurze, kennzeich­
anzeige, -/-n (mit Zifferblatt); chen, vorlegen) nende Geschichte
-► G.: Digitalanzeige II die Andacht die, -/-en II andächtig anekeln [anlekeln]; es ekelt
Analogie [-£!'], -/-n II die Andachtsstunde, -/-n II mich an
Analphabet der [Anlallphalbet; andachtsvoll Anemone die [-mo-], -/-n:eine
an-, -bet], -en/-en: jemand, andante [-dan-] (Mus.): mäßig Waldblume
der nicht lesen und nicht langsam il das Andante, Anerbieten das [Anlerlbielten],
schreiben kann -(s)/-s: ein mäßig langsames -s/-: Angebot
Analyse die [~lü~], -/-n: Zerle­ Musikstück II das Andantino anerkannt [anlerlkannt] II aner­
gung, Auflösung; genaue Un­ [-r/-], -(s)/-s (Andantini): ein kanntermaßen II anerkennen;
tersuchung der Einzelheiten II bewegteres bzw. kurzes An­ ich anerkenne {oder: ich er­
analysieren II analytisch dante kenne an) II anerkennenswert
Anämie die [Anälmie, Anlämie; andauernd: ständig Aneroid das [Anlerolid, Ane|-;
-mi], -/-n: Mangel an roten Andenken das, -s/-: je- -i_d], -(e)s/-e = das Aneroid­
Blutkörperchen, „Blutarmut“ II mand(em) etwas als {oder: barometer, -s/-, der A.: Do­
anämisch [-ne-] zum) A. schenken senbarometer (Barometer ohne
Anamnese die [Anlamlnelse, andere der, die a., das a., andre; Flüssigkeit)
Anal-; -ne-], -/-n: Kranken­ ein, kein and(e)rer; die, alle anessen sich (ugs.): sich satt es­
geschichte ander(e)n (andren); der eine, sen
Ananas die [a- ], r/-: eine tropi­ der and(e)re; einer nach dem anfachen; das Feuer a. (zum Lo­
sche Frucht II (landsch.): ge­ ander(e)n (andren); jemand, dern bringen)
züchtete große Erdbeere (Ana­ niemand, wer and(e)rer; etwas, anfahren || (auch): jemand(en)
naserdbeere) nichts and(e)res; von etwas an- a.: ihn heftig, energisch anre-
Anapäst der [-peßt], -(e)s/-e: der(e)m (andrem) sprechen; den
ein dreisilbiger Versfuß (z. B. viel and(e)res; vieles and(e)re; Anfall der, -(e)s/-fälle; der A.
Telefon) unter ander(e)m (andrem); bei (das Vorkommen) von Repara­
Anarchie die [Anlarlchie; -chi], Bezug auf mehrere: unter an- turen; Herzanfall II anfällig;
-/-n: „Herrschaftslosigkeit“; der(e)n (andren); ein and(e)res für eine Krankheit a. (emp­
Gesetzlosigkeit; Chaos II anar­ Mal ; aber: ein andermal fänglich) sein
chisch [-ar- ] || der Anarchis­ andererseits, andrerseits, ander­ Anfang der, -(e)s/-fänge; im
mus, - II der Anarchist, -en/ seits (am) A.; von A. an; A. Mai II
-en II anarchistisch ändern: anders machen anfänglich || anfangs (Präp.
Anästhesie die [Anläslthelsie, andernfalls II anderntags: am mit Gen.); a. der Woche II
Anäl-; -si], -/-n (Med.): Tag darauf II andernteils (Adv.); a. (zuerst) ging alles gut

141
anfassen A Animosität

anfassen: angreifen, zupacken gelegentlich; sich aufs angele­ angluren [anlglulren] (landsch.
anfechtbar || anfechten; ein Ur­ gentlichste (sehr genau) erkun­ sal.): anstarren
teil a.: dagegen Einspruch erhe­ digen Angorakatze die [-gfi-], -/-n II
ben II (geh.); jemand(en) ficht angelernt; ein angelernter die Angorawolle, -/-n: Wolle
nichts an: nichts bringt ihn in (nicht ausgebildeter) Arbeiter von Angoraziegen oder Ango­
Versuchung, nichts beküm­ angeln, ich angle rakaninchen
mert ihn II die Anfechtung, angeloben (Amtsspr.): zum angreifen: mit der Hand berüh­
-/-en (geh.): Versuchung Dienstantritt vereidigen ren II einen Kampf beginnen ||
anfeinden; jemand(en) a.: ihm Angelpunkt der, -(e)s/-e: ent­ eine angegriffene Gesundheit II
feindselig begegnen scheidender Punkt (einer der Angriff, -(e)s/-e
anfertigen: hersteilen Frage) angst; ihm wird a. und bang; je-
anfeuern: (heftig) anspornen angelsächsisch; die angelsächsi­ mand(em) a. (Angst) machen II
anflegeln, ich flegle an; grob be­ schen Völker (z. B. Engländer, die Angst, -/Ängste; A. haben;
lästigen Nordamerikaner) A. (angst) machen; in tausend
anflehen; jemand(en) a.: ihn in­ Angelusläuten t das [<?«-], -s: Ängsten sein II ängstigen; sich
ständig bitten das Glockengeläut zum Gebet ä. II ängstlich
Anfrage die, -/-n II anfragen: „Der Engel des Herrn“ angurten; sich im Auto a.
sich erkundigen angemessen; a. (der Lage ent­ an haben; jemand(em) nichts a.
anfreunden sich: Freundschaft sprechend) handeln können: nichts gegen ihn aus-
schließen angenehm richten können II (ugs.); ein
anführen; eine Kompanie a. (be­ angenommen; a. (vorausge­ neues Kleid a.
fehligen); eine Textstelle a. (zi­ setzt), daß . . . anhaken (ugs.: anhakeln); in
tieren) || der Anführer, -s/-: Anger der, -s/-: Grasplatz im einer Liste Namen a.
Befehlshaber || das Anfüh­ Dorf II (geh.): Wiese II das An­ Anhalter der, -s/- II (ugs.); per
rungszeichen, -s/-; z. B. „Sehr gerdorf, -(e)s/-dörfer A. (als Autostopper) fahren
gut“, “Sehr gut”, »Sehr gut« angeregt; ein angeregtes (lebhaf­ anhand {auch: an Hand); a. des
Angabe die, -/-n: Aussage, Mit­ tes) Gespräch Planes; a. von Unterlagen
teilung; Anzahlung angerührt II (ugs.); a. sein: leicht Anhang der, -(e)s/-hänge II an-
angängig; etwas ist nicht a. beleidigt sein hängen || der Anhänger, -s/-:
(nicht erlaubt, nicht statthaft) angesäuselt (ugs. sal.): be­ ein angehängtes Fahrzeug; ein
angänzen t (mda.); du gänzt an; schwipst Schmuckstück II Parteigänger II
einen Brotlaib a. (anschneiden) angesehen; ein angesehener anhängig (Amtsspr.); ein Ge­
angeben || (sal.): prahlen, sich (allseits geachteter) Mann richtsverfahren ist gegen ihn a.
wichtig machen II der Angeber, Angesicht das, -(e)s/-e(r) (geh.); (in Gang) II anhänglich || das
-s/- (sal.) II angeblich jemand(en) von A. (persön­ Anhängsel, -s/-
angeboren; diese Eigenschaft ist lich) kennen II angesichts anhäufen; Vorräte a.
ihm a. (Präp. mit Gen.); a. (im Ange­ anheben; die Preise a. (erhöhen)
Angebot das, -(e)s/-e; A. und sicht) des Todes II (geh.); er hob an (begann) zu
Nachfrage; ein schriftliches A. Angestellte der, -n/-n, die A.; sprechen
angedeihen; jemand(em) eine ein Angestellter anheimeln; das geheizte Zim­
gute Erziehung a. (zuteilwer­ angewandt; Museum, Hoch­ mer heimelte mich an: ich
den) lassen schule für angewandte Kunst II fühlte mich darin wohl
angegriffen; -► angreifen angewendet; -► anwenden anheimfallen [-heim-] (geh):
angeheiratet; ein angeheirateter angewiesen; auf jemand(en) a. zufallen; das Erbe fiel dem
(durch Heirat in die Verwandt­ sein: von ihm abhängig sein Staat anheim II anheimstellen;
schaft gekommener) Onkel; -► angewöhnen; sich keine Unart ich stelle (es) ihm anheim
G.: leiblich a. II die Angewohnheit, -/-en II (frei), zu gehen oder zu bleiben
angeheitert: leicht betrunken die Angewöhnung, - anheischig (geh.); er machte
angehen; das geht dich an: es Angina die [-gi-], -/Anginen: sich a. (er bot sich an), etwas
betrifft dich; es geht nicht an: Mandelentzündung zu tun
es ist unmöglich; ein angehen­ angleichen: anpassen; etwas anherrschen; jemand(en) a.
der (noch in Ausbildung ste­ einer Vorlage a. (herrisch anfahren)
hender) Arzt II (ugs.); je­ Angler der, -s/- Anhieb; auf A.: sofort, beim er­
manden) um Geld a. (bitten) anglikanisch [anlglilkalnisch; stenmal, ohne Vorbereitung
Angehörige der,. -n/-n, die A.; -ka-]\ die anglikanische Kir­ Anhöhe die, -/-n: (kleiner) Hü­
ein Familienangehöriger che: die englische Staatskirche gel.
Angeklagte der, -n/-n, die A.; Anglist der [Anlglist], -en/-en: Anilin das [-//«], -(s): Ausgangs­
ein Angeklagter (im Strafpro­ Kenner (Lehrer) der engli­ stoff für die Herstellung von
zeß) schen Sprache und Literatur || Farben und Heilmitteln
angeknackst (sal.); seine Ge­ die Anglistik, - animalisch [-ma-]\ tierisch
sundheit ist a. (nicht mehr zu­ Angloamerikaner der [Anlglo- Animateur der [-rör], -s/-e: Or­
friedenstellend) amelrilkalner; an-]y -s/-: ein ganisator von Unterhaltungen
angekränkelt; er sieht a. (kränk­ Amerikaner britischer Ab­ II die Animation, -/-en || ani­
lich) aus stammung II die Angloameri­ mieren: anregen, verlocken,
Angel die, -/-n; Türangel; die kaner (PI.): Sammelname für ermuntern II das Animo [a-]y
Welt aus den Angeln heben II Briten und Amerikaner II an- -s {auch: der A.) (sal.): Lust,
Fischangel; Angelhaken gloamerikanisch II anglophon Schwung; kein A. haben
Angelegenheit die, -/-en II an­ [-fonV- englischsprachig Animosität die, -/-en: Abnei-
142
Anis A anregen

gung, Feindseligkeit anleiten: unterweisen || die An­ Anode die [Anlode, Anol-;
Anis der [ä-]t -es/-e: ein Ge­ leitung, -/-en; Bastelanleitung -wo- ], -/-n: positive Elek­
würz II die Anisscharte, -/-n: anlernen; jemand(en) (für eine trode, die in Gasen oder Flüs­
eine Bäckerei bestimmte Tätigkeit) a. sigkeiten von den negativen
ankennen; jemand(em) sein Anliegen das, -s/-: Wunsch, Ionen die überschüssigen Elek­
schlechtes Gewissen a. (anmer­ Bitte tronen aufnimmt; -► G.: Ka­
ken) Anlieger* der, -s/-: Anrainer thode II die Anodenbatterie,
Anker der, -s/- II ankern anlocken; jemand(en) a.: ihn -/-n
anketten: an die Kette legen zum Näherkommen bewegen anomal [anlomal, anol -; a- ]: re­
Ankick4 der, -(e)s/-e; der A. anlügen; jemand(en) a. gelwidrig, von der Norm ab­
(Anstoß) im Fußballspiel II an­ Anm. = Anmerkung weichend; aber: -► abnormal II
kicken* anmachen; Salat a.; Farbe a. die Anomalie [-//], -/-n:
Anklage die, -/-n II anklagen; anmalen (krankhafte) Abweichung,
jemand(en) (wegen) eines Ver­ anmaßen sich; du maßt dir viel Mißbildung
brechens a. an: du erlaubst dir viel II an­ anonym [anlonym, anol-;
anklammern; sich a. maßend; ein anmaßendes -nüm]\ ohne Namensnennung;
Anklang der, -(e)s/-klänge; A. (hochmütiges) Benehmen II die ein anonymer Brief II die An­
(freundliche Zustimmung) fin­ Anmaßung, -/-en: unberech­ onymität, - II der Anonymus
den tigter Anspruch, Hochmut [-rtd-], -/Anonymi: unbe­
anknöpfeln, anknöpfen anmerken; sich seinen Ärger kannter Verfasser
anknüpfen; ein Gespräch a. II nicht a. lassen: ihn nicht offen Anorak der [a- ], -s/-s: eine
der Anknüpfungspunkt, -(e)s/ zeigen II die Anmerkung, wetterfeste Sportjacke
-e: gemeinsamer Ausgangs­ -/-en (Anm.): ein ergänzender anordnen [anlordlnen]
punkt für ein Gespräch Hinweis anorganisch [anlorlgalnisch;
ankommen II der Ankömmling, anmessen; sich einen Anzug a. Ort-]: unbelebt; anorganische
-s/-e lassen Chemie; G.: organisch
ankönnen (sal.); jemand(em), Anmut die, -: Liebreiz anpassen; sich den Verhältnis­
gegen jemand(en) nicht a.: anmuten (geh.); das mutet mich sen a. II anpassungsfähig
nichts gegen ihn ausrichten sonderbar an: es kommt mir anpatzen (ugs.); sich a.
können sonderbar vor anpeilen; ein Ziel a.
ankreiden; jemand(em) eine anmutig II anmutsvoll anpfeifen; der Schiedsrichter
Nachlässigkeit a. (übelneh­ annadeln, ich nadle an: mit pfeift das Spiel an II der An­
men) Stecknadeln befestigen pfiff, -(e)s (z. B. zum Spielbe­
ankreuzen, ankreuzeln; Namen annähern; sich jemand(em) a.: ginn) II (ugs. sal.): Tadel durch
auf einer Liste a. ihm näherkommen II annä­ den Vorgesetzten
ankündigen, ankünden: be­ hernd: ungefähr II der Annähe­ anpicken; die Amsel pickt die
kanntmachen, anmelden rungsversuch, -(e)s/-e Kirschen an II (ugs.); er hat den
Ankunft die, - II die Ankunfts­ Annahme die, -/-n; die A. (das Zettel angepickt (angeklebt)
zeit, -/-en Annehmen) eines Geschenks; anpirschen sich; der Jäger
ankurbeln; die Wirtschaft a. die A. (Vermutung, gedachte pirschte sich (an das Wild) an
(fördern, beleben) Festsetzung) einer Katastrophe t anpöbeln, ich pöble an: be­
anlachen; jemand(en) a. II (sal.); Annalen die [-na-] (PI.): nach schimpfen, grob belästigen
sich jemand(en) a.: eine Be­ Jahren geordnete geschichtli­ anprallen: heftig anstoßen
kanntschaft anknüpfen che Aufzeichungen anprangern: „an den Pranger
Anlage die, -/-n: Veranlagung II annehmen II die Annehmlich­ stellen“, öffentlich bloßstellen
Park II Geldanlage II Fabriks­ keit, -/-en: etwas Angeneh­ anpreisen; seine Ware a. (loben)
anlage II (Amtsspr.): Beilage mes anpumpen (sal.); jemand(en) a.:
Anlaß der, - lasses/-lässe II an- annektieren; ein Land a. (sich ihn um ein Darlehen bitten
lassen II der Anlasser, -s/-; gewaltsam aneignen) || der An­ Anrainer der, -s/-: Grundnach­
der A. des Motors II anläßlich nex [anekß], -es/-e: Anhäng­ bar; „Zufahrt nur für Anrai­
(Präp. mit Gen.); a. (aus An­ sel, Anhang II die Annexion ner!“ II der Anrainerstaat,
laß) des Geburtstages [-Ort], -/-en: gewaltsame An­ -(e)s/-en
anlasten; jemand(em) etwas a.: eignung eines Gebietes Anrand der, -s (mda.): Anlauf;
ihm z. B. ein Verschulden zur anno: im Jahr(e); a. neun: im sich einen A. nehmen
Last legen Jahr neun (z. B. 1809, 1909); a. anraten; auf (über) Anraten des
Anlauf der, -(e)s/-läufe; einen Schnee (vor langer Zeit) II Arztes
A. nehmen II anlaufen; die anno dazumal: früher einmal II anraunzen (ugs.); jemand(en)
Gläser sind angelaufen (mit Anno Domini [-dö-] (A. D.) a.: ihm eindringlich und kla­
einer Dunstschicht bedeckt); (lat.): „im Jahr des Herrn“ gend Bitten Vorbringen
die Marmelade ist angelaufen (nach Christus = n. Chr.) anrechnen; jemand(em) sein
(mit Schimmel bedeckt) II Annonce die [Anlnonlce; Verhalten hoch a.: es beson­
einen Hafen a. (dort anlegen) anöß(e) ], -/-n: Zeitungsan­ ders anerkennen
anlehnen || anlehnungsbedürf­ zeige II annoncieren Anrecht das, -(e)s/-e; ein A. ha­
tig: Rückhalt, Zärtlichkeit su­ Annuität die [Anlnulität, -Inuil-], ben: einen (gesetzlichen) An­
chend -/-en: jährliche Zahlung zur spruch haben
Anleihe die, -/-n: ein Wertpa­ Begleichung einer Schuld Anrede die, -/-n
pier; eine A. auflegen; eine A. annullieren: für ungültig erklä­ anregen; etwas a. (vorschlagen,
zeichnen (erwerben) ren, außer Kraft setzen veranlassen); ein anregendes

143
anreichern A Antenne

(unterhaltsames, interessantes) ma a. (erwähnen) anstänkern (ugs.); jemand(en)


Gespräch anschreiben; Preise (bei, an den a. (anpöbeln)
anreichern; Fruchtsaft mit Vit­ Waren) a.; jemand(en) a.: an anstarren: starr anschauen
aminen a. ihn schreiben; (beim Greißler) anstatt (Präp. mit Gen., ugs. mit
Anreiz der, -es/-e; der A. zum a. lassen: auf Kredit kaufen II Dat.); a. dessen; a. dem Ta­
Kauf die Anschrift, -/-en: Adresse schentuch II (Konj.); er spielt,
anrempeln; jemand(en) a.: ihm anschuldigen II die Anschuldi­ a. (statt) zu arbeiten; a. daß er
(absichtlich) einen Stoß verset­ gung, -/-en arbeitet, . . .
zen anschwärzen: verleumden anstecken; ein Abzeichen a.;
Anrichte die, -/-n: ein Möbel­ anschwellen: an Größe, Um­ sich a.: sich durch den Kontakt
stück (zum Bereitstellen von fang zunehmen mit Kranken eine Krankheit
Speisen) anschwindeln (ugs.); jeman­ zuziehen II ansteckend; eine
anrüchig: von zweifelhaftem den) a. ansteckende Krankheit II die
Ruf ansehen; jemand(em) seine Ver­ Ansteckungsgefahr, -/-en
Anruf der, -(e)s/-e II anrufen zweiflung a. II das Ansehen, -s anstehen; ich stehe nicht an (zö­
anrühren; „Rühr mich nicht II ansehnlich: bedeutend gere nicht), dem zuzustimmen
an!“ II Farben a.: sie mit Flüs­ ansetzen; eine Prüfung a.: ihren II (ugs.); sie steht nicht auf
sigkeit vermengen Zeitpunkt festlegen seine Hilfe an (braucht sie
ans = an das; ans Fenster treten Ansicht die, -/-en || die An­ nicht); etwas a. (unerledigt)
ansässig II die Ansässigkeit, - sichtskarte, -/-n II Ansichts­ lassen; ich stehe an: ich
Ansatz der, -es/-sätze; ein A. sache; das ist A. komme nicht mehr weiter
zur Besserung || (Mus.); beim ansiedeln; sich a.: seßhaft wer­ anstelle {auch: an Stelle); a. des
Blasen einen guten A. haben den Lehrers; a. von Worten
anschaffen; sich ein Kleid a. Ansinnen das, -s/-; an je­ anstellen; sich an der Kassa a. II
(kaufen) || jemand(em) eine manden) ein A. stellen: etwas etwas a.: eine Dummheit bege­
Arbeit a. (befehlen) von ihm verlangen, ihm etwas hen; sich ungeschickt a. (be­
anschauen || anschaulich: deut­ zumuten nehmen) || jemand(en) a.: ihm
lich, lebendig II die Anschau­ Ansitz der, -es/-e: schloßartiger eine Anstellung geben II an­
ung, -/-en; Weltanschauung Wohnsitz (bes. in Südtirol) II stellig: geschickt
Anschein der, -(e)s II anschei­ (Jägerspr.); vom A. (Hoch­ anstieren: starr anschauen
nend: wie es scheint; a. hat er stand) das Wild beobachten anstiften; jemand(en) zu einer
recht (alle Anzeichen sprechen ansonst, ansonsten: sonst, an­ Dummheit a.: ihn dazu überre­
dafür); aber: -► scheinbar dernfalls den, veranlassen II der Anstif­
anschicken sich; sich a., eine anspannen; die Pferde a.; seine ter, -s/-
Weltreise anzutreten Kräfte a.; ein Seil a. Anstoß der, -es/-stoße II (ohne
anschirren: (einem Pferd) das anspendeln (mda.): mit einer PL); an etwas A. nehmen: es
Geschirr anlegen Nadel (Spennadel) befestigen mißbilligen; A. erregen; der A.
Anschlag der, -(e)s/-sch läge; anspielen; auf ein Ereignis a.: im Fußball II anstoßen || anstö­
das Gewehr in A. bringen; eine Bemerkung darüber ma­ ßig: unanständig, ärgerniserre­
einen A. (ein Attentat) ver­ chen II die Anspielung, -/-en: gend
üben II anschlagen; sich den Andeutung anstreichen; ein Haus a. II (sal.);
Kopf a.; die Klaviertasten a.; anspornen: aneifern sich a.: sich schminken || der
Maschen (z. B. beim Stricken) Ansprache die, -/-n: Rede II Anstreicher, -/-
a.; (Bier) frisch a.: ein volles (ohne PL): Gelegenheit, mit je­ anstreifen || (sal.); an etwas
Faß anzapfen II das gute Essen mandem) zu sprechen II an­ nicht einmal a. wollen
schlägt ihr an: es macht sie sprechen; jemand(en) a. (anre- anstrengen; die Augen a.; sich
dick II anschlägig (geh.); ein den) II ansprechend; ein an­ a.: sich bemühen
anschlägiger (schlauer) Kopf sprechendes (gefälliges) Äuße­ Anstrich der, -(e)s/-e
anschledern sich (mda.): unmä­ res II der Anspruch, -(e)s/ anstückeln; einen Ärmel a.
ßig viel (Wasser) trinken -Sprüche: Forderung; A. auf ansuchen; um etwas a. II das An­
anschließen; eine Waschma­ etwas erheben; Ansprüche suchen, -s/-: Gesuch
schine a.; sich einer Meinung (Rechte) geltend machen II je­ Antagonist der [Anltalgolnist,
a.: ihr beipflichten II der An­ manden) in A. nehmen: ihn Antlagol-], -en/-en (geh.): Ge­
schluß, -schlusses/-schlüsse; bemühen II anspruchslos II an­ genspieler
Telefonanschluß II (beim Um­ spruchsvoll Antarktika (die) [Antlarkltilka;
steigen) den A. versäumen II Anstalt die, -/-en || (nur PL): -ark-], -: der Südpolarkonti­
die Einverleibung Österreichs Anstalten machen: Vorberei­ nent II die Antarktis, -: die
durch Deutschland 1938 tungen treffen || die Anstalts­ Südpolarregion II (auch noch):
anschmiegen sich; sich an je­ erziehung, - II die Anstalts­ Südpolarkontinent
manden) a. II anschmiegsam pflege, - antauchen (ugs.): anschieben;
anschmieren; die Wände nicht Anstand der, -(e)s/-stände; sich mehr anstrengen
a. II (ugs. derb); jemand(en) a. einen A. haben: gerügt werden Anteil der, -(e)s/-e II anteilig
(betrügen); sich a.: sich täu­ II der Jäger war auf dem A. (an [an-] || die Anteilnahme, -:
schen dem Ort, wo er das Wild erwar­ Mitgefühl
anschnauzen (ugs. sal.); du tet) II (ohne PL): gutes Beneh­ Antenne die [-ten-], -/-n: ein
schnauzt ihn an (fährst ihn men II anständig II anstands­ Teil der Empfangs- und der
grob an) halber II anstandslos: ohne Sendevorrichtung; Fühler (bei
anschneiden; Brot a.; ein The­ Schwierigkeit Insekten)

144
Anthologie A Apostel

Anthologie die [-g/], -/-n: Aus­ genbehauptung, Gegensatz II -s/-: einer, der jemand(en) an­
wahl von (lyrischen) Texten antithetisch zeigt; Zeitungstitel (besonders
Anthrazit der [Anlthralzit; Antitoxin das [-kßin], -s/-e: von Annoncenzeitungen)
-tßit], -s/-e: eine hochwertige Gegengift anzetteln, ich zettle an; eine
Steinkohle antizipieren: (in Gedanken) Verschwörung a. (anstiften)
Anthropologie die [Anlthrolpo- vorwegnehmen anziehen; sich a. II anziehend;
lolgie; -gi], die Lehre vom Antiaß der [ant- ], - lasses/-lässe sie hat ein anziehendes (gewin­
Menschen II anthropomorph (mda.): Ablaß II der Antiaßritt, nendes, reizvolles) Wesen II die
[-morf]: menschenähnlich, ver­ -(e)s/-e:ein Volksbrauch II der Anziehung, - II der Anzug,
menschlicht Antlaßtag, -(e)s/-: Gründon­ -(e)s/-züge II anzüglich; eine
Antialkoholiker der, -s/-: Alko­ nerstag anzügliche (boshaft anspie­
holgegner Antlitz das, -es/-e (geh.): Ge­ lende) Bemerkung
antiautoritär: gegen Autorität sicht anzünden; eine Kerze a.
gerichtet Antrag der, -(e)s/-träge: Ansu­ anzwidern [anlzwildern] (mda.):
Antibabypille die [-be-], -/-n: chen, Vorschlag II über A., auf zuwider sein, lästig werden
ein Empfängnisverhütungsmit­ A. II antragen: anbieten; je- Ao. Univ. - Prof. = Außerordent­
tel (ugs.: „die Pille“) mand(em) eine Ohrfeige a. licher Universitätsprofessor
Antibiotikum das [Anltilbiloti- (androhen) Aon der [eon], -(s)/-en, das A.
kum, -Ibiol-; -£-], -s/Anti- antreiben; jemand(en) a.: ihn (meist PI.) (geh.): sehr lange
biotika (Med.): biologischer drängen, schneller zu sein Zeit, Weltperiode; Ewigkeit II
Wirkstoff gegen Krankheitser­ antrenzen (mda.); sich a.: sich (in der Geologie und Kosmolo­
reger (z. B. Penicillin) „anpatzen“ gie): eine Milliarde Jahre II äo­
antichambrieren [anltilcham- antreten; den Beweis a.: die nenlang
brielren; ätischäbri-, an- Richtigkeit beweisen Aorta die [~or~], -/Aorten:
scham-] (abw.); beim Minister Antrieb der, -(e)s/-e: bewe­ Hauptschlagader
a.: (in seinem „Vorzimmer“) gende Kraft; Anreiz || die An­ apart [apart]; ein apartes (eigen­
auf eine Gelegenheit warten, triebskraft, -/-kräfte artiges, reizvolles) Kleid
um Gehör zu finden antun; sich etwas a.: sich ein Apartheid die [Apartheid;
Antifaschist der, -cn/-en: Geg­ Leid zufügen II (ugs.): sich über -pari-], -: Rassentrennung in
ner des Faschismus etwas übermäßig aufregen Südafrika
antik [-tik]: dem (klassischen) Antwort die, -/-en II antworten Apartment das [epart-], -s/-s:
Altertum angehörig; altertüm­ anvertrauen; jemand(em) ein luxuriöse Kleinwohnung; aber:
lich || die Antike, -: das Alter­ Geheimnis a. -+ Appartement II das Apart­
tum (die griechisch-römische anvisieren; ein Ziel a. menthaus, -es/-häuser
Welt) II die Antiken (PI.): an­ Anwalt der, -(e)s/-wälte; Apathie die [-//], Teilnahms­
tike Kunstwerke Rechtsanwalt; Volksanwalt losigkeit, Stumpfheit II apa­
Antikommunismus der, - Anwandlung die, -/-en; eine A. thisch [-pa- ]
Antikörper die (PI.): Schutz- von Schwäche spüren aper [a- ]: schneefrei
und Abwehrstoffe im Blut Anwärter der, -s/-; A. auf Aperitif der [~tif\ -s/-s: anre­
Antilope die [-lo-], -/-n: ein einen Posten sein gendes Getränk vor dem Essen
Huftier anweisen; jemand(em) (per apern; es apert: der Schnee
Antimon das [an- ], -(s): ein Me­ Post) Geld a.; jemand(em) schmilzt weg II das Aper­
tall einen Platz a. schnalzen, -s: ein alter Volks­
Antipathie die [-//], -/-n: Ab­ anwenden brauch
neigung; -► G.: Sympathie anwerfen; die Mauer a. (verput­ Apfel der, -s/Äpfel II der Apfel­
Antipode der [-po-], -n/-n: Be­ zen) II den Motor a. (in Gang most, -(e)s II die Apfelsine*,
wohner der entgegengesetzten setzen) -/-n: Orange II die Apfel­
Stelle der Erdkugel; Gegner Anwert der, -(e)s; A. haben: ge­ spalte, -/-n II der Apfelstrudel,
Antiqua die [-//-], -: eine schätzt werden -s/-: eine Mehlspeise
Schriftart (lateinische Druck­ Anwesen das, -s/-: (bäuerli­ Aphorismus der, -/Aphoris­
schrift); das Österreichische cher) Besitz men: Sinnspruch, „Gedanken­
Wörterbuch ist in A. gedruckt anwesend II die Anwesenheit, - splitter“ II aphoristisch
Antiquar der [-kwar], -s/-e: anwidern; etwas widert (ekelt) Aphrodite [Aphroldilte; -di-]:
Buchhändler, der gebrauchte mich an griechische Göttin der Liebe
Bücher verkauft II das Antiqua­ anwurzeln; rasch anwurzelnde und der Schönheit
riat [-at], -(e)s/-e II antiqua­ Pflanzen; wie angewurzelt apodiktisch [-dik-]: unumstöß­
risch [-kwa-]; ein antiquari­ (starr) dastehen lich, keinen Widerspruch dul­
sches Buch II antiquiert: veral­ Anzahl die, - dend
tet II die Antiquität, -/-en: Al­ anzahlen II die Anzahlung, - Apokalypse die [-/«/?-], -/-n:
tertümliches (Möbel, Kunst­ /-en Vision vom Weltuntergang; die
werke u. dgl.) II der Antiquitä­ anzapfen; ein (volles) Faß a.; „Offenbarung des Johannes“ in
tenhändler, -s/- einen Baumstamm a. (zur der Bibel II apokalyptisch
Antisemit der [-mit], -en/-en: Harzgewinnung) Apoll [apol], Apollo, Apollon:
Judenfeind Anzeichen das, -s/-; Anzeichen griechisch-römischer Gott der
antiseptisch [-sep-]\ antisepti­ einer Krankheit Dichtkunst und der Musik;
sche (keimtötende, bakterien­ Anzeige die, -/-n II anzeige­ schön wie A.
tötende) Wundbehandlung pflichtig; eine anzeigepflichtige Apostel der [-po-], -s/-; die
Antithese die [~te~], -/-n: Ge­ Krankheit II der Anzeiger, zwölf Apostel (Christi) II

145
Apostolat Arm

(auch): Glaubensbote II das apropos [aprolpos; -po]\ in die­ Archipel der [-pel], -s/-e: Insel­
Apostolat [-lat], -(e)s/-c: Apo­ sem Zusammenhang, übrigens gruppe
stelamt Apsis die [qp-], -/Apsiden Architekt der [-tekt], -en/-en II
Apostroph der [Apolstroph; [-ßi-]: Altarnische als Ab­ architektonisch [-to-] II die
-ßtrof], -s/-e (’): Auslassungs­ schluß eines Kirchenraumes Architektur [-tur], -/-en: Bau­
zeichen II apostrophieren; je- Aquädukt das [-dukt], -(e)s/-e, kunst, Bauart
mand(en) a.: auf ihn (z. B. in der A.: Wasserleitungsbrücke II Archiv das [-chif], -s/-e \-fe,
einer Rede) hinweisen, ihn als der Aquamarin [-rin], -s/-e: -we]: Sammlung von Boku-
etwas bezeichnen ein Schmuckstein || das Aqua­ menten, Akten u. dgl. II der Ar­
Apotheke die [-/£-], -/-n planing [Aqualplalning; -pla- ], chivar [-war], -s/-e: wissen­
Apotheose die [Apolthelose, -(s): Rutschen der (Vorder)rä- schaftlicher Archivbeamter
-Itheol-; -qse], -/-n: Verherr­ der eines Autos auf nasser Areal das [-a/], -s/-e: Fläche
lichung Fahrbahn II das Aquarell [-rel], (eines Grundstücks)
Apparat der [-rat], -(e)s/-e: -s/-e: mit Wasserfarben ge­ Arena die [-re-], -/Arenen:
Vorrichtung, Gerät II Organisa­ maltes Bild II das Aquarium Kampfplatz; Freilichttheater
tion, System II die Apparatur [-Awa-], -s/Aquarien [-rien]\ arg, ärger, am ärgsten; im argen
\-tur], -/-en Behälter für Wassertiere und liegen; aber: nichts Arges den­
Appartement das [Aplparlte- .Wasserpflanzen ken
ment; apartmä], -s/-s: kom­ Äquator der [-Awa-], -s/-en ARGE die, -: Arbeitsgemein­
fortable Großwohnung; Zim­ [-/«-]: größter Breitenkreis II schaft; die A. Alpen-Adria
merflucht in einem Hotel; äquatorial [-a/]; äquatoriales Argentinien [Arlgenltilnilen;
aber: —► Apartment (tropisches) Klima -tinien]\ ein südamerikani­
Appell der [apel], -s/-e: Auffor­ äquivalent [-walent]: von ent­ scher Staat II der Argentinier
derung, Ermahnung; „Antre­ sprechendem Gegenwert II das ,i-tinier], -s/- II argentinisch
ten zum Appell!“ II appellie­ Äquivalent, -s/-e: gleichwerti­ Ärger der, -s II das Ärgernis,
ren; an jemandes Güte a. ger Ersatz -nisses/-nisse (geh.); Ä. erre­
Appendix der [-pen- ], -/ Ar das, -s/-e (a): ein Flächen­ gen: (berechtigte) Empörung
Appendizes: Anhang, Zusatz II maß für Grund und Boden hervorrufen
(Med.): Wurmfortsatz des (100 m 2) II (in Mengenangaben Arglist die, - (geh.): Hinterlistig­
Blinddarms ..mit PI. Ar); drei Ar (3 a) keit, Böswilligkeit II arglos:
Appetit der [-tjt], -(e)s/-e II ap­ Ara die, -/Ären: Zeitalter; Zeit­ vert rauensselig
petitlich rechnung Argument das [-ment], -(e)s/-e:
applanieren [aplplalnielrenl: Araber der \-rq-, a-], -s/- Beweisgrund II argumentieren:
einebnen; Konflikte a. (beile­ Arabeske die [-beß-], -/-n: einen Beweis führen; eine An­
gen) phantasievolles Ornament sicht, eine Meinung begründen
applaudieren [aplplauldielren]: Arabien [Aralbilen; arabien] || Argusaugen die [Arlguslaulgen;
Beifall klatschen II der Applaus arabisch; arabische Ziffern II qr- ] (PI.); mit A. (scharf, miß­
[aplgus ], -es/-e das Arabisch, - II das Ara­ trauisch) beobachten
apportieren: herbeibringen II bische, -n: die arabische Spra­ Argwohn der [arg-], -s; A.
das Apportl [apqrtl] -s/-n che (Zweifel, Verdacht) hegen II
(ugs.); der Hund holt das A. Aranzini die [-tßi-] (PI.): über­ argwöhnen II argwöhnisch
(z. B. ein Stück Holz) zuckerte konservierte Oran­ Arie die [arie], -/-n: kunstvolles
appretieren [aplpreltielren]: Ge­ genschalen Gesangsstück für eine Sing­
webe stärken, glänzend ma­ Ärar t der [erar], -s/-e: Staatsei­ stimme mit Instrumentalbe­
chen, glätten II die Appretur gentum; Fiskus II ärarisch f gleitung; Opernarie
[-/«/*], -/-en Arbeit die, -/-en I! (Physik): Arier der [Ariler; arier], -s/-:
Approbation die [Aplprolbalti- Produkt aus Kraft und Weg II Angehöriger einer indoeuropäi­
on), -/-en: behördliche Ge­ arbeiten II der Arbeiter, -s/- II schen Sprachengruppe in
nehmigung, Zulassung; Druck­ die Arbeiterin, -/-innen II die Asien || (im Nationalsozialis­
erlaubnis II approbieren; ein Arbeiterkammer, -; — Kam­ mus für): Nichtjude
Buch für den Unterrichtsge­ mer II der Arbeitgeber, -s/- II Aristokrat der [Arilstolkrat;
brauch a. der Arbeitnehmer, -s/- II ar­ -kral], -en/-cn: Adeliger II die
approximativ [aplprolxilmaltiv; beitsam II das Arbeitsamt, Aristokratie [-//], -/-n: Herr­
-tij] (geh.): annähernd, schät­ -(e)s/-ämter II arbeitslos II der schaft des Adels; der Adel II
zungsweise Arbeitsplatz, -es/-plätze; am aristokratisch [-Ara-]
Apres-Ski das [Apres-ISki; A. nicht rauchen || einen guten Arithmetik die [-me-], -: Zah­
apreßki], - (franz.): „nach dem A. (Posten) finden II arbeits­ lenlehre; Rechnen mit Zahlen
Skifahren“; bequeme Kleidung willig II arithmetisch
bzw. geselliges Beisammensein ARBO der [qr- ], -: Auto-}.Mo­ Arkade die [-Aa-], -/-n; in den
nach dem Skilaufen tor- und Radfahrerbund Öster­ Arkaden (im Bogengang, Lau­
Aprikose* die [Aprilkolse; -kq - ], reichs bengang) gehen
-/-n: Marille archaisch [-cha-]: altertümlich, Arktis die [arA-], -: Nordpolar­
April der [keine Trenn.; april\ urtümlich gebiet II arktisch
-(s): der vierte Monat II der Archäologie die [Arlchäollolgie; arm, ärmer, am ärmsten; arm
Aprilscherz, -es/-e -gi], -: Altertumskunde und reich; aber: Arme und Rei­
a priori [- prilori, - priol-; - Arche die, -/-n; die A. Noah(s) che; ein Armer; die Armen; wir
-o-] (lat.); das steht a priori Archetyp der [ar-, -tüp], -s/ Armen
(von vornherein) fest -en: Urform, Urbild Arm der, -(e)s/-e
146
Armada A assistieren

Armada die[-ma-], -/Armaden vom Menschen Hergestelltes; Äsche die [e-], -/-n: eine Forel­
(Armadas): große Flotte; große Kunstgegenstand; frühge­ lenart
Heerschar schichtliches Werkzeug Aschenbahn die, -/-en: eine
Armatur die [-tur], -/-en; Vor­ Arterie die \-terie\ -/-n: mit Schlacke bedeckte Renn­
richtung an Maschinen oder Schlagader II arteriell [arltelri- bahn II der Aschenbecher, -s/-
Apparaten zur Bedienung oder ell; -el]\ arterielles Blut II die II das Aschenbrödel, -s/-: eine
Kontrolle II das Armaturen­ Arteriosklerose [Arltelriolskle- benachteiligte Person; eine
brett, -(e)s/-er rolse; -ro-], -/-n (Med.): Arte­ Märchengestalt II der Ascher­
Armband das, -(e)s/-bänder II rienverkalkung mittwoch, -(e)s/-e: Beginn der
die Armbanduhr, -/-en artesisch [-te-]\ artesischer Fastenzeit vor Ostern II asch­
Armbrust die, -/-e (-brüste): Brunnen: ein Bohrbrunnen, grau; aber: das geht schon ins
alte Schußwaffe; ein Sportgerät aus dem das Wasser selbsttätig Aschgraue (sal.): weit über das
Armee die [-me], -/-n: Heer; emporsteigt Überschaubare hinaus
..Heeresteil Artgenosse der, -n/-n: Lebewe­ äsen; der äsende (grasende)
Ärmel der, -s/- II ärmellos sen gleicher Art Hirsch
Armensündermiene die, -/-n, Arthritis die [Arlthriltis; -tri-], aseptisch (Med.): keimfrei
Armesündermiene: reuiger Ge­ -/Arthritiden [-//-] (Med.): Asiate der [Asilate, -Isial-; -ä-],
sichtsausdruck Gelenksentzündung || die -n/-n II asiatisch II Asien
Armierung die, -/-en: Stahlein­ Arthrose [-tro-], -/-n (Med.): [Asilen; asien]
lage in Beton (Bewehrung) II chronische Abnützungserkran­ Askese die [-ke- ], -: streng ent­
(früher): Bewaffnung kung (z. B. an der Wirbelsäule) haltsame Lebensweise II der
ärmlich || armselig || die Armut, artig II die Artigkeit, -/-en Asket [-ket], -en/-en: Entsa­
- II das Armutschkerl [ar- ], Artikel der [-//-], -s/-: Beitrag gender, Büßer || asketisch
-s/-n (ostöst. mda. sal.): be­ in Zeitung, Zeitschrift, Lexi­ Äskulap [eß-]\ griechisch-
dauernswerte Person II das Ar­ kon u. dgl. II Warengattung II römischer Gott der Heilkunde
mutszeugnis, -nisses/-nisse; Abschnitt eines Vertrages oder II die Äskulapnatter, -/-n II
sich ein A. ausstellen: seine eines Gesetzes II (Gramm.); be­ der Äskulapstab, -(e)s/-Stäbe:
Unfähigkeit zeigen stimmter und unbestimmter A. Sinnbild der Medizin
Armvoll der, -/-; einen A. Holz Artikulation die, -/-en: Lautbil­ asozial [ä- ]: gesellschaftsschädi­
sammeln dung; (deutliche) Aussprache II gend; gesellschaftsfremd; —-
Arnika die [ar- ], -/Arniken: artikulieren: deutlich ausspre­ G.: sozial
eine Heilpflanze chen, formulieren II sich a.: Asparagus der [-ra-], -: eine
Aroma das [-ro-], -s/Aromen seine Meinung deutlich aus- Zimmerpflanze (Zierspargel)
(Aromas, Aromata): Wohlge­ drücken Aspekt der [keine Trenn.;
ruch, würziger Geschmack II Artillerie die [-r/], -/-n: eine aßpekt], -(e)s/-e: Gesichts­
aromatisch [-mä-) Truppengattung; die Ge­ punkt
Arrangement das [Arlranlge- schütze II der Artillerist, Asperl das, -s/-n (mda.): (eß­
ment; aräsekmä], -s/-s: An­ -en/-en bare) Frucht der Mispel
ordnung, Zusammenstellung; Artischocke die [-scho-], -/-n: Asphalt der [-falt], -s: Erdpech
Blumenarrangement; ein A. ein südländisches Gemüse (ein Teerprodukt) II asphaltie­
(Übereinkommen) treffen II Artist der, -en/-en: Variete- ren; eine Straße a.
der Arrangeur [-seÄör], -s/-e II oder Zirkuskünstler II arti­ Aspik das [aßpik], -s/-e, der A.:
arrangieren: herrichten, ver­ stisch Fleisch- oder Fischsulz
anstalten Arve die [qrwe], -/-n (V): Zir­ Aspirant der [-rant], -en/-en:
Arrest der [areßt), -(e)s/-e: Ge­ belkiefer Anwärter (auf eine Stelle); ein
fängnis; Haft II der Arrestant Arznei die, -/-en: Medikament, Beamtentitel
[-ßtqnt], -en/-en: Häftling II Medizin Aß das, Asses/Asse (mda:): Ab­
arretieren: festnehmen, ver­ Arzt der [qrtßt], -es/Ärzte II die szeß
haften II bewegliche Teile sper­ Ärztekammer, -/-n; — Kam­ assanieren: gesunde Wohn-
ren mer II die Arztenswitwe t, -/-n oder Bodenverhältnisse her­
arriviert [- w[rt]; ein arrivierter II die Ärztin, -/-innen II ärzt­ steilen II die Assanierung,
(erfolgreicher) Künstler lich II die Arztrechnung, -/-en -/-en
arrogant [~gant]\ anmaßend, As das, Asses/Asse: eine Spiel­ Assel die, -/-n: ein Krebstier­
hochmütig II die Arroganz, - karte II hervorragender Sport­ chen; Kellerassel
arrondieren: (einen Grundbe­ ler II (im Tennis): unannehm­ assentieren t: auf Tauglichkeit
sitz durch Zukauf oder Zusam­ bares Service II das As, -/-, as zum Militärdienst prüfen II die
menlegung) abrunden (Mus.): das um einen Halbton Assentierung t, -/-en
Arsch der, -es/Ärsche (derb erniedrigte A (a) Assimilation die, -/-en: Anglei­
für): Gesäß A-Saite die, -/-n; die A. der chung; das Ähnlichwerden; -►
Arsen das [-sen], -(s): ein che­ Geige G.: Dissimilation II assimilie­
misches Element Asbest der [-beßt], -(e)s/-e, das ren
Arsenal das [-nal], -s/-e: Waf­ A.: ein feuerfester minerali­ Assistent der [-ßtent], -en/-en:
fenlager; Zeughaus scher Faserstoff „Helfer“; Mitarbeiter; eine Be­
Arsenik das [-se- ], -(s): eine gif­ Aschanti die [-schon-], -/-(s) rufsbezeichnung II die Assi­
tige Arsenverbindung = die Aschantinuß, -/-nüsse: stentin, -/-innen II die Assi­
Art die, -/-en; von der Art; Erdnuß stenz, -/-en: Hilfe, Beistand II
derart; —► derartig aschblond: fahlblond der Assistenzarzt, -es/-ärzte II
Artefakt das [-fakt], -(e)s/-e: Asche die, -/-n assistieren
147
assortiert A Aufbahrung

assortiert t; ein assortiertes ges Lösungs- und Betäubungs­ Attitüde die [-tü-], -/-n: Hal­
(reichhaltiges) Warenlager mittel II (ohne PI.) (geh.): Him­ tung, Gehaben
Assoziation die [Aslsolzilatilon, melsraum II ätherisch [-/g-]: Attraktion die [Atltrakltilon],
-Izial-], -/-en: Vereinigung II ( wohlriechend; himmlisch; -/-en: Glanzstück, „Schlager“
Verknüpfung von Vorstellun­ hauchzart II attraktiv [-tif]; eine attrak­
gen II assoziieren [aslsolzilie- Athlet der [-let], -en/-en: Wett­ tive (anziehende, gutausse­
ren [-tßiU- ] kämpfer; Kraftmensch II athle­ hende) Frau
Ast der, -(e)s/Äste tisch: kräftig, muskulös Attrappe die [Atltraplpe; -trap- ],
Aster die, -/-n: eine Blume Atlant der [-lant], -en/-en: tra­ -/-n: Nachbildung eines Ge­
Ästhetik die [Äsltheltik; -te-], gende männliche Figur an genstands (z. B. für eine Aus­
Lehre vom Schönen II ästhe­ einem Bauwerk; Karyatide lage)
tisch: schön, geschmackvoll II die Atlanten (PI. von — At­ Attribut das [Atltrilbut; -but],
Asthma das [Asthlma; aßt - ], -s: lant und -► Atlas) -(e)s/-e: beigegebenes Sinn­
eine Krankheit (verbunden mit Atlantik der [-/an-], -(s): der bild (z. B. die Waage als Sinn­
Atemnot) II der Asthmatiker Atlantische Ozean || atlan­ bild der Gerechtigkeit) II
[-mä-], -s/- II asthmatisch tisch; das atlantische Klima; (Gramm.): Beifügung
astigmatisch [-mä-] II der aber: der Atlantische Ozean II atü [atü] = Atmosphärenüber­
Astigmatismus, ein Sehfeh­ Atlantis: sagenhaftes versunke­ druck, z. B. in einem Autorei­
ler (Zerrsichtigkeit) nes Land (im Atlantik) fen; 10 atü: 10 Atmosphären
ästimieren t: achten, hochschät­ Atlas der [at- ], -/Atlanten Überdruck; Atmosphäre
zen [-lan-]: Landkarten werk II atzen, du atzt; junge Vögel a.
Astrologie die [Astrollolgie; -gi], (auch): Bildtafelwerk || (mit (füttern)
-: Sterndeuterei II astrologisch Gen. Atlasses und PI. Atlasse): ätzen, du ätzt; mit Säure ä.; ät­
II der Astronaut \-naut]. ein stark glänzender Seiden­ zende Worte
-en/-en: (amerikanischer) stoff II (ohne PI.): Gebirge im Atzung die, -/-en
Weltraumfahrer; -► Kosmo­ nordwestlichen Afrika Ätzung die, -/-en
naut II der Astronom [-nom], atmen Au die, -/-en; Donauauen
-en/-en: Sternkundiger II die Atmosphäre die [Atlmolsphälre; AUA die [aua], -: Austrian Air­
Astronomie [-mi], -: Stern­ -ßfe- 1, -/-n; die A. (Lufthülle) lines
kunde, Himmelskunde II astro­ der Erde II (at): ein Druckmaß Aubergine die [oberseki-], -/-n:
nomisch [-/io-]; astronomi­ (in Österreich keine gesetzliche ein Gemüse (Melanzani)
sche (unvorstellbar große) Zah- Maßeinheit mehr): 0,98 Pa II es auch
..len herrschte eine angenehme A. Audienz die [Auldilenz; -entß],
Äsung die, -/-en; äsen (Stimmung) II atmosphärisch -/-en: Empfang bei einer
ASVG das [a es fau ge], -: das Atmung die, -/-en hochgestellten Person II der
Allgemeine Sozialversiche­ Atoll das [atol], -s/-e: ringför­ Audienzsaal, -(e)s/-säle
rungsgesetz mige Koralleninsel in der Süd­ Audimax das [-makß], - (Stu-
Asyl das [asül], -s/-e: Zufluchts­ see dentenspr.): Kurzform für Au­
stätte; ein Heim Atom das [atom], -s/-e: klein­ ditorium maximum
asymmetrisch [asymlmeltrisch; stes Teilchen eines chemischen audio-visuell [au|dio-|vi|su|ell;
äsüm-]', -* G.: symmetrisch Elements II atomar [-mar] II au-wi-el], audiovisuell (lat.):
Asymptote die [Asymlptolte, die Atombombe, -/-n, A- akustisch (auditiv) und/oder
Asympl-; -sümpto-], -/-n Bombe II die Atomenergie, - II optisch; audio-visuelle Unter­
(Math.): Näherungsgerade der Atomkern, -(e)s/-e II der richtsmittel
at = Atmosphäre: ein Druck­ Atomreaktor, -s/-en: Anlage Auditor der [-di- ], -s/-en[-fo-]
maß zur Gewinnung von Atom­ (Militärspr., früher): Ankläger
AT = Österreich (Autriche, energie Auditorium das [-to-], -s/Audi-
Austria), z. B. bei internationa­ atonal [ä-nal] (Mus.): an keine torien [~rien]\ Hörsaal; Zuhö­
len Sportbewerben; -*• AUT Tonart gebunden; G.: tonal rerschaft II das Auditorium ma­
A. T. = Altes Testament (in der Atout das [atu], -(s)/-s: der ximum [- ma- ], - - (lat.):
Bibel) Trumpf im Kartenspiel größter Hörsaal einer Universi­
Atelier das [Atellier;,-Ije], -s/-s: ATS [ateeß] = Austrian Schilling tät (Hochschule); -*■ Audimax
Werkstatt (z. B. eines Künst­ Attache der [-sehe], -s/-s: Son­ Auerhahn der, -(e)s/-hähne II
lers, eines Fotografen) derbeauftragter für einen be­ der Auerochs, -en/-en: ein
Atem der, -s; tief A. holen II stimmten Sachbereich bei Wildrind (Ur)
atembar || atemlos einer diplomatischen Vertre­ auf (Präp. mit Dat. und Akk.);
a tempo [- tem-] (ital.) (Mus.): tung; z. B. Kulturattache, Han­ auf dem Tisch liegen (wo?); auf
wieder im ursprünglichen delsattache den Tisch legen (wohin?); in der
Tempo II (t): zur rechten Zeit; Attacke die [-tak-], -/-n: An­ Nacht auf Montag; auf etwas
sofort griff; eine A. reiten || Krank­ vergessen; -»■ aufs II (Adv.); auf
Atheismus der [Athelislmus; heitsanfall; Herzattacke (Herz­ einmal; auf und ab gehen;
-te\iß-] || der Atheist, -en/ anfall) II attackieren aber: das Auf und Ab
-en: jemand, der nicht an Gott Attentat das [-tat], -(e)s/-e: (po­ aufarbeiten [auflarlbeilten]; ei­
glaubt litische) Gewalttat II der Atten­ nen Rückstand a.
Athene [-te-]: griechische Göt­ täter, -s/- aufatmen [auflatlmen]; erleich­
tin des Handwerks, der Künste Attest das [ateßt], -(e)s/-e: Be­ tert a.
..und der Weisheit; Pallas A. scheinigung, (medizinisches) aufbahren || die Aufbahrung,
Äther der [g-], -s/-: ein flüssi­ Gutachten, Zeugnis -/-en

148
Aufbau A Aufnahmewagen

Aufbau der, -(e)s/-e: Errich­ men) II die Aufführung, -/-en hört sich aber alles auf! (Aus­
tung, Wiedererrichtung || (mit Aufgabe die, -/-n ruf der Entrüstung)
PI. -ten): aufgesetztes Stock­ aufgabeln; Heu a. || (ugs. aufhussen (ugs.): aufhetzen
werk II aufbauen II das Aufbau­ scherzh.); etwas a. (finden, auf­ aufkaschieren; ein Bild a.: es
gymnasium, -s/-gymnasien: treiben) auf eine feste Unterlage kleben
eine Sonderform der allge­ aufgeben; jemand(em) eine aufklaren; es klart auf: der Him­
meinbildenden höheren Schule Übung a. II einen Brief a. II den mel wird klar
aufbäumen sich: sich plötzlich Kampf a. aufklären: klarmachen; je­
auf richten; sich widersetzen aufgeblasen (sal.): überheblich, manden) über etwas a.; einen
aufbauschen: übertreiben wichtigtuerisch Irrtum a. II die Aufklärung,
aufbegehren: sich auflehnen Aufgebot das, -(e)s/'-e; mit dem -/-en II (ohne PI.): eine euro­
aufbehalten; den Hut a. A. aller Kräfte: mit allen Kräf­ päische geistesgeschichtliche
aufbessern; den (das) Gehalt a. ten; das A. (der Brautleute): Strömung im 18. Jh.
II die Aufbesserung, -/-en die öffentliche Bekanntma­ aufklauben; etwas vom Boden a.
aufbetten: das Bett zum Schla­ chung der beabsichtigten Ehe­ (aufheben)
fen herrichten schließung aufknöpfeln, aufknöpfen; den
Aufbewahrung die, -; Gepäcks­ aufgebracht: erregt, erzürnt Mantel a.
aufbewahrung aufgedonnert (sal. abw.); a. (auf­ aufkochen; eine Suppe a. lassen;
aufbieten; seine ganze Kraft a. fällig hergerichtet) sein für ein Fest groß a.
aufblähen: aufblasen; sich a.: aufgedunsen; ein aufgedunsenes aufkommen; eine neue Mode ist
sich wichtig machen (aufgequollenes) Gesicht aufgekommen; es kommt alles
aufbleiben; lange a.: spät zu Bett aufgelegt; gut a. (gut gelaunt) auf (an den Tag); jemand(en)
gehen sein II (ugs.); ein aufgelegter nicht a. lassen II für etwas a.
aufblenden (offenkundiger) Unsinn (die Kosten übernehmen)
aufbrausend: schnell erregt, zor­ aufgeräumt; ein aufgeräumtes aufkrempeln, ich kremple auf;
nig Zimmer || a. (gut gelaunt) sein die Hemdsärmel a.
aufbügeln; den Anzug schnell aufgeschlossen: empfänglich, aufkriegen (ugs.); eine Haus­
noch a. interessiert übung a.; eine Dose a.
aufbürden: aufladen, auferlegen aufgeschmissen (ugs. sal.); a. Auflage die, -/-n; ein Buch in
aufdingen f; einen Lehrling a. (ratlos) sein hoher A. drucken;eine A. (Be­
(aufnehmen) aufgetakelt \äuf-ta-1 (ugs. dingung) vorschreiben
aufdrängen; jemand(em) etwas abw.); a. (übermäßig, ge­ auflassen; eine Haltestelle a.: sie
a.: es ihm gegen seinen Willen schmacklos aufgeputzt, geklei­ abschaffen || (ugs.); den Hut a.:
zuschieben; sich a. det) sein; -► auftakeln ihn aufbehalten
aufdrehen; das Licht a. II (ugs. aufgeweckt; ein aufgewecktes Auflauf der, -(e)s/-läufe: Men­
auch): ungestüm werden (lebhaftes, begabtes) Kind schenansammlung || Grießauf­
aufdringlich: zudringlich, lästig aufgießen; Gemüse mit Suppe a. lauf II auflaufen; aufgelaufene
aufeinander [aufleilnanlder, aufgrund {auch: auf Grund); a. Kosten; das Schiff ist aufgelau­
-leinl-]; a. achten || die Aufein­ eines Bescheides; a. von Unter­ fen (auf Grund gelaufen)
anderfolge, -/-n II aufeinan­ suchungen auflehnen sich: sich empören.
derfolgen II aufeinanderlegen Aufguß der, -gusses/-güsse Widerstand leisten II die Auf­
Aufenthalt der [Auflentlhalt], aufhaben; einen Hut a.; Aufga­ lehnung, -/-en
-(e)s/-e II die Aufenthaltsbe­ ben a. auflesen: aufklauben
willigung, -/-en aufhalsen; jemand(em) eine Ar­ aufliegen; Zeitungen liegen im
auferlegen [auflerllelgen]; je­ beit a. (aufbürden) Lesesaal auf II aufgelegen:
mandem) eine Buße a. aufhalten; ein Auto a.; sich in wundgelegen
auferstehen [auflerlstelhenl II die Bregenz a. II sich über etwas a.: auflisten; Waren a.: sie in ein^r
Auferstehung, - sich darüber beschweren Liste erfassen
aufessen [aufleslsen]; aufgeges­ aufhängen; ein Bild aufgehängt aufmachen; die Tür a. II sich a.:
sen; „Iß alles auf!“ haben II der Aufhänger, -s/- II sich auf den Weg machen, auf­
auffädeln, ich fädle Perlen auf (auch sal.): interessanter Ein­ brechen II die Aufmachung,
Auffahrt die, -/-en leitungsteil (z. B. für einen Zei­ -/-en; in großer A.: auffällig,
auffallend II auffällig tungsartikel) prunkvoll
auffassen: verstehen || die Auf­ aufheben; einen Knopf vom Bo­ aufmandeln (landsch.): Getrei­
fassung, -/-en den a. II ein Andenken a. (auf­ degarben in Mandeln aufstel­
aufflammen; die Lichter flamm­ bewahren) II ein Urteil a. (für len
ten auf ungültig erklären) || das Aufhe­ Aufmarsch der, -es/-märsche II
auffliegen || (sal.); der Skandal ben, -s; von etwas nicht viel aufmarschieren
ist aufgeflogen (bekannt ge­ Aufheben(s) machen: nicht aufmascherln (ostöst. ugs.):
worden) viel darüber reden (aus)schmücken, um Eindruck
auffordern II die Aufforderung, aufheitern; jemand(en) a. (froh zu machen; sich a.
-/-en stimmen); es heitert sich auf aufmerksam II die Aufmerk­
aufforsten: einen Wald (Forst) (wird schön) samkeit, -/-en
anpflanzen aufhellen; es hellt (heitert) sich aufmucken, aufmucksen (ugs.);
auffrischen, du frischt auf; auf gegen ein Verbot a.: sich dage­
Kenntnisse a. aufhetzen: Haß schüren, aufwie­ gen auflehnen
aufführen; ein Theaterstück a. geln aufmuntern; jemand(en) a.
(spielen); sich gut a. (beneh­ aufhören: beenden || (ugs.); da Aufnahme die, -/-n II der Auf­
149
aufnahmsfähig A Aufwiegelung

nahmewagen, -s/- (für das Tod) gefaßt sein; a. Beste (auf a. II der Aufsteiger, -s/- (sal.):
Fernsehen) II aufnahmsfähig II das Beste) hoffen; a. Gerate­ jemand, der rasch „nach oben
die Aufnahmsprüfung, -/-en II wohl kommt“; -*• G.: Absteiger
aufnehmen; jemand(en) a. (an­ aufsagen; ein Gedicht a. II je­ aufstellen II die Aufstellung,
stellen; fotografieren) mandem) die Freundschaft a. -/-en; die A. einer Fußball­
aufoktroyieren [autjokltrolyie- (kündigen) mannschaft bekanntgeben
ren, -Itroyl- ; äuf-tro(aj)i_- ]; je­ aufsässig; jemand(em) a. sein: Aufstieg der, -(e)s/-e
mandem) etwas a. (aufzwin­ ihn gehässig verfolgen aufstreuen
gen); -*• oktroyieren Aufsatz der, -es/-sätze: eine auftakeln läufig-1: ein Schiff a.
aufpäppeln (ugs.); jemand(en) schriftliche Arbeit II Kredenz­ II (ugs. abw.); sich a.: sich über­
nach einer Krankheit a. aufsatz II das Aufsatzthema, mäßig, geschmacklos heraus­
aufpassen, du paßt auf II der -s/-themen putzen, kleiden
Aufpasser, -s/- aufschauen; von etwas (z. B. Auftakt der, -(e)s/-e
aufpecken (mda.); das Kücken einem Buch) a.; zu je­ auftanken
hat das Ei aufgepeckt mandem) a.: ihn verehren auftischen, du tischt auf; reich­
aufpicken; Körner a. aufscheinen; in einer Liste a. lich Speise und Trank auftra­
aufplustern sich; der Vogel plu­ (Vorkommen) gen; Märchen a.: Unwahr­
stert sich auf aufscheuchen; Wild a. scheinliches erzählen
Aufpreis der, -es/-e: eine Auf­ aufschlüsseln, ich schlüßle auf; Auftrag der, -(e)s/-träge; einen
zahlung statistisch a. (ordnen) II auf­ A. erteilen, ausführen || auftra­
aufpudeln sich (ugs. sal.): sich schlußreich: viele Kenntnisse gen II (sal.); dick a.: übertrei­
wichtig machen, aufregen und Einsichten vermittelnd ben
aufpulvem (sal.); jemand(en) a. aufschneiden || (ugs.): großspre­ auftreiben; das Vieh auf die
(aufrütteln); sich mit Kaffee a. cherisch übertreiben, phanta­ Alm a. II ein seltenes Buch a.:
aufputschen; jemand(en) a. sievoll aufbauschen || der Auf­ es zu beschaffen wissen
(aufstacheln); sich a. schneider -s/-: Wichtigtuer || auftrennen
aufputzen: schmücken; den der Aufschnitt, -(e)s/-e: Schei­ auftreten
Christbaum a. ben von verschiedenen Wür­ Auftrieb der, -(e)s/-e; neuen A.
aufraffen sich: alle Kraft zusam­ sten und Fleischsorten; ein kal­ bekommen; Almauftrieb
mennehmen ter A. Auftritt der, -(e)s/-e: Szene; der
aufrappeln sich (ugs.): sich Aufschub der, -(e)s/- schübe: A. eines Schauspielers; ein hef­
(mühsam) erheben Verzögerung, gewährte Frist tiger A. || das Auftrittsverbot,
aufrecht; sich a. halten; a. sit­ Aufsehen das, -s; A. erregen II -(e)s/-e
zen; ein aufrechter Charakter aufsehenerregend II der Aufse­ auftrumpfen: seine Überlegen­
II (Amtsspr.); aufrechte (gün­ her, -s/- heit betonen
stige) Erledigung (Bewilligung) aufsein; früh a. (wach sein, auf­ auf und ab; auf und ab gehen;
II aufrechterhalten; eine Be­ stehen) aber: das Aufundabgehen; das
hauptung a. auf seiten (Präp. mit Gen.); a. s. ewige Auf und Ab II auf und
aufregen; aufgeregt sein; sich a.; des Freundes; -*• Seite davon; a. u. d. gehen
sich über jemand(en), über et­ Aufsicht die, -/-en || der Auf­ auf- und zumachen
was a. sichtsrat, -(e)s/-räte: Kon­ aufwachen
aufreiben; den Fußboden a.; trollorgan eines Unterneh­ aufwachsen; in der Stadt a.
sich a. (abmühen) || (ugs.); mit mens; Mitglied dieses Organs Aufwand der, -(e)s; großen A.
der Hand a.: einen Schlag an­ aufsitzen: aufs Pferd steigen II treiben: viel Geld (für Essen,
drohen (ugs.); jemand(em) a. II der Kleidung usw.) ausgeben
aufreißen II (ugs. sal.); einen Aufsitzer, -s/- (ugs.): Übertöl- aufwärmen; das Essen a.; alte
besseren Job a. (finden) pelung, Reinfall Geschichten a.
aufreizend: erregend, aufhet­ aufspendeln (mda.): mit einer aufwarten; einem Gast etwas a.;
zend Stecknadel befestigen mit Neuigkeiten a.
aufrichtig II die Aufrichtigkeit, - aufsperren aufwärts II aufwärtsgehen; es
Aufriß der, -risses/-risse II die aufspielen; zum Tanz a. II sich geht mit ihr aufwärts (wird
Aufrißzeichnung, -/-en als Richter a.: sich zum Richter besser); aber: aufwärts (hinauf)
Aufruhr der, -s/-e II der Aufrüh­ machen (wollen) gehen
rer, -s/- II aufrührerisch aufstacheln, ich stachle auf; je­ aufwaschen; den Gang aufwa-
aufrunden; einen Betrag a.; —► manden) zum Widerstand a. schen; aber: in einem Aufwa­
G.: abrunden (aufreizen) schen (ugs. sal.): gleichzeitig,
aufrüsten: die Bewaffnung ver­ Aufstand der, -(e)s/-stände II gemeinsam
stärken II die Aufrüstung, aufständisch II der Aufständi­ aufwecken
-/-en sche, -n/-n, die A.; ein Auf­ aufweichen; der Boden war
aufrütteln; sein Gewissen a. ständischer durch den Regen aufgeweicht
aufs = auf das; A7ewschreibung aufstapeln; Kisten a.: sie aufein- aufwenden; für etwas viel Geld
(auf die Frage wie?): a. äußerste anderstellen a. (ausgeben)
(äußerst) erstaunt sein; a. beste aufstecken II (ugs.); nichts a. (er­ aufwerten: den Wert (des Gel­
(bestens) bewirtet werden; a. reichen) II (ugs.); bei einem des, einer Währung) hinaufset­
freundlichste (freundlichst) Wettkampf a. (sich nicht mehr zen
empfangen werden; Groß­ einsetzen, aufgeben) aufwiegeln, ich wiegle auf; die
schreibung (auf die Frage wor­ aufstehen Unzufriedenen a. II die Auf­
auf?): a. Äußerste (auf den aufsteigen; in die höhere Klasse wiegelung, -/-en, Aufwieg-
150
Aufwiegler A ausgeglichen

lung II der Aufwiegler, -s/- II Hochschulen) - leinI-] II auseinandergehen


aufwieglerisch au pair [o per] (franz.); sie geht II auseinandersetzen; je-
aufwirbeln; beim Kehren Staub a. p. nach Frankreich: sie ar­ mand(em) etwas auseinander­
a.; das hat viel Staub aufgewir­ beitet dort gegen Kost, Quar­ setzen (erklären); sich mit je­
belt: es hat großes Aufsehen er­ tier und Taschengeld in einem mandem), mit etwas auseinan­
regt Haushalt, um die Sprache zu dersetzen; aber: zwei Schüler
aufzahlen II die Aufzahlung, lernen II das Au-pair-Mäd­ auseinander setzen (trennen)
-/-en: Zusatzzahlung chen, -s/- auserkoren [auslerl kol ren] (geh.):
aufzäumen; ein Pferd a.; eine Aurikel die [-«-], -/-n: eine auserwählt
Sache verkehrt a.: sie unrichtig Schlüsselblume auserlesen [auslerllelsen] (geh.):
anpacken aus (Präp. mit Dat.); aus dem ausgesucht schön; besonders
aufzeigen; der Schüler zeigt auf Haus gehen || (Adv.); weder gut
(meldet sich) II Mißstände a.: aus noch ein wissen; aus und ausersehen [auslerlselhen] (geh.):
darauf hinweisen ein gehen; aber: Waren aus- er ist zum Nachfolger auserse­
aufziehen; Vorhänge a.; eine und einführen hen (bestimmt)
Uhr a. II (ugs.); jemand(en) a.: ausapern [auslapern]; -► apern auserwählt [auslerlwählt] (geh.):
ihn hänseln ausarbeiten [auslarlbeilten]: (ge­ wenige sind a.
Aufzucht die, -; die A. von Käl­ nau) ausführen ausfallen; die Stunde ist ausge­
bern ausarten [auslarlten]: über das fallen; -► ausgefallen II ausfäl­
Aufzug der, -(e)s/-züge; Perso­ Normale, über das Erlaubte lig; a. (grob, beleidigend) wer­
nenaufzug II ein Theaterstück hinausgehen den || die Ausfallstraße, -/-n
in fünf Aufzügen (Akten) II ausbaden (ugs. sal.); etwas a. Ausfertigung die, -/-en; ein
äußere Aufmachung einer. Per­ (dafür die Folgen tragen) müs­ Dokument in doppelter A. (in
son sen zwei Exemplaren) ausstellen
aufzwicken (landsch. scherzh.); ausbaggern; einen Fluß a. (mit ausfindig machen
sich jemand(en) a.: eine „Be­ einem Bagger ausräumen) ausflippen (sal.): (durch Dro­
kanntschaft“ machen ausbalancieren: das Gleichge­ genkonsum) die Selbstkon­
Augapfel der [Auglaplfel], -s/ wicht herstellen trolle verlieren; sich außerhalb
-äpfel II das Auge, -s/-n II ausbedingen; er hat sich etwas der Gesellschaft stellen
äugeln, ich äugle: schauen; ausbedungen: er hat es zur Be­ Ausflucht die, -/-flüchte: Aus­
liebäugeln II äugen; das Reh dingung gemacht rede
äugte (blickte vorsichtig um­ ausbeinen (ugs.: ausbeineln, Ausflug der, -(e)s/-flüge II der
her) II die Augenauswischerei, ausbeindeln): die Knochen aus Ausflügler, -s/- II das Aus­
- (sal.): Vortäuschung, Schön­ dem Fleisch lösen (beim flugsziel, -(e)s/-e
färberei II augenblicklich II die Schlachtvieh) ausfolgen: übergeben, aushändi­
Augenbraue, -/-n || augenfäl­ ausbessern; einen Fehler a. gen
lig; offenkundig II die Augen­ Ausbeute die, -/-n: Ertrag ausforschen (Amtsspr.); je­
gläser (PI.): Brille II das Augen­ ausbeuteln; ein Staubtuch a. manden) a. (ausfindig ma­
lid, -(e)s/-er -II der Augen­ ausbeuten chen)
schein, -(e)s; etwas in A. neh­ ausbilden II der Ausbildner, ausfransen; ausgefranste Ärmel
men (besichtigen, genau be­ -s/- II die Ausbildung, -/-en ausfratscheln (mda.): zudring­
trachten) II augenscheinlich: Ausblick der, -(e)s/-e lich ausfragen
soviel man sieht II der Augen­ ausbooten (sal.); jemand(en) a.: Ausfuhr die, -/-en || ausführen
zahn, -(e)s/-zähne: oberer ihn aus seiner Stellung ver­ II ausführlich II die Ausfüh­
Eckzahn || der Augenzeuge, drängen rung, -/-en; die Ausführungen
-n/-n; A. eines Unfalls sein ausborgen; sich ein Buch a. des Vortragenden
Augsburger die, -/-: eine ausbrüten; Eier a.; eine Idee a. Ausgabe die, -/-n; Essensaus­
Wurstsorte ausbügeln || (sal.): wiedergutma­ gabe; die Morgenausgabe einer
Augsburgische Bekenntnis das, chen; einen Fehler a. Tageszeitung
-n -nisses: das Glaubens­ Ausbund der, -(e)s: Inbegriff; er Ausgang der, -(e)s/-gänge II der
bekenntnis der evangelisch- ist ein A. an Faulheit Ausgangspunkt, -(e)s/-e
lutherischen Kirche; —► A. B. ausbürgern; jemand(en) a.: ihm ausgebucht; das Hotel ist a.:
August der [~gußt]> -(s): der die Staatsbürgerschaft entzie­ kein Zimmer ist mehr frei
achte Monat hen Ausgeburt die, -/-en; eine A.
August rau-1: der dumme A. || Ausdauer die, -: Beharrlichkeit, der Hölle
augusteisch [ -ßie - ]; aber: das Zähigkeit II ausdauernd ausgedient: alt geworden, abge­
Augusteische Zeitalter (das ausdehnen nützt
Zeitalter des römischen Kai­ ausdeutschen: erklären; du Ausgedinge das, -s/-: Altenteil,
sers Augustus) II Augustin deutscht es ihm aus Ausnahme, Auszug; sich ins A.
[au-ßtin]; der Liebe A. (Wie­ Ausdruck der, -(e)s/-drücke; zurückziehen
ner Sagenfigur) II der Augu­ treffende Ausdrücke || (mit PI. ausgefallen; eine ausgefallene
stiner - Chorherr [ -ßti - kor- ], -drucke); Computerausdrucke (ungewöhnliche) Idee
-(e)n/-en: Angehöriger eines llausdrücken; einen Schwamm ausgefressen (sal.); er hat etwas
Mönchsordens a.; sich verständlich a. II aus­ a. (angestellt) II (ugs. derb):
Auktion die, -/-en: Versteige­ drücklich II ausdruckslos II dick
rung ausdrucksvoll ausgeglichen; ein ausgegliche­
Aula die [au-], -/Aulen (Aulas): Ausdünstung die, -/-en ner (ruhiger, besonnener)
Halle; Festsaal (vor allem in auseinander [ausleilnanlder. Mensch

151
ausgehen A ausnüchtern

ausgehen; dieses Feuer geht aus chen II ein Fenster a. Arbeit) voll ausgelastet
(erlischt); das Geld geht aus ausheben; der Briefkasten wird Auslauf der, -(e)s/-läufe; der A.
(geht zur Neige); dieser Stoff ausgehoben; eine Verbrecher­ des Brunnens; der A. (Platz
geht aus (färbt ab) II (ugs.); sich bande a. II die Aushebung, zum Herumlaufen) für Hüh­
a.; es geht sich mit dem Geld -/-en ner; der Hund, das Pferd
nicht aus aushecken; eine Bosheit a. (li­ braucht einen A.
ausgekocht (sal.): durchtrieben, stig ersinnen) auslaugen; er war vollkommen
verschlagen aushelfen II aushilfsweise ausgelaugt (entkräftet)
ausgelassen: übermütig aushöhlen; ein ausgehöhlter ausleeren
ausgeleiert: (durch oftmaliges Baum auslegen; für jemand(en) Geld
Drehen) abgenützt ausholen; zum Schlag weit a. a. (ausgeben, vorstrecken) ||
ausgelemt; er ist a.: er hat seine ausholzen, du holzt aus; ein einen Text a. (deuten) II der
Lehrzeit beendet Waldstück völlig a. Ausleger, -s/- II (auch): Ruder­
ausgemergelt: abgezehrt aushorchen; jemand(en) a.: ihm stütze, die seitlich über das
ausgeprägt; ein ausgeprägtes Ta­ ein Geheimnis entlocken Boot hinausragt
lent Aushub der, -(e)s: die ausgeho­ ausleiern
ausgepumpt: leer; erschöpft bene Erdmasse (z. B. beim ausleihen
ausgerechnet II (auch sal.): grad, Hausbau) Auslese die, -: Auswahl
just; a. heute kommt er! aushungern; ausgehungert sein ausliefern; die Waren a.; je­
ausgeschlossen II nein!; unmög­ ausixen [auslixen]: ein Wort, manden) dem Feind a.
lich!; auf keinen Fall! einen Buchstaben mit x über­ auslöffeln
ausgeschult: von der (bisher be­ tippen und damit ungültig ma­ auslosen: durch das Los aus­
suchten) Schule (vorzeitig) ab­ chen; du ixt aus wählen
gegangen auskämmen auslösen; Erbsen a.; Knochen
ausgesprochen; ein ausgespro­ auskegeln, ich kegle aus (ugs.); a.; ein Pfand a. II der Auslöser,
chener (offensichtlicher) Un­ sich den Arm a. (ausrenken) -s/-; der A. des Fotoapparats
sinn auskehren ausloten; ein Problem a. (bis auf
ausgestalten auskennen sich den Grund prüfen)
ausgewogen; ein ausgewogenes ausklammern; etwas a.: davon auslüften; die Betten a. (lüften)
(gerechtes) Urteil absehen ausmachen; ein Rendezvous a.
ausgezeichnet: vortrefflich, her­ ausklauben; Linsen a.: die (vereinbaren) || es macht mir
vorragend schlechten heraussuchen nichts aus: es stört mich nicht,
ausgiebig: reichlich ausklügeln, ich klügle aus: raffi­ berührt mich nicht
Ausgleich der, -(e)s/-e; eine niert ausdenken ausmahlen; fein ausgemahlenes
Firma geht in A. (schließt mit auskommen II (ugs. auch): ent­ Korn
ihren Gläubigern einen Ver­ wischen II das Auskommen, -s; ausmalen; ein schön ausgemal­
gleich); sich vergleichen sein A. (Auslangen) finden tes Zimmer
Ausgrabung die, -/-en auskönnen (ugs.); nicht mehr Ausmaß das, -es/-e
ausgrenzen: außerhalb der Zu­ a.: keinen Ausweg finden ausmerzen, du merzt aus: besei­
sammengehörigen stellen auskramen: auspacken tigen
ausgschamt (mda.): schamlos auskugeln (ugs.); auskegeln ausmisten
ausgsßert (mda.): ausgetrocknet; auskühlen; heiße Milch a. las­ ausmustern: Schlechtes von Gu­
-► sper sen tem trennen || ausgemustert
ausgsteckt (landsch.); „Es ist auskundschaften: in Erfahrung (vom Fähnrich zum Leutnant
ausgsteckt“: zum Zeichen des bringen befördert) werden II die Aus­
Ausschanks von Eigenbauwein Auskunft die, -/-künfte II die musterung, -/-en: feierliche
hängt über dem Tor ein Bu­ Auskunftsstelle, -/-n Beförderung der Fähnriche zu
schen; -*■ ausstecken auskuppeln Leutnants
Ausguck der, -(e)s/-e: Beobach­ auslachen Ausnahme die, -/-n; die A. von
tungsort, Wachtturm Auslage die, -/-n; Waren in die einer Regel II (ohne PI.): bäuer­
Ausguß der, -gusses/-güsse: A. (ins Schaufenster) geben II liche Altersversorgung nach
Abfluß (z. B. der Wasserlei­ viele Auslagen (Geldausgaben) der Übergabe des Besitzes; in
tung) haben die A. gehen; -*> Ausnehmer II
aushacken; Bäume a.; Fleisch a. Ausland das, -(e)s II der Auslän­ der Ausnahmezustand, -(e)s
(zum Verkauf fachgemäß zer­ der, -s/- II ausländisch II der /-stände, Ausnahmszustand:
legen) Auslandsösterreicher, -s/- II verschärfte Rechtsordnung
aushaken (ugs.: aushakeln); die die Auslandsreise, -/-n (z. B. in Katastrophenzeiten);
Sperrkette a. (aushängen) Auslangen das, -s; das A. (Aus­ den A. verhängen II der Aus­
aushalten; einen Ton a. II kommen) finden nahmsfall, -(e)s/-fälle II aus­
Schmerzen a.; es ist mit ihm Auslaß der, - lasses/-lässe: Öff­ nahmslos
nicht mehr auszuhalten II je­ nung, Tür II auslassen: freilas­ ausnehmen; etwas nicht a. (se­
manden) a.: für ihn finanziell sen, weglassen; Speck a. (zer­ hen) können || ausnehmend; a.
aufkommen lassen); Kleider a. (länger oder (besonders) schön II der Aus­
aushändigen: übergeben, aus­ weiter machen) II die Auslas­ nehmer, -s/-; -*■ Ausnahme
folgen sungspunkte (PI.) (...) || das (ohne PI.)
Aushang der, -(e)s/-hänge II Auslassungszeichen, -s/- (’): ausnüchtern (Amtsspr.); je­
aushängen: (durch einen Aus­ Apostroph manden) a. (nüchtern werden
hang) öffentlich bekanntma­ auslasten; ich bin (mit meiner lassen)

152
ausnützen A Aussprache

ausnützen; eine Gelegenheit a.; Aussage die, -/-n; die A. des im Studio) gedrehte Filmauf­
jemand(en) a. Zeugen II aussagen nahme
auspfeifen; einen Sänger a.: ihm Aussatz der, -es: Lepra II aus­ Aussendung die, -/-en: Verlaut­
durch Pfiffe das Mißfallen aus- sätzig barung (z. B. einer Presseagen­
drücken Ausschank der, -(e)s; A. (Ver­ tur)
Auspizien die [Aulspilzilen, kauf) von Getränken II die Außenseiter der, -s/-: jemand,
Ausl-; -ßpitßien] (PI.): Vorbe­ Ausschank, -/-en: Schank; der sich von den anderen ab­
deutung; Ehrenschutz; unter Schanktisch; Schankraum; —► sondert II (Sportspr.): einer, der
den A. des Bundespräsidenten ausschenken wenig Aussicht auf den Sieg
ausplaudern; ein Geheimnis a. Ausschau; A. halten II aus­ hat
(verraten) schauen; gut a. außer (Präp. mit Dat.); a. mir, a.
ausposaunen; eine Neuigkeit a. ausscheiden II die Ausschei­ ihm; a. (allem) Zweifel; a. (al­
(überall nachdrücklich verkün­ dung, -/-en ler) Gefahr || (mit Akk.); a.
den) ausschenken; -► Ausschank Kraft setzen II (mit Gen.); a.
auspressen; Zitronen a. ausscheren; ein Auto scherte Landes gehen II (Konj.); ich
Auspuff der, -(e)s/-e (z. B. beim aus der Kolonne aus gehe weg, a. (es sei denn,)
Auto) II das Auspuffgas, -es/-e ausschlachten: ausschroten es regnet II außerachtlassen
II das Auspuffro hr, -(e)s/-e Ausschlag der, -(e)s/-Schläge II [-acht - ], außer acht lassen
auspunkten (Sportspr.): den ausschlaggebend außerdem
Gegner nach Punkten besiegen ausschließen; jemand(en) aus äußere; die äußeren Blumen­
ausputzen || (ugs.); den Teller a. einer Partei a.; das eine blätter II das Äußere, des Äu-
ausquartieren; jemand(en) a.: schließt das andere nicht aus II ßer(e)n
aus der Wohnung weisen ausschließlich (Adv.): nur, al­ außerehelich [aulßerlehellich]
ausradieren lein || (Adj.); zum ausschließli­ außergewöhnlich
ausrangieren \äusransekiren ] chen (alleinigen) Gebrauch im außerhalb (Präp. mit Gen.); a.
(sal.); etwas a. (ausscheiden, Notfall II (Präp. mit Gen.); a. des Gartens II (Adv.); a. woh-
weggeben) des Portos II (auch mit unflek­ nen
ausrasten; sich a.: sich ausruhen tiertem Nomen); a. Porto II (im äußerlich II die Äußerlichkeit,
ausrauchen; der Kaffee raucht PI. mit Dat., wenn Gen. nicht -/-en II äußerin (ugs.); einen
aus (verliert sein Aroma) erkennbar); a. Getränken Hund ä. (auf die Gasse) führen
Ausrede die, -/-n: Vorwand, ausschlüpfen; aus dem Ei a. äußern; sich ä.
unzureichende Entschuldigung Ausschluß der, -Schlusses/ außerordentlich [aulßerlorldent-
II ausreden: zu Ende reden II -Schlüsse lich); a. fleißig II aber: Außer­
jemand(em) ein Vorhaben a.: ausschmieren ordentlicher Universitätspro­
ihn davon abbringen II sich a.: ausschnaufen (ugs. scherzh.): fessor; -*• G.: ordentlich
Ausreden gebrauchen II (ugs.): rasten, zu Atem kommen äußerst; jemand(en) bis zum äu­
sich aussprechen ausschneiden II der Ausschnitt, ßersten (sehr) reizen; aufs äu­
ausreiben; die Küche a. II der -(e)s/-e ßerste (sehr) erschrecken; aber:
Ausreibfetzen, -s/- (ugs.) ausschoppen (mda.): ausstopfen das Äußerste befürchten; auf
ausreichend; ausreichende (ge­ ausschreiben II die Ausschrei­ das Äußerste (auf alles) gefaßt
nügende) Kenntnisse bung, -/-en; die öffentliche A. sein; es aufs Äußerste ankom­
Ausreise die, -/-n || ausreisen eines Postens men lassen; bis zum Äußersten
ausreißen; Unkraut a. II der Ausschreitung die, -/-en: (un­ gehen (entschlossen sein)
Ausreißer, -s/-: einer, der gesetzliche) Gewalttätigkeit außerstand, außerstande; a.
„durchgegangen“ ist ausschroten; Fleisch a. (aushak- sein, etwas zu tun
ausrenken; sich einen Arm a. ken); ein Autowrack a.; eine äußerstenfalls
(auskegeln) Nachricht propagandistisch a. außertourlich [au-tur-]: außer
ausrichten; jemand(em) einen Ausschuß der, -Schusses/ .der Reihe
Gruß a. II (ugs. sal.); je­ -schüsse: mit besonderen Auf­ Äußerung die, -/-en
manden) a.: abfällig über ihn gaben betrauter Teil einer Aussicht die, -/-en II aussichts­
reden Körperschaft; Parlamentsaus­ los II der Aussichtsturm,
ausrinnen; Wasser rinnt aus; schuß; Vereinsausschuß II -(e)s/-türme
ein Faß rinnt aus: es ist leck (ohne PI.): fehlerhafte, minder­ aussöhnen; sich mit je­
ausroden: Wurzelstöcke ausgra­ wertige Ware (Ausschußware) mandem) a. II die Aussöh­
ben; ein ausgerodeter Wald ausschütten; die Milch a.; ei­ nung, -/-en
ausrotten; Ungeziefer a. nen Gewinn a. (verteilen) || aussortieren
Ausruf der, -(e)s/-e; ein A. des (landsch. ugs.): gebären (bei ausspannen; die Pferde a.; ein­
Erstaunens II das Ausrufzei­ Tieren) mal a. (sich erholen)
chen, -s/-, Ausrufungszeichen ausschwaben, ausschwoaben ausspeisen; Bedürftige a.: ihnen
(!); -v Rufzeichen (mda.): ausschwemmen zu essen geben
ausruhen: rasten; sich a.: sich ausschwefeln; ein Faß a. (keim­ aussperen (mda.); ausgespertes
erholen frei machen) (vertrocknetes) Brot; -► sper
ausrupfen; Federn a. Ausschweifung die, -/-en (geh.) Aussperrung die, -: Ausschlie­
ausrüsten || die Ausrüstung, aussehen || das Aussehen, -s; ßung der Arbeitnehmer von
-/-en; Skiausrüstung ein gesundes A. haben der Arbeitsstätte
ausrutschen II der Ausrutscher, außen; von a. und (von) innen ausspotten
-s/- (sal.): Fehler, Versehen anschauen II die Außenauf­ Aussprache die, -/-n; die A.
Aussaat die, -/-en II aussäen nahme, -/-n: im Freien (nicht eines Wortes II Unterredung

153
aussprengen A Autonomie

aussprengen; ein Gerücht a. austüfteln, ich tüftle aus: aus­ sich a.: sich hervortun II Waren
(verbreiten) klügeln a.: ihre Preise anschreiben
ausspringen (sal.); er ist im letz­ ausüben [auslüben]; ein Amt a. ausziehen; aus der Wohnung a.
ten Moment ausgesprungen aus und ein; aus und ein gehen; II sich a.
(hat nicht mitgetan) nicht aus und ein wissen Auszug der, -(e)s/-züge: Aus­
Ausspruch der, -(e)s/-sprüche Ausverkauf der, -(e)s/-käufe: wanderung; Klavierauszug;
ausstaffieren (sal.): ausstatten; Abverkauf aller Waren Ausgedinge II der Auszügler,
aufputzen auswachsen; der Salat ist ausge­ -s/-: Ausnehmer II auszugs­
ausstallieren (mda.): bekritteln wachsen; aber: etwas ist zum weise; nur das Wichtigste aus­
ausständig; die Antwort ist Auswachsen (sal. für): es ist wählend
noch a. (fehlt) nicht mehr zu ertragen || (ugs. AUT = Österreich (Autriche),
ausstatten || die Ausstattung, sal.); ein ausgewachsener Blöd­ z. B. bei internationalen Sport­
-/-en sinn bewerben; AT
ausstechen; Keks a. II (sal.); je­ auswaggonieren II (ugs.): aus­ autark [aultark, autlark; -tark\.
manden) a.: ihn übertrumpfen schließen; jemand(en) a. wirtschaftlich unabhängig II
ausstecken; einen Slalom (mit Auswahl die, - II auswählen die Autarkie [-ki], -/-n
Stangen) a. II -► ausgsteckt Auswanderer der, -s/- II die authentisch [-ten-]: echt, ver­
ausstehen; eine Antwort steht Auswanderin, -/-innen II aus­ bürgt; eine authentische Nach­
noch aus (fehlt); jemand(en) wandern richt
nicht a. (leiden) können auswärtig; Bundesministerium Auto das, -s/-s; A. fahren; A.
Aussteiger der, -s/- (sal.): für auswärtige Angelegenhei­ stoppen; das Autofahren || die
jemand, der außerhalb der ten II auswärts II auswärtsge­ Autobahn, -/-en
konventionellen Gesellschafts­ hen; mit nach außen gerichte­ Autobiographie die, -/-n: Be­
ordnung ein neues Leben be­ ten Fußspitzen gehen schreibung des eigenen Lebens
ginnt auswechseln; er ist wie ausge­ (Selbstbiographie) II autobio­
ausstellen II die Ausstellung, wechselt (ganz anders als graphisch
-/-en sonst) II die Auswechslung, Autobus der, -busses/-busse
aussterben; ausgestorbene Tiere -/-en autochthon [aultolchthon, au-
Aussteuer die, -/-n: Heiratsgut Ausweg der, -(e)s/-e; verzwei­ tochl-; -ton]: bodenständig,
Ausstoß der, -es/-stöße: Pro­ felt nach einem A. suchen II ursprünglich
duktionsmenge ausweglos Autodafe das [-fe], -s/-s: Glau­
ausstrahlen; Zuversicht a.; ein ausweichen II die Ausweich­ bensgericht, öffentliche Ver­
Fernsehprogramm a. II die stelle, -/-n brennung
Ausstrahlung, -/-en ausweiden; ein Reh a.: seine Autodidakt der [-dakt], -en/
austarieren [ausltalrielren]; eine Eingeweide herausnehmen -en: jemand, der sich durch
Flasche a.: auf der Waage das Ausweis der, -es/-e II (f auch): Selbstunterricht ausbildet
Leergewicht feststellen; das Schulzeugnis II ausweisen; je­ Autodrom das [Aultoldrom;
Gewicht auf der Waage genau manden) a. (aus einem Staat -drom], -s/-e: eine Belusti­
a. (ausgleichen) weisen); sich a.: sich legitimie­ gungsstätte, in der man mit
Austausch der, -es/-e; Mei­ ren Kleinautos herumfährt II ring­
nungsaustausch II austau- ausweißen (ugs.: ausweißigen): förmige Renn-, Teststrecke
schen: etwas gegen etwas ande­ einen Raum mit Kalkmilch Autofokus der [au-], - (-kus-
res auswechseln ausmalen ses): automatische Scharfein­
Auster die, -/-n: eine Muschel ausweiten: erweitern, ausdeh­ stellung (bei Kameras)
Austrag der, -s: Altenteil; Aus- nen autogen [~gen]\ a. (mit einer hei­
tragstüberl auswendig; etwas a. (außen) tra­ ßen Stichflamme) schneiden
austragen; Zeitungen a. gen; ein Gedicht a. (aus dem oder schweißen II autogenes
Australien [Aulstrallilen; -ßtra- Gedächtnis) können II auswen- Training: eine Methode der
lien] II der Australier, -'s/- II diglernen, auswendig lernen; Selbstentspannung
australisch ein Gedicht a. II das Auswen­ Autogramm das [Aultolgramm;
austreiben diglernen, -s -gram], -s/-e: eigenhändige
austreten; aus einem Verein a. II auswerfen; die Angel a.; Daten Unterschrift eines Prominen­
der Austritt, -(e)s/-e vom Computer a. lassen ten II das Autograph [~graf\,
Austria [Aulstria] (A; -*■ AT; -*• auswerkeln (ugs.); dieses Ge­ -s/-e(n): eigenhändig geschrie­
AUT): Bezeichnung für Öster­ winde ist ausgewerkelt („ausge­ benes Schriftstück z. B. eines
reich; made in A. || die leiert“, stark abgenützt) Schriftstellers
Austrian Airlines [Aulstrilan auswerten; Ergebnisse a. Automat der [-mät], -en/-en ||
Airllines; gßtrien erlains] (PI.) auswinden das Automatenbüffet, -s/-s II
(AUA) (engl.): eine österreichi­ auswintern; die Saat ist ausge­ die Automation, - II automa­
sche Fluggesellschaft || der wintert (im Winter erfroren) tisch [-md-] II die Automati­
Austrian Look [- luk], - -s auswirken sich: Folgen zeitigen sierung, -: Umstellung auf
(engl.): Kleidung nach Art Auswurf der, -(e)s/-würfe: aus­ automatischen Betrieb
österreichischer Trachten || der gehusteter Schleim II (geh.): Automobil das [-bij], -s/-e:
Austriazismus [Aulstrilazis- Abschaum der Gesellschaft Auto
mus, -Istrial-], -/Austriazis­ auszahlen; jemand(em) seinen autonom [-nom]: selbständig,
men:Besonderheit der Sprache Lohn a. II (sal.); das zahlt sich unabhängig II die Autonomie
der Österreicher II austrophil nicht aus: es lohnt sich nicht [-m/J, -/-n: z. B. weitgehende
[-///]: österreichfreundlich auszeichnen; einen Künstler a.; Selbstverwaltung

154
Autopsie B Bakken

Autopsie die [Aultoplsie, Autl-; das B im Wort Bad; das Vit­ (B ugs.); Pepi-Bäcsi: „Pepi-
-ßi], -/-n: Leichenbeschau, amin B || (Mus.): der Ton B Onkel“; -► Onkel
ärztliche Leichenöffnung zur b = b-Moll II (Mus.): ein Vertie­ Bad das, -(e)s/Bäder II der Ba­
Feststellung der Todesursache fungszeichen (|j); das um einen deanzug, -(e)s/-züge II baden
Autor der [au-], -s/-en [-to-]: Halbton erniedrigte H (h) II der Bader t, -s/-: Kurpfu­
Verfasser II der Autorenkata­ b. = bei; Baden b. Wien scher || die Badesaison, -/-en
log, -(e)s/-e: ein nach Auto­ B = B-Dur II = Bel || = Bur­ II der Badewaschel {auch: Ba-
rennamen geordnetes (Bü­ genland || = Byte dewaschl), -s/-(n) (ugs. abw.):
cherverzeichnis; —► G.: baba [-ba], papa (ugs. sal.): leb Badewärter
Schlagwortkatalog II autorisie­ wohl! Badminton das [bädminten],
ren: ermächtigen || autoritär Babenberger der, -s/-: Angehö­ -(s): ein Ballspiel; B. spielen;
[~ter]\ Autorität ausübend; riger eines mittelalterlichen — Federball
Autorität betonend II (auch): österreichischen Herrscherge­ baff (ugs.); paff
Autorität mißbrauchend; a. re­ schlechts Bagage die [-gasch], - (t für):
gieren II die Autorität, -/-en: Baby das [bebi], -s/Babies (Ba­ Gepäck II (ugs.): Pack, Gesin­
maßgebende Person || (ohne bys) II der Babysitter, -s/-: je­ del
PI.): Macht; Ansehen || auto­ mand, der aushilfsweise auf Bagatelle die [Balgaltellle;
ritativ [-tif]\ auf Autorität be­ Kinder aufpaßt -telfeJ], -/-n: Kleinigkeit II ba­
ruhend Bacchanal das [Baclchalnal; ba- gatellisieren; etwas b. (leicht­
Autospengler der, -s/- kanal, auch: bacha-], -s/-e nehmen)
Autostopper der, -s/- (-ien) [-liert] (geh.): Trinkge­ Bagger der, -s/-: eine Maschine
Autosuggestion die, -/-en: lage II der Bacchant [-kant, zum Entfernen von Geröll,
Selbstbeeinflussung auch: -chant], -en/-en (meist Sand oder Schutt; Greifbagger;
auweh [-we], au weh PI.): trunkener Schwärmer II Schiffsbagger || baggern
Avancement t das [Avanlce- bacchantisch: trunken, aus­ bagschierlich [-schir- ] (W ugs.);
ment; awäßmä], -s/-s: Beför­ schweifend II Bacchus [bachus, ein bagschierliches (herziges,
derung, Vorrückung II avancie­ auch: bakus]: römischer Gott graziöses) Mäderl
ren: (im Rang) vorrücken, be­ des Weins Bagstall t der[bqg-] -s/-e:eine
fördert werden Bach der, -(e)s/Bäche Zaunstütze (ein Pfosten oder
Avantgarde die [Avantlgarlde; Bache die [ba-], -/-n: weibli­ ein Betonpfeiler)
awägard], -/-n: „Vorhut“; ches Wildschwein bähen: rösten; gebähtes Brot
Gruppe von Vorkämpfern für bacherlwarm (mda.): angenehm Bahn die, -/-en || bahnbre­
eine neue Idee II avantgardi­ warm chend II bahnen; sich einen
stisch Bachstelze die, -/-n: ein Vogel Weg b. II der Bahnhof, -(e)s
Ave das [awe\, -(s)/-(s) II das Backblech das, -(e)s/-e /-höfe (Bhf.) II das Bahn­
Ave Maria, - -(s)/- -(s), backbord [bak-] II der Back­ hofsbüffet, -s/-s II der Bahn­
Ave-Maria (lat.): das Gebet bord, -(e)s/-e, das B.: linke hofsvorstand, -(e)s/-stände II
„Gegrüßt seist du, Maria . . .“ II Schiffsseite (von hinten aus ge­ der Bahnschranken, -s/-
das Ave - Maria - Läuten, -s sehen); -► G.: Steuerbord Bahöl der [-hö], -(s) (ostöst.
Aversion die [-wer-on], -/-en: Backe die, -/-n: Wange mda.): Lärm, Wirbel
Abneigung backen; du bäckst / backte Bahre d ie, -/-n; Tragbahre;
avisieren [-vmi-]: ankündigen (buk) / gebacken Totenbahre II das Bahrtuch,
II das Aviso t [-wi- ], -s/-s: An­ Backen der, -s/-; die Backen -(e)s/-tücher
kündigung, Wink des Schraubstocks; Bremsbak- bairisch; die bairisch-öster­
Aware der [-wa-], -n/-n: An­ ken reichischen Mundarten; —►
gehöriger eines Reitervolkes Backenstreich der, -(e)s/-e bayrisch; —► bayerisch
der Völkerwanderungszeit II (geh.): Ohrfeige II der Backen­ Baiser das [bese], -(s)/-s: eine
awarisch zahn, -(e)s/-zähne: Stockzahn Windbäckerei
Axiom das [-om], -s/-e: unmit­ Bäcker der, -s/- (mda.: Bäck, Baisse die [Baislse; beß], -/-n:
telbar einleuchtender, nicht be­ -en/-en) II die Backerbsen Fallen der Börsenkurse; G.:
weisbarer (Grund)satz (PI.): eine Suppeneinlage II die Hausse
Axt die, -/Äxte Bäckerei, -/-en; Brot in der B. Bajazzo der [-jatß- ], -(s)/-s:
Azalee die [~le], -/-n: eine Zier­ kaufen; zum Tee B. aufwarten komische Figur, Hanswurst
pflanze II die Bäckerin, -/-innen Bajonett das [-net], -(e)s/-e:
Azetylen das [-iülen], -(s), Ace­ Backfischt der, -es/-e (sal.): eine Stichwaffe II der Bajonett­
tylen: ein brennbares Gas halbwüchsiges Mädchen verschluß, -schlusses/-schlüs-
A-Zug der, -(e)s (früher): Erster Background der [bekgraund], -s: se
Klassenzug der Hauptschule „Hintergrund“, Gesamtheit der Bajuware der [-wa-], -n/-n:
azurblau [-tßur-]\ himmelblau Voraussetzungen Angehöriger eines altdeut­
II azuren (geh.): azurblau Backhendl {auch: Backhendel) schen Volksstamms II (meist
das, -s/-n II der Backhendl - scherzh. für): Bayer II bajuwa-
friedhof, -(e)s/-höfe (ugs. risch
B scherzh.): (großer) Bauch II die Bake die, -/-n:ein Verkehrszei­
Backhendlstation, -/-en: eine chen
b das (Kleinbuchstabe), -/-; das Gaststätte Bakkarat das [-ra], -(s): ein
b im Wort bald || (Laut); der Backpulver das, -s/- || das Glücksspiel
b-Laut II (Mus.): der Ton b II Backrohr, -(e)s/-e Bakken der, -s/- (Sportspr.):
das B (Großbuchstabe), -/-; Bäcsi der [Bälcsi; batschi], -/-s (Absprungtisch der) Sprung­

155
Bakschisch B Bar

schanze Ballhausplatz der, -es (in Wien) bändigen; wilde Pferde b. (zäh­
Bakschisch der [bak-], -(es) II (auch für): Amtssitz des men)
/-e, das B. (ugs.): Trinkgeld, österreichischen Bundeskanz­ Bandit der [-dit], -en/-en: Räu­
kleine Geldzuwendung lers ber, Verbrecher II (sal.); einar­
Bakterie die [~terie], -/-n, Ballistik die, -: Lehre von der miger B.: ein Glücksspielauto­
das Bakterium, -s/Bakterien Flugbahn (eines Geschoßes) II mat
[~rien]\ ein Spaltpilz (mikro­ ballistisch; eine ballistische Bandleader der [bändli- ], -s/-:
skopisch kleines Lebewesen, Kurve Leiter einer (Jazz)band
oft Krankheitserreger) Ballon der [-Ion], -s/-e (-s); Bandnudeln die (PI.)
Balalaika die [-lei-], -/-s: ein Luftballon; B. fahren II (auch): Bandscheibe die, -/-n; Band­
russisches Zupfinstrument eine bauchige Glasflasche II scheibenschaden
Balance die [Ballanlce; -laß], der Ballonmantel, -s/-mäntel Bandwurm der, -(e)s/- würmer
-/-n: Gleichgewicht II balan­ II die Ballonseide, -/-n (mda.: Bandlwurm)
cieren Balltoilette die, -/-n: festliche bang; mir ist angst und b. II ban­
bald; möglichst b.; so b. als mög­ Ballkleidung gen; um etwas b.
lich = so b. wie möglich; b. Ballung die, -/-en || das Bal­ Banjo das [bändseho], -s/-s: ein
hier, b. dort lungsgebiet, -(e)s/-e Zupfinstrument
Baldachin der [-chin, bal-], Balsam der [bal-], -s/-e: ein Bank die, -/Bänke; Hobelbank;
-s/-e: Schmuckdach; Traghim­ Gemisch von Harz und Ölen; Sandbank; Fleischbank ||
mel ein Schmerzlinderungsmittel II (sal.); auf die lange B. schie­
baldig II baldigst balsamisch [-sa-] (geh.); ben: hinauszögern II (mit PI.
Baldrian der [Balldrilan; bal-], balsamische (wohlriechende) Banken): Geldinstitut, Bankge­
-s: eine Heilpflanze II die Bal­ Düfte bäude; das Bankkonto; Blut­
driantropfen (PI.) Balustrade die [Ballulstralde; bank; Datenbank II der Bän­
Balg der, -(e)s/Bälge: Haut von -ßtra- ], -/-n: ein Geländer; kelsänger, -s/- (früher): Jahr­
Tieren und von bestimmten eine Brüstung marktsänger, der die neuesten
Früchten; Blasbalg Balz die, -/-en: Paarungszeit (Schauer)geschichten verbrei­
Balg der, -(e)s/Bälge(r), das B.: und -spiel mancher Vögel II tet II der Banker [ban-, bän-],
unartiges Kind; Wechselbalg II balzen, du balzt; der balzende -s/-: Bankfachmann, Bankier
sich balgen: raufen || die Bal­ Auerhahn Bankert der, -s/-en (mda.
gerei, -/-en Bambus der [bam-], -: ein tro­ derb): ungezogenes Kind II (t
Balkan der [bal-], -(s): ein Ge­ pisches Rohrgewächs II der abw.): uneheliches Kind
birge II (auch für): die Balkan­ Bambusstab, -(e)s/-Stäbe Bankett das [-ket], -(e)s/-c:
halbinsel, - Bamperletsch der (mda., meist Festmahl || Weg-, Randstrei­
Balken der, -s/- II die Balken­ abw.); -► Pamperletsch fen neben der Fahrbahn
lettern (PI.); ein Zeitungstitel bampfen (mda.); -*> pampfen Bankier der [Banlkier; -kje],
in B. (in großen, fetten Buch­ bamstig (ugs.); dieser Rettich ist -s/-s: Inhaber eines Bankhau­
staben) b. (saftlos, schwammig); ein ses; — Banker
Balkon der [-kon], -s/-e II der „bamstiges Gefühl“ (z. B. im Banknote die [-wo-], -/-n:
Balkonsitz, -es/-e (z. B. im Finger) haben || (abw.): prot­ Geldschein
Theater) zig, aufgeblasen bankrott [banklrott; -rot]\ b.
Ball der, -(e)s/Bälle; B. spielen banal [-nal]: nichtssagend; sein II der Bankrott, -(e)s/-e:
II Tanzunterhaltung geistlos; abgedroschen II die Zusammenbruch; Zahlungsun­
Ballade die [-la-], -/-n: ein Banalität, -/-en fähigkeit (z. B. eines Bankinsti­
Gedicht mit dramatischem In­ Banane die [-na-], -/-n: eine tuts, einer Firma); B. machen ||
halt II balladesk [~deßk]\ eine tropische Frucht der Bankrotteur [-tör], -s/-e:
balladeske (bailadenhafte) Er­ Banause der \-nau-1. -n/-n: einer, der Bankrott macht
zählung Mensch ohne Kunstverständ­ Bann der, -(e)s; in Acht und B.
Ballast der [-laßt], -(e)s/-e: nis; Spießbürger tun: ächten; im B. eines Erleb­
wertlose Last (zum Gewichts­ Band das, -(e)s/-e; das B. der nisses sein: von ihm gefesselt
ausgleich) Freundschaft; Freundschafts­ sein; Bannfluch; Bannwald ||
Ballawatsch der [bal-]. Palla­ bande II (mit PI. Bänder); Sei­ bannen; eine Gefahr b. (ab-
watsch (mda.): Durcheinander denband; Tonband II am lau­ wehren)
ballen; die Faust b. II der Ballen, fenden B. (in ununterbroche­ Banner das, -s/- (geh.): eine
-s/-; ein B. Tuch; der Hand­ ner Reihe) etwas erzeugen Fahne
ballen; einen Baum samt dem Band der, -(e)s/Bände (Bd.); ein Bannfluch der, -(e)s/-flüche
B. (Wurzelballen) versetzen Roman in mehreren Bänden (früher): Kirchenbann; der B.
Ballerina die [-/*/- ], -/Bal­ Band die [bänd], -/-s: eine Mu­ des Papstes gegen den Kaiser ||
lerinen: (Solo)tänzerin beim sikkapelle; Jazzband; Band­ der Bannwald, -(e)s/-wälder:
Ballett leader ein Wald, der nicht geschlägert
ballestern [-le-] (ostöst. ugs.): Bandage die [-daseh(e^], ,-/-n: werden darf (als Lawinen­
(Fuß)ball spielen elastische Binde; Stützverband schutz)
Ballett das [-let], -(e)s/-e: ein II bandagieren || der Banda­ Bantamgewicht das [ban-, bän-
künstlerischer Tanz; eine gist, -en/-en: Erzeuger von täm-], -(e)s (Sportspr.): eine
Tanzgruppe; beim B. sein II der Bandagen und Prothesen Gewichtsklasse
Ballettänzer [Balllettltänlzer], Bande die, -/-n: wilde Schar; Baon das [-on], -s (Militärspr.):
-s/- II die Balletteuse [-tös(e)j, Verbrecherbande II Einfassung Kurzwort für Bataillon
-/-n: Ballettänzerin, Ballerina (z. B. eines Spielfeldes) bar (als Zeichen) = das Bar

156
bar B Bastard

bar; bar zahlen (zum Unter­ barhaupt, barhäuptig: ohne Bartwisch der, -es/-e: ein
schied von bargeldlos, mit Er­ Kopfbedeckung, bloßköpfig Handbesen
lagschein, Scheck oder Wech­ bärig (landsch. sal.): großartig, Barzahlung die, -/-en; — bar
sel zahlen) II (auch): sofort zah­ ausgezeichnet basal [-so/]: die Grundlage (die
len (zum Unterschied von ra­ Bariton der [ba-], -s/-e: Män­ Basis) betreffend
tenweise) II (Kaufmannsspr.); nerstimme zwischen Tenor Basalt der [-salt], -(e)s/-e: ein
100 S in bar(em); nur gegen und Baß; Sänger mit dieser vulkanisches Gestein
bar liefern; bares Geld; -*• Bar­ Stimmlage Basar der [-sar], -s/-e: orienta­
geld || (geh.); barer (offenkun­ Barium das [ba- ], -s: ein chemi­ lisches Marktviertel; eine
diger) Unsinn II bar jedes (je­ sches Element Kaufhalle; Juxbasar
den) Gefühls: ohne jedes Ge­ Barkarole die [-ro-], -/-n: ve­ Base die, -/-n: eine chemische
fühl nezianisches Gondellied Verbindung II Cousine
Bar das, -(s)/- (bar): Maßein­ Barkasse die [-kaß-], -/-n: ein Baseball der [Baselball; beß-
heit für Druck und Spannung, Motorboot II die Barke, -/-n: bal], -(s) (ugs. auch: das): ein
bes. für den Luftdruck ein Boot Schlagballspiel (bes. in den
(100 000 Pa) Barkeeper der [bärki-], -s/-: USA); B. spielen
Bar die, -/-s: ein erhöhter Inhaber einer Bar; Kellner hin­ Basedow der [ba-dof], -(s) =
Schanktisch II ein Vergnü­ ter der Bartheke die Basedowsche Krankheit,
gungslokal; Milchbar, Bar­ barmherzig [-her-]; ein barm­ -n -: eine Schilddrüsenerkran­
mixer || Hausbar herziger Mensch; aber: die kung
Bär der, -en/-en; der braune Barmherzigen Brüder (Schwe­ Basen die (PI. von -► Base und
Bär (Braunbär); der Große stern): ein katholischer Kran­ -► Basis)
Bär: ein Sternbild II (sal.); je­ kenpflegeorden basieren; dieses Urteil basiert
mandem) einen Bären aufbin­ Barn der, -s/-e: Futtertrog, Fut­ (beruht) auf Zeugenaussagen
den: ihn anschwindeln terkrippe, Raufe Basilika die [-5/-], -/Basiliken:
Baraber der [-ra-], -s/-, Bara- barock [-rok]: im Barockstil; eine Kirche; eine Kirchen­
berer (ugs.): ein schwer arbei­ prunkvoll, überladen; wunder­ bauform
tender Mensch II barabern lich, seltsam II das Barock, -(s), Basilikum das [-5/- ], -s: ein Ge­
(ugs.) der B.: eine historische Epo­ würzkraut
Baracke die [-rak-], -/-n: ein che; eine Kunstrichtung (im Basilisk der [-lißk], -en/-en:
ebenerdiger, leichter Bau; Spi­ 17. und 18. Jh.) tropische Echsenart; ein Fabel­
talsbaracke; Wohnbaracke; Barometer das [-me-], -s/-, der tier
Notbaracke B.: Luftdruckmesser Basis die [ba-], -/Basen:
Barbar der [-bar], -en/-en: un- Baron der [-ron], -s/-e: ein die Grundlage; Grundfläche;
gesitteter, roher Mensch Adelstitel II die Baronesse Grundlinie II breite Masse der
Barbarazweig der [bar-], -(e)s [Balrolneslse; -neß], -/-n: (politischen) Anhänger
/-e; einen B. (z. B. einen abge­ Tochter eines Barons II die Ba­ Baske der, -n/-n: Angehöriger
schnittenen Kirschzweig im ronin [-ro-], -/-innen: Frau eines Volkes in Spanien und
Winter) zum Blühen bringen eines Barons Frankreich || das Baskenland,
Barbarei die, -/-en: Roheit, Barras* der [bar-], - (ugs. -(e)s II die Baskenmütze,
Wildheit II barbarisch [-ba-] abw.): Militär(wesen) -/-n:eine Kopfbedeckung
Barbe die, -/-n: ein Fisch Barre die, -/-n: Schranke; der Basketball der [baß-], -(e)s
bärbeißig; ein bärbeißiger (mür­ Zeuge tritt an die B. (ugs. auch: das): ein Korbball­
rischer) Mensch Barrel das [bär- ], -s/-(s): spiel; B. spielen II der Basket­
Barbiert der [-bir], -s/-e: Fri­ 163,5 Liter; zehn Barrel(s) Erd­ ball, -(e)s/-bälle
seur II barbieren f: rasieren öl II (mit Aussprache [barel], baß t [baß]; b. (sehr) erstaunt
Barchent der [bar-], -s/-e: ein ostöst. ugs.): ein metallener Baß der, Basses/Bässe: tiefste
Baumwollgewebe Behälter (Tonne, Faß) Männersingstimme; Sänger
Barde t der, -n/-n (geh.): Dich­ Barren der, -s/-: ein Turngerät mit dieser Stimmlage; tiefste
ter, „Sänger“ II Goldbarren || das Barrentur­ Stimme eines Tonsatzes; Baß­
Bärendienst der, -(e)s/-e; je- nen, -s geige; Baßschlüssel
mand(em) einen B. (schlechten Barriere die [Barlrilere, -1riel -; Bassena die [~ße~], -/-(s) (W
Dienst) erweisen II der Bären­ -ere], -/-n: Schlagbaum; mda.): gemeinsame „Wasserlei­
dreck f» -s (landsch.): Lakritze Sperre, Hindernis tung“ auf dem Gang alter
II der Bärenhunger» -s: riesiger Barrikade die [-ka-], -/-n: (ei­ Wohnhäuser || der Bassena­
Hunger II die Bärenkälte» -: lig errichtetes) Hindernis auf tratsch, -es (W): Gerede auf
sehr arge Kälte II bärenstark: Straßen; Verschanzung niedrigstem Niveau
sehr stark II der Bärenzucker, barsch: grob, unfreundlich Bassin das [~ßä\, -s/-s: Wasser­
-s: Lakritze Barsch der, -es/-e: ein Fisch behälter; Schwimmbassin
Barett das [-ret], -(e)s/-e: eine Barschaft die, -/-en: zur Verfü­ Bassist der, -en/-en: Baßsän­
Kopfbedeckung ohne Krempe gung stehendes Bargeld ger, Baßgeiger II der Baß­
barfuß, barfüßig: bloßfüßig; b. Bart der, -(e)s/Bärte II (auch): schlüssel, -s/- (90
gehen Schlüsselbart Bast der, -(e)s/-e: Pflanzenfa­
Bargeld das, -(e)s: Geld in Barterl das, -s/-n (ugs.); dem ser; Haut am Geweih (z. B. der
Scheinen bzw. Münzen II bar­ Baby ein B. umhängen Hirsche)
geldlos; bargeldloser Zahlungs­ Bartheke die [bar-], -/-n: basta (sal.): genug!
verkehr (z. B. Scheckverkehr); Schanktisch in einer Bar Bastard der [-ßtard, ba-], -(e)s
-► bar bärtig; ein bärtiger Mann /-e: Lebewesen, das durch

157
Bastei B bedenkenlos

Kreuzung verschiedener Arten baumeln, ich baumle; im Wind schaft, - II die Beamtenswitwe,
entstanden ist (z. B. ein Muli) b. (schaukeln, pendeln) -/-n II die Beamtin, -/-innen
Bastei die, -/-en: Teil einer al­ bäumen sich; das Pferd bäumte beangaben (Kaufmannsspr.);
ten Stadtbefestigung sich: es stellte sich auf die Hin­ eine Ware b.: eine Anzahlung
Bastelei die, -/-en II basteln, terbeine für sie leisten
ich bastle Baumgrenze die, -: jene Höhe beängstigend
Bastion die [-on], -/-en: Bastei, im Gebirge, bis zu der Bäume beanspruchen; Hilfe b. (verlan­
Schutzwehr, Befestigung wachsen II die Baumschule, gen); der Aufzug wird zu stark
Bastler der, -s/- -/-n: Gärtnerei, in der Bäume beansprucht (benützt)
Bastonade die [-na-], -/-n: gezogen werden beanstanden, beanständen; ei­
eine orientalische Prügelstrafe Baumwolle die, - II baumwol­ nen Fehler b.: auf ihn auf­
Bataille t die [Baltaillle; -tgije], len; baumwollene Tücher merksam machen, ihn tadeln ||
-/-n: Schlacht, Gefecht II das Baunzerl das, -s/-n (W): ein die Beanstandung, -/-en
Bataillon [-taljort, auch: -lai- Weißgebäck beantragen: einen Antrag stel­
jon], -s/-e: eine militärische bäurisch (oft abw.); bäurisches len; seine Versetzung b.
Abteilung Wesen; -► bäuerlich beantworten; einen Brief b.
Batik die [ba-\, -/-en: ein Bausch der, -es/-e (Bäusche); bearbeiten; den Boden b.
künstlerisches Färbeverfahren Wattebausch || in B. und Bogen Beat der [keine Trenn.; bit],
für Stoffe II batiken: im Batik- (alles zusammen) kaufen, ver­ -(s): Grundrhythmus im Jazz;
verfahren färben urteilen II der Bauschbetrag, Beatmusik (verschiedene Ar­
Batist der [-tißt], -(e)s/-e: ein -(e)s/-träge: ein vereinbarter ten von Pop- oder Rockmusik)
feines Gewebe Gesamtbetrag, Pauschale II beatmen II die Beatmung, -/
Batterie die [-r/], -/-n: eine Zu­ bauschen, du bauscht; die Wä­ -en; die Mund-zu-Mund-
sammenstellung gleichartiger sche bauschte sich im Wind II Beatmung
Einheiten; Akkumulatorenbat­ der Bauschen, -s/-: Bausch; Beau t der [keine Trenn.; bo],
terie; Taschenlampenbatterie; Wattebauschen II bauschig; ein -(s)/-s (abw.): „schöner
Testbatterie II (Militärspr.): bauschiger Ärmel Mann“, Frauenheld
eine Artillerieeinheit bausparen: bei einer Bauspar­ beauftragen: einen Auftrag er­
Batzen der, -s/- (ugs.): Klum­ kasse (steuerbegünstigt) spa­ teilen II der Beauftragte, -n/
pen ren; er hat baugespart II der -n, die B.; ein Beauftragter
Bau der, -(e)s/-e; das Haus ist Bausparer, -s/- beben: zittern II das Beben,
in Bau; Fuchsbau II (mit PI. Baustil der, -(e)s/-e -s/-; Erdbeben
-ten): Gebäude; Prachtbauten Bauxerl das, -s/-n, Pauxerl Becher der, -s/-; Trinkbecher II
Bauch der, -(e)s/Bäuche II der (mda.): kleines, herziges Kind bechern (scherzh.): viel (Alko­
Bauchfleck, -(e)s/-(e) (ugs.); Bauxit der [-kßit], -(e)s, das B.: holisches) trinken
beim Sprung ins Wasser einen ein Mineral, aus dem Alumi­ becircen (sal.); -► bezirzen
B. machen II das Bauchfleisch, nium gewonnen wird Becken das, -s/-; Waschbek-
-es: ein fettes Schweinefleisch Bayer der [Bayler], -n/-n II ken; Planschbecken; das Gra­
II bauchig; ein bauchiger Krug bayerisch [baylerisch, baye-]; zer B. II der Beckenknochen,
II bauchreden: ohne sichtbare das bayerische Wappen; aber: -s/-
Mundbewegungen sprechen || die Bayerischen Alpen; -► bay­ Beckmesser der [bek-], -s/-:
der Bauchredner, -s/- || risch; bairisch II Bayern || pedantischer (Kunst)kritiker,
bauchtanzen II das Bauchweh, bayrisch; bayrisches Bier; -*• Kritikaster II beckmessern:
-s II (ugs. sal.); B. (Angst) haben bayerisch; -► bairisch || der kleinlich tadeln; ich beckmes-
Baude die, -/-n (landsch.): eine Bayrische, -n/-n: ein Volks­ sere (beckmeßre)
(Unterkunfts)hütte tanz bedacht; auf seinen Vorteil b.
Baudenzug der; -*■ Bowdenzug Bazi der [ba-], -/- (W mda. sein: an ihn denken, ihn im
bauen scherzh.): Schlingel, Früchterl; Auge haben II bedächtig: vor­
Bauer das {auch: der), -s/-: Vo­ „Weanabazi“ sichtig
gelkäfig Bazillus der [-tßil- ], -/Bazillen: bedanken; der Redner wurde
Bauer der, -n (-s)/-n: Land­ „Stäbchenpilz“ (mikroskopisch bedankt; sich b.
wirt II eine Schachfigur || die kleiner Krankheitserreger) Bedarf der, -(e)s; der B. an Nah­
Bäuerin, -/-innen, Bäurin II Bd. = der Band; Lexikon, Bd. 5 rungsmitteln; nach B.: wenn
bäuerlich; ein bäuerlicher Be­ BEA die [bea], -/-n: Bundeser­ nötig II die Bedarfshaltestelle,
sitz; -*■ bäurisch II die Bauern­ ziehungsanstalt (höhere Inter­ -/-n
frau, -/-en II der Bauemjan- natsschule des Bundes) bedauerlich II bedauern || das
ker, -s/- II bauernschlau: pfif­ beabsichtigen: planen, im Sinn Bedauern, -s; jemand(em) sein
fig, listig, gewitzt II der Bau­ haben, wollen B. aussprechen II bedauerns­
ernschmaus, -: eine Speise II beachten; die Verkehrsvor­ wert
der Bauersmann t> -(e)s/ schriften b. II beachtenswert bedecken; ein bedeckter (be­
-leute Beamte der, -n/-n;ein Beamter wölkter) Himmel II die Be­
baufällig; ein baufälliges (ein­ II die Beamtenaufstiegsprü­ deckung, -|| (auch): finanzielle
sturzgefährdetes) Haus II der fung, -/-en: eine Externisten- Vorsorge (im Budget) II unter
Baugrund, -(e)s/-gründe: ein prüfung, die im öffentlichen (militärischer, polizeilicher)
Grundstück für einen Bau II Dienst angerechnet werden B.: mit Begleitschutz
die Baukunst, -: Architektur kann II die Beamtenmatura, -, bedenken || das Bedenken,
Baum der, -(e)s/Bäume B-Matura; -► Beamtenauf­ -s/-; ernste Bedenken (gegen
Baumaterial das, -s/-ien stiegsprüfung II die Beamten­ etwas) haben II bedenkenlos ||

158
bedenklich beginnen

bedenklich; b. (schwer) er­ größeres beseitigen (wollen) befreien II der Befreier, -s/- II
krankt sein || die Bedenkzeit, beenden [belenlden] = beendi­ die Befreiung, -/-en
- ; sich B. erbitten gen; diese Arbeit ist beendet befremden; das befremdet mich:
bedeuten II bedeutend II bedeut­ (beendigt) es berührt mich merkwürdig,
sam: wichtig II bedeutungslos beengen [belenlgen]; in der unangenehm II das Befremden,
bedienen; jemand(en) b. (ugs. Wohnung beengt sein; in sei­ -s; etwas mit B. (peinlichem
auch: ihn benachteiligen); sich nem Wirken beengt (gehemmt) Erstaunen) bemerken II be­
einer Hilfe b. II (ugs. sal.); be­ werden fremdlich; das wirkt b.
dient (in einer schwierigen Si­ beerben [belerlben]; einen Ver­ befreunden sich II befreundet;
tuation) sein II die Bedienerin, wandten b. mit jemand(em) b. sein
-/-innen || bedienstet II der beerdigen [belerldilgen; -er-]: befrieden; das Land b.: ihm den
Bedienstete, -n/-n, die B.; ein begraben, bestatten || die Be­ Frieden bringen
Bediensteter; der öffentlich B. erdigung, -/-en befriedigen: zufriedenstellen II
II der Bedientet» -n/-n: Die­ Beere die, -/-n || das Beeren­ befriedigend; diese Leistung ist
ner; ein Bedienter II die Bedie­ obst, -(e)s befriedigend; aber: Befriedi­
nung, -/-en; eine gute B. (z. B. Beet das, -(e)s/-e; Blumenbeet gend: eine Leistungsnote in der
im Gasthaus); diese Frau geht befähigen; seine Kenntnisse be­ Schule: die Note Befriedigend
in B.: sie arbeitet als Bediene­ fähigen ihn dazu II der Befähi­ (3) bekommen
rin II der Bedienungszuschlag, gungsnachweis, -es/-e befristen; ein kurz befristeter
-(e)s/-schläge (z. B. im Gast­ befahrbar II befahren Aufenthalt
haus) befallen; von Angst b. (ergrif­ befruchten; befruchtete Blüten II
bedingt; b. (veranlaßt, verur­ fen) werden die Befruchtung, -/-en
sacht) durch... || mit Vorbe­ befangen; b. (verlegen, schüch­ Befugnis die, -/-nisse; seine
halt; eingeschränkt; eine be­ tern; voreingenommen) sein II Befugnisse (Rechte) über­
dingte Strafe II die Bedingung, die Befangenheit, - schreiten II befugt; zu etwas b.
-/-en II bedingungslos befassen; er hat sich mit je­ (berechtigt) sein
bedrängen; bedrängt werden II mandem) (mit etwas) befaßt Befund der, -(e)s/-e; ein ärzt­
die Bedrängnis, -/-nisse; in B. befehden; jemand(en) b. (be­ licher B.: schriftliches Untersu­
(Not) sein kämpfen); sich b.: (miteinan­ chungsergebnis
bedrohen II bedrohlich der) streiten befürchten II die Befürchtung,
bedrucken; Papier, Stoff b. Befehl der, (e)s/-e II befehlen; -/-en
bedrücken; es bedrückt mich, ich befehle, du befiehlst / be­ befürsorgen (Amtsspr.): be­
daß . . . fahl / befohlen / befiehl!, be­ treuen
Beduine der [Belduline, -Iduil-; fehlt! II befehligen; eine befürworten: empfehlen
-/-], -n/-n: Angehöriger eines Truppe b. II der Befehlshaber, begabt; für Musik b. sein: Ta­
nicht seßhaften Araberstam­ -s/-: Kommandant lent dafür haben || die Begab­
mes befeinden; jemand(en) b.: ihm tenförderung, - II die Bega­
bedürfen; eines Anstoßes b.: ihn feindlich gegenübertreten, ihn bung, -/-en
brauchen || das Bedürfnis, bekämpfen begatten; sich b. (sich paaren,
-nisses/-nisse II die Bedürfnis­ befestigen; etwas an der Wand sich geschlechtlich vereinigen)
anstalt, -/-en: öffentliches b. (festmachen) || eine befe­ begeben sich (geh.); sich nach
Klosett II bedürfnislos: an­ stigte (von Festungswerken Graz b.: dorthin reisen; sich
spruchslos II bedürftig umgebene) Stadt II die Befesti­ ins Parlament b.: dorthin ge­
Beefsteak das [Beeflsteak; bif- gung, -/-en hen II sich eines Rechtes b.:
ßtek], -s/-s: (gebratenes) Stück befeuchten; Briefmarken b. darauf verzichten || es begab
vom Lungenbraten des Rindes; befinden; etwas für gut b.; über (ereignete) sich II die Begeben­
— Steak etwas b. (urteilen) || sich da­ heit, -/-en: Geschehnis
beehren [beiehlren]; „Beehren heim b. II das Befinden, -s: der begegnen; jemand(em) b.; ich
Sie mich bald wieder!“; sich b. Gesundheitszustand bin ihm begegnet II die Begeg­
(sich erlauben) beflaggen; die Häuser b.: Fah­ nung, -/-en
beeiden [beleilden]: mit einem nen (Flaggen) hinaushängen begehbar; ein begehbarer
Eid bekräftigen; ein gerichtlich beflecken; etwas b. (beschmut­ Schrank II begehen; die
beeideter Sachverständiger II zen); sich b. Grenze des Grundstücks b.
beeidigen t (Amtsspr.) beflegeln, ich beflegle: grob be­ (abschreiten) II er hat einen
beeilen sich [beieillen] schimpfen, beleidigen Fehler begangen
beeindrucken [beleinldruklken]; befleißigen sich (geh.): sich be­ begehren: wünschen, wollen II
von einem Erlebnis tief beein­ mühen; sich eines guten Be­ begehrenswert II begehrlich
druckt (ergriffen) sein nehmens b. II beflissen: eifrig (geh.); begehrliche (verlan­
beeinflußbar [beleinlflußlbar] II beflügeln; durch Lob beflügelt gende) Blicke
beeinflussen; jemand(en) b.: (angespornt) begeistern; von etwas begeistert
sein Tun mitbestimmen befolgen; einen Rat b. sein; sich für etwas b.; sich an
beeinträchtigen [beleinlträchlti- befördern; Lasten (z. B. mit der einer Sache b. II die Begei­
gen]; die Ernte wurde durch Bahn) b. II befördert werden: sterung, -
die nasse Witterung beein­ einen höheren Rang erhalten Begier die [-gir], - II die Be­
trächtigt (gemindert) (vorrücken) gierde [-£{>-], -/-n: heftiges
Beelzebub [bei-]: der oberste befrachten: belasten Verlangen II begierig [-#/-];
Teufel; den Teufel durch B. befrackt; er war b. (im Frack) auf Neuigkeiten b. sein
austreiben: ein Übel durch ein befragen; Passanten b. Beginn der, -(e)s II beginnen;
159
Beginnen B Beindlvieh

begann / begonnen II das Be­ beharren; auf etwas b. (beste­ II (Adv.); b. (auf, von beiden
ginnen, -s (geh.); ein vergebli­ hen) II beharrlich II das Behar­ Seiten) wurden Fehler gemacht
ches B. (Vorhaben) rungsvermögen, -s II beidseitig: beiderseits; b. ge­
beglaubigen; die amtlich be­ behaupten; etwas b.; sich b.: lähmt
glaubigte (als richtig bestätigte) sich halten, sich durchsetzen beieinander [beileilnanlder, bei-
Kopie eines Dokuments II die Behausung die, -/-en: Wohn­ einl-]; b. sein II beieinander­
Beglaubigung, -/-en stätte stehen
begleichen; eine Rechnung b.: beheben; einen Schaden b. (be­ Beifahrer der, -s/-
zahlen seitigen) II in der Sparkasse Beifall der, (e)s II beifällig: zu­
begleiten II der Begleiter, -s/- II Geld b.: es sich auszahlen las­ stimmend II der Beifallssturm,
die Begleiterin, -/-innen II die sen II (Amtsspr.); den Bescheid -(e)s/-stürme
Begleitung, -/-en; in B. (z. B. (einer Unterbehörde) b. (auf- beige [beilge; besek]: bräunlich­
des Vaters) ins Theater gehen; heben) gelb, sandfarben; ein beige
Klavierbegleitung beheimatet; in Innsbruck b. sein {auch: beiges [beßehes]) Kleid II
beglücken (geh.); jemand(en) beheizen II die Beheizung, das Beige, -/-
b.: ihn glücklich machen, er­ -/-en beigeben II (sal.); klein b.: sich
freuen Behelf der, -(e)s/-e: Hilfsmit­ (letztlich) fügen
beglückwünschen; er wird zu tel; Notbehelf II sich behelfen; Beigeschmack der, -(e)s: (meist
seinem Erfolg beglückwünscht sich mit etwas zu b. wissen II unangenehmer) Nebenge­
begnadet (geh.); ein begnadeter behelfsmäßig schmack; dieses Wort hat
(besonders begabter) Künstler behelligen; jemand(en) mit et­ einen B. (eine üble Nebenbe­
begnadigen; jemand(en) b.: ihm was b. (belästigen) deutung)
die Strafe erlassen behend [-hend], behende: flink, beigeselien; sich jemand(em) b.
begnügen sich; sich mit we- gewandt Beihilfe die, -/-n; B. zu einem
nig(em) b. beherbergen [-her-]: Unter­ Verbrechen leisten; Kinderbei­
Begonie die [-gonie 1, -/-n: eine kunft geben hilfe
Zierpflanze beherrschen; eine Fremdspra­ Beiklang der, -(e)s/-klänge;
begraben II das Begräbnis, -nis- che b.; sich b.: sich zurückhal­ seine Worte hatten einen unan­
ses/-nisse ten genehmen B.
begradigen; einen Flußlauf b. beherzigen; einen Rat b. (ernst­ beikommen; jemand(em) nicht
begreifen II begreiflich II be­ nehmen, befolgen) || beherzt b. können: ihm nicht ankön­
greiflicherweise (geh.): mutig nen
begrenzen; den Garten mit behilflich; jemand(em) b. sein Beil das, -(e)s/-e: eine Hacke
einer Hecke b. (abschließen); behindern; durch ein Körperge­ Beil. = Beilage(n) (z. B. zu
seine Macht b. (einschränken) brechen im Gehen behindert einem Ansuchen)
Begriff der, -(e)s/-e; sich einen sein II der Behinderte, -n/-n, Beilage die, -/-n; eine Fleisch­
B. von etwas machen || schwer die B.; ein Behinderter speise mit B. II die Sonntagsbei­
von B. sein II ich bin im B. weg­ Behörde die [-hör-], -/-n; lage einer Zeitung II (mit Ab­
zugehen: ich will soeben Weg­ Schulbehörde || behördlich kürzung Beil.); ein Gesuch mit
gehen II begriffsstutzig: schwer Behuf (Amtsspr.); zu diesem B. zwei Beilagen
begreifend (Zweck) II behufs (Präp. mit Beilagerf das, -s/-: (fürstliche)
begründen; ein begründeter (be­ Gen.) (Amtsspr.); b. (zwecks) Vermählung
rechtigter) Verdacht II die Be­ besseren Verständnisses beiläufig: nebenbei, ungefähr
gründung, -/-en behüten; behüt dich Gott sagen beilegen; dem Brief ein Bild b. II
begrüßen || die Begrüßung, (mda.: pfiat di Gott, pfiat Gott, einen Streit b. (schlichten)
-/-en pfiat di sagen) II behutsam beileibet [-/«’-]; b. nicht!: kei­
begünstigen; jemand(en) b. bei (Präp. mit Dat.); bei dem nesfalls!
(vorziehen; fördern) II die Be­ Brunnen; bei diesem Wetter || Beileid das, -(e)s; sein B. (Mit­
günstigung, -/-en bei Gott schwören || bei wei­ gefühl) ausdrücken II das Bei­
begutachten [belgutlachlten]: tem II (mit Abkürzung b.); Ba­ leidsschreiben, -s/- II das Bei­
(fachmännisch) beurteilen II den b. Wien leidstelegramm, -s/-e
der Begutachter, -s/- II die Be­ beibehalten; Traditionen b.: an beiliegend; das beiliegende (als
gutachtung, -/-en ihnen festhalten Beilage mitgeschickte) Zeugnis
begütert: wohlhabend beibringen; jemand(em) etwas beim = bei dem; b. Schreiben
begütigen: besänftigen b. II (Amtsspr.); ein Dokument beimessen; einer Nachricht
behaart II die Behaarung, - b. (vorlegen) keine Bedeutung b.: sie nicht
behäbig: gemächlich, beleibt Beichte die, -/-n; die B. hören wichtignehmen
behaftet; mit einem Fehler b. (Beichthören) II beichten || der Bein das, -(e)s/-e: Knochen
sein: einen Fehler haben Beichtstuhl, -(e)s/-Stühle (ugs. auch mit PI. Beiner); das
behagen; das behagt ihm nicht: beidarmig [beidlarlmig] II beide; geht mir durch Mark und Bein
es ist ihm nicht angenehm II beides; die beiden ersten; die (durch und durch) II ein Kör­
behaglich ersten beiden; diese beiden; perteil (Oberschenkel, Unter­
behalten II der Behälter, -s/- wir b.; mit (den) beiden; einer schenkel und Fuß)
behandeln II die Behandlung, von beiden || beidemal; aber: beinah, beinahe: fast
-/-en; bei einem Arzt in B. beide Male II beiderlei: von Beiname der, -ns/-n, Beina­
sein beiden Arten; b. Geschlechts men (z. B. in: Karl der Große,
behängen; den Christbaum mit II beiderseitig II beiderseits Heinrich Jasomirgott)
Schmuck b. (Präp. mit Gen.); b. der Donau Beindlvieh das, -(e)s (landsch.
160
beinern B belaufen

ugs.): Schlachtvieh (mit etwas Hilfe; Helfer II (auch): Trau­ beklemmend; ein beklemmen­
minderwertigerem Fleisch), zeuge II jemand(em) B. leisten des Gefühl II beklommen; b.
das ausgebeindelt wird II bei­ II beistehen (ängstlich, bedrückt) sein
nern: aus Bein; beinerne beistellen: zur Verfügung stel­ bekommen: kriegen; „Wohl
Knöpfe II das Beinfleisch, -es: len bekomm’s!“ II bekömmlich;
eine Rindfleischsorte (mit beisteuern: beitragen Milch ist b.
Knochen) beistimmen; einem Vorschlag b. beköstigen: verpflegen
beinhalten [belinlhallten; -in-]: Beistrich der, -(e)s/-e (,): bekräftigen; eine Aussage b.
enthalten; das Programm be­ Komma II die Beistrichset­ bekränzen, du bekränzt
inhaltet nichts Neues zung, - bekreuzen: jemand(en), etwas
beinhart: hart wie ein Knochen Beitel der, -s/-: ein Stemm­ mit dem Kreuzzeichen segnen
II das Beinhaus, -es/-häuser: werkzeug; Lochbeitel; Stech­ II sich bekreuzigen
Karner zur Aufbewahrung aus­ beitel bekriegen; jemand(en) b. (be­
gegrabener Totengebeine II das Beitrag der, -(e)s/-träge II bei­ kämpfen)
Beinkleid f, -(e)s/-er: Hose tragen bekritteln, ich bekrittle; alles b.:
beipflichten: zustimmen; ich beitreten; ich trete diesem Ver­ an allem etwas aussetzen
pflichte ihm bei ein bei II der Beitritt, -(e)s/-e II bekritzeln; bekritzelte Wände
Beiprogramm das, -s/-e (z. B. die Beitrittserklärung,-/-en bekümmert; b. (sorgenvoll)
ein kurzer Kulturfilm im Beiwagen der, -s/-wägen (-wa­ dreinschauen
Kino) gen) (z. B. der Straßenbahn) || bekunden (geh.); Anteilnahme
Beirat der, -(e)s/-räte: ein bera­ die Beiwagenmaschine, -/-n: b. (zeigen)
tender Ausschuß; dessen Mit­ Motorrad mit Beiwagen Bel das, -(s)/- (Zeichen: B):
glied bei weitem; b. w. (durchaus) Verhältniszahl von Energiegrö­
Beiried das, -(e)s: eine Rind­ nicht ßen oder Leistungen; Dämp­
fleischsorte Beiwerk das, -(e)s: Nebensächli­ fungsmaß für Schwingungen;
beirren [belirlren; -/>-]: unsi­ ches, Zubehör physikalisches Maß für Schall­
cher machen, verwirren; sich beiwohnen (geh.); einer Veran­ stärke (Lautstärkepegel)
nicht b. lassen staltung b.: daran teilnehmen belächeln, ich belächle; einen
beisammen [-sam- ]: zusammen Beize die, -/-n; Fleisch in die Vorschlag b.: darüber gering­
II beisammenbleiben II bei- B. legen; Holzbeize schätzig lächeln
sammensein II (ugs.); nicht beizeiten [-tßei-Y rechtzeitig beladen; einen Wagen b.; mit
ganz beisam mensein: nicht beizen, du beizt; Holz b.; Sorgen b. sein
ganz gesund sein, geistig ge­ Fleisch b. Belag der -(e)s/-läge; Zungen­
stört sein; aber: wir werden beiziehen; einen Sachverständi­ belag; Bodenbelag; Spiegelbe­
bald wieder beisammen (zu­ gen b. (zu Rate ziehen) II die lag II Spitalsbelag: Anzahl der
sammen) sein II das Beisam­ Beiziehung, -; unter B. eines Patienten im Verhältnis zur
mensein, -s II beisammensit­ Anwalts Bettenzahl
zen II beisammenstehen bejahen: ja sagen, zustimmen; belagern; eine Stadt b.; eine von
Beischlaf der, -(e)s (geh.): Ge­ er bejahte meine Frage Neugierigen belagerte Auslage
schlechtsverkehr bejahrt (geh.); b. (alt) sein II die Belagerung, -/-en II der
beischließen; Rechnung beige­ bekämpfen Belagerungszustand, - (e)s;
schlossen (beiliegend) bekannt; b. sein || der Be­ den B. ausrufen
Beisein das, -s (Amtsspr.); im kannte, -n/-n, die B.; ein Be­ Belang der, -(e)s/-e; von B.,
B. (in Anwesenheit) des Mini­ kannter || bekanntermaßen II ohne B. (Wichtigkeit, Bedeu­
sters die Bekanntgabe, - II bekannt­ tung) sein II (meist PI.): Ange­
beiseite [-jg/-]; „Spaß bei­ geben II bekanntlich II be­ legenheit; wirtschaftliche Be­
seite!“: „Im Ernst!“ II beiseite kanntmachen; eine Verord­ lange II belangen (Amtsspr.):
legen, beiseitelegen II beiseite nung bekanntmachen; aber: zur Rechenschaft ziehen; ver­
schaffen, beiseiteschaffen II die Gäste miteinander bekannt klagen II belanglos II die Be­
(sal. auch): umbringen machen II die Bekanntschaft, - langsendung, -/-en; die B.
Beisei das, -s/-n, Beisl (W): /-en II das Bekanntwerden, -s einer politischen Partei im
kleine, volkstümliche Gast­ bekehren; jemand(en) zu einer Fernsehen
stätte anderen Ansicht b.; sich b. belassen: unverändert lassen;
beisetzen: begraben, bestatten II bekennen; einen Fehler b. (ein­ wir wollen es dabei b. (bewen­
die Beisetzung, -/-en gestehen); er hat sich zu seiner den lassen)
Beispiel das, -(e)s/-e; zum Bei­ Überzeugung bekannt (ist für belasten; eine Brücke b.; mit
spiel (z. B.) II beispielgebend II sie eingestanden) || das Be­ Sorgen belastet sein
beispielhaft: vorbildlich || bei­ kenntnis, -nisses/-nisse; Reli­ belästigen; jemand(en) (mit zu­
spiellos: ohne Beispiel II bei­ gionsbekenntnis dringlichen Fragen) b.
spielsweise beklagen; jemand(en) b. (bedau­ Belastung die, -/-en II die Bela­
beißen; du beißt / biß / gebis­ ern); sich über etwas b. II be­ stungsprobe, -/-n; die B. einer
sen; es beißt (juckt) mich || der klagenswert II der Beklagte, Brücke
Beißer, -s/-: ein Hebeeisen II -n/-n, die B. (Amtsspr.); ein belaubt; belaubte Bäume
(W derb): Plattenbruder; laut­ Beklagter (Beschuldigter) belauern; jemand(en) b. (heim­
starker, aggressiver Kerl || der bekleiden (geh.); ein Amt b. (in­ lich beobachten)
Beißkorb, -(e)s/-körbe II die nehaben); sich b. || die Beklei­ belaufen sich (Kaufmannsspr.);
Beißzange, -/-n dung, -/-en II die Beklei­ die Kosten belaufen sich
Beistand der, -(e)s/- stände: dungsvorschrift, -/-en auf . . . (betragen . . .)

161
Beicanto B bereit finden

Beicanto der [-kan-], -(s): Ge­ tuschen) mahnen; du benzt


sangskunst italienischer Art bemerkbar; sich b. machen: auf Benzin das [-tßin], -s/-e (ugs.
beleben || belebt; eine belebte sich aufmerksam machen II be­ auch: der B.): ein Treibstoff; B.
Straße merken II bemerkenswert II tanken; Fleckbenzin; Wund­
Beleg der, -(e)s/-e: Beweis­ die Bemerkung, -/-en benzin II der Benzinkanister,
stück; Zahlungsbeleg II bele­ bemessen; meine Zeit ist knapp -s/- II die Benzoesäure
gen; ein belegtes Brötchen || b.: ich habe wenig Zeit [bentßoe-], -: ein Konservie­
die Belegschaft, -/-en: die Ar­ bemitleiden [-mit- ] rungsmittel II das Benzol
beiter und Angestellten eines bemittelt: wohlhabend, reich [-tßol\, -s/-e: eine Flüssigkeit,
Betriebs Bemmerl das, -s/-n (mda.): ku­ die als Treibstoff oder als
belehnen; etwas im Versatzamt gelförmiger Kot, z. B. von Zie­ Fleckputzmittel verwendet
b. lassen II er wurde vom König gen wird
mit einem Herzogtum belehnt bemoost; ein bemooster (mit beobachten [beloblachlten] || die
II die Belehnung, -/-en Moos bedeckter) Baum Beobachtungsgabe, -
belehren; jemand(en) eines Bes­ bemühen; jemand(en) b.: seine beordern; Polizisten zum Un­
seren b.: ihn zur Einsicht Hilfe in Anspruch nehmen; fallsort b. (befehlen)
bringen II die Belehrung, -/ sich b. bequem [-kwem] II sich beque­
-en bemüßigt; sich b. (veranlaßt, ge­ men: sich bereitfinden || die
beleibt: dick zwungen) fühlen, etwas zu tun Bequemlichkeit, -/-en
beleidigen; jemand(en) b.; belei­ bemuttern; jemand(en) b.: wie berappen* (ugs.): bezahlen
digende Äußerungen eine Mutter für ihn sorgen beraten; jemand(en) gut b. II der
belesen; b. sein: viel gelesen ha­ benachbart [-nach-]; jeman­ Berater, -s/- II beratschlagen:
ben dem) b. sein gemeinsam überlegen || die Be­
beleuchten II der Beleuchtungs­ benachrichtigen [-nach-] ratung, -/-en
körper, -s/- benachteiligen [-nach-]-, je­ berauben; jemand(en) b.
beleumdet, beleumundet; gut b. manden) b.: ihn schädigen berauschen; ein Glücksgefühl
sein: in gutem Ruf stehen; übel benebelt (sah): benommen; berauschte ihn; du berauscht
b. sein leicht betrunken dich an schöner Musik II be­
belfern: stoßweise, wütend bel­ benedeien t; -► gebenedeit rauschend; berauschende (be­
len; laut schimpfen Benedictus das [-dik-], -: ein täubende) Mittel
Belgien [Bellgilen; belgien] || der Teil der heiligen Messe Berberitze die [-rit-], -/-n: ein
Belgier [belgier], -s/- II bel­ Benediktiner der [-//'-], -s/-: Strauch (Sauerdorn); seine
gisch Angehöriger eines Mönchs­ Frucht (Weinscharl)
belichten; einen Film b. II die ordens berechenbar: einschätzbar, vor­
Belichtungszeit, -/-en Benefiz das [-fitß]> -es/-ien aussehbar II berechnen II be­
Belieben das, -s; nach B.: nach [-fitßicn]'- Begünstigung II die rechnend: auf seinen Vorteil
freier Wahl II beliebig; jeder Benefizvorstellung, -/-en:z. B. bedacht
beliebige II beliebt eine Theatervorstellung zugun­ berechtigen; dieses Zeugnis be­
bellen sten eines verarmten Künstlers rechtigt zum Besuch einer
Belletristik die [Bellleltrilstik], -: benehmen; etwas benimmt Fachschule II der Berechti­
„schöngeistige“ (unterhaltende) (raubt) mir den Atem || sich gungsschein, -(e)s/-e
Literatur (zum Unterschied anständig b. II das Benehmen, bereden; sein Verhalten b.: dar­
von Sachliteratur und Fach­ -s; ein gutes B. über abfällig reden || bered­
büchern) beneiden; jemand(en) um etwas sam = beredt: redegewandt
beloben, belobigen; jemand(en) b. II beneidenswert beregnen: künstlich bewässern
b.: ihm öffentlich ein Lob aus­ Beneluxstaaten die [-lukß-] Bereich der, -(e)s/-e; das liegt
sprechen || die Belobigung, - (Ph): die zu einer engen Ge­ nicht im B. des Möglichen: es
/-en, Belobung meinschaft zusammengeschlos­ ist nicht möglich; Wirkungsbe­
belohnen; jemand(en) b. senen Staaten Belgien, Nieder­ reich; Amtsbereich
belüften II die Belüftungsan­ lande (Nederland) und Luxem­ bereichern; sein Wissen b.; sich
lage, -/-n burg rücksichtslos b.
belügen; jemand(en) b.: ihm be­ benennen: einen Namen geben Bereichssprecher der, -s/-:
wußt die Unwahrheit sagen benetzen: feucht machen; du Wortführer einer Parlaments­
Belustigung die, -/-en benetzt partei für einen bestimmten
Belvedere das [~weder(e)], -s: Bengel der, -s/-: ungezogener, Sachbereich, z. B. Justizspre­
ein Barockpalais in Wien frecher Bub cher
bemächtigen sich; sich einer Sa­ Benjamin der [ben-], -(s)/-e: bereifen; ein Auto b. (mit Rei­
che b.: sie sich aneignen der Jüngste (z. B. in der Fami­ fen versehen) || die Bereifung,
bemalen; eine bemalte Schüssel lie, in der Schulklasse) -/-en
bemängeln, ich bemängle; die benommen: wie betäubt bereinigen; ein Mißverständnis
Ausführung einer Arbeit b.: an benoten; eine Schularbeit b. b.: es aufklären, es aus der
ihr Mängel aufzeigen benötigen; eine Brille b. (brau­ Welt schaffen
bemannen; ein Boot b. (mit chen) bereisen; den Fernen Osten b.
Mannschaft besetzen); ein be­ benützen, benutzen II der Benüt- bereit; zu etwas b. sein
manntes Raumschiff II die zer, -s/-, Benutzer || die Be­ bereiten; jemand(em) eine
Bemannung, -/-en nützung, -, Benutzung Freude b. (machen)
bemänteln, ich bemäntle; seine benzen, penzen (mda.): beharr­ bereit erklären, sich, sich be­
Fehler b. (beschönigen, ver­ lich, aufdringlich bitten oder reiterklären II sich bereit fin­
162
bereitfinden B beschmutzen

den» sich bereitfinden II bereit barst / geborsten / birst!, ber­ beschaffen (Verb); er hat etwas
halten» bereithalten; ich halte stet!; das Wasserrohr ist gebor­ beschafft (besorgt) II (Adj.);gut
mich bereit II bereit legen» be­ sten (zersprungen); vor Wut b. b. (geartet) sein II die Beschaf­
reitlegen II bereit liegen» be­ berüchtigt; b. sein: in schlech­ fenheit, - II die Beschaffung, -:
reitliegen II bereit machen, be­ tem Ruf stehen Besorgung
reitmachen berückend: bezaubernd, betö­ beschäftigen; sich mit etwas b. II
bereits: schon rend die Beschäftigung, -/-en
Bereitschaftsdienst der, -(e)s/ berücksichtigen [-rük-]\ etwas beschämen; jemand(en) b. II be­
-e (z. B. eines Arztes) b.: darauf Rücksicht nehmen; schämend
bereit stehen, bereitstehen II jemand(en) bei der Verteilung beschatten; jemand(en) b.: ihn
bereit stellen, bereitstellen von Geschenken b. II beriick- heimlich beobachten, überwa­
bereitwillig sichtigenswert II die Berück­ chen
bereuen; einen Entschluß b. sichtigung, - II berücksichti­ Beschau die, -: eine amtliche
Berg der, -(e)s/-e; die Haare gungswürdig Kontrolle; Fleischbeschau; To­
stehen einem zu Berg(e): sie Beruf der, -(e)s/-e || berufen; tenbeschau II beschaulich; ein
sträuben sich || bergab [-ab] II gegen ein Urteil b.; sich auf ein beschauliches (ruhiges, besinn­
der Bergarbeiter, -s/- II berg­ Versprechen b. II beruflich II liches) Leben führen
auf [-auf] die Berufsberatung, -/-en II Bescheid der, -(e)s/-e (Amts-
bergen; ich berge, du birgst / berufsbildend; die berufsbil­ spr.): (schriftliche) Entschei­
barg / geborgen / birg!, bergt!; dende mittlere Schule (BMS): dung einer Behörde; Steuerbe­
etwas b. (in Sicherheit bringen) z. B. Handelsschule; die be­ scheid II (ohne PI.); B. (Aus­
Bergfex der, -en/-en (sal.): je­ rufsbildende höhere Schule kunft) geben; B. wissen: sich
mand, der ins Bergsteigen ver­ (BHS): z. B. Handelsakademie; auskennen
narrt ist II der Bergfried, -(e)s/ -► G.: allgemeinbildend; -► bescheiden (Verb); sich b.: sich
-e, Burgfried: Hauptturm einer G.: lehrer- und erzieherbil­ begnügen II (Amtsspr.); der
Burg II der Bergführer, -s/- II dend II das Berufsethos, -: Antrag wurde abschlägig be-
bergig ideale Berufsauffassung || die schieden: er wurde abgelehnt;
Bergisel der [Berlgilsel, Berglisel; Berufsschule, -/-n: berufsbil­ jemand(en) zu sich b.: ihn vor­
-/-], -(s): Anhöhe bei Inns­ dende Pflichtschule II berufstä­ laden II (Adj.); b. (genügsam,
bruck tig II der Berufstitel, -s/-: ein anspruchslos) sein II die Be­
Bergkristall der, -s/-e || der auszeichnender Titel, der sich scheidenheit, -
Bergler, -s/- (mda.): Bergbe­ auf eine bestimmte (berufli­ bescheinigen (Amtsspr.): schrift­
wohner II der Bergmann, -(e)s che) Tätigkeit bezieht, z. B. lich bestätigen II die Bescheini­
/-leute (-männer) || die Berg­ Medizinalrat, Oberstudienrat II gung, -/-en
not, -; in B. geraten: im Ge­ die Berufswahl, - II die Beru­ beschenken; jemand(en) reich­
birge in Gefahr kommen fung, -/-en; die B. zum Künst­ lich b.
II der Bergrettungsdienst, -(e)s ler fühlen || B. gegen ein Urteil Bescherung die, -/-en; Weih­
II die Bergstation, -/-en: einlegen: es anfechten nachtsbescherung || (ugs.); „Da
die oberste Station einer Berg­ beruhen; das beruht auf einem haben wir die Bescherung!“
bahn II bergsteigen II die Irrtum; etwas auf sich b. las­ beschicken; der Obstmarkt ist
Berg-und-Tal-Bahn, -/-en sen: diesbezüglich nichts unter­ reich beschickt: es wird viel
(in Vergnügungsparks) II die nehmen Obst angeboten
Bergwacht, -/-en II das Berg­ beruhigen; das weinende Kind beschieden (geh.); ihm war ein
werk, -(e)s/-e b.; sich b. II das Beruhigungs­ schweres Schicksal b.
Bericht der, -(e)s/-e; B. erstat­ mittel, -s/- beschimpfen; jemand(en) b.
ten: berichten II berichten; berühmt beschirmen (geh.): beschützen
über einen Unfall b. II der Be­ berühren Beschlag der, -(e)s/-sch läge;
richterstatter, -s/- berußt: mit Ruß bedeckt Türbeschlag II jemand(en) (et­
berichtigen II die Berichtigung, bes. = besonders was) in B. nehmen (ganz für
-/-en besagen; das will nichts b. II be­ sich beanspruchen) II beschla­
berieseln; ein Feld b. II die Be­ sagt; besagter (vorhin erwähn­ gen (Verb); Pferde b.: sie mit
rieselung, -/-en, Berieslung ter) Mann Hufeisen versehen || (Adj.);
beringen; Zugvögel b. (durch besaiten; die Geige frisch b.; -► das Fenster war b. (angelau­
Beinringe kennzeichnen) zartbesaitet fen); er ist sehr gut b.: er weiß
beritten; eine berittene Truppe besamen: befruchten viel II die Beschlagnahme,
Bernhardiner der [-di-], -s/- besänftigen; jemand(en) b. (be­ -/-n: behördliche Einziehung
= der Bernhardinerhund, ruhigen) (z. B. einer Schmuggelware) ||
-(e)s/-e besät (geh.); mit Blüten b. beschlagnahmen
Bernstein der, -(e)s: ein (übersät) beschleunigen II die Beschleu­
Schmuckstein (versteinertes Besatz der, -es/-sätze; Kleider­ nigung, -/-en
Harz) besatz (z. B. aus Spitzen oder beschließen; das Gesetz wurde
Bersch der, -(en)/- (landsch. Borten) II die Besatzung, -/-en beschlossen II der Beschluß,
derb): Bub, Bursch || berschen II die Besatzungszone, -/-n: -schlusses/-schlüsse; einen B.
(landsch.): raufen; du berscht von fremdem Militär besetztes fassen: etwas beschließen II be­
Berserker der [ber-, -ser-], Gebiet schlußfähig; ein beschlußfähi­
-s/-; wie ein B. (Besessener) besaufen sich (derb): sich be­ ger Gemeinderat II die Be­
toben trinken schlußfassung, -/-en
bersten; ich berste, du birst / beschädigen beschmutzen; damit beschmutzt
163
beschneiden B bestellen

du deine Ehre -(e)s/-e II der Beserlpark, jemand(en) eines Besser(e)n


beschneiden; jemand(en) in der -s/-s (-e) (W scherzh.): ein belehren; nichts Besseres wis­
Ausübung seiner Rechte b. kleiner, kümmerlicher Park sen; zum Besser(e)n wenden II
(einschränken) besessen; von einer Idee b. bessergehen; dem Kranken
beschnuppern; der Hund be­ (ganz eingenommen) sein wird es bald bessergehen; aber:
schnupperte den Fremden besetzen; „Der Platz ist schon mit den Schuheinlagen besser
beschönigen; etwas b.: es be­ besetzt!“; ein Kleid mit Spitzen gehen (können) II besserge­
wußt günstiger darstellen b.; eine Rolle in einem Thea­ stellt; ein bessergestellter Be­
beschottern; eine Straße b. terstück b.; ein Land (mit amter || bessern; ich bessere
beschränken: einengen; sich auf Truppen) b. II die Besetzung, (beßre) mich; das Wetter bes­
das Wesentliche b. II be­ -/-en sert sich II die Besserung,
schrankt; ein beschrankter besichtigen II die Besichti­ -/-en || besserungsfähig || der
(mit Schranken versehener) gungszeit, -/-en Besserwisser, -s/- II das Best,
Bahnübergang II beschränkt II besiedeln II die Besiedlung, -(e)s/-e: höchster ausgesetzter
(auch): dumm -/-en Gewinn (z. B. bei einer Tom­
beschreiben; ein Blatt eng b.; besiegeln; das Bündnis b. (gültig bola)
einen Weg b. II die Beschrei- abschließen); sein Schicksal ist Bestand der, -(e)s/-stände; der
bung, -/-en; Bildbeschrei­ besiegelt (in ungünstigem Sinn zehnjährige B. der Firma: ihr
bung; Personsbeschreibung entschieden) zehnjähriges Bestehen; Waren­
beschriften; ein Schild b.: etwas besiegen bestand: Vorrat II beständig;
draufschreiben II die Beschrif­ besinnen sich; sich eines Bes­ beständiges (gleichbleibendes)
tung, -/-en seren b.: sich für etwas Ver­ Wetter II die Bestandsauf­
beschuht: mit Schuhen verse­ nünftigeres entscheiden || be­ nahme, -: Inventur II der Be­
hen, Schuhe anhabend sinnlich; eine besinnliche standteil, -(e)s/-e
beschuldigen; jemand(en) des Stunde: eine Stunde des Nach­ bestärken; jemand(en) in seiner
Diebstahls b. II der Beschul­ denkens II besinnungslos Meinung b.
digte, -n/-n, die B.; ein Be­ Besitz der, -es/-e II besitzen || bestätigen; den Empfang der
schuldigter (im Zivilprozeß) II der Besitzer, -s/- II das Besitz­ Ware b. II die Bestätigung,
die Beschuldigung, -/-en tum, -s/-tümer II die Besit­ -/-en
beschummeln (ugs. sal.): an­ zung, -/-en: Grundbesitz, bestatten: einen Toten beerdi­
schwindeln Gutshof gen oder seine Asche beisetzen
Beschuß der, -Schusses; die besoffen (ugs. derb): (völlig) be­ II die Bestattung, -/-en; Lei­
Stadt lag unter B. trunken chenbestattung; Feuerbestat­
beschützen II der Beschützer, besohlen: doppeln tung
-s/- Besoldung die, -: Gehalt, Ent­ bestäuben; bestäubte Blüten II
beschwatzen (sal.); jemand(en) lohnung die Bestäubung, -/-en
b.: ihm etwas einreden besondere; ein besonderer Fall; bestbekannt II der Bestbieter,
Beschwerde die [-schwer-], -/ im besonderen; aber: das Be­ -s/-: jener, der das beste (nicht
-n; B. führen: sich beschwe­ sondere (Außergewöhnliche) unbedingt das billigste) Ange­
ren II (nur PI.): gestörtes an der Sache; ich sehe darin bot macht
Wohlbefinden II beschweren nichts Besonderes (nichts beste; AT/emschreibung: aufs be­
[-schwe-]; eine Plache mit Stei­ Außergewöhnliches); -► G.: ste; es ist das beste (am besten),
nen b.; sich über den Lärm b. II allgemein II besonders (bes.); zu schweigen; der erste beste,
beschwerlich; ein beschwer­ -•> insbesondere der erstbeste: irgendeiner; zum
licher Weg II die Beschwernis, besonnen: gut überlegt; ein be­ besten geben (halten); es steht
-/-nisse (geh.): Mühe, An­ sonnener (ruhig überlegender) mit dem Kranken nicht zum
strengung Mensch || die Besonnenheit, - (am) besten; Großschreibung:
beschwichtigen; jemand(en) b. besorgen; etwas für jemand(en) der (die) Beste in der Klasse;
(ihn beruhigen) II der Be­ b. II die Besorgnis, -/-nisse II das Beste aussuchen; zu dei­
schwichtigungshofrat, -(e)s/ besorgniserregend II besorgt; nem Besten; zum Besten der
-räte (scherzh.): jemand, der um den Kranken b. sein || die Menschheit; sein Bestes tun
sich stets bemüht, Beschwerde­ Besorgung, -/-en; Besorgun­ bestechen; jemand(en) b.: ihn
führer zu beschwichtigen gen (Einkäufe) machen durch Geschenke für sich ge­
beschwingt; ein beschwingter bespannen; ein Fahrzeug mit winnen || bestechend; eine be­
(schwungvoller) Gang Pferden b.; einen Fauteuil mit stechende (überzeugende) Idee
beschwipst (ugs. sal.): leicht be­ Stoff b. lassen II bestechlich; ein bestechlicher
trunken bespiegeln; sich b. (korrupter) Funktionär
beschwören; eine Aussage (als bespielen; ein Tonband b. Besteck das, -(e)s/-e; Eßbe­
Zeuge) b.; ich beschwöre dich, bespitzeln, ich bespitzle; je­ steck
die Wahrheit zu sagen manden) b.: ihn heimlich be­ bestehen; die Wohnung besteht
beseelt (geh.); ein beseelter (aus­ obachten und aushorchen aus mehreren Räumen II hart­
drucksvoller) Blick bespötteln; etwas b. näckig auf seinem Recht b. II
beseitigen: wegbringen; aus der besprechen; eine Angelegenheit eine Prüfung b.
Welt schaffen b. II ein Tonband b. bestehlen; der Reisende wurde
beseligend (geh.); ein beseligen­ besprengen; Blumen b. (gießen, bestohlen
des (erhebendes) Gefühl besprühen) bestellen; ein Buch b.; je-
Besen der, -s/- II der Besenbin­ bespritzen; mit Kot bespritzt mand(en) zum Bahnhof b.; im
der, -s/- II der Besenstiel, besser; alles besser wissen; aber: Frühjahr die Felder b.; es ist

164
Besteiliste B Beugung

schlecht um ihn bestellt: es betakeln [-/<?-], ich betakle betreuen; Kinder b.. Kranke b.:
geht ihm schlecht; zum Vorsit­ (mda.): übervorteilen, be­ für sie sorgen, sie pflegen II der
zenden bestellt (mit dem Vor­ schwindeln Betreuer, -s/- II die Betreu­
sitz betraut) werden || die Be- betasten ung, -/-en
stelliste [Belstellllilste], -/-n Betastrahlen die [be- ] (PI.): Betrieb der, -(e)s/-e; „Aufzug
Bestemm der, -s (ugs.); B. ma­ eine Art radioaktiver Strahlen nicht in Betrieb!“; im B. (z. B.
chen: sachlich nicht begründe­ betätigen; die Bremse b.: brem­ in der Fabrik); ein reger, leb­
ten Widerstand leisten; aus B. sen; sich künstlerisch b. hafter B. (Verkehr) II be­
dagegen sein betäuben; betäubender Lärm; triebsam: fleißig, rührig II das
bestenfalls II bestens; sich b. be­ einen Schmerz b. II die Betäu­ Betriebsklima, -s: die „At­
danken bung, -/-en mosphäre“ im Betrieb II die Be­
besteuern; jemand(en) hoch b. II beteilen: beschenken triebskosten (PI.) II der Be­
die Besteuerung, - beteiligen; am Gewinn beteiligt triebsrat, -(e)s/-räte: gewählte
bestgehaßt: am meisten gehaßt sein: einen Teil des Gewinns Vertretung der Arbeitnehmer
bestialisch [belstilalisch, - Istial-; erhalten; sich an einem Ge­ im Betrieb II das Betriebsrats­
-a-1; eine bestialische („vie­ schäft b.: mittun || die Beteili­ mitglied, -(e)s/-er II die Be­
hische“, grausame) Tat II die gung, -/-en triebswirtschaftslehre, -
Bestialität, -/-en II die Bestie Beteilung die, -: Zuteilung betrinken sich; er hat sich sinn­
[beßtie], -/-n: wildes Tier; Un­ beten; betete / gebetet || der Be­ los betrunken
mensch ter, -s/- betroffen: besorgt, bestürzt, ver­
bestimmen; den richtigen Zeit­ beteuern; seine Unschuld b. wirrt
punkt b.; etwas b. (anordnen); Beton der [-ton], -s/-e (-s): betrüben (geh.); jemand(en) b.
Pflanzen b. II bestimmt (Adj.); Zementmörtel; Betonmisch­ (traurig machen) || betrüblich
zur bestimmten (festgesetzten) maschine (geh.); eine betrübliche Nach­
Stunde II (Adv.); etwas b. (si­ betonen; ein Wort richtig b. richt II die Betrübnis, -/-nisse
cherlich) tun || die Bestimmt­ betonieren; den Hof b. (geh.)
heit, -; etwas mit B. behaupten Betonung die, -/-en Betrug der, -(e)s II betrügen; be­
II die Bestimmung, -/-en: betören: bezaubern, bezirzen trogen werden II die Betrüge­
Schicksal, Los betr. = betreffend, betreffs II rei, -/-en II betrügerisch; in
bestinformiert; etwas aus best­ Betr. = Betreff betrügerischer Absicht
informierten Kreisen erfahren Betracht; für eine Stelle in B. betrunken
Bestleistung die, -/-en: die be­ kommen; etwas in B. ziehen; Bett das, -(e)s/-en; ins B. ge­
ste Leistung (z. B. in einer etwas außer B. lassen II be­ hen; Flußbett II die Bettbank,
Sportart) trachten II beträchtlich; ein be­ -/-bänke II die Bettdecke,
bestmöglich; aber: das Bestmög­ trächtlicher (ziemlich großer) -/-n
liche (sein Bestes) versuchen Schaden II die Betrachtungs­ bettelarm [betltellarm] II die Bet­
bestoßen (westöst.); eine Alm weise, -/-n: Gesichtspunkt telei, -/-en, Bettlerei II betteln,
mit Vieh b. (belegen) Betrag der, -(e)s/-träge II betra­ ich bettle
bestqualifiziert: am besten be­ gen; das Gewicht betrug 30 kg; betten; jemand(en) sanft b.
urteilt, hervorragend geeignet sich gut b. (benehmen) || das Bettgeher der, -s/- (früher):
bestrafen Betragen, -s Untermieter, der nur eine
bestrahlen; einen Kranken b. betrauen; jemand(en) mit einer Schlafstelle benützen durfte II
Bestreben das, -s II bestrebt; er Aufgabe b. das Bettgewand t> -(e)s: Bett­
ist b. (bemüht), das Beste zu betrauern wäsche II das Betthupferl,
leisten beträufeln: mit Tropfen be­ -s/-n (ugs.); vor dem Schlafen­
bestreiten; das wird niemand b. feuchten gehen ein B. (eine kleine Sü­
(anzweifeln) II mit wenig Geld Betreff der [-tref], -s (Betr.) ßigkeit) bekommen
den Haushalt b. (führen) (Amtsspr.): kurze Angabe über bettlägerig, bettlägrig
bestrickend (geh.): bezaubernd den Inhalt (z. B. im „Kopf“ Bettler der, -s/- II die Bettlerei;
Bestseller der [beßt- ], -s/-; die­ eines Schreibens) II betreffen; -► Bettelei
ses Buch ist der B. (das meist- von einem Unglück betroffen Bettnässer der, -s/-
verkaufte Buch) des Monats werden; das betrifft nur die Er­ Bettruhe die, -; der Arzt verord­
bestücken: ausstatten, versehen, wachsenen; er fühlte sich nicht nte B. II die Bettschwere, -:
ausrüsten betroffen: er bezog den Vor­ Müdigkeit vor dem Schlafenge­
bestürmen; jemand(en) mit Bit­ wurf nicht auf sich || betref­ hen II die Bettstatt t» -/-en:
ten b. fend (betr.); b. den Beschluß II Bettgestell; Bett II der Bettvor­
bestürzt; über eine Nachricht b. der Betreffende, -n/-n, die B.: leger, -s/- II die Bettwäsche, -
(von ihr erschüttert) sein die Person, die gemeint ist II II das Bettzeug, -(e)s
Bestzeit die, -/-en: beste, betreffs (Präp. mit Gen.) betucht [-tucht] (ugs.): wohlha­
schnellste Zeit (z. B. beim (betr.); b. des Beschlusses bend
100- m- Lauf) betreiben; ein Geschäft b.; eine betulich [-tu-]: zuvorkommend
Besuch der, -(e)s/-e; auf B. sein elektrisch betriebene Eisen­ bemüht, aber umständlich
II besuchen II die Besuchszeit, bahn Beugel das, -s/- (landsch.): ein
-/-en betreten (Verb); „Den Rasen Gebäck; Mohnbeugel, Nuß­
besudeln, ich besudle: schmut­ nicht betreten!“ II (Amtsspr.); beugel
zig machen der Verbrecher wurde bei der beugen; das Knie b.; sich der
betagt (geh.); eine betagte (alte) Tat betreten (ertappt) || (Adv.); Gewalt b. II die Beugung,
Frau b. (verlegen) schweigen -/-en II (Gramm.): Deklina­

165
Beule B Bibliographie

tion (Biegung) (veranlassen) || der Beweg­ Diebstahls b. (beschuldigen)-


Beule die, -/-n; Frostbeule grund, -(e)s/-gründe II beweg­ beziehbar II beziehen; eine neue
beunruhigen [be|un|ru|hi|gen]; lich II das Bewegungsspiel, Wohnung bezogen haben II
jemand(en) b.; du brauchst -(e)s/-e Waren b.; ein hohes Einkom­
dich deswegen nicht zu b. Bewehrung die, -/-en: Stahlein­ men b. II sich auf ein Verspre­
beurkunden [belurlkunlden] lage im Beton (Armierung) II chen b. (berufen) II die Bezie­
(Amtsspr.): urkundlich bestäti­ (geh.): Bewaffnung hung, -/-en || beziehungs­
gen beweihräuchern (- wei - ] II weise (bzw.)
beurlauben [belurllaulben]; je- (auch): schmeichlerisch über­ beziffern; der Brandschaden
mand(en) b. treibend loben wurde mit 50 000 S beziffert
beurteilen [belurlteillen]; die beweinen; den Tod des Freun­ (angegeben); er beziffert sich
Leistung b. des b. auf 50 000 S
Beuschel das, -s/-: Lunge (von Beweis der, -es/-e II beweisen II Bezirk der, -(e)s/-e (Bez.); der
Tieren) als Speise II der Beu­ beweiskräftig II das Beweis­ politische B. II das Bezirksamt,
schelreißer, -s/- (ugs. sal.): stück, -(e)s/-e -(e)s/-ämter II das Bezirksge­
starker Tabak; starker bewenden; es dabei b. lassen: es richt, -(e)s/-e II der Bezirks­
Schnaps; Person, die anderen damit genug sein lassen II das hauptmann, -(e)s/-männer;
das letzte Geld abnimmt Bewenden, -s (geh.); die Sache der B. des Bezirks Reutte II
Beute die, -; Jagdbeute hat damit ihr B. die Bezirkshauptmannschaft,
Beutel der, -s/- || beuteln, ich Bewerb der, -(e)s/-e (Sportspr.): -/-en (BH) II der Bezirks­
beutle II (ugs.); den Kopf b. II Wettkampf II sich bewerben; schulrat, -(e)s/-räte II der Be­
der Beutelschneider, -s/-: Ta­ sich um eine Stelle b. II der zirksvorsteher, -s/-; der B.
schendieb II das Beuteltier, Bewerber, -s/-; Wohnungs­ eines Wiener Gemeindebezirks
-(e)s/-e (z. B. Känguruh) || der bewerber II das Bewerbungs­ bezirzen, becircen (sal.): betö­
Beutler, -s/- (ugs.); einen B. schreiben, -s/- ren, umgarnen; -*• Circe
bekommen: (am Kopf) ge­ bewerkstelligen [-werk-]: zu­ Bezug der, -(e)s/-züge: Gehalt,
schüttelt werden standebringen Lohn, Pension u. ä.; Monatsbe­
bevölkert II die Bevölkerung, bewerten: dieses Schmuckstück zug II (ohne PI.); mit Bezug
-/-en ist zu hoch bewertet (geschätzt) auf; aber: in bezug {auch: Be­
bevollmächtigen [-fol-]: eine bewilligen; ein Gesuch b. zug) auf II bezüglich (Adj.); ein
Vollmacht erteilen II der Be­ bewillkommen (geh.); sie wurde bezügliches Fürwort (Relativ­
vollmächtigte, -n/-n, die B.; feierlich bewillkommnet (be­ pronomen) II (Präp. mit Gen.)
ein Bevollmächtigter grüßt) (mit Abkürzung bzgl.); bezüg­
bevor: ehe II bevormunden II be­ bewirken: verursachen lich (bzgl.) Ihres Briefes
vorrechtet: privilegiert II be­ bewirten; den Gast gut b. bezwecken; etwas b. (beabsichti­
vorschussen, du bevorschußt: bewirtschaften [ - wirf - ]; eine be­ gen); was bezweckst (willst) du
einen Vorschuß geben II bevor­ wirtschaftete Schutzhütte damit?
stehen II bevorzugen Bewirtung die, -/-en bezweifeln; die Richtigkeit der
bewachen II der Bewacher, -s/- bewohnbar II bewohnen II der Angaben b.
bewaffnen; bewaffnete Banden Bewohner, -s/- bezwingen; einen Berg b.
bewahren; „Gott bewahre!“: bewölkt; es ist b. BG das [be ge], -/-: Bundesgym­
„Gott behüte!“; jemand(en) Bewunderer der, -s/- II bewun­ nasium; Gymnasium
vor Schaden b.; Ruhe b. dern II bewundernswert II be­ BGBl, das [be ge be el], -: Bun­
bewähren sich; diese Erfindung wunderungswürdig desgesetzblatt
hat sich bewährt bewußt; etw'as b. (mit Absicht) Bgld. = Burgenland
bewahrheiten sich: sich als tun; sich keiner Schuld b. sein; BH der [be ha], -(s)/-(s): Bü­
wahr, richtig heraussteilen aus dem bewußten (bekannten) stenhalter
Bewährungsfrist die, -/-en II Grund II bewußtlos II das Be­ BH die [be ha], -/-(s): Bezirks­
der Bewährungsheller, -s/-: wußtsein, -s hauptmannschaft
geschulter Betreuer von Haft­ Bez. = Bezirk Bhf. = Bahnhof
entlassenen bei ihrer Resoziali­ bezahlen II die Bezahlung, - BHS die [be ha es], -/-: berufs­
sierung bezähmen; seinen Zorn b.; sich bildende höhere Schule; be­
bewältigen; eine Arbeit wird in b.: sich beherrschen rufsbildend
kurzer Zeit bewältigt (voll­ bezaubern; ein bezauberndes Biathlon das [Bilathllon; bi-],
bracht) Wesen -(s)/-s, der B.: Skilanglauf mit
bewandert; in seinem Fach b. bezeichnen: kenntlichmachen; Schießwettbewerb
(tüchtig, erfahren) sein benennen II bezeichnend; es ist Bibel die, -/-n: die Heilige
Bewandtnis die, -/-nisse (geh.); b., daß . . .; der bezeichnendste Schrift (Altes und Neues Testa­
damit hat es eine andere B.: (charakteristischste) Fall II be­ ment)
das ist anders zu verstehen, es zeichnenderweise II die Be­ Biber der, -s/-: ein Nagetier;
verhält sich anders zeichnung, -/-en ein Pelz
bewässern II die Bewässerungs­ bezeigen; jemand(erq) Achtung Biberl das (mda.); -► Piperl
anlage, -/-n b. (erweisen) biberin, piperin (mda.): (gern)
bewegen; bewegte / bewegt; die bezeugen; die Wahrheit b.: sie alkoholische Getränke trinken
Hand b.; sich b.; bewegte Luft; als Zeuge bekräftigen; ich be­ Bibliographie die [Bilbliolgra-
bewegt (ergriffen) sein II bewe­ zeuge (bestätige, erkläre), phie; -fi\, -/-n: ein systemati­
gen; bewog / bewogen: je­ daß . . . sches Bücherverzeichnis (zu
manden) zum Nachdenken b. bezichtigen; jemand(en) des einem bestimmten Sachgebiet)

166
bibliophil B bis

II bibliophil [-///]: bücherlie­ überstellung von Vermögen gebunden II der Binder, -s/-;
bend II die Bibliothek [-tek], und Schulden; Handelsbilanz II Faßbinder II der Bindestrich,
-/-en: Bücherei II der Biblio­ bilanzieren -(e)s/-e (-); der B. im Wort
thekar [-kar], -s/-e bilateral [b[-ral];ein bilaterales römisch-katholisch || der Bind­
biblisch [bilblisch]; biblische (zweiseitiges) Abkommen; -*• faden*, -s/-fäden: Spagat,
Namen; aber: die Biblische Ge­ G.: multilateral dünne Schnur II das Bindl,
schichte Bild das, -(e)s/-er II bilden; die -s/-n (mda.): eine Krawatte II
Bichl der, -s/-n, Pichl (mda.): bildende Kunst (Malerei, Bild­ die Bindung, -/-en; Skibin­
Hügel, „Bühel“, Abhang hauerei usw.); sich b.: Bildung dung
Bidet das [-de], -(s)/-s: Sitz- erwerben: entstehen II der Bil­ Binkel der, -s/-(n), Pinkel
badebecken derrahmen, -s/- II der Bild­ (mda.): Bündel1 II das Binkerl,
bieder; ein biederer (ehrlicher, funk, -(e)s: drahtlose Bildüber­ -s/-n, Pinkerl (mda.): kleines
treuherziger) Mensch II das tragung II der Bildhauer, -s/- Bündel; Herzbinkerl (liebes
Biedermeier, -(s): Kunstrich­ II bildhübsch II das Bildl, -s/-n Kind)
tung und bürgerlicher Lebens­ (mda.); sich bei jemand(em) binnen (Präp. mit Dat., auch
stil in der ersten Hälfte des ein B. einlegen: sich bei ihm mit Gen.); b. (innerhalb) zwei
19. Jh. II echtes B.: Biedermei­ beliebt machen II bildlich; eine Monaten (b. zweier Monate);
ermöbel u. dgl. bildliche Redensart (z. B. der b. einem Jahr (b. eines Jahres):
Biegel das, -s/-(n) (mda.): Ge­ Fuß des Berges) II das Bildnis, b. Jahr und Tag; b. kurzem II
flügelschenkel -nisses/-nisse: Porträt II der die Binnenschiffahrt, - II der
biegen; bog / gebogen; auf Bie­ Bildschirm, -(e)s/-e || bild­ Binnenstaat, -(e)s/-en: Staat,
gen und Brechen: mit aller Ge­ schön II der Bildstock, -(e)s/ der nicht ans Meer grenzt
walt II (Gramm.): deklinieren || -stocke: ein Marterl Binom das [-nom], -s/-e
biegsam II die Biegung, -/-en; Bildung die, -/-en; Wolkenbil­ (Math.): Summe aus zwei Glie­
(Gramm.): Deklination (Beu­ dung; Regierungsbildung II dern
gung) (ohne PI.): geistige Formung II Binse die, -/-n: eine Sumpf­
Biene die, -/-n II der Bienen­ die Bildungsanstalt, -/-en; B. pflanze II (sal.); in die Binsen
schwarm, -(e)s/-schwärme für Kindergartenpädagosik gehen: verlorengehen; un­
Biennale die [Bilenlnalle; bi\- Billard das [bijar], -s/-s: ein brauchbar werden II die Bin­
ena- ], -/-n: Veranstaltung, die Kugelspiel; der Tisch dafür; B. senwahrheit,-/-en = die Bin­
alle zwei Jahre stattfindet II das spielen; -* Karambol II das Bil­ senweisheit, -/-en: Altbe­
Biennium [-en- ], -s/ Biennien lardspiel, -(e)s/-e kanntes, Selbstverständliches
[~nien]: Zeitraum von zwei Billet das [bije], -s/-s: Glück­ Biochemie die [Biolchelmie;
Jahren; damit verbundene Ge­ wunschkarte in einem Kuvert bio-], -: die Lehre von den
haltsvorrückung II Eintrittskarte II (t für): Fahr­ chemischen Vorgängen in der
Bier das, -(e)s/-e; zwei Krügel karte II der Billeteur [bijetör], belebten Natur
B. || der Bierhansl (mda.); — -s/-e: Platzanweiser, der die Biograph der [Biolgraph; -graf],
Hansl II das Bierkrügel, -s/- II Eintrittskarten überprüft (z. B. -en/-en: Verfasser einer Le­
der Biertippler, -s/- (W): ge­ im Theater, im Kino) bensbeschreibung II die Biogra­
wohnheitsmäßiger Trinker von Billiarde die [-ar-], -/-n: tau­ phie [-//], -/-n
Bierresten send Billionen (10IS) Biologe der [Biollolge; -/«-],
Biest das, -(e)s/-er: lästiges, billig; Waren billigst abgeben; es -n/-n II die Biologie [-gi], -:
bösartiges Tier; ein Schimpf­ ist recht und b.: es ist angemes­ Wissenschaft von den Lebewe­
wort sen II billigen; etwas b. (guthei­ sen II biologisch [-/o- ]; biologi­
bieten; bot / geboten; je­ ßen) scher Gemüseanbau II die Bio­
mandem) die Hand b.; Trotz Billion die [-ott], -/-en: eine nahrung, - II die Biophysik, -:
b.: widerstehen, trotzig entge­ Million Millionen = tausend die Lehre von den physikali­
gentreten Milliarden (1012) schen Vorgängen inderbelebten
Bifang der [bi-], -s/-fänge: Billrothbatist der [bil-], -(e)s: Natur II der Biotop [-top], -s/-e,
schmaler, rasenbestandener ein wasserdichter Verbandstoff das B.: Lebensraum bestimmter
Grenzstreifen zwischen zwei Bim die, - (W sal.): Straßenbahn Pflanzen- bzw. Tierarten
Äckern; Ackerstreifen Bimetall das [bi-1, -s/-e = der bipolar [bi-lar]: zweipolig
bifokal [bt-kal]: mit zwei Brenn­ Bimetallstreifen, -s/-: Strei­ Birett das [-ret], -(e)s/-e: Kopf­
punkten (bei Brillengläsern) fen aus zwei miteinander ver­ bedeckung der katholischen
Bigamie die [-mi], -/-n: unge­ bundenen Metallen Priester
setzliche Doppelehe bimmeln, ich bimmle; ein bim­ Birke die, -/-n II das Birken­
Big-Band die [bigbänd], -/-s: melndes Glöcklein reisig, -s II der Birkhahn,
großes Jazz- oder Tanzorche­ Bimsstein der, -(e)s/-e: ein vul­ -(e)s/-hähne
ster kanisches Gestein; zum Abrei­ Birnbaum der, -(e)s/-bäume II
bigott [-got] (abw.): frömmelnd ben (z. B. der Haut) verwende­ die Birne, -/-n; die elektrische
Bijouterie die [~sehuteri_], -: tes Stück davon B. (Glühlampe) II birnenför­
Schmuckwaren, -herstellung, binär [-ner]: nur aus zwei Ele­ mig, bimförmig II das Birnen­
-handel, -geschäft menten (Teilen) bestehend II kompott, -(e)s/-e
Bikini der [-Ä7-], -(s)/-s: ein die Binärzahl, -/-en (Math.): bis (Präp. mit Akk.); bis Eisen­
zweiteiliger Damenbadean­ Zahl im Zahlensystem mit der stadt; bis nächsten Freitag; bis
zug Grundzahl 2; z. B. 5 = „101“ auf weiteres; von . . . bis . . .;
Bilanz die [-lantß], -/-en: Binde die, -/-n II das Bindege­ aber: vom ... bis (zum) ... II
Rechnungsabschluß; Gegen­ webe, -s/- II binden; band / (Konj.); warten, bis er kommt

167
Bisamratte B blenden

II (ugs.); erst spielen, bis (so­ Bl. = Blatt (z. B. einer Hand­ der Blattschuß, -Schusses/
bald) die Aufgabe gemacht ist schrift) -schüsse (Jägerspr.): Schuß ins
Bisamratte die [bi-], -/-n Blabla das [-bla], -(s) (ugs. sal.): Herz II der Blatttrieb, -(e)s/-e
Bischof der, -s/Bischöfe II bi­ leeres Gerede, Unsinn blau II (ugs.); b. (betrunken) sein
schöflich II das Bischofsbrot, blad [blad] (W mda. abw.): dick II das Blau, -(s)/-; das B. des
-(e)s/-e: eine gebackene Mehl­ blähen; der Wind bläht die Se­ Himmels; in B. (gekleidet):
speise || der Bischofsstab, gel II der Blähhals, -es/-hälse blau angezogen; ihr steht B.
-(e)s/-Stäbe II die Blähung, -/-en; an Blä­ gut; ins Blaue (unsachlich; ge­
bisexuell [bilselxulell; bi-el]: hungen leiden dankenlos) reden; eine Fahrt
beiden Geschlechtern zuge­ blamabel [-ma-]: beschämend; ins Blaue (mit unbekanntem
wandt; zweigeschlechtlich eine blamable Angelegenheit II Ziel) II blauäugig II blaublütig:
bisher: bis jetzt II bisherige; das die Blamage [-maseh], -/-n: adelig II der Blauburgunder,
bisherige Leben; aber: alles Beschämung; Schande; Bloß­ -s/-: -*• Blauer Burgunder II
Bisherige stellung II blamieren; je­ der Blaudruck, -(e)s/-e; ein
Biskotte die [-kot-, auch: manden) b. (bloßstellen); sich Stück B. (Webe) für Schürzen II
bischko-], -/-n reine (löffelför­ b.: sich lächerlich machen der Blaue, -n/-n (sal.): An­
mige) Biskuitart blank: rein, glänzend, bloß II hänger der FPÖ; ein Blauer;
Biskuit das [Bislkuit; - kwit], (ugs.); b. (ohne Mantel) gehen die Blaue II (ugs. sal.):Tausend­
-(e)s/-e (-s): eine feine gebak- blanko; ein b. (unausgefüllt) un­ schillingschein II die Bläue, - II
kene Mehlspeise; eine Bäckerei terschriebener Scheck II die der Blaue Burgunder, -n
bislang [-lang]: bis jetzt Blankovollmacht, -/-en: un­ -s/-n -, Blauburgunder: eine
Bison der [bi-], -s/-s: nordame­ beschränkte Vollmacht Reb- und Weinsorte II der
rikanischer Büffel Blankvers der, -es/-e: ein reim­ Blaue Portugieser, -n -s/-n -:
Biß der, Bisses/Bisse loser Vers (fünftaktige Jam­ eine Reb- und Weinsorte II der
bißchen (ugs.: bissei, bißl, bis­ ben) Blaufränkisch, -(s)/-, Blau­
serl); ein b.: ein wenig; ein b. blankziehen; den Säbel b.; fränkische, -n/-n: eine Reb-
Geduld; das b. Zeit, das wir „Zieh blank!“ und Weinsorte II blaugrün:
noch haben Blasbalg der, -(e)s/-bälge, bläulichgrün || blau-grün; ein
Bissen der, -s/- Blasebalg b. (blau und grün) gestreifter
bisserl (ugs.); -*■ bißchen Blase die, -/-n; kochende Stoff II das Blaukraut, -(e)s:
Bißgurn die [biß-], -/- (mda.): Milch wirft Blasen; Harnblase Rotkraut II bläulich II das
Schimpfwort für eine zänki­ II blasen; du bläst / blies / ge­ Blaulicht, -(e)s/-er: ein Warn­
sche Frau blasen || der Blasengel, -s/-: signal II blaumachen (ugs.):
bissig II die Bissigkeit, - pausbäckige Engelsfigur II der nicht arbeiten II die Blausäure,
bißl (ugs.); -*■ bißchen Bläser, -s/-: Musiker, der ein -: ein Gift II blauweißrot (Far­
Bistro das, -s/-s: eine kleine Blasinstrument spielt; (PI. benreihe z. B. einer Fahne)
Gaststätte auch): die Blasinstrumente im Blazer der [ble}ser], -s/-: eine
Bistum das [Bisltum; biß-], Orchester Jacke
-s/-tümer: Amtsbereich eines blasiert: eingebildet; gelang­ Blech das, -(e)s/-e II die Blech­
katholischen Bischofs weilt tuend bläser (PI.): die Spieler der
bisweilen t [- wei- ]: manchmal Blasinstrument das [Blaslin- Blechblasinstrumente II ble­
Bit das, -(s)/-(s) (Zeichen: bit): strulment], -(e)s/-e || die Blas­ chen (ugs.): zahlen II blechern:
Einheit der Information; -► musik, -/-en aus Blech II der Blechschaden,
Byte Blasphemie die [-femi], -/-n: -s/-schäden; bei diesem Ver­
Bitsche die (mda.); -*■ Pitsche Gotteslästerung II blasphe- kehrsunfall entstand nur B.
Bittag der [Bittltag], -(e)s/-e misch [-fe- ] blecken; die Zähne b. (drohend
(kath.): Tag, an dem ein Bitt­ blaß, blässer (blasser), am bläs­ zeigen)
gang stattfindet sesten (blässesten) || blaßblau II Blei das, -(e)s: ein Metall; B.
bitte; b. schön; bitte wenden! (b. die Blässe, -; Gesichtsblässe II gießen; Senkblei
w.!); wie b.? II die Bitte, -/-n || der Blassei, -s/-(n), das B., Blei der, -s/-(e): Bleistift
bitten; bat / gebeten Blaßl (mda.): Pferd oder Rind bleiben; blieb / geblieben II blei­
bitter II (auch): unangenehm II mit weißem Stirnfleck II bläß­ benlassen; er soll es b. (unter­
bitterkalt; ein bitterkalter Tag; lich lassen)
aber: es ist bitter kalt II die Bit­ Blatt das, -(e)s/Blätter II (mit bleich II die Bleiche, -/-n; die
terkeit, -/-en II bitterlich; b. Abkürzung Bl.); Blatt (Bl.) 14 Wäsche lag auf der B. II blei­
weinen || die Bitterschokolade, dieser Handschrift || (in Men­ chen; bleichte / gebleicht II das
-/-n genangaben mit PI. Blatt); fünf Bleichgesicht, -(e)s/-er II das
Bitumen das [-tu-], -(s)/-: eine Blatt Papier Bleichmittel, -s/- II die
teerartige Masse Blatter die, -/-n: Blase II (nur Bleichsucht t> -: Blutarmut
bitzein (mda.); -► pilzein PI.): eine ansteckende Krank­ bleiern: aus Blei, wie Blei
Biwak das [bi-], -s/-s (-e): La­ heit (Pocken); die von ihr hin- Bleikristall das, -s: (wertvolles)
ger im Freien II biwakieren terlassenen Narben Glas mit Bleizusatz; das
bizarr [-tßar]: seltsam, abson­ blättern; in einem Buch b. Kristall
derlich, wunderlich blatternarbig Bleistift der, -(e)s/-e
Bizeps der [bi-], -(es)/-e: ein Blätterteig der, -(e)s/-e II der Blende die, -/-n; mit großer,
Oberarmmuskel Blätterwald, -(e)s (scherzh.): mittlerer, kleiner B. fotografie­
BKA das [be ka a], - = Bundes­ die (Tages)zeitungen II die ren II blenden: blindmachen;
kanzleramt Blattlaus, -/-läuse II blättrig || vom Scheinwerfer geblendet

168
blendend B Boiel

werden || blendend; b. (strah­ -häuser Stück geronnenes Blut II blutig


lend, auffallend) schön blockieren: absperren, an der II blutjung [-jung]: sehr jung II
Bleß der, -/Blessen, die B.; — Bewegung hindern; die Räder blutrünstig [blut- ]: blutgierig II
Blassei II die Blesse, -/-n: wei­ b.: sie drehen sich nicht die Blutschande, -; Inzest II
ßer Stirnfleck bei Pferden und Blockschrift die, - die Blutsenkung, -/-en: eine
Rindern blöd II blödeln, ich blödle (ugs.): Blutuntersuchung zur Feststel­
blessiert t* verwundet II die zum Vergnügen Unsinniges lung von Erkrankungen II das
Blessurf [-ßur], -/-en treiben II die Blödheit, -/-en II Blutserum, -s/-seren (-sera) II
Bletschen die, -/-, Pietschen der Blödsinn, -(e)s II blödsinnig der Blutspender, -s/- II bluts­
(mda.): großes Pflanzenblatt; blöken; blökende Schafe verwandt II der Blutsver­
größerer Fleck (z. B. Schmutz­ blond; blondes Haar; eine wandte, -n/-n, die B.; ein
fleck) blonde Semmel II das Blond, Blutsverwandter
Blick der, -(e)s/-e II blicken II -(s)/- II blondgelockt II die Blutzer der (mda.); -► Plutzer
der Blickfang, -(e)s/-fange II Blondine [-di- ], -/-n BM (in Abkürzungen) = Bun­
das Blickfeld, -(e)s/-er bloß (Adv.): nur II (Adj.); mit desministerium
blind; ein blinder Mann; ein bloßer (ungeschützter) Hand II B-Matura die; -»• Beamten ma-
blindes (vorgetäuschtes) Fen­ die Blöße, -/-n; sich eine B. tura
ster; ein blinder (ohne Fahr­ geben; Waldblöße II bloßfüßig BMS die [be em es], -/-: berufs­
karte versteckt mitfahrender) II bloßköpfig II bloßlegen II bildende mittlere Schule
Passagier; ein blinder (unnöti­ bloßstellen Bö die, -/-en, die Böe, -/-n:
ger; falscher) Alarm II die Blouson das [blusö, -son], der heftiger Windstoß
Blinddarmentzündung, -/-en B., -(s)/-s: eine blusige Jacke Boa die [boa], -/-s: eine Rie­
II Blindekuh; B. spielen || der Bluejean die [Blueljean; blu- senschlange II ein langer,
Blindenhund, -(e)s/-e II die dsehijn], -/-s = die Bluejeans, schmaler Schal; Federboa
Blindenschrift, - II blindflie­ -/-: eine Hose; Bluejean(s)- Bob der, -s/-s: Kurzwort für
gen: ohne Sicht fliegen II der hose; -► Jean Bobsleigh; Bob fahren II die
Blindflug, -(e)s/-flüge II der Blues der [keine Trenn.; blus], Bobbahn, -/-en || der Bob­
Blindgänger, -s/-: nicht explo­ -/-: ein schwermütiges Lied sleigh [Boblsleigh; böbßle'],
diertes Geschoß II (ugs.)'Versa­ (der nordamerikanischen Ne­ -s/-s: steuerbarer schwerer
ger II die Blindheit, - II blind­ ger); ein Tanz Rennschlitten
lings; b. über die Straße laufen Bluff der [blöf, auch: blaf], Bock der, -(e)s/Böcke; Reh­
II blindmachen: blenden II die -s/-s: beabsichtigte Täuschung bock; Ziegenbock II ein Ar­
Blindschleiche, -/-n: eine Ei­ II bluffen beitsgerät; ein Turngerät; B.
dechse II blindschreiben; auf blühen; ein blühender Baum; springen; ich springe (über
der Schreibmaschine b. eine blühende (gut gedeihende) den) B. II (ugs.); einen B. schie­
blinken II der Blinker, -s/- (am Wirtschaft ßen: einen groben Fehler ma­
Kraftfahrzeug) II das Blink­ Blume die, -/-n; die B. (der chen II bockbeinig: störrisch II
licht, -(e)s/-er Duft, der besondere Ge­ böckeln (mda.): nach Ziegen­
blinzeln, ich blinzle schmack) des Weines; etwas bock riechen II bocken; das
Blitz der, -es/-e II der Blitzab­ durch die B. (umschreibend) Pferd bockt (ist störrisch) II das
leiter, -s/- II blitzartig II blitz­ sagen || das Blumenbeet, Bockerl, -s/-n (landsch.): Föh­
blank II blitzblau II blitzen; es -(e)s/-e II das Blumenkind, renzapfen || bockig: steif; stör­
blitzt II (ugs.): mit Blitzlicht fo­ -(e)s/-er (früher): -► Hippie II risch || der Bockkäfer, -s/- II
tografieren; du blitzt II das der Blumenkohl*, -s: Karfiol Bockshorn (ugs.); sich nicht
Blitzgespräch, -(e)s/-e II die II der Blumenstock, -(e)s/ ins B. jagen (nicht einschüch­
Blitzlichtaufnahme, -/-n II -stocke II blumig tern) lassen II das Bockshörndl,
blitzsauber: sehr sauber II Blunze die, -/-n (auch: Plunze) -s/-n (ugs.): eine südländische
blitzschnell II die Blitzzange,, (mda.): Blutwurst II dicker Frucht (Johannisbrot) II das
-/-n: eine schnell verstellbare Mensch II blunzen, Blunzen Bockspringen, -s II bocksteif;
Rohrzange (mda.); das ist mir b. (egal) b. (sehr hart) gefroren
Blizzard der [bliserd], -s/-s: Bluse die, -/-n; Hemdbluse II Boden der, -s/Böden; Dachbo­
Schneesturm (in Nordamerika) blusig den; Fußboden; Talboden II
Bloch der, -(e)s/-e (Blöcher), Blut das, (e)s II blutarm [blut-]; (ohne PI.): Erdboden II die Bo­
das B. (landsch.): geschlägerter b. sein: zu wenige rote Blutkör­ denbürste, -/-n II bodenlos;
und entrindeter Baumstamm || perchen (im Blut) haben II eine bodenlose Frechheit II das
das Blochziehen, -s: ein Volks­ blutarm [-arm]: sehr arm Bodenpersonal, -s (im Flugha­
brauch Blüte die, -/-n fen) II bodenständig; boden­
Block der, -(e)s / Blöcke Blutegel der [Blutlegel; blut-], ständiges (einheimisches) Ge­
(Blocks); Abreißblöcke; Häu­ -s/- II bluten werbe II die Bodenstiege, -/-n
serblocks Blütenstaub der, -(e)s II blüten­ II das Bodenturnen, -s
Blockade die [-kg-], -/-n: Ein­ weiß: leuchtend weiß Bodybuilding das [Boldylbuil-
schließung; Absperrung der Bluterder, -s/-:jemand, dessen ding; bodibil-], -(s): ein syste­
Zufuhr Blut schwer gerinnt matisches Muskeltraining II
Blockflöte die, -/-n II blockfrei; Bluterguß der [Blutlerlguß], der Bodycheck [- tschek], -s/-s
blockfreie Staaten: Staaten, die -gusses/-güsse (Sportspr.): erlaubtes Rempeln
keinem Mächteblock angehö­ Blütezeit die, -/-en; die B. der (z. B. im Eishockey)
ren und Distanz zum „Westen“ römischen Kultur Böe die; Bö
betonen II das Blockhaus, -es/ Blutgerinnsel das, -s/-: ein Bofel der (ugs. abw.); -► Pofel
169
Bofese B Boudoir

Bofese die; -*• Pofese -/-en (sal.): sehr gute, ausge­ Bundes-Oberstufenrealgymna­
Bogen der, -s/Bögen (Bogen); lassene Stimmung || der Bom­ sium; Oberstufenreal­
mit Pfeil und B. || Brückenbo­ ber, -s/-: ein Kampfflugzeug gymnasium
gen; Regenbogen; Bögen auf zum Abwerfen von Bomben Borke die, -/-n: äußerer Teil
dem Eis laufen; zwei Bogen Pa­ Bon der [bö, auch: bon], -s/-s: der Baumrinde II der Borken­
pier II in Bausch und B.: insge­ Gutschein; Kassenzettel käfer, -s/-
samt II das Bogenlaufen, -s bona fide [bö- fi-] (lat., geh.): Born der, -(e)s/-e (geh.): Brun­
Boheme die [Bolheme; boem], -: im guten Glauben, vertrauens­ nen, Quelle
Künstler oder Studenten mit voll borniert: beschränkt, dumm II
ungebundener Lebensweise II Bonbon das [böbö, auch: bon- die Borniertheit, -
der Bohemien [Bolhelmilen; bon], -s/-s; Schokoladebon­ Börse die, -/-n: Geldbörse II
-miä], -s/-s bons II die Bonbonniere [Bon- Platz, wo Warengeschäfte im
böhmakeln [bö-] (ugs. abw.): bonlnilere, - Iniel -; -bonjer], großen und Geldgeschäfte ab­
fehlerhaftes Deutsch, das vom -/-n: Geschenkpackung mit geschlossen werden; das Ge­
Tschechischen beeinflußt ist, Bonbons bäude dafür II das Börsel,
sprechen; ich böhmakle II der bonieren: einen Bon ausstellen II -s/-n, Börsl (ugs.): Geld­
Böhme, -n/-n II Böhmen: die Bonifikation, -/-en: Ver­ täschchen
westlicher Teil der Tschechi­ gütung, Entschädigung II die Borste die, -/-n; Schweinsbor­
schen Republik II böhmisch; Bonität, -: (finanzielle) Zuver­ ste II der Borstenpinsel, -s/- II
böhmische Dalken lässigkeit z. B. einer Firma das Borstenvieh, -(e)s II bor­
Bohne die, -/-n || der Bohnen­ Bonmot das [bömo], -(s)/-s: stig
kaffee, -s II die Bohnenstange, treffende, witzige Bemerkung Borte die, -/-n: Schmuckband
-/-n Bonus der [bo-], - (Bonusses)/- zum Aufnähen oder Einfassen
bohren II der Bohrer, -s/- II der (Bonusse): Gutschrift für Kun­ börteln, ich börtle; Blechkanten
Bohrturm, -(e)s/-türme II die den, Sondervergütung II Prä­ b. (umbiegen)
Bohrung, -/-en mienermäßigung nach unfall­ bös, böse; ein böser Mensch;
böig [bö-]\ böiges Wetter: Wet­ freiem Fahren (in der Kfz- aber: das Gute und das Böse;
ter mit stoßweise wehenden Haftpflichtversicherung); -► jemand(em) b. sein: ihm grol­
Winden; -*■ Bö G.: Malus len II (ugs.); auf jemand(en)
Boiler der [Boiller; bo*-), -s/-: Bonze der, -n/-n (abw. für): ho­ bös sein II bösartig
Apparat zur Warmwasserberei­ her Funktionär Böschung die, -/-en II der Bö­
tung und -Speicherung Boom der [bum], -(s)/-s: plötzli­ schungswinkel, -s/-
Boje die [bo-], -/-n: ein veran­ cher (wirtschaftlicher) Auf­ Bösewicht der, -(e)s/-e II bos­
kertes schwimmendes Schiff­ schwung haft II die Bosheit, -/-en
fahrtszeichen Boot das, -(e)s/-e; B. fahren II Bosniak der [-ak], -en/-en: Be­
Bolero der [~le~], -(s)/-s: ein das Bootfahren, -s II der Boots­ wohner von Bosnien (Bosnier)
spanischer Tanz II ein kurzes, bauer, -s/- II das Bootshaus, II (landsch. auch für): ein
offenes Jäckchen -es/-häuser || der Bootsmann, schmales, dunkles Weckerl ||
Bolide der [-//-], -n/-n: schwe­ -(e)s/-leute; ein Unteroffizier Bosnien [Boslnilen; boßnien]\
rer Rennwagen auf Schiffen II der Bootsver­ Land in Südosteuropa
Böller der, -s/- {auch: Polier): leih, -(e)s/-e Bosnigl der, -s/-n (mda.): bos­
kleiner Mörser, mit dem bei Bor das, -s: ein chemisches Ele­ hafter Mensch
festlichen Gelegenheiten ge­ ment; Borsalbe; Borwasser Boss der, -es/-e, Boß, Bosses/
schossen wird; B. schießen; Pa­ Bora die [bo-], -/-s: ein Fall­ Bosse (sal.): Chef
pierböller || böllern {auch: pöl- wind im Adriagebiet bossen (mda.); Nüsse b.: sie vom
lern) Borax der [60-], -(es), das B.: Baum schlagen; -*• paschen
Boilette die [-let-], -/-n (Amts- ein Borsalz, das z. B. zum böswillig
spr.): Zoll- oder Steuerbe­ „Weichmachen“ des Wassers Botanik die [-ta-], -: Pflanzen­
scheinigung verwendet wird kunde II der Botaniker, -s/- II
Bollwerk das, -(e)s/-e: Befesti­ Bord der, -(e)s/-e: oberster botanisch; aber: der Botani­
gungsanlage; Schutzwehr Schiffsrand; an B. gehen: das sche Garten, z. B. in Wien ||
Bolschewismus der, -: eine rus­ Schiff, das Flugzeug besteigen; botanisieren: Pflanzen sam­
sische Form des Kommunismus eine Ladung an B. haben; von meln und bestimmen
Bolzen der, -s/-: ein Eisenstift; B. gehen Bote der, -n/-n II botmäßig
ein Geschoß Bord das, -(e)s/-e: Wandbrett; (geh.); jemand(em) b. (unter­
Bombardement das [Bomlbarlde- Bücherbord tan, zum Gehorsam verpflich­
ment; -bardmä], -s/-s: Be­ bordeaux [-do], bordeauxrot: tet) sein II die Botschaft, -/-en:
schießung; Bombenabwurf II weinrot; b. (bordeauxrote) Nachricht || diplomatische Ver­
bombardieren Schuhe II das Bordeaux, -: eine tretung eines Staates im Aus­
bombastisch [-ba-\\ eine bom­ Farbe land II der Botschafter, -s/-
bastische (schwülstige) Rede Bordell das [-del], -s/-e: „Freu­ Böttcher* der, -s/-: Faßbinder,
Bombe die, -/-n: ein Spreng­ denhaus“ (Haus für Prostitu­ Bottichmacher II der Bottich,
körper II der Bombenerfolg, ierte) -(e)s/-e; Waschbottich
-(e)s/-e (sal.): sehr großer Er­ Bordüre die [-dü-], -/-n: Ein­ Boucle der [Boulcle; bukle],
folg II bombenfest (sal.); etwas fassung; Borte, Randmuster -(s)/-s: eine Gewebeart II
b. (steif und fest) behaupten II Borg f; auf B. kaufen II borgen: (auch): Boucleteppich II der
bombensicher II (sal.): ganz si­ leihen Boucleteppich, -s/-e
cher || die Bombenstimmung, BORG das [be o er ge], -/-: Boudoir das [Bouldoir; bud°ar].
170
Bouillon B Bremse

-s/-s (geh.): Damenzimmer -n/-n: Angehöriger der Prie­ brauen; Bier b. II der Brauer,
Bouillon die [Bouilllon; bu'jö], sterkaste in Indien -s/- II die Brauerei, -/-en II
-/-s: klare Fleischsuppe Brailleschrift die [bra‘(le)~ ], -: das Brauhaus, -es/-häuser
Boulevard der [Boullelvard; Blindenschrift braun; aber: ein kleiner Brau­
bulwar], -(s)/-s: breite Pracht­ Brainstorming das [Brainlstor- ner: ein Mokka mit Obers
straße II das Boulevardblatt, ming: bre'nßtor- ], -(s)/-s: eine (oder Milch) II das Braun,
-(e)s/-blätter: eine Sensations­ Methode gemeinsamer Pro­ -(s)/- II bräunen || braunge­
zeitung blemlösung || der Brain- Trust, brannt: von der Sonne abge­
Bouquet das [buke], -s/-s; -► Braintrust [-traßt], -(es) (-s) brannt II die Braunkohle, -/-n
Buket II „Blume“ des Weines /-s (-truste): Beratungsaus­ II der Bräunl, -s/-n (mda.):
Bourgeois der [Bourgeois; schuß braunes Pferd II bräunlich
burseh°a], -/- (abw. für): be­ Bramburi die [bram-] (PI.) Brause die, -/-n: Dusche II das
sitzstolzer Bürger II die Bour­ (ostöst. scherzh.): Erdäpfel Brausebad, -(e)s/-bäder ||
geoisie [-si], -/-n: Großbür­ Branche die [Branlche; brasch], brausen, du braust; brausender
gertum -/-n: Berufszweig, Fach; Ge­ Herbstwind; sich b.: sich du­
Bouteille die [Boulteillle; bute}j, schäftszweig schen II das Brausepulver, -s/-
auch: -tele], -/-n: (0,7-1- Brand der, -(e)s/Brände; Wund­ Braut die, -/Bräute II der Bräu­
Wein)flasche (mit langem, brand II brandein (ugs.); es tigam, -s/-e II die Brautjung­
schlankem Hals) brandelt: es riecht nach einem fer, -/-n II das Brautkranzerl,
Boutique die [Boultilque; butik], Brand || (ugs. sal.): zahlen -s/-n || das Brautpaar, -(e)s/-e
-/-n: kleines Fachgeschäft für branden; brandende (an das brav; b. sein || bravo [brawo] II
Modeartikel Ufer schlagende) Wogen bravourös [-wurös]: meister­
Bovist der [-wißt], -(e)s/-e: brandig; eine brandige (fau­ haft, tollkühn II das Bravour­
Staubpilz lende) Wunde II der Brandle­ stück [-wur- ], -(e)s/-e: ge­
Bowdenzug der [bau-], -(e)s ger, -s/- II das Brandmal, wagte Tat, virtuose Leistung
/-züge, Baudenzug: Drahtka- -(e)s/-e II brandmarken: öf­ BRD die [be er de], - (nichtamt­
bel für Kraftübertragung (z. B. fentlich anprangern || brand­ liche Abkürzung): Bundesre­
bei der Fahrradbremse) neu (sal.): ganz neu, aktuell II publik Deutschland
Bowle die [bole], -/-n: ein Ge­ die Brandsohle, -/-n: Sohle Break das [bre}k], -s/-s (im Ten­
tränk aus Wein und Früchten im Innern des Schuhes II die nis): Durchbrechen des gegne­
(z. B. Pfirsichbowle); Gefäß Brandstatt, -/-Stätten = die rischen Aufschlags II (Mus.):
dafür Brandstätte, -/-n || der Brand­ Zwischensolo im Jazz
Bowling das [bou-], -(s)/-s: stifter, -s/- brechen; ich breche, du brichst
amerikanisches Kegelspiel Brandung die, -/-en; -*• bran­ / brach / gebrochen / brich!,
Box die, -/-en: Abteil in einem den brecht!; sein Wort b. II sich
Stall oder einer Garage; Ein­ Brandy der [brändi], -s / Bran- übergeben, erbrechen
zelraum in Ausstellungen dies (Brandys): Branntwein Brecher der, -s/-: schwere Mee­
boxen, du boxt || der Boxer, Branntwein der, -(e)s/-e: reswelle
-s/-: ein Sportler II eine Hun­ Schnaps II der Branntweiner t, Brechreiz der, -es/-e II die
derasse || (ugs.): ein Faust­ -s/-: Wirt einer Branntwein­ Brechstange, -/-n II die Bre­
schlag II der Boxkampf, -(e)s/ schank II (ugs. auch für): chung, -/-en; die B. der
-kämpfe Branntweinschank; Säufer Lichtstrahlen
Boy der [bo*], -s/-s: Bub, Brasilianer der [Bralsillilaner, Bregenz [bre-]\ Landeshaupt­
Bursch, junger Mann; Bote; - Ilial-; -lia- ], -s/- II brasilia­ stadt von Vorarlberg II der Bre­
Liftboy nisch || Brasilien [Bralsillilen; genzer Wald, - -(e)s II der Bre-
Boykott der [bo'kot], -(e)s/-s -silien] genzerwälder, -s/-: Bewohner
(-e); über jemand(en) einen B. Brat das, -s. Brät*: Wurstfülle des Bregenzer Waldes
verhängen II boykottieren; je­ braten; du brätst / briet / gebra­ Brei der, -(e)s/-e II breiig
manden) b.: ihn meiden, äch­ ten || der Braten, -s/- II der Brein der, -s (mda.): Gersten­
ten; ein Geschäft b.: dort Bratensaft, -(e)s/- säfte II das brei II (t für): Hirse(brei)
grundsätzlich nicht einkaufen Brathendl {auch: Brathendel), breit; des langen und breiten II
Bozen: Hauptstadt von Südtirol -s/-n II das Bratrohr, -s/-e die Breite, -/-n II (auch): die
brach: unbebaut II die Brache, Bratsche die [brat-], -/-n: ein geographische B. || der Breite­
-/-n: das Brachliegen; unbe­ Streichinstrument (Viola) II der grad, -(e)s/-e, Breitengrad II
bauter Acker || das Brachfeld, Bratschist, -en/-en der Breitenkreis, -es/-e: Par­
-(e)s/-er: unbebauter Acker Bräu das, -(e)s/-e: Brauhaus, allelkreis zum Äquator II der
Brachialgewalt die [-«/-], -; Brauerei; das dort gebraute Breitensport, -(e)s; — G.: Lei­
einen Widerstand mit B. Bier (z. B. Stadtbräu) || Bräu- stungssport II sich breitma­
(handgreiflich, brutal) brechen stüb(er)l chen: viel Raum beanspru­
brachliegen: ungenützt sein; Bräu der, -(e)s/-e (S): Brauerei­ chen; aber: den Weg breit ma­
dieses .;eld ist brachgelegen: es besitzer, der selbst ausschenkt chen (breit anlegen) II breit­
war u -ibebaut II das Brachlie­ Brauch der, -(e)s/Bräuche: schultrig li breitspurig II breit­
gen, - ;: Brache Sitte; das ist . bei uns B. II treten (sal.); eine Sache b.: sie
Brackwasser das, -s/-: Mi­ brauchbar II brauchen; ich weitschweifig darlegen, über­
schung von Fluß- und Meer­ brauchte (auch als Konjunk­ mäßig wichtig machen
wasser (an Flußmündungen) tiv): ich würde brauchen || das Bremse die, -/-n: ein Insekt II
Brahma [bra-]: indische Gott­ Brauchtum, -s/-tümer eine Hemmvorrichtung; Vier­
heit II der Brahmane [-ma-]. Braue die, -/-n; Augenbraue radbremse; Notbremse

171
bremsein B Brustbild

bremsein (ugs.); es bremselt preßter Kohlenstaub in Ziegel­ ben II bröselig, bröslig II brö­
(kribbelt) im Finger oder Eiform seln, ich brösle || das Bröserl,
bremsen, du bremst II der Brem­ brillant [-Ijant]: glänzend, her­ -s/-n (ugs.); nicht ein B.: gar
ser, -s/- II die Bremsspur, vorragend II der Brillant, nichts
-/-en || der Bremsweg, -en/-en: Diamant mit be­ Brot das, -(e)s/-e II der Brot­
-(e)s/-e stimmtem Schliff || die Bril­ laib, -(e)s/-e II brotlos; b.
brennbar || brennen; brannte / lanz, -; eine Aufgabe mit B. (ohne Einkommen) sein; eine
gebrannt || der Brenner, -s/- II (mit meisterhafter Geschick­ brotlose (nichts einbringende,
die Brennerei, -/-en || die lichkeit) erledigen wenig einträgliche) Kunst II
Brennessel [Brennlneslsel], -/ Brille die, -/-n: Augengläser das Brotstudium, -s: ein auf si­
-n II brennheiß II der Brenn­ brillieren: mit einer Leistung cheres und rasches Unterkom­
punkt, -(e)/-e II (auch): Mittel­ glänzen men angelegtes Studium || der
punkt des Geschehens II der Brimsen der, -(s)/-: ein Schaf­ Brotwecken, -s/-
Brennstoff, -(e)s/-e II die käse BRT = Bruttoregistertonne
Brennsuppe, -/-n: Einbrenn­ bringen; brachte / gebracht Bruch der [bruch], -(e)s/Brüche;
suppe Brioche das [Briloche; briosch, Knochenbruch; Vertragsbruch;
brenzein (ugs.); es brenzelt: es -osch], -/-s: ein mürbes Ge­ Dezimalbruch; Tortenbruch
riecht nach Brand II brenzlich, bäck II das Briochekipfel, -s/- (Reste) II die Bruchbude, -/-n
brenzlig; ein brenzlicher Ge­ = das Briochekipferl, -s/-n (sal.): baufälliges Gebäude ||
ruch; es wird b. (gefährlich) brisant [-sant]: hochexplosiv; bruchfest II brüchig || die
Bresche die, -/-n; eine B. sehr aktuell und heikel || die Bruchlandung, -/-en: Lan­
(Lücke) schlagen; in die B. Brisanz, - dung, bei der das Flugzeug be­
springen: helfend eingreifen Brise die, -/-n: leichter Wind schädigt wird II bruchrechnen
Brett das, -(e)s/-er II der Bret­ Brite der, -n/-n: Bewohner II der Bruchstrich, -(e)s/-e ||
terboden, -s/-böden II das Großbritanniens II britisch; das Bruchstück, -(e)s/-e II der
Brettl {auch: Brettel), -s/-n aber: die Britischen Inseln Bruchteil, -(e)s/-e
(ugs.): kleines Brett II Ski II Broadway der [Broadlway; Brücke die, -/-n II ein Zahn­
Kleinkunstbühne, Cabaret II braduei], -s: eine Theater­ ersatz || ein (kleiner) Teppich II
der Brettlboden {auch: Brettel­ straße in New York der Brückenbau, -(e)s/-ten II
boden), -s/-böden: Boden aus Broccoli die [brok-] (PI.): eine der Brückenbogen, -s/-bögen
schmalen Brettchen II brettl­ Gemüseart (-bogen) || die Brückenwaage,
eben, bretteleben (ugs.) II die bröckelig, bröcklig II brocken -/-n
Brettljause {auch: Brettel­ (ostöst. ugs.); Beeren b. (pflük- Bruckfleisch das, -es: Fleischab­
jause), -/-n: kleine kalte ken) || der Brocken, -s/- schnitzel, besonders Innereien;
Mahlzeit, auf einem Brettl ser­ brodeln: sieden, wallen II (ugs.): Speise daraus
viert II das Brettspiel, -(e)s/-e langsam sein, Zeit verschwen­ Bruder der, -s/Brüder II brüder­
(z. B. Schach) den; ich brodle II der Brodler, lich || die Bruderschaft, -/-en:
Breve das [brewe], -(s)/-n (-s): -s/- (ugs.) religiöse Vereinigung II mit je­
ein kürzeres päpstliches Schrei­ Brokat der [-kat], -(e)s/-e: ein mandem) B. trinken: mit ihm
ben; Urkunde schweres, gemustertes Gewebe; per du werden
Brevier das [-wir], -s/-e (in der Goldbrokat Brühe die, -/-n; Kraftbrühe II
röm.-kath. Kirche): Stunden­ Brom das [brom], -(s): ein che­ (abw.): trübe (stinkende) Flüs­
gebet II (auch): Gebetbuch misches Element sigkeit II brühwarm; etwas b.
Brezel das, -s/-n, die B., -/-n: Brombeere die [brom-], -/-n (sofort) weitererzählen
ein Gebäck; Salzbrezel II die Bronchialkatarrh der [-al- ], brüllen
Brezen, -/- (mda.) -s/-e: Bronchitis II die Bron- brummen || (sal.); b. müssen:
BRG das [be er ge], -/ -: Bundes­ chie [bronchie], -/-n: Veräste­ eine Strafe absitzen
realgymnasium; -► Realgym­ lung der Luftröhre || die Bron­ Bründl das, -s/-n, Brünnl
nasium chitis [-chi-], -/Bronchitiden (mda.): Quelle, Brunnen
Bridge das [keine Trenn.; [-//-]: Entzündung der Bron­ brünett [~net]\ braunhaarig
bridsek], -: ein Kartenspiel || chien Brunft die, -/-en (Jägerspr.);
die Bridgepartie, -/-n Bronze die [Bronlze; bröß(e)], -► Brunst
Brief der, -(e)s/-e || der Brief­ -/-n: eine Metallmischung; Brunnen der, -s/- II die Brun­
kasten, -s/-kästen (-kästen) || ein Kunstgegenstand aus B. || nenkresse, -: eine Salatpflanze
das Briefkastl, -s/-n (ugs.) II bronzen: aus Bronze II die II das Brunnenrohr, -(e)s/-e
brieflich II die Briefschaften Bronzezeit, - II bronzieren: II der Brunnenschwengel, -s/-
(PI.) II die Brieftasche, -/-n || mit Bronzefarbe überziehen, II das Brunnenwasser, -s,
der Briefträger, -s/- II die anstreichen Brunnwasser || das Brünnl
Briefwaage, -/-n II der Brief­ Brosamen t die [bro-] (PI.): (mda.); -*• Bründl
wechsel, -s/-: Korrespondenz Brotbrösel (Speiserest) Brunst die, -/Brünste: Paa­
Bries das, -es/-e: eine Drüse Brosche die [Brolsche; brosch(e)], rungszeit bei einigen Tierarten;
(z. B. des Kalbes); Speise dar­ -/-n, die Brosch, -/-en: -► Brunft II Feuersbrunst II die
aus Schmucknadel Brunstzeit, -/-en
Brigade die [-ga-], -/-n: eine broschiert: geheftet; ein bro­ brunzen (mda. derb): Harn las­
größere Truppeneinheit II der schiertes Buch II die Broschüre sen; du brunzt
Brigadier [-dir], -s/-e: Kom­ [-schü-], -/-n: Druckschrift brüsk: schroff II brüskieren: be­
mandant einer Brigade mit weichem Einband leidigend abweisen
Brikett das [-ket], -(e)s/-s: ge­ Brösel das, -s/-(n); Brösel rei­ Brust die, -/Brüste II das Brust­
172
brüsten B bummlest

bild, -(e)s/-er: bildliche Dar­ men; er ist b. (tatsächlich, ohne der Bügelladen, -s/-läden: Bü­
stellung von Kopf und Ober­ Übertreibung) verhungert gelbrett II bügeln, ich bügle II
körper II sich brüsten: protzen Bucht die, -/-en; Meeresbucht die Büglerin, -/-innen
II brustschwimmen; er ist Buchtel die, -/-n, das B., -s/-n bugsieren (sal.); jemand(en) ins
brustgeschwommen II der (mda.: Wuchtei): eine gebak- Haus b. (hineindrängen, hin­
Brusttee, -s/-s: Hustentee II kene Mehlspeise einschieben)
die Brüstung, -/-en: Schutzge­ Buchung die, -/-en; im Reise­ Bühel der, -s/-: Hügel; Bichl
länder; Brustwehr II die Brust­ büro eine B. vornehmen buhlen; um jemandes Gunst b.
warze, -/-n Buchweizen der, -s (landsch.: Buhne die, -/-n: Schutzdamm
Brut die, -/-en; Bruteier; Brut­ der Heiden): eine Mehlfrucht­ in Flüssen und Seen
henne pflanze Bühne die, -/-n: erhöhter Bo­
brutal [~tal]\ roh, gewalttätig II Buckel der, -s/- II buckelfün­ den; Theaterbühne; zur B. ge­
die Brutalität, -/-en ferin [-fiin-] (mda. derb); er hen: Schauspieler werden || das
brüten; brütende Hitze II brutig; kann mich b.: er kann mir den Bühnenbild, -(e)s/-er: künst­
eine brutige Henne Buckel hinunterrutschen II die lerische Gestaltung der Bühne
brutto [bruto] II die Bruttoein­ Buckelkraxe [buk-], -/-n für eine bestimmte Auffüh­
nahme, -/-n: Gesamtein­ (mda.): ein Rückentraggestell II rung II der Bühnenbildner,
nahme ohne Abzüge II das buckelkraxen [-kra-] (mda.); -s/- II bühnenreif II die Büh­
Bruttogewicht, -(e)s: Gewicht jemand(en) b. tragen: ihn auf nensprache, -: festgelegte Aus­
der Ware samt Verpackung; dem Rücken tragen II sich sprache der deutschen Hoch­
Nettogewicht; -► Tara II die bücken II das Buckerl, -s/-n sprache II der Bühnentanz,
Bruttoregistertonne, -/-n (ugs.): Verbeugung; ein B. ma­ -es/-tänze: für ein Bühnen­
(BRT) (in Österreich keine ge­ chen II bucklig; aber: die Buck­ werk (z. B. Ballett) bestimmter
setzliche Maßeinheit): ein lige Welt (ein Hügelland in Tanz II das Bühnentürl, -s/-n
Raummaß für Handelsschiffe Niederösterreich) (ugs.): Theatereingang für die
(2,831 6 m3) Bückling der, -s/-e: Verbeu­ Schauspieler
brutzeln; der brutzelnde Braten gung II geräucherter Hering Buhruf der, -(e)s/-e: eine Miß­
BSA der [be es a], -: Bund Sozia­ buddeln1" (ugs.): (im Sand) wüh­ fallensäußerung
listischer Akademiker, Intel­ len, graben; ich buddle Buket das [-ke], -s/-s, Bouquet:
lektueller und Künstler || der Buddha [Budldha; buda]: indi­ Blumenstrauß
BSAler, -s/- (ugs.) scher Religionsstifter; Buddha­ Bülcher der (W mda.); -► Pül­
Bub der [bub], -en [6u-]/-en II figur II der Buddhismus, -: die cher
(auch): eine Spielkarte II der Lehre des Buddha II der Bulgare der [~ga~], -n/-n II
Bube t [bu-]y -n/-n: Schuft II Buddhist, -en/-en || buddhi­ Bulgarien [Bullgalrilen; -ga-
das Bubenstückt, -(e)s/-e stisch rien] II bulgarisch
(geh.): Schandtat Bude die, -/-n: Hütte; Markt­ Bulldogg der [bul-], -s/-s = die
Buch das, -(e)s/Bücher II der stand II (Studentenspr.): Zim­ Bulldogge, -/-n: eine Hunde­
Buchbinder, -s/- II der Buch­ mer II (auch): Werkstätte rasse
drucker, -s/- Budel die, -/-n, auch: Pudel Bulldozer der [bul-ser], -s/-:
Buche die, -/-n II die Buch­ (ugs.): Verkaufstisch || Kegel­ Planierraupenschlepper
ecker [Buchleklker], -/-n = bahn Bulle der, -n/-n; Elefanten­
die Buchei, -/-n (mda.): Budget das [büdsehe], -s/-s: Zu­ bulle (-männchen) II (*): Stier
Frucht der Buche sammenstellung der zu erwar­ II (* ugs. abw.): Polizist
buchen (Verb); einen Betrag b.: tenden Einnahmen und Ausga­ Bulle die, -/-n: eine mittelalter­
ihn ins Kassabuch bzw. auf ein ben z. B. einer Gemeinde oder liche Papst- oder Herrscherur­
Konto eintragen; einen Flug des Staates (Haushaltsplan, kunde; die Goldene Bulle
b.: einen Platz für eine Flug­ Voranschlag) II budgetär [-ter] Bulletin das [Bullleltin; bültä],
reise bestellen II (Adj.): aus Bu­ II budgetieren: im Budget vor­ -s/-s: ein (amtlicher) Bericht
chenholz; ein buchenes Scheit sehen Bumerang der [bu-], -s/-s: ge­
Bücherei die, -/-en: Bibliothek Büfett* das [-fet], -(e)s/-s (-e): krümmtes Wurfholz, das zum
II der Bücherkasten, -s/-kä­ Büffet Werfer zurückfliegt
sten (-kästen) II das Bücherre­ Büffel der, -s/-: eine Rinderart Bummel der, -s/-: zielloser Spa­
gal, -s/-e II die Buchführung, II (sal.): sturer Mensch II büf­ ziergang II die Bummelei, - II
-/-en II der Buchhalter, -s/- II feln, ich büffle (Studentenspr.): bummeln, ich bummle; wir
die Buchhaltung, -/-en II der viel, angestrengt lernen sind durch die Stadt gebum­
Buchhändler, -s/- II die Buch­ Büffet das [-fe], -s/-s, Buffet t- melt; wir haben gebummelt:
handlung, -/-en || das Büchl, Schanktisch; Geschirrkasten; wir haben uns zuviel Zeit ge­
-s/-n, Büchel (ugs.); Postbüchl kleine Gaststätte (z. B. Bahn­ lassen II der Bummelstreik,
Buchs der [-kß], -es/-e = der hofsbüffet); Automatenbüffet -(e)s/-s II der Bummelzug,
Buchsbaum, -(e)s/- bäume: Buffo der, -s/-s: Sänger komi­ -(e)s/-züge (ugs.)
ein immergrünes Laubgewächs scher Rollen Bummerl das, -s/-n (ugs.): Ver­
Büchse die \-kß-], -/-n: ein Be­ Bug der, -(e)s/Büge; Hosenbug lustpunkt, -partie beim Kar­
hälter; Sparbüchse II ein Jagd­ II (mit PI. Buge, meist Sing.): tenspiel; das B. (der Gefoppte,
gewehr II das Büchserl, -s/-n vorderster Teil z. B. eines Benachteiligte) sein II der Bum-
Buchstabe der, -n(s)/-n II buch­ Schiffes; -*• G.: Heck merlsalat, -(e)s/-e (W): ein
stabieren; ein Wort b. II buch­ Bügel der, -s/-; Kleiderbügel; (Winter)salat
stäblich [buch-]; etwas b. (ge­ Steigbügel II das Bügeleisen, bummfest (ugs.); b. (vollkom­
nau nach dem Wortlaut) neh­ -s/- II die Bügelfalte, -/-n II men) geschlossene Fenster

173
bummvoll B Butter

bummvoll (ugs.): gesteckt voll, ein B. Holz II bürdein (mda.): burren (mda.); das Feuer burrt
überfüllt Bürdein machen im Ofen (es macht ein dumpfes
bumsternazl [bum-] (mda.): ein Burenwurst die, -/-würste Geräusch)
Ausruf (meist nach dem Hin­ (landsch.) Bursch der, -en/-en; ein fe­
fallen eines Kindes) Burg die, -/-en; Burgtor || scher B.; Schankbursch II der
Bund der, -(e)s/Bünde: Bünd­ (ugs.); „Nicht um die Burg!“: Bursche, -n/-n (meist abw.);
nis, festes Band, Bündel; einen „Um keinen Preis!“ II (ohne ein übler B. || die Burschen­
B. schließen; Staatenbund II PI.): das Burgtheater (in Wien) schaft, -/-en: Studentenver­
(auch mit PI. Bunde): Hosen­ Bürge der, -n/-n || bürgen; für bindung; Gemeinschaft der (le­
bund; Schlüsselbund II (mit jemand(en) b.: für ihn gutste­ digen) Burschen eines Dorfes II
Gen. -es und ohne PI.): der hen, die Bürgschaft überneh­ burschikos [-kos]', ein burschi­
österreichische Bundesstaat; men koses (betont ungezwungenes,
die bundesstaatlichen Einrich­ Burgenland das, -(e)s (Bgld., B): formloses) Benehmen
tungen im Gegensatz zu denen ein österreichisches Bundes­ Bürste die, -/-n II bürsten || der
der (Bundes)länder II (in Men­ land II der Burgenländer, -s/- Bürstenbinder, -s/-
genangaben auch mit Art. das II die Burgenländerin, -/ Bürzel der, -s/-(n), das B.: Vo­
und PI. Bund): Bündel, Ge­ -innen || burgenländisch; bur­ gelsteiß
binde; ein B. Schnittlauch; drei genländisches Obst; aber: die Bus der, Busses/Busse: Kurz­
Bund Holz Burgenländische Landesregie­ form für Autobus, Omnibus
Bündel das, -s/- II bündeln; ich rung II das Burgenländisch- Busch der, -es/Büsche: Strauch
bündle Reisig Kroatisch, -, Burgenländisch­ II das Büschel, -s/- II der Bu­
Bundesbahn die, -/-en: die kroatisch = das Burgenland­ schen, -s/- (ugs.): Bündel von
Österreichischen Bundesbah­ kroatisch, - II das Burgenlän­ Blumen, Zweigen u. ä. II die
nen (ÖBB) || die Bundeserzie­ disch - Kroatische, -n. Burgen­ Buschenschank, -/-en {auch:
hungsanstalt, -/-en (BEA) ländischkroatische = das Bur­ der B., -s/-en): Weinaus­
(früher für): höhere Internats­ genlandkroatische, -n schank im Freien II die Bu­
schule des Bundes II das Bürger der, -s/-; Staatsbürger, schenschenke, -/-n II das Bü­
Bundesgesetzblatt, -(e)s/-blät- Mitbürger || die Bürgerinitia­ scherl, -s/-n || buschig
ter (BGBl.) || das Bundes­ tive, -/-n: zur Durchsetzung Busen der, -s/-: weibliche Brust
heer, -(e)s II die Bundes­ bestimmter Forderungen gebil­ II (t, geh. auch für): Herz, Ge­
hymne, -/-n; die österreichi­ dete Vereinigung || bürgerlich; müt II Meerbusen II der Busen­
sche B. || der Bundeskanzler, das bürgerliche Recht: das Zi­ freund, -(e)s/-e (oft scherzh.);
-s/- II das Bundeskanzleramt, vil- oder Privatrecht, das für er ist sein B. (bester Freund)
-(e)s (BKA) || das Bundesland, alle gilt; aber: das Allgemei­ Buserer der [bu- ] -s/- (landsch.
-(e)s/-länder || der Bundesmi­ ne Bürgerliche Gesetzbuch ugs.): kleiner Auffahrunfall,
nister, -s/- II das Bundesmini­ (ABGB) II der Bürgermeister Blechschaden II buserieren t
sterium, -s/-ministerien; das [bür-], -s/- II die Bürgermei­ (ugs. sal.); jemand(en) b. (drän­
B. für Justiz || der Bundesprä­ sterin, -/-innen || der Bürger­ gen, nötigen)
sident, -en/-en II der Bundes­ schreck, -(e)s: einer, der sich Business das [BulsiIness; bisniß],
rat, -(e)s: die zweite Kammer provozierend verhält -, Busineß: Geschäft, Ge­
des österreichischen Parla­ Burgfried der; -► Bergfried schäftsleben
ments II (mit PI. -räte): eines Bürgschaft die, -/-en; -► bür­ Bussard der [büß-, -ßard],
ihrer Mitglieder II die Bundes­ gen -(e)s/-e: eine Falkenart
regierung, -/-en II die Bun­ Burgtheater das, -s: ein Bundes­ Buße die, -/-n; B. tun II büßen,
desrepublik, -/-en; die B. theater in Wien („die Burg“) du büßt; für seine Sünden b.
Deutschland II der Bundes­ Burgunder der [-gun- ], -s: Bur­ Busserl das, -s/-n: ein Kuß II
staat, -(e)s/-en; der österrei­ gunderwein; -♦> Blauer Burgun­ eine Bäckerei; Kokosbusserl
chische B. der; Weißer Burgunder || bußfertig: zur Buße bereit
bündig; kurz und b. die Burgunderrübe, -/-n Bussole die [~ßo~], -/-n: ein
Bündnis das, -nisses/-nisse Burgverließ das, -es/-e, Burg­ Kompaß
Bungalow der [bun-lo, ban-], verlies: Kerker einer Burg II Buß- und Bettag der, -(e)s/-e:
-s/-s: modernes ebenerdiges der Burgvogt, -(e)s/- vögte ein evangelischer Feiertag
(Sommer)haus (früher): Aufseher einer Burg Büste die, -/-n: weibliche Brust
Bunker der, -s/-: befestigter burlesk \-leßk\. possenhaft II II plastisches Brustbild; eine B.
Unterstand; Vorratsbehälter; die Burleske, -/-n: Posse, Schuberts II der Büstenhalter,
Kohlenbunker Schwank -s/- (BH)
bunkert (mda.): klein und dick­ Burnus der, - (Burnusses)/Bur- Butler der [bat-], -s/-: (engli­
lich nusse: Beduinenmantel mit scher) Hausbediensteter in lei­
Bunsenbrenner der, -s/-: ein Kapuze tender Stellung
Gasbrenner Büro das[-ro], -s/-s II der Büro­ Butte die, -/-n; eine B. voller
bunt II die Buntheit, - II das angestellte, -n/-n, die B.; ein Weintrauben || das Büttel,
Buntmetall, -s/-e: Kupfer, Büroangestellter II der Büro­ -s/-n: kleine Butte mit nur
Zinn, Messing usw. || das krat [Bülrolkrat; -krat], einem Griff
Buntpapier, -s/-e II bunt­ -en/-en (oft abw.) II die Büro­ Büttel* der, -s/- (früher): Ge­
scheckig || der Buntstift, kratie [-r/], -/-n (oft abw.): richtsbote; Häscher
-(e)s/-e Beamtenschaft; Beamtenherr­ Büttenpapier das, -s/-e: eine
Bürde die, -/-n: Last schaft II bürokratisch [-kra-]: (teure) Papierart
Bürdel das, -s/-n (mda.): Bund; übertrieben „amtlich“ Butter die, - II (sal.); B. am Kopf
174
Butterbrot C Chamois

(etwas angestellt) haben II das aber: eine Calvinische Schrift: Casino das; —*■ Kasino
Butterbrot, -(e)s/-e II buttern: eine Schrift des Reformators Cassette die; Kassette
Butter rühren, stoßen || die Johannes Calvin || der Calvi­ Casus belli der [ka- beli], - -
Butterseite, -/-n: die günstige nist, -en/-en, Kalvinist: An­ (lat.): Grund zum Krieg bzw.
Seite einer Sache hänger der Lehre Calvins Streit
Butz der, -en/-en (westöst.): Camembert der [kam aber, catchen [kätsch en ], du catcht II
Kobold; -*• Butz und Stingel II kämember], -s/-s: eine Käse­ der Catcher, -s/-: Freistilrin­
der Butzen, -s/-: Kerngehäuse sorte ger
des Apfels, der Birne u. a. II die Campanile der [kam-ni-], -/-: Caterpillar der [ka-ler, kä-],
Butzenscheibe, -/-n: kleine, frei stehender Glockenturm -s/-(s): ein Planier-, Raupen­
runde Glasscheibe (eines Fen­ (bes. in Italien) fahrzeug
sters) II Butz und Stingel campen [kam-]: zelten II cam- Causa die [kau-], -/Causae
(mda.); mit B. u. S.: ganz und pieren [kampi-]; -*• kampieren [-se]\ Grund, Ursache; Streit­
gar II das Camping [kam - ], -s II der fall
Butzerl das (ugs.); -► Putzerl Campingplatz, -es/-plätze CD [tße de] = Corps diploma­
b. w. = bitte wenden Canape das [ka-pe]; -► Kanapee tique: diplomatisches Korps
Byte das [keine Trenn.; bait], Canasta das [kana-], -s: ein CD die [tße de], -/-(s) = Com­
-(s)/-(s) (Zeichen: B): „Zei­ Kartenspiel II canastern pact Disc II der CD-Player
chen“, Einheit von 8 Bits; -*• Cancan der [käkä], -s/-s: ein [-plejer], -(s)/-(s) (engl.) =
Kilobyte Bühnentanz der CD-Spieler, -s/-: Abspiel­
byzantinisch [bü-ti-]; byzanti­ cand. = candidatus [kan-da-]; gerät für CDs
nische Kunst (im oströmischen z. B. cand. med. (candidatus Cedille die [Celdillle; ßedO],
Reich, etwa 6. bis 15. Jh.) II medicinae) = Kandidat der -/-n [-dijen]: Häkchen unter
(auch): unterwürfig, schmeich­ Medizin: Mediziner (kurz) vor einem Buchstaben als Ausspra­
lerisch Abschluß seiner Studien chezeichen; z. B.: Fa^on [faßö]
bzgl. = bezüglich Canon der [kanjon, -jön], -s/-s: Cellist der [tschelißt], -en/
B-Zug der, -(e)s (früher): Zwei­ enges, tief eingeschnittenes Tal -en: Cellospieler || das Cello
ter Klassenzug der Haupt­ (bes. im Westen Nordameri­ [tschelo], -s/-s (Celli), Violon­
schule kas) cello: ein Streichinstrument
bzw. = beziehungsweise Canossagang der [kanoß- ], Cellophan das [tßelofan], -s, Zel­
-(e)s, Kanossagang; einen C. lophan: eine glasklare Kunst­
antreten: sich vor jemand(em) stoffolie
c demütigen, um seine Verzei­
hung zu erlangen
Celsius [tßel- ] (C); 20° C II das
Celsiusthermometer, -s/-, der
c das [tße] (Kleinbuchstabe), cantabile [kanta-] (Mus.): ge­ C. (mit lOOteiliger Skala)
-/- ; das c im Wort cremefarben sanghaft, ausdrucksvoll Cembalo das [tschem-], -s/-s
II (Mus.): der Ton c II das C Cape das [keine Trenn.; ke}p], (Cembali): ein Tasteninstru­
(Großbuchstabe), -/-; das C -s/-s: ein Kleidungsstück (är­ ment
im Wort Celsius; das Vitamin C melloser Umhang, Schulter­ Center das [ßenter], -s/-: Zen­
II (Mus.): der Ton C kragen) trum; Möbel-Center: großes
c = c-Moll Capriccio das [Calpriclcio; ka- Möbelgeschäft; Mode-Center
C = 100 (römisches Zahlzei­ pritscho], -s/-s (Mus.): ein hei­ Cercle der [ohne Trenn.; ßerkl,
chen) || = Celsius II = C-Dur teres Musikstück auch: ßörkl], -s/-s: (vorneh­
ca. = circa; zirka Caravan der [jka-wan], -(s)/-s: mer) Gesellschaftszirkel II der
Cab das [käb], -s/-s: einspänni­ kombiniertes Personen- und Cerclesitz, -es/-e (im Theater
ger (zweirädriger) kleiner Wa­ Lastauto; Wohnwagen und im Konzertsaal): Sitz in
gen zur Lastenbeförderung care of [ker -] (c/o) (engl.): per den vordersten Reihen
Cabaret das [ka-re], -s/-s: Adresse von . . . Cevapcici die [tschewaptschi-
Kleinkunstbühne, „Brettl“; -► Caritas die [kä- ], -: eine wohltä­ tschi] (PI.), Cevapcici: eine ju­
* Kabarett tige Hilfsorganisation der ka­ goslawische Fleischspeise
Cabriolet das [Calbrilolet; tholischen Kirche; — Karitas Ceylontee der [tße1-], -s/-s:
-Ibriol-; ka-le], -s/-s: ein Per­ Carolino Augusteum das [ka-li- eine Teeart
sonenauto mit zurückklappba­ -ßte-], - -s (lat.): das Salzbur­ Cg = Zentigramm
rem Dach; -► Kabriolett ger Stadt- und Landesmuseum Cha-Cha-Cha der [tschätscha-
Cabskutscher t der [kaps-], Cartellverband der, -(e)s (CV): tscha], -(s)/-s: ein Tanz
-s/- (W abw.); er benimmt ein Kartellverband Chagrinleder^ das [Chalgrinlle-
sich wie ein C. (grob) Cartoon der [kartun], -(s)/-s, der; schagrä-], -s: Leder mit
Cafe das [kafe], -s/-s: Kaffee­ das C.: Karikatur, Witzzeich­ aufgepreßtem Narbenmuster
haus; aber: -► Kaffee II der Ca­ nung Chaiselongue t die [Chailsellon-
fetier [Calfeitier; -tje], -s/-s: Casanova der [ka-nowa], -(s)/ gue; scheslög], -/-n [~gen]: ein
Kaffeehausbesitzer, „Kaffeesie­ -s: Frauenheld (nach dem ita­ gepolstertes Liegemöbel mit
der“ lienischen Abenteurer) Kopflehne
cal = Kalorie Cäsar der [tße- ], -s/-en [-jg-]: Chamäleon das [käme-], -s/-s:
Call-Girl das [kalgörl], -s/-s: römischer Kaisertitel (nach eine Echse, die ihre Hautfarbe
(engl.): telefonisch erreichbare dem römischen Feldherrn und rasch verändern kann
Prostituierte Staatsmann) II der Cäsaren­ chamois [chalmois; scham°a]\
calvinisch [kalwi- ], kalvinisch; wahn, -(e)s: Größenwahn von „gamslederfarben“, gelbbraun;
die calvinische Glaubenslehre; Mächtigen eine ch. Tasche II das Chamois,

175
Champagner C Christtag

eine Farbe; Chamoisleder Chauffeur der [.schofor], -s/-e, tiger Stoff (z. B. im Panzer von
Champagner der [Chamlpalgner; auch: Schofför || chauffieren: Insekten)
schampqnjer], -s/-: (französi­ ein Auto lenken Chlor das [klor], -s: ein chemi­
scher) Schaumwein, Sekt Chauvinismus der [schowiniß- ], sches Element II chloren; ge­
Champignon der [Chamlpilgnon; -/Chauvinismen: übertrie­ chlortes Wasser || chlorieren:
schampinjö, auch: schä- ], -s/ bener, unduldsamer National­ mit Chlor versetzen || das
-s: ein eßbarer Pilz stolz II der Chauvinist, -en/-en Chloroform [-form), -s: ein Be-
Champion der [tschämpien], -s/ II chauvinistisch täubungs- und Desinfektions­
-s: Meister in einer Sportart checken [tschek-]\ kontrollieren mittel
II (mit Aussprache [schampion]): II die Checkliste, -/-n Chlorophyll das [klo-fülY -s:
Aufsatz auf dem Rauchfang Chef der [.schef], -s/-s: Vorge­ Blattgrün (in Pflanzen)
Chance die [Chanlce; schaß], setzter; Leiter; Geschäfts­ Choke der [keine Trenn.;
-/-n; eine Ch. (günstige Gele­ inhaber II der Chefarzt, -es/ tschoßkY -s/-s: Luftklappe am
genheit) haben, etwas zu errei­ ärzte II der Chefredakteur, Vergaser eines Verbrennungs­
chen -s/-e II die Chefsekretärin, motors als Kaltstarthilfe || der
changeant [chanlgeant; schä- -/-innen Choker [Cholker], -s/-: Bedie­
sehä]\ die Farbe wechselnd, Chemie die [kemi], - II die Che­ nungshebel für den Choke
schillernd II changieren mikalien [Chelmilkallilen; Cholera die [ko-Y -: eine epide­
[-«/«-]; ein changierender -kalien] (PI.) II der Chemiker mische Infektionskrankheit
Stoff [ke-Y -s/- II chemisch; ch. Choleriker der [kole-Y -s/-:
Chanson das [schäßö 1, -s/-s: ein putzen (reinigen) jähzorniger Mensch II chole­
Lied Cheque der [keine Trenn.\schek], risch: jähzornig, aufbrausend
Chaos das [ka- ], -: Unordnung, -s/-s: -*■ Scheck Cholesterin das [ko-rinY -s: ein
Wirrwarr II der Chaote [Cha­ Cherry Brandy der [tscheri Fettstoff (im Blut)
ote, Chaol-; -o-], -n/-n (sal. brändi], - -s/- Brandies (- Chor der [kor], -(e)s/Chöre:
abw.): Wirrkopf II chaotisch Brandys) (engl.): Kirschlikör mehrstimmiger Gesang (Chor­
Charakter der [karak-], -s/-e Cherub der [ke-Y -(s)/-im gesang); eine Komposition hie-
[-te-Y Wesensart; ein Mensch (-inen) [-binen]: Engel, Wäch­ für; die gemeinsam Singenden
mit Ch. (festen Grundsätzen) ter vor dem Paradies II cheru­ (Kinderchor; gemischter Ch.) ||
II charakterisieren: treffend binisch [-bi_-]: engelhaft im Ch. sprechen; das Chor­
schildern; nach der Eigenart Chevreau das [Chelvreau; sche- sprechen; der Sprechchor ||
bezeichnen || die Charakteri­ wrq], -s: Ziegenleder (mit PI. Chore, Chöre): Apsis
stik, -/-en || charakteristisch Chianti der [kian-], -s: ein ita­ (Altarnische in der Kirche) II
Charge die [Charlgejsc/mree/*^], lienischer Rotwein das Chor {auch: der Ch.),
-/-n (Militärspr.): Dienstgrad Chiffon der [schifonY -s/-e (-s): -(e)s/-e: Empore (erhöhter
II (nur PI.): die Mannschafts­ ein Gewebe Raum für Sänger und Musiker
dienstgrade II (Studentenspr.): Chiffre die [Chiflfre; schifer, in der Kirche) II der Choral
Amt in einer Verbindung || (im -freY -/-n: geheimes Schrift­ [-ral], -s/Choräle: ein Kir­
Theater): kleine Rolle zeichen; Kennwort; Kennzahl chengesang
Charisma das [-riß-, cha- ], - (s)/ (z. B. in geschäftlichen Mittei­ Chordirektor der [kor- ], -s/-en:
Charismen [-riß-] (Charis- lungen) II chiffrieren [-fri-] Leiter eines (Kirchen)chors,
mata): Gnade, Berufung, Aus­ Chile [tschi-] II der Chilene Regenschori
strahlung II charismatisch [-le-Y -n/-n II chilenisch II Choreographie die [Cholreolgra-
[-mä-] der Chilesalpeter [tschi- ], -s phie; ko-fi], -/-n: Entwurf
Charleston der [Charlleslton; Chimäre die [schime-Y -/-n: und Ausarbeitung eines Büh­
tscharlßten], -(s)/-(s): ein Tanz Trugbild, Wahnidee nentanzes
charmant [scharmant], schar­ China [ki- ] Chorgestühl das [kor-Y -(e)s/-e
mant; ein charmantes (be­ Chinchilla das [tschintschil(j)a ], (in der Kirche)
zauberndes) Lächeln || der -(s)/-s: ein Nagetier II der chorisch [ko-] (Mus.): im Chor,
Charme [keine Trenn, \schqrm), Chinchilla, -(s)/-s: ein Pelz in mehrfacher Besetzung der
-s, Scharm: Anmut, Liebreiz Chinese der [kine-Y -n/-n II einzelnen Stimmen
Charmeusewäsche die [Char- chinesisch; aber: die Chinesi­ Chose f die [schoseY -/-n (sal.):
meuselwälsche; scharmös-], -: sche Mauer II das Chinesisch, - (unangenehme) Angelegenheit
Wäsche aus Kunstseidentrikot II das Chinesische, -n: die chi­ Chrisam das [kn-1, -s, der Ch.:
Charta die [kar- ], -/Chartas nesische Sprache geweihtes Salböl in der katholi­
(Charten): eine grundlegende Chinin das [kinin], -s: ein Heil­ schen Kirche II das Chrisam-
Urkunde; die Ch. der Verein­ mittel (aus Chinarinde) geld, -(e)s/-er (landsch.):
ten Nationen Chip der [tschipY -s/-s: Spiel­ Tauf- oder Firmgeschenk
Charterflug der [tschar-Y -(e)s/ marke beim Roulett II (nur Christ der [krißt], -en/-en II der
-flüge II chartern: ein Flug­ PI.): gebackene Erdäpfelschei­ Christbaum,’ -(e)s/-bäume II
zeug oder Schiff mieten ben || (meist PL): Mikroprozes­ das Christentum, -s II das
Chassis das [.schaßi], - [auch: soren Christkind, -(e)s II das Christ­
-ßis]/- [-./?/$]'. Fahrgestell (z. Chirurg der [Chilrurg, Chirl-; kindl, -s II (ugs.): Weihnachts­
B. eines Autos); Rahmen kirurgY -en/-en: Facharzt geschenk II der Christ­
(z. B. eines Radioapparates) für Operationen II die Chirur­ kindlmarkt, -(e)s/-märkte II
Chaudeau das [Chauldeau; gie [-#/], -; Unfallchirurgie II christlich || der Christtag,
schodo], -(s)/-s: warme Creme chirurgisch [-rur- ] -(e)s/-e: der erste Weihnachts­
aus Wein und Eiern Chitin das [kitin ], -(s): hornar­ feiertag (der 25. Dezember) ||

176
Christus C Cordon bleu

Christus; Gen.: Christi; Dat.: Klan: Sippe, Stammesverband; Comeback das [Comelback;
Christus, auch: Christo t; Anhängerschaft, Clique kamhäk], -(s)/-s: erfolgreiche
Akk.: Christus, auch: Chri­ Claque die [Clalque; klak], Rückkehr einer prominenten
stum t; Christi Himmelfahrt; -/-n: bezahlte Beifallsklat­ Persönlichkeit in die Öffent­
v., n. Chr. = vor, nach Chri­ scher || der Claqueur [-kör], lichkeit
stus = vor, nach Christi (Ge­ -s/-e: einer von der Claque COMECON das [ko-kon], -, der
burt); —► Jesus Christus Clearing das [Clealring; kli-], C.: Council for Mutual Econo­
Chrom das lkrom], -s: ein Me­ -s/-s: ein Verrechnungsver­ mic Assistance (seltener: Aid)
tall fahren (engl.) = RGW (Rat für gegen­
chromatisch [kromä-] (Mus.): clever [klewer] (sal.): schlau, ge­ seitige Wirtschaftshilfe): eine
Halbtöne verwendend rissen Wirtschaftsorganisation der
Chromgelb das [krom-], -(s) Clinch der [klintsch], -es: Um­ Ostblockstaaten
Chromosom das [kro-som], klammerung des Gegners (im Comic der [komik], -(s)/-s, das
-s/-en: der Teil des Zellkerns, Boxkampf) II (sal.); mit je- C. (meist PI.), die Comic Strips
der die Erbanlagen trägt mand(em) im C. liegen: sich [- ßtripß] (PI.) (engl.): Bildge­
Chronik die [kro-], -/-en: Auf­ mit ihm im Konflikt befinden schichte mit eingebauten Kurz­
zeichnung historischer Ereig­ Clique die [Clilque; klik], -/-n: texten
nisse in zeitlicher Reihenfolge Gruppe, die sich (selbstsüchtig) comme il faut [keine Trenn.;
II chronisch; eine chronische ;egen andere abschließt kom - fo] (franz., geh.): „wie
(langwierige) Krankheit; —
G.: akut II der Chronist,
d ou der [klu], -s/-s (sal.):
Glanzpunkt, „Schlager“
es sich gehört“, vorbildlich
Commonwealth das [Com-
-en/-en: Verfasser einer Chro­ Clown der [klaun], -s/-s: Spaß­ monlwealth; komenuelth], -/
nik; Berichterstatter II chrono­ macher (im Zirkus) -s: (der britische) Staaten­
logisch [-/o - ]: nach der Zeit Club der; -*• Klub bund
geordnet cm = Zentimeter II cm2 = Qua­ Communio die [komu-], -: ein
Chronometer das [kro -me-], dratzentimeter II cm3 = Kubik­ Teil der heiligen Messe
-s/-, der Ch.: Präzisionsuhr zentimeter Compact Disc die [kompakt
Chrysantheme die [Chrylsan- C + M + B, K + M + B = Ca­ dißk], - -/- -s (CD) (engl.):
thelme, Chrysl-; kri-te-, krü- ], spar (Kaspar), Melchior und eine Art von Schallplatte (für
-/-n: eine Herbstblume Balthasar: die Heiligen Drei Laser-Abtastung)
Chuzpe die [chutß-, auch: Könige Compagnie die; -► Kompanie II
kutß-], - (sal.): Frechheit, Un­ Co. [ko] = Compagnie (in Fir­ der Compagnon; — Kompa­
verschämtheit mennamen); -+ Kompanie gnon
ciao [tschau], tschau (ugs. sal.): c/o = care of Computer der [kompjuter], -(s)
servus, leb wohl Coach der [koßtsch], -(s)/-s: /-: elektronischer Rechner,
Cidre der [Cildre; ßidr^], -(s): Trainer, sportlicher Betreuer Datenverarbeitungsanlage
Apfelwein, Zider Cockpit das [kok-], -s/-s: Pilo­ Conditio sine qua non die [kon-
Cie. t = Compagnie (in Firmen­ tenkabine (in Flugzeugen, ditßlo------],--------- (lat., geh.):
namen); -► Kompanie Rennwagen) unerläßliche Bedingung
Cineast der [ßi-aßt], -en/-en: Cocktail der [kokte'l], -s/-s: Mi­ Conference die [Conlfelrenlce;
Filmkunstkenner II die Cine­ schung von (alkoholischen) köferäß], -/-n: Ansage bei
mathek [-tek], -/-en: Film­ Getränken; Cocktailparty unterhaltenden Veranstaltun­
sammlung Code der; Kode gen || der Conferencier [Con-
Cinquecento das [tschin le­ Codex der; -► Kodex felrenlcier; -ßje], -s/-s II con-