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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Amt des Volkstribuns in der römischen Republik


2.1 Entstehung und Entwicklung des Amtes des Volkstribuns

3. Die Gracchen-Brüder
3.1 Das Leben des Tiberius Gracchus
3.2 Das Leben des Gaius Sempronius Gracchus
3.3 Die Reformen des Tiberius
3.4 Die Reformen des Gaius Sempronius Gracchus

4. Zusammenfassung und Fazit


4.1 Folgen für die römische Republik

5. Quellen- und Literaturverzeichnis


5.1 Quellenverzeichnis
5.2 Literaturverzeichnis
1. Einleitung

Die sozialen und wirtschaftlichen Diskrepanzen der römischen Gesellschaft traten im


2. Jahrhundert vor Christus besonders hervor. Dieses zeigte sich besonders in der
Agrarwirtschaft, da die wohlhabenden Bürger, besonders der Senatorenstand, begann
das italienische Ackerland zu okkupieren und mit Hilfe der zunehmenden Anzahl an
Sklaven zu bewirtschaften. Durch diese Nutzung der Großgrundbesitzer wurden
jedoch die mittelständischen Bauern benachteiligt, welche zu dem durch den
pflichtgemäßen Wehrdienst von ihren Feldern ferngehalten wurden benachteiligt
waren, da in dieser Zeit ihr Landbesitz sogar teilweise von den Großgrundbesitzern
okkupiert wurde.
Im Laufe der römischen Republik gewann das Amt des Volkstribun immer mehr an
Bedeutung und wurde zu einem wichtigen Amt der typischen Ämterlaufbahn. Die
beiden Brüder Tiberius und Gaius Sempronius Gracchus schlugen nach dem
obligatorischen Militärdienst ebenfalls die politische Laufbahn ein und bekleideten
das Amt des Volkstribuns. Sie setzten ihre politische Macht dazu ein grundlegende
Reformen des römischen Staates durchzusetzen und gaben dem Amt des
Volkstribuns eine neue Bedeutung. Besonders ihr Ehrgeiz und der Wille zu
Reformen auch gegen den Widerstand der Gegner, machen sie zu wichtigen
Persönlichkeiten der römischen Republik. Hierbei tritt besonders die politischen
Bedeutung ihres Ackergesetzes in den Vordergrund.
Im folgenden Essay sollen die Gracchen-Reformen genauer betrachtet und erläutert
werden.
Im ersten Teil wird das Amt eines Volkstribuns in der römischen Republik mit ihren
Aufgaben und Pflichten im Allgemeinen beschrieben, sowie eine kurze Entwicklung
des Amts des Volkstribuns.
Anschließend wird diese allgemeine Erklärung des Amtes durch die beiden
Gracchen-Brüder exemplarisch verdeutlicht, wobei auch ein kurzer Überblick über
die Lebensgeschichte der Brüder gegeben wird.
Abschließend wird eine Bilanz für die von ihnen erreichten Veränderungen innerhalb
des römischen Staates gezogen.
2. Das Amt des Volkstribuns in der römischen Republik

Das Volkstribunat entstand zu Beginn der Ständekämpfe zwischen den Plebejern und
den Patriziern. In der römischen Republik entwickelte sich das Amt des Volkstribuns
weiter bis es mit dem Ende der Republik zum größten Teil seine Machtbefugnisse an
den Kaiser verlor, hier besonders die tribunicia potestas.

2.1 Entstehung und Entwicklung des Amtes des Volkstribuns

Das Amt des Volkstribuns, tribunus plebis, entstand aus der Auseinandersetzung der
Patrizier und Plebejer zur Zeit der Ständekämpfen, 494-287 v. Chr.1. Die Aufgaben
des Volkstribun waren in seinen Anfängen, die politischen, wirtschaftlichen und
sozialen Forderungen der Plebejer gegenüber den Patriziern durchzusetzen, wodurch
sie zu Werkzeug der innenpolitischen Kämpfe wurden.2 In dieser Zeit wurden die
Volkstribune mit der Unverletzlichkeit, sacrosancitas, ausgestattet, welche ihnen
Schutz vor den Patriziern und ihrer Politik bot. Ebenfalls erhielten sie die Befugnis,
die Volksversammlung, concilium plebis, zu berufen, sie zu leiten und die 287 v.
Chr. eingeführten Abstimmungen, plebiscitum, über ihre Anträge zu leiten.3 Die
wichtigste Macht der Volkstribune war jedoch ihr Recht Einspruch, intercessio,
gegen die Beschlüsse der Patrizier, und in der mittleren und späten Republik gegen
den Senat, einlegen zu können.4 Während der mittleren Republik etablierte sich das
Amt des Volkstribun als ordentliches Amt und wurde in der Regel nach der Questur
übernommen, setzte jedoch eine Herkunft aus dem Plebs voraus.5 Sie wurden für ein
Jahr gewählt und konnten den Senat zusammenrufen. Vorhaben eines Volkstribun
konnten nur durch einen seiner Zehn Amtskollegen verhindert werden.6 Ihre Rechte
wurden um die tribunizische Gewalt, vis tribunicia, erweitert, wodurch sie das Recht
zur Verhaftung, Geldbußen, Einkerkerung, Pfändung, sowie zur Konfiskation und
Tötung bekamen.7 Bis zu den Amtszeiten der Gracchen-Brüder war das Amt des
Volkstribun ein „Helfer“ des Senats und half bei dessen Mehrheit als Instrument zur
Kontrolle der Plebejer bzw. des einfachen Volkes.8 Dieses änderte sich mit T.
1 Der kleine Pauly: Lexikon der Antike Stuttgart 1975 Tribunus: T. Plebis
2 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996, Tribunus: T. Plebis
3 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
4 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
5 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
6 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
7 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
8 Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike Stuttgart 1996 Tribunus: T. Plebis
Gracchus auf welchen nun näher eingegangen werden soll.

3. Die Gracchen-Brüder

Sowohl Tiberius als auch sein jüngerer Bruder Gaius Sempronius Gracchus
stammten aus einer angesehenen, vermögenden und politisch aktiven Familie der
römischen Oberschicht. Ihr Urgroßvater, Großonkel und ihr Vater9 hatten wichtige
Ämter in der römischen Republik bekleidet10, wodurch die beiden Brüder bereits für
die typische Ämterlaufbahn prädestiniert waren.

3.1 Das Leben des Tiberius Gracchus

Nach der normalen militärischen Laufbahn, wurde Ti. Gracchus in das


Priesterkollegium der Auguren aufgenommen und im Jahre 137 v. Chr. zum
Quaestor gewählt, wodurch er seine politische Ämterlaufbahn begann. Als Quaestor
hatte er die Aufgabe das Heer des Gaius Hostilius Mancinus in Spanien
organisatorisch zu betreuen. Jedoch wurde seine politische Karriere durch den
Mancinus-Vertrag bedroht, da er seine Unterschrift unter diesen setzen musste.11 12

Trotz seiner Unterschrift wurde er im Jahre 133 v. Chr. in das Amt des
Volkstribunen gewählt.13 Nach seinem Ackergesetz, welches er gegen heftige
Proteste des Senates durchsetzte und sein Wille zur einer weiteren Amtszeit als
Volkstribun zogen den Unmut der Senatoren gänzlich auf sich und wurde ermordet. 14
15

9 Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S. 145
10 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S. 17
11Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S.157
12 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.20f.
13 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.62
14Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S.191
15 Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994, S. 128
3.2 Das Leben des Gaius Sempronius Gracchus

Im Jahre 126 v. Chr. wurde C. Gracchus zum Quaestor gewählt und nach Sardinien
geschickt. Allerdings wurde er nicht wie üblich nach einem Jahr abgelöst, sondern
reiste nach einem weiteren Jahr nach Rom. Dort drohte ihm ein Prozess, da er
eigenmächtig nach Rom gekommen war aber durch sein rhetorisches Talent gelang
es ihm einer Strafe zu entgehen16.17 Nach diesem Erfolg bewarb er sich im Jahre 123
v. Chr. um das Volkstribunat. Trotz massiven Versuchen der Oberschicht, die Wahl
C. Gracchus zu verhindern, wurde er in das Amt gewählt und legte danach
umfangreiche Gesetzesvorschläge vor.18 19
Zu den wichtigsten Gesetzen Gracchus'
zählen das Ackergesetz, das Gesetz über die Getreideversorgung der Stadt Rom,
sowie das Gesetz über die Herkunft von Geschworenen an den Gerichtshöfen20.21 C.
Gracchus wollte noch ein weiteres Jahr im Amt bleiben, scheiterte jedoch, woraufhin
sich die Anhänger Gracchus auf dem Aventin organisierten und die Senatoren ließen
C. Gracchus und seine Anhänger ermorden.22 23 24

3.3 Die Reformen des Tiberius Gracchus

Bereits zu Anfang seiner Amtszeit wurde deutlich, dass er kein Volkstribun war wie
seine Vorgänger, sondern einen eigenen Weg einschlug.
Mit dem von ihm geplanten Ackergesetz, welches die Benutzung des öffentlichen
Landes, ager publicus, durch die Großgrundbesitzer begrenzte, begann er seine
Reformen.Laut römischen Recht durfte jeder römische Bürger den ager publicus
bewirtschaften, aber nur die römische Oberschicht besaß die wirtschaftlichen Mittel

16Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S.201
17 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.49
18 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.50f
19 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.64
20Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S.207
21 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.52
22 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S. 59ff.
23 Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994, S. 141
24Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S. 235
dazu, wodurch die Allgemeinheit keinen Nutzen davon hatte.25 26
Das Ackergesetz
von Ti. Gracchus beschränkte die Nutzung, occupatio, auf 500 Joch für jeden
Römer.27 28
Die so ungenutzten Ackerflächen sollten auf die Bevölkerung ohne
Landbesitz verteilt werden, wobei die neuen Besitzer, wie die Großgrundbesitzer,
eine Abgabe an den römischen Staat zahlen sollten, da es sich um Boden der
Republik handelte.29 Ebenfalls sollte durch diese Neuregelung erreicht werden, dass
die römischen Bürger nach ihrem Militärdienst nicht ohne wirtschaftliche Grundlage
dastanden, da sie weder Land noch anderen Besitz nach diesem mehr hatten.Sein
Gesetzesvorschlag wurde dabei von einigen Senatoren, wie zum Beispiel seinem
Schwiegervater Appius Claudius Pulcher, unterstützt aber da er nicht wie üblich den
Vorschlag über das Ackergesetz zuerst dem Senat gab, sondern sofort in der
Volksversammlung darüber abstimmen lassen wollte, kam es zu großem Widerstand
innerhalb des Senates.30 Durch diese Brüskierung hatte Ti. Gracchus nur den
Rückhalt der ärmeren Landbevölkerung und der Stadtbevölkerung, da sie sich
ebenfalls Landbesitz erhofften.31 In der 133 v. Chr. von Tiberius einberufenen
Volksversammlung legte der Volkstribun Octavius, auf Druck des Senates, sein Veto
gegen das Ackergesetz ein, wodurch dieses gestoppt wurde. Wegen des Vetos legte
Ti. Gracchus von nun an die politische Handlungen der Republik lahm und rief eine
erneute Volksversammlung ein, in der es zur Absetzung des Octavius kam32, welche
durch Ti. Gracchus beantragt wurde. Anschließend wurde ein neuer Volkstribun
gewählt, der dem Ackergesetz nicht im Wege stand und dieses konnte in Kraft
treten.33 34
Die Vergabe des Landes stellte eine große Herausforderung dar, da
zunächst die Besitzverhältnisse geklärt werden mussten und dieses nicht immer
eindeutig möglich war, da die Grenzsteine durch die Großgrundbesitzer entfernt
worden waren. Die Kommission, welche das Land verteilen sollte, bestand aus Ti.
Gracchus, seinem Bruder Gaius und seinem Schwiegervater. Durch sein unübliches
Vorgehen hatte sich Ti. Gracchus viele Feinde innerhalb der Oberschicht gemacht,

25 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.24
26 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.61f
27 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S. 63
28 Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994, S. 125
29 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S. 24
30 Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994, S. 125
31 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.28
32Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S.173
33 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.29ff.
34 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.63
welches nun zu einem Problem wurde, da mit dem Ende seiner Amtszeit auch das
Ende seiner Unverletzlichkeit in Rechtsangelegenheiten kam und er dann von seinen
Feinden, wegen seiner Politik, angeklagt werden würde. Um diesem zu entgehen,
strebte Tiberius noch eine zweiten Amtszeit an, wurde aber während der
Volksversammlung für seine Wiederwahl durch einen von dem ihm feindseligen
Senatoren gelenkten Mob umgebracht.35 Nach dem Mord an Ti. Gracchus wurden
seine Anhänger mit harten Strafen belegt und die Arbeit der Kommission für die
Landverteilung wurde fast stillgelegt.

3.4 Die Reformen des Gaius Sempronius Gracchus

Das Ackergesetz,lex agraria, hatte als Ziel der Wiederaufnahme der Landverteilung
und die Verbesserung des Gesetzes seines Bruders. Allerdings stand er auch vor dem
Hauptproblem, dass der staatliche Boden in Italien so gut wie bereits vergeben war.
Dieses löste er dadurch, dass er mithilfe des Gesetzes, lex Rubria, mit dem eine
Kolonie auf dem Gebiet des ehemaligen Karthago gegründet wurde.36
Durch das Gesetz über die Getreideversorgung der Stadt Rom, lex frumentaria,
wurde der Preis für Getreide auf einem stabilen Wert gehalten, wodurch sich C.
Gracchus den Rückhalt in der mittleren und unteren Schicht der römischen
Bevölkerung sicherte.37 Allerdings traten auch hier wieder organisatorische Probleme
auf, da erst einmal neue Getreidespeicher gebaut werden mussten, die sogenannten
„sempronischen Speicher“. Jedoch förderte das Gesetz die weitere Aufspaltung der
römischen Gesellschaft.38
Das Gesetz über die Herkunft der Geschworenen an den Gerichtshöfen, lex
iudiciaria, legte fest, dass nur Personen aus dem Stand der Richter, Geschworene
werden konnten und schloss somit die Senatoren aus, die bis dahin einen Großteil der
Geschworenen stellten. Durch dieses Gesetz wollte C. Gracchus zu einem den Stand
der Ritter für sich gewinnen und die Macht der Senatoren eindeutig beschneiden.39
Insgesamt war die Politik C. Gracchus auf die Stärkung seiner eigenen Position mit
gleichzeitiger Durchführung sinnvoller Maßnahmen für die römischen Bürger. Da er
durch diese ganzen Gesetze einen großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte, wurde

35 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.64
36 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.52
37 Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994, S. 137
38 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.54
39 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.55
er für eine zweite Amtszeit bestätigt und war auf dem Höhepunkt seiner Popularität
angelangt.40
Sein Gesetz über das Stimmrecht für die Bundesgenossen41, welches sein großes
Projekt für seine zweite Amtszeit sein sollte, scheiterte jedoch an den römischen
Bürgern, das sie keine Beschneidung ihrer Macht in kauf nehmen wollten und C.
Gracchus unterlag zum ersten Mal bei einer Volksabstimmung. 42 Diese Schwäche
nutzten die Senatoren aus und unterstützen Livius Drusus und seine
Konkurrenzdemagogie.43 44
Durch diese Reden gegen C. Gracchus schwand dessen
Popularität innerhalb des Volkes, da er auch wegen der Gründung der Kolonie eine
Zeit lang außerhalb Roms war.45

40 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.57
41 Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004, S.65
42 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.58
43 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.58
44Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . - London :
Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus, Philopoemen and Flaminius .
- Repr. , 1968, S. 215ff.
45 Linke, Bernhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005, S.59
4. Fazit

Abschließend soll die Bedeutung der beiden Brüder Tiberius und Gaius Gracchus
für die römische Republik aufgezeigt werden.

4.1 Folgen für die römische Republik

Sowohl Tiberius als auch sein jüngerer Bruder Gaius Gracchus haben die römische
Republik und ihre politische Situation maßgeblich beeinflusst und verändert. Zu
einem durch ihre radikale Art ihre politischen Ziele mit Hilfe unüblicher aber nicht
gegen römisches Recht verstoßenden Vorgehensweise. Zu einem durch ihre
weitreichende Gesetzgebung, wobei hier besonders das Ackergesetz des Tiberius und
die Weiterentwicklung von diesem durch Gaius Gracchus besonders hervorstechen.
Durch ihre Ackergesetzgebung änderten sie die Agrarlandschaft des römischen
Reiches grundlegend und griffen dadurch auch in andere Bereiche des öffentlichen
und politischen Lebens ein zum Beispiel mit der Gründung der römischen Kolonie
auf dem Gebiet des ehemaligen Karthagos.
Insgesamt hat die Politik der Gracchen-Brüder dazu geführt, dass das Amt der
Volkstribune eine Expansion der Macht erlebte, da dieses durch die
Volksversammlung zu einem von dem Senat unabhängigen politischen Werkzeug
wurde. Des Weiteren legten sich mit ihrer Politik den Grundstein für die spätere
Teilung der römischen Politik in Popularen und Optimaten, da sie dem Volk wegen
der Bestätigung die sie von diesem benötigten, ein größeres Mitspracherecht gaben
und die meisten ihrer Gesetzte dem einfachen Volk zu Gute kamen.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellenverzeichnis

Plutarch's lives : in eleven volumes / with an Engl. transl. by Bernadotte Perrin . -


London : Heinemann [u.a.] 10 Agis and Cleomenes, Tiberius and Caius Gracchus,
Philopoemen and Flaminius . - Repr. , 1968

5.2 Literaturverzeichnis

Bleicken, Jochen: Geschichte der römischen Republik 6. Auflage München 2004

Linke, Berhard: Die römische Republik von den Gracchen bis Sulla Darmstadt 2005

Crawford, Michael: Die römische Republik 5. Auflage München 1994

Der neue Pauly : Enzyklopädie der Antike / hrsg. von Hubert Cancik ... . - Stuttgart
[u.a.] : Metzler , 1996 12,1 : Altertum Tam - Vel , 2002

Der kleine Pauly : Lexikon der Antike / auf der Grundlage von Pauly's
Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft bearb. und hrsg. von Konrat
Ziegler ... . - Stuttgart : Druckenmüller , 1964 5 Schaf bis Zythos, Nachträge , 1975