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Einleitung

Wir beschaffen uns in unserer Seminararbei mit dem Thema „Geschichte des Agathon“1 als
Bildungsroman. Die Bedeutung dieses Themas liegt darin, dass dieser Roman als Vorläufer
des Bildungsromans gilt. Wir werden uns darauf beschränken, dass wir sowohl die formalen
als auch die inhaltlichen Merkmale am Beispiel des Romans „Geschichte des Agathon“ von
Christoph Martin Wieland erforschen. Das Ziel unserer Seminararbeit ist es, die Tatsache
festzustellen, ob sich der Autor beim Schreiben an die Strukturelemente der Romanart hielt.
Darüber hinaus sollten wir erforschen welche Erzählmuster in diesem Roman vertreten sind.
Da gibt es Folgendes: Reiseroman, platonisches Lehrgespräch, Erziehungsroman,
philosophischer Disput, Liebes- und Staatsroman. Die Struktur der Seminararbeit beinhaltet
Folgendes: die Einleitung, den Hauptteil, die Schlussfolgerung und das Literaturverzeichnis.

Wir werden es zeigen, welcher historische Hintergrund zur Etablierung des


Bildungsromans geführt hat. Im 18. Jahrhundert wurde die ständisch-feudale
Gesellschaftsordnung2 beendet. Da es der Kleinstaatsbsolutismus3 in Deutschland bestand,
gab es keine nationale Gesellschaftskultur. Unter diesen Umständen hatte das deutsche
Bürgertum keine Möglichkeit, sich persönlich zu entwickeln. Deswegen war es in Suche nach
seiner sozialen Identität. In der Spätaufklärung trat eine neue individualistische Bildungsidee
auf, und es war die Säkularisation, folgend von dem kausalen Denken, zu beobachten. Daher
suchte ein deutscher Bürger nach einem neuen Leitbild, um seine Identität zu entwickeln.
Daraus lässt sich schlussfolgern, dass zwei Grundvoraussetzungen für die persönliche
Entwicklung die Vernunft und der freie Wille waren.

Vor der Einführung des Bildungsromans als eine Romanart wichtig ist es, den Namen
Friedrich von Blanckenburg zu erwähnen, der als Erster Strukturelemente des
Bildungsromans in seinem Buch4 entdeckt hat. Diese Strukturelemente beziehen sich auf die
Handlung, die sich auf eine Person und derer Bildung und Formung konzentriert. Der
Gegenstand des Erzählens nach Blanckenburg ist „innre Geschichte“5 des Helden. Diese
neue Romanart sollte zur persönlichen Entwicklung dienen. Noch ein wichtiger Name ist
Karl Morgenstern, der den Terminus des Bildungsromans geprägt hat. Darüber hinaus hat er
die Figurenkonstellation festgelegt. Nach diesem Strukturelement befindet sich die
Zentralfigur in der Mitte, während andere Figuren und Umgebungen ihn beeinflussen und es
uns erleichtern, dass wir seinen inneren Zustand verstehen. Schließlich werden wir Wilhelm
Dilthey erwähnen, der die Zielbestimmung des Bildungsromans präzisiert hat. Dieses Ziel
wäre, dass der Protagonist sich selbst findet und seine Aufgabe in der Welt versteht.

1
Christon Martin Wieland : Geschichte des Agathon-- check
2
Gerhart Mayer : Der deutsche Bildungsroman.: Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Stuttgart. Metzler,
1992, 20. ---- CHECK
3
war von 1737 bis 1793 der zwölfte (seit 1744 regierende) Herzog von Württemberg
4
Versuch über den Roman (1774)
5
CHECK
In diesem Abschnitt der Einleitung beschaffen wir uns mit der Etablierung des ersten
deutschen Bildungsromans, obwohl der Roman „Geschichte des Agathon“ nach manchen
Autoren als Vorläufer6 dieser Romanart gilt. Der Roman zeigt das deutsche Bürgertum und
seine gesellschaftlichen und weltanschaulichen Probleme an, was wir durch die Biographie
Wielands erklären werden. Der Schwerpunkt des Romans ist die Darstellung des Lebens des
fiktiven Charakters7 in der nachklassischen griechischen Antike des 4. Jahrhunderts. In
diesem Roman geht es um eine fragmentarische Form, d.h. es gibt drei Fassungen. In die
zweite Fassung integrierte Wieland die Lebensgeschichte der Danae und einen „Beschluss“
(STRANA) der Geschichte Agathons, während er die Figur von Archytas. Zudem beinhaltet
der Roman den Vorbericht, in dem es explizit gegeben wurde, dass der Roman von den
Grundsätzen der Wahrscheinlichkeit und der Kausalität geleitet werden sollte. Es wurde auch
betont, dass die Figur Agathons als wirklicher Mensch8, dessen Charakter gemischt ist,
gezeigt werden sollte. Zuletzt beinhaltet der Roman ein offenes Romanende, das sich auf die
Entwicklungsstation Tarent bezieht, wo Agathon als eine neue, verbesserte Version von sich
selbst die Welt herauszufinden anfing.

„Geschichte des Agathon“ enthält biographische Elemente aus dem Leben Wielands 9 und
der Autor hat in die Figur Agathons sein eigenes Dilemma, wie man die Bedürfnisse des
Kopfs und des Herzens übereinstimmen kann, einbezogen. Dies lässt sich am Beispiel
Agathons erkennen, weil er seinen jugendlichen Enthusiasmus wegen der Erfahrungen in
Athen, Smyrna und Syrakus mindern musste.

6
Goethes Roman Die Lehrjahren des Wilhelm Meister gilt als erster deutscher Bildungsroman
7
Der historische Agathon war ein Dramatiker aus Athen, das eine von innerlichen und äußerlichen Käpfen
erschütterte Polis war. Diese Tatsache diente Wieland dazu, dass er eine gute Relation zwischen dem
Griechentum und der Neuzeit macht.
8
Der englische Schriftsteller Henry Fieldings hat Wieland mit seinem Roman The History of Tom Jones (1749)
die Idee solchen Romantypus gegeben.
9
Jutta Heinz (Hg.) : Wieland- Handbuch. Verlag J. B. Metzler. Stuttgart, Weimar, 2008, 190. --- „Ich schildere
darin mich selbst, wie ichin den Umständen Agathons gewesen zu seyn mir ein Bilde.“ CHECK