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Orientalistieche Literaturzeitung

1926 Nr. 6.

trakte Nabupolassars schon aus seinem 2. (VAS VI, 3 : 14. II. Jahr 2) und 6. Jahre, die aus der Stadt Babe l herrühren, besitzen (Streck VAB VII, CDXII). Schließlich sei noch darauf hingewiesen,

der

letzten Zeile von Kol. IV der babylonischen Königsliste A sich ergibt, daß Nabopolassar nicht unmittelbar auf Kandalanu folgte. Diese Liste beweist übrigens, daß Kandalan u der gleichen

Dynastie angehörte wie seine drei Vorgänger (und sein unbekannter direkter Nachfolger), also ein assyrische r Prin z war. Der dies be- sagende Vermerk pal ha-bi-gal hat sichtlich in der rechten Hälfte der Zeile unter Kan-dal in Liste A gestanden (vgl. die Neuausgabe der Liste durch Gadd in CT XXXVI).

daß bekanntlich aus den Zeichenresten

Der

Urtetf

der

Tabula

Von J.

Rnska.

Smaragdina.

Eine arabische Sammelhandschrift, die Herr Prof. G. Bergsträße r während seines Aufent- haltes in Beirut 1918 erwarb und mir in liebens- würdigster Weise zur Untersuchung der darin enthaltenen alchemistischen Texte zur Verfügung gestellt hat, enthält nächst einem umfangreichen chemischen Traktat auch vier kleinere Texte, die besonderes Interesse verdienen. Sie sind, auf anderes, schlechteres Papier geschrieben, der vorerwähnten Abhandlung angehängt und hctben folgende Titel:

1. Brief des Istifänüs an Hirqal den König

über die Zusammensetzung des Gold- und Silberelixirs — etwa Seiten.

2. Aus dem, was Hälid im Buch der Ele-

mente sagt — l 1 /, Seiten.

3. Über das, was der Mönch (Istifänüs?) im

Auszug über die Zusammensetzung des Elixirs

bekannt gab (mallähu,

4. Über das, was der Priester Sägijüs aus

Näbulus bei seinemEindringenindie dunkleGrab- kammer bekannt gab — 3 / 4 Seiten. Der zuletzt genannte Text ist der wichtigste, denn es ist der bisher vermißte Urtext einer angeblichen Schrift desHerme s Trismegistus , die in lateinischer Form als Tabula Smaragdina vom 13. "bis zum 19. Jahrhundert in Alche- mistenkreisen berühmt war. Eine Abhandlung, die die Vorgeschichte des Textes und seine Geschichte bis zur Gegenwart verfolgt, wird noch im Laufe des Sommers in den Heidel- berger Akten der von Portheim-Stiftung er- scheinen; ich glaubte aber, jetzt schon den merkwürdigen >f Text mit Gegenüberstellung der lateinischen Übersetzung veröffentlichen zu dürfen. Die drei übrigen Texte gehören in einen andern Zusammenhang.

diktierte?) — 3 / i Seiten.

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TABULA

SMARAGDINA.

Verba Secretorum Hermetis, quae scripta erant in tabula Smaragdi, inter manus eius in- venta, in obscuro antro, in quo humatum corpus eius repertum est. ~

simum.

quod est su-

perius, et quod est superius, est sicut quod est

inferius

3. Et sicut omnes res fuerunt ab uno, me-

ditatione unius, sic omnes res natae fuerunt ab hac una re, adaptatione.

1.

Verum,

est

sine mendacio, certum et veris-

inferius,

est

sicut

miracula

rei

unius.

2. Quod

ad perpetranda

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Orientalistieche Literaturzeitung

1925 Nr. 6.

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mater eius Luna;

portavit illud ventus in ventre suo, nutrix eius terra est.

5. Pater omnis thelesmi totius mundi est hie.

6. Vis eius integra est, si versa fuerit in

terrain.

7. Separabis terram ab igne, subtile a spisso,

suaviter cum magno

8. Ascendit a terra in coelum, iterumque

descendit in terram, et recipit vim superiorum

et inferiorum; sic habebis gloriam totius mundi.

Ideo fugiet a te omnis

9. Haec est totius fortitudinis fortitudo fortis :

quia vincet omnem rem subtilem, omnemque solidam penetrabit.

4. Pater

eius

est

Sol,

ingenio.

obscuritas.

10. Sic mundus creatus est.

11. Hinc adaptationes erunt mirabiles, quarum modus est hie.

12. Itaque vocatus sum Hermes Trisme-

gistus, habens tres partes Philosophiae totius mundi.

quod dixi de operatione

Solis. Die Eingangsworte findet man meist nur in alten Drucken; gewöhnlich beginnt der Text mit den numerierten Sätzen und der Überschrift Tabula Smaragdina Hermetis Trismegisti.

13. Completum

est

Besprechungen.

Acta

Academiae

S.)

Aboensis.

Humaniora I—III.

Abo:

395 S.,

XI,

601 S.,

VIII,

30.— .

Bespr'. τοη

Akademie

355

Max Pieper ,

1920—1922. (IX,

gr. 8°.

f. M. 30.— ; 35.—; Berlin.

Die finnische Akademie in Abo hat ihre Abhandlungen in gut ausgestatteten Bänden herausgegeben. Die vorliegenden drei enthalten recht viel für die Leser der Zeitschrift Inter- essantes. Der wertvollste scheint mir der Aufsatz von Eduard Westermark (Bd. I, 1—167) The belief in spirits in Marocco. Auf Grund eines 12jährigen Aufenthalts im Scherifenreich wird eine Unmenge für den Religionshistoriker interessanten Materials mit- geteilt. Zu einer kritischen Würdigung bin ich außerstande. Uber Marokko, freilich in ganz anderer

Hinsicht,

handelt der Aufsatz von P. 0 . von

Törne, Marockôfrâgen och denEuropeiska krisen 1911. Bd. III, 1—56. Wie weit eine wissenschaftliche Behandlung solcher der allernächsten Vergangenheit an- gehörenden Ereignisse schon heute möglich ist, muß die Folgezeit lehren. Soweit ich urteilen kann, hat Verf. wichtiges Material von deutscher Seite (Kiderlens Nachlaß u. a.) nicht verwertet; sonst hätte er wohl mehr bieten können.

Von den religionsgeschichtlichen Arbeiten seien noch zwei hervorgehoben (HI. Band) K. Rob. V. Wikmanns Aufsatz über die Magie des Webens im schwedischen Volksglauben und Karstens Bericht über die Spiele der Indianer in Ecuador. Die Art, wie hier zu Ehren des Toten Würfelspiele stattfinden, (über die Leiche wirft der Spielende seinem Partner die Würfel zu) regt zu der Frage an, ob der Tote nicht ursprünglich als mitspielend gedacht ist. Und diese Parallelen aus Südamerika (vielleicht gehen sie doch in die Inkazeit zurück) regen zu er- neutem Nachdenken über das ägyptische Toten- spiel an. Ich habe vor Jahren den ägyptischen Brettspieltext in mancher Beziehung falsch er- klärt, auch Ranke in seiner Schrift über das ägyptische Sehlangenspiel hat mein Versehen nicht bemerkt. Aus dem Schlangenspiel, das an unser Ge- duldspiel erinnert, (eine Rekonstruktion des Spiels ist nach dem Berliner Exemplar m. E. ohne Mühe durchzuführen), hat sich eine eigen- tümliche Dämonengestalt, die Schlange der Mehen als Gott des Spiels, dessen Gunst in dem Brettspielpapyrus ^angerufen wird, (er ist nicht der Gegner des Spielers, wie ich annahm). Der Gang des Spieles wird der Wanderung durch die Unterwelt gleichgesetzt. Ob dies aber der ursprüngliche Gedanke ist, erscheint mir heute mehr als fraglich. Vielleicht helfen Analogien wie die oben erwähnte weiter. Wichtig sind zwei Aufsätze von Joh. Sund- wall über die kretische Schrift. (Bd. I. u. II.) Der eine sucht einige kretische Schrifttäfelchen zu entziffern. Im allgemeinen kann man dem Verf. beistimmen. Die Tafeln enthalten Rech- nungen über Getreidelieferungen o. ä. Absolut sicher sind die Zahlen bestimmt. Verhängnisvoll ist dem Verf. aber m. E. seine Anschauung von der Entlehnung der kre- tischen Schrift aus der ägyptischen Hieroglyphen- schrift geworden. Bei der Durchsicht der vergleichenden Ta- belle kretischer und ägyptischer Zeichen em- pfindet man viel mehr die Unähnlichkeit als die Ähnlichkeit. Das kretische Schriftsystem wird in Anlehnung an die ägyptische Schrift ent- standen sein, aber einfach übernommen sind die Zeichen sicher nicht. S. vergleicht ein kretisches kreuzähnliches Zeichen mit Hierogl.

-J- und deutet es als „befindlich in". Die Deu- tung ist sicher falsch, auf den Täfelchen, die S. zu lesen versucht, und auf denen das Zeichen verschiedentlich vorkommt, gibt die Deutung „befindlich in" keinen Sinn. Wertvoll ist der Beitrag von J. Hammer- ström „Ein minoischer Fruchtbarkeitszauber",

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