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ein schöner Erfolg für unsere

Oktober 2010 Man wird das Gefühl nicht los,


Bemühungen der vergangenen
Sehr geehrte Damen und Her- dass die Regierung weiterhin
Jahre um einen leistungsfähi-
ren, nur die Interessen einzelner
gen Ausbau der Schienen-
Gruppen bedienen möchte.
liebe Leserinnen und Leser, Anbindung des Hafens. Aber
Was aber für die Gesellschaft
liebe Freunde, dennoch müssen wir weiter
insgesamt getan werden
Druck machen. Denn zur voll-
muss, scheint ihr egal zu sein.
ständigen Strecke gehören
genau ein Jahr ist die schwarz- Immerhin gelingt es ab und auch die Elektrifizierung und
gelbe Regierung nun im Amt. an, die Folgen dieser kurzsich- ein umfassender Lärmschutz.
Zeit, eine erste Bilanz zu zie- tigen Politik abzumildern. So
hen. Und die fällt leider vernich- Die nächste Gelegenheit dazu
konnten wir jetzt endgültig
tend aus. ist am 6.11.2011, ab 11.55 Uhr
verhindern, dass die Flugsteu-
in Sande am Übergang Bahn-
Nach einem schwachen Start er auf Inselflüge erhoben wird.
hofstr./Deichstr. Ich werde da
hat Kanzlerin Merkel im Som- Bei der Bahnstrecke Olden- sein und würde mich freuen,
mer versucht, Führungsstärke burg-Wilhelmshaven verdich- dort möglichst viele Mitstreiter
zu demonstrieren und das Heft ten sich die Anzeichen, dass zu treffen.
in die Hand zu nehmen. Nur der Ausbau endlich kommt.
leider war sie damit nicht lange Laut Rundfunkmeldungen will
erfolgreich. Schlimm ist nicht Verkehrsminister Ramsauer Ihre
nur, dass die Regierung in vie- noch im November 2011 die
len Bereichen, z.B. in der Ener- Finanzierungsvereinbarung
giepolitik, hinter längst Erreich- für den zweigleisigen Ausbau
tes zurückfällt. Schlimm ist vor der Strecke zum JadeWeser-
allem, dass die Regierung wei- Port verkünden. Der Bund
terhin den Eindruck vermittelt, würde dafür zunächst 150 Mio.
keine Orientierung zu haben. Euro bereitstellen. Das wäre

Inhalt

Energiekonzept der Bundesregierung zurück- Verbraucherbezogene Forschung ausbauen


ziehen Seite 2 Seite 3
Patientenschutz statt Lobbyismus Seite 2 Lage der Mutter-Kink-Kliniken dramatisch
Seite 3
Berufliche Bildung sichert Fachkräftebedarf
von morgen Seite 2 System der Bildungsgutscheine nicht durchdacht
Seite 4

SEITE 1 Karin Evers-Meyer


Bericht aus Berlin Oktober 2010

Energiekonzept der Patientenschutz statt Daher fordern wir die Bundesre-


gierung auf, keine Ausweitung
Bundesregierung zu- Lobbyismus
der Kostenerstattung in der ge-
rückziehen Die Bundesregierung will die Re- setzlichen Krankenversicherung
Ende Oktober hat der Bundestag geln zur Kostenerstattung in der vorzunehmen und am Grundsatz
das Energiekonzept der Bundes- gesetzlichen Krankenversiche- festzuhalten, dass die Kranken-
regierung verabschiedet. Das rung dramatisch ausweiten. Wer kassen den Ärzten die Sachleis-
Konzept ist mangelhaft und un- genug Geld im Portemonnaie tung erstatten.
vollständig. Sein Kernstück ist hat, um seine Arztrechnung per
die Laufzeitverlängerung von Vorkasse zahlen zu können, wird
Atomkraftwerken. Es fehlt aber in Zukunft bevorzugt behandelt Berufliche Bildung
insbesondere eine Plan zur Integ- werden. sichert Fachkräfte-
ration der Erneuerbaren Ener- Das Resultat wird eine Drei- bedarf von morgen
gien. Zudem verschieben die be- Klassen-Medizin sein, bei der Pri-
Trotz der guten Lage auf dem
gleitenden Gesetze das Steuer- vatversicherte Patienten erster
Arbeitsmarkt ist das Angebot an
aufkommen von Ländern und Klasse sein sollen, gefolgt von
Ausbildungsplätzen in Deutsch-
Gemeinden zum Bund. allen gesetzlich Krankenversi-
land weiterhin unzureichend. Es
Das Energiekonzept und die be- cherten, die es sich leisten kön-
fehlen mindestens 340.000 Aus-
gleitenden Gesetze wurden im nen, Vorkassen zu zahlen und
bildungsplätze. Die Statistik der
Eilverfahren durch den Bundes- Kostenerstattung zu wählen. Am
Bundesagentur ist in diesem Be-
tag gebracht und ohne Beteili- Ende stehen dann die gesetzlich
reich nicht korrekt und erfasst
gung des Bundesrates beschlos- Krankenversicherten, die das ge-
die Nachfrage unvollständig.
sen. Das entspricht weder der ringste Honorar versprechen und
Nicht ausreichend erfasst sind
historischen Bedeutung, die die deshalb z. B. mit längeren War-
Altbewerber und die jungen
Bundesregierung ihrem Konzept tezeiten rechnen müssen.
Menschen ohne Schul- und Be-
zuspricht, noch werden damit die Keine Vorkasse für Ärzte rufsabschluss sowie die vielen
Rechte der Länder im Bundesrat jungen Menschen, die in das
Die geplanten Änderungen be-
gewahrt. Wir werden gegen die „Übergangssystem“ geraten.
lasten nicht nur die Patientinnen
aus unserer Sicht unzulässige
und Patienten mit überhöhten Daher brauchen wir dringend
Umgehung des Bundesrats kla-
Gebühren und Leistungen, die eine aktive Ausbildungsmarktpo-
gen. Es geht mit dem Ausstieg
von den Kassen nicht ersetzt litik. Wir fordern die Stärkung
aus dem Atomausstieg um ein
werden. Sie führen auch zu mehr der Ausbildungsmaßnahmen des
Thema, das ganz wesentlich
Bürokratie bei den Kassen und zu Bundes. Außerdem setzen wir
auch die Länder betrifft. Sie
nicht abschätzbaren Mehrkos- uns für die Einführung eines
müssen an diesem Prozess betei-
ten, da Wirtschaftlichkeitsprü- Rechtsanspruchs auf eine berufs-
ligt werden.
fungen und andere Kontrollen begleitende Ausbildung sowie
zumindest erschwert werden. Teilzeitausbildung ein, um die

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Bericht aus Berlin Oktober 2010

Vereinbarkeit von Familie und Ein „Verbraucher-Check“ von Lage der Mutter-
einer qualifizierenden Ausbil- Gesetzen führt zu mehr Effizienz
Kind-Kliniken drama-
dung zu stärken. Weiterhin for- und höherer Zielgenauigkeit,
dern wir eine Berufsausbildungs- wenn deren tatsächliche Auswir- tisch
garantie für Jugendliche ab 20 kungen auf das Verbraucherver- Die Patientenzahlen in den Mut-
Jahren ohne Berufsabschluss. halten untersucht werden. Eine ter-Kind-Kliniken sind seit An-
Auseinandersetzung mit den Er- fang 2009 dramatisch zurückge-
gebnissen der modernen gangen. Grund dafür ist die
verbraucherbezogenen For- strenge Genehmigungspraxis der
schung und der Verhaltensöko- Krankenkassen. Im vergangenen
nomie kann dazu beitragen, die Jahr wurden bis zu 50 Prozent
tatsächliche Wirksamkeit von der Anträge auf Mutter-Kind-
Gesetzen zu verbessern und un- Kuren abgelehnt. Das erfuhr ich
erwünschte Nebenfolgen zu ver- bei meinem Besuch im Mutter-
ringern. Kind-Heim „Nordlicht“ im Wan-
Die Bundesregierung soll ein Ge- gerland Mitte Oktober.
samtkonzept zum Ausbau der Wir haben 2006 in der großen
modernen verbraucherbezoge- Koalition die Bedingungen für
nen Forschung vorlegen, das Mutter-Kind-Kuren verbessert.
auch einen Vorschlag zum Auf- Es ist schon ein Skandal, dass die
bau einer interdisziplinären For- Kassen sich jetzt bei der Bewilli-
schungseinrichtung „Ver- gung dieser Kuren derart quer-
braucherforschung und –politik“ stellen. Nach meiner Einschät-
beinhaltet und die Einrichtung zung spekulieren die Kranken-
Verbraucherbezoge-
einer ökonomisch ausgerichte- kassen darauf, dass Familien ih-
ne Forschung aus- ten, zeitlich befristeten Stif- ren Kur-Antrag nach mehrmali-
bauen tungsprofessur für Verbraucher- ger Ablehnung zurückziehen.
Wir wollen erreichen, dass in Zu- forschung umfasst. Die Kassen sind einfach nicht ko-
kunft die Auswirkungen von Ge- Dabei sollte die Forschungsein- operativ. Das fängt mit Bearbei-
setzgebungsvorschlägen auf die richtung die neuen wissenschaft- tungszeiten von vier bis fünf Mo-
Verbraucher systematisch im lichen Ansätze der Verhaltens- naten an. Außerdem trauen sich
Rahmen einer Gesetzesfolgen- ökonomik aufgreifen und sich viele Versicherte nach der ersten
abschätzung geprüft werden. systematisch mit Fragen der Fol- und zweiten Ablehnung schlicht
Deswegen haben wir einen ent- genabschätzung für Verbraucher nicht, zum dritten Mal Wider-
sprechenden Gesetzesantrag in beschäftigen. spruch gegen die Entscheidung
den Bundestag eingebracht. der Krankenkasse einzulegen. So
lange warten die Kassen aber

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Bericht aus Berlin Oktober 2010

mittlerweile mit der Genehmi- on der Kliniken bundespolitisch von Schülerinnen und Schülern
gung ab. Dabei ist gesetzlich endlich wahrgenommen wird. aus Familien, die Hartz-IV bezie-
ganz klar geregelt, dass es sich hen. Nach den Plänen der Sozial-
bei den Mutter-Kind-Kuren um ministerin, sollen sie ab dem
eine medizinische Leistung han- kommenden Jahr Gutscheine
delt, auf die die Versicherten ei- erhalten, die sie für Nachhilfe
nen Anspruch haben. oder Sportkurse einsetzen kön-
Gerade für kleine Einrichtungen nen. Das wird von den Job-
ist es oft schwer, gegen die gut Centern selbst, aber auch von
organisierte Lobby der Kranken- Besuch im Mutter-Kind-Kurhaus Vertretern der Kommunen als zu
„Nordlicht“: Karin Evers-Meyer mit
kassen und anderer Akteure im aufwändig und bürokratisch kriti-
(von links): Erwin Zimmering
Gesundheitswesen anzukom- (1.Vorsitzender Familiensozialwerk siert. „Für die Arbeitsagentur
Friesland e.V.), Karin Evers-Meyer,
men. Deswegen ist es wichtig, Gerhard Eilers (2. Vorsitzender), Wilhelmshaven wäre es vor al-
dass sich die Einrichtungen zu-
Otto Boomgaarden (Ehren- lem wichtig, möglichst schnell
vorsitzender) und Karl Heinz Willem-
sammenschließen und ihre Posi- sen (Vorstandsmitglied). Klarheit zu bekommen. Wenn
tionen gemeinsam vorbringen. wir für die Verwaltung der Gut-
Das gilt gerade mit Blick auf die scheine zuständig sein sollen,
System der Bil-
unterschiedlichen Betreiber von brauchen wir bis Ende November
dungsgutscheine eine eindeutige Entscheidung
Mutter-Kind-Kliniken in Fries-
land. Ich werde einen Gesprächs- nicht durchdacht der Politik“, sagte Hempfling.
termin mit den niedersächsi- Die Idee, Bildungsgutscheine Grundsätzlich finde ich die Ziel-
schen SPD-Bundestags- durch die Arbeitsverwaltung aus- setzung richtig, künftig mehr für
abgeordneten zu vermitteln, da- zugeben zulassen, ist eine teure Kinder und Jugendliche zu tun.
mit die Mutter-Kind-Kliniken Showveranstaltung von Arbeits- Das System der Bildungsgut-
besser auf ihre schwierige Lage ministerin Ursula von der Leyen. scheine halte ich allerdings für
aufmerksam machen können. Wenn man mit den Leuten vor die völlig falsche Weichenstel-
Bei uns spielen die Mutter-Kind- Ort spricht, die diese Idee umset- lung.
Kliniken auch als Arbeitgeber zen, dann wird schnell klar: Das Deutschland muss Bildungsland
eine wichtige Rolle. Wenn in den ist alles nicht zu Ende gedacht. werden. Und zwar nicht auf Gut-
Häusern während einiger Wo- Besuch bei Arbeitsagentur scheinbasis für Kinder aus sozial
chen oder sogar Monate über- schwachen Haushalten sondern
Wilhelmshaven
haupt keine Patienten aufge- auf der Basis gut ausgestatteter
Im Oktober habe ich mich mit
nommen werden, wirkt sich das Ganztagsschulen mit individuel-
dem Leiter der Wilhelmshavener
natürlich auf die Beschäftigten ler Förderung und einer flächen-
Arbeitsagentur, Rudolf Hempf-
aus. Auch deshalb ist es mir deckenden Vereinsförderung für
ling, getroffen. Dabei ging es
wichtig, dass die prekäre Situati- alle Kinder und Jugendlichen.
auch um die künftige Betreuung

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Bericht aus Berlin Oktober 2010

Die Politik des Arbeitsministeri-


ums ist dagegen widersprüch-
lich: Beim Thema Behinderung
spricht Frau von der Leyen heute
von Inklusion. Gleichzeitig will
sie morgen mit Bildungsgut-
scheinen eine kostenintensive
Sonderwelt für Kinder aus einer
bestimmten sozialen Schicht
schaffen. Das zeigt mir, dass es
in Berlin nach wie vor keinen Demonstration für
ganzheitlichen Ansatz für eine
Bildungsrepublik Deutschland
die Bahnstrecke Ol-
gibt. denburg-Wilhelms-
haven am 6.11.2011
Am 6.11.2011 demonstrieren wir
für den Ausbau der Bahnstrecke
Oldenburg-Wilhelmshaven. Los
geht es um 11.55 Uhr am Bahn-
übergang Bahnhofstr./Deichstr.
in Sande, direkt am Bahnhof. Ich
werde auf jeden Fall da sein und
würde mich freuen, am Samstag
möglichst viele Mitstreiter auf
der Demonstration zu sehen.

Bericht aus Berlin


Herausgegeben von MdB Karin Evers-Meyer

Kontakt:
Sebastian Franke
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030/227-77785
Fax: 030/227-76785
www.evers-meyer.de

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