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Mathematik 1 für Elektrotechnik Ausarbeitung 5 13.11.

2017

Aufgabe 1
Gegeben seien die komplexen Zahlen

z =1+ 3i, w = 2 − i.

(a) Skizzieren Sie die Zahlen z und w in der komplexen Ebene.

(b) Geben Sie die Zahlen


z
z + w, z · w, , z, w, z − iw,
w
in der Form a + bi, a, b ∈ R an.

(a)

Im

2i √
z =1+i 3

Re
−1 1 2 3 4

−i
w =2−i

Abbildung 1: Darstellung der Zahlen z = 1 + i 3 und w = 2 − i in der komplexen Ebene.

(b)
√ √
z+w =1+ 3i + 2 − i = 3 + ( 3 − 1)i
√ √ √
z·w = (1 + 3i)(2 − i) = (2 + 3) + (2 3 − 1)i
√ √ √ √ √ √
z 1 + 3i (1 + 3i)(2 + i) (2 − 3) + (2 3 + 1)i 2− 3 2 3+1
= = = = + i
w 2−i (2 − i)(2 + i) 5 5 5

z = 1 − 3i
w =2+i
√ √
z − iw = 1 + 3i − i(2 − i) = 0 + ( 3 − 2)i.

1
Aufgabe 2
Geben Sie die komplexen Zahlen auf dem Einheitskreis, deren Argumente gleich

π/6, π/4, π/3, 5π/4, 8π/6, 7π/4, 11π/6

sind, in der Form a + bi an. Zeichnen Sie diese Zahlen auf dem Einheitskreis ein.
Dabei sind a und b exakt anzugeben (z.B. unter Verwendung von Wurzeln etc.) .

Wir fassen die Real- und Imaginärteile in einer Tabelle zusammen

Argument Realteil a Imaginärteil b



π 3 1
6 2 2

π √1 √1
4 2 2

π 1 3
3 2 2


4 − √12 − √12

8π 3
6 − 12 − 2

7π √1
4 2
− √12

11π 3
6 2 − 12

Im(z)

i π
3 π
4
π
6

Re(z)
−1 1
11π
6
5π 7π
4 8π 4
6
−i

Abbildung 2: Darstellung der komplexen Zahlen mit Radius 1 und Argument


6 , 4 , 3 , 4 , 6 , 4 , 6 in der komplexen Ebene.
π π π π 8π 7π 11π

2
Aufgabe 3
Gegeben seien die komplexen Zahlen

z = 1 + 3i, w = 1 − i, u = −2 + 2i.

(a) Berechnen Sie den Betrag und das Argument dieser Zahlen.

(b) Berechnen Sie |zw| und arg(zw).

(c) Berechnen Sie |iu| und arg(iu).

(d) Berechnen Sie |u5 | und arg(u5 ).

(e) Berechnen Sie den Betrag und das Argument der Zahlen

z 1 w
, ,
|z| w u

und skizzieren Sie diese Zahlen in der komplexen Zahlenebene.

(f) Berechnen Sie w200 .


Hinweis: Multiplizieren und Dividieren unter Verwendung des Betrags und des Ar-
guments der beteiligten komplexen Zahlen vereinfacht viele dieser Rechnungen.

Für eine komplexe Zahl z = x + iy sind (x, y) die kartesischen Koordinaten. Dieselbe Zahl hat
die Polarkoordinaten (r, ϕ), wobei gilt
y  k
r = |z| , ϕ = arg(z) = arctan + π
x 2
falls z im k -ten Quadranten liegt. Es gilt
z = r cos ϕ +i r sin ϕ .
| {z } | {z }
=x =y

Beim Multiplizieren komplexer Zahlen z, w gilt:

1.
|zw| = |z| |w| .

2.
arg(zw) = arg z + arg w + 2kπ arg(z n ) = n arg z + 2lπ.
Z
für eindeutig bestimmte Zahlen k, l ∈ . Die Terme 2πk und 2lπ treten auf, da das
Argument einer komplexen Zahl im Intervall [0, 2π) liegen muss!

(a) Es gilt
π  π π
|z| = 2 arg z = ⇒ z = 2 cos + i sin ,
3 3 3

3
√ √
 
7π 7π 7π
|w| = 2 arg w = ⇒ w = 2 cos + i sin ,
4 4 4
√ √
 
3π 3π 3π
|u| = 2 2 arg u = ⇒ u = 2 2 cos + i sin .
4 4 4
(b)
√ π 7π 25π π π
|zw| = 2 2, arg(z) + arg(w) = + = 2= + 2π =⇒ arg(zw) = .
3 4 1 12 12
(c)
√ 3π π 5π
|iu| = |u| = 2 2, arg(u) + arg(i) = + = = arg(iu).
4 2 4
(d)
√ 3π 15π 7π 7π
u = |u|5 = 27 2,
5
5 arg(u) = 5 · = = + 2π ⇒ arg(u5 ) = .
4 4 4 4
(e)  
z z π
= 1, arg = .
|z| |z| 3
 
1 1+i 1
= √1 , 1 π
= ⇒ arg = .
w 2 w 2 w 4

w (1 − i)(−2 − 2i) 1 w 1 w


= =− ⇒ = , arg = π.

u 8 2 u 2 u
(f)
200 √ 200 7π
w = 2 , 200 arg(w) = 200 = 0+350π =⇒ w200 = 2100 (cos 0+i sin 0) = 2100 .
4

Aufgabe 4
C
(a) Seien z, w ∈ . Zeigen Sie, dass |z−w| der Abstand zwischen den entsprechenden
Punkten z, w der komplexen Zahlenebene ist.

(b) Erklären Sie, wann in der Dreiecksungleichung

|z + w| ≤ |z| + |w|

das Gleichheitszeichen gilt.

(c) Die Zahlen z1 , z2 , z3 ∈ C


sind die Eckpunkte eines Dreiecks in der komplexen
R
Zahlenebene mit Seitenlängen l1 , l2 , l3 ∈ . Drücken Sie die Seitenlängen mit Hil-
fe des Betrags von komplexen Zahlen aus. Benützen Sie die Dreicksungleichung
für komplexe Zahlen, um zu zeigen, dass gilt

l1 ≤ l2 + l3 , l2 ≤ l1 + l3 , l3 ≤ l1 + l2 .

Fertigen Sie eine Skizze an.

4
(a) Sei z = x + iy und w = u + iv . So werden diese zwei komplexen Zahlen durch (x, y) und
R
(u, v) im 2 repräsentiert. Ihr Abstand beträgt
p
(x − u)2 + (y − v)2 = |(x − u) + i(y − v)| = |z − w| .

(b) In der Dreiecksungleichung gilt Gleichheit genau dann, wenn gilt

z = 0 oder w = 0 oder arg(z) = arg(w) .

Für w = 0 oder z = 0 ist dies oensichtlich. Im dritten Fall liegen z und w auf einem
Halbstrahl mit Anfangspunkt 0 und die Punkte 0, z und z + w bilden kein Dreieck.

(c) Es gilt
l1 = |z2 − z1 | , l2 = |z3 − z2 | , l3 = |z1 − z3 | .
Damit gilt weiter

l1 = |z2 − z1 | = |(z2 − z3 ) + (z3 − z1 )| ≤ |z2 − z3 | + |z3 − z1 | = l2 + l3 .


| {z }
Dreiecksungleichung

Die beiden restlichen Ungleichungen folgen analog.


Ein Beispiel hierzu ist in Abb. 3 dargestellt.

Im

2i z3 = 1 + 2i
l2

i z2 = 3 + i
l3
l1 Re
−2 −1 1 2 3 4

−i
z1 = −1 − i

Abbildung 3: Ein Dreieck z1 , z2 , z3 in der komplexen Ebene. Für jedes Dreieck ist die Länge
jeder Seite ist kürzer als die Summe der beiden anderen Seiten.

Aufgabe 5
Bestimmen und skizzieren Sie die Teilmengen von C, welche die folgenden Unglei-
chungen bzw. Gleichungen erfüllen.
(a) |3z − 1| < 1 ,

(b) |z| + Re z ≤ 1.

5
(a) Es gilt
1 1
|3z − 1| < 1 ⇐⇒ z − < .
3 3
Daher gilt diese Ungleichung für alle Zahlen z , für die der Abstand vom Punkt 31 kleiner
als 13 ist. Dies sind die Punkte innerhalb des Kreises mit Radius 13 und Mittelpunkt 13 . Die
Lösungsmenge ist in Abb. 4 dargestellt.

i
Im

2
3i

1
3i

L Re
1
− 13 1
3
2 1
3 3

− 31 i

Abbildung 4: Die Lösungsmenge ist das Innere des Kreises mit Radius 1
3 um den Mittelpunkt
3 in der komplexen Zahlenebene.
1

(b) Sei z = x + iy , so gilt


p p
|z| + Re z = x2 + y 2 + x ≤ 1 ⇐⇒ 0≤ x2 + y 2 ≤ 1 − x

Da nun 1 − x ≥ 0, dürfen wir quadrieren und erhalten

x2 + y 2 ≤ 1 − 2x + x2 ⇐⇒ 2x ≤ 1 − y 2 .

Die Gleichung 2x = 1−y 2 beschreibt eine Parabel mit Scheitel in 12 , 0 . Die Lösungsmenge


ist die Parabel vereinigt mit dem Bereich links von der Parabel, siehe Abb. 5.

Aufgabe 6
Wie Bsp. 5 mit:
(a) Re zi ≤ −1,

(b) |z − 2i | + |z + 2i | = 2.
Hinweis zu Bsp. 5 und 6: Im Fall von Ungleichungen ist es günstig zuerst zu überlegen,
C
für welche z ∈ Gleichheit gilt. Meistens denieren die entsprechenden Gleichungen
Kurven, durch die die komplexe Ebene in Teile zerlegt wird. Danach überlegt man, in
welchen Teilen die zu untersuchende Ungleichung gilt. Denken Sie auch daran, dass
|z − w| der Abstand von z und w ist. Oder setzen Sie z = x + iy und übersetzen Sie
die Ungleichung bzw. Gleichung in eine Ungleichung bzw. Gleichung für (x, y) ∈ 2 . R

6
Abbildung 5: Die Lösungsmenge ist die Parabel 2x = 1 − y 2 und der Bereich links von der
Parabel in der komplexen Zahlenebene.

(a) Es gilt mit z = x + iy


i ix + y y
Re = Re 2 2
= 2 ≤ −1 ⇐⇒ y ≤ −x2 − y 2 .
x + iy x +y x + y2
Dies ist äquivalent zur Ungleichung
x2 + y 2 + y ≤ 0.
Ergänzen der y -Terme auf ein vollständiges Quadrat ergibt die äquivalente Ungleichung
1 1
x2 + (y + )2 − ≤ 0
2 4
bzw.
1 2 1
 
2
x + y+ ≤ .
2 4
Das Gleichheitszeichen entspricht einem Kreis in der komplexen Ebene mit dem Radius
2 mit Mittelpunkt − 2 i.
1 1

Die Lösungsmenge ist das Innere des Kreises vereinigt mit der Kreislinie, siehe Abb. 6.
(b) Die Gleichung

z − i i
+ z+ =2
2 2
wird von allen komplexen Zahlen z erfüllt, für die die Summer der Abstände von z zu 2i
und zu − 2i gleich 2 ist. Daher beschreibt diese Gleichung eine Ellipse mit Brennpunkten
2 und − 2 . Durch Einsetzen von z = x + iy , Berechnen der Beträge und zweimaliges
i i

Quadrieren erhält man die Gleichung


4 2 4 2
x + y =1
3 9

in kartesischen Koordinaten. Die Längen der Halbachsen sind 3/2 und 3/2, siehe Abb. 7.

7
Im
Re
−1 −0.5 0.5 1

−0.5i
L − 12 i

−i

Abbildung 6: Die Lösungsmenge ist eine Kreisscheibe mit Radius 1


2 und Mittelpunkt − 21 i in
der komplexen Zahlenebene.

Im
1.5i

L
1
2i
Re
√ √
3 3
− 2 −1i 2
2

−1.5i

Abbildung 7: Die Ellipse z − 2i + z + 2i = 2 mit den Brennpunkten − 12 i und 1


in der

2
komplexen Zahlenebene.

Aufgabe 7
(a) Benützen Sie die Formel von Moivre, um cos 3x und sin 3x jeweils als Summe
von Produkten von Potenzen von sin x und cos x auszudrücken.

(b) Wie (a) für cos 5x und sin 5x.


Bemerkung: diese Methode funktioniert ganz allgemein für cos nx und sin nx mit
n∈ .N

Die Formel von Moivre besagt

(cos ϕ + i sin ϕ)n = cos(nϕ) + i sin(nϕ).

Daher gilt

8
(a)

cos(3x) = Re (cos(3x) + i sin(3x)) = Re (cos x + i sin x)3


= Re cos3 x + 3i cos2 x sin x − 3 cos x sin2 x − i sin3 x = cos3 x − 3 cos x sin2 x.


sin(3x) = Im (cos(3x) + i sin(3x)) = Im (cos x + i sin x)3


= Im cos3 x + 3i cos2 x sin x − 3 cos x sin2 x − i sin3 x = 3 cos2 x sin x − sin3 x.


(b)

cos(5x) = Re (cos(5x) + i sin(5x)) = Re (cos x + i sin x)5


= Re cos5 x + 5i cos4 x sin x − 10 cos3 x sin2 x − i10 cos2 x sin3 x + 5 cos x sin4 x + i sin5 x


= cos5 x − 10 cos3 x sin2 x + 5 cos x sin4 x.


sin(5x) = Im (cos(5x) + i sin(5x)) = Im (cos x + i sin x)5
= Im cos5 x + 5i cos4 x sin x − 10 cos3 x sin2 x − i10 cos2 x sin3 x + 5 cos x sin4 x + i sin5 x


= 5 cos4 x sin x − 10 cos2 x sin3 x + sin5 x.

Aufgabe 8
C
Bestimmen Sie alle Lösungen z ∈ der folgenden quadratischen Gleichungen. Geben
Sie die Lösungen immer in der Form z = a + bi, a, b ∈ an. R
(a) z 2 + 2z − 4 = 0 (c) z 2 + 2iz − 4 = 0

(b) z 2 + 2z + 4 = 0 (d) z 2 + 2z + i = 0

(a) Die Gleichung


z 2 + 2z − 4 = 0
hat die Lösungen √ √
z1,2 = −1 ± 1 + 4 = −1 ± 5 + 0i.

(b) Die Gleichung


z 2 + 2z + 4 = 0
hat die Lösungen √ √
z1,2 = −1 ± 1 − 4 = −1 ± 3i.

(c) Die Gleichung


z 2 + 2iz − 4 = 0
hat die Lösungen √ √
z1,2 = −i ± −1 + 4 = ± 3 − i.

9
(d) Die Gleichung
z 2 + 2z + i = 0
hat die Lösungen √
z1,2 = −1 ± 1 − i.
Es sei w = 1 − i. Wegen
√ 7π
|w| = 2, arg w =
4
erhält man die zwei Zweige der Quadratwurzel von w als
√ √
   
4 7π 7π 4 15π 15π
w1 = 2 cos + i sin , w2 = 2 cos + i sin .
8 8 8 8
Dabei gilt w2 = −w1 , daher entspricht die Wurzel w2 dem − Zeichen in der quadratischen
Lösungsformel. Damit ergeben sich die Lösungen
√ √ √
 
4 7π 7π 4 7π 4 7π
z1 = −1 + 2 cos + i sin = −1 + 2 cos + i 2 sin
8 8 8 8
√ √ √
 
4 15π 15π 4 15π 4 15π
z2 = −1 + 2 cos + i sin = −1 + 2 cos + i 2 sin .
8 8 8 8

Aufgabe 9
Geben Sie die Polarkoordinaten der 5ten Einheitswurzeln ω1 , . . . , ω5 an. Skizzieren
Sie die 5ten Einheitswurzeln in der komplexen Ebene.
Zeigen Sie, dass gilt:
(a) ωk = ω2k−1 , k = 1, . . . , 5

(b) ω1 · ω2 · . . . · ω5 = 1

(c) ω1 + . . . + ω5 = 0.
Hinweise: Bei (a) und (b) soll in Polarkoordinaten gerechnet werden.
Bei (c) soll Folgendes benützt werden: die 5ten Einheitswurzeln sind die komplexen
Lösungen der der Gleichung z 5 − 1 = 0. Wegen der Faktorisierung eines Polynoms
in Linearfaktoren gilt

(z − ω1 )(z − ω2 )(z − ω3 )(z − ω4 )(z − ω5 ) = z 5 − 1.

Für die n-ten Einheitswurzeln gilt |ωk | = 1 und arg ωk = 2kπ/n, bzw.
2π(k − 1) 2π(k − 1)
ωk = cos + i sin , k = 1, . . . , n.
n n
Damit gilt für die 5-ten Einheitswurzeln
2π(k − 1) 2π(k − 1)
ωk = cos + i sin , k = 1, . . . , 5.
5 5
Die Argumente aufeinanderfolgender Wurzeln unterscheiden sich immer um 2π/5 oder 72◦ ,
siehe Abb. 8.

10
Im(z)

i ω1

ω2

Re(z)
ω5
−1 1

ω3

−i ω4

Abbildung 8: Darstellung der 5-ten Einheitswurzeln in der komplexen Ebene.

(a) Somit gilt


arg ωk = k arg ω2 = arg ω2k , k = 1, . . . , 5
und auch
2π(k − 1) 2π(k − 1)
ω2k−1 = cos + i sin = ωk , k = 1, . . . , 5.
5 5
Geometrisch entspricht jede Multiplikation mit ω2 einer Drehung um 2π/5.

(b) Weiters gilt



arg(ω1 · ω2 · . . . · ω5 ) = (0 + 1 + 2 + 3 + 4) + 2kπ = 4π − 4π = 0
5
(Der Term 2kπ mit k = −2 ist notwendig, da das Argument im Intervall [0, 2π) liegen
muss!) und somit
ω1 · ω2 · . . . · ω5 = 1 .

Alternativ kann man auch die Faktorisierung des Polynoms z 5 − 1 in Linearfaktoren be-
trachten. Es gilt

z 5 − 1 = (z − ω1 )(z − ω2 )(z − ω3 )(z − ω4 )(z − ω5 ) .

Ausmultiplizieren ergibt

z 5 − 1 = z 5 − (ω1 + . . . + ω5 )z 4 + a3 z 3 + a2 z 2 + a1 z + ω1 · ω2 · . . . · ω5

C
mit gewissen Konstanten a1 , a2 , a3 ∈ . Durch Vergleich der Koezienten der Potenzen
von z folgt
ω1 · ω2 · . . . · ω5 = 1,
a1 = a2 = a3 = 0
und
ω1 + . . . + ω5 = 0.

11
(c) Wurde bereits am Ende von (b) gezeigt.
Bemerkung: Die Eigenschaften ω1 · . . . · ωn = 1 und ω1 + . . . + ωn = 0 gelten ganz allgemein
für die n-ten Einheitswurzeln, was wie in (b) bewiesen wird.

Aufgabe 10
Bestimmen Sie alle Lösungen z ∈ C der folgenden Gleichungen
(a) z 2 + z + 1 + i = 0,

(b) z 4 + z 2 + 1 = 0.

(a) Die Gleichung


z2 + z + 1 + i = 0
hat die Lösungen
r √ √
1 1 1 ± i 3 + 4i 1 ± i 4 + 4i + i2
z1,2 =− ± − (1 + i) = − =−
2 4 2 2
p
1 ± i (2 + 2i)2 1 ± i(2 + i)
=− =− .
2 2
Damit erhält man die Lösungen

z1 = −i z2 = −1 + i.

(b) Wir können in der Gleichung


z4 + z2 + 1 = 0
z 2 = u setzten. So erhält man
u2 + u + 1 = 0,
welche die Lösungen
r √ √
1 1 1±i 3 1 3
u1,2 =− ± −1=− =− ∓i
2 4 2 2 2
hat. Damit liegen die Lösungen auf dem Einheitskreis und es gilt
4π 4π 2π 2π
u1 = cos + i sin , u2 = cos + i sin .
3 3 3 3
Damit erhält man die Lösungen z1,2,3,4 der ursprünglichen Gleichung als Wurzeln der u1
bzw. u2
2π 2π 5π 5π
z1 = cos + i sin , z2 = cos + i sin
3 3 3 3
1π 1π 4π 4π
z3 = cos + i sin , z4 = cos + i sin .
3 3 3 3
Dabei gilt natürlich z2 = −z1 und z4 = −z3 und z 1 = z4 bzw. z 3 = z2 .

12
Freiwillige Zusatzaufgabe: Beweisen Sie die Dreiecksungleichung

|z + w| ≤ |z| + |w|, z, w ∈ C
durch eine Rechnung, indem Sie die Denition des Betrags benützen und die Ungleichung
durch mehrmaliges Quadrieren geeignet umformen.

Die obige Dreiecksungleichung wurde in der Vorlesung nur geometrisch bewiesen. Ein direkter
Beweis dieser wichtigen Ungleichung, der nur die Denition des Betrags von komplexen Zahlen
benützt, ist daher wünschenswert und wird im folgenden durchgeführt.

Wir betrachten die Zahlen z = x + iy und w = a + ib und schreiben die Dreiecksungleichung


unter Verwendung der Denition des Betrags einer komplexen Zahl an. Die so entstehende
Ungleichung wird äquivalent umgeformt, wobei immer wieder Terme wegfallen:

|z + w| ≤ |z| + |w|
p p p
(x + a)2 + (y + b)2 ≤ x2 + y 2 + a2 + b2 /()2
p
(x + a)2 + (y + b)2 = x2 + a2 + y 2 + b2 + 2xa + 2yb ≤ x2 + y 2 + a2 + b2 + 2 (x2 + y 2 )(a2 + b2 )
p
ax + yb ≤ (x2 + y 2 )(a2 + b2 ) /()2

(ax + yb)2 ≤ (x2 + y 2 )(a2 + b2 )

a2 x2 + 2xyab + y 2 b2 ≤ x2 a2 + x2 b2 + y 2 a2 + y 2 b2

0 ≤ x2 b2 − 2yxab + y 2 a2 = (xb − ya)2 .

Das Quadrieren der 2. Ungleichung ist erlaubt, da beide Seiten der Ungleichung nicht negativ
sind. Falls die linke Seite der 4. Ungleichung negativ ist, gilt die Ungleichung, da die rechte
Seite nicht negativ ist. Falls die linke Seite der 4. Ungleichung nicht negativ ist, darf die
Ungleichung wieder quadriert werden.

Da auf der rechten Seite der letzten Ungleichung ein Quadrat steht, ist damit die Dreiecksun-
gleichung bewiesen.

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