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Prognosen der Golfstaaten mit Skepsis zu genießen.

Laut Bundesanstalt für


Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wurden bis Ende 2006 weltweit seit Beginn der
industriellen Erdölförderung 147 Gigatonnen Erdöl gewonnen, die Hälfte davon innerhalb der
letzten 22 Jahre. Das Maximum des Öl-Fördervolumens, der Peak-Oil, scheint realistischer zu
werden. Die BGR, die als Fachbehörde die Bundesregierung in Rohstoff-Fragen berät,
erwartet den Peak-Oil für 2015 bis 2020. Danach muss mit dem Rückgang der Förderung
gerechnet werden.

Der Ölboom begann in den USA

Blick auf den Bohrer auf dem Ölförderschiff "Discoverer


Deep Seas" im Golf von Mexiko. Verbesserte Technologien
und der steigende Ölpreis machen das Bohren nach Öl im
Tiefwasser wieder rentabel. Foto: AP

Erdöl wie auch Erdgas sind aus biologischen


Rückständen unter hohem Druck, hoher
Temperatur und Luftabschluss entstanden – über
Jahrmillionen hinweg. Erdöl bildete sich vor 90 bis
150 Millionen Jahren: Große Mengen toten
organischen Materials sammelten sich auf dem
Boden riesiger Ozeane, der so genannte
Faulschlamm entstand. Durch Sedimentablagerungen wurden die organischen Substanzen
immer weiter in die Tiefe gedrückt. In einer Tiefe von 2.000 bis 4.000 Metern und einer
Temperatur von 80 bis 120 Grad Celsius bildete sich schließlich infolge chemischer Prozesse
Erdöl. Der Rohstoff wurde quasi aus dem Faulschlamm herausgekocht.

Erdöl wird schon seit einigen Tausend Jahren genutzt. Auch weil es in manchen Regionen aus
dem Boden sickerte, war es früh bekannt. Doch die industrielle Nutzung von Erdöl setzte
Mitte des 19. Jahrhunderts im US-Bundesstaat Pennsylvania ein. Dort wurde die erste größere
Erdölquelle erschlossen.[1] Es folgte ein wahrer Ölboom.

Die Produktpalette ist riesig

Bis heute hält Erdöl die industrielle Welt am Laufen; es ist das "Schmiermittel der
Wirtschaft". Erdöl findet sich längst nicht mehr nur im Transportsektor oder dient der
Wärmeerzeugung, verstärkt wird es in der Textil- und Pharmaindustrie oder als Grundstoff in
der Chemieindustrie verwandt. Je nach Raffination, also Verarbeitung, bringt Rohöl eine
umfangreiche Produktpalette hervor: Heizöl, Benzin, Diesel, Schmierstoffe. Rohöl lässt sich
in verschiedene Sorten, auch in unterschiedliche Qualitäten unterteilen. Im Mittleren Osten
findet sich vor allem das Schweröl mit einem hohen Schwefelgehalt. Das leichte Rohöl mit
weniger Schwefel findet sich zum Beispiel in der Nordsee. Seine Förderung ist etwas teurer,
doch dafür muss während der Raffination weniger Schwefel herausgetrennt werden, was die
Kosten senkt.

Fast 100 Prozent werden importiert

In Deutschland wurden 2007 112 Mio. Tonnen Öl verbraucht, das waren täglich rund 2,4 Mio
Barrel. Deutschland war auf Rang 6 der größten Ölverbraucher weltweit. Doch der deutsche
Ölkonsum nimmt langsam ab: 1997 wurden noch 136 Mio. Tonnen Öl verbraucht, ein
Rückgang von knapp 22 Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre. Das ist ein Resultat milder
Temperaturen, steigender Preise für Kraftstoff aber auch Heizöl und der Beimischung von