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Biokraftstoffen. Doch Öl bleibt wichtig.

2007 trug der Rohstoff knapp 34 Prozent zum


Primärenergieverbrauch bei und war damit der wichtigste Energieträger.

Auch in Deutschland findet sich Erdöl: am meisten fördert die Öl-Bohrinsel Mittelplate in der
Nordsee vor Büsum. Doch die heimische Förderung deckt nur knapp 3 Prozent des Bedarfs,
der Rest wird importiert. Die wichtigsten Lieferländer waren 2007 Russland, Norwegen,
Großbritannien und Libyen: Sie sorgten gemeinsam für 70 Prozent der Ölimporte.

Der Mittlere Osten dominiert den Ölmarkt

Auch andere Länder sind in hohem Maße abhängig von Erdölimporten. Die weltweiten
Ölvorkommen konzentrieren sich auf nur wenige Länder. 5 Staaten besitzen knapp 60 Prozent
der weltweit wirtschaftlich förderbaren Ölreserven: das sind Iran, Irak, Kuwait, die
Vereinigten Arabischen Staaten und vor allem Saudi-Arabien. Das Königreich hält allein über
20 Prozent der konventionellen Rohölreserven.

Die fünf ölreichen Länder gehören der OPEC an, der Organistion der Erdöl exportierenden
Länder. Die OPEC, mit ihren insgesamt 11 Mitgliedsstaaten, funktioniert als eine Art
Förderkartell. Man verständigt sich auf Fördermengen sowie die Erdölpreise. Die OPEC-
Staaten verfügen gemeinsam über mehr als 75 Prozent der heute wirtschaftlich förderbaren
Erdölreserven. 2007 trug die OPEC mehr als 40 Prozent zur weltweiten Ölproduktion bei.

2007 wurden fast 55 Mio. Barrel Erdöl pro Tag weltweit gehandelt. Öl ist die wichtigste Ware
auf dem internationalen Energiemarkt. Rund 25 Prozent importierten die USA, ebenso viel
ging nach Europa. Auch Japan ist stark von Erdölimporten abhängig. Die Lieferanten sind vor
allem die Länder des Mittleren Osten, sie trugen fast 36 Prozent zu den gehandelten
Ölmengen bei. An zweiter Stelle folgte Russland mit rund 15 Prozent.

Die steigenden Ölpreise haben erneut eine Diskussion über die Abhängigkeit vom Öl
entfacht: Seit 2004 hat der Ölpreis stetig zugelegt, in den letzten Monaten erreichte er
nochmals ungekannte Höhen. Die Erklärungen dafür gehen auseinander. Manche erkennen
darin die Verknappung der Ölreserven plus steigender Nachfrage; andere werfen der OPEC
vor, sie treibe die Preise gezielt in die Höhe, oder sie machen eine Spekulationsblase
verantwortlich. Sicher ist nur, mit stark sinkenden Ölpreisen ist nicht zu rechnen.