Sie sind auf Seite 1von 2

Atomkraft! Nein danke?

Die AfD tritt vor dem Bundestag für die Atomkraft ein, ist das in
unserem Interesse?
In einer Rede vor dem deutschen Bundestag thematisierte Rainer Kraft (AfD) zuletzt
Deutschlands Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kernspaltung, welcher 2022 vollendet
sein soll. Dabei verglich er die, durch die Deindustrialisierung der Ukraine nach dem
Zusammenbruch der UdSSR entstandene Armut, welche die durschnittliche Lebenserwartung
der Einwohner des Landes um 8 Jahre reduziert hat, mit dem, im Vergleich,
"vernachlässigbarem" (aber nicht weiter quantifiziertem) Einfluß auf die Lebenserwartung durch
die Tschernobyl Katastrophe. Interessant ist an dieser Stelle das stille Eingeständniß, daß es den
Ukrainern unter dem Kommunismus scheinbar besser erging als heutzutage im globalistischen
System, doch das nur als Anmerkung nebenbei.

Weiterhin spricht er die Ereignisse in Fukushima an, welche 2011 zum plötzlichen Sinneswandel
der Bundesregierung führten und somit Hauptgrund für den deutschen Atomausstieg wurden.
Als Argument dafür, daß die neue deutsche Energiepolitik das Resultat einer opportunistischen
Entscheidung war, führt er den Fakt an, dass es laut Bericht der UN keine Toten durch
Strahlungsschäden infolge des japanischen Super-GAUs gab. Daß er in diesem Punkt Recht hat ist
kaum anzuzweifeln. Im weiteren Verlauf vermittelt er jedoch den Eindruck, der Vorfall in
Fukushima wäre nur halb so schlimm gewesen und sämtliche Kontaminationen der Umwelt
seien mitterlweile auf ein, laut deutschen Sicherheitsstandarts, unbedenkliches Niveau
herabgesunken. Scheinbar vorenthalten will er uns dabei die bis heute anhaltende
Kontamination des Grundwassers durch das, zur Kühlung der geschmolzenen Kerne benötigte
Wasser (1).Die verantwortliche Firma TEPCO versucht seit 2013 dieses Wasser abzupumpen und
in Tanks auf dem Grundstück des Atomreaktors zu lagern, doch erstens gelingt das nur in
teilweise und zweitens weiß man, ähnlich wie bei anderem Atommüll, nicht so recht, wohin
damit. Ein erneuter Tsunami hätte das Potential, die über eine Millionen Tonnen stark
kontaminiertes Wasser in die Umwelt zu spülen (2).

Wer hat nun Recht? Die Atomgegner oder die Atombefürworter? Eine schwierige Frage mit
mehreren möglichen Antworten, abhängig davon, welche Prioritäten man hat. Meiner Meinung
nach ist die Energiewende, welche Deutschland nach bisherigen Schätzungen 520 Milliarden
Euro (3) kosten soll, nicht zielführend und eine Fehlinvestition. Mit ca. 2% der globalen
Kohlenstoffdioxidemissionen (4) sind Deutschlands Werte nicht ausschlaggebend, die USA hat sich
vorerst unter Trump von sämtlichen Klimaschutzprogrammen verabschiedet, für
bevölkerungsreiche Schwellenländer wie China, Brazilien und Indien ist Klimaschutz ein
Luxusproblem und Afrika hat mit dem größten Bevölkerungswachstum aller Kontinente noch viel
Luft nach oben was den ökologischen Fußabdruck p.P. angeht. Wenn die Wissenschaftler bzgl.
des menschengemachten Klimawandels richtig liegen, sind wir machtlos sie aufzuhalten, bevor
es zu spät ist. Angesichts dieser Tatsachen wäre es wohl die beste Option, existierende
Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke am laufen zu halten, während große Summen in die
Erforschung der deutlich umweltfreundlicheren Kernfusion (wie bei ITER (5)) investiert werden.

1: https://www.linkedin.com/pulse/fukushimas-ice-wall-tsunami-failure-peter-j-hurley/

2: https://www.abc.net.au/news/2017-11-25/fukushima-million-tonnes-of-radioactive-water-
still-in-storage/9193488

3: https://www.welt.de/wirtschaft/article158668152/Energiewende-kostet-die-Buerger-520-
000-000-000-Euro-erstmal.html

4: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_carbon_dioxide_emissions

5: https://www.welt.de/wirtschaft/article163563291/Das-Interesse-an-Kernfusion-ist-
sprunghaft-gestiegen.html