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Berlin

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Dieser Artikel befasst sich mit der deutschen Hauptstadt. Zu weiteren Bedeutungen siehe Berlin
(Begriffsklärung).

Land Berlin

Landesflagge Berlins

Karte

Über dieses Bild

Landesflagge

Wappen des Landes Berlin

Landeswappen

Basisdaten

Sprache Deutsch

Staatsform parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat eines Bundesstaates

Postleitzahlen 10115–14199

Telefonvorwahl 030

Kfz-Kennzeichen B

Gemeindeschlüssel 11 0 00 000

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 136,6 Mrd. € (2017)[1]

BIP pro Kopf 38.032 € (2017)[2]

Schulden 54,404 Mrd. € (31. Dezember 2018)[3]

ISO 3166-2 DE-BE

UN/LOCODE DE BER

Anschrift des Regierenden Bürgermeisters und des Senates von Berlin Berliner Rathaus

Rathausstraße 15

10178 Berlin

Website: www.berlin.de
Bevölkerung

Einwohner: 3.613.495 (31. Dezember 2017)[4]

• Ausländeranteil: 19,2 % (31. Dezember 2017)[5]

• Migrationshintergrundanteil: 32,5 % (31. Dezember 2017)[5]

Arbeitslosenquote: 8,1 % (Januar 2019)[6]

Bevölkerungsdichte: 4.052 Einw. je km²

(Rang: 1. als Land, 3. als Gemeinde)

Einwohner Metropolregion: 6.117.535 (31. Dezember 2017)[7]

Geographie

Geographische Lage: 52° 31′ N, 13° 24′ OKoordinaten: 52° 31′ N, 13° 24′ O | OSM

Fläche: 891,68 km²[8]

(Rang: 14. als Land, 1. als Gemeinde)

• davon Wasserfläche: 59,69 km² (6,7 %)

• Waldfläche: 163,64 km² (18,4 %)

Höhe: 34–122 m ü. NHN

Stadtgliederung: 12 Bezirke, 96 Ortsteile

Politik

Regierender Bürgermeister: Michael Müller (SPD)

Präsident des Abgeordnetenhauses: Ralf Wieland (SPD)

Regierende Parteien: SPD, Linke und Grüne

Sitzverteilung (160) im Abgeordnetenhaus seit der Wahl 2016:

SPD

38

CDU

31
Grüne

27

Linke

27

AfD

23

FDP

12

Sonstige

3[9][10]

Letzte Parlamentswahl: 18. September 2016[11]

Nächste Parlamentswahl:2021

Bundesratsstimmgewicht: 4

Aussicht von der Siegessäule auf die Straße des 17. Juni Richtung Berliner Mitte (Okt. 2013)

Aussicht von der Siegessäule auf die Straße des 17. Juni Richtung Bezirk Berlin-Mitte (Okt. 2013)

Berlin Zum Anhören bitte klicken! [bɛɐɐˈliːn] ist die Bundeshauptstadt der Bundesrepublik Deutschland und
zugleich eines ihrer Länder.[12] Die Stadt Berlin ist mit rund 3,65 Millionen Einwohnern die
bevölkerungsreichste und mit 892 Quadratkilometern die flächengrößte Gemeinde Deutschlands.[4] Sie bildet
das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandenburg (rund 6 Millionen Einwohner) und der Agglomeration
Berlin (rund 4,5 Millionen Einwohner). Der Stadtstaat besteht aus zwölf Bezirken. Neben den Flüssen Spree und
Havel befinden sich im Stadtgebiet kleinere Fließgewässer sowie zahlreiche Seen und Wälder.

Urkundlich erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, war Berlin im Verlauf der Geschichte und in verschiedenen
Staatsformen Residenz- und Hauptstadt Brandenburgs, Preußens und des Deutschen Reichs. Ab 1949 war der
Ostteil der Stadt Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Mit der deutschen Wiedervereinigung im
Jahr 1990 wurde Berlin wieder gesamtdeutsche Hauptstadt und in der Folge Sitz der Bundesregierung, des
Bundespräsidenten, des Bundestages, des Bundesrates sowie zahlreicher Bundesministerien und Botschaften.

Zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen in Berlin gehören unter anderem der Tourismus, die Kreativ- und
Kulturwirtschaft, die Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft mit Medizintechnik und pharmazeutischer
Industrie, die Informations- und Kommunikationstechnologien, die Bau- und Immobilienwirtschaft, der Handel,
die Optoelektronik, die Energietechnik sowie die Messe- und Kongresswirtschaft. Die Stadt ist ein europäischer
Knotenpunkt des Schienen- und Luftverkehrs. Berlin zählt zu den aufstrebenden, internationalen Zentren für
innovative Unternehmensgründer und verzeichnet jährlich hohe Zuwachsraten bei der Zahl der Erwerbstätigen.
[13]

Berlin gilt als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften.[14][15][16][17] Die Universitäten,
Forschungseinrichtungen, Sportereignisse und Museen Berlins genießen internationalen Ruf.[18] Die Metropole
trägt den UNESCO-Titel Stadt des Designs und ist eines der meistbesuchten Zentren des Kontinents.[19] Berlins
Architektur, Festivals, Nachtleben und vielfältige Lebensbedingungen sind weltweit bekannt.[20]

Inhaltsverzeichnis

1 Geographie

1.1 Lage

1.2 Gewässer und Erhebungen

1.3 Wälder und Parkanlagen

1.4 Zoos und Schutzgebiete

1.5 Klima

1.6 Stadtgliederung

2 Geschichte

2.1 Namensbildung und erste Besiedlungen

2.2 Markgrafschaft und Kurfürstentum

2.3 Preußen und Deutsches Kaiserreich

2.4 Weimarer Republik und Nationalsozialismus

2.5 Geteilte Stadt

2.6 Wiedervereinte Stadt

3 Bevölkerung

3.1 Einwohnerentwicklung

3.2 Bevölkerungsgruppen
3.3 Sprache

3.4 Religionen und Weltanschauungen

3.5 Persönlichkeiten

4 Politik

4.1 Bundeshauptstadt

4.2 Land Berlin

4.3 Bezirke

4.4 Wappen und Flaggen

4.5 Städtepartnerschaften

4.6 Polizei und Feuerwehr

5 Wirtschaft

5.1 Unternehmen

5.2 Tourismus

5.3 Messe- und Kongresswirtschaft

5.4 Gesundheitswirtschaft

5.5 Kreativwirtschaft

5.6 Medien

5.7 Industrie

5.8 Handel und Finanzwirtschaft

6 Infrastruktur

6.1 Öffentlicher Verkehr

6.2 Straßenverkehr

6.3 Brücken

6.4 Fahrradverkehr

6.5 Flugverkehr

6.6 Binnenschifffahrt

6.7 Wasserversorgung
6.8 Energieversorgung

6.9 Kommunikation

7 Wissenschaft und Bildung

7.1 Hochschulen

7.2 Forschung

7.3 Kinderbetreuung und Schulsystem

7.4 Bibliotheken

8 Kultur

8.1 Musik

8.2 Festivals

8.3 Theater

8.4 Museen

8.5 Bauwerke

8.6 Sport

8.7 Freizeit

8.8 Küche

8.9 Berlin in der Kunst

9 Siehe auch

10 Literatur

11 Weblinks

12 Einzelnachweise

Geographie

→ Hauptartikel: Geografie Berlins

Lage

Lage Berlins in Deutschland und der Europäischen Union

Berlins markanter Bezugspunkt, das Rote Rathaus, hat die geographische Lage: 52° 31′ 7″ nördliche Breite, 13°
24′ 30″ östliche Länge, der Flächenschwerpunkt der Stadt liegt rund zwei Kilometer südlich davon in Kreuzberg
(52° 30′ 10,4″ N, 13° 24′ 15,1″ O). Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt rund
45 Kilometer, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 Kilometer. Die Fläche Berlins beträgt knapp 892 km². Die Stadt
befindet sich im Nordosten der Bundesrepublik Deutschland und ist vollständig vom Land Brandenburg
umgeben. Von der östlichen Stadtgrenze gemessen liegt Berlin etwa 70 Kilometer von der westlichen Grenze
der Republik Polen entfernt.

Das historische Zentrum liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten Stelle des Warschau-Berliner
Urstromtals, das Berlin vom Südosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung
durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der
Stadtfläche im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow. Der westlichste Bezirk, Spandau,
verteilt sich auf das Berliner Urstromtal, das Brandenburg-Potsdamer Havelgebiet und die Zehdenick-Spandauer
Havelniederung. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter während der jüngsten Vereisungsphase, der
Weichsel-Eiszeit. Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins vom mehrere 100 Meter mächtigen
skandinavischen Eisschild (Gletscher) bedeckt. Beim Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000
Jahren das Berliner Urstromtal.

Siehe auch: Berliner Siedlungsstern und Geologie und Landschaftsentwicklung in Brandenburg

Gewässer und Erhebungen

Ausdehnung des Stadtraums vom Zentrum in Richtung Norden

Berlin hat zahlreiche Fließgewässer und Seen. Die Spree mündet in Spandau in die Havel, die den Westen
Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Berliner Nebenflüsse der Spree sind die Panke, die Dahme, die Wuhle
und die Erpe. Der Flusslauf der Havel, eigentlich eine glaziale Rinne, ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft; die
größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee. Jeweils zum Teil in Berlin liegen die der
Havel zufließenden Bäche Tegeler Fließ und Bäke. Größter See Berlins ist der Große Müggelsee in Treptow-
Köpenick.

Siehe auch: Liste der Gewässer im Berliner Bezirk Lichtenberg

Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche Bodenerhebung der Große Müggelberg (115 m ü.
NHN) im Bezirk Treptow-Köpenick, die aus Bau-Abraum entstandenen Arkenberge (122 m ü. NHN) im Bezirk
Pankow, der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttete Teufelsberg (120 m ü. NHN) im Bezirk
Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge (114 m ü. NHN) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk
Marzahn-Hellersdorf. Der tiefste Punkt Berlins liegt mit (28,1 m ü. NHN) am Spektesee im Bezirk Spandau.[21]
Siehe auch: Liste von Erhebungen in Berlin

Wälder und Parkanlagen

Schlossgarten im Schloss Charlottenburg

Berlin besitzt neben ausgedehnten Waldgebieten im Westen und Südosten des Stadtgebietes (Berliner Forsten)
viele große Parkanlagen. Da auch fast alle Straßen von Bäumen gesäumt sind, gilt Berlin als besonders grüne
Stadt.

In Berlin gibt es insgesamt rund 440.000 Straßenbäume, darunter 153.000 Linden, 82.000 Ahornbäume, 35.000
Eichen, 25.000 Platanen und 21.000 Kastanien.[22] Die über 2500 öffentlichen Grün-, Erholungs- und
Parkanlagen haben eine Gesamtfläche von über 5500 Hektar und bieten vielfältige Freizeit- und
Erholungsmöglichkeiten.

Botanischer Garten in Lichterfelde

Im Zentrum der Stadt liegt der Große Tiergarten. Er ist die älteste und mit 210 Hektar zweitgrößte und
bedeutendste Parkanlage Berlins und wurde im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltet. Ursprünglich ein
ausgedehntes Waldareal vor den Toren der Stadt, genutzt von den preußischen Adeligen als Jagd- und
Ausrittgebiet, wurde dieses nach und nach von der Stadtentwicklung umschlossen. Er erstreckt sich vom
Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor und grenzt direkt an das Regierungsviertel. Einige große Straßen
durchschneiden den Tiergarten, darunter die Straße des 17. Juni als Ost-West-Achse. Sie kreuzen sich am
Großen Stern, in dessen Mitte seit 1939 die Siegessäule steht. Der Große Tiergarten hat die Gestalt einer
naturnahen Parklandschaft: Charakteristisch sind die weiten, von kleinen Wasserläufen durchzogenen und mit
Baumgruppen bestandenen Rasenflächen sowie die Seen mit kleinen Inseln und zahlreichen Brücken und
Alleen. Anlagen wie der Englische Garten, die Luiseninsel und der Rosengarten setzen an einigen Stellen
schmuckgärtnerische Akzente.

Neben dem Tiergarten gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er
wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896
Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft
ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821/1822 von Carl
Ferdinand Langhans als Gasthaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte Zenner.
Gärten der Welt

Die größte als Park bezeichnete Anlage Berlins ist der Tempelhofer Park, der auf dem ehemaligen Flughafen
Tempelhof entstand.

Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben
seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt.
Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Kleist-Parks in Schöneberg.
Ab 1897 erfolgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem und Groß-Lichterfelde,[23] aber nach dem Groß-
Berlin-Gesetz von 1920 und der Gebietsreform von 1938 liegt der Botanische Garten heute im Ortsteil
Lichterfelde. Mit einer Fläche von über 43 Hektar ist er der viertgrößte Botanische Garten der Welt. Er umfasst
rund 22.000 verschiedene Pflanzenarten. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große
Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.

Weitere Parkanlagen in Berlin sind die Schlossgärten in Charlottenburg, Glienicke und auf der Pfaueninsel (die
letzten beiden gehören zum UNESCO-Welterbe), die historischen Parkanlagen Lustgarten, Viktoriapark,
Rudolph-Wilde-Park und Schillerpark und die zahlreichen großen Volksgärten. Im Britzer Garten fand 1985 die
Bundesgartenschau statt, in den heutigen Gärten der Welt 1987 die Berliner Gartenschau. 2017 fand dort die
Internationale Gartenausstellung statt. Der Mauerpark auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer,
das Naturschutzgebiet Schöneberger Südgelände, der Görlitzer Park und der Spreebogenpark gehören zu den
jüngeren Parkanlagen Berlins.

Siehe auch: Kategorie:Parkanlage in Berlin

Zoos und Schutzgebiete

Panthera tigris corbetti (Tierpark Berlin) 841-723-(118).jpg

Tiger im Tierpark (Bezirk Lichtenberg)

Giraffe-berlin-zoo.jpg

Zoologischer Garten Berlin, artenreichster Zoo der Welt

Berlin verfügt über mehrere zoologische Einrichtungen: den Zoologischen Garten nebst Aquarium und den
Tierpark. Der bereits 1844 an der damaligen Stadtgrenze zu Charlottenburg eröffnete Zoologische Garten ist der
älteste Zoo Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt (rund 15.000 Tiere in 1500 Arten). Der
wesentlich jüngere Tierpark verdankt seine Entstehung der Teilung Deutschlands nach 1945: Weil der
Zoologische Garten im britischen Sektor der Stadt lag, fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene
tiergärtnerische Einrichtung. 1954 wurde daher in Friedrichsfelde ein Tierpark auf dem früheren Gelände des
Schlossparks Friedrichsfelde eröffnet. Er ist mit 160 Hektar der größte Landschaftstiergarten Europas.

In Berlin gibt es 43 Naturschutzgebiete (Stand: 2018) mit einer Gesamtfläche von 2.668 Hektar, das entspricht
etwa 3,0 Prozent der Landesfläche.[24] Hinzu kommen 56 Landschaftsschutzgebiete, die weitere 14 Prozent der
Landesfläche einnehmen.[25] Zudem haben die Bezirke Pankow und Reinickendorf einen Flächenanteil von 5,4
Prozent am länderübergreifenden, 75.000 Hektar umfassenden Naturpark Barnim.[26]

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete in Berlin

Klima

Großer Tiergarten im Oktober

Berlin befindet sich in einer gemäßigten Klimazone.

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone am Übergang vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die
durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 9,5 °C und die mittlere jährliche
Niederschlagsmenge 591 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 19,1
beziehungsweise 18,2 °C und der kälteste der Januar mit 0,6 °C im Mittel. Der bisherige Temperaturhöchstwert
in Berlin wurde am 16. Juli 2007 mit einer Höchsttemperatur von 38,6 °C an der Station Kaniswall gemessen.
[27] Der meiste Niederschlag fällt im August mit durchschnittlich 64 mm, der geringste im April mit
durchschnittlich 33 mm. (Mittelwerte von 1981 bis 2010 vom Deutschen Wetterdienst)[28] Hinsichtlich der
Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen.
Demnach wird in Berlin am häufigsten Nordwest- und Südwestwind beobachtet, der besonders im Winter mit
höheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft
herantransportiert. Das zweite Maximum aus Südost und Ost ist oft kennzeichnend für Hochdruckwetterlagen
kontinentaler Luftmassen, was je nach Jahreszeit zu sehr heißen bzw. sehr kalten Tagen führen kann. Letztere
Wetterlagen waren bis in die 1980er Jahre kennzeichnend für Smog-Situationen, da sich die in der Stadt
produzierten Schadstoffe (vor allem aus dem Ofenbrand und den Autoabgasen) aufgrund der austauscharmen
Witterung nicht verflüchtigen konnten. Der starke Rückgang der Ofenheizung und das Aufkommen der
Abgasfilter und Fahrzeugkatalysatoren in den 1990er Jahren haben dieses Problem deutlich abgemildert.

Berlin

Klimadiagramm

J F M A M J J A S
O N D

42 3-2
33 4-2

41 91

37 134

54 199

69 2212

56 2414

58 2414

45 1911

37 136

44 72

55 40

Temperatur in °C, Niederschlag in mm

Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[29]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Berlin

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep


Okt Nov Dez

Max. Temperatur (°C) 2,9 4,2 8,5 13,2 18,9 21,6 23,7
23,6 18,8 13,4 7,1 4,4 Ø 13,4

Min. Temperatur (°C) −1,9 −1,5 1,3 4,2 9,0 12,3 14,3
14,1 10,6 6,4 2,2 −0,4 Ø 5,9

Niederschlag (mm) 42,3 33,3 40,5 37,1 53,8 68,7 55,5


58,2 45,1 37,3 43,6 55,3 Σ 570,7

Regentage (d) 10,0 8,0 9,1 7,8 8,9 9,8 8,4


7,9 7,8 7,6 9,6 11,4 Σ 106,3

Quelle: DWD, Daten: 1971–2000[29]

Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken an sich ein eher homogenes Stadtklima,
allerdings führt die dichte Bebauung in der Stadt und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen
Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen Freiflächen, insbesondere zu den
ausgedehnten Landwirtschaftsflächen im Umland. Vor allem in Sommernächten werden
Temperaturunterschiede von bis zu 10 °C gemessen.[30] Insgesamt jedoch profitiert Berlin auch in diesem
Zusammenhang von seinem großen Grünflächenanteil, mehr als 40 Prozent des Stadtgebietes sind
Grünbestand;[31] 2012 „säumten 439.971 Bäume die Straßen“.[32] Die große Anzahl kleinerer Freiflächen,
besonders aber auch die innerstädtischen Grünflächen, wie der Große Tiergarten, der Grunewald und der
ehemalige Flughafen Tempelhof mit der Hasenheide erzeugen einen Kühlungseffekt und werden deshalb auch
als „Kälteinseln“ bezeichnet.

Stadtgliederung

→ Hauptartikel: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Berlin gliedert sich gemäß der Verfassung von Berlin in zwölf Bezirke. Diese unterteilen sich wiederum in 96
Ortsteile, wobei die Berliner Verfassung lediglich eine Einteilung in Bezirke kennt. Die Ortsteile stellen zwar
keine Verwaltungseinheiten dar, bilden aber die Grundlage amtlicher Ortsangaben und haben deshalb
administrative Grenzen.

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz[33] wurden 1920 acht Städte sowie 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke
zusammengefasst. Das neue Groß-Berlin umfasste ursprünglich 20 Bezirke mit damals 94 Ortsteilen, die mit
unveränderten Grenzverläufen den vorherigen Gliederungen entsprachen. Von diesen 20 Bezirken lagen nach
der Teilung der Stadt zwölf in West- und acht in Ost-Berlin.

Anlässlich der Schaffung von Neubaugebieten am östlichen Stadtrand wurde – ohne Eingemeindungen – die
Zahl der Bezirke in Ost-Berlin durch Ausgründungen zwischen 1979 und 1986 auf elf erhöht. Die Aufteilung in
West-Berlin blieb unverändert (bis auf einen Gebietsaustausch im Jahr 1945, als der Ostteil von Groß Glienicke
im Austausch gegen West-Staaken zu Berlin kam und der 95. Ortsteil wurde).

Das wiedervereinte Berlin zählte 1990 somit zunächst 23 Bezirke. Im Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998
wurde deren Zahl dann zum 1. Januar 2001 durch Bezirksfusionen schließlich auf zwölf reduziert. Zahl und
Zuschnitt der Ortsteile wurden wä