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Wortbildungsanalyse, Sommersemester Stahl

Übung zur Suffigierung der Verben und Adverbien


I. Verbale Wortbildung

1. morphologische Charakteristik
Die Anzahl der nativen Suffixe im Bereich der Verbwortbildung ist gering:

1. Suffix: ______ z.B. ängstigen, festigen


2. Suffix: ______ z.B. einschläfern, blinkern
3. Suffix: ______ z.B. frömmeln, schlängeln, lächeln

Die ersten beiden Suffixe sind unproduktiv. Neue Verben werden nur mit ______ gelegentlich
gebildet. Produktiv ist dagegen das Fremdsuffix ______: computerisieren, lackieren.

Erstglieder: _____________________________________________________________________.

2. semantische Charakteristik
Man kann zwar grundsätzlich verschiedene Wortbildungsbedeutungen unterscheiden, aber am
häufigsten ist beim produktiven Suffix (-(e)l) eine diminutive-iterative Bedeutung, wie z.B. in lächeln
oder sporteln.

II. Adverbiale Wortbildung

1. morphologische Charakteristik
a) Unterstreichen Sie bei den folgenden Beispielen die nativen Suffixe, mit denen Adverbien gebildet
werden. Welche Suffixe gehören als Suffixvarianten „zusammen“? Gibt es homonyme
Basismorpheme?

bäuchlings, eimerweise, erklärtermaßen, glücklicherweise, mehrmals, neuerdings, vorsichtshalber,


schlichtweg, seinethalben, stadtauswärts, tags

b) Welche der obigen Suffixe sind produktiv?

c) Untersuchen Sie anhand der obigen Beispiele, wie die Erstglieder der produktiven Suffixe
morphologisch charakterisiert werden können. Fassen Sie Ihr Ergebnis kurz zusammen.

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2. semantische Charakteristik
Hier eine Tabelle mit den wichtigsten Wortbildungsbedeutungen der produktiven Suffixe:

Suffix Basis Wortbildungsbedeutung Beispiel


1

2
3

5
6

Bilden Sie zu den aufgeführten Beispielen verbaler und adverbialer Wortbildung eine Paraphrase und
bestimmen Sie die Transpositionsart.

1. In Kindergärten sind bekanntermaßen Gefühlswallungen mit größtmöglichem


Amplitudenausschlag zu erleben: (Hamburger Morgenpost, 14.02.2008)
Paraphrase: ‚Ein Erleben, das bekanntermaßen stattfindet, findet statt _________________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

2. Diesen Ansatz köcheln lassen, bis er sirupartig eindickt. (Hamburger Morgenpost, 23.01.2008)
Paraphrase: ‚Köcheln bedeutet _________________________________________________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

3. Tag für Tag hat er dort nach dem Mittagessen, das ihm seine Frau püriert und löffelweise
gegeben hat, gedöst. (Nürnberger Nachrichten, 01.12.2005)
Paraphrase: ‚Wenn man löffelweise isst, dann isst man ______________________________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

4. Einfache industrielle Produktionsprozesse würden auch künftig von Westeuropa ostwärts


verlagert: (Hamburger Morgenpost, 23.01.2008)
Paraphrase: ‚Wenn man etwas ostwärts verlagert, dann verlagert man es _______________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

5. Praktischerweise residiert die seit 20 Jahren bestehende Firma, bei der etwa 70 Mitarbeiter
beschäftigt sind, gleich neben der wuchtigen Zentrale der VGB im Deelbögenkamp 4 am
Alsterlauf. (Hamburger Morgenpost, 23.02.2008)
Paraphrase: ‚Praktischerweise etwas tun, heißt ____________________________________ ‘
 Wortbildungsbedeutung: ____________________________

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6. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise 1,5 Millionen PC-Süchtige. (Hamburger


Morgenpost, 04.03.2008)
Paraphrase: ‚Etwas schätzungsweise festzustellen bedeutet __________________________ ‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

7. Selbst Schüler werden sicherheitshalber überwacht. (Hamburger Morgenpost, 15.04.2008)


Paraphrase: ‚ _______________________________________________________________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

8. Auch wenn ich spätabends nicht aus dem Haus darf. (Hamburger Morgenpost, 13.02.2008)
Paraphrase: ‚Spätabends ist ___________________________________________________.‘
 Inhaltsmuster: ____________________________

3. Wortbildungsanalysen

a) Beschreiben Sie die Wortbildungen folgender Textwörter (nur oberste Ebene:


Wortbildungsparaphrase, Konstituentenanalyse, Wortbildungsmodell): morgens, Holländisch,
vermutlich.

Beginn des Romans Endlich Stille von Karl-Heinz Ott:


[…] Er redete an diesem Abend so viel davon, wie es nicht mehr weitergehen und wie es nicht mehr sein soll, und dieses
viele Nicht fiel mir vermutlich mehr als sonst auf, weil ich morgens, vor der Abfahrt, in Amsterdam ein Buch mit dem
Titel Zestien manieren hat neen te vermijden – Sechzehn Wege das Nein zu vermeiden gekauft hatte, obwohl ich kaum
Holländisch und das wenige vermutlich noch falsch verstehe. […]

b) Analysieren Sie die folgenden Wortbildungen in formaler und inhaltlicher Hinsicht (mit möglichst
genauer Erfassung von Idiomatisierungen) bis zur Morphemebene: Freundin, Unglück,
Theaterabonnement, kränkelte.

Günter Grass, Mein Jahrhundert, Göttingen 1999, S. 261:


1 Wirklich, einen Roman könnte man schreiben. Sie war meine beste Freundin. Die verrück-
2 testen Dinge, auch gefährliche haben wir uns ausgesponnen, nur dieses Unglück nicht. An-
3 gefangen hat es, als überall Diskotheken aufmachten und ich, die ich eigentlich lieber in
4 Konzerte ging und weidlich das Theaterabonnement meiner Mutter, die damals schon krän-
5 kelte, wahrnahm, Uschi überredet habe, mit mir mal was anderes auszuprobieren.

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