Sie sind auf Seite 1von 2

MAN Truck & Bus AG

Allgemeine Lieferbedingungen für Kaufteile - Ersatzteilversorgung - Allgemeine Anforderungen [vormals MAN 239-6]
Stand Januar 2017

1. Anwendungsbereich und Zweck Fahrzeugversuche, Qualifizierungs- und • die zur Zerlegung und für den Zusammenbau
Die allgemeinen Lieferbedingungen legen die allgemeinen Konstruktionsmaßnahmen. notwendigen Werkzeuge und Hilfsstoffe z. B.
Anforderungen fest, die MAN an die Ersatzteilversorgung Klebstoffe, Dichtmittel, Schmiermittel, etc.
seiner Produkte stellt. Der Lieferant wird damit bereits vor 2.5 Vor Ablauf der Lieferverpflichtung von Ersatzteilen (End of • Vorschläge zur Gestaltung der notwendiger Wartungs-
Vertragsabschluss über seine Verantwortung für den Delivery Obligation [EOD]) bzw. vor Beendigung der und Reparatursätze (Service-Kits)
Ersatzbedarf informiert, die er auch für die Produktion durch den Lieferanten bzw. dessen
Entwicklungsleistungen und Lieferumfänge seiner Unterlieferanten ist mit den MAN-Fachbereichen 3.3 Weiterentwickelte Produkte
Unterlieferanten trägt. Beschaffung und Spare Parts Management eine (Neuentwicklungen/Nachfolgekomponenten) sind sofern
Endbevorratungsmenge abzustimmen. möglich abwärtskompatibel zu gestalten (siehe MAN 315 &
2. Ersatzteilversorgungsfristen VDA 604). Fertigungsbetriebsmittel sind so zu gestalten,
2.1 Die Ersatzteilversorgung muss im Regelfall für mindestens 2.6 Falls der Lieferant diese Endbevorratungsmenge nicht dass neben einer paarweisen (rechts/links) Serienfertigung
15 Jahre (Nutzungsdauer von MAN-Fahrzeugen) nach selbst abdeckt, ist MAN die Möglichkeit einzuräumen auch eine einseitige Fertigung für einen Ersatzteilbedarf
Auslieferung des letzten Seriengerätes bzw. mindestens (Übergabe aller für die Fertigung notwendigen möglich ist.
15 Jahre nach Abschluss der Belieferung für alle not- Unterlagen), die Ersatzteilproduktion selbst durchzuführen
wendigen Zusammenbauten sowie deren Einzelteile zu bzw. an andere Lieferanten zu vergeben. Vorhandene 4. Ersatzteildokumentation, Reparatur- und
abgesprochenen Konditionen durch den Lieferanten Produktionswerkzeuge sind, soweit sie nicht bereits im 4.1 Wartungsanleitungen
gewährleistet werden. Bei Sonderverträgen, wie z. B. Eigentum von MAN stehen, zu angemessenen Die Ersatzteildokumentationen, wie:
Verträgen mit öffentlichen Auftraggebern, gelten Konditionen MAN zu überlassen. Ersatzteilkataloge, Ersatzteilverschleißlisten (bebildert und
Ausnahmeregelungen. mit Textteil), strukturierte Stücklisten, Explosions- sowie
3. Ersatzteilkonzept Einzelteilzeichnungen, isometrische Ersatzteildarstellungen,
2.2 Sind im Sonderfall (technischer Fortschritt, 3.1 Spätestens mit dem Angebot des Lieferanten ist den Vektorgrafen, 2D/3D-CAD-Modelle, Reparatur- und
Wirtschaftlichkeit, Bauteilart z.B. elektonische Bauteile, MAN-Fachbereichen Beschaffung und Spare Parts Wartungsanleitungen in elektronischer Form müssen in dem
Software) nur kürzere Fristen möglich, muss der Lieferant Management ein Ersatzteilkonzept nach aktueller Vorgabe mit der Konstruktion vereinbarten Format spätestens 6
rechtzeitig, d. h. spätestens bei Vertragsabschluss, mit vorzulegen. Das Ersatzteilkonzept (ETK) ist Bestandteil Monate vor Serienbeginn bzw. vor der Homologation (bei
den MAN-Fachbereichen Beschaffung und Spare Parts der Bewertungsgrundlage zur Lieferantenauswahl homologationsrelevanten Komponenten) vorliegen.
Management die abweichenden (Nominierung) und ist Teil des Anfrage- bzw.
Ersatzteilversorgungsfristen vereinbaren und alternative Angebotsumfangs. MAN behält sich das Recht vor, bei 4.2 Die Ausführung der Dokumentation (z. B.
Versorgungskonzepte (z. B. Ersatzapplikationen) Bedarf auch für bestehende Serien/Aftersales- Perspektivzeichnung, Datenformat u. ä.) ist zuvor mit MAN
festlegen. Geschieht dies nicht, gelten mindestens 15 Lieferumfänge ein Ersatzteilkonzept anzufordern. zu vereinbaren. Ersatzgruppierungen, Reparatursätze und
Jahren Ersatzteilversorgung als vereinbart. Verschleißteile müssen gekennzeichnet sein.
3.2 Dieses Ersatzteilkonzept muss gemäß aktueller Vorgabe
2.3 Erkennt der Lieferant vorzeitig Engpässe / u. a. folgende Punkte beinhalten: 4.3 Die Erstellung der Dokumentation erfolgt für MAN kostenlos.
Versorgungslücken, so hat er sich in beiden Fällen
• Ansprechpartner beim Lieferanten
unverzüglich mit den MAN-Fachbereichen Beschaffung 4.4 Weiterhin sind anzugeben:
• 2D Zeichnungen, 3D CAD-Konzeptentwürfen sowie
und Spare Parts Management in Verbindung zu setzen. • MAN- sowie Lieferantensachnummer
eindeutig lesbare Handskizzen
• die maximale Zerlegungstiefe (zerstörungsfrei) • Teilestammdaten (Maße, Gewichte, Einheiten,
2.4 In jedem Falle sind sämtliche Kosten im Zusammenhang Werkstoffe sowie weitere technische Parameter)
mit einer vorzeitigen Bauteilabkündigung und der • die Identifikation der Bauteil-Art (Reparaturteil,
• handelsrechtliche sowie präferenzieller Ursprung und
gegebenenfalls hierdurch erforderlichen Austausch- bzw. Verschleißteil, Wartungsteil mit
Angabe des Wartungsintervalls) • Maximal zulässige Lagerzeit bei zeitlich begrenzt
Produktänderungen durch den Lieferanten zu tragen. lagerfähigen Produkten.
Hierzu zählen insbesondere MAN-seitig anfallende • die Kennzeichnung bei möglicher
Kosten, wie zum Beispiel Aufwendungen für notwendige Wiederaufbereitung von Bauteilen

1 von 2
4.5 Gemäß der gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen 5. Ersatzteilverpackung
alle branchenüblichen Standards eingehalten werden und 5.1 Spätestens zum im Entwicklungs- und Liefervertrag
Informationen dazu kostenlos zur Verfügung gestellt genannten Termin (i. d. R. der Termin zur Übergabe der
werden. Ersatzteilpreisliste) übermittelt der Lieferant den konkreten
Verpackungsvorschlag mit Angabe der
Beispiele hierfür sind: Verpackungskosten.
• REACH Verordnung
• Elektro G / Gesetz über das Inverkehrbringen, die Zur Dokumentation des Verpackungsvorschlags ist das
Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung Formular „Lieferstandard Aftersales –
von Elektro- und Elektronikgeräten Verpackungsgestaltung“ und zur Dokumentation der
• Sicherheitsdatenblätter Verpackungskosten ist das Formular „Lieferstandard
• Konformitätserklärungen Aftersales – Verpackungskostenkalkulation“ zu
verwenden. Die Verpackungen sind gemäß den Vorgaben
4.6 Für die Sachdefinition, Identifizierung und Kennzeichnung der M 3590 „Verpackungsrichtlinie After Sales“ zu
von Ersatzteilen gelten die Normen MAN 312, MAN 315 gestalten.
und M3000. Das Ersatzteil ist dauerhaft mit dem
Herstellerland nach MAN 312 zu kennzeichnen. Die Verpackungsauslegung muss in geeigneten
geschlossenen Behältnissen und Lager konform
4.7 Bauteile und/oder Ersatzteile, welche nach (Auspolsterung, Stapelfähigkeit, Transport etc.) erfolgen.
landesspezifischen Gesetzen, z.B.: ECE, EG, CCC Sie umfasst dabei sowohl die Einzelteil- also auch die
(China), EAC (Russland, Weißrussland, etc.), KC Transportverpackung.
(Südkorea), eine gesetzlich/behördlich geforderte
Kennzeichnung oder Zertifikate benötigen, sind nach 6. Ersatzteilpreise
Absprache mit den MAN-Fachbereichen Beschaffung und 6.1 • Der Ersatzteilpreis während der Serienlaufzeit sowie
Spare Parts Management zu zertifizieren und mit der für mindestens weitere fünf Jahre nach Serienauslauf
entsprechenden Identifizierung nach Gesetzesvorgabe zu entspricht maximal dem A-Preis des Serienbauteils.
kennzeichnen. • Preisreduzierungen des Serienpreises finden auch
Der Lieferant muss die Zertifikate vor Ablauf ihrer für die serienidentischen Bauteile in der
Gültigkeit sowie bei Gesetzesänderungen aktualisieren Ersatzteilversorgung Anwendung
und rechtzeitig unaufgefordert an die MAN liefern. Dies gilt • Die Summe der Ersatzteilpreise der
über den gesamten Produktlebenszyklus, der auch den Einzelkomponenten darf den Serien A-Preis des
Zeitraum der Versorgungsverpflichtungen von Ersatzteilen Zusammenbaus nicht überschreiten
beinhaltet. • Der Preis der seriengültigen Einzelkomponenten
wird durch Aufschlüsselung ermittelt, wobei sich der
4.8 Der Einsatz von Gefahrstoffen ist grundsätzlich nicht Preis um die Montagekosten reduziert
zulässig. Für, im Sonderfall freigegebene, • In der Serie vereinbarte Preisreduzierungen für den
Gefahrstoffartikel sind nach § 14 Gefahrstoffverordnung Zusammenbau sind grundsätzlich, mindestens in
EG-Sicherheitsdatenblätter bei Erstlieferung und nach gleicher Weise auf die Ersatzteilpreise der
Veränderung, jedoch mindestens einmal jährlich, zu seriengültigen Einzelkomponenten anzuwenden.
liefern. • Etwaige Mehraufwendungen für eine
Einzelverpackung oder ersatzteilspezifische
Zusatzaufwendungen sind durch den Lieferanten
gesondert auszuweisen. Über eine Erstattung ist eine
gesonderte Vereinbarung zu treffen.

2 von 2