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UE 2017S 230067

Qualitative Methoden:
Beobachtung, Interview, Artefaktanalyse
Sommersemester 2017
Assoz. Prof. Elisabeth Scheibelhofer

Studenten und Social Media Nutzung;


Interaktion zwischen Passanten und
Augustinverkäufern
- Schriftliche Sammlung: Die Aufgaben im Rahmen qualitativer Methoden
Übung -

ALEKSIC Dejan (01549307)


Abgabedatum: 31.08.2017.
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ........................................................................................................................... 1
2. Studenten und Social Media Nutzung................................................................................ 2
2.1. Ausgangsmaterial ........................................................................................................ 2
2.1.1. Analyse der Entstehungssituation ........................................................................ 2
2.1.2. Formale Charakteristika des Materiales............................................................... 2
2.2. Ablaufmodell der Analyse .......................................................................................... 2
2.3. Ergebnisse ................................................................................................................... 4
2.3.1. Allgemeine Erkenntnisse ..................................................................................... 8
2.3.2. Intensität ............................................................................................................... 8
2.3.3. Soziale Media war am Anfang nur zum Spaß ..................................................... 9
2.3.4. Twitter und Nachrichten Lesen .......................................................................... 10
2.3.5. Facebook und Freizeitgestaltung ....................................................................... 11
2.3.6. Facebook und Studium ...................................................................................... 12
2.3.7. Facebook und Arbeit .......................................................................................... 13
2.3.8. Instagram und Langeweile ................................................................................. 14
3. Interaktion zwischen Passanten und Augustinverkäufern ............................................... 16
3.1. Ausgangsmaterial ...................................................................................................... 16
3.2. Ablauf der Analyse.................................................................................................... 17
3.3. Ergebnisse ................................................................................................................. 17
3.3.1. Unterhaltung ...................................................................................................... 19
3.3.2. Anbieten der Zeitung ......................................................................................... 20
3.3.3. Verkauf .............................................................................................................. 20
Literatur.................................................................................................................................... 22
Anhang ..................................................................................................................................... 22
1. Einleitung

Die vorliegende schriftliche Sammlung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil
beschäftigt sich mit dem Thema „Studenten und Social Media Nutzung“. Vor allem mit der
Art und Weise wie sie das Studium oder Arbeitsleben der Studenten prägen. Im zweiten Teil
handelt es sich um „Interaktion zwischen Passanten und Augustinverkäufern“ in einer U-Bahn
Station. Der erste Teil ist das Resultat eines Interviews und der Analyse des entstandenes
Textmaterials und der zweite einer Beobachtung und der Inhaltsanalyse des
Beobachtungsprotokolls.
Die Arbeit ist ein Endbericht von den zwei erwähnten Mini-Untersuchungen, die im
Rahmen einer Übung entstanden sind. Obwohl sie als eine Gruppenarbeit gedacht wurde, ist
sie am Ende eine individuelle Arbeit geworden.
Zwei Erhebungsmethoden, die wir geübt haben, sollten zum selben Thema sein, aber
da das erste Thema einer Beobachtungsmethode nicht passt, haben wir uns, damals noch immer
als eine Gruppe, entschieden, das Thema zu wechseln. Deshalb sind zwei Teilen der Sammlung
nicht direkt aneinander anschließend.
Nichtsdestoweniger ist die Auswertungsmethode für beiden Textmaterialien dieselbe.
Die erhebenden Daten werden mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Es geht
um eine induktive Kategorienbildung nach Mayring1.

1
Vgl. Philipp Mayring (2010): Qualitative Inhaltsanalyse : Grundlagen und Techniken, Beltz, Basel, Weinheim.

1
2. Studenten und Social Media Nutzung

Das Thema „Studenten und Social Media Nutzung“ haben wir noch als eine Gruppe
formuliert. Vor allem hat uns Facebook, als populärste soziale Netzwerk interessiert, aber wir
wollten es auch im Vergleich zu anderen analysieren. Die Auswirkungen, die Sozial Media an
Studien und Arbeitsleben haben, waren auch von Interesse.
Wir wollten wissen, inwiefern Studenten Facebook und andere Media für private,
professionelle oder akademische Zwecke nutzen und inwiefern ist Facebook, nicht nur als ein
soziales Zeug, das für Spaß dient, für das Studium oder die Arbeit nützlich.
Davon haben sich zwei Ebene der Fragestellung ausdifferenziert: 1) Auf welche Art
und Weise nutzen Studenten Sozial Media? 2) Wie prägt die Nutzung von Sozial Media ihr
Studium?

2.1. Ausgangsmaterial

Was das Analysematerial betrifft, handelt es sich um nur ein Leitfadeninterview. Den
Leitfaden haben wir am Anfang gemeinsam zusammengestellt. Der Befragte ist ein
Lebensmittel und Biotechnologie Student, der über private soziale Beziehungen, bzw. „Mund-
zu-Mund-Propaganda“ gefunden und angesprochen wurde.

2.1.1. Analyse der Entstehungssituation

Die Teilnahme ans Interview war freiwillig. Der Leitfaden war nur halb strukturiert,
mit den Notizen und der Richtung, in die wir das Gespräch führen sollen, aber ohne konkreten
Fragen. Deshalb konnten die Frageneuformulierungen und Reihenfolge variieren. Alle Fragen
waren offen und das Interview wurde von mir durchgeführt. Es hat bei dem Befragten zu Hause
stattgefunden.

2.1.2. Formale Charakteristika des Materiales

Das Interview wurde mit dem Handy aufgenommen und dann in „Microsoft Office
Word“ in eine Textform transkribiert. Dabei war die folgende Transkriptionsanweisung
benutzt:
- Das Interview wird vollständig und wörtlich transkribiert. Alle Unverständlichkeiten
werden mir „(Unv.)“ markiert.
- Dialekt und Umgangssprache werden geändert (z.B. ich hab – ich habe)
- Stumme Pausen werden mit „(...)“ markiert.
- Pausen mit Gedankenstrich werden nach Gehör geschrieben. (z.B. Ähm, mmm)
- Lachen und ähnliches wird in Klammern geschrieben.
- Das Symbol für den Interviewer ist „I“ und das Symbol für den Befragten ist „B“
- Es wird die Funktion vom „Word“, die Zeilennummer auf der linken Seite des Papiers
zu zeigen, benutzt.
- Am Ende jeder Aussage (jeder offenen Antwort - auch mehrere Sätze) vom Befragten
und jeder Frage vom Interviewer wird der Zeitpunkt geschrieben.

2.2. Ablaufmodell der Analyse

2
Das ziel unserer Analyse ist die Nutzung der Sozial Media Plattformen, von Studenten,
zu beschreiben. Uns interessiert, auf welche Art und Weise sie die Sozial Media nutzen und
besonders, wie die Nutzung von Sozial Media ihr Studium prägt.
Auf unsere Leitfragen werden wir zu antworten versuchen, an Prämissen der induktiven
Kategorienbildung nach Mayring.2 Während bei einer deduktiven Kategorienbildung, die
Kategorien schon vorher, anhand von Theorie bestimmt sind, geht es hier um die nachherige
Bestimmung von Kategorien. Die Kategorien werden anhand vom Inhalt bestimmt, und zwar
in Richtung unsere Fragestellung, sodass die Paraphrasen mit demselben Gegenstand unter
einer Kategorie fallen.
Mayring Unterscheidet „drei Grundformen des Interpretierens“: Zusammenfassung,
Explikation und Strukturierung.3 Induktive Kategorienbildung wird unter Zusammenfassung
gezählt: „Ziel der Analyse ist es, das Material so zu reduzieren, dass die wesentlichen Inhalte
erhalten bleiben, durch Abstraktion einen überschaubaren Corpus zu schaffen, der immer noch
Abbild des Grundmaterials ist.“4
Der erste Schritt in diesem Prozess ist die Bestimmung der Analyseeinheiten. Da wir
hier nur einen Fall haben, die Auswertungs- und Kontexteinheit dieser Fall, was eigentlich das
ganze Material ist. Auswertungseinheit, laut Mayring, „legt fest, welche Textteile jeweils
nacheinander ausgewertet werden“, und die Kontexteinheit „legt den größten Textbestandteil
fest, der unter einer Kategorie fallen kann.“5 Die Kondiereinheit, der kleinste
Materialbestandteil, der ausgewertet wird, ist in unserem Fall jede Aussage unseres Befragten
über die Nutztung von Sozial Media.
Nach der Bestimmung der Analyseeinheiten wird die Paraphrasierung gemacht. Das,
heißt, alle Aussagen aus dem Material, bzw. alle Kodiereinheiten werden auf eine einheitliche
Sprachebene übersetzt, damit sie auf eine grammatikalische Kurzform transformiert werden.6
Dabei werden alle nicht inhaltstragende und wiederholende Textteile ausgeschlossen.
In nächstem Schritt werden die Paraphrasen auf eine Abstraktionsebene generalisiert.
Die Abstraktionsebene würden möglichst allgemeine Aussagen unseres Befragten über
bestimmte Sozial Media (z. B. Facebook, Twitter, Instagram) oder Ihre Nutzungsweise
(Freizeitgestaltung, Arbeit, Nachrichten, Studium).
Im Folgenden werden Paraphrasen und deren Generalisierung dargestellt und davon ein
Kategoriensystem entwickelt.

2
Vgl. Ebenda, S. 67.
3
Ebenda, S. 65.
4
Ebanda, S. 65.
5
Ebenda, S. 59.
6
Ausführlicher über Interpretazionsregel, Ebenda, S. 70.

3
2.3. Ergebnisse

In der Tabelle 1 ist Kategorienbildung dargestellt. Diejenigen Aussagen, die nicht


wichtig sind, die, die sich wiederholen oder die, mit der gleichen Bedeutung, wurden
gestrichen. Paraphrasen wurden dann auf eine Abstraktionsebene generalisiert und aus der
Reduktion der Generalisierungen wurden Kategorien entwickelt.

Tabelle 1
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
1. 1. Sozial Media ist eine Auf Sozial Meida sich K1: Twitter wird für die
Möglichkeit, mich zu informieren Nachrichten verwendet:
informieren - Artikel werden gelesen
1. 2. Sozial Media ist ein Auf Sozial Media werden - eindeutig sich zu informieren
Nachrichtenersatz nachrichten gelesen - eine wichtige Quelle für
1. 3. Ich verwednde Twitter um Twitter wird für Nachrichten internationale Medien
Artikel zu lesen verwendet - auf Twitter bekommt man
1. 4. Facebook ist weniger Facebook dient zur nachrichten chronologisch und
mich zu informieren Freizeitgestaltung auf Facebook bewegt man sich
1. 5. Facebook dient Facebook dient zur in einer Informationsblase
mitzubekommen, was los Freizeitgestaltung - Meinung: Facebook stört
ist mehr als es hilft
1. 6. Facebook dient im Facebook dient im Kontakt zu
Kontakt zu bleiben bleiben
1. 7. Sozial Media spielt eine K2: Facebook dient zur
wichtige Rolle Freizeitgestalltung und im
1. 8. Facebook dient in anderen Facebook dient im Kontakt zu Kontakt zu bleiben:
Regionen als Mittel der bleiben - weniger sich zu informieren
Komunikation - dient mitzubekommen, was
1. 9. Ich vewedne Am meisten wird Twitter los ist
hauptsächlich Twitter verwendet - eine Möglichkeit, Bilder und
1. 10. Ich verwednde Facebook Facebook dient im Kontakt zu Leute anonym anzuschauen
weil es meine Freunde bleiben - auf Facebook Newsfeed nur
verwenden privater Inhalt
- keine Nachrichten auf
1. 11. Einmal täglich auf Einmal täglich auf Facebook
Facebook schauen schauen Facebook
- in anderen Regionen mittel
1. 12. Auf Instagram nicht aktiv Auf Instagram nicht aktiv
der Komunikation
1. 13. Früher MSN fürs Chatten Früher Sozial Media nur zum
- wird wegen dem Freunden
Messenger vewednet Spaß
verwendet
1. 14. Ich vewende Whatsapp
und Youtube, aber das sind
keine Sozial Medien
1. 15. Watsapp ist sms ersatz
1. 16. Auf Youtube mit keinem
Menschen interagieren
2. 17. Ich vewednde Twitter am Am meisten wird Twitter K3: Intensität:
häufigsten verwendet - am meisten wird Twitter
2. 18. Von den Nutzungsdauer Facebook und Instagram verwendet
keinen Unterschied gleichmäßig verwendet - einmal täglich auf Facebook
zwischen Facebook und schauen
Instagram - Auf Instagram nicht aktiv
2. 19. Facebook an zweiter Facebook an zweiter Stelle - Facebook und Instagram
Stelle wegen meherer gleichmäßig verwendet
Funktionen - Facebook an zweiter Stelle
2. 20. Facebook ist relevanter als Facebook an zweiter Stelle
Instagram

4
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
2. 21. Von Twitter und Von Twitter und Instagram - Von Twitter und Instagram
Instagram auch die Mobile auch die Mobile Apps Mobile Apps, von Facebuk
Apps keine App wegen Design
2. 22. Von Facebook keine App, Von Facebook keine App - auf Twitter wenig aktiv
weil das viel Speicher wegen Design - auf Facebook wenig aktv
braucht
2. 23. Facebook App samelt Von Facebook keine App
viele Mitlist wegen Design
2. 24. Facebook zwingt man, Von Facebook keine App
Messenger runterzuladen wegen Design
2. 25. Wenn man Desktopseite Von Facebook keine App
verwendet muss man den wegen Design
Messenger nicht
runterladen
2. 26. Ich benutzt Desktopseite, Von Facebook keine App
obwohl es mühsam ist wegen Design
2. 27. Facebook später Facebook später zugekommen
zugekommen
2. 28. Gegen Ende der achten Facebook dient im Kontakt zu
Klasse ist Facebook prima bleiben
im Kontakt zu bleiben
2. 29. Mit Twitter mit 20 Jahre Mit Twitter mit 20 Jahre
angefangen angefangen
3. 30. Auf Twitter durch Cousin Auf Sozial Media durch
gekommen Freunde oder Verwandte
gekommen
3. 31. Auf Instagram durch Auf Sozial Media durch
Schwestern und Freundin Freunde oder Verwandte
gekommen gekommen
3. 32. Auf Instagram aus Früher Sozial Media nur zum
Interesse oder Neugierig Spaß
K4: Soziale Media war am
gekommen
Anfang nur zum Spaß:
3. 33. Facebook am Anfang die Früher Sozial Media nur zum
- MSN wurde fürs Chatten
Neugier am Leben von den Spaß
verwendet
anderen
- Auf Instagram aus Interesse
3. 34. Facebook ist eine Facebook dient zur
und Neugier gekommen
Möglichkeit, Bilder und Freizeitgestaltung
- Facebook am Anfang, die
Leute anonym Neugier am Leben von den
anzuschauen anderen
3. 35. Verhalten auf Facebook Früher Sozial Media nur zum - Verhalten auf Facebook
witzig in dem Alter Spaß witzig in dem Alter (18 Jahre)
3. 36. Facebook ist immer Früher Sozial Media nur zum - Facebook (Spaß) immer
unwichtiger geworden Spaß unwichtiger und Twitter
3. 37. Von Instagram nichts Instagram wird aus Langeweile (Nachrichten) immer wichtiger
erwartet verwendet geworden
3. 38. Instagram könnte ich Instagram wird aus Langeweile
jederzeit löschen verwendet
3. 39. Instagram nicht so Instagram wird aus Langeweile K5: Instagram wird aus
spannend verwendet Langeweile verwndetet:
3. 40. Ich wusste nicht worum es - von Instagram nichts erwartet
bei Twitter geht - Instagram könnte jederzeit
3. 41. Twitter immer spannender Früher Sozial Media nur zum gelöscht werden
geworden Spaß - Instagram nicht spannend
3. 42. Twitter ist eshr schnelle Twitter für Nachrichten - Auf Instagram nicht
Quelle verwendet interessante Fotos anschauen
3. 43. Früher aktiver auf Früher Sozial Media nur zum
Facebook Spaß

5
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
3. 44. Auf Twitter von anfang an Auf Twitter wenig aktiv
wenig aktiv
4. 45. Facebook für die Facebook dient zur
Freizeitgestaltung Freizeitgestaltung
4. 46. Die wichtigste Funktion Facebook dient zur
von Facebook ist die Freizeitgestaltung
Freizeitgestaltung
4. 47. Twitter ist eindeutig sich Twitter wird für Nachrichten
zu informieren verwendet
4. 48. Twitter ist eine wichtige Twitter wird für Nachrichten
Quelle für Internationale verwendet
Medien
4. 49. Man kann Twitter wie Meinung: Twitter kann auch
Facebook, fürs Neugier zum Spaß dienen
benutzen
4. 50. Auf Instagram Fotos die Instagram wird aus Langeweile
mich nicht interessieren verwendet
anschauen
4. 51. Keine berühmte Personen
auf Instagram folgen
5. 52. Auf Facebook wand nur Auf Facebook wenig aktiv
alte Sachen
5. 53. Wenig Informationen über Auf Facebook wenig aktiv
mich auf Facebook
5. 54. Facebook Newsfeed Facebook dient zur
besteht aus privater Ihnalt Freizeitgestaltung
(keine Nachrichten)
5. 55. Von vielen Freunden Auf Facebook wenig aktiv
Neuigkeiten ausgeschaltet
5. 56. Die meisten Seiten auf Facebook hilft beim Studieren
Facebook von der Uni
5. 57. Ich folge immer Facebook hilft beim Studieren K6: Facebook hilft beim
erstsemestrige Gurppe auf Studieren:
Facebook
- die meisten Seiten auf
6. 58. Ungefähr 200 Freunde auf 200 Freunde auf Facebook Facebook von der Uni
Facebook - erstsemestrige Gruppe immer
6. 59. Alle Facebook Freunde Alle Facebook Freunde werden gefolt
habe ich getroffen getroffen - das Planen und das Lernen ist
6. 60. Mit niemanden im Mit niemanden im Kontakt mit Facebook einfacher
Kontakt über Facebook über Facebook - viel über Prüfungen auf
6. 61. Sehr selten neue Kontakte Auf Facebook wenig aktiv Facebook gesprochen
auf Facebook hinzufügen - Facebook-Gruppen werden
6. 62. Alte Kontakte auf Auf Facebookprofile wird immer vor dem Lernen
Facebook einmal entfernt geachtet gecheckt
6.- 63. Es ist unangenehm, Unangenehm Leute aus - An Uni-Chatgruppen wird
7. manche Leute aus Facebook zu löschen teilgenommen
Facebook zu löschen - Meinung: dem, der nicht
7. 64. Fast keine Aktivität auf Auf Facebook wenig aktiv Facebook nutzt, ist schwieriger
Facebook zu studieren
7. 65. Keine Spielen auf Auf Facebook wenig aktiv
Facebook
7. 66. Keine Nachrichten auf Facebook dient zur
Facebook Freizeitgestaltung
7. 67. Auf Facebook bewegt Auf Facebook bewegt man sich
man sich in einer in einer Informationsblase
Informationsblase
7. 68. Facebook spiegelt eigene Auf Facebook bewegt man sich
Meinung immer wieder in einer Informationsblase

6
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
7. 69. Auf Twitter bekommt Auf Twitter bekommt man
man Nachrichten Nachrichten chronologisch
chronologisch
7. 70. Vielen Leuten ist Meinung: Angenehmer, nur
angenehmer, nur die interessante Informationen zu
interessanten lesen
Informationen zu lesen
8. 71. Nachrichten über Meinung: Facebook stört mehr
Facebook stören mehr als als es hilft
sie helfen
8. 72. Facebook stört garantier, Meinung: Facebook stört mehr
so wie es momentan als es hilft
genutzt wird
8. 73. Für viele Leute ist Meinung: Angenehmer, nur
Facebook die einzige interessante Informationen zu
Nachrichtenquelle lesen
9. 74. Ich benutze Facebook viel Facebook hilft beim Studieren
für die Uni
9. 75. Das Planen und das Facebook hilft beim Studieren
Lernen ist mit Facebook
einfacher
9. 76. Es wird viel über Facebook hilft beim Studieren
Prüfungen auf Facebook
gesprochen
9. 77. Bevor ich zum Lernen Facebook hilft beim Studieren
anfange, checke ich
Facebook-Gruppen
9. 78. Studieren ist durch Facebook hilft beim Studieren
Facebook viel einfacher
als früher
9. 79. Dem, der Facebook nicht Facebook hilft beim Studieren
nutzt, ist schwieriger zu
studieren
9. 80. Keine erfahrung mit Keine erfahrung mit Arbeiten
Arbeiten
K7: Facebook kann eine Rolle
9. 81. Einige Firmen Meinung: Firmen checken
bei der Arbeit spielen
kontrolieren Sozial Media Facebookprofiles
(deshalb wir über
Aktivitäten von Bewerbern
Facebookprofile geachtet):
10. 82. Einmal Fotos auf Auf Facebookprofile wird - keine Erfahrung mit der
Facebook aussortiert geachtet
Arbeit
10. 83. Mann muss über sein Auf Facebookprofile wird - Meinung: Firmen checken
Facebookprofil achten, geachtet Facebookprofiles von
wenn man sich für eine Bewerbern
Stelle bewirbt - Einmal Fotos aussortiert
10. 84. Jeder hat die Wahl, Auf Facebookprofile wird - Meinung: jeder hat die Wahl,
Privatleben auf Facebook geachtet sein Privatleben auf Facebook
nicht zu teilen nicht zu teilen
10. 85. Keiner zwingt man auf Auf Facebookprofile wird - Man kann Karriereportalen
Facebook mitglieder zu geachtet folgen und Facebook für die
sein, Profil zu machen Jobsuche aufgebrauchen
oder Private Fotos - Informationen über Firmen
hochzuladen auf Facebook sind Propaganda,
10. 86. Man kann auf Facebook Facebook kann beim seriöser auf Internetseite
Karriereportalen folgen Arbeitsuche helfen
10. 87. Man kann für die Facebook kann beim
Jobsuche Facebook Arbeitsuche helfen
aufgebrauchen

7
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
10. 88. Informationen über Auf Facebook propaganda
Firmen auf Facebook sind
Marketing und Propaganda
10. 89. Seriösen Informationen Internetseiten seriöser
über Firmen auf
Internetseite
11. 90. An Chattgruppen Facebook hilft beim Studieren
teilnehmena

Wir haben im ersten Durchgang sieben verschiedene Kategorien festgelegt. Hätten wir
mehrere Fälle gehabt, wäre es Sinnvoll, noch einen, zweiten Durchgang zu machen, indem wir
auch die anderen Fällen berücksichtigen würden. Für uns ist aber in diesem Fall der erste
Durchgang genügend, um auf die gewünschte Abstraktionsebene zu kommen.

2.3.1. Allgemeine Erkenntnisse

Unser Befragter ist ein Lebensmittel und Biotechnologie Student, 25 Jahre alt. Er wohnt
und studiert in Wien.
Allgemeine Daten, im Kontext unserer Fragestellung zeigen, dass er drei verschiedene
Sozial Media nutzt, und zwar Facebook, Twitter und Instagram. Er nutzt ebenso Whatsapp und
Youtube, aber da die nicht typische Sozial Media sind, ist das uns nicht von Interesse.
Er hat im Alter zwischen 18 und 20 Jahren angefangen, Sozial Media zu benutzten und
ist dazu durch Freunde oder Verwandte gekommen.

„B: ...Facebook, ja, einfach deswegen, weil sehr viele Freunde von
mir auch auf Facebook sind...“7

„B: ...Twitter dann ein bisschen später, also wie alt ich dann war, 20
oder so was, und da bin ich durch meinen Cousin darauf gekommen,
der hat mir das gezeigt, da ich das überhaupt nicht kannte davor, und
Instagram habe ich schon länger gekannt, auch durch meine
Schwestern zum Beispiel, oder durch die Freundin, hab es aber sehr
lange nicht verwendet, weil es mich nicht interessiert hat, und dann
irgendwann bin ich, halt, dazu gekommen...“8

2.3.2. Intensität

Die erste Schlüsselkategorie betrifft die Intensität der Nutzung von Sozial Media. Die
Kategorien werden nicht in selber Reihenfolge als sie aus der Generalisierungen entwickelt
wurden dargestellt. Wir haben uns für eine inhaltliche Reihenfolge entschieden.
Intensität der Nutzung betrifft alle Sozial Media zusammen, im Sinne von der
Nutzungsdauer und Nutzungshäufigkeit. Weitere Schlüsselkategorien beziehen sich auf die
Art, auf welche jede von Sozial Media benutzt wird. Alle drei Netzwerke werden regelmäßig
verwendet. Das heißt, das auf alle drei zumindest einmal täglich angeschaut wird.

7
Interviewtranskript, S. 1, Zeile 27-28
8
Interviewtranskript, S. 2-3, Zeile 85-89

8
„I: Und (...) Aber alle drei benutzt du täglich? Regelmäßig,
sozusagen? [00:04:06]
B: Mhm, schon, ja. [00:04:07]“9

Zwischen den drei sind jedoch Unterschiede, was Intensität betrifft, zu finden. Twitter
wird am meisten verwendet. Obwohl es von der Nutzungsdauer keinen Unterschied zwischen
Facebook und Instagram gibt, kommt Facebook an die zweite Stelle, weil es auf Facebook
mehrere Funktionen gibt und Facebook als relevanter geschätzt wird.

„I: Ja, ja, ja. Stimt, stimt. Und welche benutzst du am häufigsten?
[00:02:23]
B: Twitter. [00:02:24]
I: Du hast schon was erwähnt, also, Twitter. Ähm, an der ersten
Stelle, würdest du sagen, Twitter, und dann Facebook, oder
Instagram, oder? [00:03:31]
B: Ähm, also, so von der Nutzungsdauer, glaube ich, macht es
keinen Unterschied zwischen Instagram und Facebook, weil ich
beides, halt, immer wieder mal aufmache und dann durch scrolle,
aber für mich ist Facebook schon wesentlich relevanter als
Instagram, eben wegen dem Funkionen-dicht, da geht es nur um
Fotos, sozusagen, und Facebook hat viel mehr Funktionen. Also,
ich würde dann an der zweiten Stelle wirklich Facebook nennen,
auch wenn ich es in Weit nicht mehr verwende als Instagram.
[00:04:00]“10

2.3.3. Soziale Media war am Anfang nur zum Spaß

Noch eine abstrakte Kategorie, die alle drei Medien umfasst, ist die Zeitachse der
Nutzung, die temporale Dimension – wie sich die Nutzung mit der Zeit verändert hat. Der
Schwerpunkt liegt auf die Tatsache, dass alles aus Neugier angefangen hat, und „witzig“ war,
aber, dass es mit der Zeit seriöser und sinnvoller geworden ist.
Die Netzwerke werden immer mehr für die Neuigkeiten und um informiert zu bleiben
und immer weniger zum Spaß, Chatten oder Fotos anschauen verwendet. Das wird auf solche
Weise gemacht, dass es zwischen drei Medien, Twitter, Facebook und Instagram zu der
Differenzierung der Nutzungszwecke gekommen ist, indem die, für die seriöse Zwecke
allmählich häufiger verwendet werden, worüber später mehr gesagt wird.
Alles ist mit MSN Messenger angefangen. MSN benutzt der Befragte nicht mehr. Das
ist keine soziale Netzwerk im häutigen Sinne, denn bei MSN ging es hauptsächlich ums
Chatten, und nicht über liken, teilen, Seiten folgen und viel mehr Optionen, die häutige Sozial
Media haben.
Da wurde mit den Gleichaltrigen geschrieben und es ging ausschließlich ums Spaß.
Obwohl solche Netzwerke auch für Bussines-Zwecke nützlich waren und vielleicht noch
immer sind, in diesem Kontext, im Alter von ungefähr 18 Jahren, ging es nur um Spaß.

9
Interviewtranskript, S. 2, Zeile 53-54
10
Interviewtranskript, S. 1-2, Zeile 41-50

9
„I: Und noch welche, hast du vielleicht früher benutzt und
aufgehört, oder...? [00:02:46]
B: Mhm, na ja, ganz, also, vor Facebook, gab es, dieses MSN
Messenger, das wir verwendet haben, um ein bisschen zu
chatten...“11

Der Anfang mit Facebook beschreibt der Befragte einfach als voyeuristisch, als eine
anonyme Möglichkeit, die anderen zu beobachten.

„B: Also, anfangs beim Facebook war es ein bisschen die Neugier
am Leben von den Anderen, weil es, halt, eine anonyme
Möglichkeit ist, ohne das es auffällt, die Bilder anzuschauen von
den Leuten, oder was sie so machen. [00:07:35]“12

Mit Facebook wurde jedoch auch aus konkreten und „seriöseren“ Gründen angefangen.
Es war am Ende der achten Klasse, wo man sich von allen Freunden aus der Schule trennt. In
dem Moment dient Facebook die sozialen Beziehungen zu bewahren.

„I: Mhm, ok. Und, wie bist du darauf gekommen, diese Social
Media zu benutzen, also, wenn du dich erinnern kannst, am Anfang,
wie ist das gegangen? [00:06:06]
B: Also Facebook, bin ich echt später zugekommen, weil einige
Leute in der Klasse, damals war ich 18, haben das länger
verwendet, und ich habe es dann eigentlich erst geholt, so gegen
Ende der achten Klasse, wo halt, das Matura, und du gehst
auseinander, und es ist halt, das war dann prima eigentlich um im
Kontakt zu bleiben, also da habe ich damit angefangen...“13

Der Grund, mit Instagram anzufangen, identifiziert der Befragte als Interesse oder
Neugier. Er hat es schon lange gekannt, aber nicht sofort mit der Nutzung angefangen. Mit
Twitter was der Anfang ein bisschen anders. Er hat damit erst mit 20 Jahren angefangen. Die
Funktionen waren ihm sogar nicht in ganzem bekannt und es gab keine Erwartungen. Die Art
der Nutzung hat sich bei Twitter nicht geändert. Während er am Anfang auf Facebook aktiv
war und die Aktivität mit der Zeit abgenommen ist, war er auf Twitter von Anfang an wenig
aktiv. Twitter kommt da wie ein Symbol der Reife. Twitter ist nicht zum Spaß, es wird, im
Gegensatz zu Facebook, als etwas nützliches betrachtet.

2.3.4. Twitter und Nachrichten Lesen

Wie schon erwähnt, Twitter wird von dem Befragten als etwas Seriöses, etwas für
erwachsene verstanden. Da er, nach seiner Schätzung, am meisten Twitter benutzt, obwohl er
auch täglich Facebook und Instagram anschaut, zeigt an, dass der Schwerpunkt bei Sozial

11
Interviewtranskript, S. 1, Zeile 34-36
12
Interviewtranskript, S. 3, Zeile 95-97
13
Interviewtranskript, S. 2, Zeile 79-84

10
Media Nutzung nicht am Spaß ist, sondern informiert zu sein. Er betont, dass Twitter eindeutig
um sich zu informieren dient, und dass es eine wichtige Quelle für internationale Medien ist.
Die Möglichkeit, auf Facebook Nachrichten zu lesen, lehnt er ab, weil auf Facebook,
seiner Meinung nach, man Informationen nur anhand von seinen Interessen bekommt, und auf
Twitter bekommt man alles chronologisch. Dieser Unterschied betrachtet er als eine wichtige
Entdeckung:

„B: ...ich habe es eh schon probiert, einigen Leuten zu erklären,


die, halt, nicht wissen, was Twitter ist oder wie Twitter
funktioniert...“14

Er hat probiert, das zu erklären, was auf eine Komplexität hinweist. Er gibt auch zu,
dass er am Anfang nicht wusste, worum es bei Twitter geht. Twitter ist, also, kompliziert, aber
nützlich, und fordert eine gewisse Menge vom kulturellen Kapital um richtig verstanden und
verwendet zu werden. Wenn man Zeit investiert und sich auseinandersetzt, wird Twitter
nützlich und spannend.

„B: ...Und von Twitter hatte ich auch keine Erwartungen, weil ich
nicht wusste, was ist, worum es da genau geht, und ich habe am
Anfang auch nicht wirklich verstanden, warum es das gibt, aber je
mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto interessanter
und spannender ist es für mich geworden. Weil es einfach wirklich
eine andere Quelle ist, für Informationen und Nachrichten, sehr
schnelle Quelle. [00:08:28]“15

Betont wird auch, dass Twitter nicht unbedingt auf „richtige“ Weise verwendet werden
muss. Es fordert, wie gesagt, Verständnis, kulturelles Kapital, um sein Potenzial ausnutzen zu
können.

„B: ...Ich meine, du kannst das (Twitter – Anm.) auch so nutzen,


dass du nur Persönlichkeiten folgst und genau so wie über
Facebook, nur neugierig, stalk sozusagen die einzelne Leute, aber
für mich ist das (...) sind das die Nachrichten und, ähm, alternative
Quellen zu täglichen Nachrichten“16

2.3.5. Facebook und Freizeitgestaltung

Facebook dient weniger sich zu informieren. Keine Nachrichten werden auf Facebook
gefolgt und Facebook wird wegen der Freunde benutzt. Am Anfang war Facebook
hauptsächlich mit den Freunden aus der Schule im Kontakt zu bleiben. Es ist interessant
geworden, wenn die Möglichkeit, die Leute anonym anzuschauen entdeckt wurde. Dieses
Verhalten beschreibt aber der Befragte als „witzig“. Jetzt dient Facebook für die
Freizeitgestaltung, mitzubekommen was für Veranstaltungen stattfinden und wer von den

14
Interviewtranskript, S. 7, Zeile 285-286
15
Interviewtranskript, S. 3, Zeile 104-109
16
Interviewtranskript, S. 4, Zeile 143-145

11
Facebook-Freunden kommt, für Organisationen von Geburtstage, und für das Studium, um
herauszufinden wie die kommende Prüfungen aussehen und einfach Erfahrungen
auszutauschen. Letztere Funktion wird nicht erwähnt, bis die Fragen darüber gestellt wurden.
Über die Studium-Funktion von Facebook werden wir mehr im nächsten Teil sagen.
Facebook Wand besteht, so der Befragte, hauptsächlich aus privatem Inhalt. Obwohl
er später sagt, dass er am meiste Neuigkeiten von Uni-Gruppen bekommt, erwähnt er das an
dieser Stelle nicht. Das Vermeiden von nützlichen Funktionen von Facebook ist mit der
allgemeinen Unseriösität, die dem Facebook zugeschrieben wird, verbunden. Es wird
vermieden, zuzugeben, dass Facebook nützlich ist. Der Befragte benutzt auch keine Mobile
App von Facebook. Da ist eine Art von Revolte zu erkennen:

„B: ...Aber es ist ein bisschen mühsam, aber ich mache es, trotzdem
(darüber, dass er nur die Desktopseite von Facebook verwendet,
Anm.). [00:05:14]“17

Eine Diskrepanz, die bei dem Facebook-Nutzen interessant ist, betrifft die Funktion,
mit anderen im Kontakt zu bleiben. Obwohl das mehrmals als eine wichtige Funktion erwähnt
wird, wird aber zugegeben, dass im engen Freundeskreis niemand auf Facebook aktiv ist.

„B: ...also das ist eigentlich um die Freizeit zu gestalten –


hauptsächlich, und nebensächlich – habe ich eh schon gesagt, um
mit Leuten im Kontakt zu bleiben...“18

„B:...Also, für uns ist zum Beispiel, für mein Freundeskreis in


Wien, ähm, wir bleiben nicht über Social Media im Kontakt...“19
„B: ...wie gesag, weil vom meinen engeren Freundeskreis, alle
sehr wenig aktiv auf Facebook sind...“20
„I: Mit wie viele von denen, ja, auf Facebook, bist du im Kontakt?
[00:17:43]
B: Eigentlich (...), also regelmäßig über Facebook habe ich
Kontakt mit niemandem. [00:17:51]“21

Im Kontakt zu bleiben heißt hier nicht mit den engeren Freunden zu kommunizieren,
sondern mit den Leuten, die nicht in Wien sind, manchmal nicht fließende Konversationen zu
führen, „fast wie ein Briefwechsel“. Im Kontakt zu bleiben bezieht sich ebenso auf
Informationen über Veranstaltungen und Geburtstage. Man kann sehen, wer mitmacht an
welche Veranstaltungen. Geburtstage werden selbst wie Facebook-Veranstaltungen
organisiert, viele wurden eingeladen, ohne mit allen getrennt kommuniziert zu werden. Das
alles wird unter „im Kontakt zu bleiben“ verstanden.

2.3.6. Facebook und Studium

17
Interviewtranskript, S. 2, Zeile 70-71
18
Interviewtranskript, S. 4, Zeile 138-140
19
Interviewtranskript, S. 1, Zeile 17-18
20
Interviewtranskript, S. 8, Zeile 321-322
21
Interviewtranskript, S. 6, Zeile 226-228

12
Obwohl die Funktion kaum erwähnt wird, bei den Fragen über Studium und Facebook-
Nutzen hat sich gezeigt, dass Facebook eine wichtige Rolle fürs Studieren spielt. Die meisten
Seiten, die der Befragte folgt, sind von der Uni. Er folgt immer die erstsemestrigen Gruppen,
um sich auf dem Laufenden zu halten. Der Befragte folgt auch die Master-Gruppe auf
Facebook, obwohl er noch immer Bachelor studiert und nur vorhat, sich für den Master
anzumelden.
Immer bevor mit dem Lernen angefangen wird, werden die Facebook-Gruppen
gecheckt. Es lässt sich konstatieren, dass der Befragte sich ohne Informationen über Prüfungen
auf Facebook-Seiten und Gruppen nicht orientieren kann. Er denkt, dass diejenige, die kein
Facebook nutzen, viele Schwierigkeiten beim Lernen und Prüfungen Vorbereiten haben. Dort
kann man genau sehen, was für Fragen werden gestellt, und was für Lehrmaterial ist dazu
nötig.
An Chatgruppen mit Studienkollegen nimmt der Befragte teil. Er schätzt das als eine
gute Möglichkeit, Dateien zu tauschen, besonders bei den Gruppenarbeiten.

„I: So, du würdest sagen, dass es einen Unterschied macht?


[00:29:47]
B: Ja. Auf jedem Fall. Ich glaube, das Studieren dadurch (durch
Facebook – Anm.) sehr viel einfacher ist, als früher, zum Beispiel,
wo es vielleicht schwieriger war, sich über Prüfungen
auszutauschen. [00:29:58]
I: So, im Fall wo man kein Facebook benutzt, ist es schwieriger zu
studieren? [00:30:04]
B: Auf jedem Fall. Glaube ich, auf jedem Fall. Weil die Leute dann
einfach nicht wissen, ähm, welche Unterlagen am besten sind zum
Lernen. Das wird sehr viel diskutiert über Facebook. Und es
werden auch Dateien geteilt, also wenn ein Student irgwndeine
Ausarbeitung aus alten Fragen hat, die er gemacht hat und die
Leute bieten ihn darüber, dann lädt er die Dateien hoch, und auf
Einmal gib es so viele Leute, die das brauchen. Und wenn du nicht
auf Facebook bist, dann musst du dieses Zeug selbst organisieren,
irgendwie. [00:30:34]“22

2.3.7. Facebook und Arbeit

Unser Befragter hat selbst zwar keine Erfahrung mit dem Sozial Media Nutzung im
Kontext der Arbeit, aber er glaubt, dass es beim Bewerben für eine Arbeit wichtig ist, wie die
Sozial Media Profilen aussehen. Er glaubt, dass die Firmen die Sozial Media Aktivitäten von
Bewerbern checken. Deshalb versucht er, obwohl er noch immer studiert und sich nicht für
Stellen bewirbt, sein Facebook Profile möglichst geschlossen zu halten. Einmal hat er seine
Fotos aussortiert, um nicht gewünschte und schlecht repräsentierte Fotos zu entfernen.
Der Befragte betont, dass jede die Wahl hat, Facebook nicht zu benutzen und
Informationen über sich nicht zu teilen. Er respektiert die eventuelle Praxis von Firmen,
Profilen zu checken, findet das sinnvoll und würde es auch als Arbeitgeber machen.

22
Interviewtranskript, S. 9, Zeile 360-371

13
Was die Jobsuche über Soziale Media betrifft, hat er ebenso keine Erfahrung, aber glaubt, dass
es hilfreich ist, Karriereportalen zu folgen.
Informationen über Firmen würde er nicht über Facebook checken, sondern auf
Internetseite. Hier ist wieder die unseriöse Dimension von Facebook zu erkennen.

„B: ...Weil selbst wenn ich mich über Firmen informieren will,
ähm, schaue ich mir nicht die Facebookseite an. Weil die
Facebookseite, ist klar, das ist eine öffentliche Presentation, das ist
weiter nur, Marketing und Propaganda, also wenn ich
Informationen über eine Firma haben will, dann werde ich zuerst
mal aud die Firmen Homepage schauen, will die sich presentieren,
ähm, auch wenn es jetzt denselben Zweck hat wie auf Facebook,
für mich ist das irgendwie seriöser wenn ich mir Internetseite
anschaue, als wenn ich mir das Facebookprofil anschaue, wobei es
vermutlich nicht einen großen Unterschied macht, eigentlich.
[00:35:15]“23

Es wird sogar zugegeben, dass es keinen Unterschied macht, ob es die Facebook oder
Internetpräsentation ist, wird die Facebook-Seite als nicht seriös genommen.

2.3.8. Instagram und Langeweile

Instagram ist, wie schon in der Intensität Kategorie festgestellt, an der dritten Stelle,
was die Nutzung betrifft. Deshalb spielt Instagram allgemein eine wenig wichtige Rolle. Es
wird nur zum Spaß und aus Langeweile benutzt. Es ist etwas, was man beim TV Anschauen
durch scrollt.
Keine Nachrichten werden über Instagram gefolgt und es prägt das Studium nicht. Der
Befragte sagt sogar, dass er Instagram jederzeit löschen könnte, weil es nicht spannend ist.
Über die Gründe warum er Instagram nutzt, sagt er:

„B: ...Aber ich weiß es nicht genau, was der Grund war.
Wahrscheinlich eigentlich Interesse, Neugierig, keine Ahnung.
[00:07:04]“24

Am Anfang wurde auf Instagram gepostet, aber das letzte Bild wurde vor zwei Jahren
gepostet. Fast keiner von Freunden des Befragten nutzt Instagram. Einige Profile folgt er, wie
National Geographic, Red Bull, Formel 1, Simpsons und ähnliches. Er folgt keine berühmten
Personen. Ansonsten hat Instagram keine praktische Funktion.

„B: ...Und Instagram, Hauptnutzen, also ja, wie gesagt, ich habe
nicht wirklich einen Nutzen durch Instagram, das ist (...) ein
bisschen Bilder anschauen von Leuten die mich wirklich nicht
interessieren, es ist selten, dass mir ein Bild dabei so wirklich gut

23
Interviewtranskript, S. 10-11, Zeile 422-429
24
Interviewtranskript, S. 3, Zeile 89-91

14
gefällt, da gibt es wirklich nicht einen praktischen Nutzen für mich.
[00:11:46]“

15
3. Interaktion zwischen Passanten und Augustinverkäufern

Die Aufgabe im Rahmen dieser Übung wurde so gedacht, dass die zwei
Erhebungsmethoden, Interview und Beobachtung, sich aneinander anschließen, bzw., dass wir
zum selben Thema zwei artige Daten erheben, was zu einer vollständigeren Analyse führen
würde.
Jedoch war unsere Themenwahl nicht daran angepasst und wir mussten die Analyse zu
den verschiedenen Themen durchführen.
Das zweite Thema beschäftigt sich mit den Augustinverkäufer und ihre
Kommunikation mit Passanten, sowohl verbal, als auch nonverbal. Das Thema ist besonders
interessant und relevant, weil es hier nicht um normale Angestellt_Innen und einen normalen
Job geht, die den Marktregeln unterliegen, sondern ist das eine sozial marginalisierte Gruppe
von Menschen, denen durch diese Arbeitsmöglichkeit zu helfen versucht wird.
„Der Verkauf der Straßenzeitungen hilft Menschen, die aus verschiedenen Gründen
vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind (Obdachlosen, Langzeitarbeitslosen,
AsylbewerberInnen u.a.), ihre Not zu lindern. Professionelle SozialarbeiterInnen des Augustin
sind an ihrer Seite. Vorrangiges Ziel der Augustin-Sozialarbeit ist aber nicht, die
Marginalisierten jobready zu machen, sondern ihren Ausbruch aus der Entmündigung zu
fördern.“25
Die Zeitung wird auf der Straße und in den U-Bahn-Stationen verkauft. Alle Passanten
sind potenzielle Käufer und der Verkauf ist nicht nur als Bedeckung eines Bedarfes der
Konsumenten gemeint, sondern auch als unmittelbare Hilfe für die Verkäufer.
Vor diesem Hintergrund wollten wir der Frage nachgehen, „was ist der Inhalt der
Interaktion zwischen Passanten und Augustinverkäufer, unabhängig davon ob Passanten die
Zeitung kaufen oder nicht?“

3.1. Ausgangsmaterial

Unser Ausgangsmaterial ist in diesem Fall ein Beobachtungsprotokoll. Die


Beobachtung wurde vom mir durchgeführt. Es geht um eine verdeckte Beobachtung, ohne
Teilnahme. Die Beobachtung selbst hat eine halbe Stunde gedauert und fand im Durchgang
von der U-Bahn-Station Westbahnhof statt. Die Augustinverkäufer befinden sich in dieser U-
Bahn-Station hauptsächlich in der Mitte des Durchganges und das hat unsere
Beobachtungsposition diktiert (siehe Abbildung 1).

25
http://www.augustin.or.at

16
Abbildung 1: Skizze des Feldes - 1) Durchgang; 2) und 3) Zeitungsstände; 4) Augustinverkäufer; 5) Bankomat;
6) Ausgang (Mariahilferstraße); 7) Ausgang (Bahnhof City Wien-West Einkaufszentrum)

Der Plan war, wie bei der ersten Aufgabe, mehrere Beobachtungen durchzuführen, aber
da das am Ende eine Einzelarbeit ist, haben wir hier nur ein Beobachtungsprotokoll als
Ausgangsmaterial unserer Analyse.

3.2. Ablauf der Analyse

Wie im ersten Teil, die Vorgehensweise wird die Inhaltsanalyse, und zwar die induktive
Kategoriebildung nach Mayring. Wir werden mit der Analyse schrittweise vorgehen, indem
wir zuerst die Daten reduzieren und generalisieren und danach die Kategorien bilden. Da es
um sich um eine zusammenfassende Inhaltsanalyse handelt, werden wir die Kategorien direkt
aus dem Material definieren.
Die Kontexteinheit ist das ganze Beobachtungsprotokoll und die Kodiereinheit jeder
bedeutungstragender Textbestandteil im Protokoll. Kodiereinheiten werden auf eine
Sprachebene paraphrasiert und auf dieselbe grammatikalische Form zurückgeführt. Durch die
Generalisierung werden die Paraphrasen auf eine Abstraktionsebene gebracht und daraus
werden Kategorien abgebildet. Nichtssagende und wiederholende Paraphrasen werden
gestrichen.

3.3. Ergebnisse

In der Tabelle 2 ist die Kategorienbildung für unser zweites Thema dargestellt.

17
S. Nr. Paraphrase Generalisierung Kategorien
1 1. Der AV steht in der Mitte
vom Durchgag in der K1: Unterhaltung
Westbahnhof U-Bahn Station - 5 Minuten, laute
1 2. Der AV redet laut mit einem Es wird geredet, aber nicht Unterhaltung mit einem
Mann, es geht nicht um den über den Verkauf Mann, mit Händen
Verkauf. Die beiden gestikulierend
unterhalten sich ca. 5 Minuten - Eine Unterhaltung in einer
miteinander, gestikulieren mit Fremdsprache
den Händen. - Die Wegbeschreibung wird
1 3. Der AV hält eine Zeitung wird angeboten, ohne einer Frau erklärt
Augustinzeitung in der Hand. zu sprechen - Eine Unterhaltung mit
1 4. Keine „Rush-hour“. Leute Zeitung wird angeboten, ohne einem jungen Mann.
gehen immer an den AV zu sprechen Verabschiedung mit Winken
vorbei und er hält die Zeitung - Die Umarmung und
mit der ausgestreckten Hand. Unterhaltung mit einer Frau
Die Passanten spricht er nicht
an.
2 5. Der AV geht immer im Kreis Zeitung wird angeboten, ohne K2: Anbieten der Zeitung:
und geht den Leuten zu sprechen 1) Zeitung in der Hand
entgegen. gehalten:
2 6. Der AV unterhält sich mit Es wird geredet, aber nicht - er hält die Zeitung mit der
einem Mann in einer über den Verkauf ausgestreckten Hand
Fremdsprache. Ein anderer - Der AV geht immer im
Mann geht zum AV und Kreis und geht den Leuten
begrüßt ihn mit einem entgegen
Handschlag. - Der AV hält die Zeitung als
2 7. Mann 2 kauft eine Zeitung Verkauf mit Unterhaltung eine Menschenmenge vorbei
und unterhält sich kurz mit geht
ihm, danach verabschiedet er - Der AV geht im Kreis und
sich und geht weiter. Nach streckt die Hand mit der
dem Verkauf entfernt sich der Zeitung.
Mann 1. 2) Mit dem Ruf: „Augustin,
2 8. Eine Menschenmenge kommt Zeitung wird angeboten, ohne Augustin!“
vorbei. Der AV hält die zu sprechen - Der AV ruft, „Augustin,
Zeitung ausgestreckt, geht zu Augustin!“, als eine
den Passanten, ohne sie Menschenmenge vorbei geht
anzusprechen. 3) Einzelnen Personen:
2 9. Der AV spricht die langsamen - Der AV spricht einen Mann
Passsanten oder die, die in an. Der Mann geht weiter und
Gedanken stehen bleiben lehnt dankend ab.
nicht an. Keiner der - Der AV spricht eine Frau an,
vorbeigehenden Passanten sie bleibt nicht stehen und
bleibt stehen und kauft eine lehnt den Verkauf ab.
Zeitung
2 10. Der AV geht im Kreis und Zeitung wird angeboten, ohne
streckt die Hand mit der zu sprechen K3: Verkauf
Zeitung. 1) Ohne Unterhaltung
2 11. Eine Frau unterhält sich kurz Verkauf mit Unterhaltung - Ein Mann kommt zum AV,
mit dem AV und kauft eine kauft eine Zeitung ohne etwas
zu sagen und geht weiter
Zeitung.
- Der Man bleibt mit seinen
2 12. Eine Menschenmenge kommt, Zeitung wird mit dem Ruf
Koffern stehen, kauft einen
der AV sagt „Augustin, „Augstin, Augustin!“
Augustin ohne viele Worte
Augustin!“ und präsentiert die angeboten
2) Mit Unterhaltung
Zeitung den vorbeigehenden
- Ein Mann kauft eine
Personen. Er verkauft keine
Zeitung, unterhaltet sich kurz
Zeitung dabei.

18
2 13. Eine Frau fragt den AV nach Es wird geredet, aber nicht Mit dem AV, verabschiedet
einer Wegbeschreibung. Er über den Verkauf sich und geht weiter
beschreibt ihr den Weg mit - Eine Frau unterhält sich kurz
Worten und Gesten. Die mit dem AV und kauft eine
Dame bedankt sich und geht, Zeitung.
ohne die Zeitung zu kaufen.
2 14. Ein junger Mann unterhält Es wird geredet, aber nicht
sich kurz mit dem AV, aber er über den Verkauf
kauft keine Zeitung. Die zwei
Männer verabschieden sich
mit Winken.
2 15. Wieder eine Masse von
Leuten und der AV sagt
wieder „Augustin, Augustin“
und präsentiert die Zeitung.
Wieder verkauft er nichts.
2 16. Der AV spricht einen Mann Zeitung wird einzelnen
an. Der Mann geht weiter und Personen sprachlich
lehnt dankend ab. angeboten
2 17. Ein Mann kommt zum AV, Verkauf ohne Unterhaltung
kauft eine Zeitung ohne etwas
zu sagen und geht weiter.
2 18. Der Man bleibt mit seinen Verkauf ohne Unterhaltung
Koffern stehen, kauft einen
Augustin ohne viele Worte.
2 19. Der AV spricht eine Frau an, Zeitung wird einzelnen
sie bleibt nicht stehen und Personen sprachlich
lehnt den Verkauf ab. angeboten
3 20. Wieder sagt der AV
„Augustin, Augustin“ zu einer
Gruppe von Männern. Die
Gruppe geht an ihm vorbei,
ohne Blickkontakt zu machen
und ohne etwas zu sagen.
3 21. Eine dunkelhäutige Frau Es wird geredet, aber nicht
kommt und umarmt den AV. über den Verkauf
Sie fangen eine kurze
Unterhaltung an. Die Dame
verabschiedet sich von ihm
und geht weiter, ohne eine
Zeitung zu kaufen.

3.3.1. Unterhaltung

Die erste Schlüsselkategorie ist die Unterhaltung mit Passanten. Bei mehreren
Gelegenheiten hat sich der Augustinverkäufer (weiter: AV) mit Menschen unterhalten, ohne,
dass es um den Verkauf der Zeitung geht. Das sind entweder Freunde oder Stammkunden, da
diese Gespräche natürlich und locker wirken:

„Ein Augustinverkäufer (weiter: AV) steht in der Mitte vom


Durchgag in der Westbahnhof U-Bahn Station. Er redet laut mit
einem Mann, aber es geht nicht um den Verkauf. (Das Gespräch
sieht natürlich und locker aus, was darauf hinweist, dass es eine
außerdienstliche Haltung ist, Anm.) Die beiden unterhalten sich ca.
5 Minuten miteinander, gestikulieren dabei vor allem mit den

19
Händen (es sieht so aus, als ob es um einen Freund bzw. Bekannten
geht, Anm.).“26

Die Gesprächspartner waren sowohl Männer als auch Frauen. Manche von ihnen waren
Ausländer, da er manchmal auf einer Fremdsprache und auch mit vielen Gestikulationen
gesprochen hat. Eine von Konversationen war mit einer Frau, die nach Weg gefragt hat.
Die Körpersprache war unterschiedlich, vermutlich, je nachdem, wie der AV den/die
GesprächspartnerIn kennt. Die nonverbale Kommunikation variiert, von gar keinen Kontakt,
bis zum Umarmen.

3.3.2. Anbieten der Zeitung

Bei dieser Kategorie geht es um die Art und Weise, wie der AV die Zeitung präsentiert,
bzw. den Passanten anbietet. Hier sind drei Unterkategorien zu unterscheiden: 1) Die Zeitung
wird präsentiert, indem der AV sie in der ausgestreckten Hand hält; 2) Die Zeitung wird laut
mit dem Ruf „Augustin, Augustin!“ angeboten und 3) wo der AV die einzelnen Personen
anspricht und ihnen die Zeitung mündlich anbietet.
Die erste Art, das Anbieten mit der Zeitung in der Hand passiert hauptsächlich, wenn
es sich nicht so viele Menschen um den AV befinden. Er geht im Kreis, die Zeitung hoch
gehoben. Andererseits, wenn eine Menschenmenge vorbeigeht, versucht er ebenso auf diese
Weise die Zeitung zu präsentieren.
Mündlich bietet er die Zeitung auch einer Gruppe von Menschen, aber nur wenn er bald
vorher die Zeitung verkauft hat, wenn er optimistischer und offener wirkt.

„Um 10:11 bleibt eine Frau beim AV stehen, unterhält sich kurz
mit ihm und kauft eine Zeitung. (Wenn er eine Zeitung verkauft,
wirkt er offener und zugänglicher. Er bekommt anscheinend
Selbstvertrauen, Anm.). Die Passantin kauft den Augustin und zahlt
genau die 2,50€.
Es kommen wieder mehr Passanten. Der AV sagt nun „Augustin,
Augustin!“ und präsentiert die Zeitung den vorbeigehenden
Personen.“27

Die dritte Variante ist, dass er den einzelnen Personen die Zeitung anbietet, indem er
etwas leise sagen würde, vermutlich den Namen der Zeitung. Einzelnen Personen spricht der
AV an, ebenso wenn er nach einem verkauf offener wird.

3.3.3. Verkauf

Die dritte Kategorie und beobachtete Art der Interaktion ist der Verkauf. Unter dem
Verkauf unterscheiden wir zwei Unterkategorien, nämlich, Verkauf mit und ohne
Unterhaltung.
Bei der ersten Variante vom Verkauf funktioniert alles wie bei „normalen“ Geschäften.
Ein Passant bleibt stehen, bezahlt die Zeitung und geht weiter.

26
Beobachtungsprotokoll, S. 1, Zeile 8-13
27
Beobachtungsprotokoll, S. 2, Zeile 39-44

20
Andererseits, bleiben manche Passanten, die die Zeitung gekauft haben, um sich mit
dem AV zu unterhalten. Dabei zeigt sich die „besondere“ Art des Verkaufs, nämlich, dass es
um marginalisierte Menschen geht, die jeder Verkauf finanziell unterstützt. Vermutlich geht
es bei diesen kurzen Gesprächen um eine verbale Unterstützung für die Verkäufer.

21
Literatur

Philipp Mayring (2010): Qualitative Inhaltsanalyse : Grundlagen und Techniken, Beltz, Basel,
Weinheim.
http://www.augustin.or.at

Anhang

Anhang I: Interviewtranskript
Anhang II: Identifizierung der Aussagen aus dem Interviewtranskript
Anhang III: Paraphrasen Selektion
Anhang IV: Beobachtungsprotokoll

22