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0 5 10 . . . .
20 30 .
40 . 50mm

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30 BS

II /
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Hiſtoria Chronologica
p A N N O N I AE:
Vngariſchevnd Siebenbürgiſche Hi
j, was ſich in denen Landen ſeyt der
Sündfuth robſ auſfegtregierende Rº Kerſ
Froauphum 11. den Ä Chriſtlichen Königin
Vngarn/vnd sigſmundum Bathorium-Herzegºnn Sie
jürgen c. Funemich aber in ſetztwerenden Kriegſ
änden denkwürdige bege Darinnen obgemeldter
Potentaten Kriegſfürſten ÄndFldoberſten Leben Rºt
ercheThatenvndwider den Türckennewlicherzeit
erhaltene Victoren- auſführlich
angeordnet:
Durch T. Än. Priuatum C.
Künſtliche Contrafeitung gemºr Potentaten
Kriegſfürſten vnnd Feldobeſten: Item der Türckiſchen
PerſianiſchenSultanen segen BaſenBdnuſſen
jvon 1. Boyardº V. beſchr“
ben vnd hinzugebracht.
Sampºegentlicher anda Königreichs Vngarn/
ſchönen Figuren/vnd ordentlichem Regiſter.
Altstünſtichin Kupffer geſtochen.vºdººJNeuwem an
Tag geben durch Diter von BryLeodien.
Bürger zu Franck.
-
Dem Durchleichtigen/Hochgebornen Für
ſtemvnnd Herrn/Hern Friderichen Herzogen zu Wür
tenberg vnd Teck/Graffen zu Mompelgart&cmeinem
gmcdigen Fürſten vnd Herrn.

F“ - geºzººr
Gnädiger Herr / demnach der gerechte Gott zu dieſen
zeitten/vnſergleichſambals den Wilden Oelzweige/mit demgreüli
chen Erbfeind Chriſtliches Blutsvnd Namensdem Türcken/nicht
x 2 weniger
D EDICATIO.
weniger als vorzeittendenrechte Weinſtock den Jüden/wen ſie ſich an
mverſündigt hatten/verſchont Jaauch manch zur heilſamenprobi
rung/etlichen zur Vätterlicherzüchtigung/vnndviel zur Hochuer
dienten ſtraffſolche heimſuchungvnszuſchickt.
Auff das aber der gnedigegetrewe Gott/vnns ſeine genadevnnd
Geiſtverleihe/damit wir zur erkenntnißvnſererSünden/wahrer buß
rechteranruffung Göttliches beyſtandsvnndentzündung der Vral
ten Teutſchen Helden Gemüterkommen vndgelangen mögen/vnnd
gleich durch ein Lebendiges Werckvnd Künſtliche fürbildungen dar
zu angereizet würden:
Alshabich.desallerdurchleuchtigſten / Großmechtigſtenvnvber
windlichſten Fürſtenvnd Herrn/Herrn Rudolphi II.erwehlten Rö
miſchen Keyſers &c. zu Vngarn vndin Böhmen Königs&c vnſers
aller Gnädigſten Herrn/Auch ihrer Key. May.Bruder/vnndande
rer KriegsFürſtenvnnd Oberſten Contrafaytung mit höchſtemfleiß
ſelbſten in Kupffergeſtochen/vnnddenderoſelben wider den Türcken
durch Gotteshülffonndbeyſtanderoberte Victorienvnndherrliche
Thaten/Anordnenvnndauffs Papier bringenlaſſen/auch offentlich
in meinem Koſtenantaggeben.
Wedenich auch zugleich der Türckiſchen Sultanen/vndetlicher
anderen frembden Helden eigentliche vnd von vralten Güldenenvf
Silberen Schawgroſchennachjhrem Leben Contrafaite Bildnuſ
ſen von mir ebenermaſſen in Kupfferfleiſigzugericht/ mit ihren Hi
ſtorien/ſovondem hochgelarten IanolacoboBoyardohn Lateinbe
ſchrieben/jczoaberauffmeinem verlag/vnſerem liebten Vatterland
Tcütſcher Nation zum beſten in hoch Teutſch vertirt worden/hinzu
g ethan.
Vber das vnsmehresverſtandesvndnachrichtung willen/vorge
melte Werck mit einer eigentlichen Mappen/des ganze Königreichs
Vngarn ſampt anderen Künſtlichen hinzudinenten Figurengezieret
vnd vermehret. Sodann G. F.vnnd H. ſolche HiſtorienvnndCon
trafaytcº
D EDICA TI O.
rafayteneinenfürtrefflichen Patronen zu SchußvndEhren eins
zuſchreibe ich eine Notturfftzuſein befinde. Damit dieſe beide erck
höherwürden/vndwiderdie Zolasbeſchäzetwerden mºch
Alshabhochgedachter E. FG für anderen Potentaten ich des
ſebeide Werckauß allerhandbewegenden motiuen vnderthenigdedi
iren wöllen.
Djoeilmrvndſonſten mennigliches durchgehendsbewuſ
vndbefand/daß EFG beideinvertrettervndbeſchirmer/ſowoººº
Chriſteningemein/alsdcß H. Röm Reichs der zeitſindvndblei
jnd dann ein beſondererliebhaber/aller Hiſtorien/Künſtliche
Werck/vndſonſtenfreyhen Künſten Patron ſind.
Herumbſteileichinkeinenzweiffel/dieſebige werden ihr dieſemeis
ne Arbeit deren hocherleuchten verſtandnach/dermaſſengnädiggº
fällenlaſſen, daß dieſelbebeyjedermannvmb.ſoviedeſto mehrn ache
vndanſehen werdegenom vndgehalten.
Geiangetdemnach Anhochgemelte EFG mein vndertheniges
hochfleiſigesbittenvndSuchen/diegeruhejhr dieſe vnderthenige De
Äcion beidwegender jeztwerenden Kriegshändcl/vnd den meines
in den Contrafeyten angewendes fleiſſes Genedig gefallen zulaſſen/
ÄSchulauffunehmen/vnndführomeinGnädiger Fürſvnd Heiz
zu ſein vndbeben
Dem Almögenden E.F. G. ſamptderen F.Gemah/Herrſchafft
vnd Frewlin/zulangwriger geſundheit/ friedlicher regierung/zeitli
cher jndewigerwohlfart:
Deroſelben aber zuvndertheniger dienſter
weiſungmich hiermitvnderthenigentyhelnd
juFranckfortam Mayn/ Amtag Marie verkündigung.de
25. Rarim Fünffzehen hundertvndſechºvnd Neunzigſten Jar
E. F. G.
Ynderhengerdienſtgefliſſener
DitertchBryvon Anttig
Eurgerzu Franckfor
Propheceyvnd Weißagung
Des Hochverſtändigenvnnd Hochgelehrten
Herrn Anthonii Torquativon Ferrarauß Italien/alsei
nes Fürtrefflichen Philoſophi, Medicivnnd Aſtrologi: Welcherer
Prophexeyung/nachdem ſich deren die Vngaren berühmet/nach
mals die Türcken ſelbſt (obſiewoljhnen zuwideriſt) in
ihren eigenen Hiſtoriengedacht haben/auß
dem Latein vertit.

IKÄEine Rechnung/ſprichter/wilich alſoſtellen/


ĺ º daß chauff die grewliche blutdurſtige Türcken komme.
Dieſelbige wird ihre langwirige, weit vndbreyte/ auch
ERGº großmächtige Herrſchung vnd Regierung/vndjrvber
ſchwenckliches Reichthumb./ſovbermütigvndhochtragend machen/
jajhre Gemütervndlang geſchöpffte Hoffnung dermaſſen erhöhen/
daß ſie ſich auch vermeſſen werden./vſigänzlich daraufftrutzen/Gott
im Himmel ſelbſt/werdejnen nicht widerſtehen können. Werdender
haben trachtenvber die ganze Welt zuherrſchen. Den Aſyriernvnd
Egyptern werden ſie mit groſſen Feldſchlachtenvberlegenſeyn / vnd
ſievberwinden. Mit den Armeniern/Parthern vnd Perſianernwer
denſieſtätiginn Haarenligen./jhnenohnvnterlaßmit Krieg vielzu
ſchickenmachen/vndſievbelplagen zum öfftermaljnenobligen/auch
biſweilen vndenligen. Wider die Chriſten werde ſiedeßgleiche Krieg
führen/aber es wird ſie manchen Mañkoſten/vndſrervilwerden auff
dem Platz bleiben. Nach etlichen wenigen Worten/wirt auch das Jar
außdrücklich gemelt / darinen ſich die Chriſten widerumb zum höch
ſtenerfrewen ſollen / als welchejhrbegerenvnndwunſch nunmehrer
lebt vnd erlangt haben werden. Folget derhalben ferrners. Erſtich/
werden ſie den Venetianern viel Vnfugs vnnd Schadens zufügen/
Nachmals werden dieſe widerumbgute Freundeſeyn / die Türcken
werden
Propheceyung Torquati.
werden Griechiſch Weiſſenburg einbekommen viidarüber herrſchen.
Auch werden ſie das Königreich Rhodißvberwältigen/vndvnterſhre
Herrſchafft bringen. Die Moldaw/Wallachey/Sybenbürgenvnd
Vngerland werden ſie mit manchen Schlachtenvndvilem blutver
gieſſenplagen. Zuletzt werden ſie mitgewalt dranſetzen das König
reich Vngern jämmerlich verheeren. Sie werden zugleich auch das
Römiſch Reichvnnd Teutſchland mit ſtätigen langwirigen Kriegen
anfallen/aber zuletzt in der Chriſten Hände koſten. Vnd dißwirtge
ſchehen/im Jahr Chriſti 15 94. oder 15 95. Esſezetaber Torqua
tus etlichevnglücklichezuſtändevndvnfäll/ welche er ſpricht/daß ſie
ehe vorgemelte Glück angehen/zuvorherfoſſien ſollen/mitfolgenden
Worten. Eheaberväzuvor diſes alles geſchehewird/werden ſie erſtin
Apuliam fallen. Auch werden ſiedz Köngreich Sicilien/Franckreich
vnd Spanien mit einer Armada zu Waſſer angreiffen. Italienwer
den ſie verirenvnnd plagen/den Chriſten eine groſſeforchteinjagen:
Aber Chriſtus wird ſich zuletzt der ſeinen annemen/ſich vberjhrejam
mer erbarmen/vndjhn widerumbauß Nöthenhelffen/woferrn ſie ein
Bußfertiges Leben anſtellen/vnd ſeinen Namen mitſchuldigerdanck
barkeit verehren werden. Wer hiervon mehr zuwiſſen begeret/der
mag ſelbſten indes Anthonii TorquatiSchrifftenferrnes nackſ"
gen/dahinichdengünſtigen Leſer verwieſen haben wil.
FinisPrognoſtici Anthonii TorquatiFerrarienſis
vor hundert Jahren geſtelt.
S Y M B O L V M.
Diterichs Bry von
Luttig.
D Menſchfdrumb vernünffrig weiß
Das ertragſorg/habmühevndfleiß
Den werohnſorg.ftder thut eben
WOtevnnernunftgViehhinleben,
Wen wir noch wehren in Paradeiß/
Soher es vielen anderweiß/
- Jetzt aber für das täglich Brod/
Mußeder ſorgenfrüvndſpot.
Dennft nichtandershin vnd wider
In allen Ständen/bochvnndnuder,
Schawan die GPmeyßvndgiebacht/
WOte ſie nachhrer Totturffttracht/
aaſchendtchdaß dißther klein/
Solherinden Schulmeiſter ſein.
Drumbwer nach Ehrvndfromkeit ſtrebe
Wart ſeines beruffs/derſternehrt.
Vielglück vndhelſthm bereit
Ihn wird zu Lohn die ewig frewd.
Ihr Chriſten aber in gemein/
Solalleſorgjetzunder ſein.
Wie ſie nach Gottes willen eben/
Jnallem ihremwandel leben.
2 --->-- bre Serd nur rew/
Vnnd bitten Gott ohn alleſchew
Daß er von wnsſenſcharpferuth/
AbwendynndſtürtzdeßTürckenrºuth,
Daß ſeine Kirchmfrieden ſtehe/
MIttdanckbarkeitſeinlobbegehe
Diewelerwie ein ſtarcker Held
GPbſget vnd das Feldbehelt.

E N D E.
Kurcze Chronica deß
Cands Bngern.
ANNONIA, ſofetzt das Land: „… ,
zu Vngern genannt wird/iſt von vielen Penix
frembden Nationen bewohnt geweſen. -

Ann933 nach der SündfußhatBan-““


nonſo von Iaphet dem Sohn Noe, her
kommen / erſtlichen dieſe Länder regiert/
davon auch etliche meinen/daß diß Land/
nach ſeinem Namen Pannonia genennt
ſey. Andere aber meinen/Pannonia habe ſeinen Namen von dem
BergPannonio, ſo gemeinglich S. Martins Berg genannt/
bekommen. Diß Land Vngerniſnahentyoo. Jahr/von den
Römern regiert/vndſeind etliche Römiſche Keyſer darinnenge
boren/als Aurelianus, Maximinus, Probus, Diocletianus, Io
vianus, Valentinianus, Walens,vttd Gratianus.
Tyberius der III. Keyſer / hat vngefehr vmb die zeit der
heylſamen Geburt Chriſt da der Octavianüs noch gelebt/ Oe
ſterreich/Steyrmarck/Neyſider "
Schumat/dem Ronſchen Volckvnnd Balatoner See/vnnd Ä
gemacht. ee, 53
toner See.
Claudius Schmºr.
2 Kurze Chronica
Claudius der V. Keyſer/hat Obern Vigern erobert/von
GeºCº. Preßburgan/bißvber Colocza.
Traianus, Daciam das ſt/Sibenbürg/vnd die Walachey
**“ LegioquartaGermanica,haträgerin der InſulScythea
vagernmme
ſº n/z
gehaube asan
bt/dſch d der
irmen.
Ä n d e Sch leſ ing er
Äfe Die Bergſtätt aber ſein von den Keyſern
meraab abgefallen zuzeiten Aurelianivnd Valentiniani.
Pannoniainferior, welche vmb Stuclweiſſenburg/Buda,
Graan/čc. zuzeiten Mariani.
Pannonia ſuperior, ſomit Oeſterreich grenzet/zuzeiten
Keyſersluſtinianivnder den Attila. Dann esſein die Cymerij,
Ä Galograeci, Pannoni, Galli, Saramate, davon die Polen vnnd
Ä Crabaten/VVindi,Hunni, Gotthi,Heruli, Sucvi, Avari oder A
bewohnt birivnd Bulgari, ein Volcknachdem andern in dieſes Landkom
men/vnd haben es bewohnt
YYof L«- Hungaria aber ſell ſeinen Nam von den Hunnen haben:
zÄnd - Sojhr Vatterland Scythiamin Aſia, Anno Chriſti 373. von
rh. wegen der vnfruchtbarkeit vnddeß Volcksgroſſer Anzahl/ver
“ “ laſſen. Die ſollen erſt in dieſes LandePannonam, zuzeiten Key
ſers Valentinianivnd Valentiskonnen ſein: Vndvberdiezchen
mahlhunderttauſentmut Weibvnnd Kind/Vehevnnd Hauß
raht/von wegen der Fruchtbarkeit dieſes Lands/ſich alldanider
gethan haben.
„Arnº - - - - Anno 4 o. als ArcadiusKeyſerzu Rom war/haben die
Hunnivnderjrem Oberſten Kewacingewaltigen Krieg geführt/
mit Macrino den Römiſchen Landvogt/haben den Macrinum
vndauch Thctricum, ſohm zu Hulff kommen war/zu Todtge
ſchlagen/mit viel tauſent Italienern/esſeindauch XL. tauſent
HunniTodt geblieben auch ihre Fürſten Bela, Keme, vnnd Ka
dictia. DarnachAnno 428. haben ſie Attilam (ſoſch Flagel
um Dei, ein GeiſſelGottes/genennt)zum erſten Königerwöhlt/
der
dcßLandsVngern. 3
der Hatvnauſſprechlich groſſen Schad in Teutſchland/Italia/
vnd andert Ländern angericht.
Nach Ata Todtheſieſch/nachaneygeord. Let.
disvnd Widmar/vnd Herrſcheten/indercbcnzwiſchen Ofen
vnd Weiſſenburg
Anno s95.hat Carolus Magnus die Hunnen/ſoinPanno- «ss»,
nia geweſen/ vertilgt: Künftigem ſchaden aber fürzukommen/
ſatzte er ſeinen VetternArnoldum (der darnach Keyſerworden)
zu einem Fürſten in Oeſterreich/vnd Vratiſlaodeßnidern Mer
herrn Fürſten/gaberein/Pannoniamſ-cundam, das iſt ſoviel
Land von der Rab/nach Ofen/Dieſer Vratiſlaus hat die Stadt
Preßburg/außeinem Purgſtal/einer alten Römiſchen vertilgten Preßburgge
Stattgebawt/vnnd Poſoñiam geheiſſen. Etlichewöllendaß die"
rechten Vngern jhrherkommen haben/da Anno 899. oder 9oo. Anno vo«.
die Hunnizum vierdenmahl in Pannoniam (auß Scythia jetzt
Tartaria oder Juhra genannt/Sovber dem Fuß Thanaisgele
gen)kommenſeind/zuzeiten Keyſer Arnolphi, vndſterckten ſich
dieſeaäda/mitdenvberblicbenen Hunnen ihrenfreunden/ſoſe
noch allda gefunden.
Vngerland ſtoſſetgegen Morgen an Merhernvnd Polen/Grenzen
vndiſtandſen Grenzengargebirgig/werden genannt der Vat-vgej
ter der Münch/Wurzgrund/Schneebergê deren etliche heu. “Ü“.
tiges Tages noch halten Gold/Silbervnnd Kupffer Erz: Als
Chremnicx, Schemnicx, vnnd alle die mit einem Hamer/ver
zeichnet:vndwohnenandenſelbenenden/Teutſchen mit Winden
vnd Vngern vermiſcht. Gegen Aufgang vnd Morgengrenzet
Vngern an Sibenbürg. Nach dem Mittag/hats Raſciavnnd
Boſnia. Gegen Abend aber ſtöſſtesan Oeſterrich
In Vngernſend allein drey Ständ: Die Geiſtlichen/der Drey Ständ
Adelvnterweichen die Kriegsleut/vñdie Bawersleut:Eshaken in Vºgern.
wogetemperierte Luft/guten Wein/Getrayd/Vich/Viſch/
A 2 ſchö
4- Kurze Chronica
FÄ ſchöne Gebäw/vndalles wasder Menſch. e/nicht allein zur nott
turfft ſondern zu Cuſt/wünſchenmöcht Alſo daßes/wie Bonfi
niusſchreibt/alle Länder der ganzen Weltvbertrifft.
Dß Landiſſeyt Anno Chriſtig69. oder(wie andere)990
4. Chriſten bißauffdieſes 1596. Jahrs/vndbißauff die Regierung deſ ohn
Ä "vberwündlichen Keyſer Rodophil. von40. Chriſtlichen Köni
“ gen/regiert worden. Deren Namen vnd eben hernach kürzlich
ve. -- angezeigt werden.
“T, Das Weltlich Regiment dieſes Reichs vnter dem König/
“ ſtehet bey dem Pfalzgrafen/ſodenechſe nach dem König iſt
welcher vorzeyten / wann ſich ein König vbel hielt / macht ge
habt, den König abzuſetzen/vnd Erbt dieſe Dignitet nicht auffdie
ºdex car. Kinder ſondern wird durch freye Wahlerwöht.
Cancellarius, Nachhm iſt der Hofrichter oder Hoffmarſchalck.
Magſfer Der Cantzler ſeind zween/das ein Anbtſ Erbich/vnd
ers pflegt zu ſein/der Erzbiſcof zu Gran. Der anderwird nach ge
fallendeſ Königserkohren.
Ä. Denenfolgt der Hoffmeiſter.
Ä. - Der fünffte Obſ e, iſt wie ein Vizethumb in Steyr.
“ Nun folgt der Magiſtrat.
Ä“ Deß Pfalzgrafen vnd Hoff Richters Statthalter
Ä. Der Richter ſo ſelbſt mußgegenwertig ſein. Vnd dieſem
warenri-leßſtendreyProtonotari.
3. Protonotar. SNehrſeindam Königlichen Hoff
Der Schatzmeiſter.
Der Obriſtvber die Kammerdiener.
Der Stallmeiſter,
Der Stabelmeiſter.
Der obriſt Schenck.
“ Dieweil aber diß Königreichweytlaufftig/alſo daß den In
wohnen
Deß Lands Vngern. 5
wohnern beſchwerlich ſein ſolte/vonwegendeß Rechtsallezeit den
Hofzubeſuchen/ſeindderhabenhinvnndwiderſonderliche Ge
richt durch das ganze Reich angeſtellet: Sodie Vngern Com
tatus, ond die Teutſchen Convent nennen. Als Cox vse Nr N.
von dem Flecken Muzon, geradvnder Vngeriſch Altenburgge
legen/alſo genannt.
Co . So pro N. ſo auch Laurienſis genannt./nach der To
nav;u/hat ſein Namen von der Stadtlaurino, ſo Raab iſt be-“ " .
kommen darvor das Waſſer Araba, ſonſt Raab/inde Thonaw
feußt. Ada ein wenig droben Preßburgligt/das nicht einſchlecht Preßburg
Biſtumbſt/welches Biſchoff Vrbanus König MatthiasSchaß-Äs
meiſter/mit ſchönen Gebäwen/geziert. Nichtweitvonlauro,ligt Ä
der Berg Pannonius, darauf ein gar herrlicher Tempel S. Ä.
Martin. Nachdiſem Bergvermeinen vie/das Vngern Panno
niagenanntſeyworden.
Cow. Casr R1-FERREr, Eyßnaburger Convent.
CoM. ZALAD1EN sekligt jenſeitdem See Balathon/ -

dasſ/nachvnſern anſehen auffdieſer Seyten dann der Bon-Ä


finiusſodiß geſchrieben/zu Budagewohnt hat/deßhalben nicht jºs
weniger Geographi, ſich mit den Tihangerret/dieweilnſiedas/thoner See
jenſeitdem Seeſeze3/vndſoldem Bonfinionach/auffdiſerSei
tenſen. Ringsvmbher der See/ Daſ Tihan Cherſonneſus,
ein habe Jnſel/welche von vberflüſſigkeit der Viſche/gutenge
ſundenvndtemperirten Lufts/vnndvberauß ſchönen herrlichen
Tempelswegen vom König Andrea (Anno 1o62.)gebawt/da
er auch begraben/für die glückhafftige gehalten wird.
CoM VEsPR NEN. Iſt dieſem amnechſte/von der Bi
ſchoflichen Stadt Veſprin alſogenannt/vnd hat die Stadtvor- veſprn.
zeiten von den Waſſerbrunnen/in Teutſcher Sprach/jhren Na
men empfangen.
CoM. Al BENs. Iſt leich darnach/von3 der StadtRega-4-Fºx
gleich Alba
6 Kurze Ehronica
Regalis oder Stuclweiſſenburg genannt/welche Stadt mitten in
einem Moßligt: vnnd nicht leicht zu gewinnen./darinnen iſt S.
Stephan Kirch/garherrlich erbawet/der erſte Chriſtliche Ko
Än ginenen ngew
VugrKöni eſen. Diehofſ man dº rºj ºca gºoſ
j“ ſtorb ge: Dieſer Biſc von Stephanomtgr
ſer Freyheitbegabt/iſt niemandsdann dem Bapſt vuterworfen
Auch gibt das Volckſonſt niemands keinen Zehenden dann dic
ſem Thumbcapittel
Co». Co-Locz1ers. Hat ſein Namen von der Erzbi
°“ ſchöffice Stadt Colocza.
Cos. Pitssiss. Streckt ſich an die Thorar/dieſe iſt
einebergiate Gegend/tregteytel Weinreben/vndvmb.dcrwar
men Waſſerwilen/reucht der Weinſcher nach Schwebel/wel
cher die Leutlcichtlichtrunckenmacht. Daſelbſt ſincw vñaltBuda
oder Ofenzubeyden Scytenauffder Totaw von den Budinern/
den allerälteſten Scytiſchen Völckenerbawet/manſhct noch
veſtigaderalten. Statt Buda,vorzeiten Sicambria genannt. Bey
König Matthias Zeyten/damander Königen Beatrix Schieß
Fundamentgelegt iſt ein Stan/mit vielvberſchrifft auſgegra
Vicegraa. ben worden/drey Mei vnder Buda, iſt das Königliche Schloß
Äp. (ſo vorzeyten ein Statvnd Königlicher Sitz geweſen)Vicegrad,
Minivat- von König Matthia, vomnewenerbawct. In dieſem Convent
erº iſt die garvralte Stadt Sabaria, (ſonſt Sambathegenannt) deſ
Cox. Strgon,
heiligen Martini Vatterland.
Co». SrRooN1 Ens- oder Graner Convent/ſtöſſet an
die vorigen/von der Hauptſtatt/deſ Königreichs VigernGran/
Ä. alſogenannt/darinſendzwoherrliche Tumbkirchen/deren eins
3 ein Erzbiſtumbiſt/ vom König Stephano/auff einen hohen
Schloßerbawt. Dasander Stifft ſigt daniden in der Stadt/
von Beadem IIII. Königin Vngernauffgericht. V
d
deß Lando Vngern. 7
Vnd dann iſt reo-Ness. co. an der Thonaw/adar. „.
dann dreyalte Abteyen/mit vielen Dörfern vmbgebenliegen. cem.
o an e Ns. co. Hat den Namen von der Scythier -

Stadt Cºnara, ſo in der Inſel der Donaw Scyth/gelegen.“


erſtreckt ſich dºßſeyts vnd jenſeits der Tonaw. IndiſemConvent“
ige Thata, ſo auch Dotis genannt/allda auch ein Königlich T„n.
Schloß mit groſſemkoſten erbauvet/daß er von rechts wegen alle engewal
Schlwerd
ſetzt onddann
oſſren./ anliche
Fürſt eineHäu ſer
m orth n/z
/wir d es mitſer
uvn nze
eine itennma
m tiefe L rgeÄ
Sce/gvo -

7 Meilen groß/vmbgeben/darinnviel Hecht vnnd Karpffen.


Hatneun Kornmülenindem Schloß verleibt. Im Vorhoffſt
ein kleiner Platzvndringsvmbhervergute StubenvndKaſſiern
Der Himmel oder oberſtBoden iſt mit Goldbelegt/vndallerley Dßmaga
farbenholz eingefaßt: Auffbeyden Scytenligenzweynamhaffte ſº "zeiten
Dörffer / vnndzwo Thumbkirchen: rings vmbherſeind ſchöne Ä“
Wälde/darinnviel Wildsiſt/nichtweyt von der Thonawfeind
noch etliche der Römiſchen Legionen wahrzeichen vorhanden/
An der andern Seyten/diſes Schloſſes ſind zwyfache Gräben/
durch einen Felſengehawen/vndmithoch erhebten Bolwerckver
wahret. Davon genug geſagt/vondiſſeyt der Thonaw.
Poso» Ns. coM. hat ſein Namen von der Stadt Poſo
nium, Preßburg.
Co . Nur Ries. Von der Biſchöflichen Stadt Nitria
alſo genannt.
Cox.TvRocz ſo Eyſenreich iſt.
scEP v1. ENs. Cox. Jeden Polonernamnechſten gelegen.
Darnach ſein /zt Prov 1 EN s. Nov zo L 1. HoRNENs.
M ON T ENS, Nov 1c Rad. P E ST HIE N S.

Die Geiſt lich admi niſt rati on, deſ Köni grei chs Vng ern /Sc hºd
wird vor derzeit verricht von miniſtration

Zwey
Kurze Chronica
ZweyErzbiſchoffenderzu 8
Der zu Gran war Legat. Apoſt. vnd Primarius deſ Reichs/
vnndhetalsober Cantzler den groſſen Sigel. Vnter dieſen/ſeyn
XI. Biſtumbgeweſen/die allevnterdeß Türcken Gewaltſeind:
außgenommen/Nidrienſisvnd Agrienſis
Iaurienſis. Sirmienſis.
Veſprinenſis. 5. Eccleſia
Agrienfis. Zagrabienſis.
Nitrienſis. Tranſylvanienſis.
Vacienfis. Boſnenfis.
Chonadienſis.
Gayſ-, D. Gayſa oder Geyſe deſ heiligen StephaniKönigsin Vn
Ä„gern Vatter iſt der erſte König geweſen/ſodenChriſtlichen Glau
j benangenommen/vnnd von S. Adelberto BiſchoffzuPragge
taufft iſt worden.
Anno gog. Anno Chriſti 9 o9. oder wie Abrah. Babska will Anno
969. war Stephanus, der darnachfürheilig gehalten iſt worden/
geboren:vnd von dem obgedachten Biſchoff getaufft.
Vmbdezeitbawete Theodatus der vertriebene Fürſt auß
Apulia, ſobeym König Geyſa vnderhaltung gehabt/vnnd das
Kind Stephanumauß der Taufgehaben: Ein Kloſter vnnd
Dots ge- Dorffdaran/welche nach ihm/auffItalieniſche Sprach Thata
bzwt, genannt/ſojeztſonderDotisiſ.
Ä Anno 954 (oder wie andere) 1oo 6.gabderheylig Keyſer
zj Heinricus, ſein Schweſter Giſelam dem König Stephano zur
Ä Ehe: Darnachnam ſein ganzes Reich den Chriſtlichen Glauben
Ä an/erführet einheilig Leben /bawete die Thumbkirch auff den
Gangebaut Berg zu Gran/ vnndbegabet ſie mit Einkommen/auch daß
Kloſter
Deß Lands Vngern. 4
Kloſter S. Martinauffeinhohen Berg/der Thumbzu Stuel-S.nraum
weiſſenburg/die Begräbnuß der Königen vnd viel andere Stiff- Bergºlo
tung. Starb Anno1038 wird in den ThumbzuGran begraben: Ä
2 Petrus König Stephan Schweſter Sohn wird nachhm Ät.
Königinn Vngern: Erward ſeiner Tyranney halbenauß dem Starbo".
Reichgeſtoſſen/vnd Abaan ſeine ſtattgeſetzt.
3. Aba regiertedrey Jahr/daer aber noch böſerwar/wardePc
truswider angenommen/vnnder verſtoſſen/die Vngern/vnder
hn/fiengen an wider vom Glauben abzufallen. Er regierte
ſechſhalbe Jahr/vnd Abadrey/ſtarb Annoo47. etrusſtarb
4. Andreas König Stephan Vetter/richt den Chriſtlichen“
Glauben widerauff/hette zween Söhn/Salomonvnd David/
den Salomonließer/daer nurfünffJahr Altwar/zum König
krönendanner mit ſeinem Bruder LeadeReichshalbe Krieg ſtaÄ
rb Anno
het. Wird erſchlagen Anno 10 62 iſt begraben/zu Thihan in sº.
S. Aniani Kloſter/ſo neben der Sce Balathonligt/welchescrº
Anno Io59. gebawthat. Ä"
Bela, König Andrea Bruder den er vberwunden hat war
vbel zufrieden/daß Salomon zum König erwöhlt war/danner
drey Söhnhette/Geyczam, Ladiſlaum,ſobeyde darnach König
vnnd Lampertum. Dieſer hat Silbere Münzſchlagen laſſen:
Verordnet auch die Maßvnnd Gewicht/ſchatztealle Wahren/
auffeingewiß Gelt. Bawete das ſchön Kloſter Salvatorisinn
Zeuukzard, da er darnachbegraben iſt. Diſer Bela, daernoch
Herzog war/vndwiderſeinem Bruder Andream geſtritten/ſoll
den KeyſerHenricum III, der ſeinem BruderzuHülff kommen Ärg
wärauffden SchiltbergauffVngeriſch Verhesgenanntalſo Ä”
belägert/vnndzuſolchem Hunger/getrungen haben/daßer ſein
Läger ſampt den Schildten/hab müſſen verlaſſen/vnnd davon
ſey dem der Berg Namen blieben. Starb Anno1065. iſt begra Bela arb
ben wie geſagt. Anno 1oss.
QB 6, Sa
1O Kurze Chronica
Salemsver- & Salomon deß vorigen Königs Andreae Sohn/wirdt im
neben Reichangenommen/aber von ſeinem VetternGeyczavm.dLa
diſlaovertriben.Annoc77 ſtarbein Einſidler/zuPola inlſtria.
ÄÄ da er auch iſt begraben.
"*** 7. Geycza, König Bear älteſter Sohn/hat zween Söhnge
va.axe, habt/Colomannum, ſodarnach König/vnndAlmum. Zuſci
ſiuſ erbau-nen zeyteniſteingroſſer Hungersnoht in Vngern geweſen/ſtge
Äman ſtorben Annooso. begraben zu Vacia, ſo erhatbawenlaſſen.
Äas. Ladiſlaus König Geyczae Bruder/iſt ſeines guten Lebens
zu wngern halben von den Vngern heilig genannt: Wird König/obſchon
sÄ. der vertriebne Salomon noch lebete. Dieſer hat Dalmatiamvnd
ſtj. Croatiam, zum Reich Vngern gebracht hat vielgegenden Tar
tarngefriegt/ſtarbohn Erben Annoro 95.
gerzºnus 9. Colomannus König Geycza: Sohn /iſt erſt (wie etliche
Ä meinen) Biſchoffzu Waraſdingeweſen/darnach durch Diſpen
jſation König worden. Die Vngern haben viel mit ihm zuleyden
Augenberau gehabt/dannervilböſes vnd Tyranniſch angericht ſeinem Bru
"Ä dern Herzog Almum vnd AmiSohn Bclam, haterde Augen
ſij außſtechen/vnd denAlmum darnach in der Kirchen/vmbbringen
114. laſſen. Er hat zween Söhn Ladiſlaum vnd Stephanumſodar
nach König worden/nachgelaſſen/ſtarb Anno II14 einsböſentod/
wie er auch gelebt/iſt zu Stuclweiſſenburg begraben.
Io. Stephanus II. König Colomaani Sohn/ iſt noch ein
Jüngling zum Reichkommen/ward von der gemeine Strahel
oder Blirim genannt./darumbdaßeralledingmiteiner ſchnellen
Än. vnſinnigkeit ſeines Gemühtsgethan. Da er mit ſeinem Gemahel
Ä keine Kinder erzeugt/vndſpüretedaßer bald ſterbenſolt/wurder
ein Münnich vndſtarb/Anno 1131.
11. BelaII. Der blindegenannt/deß Herzog Almi (König
Colmanni Bruders)Son/der Colomannus die Augen hat be
rauben laſſen. Hat das Reich weißlich regiert:Erzeugtvier Sön/
Gcyczam
DeßLandsVngern. II

Geyczam, Ladiſlaum, Stephanum, ſo darnach alle drey König


worden sind Amum. Er hat den Borichum deſ KönigsColo
"Baſar Sohn/ſo ſich deſ Reichshatannemmen wollen/ Bela fat
in die Fluchtgeſchlagen. Iſt Chriſtlich geſtorben Anno II4 I. t Ann-rºr.
Skulweiſſenburg begraben.
2. Geyza König Bela elteſter Sohn/ein Chriſtlicher
Gottsfürchtiger Jüngling hat die Sachſen Oeſterreichejd
Bayrnſo Preßburg eingenommen/vnndin Vngern geſtrafft/Bayºnneme
augen ÄrPreßburg mit Teuſchenberg Äs
net: Hat ein Land mit viel ſchönen Kirchen geziert/hat vier Sön
Stephanum, Beam, ſodarnach König worden/Arpadjd
Ägehabt. Starb Anne 161. iſt zu Stuelweiſſenburgoreaſar,
begraben. Anms r,

3. Sºphºs.deß Königs Geyezxanderer Sohn/hat


Krieg gegen den Venedigern in Dalmatia/vndwider Emane
lem Griegiſchen Keyſer geführt./auch mit ſeinem Vettern - G
Ärebenſworden.
ohne Kinder/Anno 1173. iſt zu Granbegraben.
Starb 73.
Ä
4: Ladiſlaus II. dcß blinden Bclx Sohn/war ſechs Monat
König/dader Stephanus nochlebete.
- Stephanus II.KönigsLadislaiBruder/warfünff Mo- Idea.

nat Königwardabervberwunden von Stephanoiiivnjd ſtor


benuneim Jahr.
16. Bela der III. König Stephanideß III. Bruder/ Königs Starb Anne
Gºyºzº deßl. Sohn/Dieſer hat Vngerland von den Rajnºss
vnd Mörderngeſeubert Hatzween Sohn gehabt Emericumvnd
Andream, Starb2nno 119 o. zu Stuclweiſſenburg/ daer auch
begraben. -

7. Emericus, König Bcla deß dritten Sohn/ſtarb alsbald


B 2 nach
12 Kurze Chronica
nach ſeinem Vatter/vnd verließ ein einigen Sohn/ Ladiſlaum,
iſt zu Agriabegraben.
„ 3. Ladiſlausl.deßEmeric Sohn/regiert nur 5 Monat.
H„ 19. Andreas II. König Beladeß dritten Sohn/Königs Emcri
mitan“. ci Bruder hat von ſeinem Gemahct Gertruda, vier Kinder/
Bclam, Colomannum, Andreamvnd ein Tochter S. Eliſabe
tham, erzeuget/dieſer König zogindasheylig Landſtritteglück
lich mit dem Sultan von Babilonia/deßhalbener Hieroſolimi
tanus genannt iſt worden./ehe danner aber dieſe Reiſefürkam, iſt
zsngnGer Gertrud die Königin von Banchiano, deß Reichs Vºngern ſtatt
Ächhalter/tödlicer h verwundet worden/darumbdaß ſie ſein Gemahel/
verwundt. ihrem Brud ſo außTeutſchland allda ankommen ſeinen böſen
ELuſt mit ihr zuvolnbringen/zugeſichette. Nachdem der König
MTarquis
Är darnachwiderkommen/haterde Margrafen von Eſte Tochter/
zur andern Ehe genommen. Von welcherer Stephanum deß
Andrea VenetiVatterſonachtnahs König worden./erzeuget.
Er hat den Adeldeß Konigreichs Vngern/mit viel Privilegien
StarbAnno vnd Freyheiten begabt/Starb Anno 235.
23 - 20. BclaIIII. König Andrea II. Sohn/zu ſeinenzeyten Arno
rauernver 24 haben die Tartarnwoooººork/Reuſenvnd Podo
jliam ganz verhergt/zogen darnachauff Vngern/famenofft für
ſen/Podolſ Peſt/vnd wurde der Königvnverſehensmägervberfallen/En
"g* trannineines Knechts Geſtallt: Vidſein viel treffliche Perſonen
erſchlagen worden/als der Erzbiſchoff zu Gran/der Erzbiſchoff
von Colocza, der Biſchoff von Nitern/vnd viel andere/vnd zog
zatana, der Tartarvber die Tonawbelgertevnderoberte Gran /ertöd
nige Leut
-----jte Mannvnd Weib.Nachdrey Jaren zogen die vnfin
zudem Meotiſchen Seewderumbheim/vndhaben darnacher
deß Machomets Glauben angenommen. Belaward durch Hilff
der Rodiſchen Herrn in ſein Reichwider eingeſetzt./ſtarb Anno
Starb2nnor 275. iſt zu Granbey den Barfüſſern begraben. 2I.
S
IG
147,
deß Lands Vngern. 13
Stephanus V. König Bela vierdter Sohn/iſt im Krieg
glückſelig geweſen/vberwand den König Othocarum von Bö
hemden König von Bulgarien hat auch ganz Mya mtribut „..„
zugeben/bezwungen. Hatzwey Kinder gehabt/Ladiſlaumvnnd ...
Mariam,dcß Königs Carl von Sicilien Gemahe 1/davon Carl
Martelgeborn/der ein SohnCarolumhet/ſo nachmahlsKönig
in Vngern geweſt. Stephanus Starb Anno 127s. iſt in der Starb Anno
Inſel Buda begraben. 1 7 8.
22. LadiſlausIIII. König Stephanideſ fünften Sohn/ward
Kuunlazogenannt/zu ſeinenzeyten ſind die Tatarnabermals rara. fal
in Vngern gefallen/haben alles mit Mordvnd Brandt/bißgen j
Peſt/jämmerlich verwüſtet/vndſeindnachzwey Jaren mit einem unvngern.
groſſen Raub/haim gezogen. Dieſer König iſt von den Cumanis
jämmerlich ermordet/Anno 129 I. Ä.
23. Andreas II II. Stephani/der deſ Königs Andrea II. j
Sohns Sohn war/zunamb Venetus, Dieſer hat Oeſterreich
vnder ſich gebracht. Starb zu Buda/daer auch in S.Johans
Evangeliſten Hauß begraben. Anno 13or. Nach ihmhette der StarbAnno
Bapſt/ den Carolum, Martelli Sohn/gern zum König ge- *
macht.
24 VVenceſlaus ſo die Vngern Ladiſlaum nennen/deß Kö
ngsin Böhen Sohn/ward wider Äroum, Martel Sohn/z. König
König gemacht, dieſer iſt von ſeinem Vatterwiderin Böhembe-j ngern.
- -

ruffen/dann die Vngern/zumtheilhm/zumtheilCarolo vnd


zumtheit einem dritten König/Othoni Herzogen in Bayrn/zu- Annetzez
gethan waren/Regierte ohngefehr ſechs Jahr.
25. Otho Herzogin Bayrn/ward auch durchgunſt von etli
chen zu Stuclweiſſenburg gekrönet: Hatfaſtdrey Jahr regiert/
ward von dem Ladiſlao VVayvodainn Sibenburg/gefangen/A"“
beraubt/vndaußdem Reich geſtoſſen.
26. Carolus Robertus, oder Caroloberti, deß Caroli Mar
B 3 tclli
4 Kurze Chronica
telliSon/derein Son Maria deſ Königs StephaniV. Tochter
war. Iſt Anno 13ro. gekrönt: Dieſer hat den Gaſfen Matthe
um von Trintſchin/nichtweyt von Caſſovia, in einer Schacht
Ä. vberwunden das Reichſ durchhnweygemehrt Danner hat
j-- Dalmatiam,Croatiam,Scruiam, Lodomoriam Ruſſiam, Co
- maniam, Bulgariamvnd Boſnam innen gehabt. Hatte Caſimiri
ÄKöngigsin Polen Schweſter zur Ehe/davon er udovicumer
zum - - - - -
jvgern zeugt: Anno 13o I. da der Carolusmit der Königin vºnnd ſeinen
geÄ Kindern im SchloßYºga auf ein Sierºg zu Tiſch
eÄ ſaß/hat Felicianus ein Hoff Juncker/mit ſeiner Wehr den Ko
zegrad. nigvberfallen/hn vmbs Leben zu bringen/darumber auch mit
recht geſtrafft worden.
ºnno 133s. Anno1339. Iſt der Herzog von Reuſſen zudem König Ca
rolo/gen Vizzegrad kommen. -

Anno134o. Hat der König Caſimirus von Polen / ſeinen


**** Schwagern/den König Carolum/auffdem Schloß Vizzegrad
beſucht/alldader Königinn Polen/dem Ludovico Konig Caroli
Sohn/von ſeiner Schweſter geborn/das Königreich Polen/
weiler keinen Erben gehabt/vbergeben. Carolus iſt geſtorben.
Carol* ſtarb Anno 1342. zu Stuclweiſſenburg begraben.
jj. 27. Lodovicus König CaroliSohn/iſt Königin Polenvnnd
Vngern geweſen. Hetfeinen Sohn/ſondern zwo Töchter/die
eine Mariagenannt/ward vermählet Sigmund Königin Bö
hem/derdeßhalben auch Königinn Vngern worden: Die ander
Hedvigaward Königin in Polen. Dieſer Lodovicus iſt glücklich
Starb Anno im Krieg geweſen/Hat die Judenauß Vngerngetrieben. Starb
381, Anno 1332. iſt zu Stuclweiſſenburg in der Capcklen/ſoerhette
bawen laſſen/begraben.
23. Maria, König Lodovici Tochter/iſt nach ſhres Vatters
Todt zur Königin gekrönet/nach dem Sigmundo Königinn
Bohem ſonachmahls Keyſer/deß Keyſers Caroli IiII. Sohn/
deſ Lands Vngern. P
vermähler. Dieweil aber Sigmund noch jung war/regirtſemit
ſampthrer Mutter Frawen Eliſabethen/vndhenckt etlich vom
Reichanſich/durch welcher Rahtſiealledingthete/das verdroß
die andern Landhern/vnnd ſchickten nach König Carl von Nea
pes: Der famin Vngern/ward gekrönt/aber bald darnach/vn- Carolus As
der einem ſchein eines Geſprcchs
brachtworden/vndſend / mit dieſen
die Italianerauß Weibern vmb- Ä
Vngerngeſchlagen. P ITD.

Vndnambdie Königin das Regiment widerzuſich. Daſie aber


einmahl mitjhrer Mutter/dem Hoffmeiſter/vnd Hoffgeſindim
Reichvmbherfuhr/ward ſie von dem Landvogt Johanin Croa
ticn/der denjämmerlichen todt König Carlsrechen wolt/gegrif RSnf
fen: Der erſchlugdenjenigen welcher den Konigvmbkrachthette/ Ä
ſchleifft die Königin vnd ihr Mutter/mit dem Haarvmbherauf chen.
der Erden:Ertrenckt die Mutter/vndlegt die Königingefangen/
begieng groſſe Büberey mit dem Frawenzimer/ließ zuletzt vor Ä Ä
fohde Königinauſ. Daſejunheim kam war er Kö**
nigSigmund von Böhemfommen/mit groſſem Zeug/nam das
Reich Vngern ein/ohn alles widerſprechen/ward gekrönt ſeines Dergand,
AltersXX. Jahr/zogdarnachin Croatiam,belägert den Land- vogt/creati
vogt.daſelbſtfiengjnvndlicßhntödten/aſowarden Schmach geſtrafft
nach der anderſ gerochen.
29 Carolus II. mit demzunamen der kleiner/König zu Nea
Ples/dcß Andreae (ſo König Ludovici Bruder war) Sohn/
ward Königin Vngern gegen Sigmund vnd Maria/er iſt aber Caro-ſtarb
im Schloßzu Buda/durch der Königin Eliſabethae anſtellen/ Annozsa.
durch Blaſium Fergach/Annot3s.getödt worden.
3o. Sigmundo ward das Königreich Vngern von ſeinem
Gemahel Maria/nach dem ſie keine Kindergehabt/freywillig Ä
vbergeben/vndſarb Maria Anno 1392. Sigmundus aberbe-“
hielt das Königreich/namcin Grafin von Clen zu der andern
Ehe/
16 Kurtze Chronica
zarrerste Ehe die meinige Tochter Eliſabethgebar. Anno 1396
jgºr- Hat der Türck Bulgariam/ſozu Vngern gehörte/eingenom
114- ſendt men/dazog der König Sigmund ihnen entgegen erobertentheil
Ä widermve Buvergeſſen ºdene Schacht/dazo
Ämer- tauſcnt Chriſtenvndwol&otauſent Türckenerſchlagen worden:
ſchlagen. Dochſeinddie Chriſtenvnden gelegen. Vnd iſt der Königfaum
"“ entronnen. Anno 14oriſterin Vngern von ſeinen Vnderthanen
Ä gefangen/aber darnacherledigt worden. Anne1409. Ward Kö
Äſnig Sigmund abermal vom Türcken geſchlagen. Anno 141 o.
mund Keiſer warder zum Römiſchen Keyſererwohlthatzween Bawern krieg
Äin Vngerngeſtillt. Starb Anno/437 ſeines Alters7. Jahr
1437- regiertmitſampt ſeinem Gemahel F.Jahr.
31. Albertus Erzherzog zu Oeſterreich/dernahm Eliſabeth
De Turcfen Keyſers Sigmundi einige Tochter/der von Cicilien/vnnd bekam
fallen nVu- durch ſie das Ä Böhemvnnd Vngern/wardaucher
Ä4.4s wºhl Römiſcher Keyſer. Er zeuget mit ſeinem Gemahelzwo
“ Tochter/Eliſabeth/ſodem CaſimiroKönig von Polen/vnd An
na/ſo dem Herzog Wilhelm von Sachſen gegeben ward Anno
44s. Iſt der Türckiſche Keyſer Amurath/in Vngern gefallen/
Albertus iſt ihm entgegengezogen /vnndlägerte ſich vber Peſt
jenſeyt der Thonaw/da bekam der Keyſer den Durchlauff/im
Läger/zog nach Ofen/eyleteauff Wien/ſtarbdoch auffdem weg
Starb 43s. Wenn Dorff Neſzmel Preßburg/Anno 1439.hette keine
Mäñliche Erben/aber ſein Gemahl Eliſabeth/verließer ſchwan
vladislaus ger/dieward mit ihrer verwilligung/zur Ehe verſpochen/Vla
Herzoginn diſlao, deß Königs in Polen Bruder/ſo Herzoginn der Kitaw
“ war/vnder dem aber gebar die ſchwangere Königin einen Sohn/
Ladiſlaus genannt/cinnatürlichen Erbendeß Reichs/daſienun
den Sohn hatte/wolt ſie den Vladiſlaum nicht mehr: Deßhalben
eingroßzwytrachtentſtanden/vnd Vngernjämmerlich verhergt
worden,
deſ Lands Vngern. I7
worden. Die Königinießjren Sohn/alservier Monataltwar/
herrlich zum König krönen.
z. Yadiſlausaberfamin Vngern/vnndwardzum König/Ä
von etlichen angenommen/belägert Gran/macht einſchanzauff“
S. Thomas Berg/erobert die Stad Ä flohe die
Königin mitſrem Sohn in Oeſterreich/zuKey Friderichſeinem
Anherrn/vndnam mitihrdieheylige Kron/damit die ordentliche 5.2.ronn
König müſſen gekrönet werden/(welchenach23. Jaren vom Kö- ºeſterreich
nig Matthiasgelöſetiſworden/Vladiſlausaberiſtmitdenreli-gef"
quijsſovondeß Königs S. Stephani.Hauptgenommen/gekrö
net worden. Dieſe Zwytracht machte dem Türcken einen ein
gang in Vngern/dann der Amurath.dieweilen Raſciam einge-vu. „
nommen hat. Nach vier Jaren Anno 1444thet der König Vla-kombt vmb.
diſlauseingroſſevnglückliche SchlachtmitAmuraht/daer ſelbſt Ä Ä
mit vielen Fürſtevnd Pralaten/vnd mit dreiſſigtauſentChriſtenſj
iſterſchlagen worden.
33. Ladiſlaus König Alberti Sohn/war zu Wien/vnnd nur
fünff Jaralt/da Vladiſlausſtarb/daward der Iohannes Hunia
des oder Corvinus zum Statthalter deß Reichs Vngerner-Ä
wöht regiovin
Vladiſla erteb ſeine löbllich
daſſerlbeMann ich/endaru mber
That auch
enwi von/ind
llen Köniy-g Är
demerWa woO).

woden Amptin Sibenbürgengeſtellt wurd/danner mit dem A
murathe Tärckiſchem Keyſerglücklichen geſtritten hat. Danun
der König Ladiſlaus zwölff Jaraltwar/iſter von WieninVn
gern gezogen/machte den Corvinum/für ſeine getrewe Dienſt wirdten
zum Grafen von Biſtreich im Nöſner Land. Graff.
Ann o .Hat Corv
Flucht geſchlagenvndſeingroß Geſchütz/vber die hundert Stückſjae
1455 inus den Mah ome tem aber mal in die ra g
genommen. Corvinus iſt geſtorben/Anno 1456. Dader Ladiſ-ĺ
Äusnun das Regiment angenommen hat/erwuchsgroſſer Haß ***
vnter den Landherrn/vnndward der Graff *# von Cilien
PO.
18 Kurze Chronica
von deſ Buniadiszweyen Söhnen Ladislaovnnd Matthia/er
ſchlagen darumbauch der Ladislausenthaupt/vnnd Matthias
ſodarnach Königin Vngern worden)gen Prag gefäncklich ge
führt/ vndbehalten. Anno 1457. Hat der König Cadislaus
glücklich geſtritten mit dem Türcken/vnndeilichtauſenterlegt.
Da aber LadislauszuPrag Hochzeithielt./mit deſ KönigsCa
roliin Franckreichs Tochter Magdalena/Anno 14ys.imneun
Starbºº4ss zehenden Jar ſeines Altersſter geſtorben.
24. Matthias Corvinus, Ioan. Huniadi Sohn/ſozu Pragge
Ä fangenlagward von Biſchoffvon Waradin/außder Gefänck
fet; nußvmbſechzigtauſent/etliche ſchreiben vierzigtauſent Vnge
rº *griſchen Güldengclößt/vndzum Königin Vngern erwohl/der
Keyſer Friderich II. wote das Konigreich haben/vnd wendet
für erwerder nechſtedeß Männlichen Samens/ſchreibſch auch
Königin Vngern aber Matthias 17. Jarat/kamihm vor/mit
dem geding/wannerohn Kinderſtürbe/daß das Hauß Oeſter
reich/das Königreichſelte Erben: Sein erſtes Gemahclwardeß
Königsinn Böhmen Tochter. Dieſer König hatgutgelück im
4 : 1. Krieg Anno 1462.vnd 1463 gegen dem Türckengehabt. Auno
464daerdeheilige Krone vom Hauſ Oeſterreichvmb&oooo
Selg Güldengelöſt/warder zu Stulweſſenburg/mit groſſerfreudge
Aron g ºff kröne t Anno 1466 .die weil dieſe r König gegen dem Türckenkrie
Tyrnavia
„Än getbelägerten die Bohem die Statt Tºrnavia, aber vergebens/
jäger ſo an der Merhern Grenzen gelegen. Anno 14e7. Hat er ein
- Landtag gegen dem Türckenvnd Böhem gehalten/zog.vondan
nennach Preßburg/gewann faſt ganz Merherrn/vnd Schle
7 . ſien/iſtauch Anno 1469 zu Olmi zum Königin Böhemgekrö
net. Anno 1471. iſt Caſimirusdeß KönigsCaſimirin Polen
Sohn/von etlichen Geiſtlichen Perſonen zum Königin Vngern
ºria beº-beruffen/vndiſtbißgen Nitriam kommen/alldavom Matthia
gert, belägert/Eriſtabernächtlicherweidarvonkommen/vnd Ä
deß Lands Vngern. I9
engezogen. Anno 1472 Hatergroſſes Volckgeſchickt/die Pol 471,
niſche Gränzen zu bewohnen. Dieſer König Matthias hat erſt
ich Kºraraſoin ſchlecht verfallen Schloßwar/anderſpitzen
der Ire Schutgegen Morgen gelegen./angefangenzuſtercken/3ſaschut,
vnndſ dieſe Inſel ein gewaltigluſtig Ort darinnſchöne König
iche Luſtgärten ſeind hat hübſche Fiſchreyen vnd Vogelherd/
vndalles was zum Luſt/föndtegewünſcht werden. Anno 1473. 47.
frig mit Caſimiroauß Polen/vnd Vladislao in Böhem/doch
kam es zu einem Friede.
Akno 1475. Starb der Hochgelehrte Mathematicus, Ioan- 47.
nes Regiomontanus, der vom König Matthiainhöchſter Wür Ioan. Regie
dengehalten/vnd von ihm/für die Dedication ſeiner Ephemeri-j
des ſo ſchauffdreiſſig Jahrerſtreckten/mit achthundert Vnge ſtarb
riſche Gülden/ verehrt iſt worden.
Anno 47& Ward Beatrixſeinander Gemahel/deß Königs
von Sicilien Tochter zu Stuweiſſenburg gekrönt/vñiſt zu Bu
da die Hochzeit gehalten/vnd weil dieſelbige wehrete/erobert der
Mahomet Dalmatiam/kamin Vngern/garbißindie Steyr
marck zum Caſtro Ferreo, vndführetvber die 3oooo. Perſonen Ä fellt
-

hinwegk/verderb WalacheymitFewervnd Schwerd Matth- gers,

as aber weilEr (wie etlich meinen) Fraw Künigunddeß Keyſers


Friderici Tochter nicht hette erlangen können/bekriegt nach der B7
Hochzeit das Hauſ Herreich erobertdºsſarc Schloß Troe Ä
uzmansdorff/Petersdorf/vnnd andere. Anno 14st. Seinddie j
Keyſeriſcheinnhren Läger/von dem Matthia/vor der Stadt Än
Haymbergvberfallenvndgeſchlagen worden./folgendes Jahrs ju.
hat König Matthias die Stadtbeigert/ſieligtanden Vngeri sºnberg
ſchenvnd Oeſterreichiſchen Gränzen1oooo. Schritt oberhalb beger
Preßburg/diſſeyt deſ Waſſers der Tonaw/an einem hoheBerg/ -

auffwelchem zuoberſten Schloß erbawet/darzumannitleicht,


lich kommen kan/zurück derſelbige/gtzwentzig Stadienweyt
E 2 dappn
LO Kurze Chronica
Stattp:uck, davon die Stadt Pruck/dann der König Matthias wuſwol/daß
Ernichtviclin Oeſterreich ſchaffen würde/woer nicht zuvorndie
Stadt Haymbergeroberte/deßhalbener ſiebclägert. Keyſer Fri
“ derich/ſchicktſhme3ooo. Reutter entgegen dageſchachein kleine
Ä Schlacht/bey Pruck/vndward der StephanusBatorider Vn
gern Oberſter einer/gefangen/vnnd mit zweyen Hütern nach
Pruckgeführt/in dem die andern den Vngern nacheyleten, da
nam er die gelegenheit war/vndhat von deß einen Hüttersſcyten
zurlincken Hand daß Schwerdtonverſehensaußgezogen/vnnd
ſieallebeyde durchſtochen. Kamalſo außihren Händen/vndkch
Statt vnndret zudem Läger. Die Stadt Haymburg hat ſich darnachdem
ſchloſéaym-Matthia vbergeben. Hat auch das Schoßvom Burgvogt für
Ä3ooonicht
Ducatenb ekºmme. Zog teff
dara chur Pruc k die Stad t
Ä allein mit Kriegfvolck/
war en Gräbenvnnd Mauren/
ſondern mit einem weſten Schloßvüherumbflieſſenden Waſſer/
Paſteyen/vndandern Gegenwerenwoverſchen Ligt auf einem
pruckere- ebenen Feld/andem Fluß Leytha belägerte die vier Monat lang/
vert. Beſchoß/Stürmete/vnderoberte ſie mitgewalt.Vnddieweil die
Stadt Wien nichtzubelägern war/hater dienechſ herumbgele
ZKorneubur geneStättlein gerchteinnehmen Belagert vnderobert Kor

Ä newburgjenſeitder Tonaw/daß Schloß Gunz auch Kloſter


dorferobert. newburg/ Ebersdorffſo ſich dapffergewehret/vnndentitch auch
w, Wiegerde Sadº º gab ſchºn Tag
jenij: Welchen Tag/ein groſſer Erdbºdengeweſen: Belägertdar
allda, nach Newſtattſben Monat lang/vndgewanndemitergebung.
ĺ * Auffeinen Palmtag Anno 149o.daergar frölich zu Tiſchwar/
"Ä„ hießerjmFeygenbringen/vnd dieweilkengutteverhanden/ward
ſtarb Anno er dermaſſen erzöhrnt/daß ihn der Tropffſchlug/vnd gleichals
*** ohnentpfindlich lag/kein Wort mehr redt/ſonderbrüllet wie ein
vnvernünfftig Thier/vnd ſtarb. WardgenStuelweiſſenburgge
führt/vndalldabegraben.
35. Vla
deſ Lands Vngern. 2

3. Vladiſlaus. Der auch zuvorn Königinn Böhem war: marm


Nam zur Ehe die Witwe Matthiae,vndward Königin Vngern. gj
Vmbdieſe zeitgewahn Keyſer Maximilian I. Wien wider/auch Ä
Newſtatt/Pruckvnd faſt ganz Oeſterreich: Erobert auch Stul Ä
weiſſenburg mit gewalt/auch Veſprin, Sabara, mit vielſtarck Sajarier
Schlöſſern/Stuclweiſſenburg aber Veſprinvndandere werden obert
dem Vtadißlao widerzugeſtellt. Nachdem Tod ſeines erſten Ge
mahels/namer ein Gräfinauß Franckreich/vnndzeugetmitjhr Är
Lodovicum vnnd Annam, Er machte auch ein Packt mit Key- mvndwa
ſer Maximiliano/wannerohn Erben ſturb/ſolte Marimilianus Ä
vnndſeine Nachkommen Königin Vngernvnnd Bohemſein. Än
Anno 1514 Erſtndeingroſſe Aufruhr im Vngerland/dannda Ongern
der Cardinal von Gran/dem Volck das Creuzverkündiget/alſo
das vieltauſentſchenſchreiben lieſſen war dieweil zwiſchendºßÄ
Königs Vladislai Bottſchafftvnnd dem Türckiſchen Kayſer Ä
Seymoein Bündnuß beſchloſſen/dieaber/ſo ſich einſchreiben - sºndzke.
hetten laſſen/ lieſſen ſich nicht abweyſen / machtenden Haupt-Ä„
mann Georg Zeck (der zum öfftermähls die Türcken het ver- Ä
trieben) zum König/ſiengen an in Vngern zu wüten/zerbrachen gemacht
viel Schlöſſervnd Klöſter erwürgten viel Edelleuh/mit Weib Äbº
vnd Kindjmen ihre Güterſchiede Fjden“
Biſchoff zu Schdan/ſchlugen ſie ein hölzern Spieß durch ſein?
Leb/trowetendeßgleichen zu thundem Biſchoff von Gran/vnd 2RöntgGeorg
andern. Der newcKönig Georgaber/ward von Graff Johann gefangen.
Waywoda/mitſeinen Herzogengefangen/vndwurde erſchröck
lich vmbracht/danner mit einer glüenden Eyſerne Kron/gekrönt Ä
ward/darnach wurdenjmzwoAdernauffgehawen/vnd das Blut Ä
ſeinem Bruder Luca/zutrincken geben: Sie lieſſen auch dreiſſigjacht
Bawren/ſoſhmgedient/drey Tag Hungerleyden/vndzwungen -

dezuſo grauſamkeit/daßſemitihren Zähnen deſ Königs Ä


Georgen Glieder der noch bereſſenjº"“
3 Er
22. Kurze Ehenica
Ghnerhörte Erheitevberaußwunderliche Beſtändigkeit/tätckeinſuffen/
grauſamb, erſchrack auch nicht/allein batt Erdaß man ſeines Bruders Luca
Fet, verſchonen wolt/Deweilern zu dieſem Krieg gedrungen. Le
Yºnnenſchli- ich daerjhm faſt alle Glidmaſſen zerriſſen/haben ſie ihn das Ja
j“ gewaydeherauß genommen/hn in ſtücken zerhaven einheit an
ſpieſſen gebraten/einthei in einem Keſſelſtederaſſen/vnd ſeinen
Kriegſleuten zu eſſen geben: Als nun dieſelbigen darvon geſettigt
worden/haben ſie die mitſamptdem Luca Zeck hingericht vund
vadislaus auffallerley weißgepeinigt. König Vladislausſtab zu Buda/
ſtarb/s. 156. wird zu Stuweiſſenburg begraben.
36. Lodouicts II. König Vladisla Sohn/wird Königinn
Ä Vngernvnd Böhem/Anno 15z 1. Iſt der Türck Soymannus
““ in Vngern kommen/hat alles jämmerlich verwüſt/Stävnnd
Schlöſſer/vndvnder andern Griechiſchweiſſenburg eingnoſien.
Dieweil nun das Erzbiſtumb Colocza, am nechſten gelegen/
hat der König den Paulum Tomori, durch Hüffdeß Bapſt/
erabſtums zum Erzbiſchof von Coºeza erwºhlt odedfr er gerongen.
Ä Danndieweil Belgrad verlohren/bedorffe Ort/nicht allein
ein Geiſtlichen/ſondern auch ein Weichen/ Verſtändigen/
tapffern Vorſteher/dieſer Tomerihette ſich inn den Barfüſſer
Orden begeben/er war aber eindapfferer vndenſhaffter Mann/
vnndhette ſich offt Mannlich gegen den Türckcn/che er ſich in
den Orden begeben/gehalten.
Deß KönigsLodovici Gemahel/war Mariadeß Keyſers
Marimilian Mumme/ſodarnach Statthalterinn im Nider
andgeweſt/vndwardedeß Königs Lodovici Schweſter Anna/
dèFerdinando/ſonachmahls Königin Vngern zurEhegegeben
Anno 1526. Da der König Ludowig vernoñen/daß der Türck
widerumb mit groſſem Gewaltinn Vngern gefallen war./zoger
jhm entgegen/dann dieweiletliche Vngeriſche vom Adcl/mit dem
fürnemen Hernvnd Oberſtenzuziehen/ſchweygerten/vnd Ä
AU
deſ Lands Vngern. 23
auffhre Privilegia beruffen/daß ſie nicht ſchuldigweren dahin
zuziehen/der Königwere dann gegenwertig/zogerſelbſtmit/vnd
ſein groſſevnglückliche Schlachtangangen/auſfS lohannis
enthauptung tag/dann der Chriſten in die 19ooo.todbibcnſeind/
auch viel FürſtenwandPraſaten als Ladislaus Zalkanus, Ert-„err
Bſoffi Gran Paulis Tomori (monachusdictus) ErBi-j
ſchoffzuColocza Feid Oberſter: Der Biſchoff von Varadin/gen.
von Fiºnſfirchen/von Rab/von Chanada/vnd der Biſchoff von
Boſnia/vndalſo der König ſtehen wolt/kam er mit ſeinem Gaul
inein Sumpffdacreendigſ Todeblieben. NachzweyenMo Ä
naten iſt ſein Leiberſt/alſo gewapnet/auch ſein Roßgefunden/vnd Ä
gen Stulweiſſenburg geführt/vndallda begraben worden. Der blieben
Türck zog bißvber den Baathoner See/bißgen Raab/brennet Ä -

jrdews erfandbºg die Hauptſat Ofendeſcha Ä


bald ergab/dann der mehrentheil/wie auch die Königin/darauß Raab.
verlo
nach Wien geflohen waren/dasSchloßallein/war mit einer Be- Ätauff
- -

ſatzung Teutſcher Kriegſknecht verſehen/dashat der Tyrann vnºj


tergraben dahaben ſich die Teutſchen auch ergeben/mitzugeſag
ter Trew/daß er ihnen Leibvnd Gutaſſen ſoll. Er hielt aber ſein Türckentreu
Zuſagung nicht ſondern ließ ſie allenderhawen. Den Oberſten ºf
aber ließervnverletzt davonziehen darumbdaß die Knechtwider ºdern
ſeinen willen das Schloßaufgebenhetten. In den Wäldern Ver- Ä -

thiesgenannt haben ſich vber die 2Foco Chriſten mit Webvnd Names
Kind verſteckt/ Da haben die Türcken das groſſe Geſchützin ſie
gerichtet vndſendfaſt alle vmbkommen. Der Türck fiel auch in
Obera Vngern/Brennet/ Mördet alleswaservber die Tonaw
gefunden/darnach zog er widergen Conſtantinopel.
37. Ioannes von Zips oder Zapolia, Waywodainn Sieben
bürg/ſtnachdem Tod KönigsLodouici, vndetlichen/zum Kö-watwodatn
nigerwöhlt: Obwolder Stephanus Bathori/dcß Reichs Vn. Sºvºs
gern Pfalzgraff/vndvic fürnemer Prxfaen/ſolches nicht Ä Äönig
- PP1
24- Kurze Chronica
verwilliger. Dann FerdinandusKeyſers CaroliV. Bruder/zum
Königin Vngern/beruffenwar/ſeind alſo zwenerwöhlte Vnge
zween zz, riſche König/vmbdieſe Zeitgeweſen. Anno 2 s. Hat der Way
jv woda von Sibenbürg/bey dem König von Franckreichvmbhilff/
gern. 38. wider König Ferdinand/angeſucht: SchreibtauchanKey. Car
V.vndan die Stände/deß Reichs/vndklagtvberdievnbilligkeit
KönigsFerdinand/mitbitt/daer ſich anderſwo/vmbhüffmü
ſtevmbſehen/daß ſie ſchnitwoltenergern: Er ſoll ſich auch gegen
dem Ferdinandoerbottenhaben/daß er ſein Vaſal/oder Vnder
thanſeinwö/daeraberkeinhüffhaterlangen nögen/haterbald
waywoda darnach/ſein Meinungſoerlangzuvorfärgenommen/ (dahm
nimpt Ä König Ferdinandzumächtig/daßerdeß Türckenhüffwolean
Änemen ins Werckgericht:wndhatſchinden Schudeſ Tür
cken Solymanntgegeben.
33. Ferdinandus Erzherzog zu Oeſterreich/ſo auch Königin
anno-z. Bohem/vnddarnach Römiſcher Keyſerward/ſtzum Königin
Gjerobert Vngernerwöhlt:Zog Anno 1527 mit groſſem Volckbßgen
Ofen/nam die Stadtvnd das Reich mehrerthelsen/vndward
Ägº zu Stuelweiſſenburg zum Königin Vngern gekrönt. Auffdieſer
Äyſearbmſein. Sberſter Feldherr Marggraff Caſimirvon
ſtarb, Brandenburg zu Ofen/vndward Fürſtlich begraben. Año 129.
Ä, Iſt der Türckiſche Keyſer Solyman/durch heimlich gehülffvnd
Äanregendeſ Waywodº/in Vngerngefallen hat die Stadt O
nno 29. fen/nachdem ereilff Stürmvordem Schloß verloren/erobert.
Ä“ Der Joannes WaywodnSbenbürg/ſodie Türcken Erdeban
Ä Är- nennen/zogmitgroſſen Geſchencken dem Solyman entgegen/
Ä küſſetihm die Händ/vnndwardvonihm zum Königin Vngern
Ä beſtettigt/ſetztjhngen Ofen/daerauchbißzu ſeinem Todt Anno
zÄ1540.blben iſt. Der Solymanzogdarnach die Tonawhinauff/
Plndenburg namvnterwegenein/durch ergebung/Komara/Plindenburg/
*3 Altenburgvndandere Orthmehr. Ich habezuVngeriſch Ä
urg
DeßLandsVngern. 2%
burg/groſſegewaltige Kugel geſehen/ſoer daſſelbigemah/Wie von rarer
manſagt/dareingeſchoſſen. Den 26. Septbelägerter die Stadt erobert
Wien in Oeſterreich/mit 2ooooo. Türckenbeſchoßſiezwentzig ĺ belº
tagnacheinander hat viel Stürm darauffgethanvndſendvber“
die soooo. Türckendarvortodt blieben/erſtaberderkältenwc-2nner
gen/abzuziehen getrungen worden: Vndiſ nach Ofen/vondan-Sedder
nennach Conſtantinopelgezogen. Aber Anno 1532. Kamer wi- Ä wider
der mit einem groſſen Heer oberdie2eocoo.farck/habeyſich.“
3o groſſe Carthaunen/32. Morſer/42. Schlangen/vnd 1oo.
Falckennetlein/belägert das Stättleinvnd Schloß Gunz/wel- Guntbel
ches Herr Nicklas Jurtſchein Vngerinnengchabt/das Stätt- 8“
leinward ſchier gar zerſchoſſen/verlordreyzehen Srürmdarvor/
vndgroß Volck/dader Türckdiedapfferkeit Herr Nicolaiver
noſſien/licßerſm ſagen/wo er ſich mergebe/wolterſhmeSchloß
vnd Stättlein ſchenckenvnd niemandsmehrbeſchädigen laſſen:
Welches gedachter Vnger gethan/dasarm Volckbey dem Le
ben zu erhalten. Vnd iſt der Türck mit ſeinem Läger auffgebro
chen/ſich gegen Steyrmarckvnd NeyſidlerSeegewend/vnd den „
Ober ſten Baſſammteinerſtraffenden RohfünffchentauſentÄ
ſtarc
kabgefertigt/diehinvndwidergeſtreff
et/vñnahendan Linß Än
kommen/thätengroſſenſchaden/wie dieſenunim ruckreyſen/mit
fren Beuth geweſen/wurden ſie von etlichen Reutern vnd Knech
ten/ſoallbereit zu Wien ankommen/im Gebürgangegriffen/al
ſo das man meinet/das von fünfzehen tauſent/nichtzweyhundert
davonkoſfienſeind/Keiſ: May:brachte in allercyl/im Auguſto/ Großseerzu
zu Wien/zuſamen/vber die dreiſſigtauſentzu Roß/vndzweymal”
hunderttauſentzu Fuß/daaber der Türck/ſolches vernommen/
iſt er alsbald aufgebrochen./ſohat man ihm auch nicht weyter
Ä”
kßen.
wolvieldermeinung waren/man ſoltejmnach
Anno 1537. Hat König Ferdinand abermalein Heer zuſa
111C1
26 Kurze Chronica
craneren," gebracht/asnembch zu Roß achttauſent/vnnd 1&ooo.
Äzu Fußvnd iſt der Cazianer Oberſter geweſen/derſchvbelgehal
en/vnd zum Türckengefallen./das Heeraſoinſtichgeſetzt/vnd
ſtdeßhaben nichtsaußgericht worden. DerCazianer aber iſt dar
nach zum Graff Niclas von Serinfoſſien, der ſein guter Freund
geweſen/vnd hathnbereden wöllen/daß er ſoll Türckſchwerden.
ws ge Deºafa chahme n Kopf abhºwman ºdemºs
j
ſi andvberſchickt/
“ nig Ferdin derGraff/alledaß
dafürhai Caza
ners Gütter zugeſchenck bekommen.
4. Anno 40 oder wie andere 14.iſtloan Waywoda in Si
Ishan wa-benbürg/davon vornkgeſagt/in Ofen geſtorben. Er hette aber ein
*** *jungen Sohn verlaſſen ºder das Landſeines jungen Altershalben
nichthiearn/ge rnºnnertn.edeß
De r ab en ſc hd eſ ſe n ſeine Muſteran
genoſſ Dabeläge Königs Ferdin and
Kriegſvol ckdie
Än belº Statt Ofen/darinndie Wittwevndhr SonJoan Stephanus
gert. war/forderten die Stattauffaber deßJungen Herrn Vormün
ofºnruffet derwoltenſenichtvbergeben, ſondern rüfften den Türckenvmb
den EÄn hülffan/derſchickteylende einenfühnemen Baſcham/mit einem
»mbhälff Kriegſheervorher/vnder ſelbſt folgt alsbaldnach: Vnndobwo
deß Ferdinand Volckdie Statthefftig beſchoſſen/ſen ſie abge
triebenvnndwol2oooo.erlegt worden/vndnam der Türckiſche
**** Keyſer die Statt Ofenvndôeſtein:Behielt ſiefür ſich/vndſtel
letealldaden Beglerbegein. Der Witwevnd ihrem Sohn/ver
ordnete er daß ſein Sibenbürgen müſſen ziehen.
142 Anno 1542. Iſt abermahlsein groſſer Zugin Vngern/vom
König Ferdinandgeſchickt worden/vndwarder Joachim Chur
Fürſt zu Brandenburg-Oberſter Feldherr/der Bapſt ſchickt auch
mit dem Alexandro Vitellio/dreytauſentzuFuß. Damahls hat
peſ belagert man Peſthartbeſchoſſen/vnndgeſtürmbt/iſt aber vbelgerathen.
Danncsiſteingrewliche Krankheitvnter das Kriegſvolck Ä ſ
deßLands Vngern. 27
mendervieltauſenthingericht: Wie auch diß Jarzu Wienacht
zehen tauſen. Menſchen an der Peſtilenz geſtorben.
Anno 1; 3. Felder Türck widerin Vngern/erobert den 10. ****
Auguſt die Stadtvnd Schloß Strigonium oder Gran/obwo
groſſe Gegenwehr daraußgeſchehen. Den 3. Novemb bekomptorn pntº
ermitergcbung Stulweiſſenburg/mitdemgedingdaß er die In-Sj
wohnerfreyſol laſſen außziehen: Der Solymanheiſſetdievber- bºrgverº
wudenezuſamenauſfeinenebenen Platz kommen/thutſiealljhr“
Waffen vonſchlegen/erwöhletetliche/ſoankräfften deſ Leibs
dieſtarckſiewaren: Vnd ließ die andern alle niderhawen. Dar
nach ſetzet er den Mahomet Iaogis, zum Oberſten vber ganz
Vngern.
Anno 1547. Starb Anna Königin in Vngern/König Fer- * 47.
dinand Gemahe/ander GeburtloannaeiſzuPrag begraben.
Anno 147. Erobert König Ferdinand die Statt Agriam/ Ä. '
ſonſt Erlagenannt/durch den Grafen von Salm/ſezetden Ste-j
phanum Dobo zum Oberſtendarein/mit FranciſcoZcy, vnnd
Nicolad Olaho.
Anno 1549. Eroberte der Graff von Salm/viclVeſtung 1,4*.
in Obern Vngern. Anno 155 o. War der Matthias Teuffel ****
König Ferdinand OberſervoBegegvon OſenbºyPalzgeG7
aſgeſchlagen: Vaderobert der Türck Dregelt/Gyermah/Jet-Ä
ſchin/Pallaſt/vnndandere vmbligenden Flecken: Belägert die ſchnPalaſt
Stadt Agria/mit allem gewalt/aber die dariñvnderſchrieben ſich Ä.
miteinander/mitjhrem eignen Blut/vndiſt der Türckmitſchan- Ä
den abgezogen/nachdemer/zwölftauſent Schußmit groſſem
Geſchütz/wie dann die Kugeinſozuſamengebracht/außgewiſen/
darauffgeſchoſſen hat: Vndſeind3oo.dervnſern todtgeblieben.
Agriaiſten Biſchöfflicher Sitz. Bonfinius vermeint/daß
ſieerſtlich von den Agrianern ein VolckaußIllyricobewohntſey
"Fºº" da
worden. Anderewöllenſicſey alſogenafit von
2.
23 Kurze Chronica
dafüroberfeußt. Etlicheſeindauchdermeinung/esſey.dieStatt/
ſo die altenVinundria genannt / Ptolomeus welcher gedenckt in
Obern Vngern. Vndſeztſtevnter den neun vnd dreiſſigſthalbe
grad longitudºvnd ſieben vnd vierzigſthalbengradlatitud. Es
ſollein ſchlechtevnveſte Statt/mitgeringen Maurennoch zu ze
tenBonfini wie er dergedenckt/geweſen ſeyn: Sie iſt aber zuzeiten
Königs Ferdinand/von dem Oberſten Eraſmo Teuffel/feſtge
macht/hateinalts Schloß ohne Bruſtwehr vnd ohnPaſteyen/
nur mit Thorn. Bald darnachward der Herr AntoniusVeran
tius, Biſchoff zu Agria, &c.vnnd der E. Herr Franciſcus Zay/
53
5 4.
Hauptmann zu Caſſovia, von Kön. May. Fricd zumachen/
s; 6. nach Conſtantinopel geſchickt.
Anno15; 6. Verlieſſen die Sibenbürger ihren König Ferdi
nandum/vnndfielen dem Joann Sigmundo Waywoden./dcß
zuvorngedachten Waywoden Sohn/zu.
158. Anno 155s. Ward Ferdinand7ſo Königin Vngern vnnd
Böhem war/zum Römiſchen Keyſer erklärt.
3 Go Anno 156o. Erobert der Türck Fileck/einveſtes Orth/inn
Fleck verlo Obern Vngern/vnd nicht lang hernach: Haben Keyſer Ferdi
TL,
nandus von Solyman ein Friedzwiſchenjhnen gemacht./ſobey
den Thailenwolangenem/vnverbrochengewehrt/alsang Key
ſer Ferdinandgelebt.
1 64.
Anno 1564. Den 2. Juli/Starb Keyſer Ferdinand zu
Wien/vndwardzüPrag begraben.
39. Maximilianus II. Deß Keyſers Ferdinand Sohn/nach
dem er zuvorn BöhemiſchervnndRömiſcher König war/ward
Anno 1563 mit ſeinem Gemahel Maria/ Königin Vngerngc
krönt: Daſein Vatter Keyſer Ferdinand/noch gelebt.
Anno 1564. AmenddeßJars/Hat der Johan Sigiſmund
Waywodain Sibenbürgen/einvnglückhaffter Vnderthan/vnd
Ä ver-Lehenmann Solymanis/den Friedengebrochen/vndZaiwar er
obert/
deßLands Vngern. 29
obert/daranKeyſer Marimilianvielgelegen. Der Balaf Mel
chorſoda Oberſter/wardvertriben/ſein Webvnd Kindſampf
allem Vorraht auch Kleinodien vnd Barſchafft darvongeführt:
Key: May: ſchickte alsbald den Herrn Lazarum von Schwendizawara
als Oberſten miteim Heer dahin/dergcwan Zatwar widerumb/j.
mit vielen andern vmbligenden Flecken.
Anno 1765. Hat Waywoda/den Seliman ſolangvnnd
vilgetribenvñangereizt/daß er ſich entlich entſchloſſen/den Vn
geriſchen Kriegfür die Hand zu nemmen: Befahle demnachdem
Baſcha von Ofen/erſolte ſichrüſten/vnd dem Kriegeinanfang
machen/vndhat dieſer Waywoda/alſo ſein Vatterland/inseuſ
ſerſt verderben geführt: Ernennt ſich ein Königinn Vngern/be
ſchrieb einen Landtag im Martio/zeigtan/eswereſeins genädi
geſten Patrons/nemblich deſ Sultans Selimansentlicher will/
esſolten ſich alle Ständ der Kron Vngernhme vnterwerffen:
Der Herr Lazarus von Schwendiaber/widerlegt ſolches auß
ſchreiben. Danunder Soliman in Vngern kommen/iſt der
Waywoda / mit ſtattlichen Praſenten ihm entgegengezogen/
verhoffte/(aber vergebens) von hm das Königreich Vngern zu
erlangen. Der Baſchavon OfenbelägertPalota, darinnder
Thurn Jörg/einritterlicher Mann/ Oberſter war beſchloſſe Palota bel
das acht Tagenacheinander alſo daß die Mauren der Erdenj CIA
gleich gemacht wurden/ vnnddie Veſung in euſſerſter gefahr - s.
ſtund. Wardaber vnverſehenserret von Graff Jörg von Helf
fenſtein: Dann die Türckenda ſie die Chriſten geſehen ſich in die
Flucht begeben. Haben ihr Pulver/Mehl Geſchütz/Gezelthin
der gelaſſen: Darnach hat man die Mauren widerauffbaw
en laſſen.
Den 29. Juni/belägerten die Chriſten Veſprin, erobernes Veſprin ero
den andern Tag/vndhaben alle Türcken/bißaufffünffnderge- *
hawn. Im Julio/erobert der Graff von Salm das S oß
3 T
ZO Kurze Chronica
sets er- Tharaſo die Teutſchen Ä hat die Beſatzung darin
obert, nenauffs Haupterlegt. Die Türcken in der Veſung Gees/aits
Geſte von bald ſie vernommen./daß der Graff dahinrucken wirdt abens
Ä“ verlaſſenvüſeinddarvongeflohen DerenErempeldevoa Wey
QL - -

Äaut jJmſelben Jarfielen


Ä wodenson Siebenbürgs Ä auffgemahnet im die Tºrarº Bºy
Ä“ OberVngern verwºº Schwedt vnnd Brandt/
ºndfähre viel Menſchendarvon. Der Ä Lazarus/one
groſſeverluſt der ſeine zehen tauſenhº erlegt/theksauß Vm
gern geſchlagen. Folgends hatgenº Schwenddem Ge
örg Scbeck einen Vngeriſchen Herrnſº Keyſerl: May:men
S-betes,
jdig abgefallenendzum Waywodaſch hºhe
Schlöſſer eingenommen / Sabatca, Craſnahurca, Piſovvicz,
Ä“ der
-
Ä jErobert auch durchºrge gºDÄ
Türck mit groſſer macht in Vnder Vngern gefallen vnnd
vvic -, Zºr
Än aeswerhergtevnnderoberte alſo das befürchten/erſolt Kc
Ä marravnd Raabaº ſparen/IſtKeyſer: May:ineigner
Är. Perſon/miteinem groſſen Heer bißgen Raab vnd Komorage
zeugt in Vä- zogen/vnndhat ſolche Veſung/der ganz Chriſtenhritzugut/
Ä es, Ähº ja erhalten. Im October alsº May
Ä noch zu Raab ag/ſtenſchröckliche Brunſ allda auffgangen/
verbrände, die hat ſchier die ganze Stadtverzehrt/die Kriegſknecht/haben
miöſchen/groſſes Gutgeraubt/ſode Kauffeut dahingeſöhet:
jaz haben Key Mayengreſſeſumma Gcitsdahinge
ſchicket/dieſe Stad/widerumbzubawen.
1; 7. Anno 167. Iſt der Biſchoffvon Eraº Herr Chriſtoff
vonTeuffenbach/Freyherr von Key May:auffConſtantinopel
Friedbe- Fredshandlung haben abgeferg So Anno 1563. Zwiſchen
Ä Keyſer Maximilianº Sultan Selim/auffacht Jahrlang
Äjss. beſchloſſen: Eine derſelben Condition war, daß ein jeglicher für
ſich behaltenſolte wasrinnen hette. Dieſer Friediſtdarnachve
längert worden. Anno
deſ Lands Vngern. 31
Anno 1571. Iſt der Johan Sigmund/WaywodazuS- , , , ,
benbürg/3 ſtorben/ohn Erben/wiemanvermeine durch Giff/wºod
vnd hat Stephan Batoridas Regimentin Sibenbürg bekoffien/fbr
gleichwomit angehenckter beſchwernuß eines Jährlichen
Tributs/dem Türckiſchen Keyſerzuerlegen. Dieſer Bathor
Bathoriiſ Anno 1576. Durchrecommenta- Waywoda
tiondeß Keyſers Amuraths ſein Lehen- darnach R&
herren/zum König in Polen *s.“
gemacht. 74
AMW
AM V R AT E s III.
NNO 1574 Beywehrendem Frieds
ſtand/iſt der Türckbey der See Balathon/in
j Vngerngefallen/brachtevberdietauſentChris
ſtenvmb/vndführetevic Beut darvon. Am
Ä enddieſes Jahrs ſtarb SclymzuConſtantino
* pcl/vndanſeinſtatt/kam ſein Sohn Amurath.
Weil dieſes Amurathis Leben etwas weitläufftig in den Türcki
ſchen Chronicken Ioan IacobiBoiſſardi beſchrieben/achtichſol
chesallhie zurepetirenvorvnnötig. Wilderohalbendengünſti
gen Leſerinnermelte Chronicken an das 339, Blat verwieſen
haben,
E 2NNH
-
R V D O L P HV S II.
Römiſcher Keyſer,
NNO 1576. Bey wehrendem Reichszakºws
tag zu Regenſpurg/iſtKeyſer Maximilianus II. all- Ä
da verſtorben.
Ä. 40. Rudolphus I. Keyſer Maximilian Sohn/
32 Sº derjeztregierende Röm. Keyſer/ſozuvorn König
in Vngern vnd Böhem war/wardzu Regenſpurg/Römiſcher
Keyſererwöhlt.
Anno 15 77. Im November/vberfielder Berg zu Villack , 77.
die Stadt Siro/in Obern Vngern/beywehrendem Jarmarck/Sto vber
vnverſehensſaybeltevnnd plündertedievnbewehrte Leuth/vndſ"
führteindiezweytauſent Kuppelweißmithinweg. Man hat jnen
im Abzugnachgeſetzt/vndmithüffder Vngeriſchen Bawrn/die
Gefangene erlediget/vielfürnemer Türckcnerſchlagen/vndge
fangen/vndeinreiche Beutherjagt.
Anno15 so. Streyffeten die Türcken/in Obern Vngern
auffSepy, plünderten vnd verbrentenviel Dörffer/vndführten
vilChriſten hinweg. Wurden aber inwiderkehrenbey Erlawider
geſchlagen:ſamptdengefangenen Chriſten/vnddiegeraubte Gü
ter/erledigt.
Annoys2. Im Januarioiſ Keyſer: May: nach Preßburg
verruckt/vnndmit den Vngern ein Tag gehalten/wiedevberige
Landeerhalten/vnd die Türckiſche Grenzhäuſer beſſer verſorgt
möchten werden: So iſt auffjedes Haußzwecn Thalerauffein
Jahr lang verwilligt.
Im ſelben Jahr bey wehrendem Friedſand/haben ſie die
Türckenbiß indie 5ooo.ſtarck/zuſamen Ä" ſein mit
2. den
Z6 Kurze Chronicadeß LandsVngern.
Sepf Land
Ä“ den Salzack/in Obern Vngern/ins LandSepſgefallen haben
etliche Flecken verbrant/vielgefangen vndgroß Gut hinwegge
führt ſeindaber von vnſern Kriegsleuten bey Agria im wider
kehrenmeiſtestheiſserlegt/vnd von ihnen alles widererobert wor
den. Da ſolche zeitung zu Conſtantinopel ankommen, hat ſich
der Türckheftig darüber ergrimbt/daer aber darnach vernom
men/daß die Türcken/ohnalle von Chriſtengegebenevrſach/den
wirt derSrd Chriſtenmuhtwillig ins Landgefallenwereniſhmder Zornver
erſtrecker gangen(vnndhater ſelbſtbegert/den Friedſandferrner zuerſtre
*** cken. Alſo iſt Annors 4 zwiſchen Keyſ Mayeſ. Rudolphói.
vnd Amuraht III. Türckiſchem Keyſer der Friede acht ganzer
Ä“ erſten Tag Ianuar anzufahen / verwilligtvnnd be
HO.
Anno 1787. im Auguſtoplünderten die Türckenauff die 17.
Dörffer gegen Nemetui, diſſeyt vnnd jenſeyt Limpach, vnnd
führeten viel Chriſten hinweg: Aber Graff Georg von
Serin/hatjhnen die Beuth abgeſchlagen/vnd
vber die zweytauſenter
leget.
39

S I N A N B A S C H A.
NNO 1388. Am endSeptembris
hat der Bealerbeg/oder wie andere ſchreiben
der Sinan Baſchavon Ofen/zu Fieck/ bey
ftauſendt Türckengeſamblet/denganzen
Aber Vngeriſchen Kreißzuverhergen Dens.
ÄDetob/haterdCaſtellPutnocktruzlich aber putner auf
fordert/zogvber das Waſſer Schayonachdem Äg.
Marckt Siro/hatallda die Kirchevnd Thuren mit Feldgeſchütz Sj
beſchoſſen/die Kirchenvnd den ganzen Marckt/ſovber Ä bren,
der Häuſer gehabt/gar verbrennt. Entzwiſchen hat ſich der Feld
oberſtein Vngern Herr Claudivon Räſſe geſamblet/den Tür
cken angegriffen/allda eintreffen zu beyden Seyten geſchehen/
endenvberdiezgoo-Turckenerlegt/vndvber die j aſ
ſer Schayoerſoffen. Die vnſern ſend darnach dem Türcken ins
Ägfalen haben Blawenſain/Geſeo/vndander Sj Ä
mehr eingenommen/vudin ihren Gewalt gebracht. obert,

Annº so. Iſt der Sinan Baſcha von Ofengen Con- ,ss.
ſtantinopelabgefordert, diewelerin Vngern widervns Chriſten
nicht vielglicks gehabt ſonderlich beySiro/derhaben der Ferrar
Baſcha/anſein ſtattgeſetzt. Dieſer war zuvorn in Perſien geweſ/
wund daſelbſt ſeines Herren Sachen zinlich verricht der Ferrat
Baſchaſollanden Herren Grafen von Nagero/welcher in Vn
geººmbdieſe Zeit/von Keyf May wegen gelegenem Gad
geſchrieben haben/vmbeinbeſtendigen Friede zuhaudlenvndzu
retirn. Anno 1591. Wienia die Tärcken zum efftermahls in
Vngernvnd Crabaten/wider den gemachten Anſtand oder Fried
tºpg
4Q Kurze Chronica
tarrenbre-etwas angelfangen. Haben Key May im September auffCon
jenFroſtantinope geſchickt/ vnd dem Amurahtſolche vbertretung an
zeygenlaſen: Obauchſolchesaußſeinem Befehlgeſchehen: Wo
nicht/daß er dergleichen Vnraht abſchaffen wolt. ntDa mie.
ha lt
t haben
ch
ſi di Tüe rc ke n/ we yt er zu zu gr ef fe n/ ei nz ey ta ng /e Vnd
iſt alſozimblicher Friedgehalten worden, dann der Anurahtſon
derlich dahin geneigt geweſen/daß er den acht Järigen anſtandt/
mitKey.May gemacht/halten wolte. Da nun aber der Türckiſch
Keyſer mit dem Königin Perſia Fried gemacht/Jſhm von etl
chen Baſchagerathen/dieweil die Chriſten nun allenthalben/w
dereinander Kriegführeten/daßeraufdie Vngeriſchen vnd Cra
batiſchen Gränzen/ſich begeben wolte. Jſaſo Anno 1792. im
Junio der Türck in Crabaten/miteim Heergefallen: Vindhat
onvnterlaß vnaußſprechlichen groſſen Schadenada angericht/
vnddievber Hand genommen/ Auch hat der Baſcha von Ofen
groſſe Kriegsrüſtung zubereit/deßhalbeſchicket Röm. Kay. M.
ſeine Geſandten/an die Chur/Fürſtenvnd Stände deſ Reichs/
ſie in ſolcher nothvndhülffanzuſprechen. Die ſich auch allesguts
Ä erbotten. Diewelaber aller Sieg allein von Gott herkommetha
Ä“ bende Chriſtliche Fürſ tenvndStändedie LeutzumGebe/wider
t.
je Turckenden Türckenvermane len
Im Juliovberfale die Türcken/di
rº ber Chriſten anvnterſchiedlichen Orten/ſtrafften auffzweytauſent
°“ ſtarckbißauff7 Meilen von Caſſovia haben viel Ändvieheond
prepoſ Va- Roßmit ſich hinweggeführet: Der Herr Prepoſt Wari/Ober
jörſter ſterzuAgria, hat ihnen in dem Abzugnachgeſetzt/doch nichtsſon
zu Agra derlichs außgericht/ Daobgedachter Wari den Feind darnach
angetroffen hat er ſich in die Fluchtgeben müſſen/vndſeindwo
ſbenhundert Fußknechtndergehawen. Es haben auch die Tür
ckenbeyAgriader vnſernſechshundert/dieauffein Jamarckzie
henwölen/angetroffen/vndbey vierhundert darvon erſchlagen/
die obrigen haben ſich durch die Fluchtſalviert. A
1,
DeßLands Vngern. - I
Anno 1593. Den 5. Martij/iſt ein Landtag zu Prag gehalten/ . . .
vonwegendaßgewiſſe Zeytung kommen war/wie ſich der Türckºtagºn
Amurahtgewaltig auffmachte/vnd zum Krieg (wider die Chri”
ſen/wie man vermute)prxparirte. Von wegen auch Röm. Key.
May durch den Türckengeurſachten Friedsbruchs allbereiten
groſſeſumma Gelt/auffder Fürnembſten Ampleuth/dieſes Kö
nigreichsCredit, zur Gegenwehr aufgewendet/dieſelbigewider
wmb abzulegen/VndwoferrKeyMay:wider den Erbfeindſich
zu FeldeÄ müſte/daßſeauff einen mehrern hinderhaltbc
dacht. aß ſie auch einzahlKriegsvolck/auff die Türckiſche
Grenzen abordnenwölen. 93
Anno 1593. Den 26. Septembris/ eroberte der Sinan Ä“ VL
Baſſcha Veſprin/die Biſchöffliche Stadt/mit groſſem verluſtpja.
der ſeinen/nam die Veſtung Palota, durchvbergcbungein/vnnd
handelte wider Trewvnd Glauben/anden ergebenen Thhan.
Den 3. Septembris/brachter auch Thihan, Schloßvnnd Vorſatt/
Kloſter/in ſeinen Gewalt.
- - -
Stulweiſ
den 12. Ditto erledigte der Melchior von Rhedern/in Vn-ſeje
gern/vielgefangene Chriſten/vnd Chriſten Kinder
Graff Ferdinandzu.Hardeck die
Ächlachtall
Den 21. Octobris/eroberte
- - d.
Vorſtattzu Stulweiſſenburg/ mit Sturm/vndverbrandtedic
ſelbe/vndals der Feinddarzukommen/gerichte es zu einer öffent
ichen Schlacht/darinnviel Türckenblieben/vndhaben die Chi
ſteneingute Beut von Geſchütz/Wägen/vnd Ochſenbekofien.
Dens. Decembris/belägerte Friederich. Herr von Teuffen-Sabatca er
bach/das Türckiſche Hauß Sabatcain Obern Vngern bekam °“
sden andern Tag mit Gewaltein/brachteauffdie2yo. Türcken
in der Beſatzung vmb.: Darnachrucket erfür die gewaltige Ve- Fleck ero
una Filleck / feng die den 11. Ditto an zu beſchieſſen, die bert.
Türckenvnderſtunden ſich dieſe Stadt/doch vergebens/zuent
ſetzen/iſt aber den 14 Ditto/mit Sturm von den vnſern erobert/
daß
4-2 Kurze ChronicadeßLandsVngern.
rywrn - das Schloßaberzween Tag darnach das innerSchloß/bcfam
# # #- erdens. Ditto mitergebung. Zu dieſer Veſtungſollenauffacht
Ähundert Dorf fergehören. Beydieſem Geſchreyhaben die Tür
Äpa-ckendieVeſtung Dywyn/vnd Hamaßky/vbergeben. Deßg e
ka/
ĺ-ehenſeind gefolger Zetſchin/Blowenſtain/Dregel/Palanc
Ä* Sonoſkondändere ÖärnachAnno d 9 im Februariohat
24. ſich auch Novigrad/Olczy/Hollockvn Waskewvbergeber
Ä Im Martio/beveſtigten die Türcken Gran/vnndhaben
ÄauffS. Thomas Bergein Blockhauß gebaw/vndzweyſtück
Waſkew, Geſchütz darauffgezogen.
Ä. Im Aprü/ſHadwan vom Herrn von Teuffenbachbe
*“ läger iſt mitdreydoppelten Waſſergräbenvnnd Bollwerken
wolverwahrtdiebelägerte habengen Ofen ſechs Meilvon Had
wanv mb Hü lf fg eſ ch ri eb en /d ie wo ly oo o ſtarck/die Veſtung zu
entſetzen dahinkommenſein daſteingroſſe Schlacht Sontag
21. April geſchehen: Die Türckenſeindindie Flucht geſchlagen
etliche tauſenterlegt/vnd die anderebißgen Peſtverjagt worden.
Vnderwegen eroberten dievnſerge ein Veſtes HaußJa
ſpin/vnd bekamen ein gute Beuth. Der Herr von
Teuffenbach/hat die Veſtung Hadwan
wider bißin Julio belägert/
aber nichsange
gericht.
Erzherzog Matthias Röm. *
Kay. SNay, General
Veld. Oberſter.

Mo den 4. Apri l ruck er Erh er Ä


zog Matthias für die Stattvnnt Veſtung Graan/“
diemann den 27.den ganzentag hat beſchoſſen/vnd iſt
S. Adelbert Thumbkirch/durch ein FewerwerckKu
gel "Ä vndfaſtgarabgebrendt.
enerſten May iſt die Raten Statt durch hüffder Ra-Äſtate
genſo die Pforten geöffnet erobert Vidobwodievnſern etliche“
Stürmauff die Waſſer Sattvnd Schloßangelauffen/iſt doch
nichtsaußgericht worden/vndſeindim Juniowider abgezogen.
Im Julio/iſt der Sinan Baſſa/ miteiner groſſenmenge
Türckenaufdie hunderttauſenſtartk/in Vngern ankommen/Dotsvero,
erobert mit ergebung die Veſtung Dotisvnnd Sanct. Martinsrej
Berg/lägert ſich darnach für die Statt Raab/beſchoſſe die mit Ät
allem gewalt:Schanztetſchbißanden Wal. Ä
Den 13. Septembris / nach dem ſie die Statt Raab mit
dem ſchieſſen gewaltig beſchädigt/ vnnd mit dem vndergraben
zwo Paſteyzerſprengt hetten / haben ſie die Stattfünff ganzer
Tag aneinander ohnvnterlaſſengeſtürmbt: Hierauffſ von dem
Graffen von Hardeck darinnigenden Oberſten vndandcrnbe
lägerten ein ſtillſtand / vom Sinan Baſſabegert/ vnndhaben
ſich diefürnembſten mit einer Proteſtation vnderſchrieben dar
nach mit gewiſſen Conditionen aufgeben den 9. tagSeptem
bris. Vndſeinddievnſern vom Türck bißgen Altenburg geleyt
worden. In der Veſtung ſoll noch viel Wein/Mehl/vnndandere
ctualien/deßgleichen/vber die ooſtück *Geſchütz/rnd
3 viel
46 Kurze ChronickadeßLandsVngern.
Graffron viel Puuersgeweſen ſein. Der Graff von Hardeckſ von wegen
Bardeck. Auffgebung der Veſtung Raab/Anno 1595 zu Wien den 5. Ju
Ärºbe“
ägert.
nij/beneben dem von Perlingericht worden.
Den 28.Septembris des 1594.Jahrs/haben die Türcken
Komara, darinnnichtvber 250. Mann gelegen/hartbelägert/
vndbeſchoſſen/ſeinddoch den II. Octobris/ohnverrichter Sas
chenwider abgezogen: vnnd haben die InſulSchut verlaſſen.
Den 15. Decembris / namenjhnen die Türcken zu
Raab füreinſtraiffauffdie Inſel Schut
zuthun/wurden aber von den Bawern
beyhunderterlegt. -
4-9

Erzherzog Narimilian Röm. Key.


SNay. General Leutenant.
NNO1594. im Januario wird Erzher
zog Marimilian zum Leutenant verordnet. An
#2 no 1594. im Juliohat Erzherzog Marimilian
S zu Oeſterreich die Veſtung Petrinainn Crabaten
F-ÄT hefftig beſchieſſen laſſen/De Türcken/als ſie den
Ernſtgeſchen/haben ſie es ſelber an vier Orthen mit Bechange
zündet/vndſeinddarauß gewichen/deßhalbenes IhreF. D. den
letzten tag Hewmonats in der Nacht erobertvndeingenommen.
Deßgleichen haben die Chriſten auch in die zweyhundert
ſtarck Hraſtovvitzgeſtürmetvnderobert/darinnachtvndvierzig
Walachen gelegen, die ſie allenidergehawen/vnnddie Veſtung
hernachmitzo. Teutſchenvndyo. Windiſchen beſetzt.
was Ihre S D.weiterbey dieſem Vngeriſchenzrieg verricht ſo der
günſtige Leſer deſſeninn dieſer nachgeſetzten Vngeriſchen Kriegsbeſchre
bunggnugſamenvndwettlauffrigern bericht finden.
- Kurze Chronica deſ Lands Bngern
demſelben Hauffenzutreffen/wieauchbeſchchen/Ä
dem hejfortgezogen/vnd weil ſich der Fºº he
aufgehelet/hat erſichauchdarnachrichtenº ſeinen Haufen
gleichfäÄordnen müſſen/vndſhierauſ Ä
Feindentgeggezogen. Als ſie nun fonahzuſañengeruckt, daß ſie
einandjſü erreichen können/hat der Senſº
Geſchät/nemblich 32 Stück auffRäddern aber als frühvnd
ºhnſonderlichen Schaden vnde die Chrºn abgehenlaſſen die
hriſten haben alsbaldauffden Feindgruºgº denſelbenſanſit
den Baßa von Ofen/erſchlagenvndauffs Haprº
Anno 1594. den 25. Februar hat Don Balfi von Erzher
zog Mjaj Seſterreich außtrücklich BefehÄ
die
mitTäjeVeſung
ſeinemjdehabendenNovigrad zu erobernºff Ä
Volckzu.Roßwndººº SVes
ſungjºhdem die Türckender Erſte Ä3
worden, haben ſie das Stºttlenſo an der Veſtung gelegen/
in Brand geſteckt/Daaber die Chriſten mit tägli
chenbenſieſchendlich
Schieſſenſhmentapfer zugeſetha
auffPon Balfi
ernſtliches Anredener
3

Herr Chriſtoffvon Teuffenbach


Kriegſ Oberſter
NNO 1593. den 20. Tag Wintermonats
ſchickte Herr Chriſtoff von Teuffenbachſ Hecr
2 nach Zetſchin/welches den 23. ermetes Monats
daſelbſten ankommen. Als aber die in der Stadtder
R“ Erſten anſichtig worden haben ſie die Sta
an vielen Orthen angezündet/vnd die Fluchtgeben, Danun die
Chriſten der Statt Zetſchingenahe/hatermeter Oberſººº
Anordnung gehan das Fewerzuleſchen/vie Wohnhäuſervnnd
Gebäwerrettet/vnd dieſes Orth mit Volck beſezet. - - -- -

Von dannen iſt er mit ſeinem Volck auff Blawenſain/


weit von Zetſchingerucket. Als aber die Plawenſtainer
Chriſten Ankunft gewarworden / haben ſie den Fleckennº
Nachtangezündetonnddarvongeflogen dieChriſten aber haben
viel Gebäw vom Fewer errettet/vnd den Flecken beſetzt.
Deſgleichen haben ſie auch Sakeck eingenommen.
Annor 94. den 5. Januar ſchlagen ſich zooo. Türckenzu
ſammen/in Meinung die gehuldigte Bawrenvmb Villeck zuv
berfallen/vndgefäncklich hinwegzuführen/deſſen ward der Herr
von Teaffenbach innen/macht ſich mit etlichen ſeines Kriegſ
rocksauffzog den Türckenentgegenſetzettapffer vnterſie/vnd
erlegt ſie biſ auffs Haupt wurden alſo auffdie 3oo. Türckenn
dergehawen vnd gefangen.
Seine Kriegſthaten wird den gänftige Leſerin nachgeſetzter Kriegs
beſchreibung anvnderſchiedlichen Gethen finden wöllen denſelbendsrent
haben dahin verwieſen haben,

Fürſt
Fürſt Carl von Mansfelt. §7

SNanfang deſ Februarj, Anno 95.ſtylo


novo, begab ſich Graff Carol von Manßfeldt auß
den Niderlanden nach Teutſchlandt/vnndnamalſo
ſeinen Weg von Franckfurt am MaynauffPrag/
ſich wider den Erbfeind den Türckengebrauchenzulaſſen. Als
er aber jetzt auffder Reyſein Böhemen/hat ſich ein groſſes Waſ
ſer begeben / daß er der Vrſachen halben ſich innein Stättlein
Bilſen genannt/ ſo allernechtbey Prag gelegen/hat müſſen ein
zeitlang aufhalten/dochentlichen den 7. Tag Martijglücklich
zu Pragankommen/vnd den 10. Martijbey Kayſerl: May gute
Audienz erlanget. Sein Kriegſvolck/welcheswar2ooo zu Roß/
vnd 6ooo. zu Fuß/iſt mit der erſten Gelegenheit hernachkoſſien.
Wiewoldie Churvnnd Fürſten am Rhein/auß Ä beden
cken/ſie nicht gern durch ihr Land nach Vngern paſſieren laſſen.
Sindderhalbenzwiſchen ihr Key. May.vnd denſelbigen Lands
fürſten etlich Schreibenabgangen. Darnach haben gemelte Für
ſten/Graffenvnd Stände/Ihre Beſatzungen vnnd Wachten
auffein Vorſorggeſtercket/vndalſodeßgemeldten Graffenvon
Mansfeldt Kriegſvolck ohneſchaden durchziehen laſſen/Mitler
zeit iſt Graff Carol von Manßfeldt mit Ihr Key. May.inſol
chem aufnehmen kommen/daß er ihn nicht allein den 27. Aprilis
zum Ritter ſelber geſchlagen ſondern auch mit dem Fürſtenſtand
begnadet/vnndein ſchöneköſtliche gülden Ketten/ſoviel Geldts
werth/darzuverehret. Als nun deſ Fürſten Carols von Manns
feldtsein Geſchwaden Reutter vnd etlich Fußvolckzu Pragan
kommen/das ihn hat ſollen nach Wienbegleitten/iſter alsbaltda
mit nach Oeſterreichverrucket/ondſich damit zu J. F. Durch.
Erzherzog Matthias verfüge. Begab ſº." sºg
I1AD
45 Kurze Chronica,
in Ober Vngern/vndwardhm Zürſ Carl von Manßfeldt zum
Oberſten Leutenant zugeordnet/bad hernacher hat Ihr F. D.
Fürſt Carln mit allerley Kriegſbefelchvnd Gewalt abgefertiget/
wetter ſeinen Weg genommen auff Bruck an der Kyten/
welcher nach Vngeriſchen Altenburg / von dannen nach Wi
ſelburg/vnddarein Lauffſchanze gemacht/dardurch Ihr F. G.
das Waſſer die Leytegenanntgeführet/dieſelbe mit Volck beſe
zet/vnnd ſich mit allererſt nicht weit von Raab begeben./daſſelbi
gezubeſichtigen. Als aber Ihr Fürſtliche Gnaden darfür kom
menſchgeſtellet/alswolte er mit ſeinem ganzen Hauffen dafür
bleiben/vnnd daſſelbmitallem Ernſtbelägern/wie er dann auch
alsbalddeß Lägers Refierauffgezeichnet auch etliche Lauffſchan
zen dafür angefangenvnndauffblaſen laſſen./daß ein jeder/erſey
Edel oder Vnedeldarzuhelffenſolte/jaer ſelber zum Erempel
ſich nicht geſparet/ſondernauff dem Pferdeeigener Perſon helf
fen Holz/Wellen/vnndandere Sachenzutragen. Darüber als
ſich etliche Vngeriſche vom Adel beſchwerten/vnd nicht darzu
helffen wolten/iſter endlich zu einem gerittenvndhmenſonders
heit befohlen, daß er auch/ſowolals er ſelber Holzvnnd Wällen
ſoltehelffenzutragen/aber gemeldter Vngeriſcher Edelman ſich
deßgewegert/darvber Fürſt Carlzornigworden/vndſeine Wäl
len von ſeinem Pferde dem Vngergegeben/vndgeſagt/reit nun
darmit nach der Schanz/oderſhezuwasduthuſ/der Vºgerä
beriſtin ſeinem trotzigenmuht neben der Schanzen weggeritten/
vndwie er vermeint/daßjn Fürſt Carolnit mehr ſehen könte hat
er die Wällen von ſich geworffen/welches Ihr FG von weiten
wargenoſſien/jhmalsbaldnacheilen laſſen/vnd den andern zum
Erempel mit Stiffel vnnd Sporen hencken laſſen, wie ſie nun
ſolchsgeſehen/hat einjder von ſich ſelber/hochvndniderStands/
gern nach ſeinem vermögen gehoffen.
Wie nun aber die Türcken dieſe Belagerung "Äind
deſ Lands Vngern. 46
ſind ſie außGran/Veſprin/Palottavnndandern Orthen mehr
der Veſtung Raabzugezogen/dann herIhr F. G. vmb Mitter
nacht in dem Außgang deß Juni wideraufgebrochen/vnndſich
eylends nach Gran begeben/vndendlich den 1. Juni mit ganzem
hellen Hauffen vor die Veſtung Gran glücklich gelegert/vnnd
ſein Feldlager anvnderſchiedliche Orthenaufgethelet/dasfür
nemeſtFeldläger vnd Schanzaber zwiſchen Zuwarvnnd Gran
geſchlagen. Den andern Tag hernacher/welcheswarauffMarie
Heymſuchung hat er in dem Namen Gottesvnndder heiligen
Mutter Jeſu ſein Glückauff das Ratzenſtättlein verſuchet mit
Iooo. zu Fußvndwenig Pferden. Als er aber deſ Mittagsvnge
fehrvmb. Vhr darfür kommen/hat man niemandsdarinnſpü
ren können/iſt alſo allgemachnäher hinzugerücket vnd die Thor
offen gefunden/vndobman ſich befürchtet/als möchte etwan ein
heimliche Verräthereydarmit vorhandenſein hat er doch etliche
in dem Namen Gottes hinzulauffen laſſen. Als man aber nic
mandts darinngeſpüret/ſinanſtracksmithellem Hauffenhie
neingezogen/das Thorvnd Wälbeſetzet/alle Ortdurchſuchet/
obesetwan mit heimlich Springpulver beſetzet/ſtdoch nichtsge
funden/ſondern allein alles verderbtrndin Brandt ſteckt geweſt/
auch etliche todtevnndverwundte Türcken/ſogeſagtdaß ſie alle
auſ der Feſtung geflohenſen/ Iſt demnach dieſes Stättleinge
leſchet/die Todtenbegraben/vnndalſo mitvnſerm Volckbeſetzt
worden.
Bald hierauff iſt der Herr Palfimit acht tauſent Pferden
nach der Schanz Gockern/ſevber der andern Seyten/der Tho
nawgelegen/verordnet worden, der hat inn der Eyl ein Schiff
Bruckvber die Thonaw gemacht/dieſelbige Schanz mit lau
term Ernſt angriffen/vndangefallen/vnd endlich erobert/vndwie
die Tücken geſehen/daß in der Herr Bafizumächtigward/hab
ſie dieſe Veſtung verlaſſen/vnnd ſich in das Waſſerſtätten be
geben. H 2 Den
GO Kurze Chronica
Den 2. Juli ſind auch z. Bawren von Gran heraußendt,
ſprungen/die zeigten für gewißan/daß die Türcken in der Ve
ſtung Granvnndvnten im Waſſerſtätten ſehr kleinmütigwe
ren/wegen deſ Verluſts dieſer zwey ermeldten Orthen / auch
Mangel der Proviant/vnd Munition. Mitlerzeit hat ſich das
Lägerin einer guten Ordnung nach deß von Fronsberg Cehr
Ä Ordnung/verſchanzt/vnnd mit einer Wagenburg vmb
zek.
Den 13. Julijiſallhieein Armergefangener Chriſtins Läger
ankommen/ſovon Ofenentrunnen/derzeigtan/daß von der Zeit
an durchauß keine Proviantalldaſchiermehrſey vorhanden daſ
es alles auffgekaufft worden/Granzuſpeiſen/vnddaß man auch
zuvor vonvnſer ſchnellen Belägerung nicht gewuſ/auch daß die
meiſten Türcken gegen Siebenbürgen vnd Walacheyzuziehen
beſtellet/vnnddaß der Tartariſche Niderlaginn Siebenbürgen
wahriſt/daß man auch 6o.geladene Wäzen Beutbekommen.
Den 14. Juli ſind allhie durch deß Fürſten von Mannß
feldt Befelchim Lägerzween vom Adelan einen Baum gehenckt
worden/darumbdaß ſie ihre Schiltwachtnicht wolverſchenhat
ten/macht alſo hiemitvnter den andern Oberſten Hauptleuthen
Ä# andern Kriegſrähten/auchgemeinem Mann eine groſſe
Orchf.
Vnter dieſer wolgemachten Schlachtordnung vnd harten
Belägerung kommen zu Wienallgemach die sooo wolgebugſte
Welſche Soltatenan/vnndetliche Rittermäſſige vom Ade/ſo
auffihren eigen Koſten Gutvnd Blutwider den Türckenauffſe
zenwöllen/welche durch Erzherzog Matthias den 15. Juli ge
muſtert worden/vndeins Theil Ihr F. G. von Manßfeltſchon
zugeſchickt worden.
Den 16. Juli hat Ihre F. G. von Manßfelt noch zum vber
fuß etliche ſonderliche Kriegſpuncten durch ſeinem ganzen
gerau
deß Lands Vngern. 6
geraußblaſenvndfürleſen laſſen/derſelben auch beyhoher Straff
nachzukommen/wicfolget.
Erſtlich/daß man werde alle Morgenvnd Abends im Läger
drey Schuß mit groſſen Stückenthun/vnnd daß als dann alle
Kriegſleuthe auffihre Kniefallen/vnndden Namen Jeſuvmb
Hülff/wider den Türckenanraffen/darauffdie Prediger vnnd
Bächtvätterbeyhoher Straff Achtzunemmen befohlen.
-
Keine vnehliche Weiber/ bey Straff.deßvertrcuckens/im
Lägerzuhaben.
3
Den Marcodenternbey Verluſtjhrer Güterverbotten/kei
nem Soldaten mehrzugebcnauff einen Tag als ein Vngeriſch
Pint Wein/welchsetwas mehr als ein TeutſcheMaßgerechnet.
4
Welche Kriegsleuthmanvoll/fluchen/oderzuhochſpielen
findet /nachdeß Fürſten Gelegenheit./mit der Gefängfnuß zu
ſtraffen.
W.
Daß man keinen Brantewein oder dergleichen hitzige Ge
tränckm Läger ſollfeylhaben/wegender Breunvnd andernhi
zigen Kranckheiten.
6.
Auch daß man einem jedern Hundezuhalten nicht geſtatten
ſoll/wegendeß Geſtancksvnd Abgang deß Proviants.
7.
Werjemand mit Gewalt etwasnimpt/esſey viel oder wenig/
ſoll ohne alle genadgehenckt werden.
S.
Daß niemand ſoll Pancketenhalten/erſeyhochodernidriges
Stands/inwerender Belägerung/bey Gelt
D 3
ſ J
62 Kurze Chronica
In Summaesmuß in dieſer Belägerung ein ſolche Or
nung gehalten werden/daß an Proviant vnd allein/wasciet -
gert/Gott Lob/garkein mange/ſondern alles in zimlichem Kauf
zu bekommen. -

Den letzten Juli haben ſich die 2oooo. Türcken/ſovon O


fenheraufkommen ein Meiwegsvnter Granſchen faſſenver
meinenden 2. Auguſt Gran mit Gewalt zu entſetzen als ſolches
der Fürſt von Manßfelt in Erfahrung gebracht haben. FG.
alsbald etliche Fränckiſchevnd Nderländiſche Reutter hinabge
ſchicket/zuerkündigen, was es mit dem Türcken für eine Gelegen
heit habe. Als ſie nun hinabkommen fiesbadan ein Scharmü
zelngangen/vnd ſiebeyder Scyts alſo zuſammengeſetzet, daß ſo
wo von einem Theil als von dem andern eine zimliche Anzahl
geblieben/wie dann der Chriſtenzwey Fahnenvndohngeſchrby
Ioo. Perſonen/auch einem Fränckiſchen Rittmeiſter/mit noch
7. oder 8.fürnemen vom Adelauff dem Platz vmbkommen.
Den folgenden Tag/nemblich den 3. Auguſt als Ihr FG.
deß Mittagsvber der Taffeigeſeſſen/kompt die Poſt, daß ſich die
Türcken von weitem ſehen laſſen darauffgemeldter von Manß
felt mit etlichen vom Adel ſich aufgemacht/vnndſeber alle Sa
chen erkundigt/wie es damit beſchaffen. Vnndnachdem er alſo
befunden/hatgemeldter von Manſfeldt vonſiundtan durch ſein
ganzes Läger Lärmen ſchlagen laſſen/wie ſich dann das Kriegſ
volckſchon das erſtemal/als die Zeitung von den Türcken ankom
men/verfertiget/vnden jeder ſich an ſeine Stellwolbeherzt/vnd
in guter Ordnung finden laſſen./damit der Türck ins Läger kei
nen Einfallthunkondte. -

In Mittels ließ ſich der Feindbey S. Jörgen Feldt/zwi


ſchenden Graniſchen Gebürgvon Ofen herauſfallgemach mit
groſſer Gewaltſchen/in Willens/die von Granzucntſetzen dann
den von Ofenauß Grangeſchrieben worden/damanjhnen ÄglD
deſ Lands Vngern. 63
bald zu Hälff kommen würde / getrawen ſie ihnen die Veſung
Graan nicht 10. oder 12. Tag mehrzubehalten./wie ſie dann an
Kugeln dermaſſen entblöſſetdaß ſie nur mit ſtücken Eyſen auß
der Veſtung herauſgeſchoſſen/Vndobwolaußdem Lägerdem
Türcken in ihren Vortrabhefftig mit groſſen Stücken iſt zuge
ſchon worden/haben ſich doch die Türcken daſſelbigenichtjrren
laſſen, ſondern haben ſich dermaſſenjztgegenden Berghienauff/
dann gegen dem Waſſerſtättleinhienabgewendet/alſo daß man
nichtwiſſenkondte/wohin eigentlich deſ Feinds Intentgemeinet
war/biß daß man geſehen./daß ſieentlich nachdem Ratzenſtätt
eingewöllet/Iſt deſ Herrn Palf Volckvnd die Vngern/ſodar
innen gehalten / jhnen entgegengezogen/vnnd dermaſſen zu
geſezet/daß die Türcken ſich haben müſſen mit groſſem Verluſt
in die Flucht geben. Darnach ſind ſie weiter auff der Walonen
Reuter Schanz fortgezogen/der andern zuwarten. Wienun
der von Schwarzenburg deſ Feindes heimliche Schlichlöcher
vermercket/hater ſich mit 6. Companien ſeiner Kurſer/vndetli
che Feldtſtück ineinandere tieffevndgarenge Straſſe/zwiſchen
S. Thomas vnd Pindenburg gelegt/alldaerwolgewuſt/daß
der Feind nicht leichtlich einen andern weg an dieſer Seiten tref
ſenkontevnd hat alſo in der Schlachtordnung zwiſchendiegemel
te zween Berge gehalten. Bald hernach hat der Feind auch mit
ganzer Gewalt durch dieſe Straſſen nach der Tonawvermeint/
vndaſo in einer furiadahergezogen/daß ſie auffden Chriſten ſind
geweſenehe ſie ihrer recht gewarworden. Darnach haben ſich die
Chriſten auf beyde Seitenverthelet, das Geſchütz vnter ſie ab
gehen laſſenondaſegeherztvndvnerſchrockeninſegeſetzet/daß
alsbald groſſer Schadenvnter den Türckengeſchehen/wiewoldie
Tücken mit ihren Copyenſtarckauff vns zugerennet/haben ſie
doch der Chriſten Volckndennſtarcken Kürſſern wenig Scha“
den tun können, ſondern die Copyen alle geſprenget/vnnd Ä
64 Kurtze Chronica
dem Treffen ſind wir ſo nahevntereinandergedrungen/daßvn
ſere Reuttermitjhren Rohrenden Feind nur auffdie Bruſtabge
druckt vndloßgebrennet/alſodaßgar wenig Fehlſchcßgeſchehen/
vndwann eine Parteyloßgeſchoſſen hat alsbald die anderwider
geladengehabt/damit ſie ſich dreymalalſofreudig hinvndwider
durch die Türckengeſchlagen.
Auch hat Don Johan de Medice, welcher nicht weit von dan
nen auf einen mit fleißdarzu auffgeworffen Berglen/mitſi
nem Volckvñetlichenſtücken groſſes Geſchütz gehaltenend mit
einernewen Invention von Näge/Schroden/ſtücke voneyſern
Kettenauß den gemeldtengroſſen Stückenvnter die Türcking
ſchoſſen/daßmanofftermahl 10.12.2o. oder darüber zumalinder
Lufftauffahen/vnd vielen die Nägeldurch den Leibgeflogen/daß
ſiehaufenweiß ſind vmbgefallen iſt alſo an dieſem Ort der Feind
dermaſſengeſchlagenvnndzertrennet worden, daßohngefehrlich
4ooo.auff der Wallſtatttodtgeblicben/vnndgar wenig darvon
kommen/wiedann auch vnter denn Türckentodt gefunden wor
den zween Baſſa/ſamptandernvnbekantenfürnehmèTürckiſche
Oberſten vnnd.Herrn/auch ſind auf dem Platz gefunden vber
zween tauſendt ſowol beſchädiget als vnbeſchädigte Cammeln
vnd Mauleſel beladen mit allerley Proviant/Geltvnd Muniti
on/damit Granzuentſetzen/welches eines groſſen Schatzeswert
geweſenſamptnoch36.ſtücken Geſchütz auffRädern mit 27für
nehmen Türckiſche Fahnen/Jn Summa/das Plündern kondte
kein Endgewinnen.
Vnterdeſſen ſindkein Anzahl Türckeninvnſere Waſſer
ſchanzengefallen/aber alsbaldvmbrennt vndnidergchawenwor
den. In Mittels aber dieſer wehrender Schlachthat Ihr F.G.
von Manßfelt zu Verſicherung ihres Cägers 2. Regiment Reu
teraußgetheilet/vndaußwendig anfallen Enden deſ Lägers zu
halten verordnet. Sonſt war ein ſolches Schrecken " die
ür
deß Lands Vngern. 65
Türcken kommen/daß auch vnſere TroßJungen viel Türcken
erſtochen/vndgebunden mit ſich ins Läger gebracht/daß alſo dieſe
Victorieinaugenſcheinliche Schickung Gottes geweſen iſt.
Bey dieſer gewaltigen Schlacht hat ſich Ihr Fürſtl. Gnaden
von Manßfeltalſo Ritterlicherzeiget/mithinvndwider Reitten
von einem Orth zum andern/vnnd dermaſſen ſolche Fürſchung
vnd Anordnung gethan/daß erdarvberdrey Roßallerdingsmü
degeritten/vnd mit Ruffenvnd Anführen ſich alſo bemühet/daß
ernach dieſer Schlachtgarheiſeriggered/vnd Blutgeſpchethat/
iſt auch alsbald darauff Kranckworden.
Den andern Tag nachgehaltener Schlachthat Ihr Fürſtl.
Gnaden deß Feldt Marſchalcks Oberſten Leutenant mit einer
ſtarcken Reuterey von Teutſchenvnnd Vngernindeß Türcken
Lägergeſchicket/vnd weil die Türckendergewarworden/haben
ſie nicht trawen wöllen/vndalles was noch vberig geweſen/davon
gezogen/vndvber das Gebirggeflohen/Aberdeß Begler Begen
Stalmeiſtermit noch einem alten Türcken in einem grünen At
laſſenRockgefangen gebracht/Darauffmanhieneyngerucket/
aber alles von Volck leer vndbloßfunden/außgenommen etliche
wenig verwundte Türckenſampt viel Todten/ſodeß Nachtset
wan geſtorben. Ferrners hat man indiefunffzehen hundert Ge
zehlten vnd viel andere Sachen gefunden/ daß man darnach mit
fünffhundert Wägenauß der Chriſten Läger iſt dahingezogen/
vndalles was nützlich darauffgeladen/vndin das Lägergeführet.
Deß Begler Begen Gezehlthat Kanißke Rittmeiſter bekommen/
vnd wird auffviertauſent Thalergeſchäzet/vndiſt von Türcki
ſcher Arbeit gar herrlich gemacht. Die Manßfeldiſche zweytau
ſendt Pferde haben ſich alſo dapffervnndritterlich gehalten/daß
mann mueinct / ſie haben wolden meiſten Schaden vnter den
Türckengethan/vndauffdie vierhundert Roßauchvbertauſent
Türckiſche Säblen bekommen./ſamptanderſehr viel Ä
eBeu
66 Kurze Ehrenica
che Beutenvnnd Gefangenen. Dieſer groſſenvnndglückſeligen
Victorien haben hat Ihr Fürſtliche Gnaden alsbald einen Eu
rirer an Ihr Fürſt. Durch Erzherzog Matthias abgefertigt
ſo anfangsdſefroichevſ Gott Lob erhaltene Victorigebracht
hat Ihr Fürſtl. Durcht dem Currer der fröliche Zeitung haben
einaüden Ketten von dreyhundert Kronen verehren laſſen/vnnd
auffolgenden Sontag denſerten Auguſt deſ Morgens in der
Guiſiner Kirchen das Te Deum laudamus mit herrlichen Ce
remonien celebriren befohlen/ vnndſelber demſelben Amptbcy
gewohnct.
Den 7. Auguſt hat J.F.G. Granvnd das Waſſerſättlein
wider aufffördern laſſen/darauff die Türcken erſtlich fälſchlich
geantwortet/ſiewolten ſichergeben/wann man ihnen mit allem/
was ſie mitbringen kondten/vnverhindertwolteabziehen laſſen.
DarauffJ F. G. geantwortet/er habe mehr als dreyerley Mut
ter Kinderbeyſich./daeresihnen ſchon zuſagte/möchte es ihnen
nicht gehalten werden. Hierauffſiedrey Tag Stillſtandtvnnd
Bedenckenbegehret/Eraber ihnen ſich in vier vndzwanzigſtun
den (Kriegſgebrauch nach) zu reſolvieren zuentbotten/weche
alsbaldwidervmbgeantwortet/daß ſie es woltenbißauffden letz
ten Mann halten/vndaußharren. Auffdieſeder Türcken Reſo
lution vnd Antwort lieſſe Ihr Fürſtliche Gnadennoch ſechsgroſ
ſeCartaunen hinzuführen/vnnd daſtenodachrfviürel heftiger als vor
beſchieſſen/vndnocheineneweSchan machen auch mit
etlichen Lauffgrabenan die Schloßmawrenkommen da Mann
die Veſtung Graandamahlsvntergräber/in Wens dadurch
dieſelbe/wo ſie ſich nicht in kurzen ergebenhette mit etlic, Ton
nen Pulver zu zerſprengen.
Den 9. Auguſtibegab ſich Fürſt Carl von Manßfeldt ſeiner
Schwach
DeßLands Vngern. 67
Schwachheit halbennach Gomorren/ſchallda ein wenig
uſieren aber erwardelengerjeſchwecher/vndbekam endlich?
rohen Durchlauffſohefftig/daß kein Doctor dafür mehr Raht
findenfondte Wienungemedter Fürſ von Mansfeldtanſ
den Todtempfindetiefereichefärnehme Oberſtenzuſchfor
dernthethnen Granſamptallen andern Krigßſachen zumho
ſenbeſehen auch von drey Oberſten Ihr Kayſ May zum O
berſten Leutenant fürgeſchlagen Vnndnachallergethaner An
ordnung den 13. Auguſt nach Mittag vmb3. Vhr mit guten
Verſtandtvnd Göttlicher Andacht zu Gomarra geſtorben/ala
dasEyngeweydherrlich begraben/der Corperaber iſt nach Ni
derlandt verſchickt worden.
Den 9.2uguſtinſtins Läger zu Gran ein Türckiſcher Bote/
ſovon Ofen nach Solnock mit Türckiſchen Brieffengewolt/ge
fänglich gebracht worden/darinn man befindet/daß die von der
Schlacht vbrige vnnd entlauffene Türcken ſich widerumb ver
ſamlen zu Peſtbey Ofen/vnnddaß in dieſer Schlacht der Baſſa
von Rabſampt noch anderzweenfürneiſen Baſſenſindvmkom
men/vnnddeß Begler Beegendrey Junge Söhne dahindenge“
blieben. Derwegen an alle gehüldigte Bawrengeſchrieben/fleiſſig
nachzuforſchen/obſietodt blieben oder irgend gefangen ſein. Je
tem/daß auch der altegefangene Türck/ſo ſich für den Beegen
von Holopa auſgeben/ſolider Baſſa von Temeßwar ſein/daß
auch der Beeglerbegmitvelfürnemmen Türckenentwicchen/ſo
ſich wegen der groſſen Niderlage für dem Türckiſchen Keyſer
förchteten/vnddaß den Oberſten von Siegetvmbetliche erhebli
che Vrſachenden 1. Auguſt in Ofen der Kopffwerde abgehau
wenwerden. Jtemdaß die Gatwanner vnd Solnocker Türcken
nach Ofen vmbHälffgeſchrieben/vnd daß ſie ſich auch für einer
Belägerung beſorgten.
68 Kurtze Chronica deßLands Vngern.
Denzwölfften Auguſtiſindins Cägerankommen dieneu
we Mantuaniſche Pferde/vnndſechs Fahnen Marggräffiſche
Fußknecht / auchhabender Chriſten Freybeutter bißauff
vnter Ofengeſtrafft/vnd den Marckflecken E
rufumgeplündert/vnnd eine groſſe
Beufallda bekommen.
-oS3
D ON I O H A N DE
ME D I C E.

Ls nun der von SNanßfelt nicht mehr


vorhanden geweſen/haben ſich dieſe Obriſten/
alsnemblich der Oberſt Zeugmeiſter Donlo
han de Medice, vnnd der Herr Palfi einen
- Sturm auf das Waſſerſtättlein zu thunent
- ſchloſſen/Herr Patfaberiſt mit ſeinem Teut
ſchenvnd Vngeriſchen Volck/auffjener Seitenbeyeinem Ron
de/den 16. Auguſt Morgens in allerfrühe angelauffen/dem die
Türcken einen ſtarcken Widerſandtgethan/daß erwiderzurück
hat weichen müſſen/Darauffermelter lokann de Medice von
ſtund an mit ſeinem friſchen Volckauch angegriffen/ daß ſie ſich
endlich haben ergeben muſſen/ vnnd alſo das Waſſerſtättlein
erobert. Gemetten Tag vmb.7. Vhren/als nun die Türckenſol
ches wahrgenommen/ſind ſie hinauffindas Schloßgewichen/
vnd das Stättlein in Branntgeſteckt. Dieſer Sturm hat vhnge
fehrdrey Stundengewehetin ſolchem der Hauptmann Petzge
ſchoſſen worden, doch ihm am ſeinem Leben nicht ſchädtlich/vnnd
haben die Chriſtenaldabey 3oo. Türckenvndzoo. Roß/ſampt
viel andere Sachen auch darinngefunden/vndindie 40. Gefan
gene Chriſten erlediget/vnnd die Veſtung Graanrings vmbden
Berg alſo beſezet / daß ſie zu keinem Waſſer kommen köndten/
Alſo daß einem Türcken täglich mehrnitals in einem Schwan
Waſſergehen mag/vnden Handvoll Gerſten zu eſſen gegeben
prdt.
Bald hernacher hat der Herr Palfimitden Graniſchen Bee
gecin Geſpräch begerenzuhalten/vndderwegenjm vmb.frey
-
72 Kurze Chronica
leidanſprechen laſſen, welches der Oberſte oder Beegein Graan
gerngethan/vnnd dem Herren Paſſrey geledt zugeſendet dar
auff der Herr Palfiſelberauß dem Waſſerſtättlemhnauffnach
der Veſtunggangen/vndmitgemeltem Oberſten Bergevber die
Mauren hinüber Sprachgehalten/ vndfürneinlich geſagt war
vmber ſich doch nicht ergeben wolte/weildurch etliche von ſeinen
Gefangen/ihm doch wolbefandt/hres elenden Zuſtandts von
Hungervnnd Durſt/auchfeine Hoffnung einiger Enſätung/
wegenderjhrerfür wenig Tagen groſſen Niderlagzug rarten/
daß auch ihre andre Hoffnung von der Entſäung auf Sieben
bürgengeſchlagen/ſampt vieldergleichen Erempe/welche Ge
ſpräch woleine Stundgewehret/vnd weiter geſagt/roſeſchh
megütlichergeben./wöllerſievnbeſchädigt abziehen laſſen, woa
berſolches nicht geſchehe/wolten ſie es mit erſter Gelegenheit alles
mit Pulferin der Lufftfichnaſen/darauf der Graniſche Beeg
geantwortet/Eswere Provantgenug vorhanden, aberwegen der
harten Belägerung eine zeitlang keine Zeitung derEnſäingha
benbekommen können/dochwolte er ſich doch nicht ergeben, dann
erwerenunmehr ein alter Mannvber die 70. Jaren/muſicdoch
einmal ſterben/auchhette er ſeinem Käyſer ein Eydgethanden
wolterhalten/ſie möchten darauß machen was ſie kondten/vnnd
darauffalſo widerumb voneinander vnverhindertgangen/vnnd
die Vntergrabungjelengerjeticffer vnter die Veſtung gemacht.
Dinſtag den 15. Auguſtiiſt Ihr F. D. Erzherzog Mat
thias von Wien nach dem Läger zu Waſſer verreiſet.
Den 22. Auguſt hat JF. D. einen ernſtlichen Sturm auff
die ermeldte Veſtung nicht allein angeſtelltt/ſondern auch für
nehme Kriegſleute darzuaußgeleſen, aber außſonderlichem Be
denckenvndverhinderlichen Vrſachenwidrumbengeſ/vnd
dieweilaber damahlsdas Jtalieniſchevnd Welſch Kriegſvolck/
auch Rhäinländiſche Ritterſchafft Läger ankommen/vermeint
mit
deſ Lands Vngern. 73
mit dem erſten noch ein General Sturmzuthun/dann die Ve
ſtung dermaſſen alſo zerſchoſſen/daß die Hundallbereitkondten
jnndaußlauffen/Woaber das nicht woltehelffen/mitdem
Sprengenfortzufahren.
Dejzten Auguſtin der Machthabenindiesooo Teutſche
Jaaner Walonen/vnoVngern zu Roßauffder Tºre Lä
gervnd Schanz geſtreifft/vnd gegen der Morgenſtunde mitein
ändergeſcharmüelt/daß die Chriſtenden Türcken bey 6onder
gehawenvnndgefangen/darunter der Begvon Copanlebendig
egraben/vnndaſogemelten Tag gegen Abend damitins Läger
fommen.
Gemelten Tag lieſſe Ihr F. D. in der Schanz Göckern/ſo
gegen vber der Veſtung Graangelegen/eine Singerinne oder
groſſesſtück Geſchütz führen/auß welchem ma den Feindt im
Schloß Grandermaſſen von allen Orthen zu geſezet/daß ſie ſich
mSchoßnithabenverbergen können/end am Volck Jung ºn?
Ä Schadengethan/Darauf die Türckenden Septembº
Morgens frühe von der Veſtung vmb. Stillſtand deß groſſen
Schieſſens/vndzu Parlamentieren gebeten/Darauffſiegeſand
tenherauß/manjhnen auch Geiſeln dargegen hineingelaſſen/
vndobſienunwolbegert/ſie mit alledem ihrigen zu Waſſer nach
Ofen abziehen zu laſſen vnd zubeleyten ſo iſt doch ihnen ſo viel
bewilligeworden/daß ſie nur allein mit ihren Scyte Wehren/
vndwasein jederauffden Rücken tragen mögeſampt Weib vnd
Kindernauß der Weſtung gelaſſen/vnd zu Waſſerweg geführt
jrden ſollen alle andreSachen/Roßvndwasſehaben ſollin
der Weſtungbleiben/dargegenſollen ſie die darinnhabend Ge
fangeneChriſten/deren bereitbey zo herauß gebracht worden wie
auch die/ſovonvns zu ihnen gefallen ſein möchte heraußgeben/
Darbeyes alſo verbleibendeſſen ſie Ihr F. D. ſchriftlich verſ
erweitmannunmit Zurichtung der Schiff # vorigen Ä
nicht
74- Kurze Chronica deßLands Vngern.
nichtauffkoſten mögen/ſind ſiedienachtvber mit etlichen der vn
ſern hineyngeordnetinn bemelter Veſtung geblieben mit ihren
vnter Wehren/vnndalles was ſie mittragenkondten/durch das
Waſſerſtättleinabziehen laſſen/vndvber drei Hig Schiffvollhie
nuntergefaren/darinnbey17oo wehrhaffte Mann auſſer Weib
vnd Kindern/franck vndbeſchädigte/derenvber die 12oo.gewe
ſen.Von Munition vnd Proviant war noch ein zimlicher Vor
rhatdarinnen/von Geſchütgroßvndflein in die 3o. Stück
ſo aber ſehr zerſchollen von dem mañigfaltigen Schiſ
ſen/ſodaraußgeſchehen. Für dieſe Victori
ſey Gott dem ewigen Vatterewiges
Cobvnd Danckge
ſagt.
7

Ennemmung der Beſtung Blinden- .


burgin Vngern/Anno 1 5 95.
Achdem den 14. September/dasSMärcke
Maros oder Freyſtätte durchvnſer Kriegſvolck/
- ſowo auch den 15 hernach das Stätte Vizegrad/
N, ſo die Türcken in Brandtgeſtecket/erobert/haben
ſie hernach den 16. das veſe am Waſſer ligende Bergſchloß
Blindenburg oder Vizegradſtarck belägert/ iſt durch die vnſere/
nachgenugſamer Berahtſchlagung/die Sachen dahin angeſtellt
geweſen/daßmananzwo Schanz auff einem hohen Bergge
gen dem Schloß vber zwölf groſſeſtück Geſchützes/dic nicht
Äurch Roß/ſondern jedes Stück/inſonderheit durch eine groſſe
Ajah Perſonen das Schloßzubeſchieſſen hienaufgezogen
j/jndalsdieſelbeauffdiehöhedeß Bergsgebracht ſeind
j Türcken vmb. Auffgebung ermahnet worden daß ſie keines
wegs eingehen wollen daraufhabend vnſerenzween Tag nach
einÄnder dem Schloß dermaſſen zugeſchoſſen, daß ſich zuletzt kein
Äck mehr auff der Bruſtwehrhatſchen laſſen/vnndachſo
chemvnabläſſigen Schieſſen haben die Türcken als Geſternmit
ju Parlamentiren begehret hat der Herr Adºbrancºſo
die Belägerung geführt/weil die Türckende Veſtung auf das
zuvorbeſchehene Auffbottnitgutwillig Auffgeben/darein nicht
willigenwölen/bißletzlich, daß ſie den Abzug/inmaſſenden Tür
ckenjor Graan verwilligt worden/begert/aber nicht mehrerser
halten können/denn daßmann ſie ohne ihre Seytenwehr mit ſte
jnder Handheutnach Mittagabziehenlaſen/vndhaben ſich
m Abzug266 Perſonenvnder welchem der Janitſchar Aga/ſo
zu Granabgezogen/mit150 Türck darf ** worden/vndvil
2. alter
76 Kurze Chronica deſ Lands Vngern.
alter Leuthbefunden. Wie dann Ihre Fürſt. Durch frühzubc
ſichtigung der Türcken2bzug/am Waſſer herabgefahren, dann
mann nicht viel Ceremonien mit ihnengehalten./ſondern ſtracks
auffSchiffenäuff Ofenabgefahren/vndhabenjämerlich/weil
ſie bloß abziehen müſſen/außgeſehen/was ſie hinderjhnen ver
laſſen haben alles die Italiener zuſichgezogen/vnnd haben die
Türckenſhrergethaner Auſſagnachfür vnmüglich gehalten/daß
wir außenemſohohen Berg ſo viel Geſchütz bringen konten/
wie ihnen dann ſolches mit hoher Verwunderung fürkommen/
ſo ermetesſtück Geſchützes geſehen/Eshaben auch die Türcken
das Schloß derenthalben nicht gern aufgeben/weil ihr Groß
mächtigſter Keyſer/in eroberung deſſelben viel Volcks verloren/
zudem/daß vor dieſem die Vngeriſche Chron alldain verwah
rung geweſen. Als nun die von Wogengeſehen/daß die Tür
ken Blindenburg oder Vizegradauffgeben/ſeindſie
ſtracks davongezogen/welcheshernach die vn
ſern alsbald eingenommen vndbeſetzt/
Dem Allmechtigenſey Lob
vnd Preiß geſagt./
AMEN,
|
ſae
O

PATRIA
|
v_j
&
! !!
Herr Sigiſmund Fürſt in Sic
bürgen.
Jewein nun viel Nationen/ja SMännigli
chenvnverborgen/mit was Beſtändigkeiten/Ernſt/
guter Ordnung/vnd dapffern vnerſchrockenen Ge
müht/der Durchleuchtig Hochgeborn Fürſt vnnd
Herr/Herr Sigismundus/Fürſtin Sybenbürgen/Walachey
vnd Moldaw/dem Erbfeind der ganzen Chriſtenheitſobeherzten
widerſtand gethan/viettauſent Tartarnerlegt/vnnddem Tür
ckiſchen Mordobriſtendem SynamBaſſa/vnlangſtnahendbey
Zarfabes, ein herrliche victoriaaberhalten./wie dann in der zuvor
gedruckten Sybenbürgiſchen Hiſtoria beſchrieben. Alſo hat der
Allmechtige G Ott angedeutem Hochlöblichen Kriegſfürſten
vnd Heldeninn Sybenbürgen/inn newligkeit abermahls gegen
gemeltem Türckiſhen Oberſten / Synam Baſſa/ſtattliche
Victorien, derengleichen nicht bald ergangen/innjüngſten Mo
nat/wiehernachfolget/mehr dann an einem Orth/gnediglichen
verlichen Eheaber/wieſch dieſelbige verloffen angezeyget/ſeyn
etliche Sachengeſchehen/nothwendigzuwiſſen/ vnd zuvor nicht
gemeldet/hierinnaber ordentlich beſchrieben vndangezeiget
Nachdem nun SynamBaſſadengroſſenſchaden erlitten/
vieltauſent Türckenverlohren, darunter nicht geringe Perſonen
geweſt / wie dann Haider Baſſa nicht derweningſten einer auff
der Wahlſtatt blieben/vnnd der Fürſtin Sybenbürgen daſſelbig
mahlan Geſchütz/ Munition/Proviant vnndandern/vielen
herrlicher Beut/diewender Feind gentlich abgetrieben/bekom
men/wiedann der Rädleinführer allesvnglücks Symam Baſſa/
ſelbenmahls in der Fluchtvber die Brucken hinabgeſtürzt/aber
vondenſeinigen/vielen zuvnheilvnndſchaden/wider j
Aſh
Zo Kurze Chronica
bracht worden. Hernacher aber eine zeitlang ſchier niemandt wiſ
ſenkönnen/wo docher/SinamBaſſahinfoſſien/obergeſchoſſen/
verwund/Lebendig oder Todtſey/wie dann derwegen vielſchrei
ben/meynung vnndopiniones ergangen/iſt der alte liſtige abge
fürte Lügengeiſtvndvnglückſtiffter/nach der Portenauff Con
ſtantinopelin ſchnellereylkommen/alſo/daß auch wieder ſeinen
nicht gewuſt / wo er doch ſein möchte: Alsauß der gefangenen
Türckenaußſagen /welche vielerley widerwertige Meynungen/
SynamBaſſabetreffende/angezeigt/wozuſpüren geweſ. Sy?
nam aber hat hierinnnichtgefeyret/ Raht vnd Hülff zu ſuchen/
wie er ſich doch an der lieben Ä /ſonderlich an dieſem
Hochlöblichen Fürſten in Sybenbürgen/rechen möchte. Wie
dann eben ſelbenmahls die Tartariſche handlung fälſchlich wie
der die Moldawvnnd Walachey/gleichwomit Hüffetlicher
Chriſten/vnd SynamBaſſa traëtirt worden.
Damit aber SynamBaſſa zwiſchen deſſen ſein tückiſch/ncy
diſch/Tyranniſch Herzvnnd Gemüht/dannoch etwas wider die
Chriſtenheit/ehe er von der Porten widerabſchied/erzeygete/vnd
denen zu Conſtantinopel von dem groß Türcken wolgmeinten/
hohenvndjnnerſten Räthen ein Spiegelfechten machet/abºrwe
nigin bedenekengeführt./wiegnedig vndgütig Mann ſich gegen
den Türcken/ſeinen mit conſorten im Abzug Graanerzeyg/Hat
er die Armen Chriſten/ſozu Griegiſchen Weiſenburg in groſſem
jammervndeledgefangen gelegen/auff Conſtantinopelführen/
deren anderzahl einhundert vnd zwölff ohne Knaben/Webvnd
Kindgeweſ/welche nicht allein wie das vnvernünftige Vieh/v
bereinhundert Meilwegs/Tag vnd Nachtgetrieben ſonder mit
eingeſchloſſen Händen vnd Füſſen/Hunger vnd Durſt alſo abge
jagt/daß auch ihrer vielvorjammcrvndelend/ſo ſie an ihren Lei
benvnnd Kinden ſchenvnderfahren müſſen/anden Kettenvnnd
Stricken vorgroſſer Peinvnd Marter dahin gefallenvnndge
ſtorben/
deß Lands Vngern.
ſtorben / Wiedann Herr Ferdi: Samaria/der Herrvon Hoff
chen/vnndFa: Matthiasauchangeſchmidt/auſºa
Ä mitvndneben obgenannten gefangenen geführet wor
Ä alsſenunauffConſtantinopelkommen. Ä
Äſavodin Thor/daer dann ſein Lägergeha-Ä
der Stattdem Türckiſchen Kayſer zugeſchaſe ſchleppen/
vndinden Schwarzen Turnzudeß Herrn Orators D
Änd Matthias Zinn/welche lang auf der Gallen armſeligzics
benmäſtewerfen laſſen dergleichenjammer vndelend/nare
ºndpeyn/ich detag meines Lebensnicht gehört nochinºngº
Äuchgeleſen wieich mir dann/dericheyderdar geweſen/vnd
ndieſemjammereendondnohtgeſteckt/nichts beſſere/denn viel
hundertmahdentodtgewünſcht
B Djd gefangenenbeſichtigt worden./hatman the
k rybegen darunter gefunden/welche die Türcken als balden
ennt/ondjäizmerlich an die Hocken geworffen/dasdann einv
bertyranniſcher Todt alſoverablenvnd Sterben laſſen. So iſt
auch ein Weibsbildin Mannskleidern/vnter dieſengefangenen
(diejÄe Sachenfleiſſigdurchforſchen)erfunden
ºrden/ſolchehochvnnd ernſtlich befraget/eb ſie ſich nicht auch
ºter dieſenſchein eines Mansbilds der vºnzuchtergeben/gleichs
fals ſein auch jhre mitgefangene außgeforſcht/aber entlich ſo viel
befujewüſvndmºÄ
gejajdzuſengchaº
meintjejamfeitwillen für den grºſſ Ä
Soldan
gefährejdermahls ernſtlich verhör Ä
andernºbjolcher Mansgeſtaltniemahºº Tür
kenerſchlagen. Darauffſiegeantwort nicht ande vermeynet/
ſejderheiderhartenſchwereº
ſengnüßeneledge beger zu ſein / Siehettinn wº jhrem
Soldatendienſt niemals ſovieljr nur msº nicht an.
(ſ
F2 Kurze Chronica
alsei Matsbild verhalten in Scharmützeln vnnd Schlachten
nicht allein die Türckengeſchlagen ſonder der wolzehen gar vmb
brachtvndnidergehawen. Hierauſfder Türckiſch Keyſerſiezue
nem Wunderwerck in der Statthin vndwiderführen laſſen/dar
nach ſeiner Suldanin verehret/derwegen dann von dieſer Sol
datin die ganze Statt vollredensgeweſt/vndhat Männiglich be
gert ſie zu ſehen.
Hierauffhat offgemelter SynamBaſſa ſeine Sachende
romaſſenangeſtellet/daßerin kurzer zeitvndallenorthenbißinn
7oooo. vnd mehr Kriegſvolck/darunter auch etliche viel Janit
ſcharn zuſami gebracht./mit ſolchem Volckſich widergefunden/
an Tag koſſien/vndwider ein Brucken/wiehernachfolgen wird
welche vber die 6.oooo. Thaler gekoſtet./vber die Thonaw/der
Walachiſchen Grenzen / bey der Veſtung Georgio machen
laſſen. Wiehernacherfol. 88. mag geſehen werden.
Alsernun mit der Brucken gefertigt/vndſeinem Rahtſchlag
nach/Voleksengenügen/hat er daſſelbigehinvndherin die Ve
ſtungen/auch an den Moldawiſchen vnnd Walachiſchen Gren
zenaußgetheilt/vermeinent den Fürſten in Sybenbürgêzuvmb
ringen/vndallgemach fortgezogen/Zudeme dann Haſſan Baſ
ſa/vnd Michael geweßner abgefalner Weyda in der Walachey/
neben andern vielen für nehmen Türckenvnd Tartarngeſtoſſen/
vnd iſt mit ſeinem Volckauff die Statt Tergoviſt/darinnen daſ
einherrlichs Kloſter darauß Synan Baſſa ein Schloßvnd Ve
ſtung gebawet/mit Munition/Proviand/vndanderm wolver
ſehen geweſ/hat alſo endlich mit ſeinem ganzenhauffenſein Lä
gerdiß Orhs geſchlagen/inmeynung den Fürſten in Sybenbür
genzuvberfallen/von Cand/Leineuſſerſtesvnglückzubringen,
welchs doch dem alten Schalck zu ſeinem ſelbſteygenen verder
ben/alskürzlich folgen wird./gerahten.
Dem Hochlöblichen Fürſten in Sybenbürgenaber/iſt durch
gewiſ
deſ Lands Vngert. 83
gewſkundſchafft/darauffIhr F.D. viel Wagen von Eon
ſtantinopcaußbericht zukommen wie der Türckiſch Keyſerſo
gar auſhie ergrimmet/deweiner zuvor inn der Sybenbürgi
ſchen Schlacht ſoviel guter Kriegſleutverlohrn/vnd gefangen
worden auch vmb GraanvndandereFleckenkommen. Hierauff
der Türckiſche Kayſervnlangſt von Conſtantinopelauß etliche
Schiff laſſenablauffen vnd ihre Segelgewendet nach Alexans
dria/Caramania/vndandere örter/vmbGetraidzuhofn/bencben
außtrücklichem Befelch/daß ſie alle Mansperſonen ſo nur zum
Krieg zugebrauchen auch junge Weibsbilder/an allen Orthen
vnd Inſuln/auch zu WaſſerauffGallen/Schiffen vnd Naven/
deren ſie nurmechtigkünden werden/zunemmen/vndhierinnnies
mands / als der Signoria zu Venedig verſchonen/wie dann be
ſondere Schiffvnd Galleen zu der geraubten Manſchafft/alles
wider Sybenbürgen zuſchicken/mit den Getraid Schiffen abzu
fahrenverordnet. -

Hierauffſoviel nur müglich/andenMeerligenden orthen/


warnung geſchehen/ſich vor dem Türckiſchen Einfallgefaßt zu
machen/vnd Widerſtand zuthun. Derowegen dann die Spani
ſche Armada/bey Petraſſö vund andern Inſuln/hefftigauff die
Türckiſche Schiffgeſtrafft/inmeynungſie zu verhindern/Ge
tradvnd Manſchafft/daſiegeraubt/zu erledigen/vnd den Cyca
a aber ſelbertzufangen. Als nun die Türckenſolches in erfarung
bracht/ſeyen ſie vnverrichter Sachen/mit wenig geraubten Men
ſchen widerzuruck/vnd doch gar bald hernach abermahle mit etli
chen Galleen abgelauffen/jhr vorigesfürnehmen ins Werck zu
richten/vndwder Sybenbürgen zugebrauchen/doch widervon
wolgemeinter Spanniſchen Schiffartzurückgetrieben worden.
Hierauffder Türckiſch Kayſerviercytende Currr/vnnd
andere Befelchaber vmb Voickſchzubewerben/außgeſand/auch
gentlich entſchloſſen/ſengröße Machtauff Sybenbürgen zu
2. Wens
4 Kurze Chronica
wenden/vdſchzurechenden Cycalabeſchrieben/ſchmiteinem
ſtarcken Kriegſhauffengefaßtzumachen/zu Symam Baſſ z!
ſoſen/vndmitfürderlichſtemſommer möglich den Krºg
Sybenbürgen/Walacheyvnd Moldawzacontinuirn/erwj
den Tartariſchen Cham auch dahin verordnen/ Sollen ſich j
der/Wetter/Winter/Kält oder anders hieran hindernaſj
Derwegen auch dem Cycala/wanneranziehen werden j
groſſe Summa Goltszügeben/verordnet/därmit ſeine Soldj
ke ordentlich abzuzahlen/auch das Kriegſvolck beſſer/als zuvor
geſchehen/anzuführen/Seine Stätt/Veſtungen vnd Schlöſſer
vmh keiner Vrſachwillenaufgeben/ſondern ſich wehren biſ auff
den letzten Mann/Gutvnnd Blutbcyſammenbleiben. Zudj
auchengroſſe Summa KriegsvolckäußAſia/auffSybenj
genvnd Vngern/imfalldern oht anzuziehen/verordnen wölle.
Alºnunhochermelter Fürſtin Sybenbürgen/ mehr dann an
einem Orth Feindlich angefochten/hevnddört ſich zu wehren/
Die Wonder Moldawauchenträghun hat er ſch/ſoj
Äſeinem vorigen Vocknoch mehrgefäßzümaj
beflieſſen/Zudemeauch die zugeſagten SchleſiſchenReutter/vn
erfinfjahnenaußgethelet/wogerüſankommen.Vj
der Fürſtin Sybenbürgen ſeinen Feinden deſto ſtärken Wj
ſtandthun köndte/haben Ihr F.D. den Dockeyern/dieweil ſie
beyhme halten/vnnddem Türcken Widerſtand wollen helfen
ehun/Ihrealte Freyheit/Gerechtigkeit je Gütereinge
geraumbt: Jedoch mit folgende ºßtruckenlicher gelegenheit
daßgemeleDockeyer ſchuldig ſein ſoej ang der Krieg wider
Ärcenwerte/49890 Mann/aujj eignenkoſten im
Feldtzuerhalten/vnd Järlichen von jedem Haußen Thaler/ein
Waizeneinſtrich Habern/einhaj ſrichMazzugeben
Vndwannauß Gottes Gnaden Ihr F.D einen jungen E
ben zum Land bekommen ſolten/von jm Hauß ein gemeßen
Ochſen/
DeßLandsVngern. 85
Ochſen einzuantworten. Deßen alles die Dockeyerwozufriden/
vndvber das ſich nochfreywilligerbotten/da Ihr F. D.einſtatt
iche ſumma Geits zum jungen Erben vnderthenigſt verehren/
welches allesden Dockeyern in ihrem Lägeroffentlich publicirt/
vnd verruffen worden/vnd das Juramenthierauffgern gethan.
Zu welchem allen angemelte Dockeyer ganz begyrig/vnnd
dieweil ſie ſich injhrem Lägervber 25ooo. ſtarck nicht befunden/
haben ſie alsbaldauß den ſhrigen etlichefürnemme Perſonenab
gefertiget/die vberigen 15ooo, Mann auch fürderlich ins Cäger
zuführenbegehrenvnd der Dockeyerzuſag mitgnügengeſchehe.
Wie dann ſolches in Ä hernach/vndwenigentagen/
vielgemelte Dockeyer ins Werckgerichtet.
Als nun ſolches vndandersmehringuter Ordnung ange
richtet vnndvollzogen/der Fürſt ſich vber soooo. Mann zu Roß
vnd Fußwolgerüſtet ſtarckzuſeyn befunden/hat ſich auch/alsei
nem Kriegsfürſtengebüret/eigener Perſon in das Feldbegeben/
vndjhme dieſe Kriegſſachendermaſſenangelegen ſein laſſen/alſo
daß ſich woldarvberzuverwundern/vnd manchesmahlnichtzeit
geben/die Speißzunemmen/oder die einige Tafelzuhalten/wie
ſichs wolFürſtlich Perſonengebüren wolte/ſich nichts von an
dernſachen wie hoch vnndviel auch ihrer F. D. daran gelegen/
hindern/Sondern mit allem fleißnur dahingetrachtet/damit er
dem Feind mögAbbruchthun/vnddielieben Chriſtenheit helfen
ſchützen. Derwegen Männiglichen dem liebentrewen Gott für
Ihr F. D. Geſundheit vnd Wolfartzubitten vndbethengnug
ſame Vrſachhat. -

Auffſolches alles/hat vielhochermelter Furſin Sybenbür


gen/an mehrerorthengnugſame Kundſchafft/daß Synanvnnd
Haſan Baſſa/benebendem Abtrünnigen geweſenen Waida in
der Walacheyſampt andern vielen Beegen/vnndvornemmen
Türcken/auch ſeinem ganzen ºfº. beyder Veſtung
3
Ä
gov
Z6 Kurze Chronica deſ Lands Vngern.
gaviſindergelaſſen/vnndadanºſby dieſer Stadtvid Ves
ſtungſein Läger geſchlagen gänzlich vorhabene den Fürſten inn
Sybenbürgenzuvberfallen/der Moldawrnd Wallacey alles
zufügen:
Derowegen dann der Fürſtin auf eingenommene Kundt
ſchafft bey hme beſchloſſen dem Feind vnder Augen zuzchen/
äſtälſon ſeinem ganzen Lägerauffblaſen/vnnd vmbſchlagen/
ſichfertigzumachen und fortzurücken. Alſo in Gottes Namen/
juterbereitſchaft vndordnungdenwegauf Tergovſimº
ganzem hellen Hauffen angefangenfürzuneminen.
Als aber beydem erſten Dorff an der Walachey/dºß Für
ſteninvnnd andere Gezelt auffgeſchlagen/iſt von einem groſſen
Felſen/indernchegelegender Küngſtengenannten ſtar
ckengroß Adſervberdehöggeflogen/vndſchbeydeß
Färſten Gezeltſoſehr herabvndnidergelaſſen/
alſo/daß er gefangen/vndbiß dahers
geſpeiſtvnnd erhalten
w0rd.
-
88 Kurtze Chronica
Dieſe Figur helt inn ſich die zwey groſſe
Wunderzeichen/Himliſchvnd Irrdiſch/als den hellen
Cometen am Himmel/vmnd fliehenden groſſen Adler v
ber dem Läger/Fürſtl. Durchfeuchtigkeit in Syben
bürgen.bey Tergoviſt/wie dann
hernachfolget.
deſ Lands Vngern.
. derbeleComet am klaren Himmel.
2. Der Felß Königſtein Ä davon der Adlergeflogen,
3. Der groſſeſtarcke Adler
4. Das erſte Dorffinder Walacher
- SD.tn Sybenbürgen Läger.
s. S.D. in Srbenbürgen Gezelt.
7. Das Sybenbürgſch Kreßvolck.
3. Die Stätt vnd Veſung Tergoviſt.
s. SD. Briegſknecht ſtürmenvnd gewinnen Tergoviſt.
o. Syman Baſa Gezelt vnd 2äger.
. Synan Baſſa feuchraußſeinem Lagerauff Buccareff.
z. De4sooo. Türcken/ſomit dem groſſen hanffen Hauptvehes/ſoſes
der Walacher gerauber wider bekofen/verneinend den Synanbaſſanoch
zu finden aber von dem Fürſten un Sybenbürgen allerſchlagen worden.

Dieweilnaber der Fürſtin Sybenbürgen/mit ſeiner Reiß


entlich gegen dem Synam Baſſafortzufahren nicht abläſtvnnd
nurbeyvngefehrlich ein halbe Tagreß von Tergoviſta, iſt den
15. Octobzuauffgang der Sonnen/ein Cometvber dem Syben
bürgiſchen Läger erſchienen/vndlenger dann einganze ſtundam
hellen Hummelſch ſehen laſſen.
Den 16. Octobris/iſt der Durchleuchtige Hochgeborne
Fürſtvnnd Herr/Herr Sigismundus Fürſtin Sybenbürgen/
Wallacheyvnd Moldaw/bey Tergoviſtankommen/vndentlich
beyſhmebeſchloſſen/innerhalbzweyen Tagen/entweder beySy
namBaſſazuſchlagen/oderjhne im Läger/welches nur ein vier
tel Meilwegs/zuvberfallen/vndhierauffmit etlichenderfeinigen
fürnembſten vertrauten Rähten zur Beicht vnd Cummunion
bereittet/vnndſolcheshöchſter Andacht vollzogen. Dieſen nach
Mittag ſein zween Chriſten/ſobey dem Türckengefangenge
weſt/vnderledigt/ins Lägergebracht/vndfür den Fürſtengefürt
worden/welche Ihr F. D. angezeigt./daß innerhalb zweyen Ta
gen/ein ſolcher Schreckenvnd Zagheit in die Türcken/ſowoldie
Oberſten alßgemeine Soldatenkommen./daſie doch vor wenig
""
tage dem Fürſten einfallen wollen/daß ſich zuverwun
dr/
OO Kurze Chronica
dern/ſonderlich aber in anſehung/dasjnender Fürſtvnverſehene
weiß ſo nahentauffdem hals/onddaß die Janitſcharnnoch dieſe
be Nacht/wo ſie SynamBaſſanicht mitgewaltgehalten/fſhe
wolten. Dieſe beyde Chriſten zeigten auch ferneran/vnangeſehe
Synam Baſſa ernſtlichen verbotten/ ſowern doch vielhunde
Ä" .
heimlich vnndohne wiſſen SynamBaſa:/außg
Dieweiln nun dem Synan Baſſa gewißlich ſowoſit den a
dern/die Zagheit vnd Schrecken von oben herabins Herz gefa
len/wurderfurtRächig/vndmitforchtgeſchlagen/iſt mit ſeine
ganzen Heervnerwartentbißin4ooo oder darüber der ſeinige
ſo er nach Proviant auf dem Sträiffvnnd Raub außgeſch
att/geflohen/hat auch noch viel auffgeſchlagene Gezelt/G
chütz/Munition/Proviant vndanders verlaſſen/nur das be
mit ſich genommen/in die Stadt/ſonderlich inndie Veſtun
Tergoviſtaber ſo außdem Kloſter erbauwet/proviantirton
munirt worden./hat Synam den Haſſan Baſſa/ Michaelg
weßnen Weyda in der Wallachey/vnnd etliche Beegenſam
4ooo. Türcken zu Roßvnd Fuß/bencbenaller gnugſamer zug
hör/zu dieſer Veſtung Tergoviſt, in der Beſatzung gelaſſen/mit
verſprechen/er wolle ihnen folgends Tags noch etlich tauſe
Mannzuhülffſchicken
Hat alſo vielgemelter SynamBaſſa/alsein Zaghaffte
ſeine eylende Fluchtauff Buccareſt, ein groſſe Tagreß von Te
goviſt, alldazuerwarten/wie dieſe Kriegſſachen einend mit Tcr
goviſtmöchtenemmen/genommen.
Vnderwegen aber kompthneSynamdieforchtvndſchr
kennoch weitteran/vndleſ weder Mann noch Roßmit allenden
ſeinigen/einige Fütterungthun/bußeran ſein vermeint orthals
Buccareſt, iſt kommen.
SynamBaſſahatalldacineignen Eurrir auffTergoviſt;
Haſſa
DeßLandsVngern. 91
Haſſan Baſſa abgefertigt/darinnerwiderſeinvoriggethanes zu
gen/die ſonder Beſatzungſchrifflichvermahnet/daßob ſiekön
n/das Schloßbeſetzen/wo nicht ſollen ſie fürderlich fihen/vnd
Bruckenvber die Thonawzu als ſie müſteneylen/damit ſie
rüber möchten kommen. Dieſen Türckenhabendevnſernauff
efangen/vnd die warnungzuſpat geweſen.
Zwiſchendeſſenſein nur soo. Sybenbürgiſche Fußknecht/
die der Fürſtabgefertigt/vndjhnen mehr Soldaten wollen zuge
en/damit Ihr F.D. in guter Kundſchafft, daß etliche Türcken
bey4ooo. Seelen an Mann/Weibsbildern vnnd Kindern/ge
fenckich auß der Wallachey/vber die Bruckenvnnd Thonaw
bringen wolten/vmnd jetzt darmit im Anzugwehrn/denen ange
elte 5oo Soldatendurchſondere abweg vorkommen/die Tür
cken allenidergehawenvnnderſchoſſen/vnd die armengefangene
Seelen erledigt.
Ferrner hat den 17. Octob: der Fürſtin Sybenbürgen mit
denſeinigendeßflüchtigenvnnd zaghaften Synan Baſſa Lä
ger/beyder Start Tergoviſtvnverhindertengenoſſien/vtlicher
aber den Synam angetroffen/darinnen doch vielvnd mancherley
von Gezelt/Geſchütz Munition/Proviant/Vich/Cameln/
Kriegstroſſenvndandern bekommen/vnd dieſen Tag noch Ter
goviſtaufgefordert.
Denis. October gar früer Tagzeit/da Haſſan Baſſa/als
Kriegſoberſter dieſer Veſtung Tergoviſt, welches dann einfür
nemer vnd Fürſtlicher Weydawiſcher Si/inder Wallachy/die
Flucht deſ SynamBaſſa, der Chriſten groſſen Kriegſgewalt vſ
Stärckerſehen vndbetracht/atchdaß die vnſerigen alsbald das
Türckiſch Lägereingenofen geplündert/vnd ſich darinnloſirt/
hat er die Veſtungvbergeben/ſich vñſein vnderthabendes Kriegs
olckzuſavirn/Aber die Janitſcharn/welcher bey2ooo. in dieſer
Beſatzung geweſ/daren nicht willigen wºllen, B ſondern ſich
zu
92 Kurze Chronica
zuwehrenvnderfangen. Hierauff diſen Tag noch der Fürſtmehr
gemelte Tergoviſtamingroſſem Ernſt angriffen/mitgeſtürmb
ter Hand erobert/vndeinbekommen/alles was darinnen geweſ/
nidergehawen/AuſſerhalbHaſſan Baſſaden Ihr F.D. ſebſtge
fangklich angenommen.
Darzuauch noch zween Beegen/Memblich SuſymBee
genzu Tergoviſt/vnd Turam Beeg zu Buccarcſt, vnd etlichwe
nig fürneme Türcken/auß gnadengefangen worden. Aber der
Abtrüſtigeverlaugnet Michael/geweßner Waydain Walachey/
von dem zuvor mehrmahlsmeldung beſchehen/ſivnter den an
dern todtgefunden worden.
In dieſem Schloß oder Veſtung Tergoviſt/hat der Fürſt
eintreffenlichen vorraht an Proviant/ ſonderlich aber an Gc
traid/Dann SynamBaſſaalles Getraid in dieſem ganzen Cir
cuit zu Tergoviſt/als einen Schatz ſammeln laſſen/gefunden/
Munition/Parſchafft/Goldvnd Silbergeſchmeid/ſonderlicha
ber42. StückauſfRähdern bekommen/Vnnd dieweiln Mann
nun dieſen ganzen Tag/wie verſendig abzunemen/mit dieſem
Tergoviſibißin die geſchlagene Nachtzuthun/vnnd Ihr F. D.
ſchieranallenorthendarbeygeweſt/vnd ſich als ein Fürſichtiger/
getrewer Kriegſfürſt ſehr vermühtet/iſt nach wolbeſtelter Wacht
vnd Beſatzung/ſowolim Cäger/als in der Stadtvnd Veſtung/
ſolches Kriegſweſen dieſe Nachtinruhe eingeſtellt/auch iſt dieſes
Schloßohnſonder Blutvergieſſen der vnſerigen erhalten/vnnd
gewonnen worden.
Den19. Dito/hat F.D.dengefangenen Haſſan Baſſafür
ſich erforden laſſen/vndjhne ſelber ernſtlich vermahnet/er wolle
mit grund der Warheitanzeigen/wieſtarckSynamBaſſadiß
mahlsinaller ſeiner Machtſeywasnunmehrſeinfürhaben/vnd
wohin er ſich wenden werd/vndwarumber ſich mit ſo eimgerin
gem Volck widerjhne geſetzt. D
s
deß Lands Vngern. 93
Darauf gedachter gefangener Haſſan Baſſa/mitſtand
hafftigem Gemüht/vndgleich Heroiſchen geberden/in gebüh
render Reverenzgeantwortet/Daß dißmahls bey 2 so o o. o
der 3 c oo o. Mann zu Roßonnd Fuß7 beyhme Synam
nichtwercn/danner etlichtauſentMann in die Beſatzungen vnd
andere örtherhinvndwider verſteckt vnd in dieſereylzuhme nicht
ſtoſſen köndten/vndwoſhme der Tartariſche Cham nicht zu hülff
feme/deſſener gleichwomit etlich tauſende Starck ſtündlicher
wartende/würde Synambloßvnndvbelbeſchen/ErSynam
würd auch/ſovieljhmebewuſ/ſeinegweg aufBuccareſtnemen/
allda Kundſchafftzuerwarten/wie es einen Außgang mit ſeinem
hinderlaſſenen Läger/vñTergoviſtgenommen/befinde er nun die
Sachen gut/würder alldaverharren/wo aber nicht/ſich mit den
ſeinen auffdie Veſtung Georgioſo in die Thonawgebawet/vnd
daſelbſten vber die lange Prückenzubegeben. Daß er ſich aber an
dieſem orth mit ſo geringem Volckhabfinden laſſen/hab derSy
nan Baſſajhneberedt/daß er ſich nichts ſolllaſſenanfechten dann
der Neuwe/vom Pollniſchen Cantzler eingeſetzte Weyda in die
Wallachey/were allbereit mit 5ooo. Mann/jhme zum beſten im
Anzug/ſowolterſhmenoch 1oooo. Mann folgendentagzuhülff
ſchicken/entſetzen/vndhne keineswegs verlaſſen.
Zudeme/ſoſeyder Sybenbürgerſoſtarck nicht/als Mann
wofürgeb/vndvermeineesweren auch die Tockeyeroder Zäck
er/ſoer Sybenbürger auf ſeine Seitten gebracht (die er doch
verhofftjmebaldwiderzuentwenden)meiſestheils keine Kriegs
ſcuth/auſſer diſer vertröſtung vndzuſag/wolterſich mit ſo wenig
Volckan dieſem orth nicht haben finden laſſen/ Nunmehr aber/
ſeheer vndſpürte/daßhne Synam/bctricglich mit vnwahrheit
keredet: Er Haſſan hat auch ferrner vermeldet/ſomannſhme die
Prückenvber die Tonawnicht benemmen werd/erſichgewißdar
vber begeben/vnndſoleichtlich ſolcher geſtallt nicht widerindas
Garnkommen/Würd aber der Fürſtin Sybenbürgen gemelter
3 Prucken/
94 Kurze Chrorica -

Brucken/vor SynamBaſſazukunft Herr werden./ſoſey Sy


namgewiß in ſeinen Händen.
Fürſtlicher Durchleuchtigkeit hat auch dieſer gefangene
Haſſan Baſſa weiter ganz außführlicherzehlet/wie erhme nicht
anderſtköndt gedencken/dann SynamBaſahab ihneindrn
glück(welches doch diß Fürſtengroſſesglück)mitfeßgeſetzt/vnd
ſolches auſ dieſen Vrſachcn/dieweilnſen/Haſſan Herr Vatter/
Mehemet Baſſa/dem SynamBaſſaniemahlsgut, ſondern ih
me/wo es nur ſein können außerböblichen vrſachenveranderlich
geweſt. Hat er Synamſeinen Neydvnd Rachgieran Mehmet
Baſſa nicht wie erwogern gewolt/ins Werck richten/aber je
zundſolches anhme Haſſaneyder vollbracht were worden.
Vnder andern aber letztlich hat Ihr F. D. dieſer gefangene
Haſſan mit höchſter beſcheidenheit/ hunderttauſendt Ducaten
Rantion zugeben anerbotten/vmhgncdige Erledigung/vndley
denliche Gefencknuß ſtarrk angehalten. Aber Ihr Fürſtliche D.
abenſhmeauff dieſe Puncten wenig geantwortet/vndwideran
Ä deputirtorth/mitverordneten Quardiabegleiden laſſen.
Alsnuhn F. D. erzehlten Bericht von ſeinem gefangenen
Haſſanvernommen/hat er dieſes Schloß vnd Statt Tergoviſt
nachnotturfft beſetzt/vnnddem Synan Baſſa weiter nachzufol
genbeſchloſſen/ Diewein aber durcheylende Poſtdem Synam
Baſſaderverluſt der Veſtung Tergoviſt/vnndwasgeſtallt ſol
ches verloffen/zu Buccareſtangezeigt worden/Jſterdeſſen nicht
wenig erſchrocken/Sonder die Veſtung/welche mit aller not
turfft nurwolverſehen/auch zuverlaſſen ſeinen wegvnndflucht
auf das dritte Läger/alsnemblich zur Veſtung Georgio/vnnd
der Pruckendaſelbſtgentlich zuneſienfürhabens/daſſelbig auch
mit groſſereyl ins Werck gerichtet/alſo/daß er etliche Geſchütz/
Munition/Proviant/viclCameln/vndandershinderjhmever
laſſen.
Wie
deſ Lands Vngern. 95
Wie nun dieſes alles verloffen/ ſeyndie von Synam Baſ
ſaaußgeſchicktevben 4-ooo. Türckenwider vnbewuſgeſchehe
nerſachen kommen/deren Ankunft/wiedroben vermeldt/Sy
nam Baſſanicht erwartet/vndhaben ſich zu ihrem alten Lägerge
wendet/nicht anderſ vermeint/dann ihren Synamallda wider
zufinden. Aber von den vnſcrigen alle darnidergehawen/vnnd den
groſſen Raub/ſoſcaußder Moldawvnd Wallachey bekommen/
welches vber 6oooo.ſtück Hauptviches geweſt/mitgebracht/ſel
ches alles Synam Baſſa auff Conſtantinopel ſchicken wollen.
Dann die Moldawvnnd Wallacheyſo Viehreiche Länder ſein/
daß ſich auch ganz Conſtantinopelauß dieſen beyden Ländern mit
Fleiſch geſpeiſet/Vnnd noch darzu Järlich auffs wenigſt 15 o.
Schiff von allerley Victualien/alles Getrayd/Putter/Hönig
Reiß/vnndanders/auff dem ſchwarzen Meer außobgemelten
zweyen LandenzuConſtantinopelankommen/welches jetzunder
dem Feindauß Gottes Gnaden alles abgeſchnitten.
Den 2. Octob:gar früer Tagzeit/iſt der Fürſt von Syben
bürgen vor Tergoviſt widermitganzem ſeinen Cäger/ohne was
Ihr F. D. in der Beſatzung gelaſſen/aufgebrochen/vnndden
weg mit guterordnung auf Buccarcſtgenommen/inmeynung
den SynamBaſſanachfolgen wöllen/ſozu 3.4. 5. mehr vnnd
weniger hundertengeritten/theils zu Fuß geweſ/alldarniderge
Ä wie dann auch noch ferrncrsauff dieſer Straſſen
geſchehen.
Als aber Ihr F. D. mit ſeinem ganzenhellen Hauffenauff
Buccareſ gelangen/hat wenige zeit zuvor Synam die Flucht
mit denſeinigen / auffmehrermelte Veſtung Georgio/vndzu
der Brücken genommen/der Fürſtaber die j Buccareſt
welche mit Geſchütz/Munition/Proviant/vndallergelegenheit
wolverſchen/eingenofen/nachnotturfft beſetzt/vnndſtracksdem
flüchtigen Synammitaller macht nachgeeylet: Vnterwege aber
P
96 Kurtze Chronica
wie zuvor geſchehen/mehr dann eintauſent Türcken zu Roßvnd
Fuß/ſoſch in der Flucht verſaumbt/erlegt/alſo das etlich viel
Meilwegsfürvnndfür tode Cörper von Menſchen/Roſſen/E
ſel/Cameln/davnddort/hinvndhergelegen/vndeingroſſenge
ſtanckwie verſiendig abzunemmen gemacht.
Als nun F.D.auch zu dieſem orth Georgionähen/welches
der alte Synam bald gewahr ob er ſich wozuvor vmbdie Ve
ſtung herwarts der groſſen langen Brücken/zum thci gelegert/
Macht er ſich doch in groſſereykauff/ſo beſtergeföndt/vndvber
dielangen Brucken mit etlichender ſeinigen begeben/2uch dieſen
Liſtgebraucht/ſobaldener hinüberkommen/hat er nicht ferrners
gedrawet/Sondern die Brücken/welche vieltauſent Thalerge
koſtet/außforchthinderjhm laſſen abhauenvndverbrennen/alſo/
daß niemandt mehr hinüber hat kommen können/vnangeſehen/
daß ſeines Volcks noch etlichvieltauſentherwartsgeblieben. In
welchenundievnſern geſetztſtarckgeſcharmüzelt/dervnſern aber
jelenger je mehr/vndſtärckerworden/Dann Ihr F. D. dißmals
vor dieſer Veſtung Georgionoch bißin&oooo Mannbeyhme
gehabt/vnd dringenſoſehr vndhartauffdie Türcken/daßſchih
rervilauff die Bruckenbegeben müſſenvndmitgewaltins Waſ
ſergeſprengt/vnd dieſe Türcken/ſoſchſchonmitfernerer Flucht
Ä vber die Brucken/auff SynamBaſſa Seittenzubege
en/haben doch nicht hinübergeköndtDann wie gemelt/Synam
Baſſa einen groſſentheidarvon hawenvndbrennen laſſen/vnnd
alsbalden auch auf dieſer Seittender Chriſten/etliche Klaffter
hinweggehauwenworden/alſo daß ein groſſe Anzahl der Tür
ckenvnd Tartarn/ſoauff die Brucken kommen/verderben
müſſen/dann an dieſem orth die Tonaw/darein dann
noch "Ä Waſſerkommen/eingute
eutſcheviertel Meilwegs
breyt iſt.
DeßLands Vngern. 97
Dieweil in dieſer Sybenbürgiſchen Hiſtorien offtmals der
ſtattlichen Brücken/ſo Synan Baſſa vber die Thonaw in den
Walachiſchen Grenzenbeyder Veſtung S. Georgobawe laſ
ſen/meidung beſchehen/haben wir dem günſtigen Leſer ermelte
Brücken zugefallenvndbeſſerm Verſandabreiſſen laſſen/vnnd
hierbeyſetzen wollen.
Brückvber die Tonaw/ſo Ä Baſſa bey
QCOrgOZ HYP

& º - Ä
- Fans ist gerätgºººººns
j Snan Haſſvberdieſelbgeºr"
98 Kurze Chronica
Die andern ſonoch vberblieben ſeyn/vmbringt/vndalles/
nidergehawen worden/zwiſchen deßen vnter dieſem Scharm
zeln/Hawen/Schieſſen/vd Würgen/haben andere Jr F. D.
Soldaten/die Brucken zur Veſtung auch einbekommen/dann
einzimlicher Arm von der Thonawgar herumbfleuſt/Vnndob
wolinder Veſtung/deren nur 7oo.garvbermannct/daß ſie ihres
Lebensfein Hoffnung haben können, doch ſo ſtreng/ernſtlich/vnd
grauſam ſich gewehret/vnddenvnſerigen zimlich groſſen Scha
den mit Schieſſen zugefügt.
Vnd dieweilndievnſerigendißmahlsalſoindereylvadvnge
legenheit deſ wegs/nicht mehr als vier oder fünff groſſe Stück
noch bey ihnen gehabt, aber doch mehr hernach kommen/deren
man doch nicht bedörfft haben Ihr F. D. den Herrn Sil: Drico
omini, Oberſten Zeugmeiſter/erfordern laſſen /welcher die
Stück ſelbſtgerichtet/vudangefangen die Veſtung zum Sturm
zubeſchieſſen/ Dieweil es aber garſpatauffden Abend/hat dieſen
26. Octobris nichts ſondersferrners können verrichtet werden./
aber nach Mitternacht hat man mit dem Geſchütz garſtarck/die
weil ſie in der NachtgarÄ gezogen worden angehal
ten/bißaufffolgenden 27. Dito ohne vnterlaßſtarck geſchoſſen/
alſoentlich eingroſſes Loch in die Mawrgemacht/vndſolchege
legenheit am ſelben Orthvndander Schloßbruckengeſucht/daß
man vmb Mittag Sturm anlaufen können/aber die Türcken
ſich dermaſſen ſo ſtarck/mannlich/ſteyffvndgrauſam gewehrt/
mit Schieſſen/SteinvnndFewrwerffen/dievnſern aber beherzt
fortgefahrn/vndentlicheinen groſſentheil der Mawrneinbekom
men/einen Fahnenbald darauffgeſteckt/vnd die Türckenſon
der nechſten vnderſten defenſion, ſovollin Paſteyen geweſ/alle -
erſchlagen/die andern aber haben ſich gewehrt bißauf den letzten
Mann/vngefehrlich aberbeyhundert habenſchin Thonawhi
nabgeſtürzetvndgeſprungen/wieſe danngcköndt/vndſchal
1TIA
deſ Lands Vngern. s»
virnwöllen. Dieweil aber dieſe Veſtung von den Vnſern vmb
ringetgeweſt/ſein auch dieſelben Türcken von den Vnſerigener
ſchoſſen worden/ oder haben erſaufen müſſen.
Der Synam Baſſa aber hat ſich in der Inſulſozimblich
groß/vnd faſt mitten aufder Thonaw/gegen der Veſungvber
begeben/Vrind zuvor ehe die Chriſten ankommen/alle Schiff
vberführen laſſen, welcher etlich Stück Geſchützvnnd Duppe
Falckonen bey ſich gehabt/vnd den Vnſergen/die mit vndvmb
der Veſung herumbzuthun/vielſchaden zugefügt.
Als aber die Vnſerigen die Veſtung einbekommen/gan
vndgarvberwunden haben ſie das großGeſchütz auffangemelte
Inſulgewendet/vnnd den Synam Baſſaaſogcengſtet/daß er
auchauß der Inſul/auffden Vfferdeßandern La he
nd
n
es/nächtli
cherweilmitſ ch an dv nd ſp ot tw ei ch en vn de nt fl ie müſſen/dar
zuerdann mit Schiffen ſchon verſchen geweſt. Es iſt auch ein
Galleen/ſozwiſchender Bruckenvnd Inſulgeweſ/die durch das
ſtarckeſ ch ie ſſ en de r Vnſe ri ge n/ zu gr un dg an ge n/ Da ra uf fb iß in
2yoo. Türckenvnd Tartern ſich befunden haben/derſelben aber
wenig auf der Inſulalvirt, vnndhabendißmals die Vnſernet
lich Geſchütz auffener Galleenbekommen/welches die Türcken
vor einem Jahr in der Inſulbey Raabgenommen.
In dieſer Veſtung hat man gleicher geſtallt an Geſchütz 39.
Stück auf Rädern/vie Munition Proviant/vndanderngroſ
ſen Vorrahtbekofien/Sonderlich viel ſchöner außerleſener Wa
lachiſcher Roß/ſo Synan Baſſa auff Conſtantinopel ſchicken
wöllen/Aberkürze derzeit vndvberfall der Chriſten verhindert/
dergleichen ſein auch viel Eel/Camel/Gezellt/vndander köſtlich
Geräht alda erobert worden / vnnd biß in die 4ooo.gefangene
Chriſten/ohne Webvnd Kinder erlediget. nzo.geblieben/
Vor dieſer Veſtung ſein der Bnſeigenbißi
vndzimlich vielſchadhafft werden, der Türcken aber von dem 1s.
N 2 Octebris
I90 Kurze Chronica
Octobrisbiß auf den letzten Dito/an dieſem vnd andernorthen/
als Tergoviſt, Buccarcſt, vnd demnachjagen in der Fluchtbißin
26ooo. Türckenvnd Tarterngeblieben/dem Allmechtigen Gott
ſey Lob vnd Ehr.
Dieweifnun SynamBaſſamit denſeinigen garauß dem
Landgejagt/vnberzeltermaſſenhme viel Volckerſchlagen/auch
die Vormawrderdreyer-Länder als Sybenbürgen/Moldaw/
vnd Walachey/gentlich verloren/Habendevnſerigendieoffter
melte Brückendenzo. Octob.gar verbrendt/zuverhütungweit
terseinfals/alſovieleinbekommen./daß der Türcknunmehr vor
vielenvnverdencklichen Jareninnen gehabtFD.in Sybenbür
genaber/ſich dermaſſen ſo beherzt/Embſg/Keckvnd Ritterlich
verhalten/daßſchwoldarüberzuverwundern/V
ndGottesgna
denreichen Hand Augenſcheinlich zu ſpüren/Dann wievns der
liebe Gotteinen herrlichen Kriesgfürſten/andem von Mansfeldt
ſeeligen/invnter Vngern genommen. Alſo hat dergnedgeGott/
einen andern Kriegſ Fürſten vnd Helden/an F.D.in Sybenbür
genwidcrumbgeben/welcher ordentliche Kriegſgerechtigkeitrnd
Regimenterhelt/ſchützt vndfürdert/vnd den Türcken dieſer löb
lich NamSibenbürger/cbnermaſſen ſoforchtſam/vnderſchröck
ich/alsin Vngernder Nam Manßfeld geweſen iſt/wie dann
außetlichen außſagen der gefangnenfürnemen Türckenbekannt
worden / daß ſie von dem SynamBaſſa/ſelbert nicht nur ein
mahlgehört/daß dieſer junge Fürſtin Sybenbürgenjne Synam
Baſſa/vmballe ſeine ehre/ruhmvndwolfahrt gebracht, die er mit
ſogroſſermühevndgefahr/inſovielangen Jarenbekoſien/vnd
ſogar in furzerzeit verloren/vnddaerwolnit in ſeinen Händen/
hetteerdochſorg/erwürd ihnenoch/darzumſeinem hohen Alter
wmb Leibvnd Leben/EhrvndGutbringen/Dann was er nur mit
vndgegenſhmeangefangen/were alles vnglücklich "#
MO
DeßLandsVngern.
Schaden vnd Verluſtzuruckgangen/2uchda F. D. nur einen
halben Tag eherbey Georgio ankommen/Hat Ihr F. D. ohne
zweyfel den alten SynamBaſſa/der dann ein auffwickler alles
dieſes jetzigen verfloſſen/vnnd noch zukünftigen Türckiſchen
Kriegſweſens vnndvnauſſprechlichenvnfoſtens/in ſeine Hand
gebracht. Vndnachdem der Fürſtin Sybenbürgen Waſſers
alben dem Synam Baſſa nicht weitter ankommen fündten/
ein Ihr F.D. entſchloſſen./mit 2. oder 3o tauſent Mamnauff
die Walacheyvnnd Moldaw daſelbſten die von den Polniſchen
Türcken vnnd Tartarnangerichte widerwertigkeit/mit Gottes
ülffzuſchlichten.
Die Veſtung Georgiohaben F.D.nachnotturff beſetzt/
vndſeinenweg zurückgenommen / Vnnd ein groſſes Gut von
groſſen Stücken/derenvber hundert/viel Munition vnd Provi
ant/einvberſchwenckliche Summa Getraid/Cameln/Eſel/vnd
herrlicher ſchöner Roß/vnnd deren ein ſolchen Hauffen/daß ſie
nichtallgefähret oder beritten köndten werden./ſonder Herdweiß
getrieben worden/viel tauſendt ſtück Hauptviehs/Parſchafft/
Gold vnnd Silbergeſchmeid/Gezellt/vndandersmehrauß
Gottes Gnadenvndindieſem ſträiff/nachſetzungvnd Vi
ctoria/vberkommen/Vnd noch zween Flecken/auch
ein ſchöne Veſtungauffeinem Bergden die
Türcken Ruſſing nennen/nach dieſer
Veſtung Georgio
erobert,
1O2 Kurtze Chronica
Hernachfolge etliche Sachen vnd Schre
ben/ſoentzwiſchen vor Auſgang vnd in dem SNon
Octobrisſich beneben/vnd der Sybenbürgiſchen Hiſtoriawid
Synam Baſſainnordnung nach einander unnverlauf gelaſſe
worden/gedachte Schreiben aber Lateiniſch vund Teutſch
ergangen/ſovon fürnemmen Perſonen/die dieſer
Sachengut Wiſſenſchenſchaft gehabt/zur
gezeuanuß vnd confirmrung der
Warheit/hernachſetzen
wolle.

LL dieweil nun der Hochlöbliche Sybe


bürgiſche Fürſt/mit dem SynamBaſſa an dieſe
orthzuthunÄ die Veſtung vnd Schlo
Jeunawelchesein Paßauff Juavnd Temeßw
ſt/durch die ſeinigen auch belägern laſſen/darinn
ndert Türcken/ohne Weibvnnd Kind/miteine
fürnemmen Beegen Sanſachgenandt/geweſwelcheſchau
gnadden vier vnº zwentzigſten ergeben/vnd die Capitulationda
hingericht: Daß man ſie mit ihrem Haab vnnd Güte nwolleab
ziehen laſſen/vndſiebſauffPencoda beleyden ſoll. Dieweil aber
diefreyen Hayduckengutwiſſen/daß dieſe Türcken zu Jennamit
dieſen zu Julavnnd Temeßwar heimlichen Verſandgehabt/ſie
ſollen ihrer zum Hinderhalt/wann ſie nur mit den jhrigen abge
zogen/nahentbey Pencoda erwarten/vnd dieſe Chriſten/ſoſiebe
leyden würden./angreiffenvndſchlagen: Hierauffhaben gemelte
Hayduckende Türcken/nachdem ſie abgezogen/alle beraubet/
derſelbenbey vierhundert nidergehawen/vndeinmerckliche groſſe
Beuth beybnengefunden. Darnach auch auff die von Julavnd
Temeßwar/ſoauffdie abgezogene Türckenbey Pencodaimhin
derhalt
deßLands Vngern. IO3
derhaſtgewartet/getroffen/mithnen einen langenvnndſtarcken
Scharmützel gehalten./jhrerzubeydentheilnzimlich viel darni
der gehaven/vnndgeſchoſſen worden/ jedoch die Hayducken die
Oberhand erhalten/Jr Feldgeſchütz/dcßen ſechs Stück auffRä
dern geweſtgenommen/vndber Reſt in die Fluchtgetrieben/dar
durch Waradingroſſegelegenheit geſchafft/vnd die Päß derſelbe
ortenauffJulavnndTemeßwar auffetlich meilwegs geöffnet.
Heutdato haben ihr F. DSchreiben/daßgewiß/wiedaſ
alleſachen ſchon abgehandelt/die Türcken Willagoßwar auch
vbergeben werden/Derwegen mit einnemungStätt/Veſtung/
Schlöſſervnd Flecken mitzufeyreniſt. Dann der Sanſach Breg
zu Jennalauterbekannt/ daßgarinnNewligkeit der Türckiſche
Keyſereigne Botſchaft an ſeine Baſſa/Beegenvnnd andere ge
ſchicktſeinſententzvndmeynung wegen der Veſtungen(diehin
furo von den vnſern belägert wurden) geendertonndgelindert/
folgendergeſtalt/daßwelche Veſtungen ſein Volck nicht erhal
ten köndten/ſollen auffgegeben werden, damit ſein Mannſchaft
beymleben erhalten/vndnitalſonidergehawen würde,
Vor wenig tagen iſt der Jonas Albert zu Temeßwarge
weſt vnd von dannen nach Conſtantinopel zum Türckiſchen Key
ſerverreiſt/welcher gewißwasſonderspracticirnwürd/dann der
Suncko Pahori, Iſtuanvnnd Cardinal, haben deß Iffiolanus
Sohn zum Türckiſchen Keyſer geſchickt/welche ſich jetzunderbey
dem Sinan Baſſa aufhaltendeßen wir in gewiſſer erfahrung/
Esſeindbeyvns gewiſſezeitung vorhanden/daßinder
Tranſalpina ein groſſer Belvédeſ SinamBaſa
Volckgeſchlagen mit geringem vnnd
wenigen verluſt der
vnſerigen.
Folget
O4- Kurze Chronica
Folget das erſt Schreiben/bezeugnußvn
beſettigung/HermP. AlphonſiCarillj, Fürſtliche
Sybenbürgiſchen Beichtvattersvnnd Hoffpredigers/we
gendeß Flüchtigen SynamBaſſa/widerjhne
erhaltener Victoria auch andern
verloffenen Sachen.

EutfrühchabenF.D. in Sybenbürgen
einen vom Adelzumirgeſchickt/durch welchen
Äs vom Kriegſweſen bin verſtendigt worden/wie es
Sº damit geſchaffen/vndwie er den 15. Octobris von
Ihr F. D. abgereyſet/an welchemtag Ihr F. D.
confitirt vnnd communicirt, ein viertel Meilwegs von Ter
goviſtgelegen/dader SynamBaſſamit ſeinem Volckſein Läger
gehabt/F. D. aber hat endlich beyſchbeſchloſſen/nachzweyen
tagen/alsden1s. October mit dem Feindſchlagenvndtreffenz
thun. Den 15. Ditoaber zuvor in allerfrüeiſt ein Comet/welchen
auch dieſer vom Adelgeſchen/erſchienen/ vnndlenger dann ein
ſtundamhellen Himmelvber Fürſtl. D. Kriegſ Heervnd Läger
geſtanden.
Als aber gedachter vom Adel/gleich jetzt inſeinem abreiſen/
von F. D. wollen erlaubnußneffen/ſein zweengefangener Chris
ſten/ſovon der Türckenhanderledigt/für Ihr F. D. gebracht
worden/die haben angezeigt/daß in dem Türckiſchen Lägerein
ſolcher ſchrecken/dieweijhnen Ihr F. D. ſo nahentbey kommen/
alſo/daß SynamBaſſaſein Kriegſvolckkaum hat erhalten kön
nen/daß ſie nicht noch dieſelbe Nacht davon geflohen/wie dann
einzimliche Anzahl Janitſcharn/ohne wiſſenvndwillen Synam
Baſſaſchgewendet/außgeriſſen/vnd nicht trawen wöllen.
Es zeigt auch dieſer vom Adel für gewißan/daß Ihr F. Ä
Ph
deſ Lands Vngern. O%
vber soooo.ſtarck/oder ſterckerwere/dannmanvoreinem Jahr
vor Granin Vngern gelegen/beywelcher Belägerunger dann
ſelbſt auch geweſen/vndbeygewohnet hatte.
Geſtern/daich widernach Clauſenburg gelangt/habich.deß
Herrn Patris Valentini/welchen ich mit IhrF. D. für ein Vn
geriſchen Feldpredigergeſchickt Briffvnd Schreibengefunden/
darinnen vermeld/alls Ihr F.D. Gezellt/bey dem erſten Dorff
in der Walachey aufgeſchlagen worden./ſey zu demſelbigen von
einem hohen Felſen/welcher nechſt darbey/der Königſteinge
nandt/ein ſehr ſtarcker groſſer Adler geflogen/ſich alſo bey dem
Gezcllt nidergelaſſen/daß er von denvnſerigengefangen/geſpeiſt/
vnderhalten/auch für ein ſondergut Omen oder glückzeichener
kendt worden/Aber ich halte es für ein noch beſſers vnd glückſeli
gersanzeigen (welches gemelter Herr P. Valentinus hinzuſetzt)
daß in Fürſtlicher Durchl. Läger von vielen Soldaten/offtmals
confitirt, andechtig gebetet/vndrechtes Catholiſchen Glaubens/
befandtnuſſen geſchehen / Datum Weiſſenburginn Syben
bürgen.
Ferrner auß dieſem Schreiben.
- Ottſeyin alle ewigkeit gelobt / der durch
ſeine groſſegütigkeit dens. Octobris/Fürſtl: Durch:
Sºn Sybenbürgen/den Sieg vnd Triumph ohnealles
ºder ſeinigen Blutvergieſſen wider den SynamBaſſa
verliehen hat / Daunderſelbig als ein Alter./viclerzeitvndböſer
thaten erlebter Schalck hat dieſes dapffern jungen Fürſten
vnd Kriegſheldenankunft nicht erwartet, daßerhmevnter Au
gengezogen/Sondernachdem er verſtanden, daß er mitihrer D.
ſchlagen ſolte /iſter außzagheit/groſſer ſchand vnndforchtzwo
ſtund/che IrD. zu Tergoviſt "Ävo
106 Kurze Chronica
volckmitſchrecken davongeflohen./vndhat im Schloß/welches
eraußdem Kloſter/ſo in der Statt geſtanden/aufgebawet/vnnd
befeſtigt/nur 4ooo. Türckenſampt den Haſſan Baſſa/vnnd
Michael Weyda/ſovon derzeit ein Walach (nunmehr aber ein
Mamauckvnnd Türck worden) zur Beſatzung gelaſſen. Esha
benauch Ihr F. D. einen groſſen Raub/vnd viel Geſchütz/ſoal
lesdeß SynamBaſſa geweſ/bekommen/viel Türcken/ſoweit
vom Lägerauß auffdie Sträffvnd Raubgezogen/widerbefom
men/ſeingefangen vndnidergehawen/verneinten ſie femen nach
infr voriges altes/deß Synan Baſſa Läger/daſie aber gefangen
vnd vmbgebracht worden./haben ſie mit ſeufzen vnd wehklagen
vernommen/vnderſ gewahrworden/daßhr Läger von den Chris
ſten eingenommen.
Es hat auch entlich Ihr F. D. denus. Dito/das Schloß
vnd Statt Tergoviſt mitgewalt erobert/dtein der Beſatzungwe
ſende Türckenallenidergehawen/Ihr D. aber haben miteygner
Hand den Haſſan Baſſa gefangen/vndbeym leben erhalten/die
andern Bergen ſeingefangen/vnnd Michael geweßner Wayda
in der Walachey/ſt/wie er dann wol verdienet/auch vmbkom
11.
Der entflohene SynamBaſſa aber hat durch ein Türcken/
welcher von den Vnſerigen gefangen worden/die ſo in der Beſa
zung gelegen/Schriftlich vermahnet/daß/ obſie fönden ſich
auß der Veſtung machen/dieſelbe verlaſſen vndeyendt darvon
fliehen ſolten/vndvber die Thonawſezen/eraber heute ſeinen weg
auſfBuccareſtgenommen/welchen die vnſern nachzueylengenz
ich entſchloſſen.
Esſeindauch etlichtag zuvor yoo. Sybenbürgiſche Kriegs
knecht zu Fuß/mit groſſer fünheit/durch ſonderbare abwegden
Türcken an die orther zwiſchen der Thonawvnnd Buccareſt
zuvorkommen/daſelbſten viel Türcken vmbgebracht/vnnd bey
300Q»
deſ Lands Vngern. 07
3ooo.Chriſten/ſoauß der Walachcygeweſ/erledigt/dievenden
Türckengefenglich hinweggeführt worden.
Copeyeines eylenden Schreibens/Herrn Stephani
Jeſio auf der Fürſtlichen Sybenbürgiſchen Canzley/
aneinfürneſienorth/den 24. Octo
brs159; abgelaufen.

Leichvmb Veſ per tkoe mpten Currrauß


zeilich
ſovnsfrö
* Sybenbürgen/ gute Botſchafftvnnd
S. Zeytung gebracht/Nemblich/daß Fürſtliche Durch
Sº leuchtigkeit/inSybenbürgengenzlich entſchloſſenge
weſt/den1s. Octobris SynamBaſſamit Heeres Krafft anzu
greiffen/vnndein Schlachtzuliffern/odermitgewalt in ſeinem
Läger Tergoviſt zuvberfallen/Als aber SynamBaſſa ſolches
verkundſchaft worden/haber alsbaldenſein allerbeſte Sachen
vnd was gar eylends/nur inzwey oder drey ſtundenzuſambge
brachtvndauffgeladen mögen werden/welches dannvbergroſſen
Schatzwerth geweſen (vnerwartent der ſeinigen/ſoerauffden
Stäffvnd Raubgeſchickt)hinweg/vnderſlichauff Buccareſt
fliehen laſſen/auch als baden mit ſeinem ganzen Läger hernach
gefolget/ſeine Gezºllt/ctlich groß Geſchütz/alle Munition/Pro
viant/vnd viel anders mehr dahindengelaſſen darauffvnſergne
diger Fürſt vnd Herrn Sybenbürgen dem Sinaniſchen Läger
angezogen/alles was darinnen geweſ/bekommen.
Indemeauch etlich tauſend Türcken/ſo SynamBaſſa
auffden Raubvnd Proviandt auſgeſchickt wider kommen/ver
meintinn jhr Läger/vnndzuhrem Herrn SynamBaſſazuge
langen/weren ſie dem Hochgemelten/vnſerm G.F.vnnd Herrn
auch dem ganzen Kriegſvolckunjhren gewalt/ſampteinem Vn
ſegligenhauffen Hauptvehcs/o ſie auß der Wallacheyvnnd
O 2 Moldaw
1O3 Kurze Chronica
Moldawgeraubt kommen/welche aber alle erſchlagen/vndetlich
wenigderfürnembſten gefangen. -

Die Statt Tergoviſt vnd Schloß darin/ſoaußdem Klo


ſter erbawet/darbeydann das Türckiſche Cäger geweſt/haben die
vnſerigen auch erobert/vndwas darinnen geweſ/allesniderge
hawen/indieſem habenF. D. den Haſſan Baſſa ſelbsgefengk
ſich angenommen/vnndzweenfürnemer Beegen auch gefangen
worden/Michaelgeweßner Waydain Sybenbürgen/ſoabtrün
nig worden/iſt in dieſem Schlagentodgeblieben/ſolches allesauß
Gottes Gnaden/ohne ſonder Blutvergieſſen der Vnſerigen/
glücklich erhalten vndeinbekommen worden.
Den 2r. Ditoſeyn F.D. von Tergoviſtauß dem flüchtigen
Feind mit ſeinem ganzen Lägernachgefolgt/ein Veſungvnnd
Statt Bucareſt genannt/eingenommen / Wir erwarten nun
täglich guter Botſchafft/daß das.vberige Türckiſche Kriegſ
wolckentweder erſchlagenvnderlegt oder demſelbenvilleichtwei
ter nachgeſetzt worden / Geben Weiſſenburg in Sybenbürgen
24. Octob: Anno 95.

Folgtweitter einertract/einer vertrawten Regiments


Perſon/auß Clauſenburg/BelangenddeßSynamBaſſaflucht/
Kriegſweſenvndandcrs/an einem fürnemenorthge
ſchrieben. 26. Octobris/Anno
I 59 $.

FD in Sybenbürgen/habenzuhrer D. Ge
mählinvndetlichengeheimen Rähten/eineygnem Hoffeurrírzu
Tergoviſtin der Walachey9. Octobrisabgefertigt/welcherge
ſtern Abends allhie zu Clauſenburg ankommen/bringt gewiſſe
Zeytung/gute Botſchafftvnd Schreiben mit was ſich biſ ÄMO
deßLands Vngern. 1C9

dato zugetragen/Memlich/wie Synam Baſſavnſern Fürſten


alſo geflohen vnd vor groſſerey/ſchrecken/vndzagheit/ſein Läger
Gezellt/Geſchütz/Munition/Proviant/vnd andern mehr auch
viel Troßim Läger verlaſſen/welches Ihr F. D. alles bekom
men/Auch wie etlich tauſent Türcken zum Sinaniſchen Läger/
mit einem vnzehlichenhaufen Viches auch vielen andern Sa
chen welches ſie in der Walacheyvnd Moldawhinvndwiderge
raubt/weren ankommen/Aber von der Flucht Synam Baſſe
gar nichs gewuſt /ſondern, vermeint ihneallda widerzufinden/
welch Türcken die Sybenbürgiſchen alle darnidergehawen/vnd
ein groſſen Schatz von ihnen bekommen/auch wiedie Vnſerndas
Schloß Tergoviſt mit gewerter Handerobert/alles darinnvmb
gebracht/ohn Haſſan Baſſa/wclchenF. Durch ſelbert gefan
gen/vndzwcen fürnemme Türckiſche Hauptleuth oder Bergen/
als Suſim Beegen/vnd Turim Beegen/auch wie etlichtagzu
voreingroſſer Adlervber das Lägergeflogen/vndſichſoniderge
laſſen/daß er von F. D. Soldaten gefangen worden/vndeingar
hellergroſſer Comet/lenger dann eine ſtundvberF. D. Lägerer
ſchienen. Dergleichen wie der abtrünnige geweſte Walachiſche
Weyda Michael/inder Veſtung erſchlagen worden./auch wie
der Fürſtehen zu ſeinem abreiſen ſich gentlich gerüſtet/folgenden
tag in aller frühe dem Synam Baſſa mit ſeinem ganzen hellen
haufen nachzuſetzen/vnnddenwegauff Buccareſt mit Gottes
Wllenzunemmen/inhoffnung Synam Baſſaalldazu finden/
Welches alles ich dem Herrn nicht verhalten ſollen/Gottwölle
daß Ihr F. D. wasfernersfruchtbarsverrichten/welchesſobal
den mir waszukompt/dem Herrnvnverborgen bleibenſol
le/allein hindertofft dieferrnedeßwegs/vndvn
gelegenheit der Bottſchafft. Datum
Claudipoli,26. Octobris
Anno 1 5 9 5.
O 3 Die
ns Kurze Chronica
Die anderCopeyeines Schreiben auſ Elan
ſenburg/vor2. Novemb. Anno 1595.

Eutfruhe iſt ein Currir auſ der Wala


cheymit Briffen von IhrF. D.vndandernden
6. Octobrisgeſchrieben/angelangt, an welchem
tagIhr F. Deinfärnemes/deſ SynamBaſſa
Schloß in der Walachey/Gerogiogenandt/zube
lägern angefangen/dann der Synam Baſſa hat weder beto
zu Buccareſt enger verwarten dörffen/in demſelben Schloß/
welches anſetzt. Ihr F. D. erobert ſind39.ſtück Geſchütz gefun
den worden. Aber im Schloßzu Tergoviſt/darauffIhr FD.
den 20. Octobris dem SynamBaſſanachzueylen/gezogen/hat
man42.ſtück Geſchütz gefunden, der Synam Baſſaſiaſolcher
eyl/vnnd mit einem ſolchen Tumultvber die Thonawzu ſetzen
aufgebrochen/daß die Bruckenvnterſhnen eingefallen/vnd viel
Türckenertruncken ſind / Gleich wie SynamBaſſa vor einem
Jahr die Vnſerigen auſ der Inſulin Vngern getrieben/alſoha
ben jetzunder die Vnſern jhne Synam mit theil ſeines Kriegſ
volckgedrangt, daß er in dieſer Inſul/wiegerner auch daraußge
flohen/wegen eingefallener Bruckenverbleiben müſſen/ſich aber
hernacher zu Schiffbeyfinſterer Nacht auch daraußwie ein Feld
flüchtiger geflohen/ Dieſe Inſulligteinviertel Melwegs vom
Schloß Georgio, ſo an jetzt von Ihrer F. D. belägert würd/
welches alles gewiſſe anzeigungen vndwunderwerck Gottesſind/
IhrF. D. hclt ſich ſo wackervndwol/daßhme jedermann das
zeugnußgtbt/esſeyinfurzer zeit/eindapfferer Kriegſmann/
vndfürtrefflicher Feldoberſter außhmeworden/Gott
dem Almechtigenſey Cobvnd Ehr/Gebenauß
Clauſenburg/den 2. Novemb:
Anno 95. Die
Deß LandsVngern. 1

Die dritte Copeyeines Schreibens auſeinem Brief


P. Alphonſi.8.NovembAnno 95. zu Weiſſenburg
Datürt/gezogen.

- OnFürſtlicher DurchlinSybenbürgen/ſ
heut ein Currir mit gar gute frölicher Botſchaft
onnd Briefen ankommen/Dicweil der Krieg wider
den Synam Baſſanunmehrwolvnd glücklich wol
zogen/vnndverrichtet worden Dannvor 9. tagen haben Fürſt:
Durchl. das Schloß Georgiommtgewalt erobert vnd eingenom
men/darinnen 36. groſſe Stück Lºeſchütz auff Rädern befot
men worden/vndſchier inzo- oo. Türcken/welche mit Synam
Baſſanicht alſoeylenddie Fluchtfönnengeben/erlegt/einen ſol
chen groſſenhaufen vndming Kriegſrüſtung/Inſtrumenta/
jtion/vndwie Ihr F.D.ſeibert ſchreiben/da Sybenbüge
zweymal ſogroßen genügen/vnddamitköndtenverſehen werde/
Dergleichen vielbeladener Schiefferobert, viel Leibeigner Sca
jd Ärmegefangene erledigt alſo F. D. benebenwebekom
jengroſſem Gutſchalsen Triumphrender Verwinder
ſeiner Feind mit frewden wider. rückauff Buccareſt begeben.
Der Herr Marſchalck hat vermeldet vnd geſchrieben: Das Otto
jeoder Türckiſche Reichhabnicmahlsſogroſſen Schas
den vnd Niderlag erlitten.
Dieſer Currirzeygetauchferrneran/wie derruff vndgemein
geſchreygangen/SynamBaſſaſeygefangen/vnºbºe auf
Ejaninopelgefürctworden. Morgen werdenoffentliche Ge
bet/Fürbitvnd Danckſagungeninvnſern Kirchengeſchehen.
Deranderhauff/Ihr FD. Kriegſvoick/haben mit cond
tionenvndbedingungen Viagoßwar/nicht weit von Jennage
egen/auch eingenommen. Auß Albaua» oder Weiſſenburg
Sybenbürgens Novemb; 595, Den
Kurze Chronica
K EN 6. Novembris haben Fürſtl. Durch
in Sybenbürgen/ein eignen Currir mit Schreiben
G auffRohm/Bäpſtlicher H. zugeſchickt/darinnen den
ganzen Curſum erhaltener Victoria / nach enger
zehft/vnd B. H. etliche Haubtpanier/ſoerdem SynamBaſſa
aberhalten./mit fürderlichſten zu vberſchicken erbotten/ obwel
chem Bäpſtliche Hel:ſich hocherfrewt/Ihr F. D. darauffalle
Hülffvndmüglichem Beyſtandt/mit Volckvnd Gelt zuleiſten
anerbotten/auch im falldernoht alles ſein Reſtierendes Volcfin
Vngern auf Sybenbürgen zuſchicken/verordnung thun wölle/
vndin allen Kirchen wegen erhaltener herrlicher Victoria/Lobge
ſangvnd Danckſagungen/halten Ä Dergleichen iſt auch zu
Wien/als Fürſtliche Durchl: Erzherzog Matthias durch das
Stubenthoreingeritten/vndbey S. Steffan abgeſtanden/inder
ſelbenvnd andern Kirchen/wegen angeregter Victoria der herrli
che Geſang Te Deum laudamus geſungen/gemeine Danckſa
gungen vnd Gebet auf den Canzelngethan worden.
Vnd iſt auch oben nachlengſt ergangenevndgemelte Victo
ria/deß Durchleuchtigen Hochgebornen Fürſten vnd Herren/
Herren Sigismundi Fürſtens in Sybenbürgen/Walacheyvnd
Moldaw/Grafen in Dockey/von Herzen Carolo MagnoRöm:
Käy: MayOratoriSybenbürgen/auffPrag geſchrieben väbe
ſtettiget. Alsnemblich die Flucht SynamBaſſe/die einnamdeß
Lägers vor Tergoviſt,vnd Stürmung derſelbgen Veſtung/auch
wie Haſſan Baſſa/ſamptzween Beegen allda gefangen/diean
dern darinnallerſchlagen/dergleichen Buccareſt bekommen/vnd
dann den Marck vnd Veſtung Georgio darbey mit gewaltero
bert/alldaviel TürckenvndTartarnerſchlagen, welches Synam
Baſſa alles in der Inſul der Tonawanſehen müſſen/dergleichen
diezwey Orther/vnd die Veſtung auf dem GebirgRuſſingge
nandt/einbekommen/vnnd viel anders mehrfürter auch Ä
(ITU
deſ Lands Vngern. 113
anfürneſſie hoheort den2.vnd 28. Novembrisſchrifftlichvber
ſchickt worden
Dergleichen habenF. D.in Sybenbürgen/einen eignen Cur
rirauffPrag abgeordnet/welcher Montagsden4. Decembris
allda ankommen/vnd mit IhrF D. außGottes Gnadenerhal
enen Victorien/vndzuvor erzehlter mancherley Sachen Con
firmation mitgebracht /Jnſonderheit aber nach dem Georgio
erobert haben ſich&oo.Reiche fürnemeTürcken/ſonicht Kriegs
leutgeweſ/mit Weib/Kind/vndaller ihrer Haab/auß der Wa
achey/nicht weit von Georgio, außforchtindie Flucht begeben/
deßen dann der Fürſtin Sybenbürgen gutekundtſchafft gehabt
vndetlichſeines Volcks dahingeſchicht/denort/darin ſie geweſt/
erobert/die Türcken allndergehawen/einmercklichen groſſen
Schatzbeyjhnengefunden/Weibvnd Kind bekommen/vndvber
70. Chriſten Seelen/ſogefangen waren/erledigt.
Der Türkiſch Keyſerleſ ſeinem ganzen Land
Säybel auffbieten.
Ferrner melden auch Ihr F. D. daß ſie wahre kundtſchafft
eingebracht/wieder Türckiſch Käyſeranalleerth ſeines Gebiets
ernſtlich Schreibenvnnd Auffbottbeydem Säybelthunlaſſen/
ſichauffjetzt kommenden Frülingallerdinggenzlich zufertigen/
vndauff Sybenbürgen/obervnndvnder Vngern/mitganzem
ernſtgebrauchen zulaſſen. Dann er/der Türckiſch Käyſer ſelbſten
neygner Perſon/mit einer ſolchenvnzehlichenmengVolcks/als
wie der Sand am Meer / wider Sybenbürgen herauß ziehen
volle,
Abermahlshaben Ihr D. gewiſſekundſchafft vndnachrich
tung von Conſtantinopel empfangen/Demnach der Türckiſch
Käyſer berichtet worven/wie mehr vnd Hochgemelter Fürſtinn
P Syben
II4- Kurze Ehronica
Sybenbürgenſhmeſovberaroſſen Schaden zugefügt/ctlich vi
Sj Wjungen Schlöſſervnd Flecken als Ergo ſº
areſ Jenna Vlaßwar Georgiovndaºffen Berg Ruſſin
auch andere mehr Ortenvnter ſeinen Gewalt geacht/vela

getriebe
daruberalſoentſetzt/v
rige Gebotbeym Säbelwiedroben vermeld/alsbaldendreyma
zu Conſtantinopelauß DrometenvndProclamiren laſſen daſ

ſtenheiterzeigenwölle/dergleichen niemals/alldieweil das Otto


manniſche Reichgeſtandenvndflorrtgeſchehen/ſey/wiedaiſo
chesales der Röm. Key Mayofftermals HochermelterFirſ
in Sybenbürgenzuwiſſengemacht wndvnterthänigſt/daſolch
ins Werckgerichtet werden ſoll/ Ihr Fürſtlich D. Räthlich
vndbehülfflichzuſeyn angeſuchtvndzu Gemüt
geführt/s-Decemb. Anno
$ 9 $.
deſ Lands Vngern. II5

Beſchluß der Sybenbürgiſchen Hiſtoria


Ä. Zweitesmungewißlichandenº ſichdie
ſe Kriegesſachen alſo befinden / welches ein jeder
S Kriegsverſtändiger bey ihm ſelbſt wolabneſien kan/
Fs - wovormittels Göttlicher Gnaden/dieſer Hochlöb
iche KriegsFürſtvnd Held/nichtdº beſtegethan/der Erbfeind
heiligs Chriſtlichs Namens vielen Chriſtlichen Landſchafften/
jndºnder Vngern/ſowon auch Oeſterreich mehrerjam
mers vnd Vnglück gethanhett
Vndnachdem vns nun der Barmherzige Gott/enenda
pffern Helden vnd Kriegsfurſten/andem Ärſenºº Manns
feldſeligen/invnter Vngern genommen/Alſo hat vnsdergenä
dige liebe Gott/einen ande erweckt vndgeben/Nemblich/den
Durchleuchtigen Hochgebornen / Fürſtenvnnd Herrn/Herrn
Sigiſmundum Fürſten Sybenbürgen/Wallacheyºnd Mul
dj Herren der Grafſchaff Dockey/č. Für ſolche hohe
Wohlthaten demgerewen Gott/ die ganze Chriſtenheit
Herzlich danckſagen ſoll Darneben auch den ewigen GO
trewlich bitten/daß ſeine Göttliche Allmackt dasjenige/wºº
helffenerhalten damit
dienſt auſgetilget/ſeine
ren Gottesdienſt fortpflanze
Äjunkein Regiment/Ordº vnd Oberkeit ohne
deinen Segen/HülffvnndRath enger beſtehen kannoch mag
jeber Gottwilſt (zu welchem wir aberleyder mit aller
ley Sünden gnugſam wrſachgcben) ſo bitten wir dich dochheili
ger Gott Himiſcher Vater Ä wolleſtdichdiſer deiner ſelbſt
eignen Sachgnädiglich ferner annemmen/der vnſchuldigen Ar
jauch WittibonndWeyſen ºp" 2.
Thränen/ſoſe
1.
13 Kurze Chronica
in Jammer vnd Herzleidvergieſſen/für dich laſſen kommen/vnd
abwiſchen/dem Feindſtewrenvndwehren/dieweilnduden Hoch
fertigen feind biſt in ſeinem Vbermuth ſtürzen vnndaußro
011.
Dieſen Hochlöblichen Kriegſfürſten aber Sigismundüm,
beyſeinem Heroſchenherzenhafften Gemüth/vndwehrhaffer
Fauſtgnediglich vndſtandhaffig/ſchützenvndhandhabendam
dieſer grauſame Blutdurſtige hochmutige Feind vnd Chriſten
morder dermaleins geſtraffet/vnnd wie dieſem SynamBaſſa
geſchehen./gleichfalsauch den andern Türcken/ Tartarn/vnnd
Mithelffern/ihre Augenblenden./hre Herzen mit forcht/Zag
heit/vnd Flucht ſchlagen./jhre Armvnnd Händzur Gegenweh
ſchwechen/vndjhre Wehren zerſchmettern.
Wölleſtauch Allmechtiger Gott/Herr Zebaoth/dieſegefähr
iche Kriegsſachen alſoführen/vnd die Prophezeyung deſ heili
gen Propheten Ezechielis, mit deiner mechtigen Hand dahin
richten/wie am 29. Capitegemelt/damit der grauſam Chriſten
feindauff den Bergê Iſraelisgeſtürztvñgeſchlagen/Iſrael aber
deine liebe Chriſtenheit/anjhren Waffen/Schildt/Tartſchen/
Bögen/Pfeilen/Fauſtſtangen/vnd langen Spieſſen/ſieben Jar
brennen laſſen/vndplündern dievnsgeplündert/auffdaßwirſe
ben Monat an ihnenzubegraben haben/ vnd das Land reinigen/
Laßvnsdeßtages deiner Herrligkeit rühmen/denn duG Ottvns
erzeiget haſt/damit die Vögel/woher ſie auch fliehen/vnd alle
Thierdeß Feldes von dem Fleiſchvnnd Blutvnſerer Feindege
ſättiget werden.
Wendedugetrewer Gott das Gefencknuß Jacob/vnder
barmedichvber das ganze Hauß Iſrael/vmbdeines heiligen Na
mens willen. Laßvns nun ſicher invnſerm Land vngeſchrecket
Ä vnswider von den Völckern vndaußdem Lands
vnſerer Feind/verbirgdeinheilig Angeſichtnichtmehrfür vns/
pnd
deßLandsVngern. II7

vnd geuß deinen Geiſt der gnadenvbervns/dein Hauß Iſrael/


auß/das bitten wir dich ſämptlich AllmechtigerGott/vmbdeines
heutigen Namens/vndvmbdeiner Ehr/javmbderherrlichen Er
ſchaffungwillen/ſoduAllmechtigerheiliger Gottan Him
mevnd Erdencrzeiget/Auch vmb Jeſu Chriſti
deines geliebten Sohns/vnſers Gnaden
thronswillen/AMEN/
AMEN.

Polniſche/Türckiſchevnd Tatariſche Handlung/


in der Moldawjüngſt verloffen.

D Vrtze verzeichnuß/wieder HerJo


hannes de Zamoſcio, Polniſcher General
vnd GroßCanzler/mit Kriegſbereitſchaft in Padolia/auchvn
verſehens in die Moldawcingefallen/alldadenSybenbürgiſchen
Weyda vertrieben/einen andern eingeſetzt/ vnnd dem Synan
Baſſa zugeſchrieben/ſolchszuconfirmirn, den Trybutangebot
ten/dieſe Landſchafft widerzuvbergeben verheiſſen/vnnd
durch den New angeſetzten Weydadrey Päßin
Sybenbürgenzukommen/dem Türcken
vnd Tartarnzu öffnen/
geduldet.

AußCrackaw.
JeaußgebeneZeytung von dem Herrn Groß
Cantzler vnſerm General/hab ich mit dieſem meinem
Schreiben confirmirn wöllen/welcher verſchienen
Padolia mit ſeinem Kriegſ Heerinnbereitſchaft ge
P 3 ſtanden/
18 Kurze Chronica
ſtanden./das vnmenſchlich tyranniſche Wüte vnnd Tobender
Tartarnauffzuhalten/dieſelben auch in hrem ſchädlichen fürne
men/durch Gott aeſtürztvnd zaghaft gemacht, daß ſie niemahls
ſoviel Herzvnd Muhtgehabt/dervnſern Mannheit vnd Dapf
ferkeit zu verſuchen/ſenalſo/weil ihnen wie verſchienens Jahrs
hiedurchzukommen/die Hoffnung gentlich benommen./wder
vmbzurück/wieerſtlich die ſag iſtgangenauff Siliſtria gezogen/
ſich daſelbſten zum Türckiſchen Kriegſ Heer zuſchlagen/
hernacher aber in erfahrung gebracht / daß ſie ihre wegheim
warts genommen / dann ſich beſorgent / der Moſkowiter
möcht ihnen einfallen / wie dann allbereit ein anſehen.che
Summa derſelbenbeyſammenſein ſollen/welches gemelter Ge
neraldurch gutekundſchafftvergewiſſet/hieraufferauß der Wa
lachiſchen Bottſchafft ſo vielvernommen/fchenicherſucht vnd
gebeten wordèſezu ſecurirn, haben ſie alſo einhellig in den Schutz
vnd Schirm der KronPoln ergeben. Als nunvnſere Polnzudie
ſem fürſchlag nicht wenig luſt/hatermelter vnſer Großcanzer
als General/vnſaumlich ſeine Kriegsmacht gegen denſelben Or
then der Walacheygewendet/vnnd den erſten Tag diß Monats
den Fluß Neſter die Refiergren paſſiert/alldaindem hienumb
ziehen/dervnſern die ſtrengdeß Fluß/durch die mengder Wägen
vnd Karrenwasauffzuhalten vermeint/darvon aber das Waſſer
dermaſſengeſchwellet/daß derenin2oo. Wäggenvmbgeſtürzet/
viehßvndandere Sachen verſenckt/aber an Menſchen nicht ſon
dererſchadgeſchehen.
Volgenden Tag ſein ſie zu Kogzin ankommen/welche Ve
ſtung mit allen nottürftigen ſachen wolverſehen/ſo jm der Groß
eanzler von demſelben Landvolckalsbaldenvbergeben vnd einge
raumbt/dareiner dann den Herrn Graffen von Belzawint mit
eineranzahl Kriegſvolck in die Beſatzung gelegt.
Den 5 bißhernach ſein die Vnſergenauff Jaſin/ſodie
Haupt
deſ Lands Vngern. 9
Haupſtatirnd Königlicher Sitiſ/zugeruckt/aldaſievon Men
nglich mit groſſen ehrenempfangeworden/venwelcher der Sy
benbürgiſch Leutenampt/ſodaſebſtengubern rt/erſt vor zweyta
gen mit ſeinem Volck nach der Obern Walacheyabgereiſt/vmb.
ſich mit dem Michaet (ſo deren orthen Weyda) zu vereinigen/
vnd wird für gewiß auſgeben, daß dieſe zwen Oberſten dem Sy
benbürger zu gutem auff3oooo. Pferdſtarck ſein ſollen (ſich
aber hernach viel anderſ befunden.)
Vnſere Leuandiſche Griechen zeigenan/daßin Conſtanti
nopeldermaſſen ein groſſe Thewrung/dergleichenbey yo. Jahren
eroniemahls geweſt/durch dieſesmittel wird verhoffet der groß
ärck werd/ wie er ſonſten im brauch hat kein ſo groſſe Macht
wider die Chriſtenheit ſchicken können/hierzwiſchen iſt man mehr
gedachtsvnſers GeneralvndCanzlers zurückkunft noch ſobald
nicht verwartet/wiedannvngefehrvorro.tagen Kön: Würd:in
Polnhme durch den Grafen von Kylin 15oo. Pferd vnd 2ooo
zu Fuß geſandt welches alles einwogerüſ/dapffer vndwehrhaff
tigsVolck/zuwasIntent/kan man noch zurzeit nicht wiſſen. Es
wirdt aber fürgewiß gehalten/daß vnſere Polacken noch dieſen
Winterwasnamhafftsfürnemen werden./ſtchet aber allesindeß
höchſten Willen.
Der Currir/ſoder Weyda in der Walacheyzum Polniſchen
Canzlergeſchickt/iſt denj. November wider kommen/mit ver
melden/daß 3oooo Tartarnwidervmbim Anzugſein/derwegen
er ſein Räyßnicht verrichtenfönnen/der Canzler ſolle ſich zu Zax
zwiſchenzweyen Waſſern mit ſeinem Läger befinden/an dieſem
Orth haben vor dieſem die Moldawer/weil der SynamBaſſa
zu Tergoviſt geweſt/den Frieden Fahnenanſhn/für ihren new
auffgeworffenen Weydabegert/vnddarneben zugeſagt, den Try
butdºß vergangenen vnd jetzigen Jarszugeben aber der Ä WM
LO Kurtze Chronica
Baſſa 5nen ſolches alles abgeſchlagen mit vermeldten/daß ſein
Großmechtigſter Kiyſer/dieſelbe Land den Tartarn vbergeben/
nichts deſto weniger aber mit Verſandt der Polacken hat der
newe Weydaden Tartarnden Paßin Sybenbürgenaufdreyen
Orten geben als auffdie Graffſtatt Zackelioder Dockey/Weiſ
ſenburg vnd Walachey/ſich alſo der fromme Fürſt nicht wenig
betrogen/befunden.
Außdem Polniſchen Lägerin der SMoldaw/von
2. Novembris/2nno 1 9ſ.
H Er Tartar Chamiſauff bittvnnd begern/
auch zum theil außbefelchdeß Türckiſchen Käyſers
allhie in der Moldaw ankommen geweſ/mit einem
groſſen Heer/in willens den SanzathAmath Becg
zu einem Baſſa allhier in der Moldaw.einzuſetzen/vnndhet auch
neben ſeinem Volcketlich tauſent Türcken mithmegebracht.
Von dem Polniſchen Läger aber hat ſich gemelter Tartar
Chameinhalb Meilerſtlich gelägert/aber deſſelbigen Tags als
er ſein Lägergeſchlagen/amſelbenorth nicht lang verharret/ſon
derneben dieſen Tag mit all ſeiner Machtauffgebrochen/vnd die
ſeinigenvnſerm Läger jedermenniglich anſchawen mögen.
Vnder deßen haben ſich die Pollackenauffgemacht/vndmit
den Tartarnangefangen zu Scharmützeln: Wiedaß der Tartar
Chams jüngſter Bruderinnen wirdt/vndſhetdaß der Tartarn
vielvmbkofien/hater alsbalden zweengroſſehauffen/mitgroſ
ſem geſchrey auffder Pollacken Schanzzugeeylet/die anlauffen
vnd angreiffen laſſen. Vonvnſerer Seitenaber/als von ihrer
F.D.deß Sybenbürgers Volck/vndindieſem Landanjehovon
meeingeſetzten Oberſten/iſt dieſe anordnung geſchehn/daßer als
bald von den ſeinen etliche Fahnen Reutter/Rittermeſſige Ä
Pn
Deß Lands Vngern. 121
vndein außerleſen Volckdem Tartern entgegen ziehen/vndden
Polacken einen beyſtandt leiſten ſollen/nicht anderſ vermeinent/
dann ſie durchauß ihres theils / welche der Tartarn gehling
vnverſehens angreifen zuruckgetrengt / vnndin die Fluchtge
bracht/dererſoauffdºßmalvmbfoſſien vnd verwund wordenbiß
in soo.vondenvnſerigen ſind Gott Kobwenig beſchedigt/vnnd
blieben/allein von Roſſe ſind wegen der Tarternvilfeltigen Pfeil
ſchieſſensgar wildarnider gefallen.
Wieder Tartar Cham ſelbſt ſehent/daß von ſeinem Volck
nicht wenigvmbkommen/hater ſich widerzurückgewendet/vnd
die ſeinigeninſeinalt Lägerzuſammengefordert.
Den anderntag aber haterſein Volckwider gegenvnſern
Lägervbergebracht/wiediß die vnſern erſehen/hat man alsbalden
mit groſſen Stücken/ſtarckauff ſie zugeſchoſſen.
Vnder dieſem hat der SanzagBeeg Sprachzuhalten begert/
vnd daß er möcht Perſöhnlich für den Moldawiſchen Weyda(ſo
die Polacken vermeinen einzuſetzen) zukommen/vnd mit ihme
Mündlich zureden/dem Polniſchen Oberſten aber iſt zuvor von
dem Königin Poln/ſowol von den ganzen Ständen deß König
reichsaußtrücklich befohlengeweſt/daß er mit dem Türckiſchen
Käyſerdurchauß den altengemachtenfriednitbrechenſolte. Auß
diſenvnd andern vrſachen iſt der Polniſche Oberſt mit Sanzag
Beeg zufridvndbewilligt mit jme Perſönlich zu reden. Wie nun
dieſe zuſammenkommen/begerter einen Anſtanddeß Friedens/
wie das der Polniſche Oberſte vernommen/hat er den Sanzag
Beeg/vndzuvoraußdem Tartar Cham ſolcheconditioncsfür
gebenvnndangetragen/daß ſie dieſelben ſolten eingehenoderac
CCPt1rn.
1. Die erſte Condition iſt dieſe/daß der TartarChamſnner
dreytagen/mit all ſeiner Machtauß der Moldawziehen
- O 2.Die
I22. Kurze Chronica
2. Die ander iſt, daß er Chamvber die Chriſtenfünffig/weder
auffPolniſchen oder Moldawiſchen Gränzennit mehr foſſien/
noch ſein Kriegſheer wenig oder vielſchicken oder laſſen ſoll.
3. Das drittiſt/daß der Moldawiſche Weyda/welchen der
GroßCanzler anſtattdeß Königs in Polen ſetzt einſetzen laſſen/
ſein Lebenlang in der Moldawin ſeinem Landfrey ſicher friedlich
regiern/herrſchen/vndvnangefochten verbleibenzulaſſen.
Dieſe Conditionesalle hat der Tartat Chamangenommen
vndbewilligt feſtiglichÄ deßwegen Brieffliche Vr
funth von ſich gegeben. Deß zu mehrerbekrefftigung/ſicherheit
vndzeugnuß/hat der Tartar Cham ſowolder SanzagBeeg die
Obligation Brieff mit eignen Händenvnterſchrieben/vnd mit
hren gewöhnlichen Pitſchafften verfertiget.
Dißhab ich vnterandernzuwiſſen odermeldungthunwöl
len/daß der Tartar Cham alsbald ſich mit den ſeinen heimwarts
gemacht/den andertag aber den beſchluß oder Condition gemeß/
ſtergenThaganiae ſo eine Veſtung iſt/zugezogen/von dannener
auchferrner ſeinenweg in Moldawgenommen hat/Esbeforcht
ſich aber der Polniſch. Oberſt/daß der TartarCham noch ſeinen
Bruder Peter Gerifh(ſo in der Veſtung Thagania jetzt iſt/vnd
auffder Türcken Seittenſchhelt) dahinbewegen/daß er ein An
zahl ſeines Volcksauffdie Türckiſche Grenzgegen Griechiſchen
eiſſenburg ſchickenſolt/dannenden Chriſten einen Schaden
zuzufügen.
AußErackaw/14. Novembris.
Herr Schetſchin Herbrot iſt von dem GroßCanzler an den
König abgeſandt worden/welcher auch ſelbſten darbey geweſen/
confirmirtdaßden 19. Octob. die Tartarnmitdenvnſern in der
Walacheyſchlagen wollen/alses nun zum Treffen kommen ha
bendievnſerndermaſſen draufgeſetzt./daß die Tartarnweichen
müſſen. Oeß
deß LandsVngern. 23
Deß andern Tags hat der TarterZars/den Thambßkan
den Canzlergeſchickt/ vnnd mit ihme zu Parlamentirnbegert/
welchesbemelter Canzler bewilligt./vndhat der Tartarihmezu
ntbotten/was er mit ſeinem Kriegſvolckſolangindeß Türcken
Candvorhabe/dannſhme der Türckiſch Käyſer ſolches Landv
ergeben/ſey auch darumen kommen./daſelbig einzunemmen/
vnd ſeinen Schwager Carianeinzuſetzen. Da er aber vom Canz
erwiderantwort/ſohmenichtgefallen/empfangen/ſind balde
Toooo. Tartarndeß Canzlers Cäger zugeruckt/wieſenunna
hent dabey kommen/hat man das groſſe Geſchütz auffſie abgehen
laſſen / vnnd zu zweyen man in ſie ernſtlich geſetzt/auch in die
Fluchtgetriebenvndzertrent.
Folgenden dritten tags hat der Tartar widerſtillſtandtbegert/
vnd einen vertrag angebotten/in welchem beyderſeyts nur vier
Perſon handlen/das dann derCantzler auch zugelaſſen/alſohaben
ſieauffbloſſen Saybel/die Vnſern nicht mehr zuüberziehenge
ſchworen/vndalſo auffacht Monath einen Anſtandgemacht.
Vnder dem Canzler iſt ſein Roßdurch einen Janitſcharn
erſchoſſen/dervnſern etliche durch die Pflitzpfeilhart beſchediget/
auff der Tartarn Seiten ſein vber 3ooo.darunter etliche fürne
megeblieben/wie ſich dann der Charion Tartar beklagt/daßhne
der Sanſack darzuvervrachtvnd verführt habe/dieſer Tartarn
ſollenvber 7 oooo. geweſtſein/ſomit Weibvnd Kindern deren
orten zu wohnen ankommen/Welche theils von Goldt/Silber
vnd Seydengewand/ſoſie vor einem Jahr in Vngern geraubt/
wolſtaffiert geweſen.
Gleich zu derſelben Stund hat der Bäpſtliche LegatzuCra
ckaw Zeytung bekommen, daß der Sybenbürger mit den Mol
dawern wider den Synan Baſſagroſſe Victoria erhalten/vnd
auffs Haupterlegt haben ſoll.
Q Ge
124 - Kurze Chronica
Gemelte Tartarn ſind widernach Thorna zurück/vndhat
der GroßCanzler 1oos Pferd in der Walacheyhinderlaſſen/
mit dem reſtin18ooo. Mannauffdie Vaſſaniſche Caſacken/ſie
zugehorſambzubringen fortgeruckt/vndden VerrätherNalipo
VVaickazubekommen trachten will
Ferner auß Crackav/14. Novemb.
Heuthatdie Walachiſche Botſchafft ſo feineſtattliche Leut/
bey Königlicher Würthinn PolnzuCrackaw Audienzgehabt
was aber diewerbung vndanbringen derſelben/iſt nochvnbewuſt.
Vnſer GroßCanzler hat einen ſtattlichen vom Adet hieher
geſchickt/mit Credenzbrieffen/darneben Mündlich hr May.
vermeld/dasdie Tartarnwidervmbzurück/vnder Canzler mit
dem Oberſten Tartariſchen Cham auffs MonatFriedgeſchloſ
ſen/dieſer hat angezeigt/daß ſie bißinsoooo.ſtarck geweſtſein/
auch wieder Herr Canzlerine/nemlich dieſen vom Adel/zudem
Tartariſchen Cham deß Friedenshalben/welche Articuldroben
vermeldgeſchickt/vnndwieerall ſein Volck geſehen/deren/obſie
ſonſten wolgarbloßvnndſchlechtbekleydet/dochbey oooo gar
ſtattlich in Sammet/Atleßvnd Seydenangethan geweſt/Auch
wie er Herr Canzler vorbeſchlieſſung deß Friedensvber 3ooo.
Tartarn erlegt/danner ſie durch liſtige Kriegspracticken allge
machbißſchier garanſein Lägergelockt/vndhater Canzler diß
maſsvber sooo. Mann mitbey ſich gehabt/iſtauchinzimlicher
gefargeſtanden/gegen einem ſo groſſenhauffen Volcks/vndwaſ
dieſe Friedenshandlungnit fürgeloffen/hetten ſie dem Fürſten in
Sybenbürgenvielvnruhegemacht/welches aber alles vorerzelter
maſſen geſtillet worden. Vnſer Canzler aber wird dieſe Kriegs
waltung mehr von ſeiner dann deß Fürſten in Sybenbürgenwe
genauff ſich genommen haben.
deßLandsVngern. 2.
Es hat auch Bäpſtliche H. diſen 16. Novemb. einen vom
AdelIII.Margareſta zu Königiſche Würden in Polen abgeſand/
mit ihrer Wirden dahin zu tractiren/daß hinfürder der Fürſtin
Sybenbürgen/miteinfall in die Walachey vnd Moldaw/vom
Groß Canzler daſelbſten vnverhindert gelaſſen werde/daß auch
hochgemelter Fürſt/womöglich/mit dem Groß CanzlerinPo
lenvnndCardinal Batorimöchte zur Einigkeit vnd Confoedc
ration wider den Türckengebracht werden./ſonderlich aber dz der
Cardinal ſeiner bißherobegangener Neidſtück/ die keinem Chri
ſteninſonderheit aber feinem Geiſtlichègebüren/gegen dem Für
ſten ſeinem Blutsfreund wollemüſſigſehenbe /die ganze Chriſten
heitinbede nc ke nf üh re n/ Re wv nd le yd da rü r haben/bußthun/
vnd dem Fürſten mit Herzvnnd Mundabbitten. Wie dann die
Röm. Key. May.auch wegen friedensinder MoldawvndWa
achey/zu Kö. Wird in Polen/den Fürſten in Sybenbürgen hin
fürterzumoleſtiren nicht geſtatten/Botſchaft abgeſandt/Vnnd
Bapſtliche H. gedachten Cardinal Bathorium/ ernſtlich auff
Romzufommencitirt haben ſolle.
Vnd dieweil der Herr Cantzler vnd Polniſche Generaldi
ſe Moldawiſche Sachen dahin dirigirt/daß dieſelbe Landſchafft
von Billigkeit wegen zu der KronPolen gehören ſoll/welchdoch
anderergeſtalt nicht dannpervimbelli, oder Kriegsdrangvnnd
Gewalt vor langerzeit/ vnd keiner Gerechtigkeitgeſchehen/ſich
auchvnter dem ſcheinhabender Gerechtigkeit gewaltigvndheff
tig darumbangenommen / daß er auch Kö. Wird. wieersalles
zum beſten vermeyne/dahinperſuadirt, die Moldaweinzunem
men/den Weyda ſo der Fürſtin Sybenbürgenverordnet/vertrie
ben/vndeinen andern ſeinesgefallens widerumbeinzuſetzen/mit
fernerem vermelten/weil der Fürſtin Sybenbürgendem Türcke
rebellirt,were zu Ä ºs
er möchte darüber vmb ſein ganzes
Landfommen/pnd diſem M mitwiderſtehen kön
ſ
126 Kurze Chronica
nen hielten dafür/maſſoltedſegelegenheit nit verſaunenſond
mit ernſt ſich vmb die Moldawannemmen / ergetrawehmm
dem Türckiſchen Keyſerderwegengarwo außzukommen/ſtal
ſogedachter Herr Canzlerin ſolchem Intentfortgefahren/vnn
den alten Sybenbürgiſchen Weyda verjagt/einanderkaberei
geſetzt/vnter dem ſchein der KronPolenfürein Eygenthumb.
Vndhatalsbaden ſeine Botſchaften zu Synam Baſſ
geſchickt/mit vermeldung/erwollejhm nicht laſſen mißfallen of
zuwiderſeyn/daß er die Moldawbegere/vſeinen andern Wey
da eingeſetzt hab/ſondern denſelben von ſeines Großmächtigen
Keyſerswegenconfirmirenvndbeſtätigen dann diſe Moldaw
ſeinem Keyſerallermaſſen wie zuvorvnterworfen ſeynfo/vnnd
hm der fertige/hewrige/vnd künftige jährliche Tribut, welcher
vilgröſſer als der Sybenbürgiſche / der ſich doch jährlich vber
25ooo. Thaler nicht erſtrecke/ordentlich gereicht werden ſol.
Der SynamBaſſa aber der noch im Glücksraht/vnd mit
Hoffartvmbgeben/nicht vermeyntdaßm F.D. in Sybenbär
genmißlingen ſolte/hat dem Canzler folgende Antwort geben/
Es habe diſem Wegvnd Verſtand gar nicht./ſonderſein Groß
mächtiger Keyſerkönte die Landſchafft wolohn ihn erhalten./ſo
ſey ſie ſchon albereit dem Tartariſchen Cham/vmb ſeiner trew
geleyſten dienſtwillen in Vngernvndandernortenerzeiget/zuei
nerergeßligkeit verſprechen/wie dann der Tartarallbereit mitvil
tauſendenſampt Weibvnd Kind/die Muldaweinzunemmenvñ
beſitzen vor der Hand: Hierauß klärlich zuſehenvnd ſpüren wie
getrewlich offtermelter Herr Canzler/die Moldawiſche Sach
vermeynet/vnndoberdiſe Landſchafft lieber dem Hauß Oeſter
reich/dem Fürſten in Sybenbürgen/der KronPolen/oder dem
Türckenvnd Tartern vergönnet.
Pnddadie Türcken die Oberhandſolten gehat habne
(wie außGOttes Gnaden nicht geſchehen iſt) were der Tarter
ſchon
DeßLands Vngern.
chon bereytgeweſt/ mehrermelte Moldaw mit groſſer Tyran
ney vnd Blutvergieſſen eingenommen/desthewren Fürſtensin
Sybenbürgen vnd ſeiner Landſchafftvbel aufgewartet worden./
wie dann allbereit der New vom GroßCanzler eingeſetzte Wey
da/den Tarternvnd Türckendrey Päßin Sybenbürgenzukom
jr Ä droben gemelt/als Dockey/Weiſſenburg vnd
alachey.
Zudſem Widerſtand vnd Victorianun/die Dockeyer der
FD. Sybenbürgen zum beſten ſich dapffer / getrewlichvnnd
Mannlich gebrauchen laſſen/vnd noch darzuheherpraeſent,die
weiln ſie außdem Turckiſchen Jocherledigterbotten. Alſowo
Lieb/Forcht vnd Einigkeit beyſammenſeyn/gehen Kriegsvnnd
andere Händel wohinauß.
DieweilnnunF.D. in Sybenbürgenerfeñt/wiediſe Sa
Ä beſchaffen/ vnd die Moldaw auſſerhalhalbjhr
F.D.balddrey-Herren bekommen/haben ihr F.D. innewlig
feit2yooo.welgerüſtes Kriegsvolckzur Roßvnd Fuß abgeferti
get/vnddenſeinigen vertriebenen Weyda/diſem Volckzum O
berſten verordnet (welcher gewißanjmenichts wirderwindenlaſ
ſen) die vnruhender Moldaw vnd Walachey zu dämpffen
die vermeynten geöffneten Päßin Sybenbürgen zu
kommen/widerzuſecurircn vnd
ſperren,
Kurze Chronica
Beſchluß.
SS ER Allmächtig/Barmherzig/Gnädig/GütigGott/
G ein Vattervnſers lieben HErrnvnd Heylandes Jheſu
SID Chriſti wolle ſeiner lieben Chriſtenheit mitgnadenfer
nerbeyſtehen/diſem hochmütigen Erzfeindſeurenvnndwehren/
die liebe Chriſtenheit aber dermaſſenſtärckenvndvereinigen/daß
ſie indiſem hohen Werck Olieber Gott/deinvnd nicht ihr Ehr/
der ganzen Chriſtenheit Wolfahrt/ vnd nicht ihren eigenen Nuß
ſuche / Wolleſ auch heiliger GOtt allen denen ſo wider dieſen
grauſamen Feindſtreiten/Stärck/Herz vnd Muthgeben/auch
Einigkeit gegeneinander vnterjnen ſelbſtverleyhe/dadurchdem
Feindvilmehrabbruch als ſonſtengeſchehen kan/die Kriegshäu
pter aber mit herzlicher Liebgegen ihren Soldaten/als Söhnen
begaben/damit ſiewolvndrecht angeführet /jhnen auch wiege
trewen Arbeitern/dasjenige/wasſhnvon recht vnd billigkeit we
gengebürt/rechter zeitgedeyen möge/hergegen die Soldaten alſo
regieren/damit ſiejren Oberſten vnd Hauptleuten/als Vättern
gehorſamen/Schilt vndandere Wachten/jainSchärmützeln/
Schlachtenvnd Stürmen/Wehrvnd Herzhafft./ſtandhafftig
vndgehorſamſeyn/alſo in einhelligkeitdem Feindjelengervnnd
mehrwiderſtand thun/dzbitten wir dich Allmächtiger Gott/
ſamptlich/vmbdeines H. Namens/vndvmbdei
ner Göttlichen Ehrwillen/Amen/
A ME N.
- --- –
- - -

-- - - - - RT
"YRarie DorisverorveNowrº
HocDoLeo cHRrrrovoprietvMeases
MEHEMET 1.
SN achten tag Jenner iſt Amurath III.
). Türckiſcher Sultan zu Conſtantinopelan Greß
vnd Seittenwehegeſtorben/im 4s. Jahr ſeines Al
ters/aber ſentodwar etliche tag verborgen gehal
ten/bſeindteſter Sohn Mehemetauß Aſia zum
Regiment as des Vaters Stattgen Co nſ ta ntinopel erfordert
worden/wiewolmannverhoffte/ſein Jüngſter Bruder der nicht
ſowilt/wiederelteſte/ſolte zum Regiment kommen ſyn. So
bat nun gemelter Mehemet die Regierung angetreten / hater
allen ſeinen Brüdern/deren anderzahl 19.geweſen/nach Tür
ckiſchem Brauch ſtrangulirenvnd hinrichten laſſen. Zehenfür
nemme Weiber ſeines Vattersins Meerwerffenvnnderſeuffen
laſſen. Dem Oberſten Cammerling/ſodes verſtorbenen Amu
rathstodfall bißauff deß jetzigen Sultani Ankunft verhalten/
haterzumrccompenſa 2ooo Ccchinivnndder Sultanaſeiner
Mutter/einen Ring von 1oooo. Kronenwerthgeſchenckt.
Seine Mutter aber mit einem Stattlichen Zehrpfennig
abgefertiaet / vnndan einen weitgelegnen Orth zu wohnenver
ſchicket. Nach dem aber die Janitſcharnvnnddaßander Kriegs
volckſres Sultanstodvernoſſen haben ſie alsbalt einen groſſen
Lermenvnndvnruh erweckt/ die Statt Conſtantinopelgeplun
dert/vndalſo Hauß gehalten, daßmañſich eines groſſenvnglücks
daher beſorgte / doch iſt dieſer Tumult von dem newen angehen
den Sultan zuletzt in groſſer Mühe widergeſtillt worden/vndin
allen Gaſſen gute Wachtvnd Ordnung beſtellt/vnddarauffnach
Türckiſcherart ein herrliche ſchönezelte vor S.Sophie Tempel
aufgeſchlagen / der verſtorbene Vatterſampt ſeinen entleibten
R 2 Söhnen
132 MEHE MET II.
Söhnen darunder getragen/ vnndden Vatterauffdie Rechte
Hand/die Söhne aber gegevberauffdie LinckeHand/daſejeder
mannſchen konnte/bißzu Begräbnuß der Ordnung nachgeſtellt/
Der Leichritte eingewapneter Mann vor/die Janitſcharenfol
genzubeyden Seittennach/die Prieſtertrugen Lichterin ihren
Händen/vnndbeſungen die Leichnachjhrem Brauch/vnlengſt
nach der Begräbnußritte der newe Türckiſche Sultan Mehe
netmitgroſſem Prachtvnd herrligkeit der Kirchenzu/vnndließ
ſich zum erſtenmaloffentlich ſehen/vſaußtrücklich verneſien/er
woltkünftigeSofiernitallein Wien in Oſterreich/ſondern auch
Rom in Italiavnnd die ganze Chriſtenheit bekriegen/wie dann
auch zu Conſtantinopelonndan andern Orthenbefohlen / alle
Nothwendigepraeparation vnnd Rüſtung darzuzuuerſchaffen/
vnd der ganze Statt Conſtantinopel viel zuthunvnndzuarbei
ten gemacht. Außdem Schatz hat manndrey Million Golter
hebt/die Janitſcharnvndanders Kriegsvolck damitzubezahlen
Alldazu Conſtantinopel war ein Perſianiſcher Geſan
der angeländt/mitverlaut/dem Newen Sul
tanzuCongratuliren.

Kriegs
I33

Kurze VngariſcheKrigsbeſchreibung
was ſich ſind Anno 159 biß auf jetzige
zeit/beydem nochwerende Krieg in Vn
gern zugetragenvnndver
lauffen
SNJahr 159 im Julio rüſtet ſich der Türck
gewaltig mit Schieffende Chriſtenheit zu vber.
Ä angt alſo in dieſem Monat vierzig oder
unffzigtauſest Mann zu RoßvnndFuß/nachdem
Grenzhaußklein Gomorra beſcheuſ daſſelbig/erobertº vnd
läſt alles waß er darinnantroffen ſäbenvnndzuſtückenha
ÄjeweeshmzuGomorragück vnd ſeinem Be
geren nach ergangen/iſter auff MenzendvndZache zugezogen/
beyde Veſtungen mitgewa angegriffen vnd eingenommen/vnd
alier geſtallt / wie zu klein Gomorra mit den Einwohnern vnnd
Äjehandevnangeſehen daßÄ ihm vnndRöm
Key.May zu vielen malen verglichen bewilligt vndzugeſagt.ge
jejen Geſchütz auffdes Reichs Bº?" führenvndge
brauchen ſolte.
Ännenerſtreckenſiehre Reißauffda Veſte Gren
hauß Caniſavnderwegen aberkömbt ihnen gewiſſezeittung/daß
alle Landsherren daherumbinder Rüſtung/in willens/jhnen mit
jem groſſen Volck/ſoſender Ey auffbracht / zubegegne
Äjcalsbaldſiedeßengew Zeugnuß durch and
Zeittung bekommen inaryº je Örer ſo ſein vorigerzeit
erobertbegeben/auch dieſelbe/dam ſie dem Feind nicht Gut
jmen möchten/mitFewer angezünd Davon dannen ſchw
derauffgemacht/vndnachheim begeben. Vndſindauffdißmals
die Landsherren ihres Feindes wider loßworden.
R 3 Anno
I34- Vngariſche
Annor 92 den 9. Juni ſind die Türckenfür Wiſch
gerucket/dasandreyenorthenbeſchoſſ n/geſärmet/erobertvnd
eingenommen/auch in die Fooo.Chrendarinengeſäbic onnd
nider gehawen/vnnd ihre Kinder, deren beyoo. geweſen auf des
Baſſe von Boſna Befehl in Türckey verſchickt. Deebrigen Bür
ger haben dem Türckiſchen Sultan alsbald hüldigen müſſen. Die
Capitain, Befehlsleuth vnd Soldaten darunder 3o. Teutſchen
geweſen/haben die Türcken mit ihren wehrenabztchen auffzro
Meyl Wegsbeleytten/ vnndfolgendts durch einen Wayroden
mit 4oo.Pferden nach Slünführen laſſen.
Als aber einer von Adel / Thomas Bally genannt/gewe
ſener Wachtmeiſter/Beli Aga einen vornemºnen Kürcken der
ſeiner Madonna zuviel zugemüthet / vnndſonſ groſſen Muth
willen an den Teutſchen gevbet/im Zorn erſchoſſen/ hat es einen
groſſen Lermen geben / vnndhaben die Türcken angefangen die
Teutſchen niderzuhaven/alſo daß dazumahlnürener / Carpo
Bagdeygenannt/zu Slüneinkommen/ der doch nicht berichten
fönnen / sb jemand mehr von ſeinen Geſellendarvon kommen/
oder wie es dem Wachtmeiſterentlich ergangen.
- Dens. Juli lieſſen ſich die Türckenauff2ooo.ſtarck bey
Sondra/ſieben Mey Wegsvon Caſchaſchen/vnndweilesam
ſelbigentagetwas neblichtwar/ſtreffenſevngefehrlich mit so.
Pferdenbiß an die Schranckenvndauffdie Schiltwacht/inmey
nung/dievnſernauß der Veſtung vñanjren Halt zu locken/wel
ches aber dievnſerngemerckt/vndſichderhabennichtheraußwa
gen wöllen. Alſo haben ſich die Türcken allgemachwidervmbge
wend/vñſechs Perſonen/ſoſie auſſerhalb der Veſtungantroffen/
mit ſich geführt.
Desanderntags iſt derzu Calo mit 4ooo. Türckennahe
an die Veſtung kommen/ vnnddaſelbſtherumbviel Dörfferge
plundert
Kriegsbeſchreibung 35
lundertvndabgebrennt/die Einwohner ſind merertheilsentflo
n/vnnd mit den Lebendarvonkommen. Dann ſie durch etliche
chüßmitgroſſen Stückenauß der Veſtung gewarnet worden.
och hat er viel Ä Roßbekommen/vnnd ſie mit ſich

außrichten können.
So haben die von Tockayden 11.tag Hewmonatsſie auch vn
gefehrauffzwo Meylantroffen/vnndweilihrer wenig/der Tür
cken aber viel/haben ſie die Fluchtgeben müſſen/welche die Tür
ck en na ch ge ja gt /b ey 2o .V ng ar nv nn d Teutſchen erlegt/vndetli
che gefa ngen. gedachter
Auch ſoltob PraepoſtVVari, Oberſter von Erlamit
ſeinem Kriegsvolck/vmbdie elffhundert ſtarck/ander Hordua,
anderhalbmeilvnderhalb Erla/den Feindm ithellemhauffenan
getroffen/vndſchdreymaldurchgeſchlagen haben. Aseraberan
daß Geſchütz kommen/vnd der Feind in die co. ſtark geweſen/
hat er ſich wenden/vndin die Fluchtrichten müſſen. Vndſindal
ſofaſt alle Fußknecht in 7oo wie auch der Teutſchen vſ Vngari
ſchen Reutter viel vom Feind nidergehawen vñgefangen worden.
Es haben auch die Türckenbey Agriader vnſern 6oo. die
auffeinen Jahrmarck ziehen wöllen/ angetroffen/vnndbeyvier
hundert Mann darvon erſchlagen/dicvbrigen haben ſich durch
die Flucht rſalvirt.
Sinthe haben die Turcken auch Caniſchabereſiet/vñSiſeck
zwiſchenden Waſſern Sawvnd Culpa gelegen/belägert/etliche
vieltag mit 24 Stücken groſſes Geſchütz beſchoſſen/dochvnver
richter Sachen wider abgezogen/vnndhr Volckdreymalheruſſ
außgetheitet. Die Veſtung wird durch einenAgroniſcheThumb
herrn als Oberſtenmailich bewahret. Der Aſton Baſazu Boſna
Hatjmnach ſeineabzug von Siſeck einen ernſtlichen "Ä g
36 Vngariſche
vberſchicket/gemelte Veſtungauffeinen gewiſſentag aufgefor
Bert/vnndjmgeträwet/daerjmdieſelbigeniteinraumen werde/
wöteers doch mitgewalterobern/hn lebendig ſchinden/ vndal
les Volck darinnvmbbringen laſſen.
Der Oberſt von Siſeckhatte von den Türckiſchen Geſand
tenmit Fleißgelernetz woher der Türckiſche Baſſaſo eigentlich
alle Gelegenheit der Veſtungvnd des Cloſterswüſte/vndſoviel
erkündiget/daßderpfleger im Kloſter ein verrätherwere / vnnd
ſchon vorfünffJahren Gelt vom Türckenentpfangen/daß Klo
ſterſampt der Veſtung zuuerrathen. Derhalbenerden Türcki/
ſchen Geſandten mit gutenworten aufgehalt/jmedaß Geſchütz
Proutand/Kriegsrüſtungvndallesſein vermögengezeiget/vnd
doch mit gutergelegenheit beydesden Verräther vnd Türckiſche
Geſandtengefangen/jhnen Händvnnd Füßgebunden/vnd den
pflegerindaß Waſſer die Sawgenannt/geworffenvnderträn
cket/den Geſandten aber zum Fenſter herabgeſtürzt/vndebener
maſſen im Waſſer ertrincken laſſen.
Danungedachter Geſandtervber die zeitaußblieben/ſchick
teder Türckiſche Baſſacinen andern Bottengen Siſeck/vnnd
beſchwerdſchdcßengegendem Aptvnd Oberſten/daß er ſeinen
Geſandten ſolangaufhielte/vnddeutet ihm ſolcheszutrotz den
erjhm zu ſeinerzeit wolwiderumbeinträncken wolte.
2ber der Aptgabfür/erhette den Geſandten zurechterzeit
abgefertiget/warumber aber noch nicht im Lägerankommen/ſeye
ihm nicht zuwiſſen/erbotteſich aber gegen dem Botten/die Ve
ſtung aufzugeben / die er doch nicht wüſtevordrm Türckiſchen
Gewaltauffzuhaltender Baſſaſolteſienurdurchſtattliche Leut
einnemmen laſſen. Dannjhmbedencklichvndeine Schand/dieſel
beſchlechtenvnndgemeinen Leuthen ohne Gewaltaufzugeben.
Dieſer Bottſchafft nun war der Türckiſche Baſſa wolzu
frieden/ vnndrüſtet ſich mit dem Vornembſten ſeines Volcks
- Of
Kriegsbeſchreibung I37
die Veſtung ohne Schwerdſtreich/wieerverhofft / einzunem
men. In mittelſ aber macht ſich der Oberſt im Kloſter auch zum
beſtengefaſt/ludealles ſein Geſchütz/ſoſtarckalserfonnte mit
Nageln/KettenvndKugeln/verdecktes mit Waſenvnndandern
ding/daßmannes nicht ſehen konnte.
Als nun der dritte tag/dender Oberſt beſtimmethatte/ er
ſchienen/kamen die Türckenſtattlichdahergeritten/jedreyinei
nem Glied / vnnddiegroſſen Herrn vorn an/fundendaßgroſſe
Thoroffen/vnndwurdenhrauffyoo eingelaſſen/darnach der
SchloßgatteramThorndergeſenckt./daß Geſchutzallesloßge
brennt/vnnd die Türcken/RoßvnndMannvnverhoffter Sach
jämmerlich erſchoſſen/vnndin die Luft geſprengt/die aber noch
vor dem Thorwaren/ alsſiejhrer Mittgeſellenzuſtand vernom
men/wolten ſie nichtlengerwarten/ ſondern begaben ſich allein
die Flucht vndzujhrerverſicherung. Alſo hat der Aptſein Kloſter
vnd Veſtung damals durch dieſen Kriegsliſterhalten/vnndvic
Türcken vmbbracht.
Den 17. Herbſtmonats/morgens frühvmbſieben Ä
haben ſich die Türckenauffeiner höheeinzahlſchenvnd der Ä
ſten Lägerauſpehenlaſſen darauffdievnſern gleichwolfünfzig
Reutteraußgeſchickt die Straſſenzubereitten/aber keinen Feind
mehrgeſpüret/ſich wider zurücksins Cäger begeben./ohne Sorg
gelbet/vnndvermeineteshettckeine ſonderliche Noth. Aber die
Türcken ſind balt auf die hunderttauſent ſtarck zwiſchen ihrer
Wachteingebrochen/ vndhabender Chriſten Lägervnverſehens
. r Fußvolckrüſtet
enſe
pberfalVn ſich gleichwolzurgegenwehr/vnnd
erzeigt ſich mannlich gnug/ſtritte mit dem Türcken von 2. vhrn
anbiß auf halb ſieben gegen Abend / ihrer etliche kommen
bißaiffden 12.13 vnd 15.Mann. Hanß Goller ein Schuefnecht
von Grätzſagtmannſeyauffden1s Mann kommen/vndſollen
auff
138 Vngariſche
auffdie12çoo. Türckenauff dem Platz blieben ſeyn / doch haben
ſie von wegen der menge daß Feldbehalten. Daß Fußvolck iſt
mehrertheilsjämmerlich erſchlagenvndgeſäblet worden. Mann
ſinder Schlachtbißandie Knochen im Blutgangen
Die Hauptleuthſind mehrertheils zeitlich aufgeriſſen/aber
hernacherſren Lohndrüber entpfangen. Der Veldoberſte hat ſich
baltverohren daſ mañnicht gewuſ/woerhinkommen/Haupt
mann Wolffersdorffer iſt gefangen worden / vnndhatſich mit
Geltabgekauft / Hannß Georg Gleichſpacher iſt hernach mit
dem Schwertgerichtet worden/Hauptmann Denckiſtauchge
fänglich eingezogen worden. Der Rüſtmeiſter vnd Fendrich ſind
von den Türcken erſchoſſen vndgeſäbletworden./jhrer vier vnnd
Achtzich darunder auch Michael Buchtrucker von Aſcha nahe
bey Lin geweſen ſind mit aller Nothentkommen/vnnd ſich inei
nein Caſtellvnder der Erdenmittodtenbeinen verſchanzet/vnnd
ihr Leben alſo errettet. Des Rüſtmeiſters Weib/ſoſchwanger vnd
der Geburtnähig/wardnidergeſchoſſen/vnndvber ihren groſſen
Leibmit einem ſchädlichen Säbelverwundet. Daſie aber geſehen
daß ihres Lebens nicht mehr ſeyn könnte/vnangeſehen/daß ſich dz
Kindinjhr noch gereget/ hat ſie einen Soldatengebetten/daßer
ſievollendtserſtochen/vndjhrder Marter abgeholffen. Die Tür
ckenhabender Chriſten Lägergeplundert/vnd 64ooo.Taler/wel
che zur Abzahlung des Kriegsvolcks vorviertagen ins Läger von
Linz kommen waren/ſamptaller Wahrvand Kriegsrüſtungero
bert. Der Chriſten Kinder wie die Kälber mit den Füſſenandie
Geltwagen aufgehencket/vierzchen Wägen mit Chriſten Kö
pffengargeney zuſammengepacket/wolbeladenvnndhinwegge
führt. Die Türcken hatten in die Kirchen/darinnobgemelte
Flüchtige verborgen/lagen/vierzchen Donnen Puluers geleget/
welches ſie durch ein laufendFewervberdreytagangezündvnnd
zerſprengt haben.
Den
Kriegsbeſchreibung. 139
Dens. Herbſtmonatsfamen die Türckenmutaller Krigs
rüſtungvnnd Stürmzeug vor die Veſtung Togkay/Daſieaber
vermercket/daß da nicht viel außzurichtenwere/ begeben ſie ſich
ferner mit dreyhundert Pferden nach klein Gomorra/vndberen
netende Statt/muſtenabcrdervmbligenden groſſen Sümpff
halber vngeſchaffter Sachen wider darfür abziehen. Lieſſen ſich
doch gleichwolvernemmen/ ſiewolten derzeit erwarten/biß die
kalten Monatenherzuruckten/vnd die Sümpffevberfrören. Als
den wolten ſie ſich allererſtrechtvnndmiternſtandie Stettrich
ten. Mittlerzeitſtercket ſich auch der Baſſa von Boſna mit einem
mächtigen Volck/daraußmañleichtlich geſpüret/daßernochet
was weiters für hette.
Vmbdieſezeit hat ſich der BafavonBofnaandiefruchtba
re InſulDuropolliam oder Turopolim gerichtet/ſein Lägerzwi
ſchenden Waſſern Culpavnnd Sawauffgeſchlagen/vnnd von
dannenden26. Herbſtmonatsbey Nächtlicherweileinen ſtarcken
Streiffvnd Angrieffauffſiegethan/auffdie 4o. Dorffer/auch
zweengroſſe MarckFlecken/memblich Chioſevnnd Goiritzge
plundert / vnndauffden Bodenverbrennt/bey 2ooo Chriſten
ſampt einer groſſen Anzahl Vieh / vnndauff die tauſent Fuder
Getreydhinweggeführt/der Herr Baan, dem die Inſulzuſtändig
hat ſichauß Mangeldes Volcks, welches allererſt hat ſollen an
kommen/nicht zur Gegenwehr ſtellendörffen/ſondernden Türcke
ſhren Muthwillen geſtatten müſſen.
Den itag Octobris haben die Türcken vmb Mitternacht
daß Ä S.Georgen/zwiſchen S. Niclausvnnd Witſchaw
an der Mauer mit 1s Fähnlein Fußknechten eingenommen/alle/
ſodarinnen geweſen/Jungvndaltndergehawen/ daß Caſtellvff
den Boden abgebrannt/onndbey anderthalb hundert Perſonen
gefänglich hinweggeführt.
Als der Türcken Gewalt in Crabatenvnnddennechſtgele
S 2 gegen
T4O Vngariſche
genenen Orthenvberhandgenommen/vnndder Baſſa von Ofen
auch in groſſer Kriegsrüſtung ſtünde/vndmann nicht wiſſen kofi
tr/woer den Kopffinaußſtrecken würde/ſchickte KeyſerRudol
phus II. als erwolſahe/daß daß Landvolck einer ſolchen Gewalt
zu widerſtehen/zu ſchwachſeyn würde/ ſeine ſtattliche Legaten an
die Chur/Fürſtenvnd Stände des Heyligen Römiſchen Reichs/
ſie in ſolcher Nothvndelendehülffanzuſprechen.
Derhalben dann die Chur/Fürſtenvnnd Stände/nichtal
einden Keyſer zu Ehreuvnndgehorſamb/ſondern auch den be
trangten vnd Nothleydenden MitChriſten an den Türckiſchen
Gränzen zu TroſtvnndErgeßungbeydes/Volckvnd eine gute
Summa Geltsfür ſich ſelbſtenbewilliget/ auch ihre Landſtände
Ä zu Rathgezogen. / wie die Sach allenthalben anzu
greiſen
Dieweil aber aller Sieg wider die Feind der Chriſtlichen
Kirchenallein von Gott herkommen/fohaben die Chriſtliche Für
ſtenvnnd Stände für die höchſte Notturffgehalten./ſtärckvnnd
Sieg wider den Türcken von Gott in rechter Bußvnndaußwa
rem Glauben zu bittenvndzuerwarten haben. Der halbendever
ordnung in ihren Gebietengethan/daßmann nicht allein täglich
vmbden Mittag ein Glockengeleuttet/ond die euch zum Gebet
vermahnet/ſondern auch etliche ſonderliche/ſchönevnndnützliche
Gebetſtellenvndtrucken laſſen/die einjeder in ſeinem Hauß/oder
in offentlicher verſamblung wider den Erbfeind Chriſtlichen
Namensvnd Gebütsſprechen vnd beten möchte.
Anno 1593 im Januariohat der Türckiſche Baſſa von Boſ
naauß ſeinem newen Caſtell Petrina abermals einen Außfall in
Duropoliamgethan/daß Caſtellvnd daß Dorff Beck Vochobi
naaußgebrennet/ vndneben viel andern Tyranneyvnnd Muth
willen/auch vber die 4oo. Seelengefcnglich mit ſich Fé
hret/
Kriegsbeſchreibung 14P

führet/ Mannſchreibt aber, daß er von denenzuCaroſtattauch


groſſen Schaden erlitten haben ſolle.
GleichfalshabendieTürckenauchnewlicher Ä Fle
cken Martanz nicht weit von Agram gelegen/vberfallenere
geplundert/vndbeyſebenzig Chriſten dann vmbgebracht onnd
gefangen, doch ſollen auch auffdie Foo. Türcken auf dem Platz
blieben ſein.
Es haben ſich auch in die 3eoo. Türcken rnarsſº
Newheuſe verſtecket die Veſtung durch ein Betrug ein
menwohnen nicht Herr Balfibegegnet/vnd ſie abgewieſen/wie
droben an 55. Blatmeldung geſchehen.
Weiden TürckenzuPetrinavonwegendesgroſſen Sº
kein Prouiandzukommen können, hat ſie der Hunger Ä
genchauffein Streifzubegeben. Habenderchalben eines Ede
manns Sitz/drey Mey von dannen an der Culpa gelegen mil
gewaltvberfallen eingenommen vndgeplundert/in die &o.Per
onendarinnnidergehawen/einnamhafftige Beutvnnd Prº
j Vujedoch ſind auffdiefünff
hundert Türcken auffm Platz blieben,
Hiernach ſind die Türckenvmbſechshundert ſtarck zu Roß
vnd zu Fuß auſgezogen/vorhabensauffdie Chriſtenzuſtreifen
Weil ſie aber vber einen groſſen See/welcherm Eyßvberfro
ren/reyſenmuſten/ vnndnuhn vngefehrbeyen halben Mey
Wegsauffder Seekommen iſtdaß Eyß vnderjhnengebrochen
vndſndaſo Roßvnd Mannerſoffenvnd zu grundg"3"
Denn 9. Martijhielte Rudolphus I. RömiſcheKyſe
einen andtag zu Prag vnd ließ den verſambe Landſtätten der
Kron Böheim
h den erſtenvortragvaſtauff
ſt gvaſtauffffolgen"
S Meynung
thun.
142 Vngariſche
thun. Daßnemblich gedachte Stände die vorige hüffennd
2nſchlägnoch drey Jahrlangcontinuiren/ auch einzahKriegs
wolck auf die Türckiſche Grenze abordtnenvnndvber ſolches
noch einen andern Hauffen damit der Erbfeinde mit ins Land
falle / darzu nothwendige bereiſchafftÄ Arckeley vund
diß alles auffeignen koſtenzuuerordnen. Daneben ihr Gebühr
an denordinarbeſatzungen vnderhalten/vnd dieſelbige den künff
tigen Sommerduplicirn/ Demnach ihre Kay May von we
gendeßen durch den Türckengevrſachten Friedebruchaereit
underttauſent Taler auf die Vornembſte Amps vund Be
Ä leuthe dieſer Cron Credit zur Gegenwehr aufgewendet/
dieſelbe widerumbabwenden/ vnndwo fern ihre Mayeſtet ci
gner Perſon wider den Erbfeind ſich zu Felde begeben müſte/
auff einen mehrern Nachtruck vnnd hinderhalt bedacht ſeyn
volfen.
Was die Türcken verſchienes Jahr 1592 gegen dem Klo
ſter Siſeckvnderſtanden/vnndwievbeſieda angelauffen/haben
wir hievor fürzlich angedeutet vnnd vermeldet. Nach dem
aber Haſſan Baſſa ſeine gelegenheit außgeſehen / hat er im Ju
nio dieſes 93. Jahrs ſich widerumb mit groſſer Heeersfrafft
geſtärcket/onnd alsbald im Anfang des Sommershinvndwider
in Turopolia/Caraſinitz/vnd Samabergeſtreiftvndgebrennt.
Wie er dann im Anfang des Brachmonats für Treuſchingeru
cket/dieſelbe Stattbelägert/durch ſein vielfaltiges Schicenſſero
bert vnnd eingenommen / alles gepundert / der alteneintheil
erſchlagen/ die Jungen aber gefangengenommen/vnndinwe
# Ä.
geührt.
daſelbſten herumb in die soo. Perſonen hinweg

Endlich hat er ſich ſampt dem Beegen zu Petrinavmndan


dern ſieben Begen/Saym/Spachien/Dellen Sº
(11.
Kriegsbeſchreibung I43
ſeiner beſten Ritterſchafft/in die 3oooo. ſtarck mit dem groſſen
j der Kaanerin einer Quartier Schlangeºº
vier Feldſtücken aufgemacht / ſich den anderntag Brach
jnajan die Veſting Siſeckgerucket/vnnd aufgeforderte
Äsjer de Teutſchen Knecht / ſodarinn in Beſatzung gelº
ger/ihm miteinem kurzem Beſcheyd/vnndeiner anſchlägigen
Antwort abgefertiget / hat er den andertag hernach alsbald
j Geſchä halb der Culpa beym Wachtthurº
Schanzegeführt/ vnnd Morgenszufrüer tagzeit angefangen
die Veſtung Siſeckzubeſchieſſen / mit einer Carthaunen den
newen Thurnnidergeworfen / vnnd darinnzwec Buchſen
meiſter erſchoſſen / die belägerten zehen ganz ºº inanz
jen beträngetvnndgeängſtiget / daß es ihnen ºhº
einforderliche entſagung/ Menſchlicherweiß darvonzº
nicht womöglich geweſen / ſich wider einen ſolchen grimmis
gen Blutdurſtigen Feindauffzuhalten/vnd zuerwehren
Alsdeßender Biſchoff von Agram/vnnd Her Ruprecht
von Egenberg / als Oberſter des Keyſerlichen Regiments/
welches damals zu Agram gelegen / Järlich berichtet worden/
a es auf Herrn Andrea von Auersperg SÄ Carl
jn nomb Rahonndhülſfargº
Äjonderhabenden Kriegsvoick zu Roº
Fuß ein merckliche Anzahl beſchrieben auch die Karneriſchen/
Ärhibuſier vund Craneriſchen Landſchaft Pferd auffge
mahnetoundden 7tag Brachmonatsbey S Johannes vnder
halb Inſtawiz/daſedieerſte Nachtgelegen/zuſammen ger“
j/djanderntagswiderauffgebrochen /vndbey Agram phe
So neben der Schanzen zu dem Keyſeriſchen Regimen
geſtoſſen. Den
4-4- Vngariſche
Denneuntentagermeltes Monats in voller Schlachtord
nung auff Schelin in des Herrn Baans Herrſchaft gezogen/
Vnderdeßhaben Peter Herdeli Huſaren/ vnnd die Weißröcker
bey 3oo. Türcken/ſoauffKupſchtraſtreffen wollen/vngefehr
ich antroffen/vnndderſelbigen hundert zumtheilmidergehawen/
zumtheilgefangen/vnnddie andern in die Flucht geſchlagen/da
runder den außdeß Meyneydigen Crabaten Sohn/welcher den
Burggraffen zu Caſtewitzgebunden dem Baſſavberantwort/ge
fangen worden.
Denn Brachmonat figen ſie zu Schelin ſtil/vnndwar
ketenauffden Grauen zu Serin/ Angemeltemtag iſt auch der
Baan Peter Herdelivnd Herr SteffanGraßwein vom Creütz/
vnnd Jſtuuan Tahi/ſampt den Hußgoggen zujhnengen Sche
linkommen.
Den 11. taggemeltes Monats ſind ſie auffGrädzugerücket/
daſelbſtdaß Nachtlägergeſchlagen/vnd noch immer desGraffen
von Serinankunfft erwartet/welcher doch außfürfallenden Vr
ſachen auſſen blieben.
Am 12. tag Brachmonatsfam in aller frühen Soldat
auß Siſeck/vnnd brachte dem Herrn Oberſten die Botſchaft/im
fallerheutdicſentag den Belägerten zu Sſeck mit ſeinem Krigs
volck nicht zu hülffkeme / ſo vermöchten ſie ſich nicht enger zuer
wehren ſondern müſten ſich dem Feind ergeben. Dañder Thurn
gegen der Culpaſeyſchönvber den halbentheyhinweggeſchoſſen
vnd wölle der Feindauffden Abend den Sturm anlaufen /ha
beauch ein Schantzallernechſtbey dem Thorauffgeworfen/das
erebenes Füſſes indaß Schloßhineinlauffen mögen. Darauf
die Herrn Andreas von Auersberg/ Ruprecht von Eggenberg/
Melchior von Redern/Boan Peter Herdelivnd die andern Win
diſchenvnnd Crabatiſchen Befehlsleud zuſaſilenkoffien/die Ä
Kriegsbeſchreibung. I45
chenberathſchlagt./wiemann ſich in dieſem Fallgegenden Siſe
ckernhalten möchte. Der Herr Oberſter von Auersbergſchloß
dahin/vnndhieltſtarckan/mannſoltevndmüſevortſetzen/vnnd
Siſeckentſetzen/deßèmeinung der von Rödernbeyficl/die andern
allhabenswiderrathen/inbetrachtung/daß der Chriſten Macht
gegen den Türckengerechnet/ſehr gering/vnndhirmit den Herrn
Oberſten bereden wöllen/ daß erwiderzurückziehen ſolte. Der
Oberſtaberhat ſich darüber erzürnet/vñihnen den ganzen Han
del ernſtlich zu Gemüthgeführt / den forchtſamen Crabatenein
Herzeingeredt/vnnd ſie ermahnet/den Feindin Gottes Namen
tapfferanzugreiffen/vnd den Sieg von Gottzubittenvnndzuer
warten auch ſie mit ſeiner beweglichen Rededahin vermöcht/daß
ſie ſamenthaft bewilligt, dem Feind vnder Augenzuziehen/vnnd
Siſeckzuentſetzen. Sind alſo noch denſelbigen tag mit demgan
genhauffen / welcher nichtvber 4ooo. ſtarck geweſen/auffein
Teutſche Meylgegen Siſeckzugerucket/vndihre Schlachtord
nung gemacht.
Als nun der Feind der Chriſten Ankunfftvernommen/iſter
mit ſeinem reiſigen zeugauffdernewgebawte Brückenvber die
Culpa gezogen/die Reutterin zweenhauſfengetheylet/videnein
eninhinderhaltgeführet/dzmanninnithatſchen können/vndver
mcinet/ die Chriſten mit dieſem Liſtindaß Feldzulocken/vnndin
der weitezuvmbbringen/vnndalſo der Chriſtenmit2oooo-Tür
cken in einer gerüſten Schlachtordnung / ſomit dem hinderhalt
ſich faſt auffeinhalb Meyl Wegserſtrecket/von frühen Mor
genanbey Ottockherwartsder Cupavnd Oderaerwartet. Die
Crabatenvnnd-Huſaren hatten den vorzug/vnnd ſolten den erſten
Angriffthun. Als ſie aber des Feindtes Machtvndgrimmgeſe
hen/haben ſie ſich ſtracksvmbgewendet/vndzur Fluchtgerichtet.
Aber der erſte iſt ihnen baltzuhüfffommen/vndauffder Lincken
Hand mit dem Carlſeteriſchenvnd KarneriſÄ
(U
146 Vngariſche
auffderrechten Hand mit der Kraineriſchen Landſchafft Pferden/
vundin der Mitten mit dem Carneriſchen vnnd Carſtettiſchen
Kriegsvolck/welches der Herr ParadeyſerHauptmaſ geführt
darzu dann auch die Schleſingeriſche Reutter/vnnddesKeyſers
drey Fähnleinauß dem hinderhalt herzukommen mit groſſer
kapfferkeit vnder die Feindgeſetzt/mitgewaltigem Schieſſender
maſſen auf ſie getrungen / daß der Baſſa mit ſeinem ganzen
hauſfen die Fluchtgeben müſſen / welchen die Chriſten mitdem
hellen Hauffenvnndguter Ordnung nachgeſetzet / die Brücken
darüber ſie fliehen wollen./abgerennetvnd verwahret. Waſ ſie
den auffdem Lande angetroffen/allesnidergehawenvndgeſchoſ
ſen/ die vbergen in die Culpa oder Oderagejagt / darinnauch
Roßvnnd Mannerſauffenmüſſen. Waß außſchwimmenwöl
len / hats entweder des hohen Vfers halben nichtvolnbringen
msgen/oder iſt doch im Waſſer erſchoſſen worden. Danndahas
mañkeinendurch außgefangègenoſſien/ſondern alles erwürget/
Ä
Ohrf.
hingericht / 2ooo lebendiger Roß/vnndzchen Fähnleiner
Mittlerweit haben die Türcken im Lägerdaß Pufuer vnd
Munition in dereiangezündt/ vnnd ſich auch inein ſchnellevn
ordentliche Flucht begeben/dievnſern aber haben daß Türckiſche
Läger eingenommen/vndneungroſſe Stück Geſchützesgartge
funden/memblich/dieKaziänerin/welche vor Jahren den Chriſten
genommen worden / dafür ſich alle Grenzheuſergeförchtet die
Kräperin/zwo Maurbrecherinn/ein Quartier Schlangen/vier
Veldſtücklein / etliche hundert Kugcln/detendegröſte40. 44.
vnd 45pfündig/des Baſſaſchön Gezelt/zwölff groſſe Schieff
welches allesgen Siſeckgeführt worden.
Mannhelts darfür/daßbey Menſchengedenckenauffder
Crabatiſchenvnd Windiſchen Grenzen kein ſolche Gewalt/Tür
ckiſche Kriegsrüſtung/ſtattliche Ritterſchafft/ſolangvnndÄO2
Kriegsbeſchreibung I47
Perſonen von LeibvñGliedmaſſen/ſowogebußerv aufſTeut
ſche Manieraußgerüſtet/geſehen worden ſeye/ alschendanaº
Denn Stürmhauben/Harniſch/Panzer&c Säbel Woletſch
Stöher&callesvbergüldet oder mit Silbervnd Golt beſchlagé
geweſen/Mannſchätze der TürckenNiderlagauf Isoco.Mafi
Denn vonden2oºoo Türckenſoimfreyen Feldin der Schlacht
geſtanden/ſind nicht vber 2ooo vber die Brücken hinvberinhr
Lägerkommen./ſondern entweder auffdem Landvmbkommen/
oder im Waſſer erſoffen/Daher dannnitallein zu andeintoº.
Cörper an dem andern gelegen./ſondern auch die Culpa von der
Oderavnd SawdickmittodtenTürckenvndhren Pferdenge
ennenvnd die Waſſergleichſambdamit geſchwellet. Vnndſinº
auffder Türckenſeiten neben einer groſſenmenge Soldº pf
gemeiner Befehlsleuth/vielvornemmer Baſſa/Begen/Sayn/
Spachen/Deien/&éauffdem Platzblieben/vhernach Ä
Waſſerondland gefunden/vnderfeñt worden. Nemblich Haſan
BaſſavonBoſna, welcher vnderhalb der Brücken außde Waſſer
gezoge/vünochveiſchoner köſtlicher Kleidung auch Edelgeſtein
angehabt.Mehemebecgvon Herzogovinades Achme Viſier
baſaander Porta Sohn/Safferbeeg/von Tzernichdes Baſſa
nßona BruderMemiBeegvonZuornich/Haramatan Beeg
on Skenda Eurt Beg/von Vazittan/Albeeg von Wafers
Hruſtanbeegven Perina MbranbergvöLicka/Velº beeg
von Poghega/Operdbee von Aleuno N. begvon Orechovi
aM auſ der Grauen/N welcher vor einem Jardie Seyer
führt/vndder Goſch von Clagenfurth die des Baſſa Hoffmeiſter
vnd Rathgebergeweſen. Inſumma der Kernvºder den Türcken
hadahaar laſſen müſſen allein der Murath Mavon Crupſoll
mit dem Leben darvonkommenſeyn.
Von den Chriſtenſ der ArchibuſierFurrerin der Caſa
T 2 ſampt
I48 Vngariſche
ſamptzweyen Reutternvmbkommen/der Huſarn ſind nichtvber
achtoderzchenauffdem Platzblieben. Vnder dem Fußvolckſ
niemandvormFeindvmbkommen/den nur 3o.oder 4o.Hußgog
genvnd Keyſeriſche/welche/indem ſie dem Feind die Brückenab
gelauffen/vndein Stück von der Brºcken eingericſſen/zum they!
indem Waſſer erſoffen/zum theylindem groſſengeträngertrückt
vndzertretten worden ſind. Nach dieſem herrlichen Sieg iſt alles
Kriegsvolck der Chriſten / dreymavmbdaß Kloſter Siſeckhe
rumögezogen/vnnd jedesmahauffoie Knie gefallen/Gottvmb
erlangten Sieg gedancket/vnd Frewdenſchüßgethan
Als die Türckiſche Beſatzung zu Haraſtowitz dieſe Zeittung
erfahren/haben ſie die VeſtungaußForcht verlaſſen/vnndiſtal
lenthalben ein groß ſchreckenvnder die Türckenfommen. Der
Herr von Eckenbergzogbaltmiterlangtem Sieg beySiſeck mit
wenigem VolckauffPetrinam/ließ die Veſung berennenvnnd
aufffordern. Als ſie ſich aber darinnnicht balt ergeben wölen/vi
dievnſert das Geſchütz von wegen des beharlichen Regenwetters
nicht vortbringen foñcn/auch etwas mangelanProuiandfürge
fallen/muſemann ein zeitlang innhalten, doch ſind ſie endlich vff
die2oooo. ſtarck vor Petrinam gerucket/daßelbigfünftag nach
einander vnaufhörlich beſchoſſen/doch nichts ſonderlichsaußge
richt. Hergegen hat der Feind auch tapffer heraußgeſchoſſen, aber
keinen Schadengethan.Vnd ſind faſt alle tagermenvñSchar
mützel gehalten worden. Vnnd als dievnſern eines tagszuuor
vberdienewe Scheffbrücken/dicſievber die Culpa geſchlagen/
gezogen/in Meynung/die Türckeninhrem Quartir zuvberfal
len/haben ſie einen Türckenantroffen, welcher ſeinen Kopfver
pfendtet/daß der Beglerbegauß Gracanaren MeyWegs von
dannen/vndauffdem Wegeſeye/den Baſſa von Petrinamitei
nerſtattlichen Mannſchafftzuhüffzufoſien/vnddevnſern mit
groſſer Macht zuvberfallen. Darauß ſich dievnſern widerÄ hr
(ger
Kriegsbeſchreibung: I49
Läger begeben/ihrer Schanzen war zunemmen/ſonderlich weil
der Graff von Serin/der Herr von Auersperg/vnndº Oberſt
verwalter ins Windiſch Landauffſre Grenzheuſer abgezoge/dä
ſelbſten achtungzuhaben/damit ſientonverſchens von den Tür
ckenvberfallen werden.
Ämder Türckiſch Sulanderſeinengroſſe Nº.
bey Siſeckvernommen/hathmbeydesder Schadºndº Spot
wehgethan/vndjhminſolchem grimmgänzlich fürgenommen/
ſich an den Chriſten widerzurechen einen new Krieg widerdis
Röm. Kay. May.den7.tag Augſtmonatsbeyder Conſtanti
nopelvnndzu Ofenoffentlich außrufen laſſen auch Machemet
dem Baſſau Temeßwar vnnd den Beglerbegaß Grichenland
befohlen dieſen Krieganſeiner Stattzuführen dem Baſſa aber
von Ofenvndandernaufferlegt/die Grenzheuſerzubefeſtigenwir
zubeſetzen/daßverſamblete Kriegsvolck zuſammens Feldzufüh
ren/vnd dem Sinanbaſaderohn ſeine Stattin Hungarn ziehen
ſolte/gehorſambzuſeyn.
AiſogengeinnewerTürckiſcherzugwider die Chriſten an/
vndejm ſeinen vnderhabenden Kriegsvolk
in Hungarn allernechſtbey Oſen an der Beglerbegaberauß
Grenandauffdie zoco. ſtarck/nam ſeinen Weg auffCro
ation onnd Crabaten/vorhabens nicht allein die Türckiſchencwe
Veſung Petrinam/ſo von den Chriſtèmitgewalt belägert gewe
ſen mit Gewaltzuentſetzen ſondern auch Siſeck auffeinnewes
zubelägern.
Weerdannießgenannte Veſtungkurthernach mit vielem
vndvnaufhörlichem Schieſſenvnd Stürmen beräng Vnnd
wiewo ſich die Belägerten vmb ihr hautvnd Lebenredch wºnnd
apfferlich gewehrt haben doch die Türckenendlich die Ä
bekommen wnd Siſeckden24.AugſtmonatsmitGewaroº
Die ſonder Beſatzung geweſen, darunter
- T. t 3
auch zw. Ä
Teutſche
IPO Vgariſche
Teutſcheknecht waren/vnmenſchligerweißzu Boden eſſücken
zerhawen/indie Culpageworfen/vindallesgrunder erw
ſtet vnnd verderbet. Auch inſonderheitenen Münchodrºn
nengefunden worden / lebendig geſchunden/in kleine Stück
ein zerhawen/ verbrennt / vnnd daß Kloſter allerdings ze
ſtöret.
Von dannenhatcrvberdieSawgeſetzt/vndbiß an Agram
geſtreift / mit Namewund Brannd alles verheeretvnndver
derbet/indicfünftauſent Menſchengefangen/ vndin ewige
dienſtbarkeit geſchickt/vnndallenthalbengroßjammerpnd Elend
angericht.
Weil er dann in ſo groſſereylwenig widerſtandtsvermer
cket/iſter ſovieldeſto künerworden/ vnnd den Kopffnach Carl
ſtattgeſtrecket/vñder Röm.Kay. May Rudolpho II den Bund
aufgeſagt/vndjhmeanzeigen laſſen/erwölle keinen Tribut mehr
von ihm nemmen/ſondern ihn vnddieſeinen mit Morden/Bren
men/vnd Rauben/wieerfönne verfolgen.
Im September hat Huſſar Peter/ſoſchzuPappagchal
ten/auffdesGraffen von Hardeck Oberſten Befehlen Anſchlag
gemacht/auffdes Türckiſchen Sultans Schatzmeiſter/welcher
auchſonſtenvber vier oder fünfftauſent Türcken Befehlgehabt/
auffhn mit 200 Mann von Pappageſtrefft/invber Bezahlung
des Kriegsvolcksantroffen/vndmitmgeſchlagen/viel Türcken
nidergehawen / des Schatzmeiſters Kopffſampt ſeiner Rüſtung
vnnd Blutfahnenbekommen/zehen Türckenlebendig gefangen/
vndgen Papagebracht.
Es haben die Chriſten ſechs oder ſieben Scharmützel mit
ihnengegenChezmezgehabt/vñdesTürckiſchen Sultans Ober
enFendrichſampt dem Baſſa Kizaiaerlegt/gute Roßvnd viel
ſchöne Sachen von Golt vnd Silberbekommen. D
Kriegsbeſchreibung 5
Denn 22. tag Herbſtmonatsiſt Sinanbaſa naher Veſpc
in/ſo 25. Mey von Wien gelegen mit groſſerheereßfrafftfür
Veſperin gerucket / vnndſeydt anno 15 66. in der Chri ſten
gewalt geweſen / die ſtarckbelägertvnndbeſchoſſen/vnndend
:ch den 27. Herbſtmonatsmitgewalterobert. Sobalt die Chri
ſcnauffder Beſatzung war genommen/ daß dieſe Veſung vor
der Türcken Gewalt nichtzuerhalten ſeynwolte/haben ſieheimb
ich Puluer vergraben/vnndFewer eingelegt/auchſchbey Noth
zwoſtunde vor der Eroberung durch ein kleines Türnleindarvon
gemacht, ſind aber doch mehrerthels von den Türckenerepletvñ
nidergehawen worden. Der Oberſte Ferdinand Samariaſo ſich
ein langezeitauffetlichen Veſungenritterlich gehalten/vndein
Teutſcher Oberſter von Goffkirchenſampt2oo.andern Chriſte
ſind lebendig in der Türcken Handkoſien. Es iſt aber auch dzein
gelegte Puluerangangen/vnndhat viel Türcken im erſten einfall
beſchädiget/vidieVeſtung ſelber vbelverderbet. Doch haben die
Türckendaß Haußzween Beegenzubewahren/vndzubefeſtigen
befohlen/vnd ſind den letztentag Herbſtmonatsfür Palottageru
eketdaßelb ig au fg ef or de rt /v nd he ff ti gg eſ tü rm et .
Es müſte ſich auch Ferdinand Samaria der Oberſtevndneben
ihm 2oo Chriſten/ſoallezuVeſperingefangen worden/ſelbſt wie
derreigen Volck Palottagebrauchen laſſen. Petrus Ornädiein/
Vngariſcher Oberhauptmann hatte die Veſtung in verwarung
hielte ſich anfenglich wol. Als er aber geſehen/dzdie Oberwerhin
weggeſchoſſen ließ er alle hoffnung/die Veſtungzuerhalte/fallen
vnangeſehen / daß es mit der vnderwehr noch kein Nothgehabt/
auch nicht mehr dann ein einzige Perſon auf der Oberwehrtod
blieben vund die andern noch alle friſchvndgeſund waren/ſieng
derhaben an/mit den Türcken zuparlamentiren vnd Spraach
zuhalten/bewilligt auch dem Feind die Veſtung zu öffnen/vnnd
ſampt den ſeinen auftrew vnnd glauben dem Sinanbaſa
zuerg
152 Vngariſche
zuergeben/ſofern er ihnendaßleben friſten/vnnd ſie mit ſicherm
Geicydt abziehèlaſſen wöte/welcheser zwar mit höchſtem betew
ren zugeſagt vnd verſprochen/aber nicht gehalten/ſondern ſobalt
ſie die Veſtung aufgeben/vndſteaußgezogen/vberfallen/vnnd
alleniderhawen laſſen / bißauffden Hauptmannſeo dritte/die
er gefangengenommen/alſo hat derErbfeindfaſt den ganze Plat
tenſee erobert.
Am 1otag Weinmonats haben die Chriſten in Hungarn
abermals einen ernſtlichen Scharmützel mit dem Türckengehal
ten/vnd Melchior von Rödern ein Schleſier mit 13 oo. Pferden
den Türcken 6ooo erlegt/viel gefangene Chriſtenvi3.ooo Chri
ſten Kinderſodie Türckengefänglich in Türckeyführenwöllen
erlöſetvnderlediget.
Vmbdieſe zeithielte Key. May. Rudolphus II. auf dem
Königlichen Schloßzu Prageinegemeineverſamblungderzuge
hörigen Böhmiſchen Stände/von dem 13.tag Weinmonatsan
biß auf dem 34. taggemeltes Monats/vndnachdem er gedach
ten Ständen beydeschriftlichvnnd mündlich vortragen laſſen/
welchermaſſen die Türcken in Crabatenvnnd die vmbligende
Ländergefallen/ vieltauſent Seelenbeyde Mannsvnnd Weibs
Perſonenſhnewige Dienſtbarkeit hinweggeführt/die Vornemb
ſte Veſtung/Schlöſſervnd Gränzheuſerdarunder auch Siſeck
gewaltſamerweißeingenommen/vnndjhnenzugeeignet/ Auch
noch ärgersim ſinnhetten/wann ſie nicht daran verhindert wür
den/vnndhierauffbegeret/ſiewolten dieauffnechſtverſchinem
Landtag / Mitwoch den 7. tag Merzens bewilligtehüffvnnd
ſtewerwider den Türckennuninswerckſetzen.
Sontag den 21. tag Octobris/brach Ferdinandus Graff
von Hardeck mit allem ſeinem beyhabenden Kriegsvolckaußdem
Goneriſchen Lägerauff/vnndweitesden ganzen tagneblichtge
weſen/ kam er vmbdrey oder vier vhren vnvermerkt nahe bey
Stue
Kriegsbeſchreibung. 133
StuelWeiſſenburg an. Der vortrabſtieß gleich im anfang auff
daß Vieheſonoch im Feldwar/ vndtrebendaßelbigzurückdem
nachfolgendenhauffenzu/vnndalsſchbaltdarauffetliche Tür
cken/vngefchrlich auffzwey oder dreyhunderthieauſſen vor den
Gärten ſehen lieſſen/vielleicht der mennung/dz Viehr/ſoetwan
durch die Teutſchen hinweggetrieben worden./wiederzuhanden
zubringen(dann ſie von der Chriſten anzug nicht gewuſt) hattder
Wolgeborne Graff Ferdinand General Oberſter ſich kurz be
dacht/vnndſamptdem Herrn Bercke/BraunvndGallen/neben
andern wenigen/ſobeyhme waren/in die Türckengeſetzt/vnnd
ihnenbißvnderdaß Thorvndauffdie Brückennachgejagt. Dar
nachhater dem Huſar Peterſampt ſeinen ſechshundertknechten
befohlen/alſobalt mit dem Hungariſchen Fußvolck in die Vor
ſtatt/darinn der Beeggewohnct/einzufallen/Hermann Georgen
aberbeydemandern Thorſo Welſchliegenannd/ anzugreiffen
vnd ſtürmen/hat er ſich ſelbſt mit dem vorigenhauffen dahinge
lägert/ damit gedachter Huſſar deſtoweniger vbereilet werden
könnte/vnd der Feind anzweyenorttenzuſchaffen bekäme.
Den 22.gedachtes Weinmonats / Montagsließerauff
den Mittagſtürmen/Alser aber geſpüret/ daß ohne langwirige
belägerung/dazu ergarnichtſtaffiert geweſen/desorths nichts zu
erhalten, zog er nachgehabtem Rathſchlagwiderab / vnderdeß
kamzeittung von HuſſarPeter/daß er den Flecken wie ihm befoh
len/mit dem Sturm eingenommen/vndwardbegert/mannſolte
ihm zweyſtück geſchützeszuſchicken/der hoffnungetwasfrucht
barlichs damit gegen der Statt auſzurichte. Wiewolnungeme
ter Graffe an dieſem fürſchlag keinengefallenhette/bracher doch
auffvielfattigs anhalten des Adels / von dem altenorth/dader
Hußarin die Statt kommen geweſen/auff/vnd ließ dem Huſar
debegertenſtückleinfogen/ " P0 Ä
AU
I54- Vugariſche
auffdie halbe Nacht etwas außrichtenfonke/daßersthete / wo
nicht ſolte er die vberſchickte ſtücklein widerſchicken / den Fle
cken der Vorſtattplundern/vnndi den Brand ſtecken / vnder
ſeinen Weg wider herauß nehmen / aber er hat ſich zu langge
ſaumet/daßjhn der tagvbereitet / vnnderſchwerlich mit groſſer
mühe die ſtück herauß gebracht / ſonſten aber wegen des groſſen
ſchieſſens ſo auffſhngeſchehen /drey kleine ſtücklein dem Herrn
Palfi zugehörig dahinden laſſen müſſen / vnndſeinen Weg mit
ſeinem Volck nicht ſtarck gegen dem graben zu / da er hinein
kommen/ſondern zudem Pallator Thor herauß genommen,
Der Graffiſt aber denſelbigen tag/welcher war dienſtags
den 23. tag Weinmonatsallgemach aufgebrochen, als ſie ſich
ein halbe Mey! Wegs von StuelWeiſſenburg beläger dahin
auch der Hußar Peter mit wenig Knechten kommen / weil der
mehrer theilmüdigkeit halbenvnderwegen liegenblieben.
Mitwoch den 24. tag Weinmonats als ſie ſich auffge
macht / vnndfort ruckenwöllen/kommet Bottſchaſft/daß der
Feind vorhanden/ vnnd ſich ſchon ſiarch ſehen ließe. Derhaben
ſich Graff Ferdinand von Hardeck vor das Läger hinauß bege
ben/den Feindzubeſichtigen / vnndwahrzunemmen/woher er
käme/vnndwie ſtarckerwere/vnndwiewolmannſhnanfenglich
nichtvberzwey oder dreyhundert ſtarckgeſchetzt/vnndvermeiner
der Beeg von Weiſſenburg were allein mit den ſeinen vorhan
den/ſohatmann doch geſpüret/daß er ſich vnder der Handgemeh
ret/geſtärcketvnndjelenger je mehr gemähret hat. Der halben
der Graffimvorzugſein Heer aufgehalten/vnd mit den andern
Herrngerathſchlaget/obmann dem Feind entgegen ziehen/vnnd
mit ihm ſchlagenſolte oder nicht. Vnd
Kriegsbeſchreibung. 153
Vndalsſiealleſonderlich aber der Herr Palf zur Schlache
gerathen/hatgemelter Graffſelbſt in eyldie Schlachtordnung
gemacht/vnnddaß Feld nach Kriegsbrauch beſtellet/alſo/daß der
Palfimitſeinem hauffenauffder Lincken Hand /vnnder mit ſei
nem Volck neben Herren Graffen von Serin / Nadaſivnnd
Budraigehalten / darbey ſich auch der Sendeliz Hauptmann
ſelbſt/vnnd Marr Beck befunden/angreiffenſolte/vnnddarmit
ſich nicht zu vngelegenerzeit ein vnnötiger Zanck deſ angrieffs
erheben möchte/dem Herrn Palfiden vorzugvnderſtenangrieff
bewilliger.
Vnderdes hat ſich der eine Türckiſchehauffauff derrech
ren Seitten etwas naher als die andern/herzugethan/vielleicht
der meinnung die Chriſten von hindenanzugreifen. Aberwolbe
melter Graff Ferdinandt / hat dem Hußar Peter mit Palferi
ſchem Hußaren neben dem Gelb vnndrot Röcklein auffrohr
Teütſchen Schützenaufferlegt./ſtracks mit demſelbenhauffen zu
treffen/wieauchbeſchehen/ vnndiſter Fußvor Fußmit dem hel
ſenhaufen fortgezogen/vnndweit ſich der Feind gar breit auß
gethelet/hat er ſich auch darnachrichten/ vnnd ſeinenhaufen
gleichfaß in die brette ordnen müſſen / vnndiſthierauffgegen
dem Feindgezogen, als ſie ſo nahe zuſammengeruckt/daß ſie ein
andermit dem Geſchütz leichtlich erreichen können/hat der Feind
ſein geſchütz/nemblich 32. Stück auffRäddern/aber allzufrüh
Ä ohn ſonderlichen Schaden vnder die Chriſten abgehen
3.

Die Teutſchen Knecht vnnd daß Geſchütz könnten deſ


dicken geſtreuchs haben dem Reiſigen Zeug nicht wolfolgen
Doch hat ſich der Herr Galder Oberſten / als ein ehrliebender
Kriegsmann/fürſein Perſon zurechterzeitein g"Ä 2. (t
16 Vngariſche
benandern wolverhalten haben alſomannlichdenFeindim Na
men Gottesgleich ohneiniges vortreffen angegriffen/vnndbalt
in die Fluchtgeſchlagen. Doch haben ſich nicht allein die Reyſi
gen/ſondern auch die Janitſcharn zu Fuß jedesmals in die Flucht
gewendet/vndvberaußſºhrgewehret. Auch viel Roßvnd Mann
vondenvnſernhefftig beſchedget/nichtsdeſtoweniger iſt der Ba
ſavon Ofen durchſoderlichenbeyſtand des Allmechtigen Gottes
vnnd der Hungar/vnndſonderlich der Teutſchen Mannlichkeit
auffdaß Haupterlegt vnd geſchlagen worden. Nach der gefange
nen Türckenauſſagſoll der Feindindiezwanzigtauſentfarckvſ
darunter auff die vier oder fünfftauſent Fußvolkvnnömehrer
theils Janitſcharn/geweſen ſein/deren wenig darvonkommen/
ſondern der meiſtetheilauff dem platz blieben/Wiedañder Herr
Nadaſivnndandere/ſoaufſ der Walſtattgeweſen, dem Augen
ſcheinnaches gänzlich darfürhalten./csſeycn in die achttauſent
Türckenblieben/oder in dem Gemößvnnd Teich vmbfommen/
wenig ſind gefangen/aber allesnidergehawen vndgeſchoſſen wor
den. Die Wallſtatt hat ſich faſt auffdie anderthab Meylwegscr
Ä"
PC.
hinvndwidermittodten Türcken wolbedecktge
Der Baſſa von Stuclweiſſenburgiſtſampt zwölff Bee
genperſönlich zugegen geweſen/die Chriſten aber ſind beydieſem
Angriff nichtvber ſieben oder achttauſentſtarck geweſen, weil ſich
die meiſtemannſchafft zu Fußalbereitzuuor darvongemacht/vf
einguttheil Kriegsvolckmit der plünderung Weiſſenburg ſich
ſehr verlauffengehabt/einstheilsauch ſchon nach dem Quartier
fortgezogen geweſen. Graffe Ferdinand wardan einem Schen
ckelverwundet/der Graffe von Serinabertheteinen Fall mitei
nem Roß. Deß Baſſa Sebelwardauffder Wallſtatt/dochzer
brochengefunden/vnnd Graffe Ferdinand sº (H
Kriegsbeſchreibung. 157
haben auch die andern viel Türckiſche Fahnen / ſchöne vergülde
Sebelvnd Stecher in groſſeranzahl erobert.
Den 9.tag Wintermonas iſt Chriſtoffvon Tieffenbach
Feldoberſter/mit ſeinem vnderhabenden Kriegsvolck/ welches in
die 40co.ſtarck geweſen zu Caſchawin Ober Hºng aufge
brochen/vndvber zween Tag vor daß Türckiſche HaußSabath
gagerücke daſſelbigeandreyenvnterſchiedlichen or beſchoſ
ſenondgeſtürmet/vnndgleich den folgenden 9. ºg gemeldtes
Wintermonatseinbekommen.vnndalle Türcken/deren beyºº
darinnen geweſen/vmbgebracht/bißauffso Bawren/ſodieTür
jmºvndSambohzum Bawhinein erfordert gehabt
wechſeyebengelaſſen/vndſichernach vor Villeck ſchan
jbeengebraucht haben. Mannhesdafº
daß kein ſolchfeſtes vndſtarckes Schloßin derſelbigen ganzen“
fierzufindenſey. Dann es mit einem gar hohen Vorgezeune/Pa
ſteyen/zween Waſſergräbenvnndſtarcken Wallbefeſtigetgewe
ſen/daraußden Chriſten jederzeit groſſer ſchaden geſchehen. Nun
aberiſthnenmiteroberung dieſer Veſungeinfreyer Paßindic
ſem Land eröffnet.
Darnach iſt erfortgeruckt/vnndden rotag Wine
natsdaßäger vor die gewaltige Stattvnnd Veſung Villeck/
welche nun in die 3. Jahr indes Türcken gewaltgeweſen/geſcha
gen/onnddenfolgenden Tag ſie angefangen ernſtlich zubelägern
wndzubeſchieſſen. Als deßender Beeg von Villeckinnen worden/
hat er ſich ſampteilichen ſeinen Kriegsvº auffder einenſeyten
heimlich außdem Schoßgemacht/zuerkündigen./wieſar
Chriſten wehren/vnd mit den benachbarten Türckenzuberatſchla
gen/wiedieſachengegenden Chriſtenanzugreifen. Der Baſſa
von Temeſwar/beyde Beegen zu Julavnd Hadwan / vnn.
Schanzhag von Schmir/vnterſtunden *Statt Ä
3 zu ent“
158 Vngariſche
zuentſetzen/vndſambleten in dereylauß den Grenheuſern etlich
tauſent Mañ. Der Baſſavcn Temeſwar begerte zwar auch sco.
Janitſcharn/welche Sinan VezirBaſſa zu Ofenvnnd Stucl
Weiſſenburg hinderlaſſenfieſolten ſich zu entſetzung Villeckge
brauchen laſſen. Aber ſie wolten nicht ſondern ſagten außtrück
ich / mann hette ihre Geſellen auf die Fleiſchbanck gelieffert
welches ihnen auch begegnen möchte. Vndhaben alſo die Arme
nier/welche gemeldter Vezir Baſſamit ſeinem Sohn/vnnd Fer
rat Baſſahnderlaſſen/mitvortziehen müſſen.
Auchhat Ofen/Stuclweiſſenburg/Schambot/vnndan
dereortgarwenig/vnndnichtvber 15 oo. Mann zu dieſer entſa
zung verordnet. Der Berg zu Graan hat einzimblicheanzahl
Volckzuvorhabender entſatzung zuſchicken bewilliget / wie ſie
dann auch ſchon im anzug geweſen. Weiler aber Kundtſchafft
bekommen/ daß der Herr von Tieffenbach willens/auch Graan
zubelägern/vnnd zudem der Weyda in Siebenbürgen mit etlich
tauſentſtarck der Chriſten zum beſten ſchon auffder Grenze ſeye/
hat er ſein Volck wider zurückgefordert.
Die anderaber/alsgemelter Baſſa von Temeßwar vnnd
die drey Beegen/ſampt etlichen Chiauſchen/vnd Armeniern/ha
benſich mit vielem groben Geſchützvnnd andererpreparation in
die Isooo ſtarck zu Peſtauffgemacht/ vnndbeynachtvngefehr
auffzwo Meyl von Villeck ankommen/vorhabens dievnſern zu
vberfallen/wann ſie Villeck angreiffen würden.
Aber der Oberſtſamptdem Herren Steffan Bathoriſonſt
Ragozi Humanna Maitlini Caßla/vnnd Pograni Benedictka
menſnenauffeingenommenen Bericht zuuor machten einen auß
ſchuß von 7000 HungeriſchenvndTeutſchen Pferden/darunter
auch Herr Reubenitz der ſchwarzen ReutterLeutenañt/mit 12ooo
Pferdenbey denen auch newe Reuter/Itéroc. HuſarenvñArchi
buſier Retter mitſrenlange Rohren/vñ1oo Fußknecht geweſen.
Kriegsbeſchreibung IY9.
Im anfang des Chriſtmonats/hatmannhinvnd widerin
Brandenburg/Sachſenvnndandernorten Teutſchlandesvmb
geſchlagen/vnnd Kriegsvolckwider den Türcken angenommen/
deren etliche auffPrag/ etliche auf Wienauffden Muſterpa
abgefertiget/vnndjedenenf.oder Thalerzum Lauffgeltauffdie
Hand gegeben worden. Den 1s.vnd 19. ſind die/ſoſch zu Leipzig
ſchreiben laſſen/angezogen, deſgleichen rüſtet ſich in Nider Hun
gernvnſer Volckauch wieder ſtarck zu Feld/vnd ſchlug man auch
zu dieſer zeit zu Wien täglich vmbFußvolckvmb. Den 6. tagge
dachtes Chriſtmonats/hatmann zweyonnd zwentzig großſtück
Geſchützes/darunter etliche Mawerbrecher/Mörſe/Feldſchlan
gen/vnndbey15. Falckenetleingeweſen/zu Schieffgeladenvnnd
nach Gomorrha geführet/vnd giengen allenthalbenneweKrigs
rüſtungen vnd Werbüngen wider den Türckenan. Es ließ auch
Kay May Rudolphus II durch den ChurF. von Brandenburg
mit Fürſt Chriſtian von Anhalt fleiſſig handeln/ das S. F. G.
2ooo. Teutſche Pferde in Hungern führenvnndnoch vor dem
künftigen Merzenin anritt bringen wolle. Alſo daßverhoffent
lich/mit dem Schleſiſchenvnnd Behmiſchen Pferden faſt in die
j Teutſche Pferde auffnechſten Früling in Hungernan
01.1
Faſt vmbdieſezeit/ nach dem mann den erſten Weydazu
Palottaerhencket/vnd die Türckenauffdic &co.ſtarck einen new
en Bergen ſampt ſeinen Gütern dahin begleyten vnndeinſetzen
wölen/ hat ihnen Huſſar Peter zu Pappa ſampt andern ſeinen
Gränzen zu Thurnauffden Dienſtgewartet eintreffen mit
ihnen gethan / den mehrernteil niedergehawenvnnderlegt/da
runter auch der newe Beeg/weiler ſich nicht gefangengebcnwöl
len/auff dem platzblieben bepfünffoderdreyſſig Türckengefan
gen/vnndalles/wasſcheyhnen gehabt/erobertvnd mithinweg
geführt worden. A
168 Vngariſche
Am 9. taggemeldtes Monats haben ſich die Türcken in Cra
baten von Petrina/Ziſeck/Chraſtouiſeauffdie3ooo.ſtarckzu
ſammengeſchlagen/heraußvber die Sawgegen Zbanitſcheinen
Streiff auf die Chriſten zu thun. Da ſolches der Herr Alban
Graßwein erfahren/haterauchindereylauffdie 9oo. Mann
zuſammenbracht/iſtden Türckenentgegengezogen/ſievnverſe,
hensvberfallen/zertrennt/in die Foo.erlegt/eingroſſeanzahl vnd
darunter vielfärnemmer Türckengefangen, die vberigen faſt in
die Culpagejagtvnnderſeuffet/alſo daßhrergar weng mit dem
ebevndnerhautdarvonkommen. Der Herr Kobengelha
von ſich geſchrieben/dzvber diejenigen/ſoerſoffen, bey7oo.Tür
enºffdpa bliebenſeyen/vnndhaben dievnſernvic Roß
von jhnen befommen.
Denn letztentag Chriſmonats haben die Türcken mit vier
ahºººoºn Fuß an die Hanckej
ſtreffet/mit welchen ſich die Chriſtengeſchlagen/ve ürckenni
ÄÄÄnd Mannverwundet. Die Türkj
hr-odenvnd Verwundehalthinweggeführ/aj daßmaſ
der Todtenvverwundenzahlnichteigentlich wiſſen kan. Indie
ſem Scharmützelſind nur zweenChriſtenvmbkommj zwcett
Ändeworden/vndhaben
cen bekommen.
vier ſchöne Klepper von den Fj
Waßſich weitter in dieſem Vngeriſchen Kriegsweſenzu
Ähteſoldergünſtige Leſerdeenauffvogej Franck
furter Meſſen(mit Gotteshälff gnugſamen bericht bekommen.
Regiſter
Regiſter.
Darinnen ordentlich die vornembſie Hiſtorien
dieſes Buchszufinden
A
ba Königin Vngarn. --
Adlerm Srbenbürgiſchen Legererſchienen. 6.
-
Agrebeſchreibung
Albertus its wirdbekömbt
Herzogin Gſterreich erobertdie
durch Ferdinand".
ZKönigreich 17
Vngarnwnd -e
henn. 16
Altenburg durch Solymannumerobert. 4
2murathes wird Türckiſcher Keyſer. 33 erſtreckt den aufgericht" Frie
den 3s. ſtirbt am Settenweh. 13 ſein Begrebnuswird gehalten. 32
Andreas Königin Vngarn ſtarb 39
Andreas 2 ZKong in Vngarn. 1.
Andreas4 zöngin Yongarn 3 bringt Oſterreichvnderſch. 16
Anna Königin in Ongarn ſtirbt. 27
2ſſon
Attila Baſſ
GeiſſelzuGottes.
Boſn ſagt demprobſt zu Siſeckallegnadab. 32
T

Auffruhr in Vngarn. 11

B
BÄ See. 1. 6. - 23
Bafiſchlegt die Türckensznimbt Tougrad ein.serobert Göckern
sº ſchlegt die Türckentn die Flucht. 6;
25athor Varvoda wird König in Polen. 3.
25eyern nemmen Preßburg ein. 1.
25egrebnusder
Bela 1. Bönigin Zönigin
Vngarn.Vngarn. O
Bela 2. der Blindgenannt. O

25ela 3. Kºngtºn Vngarn- 11.


25fumbn Vngarn. 8.
25lawenſten von Chriſten erobert. 39-5
25lindenburg eingenommen. 7
25ehmen belägern Tyrnavam. 18.
2Boſna zu Ongarn bracht. 14.
25rck uber die Tonaw Sinan Baſſagebawer. 97
Bugarazu Ongarn bracht: --
25ändnuszwiſchen Maximilianovnd Vladislao. 3- Caro
2
Regiſter.
C
Carolus Robertus Königin Vngarn. --
Carolus König zu Teapoltermort.sſeintod wird gerochen. b10.
Carolus z.ZRönigin Vrgarn. 15
Carl von Mannsfeld zeugt naber Prag 57. wird von Keyſer Rudolph
zum Rittergeſchlagenvnnd mit den Fürſtenſand begnader bd. in Pº
arn verordnet bid so legt einem Volk etliche Kriegspuncrenförd
die Türckensumbrerlich Türckengefangen, sº wird nach Gºº“
ren Schwachheit halben geführt s7 firbt daſelbſten. bd.
Cazaner vnrew.2s wird an eben geſtrafft. bd
Chriſtenſtreffen auffoe Türcken. 68,
Chriſten werden gefangen nach Ä 8.
awenſtein/Dregelfaa
Chriſten erobern Dywin. 4. 3abaſlzerſchre
racka/Somokeriten Tomgrad/Gles «zoock. wejkewbio. ſchla
gen303 Türcken 44 agen die Türckenundte Culpa.4s.ſchlagen soºº
Türcken 152 agendte Türcken in die Flucht. 156.
Colomannus Königin Vngarn.o.leſſer ſeinem Bruder die Augen außſe
chen. bd.
Comer im Sybenbürgiſchen Läger erſchienen. 89.
Croatia zu Vngarn bracht. o,4
Croſnahurca durch Suenderobert. 39
D
Almatia zu Yngarn bracht. 4.
Dalmatia von MTabonner erobert, 19

8 Dockayrwollen dem Sybenbürger 4oooo. Mann Järlichen halten.


4.
Dotts,7. Dinenerbawt worden, 8.
Dotis verloren, +5
Dregelt durch Solymannum erobert. 27.

E
EÄdurch Matthſam erobert,
Eliſabeth Königin wird errrencft.
Emericus Königin Vngarn.
Erzbiſchoſſin Vngarn,
Regiſter.
F
erdinandus Etzherzog Königin Yngarn 24erobertOfenſbid.belä
gert daſ ſelbg.za.ften Peſtibid erobert Agriam. 27.
Ferdinandus wird zum Zeyſer erweler.28 richt mit Solymanno ein
Fried auff/firot. b>,
Filleckeroberr. 4.
Friedbeſchloſſen zwiſchen KönigPladislaovnnd Keyſer Seymo. z.

G
G Gebettwider
des 8. Stephann Vatter.
den Türckenangeſtellt.
.
40
Gefilch adminiſtration des Lands Pngarn. 7
Georg 5eck zum Zönggemacht zu wird gefangen vnndmitdenſefnenv
gebracht. 10
Gertrud Königin tödlich verwund. 11.
Geſtes erobert.zo von Chriſten einbekommen. 39
Geyza Königin Yngarn.o.ftarb. 1.
Gonorra von Türcken eingenommen. 133
Graanerobert von Solymanno. 27.
Graan von Vladislao erobert. 17.
Gran wird belagert.4stem von Mannsfeldtbelägert 9.ſichergebe. 73.
Guntz durch Matthian erobert. 10
Gyarmeterobert von Solymanno. 7.

H
Ardeckvbergibt Raab. 45.
Haſſanbaſſavbergibt Tergoviſtdem Sybenburger, O
Heimbergerobert. 19.
unenführen Krieg wider Macrinnmden Römiſchen Landvogt, wo ſie
nach Attletodgewohner. 1

Ghann Hundes oder Corvinus wird vavodan Vngarn 7. wird zu


Ärºffen gemacht hd.ſchlegt den Türcken in die Fluchtbid.
Zººs Kºgonomannsmathematicsgeſtorben 19
Jºhannes von Säbola zönigin vgarn 23
Johann Pavoda 24
3E - Key
Regiſter.
2Keyſerſchreibt den Thur Fürſten vnd Stenden vmbhälff 140
Komorra von König Matthiafeſt gemacht. 19.vom Türckenerobert24
2Kornewburg durch König Matthia erobert. O

Madsaisºngin Yºngarno. Ladislaº Königin Angarn ads


- aus 3 König in Ogarn. z Ladislaº Königin Vngarn 3 Ladis
ausetºchtauſent Türckenerlegt. 18.
Aandtag zu Prag ---
udovicus Königin polen. +
Audovicus Königin pngarn.22 bleibt in einem Sumpffſtecken 23

M
ahometerobert Dalmatiam. ”führetvberzoooo. perſonengefan
genhinweg. 1b DC11.
rartºudovic Tochter ZKönigin in Vngarn. 14
MarggraffCaſimir geſtorben. 24
Yarºſstselteſte Tochter. 2.
27arrisberg Kloſtergebawt.s verloren. 4.
Matthias wird gefenglich nach Prag geführt.8. wird durch den Biſchoff
von Weradin mit Geltloßgekauffr. wird zum 2Königin Vngarner
welet2shelten Landtag gewinnt U7errhern vnd Schleſien wird zum
ZRöntginn 255hem gekröner.s macht Komorrannfeſt. 8.erobert Crouz
mansdorff. 9. erobert Haymberg. 1. Irem Bruck/Zornnewburg.zo.
Guntz/Ebersdorff.Wien/7ewſtatt.fiirbt. bºo,
Marmilan gewinnt Wen widerunb. 2. deſgleichen Tewſ.at/Pruck/
faſt ganz Oſterreich StuelWeiſſenburg/Veſpein/Saoatia. bt. D.
Matthias Teuffelgeſchlagen. 27
Matthias Erzherzog Ä Grat1. 43
MTaximilianus vnd Selynusmachen Fried3o.ſirbt. 36.
Maximilian Erzherzog numbrpetrinein. 49
Mehemetesz wird zum ZKeyſer erwehlet.z.leſ 19. ſeiner Brüderſtran
guliren Item 13. ſeines Vatters Weiberinsmehrwerffen. 13. Timbt
ihm für diegant Chriſtenheit zubekrigen. 32

N
ewſattdtºrch Matthtamerobert zo, wird wider durch 13aximiltan
gewonnen. 17.

Ä
T opgrad von Palfierobrrt-
h - -
1.
57.
Oberſtes
Regiſter.
O
berſten oder probſten zu Stſeck Stratºº 37
Gro erzogin Beyern wird durch Äzerſeerwº ºrj
Ofen ſichden Türcken
jbermals ergeben.
verloren, durch
sº wird Serdinº
belºgº“ Ä
ruffenden E
vmbhälfan/wurdenrſest- -

7.
alaſtdurch Solymannum
palotabelägerfºº eroberterobert Ä
Paota den Türcken ergeben.
peſtbelagert
petrus Königin Vngarn ſtarb. -

pfalzgraffin Yºga
pſoür vondurch
pindenburg Siendrºbe
Sorma" erobert.
Podolta
reßburgverheerer
gebawr3 von 25
Ä eingenommen -

Ä beigert durch rattham. 29 wird Ärgewonnendurch”


Ilgn. 1.
jckvon Sinanbaſaauffgefordert 39
R
RÄ ſie Jaurinungenennetz eingroſſer Branddaſelbſten
VA geſtürmt,4 dem Türcken ergeben 46
Ratzenſtatteroberr- -4-3
Reuſſen. 12
Rudolphus.z. wird erwelt. 35
Ruſſia zu Vngarn bracht 4

S
Abaria.
Sabatcgdurch Suenderobert.goabermalserobert
Sjºsngun Ongern vertrieben
Sapſ von Türckengepund
Schildberg woher er genannt 3E 3
Schreiben/ſodes Fürſten von
R e g
Srbenb
i ſ t e r .
ürgenhalben von etlichen Perſo
nenabgangen o2.04.05.07.08.10.1- -

Schumgt.
Schytica Inſt
Selymus macht Sried mit Marimilianozo ſtirbt. 33
Servazu Vngarn bracht: ----
Sigiſmundus Königin Vngarn wird Keyſer. G
Sect belägert. 135 erobert. 42
Ve
Sinanbaſſnimbt ſpernein/Itempalota/Thhan. 4.eſ eine Bri
cenvber die Tonºwbwer, 31.
Solymannusfet in Yºngarn nimbt Grigſchweiſſenbºgen erobert
Pfen Konraplindenburg Altenburgvnd andere mehrorter 4-be
lägert wenGuneſirefft auf Lintz. .
Solymannuserobert Fleck:8 richtmir Serdinandoein Friedauff bd.
Sopmannus erobert Granvnnd Stulweſſenburg/GyarmatSetſchin
Palaſt 27 belagert Agria.bd. Vorſtatterobert. 41
Stephanus 1,2önigin Vngarn. 8.
Stephanusz Königin Vngarn. 1Q,
Stephanus 325ngin Yngarn. 1,
Stephanus 4 Königin Vngarn. b.
Stephanuss, Königin VngarnzvberwindClºthocarnn Königin Böhé.
Stephanus Bathort gefangenzo ſeine Mannliche that. bO.
Stulweſſenburg erobert durch Solymanuum. 27
Suenderobert SabatcaCra ſo/Taherca/Pilſſowitz/Satwar. 30
Sybenbürgiſchen Fürſtenkömpten Adler insleger. 86. erſcheint ein Co
met.89 nimbt des Sinanbaſſa Lägerein. OL
Sybenbürgerfallen vom Ferdinandoab. 28.
Sybenbürger nimbt Tergoviſtetus bekömbt Haſſam-vund Turambeeg
gefangen.sz erobert S.Georgio. 99

T
TEaÄ ve rh ee re n Reuſen/podeliam/vivngarn.zits Gran bto. 3.
rtarnfalleninober Vngarn 39
Teuffenbach erobert Setſſc
erobert Static.
chhn
in,/25lawenſt rº.
ein ſchlegt2ooo --

Thtaerobert.
Ebhan Kloſterin Yºngºrngebawt.
Thihan von Snanbaſa erobert.
Thomas Ballyerſcheuſ Bel Aga.
Chumb zu Abº gebawt.
Regiſter.
Thurnbauff den Berg zu Grangebawt.
Thunb' Kirchen zu Gran.
Trouzmannstofferobert. 19,
-
Tirckenerobern Bulgattam.sfallen in Vngarn bd.co.werdetrewloß
j Gºgartem die StartStro SpÄ geſchla
geboten in Ongarnzsſtraufen aufeº“ Temel
n;s werden geſchlagenbd 4-54 Türcen wer geſchlägen Ä
der Frieden oſtreffen bei Eaſſova bd. Türckennennnnen Gomorrº
ein Jemwhitſch. 34äben zooo Chriſten. bd erſchlagen Ä
Fußknecht 13.Jtemsoo bd.vberfallender
jtjengefangen Chriſten
punderno. Dºrº Läger 37.Stätte.

j Sjöse Seelen in Ä
4oplundern MTartane 4 ſechshunde Turckenvnder dem Eyßer
ſoffenbd erobern Siſeck.43 werdenin die Eupageºg“ erobern
Veſprin. 151
Turcen Gebett verordnet. 40
Turckiſche Keyſerleſ ſeine Landbeym Türckiſchen Serbelaufbieten.
Tyrnavia von Turckenbelägert. 18,

SV
BÄ erobert durch die Chriſten 29 widerverloren. 4.
Ä nimbthälffbey dem Türcken24 wird Königin Vngarn. Ä
rb. -

xladislaus Herzogin Lithuania vermählet ihm könig" Eliſabeth S.


Ä tauſent Türckenvnb.7 ſtirbt.
Plrich Graff von Sclien wird von uniadis Söhne erſchlagen.
BjöÄgefähr 7 wurowdergesſt 18
Pnnenſchliche that 17.
WZ
Erbsperſonen ſtreitfurein Soltatens wirds Sultanin verehrt.8
Weg erobert 30
Wenceslaus Königin Vngarn. 13
wejber wird durch Warimian"9“
wonnen.2. wird belagert. 25
Whitſch von Türcken erobert, 34
Wiſelburg verbrennt. 4-3

Etwarverloren - widergewofen. sdurchSuendige"3°


Setſchindurch Soymannum erobert 37
E N DE.
Hiſtorien.
Anno M. D. X C IIII.
Ianuarius.
Nno 194 den taglanuar haben ſich in die2ooo Tür
cken zuſamfiengeſchlagen/inmeinung die gehüldigte Baw
renzuuberfallen: Aber ſolchesward dem Herrn von Tief
fenbachverkundtſchafft/derſhnentgegengezogenvñauff 13oo.
Türckenndergehauwenvndgefangen.
Den 19. Januar haben etliche TürckendeßBegen von
Copan Tochter ſo einem vornemmen Türcken vermehlet wor
den ineinem wogezierten Wagen geführt/welche Herrn Brau
nen Kriegsvolckgefangengenommen.
Februarius.
Den 25. Februarif hat Palfiſch für Nouigratgelegert
als ſolches die Türckengeſchen/haben ſie das Stättlein/welches
vnden an der Veſtung gelegen angezündt vnd ſich tapffer in die
gegenwehr geſtellt. Mittlerweilfömpt Erzherzog Matthias
von Oſtereich 1 ſampt tauſent ſchwarzen Reuttern / vnnd be
filchtdaß man ſechs Stückvnden/vnndvier oben zugleich auff
dieVeſtungabgehen laſſen ſolte welches als es geſchehen vnnd
manaußdreyen Schanzentapffergeſchoſſen hat man einen vier
eckichtenſtarcken Thurn an der Veſtung vnnd ein Eck an dem
Thor von der Plancken darnider geſchoſſen welches den Tür
cken groſſen ſchadengethan/darauffſiegeruffen/ſie wöllen ſich
Benedict Bogranivnd Bori Machelergeben wie ſie dann ſolche
Veſtung Erzherzog Matthiae auff conditiones aufgeben.
Ä“ Schloßhaben die Türcken etlichvndſechzig Jahreinge
ah,
A Martius.
Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
Martius.
Am 12.tag Merzens zogeder Graff von Serin vnd Herz
Nadaſtimit 1oooo.auf die Statt vnd Veſung Preſeniß ode
Setſchinzudarauß den Chriſtenallzeitgroſſerſchaden widerfah
ren/dcßhalbenſtedieſelbezubelägern vorgenommen. Als ſolches
die Türckeninnen worden haben ſie der Chriſten nicht erwarten
wölen/alles in cylhinweggeflöhnet die Veſtung in der nachtan
gezündet vnd ſich daruongemacht. Die Chriſten aber haben ſol
cheeingenommen/mitſrem Volckbeſetztvnd die Türcken alle ſo
darinnen geweſen/nidergehauwen.
Gleicher geſtalt haben auch die Türcken den 14. Marti
Segeſtaußfurcht verlaſſenvndim Abzug alles in Brandt ge
ſteckt.
Ebenermaſſen haben ſie auch die TürckenBabotſchaledig
gelaſſen/vndfluchtgeben.
Aprilis.
Den2o.tag Aprilis haben Chriſtoffvon Tffenbachſampt
2oooo. Mann zu RoßvndFußſich für Hattwann gemacht/vnd
jhnen alſo mit dem Geſchütz zugeſetztdaß ſie nach Ofenvmbhüff
geſchrieben. Deßhalben die Baſſavon Ofenzehen tauſentzuſa
menbrachtvnd vorgenommen ermelten Herren vnuerſchns zu
vberfallen/vnd das Haußzuentſetzen/Aber ſolches ward der Herz
von Tiefenbach innen zeugt ihn deſhalben folgenden tagent
gegen/trifft ſie zwiſchen Zarchevnd Fucafalito an/ließ das Ge
ſchütz auffſie abgehen/greiftſetapfferan/vnderlegt ſie bißauffs
Haupt/bekömpt das Feldtgeſchützvnd 17. Fahnen erobert auch
Jaſparininermelter Reyß/welches die Türckenauß forcht ver
laſſenhetten bekompt darin ein ziemlichen Vorrath an allerley
Victualienvnd Munition auch etliche Stückauff Rädern/vnd
beſetzt das orth.nachnotturfft. Hierauf
Hiſtorie.
Ä
Hierauf haben ſich die Türcken von ihrer Ve
ſtung gemachtvndverlaſſen/welche die Chriſten alßbaldt einge
kommen vndbſezt.
Maius.
In dieſem Jahr ſchrieb Keyſ. Mayt. Rudolphus II. ein
Reichſtagaußzehn Regenſpurg/vnderfordert dahinChur/Für
ſten/vnd Stände deſ Reichs/Dahin ihr Key.May.dens. Mai
zu Regenſpurgſampt viel andern Chur Fürſtenvnnd Ständen
angelangt. Den23 habenſre Key.May.denverſambleten Chur
Fürſten/vnd Ständenallerhandt.de Reichsnotturfftvortragen
laſſen vornemblich aber den jetzigen Türckenkriegbelangend.
Alß der Türckiſche Sultander ſeinen vielfältige Niderlag
vonvnderſchiedlichen Orthen vernommen ergrimmet er in ſhm
ſelbſt wider die Chriſten/vñtrachtet wie er ſich an denſelben rechen
möchte Brachtdeßhalbenauß ſeinenvnndbenachbarten Landen
vmb 2ooooo. Mann zuſammen welche jhm gegen die Hungern
vnnd Crabaten behülfflich ſeyn ſolten derſelben 7oooo. theten
groſſen Schaden mit raubenbrennen vnd verhergen vieler Fle
ckenvnd Dörffer/namenjhren Weg durch Podolienklein Wa
lachyvnd Moldawvnndſambleten an dieſen Orthen ein groſſe
menge Ochſen/inmeynung mit gewaltſich durch Polnzutrin
gen. Aber die Polen haben ſich jnenwiderſetzet die Päß verleget/
vnddermaſſen vmbringt daßſienit durchkommen mögen/Alß
ſie nun im Meyen die Poliſche Grenzerreichtvnnddeß Groß
Canzlers Volck in Rüſtungfunden haben ſie wol erachten kön
nendaß ſieonangetaſtnit durch Polen würden kommen können
deßhalben haben ſie Ochſen vor ſich hergetrieben vnd ſie zujrem
Vortheilvnd Schutz als ein Wagenburgvmbſch geordnetvnd
alſoforthgeruckt/Als aber die Polen hr º auff die Tar
AT
4 Vngariſcheond Siebenbürgiſche
tarnahgehenlaſſen ſind die Ochſen vom Schieſſen erwildet/in
einvnordnung geratheneinstheils in den ſeiten außgeſprungen
oder zuruckgelauffenmitten durch die Tartarn getrungen ihr
Ordnung zertrennet/vndjhnendengröſten ſchaden gethan Idar
auff die Polen auffſie getrungenvndjhrervmb3oooo.erſchla
gen.
Iunius.
Im Juniohaben ſich die Ragen wider die Türcken emps
ret/vndſichjhrerin die rºcoo.bey Temeſwar zuſammengethan/
einen Weydavnderſchauffgeworffenden Baſſa von Temeß
war/welcher gleichfalßmit 15ooo außgezogen war die Belege
rung Lippa zu verhütenvnd ſchon widerauff der heimfart gewe
ſenfeindlich angegriffen viijnzweymalan einem taggeſchlagen
auch etlichtauſent Türckenerlegt. Ferner habe ſie einen Flecken/
Bezkereck genannt/vier melwegs von Griechiſch Weiſſenburg
gelegen/eingenommen/vnd alle Türckendarinnnidergehawen
vndvmbgebracht. Itemein Caſtell Ohatgenannterobert weiter
haben ſie die Stattſoandem Schloß Beſchaander Thiſſaligt
erobert vnd eingenommen aber dem Schloß hat er mit gewalt
nichts angewinnen können. Väobgleich die Türckenſolches mit
gewiſſenbedingungen aufzugeben inwillens geweſen ſo haben es
die Ratzen ſolcher geſtalt nicht annemmen wöllen/weilſiegewuſt
da#ürcken in derſelben Gegendjhren beſten Schatz dahin
geflöhnet.
MazulBaſſa ſozuuor zu Temeſwar geweſen iſt ſhnen
ſampt ſeinem Sohn vnd 1oooo. Türcken entgegengezogen/in
meynung/das Schloßzuentſetzen wurden aber von den Ratzen
vberfallen vnddermaſſengeſchlagen/daß von crmelten 1oooo.
nicht eintauſentdaruonkommen. Der alt Baſſa von Temeſwar
ſ
Hiſtoren.
iſt ſelber mitdreyBegennemblich ReußſchaueVidinvnd Mu
dasauffdem plazblieben/der Sohn iſt durch die flucht entkom
men/vnd haben die Ratzen in dieſer Schlacht s.groſſer Stück
Feldtgeſchüzerobert. Endtlich haben ſie auch Werſetz vnd ſonſt
ein ProbſteyCuhgenannterobertvndeingenommen vnnd ſich
darnachvnder WecheinsFeldtläger begebenan Fürſt. Durchl.
Erzherzog Matthiamgeſchrieben/vmbhüffvnd etliche Büch
Ä gebeten/vnd ſich erbotten die Türcken allezeit zuuers
gen.
Die Razen von TemeſwaralßſedieZeitungentpfangen
benjhre Botſchaften anſehgemelte Ratzen in ihr Lägerabge
ertigetvndſicherbottenzuſhnen zufallen/ vnd zu mehrerverſi
cherung ihnen jhr Weiber vnd Kinder gleichſam zum Vnder
pfandgeſetzt.
Es haben auch die Raßen zwiſchender Thonawvnd Teiſ
ſajhre GeſandtenbeyChriſtoffvon Tiefenbach gehabt/vnd ſich
erbottenjhm 1o. oder 12ooo. bewerter Mann zuhülffzuſchi
ckenſofern er ſie ſchützenvndſchirmen wolte daraufferjnen dann
ſicher Geleydtvnd Schutz zugeſagt vnnd verſprochen.
Vmbdiſezeit hat ſich der Baſſa von Ofen abermals mit viel
tauſent Mannauffgemachtvorhabens/den Herrn von Tiefen
bachin ſeinem Lägervnuerſehens zuvberfallen/dieſen iſt gedach
tervon Tiefenbach zeitlichenbericht worden/vndmit, ooo.Reu
terndem Türckenentgegengezogen/jhnvnuerwarnterſachinſei
nem Lägervbereiletvnndin die Fooo, Türcken erlegt/auch ein
gute Beutherobert.
Iulius.
Im Julio läſt ſich Sinan Baſſa abermals mit einer groſ
ſenmengVolcksimFeldtſchen vnnd sº nicht "Ä
6 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
Ofen macht ein anſchlag auff Dotes belägert daſſelbig den 7.
Julij/Die Chriſtenſchickten ihnen etlichVolckentgegen/ward
aber vom Türcken in die flucht geſchlagen. Am achtentagge
meldtes Hewmonatsruckten die Türcken mit voller Machtvor
Dotcs. Der Sinan Baſſa kam auch ſelberan/vnndſchlug ſein
Läger auf dem Berg herumb. Am folgenden 9.tagbrachen die
Keyſeriſchen mit dem ganzen Haufen vor Granauffvnd kamen
noch denſelbigen Abend in der Zugordnung ins Feldt bey Go
morhaVnterwegen zogenſteauffenhalbe Meiwegs/vnndſo
nahebeydem Türckiſchen Läger vor Dotcshin/daßwo die To
nawnichtdarzwiſchen geweſen gewiß eintreffenhette geſchehen
müſſen. Die Keyſeriſchen ſchlugen ihr Läger allernechſt an die
Feſtung Gomorrha alſo daß ſie der Türckenvnndhergegen die
Türckender Chriſten Läger im geſicht hatten. Die zu Dotcsfie
lenzuvnterſchiedlichen mahlen außder Feſtung ſcharmützelten
mit den Türckentricben ſie zurück/vñbrachten faſt alle tagTür
ckenköpffvndlebendige Roß in die Feſtung.
Den1o.tagjetztgemeldtes Monats kamen dem Feindtct
liche Geſchütz. Derhalben er bald angefangen die Feſtung zu
ſchanzenvndzubeſchieſſen/ iſt auch deſſelbigen tags zu Abendts
vnndfolgende Nacht mit dreyen Schanzengar nahe an die Fe
ſtung kommen. Deß anderntags hat er auch dievierdte Schanz
auffgericht die alten Gemeurallenidergeſchoſſen/vnnd den Be
lägerten faſt alle ihre Schießlöcher vnnd Wehren abgeſtricket.
Folgendentagfengenſteanheftigzuſchieſſenvnd die Paſteyen
zuvntergraben fülleten daſſelbig mit Holzvnd Wellenauß in
meinungdiebelägerten Chriſten im Fewervnd Rauchgen Him
melzuſchicken. Darüber dann Weibervnnd Kinder auch das
Bauwersvolck/deren auf die tauſentin die Veſtung geflohen
Hiſtorien. 7
einjämmerlichesheulenvndweinenangefangenden Oberhaupt
mannwmb Gotteswillengebetten mit dem Feindt ſich ineinver
trageinzulaſſenweilesauffdas höchſt mit ihnen kommen/vnd ſie
keinen Sturm mehrwuſtenaufzuhalten. Alſo ward noch denſel
ben Abendſpraach mit dem Feindt gehalten vnd mit der Condi
tion die Feſtung aufgeben./daß man das Kriegſvolckmit Weib
vnd Kindern ſicher ſolteabziehen vndbeleiten laſſen. Haben aber
ſolchesſhrem Brauch nach vbegehalten. Es hat auch Sinan
Baſſactlich tauſent Türckenabgeordnet, welche ſich bey Sanct
Martinsberg nidergelaſſen die Dörffer daſelbſten herumb in
Brandt geſteckt vnndetliche ſchüßauffgedachten Martinsberg
gethan. Darauf ſich die darinnfigende Beſatzung ergeben. Der
Feindthathernach den Martinsberg geſchleifft/vnd zu der Wehr
vntüchtig gemacht damit er künftig den Chriſten nicht zum be
ſtenfommen möcht.
Sambſtagdenzo. Hewmonatfertiget Sinan Baſſaeine
groſſemenge Türckenindieroooo.Mann ſtarckabdie Feſtung
Rabzubelägern. Aber Graff Ferdinand von Hardeck zogihnen
mitdreyFahnen Reutern/vndeinem Fehnlin Teutſcher Knecht
entgegenhielte einen harten Scharmützel mit ihnen dann ſievon
Türckenfaſtvmbringet geweſen. Denen Erzherzog Matthias
alsbaldtzwo Teutſche Fahnen Reuterzuentſatzung ſchickte mit
welcher hülffſeauffdiezweytauſent Türcken erlegt. Von dan
nen haben ſich die Chriſten wider zurück in die Feſtung begeben.
Eben an obgemeldtem Tag haben die Herºn Palfivnnd
Braunjrbeyhabend Volckbey Gomorrha zuſammengeſtoſſen
vndjhnenfürgenommen/dem Sinan Baſſa auf den Dienſt zu
wartenvnndauff den Nachzug zu ſtreiffen/wieauchbeſchehen
Dann die drey Rittmeiſter Gothart von Sterneberg
iii
Ä
Dorf
S Vngariſchevnd Siebenbürgiſche
dorff vnd Collunt haben mitjhren Reuternbey3oo. Türcken/
vnddarunter auch deß Sinan Baſſa Ä ein anſc
henliche Perſon im Nachzug angetroffen tapfferinſegeſezt den
mehrertheilerſchlagen/dievbrigen zertrennt ihnen faſt ein ganze
Meilwegsinderflucht nachgeſagt2o. vorneme Türckendauon
gefangen 125. Camelen o. Mauleſelmit Zucker/CubebenRo
ſinlin/Meel Reyß/Geltvndander Gutwol beladenſampt3o.
ſtattlichen Roſſendaruonbracht.
Denfolgenden Sontag den 21. Juli begab ſich Erzherzog
Matthiasauß Raab in der Chriſten Lägerin die Inſul
Den 24 haben die zu Raabgegen dem H.Bergvberindeß
Feindes SchanzeinAußfallgethanvndin einem Scharmützel
beyſiebentauſent Türckenerlegt. Am nachfolgendentagfiengen
die Türckenan andere neuwe Schanzen auffzuwerffenvnd die
Veſtung zu beſchieſſen/hergegen haben auch die Beleigerten ſehr
ſtarck in der Feindt &ägergeſchoſſen/vndiſthnen ein Schußvn
der der Türcken Puffergerathenwelches daruonangangen/vnd
dem Feindt groſſenſchadengethan.
Den 25.kam Don Johan de Medices der Florentiner O
berſterbey Raab in der Chriſten Lägeranließ ſich in Erzherzog
Matthie Gezeltanmelden/vndward mit groſſen Frewden vnnd
Ehrerbietung entpfangen.
Den 29.ſind yooo. Tartarn/vnnd3ooo. Janitſcharen
durch die Tonauwgeſchwommen/die Türcken haben ſich an der
TartarnRoßſchwänze gehalten/vndauffderſeiten/da Erzher
zog Matthias ſein Cägergehabtſamptlich vberkommen inmey
nung dieſelbenvnuerwarnter Sachen zuvberfallen. Die Chri
ſten aber haben ſie dermaſſen entpfangendaßjhrernichtvberzoo.
daruonkommen,
Auch
Hiſtorien. 9
Auch hat Huſſar Peter Oberhauptmann zu Pappa vor
dreyentagenſampteilichen Rittmeiſtern die Türckengeſchlagen
vnd etliche gefangen mit hinweggeführt ſo haben auch die Ratzen
deren vber 15ooo.bey einander neben den Siebenbürgen den
Baſſa von Temeßwar geſchlagenvndvber 4ooo. Tartarner
legt/vnd Temeßwar ſelber eingenommen.
Vmbdieſezeit hat Erzherzog Maximilian zu Oſterreich
Petrine in Crabaten beſchieſſen laſſen die Türcken/als ſie den
ernſtgeſehen/haben ſie es ſelber an vier Orthen mit Bechange
zündt vnd ſind darauſ gewichen/derhalben es ihre F.D.den lez
tentag Hewmonats in der Nachterobertvndeingenommen.
Deßgleichen haben die Chriſten auch in die 2oo.ſtarck Hra
ſtowitz geſtürmetvñerobert darinn4s. Walachen gelegen/dieſe
allndergehauwenvnd hernach mit 5o. Teutſchen vnd Fo. Win
diſchen beſetzt haben.
Auguſtus.
Amerſentag AugſtmonatshabendieTürckendieVeſtung
Raababermals heftig beſchoſſen vndjhre Schanze ſo weit ge
brachtdaß ſie an die Paſteyenvnd Mawrenſchieſſen können.
Am 3.tagermeltes Monats ſind die Tartarn vmb.4ooo.
ſtarck zu Roßvber die Tonauw zwiſchen Raab vnnd Gomorra
kommen ſich den Roſſen an die Schwenzegehenckt vnd die Se
beln im Maul geführt. Darbeyauch 6oo. Türcken zu Fuß/wel
chelange Hölzer zuſaſiengebunden mit halbem Leib darauffge
legen/vndalſomit hinvber geſchwommen als ſie nun vber das
Waſſerkommen haben ſie der Chriſten Schanz allernechſtan
der TonauweingenommenfünffStück Geſchütz darinngefun
den welche ſie baldtander Chriſten Lägergericht. Als F.D.ſol
ches erfahren hat man die Tartarn sº." auffs Ä.
elegk
O Vngeriſche vid Siebenbürgiſche
erlegt. Die entrinnenvnnd durchs Waſſerſchwimmen wöllen/
ſinderſoffenſdaß kaum zehenmitdem Leben daruonkommen.
Dens.Auguſtiſind abermals 3ooo vber die Tonauwge
ſetzt haben ein Dorffangezündtvnd der Chriſten Läger vberfal
len/aber die Reutter haben ihnendermaſſen begegnet/daß ſie alle
Wehrvonſchgeworffenvnd durch das Waſſerſchwimmenwöl
endarinnmehr als 2ooo.erſoffen.
IX. tag Augſtmonats nach Mittag haben die zu Raab
Nemlich Hungern/ vnd Teutſchen zu Roßvnd zu Fuß einen
Außfallgethan die Türcken injhrer Schanz dieſe allererſt die
vorige Nacht bey dem Galgen vor dem Weiſenburger Thor
auffgeworffen/vnd ſchon ihr Geſchützdrinngeſtellet hatten vn
uerſehensvbereylet die Janitſcharnheraußgeſchlagen2oofür
nemer Türcken vmbgebrachtdarunter auch zwen Begentodt
geblieben ihnenfünffſtück Geſchützesvernagelt/jhre Reuter ſo
jhnen zuhülff kommen wolten/mit dem Geſchütz dapfferauß
dem Sattelgehoben/4 ſchöner Hauptfahnen/darunter eine mit
eimſilbernvndvergüldten Knopffgeweſenerobert/vndſunſt4.
Thonnen Puluer vnd Kugellauch viel Sädl/Büchſſen/Klei
modervndanderßmehr ſo die Türcken hinterlaſſen bekommen.
Beydieſem angriff hat ſich das Hungerſche Landtwolck/vnnd
die Italianer ſehr wolgehalten. Auffder Chriſtenſeyten iſt Bar
bier Januſcheinredlicher Kriegsman von Neuheuſel auff dem
platz blieben vnnd Huſſar Peter durch einen Arm geſchoſſen
POD,
Angemeldtem Tag haben auch dreiſſig Huſſaren zwiſchen
der Rabnitzvnd Raab3oo. Türckiſche Pferdt antroffen dieſel
bigegeſchlagen etliche lebendig gefangen. Auch etliche Maules
ſevnnd Roßbekommen/vnndgegen Abendtins Lager *#
uch
Hiſtorien.
Auch ſind den Türckendreyſchwarze Morenentſprungenvnnd
entauffen/vndhaben ſich zu den Chriſten begeben.
Als auch die Chriſten erfahrenſdasdie Türcken ein Schiff
brücken von Ofen bringen lieſſenvnd dieſelbigenunmehr vnter
wegen ſind deß Herren Palfivnddeß Herten Braunen Leut zu
RoßvnndFuß von Gomorrhaaußgezogenvnd den 12. Augſt
monatsfrühe vor Tag gemeldte Schiffbrücken / welche die
Bawrenauff Wägen geführct/darbey auch drey fürnemme
Zauſchen von der Pforten geweſen/dieviel Gelt inde Sinan
Baſſa Lägerführen wollenangelegenem Ort angetroffen/vnnd
nitallein die Schiffbrücken die Zauſchenvnd das Geldtſampt
vieler ſchreiben von der Pforten an Sinan Baſſa in ihren ge
waltgebracht/Sondern auch die Türcken ſo das Geldt belei
ten ſollen/ndergchauwen/vndalſo ein gute Beuterorbertvnnd
glücklich ins Läger gebracht.
XI. vnd XII.tag gemeltes Monats haben die Türcken
auchhefftig mit Schanzen vor Raabgearbeitet vnd ſeindmit
auffwerffung der Lauffgräbenſo nahe an die Veſtung kommen
das auch dieaußgeworffene Erdein Stadtgraben gefallen vnd
haben ſich ſunſthefftig bemühet den Graben an dieſem ort mit
Wellenvnnd Peuſchen außzufüllen. Doch haben ſich die Bela
gerten ſolchjhrfürnemen mit ſchieſſen zu wehren/mügliches
fleißvnterſtanden.
Auffnechſt gemeltentag/beſchoſſen die Türcken Raabſo
hefftig als vormals nie. Dannach fielen die Bälegerten zum
drittenmal hinauß in der Feindt Schanz/jagten ſicherauß vnd
ſchoſſen die Türckiſche Reuter welche die Schanzentſetzen ſol
ten einen hie/den andern dort von den Roſſen. Deßgleichen
brauchten auch die Belagerten die groſſe Ä“
2B
ſchoſſen auß
D
Vngariſchevnd Siebenburgiſche
der Veſtung herauß vndthätengroſſenſchadenindem Türcki
ſchen Läger.
XIV. hat der Feind abermaleinwenig auſſerhalb der Re
uelin ein Schanz ſo hoch als die Paſteyenauffgeworffen/vñein
großſtück Geſchützes/daranvber 1oo. Ochſengezogen/darein
bringen wollen ſind aber damit beſteckenblieben.
XV. ſind zween ſtattlicher Preibecken mit zweyen ſchönen
Roſſen von den Türcken zu den Chriſten gefallen/vndvermeldet
daß die Türckenvberroo. WägenmitPeuſchengeladen.beyſa
menhabenvndwillens den Waſſergrabenan Raab damit auß
zufüllenvnd den andern Tagein Sturm daſelbſt anzulauffen/
dem doch zuvorkoſſien die vnſern müglichen fleißfürgewendet.
XVII. in der Nachtwurffen die Türcken1s. Feuwerku
geln in die Veſtung Raab welche doch durch Gottes Gnade
ohne ſonderlichen ſchadenabgangen. Derhalbenjhnen die Be
lägertenfürgenommen deſ MorgensinallerfrüheſdieTürcken
injhremlägerzuvberfallenvfanzugreiffen wie auch geſchehen.
Dann der Herr Palfiden s.tag gemeltes Augſmonats
mit ſeinem Fußvolck beydem Weiſenbürger Thordie Reuter
beym Wiener Thor der Oberſte Geizkoffer aber am Thonaw
Stromdaesamgefährlichſten auſgefalle/Vnd ſind die Chri
ſtenauff2oooo. ſtarck zu Roßvnnd Fuß von Hungern vnnd
Deutſchenvber die Schiffsrückengezogen/vndauchaußderFe
ſtung herauß gefallen. Alsnudie Heyducken den Feindtſtracks
außdenforderſten zwo Schanzengeſchlagenvnddreygroſſer
Stück vernagelt hat ſich der Feind mit groſſer Macht gegen den
vnſern aufgemacht vndſiewiderauß den Schanzen getrieben.
Mittlerweil haben ſich die vnſernhauffenweiß auß der
Stattgelaſſen/ vnd ſind auff drandernſeyten auch die Reuter
pnd
Hiſtorien, 3.
end Huſſarenherzukommen. Damit iſt das Fußvolckwideran
getrieben worden. vnnd haben den Feindt abermals auß der
Schanz geſchlagen bißdie Türcken auch ſtarck zu Roßherzu
kommen/vnndſehrauffvnſer Fußvolckgedrungen, daß ſich die
Reuter ſonderlich deß Herren Emerich von Kinßbergrot Röck
einjhnen entgegen begeben müſſen bißdieandern auch hernach
kommen. Eheaber dißgeſchehen iſt der Her: Kinßberger Ritt
meiſtervber 1oo. Pferden erſchoſſen worden. Da nun die Reu
erbeyſamen/vnnd die hoffnungeines Treffens geweſen hat der
Feindt alle vortheit eingenommen, daß nichts ſonderliches ver
richtet werden können. Allein hat ſich ein hauffe Türcken ins
Weingebirggemachtauffſolche habe ſich die Mehriſche Pferde
vnd Archibuſier Reuterzugeſezetvnndſtarck mit jhnen geſchar
müzelt.Von Türckenſeyndt auch viel von vnſern Büchſenmei
ſtern erſchoſſenvnndbeſchädiget worden. Der vnſern mögen zu
Roßvnd Fußindie1.oo.gebliebenſcynDer meiſteſchade iſt vn
ter den Reuternauß den groſſen Stücken vom Feindt beſchehen.
Her Palfi iſt mit einer ſcharpffen Timelkugelin Schenckelge
ſchoſſen Mann hat auch ein außfallenes zimlichen Lochs in der
Paſteywargenommen darinn ſind 5. Türcken nackendt geſte
cketdien der Nachtzuuorherübergeſchwommen den einen hat
man mit Steinen zutodtgeworffenden andern erſchoſſen/vnnd
dievbrigen drey zugleich nidergchauwen. Mann iſt ſolches zu
groſſem Glück gewarworden ſonſt were es den Chriſten zugroſ
ſemnachtheilgereichet. Der Scharmützel hat von ſieben vhren
anvor Mittag bißauffzwölffvhrgewehret. Der Chriſten ſollen
auffdie4oo.ertrunckenvndvmbkommenſeyn/der Türcken aber
vielmehrNemlich/bey.4ooo. auffdemplaz geblieben darunter
auch der Bergler Begauß Gracia zurechnen/welcher in einem
i ganzen
4 Vngeriſche vnd Siebenbürgiſche
ganßen güldenen Stücklebendig gefangen worden. Aberin der
ſucht nicht forchzubringen geweſen. Derhaben ihn die Chris
ſenzuſtücken zerhauwenmüſſen. Alſo iſt auch der Janitſcher
Capitainvnter den todtengefunden worden. Die vnſernaberha
ben 7.TürckiſcheFahnen darunter eine garherlich mit gülde
nen Buchſtabengezieret/erobertvnd eingebracht.
Tartaren vnd Türckenſtreiffenauff
die Chriſten.
Vmb dieſe zeit ſetzten auch bey2oooo, Tartarenvberdie
Rabaniz/raubetenvndbrenneten alles hinweg, wo ſiehingelan
geten/viſtreiften auch gegen Wien zu. Als auch Ferrata Baſſa
hºrºº Türcken von der Pfortenmitſchin Hungen
gebrachtſeinddieſelbigendem Herzen Nadaſtin ſein Land gefal
anhabenbey39 DörffervnndFlecken verhergevndverderbet
wund den Kopf ferner nach Altenburg geſtrecke. Als aber der
Her Nadaſiſolcheserfahren/hater dem Feinde nachgeeylet/jm
den Raubwider abgeſagt./vndbeysoo. Türcken erlegt/vnndder
ſeinen ſovielmüglich geweſen/widererledige
September,
Freytag dené Herbſtmonats vmb Mittagszeit haben die
Tartarenein Meilwegs vnterhalb Hungeriſchen Altenburgv
berdieThonawgeſezet/vnd den Flecken Weiſſenburginbrandt
geſteckt/vnndſonſtvbegehauſetſeindaber von den vnſern wider
zurückgejagt worden.
Der Herº Braun Oberſter zu Gomorrha hat auch in ei
emſtreiff etliche Türckengefangen vnd dem Feindt 1oo. Och
fenvnd39 beladene Eſelabgejagvnd gehn Gomorhagebracht.
Rgb
Hiſtorie. f,
Rab von den Türckengeſtürmet.
Freytagsden 13.tag Herbſtmonatshaben die Türckenfrüh
von Morgen anbiß in die NachtRabmit aller Macht geſtürmet
ſeyndaber vondenvnſern mit groſſermannligkeit vnddapferkeit
zurückgehaltenvndabgetrieben worden. Deßgleichen haben ſie
auch die folgende zween tagSambſtagvnd Sontag die Feſtung
ernſtlich geſtürmetvndjhrenvber die 12ooo. vmbkommen/diev
brigen haben mit ſpott vnd ſchanden vnuerichterſache widerab
ziehen müſſen. Doch hat Sinan Baſſa ein Paſteyzerſprenget/
den Graben damit zimlich hochaußgefüllet vnd darauff Mon
tag den 16. dißobbemeldts dreyſtarcker Stürmanlaufenlaſſen
aber doch nichts erhalten ſondern viel Volcks verloren darunter
denn auch der Beeglerbegſol blieben ſeyn.

Rabden Türckenvbergeben.
Inmittels hielten die Türckenmitbelägerung der Feſtung
Rabhartvndernſtlich an/vntergrubenvnd zerſprengeten die Pa
ſtepſtürmeten die Feſtung ohnvnterlaß fünff ganzer tagan ein
ander/entſetztenjmmerdiemüden mit friſchem Volck vnd befa
men von den geſprengtenzwoPaſteyen einen ſolchenvortheit, daß
ſiefaſtzuebenen Füſſen auf der herabgeriſſenen Erden die Fe
ſiunganlauffenkondten. Wiewolſchnun die belägertendiegan
zezeitvber Ritterlich gewehret/die ergrimmeten Türcken zum
offtermahlmannlich zurückgetrieben vnd ſehr viel erſchlagen
vnd ohnvnterlaßvergeblich vmbhülff vndentſetzung geſchrieben
vndangehalten wurden ſie dochentlich durchdiemengeder Tür
ckenabgemattetvndvbermannet. Derhalbenſich denn derGraffe
von Hardeck ſampt denen darinnlgenden Oberſten "s
9
5 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
vndvereiniget mit dem Sinan Baſſavmbeinen Stillſtandt zu
tractierenvndihm die Feſtung mitgewiſſer Conditionauffzuge
ben. Vadweit ſie leichtlich zu erachtenhettenlinwasſpottvndge
fahrſieſchmutauffgebung der Feſtung Rabſtecken würden ent
ſchüldigten ſie ſich zuforderſt den 17. tag Herbſtmonats gege
dem andern Hungerſchen Kriegſvolck mit einer offentlich
Proteſtation
Die Fürſtliche D.Erzherzog Matthias hielte ſich hiezw
ſchenmitwengem VolckzuPruck zu deren ſich der Marggra
von Brugen/vnd Don Johann de Medicigefunde. Den folgen
den Mittwochvnd Donnerſtagward das Marggräffiſch Regi
ment zu Waſſer nach Raabgeſchickt dieſelbigeVeſtung zu ent
ſetzen/weil ſie aber erfahren daß Raab ſich den Türcken ſche
aufgeben blieben ſievnterwegenſtilltigen.
Das Rottmanniſche Regiment noch vngemuſtert/dcßglei
chen die Böhmenderen in die 32. FahnenFußvolckvnd7. Fah
nen Reuter/in allem 2oooo. Mann lagen noch zu Weißrnnd
daſelbſtherumb.
Demnach die Türcken Rabeinbekoffien haben ſie die Kir
chen zu Rabmit Erden außgefüllet/vnddas Geſchütz darauffge
bracht/die Feſtung mit 4ooo. Janitſcharen/2ooo. zu Roßvnd
fooo. Spahienbeſetzet.
XXVIII. Herbſtmonats haben die Türcken die Feſtung
Gomorhaldarinnnichtvber 25 o. Mann gelegen/hartbelägert
vndbeſchoſſen.
October.
Amerſten tag Weinmonats haben die Zenger abermahls
groſſe Ehreingelegt vndzwo Meilen von Zengan einem Son
tag die Türckenvberfallen vndgeplündert vber die hunderttau
ſent
Hiſtorien, 7
ſent Thalerwerthanallerley Wahren erobert/vndihre Statean
gezündet. Als dievmbligende Türckenvnd Venediger ſolcheser
fahren haben ſie ſicheyendtsauffgemacht den Zengernden Paß
zuverlegen haben aber nichtsaußgericht.
Tartarengeſchlagen.
Amſiebendentag gemeldtes Weinmonats hat deß Herten
Palf KriegſvolckzweenHauffen Tartarenangetroffen/ſie ei
nestheilsndergehauwenvnndeinstheilsgefangengenommen/
vndhinweggeführer.
XIV. Kam die F. Durchl. Erzherzog Matthias gehn
Biſchoffsdorffvndnamenfolgendtsden 17.tag gemeldtes Mo
natsjren Zug nach Gomorhadahin dann auch zween Hungern
ſampteinem Türcken ankommen vñdie Ä gebracht
daß nemlich die Türckennechſt verſchienen Freytag den 11.tag
Weinmonats die Schuttoder Inſel zwiſchen Rabvnd Gomor
rhaverlaſſenvnd daruongezogen vnddevnſerndem Feindt ein
groß Stückimabzugabgedrungenvñzu Gomorra eingebracht
h ff.Alsnundeß Feindesabzug offenbar worden haben ſich die
vnſern auch auß den Schiffen auff das Dotiſſer Landtbegeben
ſind den Türckeninſre Schanzengefallen das Geſchützerhau
wenvndvernagelt das Puluerangezündet/viel Türcken nieder
gehauwenvndjhre Gezeltgeplündertalſoldaß Gomorrhaguten
friedenbekommen. Doch haben die Türckenſhr Lägerandas alte
ortſnemlich/anden Dotiſſer Bergauffgeſchlagen/bißſie endlich
beſchloſſen ihren völligenabzugzunemen wie dann auch geſche
henvndſier Winterlägerzu Ofenvnddaſelbſtherumbgeſcha
gen. Darauf das Böhmiſche Volck mehrertheils abgezogen
Der Hervon Roſenberg aber iſt mit der Fºº "Ä cht
8 Vngeriſche vid Siebenbürgiſche
blieben/der Hervon Teuffenbach in die sooo ſtarck/vnnd der
Her: Palfiin die 12ooo.ſtarck zu Fuß ſtoſſen zuder F. Durchl.
ohnwasſonſt von oben herab für Volckankommet, welche ſich
auf die 1oooo.ſtarck befunden.
DerneweBaſſa zu Rabhat dem Sinan Baſſa außtrück
ichzuentbottener habe geſagt Gomorrhagewißlich zu belagern
vnd einzunemmenſeye aber ſeinem verſprechen nicht nachkomien.
Derhalbenwiſſe er ſich zu Rabauch länger nicht zu erhaltenſon
dern gedencke es zu verlaſſenvnddauonzuziehen.
Sinan Baſſa aber hatfünffTürcken Botſchafftweißgen
Gomorrha zu Herrn Braunen abgefertigetvndvon ihm zuwſ
ſenbegeretober ihm die Feſtung gutwillig aufgeben wolle oder
feingefahr darüber beſtehen. Darauffgemeldter Herr Braun
derſelbigen Türckenvergleichenthäuptenvnndjhre Köpffeauff
lange Spieß ſtecken laſſen. Den fünfften aber hat er Sinan Baſ
ſawiderzugeſchickt vndjmanzeigen laſſen/Erwere kein Ver:äh
er wieder Graffe von Hardeck ſondern der Key. May, getrewer
Diener/vndwoltecheſterben/vnd ſeine Hände zuuorin der Tür
cken Blutwäſchen/eheer die Feſtungauffgeben wolte.
Siebenbürgerimanzug.
Damals zoge auch der Siebenbürger hinter Temeßwar
auffein Türckiſch Hauß zuvorhabens daſſelbige zubelägern/
Weil aber die Türckenrenwegauff Solneckvndfolgendsauff
Siebenbürgenzunemenwillensmuſteer vonderbeligerungwi
derablaſſenvnd ſeiner ſchanz warnemmen.
Die Polengreiffenauffdie Tartarenan.
XIV. Weinmonatshaben ſich die Tartarenbey 16.Meil
wegesgen Crackawin Polengenahct. Sobald der König deſſen
jnnen.
nnen worden, hat er ſeine Räthebeycytler Nacht zuſammen er
fordert vnd Rathmithnengehalten. Auch deſ Morgensfrühe
den 15. taggemeltes Monats mit der ganzen Ritterſchafft da
ſelbſt den Tartaren entgegengezogen vnndſtein die fluchtge
ſchlagen. Der Hauptmann zu Snadeck hat auch dem Türcken
eine Feſtung Chocyrngenandt/eingenommen/vndgroſſes Gut
vndvil Prouiantdarinnbekommen. Der Herr GroßCanzler
wartet den Tartaren/ſoauß Vngern kommen ſollen auf den
Dienſt SintemaldieVngernden Polen zugeſchrieben/daß die
Tartarenheimziehevndſr Winterläger zu Hauſehalten wollen.
Der König hat auch an den Bapſtgeſchrieben/vndſicher
botteninncchſtem Landtage/welcher auffden zukünftigen Ja
nuarium angeſtellet werden ſoll dahinbedachtzuſeyn wie er mit
den ſeinigen der ganzen Chriſtenheit wider den Türcken bey
ſtandtvndhülffe leiſten möge. Hat auch ſchon dem Türckenden
Frieden aufkündigen laſſen.
Nouembcr.
MV. tag Wintermonats zoge der Herr von Leykewitz
A volck zu Roß vnnd Fuß auf die 1ooo. ſtarck bey Nacht
Oberſter zu Carlſtatt mit ſeinem vnterhabenden Kriegs
auffvnd beſtiege Morgenszwoſtundtvor Tag die Statt Wi
hitſch in Crabaten mit Leyternvnderoberte ſie mit freyer Handt
ohneinigesgroß Geſchütz. Dann obgleichwoldie Türcken mit
groſſem geſchreygroſſen widerſtandtvndggenwehrgethan/ſind
ſie doch auſſerhalb etlicher wenigen ſo in das Schloßentrun
nenmehrertheilsnidergehawen vndcrſchoſſen. 12oo.gefangener
Chriſten außder Türckiſchen Gefängnußvnd dienſtbarkeit er
lediget die Stattpreißgemachtgeplündertvndindenbrandge
ſteckt worden. In dieſem Sturm ſind nicht vber drey Chriſten
C pdf
26 Vngeriſche vnd Siebenbürgiſche
todt blieben aber alle Gaſſenvnd Hohenauffden Mauren ſind
wolltodter Türckenvnnd Walachen gelegen/ohnwasvber die
Mauren ins Waſſer geworfen worden. Mann hat an Pro
uiant vnndſonderlich an Geträydtvnnd Gebrantenwein einen
groſſenvberfluß gefunden welches alles den Crabaten zu Fuß zu
theilworden, weil die Reuter vonjhren Pferden nicht abſteigen
dürften. Mit dieſer guten Beutvndanzahl Vichsiſtgedachter
Oberſter abgezogenvnnd die Statt Wihitſch wie auch Dröß
nickvnnd Iſſaſchtſchvnbeſchwerdthinderlaſſenvnnddens.tag
gemeltes Wintermonats zu Carlſtattwider angelangt.
Demnach F.D. in Siebenbürgendeß Türckentrewevnd
glauben nun etliche Jahr her mit groſſer beſchwerde erfahren
vnnd der Türckiſchen Seruitut vnd Dienſtbarkeit müde vnnd
vberdrüſſig war namerihm gänzlich für ſich darauß ledig zu
wirckenvnndandas Römiſche Reich zu ergeben/vnnddem Rö
miſchen Käpſerin vorſtehendem Krieg wider den Türckenbey
ſtandt zu leiſten. Schicketederhaben den Wolgebornen Herren
Stephanum Bockay ſeinen Legatenandie Röm, Käy Mayt.
Rudolphumzeinbeſtändige Bündnußmit Ihr Maytauffge
wiſſeConditionauffzurichten. Sein fürſchlag aber vndbegeren
an die Käy. Mayberuhetaufffolgenden Artickeln.
Werbung der Siebenbürgiſchen Legation
an Käyſer Rudolphum II.
Erſtlich wird die Röm. Key.Mayt.für ſich ſowolauch
wegen der Hungeriſchen Kronverheiſſen vndzuſagendaß dieſer
jetzt angefangene Krieg wider den Türckencontinuirt, vndwo
fern. Heutoder Morgen Friede gemacht werden ſoltemitbeyder
ſeitswillenvndapprobation beſchehen möchtevñſollen dieſer
- Alſº
Hiſtoren. 2.
Tractation mit allein Siebenbürgenvndderoſelbenzugethanen
Landſchafften/Sondern auchbryder örther der Wallacheyen
welche auff Rahdeß obgedachten Fürſten von dem Türcken
ſich jetzt abſondertbegreffen werden.
II.
Daß die ganze Land ſchafft Siebenbürgen/wieſevor der
zeithochlöblichergedächtnußby dem Fürſten Stephanoº
Chriſtoffero geweſen/mit allem Thunvnd Herligkeiten wie ſie
immer den Namen haben möchten rühgverbleiben/vnnd ohne
eintrag der Vngeriſchen Königen gelaſſen werden! welcher da
miede Röm, Käyſ Mayt ſich gänzlich verzeihenvndſhmealſo
beramiurisdictionem Regnitotalitervbergebenſolte dieſer
aber zu glücklicher vollendung iſt hochnötigdºsſolches bes
willigungvndvnterſchreibung der Ständein Vngern beſchchen
möchte. I
II.
Daß Ihr Mayt.demauß Siebenbürgenen Fürſten Tº
telgeben begnadenvnd denſelben alſojeztparticulatimalerg"
digſterklären wolte.
IV.
Ferner/daßhr Maytauffs aller eheſtmäglich hochge
dachtem Fürſten ein Fräwein vom Hauß Oeſterreich ein
Gemahºergünſtigenvndaſodieſem anweſenden egºah
eingutergewiſſerbeſcheidt/wann das Beyläger gehalten werden
ſoltelallergnedigſt resºy“ werden.
Neben dem wird ihr Maytſhmvonwegender Landſchafft
Vngern auch verheiſſenvndzuſagen/I.FG.dena Sieben
ärgen forthin woferrner bedrängt werden mº“ nicht zu
- E if verlaſ
- - Vngariſchevnd Siebenburgiſche
verlaſſen/Sondernauffmittelvndwege damit ſhmewürcklis
cherbeyſandt geleiſtet werde/allergnädigſt bedacht ſepn/ vnd J.
F.G.imfall der Noth ſich º verlaſſenhette.

So werdenſre Mayt auch auffallemittelbedacht ſeynda


mitjhr gnädiger FürſtvnndHerr das Gülden Flüß dadurcher
deſtomehr obligation gegen dem Hauß Oeſterreich hette bekom
men möchte. VII

WievielaberJ.F.G.außbeyderley Nation Vngernvnd


Deutſchem Kriegsvolck benötigetſeyn möchte werdediegelegen
heit vnndvorſtehende Nothmitſchbringen, welches dann alles
auffJ May.koſtengehalten werden ſolle.
WIL.
Dieweil dann zu mancherley Nuß zuerhaltung werenden
Kriegſbargelts vonnöthen/Alſo erbeutſchernandter von Sie
benbürgen Jährlichen hunderttauſentf..zu Caſchaw/einesſeden
Jahrszudeponiren, vnddieweil nun allbereit das Jahr eynge
ſchlichen, daß die hunderttauſentf.nechſtkünfftigen Martij zu
Nußallgemeiner Chriſtenheit erlegt werden möchten.
IX
Soofftman wider den Türcken kriegen vnndnotwendig
angreiffen müſte/ werden ihre Mayt.hierinnallergnedigſtzuſa
gen daßjhre F. G.imfall der Noth den Oberſten zu Caſchaw
auffIhre Mayt.koſten zu hülff kommen mit allen denjenigen/
ſodarzu gehören wofer aber derſelbe zu ſchwach werde Ihre
Raptauffeinmehrennachdruckgedacht ſeyn.
X
Solches vmb.mehres anſehen werdenjhre Mayt.beyden
H.Röm.
Hiſtorien. 23
H.Röm. Reich dieſen Tittelvnnd Verſicherung einzuwenden
wolzuwegenzubringen wiſſen/vnter welchem dann auch J. F
G.ncbenderonachkömlingen ein Glied ſinc ſuffragiotamen &
ſeſſione genennetvnderzehlt werden ſolle.
XI.
Ferner ſo wird J.Käy. Maye.allergnädigſzuſagen da
mit diejenige örther welchein deſ Feindts macht zum wider
ſtandtnützlichſeyn möchten auffseheſtzuhüffderarmen Chri
ſenheit befeſtiget vnnd mit gutergelegenheit verſchen werden
welches dann gleichfals Ihre Fürſtliche Gnaden/zu thunſch
erbieten. X
II.
Woferndurchſchickung Gottes ein glückſeliger Sieger
halten würde/daß diejenigen/welchevon den Türckenauß Sie
benbürgenvertrieben vndin Hungernſichnidergelaſſen beyjrer
rühgenpoſſeſſion velquaſi verbleiben möchten.
XLII.
Vnter dieſem Priuilegioſolauch keiner weßſtandts oder
würden erſeynmochte außgeſchleſſen vnndhindangeſetzt wer
denobergleich vor derzeitjhre Röm. Käy.Maieſtat vnnddero
Ä hochlöblichen Vofahrenbeleydiget oder vngnadverdienet
(..
- XIV.
Vnd dieweil dann das ende deſ Siegsſichſelzam ſchicken
möchtevnd da Gottvorſeye/J.F.G.oder deroſelbennachköm
lingenauß Siebenbürgen von dem Feind vbergewaltigetvnnd
verſagt werden ſolte das alsbald von Ihrer Käyſ May, dem
zurſbenzeitregierenden Fürſten etliche Schlöſſer vnnd #
C).
=

4. Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
ſchafften/damit erproreputationeſua leben möchte eingegeben
Werden.
XV.
Dieſes allesaber ſolle nicht allein auffſhrer FG, ſondern
auch auffdiejenigen welche ihr LebGutvñBludaranſtreckj
werden vnddardurchinſchaden kommen verificiertvñdarum,
benbillich ſüblcuation, benennet werden.
XVI.
Daßalle diejenige Güter welchehre Gder OberſteCap
kanin Siebenbürgen Franciſcus Gentijpoſſeſſione, vel Quaſi,
bißallheroinVngernvnd Crabaten geſeſſen daſſelbige ferrn
ohneeintragberuhſamvollbringen vnderhalten möge.
XVII.
Endlichen daß dieobgeſchribene Artickeineinglaubwirdig
Inſtrumentum verfaſſet. Auch mit einem leiblichen Eyd zu bey
den heilen ſowolauch den Vngeriſchen Ständen als ihrer Key.
MayvideroſelbennachkömlingenConfirmiert werden möcht
Vndwilalſogedachter Geſandterverhoffen/IhreKey.M.
werden ſich auffdas allererſtegnedigſtreſoluiren/darumber daſ
wegen hochgedachtes ſeinesgnedigen Fürſten vnnd Herrenaller
vnterthenigſte bitte dieſelben geruhen/noch die mehrhinderſtelli
gePuncten/welchevilleicht dieſe Tractation auffziehen vndver
längern möchteneynſtellenvñſich derſelbengehorſamſbefehlen
Die KeyMayt. Rudolphus II. ließjhr dieſe Articket nicht
zuwiderſeyn ſondern name dieſelbige nach gehabtem Rath vnd
allerhandtredevndwiderredetwillenan. Wurdederhabenen
Bündtnuß zwiſchen der KeyMayevnddem Fürſten in Sicbj
bürgenauffgerichtet vndinfolgende kurzeArtickelverfaſſet.

Vertrag
BSE

Hiſtorien, 2§

Vertragvnd Bündtnußzwiſchen Keyſer Rudolpho


II. vnddem Fürſten in Siebenbürgen.
Die Röm.Key.Maytauch zu Hungernvnd Böhen Kön.
Mayt ſolle ohneden Fürſten in Siebenbürgen mit dem Türcken
keinen Frieden eingehen / Hinwiderumb ſolle hochgemeldet
Fürſ ohnjhre Maytauchfeinen Frieden ſchlieſſen ſondern ſie
beyde aneinanderin dem Krieg wider den gemeinen Feindt bey?
ſtandtleyſten.
Ihr Maytvnd die Hungeriſchen Ständebegeben ſich aller
anſprüchſoſievon alters an Siebenbürgen gehabt/dergeſtalt
daß der Fürſtvñſeine Mannliche Erbenin abſteigender Linihin
rofreyniemandt vnterworffeneFürſtenſeyn ſollenvnnd Ihr
Maytgebenjhm den TittelHochgeborn/vnd machenjhn zu ei
em Reichsfürſten/darneben verſprechendt daß ihn das Reich
Ä ſampt ſeinen Landen in Protection vnnd Schuß nemmen
Olle..
Hergegenverwillige der Fürſtvnd Stände in Siebenbürg
gen/wanninabſteigender Linkein MannsErben mehr vorhan
den/daß alle SiebenbürgiſcheProuinzenwiderumbandieKron
Hungernfallen ſollen/doch mit dem geding/daß ein Königin
Hungern ſchuldigſeye die Töchter/objrer vorhanden wºre/º
ſeineygene Töchteraußzuſteurenvñzuverheyrathen/Vndauff
ſolchenfall ſolle den Siebenbürgern ein Gubernatoraußjhrem
mittelverordnetvndjhnenallerePriuilegia/GeſcßGewoº
HºenvndFreyheitenſohnenjhreFürſtengegebengehalten."
beſättigetwerden. - - - -- - -

-
eij the ſollen einander mit gnugſam hüfflwiesº
Krfordern wi ſtiget.
rn wirdtzuſpringen D Was
z6 Vngerſchevnd Siebenbürgiſche
Was der Fürſt mit ſeinem eigenen Volckerobern wird ſo
ſhm bleiben/doch da ſolcheſtück zuuor zuder Kron Hungernge
hört/dieſelben zu Leben tragen.
Ihr Mayt.verſprechendem Fürſte ein Fräwlein vom Hauſ
Oſterreich zu einem Gemahevnddarzudas GaldenFluß.
Wann(da Gottvorſey) der Fürſt außſeinen Landen
vertrieben werden ſolle die Keyſ. Mayt.ſchuldig ſeyn in dero
eygenen Prouinen ihme ſoviel Landtsvnnd Einkommens ein
zuraumendaßerſichehrlichvnndſeim Standtgemeß erhalten
möge.
Von derzeit an entſagte der Fürſtin Siebenbürgende
Türckiſchen Sultan/vnderzeigete ſich der Keyſ Mayt. Rudo
pho II.vnddem Römiſchen Reichallenthalben zum beſten/rü
ſich mit einem gewaltigen Kriegſvolck zu Roßvnnd Fußau
6oooo.ſtarcknameſamptdem Weyda in Wallachey ein ſtre
fürauffdie Türckiſche Grenzen kamebiß an Adrianopelvndbiß
auff 13. Meilvon Conſtantinopel/verhergetvndverderbetvnt
wegen alles mit Schwerd Fewer vnud Plunderthäteintreffen
mit den Türckenvnd Tartarn/erlegtjhreretlich tauſent bracht
eingute Beut daruon/deren auch das gemeine Kriegsvolck wo
gebeſſert wordenkehret mit Sieg wider zurückverehret die Key.
May.durchſhre Legaten mit köſtlichen Fockfedern vnndande
ſtattlichengeſchencken.
December,
Den 15. Chriſtmonatsnamenjhnen die Türcken zu Ra
für eine ſtreiffauffdie Schütt zu thun wurde aber von dem Bau
wersmann/ſoſchdeß orthszuſammengethanvbelempfangen
vndbeyoo.Türckenauffdenplatz gelegtöhnwasſonſ flüchti
worden/vndin dem Waſſererſoffen iſt. S
cb
Hiſtorien. 27
Siebenbürgerſtreiffenauff die Tartarn.
In dieſem Monat thet der Fürſtin Siebenbürgenden Tür
ckengroſſenſchaden/vndname ein Hauß nach dem andern ein.
Er hatte auch dreyvnderſchiedliche Läger. Einenhauffenführete
GeſtFerensim Lucarbey Temeßwardasander HorbatMichal
jenſeitder Thonauwden Türckenden Paßnach Ofen zu verle
gen. Den dritten Cornoiß Caſparbey Julalzuwelchem mitryoo.
Ober Hungeriſch Kriegſvolck zu Roßgeſtoſſen.
Coſſaggenſtreiffen auf Wallachey
vnd Polen.
Vmbdieſezeit fielen die Caſſaggenauff 14ooo ſtarck in die
Wallacheyverwüſteten dem Hoßpoder das Landtweitvndbreit
raubeten alles darinn/ſchlugen ihn zum drittenmalin die flucht
daßerzweymal kaum ſelbander vnd dritt daruon kam bekamen
durchanzeigungeines Wallachen ſeinen ganzen Schatzan Sil
bevnd Goldt welchencranvnterſchiedtlicheotthgeflöhnet vñin
die Erde vergraben hatte/zündete die Stattanhieben das Volck
darinnen nider trieben vber 26ooo. Ochſen das beſte Cabani
ſche Viehehinwegführeten 6oo. Jungfrauwengefänglich mit
ſich hinweg.
Sie bekamenauffdie7o.ſtück Geſchützesbehielten etlichs
daruondasanderluden ſie mit Steinenvñzerſprengtens. Einen
Ochſenverkaufftenſievſſidreymaß Honig/vndwañdas Honig
verzehret warnamen ſiedie Ochſenwider. Darnach ſtreiften ſie
auch in Polen/namen dem Staroſtazu Bärvber 3oooo. Tha
lerwerthgiengenmitjhmjresgefallensvmb/verhergten Schloß
vnd Statt. Alſohielten ſie auch zu Synrolua/Baaglon vnd an
andernorthcnmehrhaußtheilten ſichhinvndwideraußverderb
28 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
ten Roßvnd ÄPuluſtrec kten den Kopffnach der Lemberg beger
er/RoßvndBley/ſtärcktenſichtägli mit
tenandie. Statt ch
allerleyGeſindleinlals Banditenvnd Vbelthäterndienirgendt
feinbleibende ſtatt hatten/alſo daßjhren in die 16ooo. wurden
mit Rohrenwolgerüſtführetendrey Fähnleinlindem erſten war
der Röm. Ky. Mayt.ſchwarzer Adler/vndobenauff der Stan
genein Reichs Apffel oder Knopffvon ſilbervndvergüldt. Im
andern ein weiſſer Adler/auch miteinem ſilbern Knopffauff der
Stangengaben für die Röm. Key. Mayt.wcreſhr Her/vnnd
begerten in Hungern. Das dritte warſhreygen Fahne.
Türckiſchewerbungan Königin Polen.
Es kante auch ein Türckiſcher Chiauſs zu Chammean/
vnndbegerteanden Königin Polen/er wolte mit ſeinem Hern
friedehalten auffdenfünfftigen Sofier das Türckiſche Kriegſ
volckdurch Polen in Hungern paſſieren laſſon/vnd dem Hunge
riſchen König zu Wien keinen beyſtandtthun/mitangehengter
bedräwung/imfallerſchanders als begerterzeigen wür
deſdaß der Türckiſche Keyſer von Hungernablaſ
ſenvndjhnſelber mit ſeiner Armada
dckriegen werde.
Hiſtorien
Anno M. D. X CV.
Ianuarius.

Coſſaggenvnd Podolierwöllenzum Sieben


bürgergefallen.
Maußgang deß Jeners/ als die Coſſaggen vnd Podo
lier der groſſen Dienſtbarkeit deſ Türckenſoſenumlan
gezeitbißhiehermitgroſſenbeſchwerde erlitten verdrieß
ichworden/vnndnun die groſſe Niderlag der Tartarvnd Tür
cken auch den herzlichen Sieg deß Herzogen in Siebenbürgen
Moldawvnd Wallacheyaugenſcheinlich erfahrenvndgeſchen/
ſamptdcrempörung der Razen Moldawer/Wallachengenz
lich vergewiſſet/haben ſiebey ſich ſelbſt Ä auch
zuverſuchen/vnd das ſchwere Joch der Dienſtbarkeit einmal von
dem Halſe geworffen/Vnnd derwegen eine anſehenliche Lega
tionvnnd Botſchafft zudem Fürſten in Siebenbürgen abgefer
kiget.
Jhrfürbringenvndbegeren warfürmemlich dieſes/daßſhre -

Fürſtliche Gnadenhnen wolte nicht mehr denn zween Monat


Solderlegen/einen ſichern Paß durch Siebenbürgenverleihen
darnachwolten ſie ſich vonfrereingenommener Beuth erhalten
vndallenmüglichen fleißankchren damit ſie Hadrianoptfinſren
Gewaltvberkommen möch ten.
Wasjhnenaberauff ihr ſolches begerenfüreineſonderba
re Antworterfolget/haben wir zwar noch zuuernun emmen/Jedoch
ge n
ſind.ſiemitall en Gn ad en la uc hh er li ch en ve re hr abgeferti
gxtvndheimgeſchickt worden. - -

D ii Zum
3S Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
Zum andern ſoweiß man auch vorgewiß daßſiebeyetli
chen Graffengeweſenlond den Türckenweydlich zugeſetzet/In
ſonderheiteinmerckliches StratagemvñKriegſboſſen zugerich
tet. Denn als das Eyßder Thonawvberaußhartgefroren, daß
mananmehrorten darüberhatreitenvnndfahren können haben
ſie die Thonawheimlich auffeyſſen laſſen vnnd die Lücken mit
SchneewiderumbaußgefüllctAls aber die Tartarimgrimmen
eylendtsdarüberſetzen wolten ſind ſie nicht alleiningroſſegefahr
gerahten/ſondern auch ihrer vielvntergangenvnderſoffen/Auß
welchem erſcheinetdaß ſie nun auch dasjenige ſo ſiebegeretvon
dem Fürſten in Siebenbürgen werden erlanget haben.

Bauwrenſtreiffen auf die Türcken.


Ein groſſeanzahlBauwrenſodem Türckenvnd Sieben
bürger gehuldiget geweſen hat in der Walacheyvndanderemchr
orten ſich zuſammengeſchlagen/vnd (als ſie vernommen./daß der
Weydaauß Siebenbürgen vnd die Moldawerſichmitjrer Key.
May.verglichenvndgemeldter Siebenbürgerallbereit mit dem
Türckenkriege) einen Streiffin die Türckeybißauffdrey Tag
reiſennahe Conſtantinopelgethan/eingroſſeanzahl Wagenvnd
Camelen/mit allerley Prouiant/darunter4oooo lebendigevnd
eingeſalzte Ochſengeweſen bekommen ſoſealles nach Vngern
führen wollen./angetroffen. Die Türcken aber ſo mit ſolchen
Victualiengezogen ſich keines Feindes beſorget viel weniger
ſich ſolcher Gäſte verſehen ſind vonſhnenalleerſchlagenvnd der
Raub erobert worden welchen ſie dann glücklich herauſſerge
bracht haben vnndwiemanvorgewißaußſaget ſollen die Tür
cken ſogeblieben weitvbertauſentgeweſen ſeyn.
Eines
Hiſtoriet. 3.
Einesgefangenen Tartersauſſage.
Droben haben wir vermeldet wie die Türcken in der grö
ſten Kälteauff die Schütte vndanderortegeſtreffet vnnd den
armenbedrangten Chriſtengroſſen ſchadengethan Alsmanſh
nen aber widerſtandt thun wöllen haben ſie ſich mit dem Raub
indieflucht begeben. Vnndvnter andern einen Tartardahinden
gelaſſen welcher dieſenachfolgende Auſſagegethan. Erſtlich
zeigeteran Obwol ihnen von den Türckiſchenanbefohlenge
weſen, daß ſie herauſſer Wintern ſolten ſo hetten ſie doch nach
dem nichtsgefraget/wofern ſie nur hettenfort könnenkommen
Dennjhre Landtſchafftengreuwlich geplündert verhergetvnnd
verderbetſeyn ſollen. Vnd als ſiederhaben ihren Vortrab der
auf die ſechzehen tauſent ſtarck geweſen vorhin ſchicken wol
len weren dieſelbige von den Siebenbürgiſchen hart geſchlagen
worden,
Vberdas/ſolege der Tartar Hanmitdenvbrigen beyTa
merſchwar Bey Weiſſenburg aber weren ihrer noch auffacht
vndzwanzig hundert vorhanden. Beyderncheſten plünderung/
ſo an einem Donnerſtag beſchehen ſollen dreyhundert Tartern
vñ1oo. Türcken zu Roß geweſen ſeyn Welche darumb fürnem
lich außgeſchickt worden, daß ſie die Raabaußſpchenſoltenob die
ſtarckgefrorenvnndwo zugegen man am bequemeſten darüber
möchte ſetzen Obman aber ſolches fürneſien ins Werck gericht/
ſeyjmevnbewuſ/auß Vrſachenwelſein Pferd mitjmgefallen
daherer denn auch gefangen worden. Sovieler aber verſtanden
Ä ſein willensjhr Glück vnd Heylauff Rapauarzuver
UC)11.
Zu Papawiſſeernichteygentlich wie viel Türcken in der
Beſatzung
32 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche -

Beſatzungſdieweiler beydesbey Nachtdarkomen/vndbeyNacht


widerfort müſſen. ZuRaababer alserverſendget/ſollen der
Türckenwolindiefünffzehen Tauſentligen. Auffdas fünffige
Jarſollen nicht viel Tartar mehrherauſſerkomen. Die aber ſo
noch herauſſen werden nach Eranziehen. Die Türcken/ſovber
das Meerherauſſerkomenwerenalleabgezogen. Es ſollenjhren
an Roßvierzig Tauſent geblieben ſeyn.
Der Türckiſche Keyſer habe Friedſtand mit dem Königin
Perſia gehabt/Weil ihm aber ſein Son welchen er an der Pfor
engehabt mit Todtabgangen wiſſe er nicht ob hieraußetwas
Vneinigkeitentſtehen möchte odernicht. Mit den Oripanerwiſ
ſeer gleichfalsauch nicht/wieesgeſchaffenlobſie mit dem Tür
ckenkriegen würden oder des Friedensgeloben.
Außden Janitzarn ſollenbeyGomorrenfaſtauffdieneun
Hundert geblieben ſeyn. Wievielderen aber ſo vor Raabvmb
kommen könneereygentlich auch nicht wiſſen. Doch gleichwoll
daßfrertäglich zweyoderdrey Hundertbißweilen auch nurauff
diefünffzigvmbkommenſepn.
Warumb man aber vor Gomorrenabgezogen were ey
gentlich das die Vrſachgeweſen. Dieweildie Janitzarn daſelb
ſten nicht länger ſtehen wollen, indem ſie die gewaltige Veſtunge
geſehen/vndwolverſtanden wievielſhrerdaruorwürden auffge
rieben werden.
Auff der Grenzbey Samberlagen auch Yooo. Chriſten
welche den Tartaren auffden Dienſtgewarttet ſoihr Winter
lägerbey Solneck vnd Hadwangehalten. Dañder Adelmehrer
eheisvordenFeyertagen nach Hauſgezogen waren. Auch haben
die Chriſten faſt im mitten Jener Weizen berennet daſſelbige
mitgewehrter Handterobert/alle Türckenvnnd Mamelucken
darint
darinnndergehawen. In der Schuttſeindauchy6999Chr
ſenauffgezogen/einenſtreiffgehºnºndº Viehevndanſe
henliche Türcken auffder Beut bekommen. Deſgleichen haben
devnſerenden16.tag Jenners von Vuarauff Dotcs geſtreif
fond den folgenden Tag neben 24-ſtück Hapºeºry
ſchenliche Türcken lebendiggen Viuargebracht. Am 18. tagge
meltes Jennershaben auch die zu Hungerſchen Altenburgauff
Raabgeſtreiffet/vnter wegen4999. Türcken angetroffeninſie
geſeetonndauffdie2oe erlegt24 lebendig gefangen vnd zum
heilgen Altenburg/zumthegen Preßburg gebracht. Esha
benauch die Wallachendem Sinan Baſſaalser von Griechi
ſchen Weiſſenburg nach Conſtantinopel reyſen wöllen/auff den
dienſtgewartet ſein Geleydtzertrennetvndnider gehauwen/ihm
den groſſen Raubdenerin Hungern bekomme/wider abgeſagt/
vnnöinſhengewaltgebracht. Der Sinan Baſſa ſelbſt iſt kaum
durch die flucht mit dem Leben dauon foſſien/Wieinder vorher
gehenden Mappean N.2 vnd 3 geſehen wird. Die Wallachen
erſindfortgerücketvnndhaben vier anſchenliche Veſtungen
nemlich Pondeß/Nicoplis/Killernd Rebnye eingenommen/N.
4ris vnd 7.vndſindgarin Griechenlanº bißauff24.
Rean Conſtantinopel hineingeſtreffer Num. s. Dah
auch GeſtiForens General Oberſterin Siebenbürgenzuhülff
jmenondvnterwegen 12ooo Tartarenantroffen wnderg
Mannhat auch für ein ganze warheit geſagt, geſchrieben
vndgetruckt.dasdeß Beegen Sohn der Petinº Ciabatener
bawet ein Chriſt worden vnd mit zwei Camelen ſchwer mit
Geldtgeladengar ſtattlich zu Agram ankommen ſeyevnndon
ºrwegen 15 Türckenſohnauffhalten ºdwideº rückführen
woten miteygner Handterlegt habe. Dauoch doch keiney
E gentli
34- Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
gentliche wiſſenſchafft habe/vnnd gewiſſere Zeitung erwarte
Landtag zu Preßburgin Hungern.
In dieſem Monatwardt auch ein Landtag auſgeſchrieben
zu Preßburg/vnndalsdieF.Durchl. Erzherzog Matthiasam
29. taggemeltes Jeners zu Preßburg angelanget/thete J.Fürſt.
Durchl.innamen der Käyſ. Maieſtat baldt den Fürtrag vor den
verſamleten Ständen vnndgabjhnenfürnemlich zu bedencken
vnd ſich miteinanderzuvergleichen wie dem Türcken zu begeg
nenſeyn möchte.
Februarius.
Alsim angehenden Hornung ein groſſe Kelte vnnd die
Waſſernoch allenthalben vberfroren waren Namen die Tür
cken dieſer gelegenheit war/ſtreiffeten abermals in die Schutt/
vberfielenvnndplunderten ein Dorff/vnndführeten alles Volck
mitſchgefänglich hinweg.
Die SNoldauer vnd Walachenthun den Tartaren
vnd Türckengroſſenſchadenvndabbruch.
In dieſem Hornung hat man gewiſſe Zeitung befommen!
daß die Moldauer vnd Walachen mithülff deſ Fürſten in Sic
benbürgen eine groſſeanzahl Tartaren vnndTürcken erlegtha
ben. Deñals der Tartar HaanaußbefehldeßTürckiſchen Sul
dansinnntchſt verſchicnem Jenermit aller ſeiner macht ſichvn
terſtanden die Moldawvnnd Walachey zu vberfallen zuplün
dern/vnndwiderandas Türckiſche Jochzubringen/ iſt ſolches
dem Moldawiſchen Weyda Aarongenannt kundtgethanwor
den. Derhalbener ſein volckindercylauffgemahnetjhnenneben
ihrem ordentlichen Monatſoldtdiefreye Beutherlaubetvndzu
geſagt. Daherjederman zugelauffenvndwillig geweſen Ä die
grº
Hiſtorien. 3
Tartarenanzugreiffen. Wie ſich denn auch der Wallachiſche
Weyda Michal zur Gegenwehr wider die Tartaren gerüſtet
ſein Volckdem Weyda Aaron zum beſten mit Weib vnd Kindt
auffdie Grenzen geführet vnndjmmerallgemach widerzurück
weichen laſſen/vnderdem ſchein/als wenn ſie ſich vor den Tarta
renfürchtenvnddiefluchtgeben müſten damit er den Feindtmit
dieſem liſtdeſto beſſer ins Landtlockenvnd darnach auch leichtli
cherhinterziehenvndvmbbringen möchte. Alsnudie Tartaren
mitFewervnd Schwerdbeguntenauffdie Moldaw anzugreif
fen/zog der Weyda Aaron mit allermachtvonhinden herauffſie
zuſetztedapffervnterſievnderlegtſeindreyenvnterſchiedlichen
Schlachten auffdas Häupt ſchlug ſie in die flucht vndgarauß
dem Landeſvnndjagtejnen eine gute Beutabſoſiemitſchauß
Hungern gebracht hatten ſonderlich15oo. Pferdevnndetliche
Wägen mit Mußketen geladen ſampt ihrem Hauptfahnen
vnnderledigte bey1ooo gefangener Chriſten/Vnndbliebenauff
die 12ooo. Tartaren todt/vnnd wurden ſehr viel verwundet
vnnddarunter auch deß Tartar Hans Sohn ſehr gefährlich be
ſchädiget.
Dieſer Victori ſetzte gemeldter Aaron weiter nach name
BendarSchinitThignal Mechnivnd Abtißita alle geweſene
Türckiſche feſte Häuſer an der Thonawzuſeinem vortheilein
vndbeſetzet ſie mit ſeinem Kriegsvolck. Deßgleichen eroberte er
auch das ganzereiche LandBobraga/welches ſich von der Tho
nawanbißandas Gebirg Noah gegen dem ſchwarzem Meer in
16. meilwegsweitvnndbreyt erſtrecket ſampt vielen ſtattlichen
Fahnen/darauffdas Creuzgeſtanden.Zuhm ſchlugen ſich bald
alle Einwohner deß Lands/wurffen alle Türckiſche Fahnenab/
verbrennetenſievnd ergaben ſich an die Moldawer.
E ij Der
-

36 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
Der Weyda JaniculadeßJanicule Begfansvertriebeneſ
Walachiſchen Weyda Sohn/hattebeyder Porten Ägehalten
der Türckiſche Sultan ſoltejhm neben den Tartarn Äah
Türckenvntergebenſowolteer beyder goſſenKädade Waſ
ſervberfroren die Walacheydamityberfallenden Michal Wey
dºdarauß vertreiben wunddaſelbige an der Porten wid
Dienſtbar vnd Gehorſam machen. Als jhme nun ſein begeren
bewilliget vnd Hebrin Haſſan Baſſa ſampt Ioooo. "gerüſte
Türcken zu Roߺnd zu Fuß zugeordnet wordenºndºr ſchon j
allenanzugwar/mahnete Weyda Aaron ſein Volck gleichfa
auſweichen auch 699 Eaſſaggengeſtoſſenfehlemij
Scherpeterin der Walacheyeinmeilvon der Thonaw den tag
Äng dem Feind mit freudigem Muhsigeſ
hindefuhereghren bey 3999.vnnd bekam ein ſtlic
Äg Hyeyrete auch Michal Wey
nicht ſondern belägerte Neſter Weiſſenburg eroberte plunder
vnd verbrennete die Vorſtattvnnd iſt vorhabensvnd der guten
hoffnungvndzuuerſicht auch die Stätt ſelber in wenig tagenz
bekommen.
Solches alles lieſſen beyde Weyda/Aaron auß der Mold,
ÄMichalauß der Walachey ſchriftlich an den Fürſten
in Siebenbürgen gefangen mit vermeldung/daß ſie die zeit her
dem Feindt ſchon allbereit der Toj ſtrom Paßvñallen Voj
hefaſtbißauff Griechiſchen Weiſſenburg gej vndab
geſtrickethetten/verhofften auch da ſein Wöck ſo den 9. kg
Hornungsanziehen ſolte) zu ihnen ſtoſſen würde mit der hüff
Gºesnicht allein Griechiſchen Weiſſenburg ode vmbliege
Ähe Grenzhäuſer in kurzem zuerobernj j
bißanConſtantinopeſhinanzuſtreffenja ſiedeñdiezeitung Ä
- Vºrtö
BSE

Hiſtorie s
vertröſtughettendaß die armen gehuldigten Chriſtenhºvº
widerin Bulgareyſobald der Siebenbürgiſche/Walachiſche..
Moldawiſchezugfortgehen würde/zuhnenfallenvnd den Türe
cken ſelber bekriegen helfen wolten.
VnterdeßhieltedieKey.May einen Landtag zu Prag vnd
ließ mit den Böhmiſchen Landſtänden handlen/wiedas Kriegº
weſen wider den Türckenauffnechſkünffigen Frühling an.“
greifenvndaußzuführenſeynwolte. Die Propoſition/ſoden
ag Hornungsvmbeinvhrnach Mittag beſchehen ware faſt die?
ſes Ä ſagenſ de
meingang erinnern ſich Ihre Mayt, derzuſagen ſod
Ständen den Kron ÄÄ Ä 93. gehaltenem Land
tagbeſchehen/daßſienemlichenzween Monat nach derſelbenwº
derankunfftinſhrandt einen Landtaginſhrender Ständevnd
deß Landts eygenen Notturfft zu halten ſich erbotten leihe
ten aber daſſelbigemit Glimpffabvnnd zeigeten andaßesbey
dieſer hohen Feindsgefahr nicht beſchehen können/miterbeºng
ihnen künftig in dergleichenzugratificiren/Vnd beruhet dieſer
General Landtag auffdieſenzweyenHauptpuncten.
Memlich deßlangbegerten Defenſions Wercksºndda
einer Türckenhälff m2.3u Fuß vnd 49 ºz. Roºf
jetzt angehenden Frühling in Vngern Auffdenfalº Ä
die DefenſionOrdnungſoeyendtnit ganz vndga. Ä3
ſchloſſen werden könne daß man dochzugewinnung Ä
letztenvndnsgejncenſchreiten/vñdie Stände ſº
ichenvnejwolten/wasſebeydieſe Ä
dem Feindezujuchunoderleiſten wie viel auſ Ä Roß
Ä Ä joderwodieNothamgrößen vºr
chickenpoſten E ii Item/
38 Vngeriſche ond Siebenbürgiſche
Itemwieviel Monatſedaſſelbeim Feldtvnterhalten wol
kenmitanzeigungdaß nunmehr die Zeit vnd der Frühling an
der Handtvnnd daß mitlerweil das Landtgebührlich verſche
ºptd.
Es wirdtauchnebenerzehlung deß Feindts biſher verrich
tens der Ständencheſtbeſchehenehüffzu Gndanckangenoſſen
berhümbt vnddarnebenangedeutet an was Orthen (nemlichen
der Bäpſtlichen HeiligkeitHiſpanien/Polen/Schweden Moſ
awvnd dergleichen) Jr Mayt. hierzu hülffegeſucht/vnndwa
das Reichingehaltenen Kreißtägenbewilligt.
Itemſdaß zwiſchinjhrer Mayt, den Siebenbürgern vnnd
Moldawernnewlicherzeit auch ein Confoederation, dieſem In
entzum beſten auffgericht worden neben dieſemward zu abkür
zung der Propoſition den Ständen ein nebenſchrifft oder ein
ſchlußzugeſtellet/darinnenalles weitläufftigeraußgeführtlauch
die Ständemit fleiß exhortiert vnd vermahnet worden dahin
zugedencken/damit diehilffangutemverſchuttenvnndauffswe
nigſtderhabetheil auſſer Landts geworbenem Volck beſchehe
auffdaß daſſelbigenicht vergebenlich mit ſchadenvndverluſt an
gefüretwerde.
Itemweildiehohe Notturffterfordert, daß Gomorra mit
Gräbenvndandern weitervnd beſſer fortificiert, vndbefeſtiget
auchinder Schuttetliche Caſtellzuabwendung deſ Feindtsvo
habens ſobaldalsſmmermüglich auffgericht vnderbawet wer
den müſſen, daß ſie ſichvntereinandervergleichen was ein jedes
Landt hierzu zuthun geſinnet. Hieraufhaben ſich die Stände
ſchrwilligerzeiget/vnd die Böhmen. Mehren Schleſier vnd
Laußnitzeramentlich16ooo.Mannzu RoßvñzuFußauffſren
koſten 6 Monat lang von dem erſten tag Meyens Anno 9.
anzurech
Hiſtorien, 29
nzurechnen in Hungernwider den Erbfeindt zuvnterhalten“
wiüget.Nemlichauß Böhemiooo. Teutſche Reiter sº? Ars
büſcrocouFußgoo Muſcatirer. AußMehrene
zu Roß ooo. zu Fuß. Auß Schleſien vnd Laußnitz2°°° zu
Roß/3ooo..zu Fuß.
Hiezwiſchen ließ ſich Graff Carle von Mansfeldau
zum Oberſten in Hungern wider den Türckenbeſtellen/ bewarb
ſichin Niderlanden vmb Reuter vnd Knecht/vnd ordneteſhnen
SberſenvndPferdehalb
führe2ooo BefehlsleutAdolph Freyher zu Schwarzenburg
KürſſervndhalbArchibuſier Monſ
eCororell.dansvnndMonſ.de Aſsicouetjeder zwey tauſen
Wallonen zu Fuß Monſ Idoulxdela Bouclettevnnd Men ſ
de Marsbeyde Feldmarſchälckejeder ooo. Wallonen zu Fuß
Hanßleonhart von IllwarGeneral Quartiermeiſter
HeyrathSigiſmund Fürſten in Siebenbürgen mit
F Anna Chriſtianavon Oeſtereich.
XXII. Februarij.
Nachdem in dem Vertrag zwiſchen Sigiſmundo Batho
riWeydan Siebenbürgen/vnndder Key. Mayt verſehen da
mangemeltem Weyda ein Fräwlein von dem Hauß Oeſtereich
vermählen ſolte/ward demſelbigen auch nachgeſetztvnndjhmF.
Anna Chriſtiana Erzherzogin von Oeſterreicherinn/Ä
ſprochenvnd zugeſagt. Derhalben dann die Fürſtl. Durchl. Fer
dinandvnd Maximilian Erzherzogen von Oeſterreich vnd die
Siebenbürgiſchen Legaten den 22 tagHornungs gegen Abend zu
Gräßzeitlich ankommen/vnd ſtattlichempfangen vnd die Hey
rathgänzlich abgeredtvñgeſchloſſen worden vñdeßandern Ä
wºlch
40 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
welcher war Sontag Sexageſima, oder nachdemnewen Calen
der Laetare, die Braut den Siebenbürgiſchen Abgeſandten an
ſtatt ihres Herten Sigiſmundt durch den Herren Leibzin der
Hofffirchenoffentlich vnd ſolenniterandie Handtgegebenvnd
vertrawet worden. Beydeobgemeldte Erzherzogen Ferdinand
vnd Marimilian waren ſelbs die Brautführer. Darauffman
dann das Te Deum laudamus geſungen zum Freudenzeichen
alles Geſchüßloßgebrennet/vndeinfrölichevnd ſtattliche Pan
cketgehalten. Vberzweentagname die Siebenbürgiſche Bott
ſchafftſren Abſcheidt zu Gräß/vnd begaben ſich widernach Sie
benbürgen/Zu Grätzabergeſchichtanordnung zu der Heimfüh
rung/welche in Siebenbürgengehalten werden ſoll.
Martius.

NeweKriegrüſtung wider den Türcken.


Am anderntage Merzens kam Erzherzog Matthias von
Oſtereich vom Landtagauß Hungern zu Wienan/die Empter
vnd Befehlvnter dem Kriegſvolckzubeſtellenvndaußzutheilen.
Vnd dieweilesſhrFürſtl. Durch bißherinvnter Hungern nicht
zum beſten gelingen wöllen/ ergab er ſich zum Feldtoberſten ino
ber Hungern/vndwarihm Graff Carlevon Manßfeldtſonew
ichauß Niderlandenda ankommen zum Leutenant zugeordnet.
Aber ſein Bruder Erzherzog Maximilian von Oeſtereich ließ
ſich zum General Oberſteninvnter Hungern beſtellen/vndward
Her: Chriſtoff von Teuffenbachſein Leutenant. Vndnachdem
die Röm Kay.May.RudolphusII. ſichbcyallenfürnemenPo
tentaten Fürſten vnd Hertenvmbhülff warb/wardeinanvnnd
vberſchlag gemacht alles deß Kriegſvolcks ſo jeder Stand Ä
mög
Hiſtorien. 4
mögdeß Reichsabſchiedts zu Regenſpurgaufffünfftigen Früh
ſingwider den Türcken zu ſchicken/vnnd extraordinarièvnter
alten bewilliget. Nemlich/
Bapſt zu Rom 1ooo. zu Roßvnnd ººe. " Fuß.
Florenz VOO. 3ooo.
Ferrar IYOO
Mantua IOOO

Vinturaßp oe.
Tiroll 4000
Bayern 3000.
Böhem - OOO
Archibuſier 6oo. 6.ooo.
Schleſien IYe S- 2OOO.
Laußni FOG. IOOO
Oeſterreich 2OOO 6ooo,
Hungern VOO. IOOO,

Oberſachſen I2OO.
Niderſachſen 6oo.
Francken TOOO,

Schwaben 4000
Sjch/RheiniſchendFränckiſch erſchafft 4099
GÄCarlevon
Corabiner
MänßfeldtKürſſerPferd
IOOO.
Ä
Wallonen zu Fuß 6ooo
DieſeſollenaußdeßReichs Contribution vnterhalten werden.
Dasallesthutin einer Summa 39oo.Pferde/vnd 5599
zu Fuß.
F Türckiſche
42 Vngariſchevnd Siebenburgiſche
Türckiſche Botſchafft in Polengeſandt.
Nachdem der Türckiſch Keyſerinerfahrung kommendaß
Keyſerliche Maieſt. Rudolphus der Ander:c.ſeine Geſandtenit
allein in ſein Landevnd Königreich/ſondern auch in alle benach
bartevnndauch weitgelegene Landſchafften abgeſandt damit er
mit mehrerm Ernſtvnnd Macht den werenden Krieg beharten
vndzuendebringen möcht. So hat der Türckiſche Keyſer ihme
ſolches zuthungleichergeſtaltnußvnd notwendig geachtet. Auch
erſlich zween fürnemeſeiner Chianſen abgefertiget/in Polen zu
dem Königzuziehenſhnevmbeinhülſfanzulangen vndſoſol
ches von ihm geſchehen zuuerheiſſendaßes an Geltnichtmangel
haben ſolle. Auch wölle er der Türckiſche Keyſerſolchesmital
len Gnadeninkünfftigen widerumbgegenjhr Mayt.gedencken.
Als aber dieſe beyde Chianſenimhinreyſen ſich bey dem Weyda
in der Wallachcyanmelden wöllen auch ſolchesentlich gethan/
vndger Weydaſelbſt ſie mit aller freundlichkeit empfangenvnd
auffgenommen/vndin einherliches Zimmergeführtdarinnvon
allerleyſachen ſich mit ihnen zuvnterreden ſind gemeldtes Wey
da Diener mit einem groſſen Grim in daſſelbige Zimmer hinein
gefallen/beyde Chianſeneilendsnidergchauwen von dannenden
vbrigen Türcken zugeeylet/vnd deren ſozumtheilals Geferthen
zumtheilals Dienermitgeweſen/auff die hundertvndvierzigin
ſtück zerhauwendaß alſo dieſen Polen nichtkommen.
Nun hat es aber der Türckiſche Keyſerhiebcy nicht verblei
benfaſſen ſondern gleich darauffein andere Legation abgeſandt
welche gleichfalsvorige Werbungthun ſoll. Iſt auch zu Mogil
laanfommen.

Sinan
Hiſtorien. 43
Sinan Baſſawirtan die Portenberufen/vnd
Ferrat Baſſaanſeinſtellin Vngern
prod,

Imendedieſes Wintersals die Tartern im heimziehen an


vnterſchiedlichen örtern von den Siebenbürgiſchen/Wallach
ſchenvnd Moldawiſchen Kriegſvolckhart geſchlagenetlich Ve
ſtung dem Türckenabgetrungen/vndſchsauff der Türckenſei
tenallenthalbenvbelanſchen laſſen hatMahomet der dritte Tür
ckiſche Keyſer dieſes Namens Sinan Baſſa welcher General
Oberſter in Vngern bißdaher geweſen/an die Porten beruffen
entwedersmithmevonder wichtigkeitvndnotturfftgegenwerti
gen Kriegszuberahtſchlagen/ oder ſonſt etwasnothwendigs mit
hmaußzurichten. Hergegen aber Ferrat Baſſa/ der vor dieſem
General Oberſterin Perſien geweſen vnndviclgroſſer Thaten
daſelbſt verrichtet mit ſeinem geworbenen Volckin Vngernals
Veziervnd Obriſtengeſchickt. Welcher auch alsbaldtim Mer
zen von Conſtantinopelverruckt vndauff Griechiſch Weiſſen
burg ſeinen Zug für die handgenommen.
Sophia die Statt von den Heyducken erobert
vnd geplündert.
Kurzuuorehedann Ferrat Baſſainanzugkoffien haben
ſich in der Bugereybey die2ooo Heyduckenrottirtvnd mit den
Räzenverglichen/dieStatt Sophia/ welche auf die 14 Meil
wegsherw artsConſtantinopelgelegen/vndwie Car iºn ener
Hiſtorienmeldet vorzeitéein Sitzgeweſender Keyſerlich Mar
ſchäckinEuropenzuvberziehen einzunemenvndzuplündern.
Alsjnen aber an ſolchemjrem vornemen nichts"
48 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
weſen, dieweilſieſolches Werckingroſſereylangeſteltvndeben
zuderzeitda Haſſan Baſſa ein Niderlag neben den Tartern auff
etlichtauſentzuſammen erlitten vnd damanzuConſtantinopel
allein dahingeſehen/ wie manſiewolrüſten mögein Vngern zu
ziehen/vnd man ſich ſolches einfallsim geringſten gar nicht beſor
get haben ſiejrenanſchlag glücklich vollendet. Vndalſovnuer
ſehens die Statteingenommen/vnd daſieſich dieſelb zu erhalten
zu ſchwachbfunden/geplündertvndbeyzeiten zurück injhrege
warſam begeben. Nachmals den Raubgethelt/ da einem jeden
auff die3oo. Ducatenzuraußbeutworden.
Die Veſtungen ſo in der Wallacheyvndbeygrenzen
den örterndem Türckenabgetrungen.
Nachdem die Tartern/zudreyenvnterſchiedlichenmahlen
geſchlagenvnddermaſſen genötigetdaßſhre Weiberhreeygene
Kinder müſſenbratenvndfreſſen zum ſchreckenſdaß ſie einander
mahldaheim ſollen bleiben. Vnd von fünffvndachtzigtauſent/
kaum acht tauſendtheimkommen haben die vnſere durch hüff
vndRahtdeßtapffernvnndwolgebornen Fürſten Michaelinder
Moldaw ſich vnterſtanden den Erbfeindt in allem nicht allein
zuuerhindern, ſondern auchwoſienurgeköndt davnnddort ein
Veſtung nach der andern einzuneſien. Auch durch mittelGött
licher Gnadvndſrer Mannheit bald neben dendroben vermeld
tendieStatt Siliſtriaauffdengrundtaußgebrandt/vnndein
vnſäglich Gutdarinnbekommen. Weil aber kein Geſchützda
mals vorhanden haben ſie das Schloßnichteinbekommen ſon
dernden Türckenverlaſſen müſſen.
Von dannen ſind ſie verzuckt nach Schmie/haben die State
pnd
Hiſtorien 45
vnd Schloßmiteinander erobertvñdarin 17.Feldtſtückbekom
menſdarunterinſonderheirzwey deß Keyſers Ferdinandivnnd
zwey Huniat JanasnamenvñWaffen gehabt welchenachmals
dem Herzogin Siebenbürgenverehrt worden die Veſtungaber
haben Nach
ſie mitdieſem
2goohaben
Wallachen beſetzt.
ſie ſich gemacht an Oroſigk./ſoein an
ſehnlicher Meerhaffenvndwo der Türcken Schmalzgruben
hatmögengenandt werdendenallhiewrda zuſamengefüh
was deß Türckiſchen Soldans Einkäufer an Schmalz
Honigvndanderer Prouſandt einkaufft. Daher dann auch in
der Eroberung derſelben von den vuſern ſo viel Honigvnnd
Schmal gefunden alſo viel sooo Menſchen in ein Jahr ver
zehrenFerrnershabendievnſern
mögen. auch eingenommen KleckGa
empoPrayllaſoetlichMonatbelegertvñvon 3ooo. Türcken
ſodarinnen geweſen/aufgehalten worden welche ſich hernacher
doch auffgnadvndvngnadergeben. Als ſie aber Goldtvnd Sil
berns Brotgebachenvndalſo abziehen wollen aber deſſenver
fundtſchafft worden haben ihrer die Heyduckenvbel gewartet.
Auch ſteingenommen das feſte Schloß Gargioldarinn mancis
nengroſſenvorrath an Prouiandtvberkommen.
aganockwelches ein ſehr feſt.orth iſt hat man auf die 20
tagbelägert.
Beyder Churfürſten Sachſen vnd Brandenburg
geſandten Kriegſwerbungwider den Türckenin Poln,
Als beydes die Chur Sachſenvnnd Brandenburg ſowok
ſchrifftlichalsaugenſcheinlich berichtet mº ernſt der Türck
ſichaufffünfftigen Sommerrüſe/vnºe ſach angreiffe/auch
F iij vernom
46 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
vernommenden Fleißvnd Sorg ſo ihr Key. Mayt.ingegenbes
reitung anwendtevndinſonderheit mit verbündtnuß vieler für
nemenaußlendiſchen Potentatenvnd Königen ſich bewerbevnd
vnderandern, daß ein Legation vonjhr Key.Mt nach Krackauw
verſchickt/vnd hülff bey der Königl. Mayt. in Polen anhalten:
habenſtes für nothwendig geachtlauch ihre Rächevnd Oratores
dahinzuſchicken. Vndderwegen zu ſolchemgeſchefftaußgeſchoſ
ſen/D. Johann von Koſtizvnnd D. Johann Benkendorff in
Wardin/vnd D.Nicolaum Reuſnervnd D. Chriſtoff Bron
ckendorff/ welche auch den 17. Merzen auf dem Landtag zu
Krackaweine Oration in Namenvndvonwegenjhrer Churfür
ſten in Lateingehalten auffdaß ihr König. Maieſt.vnnd deren
StändemitdeſtowilligermgemütvndſinnjhrKeyſ Mayt.vnd
dem betrangten Vngerlandtzuhüffkommen/wiedieſelbige O
ration in offenemtruck iſt.
Ferrat Baſſa/vnd washmeinſeim Anzug
begegnet.
Den anfang deß Aprilisas Ferrat Baſſaſchon auffdie
soooo. Mann zu Feldt gebracht/auch in die 33. Stück groß
Geſchützesbeyſchvnd die Zeltinordnung gehabt ſich im An
zug wider Vngernvnd Siebenbürgen zu begeben. Waren ihm
beynächtlicherweilalle Seylanbemeldten Gezeltzerhawenſond
das Geſchütz mehrertheilsvernagelt worden. Welchen Stücken
eintheildem Cigala/wegendeſſen daß er ſeines Befelchsentſetzet
eintheilden Janizaren/weil ſie lieber den Türckiſchen Keyſer/

»
gedachten FernatBaſſa zu Feldhabenwolten/dieſchuld

Aprilis
Hiſtorien,
Aprilis.
Die Heyducken ſind
wolfey.
º bey ihnen
AußSiebenbürgenward den 6.Aprilisgeſchrieben das die
Türckenſo in der Moldawvnd Wallacheyhin vñwidergewoh
net ſind in der Nacht mit hülff der Siebenbürger von den Ein
wohnern ſo daſelbſt noch von Chriſtenvberigvberfallen vnder
ſchlagen. Weil dann zu dieſemkompt die groſſe Niderlaglſo die
Tartarnvnd Türcken dieſen Früling zuuorerlitten ſo iſt beyden
Heyduckenwelcheſonſtarme Leutſeynvñnur Ochſenheutvmb
die Füßbinde welche ſie für Schuhe brauchen ein ſolchewolfey
vndvberfluß erfolgetdaß einer einvnſägliche Summa Ochſen
KüheKelber vmb 1oo. Thaler gekaufft vnd ſeind die gemei
nen. Heyducken in Mardernvnd Zobeln Hauben das ſonſt nicht
auffſiegelangt vnd nur den Reichengedeyen mag hereingetret
1.
Palfithut ein Streiffbey Ofen.
Als Herr Palfiden 12. Aprilisvernommen/daß die Tür
cken ſich heftig zu Ofenrüſten/vndauchallbereit ſchon das Ge
ſchütz auffgeführt haben ſoltenhater ſeine Leutaußgeſchickt/vſ
ein ſchattathunlaſſen mehr darumb/auffdaß er etwas weiters
von der Türckenfürhaben erkündigte. Als aber ſein Volck den
anderntag hernach glücklich widerheimkommen vnd fünf Ja
nizarengefangen/vndein Kopffmit ſich gebracht/hat er ſolche
eraminirenvndbefragen laſſen dieſagten denn ſampt vnndſon
dersdaß die Türcken zudem ernſtfertig auch zu allem ferrnerm
fürnemmenbereytweren.
Vnd wie er bald darauf vernommen, daß der * %
48 Vngeriſchevnd Siebenbürgiſche
auß Graciamitdenvbrigen Tartarn nach dem Neuheuſelſ
hun wollvñervonnöthengeachtdaſelbſt allerhandanordnun
zuthunſterineigener Perſon ſelbſtdahinvereſtin willensd
orth der Notturfft zubefeſtigen. -

Der Türcken Niderlagbey Temcßwar.


Demnach der Türckiſche Keyſer ein Chianßnach Ofenge
ſchickt, der daſedermannſchzurüſtenvermanetvñwoman mü
ſtefortziehen bereitzuſeyn befohlen wer aber ſolches in Win
ſchlügevndergriffen würde der ſolohn alle Gnad in ein Spie
gezogen werden ſein Weib vnd Kindt ſhme nachgeſchickt/oder
ins Waſſergeworffen werden. Auch zu Temeßwarſcheinz
lichemengeTürckenalleweilſamleten/dermeynung den Sieben
bürger anzugreiffen hat ſich der Beegvon Ofen mit ſeinem vn
terhabenden Volck auffgemacht/vnd das Volck ſoſch zu Te
meßwarverſamlet/zuſchgenommen vnd nun angefangenau
den Siebenbürger zuzuziehen. Als aber der geſtreng Geſti Fe
renzdeß Fürſten in Siebenbürgen Oberſter ſolches vernoffien
hat er ſich gleichfalsgerüſtet./jhmeentgegengezogenvndanei
nem gelegenen orth ſeiner erwartet. Vnd als ſie aber jetzt zuſam
menkommen/vndaneintreffengegangen hat Herr Ferenz der
maſſen in die Türckengeſetzt/daß jhrer wenig daruon kommen
auch der Beeg ſelbſt alſo hefftig verwundt daß er alserſich z
Haußhat wollenführen laſſenvnderwegen geſtorben. Vndiſt
alſo einſchönherlich victori Gottlob abermalserhalt worden.
Danner von ſolcher ſeinervictoriſcinem Herrn dem Fürſten
in Siebenbürgen zwo Türckiſche Fahnen drey
Trommeln/vndviel Köpff/wie beyjnen
dergebrauch/zugeſchickt.
October IS 9 S.
Der Rabiſchen Proviant abgeſchlagen.
EN achten Octobris Anno 1 ; 9 F. haben ſich 3ooo.
Welſchen/vndsooo. Teutſchen auch etliche Heyducken
Evnd Freybeuter/beydem Oberſten zu Granangeben/vnd
egeret/jhnen zu erlauben nach Ofenzuſtreiffen/welchesſeer
anget/weil die Kundſchafftankommen/daß die Türckenbaldim
zug weren / Raab mit Proviantzuentſetzen. Sind demnach
dievnſeren alſo im anzug/ vnndin guter Ordnung zwiſchen S.
ndreaevndalten Ofen ankommen/allda ſie die Türcken in die
7.ooo.ſtarck/mit viel Wägen/Proviantvnd Munition antrof
n/mit denſelbigenſcharmützelt/ vnndim anfang aufbeyden
ſeyten ziemlich blieben/doch haben dievnſernletzlich alle Türcken
vmbringet/vndendlichbißauffs Haupterlegt.
Hernacherhabens darauffeliche weittergewagt./vnnd der
den Türcken Kleyderangezogen/die Türcken Fahnenauffge
teckt/die Chriſten Fahnenaber vnterſch/als man der Chriſten
gefangene Fahnenzutragenpflegt/gehalten ſind alſo ſchnellauff
Ofen zugezoge/gleichſam alswerenſeinderflucht geſagt. Ver
neyntenalſovnter dem ſchein/ alsobſiegejagtevndnachgeeilte
Türckenweren/das Ofiſche Thorzuvberweltigen. Wie aber die
nOfendieſe vermeynten Türcken gegen Abendgewar worden/
eyndſehauffenweißandas Sicambrier Thorgelauffen/vnnd
uffTürckiſche Sprachjhnenvber die Maurenzugerufen/vnd
gefragt/wasesfüreinen zuſtandmithnenhette, daß ſie ſoeylend
uff die Stattwiderzurückkemen / dahaben die vnſeren nicht ſo
gar recht auffTürckiſcheartinndereyl antworten können ſind
erwegen die in Ofenargwönig worden/vnndgeſagt/ſie ſolten
abziehen/
Vngeriſchetnd Sybenbürgiſche
abziehen, da ſie es aber nitgethan/haben ſie ſich vnterſtandcn/ſie
mit groſſen Stücken abzuweiſen/darmitdenvnſeren ziemlicher
ſchadengeſchehen/doch nicht mehr als zween Schüßgetroffen.
Sindalſodie vnſern widerumbabgezogen/vnd endlich mit einer
groſſen Beutvndabgeſchlagenen Proviant/ſamptwil vornemer
gefangenen Türcken zu Gran ankommen:

Stephanuslozia Sybenbürgiſcher Cantzler/ſchrei


betauß dem Fürſtlichen Lägerin Tranſalpina.
Achdem der VezirBaſſa/die Niderlagvndabſchlagung
AJÄ vor S. Andreaebeyalt Ofen vernoſſien/hat
GN c'erall ſeinemacht von Volckvnd Proviant widerumbbey
Tergoviſta zuſamienbringen laſſen/verhoffendabermals Raab
vor dem Winterzuſpeiſen / Wie dieſes nun dem Sybenbürgi
ſchen Fürſten verkuntſchafft / richtet er ſich mit aller Machtda
hin/welches dem VezirBaſſabaldfundgethan/darumber des
Fürſten nicht erwarten wöllen / ſondern den Haſſan Baſſamit
dem abgefallenen Weyvoda Michael Toroßfi/ ſampt 4ooo.
Türckeningemelterveſtung liegenlaſſen / demnach ſind die an
deren/ſoauffdem Streiffvnd Fütterung gezogen/widerumbin
der Nachtnachfréaltem Lägerankommen aber wievnſer Volck
dieſelben vonferrnen hören/ halten ſie ſich ſtill/bißdieſtreffende
Türcken ſich herbeygemacht/dafallen die vnſernherauß/hawen
denmehrentheildarnider/vndeobern abermals alſo alle Muni
tion vnd Proviant/damit ſie zum andern mal vermeynten Raab
zuſpeiſen.
Gran
Kriegshändel 5 95 October,
Gran befeſtiget.
Demnach biſher täglich ind &oo. Mannander Veſtung
Grangearbeitet hat." nunmehr den vorigen noch 499 3°
jet damit die Veſtung deſtogeſchwinde erbawetwürs
j Golobſeſtnunmehr auß der
gefahr bracht

Gedruckt zu Franckfurt am Mayn/durch


Johan Kollzº verlegung Theodor
von Bry/vnd Kunſiſtecher
- -

- - - - - -- ----------

Leben vnd Contrafeitender


TürckiſchenvñPerſiſchen
Sultanen vonOſmaneanbiß
auf den jetztregierenden Sultan
Mahumer 11. Auch vieler anderer für
trefflicher Helden vnd Heldinen Hi
ſtoriſcheBeſchreibung/ vnd
eigentlicherAbriß.
Alles dem Leben nach von vralten
Metalien künftich fürgeriſſen / vnd an
fanas Röm. Keyſ Mt. Ferdinando auſ
Conſtantinopelofferirt: Nachmals
vondem Hochgeferten H. -

I. 1 Boyſſardo V. in Latein beſchrieben.


vndmit kurzen Carminibus gezieret
jeo.aber in Teutſchbracht,
Alles zierlichin Kufpe geſtochenvnd von
nwem am Tag geben durchDiterich
von BryLeodien.
Franckfurt / Anno M. D. Xc v1.
Eigendliche
Contrafait des Edlen Hochgelerten Herrn Jani Ja
cobiBoyſlardiVcſuntini.

Apellesfaſ vermehret ſehr Archgleiche weißauch Diterich


Deßgroſſen Alexanders Ehr von Brymitſeinerzkunſtvi Stich
Als erdurch ſeine Kunſtbereit Boiſardt Contrafatt zu Hand
des Äönigs Sidwund Cºntrafat ewpps
wacht durch die)CganzPhili Ä
PHILIPPA LAZAEA POLANA
LLYRICA IN EFFIGIEM IANI IACO
BI BOYSSARDI VESVNTINII.

Hem,quidaſpicio,labellacuiahaec?
Tinéta Cecropiolabellamella.
Cuiusſuntoculilepörepleni?
Haecſpirantiacuiusora nonne
Picta eſthaccfacicsmeiſodalis
Boyſsardiºfacilis Camoenacuuis
Mänuminſtruxit,Apollinisquedočtam
Indulfit Citharam.HercleIanus iſtceſt,
NatusScquanicaVeſuntione.
Vivis, lancigiturtuoſque vultus
Expreſſos Ä Theodorici
Tötusnoueritorbis.Atpolillos
Terfiscarminibustuae Thaleiae
Amortcinterituquevindicaſti.
Des Durchleuchtigen Fürſtenennd Herrn
Herrn Friderichen Herzºge zu Wirtenbergvnd
Teck/GraffenzuMompelgard*
PROGNOSTICATION
ºder den Türckenwelchevoröſelen Jaren
3 Conſtantinopel beydem TempelSophiaein einem al
ken verfallenen Thurn/vnnd auffeiner Rinde von Bäumen
geſchrieben iſt gefunden worden. Nunmehr aber den
Chriſten zuhandenkommen. maſſen/
wievolgt.
NNO 1595. im Oktober plunderten die Chriſten von Erſatt
den groſſen MarckFleckenSaganj Ofenerledigten etliche
gefangene Chriſten /vnder welchen war eines Burgers Sohnauß
Beyern/welcher wanzig Jahrzu Conſtantinopel gefangen geweſen
bey dieſem haben ſiebefojej Propheceyung/ welcheſeiner auß
ſagnach/die Türcken offtmitbeſchwertem Herzen betrachten/vnnd
jetzovnder Mahomet Iſim 97 oder zum engſten im 16.o2. ſoll
vollendet werden. Von gemeſtem gefangenen ſelbſtauß Türckiſche
Sprachit Latein vnd Teutſch vertrt.

Türckiſche vort Teutſche wortder Türckiſchen


in eigener Prophe- Propheceyung.
Ceyung.

Pºahoms
ghclur,
Vnſer Keyſer
wird kommen
Charum
memlcketi
ºdeß Heyoniſchen
Reich einnemmen,
Fürſten
alur - Auch den roten Apffel
Kurulamai wird er vberweltigen/
zur vndin ſeine gewalt bringen.
Kapzciler Wo aber im Siebej Jahr (wel
ches
PROGNosTICATION
cd ches bedeut das 67. Jahr) .. ,
Ä. Giaur der Chriſten Schwerdond Waffen nicht
Keleci werden herfür kommen/
ciſſimſe ſoÄ erbißauff ſches bedeut
oriki zwölff Jahr ( welches be
ylalech. zwölff Ä najövnndiſt das 1592 Jahr)
onlarum vber ſie herſchen.
Beglighcdcr Häuſer vnd Stättbawen.
enſiapar Weinperg Pflanzen
Bagdker Zäunevnd die Gärten ſetzen:
Babcſaibaghlar vnd Kinderaufziehen.
Ogludkeſ Nachdenzwölff
olur Jarenaber/
on Kiy Demnach
denſzora der roteapffel
Hiſtria Injhrer gewaltgeweſen/
non Kelicer wird der Chriſten
cſikaur Schwerdſchherfürthun/
ol Turcki Welches den Türckiſchen Keyſer
ghereſine wird zurückſchlagen/
Thuſkure vndin die Fluchttreiben,
SYM B O LVM
THE OD OR I DE BR Y
LTE O DIEN.

He quantumàprimo miſerimutamur Adamo,


Verilliaeternumriſit&almaquies.
Atmunccurahominesfacitirrequietabcatos,
Hucratio hucomnisvis ſubitingenij.
Scilicetvtcorpuſqueanimamque&caetcraſerues,
Restibicumcurisperpetuatavenit.
Paruaſcdingentisformicalaborisimago,
Exemploha-cnobis dat documentaſuo.
Atmihiquandoanimac dabitur curarcſalutcm,
Non medeficientquas colit orbisopes.
Quinca Chriſticolasnuncvnicacurafatiget,
QuäScythicumreprimantexcutiantquejugum.
TuDEVSömentemmeliorem&ſobrianoſtris,
Pectorapromeritis.ahgrauiora,dabis.
Vtcrudelequeant proculcuitareflagellum,
TequcRedemptoremconcelcbrarcDEVM.

F IN I S.
Ceßer Sortreffli
cher Türckiſcher Perſer auch andererbe
rümbter SMänner Leben/darfür eines jeden
Bidn nach dem Lebencontrafat/in Kupf
ferſtückkünſtlich geſtochenvnnd
beygeſetzet.

S vermelden die Türckiſche


Chronick/welche Hieronymus Beck
ven Leopolßdorffauß Conſtantino
peigehn Wien in Oſtereich bracht/
onnd Römiſcher Kay. May. Ferdi
Sº nädovnſerm allergnedigſten Herrn
- alleronderthänigſtofferretzaußde
ſen allergnädigſtem Befehl ſie her
nach durch IoannemGaudicrum in
&S FSB, 2 G die Teutſche Sprachferiet es
lichen von Johann Lewenkaegemehret/onndmitſchönen Erklä
rungen gebeſſert)dieſeChronickſag ich/vermelden/das Lccrates
beyden Perſiern in der Statt Machanageregieret habe. Das
Jaraberonnd die Zeit darinenerin Leben geweſen wºrver
richt deſgleichen auch ſeine Nachkommen ſohmen der Ord
gefolgetalsdaſind/Oguzan Lºcratis Sohn/wiednaºchan
deredievonſhmhrenvºrſprung haben als Ogºzºs Kokopes
Verſiobes, fectomur,Ciaces Aga,Bakis Aga,Baſinger, Oico
luccs-Bainder,Cuſulbuga, Cabiclpes, vnd Solimanes Scachus,
werden darinnen nicht angedeutet noch erzelck.
Welcher alserzuMachanavber die Perſerherſchetfellein
gsChan oder wie ihn die Cromken nennen/ "Taler Ä
ürſt
2 SOL EI / AN ES.
Färſ mit einer groſſen Anzahl Kriegsoos den Weſtern ins
Land/nimbt de Stat Bechamen/verheeredieſel.cſanyder
ganzen vmbliegenden Landſchaft Chorian, novejg Curi
ſemem Scachim Herzogen zu Bºchavnd Choran auf den
Land. Dieſer als ſein Vater im abziehenvfder Reß geſtorben/
führt er ein Bock gegen Bagadat(Baronen)vibringt die
ſelbeStatt ſampt der ganzen vmblgenden Landtſchaft in ſein
pºt.lches Zingis Chaninnen worden/legt er ſich hierwider/
g Asſo

vnd zeugtentgegen. HiergegenſchleifſtSolcimanes Scachus


die Statt Machanam. Nach dem er aber verſtanden./daß er
dem Tatar viel zu ſchwach ware/hater lieber weichen/als ſich in
Gefahr mutwilligen ſteckenvndgebenwölen. Bringt derowegen
viel Perſier zuſammen /nimbthmführ Romaniam mit dem
Schwerdtzuerobern. Greiffterſlichen Erzingam eine Sattin
Armeniaan von dannenkempter nach Romania in Aſia. Als
ernuhnzimblicher maſſen ſich mit Raukenvnnd Beuten geſpi
cket nimbter eine Mächtige Statt in Cappadocia, Amaliage
nañt/ein/daſenfortzeuchternach CalephonSyriam (welche die
2lten Berrhocam geheiſſen) ſchlegt ſich niederbey dem groſſen
Fluß Euphrate.
Weilmann aber allda entweder mit erfindung eines Paßhin
vberſchweſien oder aber zu Schiffoberfahre müſie / Nemen ſie
allerhand mittelführ/wieſevherkommen möchten. Entlich gibt
Soleimancsſeinem Roßdie Sporn ſprengt vom Vfer in einen
tiefen Stram/gerehada in einem Würbedarinnenerbeneben
dem Roß ertrunckenvndvmbkommen.
Seine Söhne waren dieſe / Sungerengim, Gundogdim
vnd Ertucules. Welche ſeines Vaters Cörperſeſſig nachſu
chen laſſen/vnd denſelbigen wie Lewenkaen ſeiner Chronic ver
meldet/beydem Schloß Ziabcr/daher es noch auffden heutigen
a3
ER TV C VLES. 3
tagMeſärzunic, dasſ/Türckengrab genennt wird) ehrlichen
zur Erden eſ atet.
Vot dannen ſeindſemit vier Hundert Gezeten oder Hütt
ein in das Paſſonſchfeld (Kewenflaenennets Paſni-Ovaſige
rucket/vdatſcada Ertucules Solimanis Sohnnderge
chlagen. Die Hütten waren (wie Lebenklaczeuge) Gezelten
gleichförmig/t Rohr/Filz oder Tuchbedecket/ wie dann ſol
hes noch zurzeit bey dem Tartarnim Brauch deſgleichen auch
beydenen Türcke/welche noch heutiges tagsheruſſchweifenal
enthalben die Weiden vmbgenanntes beſtehenviTurcomann
genannt werden.
Dieſer Püttleinführen ſie mit ſich wohin ſie ſich begeben/weil
annß zuſammenlegen/wideraußeinandernemmen/niderlaſ
en/vndwiderauffrichtenkan. Sie pflegen auch die Thürlein an
dieſenjhren Huttlein allzeit gegen Mittagode Sud/zuwenden/
Ä dabcnebenhr Karren oder Wagen mit Filzbedecket/dar
uffſtejre Weber/Kindervndallerley Haußrath zum täglichen
Brauchführen mögen/vnndgegenden Regen/auch anderVn
gewitter bedecken vnndbeſchützen.
Nachdem aber Ertuculesſtettgs von den Angrenzendenvber
fallenviSchaden gelitten/ auch verſendigt worden/daß Sulta
nusAladines, ſo kurz zuvor ebenmäſſig von Taternauß Perſ
engetrieben worden/in Romania viel Landſchaften vnnd Pro
uincienmit dem Schwerderobert.hette. Fertiget er ſeinen Sohn
Sarigatimzujmab/freundlich zu bitten/daß er den Perſern/wcl
cheerbey ſich heute einen Orthzubewohnen eingeben wolte. Als
hieruff Aladines hren gegenwertigen vund trübſeligen Stand
zu Gemüthgeführet/nemblich/daß ſie von ihrem Vätterlichen
Erbvertrieben/vñjm Elendhülſfloßvndarmſelighinvndwider
ziehenmüſien/hat er jrerfreundlicher beſchehener Bitt willigliche
ſtattgeben/auffsfreundlichſangenommen/vndempfangen/vnd
2.
4- E R TV C VL ES.
hnen einbequemblich OrthvnndStatt/darinnſeleben vnn
wandeln möchten/beſtimmet vnndgezeiget.
Als aber Aladines von ſeinen Benachbarten mit Kriegender
maſſenvbelgeplaget ward/daß er wegen täglichen Einfalßvnn
Strauffen allda lenger nit ſicherzuwonen vermöchte. Begibt
ſich Ertucules mit ſeinen Söhnen Gundo,Sarigativnnd Oſma
negen Ancyram, eineStatt in Galatiaſoje; Anguri heiſſet
nimbten Stück derſelbigen Landtſchafftein/Raubtvnnd
beutetauffdie Grichen/ bißſeentlichingrund
verdorben. Nach dieſem ſcheidet er von
dieſer Welt im jahr Chriſti
1289. als er 42. Jahrgc
regieret hatte.
ISNICATE ET NICAEA TIMET BITHYNNAQ_PR vsA
CALDE TAME GVNDET QYASARIGATIs OVAT -

I-I
O - %
ITÄR =/
OS M A N ES,
Ls Ertucules noch beyLeben vard/kompt
ihm im Traum für/wiedaß auf dem Schoß Ede
balis (welcher Heyligkeit vü Wunderwerck aber
ſehr berühmbtwar) deſ Mondes ſcheinherfür fö
"' me/vnd ſich allgemachinſeinen Scheſſenckete.
Vnd daß auſ dem Magen deſ Vogels/dener auffder Handt zu
tragen pflegte/nachdem er ihn außgenommen/ein ſolcher Bawm
wüchſe der mit ſeinem Schativen alle vmbligende Gren/Berg
vnd Thalbedeckete.Außwelches Baumswurzeln ein lebendiger
Brunnen herauſquellete/damit alle Garten/Weinberge/Wic
ſenvnd Acker gewäſſert würden.
Nachdem er nun vom Schlaferwachet/ begibt er ſich ſtracks
Fußzudem Edebali,erzchletihm ſeinen Thraum. Edebales aber
bedacht ſich lang/was doch ſolcher Thraunbedeuten möchte/
wendt ſich endlich zum Ertuculi, vndſaget/Es wird dir ein Sohn
geboren werden, welcherme alle vmbligende Landvnnd Leuth
vnderthenig machen würd/vnd ſeine Nachfomen werden König
reich vnd viel Landſchaffen beſitzen. Dieſen Sohnſoltu Oſma
nem heiſſen/mitalienfeiß aufferziehen/ vnddeſſen gewiſſeyn/
daßdir Enckel von ihm herkofien werden/welche vbrvieVo
ckerherſehen werden.
Als nun Oſmanes geboren/aucherwachſen/folgeter ſeinem
Vater alser mit Dodt abganzen / in Reich nach /nam
mejm deſ Propheten Edcbais Tochter/welche damals in der
Statconio vone/zum Weibe/darvonjm zwen Sohngebs
ren/Vrchancsbaſavnnd Alisbaſa. Dieſe zween benebenhren
Vateraben den Griechen viel zuthun gemacht/indem ſie al
leswivd breit verheeret/vnnd die Statt Nicacam mit den
nechſ
3 O S M AN E S.
eſ gegen Flecken eingenommen.DTürckenzeuchtd.
Statt Pruſa Hauptmann entgegen/in welcher Schlacht des O.
Äde Gundºpe (AgÄVater) j
Sagº. Welcher auch Aidºgdgenennet worden, vmboj
men. Doch als Oſmanes den Platz behalten/zeuchter ach Pruſa
zu/belägert ſie auffshefftigſt/vnnderobert ſolche endlich Dieſe
327 Stadtºaſt gewonnen worden Jahr Erf327
Ohnangſt hernach geht Oſnahes mit DGB 33/ ºdver,
läſt Yrchanem Jazz einem Erbe deſ Reichs Wecj
nachdem er groß Reichthumb vnnd viel Land bekommen /theitet
er vnder die Fürſten in Parthia, ſo in vorigen Kriegſläufj
ſeinem Vattervnnd Großvattervielhüffgeſet/ctiche Caj
ſchafften vnnd Provincien auß. Freen Sohn hat er b
kommen/ Soleimanem Baſam, welchen er das Ändh
vnnd Bolendiſch Sangiacat zugeſtellt/ vnd Muratem Cham,
meer die Provinz Inungen eingeben. Hernacher hat er So
manem vber Iſnicam, Muratem vber Pruſam zum Oberſten
verordnet.
Als ſich aber Soleimancs ſanftmütig gegen die ſeine
erzeiget/ergabetzſchjhme alle benachbarte Flecken freywilig
chen/asnemblich Atamylium, Pergamus, vnd andere Gre
giſche Städte/verlieſſen die Chriſtliche Religion/vnnd hingen
der Muſulmannſchen an. Endlichen nimperjhm für/außj
gebenzweyer Fürſten (deren einer Eſesbegis, der ander Faſlbe
gusgenandt) vber das Enge Helleſpontiſche Meer in Europaſ
zu ſchieſſen: Seßen bey dem Caſtel oder Veſtung Chirico P
ber/Galda iſt das MeernüreinGriegiſcheMelbrevſ innen
deſſelbig ſampt Madyo ein. Welches die Griechen ºß Fahr
leſſigkeit nicht hochachteten/begerten ſie auch achtſobj auß
zutreiben. Die Türcken aber haben in jhren vornej Wortge
faren
O S M A N E S. 9
fºrenvndikºbereiternahallipº.
f eingenomen/ vnn?
Ä n: Thracia aligemachſamb groß Land ſchafften einbe“
Ottº.
2j Vrchä Gazassoleimanis Vattermit tod abgang
ſodasjfejchenabſchied
Reich Gaſi Murati verblieben. Welcher Zenderluen Chelilê
Cadileſcherum mit einem groſſen Heer Callipolim vnnd ZOr
um zuerobern außchicket, welches er mit Gewalt einbekom
nen/wie denn auch die Stadt Sisvnnd Burgoſinen- Vnder
deßhat Eurenoſes Begus mit hüff Chafi Eibeg by Hebro
(weichenunmehr Marizzagºe wird) das Schloß Bºs”
Dimotucumondpſalam enefemmen. -

Mittlerweilen kompt ſtrates Cham mit Schachino


den Königlichen Hofmeiſter gen Hadrianope» bringen.
groß Volck mit ſich zu den ſich Eurenous vnnd Eibe
ſchlagen/vnºdſjenich die Stadt Hadrianopelangegriffen
eroberwundenbojen. Im Jahr Chriſtivnſers einigen Er* 3 6 a,
löſers 13 So. -

Nach dem er nun dieſe Provincien gleichfals ºder ſein


gewaltbrach er mit ſtattlichem Raubvnnd Beuth vberº
Enge MeerHelleſpontum zu Pruſa in Bythinia Ä
angt. Von dannener auffs new in EurºpÄ ziehen müſſen
dann ihmgjankommen, daß aº Ä
fünffzigtauſend Zierffen zuſammen koſien/nach Hadrianope
gejjen gemeint ſeyenºº
gen dieſe haſch Sachines der Königliche Hoffmeº /nach
dem erkuj Zagoram sind ſchoböem eingº
aufgemacedeſ achtsdurcheinvnverſehene Sºfº
Wert/vndeingroßAnzahl der Verwundenen/dem Murati zuge? I 3 66.
ſchicket. Im Jahr Chriſti 366.
Als er nnn dieſes glückſelichen erg fömpter Ä
IO OS M A N E S.
in Aſam, läſtſeinen Sohn Baiazitem Gilderun nach uſ
manchen Brauch beſchneiden/vnd gibt ihm Herzogs FÄ
ani Tochter zum Weibe/ Bringt Ceraſum / eine Stadt
Cappadociſchen Meer/vnd Cotyaium, eine Stadt FÄ
gegewie dann auch Hierapolinvnderſen gewalt. S
chen läſter auch Delobelubanum, Chairadinem bafan Ä
Eurcnoſumbegum das Gemuſiniſch Land/Marolamin Äd
ca. vnd Serras nicht weit von Ciſſo gegen den Waſſer Heb
vber gelegen/einnemmen/CalaaberScachines hat inde Gre 0
zen Thraciae, Macedonia vnd Theſſalia, Cavallam, ÖÄ
Hicrifſumvnd Monaſtirium einbekommen/ Weckesſe U )

tragen im Jahr Chriſti 1336. ge


Hernacher im Jahr deſ HERRNºſers SE
chers399 hat Murates gegen Lazarum BemeinentÄ
tam oder Fürſten der Zirfen Krieg geführet / º er ſich
Vnger gege/ºnn dieſe gegen Varühig gema
hatte. Welcher als er auf der Ebne oder Awe Coſovº Mit
zween Söhnen/Baiazete Gilderunvnd Zelebi Iacupe ei Ä
treffengethan/ſter von einem Chriſten/ſodeß Lazar Krie
knecht geweſen/vnd Cabilovitzgenannt/erſtochen vnd en,
POrdet.
Als nun Murates verſtorben / enthäupten die Tür ſ
Fürſten Iacupem Zelebimvnd ervehlten Baiazetcm Ä
ichen zum Keyſer. Welcher den Zirfen abermals obgelegen
zarum gefangen /vndinſtück zehawen laſſen/ Sej Vatj
Leibnitſch gen Pruſämgeführt/ vndalda in ſeines VÄ
ter Begräbnuß zur Erdenbeſtatten laſſen. Sº
Eyngeweydiſtauff der Loſo
niſche Awe begraben
worden,
B A I A ZE T G I L
DER W N.

AIAZET hat allein dz Türckiſche Reitceh“/.


nach dem ſein Vatter mit todabgangen/verwal
Alsbald die Statt Kiratow/bey/gHeaſetmüromicntZ/irfenge
l e g e n f e i n d l i c h e r w e i ß b e l ä g e r t vndent
ü b e n e i n b e k o m m e n
e n n
lich mit alle Silb e r g r vnderobert.
Nach dieſem ſchickter Fersbegum einen tapffern Kriegs
maſ/andie Tonaw/die daran gelegene Stätte einzunemmen/
wie er dann in kurzerzeit dieſelb benebeneiner Statt/Citronin
Theſſalia gelegen/in der Türcken gewaltbracht. Mittlerweil
kömbt Iaiazetin Caramaniam, erobert Hypſipolin, welche die
Türcken Alaſchcher nennen. Deſgleichen haben ſich die A
dinier vnd Saruchanier ihme williglichen ergeben. Im Jahr 1 39 I
ChriſKtuir/z1h3e9rr.nach greiffter Ioanncm Palaeologum den Keyſer
zu Conſtantinopelmit Heereskrafftan/wirdt aber hieran durch
ankunft Sigismundi Königs in Vngern verhindert/ welcher
Nicopolim, eine Statt an der Tonawgelegen. Im Jahr Chri I39 2
ſit 1392 belägert hatte. Es werden aber die Vngern deſ Nachts
venſvcerhſleahgeenns/Jvionn deanhrTür3c9k3e.n vnbdeerfradleleßnhavbnennd ien dieieFclhuecnhtget
g J 1 V di Gr mi I3 23.
f g e r i c h t / d e r g e ſ t a l t / d a ß
den Türcken ein Friedenauf die Türcken
allezeit einen Richter in der Statt Conſtantinopel ſoltenwoh
henEhbaebennz.u dieſerzeit iſt der Sultan zu Alkayr verſtorben/deſſen
Landſchafften Gilderun eingenommen. Folgents Jahr/alser
mit ſeinem Volck in Armeniam fonmennumbt Tcchrinbcgo
(welcher auch Scandergeheiſſen/ vnd Königin Armenia gewe
B 3 ſen/
14 B A I AZ ET GIL DER V N.
ſen) die Statt Erzingam nit gewallt. Komptfürters in Roma
niam, Schiffet bey Callipoli vber Meer / vnnd bringt beyde
Städte Siliſträmvnnd Empolim vnder ſein Reich. Im Jahr
I 39 4
Äsanne zeugkergen Peloponneſüm, erobert die Stadt
Feringen, Kehrtwidernach Hadrianopelzu/vidvermahfet hin
Deſpinam Stephani Bucovitzij Fürſten in Zirfen Tochter.
Vnd als Aliſurius Begus in Caramaniadie Stadt Hemidam
oder Ceraſuntemſhmvnderthenig gemacht hatte./fompt Baia
zetesgen Pruſam, durchwandelt ganz Phrygam, vndbelägert
Iconium, welche er nach ergebung zu gnaden angenommen./dcß
gleichen bekömptet auch Caeſarcam, Nigdiam vnnd Acaram.
Vnder deſ kompt ihm gewiſſe Zeittung/daß Cutrun Bajazet
ein Herzu Caſtamon mit todtabgangen ſey/derowegenmacht
erſcheylendauff/nimptſeine Landſchaſſtenein: Bringtauffder
Reiß Borlonibey Pontovnder ſeinen gehorſam/zeuchtauffS
nopem zu/nimpt ihren Fürſten Iſüendiarem gefangen/vnnd
zwingt denſelbenjhm ein ſtück ſeiner Landſchaften einzugeben.
139 6. Dieſes iſt geſchehen im Jahr 1396.
Nicht lang hernachfömpter von Pruſagen Amaſam, ent
zeucht CaſiBuchani die Stadt Scbaſtem, gibt derſelben ſeinem
Sohn EmiriSolcimanozuverwalten.
3 97. Im Jahr Chriſti 1397. iſt Themur Chan (welcher von
denvnſern Taberlancsgenenuet wird) in Parthiamgezogen/al
lesverheeretvndberaubt:von dannenforthgefahren/vnnd Da
L 39 04 maſcum eingenommen vnnd geplündert. Im Jahr 1399. Zu
dieſem Temur haben die Turcmanier wie denn auch Germianus,
Duxiomon vnd Mcntefiobcgwelche alle außihren Herrſchafften
vertrieben waren/Legatenvnd Bottſchafften abgefertiget/jhme
jhrenzugefügten Schaden zuerplicirenvndanzumelden/auch de
mütiglichen zu bitten/daßer ſolches an dem Baiazetchrentwe
gen
B AIA ZE T ES GI LD ERV N. I5
genrechen wölte. Welcherſhnen ſolches zuthun zugeſagt/wofern
er ihnen nicht widerumb die Landſchafften/daraußer ſie vertrie
ben/einraumenvndzuſtellen würde. Als nun Baiazetes jnenſol
ches abgeſchlagen vnndaewegert / zeticht der Tater ihnen den
Türcken mit Heereskrafftentgegenſchlechtdiſelbein die Flucht.
Von danneneyleter in Syriam, die Stätte/ſohnender Sultan
von Alkeyer widernemmen wolte/ zurretten vnd zuendſetzen.
Bringt Calepum,Emiſam vnd Bealbecumonder ſein Gensallt.
Nimbt ſein Reiß von dannen in Partham,vndſchlecht ſein Win
derleger bey der Stadt Carabugauff.
Nachfolgendes Jahr im anfang deſ Frälingsführter ſein
Volck in Amafiam. Mitlerweilbringt Baiazeteseingroß Volck
zuſammen/kompt mit denſelbigen durch Moldaviamin Anato
iam/begibt ſich gen Ancyram, allda Themur Chan mitmäch
tiger Hand anzugreifen. Nachdem man aber die Schlachtord
nung gemacht/vnd eintreffenangangen/ſeind die Tater Germi
aner vnd Meteſier (deren Fürſtenauffdeß Themuris Seitenge
weſen) von dem Baiazet abgefallen. In dieſer Schlacht iſt vmb
kommen Muſtaphas Zelibis Baiazetis Sohn. Die andern Baſar
aber ſeind mit Emire Solcimanis ihres Keyſers Sohn darvon
gereñt/vndin der Fluchtvmbkoñen. Baiazetes iſt auch ſelbſten
gefangevndzüThemurbracht worden. Als ihn Themurauffein
zeit gefragt/waßerthun wolt/woer Baiazetcs den Sieg behalten
hette/hatergartruzglichen darauffgeantwortet / Wann mir
das Glück verliehen hette/daß du in mein Gewalt kommen vnd
zuhelwordenwereſt/wolt ich dich in ein Eyſen Kefychſetzen/
vnd mit mir allenthalbenherumbführen laſſen. Wolanſagt Te
mur, weilduin mein Gewalt kommen./ſowilichdirauchthun/
wie du mir gethanhetteſ/woch in deine Gewaltfoſſicuvndge
rathcn wrc. Als
16 BAIA ZET ES GI LD ERV N.
Als Ä aber mit ſich in ſein Land führen wolte/hat er ihm
vor groſſemeydſelbſtenden Todtangehan/vd fünf Sºh
verlaſſen/Emirem Soleimanem, Iſam Zelebi, Mufam Zeleb
Stanum Muchemetem, vnd Coſam Zelebi, dann Mu
ſtaphaswarin der Schlacht ſo er mit Themur
gehalten/vmbkommen. Dßſgeſche
hen im Jahr Chriſti vnſers
Erlöſers 14o 3.
- SS
HosprrioMIRx FRvrrvR LAMMvsAvALACHIS
ILLET vvM VIGILAT PRoNvs INEXITIvM
so LE IM AN E S.
Achdem Todt Bajazitisſein die vornembº
ſie Fürſten/ Alisbaſa, Emisbegus vnd Azan Aga,
widervmbauß Anatoliain Roman am Europaeam
Kjmen/Sutan MÄ aber iſt gen Amafiam
gezogen/vnn? aldaſein LebeninRuhe zubracht. Mitler weibe
kompt Mua ein Bruder angefangen vnd läſdenſelben hin
Än Wechsel." Socimaninnen worden ſtelleter
Niemitallemfeiß nach.
Asſchaber Muafürº groſſengewaltSoº beforch
tet/ſchicket er ſeinen Bruder Chaſanemſampt ſeiner Schweſter
zu Geiſeln Äſtantinopeda Ä wider ſeinen
jen möchte. Mit weizeugt Soleimanes nach Ha
Brud
janope/vndwndaº Keyſcrewclet vnd decarirt. Als
Muchametiſolche Zeitung zufomº daßnemblich Emir So
leimanes ſich auf ſeines Ärs Königlichenſuegeſee/vnd
zum König angº wodenſeye hat ereine Legatºann
abgefertigt ihn jenem Herrnynnd Er Brüder alle
glückſelige Wolfahrtvndbeſendge Geſundheit zu diſennewen
Königlichen Würden zuwünſchen
Hierauff hat jºs ein Schreiben an Herzogen in
Carajaabgehenlaſen/darine erbegert/daßer ſeinen Bru
der nicht auſ den Hände laſſen/ſondernbey ſich in Hafftenbehal
Ädem ſolchesMuszºſº gethan worden/macht
er ſich beyzeit hinwegvnd verfügt ſich zu Iſuendiari/derſhnvber
da Meer/Euxinus Portº genannt/zu Maro FürſteinVVa
j Schiffführen laſſen Ä nicht allein wolbeher
berget vndexcipir orden ſondern auch durch ſeinen Raht vnd
Häff Hadrianope jnbekommen/alldaer von dem gº
C 2 Kriegſ
2O S O LE IM AN ES.
Kriegſvolck zum Keyſer erwehlet vnnd gekrönet worden.
Als nun ſolches beſchehen/greifft er ſeinen Bruder/ſoTa
vnd Nachtin Schwelgerey zubracht/mitgroſſer Heere
an. Als ſich aber Soleimanes wie zuſchwach befunden/ hat er
die Fluchtgeben/vndin ein Dorfffjaj
Bawern erſchlagen worden. Dieſes Dorff hat hernach Muſaver
brennen vnndalle Einwohner darinnen zu Tod ſchlagen
laſſen. Soleimanes hat ſieben Jahr geherſche
Iſgeſtorben im Jahr Chr
EM INVIT FECISSE,TVO SI
- TE PRIYE PATRLo PºoD Tor IMPER Lo -
M V S A.
LS nun Muchemctes , der damalſ zu
Amafia ſein Reſidenzvnd Königlichen Hoffhielte
gnugſamblichen durch Zeitung vergewiſſert, daß
Soleimanes getödtet/vnndſeinander Bruder Mula
- Sº zum Turckiſchen Keyſer elegrtvnderwelet worden
ere / Nimbt er ihm gentlichen für / ſeinen Bruder mit der
Schärpfe deſ Schwerdtszuverfolgen. Hat alsbald alle Land
chafften Anatolia, ſo Soleimanes eingehabt zu ſeinem Reich
vndgewalt bracht. Auffdas nun Mufa mitlerweilvon ſeinem
Bruder vnverſehener weiß nicht vberfallen werden möchte/ſe
heter ſich ſo viel für/als hmmöglich.Erwehtet Scachum Meli
cum zu einem Vezir oder Rath/verordnet Scheichem Bedredi
num Samobunae Sohn zum Cadileſcher, die vberige Landt
ſchafften theitet er vnder ſeine Diener vnnd Kriegſräthe/bringt
Vidinam, eine Statt/ander Tonawgelegen/wider zum Reich
deßgleichen auch BuniuadamMetaramvnnd Chiupurlim, eine
Statt in Zirfen gelegen/vnd Lazaro Deſpotezuſtendig/ ſo heü
tges Tags Tzupri genennet wird. Nachdem ſeine Kriegsleuth
weit vndbreit/auch biſ an die Stat Conſtantinopelſtreifften vi
beuten/begibt ſichsauffeinzeitdaß auch Scachus Melicus, Mu
ſº Vezirvnd Rath/alser ſein Vorteiaaßgeſehen/ſich von der
Beut heimlicher weiß nach Conſtantinopel verfüget/ vnnd
zu Muchcmct begeben. Welcher ſich derzeit mit Baiazet Baſ
ſaberathſchlaget/wie er vber daß Enge Meer in Europam ohne
Gefahrſchiffen vnd kommen möchte.
Zu dieſem Rathſchlag kömbt ihnen Scachus Melicus eben
recht vnd zu gewünſchter zeit/Ziehenſnzujhrem Rath/begeren
ſeine Meynung hierinn anzuhören. Hierauff "Ä
24- M V S A.
lich/Esbedüncke ihn ganz nötig ſeyn/daßmann eine Legation
vnd Botſchaft an den Keyſerzu Ä abfertige/vnd
einen Frieden mit demſelben auffrichte. Wo dieſes mit beſchehe/
trüge er vorſorg/esmöchte das KriegsvolckaufffeinanderMit
telhitvber gebracht werden./angeſehen / weil Callipolis in deſ
Müſegewalt/vndderowegen die Vberfarth.daſelbſenden Mu
hametiſchenſambt dem Paßverſchloſſenvndverlegt. Da ſie dic
ſenRathſchlag angehört/haben ſie alsbald den Faſclulla,ſonew
lich zum Vezirgemacht/vnd zuvor ein Caſivnd Richter zu Gci
uiſegeweſen / fordern laſſen./jhn naher Conſtantinopel / als
ein Legatenvnd Geſandten abgefertiget/welcher ohngroſſe Mü
heinſtettigen Frieden zwiſchen ihm vnnddem Sultan Muhamet
getroffen/aucheinnewen Bundt miteinander aufgericht vnnd
be fe ſt ig et . Zu be ſe tt ig un g dieſesvberſchickthm der Keyſer von
ConſtantinopeleingroſſeanzalSchiffhinvber/inde
nenerſambt
ſeinem Heer in Europam vberfahren möchte.
Als dieſe Zeittung für Muſam kommen/daß Sultan Mahu
metſchonvber dem Armdcß Meersbey Conſtantinopel gefah
ren/vndſtracksauffihn zu zöge:hat er alsbald Hadria.opelver
laſſen/vnd die Fluchtgeben. Sultan Muchumetaber ſich an einen
Ort/lugzug genaſt/nidgelaſſen/vñſein Feldlägeralldaauffge
ſchlagen. Allhier hat ſich Alisbegus des Eurenoſisbegi Sohn
zum Muhcmetimit ſeinem Volckbegeben/deßgleichen ſich auch
Michaelis Iochzibeg Sohn / ſo Muſa. Beglerbeggeweſen/zu
ihm geſchlagen.
Nachdem ſich nun Muſawol geſtärcket/Zeuchter mit ſeinen
Volckfort/vndlangt zu Hadrianopelan/Alldaſchalevornem
me Herren in Europa zujhmgeſchlagen/jhme Hüffgeliſt/vnd
iſt niemand bey Muſa weiter verblieben/denallein die Acanzier
Als er ſich aber mit denſelben außForcht darvon gemacht/trifft
ihn Sultan Muchumetbeyder Statt Samacouaan/Zwingt in
allda
M V S A. 25
idatine Schlacht zulieffern. Muſa aber/indener ſich vielzu
whbedeneletdarvon/feltmitſeinem Pferdin ein Gru
ben/endbebt darinnen ſtecken.
Er hatte aber einen Diener/Sarudzes genannt/welcher/aß
er ſeinen Herren in einer Pfütenſtecken geſehen nimb erſhnge
fangen vndieferthnindeß Muchemetis Hende der denſelbig
volgenden Abend in einem Gezeltſtranguliren laſſen/alserdrey
Jahr geregrethatte. Dißſgeſchehen im Jahr Chriſti 4L4
Wºcume Begaber hat Sultan Machmernaher T9
cata(welche jetzigerzeit Neocaeſarea CapPado
cia genennet wird) führen/onndinsge
fängnuß legen laſſen.
-0SS
27

s VLT AN M v. CHV,
MET CHAN.

3 ESN NACchHumnetun Muſa vmbkommen/


Ma
vñSultan einſicherLeben führete/ſchickt
er an alle benachbarte Fürſtenvnnd Herren Legaten
vnd Bottſchafften auß/mitjhnen ſambt vndſonders
f z u r i c h t e n v n d z u b e f e ſ t i g e n .
Fricdvnd Bundnußauf
Vnder des/weil Muchamet widerſeinen Bruder Muſam
mit Kriegbeladen/vnd in Europaea Romania geweſen/fellaeltlhcms
der Fürſt zu Caramania ins Land/verheeretvnndverderbet
mit Schwerd vnndFewer/eniibmtbt die Statt Pruſamen/Zündet
dieſebmitFeweran/vnndtr dem Capitan Ibesbaſſa mit dem
Vornembſten Bürgern in das Caſtelloder Bürg. Sobald ihm
nuhnſolche Zeittung zu Ohren kommen/hatereinägcraomß Volck
zuſaſſien bracht/in Caramaniamgezogen/vndArſ ( Weiſ
ſenſtett)nachauffgebung eingenommen. Von dannenzeuchter
t
mi ſe i n e m Vol c k a u f f I c o n i u m z u / a l l d a ſie einander antroffen
vndein Slachtgeliefert/in welcher Sultan Muchamet das Feld
behalten/vnnd den FürſtenzuCareaſmcahnliaag,ewniveñaguecfhaſengineen
n gFeenlodm
Oberſen/ZebucumMuſtaphamg
inn. Mittwelchem er ſich dergeſtalt verglichen vnd vercinget/
daß erhme dem Muchamet drey Stättvnndein Schloß ſollt
einſtellenvndfolgen laſſen/Caramaniam aber/ſolter/der Fürſt/
allein beſitzenvndin ſeinem Gebiet haben.
Ohnlengſſernach hat er beyde/den Fürſtenauß Carama
navndiſuendarem gegen die WalachervmbHülffangeſpro de tl ic he
: c h e e m r e n
chen wel ſein begeh willig li ch en ſt at tg eb en /v nn
Mann vberſchicket/mit denenerſchgegen die Walachenauff
D 2 gemacht
28 MV C H E MET ES.
gemacht groß vd Reichenbrang auch dahinbezwun
gen/daßen rea facwſ Conditionvid Bedingung ha
benöricvd Einigkeit machenvndauſrichten müſſen.

Her zwiſchen at ſich ein groſſe Vffeur vºnd Tumult


dºch Anregung Burglucis Muſtaphae, ſo Sceichis Bodredinis
Hoffmeiſter vor derzeit geweſen in Anatolia erhoben/Bodred
es aber war Mue Cadiccheroder Oberſter Richter vnnd von
camet ins Elend verwieſen. Dieſer Muſtaphashatſchür
ein Propheten auſgebe, das Landrock zu Aidin an ſich gehenck/
vnd vielnºwe Keereyrnvnd Sectenangefangen. Als aber Bo
ircdines geſehen/ da Muſtaphas ſehr mächtig worden/hat er
ſich vonſhica hinweggemacht/zu Iſuenderbeg kommen /von
Ä Ä
cy Peeb
das Schwarze Meer geſchuffet/vnd ſich in die Wala
er.
Gegen den auſrriſchen Prepetenſchicket Muchemer
ſeinen Sohn Muratem vñBaiazetemBafam mitſarcker Hand/
hnentweder ganz vnd gar zu dämpfen oder auſ ſeinem König
reich zuverjagen. Als ſie nun ein Treffengethan/vnndaufbey
den Seittenvilvmbfommen haben ſie entlich den Vfrührerge
fangen/vndviertheilen laſſen.
Von dannen ſind ſie eyendgen Manifäm (Magneſiam)
fommen/dennewen Tumultvnd Auffruhr / ſo Tarlaccs Hug
giemcl angeſtiftet / zu compeſciren vnnd zuſtillen/ welchen ſie
ſamptctlichen ſeinen Bundgenoſſen in Hafften bracht/vndnach
ſeinem verdienten Lohn erhencket. Mittlerweilnimbt Sultan
Muchamet die Statt Serras ein/SopechcsBodredines, welcher
in die Walachygeflogen war/leſ durch das ganze Land auſbrei
tenvnd divulgiré/erſey durchGöttliche Vorſchung zum Keyſer
praedeſtinirt vnd verſehen/bringt viel Volckszuſamen/vnndvn
derſtehet ſich die Landſchafften mit Gewalt einzunemmen. Ä
MV C H EMET ES. 29
hr aber ſeine Diener verfaſſenvnd von ihm abgefallen/iſternach
Sergführet/vndadadurch Rath Menana-Cheº
Perſiers (derbey dem Machumetſeiner Heyligkeit wegeningroſ
ſemanſehen war)auffgehencktvndgetödtet worden Muhe
metwidergehn Pruſam kommen iſt er von dieſer Welt
abgeſchieden / vnnd in die Begräbnuß vnnd
Monumenten ſeiner Voreltern zur Er
den beſtattet vnnd gelege
pordt.
º - - - -

ºvaRNATvvM ILLvsTRArsvPERATo PANoNE NoMEN


HAEC TIBI SED CHRISTO VINDICE FAMA VENIT

TvRBA INSPERATA PRODITIONE IVVAT.


A M V R A T E S.
LACH tödlichen Aºg Ä Mu
ÄjsChan, hat ſich Amurates auffº Kong
S ichen Stucſeines Vaters geſezet/ das Türckiſcº
SCHWÄjmmen vndverwaltet Ä Chriſti
1422. Im anfangſen Reichsſindin Anatoliagro vnruhe vi
Reinnigkeitenendſtanden/we ChuenisbegFürſtin SÄ
abtrünnig worden. Dann ſegemelter Chuſcinsbes ampºº
jäpha(welcherſichfür MÄ Geruns Sohnſalſch
ich auſgeben/vndzuYº ſeine Königliche Hofhaltung hette)
von den Griechen auf dem Schloßzu Epidaurovndin beyden
Inſuln/Imbrovnnd Ä gefangengehalten word ſoaig
Äjnjgeweſen. Nach ſeinem Ä haben ſie
juravelzuchungemacht. Zudem habenſchau"
jbºgengeſchlagen/mit deren Hºf Serras erobert/
jarianópe nach Ergebung einbekommen
Als ſolches Amuratesſe der je Pruſa in Bythynia
ſeine Königliche Reſidenº Hoffeger hielte/Veruoliº hat
jadiaiazetem Baſam mit ein ſtattlichen Krießvolck/
jnenwiderſtand zuhunabgefertigetWºche. ergen Hadria
nopel kommen/ſch jffdeſ Muſtaphaſeyienbegebenº H1
er zu einem Vezi ond Raº auff vndangenomen wo: D. Nach
dem ſie nun ein ſtattlich regßvolek zuſammen bracht/zeuchter
mit Cucinisbegovnndanº jenicleſpont oder Enge
Ärer/nach der Statt Pruſa zu
Als ſie aber noch kaum ein Tagreß von dannen geweſen/ha
benſjazetembaſſam wegenbºſs Verdachts hinrichtenaſ
ſen. Sobald Amurateshierauffinnen worden/daß “ abg
alle /
32 A M V R AT E S.
allen/Haker Mechctembcgum Michaelis Sohne auſ den Ge
fängn:ßz Zocºrthoſen laſſen / vnd denſelbenzin Fedeberſten
gemacht. Welcher als er zur Statt Vubad welche vorzeiten
apodumgeheſſen/kommen hater bey der Bºck Rhyndari
ſo außdein SeebeyLopad entſpringe/vnd vondaſien ins Meer
feilet/ſein Feldläger aufgeſchlagen. Als nun die eigen/ſoſch
vor derzeit zum Duſmengeſchlagen hatten den Machemetem
erkannt ſind ſie deſ Nachts zum Amiratifommen./vd ſich jne
derumbergeben. Deſgleichen Haben ſie auf beyden Parteien
nºyer zu Conſtantinopelhüff zubeten./rgaenvnd Bott
ſchaffen abgefertiger. Aber ernele Keyſe ſich auf Duſ
mis Seyen geſchlagen/vnnd demſelben JJäffzuleiſten vorge
10. 11.

Als ſolches Muchemetizu Ohren kommen/hater eingemein


Geſchrey auſbracht / es ſeyen die Griechenauff deſ DuimisA
a Seyen gefallen auf welches deſ Dufnis Kriegſvolck
dermaſſen erſchrocken/daß ſie ſich entweder zum Amurativerfü
gº/oder drvon geflogen. Danun Muſtaphas vernommen, daß
aleº Vock von hm abgefallen/haterauchſºbſende Fluchtge
nºmmen/zum Richter Buga- kommen/jhm ein groſſe Summ
Gelt verehrt/durch welches Häfer beyd Statt Callipolisvbers
Meers vnddarvonkommen. Demeſtajd Anja auff
dem Fußmit allem ſeinem Heer nachgefolget. Weil aber Dufme
alle Schieffangelendetvndzulandgeführet hatte/iſt Murates an
ſeinem Fürnemmeneinzeitlang verhindert worden.
Vnder deſ fömpt von ongefehren Geneveſiſch Schieff
an/Kauffmans Wahrabzuholen. Mit deſſelben Stewermann
contrahirt Amurates daß er von jedem Hauptzween Duraten
Äs Volckvber das Enge Meerjuj führen
Ähºdann
nannt/angeländet.
auch beſchehenjdjd AjEſ ges

Als
A M V R A T E S. 33
Als ſolches Muſtapha verkündſchafft worden/hater ſeinen
Wegauff Hadrianopel gegen Bolairvber genommen/alldahn
alle die ſeine verlaſſen/derowegênotwendiglichen die Flucht ncm
men müſſen. Als ihn aber deß Muratis Kriegſvolckimnachjagen
ereitet haben ſie ihn dem Sultangefangen zugeführt vnd zu Ha
drianopelvber die Stadtmawcrhangenlaſſen. Alſo iſt endlich
Amurates in ſeinem Königreich confirmirt/vndauß einmütiger
Bewilligung zum Keyſercligirtvnderwehlet worden.
Vnlengſhernach hat er abermals mit ſeinem Volckin A
fiam ziehen müſſen/ſeinen Bruder / ſo ein new Vnruhauffdie
Bahnbracht/zuſen. Welcenter zu nieagefangen befoſſien/
vñdaſelbſt hinrichten laſſen. Von dañcniſter nach Pruſa gefürt/
vnd bey ſeinen Vatter begraben laſſen. Dieſes iſt beſchehen im
Jahr Chriſti 1435. -

Nachdem er wider gen Hadrianopel kommen/hat er ſich


gegen den Vaivoda in der Walacheygelegt/deſſen Landſchafft
eingenommen/mitFewerelendiglichen verheeret vndverderbet.
Ebendaſſelbig Jahrhat er den Fürſtenzunica ſeines Landsent
ſezet/vnnd die Statt befeſtiget. Dieſes hat er auch gethan in den
Canden Menteſien, Aidinen, Sarchan vnd Ehemit, Ackerleuth
darinngeſetzt/vndjhnender Außflüchtigen vnd Candsverwieſe
nen Acker zubawenzugeſtellt.
Im Jahr 1427. hater Stephanum LazariSohn Fürſten 14 27.
in Zerfenauß ſeinem Land verjagt/vnd daſſelbig Stephani Sohn
Georgiowiderumbzugeſtellt. Als er aber eineneweVfrhurange
fangen/hat er ihn abermahls vertrieben/vnd ſeine Landſchafften 142 s.
verheeret. Im Jahr 1428.
Folgedes Jarhat Hoferbeg“,ſo Amuratis Kriegſknecht in A
natolia geweſen, die Lädſchafft ZietuczüTürckiſchReichbracht.
Im Jahr 1431, hat er ſich gerüſtet die Stadt Theſſaloni- 1 43 1.
camzubekriegen/WeceAndronicus "F " d
34- A , Y RA T E S.
deß Griegiſchen Keyſers Son/ſoehneine der letztgeweſenfurt
zuvor durch ein Tauſch den Venedigern abfauffvndhnen für
ſolche Bezahlung der Stadt Tarviſien Einkommen zugeſtellt.
Die Venediger hatten Marinum Bondcmcrium zum Oberſten
gen Theaonicam geſezet/ vndhme den Titel eines Graven
zu Theſſalonicgeben. Als aber die Stadtvom Amurate einge
nommen worden / Sind alle Venediger ſo darinnen geweſen/
in Schiffen entrunnen.
Im Jahr 1433. Als Alisbegus EurenoſsbegiSohn in
die Flucht geſchlagen / iſt das ganze Kriegſweſen. Sinanibego,
Itacobegovnd Thurcanbegozugeſtellt vndvertrawet worden/
hernacher abermals mit vorgemeldtem Alisbcgo in Albaniam
gezogen/vnd den Landſaſſen groſſen Schaden zugefügt. Dann es
warddamals Georgius Caſtriota,denmanauch Scanderbegum
nennet/vom Amuratcabgefallen/vnd Albaniam, ſein Vatter
and/widerumb in die vorige liberte vnd Freyheitbracht. Dar
vber ſich Amurates höchlich erzürnet/bevorauß/weiler ſeinem
Vatter Machumet zu einem Geiſelwar zugeſtellt worden.
Im Jahr 1435. hat Amuratcs Marillum Deſpinam Ge
orgij Fürſten zu Zerfen / vnd Irene von Catccuz Tochter zum
Weibgenommen. Von dieſer Maria hat er keine Kinder bekom
men/denn Muchemetesſein Sohnjhm von einem andern Weib
geboren worden.
Im Jahr 143 7.fompt Amnrates mit einem groſſen Heer
in Caramaniam: Vndnachdem er alida einen Friden mit Abrc
himo»Fürſtenalda/aufgerichtet/hat er im heimziehen die State
Buruzenbey Meandro gelegen/eingenommen vnderobert. E
benim ſelbigen Jahrzeugter in Vngern erobert die Stadt Se
mendriam/ander Thomaw/nicht weit von Griegſch Weiſſen
burg gelegen/welche Stephanus vnd Georgius,Georgij Depot
oder Fürſten in Zerfenelteſte Söhneeingehabt/vndmachtſem
PhDs
A M V R A T ES, 35
vnderthan. Bekompt auch die zween Brüder von Zerfengefan
gen/vdbrennthnen mit einem glücnden Eyſen die Augen auß.
Dann deren Vatter war mit ſeinem jüngſten Sohn Lazaro zu
Alberto I. Römiſchem Keyſer geflohen/Hülſ vonſhmezubit
ten. Als er aber zu langſambankommen/vnd Sindcrovvſchon
eingenommen geweſen, hat er ſich mit ſeinem Sohn Albertona
her Ragsbegeben/vndalldahin ſeinem Schaſo aufffünffzig
tauſent Ducatenwerth geachtworden/mit ſich genommen. Als
ihn aber Amurates von den Razuſiern wider gefordert iſt er mit
ſeiner Haab vnd Gut zu Vladiſlao Königin Polen/ſo Alberto
II. im Reich ſuccedirt,vñKönigin Vngern kofien/durch deren
Hüffer nachmahls wider eingeſetzt worden.
Im Jahr 14 3 s. greift Amuratcs Grigiſch Weiſſen r43 s.
burgan/vber welche Iohannes Auranes Schutzhert war. Dieſe
Statiſtgelegen ander Saw/daſein die Thonawfleuſt. Als er
aber gemelte Stadt nicht erobern möchte/iſtervnverrichter Sa
chennaher Navigrod, in der Zerfer Grenzgelegen/verreiſet/vnd
dieſelbe eingenommen.
Hierauf hat ſich alsbald das ganze Land ergeben. Mittler
weil hat ſich Murathesnaher Hadrianopelgemacht/vnd Meſt
begen ſein Kricßvolck zugeſtellt./mit dem aufferlegten Befehl/
durch die Walacheyin Sbenbürgenzuziehen/ſolches imgrund
zuverheerenvndzuverderben. Damals aber war Ioannes Hunia
des Matthias Königs in Vngern Sohn/Fürſtin Sibenbürgen/
eintapffer vnd großmütiger Kriegſmann/der den Türcken mit
zwanzigtauſentMannerſchlagen. Im Jahr Chriſti 144 o. 144 o.
Nach empfangener Zeitung angedeuter Niderlag hat ſich
Amurates höchlichen ergrimmet/alsbald nach Sophigezogen/
Scachum Abcdinem Baſam mit allen Kriegſvolck/an Reut
tern vnd Landsfnechten/ſoerin Romanien gehabt/auffgemah
net/Mcſitembcg Todtzurecen/vnd Sº" zuverhee
2. (ſ.
26 AM V R A TES.
ren. Als aber Huniad die Türckenderen achtzigtauſent geweſen/
vnverſehener weiß vberfallen/ſindſampt den Abedine dreiſſig
tauſend Mann erlegt/fünfzehntauſentgefangen/vnddean
dern in die Flucht geſchlagen worden. Welches beſchehenſ im
Jahr Chriſti 144.
Vmbdieſezeit hat ſich auch begeben/daß Aladines Amura
fis Sohn/welchen ſein Vater ſchrieb hatt/zu Amaſia mit todt
abgangen, darüber ſich denn der Vatter heftig bekümmert. Vn
der deß/weiler vmbſeinen Sohn leid truge/haben ſich Vladiſlaus
(welchen die Vnzern nach entſetzung Vladiſai Erzherzogen in
Oſterreich vnd Keyſers Alberti Sohn/zum König erwehtet vnd
angenommen hatten) deſgleichen auch Huniades Vaivoda oder
Fürſtin Siebenbürgen/vnd Georgius Fürſtin Zerſen/Stepha
ni Sohn/mit einem mächtigen Vockwidern auffgemacht/
vndbiß in die Clauß bey dem Berg Haemo/ſo die Itali Derbent
nennen/kommen vndangelangt. Gegen dieſe iſt erſilich Chaſan
begabgefertigt worden. Als ſie nun dem Feind entgegengerückt/
vndeinander angetroffen/ha Türchen Begden Rucken gefert/
vnd die Flucht geben: Caſanes aber mit den ſeinen erlegt vund
vnd geſchlagen worden.
Nach ſolchem haben ſie einen Vertrag miteinander auffge
richt/Georgius Depotaſt auch widerwmb zu Gnadenkommen/
vnd das Fürſtenthumb Zerfen mit der condition widereinbekom
men/daßer Jährlichs dem Türcken die Heffte Einkommens
ſeines Fürſtenthumbsgebenvndeinliffern ſolte.
Als dieſes in Europa volnbracht/hatmitlerweil Abrahim
baſſa Fürſtin Caramania ein newe Auffruhr vnd Tumult in
Anatoliaerreget/Gegen welchen Amurates eingroß Heer auß
eſchicket/hn damit ſeines begangenen Frevels halben zu ſtraf
envnndzubendigen/ Als ſich aber der Fürſtin Caramania zu
ſchwach befunden/hat er Saruman Iacupen, ſo der Zeit für ein
heyii
A MV R A T E S. 37

heiligen Mann gehalten ward/abgefertiget/derſewiderumb mit


einander verſöhnet.
Nachdem nun Amurateszimblich an Alter zugenommen/
vnnd alle Sachen nicht enger Perſönlich verrichten möchte, hat
er ſich des Regimentswilliglichenentſchlagen/ſchgen Manilam
begeben / in meinung/daſelbſten die vberige Zeit ſeines Lebens in
Ruhe zuvobringen/vndalleweltliche Sachen hinzulegen. Auch
daneben die verordnung gethan/dcßſein Sohn Machumer auff
den Königlichen Stuetgeſetzt/ vnndan ſeine ſtet. König würde.
Weil aber ſein Son Altershalbenzu ſolchen hochwichtigen Sa“
chen noch etwas zu ung/haterjhme Chclilembaſam zu einem
Vezir oder Rath/onnd Menlanam-Cuſionem zum Cadileſcher
oder Prieſter zugeordtnet/denen er ſeinen Sohnvnnddas Reich
befohlen vnd vertrawet. -

Als ſich nun Amurat faum zur Ruhe geſetzt/auch ſein Sohn
Mahumer ſich noch nicht recht im Reich eingericht/ haben ſich
Vladiſlaus Königin Vngern/vnd Huniades Fürſtin Sibenbür
gen wiederumb gegen den Amuratem auffgeworffen / auch die
pactavnd Verbündnuſſen/ſoſievngefehr vorzehen Jahren mit
einander aufgericht/geſchwecht vndhin dann geſetzt/Zu ſolchem
haben ſie Teutſchen Polen/Bohemen/Italiener/vnndWa
lachen, deren Volck auffdie achtzigtauſentſtark geweſen/gezo
en. Dieſes haben ſie auß Angeben vnnd Anregung Bapſis
Eugenij IIII. angefangen vnd vorgenommen, der dannulianum
Caeſarinum, einen Cardinal an Vladiſlaum, ſonoch ein junger
Mann/vnndvolles Ehrgeizes war/abgefertiget/jhn zugegen
wertigem Krieg zu bewegenvndanzureizen.
Obnuhnwolvielvortrefflicher Leuth geweſen/ſoſch des
Babſts Decret widerſetzt haben, mit dem Beſcheydt/daßmann
auffkeinen Weg die Bundnuß/ſomit einem zuvorgeleſen Eyd
beſtettigetweren/brechenſolte/Denneshetten ſich die Chriſten
E 3 D
38 AM V R A T E S.
den Türcken mit einem Eydſchwur Friedvnnd Freundtſchaft
zuhaltenverpflichtet vndeinander verbunden/auch ihnen darauf
einconſecrirt vnd geweiet Oſtien/welches der Leib Criſt gemen
net wird/zum Zeugnuß vnnd Bundzeicen vberrect vtnd zu
geſtellet.
So hat dochentlichdeß Babſisgroß Autoritet hierin den
Platz behalten müſſen/welchervorgabe/daßmann die Conditio
ncsvnnd Bedingungen des Friedens/ſodem Chriſtlichen allge
meinen Nutzen zu Schadengereichen wolten/auch nicht von der
Catholiſchen vnnd Apoſtoliſchen Kirchen approbt worden/in
keinen Wegzuhalten noch zupreſtirenſchuldigſeye.
Mit ſolchem groſſem Heerhat Vladiſlausbey Grigiſch Weiſ
ſenburg vber die Tonawgeſetzt./daſebſten die Statt Matcram,
wie auch die Statt Sunium mit gewaltiger Hand erobert/allda
fünftauſent Türcken vmbkommen/Deſgleichen hat er auch da
Neopolitaniſch Landgeplundert vñverheeret. Die Statt Burva
da hat ſich willigcrgebcn/die er alsbald mit Chriſten beſczct/atff
welches hn Mcchemetbeg zu Nicopolis nachgeeilet/deren ein
theilerſchlagen/eintheyldem Türckengefangen zugeſchickt.
Deßgleichen iſt auch Amurates zu Manifaaufgebrochen
vndbey Callipolivberſchiffenwöllen. Alldacin ItalieniſchAr
mada gehalten/inmeinung/den Amuratemzuverhindern/da
mit er nicht in Europamkommen noch anländen möchte. Der
Ä ereinandern Wegſuchen müſſen/vndbeyNeocaſtro,eine
eutſche Meyll Wegs obig Conſtantinopel vberfahren zu A
drianopelangelangt, ſich zum Feind gerüſtet/denſelbebeydStatt
Varna beim Schwarzen Meer gelegen/antroffen/vnd einander
tapferzugeſetzt. Den Flügel auf der Rechten Seittenführet Vla
diſlaus, Michael Zigleg aber (welchen mann den Schwarzen
Michelnennet/vnnddeſſen Schweſter ihm Huniadesvermählet
hatte)warbey dem Lincken Flügel.Huniadjetzt dem Begerbegvö
Ana
A MV R A T E S. 39
Anatolia mit den ſtattlichſtenvätapfferſten Reuttern/welche die
SVngern Vitazides nennen/dermaſſen zu/daß er endlich darnider
fe/ond den Geiſt aufgibt. Aßſolches die Türckengeſehen/ha
ben ſie ſich meiſtentheils in die Fluchtgeben vnnddar" 8“
lauffen.
IndemenunAmurates allein im Feldverlaſſengeſtanden/
vnd nicht wüſte/waseranfangen ſolte/hebt erentlich ſeine Hend
gegen Himmel aufnimbtauß ſeinem Schoßdiegeweihe Oſt
nweiche erinvorigen Verträgen zum Zeichen des Fridenbe
kofienhette/vndhataſo/wiemann ſagt/angefangen zuſchreyen:
O Chriſte wann du Gott biſt/wiedene Chriſten vºn Jünger
von dir haltenvnnd Lehren/ſoreche die Miſſetrend denen/Die
dich mir zum Pfandtdeß Friedensgeben haben, wº doch nichts
deſtoweniger den einmalin Gottes Forchtauffgerichten Friden
ſoſchendtichſchwechen vnd mißbrauchen.
Nachdem er ſelcheskaum außgeredt/alsbald hat Vladiſla”
außgroſſem Vbermuthvnd Dollfünheit auf Amurºgº
rennet/inmeinung/hnzuerlegenvnndaufzureiben Weil aber
Chriſtus als eingerechter Gott/ dieſen Eydtbruch nicht vnacº
ſtrafft laſſen wollen/als hat ſein Pferdteinvnverſehentlichen Fall
auff die Erdengethan/alſo daß der Königſebſten auffdas An
geſichtgeſtürzt. Alsbaldſ Chºrebegºbº zugeloffen/vnnd
hmeaotigend den Kopffabgeſchlagen/denſieamptºr Rech
ÄHanddem Tartar König zugeſchickt/daß er ſolcher Fridbrü
chigen Menſchen auch ſehen möchte.
Nhdem nun die Chriſtendeßgleichen
nommen/wiedaßhrKong Vaſaººrſhagº ſind ſie auch Hunº
ſehr erſchrocken/vidie Fluchtgebe Welchen entheil Türcken
nachgeeitet/vnddaraußen groſſe Anzahlerlegt/einthe die W3a
genvnd Troſtgeplündert/vndeinſtach. Ä bracht.
Hierauffhabenſiedreyganzertagin Frewden zubracht sº
40 A MV R A TES.
cketvnd Gottdanckgeſagt/daß erhnen einen ſo herrlichen Sieg/
deſen ſie ſich auch nicht verſehen gehabt/beſcherethette.
Dieſe Schlachtſtgehalten worden wie Bonfiniusſchrei
444 bet/denro.Nouembris,Anno 1444.vnd ſind darinnen dreiſſig
tauſent Türcken/ vnndzehen tauſent Chriſten erlegtvndauffder
Walſtat blieben.
Alsbaldnuhn Muratesnachſolchem ſtattlichen erlangten
Siegwideranheim kommen/hater des Reichs Verwaldungſei
nem SonMuchemetiw.dcrumb zugeſtellt ſich gen Manif am
begeben/ vnddaſelbſten ſein einſamvnndeingezogen eben wider
14 4 5 angeſtellt. Volgendes Jahr, welches war das 14.45 iſt Amurat
abermals von Chcibaſa Vezirevnnd andern Reichs Fürſten/
denen der Junge Keyſer Mahumetbefohlen/avoeretvndabge
holet worden/welcher alsbald Peloponneſium mit Heeres Krafft
angegriffen / die Statt Germiam erobert, vand mit Fewer
verbrannt. Von dannenzeuchter in Albaniam wider Georgium
Caſtriotam, den er zuvor niemalsvberwinden mögen. Als er aber
nichtsaußrichten können/hat er mit groſſer Niderlagvnd Scha
den widerum zurückweichen muſſen/vber welches er dermaſſen
ergrimmet/ daß er denſelben entweder im grundaufzudämpfen
vnndzuvertilgen/oderjhn zum wenigſten außzumattenvnndzu
ſchwechen/genzlichenentſchloſſen. Greifftderowegen Albaniam
auffsnewmitgrimmiger Gewaltan/erobert die Statt Corzia
cum/vndverderbetdaß Land im Grundvnd Boden.
Zwiſchen dieſem kombt Johannes Huniad/Fürſtin Siben
bürgen mit einem groſſem HauFen Teutſchen/ Sachſen/Vn
garn/ond Walachengen Grigiſch Weiſſenburg/ vnd verfüget
ſich von dannen nach Caſaw. Welches als es den Amurati zu
Ohren kommen hat er ſich bald aufgemacht/gen Sophykom
men/vnndſoviel Krigsvolckinderey zuſammenbracht als ihm
möglich geweſen/Deßgleichen hat er auch ſeinen Sohn Muche
INCTC111
A M V R A T E S. 41
1hleten nuhnmehrſtarckvnderwachſen/zuſchfordernvnnd
Holen laſſen.
Hergegenhabenſhnende Walachen/ſoesmitden Vngern
hielten fürgenommen ſich vber die Tonawzumachen/vnndvmb
die Statt Nigepolin alles mit Schwerdvnd Fewerzuverfolgen
vndzuverheeren. Als ſolches Machemetbeg/Iſabegſambtſei
nem Sohn vernommen/haben ſie ſich mit den Acanziernauffge
macht/ſieabgetrieben/vndin die Flucht geſchlagen. Als nun Hu
niadauffdic Awoder Ebenebey Caſawmitzweyvnndzwenzig
tauſentMann kommen/ſimebenermaſſen der Türck mitzchen
tauſent Genizaren/vnd fünfzehen tauſent Azapen/ohn andere/
ſo außAſiavnnd Europa darzukommen, deren Zahl ſich vber die
fünffzigtauſenterſtreckt/entgegengezogen/einander antroffen/
vnndauffbeyden Seiten ein großSchlachtgethan/welche(wie
Lewenkac ſagt) ein ganzen tag vund Nacht gewehret.Endlich
ſind die Chriſten vberwunden vnd in die Flucht geſchlagen wor
den. Nach erlangten Sieg iſt Muchemetes mit ſeinem Vat
erwidernaher Hadrianspe kommen/im Jahr 144s. Allda 1 44 8.
Chalembaſſamärſchkommen laſſen/vnd denſelben alſo ange
redt: Mein Will.Iſt daß ſich mein Son Muhamet meinem Be
fe nach verbeurath. Weil dir dann Suleiman Beg/ Wie
mirwowſent/dekantſoallezeit gute Nachbarſchafft gegen mich
gehalten habich mir vorgenommen/meinem Sohn ſeine Toch
erzuverheiraten/Darauſfihm Challbaſſa zur Antwort geben/
esgefallehmſolches ſein vorneſienwo/wölte alſo ſeinem auffer
legten Befehlgehorſamblich nachkommen/Darauffalsbald die
Brautgeworben, nach Hadrianopelgeführt/vnnd Muchamet
vberliefert.
Es hat aber Murates (wie Lewenklaemeldungthut)noch
andere Schnegehabt/alstembich Acmet Alis/welcher auch
Aladingennnet wird/Caſan/Vrcan/vnd CuzutAchmct/das
F ſAch
42 A M V R AT E S.
iſt/Achnet der Jünger/oder der ander/von Jederbegs Toc
tergeboren/der zu Amaſa geſtorben/vnd da eſ in das Begräb
nuß Muchenets des erſten zur Erdbeſtattet worden. Deſgleiche
iſt auch Alisaldageſtorbenvibegraben worden. Chaſan abervſ
Vrchan ſind zu Adrianopel verſtorbenviinDauds Padis Kir
chen zur Erdenbeſtattet worden./daß alſo Muchemeteneiniger
Erbdes Reichs Lebend blieben. Von dannen iſt Amura
tcs abermaß gegen Georgium Caſtriotamin
Albaniam gezogen / vnnd allda in der
Belägerung vor Croa/als er die
mit gewinnen möchte/
geſtorben.
PLVS TIBI QVAM NvLL INDVLSIT FoRTVNA SED oLIM
*Lesrr IN Errro LAvs Tva FAcrA
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M1Norº
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RoPAM ArQvE AsTAM HIc FELICIBoccvPATARMIS


A CVMET BITHYNTVM DVM RVIT IMPERIVM
TT – F
(SºFF
- E-Z
M V C H VM E T.
LS nun Amurates Verſtorben/ham
Nejt im Reichſccedirtynndgefoget/Im
Jahr 140. Erſt in der Begrº Croa zum
Sjasom Krieg wolckeinheilig.iccºgºº
- erwchet worden. Nac“ ca. Waagat
er ſeines Vaters Leichnägen Hadrianopcgürº Daſ in
Aſamgeſchiffe denſelben alldamgoº Srach vſ Apparat
zur Erden beſtattet. Damit er aber da Reich mit Frieden vnd
ühregren möchte/äſte ſeinen Stieffºrdº Moſsbaſ
am hinrichten/Eben daſſelbigwolter auch ſeinem Bruder Ca
epinothun/welchen ſein Vatter Amurates von deß Sponder
bºg Tochter bekommen/Wo er nichtheimlicher weßin Italiam
zu Calixto III were bracht worden.
Im Anfang ſeines Reichs hat er in Albania durch ſeine
Dieneinnd Geſandten gegen Georgium Carº auch
Scanderbeggenennt wird/nit glückſeligen Krieg geführck.
Nachdem er aber lange Zeit Conſtantinope zubelägern
vnnd einzunemmen fürgehabtbeſchreibt er entlich ein mechtig
Volck/ſowolauß Aſia als außEuropa» vnd bringt zuſammen
jffdie zweymal hunderttauſentMann/auhº ergroſſe Ge
ſchü vndandere Kriegfrüſtungen für die Stadtführen laſſen/
jeſelbe mit ſolcher gewaltbelägert/daßerſenichen den
29.MajAnno Chriſt + ? erobertvndeinbekommen.
Agnun in die Stattkommen hat er im HPPÄ
oder RennbaWelcher auch Armidagenennt wird? Erzene
Sºudarumbobenerene Schlangentrifach gewickelt/auffde
Äopff Conſtantinus Magnus, als er die Stadt ernewert/A
pollinis Delphicitripodem mit eignen Ceremonien vnd Ma
3 giſchen
46 M V C H E M E T.
giſchen Künſten ſetzen laſſen/daß ſolang dieſebe mit ihren eige
nen Stichioſis (wie ſie genanntwerder) ohnverletzt bleiben/Kein
Schlanginn die Stadt kommen ſolte Mann ſagt auch/daſein
ſolche am Waſſer Nilo geſtanden/als Scymus Aegypten einge
nommen/welche die Crocodilen ſo den Menſchenſchraufſetzig
vnd ſchädlich waren./anhrer böſen Neigung vnd Einfallver
hinderten. Sobald nun Muchemetes deren Eherne Schlangen
eine mit einem Dolchen verletzet/als bald hat man ein groſſen
auffen Schlangen in der Stattvernofien. Nachdem ihn aber
Ä angezeigtdaßh
worden/hat er die andern nicht zerbrochen/Da
Schlange Menſchen
hereskommen, ernacher dieſelbe nden
nicht ſchädlich noch vergifft geweſen. Doch hat er die eherne
Seul (Statuacqueſtris genannt) ſo für die Peſt aufgebawet
geweſen/herunderreiſſen vndniderwerfen laſſen.
Demnach ernun Conſtantinopelin ſein Gewalt befoſſien/
vndſchauffdem Berg Olympognugſamberluſtirtvndreereirt
gehabt/fengter ein Krieg gegen den Scanderbegan welchem er
alsbald die Stadt Sfcdigrad eingenommen/Im Jhar Chriſti
vnſers Seligmachers 4:3.
Ohnlangſt hernach hat er ebenmeſſig die Stadt Novigrod
erobert. Grigiſch Weiſſenburg aber hat er nicht bekommen kön
nen/inderen Belägerung Daitcaratzesbaſa, BegerbeginEu
ropavmbkommen/im Jahr deſ HERrn 145 6.
Endlich im Jahr 45 s. hat Muchumetin Peloponneſo
die Stadt Gurdum mit andern Flecken eingenommen. So hat
er auch folgendes Jar die Statt Sinderovv von Stephano Für
ſten in Bozindurch Vbergebung in ſein Gewaltbracht.
Im Jahr 1461.iſterin Anatoliamgezogen/vndalda Caſta
moneite Stadtin Paphlagonia, Sinopen die Hauptſtattin A
mafia, vnd Trapezunt, ſo der Comnenen Keyſerlich Reſidenz
geweſen/eingenommen/vnnd Davidem Comnenum mit ſeinen
Kindern erwürget vndvmbbracht. Gleich
M V C H V M E T. 47
Gleichfals hat er ſich im folgendem Jahrz"Fel begeben/
Aber die Thomawgeſezet/vnnd die Walacher ſtarcker Band
jogenweit Vadiſlaus Dracula-Sohn/vnd Frº WZaa
heyſch gegen ihn aufgelegt/vºm einer widerpart gegen
onſprirt hatte. Welches alses Vladiſlansinnen wordeº/har
König Matthia Iohannis Hunnadi Sohn in Vigern
mit wenigen ſeiner Diener begeben.
Ebendſ Jahrhater Lesbum eingenommen Kyriacum
atºſium darauſſengetrieben/welcher deſ bed Zetinnen
he. Dieſer Kreiſ von Geſchlechten Genu geweſen/
ond hat die Inſel folgendergeſtalt einbekomme Als im Jahr
35; Franciſcus Catcluſius Collo ohäni Palaeologo Andro
nicil. Sohngegen Johannem von Caracuſe Vormund
vnd Schwcher, ſo das Reich eingehabt gedie Hat er jm
zurdanckſagung die Inſel Äbjverehrevndſeine Schweſter
zur Ehe geben. Von dieſem Francº vorberürter Kyria
jeden Muchumetauß der Inſulvertrieben gehabt, herkom
UM.
Im Jahr 1464 hat Machumete das Bºº Land anges
griffen 7 Stephanum König in Zerfen mit Liebredene
räglicher weiß außdem Schoß zu einem Geſprech gelocket!
denſelbengefangen/lebendig geſchunden auch die Landſchafft
Iaitz, Herzegovvvnd Covatz vndertheºg gemacht.
Folgendes Jahr iſt er abermals in Äbºnº 3 Ä / vnd
des Caſtriotegan Land zu ſeinem Reich bracht Letzlich be
gibt er ſich in Anatoliam, vnd erobert das Schloß Giochiſarem
ÄWelches beſchehen im Jahr Chriſtivnſers Sº
ligmachers
ÄVRE 469 hernach hat er die Inſul Eubºmº die
vnſern Negrepont die Tºrck aber Egripos nennen)nge
wager Machtoberzog Gnäe Inſugehören?" Ä C)
48 M V C H V M E T.
diſche Gebiet/darüber Ludovicus Calbusvnnd Paulus Erizzus
Schutzhern waren. Die vornembſte Statt in dieſer Infi war
Calchis. Nachdem ſiedſelbeerobert haben ſie vorberäres Paul
Tochter darinnantroffen/vnd dieſelbewegenhrer ſonderliche
Schönheit/damit ſiebegabt geweſen zü Machumetracht. Sie
aber hat lieber ſterben / als ſeines Willens geleben wolle.
Mittlerweilhatſuſüfzegbeg, Vfünchaanis Königsin Vn
gernFeldoberſter die Statt Tocatamin Armenia gelegen./mit
Heereskraft eingenoſſen vnd geplündert. Von dann Cara
maniam vberzogen/vnd den Inwohnern groſſen Schaden zuge
fügt. Als ſolches Sultan Muſtaphas Keyſer Mechemets Sohn/
Fürſt zu Amaſiainnen worden/iſter den Perſern entgegengezo
gen/ſie in die Fluchtgeſchlagen/uſinfzembeggefangen/vndſei
nem Vatter lebendig vberſchicket. Im Jahr 173.
Als nun Muſtaphas ſeinem Vatternchenvberſchickung deſ
Iuſüfzesbeg der Perſer Vbermuhtzuwiſſen getan hat ſich
Muchumet heftig darvber erzürnet/derwegen in alle Landeſei
nes Reichs/ein Mandat außgehenlaſſen/daßhme ſeine Haupt
männer auffAchtzigtauſent Mannder beſten Kriegſeuhauff
manenvñzuwege bringen ſolten. Mit deněerber eben ſeinen So
nen Muſtapha Baiazitevnd Zemein Perſiengezogen/von dan
nen inAſiam kommen/vnd die Stadt Charachſcr erobert vnd
eingenommen. Als ſich aber Vfüncaänes zu ſolchem mächtigen
Volck viel zu ſchwach befunden/iſter dem Türckiſchen Keyſer
nicht entgegengezogen, ſondern ſein Vockhinvndherumhin
derhalt verborgen/auffoeren Seiten Chan Murates Begerbºg
inn Romania vnverſehener weiß gerathen / vnnd von den
Perſern/als ſeine Kriegſknecht ſich in vinder verſtrewetge
habterlegt vndvmbracht worden. Hirgegen hat Muchemetden
Perſern als ihre Ordnung zertrennt geweſen/widerredlich ein
aeſcheckt.Vfüncaſäncshat die ſeine abermalsalsſevndenligen
völlen/
MV C HVM ET ES. 49
wölen/entſetzet/darüberſcheingroſſeSchlachterhoben. Bevor
außaber haben Machumet vnd Daudebaſa Beglerbegin Ana
toliaeinander heftig zugeſetzt.
Nachdem aber die Türcken den Siegzuerhalten begünten/
iſt Zeinclus deſ Königs in Perſien Sohn auf der Wahlſtate
blieben/Vfünchaſan aber/aßer geſehen, daß kein Glück mehr
vorhanden/haterangefangen die Flucht zunemmen/dem der gan
zeHauffnachgefolget. Als nun die Türckenſhrer vielerlegt/vnd
nachzujagen müth waren / haben ſie des Feinds Leger beraubt/
vnnd ein ſtattliche Beuth darvon bracht. Dßiſt beſchehen im
Jahr 1474. 474
Ohnlengſt hernach macht ſich MuchemetesgegenVaivo
dam in Moldaw/der auch Fürſtin Charabogdaniageweſen/vf/
nmeinung/dieStatt Scodrazu erobern. Nach dem mann
aberinermelter Belägerung garhefftig aneinandergeweſ/auch
ein Seitten an der Stattmawrennidergeſchoſſen/vnnd vielvom
Feind erlegt / hat mann doch nicht viel außgericht ſondern mit
Spottvnnd Schaden wider abziehen müſſen. Vmbdieſezeit hat
Muchemetes ſeinen Vezir oder geheimen Rath Muhumetem
Baſſamin Stück zerhawenvndviertheilen laſſen.
Folgendes Jahr hat MuchemetSultanſeinem VezirGe
duc Achmeti befohlen / eine groſſe Armada zu verfertigen/
vnnd zu Waſſer den Krig zu führen/derowegen erſchmitzchen
tauſent Genizarenvndebenſoviel Azaven oder Fußvolckauffge
macht/ vnndſichbey das Schwarze Meer gelägert die State
Cofen/Menckfen auch andere Schlöſſer vnd Stätt/Landvnd
Leuthdem Türckiſchen Reich vnderthänig gemacht. Deßglei
chen haben ſich an ihn im namendeß Sultans/eingroſſeanzahl
Kirinier/Erimier vnd Deſtenſer ergeben/im Jahr 147 “d 476.

JO MV C H W M ET.
Das ander Jahr hernach hat Sultan Muchumet ihn
Perſönlich gegen die Moldawer ins Feldt zu ziehen/vnndſie zu
bezwingen / führgenommen. Derowegen ein namhaftiges
Volck zuſammen bracht/auff die Moldawgeruckt/ darüberes
am vierten Tag des Monats RebiulEucl zur Feldſchlachtge
rathen/darinnen der Vaivodaſampt ſeinem Volck in die Flucht
geſchlagen/ vnnd das Land eingenommen worden. Von dann
ſ er an das Waſſer Morawgezogen/ vnnd Semcndriam eine
Hauptſattin Racia(welche zuvor Matthias Konig in Vn
gernbelägertvnnddrey Vſtung herumbgebawctgehabt) ent
ſezet/die Vngarn davon abgetrieben. Im Jahr nach Chriſti Ge
burt 1477.

Das anderJahr hat er ſein Schloß oder Königlichen Palaſt


in der Statt Conſtantinopel mit einer Ringmawren vmbfan
genlaſſen. Von dannenden Beglerbrgauß Romania in Europa
ſampt Eunucho Soleimane Baſagen Neupact abgefertiget
ſolche Statt zubelägern vnd zuerobern. Es hathmaber ſolch
Vornemmen nicht angehen sollen/deſgleichen hat auch Alisbeg
durch die Walachy ins Vngerland geſtraufft/ aber dochwide
rumbvnverrichter Sachen abziehen müſſen.
Im Jahr aber r479 hat Sultan Machumetſein Krtge
volckfürdie Stattlſcender oder Alexandria geführt/dieſelbe be
lägert/beſchoſſenvndgeſtürmct/auchauffeiner Seiten die Mau
ernidergeſchoſſen. Als ſolches das Volck geſehen/hat es vermei
nct/ſolche mit Stürmender Hand einzubekommen/vmb.welche
zeitdann (wie Lewenklaetmeldung thut) die Sonnzu Mittag
zeit zum halbentheil verfinſtert geweſen. Ob nunwoleingroſſe
mennig VolcksvorIſchendervmbkommen/ſohaben es doch die
Türcken nicht erobern mögen/derhalbenvnverrichterSachen
pider
MV C HVM.ET. §
widerabziehen müſſen/vnnda ein Acht Beg/mit der Beläge
runganzuhalten dagelaſſen/Welcherd Stattſovielbeſchoſſen
vndvnruhe geſchaffet/bißerſeaußge ängert/vnndſichendlich
auffgewiſſe Conditiones ergeben müſſen
Öhnſengſthernach als Muhamet zu Conſtantinopelin Ru
egeſeſſjer Balsbeg/Halsbegvnd Iſabgºrº Wa
gt. Als ſie aber hineinkommen/ſind ſie
Vngern vberfallenvnnderſchlagen
alisbegauffder Walſtattblicben/die andern
aberin der Flucht darvonkommen.
Nach dem nun Sultan Muheme zu Conſtantinopelſei
nem guten Leben abgewartet ſchickter Meſmet baſam ſeinen
Véziodcrgeheimen Rath mit der Armadºu Waſſervndgroſſer
anzahl Krigsvolck von Azapen/Genizarenvndandern Soldaten
auß/die Inſul Rhodiszu erobernvnd einzunemmen. Deßmaß
aber war Petrus Albiſonius, ein Franzoß/Oberſter in dieſer In
ſul/des Johanniter OrdensGroßMeiſter/welchen ſie Megalo
Äſt nennen. Dieſer hat Rhodistapfferlich beſchützet/Mcſ
jajvon GrigiſchemKeyſerlichen Stamhºgº
von der Belägerung abgetrieben/vnndmehr alstreiſſigtauſent
Türckenerſchlagenvnnderlegt.
Ebenzurſelbigen Zeit iſt VezirGeduc Baſſa mit einer an
dern ſtattlichen Armada zu Waſſer in Italiamgeſchickt worden/
welcher die Statt Otrontin Apuavoratºr Hydruntgenannt
ſogegen der Statt Auloº vher Jenſº Adriatiſchen
Geers ſechzig Grigiſchen Meyl Wegsigt ſamptder darum
bengelegenen Gegenteingenommen vnnd erobert. Deßgleichen
jhmallegefangene weß Standts auch die geweſen/ Dienſtbar
gemacht, den Patriarch ſelbſten/ſozum Altargeflogen/mit einer
Segen von einander paten laſſen. Dieſe Niderlaghaben die
Chriſtenempfangen im Jahr 4* I4 SL
G 2 Als
NAVPACTVM VENETIS ADIMIST VA FRAENA METHC
ACCIPITAT GALLI LEMNIA VALLA PREMVNT. –
-

G- - T

- -
-
B A I A Z E T.
ACH dem SNechemetin Aſia verſtorben/
haben ſich die Genizarenwidernaher Conſantº
ºpelgewend/ vnnd die Statt geplündert. Ohnlengſt
R hernach iſt Sultan Baiazet/außAſia in Ä
geſchiffet/aldacrmitenhiger Bewgnº Türckiſchen
Keyſeerwehtet worden. Hier widerſſein Bruder Zcmesauß
Camaniagen Pruſam in Bithymiam kommen/vnnd alldaſein
Hoffliger gehalten/auffw elches BaiazetGeduccmAchimetem
baſämtweicher wie obengemeſt/die Hauptſattin Apulia ein
genommen/ vnnd auffsnew beſezet gehabt/daſelbſten abfordern
aſſen/vnd gegen Zemerem mit Krigswock außgeſchickt. In dem
ſienun zuſamékommen/haben ſiezuGeniſcheheroder Neapolis
jfaeMeldunghut)ein Treffengethan/darin Suaº
Zemvnden gelegen/ vnndentlichen in Caramaniam entrinnen
müſſen/daſelbſenerauchnicht ſicher bleiben mögen dannſhm
Bajazetnachgefolgetvndwider aufgetrieben.
Wjſendieweil Geduc Achmet bafavondeß Su
tan Bajazetswegen in Caramaniaden Krggeführet/ haben ſich
die Italiener geſtärcket/die Statt durch HüfKºngº Matthiae
(ſo derzeit Krigshalbenberümb) widereinbekommen/die Tür
jd die in der beſatzung gelegen./jhnen dienſtbar gemacht
Dßiſtbeſchehen im Jahr 1482
Nachdem nun Zemes zum andern mahlvberwundenvnnd
geſchlagen wordenhaterale Hoffnungzugewinnenhºng“
ſetſ in die Inſul Rhodumgeflohen/vñſchalldzu PetroAl
jede Großmeiſter begeben als erachtvnndzwenzig Jar
alt geweſen. Asſolche den Baazetverkundſchaft worden/fer
geereiche Legaten mit Geſchencken an Großmeiſter itten/
6 B AIA ZET II.
bitten/ daßerZemen ſeinen Bruderfreundlich halten wölle/mit
dem verſprechen/daßerime Järlichen zu deſen Erhaltung dicweil
erlebte/ vierzigtauſent Ducaten Zahlen vnid einliefern laſſen/
vndeinenſtettigenvnndewig wehrenden Friden mit den Chriſten
auffrichtenvndhalten wolte/Welches er dann trewlich vndauff
richtig gehalten.
Damit aber Baiazet deſto ſicherer Leben möchte/hat der
Großmeiſter Zemen in Franckreich verſchicket/ welcher ſich da
rinnen auffeinem Schloß/Burgonouogenannt/vnnd den Rho
diſernzuſtendig/einzeitlang enthalten. Von dannen iſt ernaher
Rom zu Babſt Innocentio VIII. geführt worden./alldaer/biß
zu Alexandri VI. Pontificat/als Carol“ VIII. Königin Franck
Ä das Neapolitaniſch Reich einzunemmenkommen war/ver
leben.
Nach dieſem hat er Alexandrum Demütiglichen gebeten/
daß er ihm zum Conſtantinopolitaniſchen Reich/weil ihm doch
ſolches Leichtlichen zuthunwere/verhelfen wolte. Darauffjhm
der Babſteinen Trunck mit Gifftzurichten laſſen/von welchem
er nach wenigentagen geſtorben.
Deßgleichen/als ſein Sohn/welchen er vor derzeit ſampe
ſeiner Mutterbey dem Sultan zu Alkayr verlaſſen/verſtanden/
daß ſein Vatter von danneniudie Inſul Rhodiskommen vnnd
alldabeydèGroßmeiſtervndhaltung empfangenhette/Schreibt
erſeinvnnd ſeiner Mutter wegen garfreundlich an Großmei
ſter mit der angehenckten fleiſſigen Bitt/ daß er ihn ſampt ſei
ner Mutterauffvndanneifen/auch ein Orth/wie es ſein möch
te einraumen wolte/Hergegen wolten ſie die Chriſtliche Reli
gion annemmen / auch ſich beneben ſeiner Mutter alſo verhal
ten/dzſie ein Wolgefallen hierantragen ſolten. WelcherrerBitt
alsbald williglicher ſtattgebädarauffſie ſichdähinzu SºÄ
gef
B A I A ZET. II. 57
füge die Chriſtliche Religionangenºmmen Auch ſich verhey
jn welchem Heyraterzween Söhnvndzwo Töchterg
zect/vndſchallda/wie ein Privat Perſon /verhalten/bißdaß
entlich Soleiman die Inſul eingenommen wind erobert /ſeine
Söhnewelche die Chriſtliche Religion nichtaº volfen/
ÄLebenſtraffen/die Tochter aber naher Conſtantinopelführen
laſſen.
Im Jahr 14s3 hat Baiazeteingroß Pankº Mahl 14 s 3.
angeſtellet darzuer alle ſeine Veziresvnd Rähteberuffen/vndal
en Wein dabey zutrincken geben laſſen (auch wie Lewenflae
ſagt)einemjedenen Ehrenkleidgeſchencket/ Auſſerhalb Geduº
ÄÄmet Baſedenerhattödten laſſen/denn er ſich vorhme/we
genſenergroſſen Gewaltvnnd Anſehen/ſººº Kriegſvolck
bekoſien/begun zuforchte/bevorauß/weil die Genitar offtmals
n beſucht/vndoffentlichen außgeſchrien/wº/ºº. Keyſer/jhnen
fürters nicht beſſer als er noch geba hette/fürſtehen wolte/we
jenſegenlichen entſchloſſen/Sultan Zemen auß Italien zu
holen/endfürhren Keyſerzuhalte
Ebenmºſebgen Jahrſtin Baiazetis HoffCaſanºsº
himujdFürſtenauſ Caramana oder Cocaeiniger Sohn
geſtorben/nach welches odda Fürſtenthumb Caramaniaauff
das Othmannſch Reich verfallen.
Als nun Baazetesin die drey Jahr/wei Zemesnit mehr
vorhanden/ond die TatarnmitmFredvñFreundſchaft aufge
richtet friedlichvndinguter Ruhegelebt. Hat er ein groſſe Ar
madamit vielem Volckzurichten laſſen, den VaivodaminCara
jgavia zuvberziehen/vndzuſtraffen. Sobaldſ. dahin
kommen haben ſie alles mit Fewervnnd Schwertverherº
jr. Auch die Stadt Achillaamſampedem Schoßdurch
Vºrgeung Memaac Caſtellanienbckofen. Hernach haben
ſie Moncaſtrum auffgefordert./mit der geleiſenzuſage/daß
- H tMC
58

ach Auffgebung die Inwohnerohn verletzung Leibvnd Lebens/


Haabvnnd Gutswoſtenpaſſieren j laſſen/Welches
ſie doch nachmals nicht gehalten, ſondern, ſic die Stadt ein
bekommen mehr als fünfhundert Bürger mit ihrem ganzen
Hauſgeſind/ naher Conſtantinopel führen laſſen. Im Jahr
Chriſt 14s4.
Mittlerweilhat ſich der Sultan zu Alfeyer mit groſſerge
waltvnd Heereskraft/deſſen Feldoberſter Vſunesbeggeweſen/
beybeyde Stätten Adanien vnd Tarſen in Öca. ſie dann
inſatlich Vorteilgehabt/nidergeſchlagenvñ gelegert. Es iſt di
ſer Streit von Machumete vor der Zeit angefangen geweſen/
darumbihm Baiazetfürgenommen/ſolchen vollends zu abſolvi
envnd zum Endzuführen/darzujhn dieſe vnderſchiedliche Mo
wen wndvolgende Vrſachenbwegt:Memblich/wei Sjj
Egypten ſeinen Bruder auffvnnd angenommen / Darnach
weihm ſein Bruder mit Geltbehäfflich geweſen/Zum dritten
weiler Zemis Weib vnd Kinderein zeitlang auffenthaltung ge
ben Pud endlichen/Weilerſichgegendj nach Mecha
den GOTTES Dienſt zuverrichten j müſten/vn
freundlich zuhalten vndzutraciren pfleget. Auff Baiazitis Sei
tenwarndie Sangiabecauß Anatolia , wie auch Ferhates beg,
ſein Tochtermann. Auchfomptherzuder Beglerbeg Caragoſſa
auß Caramania. Nach dem ſenuna zuſammen kommen/vnd
ſich zueinander geſchlagen haben ſie den Feind angegriffen, derjn
deraſſen begegnet / daß die Türckenenchd Flucht geben/
Äbegauffmauffblieben. Ohnlengſ hernach haben
Wºchumetheg Cherſisbeges Sohnvnd Äj Herzecogli
deßletzten Fürſten in Bozicen Sohn/derin Romania Begkerbeg
"orden/auß Befehl Baiazetis eingroß Volck in Anj
bracht./darzuſchdann das Aſiatiſche Kriegſvolck geſchlagen/
welcheſamentlich dieSultaniſchenauffsnew ***#
n
B A I A Z E T. II. 9
ihn abermals begegnet worden./daß Achumetes Herzccogliges
fangen/vnd Vſpegin Hafftenvnndin Verwahrung zunemmen
vberſchickt worden.
Welches als es Baiazetesvernommen/ſchickter abermals ein
gewaltig Volckgegenſteauß. Nachdem ihn aber ganzrahtſamb
bedaucht/daß man das Kriegsvolcknichtmuhtwillig den Feind
der nun Zweymal die Oberhand behalte/auff die Schlachtbanck
liefern ſolte/hat er daſſelbig widervmb zurückgefürt. Zudemeſch
Fürſt AlandentesDigaditesgethan/deſſen Land ſich nach Syri
en/Berrheen/Anaſien/Adonenvnd Tarſen erſtrecket/vnd zwi
ſchende BergêCappadociaebegriffen. VödèSultäin Egyptéiſ
erwiderabgefallenvñſich zu Davidbaſſa geſchlagen/von dem er
gutwillig vnd freundlich angenommen/dem Baiazetiauchcom
mendirt vnd befolen auch zuwegenbracht/daß deß Türckiſchen
Fürſten Tochter ſeinem Son zum Weibgegebenvndvermähler
worden. Demnach nun Daudesindie Landſchafft Varſaten oder
Caramaniamfommen/hatter die Fürſten/ſoſch zum Türcki
ſchen Keyſerniemals ſchlagen wöllen/zumtheiltödten/zumtheil
in Pafften ziehen laſſen/auch ein theil zu Gnaden angenoſſien:
DievberigehoheStände in Phrygiahater Friedenauſfzurichten
vndzuhalten bezwungen.
Vber ein geringe zeit hernach hat Baiazetes Eunuchum
baſamzneinem Herzogen oder Feldoberſtenvber ſein Volckde
ſignirt vnd verordnet/fertiget denſelben in Anatoliam ab, wel
cher die Burg zu Adenenbefeſtiget/mitaller Notturfft verſehen/
vnd mit Soldaten wolbeſetzet. Gegen gemeldten Eunuchum
baſam rüſtet ſich Sultan zu Alfayer/begegnet ihm/wird aber
vberwundenvndgeſchlagen. Darnach macht ſich Sultan mitei
nem ſtattficherem Volckauffniſitden Türcken die StadAden
widerein/vndreiſt das Schloßvbereinhauffen. Im Jahr 1490.149..
H 2 Hie
GO B A IA ZE T. II.
Hierauffbeſchreibet Baazeteingroß Heer/verordnet Iſchen
derbeg zu einem Oberſten darüber ſchickt ihn in Anatoliam, Ala
deulem den Herzogen zuvberziehen. Es werden aber die Tür
cken vnverſehener weiß von hm vberfallen, die zween Söhn
Ichenderishingericht/vnd deren Vatter dem Sultan zu Alfayr
gefangengeiffert. Deſgleichen haben auch die Mamelucen Ca
ramaniamvberzogen/die SadLazendam ſampt deren benacht
barten Fleckenvnd Dörfern geplündert vnd mit Fewerangeſte
cket. In dieſem Lermeniſtacubesbeg Vünchaänis Sohn vmb
fommen.
Nach vielem Einfüllen/Sträuffenvnd Kriegen iſt entſchein
Cairiſcher Geſandter ankommen, den man herzlich tractirtvnd
großEhr bewieſen/vndjhme einen Geſandten, der ihn fürtersna
herCariobeleidenſolte/zugegebe. Budiſaſo nachbeyderGeſan
ten Ankunft zwiſchen dem Baiaetovnd Sultan Friedvnd E
nigkeit aufgericht worden auch haben die TürckendenEgyptern
die Stätte Aden vnd Tarfumbenebenallen andern darzugehöri
genStätten/Schloſſern vnd Fleckenſo vordſemerregten Krig
in der Mameluckengewalt geweſt/widervmb zugeſtellt, diß iſt
geſchehen im Jahr Chriſti Vºſers Seligmachers 1491. Dieſe
Stätte gehörten zu der Landſchafft Caramania welche Baiaze
tesnachdem er das Geſchlecht von Caramania außgedilgt/vn
der ſein Reichbracht/vndſhm die Sultaniſchen vor derzeit einge
nommen hatten.
Als ſich diß alſo verlauffen/haterſhmfärgenommen/Alba
niam zuvberziehen/auch etliche Schiff vorhergeſchickt/welche
den Paß/dardurch die Albenſer entrinnen möchten/verlegt. Die
Inwonerder dieſes Landshaben ſich mit alle was ſie gehabt/auf
das Gebirggemacht. Es vermeldLewenflaein ſeiner Türckiſche
Chronic/esſeyendiſe Albenſergarvngezogenvndvnartige Leut/
diejhrn Herſchafften wedertrewnocholt haben nur ein Sprach

BAIA ZET II. 6
verwegern ſich durchauß Schoßvnd Zinßzugeben/ea Krigs
feuffteeinfallen/machenſieſchanrauhevnwegſame Orth/ vnd
Gebirg/bleibendaſelbſten mit den hrigen/wehren ſich werfen
wider die Feind mit Steinen onndGeſchoß/die der Schlangen
Zungengleichſeynhaben Hügene BogenvnndPfeil dieſer
j Eyſenbeſchlagen/vndvergifft ſein. Dieſesaleshºº
geſet/ haben ſich die Tücken hinauffgewagt den Feindange
griffen ihr Flecken vºDörfer eingenº vndverbrennt
Ä“ einhels Webvind Kind mit ſich gefangenh"
geführt.
Indieſerbelägerungſtein Türckiſche Mechdº Mönch
Toraces genannt / zum Baiazeti kommen ſich angenommen/
alsober ein Almus von ihm bitten wolte/Aº nahauffin
kommenraufft er einen Säbelauß/denermit Fil bedecket/ges
hevndſtichtauffhnz/Aberºnº Baſa, der dem Baiazet
uff der Seiten geſtanden/hat alsbaldſeinen Duſtigan auffſhn
geworffenvndſovic verlet/daß er auffdieErdengeſtürzct/wel
Äbanten alsbald zu Stückenzerhawen. Dieſes ſºg“
ſchehen im Jahr 1493
Im Jahr 1494 hatIacupes AgaEunuchus Vnger mit
Neuntauſent Pferden vberfallen/deme Emericus Dreº
jebentauſentMannvndeiner groſſen Menge Barºº
ren Anzahl ſich auf vierzigtauſent erſtrecket/begegnet/ Banus
war Feldtoberſter hierüber. Als nun das Volckimºnº
ſen/haben ſich die Hauptleuthzertrenne dann gº“
hard Frang
pan eintreffen mit dem Feindthun wollen welches jhm die an“
dern nicht geſtattet/vber dieſer Zerrüttungſiegeſchlagen vndein
groſſen Nderlagenpfangen haben -

Im Jahr 1498 hat Baiazetus eingroſſeArmadanahercº


poñneſöabgefertige/vnddieStatt Neupact “ die Itali
3
62 B A JA ZE T. II.
ener heutiges Tags Leupad, die Tücken aber Incbechtinennen/
den Venedigern eingenommen/Außvrſachen/weiſe Georg
um Cervovizium Königin der Landſchaft bey Cataro gelegen/
verthedigenvndbeſchützen wollen. Hiergegen ſchickt der Königin
Hiſpania den Venedigern Conalvum Magnumzu Hüffwel
cher ſich zuden Armadengeſchlagenvid den Türcken die Stadt
Capheleniam widergenommen. Deſgleichen die Veſte Stadt
zu S. Maurusgenannt/beyPatras vnd Neopact gelegen. Zudem
ſind auch Schiffauß Franckreich/deuVenedigern Hüfzulci
ſten/ankommen/welche ihnen Ludovicus XII. Königin Franck
reich zugeſchickt/Jhr Oberſter iſt geweſen Philippus Herzog zu
Cleven. Als er auffeinzeit mit den Türcken ein Schlachtgethan/
vnd die Venediger Schieff (deren Hauptmann Antonius Gri
manuswar) ſeinem Vokct/welches den Türcken nichtſtarckge
nug war kein Hälff geleiſt: hat er ſich heimlicher weiß vuver
richten Sachen widerhinweggemacht/vñzu Maſilia angelangt.
Die von Newpacten aber/als ſie geſehen/daß ſie zu Waſſervnd
Landbelägert worden/vndfeiner Hülff noch Entſatzung ſich zu
getröſtenhetten/habender Rahtvnnd Obrigkeit/dem Baiazeti
der Stadt Schlüſſelvberlieffert/ vndſichjhmwilliglichenvnd
von ſich ergeben/im Jahr 1499.
Von dannen iſt Baiazetwidernaher Conſtantinepel gezo
gen/daſelbſten den Winter vber verblieben / Sobald aber der
Sommer herbey kommen/haterwiderumbein groß Volckzu
ſammenbracht/vnd ſich zu Waſſer vnd Land für Methongelegt/
dieſelbe mit ſtürmender Hand angelauffºn / vnnd erobert/alle
Mannſchafftſoeines beſtandenen Alters geweſenndergehawen/
die Weiber vnd Kinder gefangen hinweggeführt.
Von dannen iſt man auffgebrochen/vndſtracksauffCoron,
ſonechſtbeyMethongelegen/verrucket/Sobald man ſich aber
nidergeſchlagenvndgelegert/haben die Bürger dieSº d
(alf
BAIA ZET II. 63
Stadtheraußgetragen/vnnddem Sultan Baiazeitvberlifert/
Im Jahr 15oo. I% 0 0
Nachdem nun die Türckenaufffetzigen Krieg vielgewend/
habeentlich die Venediger ſich ſehr durch Hülff geſtercket/bevor
auß aber mit der Armadaſo Ferdinandus König in Arragonia
vndCaſtilia, CaroliV. Mutterlich Großvatter/durch Herzog
Conſalvum vberſchicket/Deßgleichen haben ſie König Ludwigs
außFranckreich Volck/welches Philips von Rauenſtein/auß
der Herzogen von Cleven Stamm geboren/mit ſich bracht/zu
ſich gezogen/deren Armada zuſamenauffdiezchentauſent Mai
ſtarck waren. Dieſeſamentlich haben Mytilcncn, ein Stadt in
Lesbogelegen)mit groſſem Geſchütz dermaſſen angetaſt vndbe
ſchoſſen/daß die Mawren(wie Lewenkae Meldung thut) fünff
hundert Elenlang zu Boden gefeilt worden. Als ſolche Zeittung
gen Conſtantinopel kommen/hatmann alsbald etlicheſtattliche
ArmadagenMytilenen ablauffenlaſſen/welcheſiewi widerumb
erledigt vnd entſetzet,
Als der von Rauenſtein g-mercket / daß ihn nunmehr
nichts gelingen würde/häter ſich mit ſeinen Schieffen wider hin
weggemacht/beyder Jnſul Cithera (welche jetzigerzeit Sergos
heiſſet) eingroſſen Schiffbruch gelitten/daß er mit ſeinen weni
gen Knechten kaum lebendig darvonkommen.
Deßgleichen haben die Venediger / als ſie kein Hüffnoch
Rettung zuhoffen gehabt/etliche Legaten an Sultan Baiazet
abgefertiget/jmegroſſe Geſcheckvberſchicket/dadurch ſie widerzu
gnadenkommen auch die Veſtung Maura wider zugeſtellt. Diß
iſt geſchehen im Jahr 15.01.
Vmbſelbigezeit war zu Teck/inder GegedBythinienvnd Cici
lien, ein vornemer Mann mit Namen Chaſanes Cheſifas, der
hatte einen Sohn Scachoculesgenannt/welcher von jedermann
hin vund wider für ein Heyligen Mann gehalten "Ä
64 II. B A 1 A ZE T.
dem auch Baiazet ſelbſten Järlichauff die Sibentauſent Aſpren
zuſchickenpfleget: Dieſer hat ſich allezeit in einer Hölegehalten/
ehemaninnen worden/daßer einnewe Seeten ond Auſfuhran
gefangen. Ermelter Scachoculeshatanffein Zeitals eben Baia
zetes mit Kriegſgeſcheffen beladen geweſen/ſchauß ſeiner Hel
herfür gemacht/ein groſſen hauffen Volcksanſichgehengt/ die
Stadt Attaliam, als ſie ebenJarmarck gehalten/eingenommen/
gepfändert/vnndihren Cadium oder Richter verheilen laſſen.
Auffſolches hat er auch etliche ſeines Anhangsanallevmbgen
de Grenzeaußgeſchickt vndauſrufen laſſen, daß jedermann mit
ſeiner Wehr zuhm/ſofern ihnen ihr ſelbſt cylvnd Leben lieb
ſein würde/kommen ſolte.
Hierauff haben ſich alsbaldvber zehen tauſent zu ſhmge
macht/mit deren Hülffer die Landſchafft Anatoliam angriffen/
Caracoſambaſſam, ſojmeentgegen zoge/geſchlagen gefangen/
vndan einen Pfahlhengenlaſſen. Deſgleichen hat ſich Corcu
tes Baiazctis Sohnauffgemacht/der dann gleichfalsgeſchlagen
vndinn die Fluchtgejagt worden. Als ſolches Baiazetesinnen
worden, hat er Alisbaſam mit vierzigtauſent Manu/vndvier
zigtauſent Janizarnin Aſiamgeſchicket/zudeme ſich Achmetes
Baiazetis Sohn/geſchlagen.Ehenun dieſe zuſammenkommen/
haben Kaitersbaſſa Begerbegzulcon vnd Zindas Kamelasbeg
ermelten Scachoculemſampt ſeinem auffruhriſchen Hauffen/
angegriffen/Sind aber wider zurückgejagt./beyde Hauptmän
nergefangen/vnd die Köpff abgeſchlagen worden.
Von dannen ſind die Aufrührer auf die Awe Zibucciam
gerücket/allda ſie Alisbaſa angetaſt/ vnd zu einer Schlacht
bezwungen/inderen Chalanes Chelifes Scachoculis Vatter mit
einem Pfeilerſchoſſen worden. Deßgleichen iſt auch Alisbaſa,
als er vnbeſonnen vnndfreventlich inn Feind geſetzt / auf der
Wahlſtattt blieben/auff welches ſeine Kriegſleuth *. die
luch
B A I A ZE T. II. 63
Fluchtgeben. Nach gehaltener Schlachthat Scachoeule ſeine
Reißn Perſam genommen/dariner miteinerſtattlichen Beut
angelangt. Als er aber noch auffdem Wegwar/iſthmein Cº
Änaſo Seiden Wahrführete/vndlſmaëdem Königin Per
ſenzuſtendig/ auffgeſtoſſen/welchen ſeine Krigsleuthangegrif
fen/die Leutherſchlagen/vnnd die Wahrgeplundert. Als ſie aber
genTrebiſümkommen/hatma hr Hauptmänner hinrich
jaſſen/die Soldaten aber vnnd das gemeine Krigßvockſe
jn Fürſten vind HoffJunckern zur Beut außgetheletvnnd
verehret.
Mittlerweilhat ſich Baiazetes zu Hadrianopel/dahiner
ſich kurz zuvor wegen deſ Erdbebenºwnd Peſt/ ſo ſich zu Con
ſtantinopel erhoben vndgraſſirt/gehalten. Dicweiler aber nuhn
mehr wegen deß Podagra auch Vnvermoglichkeit ſeines Leibs
jWeidzug hinfürer verrichten vnnd demſelbigen fürſtchen
können, hat er darauff/werhmſuccedirenſoltchinvnndherin
Bedenckengezogen. Dann ſeine drey ElteſteSöhne Schianſia,
Mehmetc§vſ Alenſciato, waren mit todabgangen/dieſe drey
aber noch in Leben/Achmetes/Coreutes vnnd Seymus Beger
jedaßſein Sohn Achmetes auffſeinem Königlichen Stut
ſitzenvndnachſhmregiren möchte.
Aßſolches vor Sclymumkommen hat er ſich zu Mche
met dem Tartat König/welcher zu Cophenwomete/vnndhme
ſeine Tochtervorderzeitvermählethette/Vberdaß Schwarze
MeerinTauricam Cherſoneſümbegeben/vndgebetten/ daßer
ihm in dieſer Sachen mit Hüffvnd Rathbefürderlichſeinwolte.
Welcherme alsbaldaudienz geben/vnduCoppa Zabacavnd
Tjelches vortrefflichevndberümbte Kauffſäſeneinſat
ich Volckauffgemanetvnndzuſamenbrachten New Armada
auffgericht/vndhmdieſelbebinchenzchentauſent Pferden zuge
ſtellt.
J Alß
66 B A I A ZE T. II.
Als er nun ſolche Hilfe bekonnen/ſervber den Boriſtenem
durch die Walachey gezogen / bey der Statt Chcliamvber die
Co.awgeſezet/ vnndbefohlen/däßihm alle Schiffvber Meer
nachfolgend; Volck aber vber Land ziehen würde/beyder State
Varna in Bulgaria ond Thracia gelegen ſeiner warten ſolten.
Baiazetes aber der nun langezeit ſolch Wildes vnd Ehrgei
zigesGemütherhinder ſeinem Sonvermercket/hat er etliche Ge
ſandten/als er verſtanden, daß Scym ſein Sohn mit dem Tar
tariſchen Krigswockherzunaheke/zuhm abgefertiget/freundlich
zu bittenvnd zuermanen/daß er von dieſem ſeinem Vornemmen
abſtehen wolle.
Darauffer ſeinem Vatter zur Antwort geben/Erſeye von
ſeinem Bruder mit Worten angriffen vnndgeſchmehet worden/
deßhalbener außAſia in Europam kommen/ Stattlichere Her
ſchafften/alsjhm ſein Vatter in dem vnfruchtbaren vnndſtei
nichten Landt eingeben hette/in ſeiner Feinden Landeinzunem
menvnd zu erobern. Alsbald hat ihm Batazetes/damit er ſeinen
Grimlindern möchte die Statt Semendriamvnnd die Gegent
wmb Grigſch Weiſſenburg zu geſtellt. Vberſchickt ihm auch
zu einer Verehrung Sechzigtauſent Ducaten/vndtauſentKlei
der/von Seidenvnd Wollgemacht/deſgleichen viel Frucht/wel
chesalles Scymusvnder ſein Krigßvolckauſgetheylet.
Mittlerweil/als Selymusvernemmen/daß Achmetesauß
Cappadocia zu ſeinem Vatter Baiazetiziehen würde/machter
ſich mit einem ſtattlichen Hauffen Tartariſcher Pferd nach Ha
drianopel zu / in Meinnung / ſeinen Vater in geſtallt eines
freundlichen Geſprechszubetrigen/vndjnalſo in ſeine Hände zu
bekommen/ Dann er ſeinem Vatter vermelden laſſen/eswölte
jhm gar nit gebüren/wer auch wider Gottes Wort./daßer/
aßſein Sohn/hn/den Baiazetcm/alsſeinem leiblichen Vater
f
BAI AZ ET II. 67
nie beſuchen / noch deſſen Hände Küſſenſolte/ Bevorauß/weil
erin der Thatgeſpüret/daß er nicht allein beyhm ſeinem Vat
terin groſſen Gnadenwere/ſondern auch/daßer ihn noch hierzu
mit Landvnnd Leuthen reichlich verſehen hatte. Baiazetes aber
derwogemercket/waß ſein Sohnfürhette/macht ſich mit allen
ſeinen Veziren/ Sangiacen/Begenvnnd Soldaten von Hadri
anopel hinweg/vnnd verfügt ſich naher Conſtantinopel/dann
ihm gewiſſe Zeittung kommen/esſolte alldaalles zuvndeſvnd
oberſ gehen.
Als nun Sclymus bey das Stättlein Zorum mit ſeinem
Tartaniſchen Reuttern da Sultanus in einem behangen Wa
gen Schwacheit halbenſtillhalten müſſen/angelangt. Denner
weder gehen noch reittenfönte/hat ſich zwiſchen des Vaters vſ
des Sohns Volck ein groſſe Schlacht erhoben / Aber Scymi
Volck iſt geſchlagenvndin die Fluchtgejagt worden. Als er nun
beyde Statt Varnam kommen/hateraldavbergeſetzt/vnndbey
Cophenangelangt/ Sultan Baiazet aber ſich widernaher Con
ſtantinopel gemacht. Mittlerweilbegibt ſich Sclymus mit ſei
nemCarabul(oder Schwarzengelben Wolcken)alſoneſieterſein
Pferdingroſſer Eylin Egypten. Jegemeltem Pferd hat er auch
einherrlich Grab/nmaſſen Alexander ſeinem Bucephalo/ma
chenoſzurichten laſſen. Derzeit war auch AchomatesaußAma
ſia durch Bithyniam vnd Galatiamgen Chalcedon, welche heu
tiges tags Scutari heiſſet) femmen/von dannen er mit tägli
chem Schreiben beym Vater anhielte/ daß er ihm im Reich
ſuccedirenvndfolgen möce. Ob nun wo der Vatterme hierin
gerngewiſaret/ſohatin doch ſolches Muſtaphas Baſſa,Ajaxvnd
Boſtranges Ducagnogis widerratenvnnddarvon abendigge
macht. Daunſeren Scymo mit Geitgeſtochen worden/auß
deren Vrſachen ſie Achmeti nach allem Vermögen zu wider
handelten. Auf Achmetis Seiten aber warCadieſcher Niſcäzis
J 2 baſa
68 B A I A Z E T. II.
baſa vnd Ionuzcsbaſa/welches als es den Genizaren Kund
getan worden / ſind ſie in ihre Häuſer gefallen/vnnd alles ge
plundert. In ſolchem Lermen haben ſie auch Chaſanis Hauß
geſtärint/vnndalles/wasan Golt/Silber/Edelgeſteinvnnd
anderen Köſtlichen Haußrath darinnen geweſen / ſpolirtvnnd
brauck.
Auſfſolches haben ſich Achmetis Cegafen/ſo derzeit noch
in der Statt geweſen/auffgemacht/onnddie Fluchtgeben. Ba
iazet befthlet dem Achmeti außanregung der Baſſen/ welche
dem Scymogutsgönneren /daser in Cappadociamihenſol
te/mit der Zuſaz/daß er ihn widerumb/ſobalts von nöhen
ſeyn würde/fordernvnndabholen laſſen wolle. Achmetem aber
verdroß dieſer ſeines Vatters Wanckelmuth ſehr/zeugt nach
Bithynien/plundert dieſelbe/fährtfort gegen Anaſiam, conuo
irtvndfordert ſeine zween Sorte Amuratem vnd Aladinum
zuſammen/vnndbeſizethnen kein Aſian Piſdiam Lycaoni
amvnd die Grenzen am Meer Pamphiliaevndonia zu ober
ziehen/welche Landtſchaffenobel beſetzt waren. Dann Corchu
tcs Baiazetis Sohn/ ſo derzeit ermcke Stätte in ſeiner gewalt
hatte/bracht ſein Leben mitſtudrenzt.
Nach Ennemmung ermäter Stätte iſt Corcuthcs zum
KönigimAſia elegiretvnderwelt worden. Hierauffverſuchter/
oberMechcmetem ScianſieSohnvnd BajazetisTichternauff
kein Weißzuſchreizenvndbringen möcht. Als aber ihn ſolches
gefehlet/macht er ſich gegenjhnauff/Belägert die StattLaren
dam/ vnnd bringt dieſelbe vnder ſein Gewalt. Welches Baia
zetem auffs höchſt verdroſſen/fertiget derowegen Geſanden zu
ihm ab/ mit dem aufferlegten Befehl / daß ſie jhn deßhalben
raffen vnnd zum gebürenden Gehorſambvermanen ſollen/
Aber er hat ſolches Vätterliches vermanen nicht angenom
men noch ſich angehen laſſen/ſondern den vornemvſten Legaten
köpfen
B A 1 AZET. II. 69
köpffen/ die vbrigen mit treuworten ſchmächlichen abziehen
laſſen. Auffwelches die Baſſe vornemblich Muſtaphas den Baia
zetemvermahnet / erſolte den Achmetem / als einen Vatter
mördervnnd Frieden Feind außdem Sinn ſchlagen/vnndScy
mumwderumbberuffenlaſſen/der den Krieg widerſeinenauff
rühriſchen Bruderführenfönte.
Mittlerweiliſt Corchutes/ſo derzeit diePhiloſophiſtudiret/
vnd ſein Leben in Ruhzubracht / von ſeinen geheimen Freun
den erinnertvnndermanetworden/daß er ſich in ſeinen Sachen
vorſche/ vnndnöthwendiglichen vorkeme. Auff welches erin
groſſen Eyllauß Magneſiagen Conſtantinopel ſich verfüget/
vnnd ſich in eine Capell/nicht weit von der Genizar Haußgele
gen/begeben/danner wolte den Vatterſobald nicht anſprechen/
deme der Vattereinander gelegen. Haußzuſtellen laſſen/ damit
er deſto ſicherer vor den Genizaren leben möchte.
Ob nun woljhn ſein Vatter zu Gnadengutwillig auff
vnndangenommen auch freundlich getractiret/ hat er ihm doch
das Reich nit vbergeben dörffen/ dann der gut alte/ nunmehr
vom Podagravnnd Alteraußgemattet vnndnichts in ſchweren
Sachen verrichten möchte/auch ſich vor ſeinen Räthenbeförch
tenmäſte/ Dann ſie außtrücklich ſagten daß ſie auffkeine weiß
zulaſſenwölten/daß einigeraußdeß Fürſten Sohne zum Nach
folger vnnd Succeſſoriim Reich erweletvnndbeſettigetwürde/
alldieweil der Vatter noch beyvermögen vndin Lebenwere.
Nach dem Selymus Corcuthis Ankunfftinnen worden/
iſterin groſſer Eylauß Egyptengen Conſtantinopelgeſchiffet/
Vndaßerjezozu kleinen Zegmen(welches ein Königliche Vor
ſtattgeweſen/vndauff o2, ſtadiaein Schiffport von der
3
Ä
gehabt
70 B A I A ZE T. II.
gehab)angezündet / iſt ihm ſein Bruder Corcues entgegen
gez03.11.

Aß ſie nun zuſammen kommen/ haben ſie einander die


Hände gebotten/ miteinander gered/vnnd in die Sait beei
det. Hiernach den Abſcheid genommen. Znd ſich Cercuthes
nach ſeiner Herberg verfüget
Seymus aber hat ſich mit geringem Geeydbey
Garten/ Genibaza genannt./hr bey der Geniar Wachthauſ
die New
geegertvnndaldaſein Leger aufgeſchlagen. Alſ er unſch
idergeſchlagen haben die Gen a nach gehaltener Ver
ſamtung Zehen außhnen 3. Baſen abgefertige, welche
da ſagten, daß ſie Seymum fürhrei Herrn vind Keyſer hiel
envider kenneken,

Solenderowegen dem Baiazetian eigen/ weil er nun


mehr Alters haben blöd / vnnd "vermöglicheit wegen hohe
vnnd wichtige Sachen enger mit verwalte fönte/dg; er de
haben ſeines Reichs Verwaltung ſeinem Sohn Seymo
zuſtellen wolte. Wo ſolches nicht beſchehe / wöten ſie ſolches
an ihnen den Baſſen ſelbſten ſuchen windrechen auch noch
auf wehrender Reiß den Sclymj zum Keyſer erweicn vund
beſettigen.
Als nun ermelte Legaten zum alten Keyſer kommen/ha
ben ſie ihm der Genzaren begehren vorgehalten/darauffer e
antwortet / Erwöllenicht ſo ang er das Leben hette/den Ko
niglichen Scepter ablegen / noch ſich ſeiner Würden entfe
zen Dergegen ihm Muſtaphas baſſa als Oberſter Vezir
oder Rathzurwiderantwortgeben
Sº gab dich we / Großmächtigſter Herr Keyſer/
vnd wiſſe diß darbey/ Wo du neu nicht in Kurzem zuwen
ſeyn
BAI AZ ET. II. 7I
ſeynwirſ/daß ſie dir vnd vnsdaß Leben nemmen Durch welche
Rºd Bazetes ſich beſſer bedacht: Wolan/ſagter/Weiſbrº
dafür haltet/ daß es dem Gemeinen Nutzen zugutem gereichen
werde, ſo will ich gern weichen/vnnd das Reich meinen Sohn
Seymovbergeben.
Hieraufhaben die Genizarn mit groſſemfrolockenden Se
lynum einhelliglichen zum Keyſer erwele. Er aber hat ſichſo
ches anzunemmen vnnd auffſichzuladenſittiglichen geweger/
jdaufſeinem Eltern Bruder Corcuth deſerrº zugewie
ſen. Auffwelches ihn Muſtaphas ſolchesanzunemmengleich als
gezwungen/vnd iſt alſo mit Verwilligung des Vatters mit allein
zum Krigs Oberſten/ſondern auch zum ErbenvñSucceſſor des
Reichsdeclarirtvnndbeſettigt darzuhmdº Volckmitgroſſem
frolockenden JauchzenGlück gewünſchetvnd von jedermañSul
anvnnd Keyſer genennet worden.
Nachdem Corcuthiſolche NeweZeitung/de.ener ſich mit
verſehen gehaht/zu Ohrenkommen/hat er ſich alsbald/ dewei
ers noch ſicher vnndohngefahrhunföºn Phoceam begeben.
Dannerbeforchte des Sclym Ehrgeiz/Tyranneyvnnd Miß
rew/Wuſteauchwol/daß er alles vornen." würde/darmiter
ſeine Bräderauß dem Wegraumen/vndalſo allein das Reich be
ſitzenvndverwalten möchte
Hernach hat Baiazetes die Kaſten./darein die Keyſerliche
Schätze beſchloſſen geweſen ſeinem Sohn Seym zugeſtelle/
mit der angehengten Freundlichen Bitt/ daß er ihm zwenßig
Tag in der Statt zuverbeb erlaubenwölte/nach Verlauffung
derſelbigenwereergemeint/ſich die Statt Dimetoe in Thra
eia gelegen / zuverfügen / die Zeit eines Lebens derend zu
zu bringen vnnd zu beſchlieſſen- Welches ihm SÄ ich
72 B A I A ZE T. II.
nicht allein williglichen geſtattet./ſondern ſich auch gegen ſeinen
Vatter angenommen/ erbegehre das Reich noch zurzeit mitzu
verwalten/hab daran einbenügen/daß er ſeinen Vattergeſchen/
vndin Gnadenauffvndangenommen worden.
Nachdem er nun mit der Ständ einhelliger Bewilligung
zum Türckiſchen Keyſerelegirtvnderwehlet worden./haterals
bald den vornembſten Genizar Achmetis ſeines Bruders
Schweher/hangen/deßgleichen einen auß den Vlofezernent
häuptenvnd hinrichten laſſen.
Kurzhernach/als ſich Baiazetgen Demotucumbezeben/iſt
Selymus mit ſeinem Vatterauffeinem Wagen gefahren/vnnd
allerhand miteinander abgeredt/ Als ſolches vollnbracht/haben
ſie den Abſchied voneinandergenommen/von dannender Vatter
ſeine vorgenomene Reyß volnführet/der Schnaber auffCon.
ſtantinopel zugezogen/Gab ſeinem Vatter Ionuzembaſam
zu/derauffihn warten/vnndalleſeine Sachen verwalten ſolte.
Mann ſagt aber er ſeye heimlich mit Ionuze vbereinkommen/
daßerdem Vatter mit Gifft vergebenvnd hinrichtenſolte/wel
ches dann/wie etliche Scribentenvermeldten/durch einen Juden
Artz/Hamongenannt/beſchehen ſein ſoll.
Dochwöllen etlichenesſeye durch Vſtorabim ſeines Vat
ters Leibarz verbracht/demeSelymuszutäglichem Einkommen/
tauſentAſpern welches Järlichen 9.ooo. Talerthut/verordnet
vndverſprochen. Aber alserſolcheſummGelts von Selymoge
fordert habe erhnenthäuptenlaſſen. Baiazetes/alserbeyden
FleckenCaphekofficn/ſterwegen dereingenoſſenen Gifftgeſtor
ben/deſſen Cörpergen Conſtantinopel geführt/vndinden
Tempe/welchenervorderzeitgebawetbegraben
worden. Iſt von diſer Welt abgeſchieden
im Jahr ſeines Alters76. im Jahr
Chriſtin; 12.
- e -
C G D G
QVID PYRRHVM EPIRVS PRISCVM QVIDIACTA AcHILLE O Ä
PELIDA ET PYRRHO MA LOR A D LSTE EVIT ..

Q G - Cº. - -
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ROBORE PHARSALICO GETTCAS VEXCARE COHORTES
D PERGE TVA PATRIA EST LIBERA FACTA MANv. -
-
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- F- -
-
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O

– –
75

S C A N D E R B E G V S.

ÄH daß wir nun daſ Leben Seymi zube


º) ſchreiben für die Hand nemmen/Achteichnureiche
Z deren herzlichenvndvortrefflichen Tugenden/welche
andem hochberümbden Fürſten Albania (der auch
Scanderbegusgenennet) herfärgeglänzet/anzudeutenvndkur
ichzuberühren/nicht vnnötig ſein. Jetzgemelter Seanderbe
gushat zuende deſ Reichs Amuratis vnd zuanfang Mechemetis
gelebet: Vnd iſt ſowobey den Türcken als auch beyden Chri
ſten ſeiner herrlichen hochgelobten Thaten wegen ſehr berühmbt
vndbeſchreyetgeweſen.
Georgius Caſtriota iſt Camuſe oder Johannis Fürſten in Al
bania, vnd Voiſava einer Königlichen Tochter zu Tribal Sohn
geweſen. Dieſer/nachdem er mit ſeinen Brüdern Repoſia, Sta
nißovnd Conſtantino, von ſeinem Vater zu einem Geiſſelzu
geſtellt worden./hater nach Muſulmaniſcher Gewohnheit vnnd
Sitten die Beſchneidung angenommen/vnndiſtnachveränder
tem Namen IſchenderbegauffItalieniſch aber Scanderbegus
genennet worden. Dem Türckiſchen Keyſer iſt er ſeiner treffl
chen Tugenden wegen damit er begabet/ſehr liebvnd angenehm
geweſen. Alsbald in ſeiner jugend hat er in einem Streit von
zweyen Perſonen einen hochmützigen Tarter / welcher denn
Keyſers Othomann Hoffalle ſampt zum Kampffforderte/v
berwunden. Kurz hernach hat er den lajam vnd Lapſam, zween
Perſier/eines ſolchen hochmühtigen vnnd aufgeblaſenen Ge
mühts/inmaſſenitztgemelter Tartargeweſen/mit groſſer Tapf
ferkeit vberwältigetvnderleget.
Nach dem aber ſeine Eltern verſtorben/ſeine Brüder von
K 2 Amu
75 SC AN DE R B E G V S.
Amurate mit Gifftgetödtet/vnd er wegen ſeines Vätterlichen
Erbes/welches ihm entzogen/inbekümmernuß gerathen/auchan
dem Türckiſchen/Regiment ein Mißfallentrugefcllter im Jar
443 Chriſti 14 43. von Amurate widerab/begibt ſich heimlicher
weißinEpirum, vnd bringt mit Gewalt von Amuratis Cantzler
ein Schreiben an Hauptmann von Croaauß/daßer Ä den
Seanderbegoohneinig Vffenthaltvnd SaumnusdicStadein
raumenvndvberliefern ſolte.

Als er aber den Canzler mit hm in Albaniam zu ziehen/


weder durch Bitt/noch mit Gewalt keineswegs bringen kundte/
durchſtichterſhn/damit er den Türcken ſeine Außflucht nicht -
zuwiſſenthun möchte. Mit dieſem Schreiben nun iſt Scander
begusauffdaß allerbäldeſt in Albaniam kommen/zu Croxan
gelangt/vnddaßſelbig dem Hauptmanndaſelbienzuverleſenbe
händiget. Welches/ſobalders geſehen/wolwiſſent/inwas Gna
den Scanderbegus bey dem Türckiſchen Keyſerwere/gibt erhm
die Stadtvnnd Schloßwilliglichen ein. Sobald er nun die/ſo
in der Beſatzung gelegen/außgetrieben vndetliche/ſoſchjmezu
zuwiderſetzen vndernammen/auch die Chriſtliche Religion nicht
annemmen wolten/hingericht/Ermahncter die ſeinen/ſie ſollen
getroſt vndgutes Muhtsſeyn/auch Gottdanckſagen/weiſenu
einmahl von dem ſchweren Ä der Heydniſchen Dienſtbarkeit
erlöſet/vnndzuſhrer vorigen Libertet vnd Freyheit widerkom
t Pft.

Vnder deß halten die Fürſten zu Alexiainn Epiro einen


Landtag/vnndbeſchlieſſen alsbald einmühtiglich/Ä alle
ſamptderentliche Meinung ſich mit allen notwendigen Dingen/
auff das bäldeſt/ſomüglich/ zuverſehen: Dann ſie ganz vnnd
garin keinen Zweiffelſezten/daß nicht in rºsº. 3.
SC AN DER BE G V S. 77
dieſes Abfalswegen/ſie im grundaufzutigen Ä vnd
vnderſtehen würden: Haben auch mit vorgeleiſtem Aid ein“
anderſich verpflicht vnd verbunden/ miteinander zu leben oder
zuſterben/zugeneſen oder zuverderben/auch mit Rahtvnd That/
Haab vnnd Gutfleißankehrenvnnd daran ſein./damit ſie ihr
Wje Kinder vnnd Vaterland/von deß Türcken Gewalt
vnd Tyranney ledig machen/auch dieſelbein hre vorige vralte
Freyheitreſtituirenvndbringen möchten
Hierauffhabenſiemitaller Stände Raht/VorwiſſenvñVer
willigungScanderbegum zu einem Oberſten/alsderdſen Krieg
regrenvndverwaldten ſollegº erwchlet.
Ähdem nun Amuratesinnen wordeº Scanderbc
gusvonſhmeabgefallen/hat er ſich vber die maſſen ſehr befüm
mert nicht allein weiler ihm ſeiner vortrefflichen herrlichen
Tugenden vnnd Thaten wegen inn gnadenwol gezogen./ſon
djch weiter vermercket, daß ihm dieſer Abfallinn ſeinem
Reich wenignutzen ſchaffen würde? für eine Notturfft er
achtemanmuſtedieſem herbeynahenden Vnglück in der Zeit
begegnenvndvorkommen
Verſucht hierauff erſtlichen ob er ihn mit freundlichen
Worten zuhmſockenvnnd bringen könte. Welches/alsesſhm
mißrathen ſchicketerer begºnnen tapffern Kriegſmann
mitdreyzehentauſent Pferden in Ätanº
Elcheſchreiben/daßerſtichen Alibegus mit vierzigtau
ſent Mann gegen ihn auſgeſchickt ſey/ von welchen in gehal
ener Schlacht zwölff tauſentvmbkommen tauſent gefangen/
jndern in die Fluchtgeſchlagen worden. Eben dißGlück hat er
auch gehabt/indem er Mutapham begº welcher in Epirum
mitzweenhauffenVolckskommen ** zehen tauſent/
3 H
78 S CA N DE R BE G V S.
Ä ander fünffzchen tauſenkſarck/gleichfalsgeſchlagen vnnd
erleget.
Als nun ſolches den Amiratemvbelverdroſſen/hat er ihm
Perſönlich in Albaniamzuziehen/vnd die Königliche Hauptſtatt
Croamzubelägern vorgenommen/zu welcher Belägerung er
mit ſich brachtzwer Hunderttauſent Mann. Indem er nun offe
mahls mit geringen/meiſtentheils aber mit gar widerſpenſtigem
Glück ſein muhtlichen Feind angegrieffen / vnndeshmenicht
nach ſeinem Gefallen/wie erwolvermeinet/gerathenwolte/ſtirbt
er im Jahr Chriſt vnſers HExrnvnnd Seligmachers 1448.
v0.).
j Jahr Chriſti 147 1.Hat er ihm Donicen, Ariamnitis
Cominati eines FürſtenznEpiroTochter auf derſeitigenan
halten, Vermählen laſſen.
Im Jahr Chriſti/1452. Als Muchumetes (welcher A
muratiſeinem Vatter im Reich nachfolgete) dem Scanderbego
in Epirozuregiren nicht vergünnenwolte/ſchickter Ameſembc
gum vnd Debream ſehr treffliche Kriegſleuth auß / mit
dem auſferlegten Befehl/jhnen endtwederauß ſeinen Landen
zuverjagen/oder aber im Grund außzutigenvndaußzudem fen.
Welche/nachdem ſie die Statt Grigiſch Weiſſenburg/ſoScan
derbegusbclägert/zuentſetzen angelangt/vnd die Albaner nicht
mitgeringem Verluſt/darzujmSebaliasbaſa vielgeholfen/ab
getrieben/hatſchentlich Scanderbegus, nachdem mit Machu
mete aufgerichten Stillſtand/anheimen begeben/von dannener
in Italien durch Ferrandumdeß Königs Alfonſin Arragonien
Sohn/welchen die Andegavier in Galliaaußſeinem Reich ver
trieben vnd verjagt worden/Hüffvnd Beyſtandzuleiſtenberuf
fen worden.
Alser nun die Franzoſen vberwunden / den Picininum,
ſonderen Dinſten ware/vertrieben vndindie Fluchtgeſchlagen/
ſtellt
S C AN DER BE G V S. 79
ſtellter dem Ferrando das Reich ruhige widerzu/vnndiſ
alſoin Albaniam kommen im Jahr Chriſtivnſers HERrnvnd
Seligmachers 146 o.
Auff dieſes fieler ſeinen Feinden ſtetigsins Kand/Raubet
vnd Brennet/machte ihm alſo den Muchumetem abermals ver
haſt. Welcher/auffdaß er dieſen zugefügten Schaden widervmb
rachen möchte/ſchickt er zu vnderſchiedlichen malen wie Haupt
euhwiderſhnauß/die er allenach ſeiner ſenderlichen Mannheit
ºnd Tugenderlegt. Dann erſtichen haben hn Sinanballa mit
dreiſſig tauſent/zum andern/Amºeg." dreiſſig tauſent/
zum dritten/luſſumbegº mit achgehen tauſent/zum vierdte/
jegus mit dreiſſigtauſenten angegriffen/hata
zeitobgeſgetvnd das Feld behalten. Durch welchen mereklichen
Schaden Muchemetesentlichen vmbFriedenzubitten gezwun
gen worden/daerdochſonſten allenthalbenobgeſieget/vnnd ihm
Eonſtantinopel/Bezinam/Zerfen die InſuÄ Pelo
ponneſüm vnd Vnzehlbare Landſchafften in Aſia vnderthenig
gemachthette. Den Frieden zwarhaben ſie miteinander aufge
richt vnd beſtettigt/iſt aber durchanreie der Venediger wider
vmbauffgehabenvndgeſchwechtworden Dannſtein der That
geſpürt, daß ihnen dieſer mit den Albanis auffgerichter Friede
jg Nutzen ſchaffenwolte/indem ſie täglich vom Türcken mit
Krieg geplagetvndvberfallen worden.
Habenderowegen Gabrielem Triviſanum einen Ä
Mann vonAdel/abgefertiget/zuverſuchen/oberd Fürſten
widerauffsnew Krieg zuführenverwrſachen möchte Welches/
alserbeſendiglichen abgeſchlagenvndvorgewarnt daß Mann
die einmahauffgerichtevnndmit Aidbefettig pačtaauffkeine
weiß brechen ſolte auch daß die Albaner ſo nuhnmehr durch
ſchwervndangwrige Krieggeſchwechtvndauſgema" ÄPM
Ko S CAN DER BE G V S.
rnd Ruhebegeren/vnndnicht länger deſ vnbeſtendigen Glücks
in Kriegſleufften erwartenwolten. Hat ſich hierauffTriviſanus,
alsergeſchen/daß ſeine Bitt wenigſtatthaben würde/zu Paulo
Angelo BiſchoffzuDurazo, ſo der Zeit Adels/ Geſchickligkeit
vndFrombkeit halben/ſehr berümbtauchbeydem Scanderbego
in groſſem Anſehen war/verfüget/beyjhm Bittweißangehalten/
daß er auffs new einen Krieg wider die Türcken anfangen vnnd
an die Hand nemme wolte/ Welcher durch ſeine Wolredenheit
ſoviel vermöcht vndzusegenbracht/daß er den Scanderbegüm
auch wider ſeinen Willenvnd Vorgeben einen gemeinen Bund
mit den Venedigern aufzurichten bewegt/ welchen ſie hernach
ſteiffvnndfeſt/weilergelebet/vnverbrüchlich vnd vnverletztge
h altet.
Hierauf hat er ein groſſes Volck zuſammen bracht/welches
in die Türckiſch Brenz eingefallen/vndalles mit Brennen/Rau
benvnd Todtſchlagen verwüſtet/2ücheingroſſe Anzahl Viches
hinweggetrieben/alſo daß Mann ſagt/erhabevber Achtzigtau
ſentPferd/von der beſtenarthdarvonbracht.
Dieſes hat den Türckiſchen Keyſerſehrverdroſſen/vndhat
ſich ſowo vber den Scanderbegum, alsauch vber den Biſchoff
von Durazo, als ein Anfänger deßgeſchwechten Bundsvnnd
Vrſacher diß Kriegſergrimmet. -

Doch als er vernommen / daß Pius II. Pabſt zu Rom


einen neuwen Bund mit den Maldawer Herrn auffzurichten
furhabe/vnnd alſo die Fürſten inn der Chriſtenheitſamentlich
den Türcken zu vberziehen in willensſeyen/Daßauch Paulus
Angelus durch deß Papſt Authoritet zu einem Cardinal
Römiſcher Kirchen gemacht/Scanderbegus aber zu einem Ko
nigin Albaniagekrönct/vnndzu einem Furſtendes Reichsvnnd
Kriegs Oberſtenerweletwordenſey/achteterfur eine Notturfft/
ſolchem Jegewertigen vitrewenden Vngluckbeyzeitenzubege
gnen
S CAN DER BE GVS. 81
gnenvndvorzukommen. Fertigetderowegen Muſtaphambegum
an Scanderbegum mit einem Credenzſchreiben ab/mit dem Be
fehl/Jhnen/beyder einmal angefangenen Freundſchaft vnnd vf
gerichten Bund zu verbleiben rewichvndfreundlich zu bitten.
Ä iſt alſo Muſtaphas in Albaniam kommen im Jahr Chri
1463.
Aißernunbeydem Konig/ſoviel ervermöcht/angehalten/hat
er doch nichts erlangen köfen/ſondern vnverrichter Sachenwi
der nach Conſtantinopelziehen muſſen/welches alßes Mecheme
tesvernommen./ ſchickter Balabanum Agum, außAlbaniabür
tig (welchen er doch von Jugentauffzu Hadrianopelaufſerzoº
genvnd denſelben mit hohen Erhen/wegen ſeines groſſen Fleiß/
ſoerin der Belägerung vor Conſtantinopel angewend/begabet)
mit fünffzehen tauſent Pferden vnddrey tauſent Mann gegen
den Scañderbegum. Als er nun in Albaniam komm/ nimbter
ſichſampt denſeinen aller FreundſchafftenangedencktdochScan
ebegündurch ein Hinderhalt zuvberfallen. Indem Ä
die Schlachtordnung angericht/wunden Treffen gethan/ſind
auffbeyden Scitten viel vff der Walſtatt blieben. Doch werden
entlich die Türken in die Fluchtgeſchlagen die Albaner aber alſ
ſehnmächtig.ichennachgejagt/fallen imThalVaſcalidem Hin
derhalt in die Händ/von welchen ſievbeltractirtvndempfangen/
auchentheil der Vornembſten vom Adel/darauffſichScander
begsam meiſten verlaſſen/gefangengenommen Balabanus
hernachergen Conſtantinopede Keyſervberſchicket. Ob nun
ro Scanberbeg dieſe entweder durch ranzion/oder aber durch
Wechſelwiderzuerledigen ſich lang bemühet/ hat er doch nichts
fruchtbarlichs verrichten mögen dann dieTürcken haben die ge
fangenenitaleinnitloßgelaſſen, ſondern ſie fünffzchèTag lang
jdermitgröſſer Peingemartert/vnd Leßlich die Haute
bendig abziehen laſſen.
- L Herauff
82 S CAN DER BEG V S.
Hierauffhat ſich Balabanus abermals zum Krieg gerüſtet/
erſticht die Wachtverhoffent/er würde nunmehr den Sieg in der
Handhaben. Aber ſein Volck/auff Achtzehen tauſentſarckwird
geſchlagen vnderlegt. Abermals greift er dem Feind mit Neun
zehntauſentan/Zum dritten miteinvnd zwentzigtauſent/Zum
vierten mit Acht vnd zwcnzigtauſent/vnndentlich Iacupcsbegus
mit ſechzehen tauſenden/welche allendergelegtvnnderſchlagen
Vorden.
Alsnun MechemetesdurchſeineGeſanden nichts/wie er
wogewolt/ außgericht/nimbterhnvor/dem Krieg Perſönlich
bey zu wohnen/vnd die StatCroamzubelägern. Macht ſich de
towegen außThracia bringtzweyhunderttauſendmannzuſam
men/vndzeugt/ſogeſchwindihm möglich/vf Albanien zu. Aber
Scanderbegus, deme des Mechemetis Vornemmenvnd Raht
ſchlägallbereit durch kundtſchaft zu wiſſengethan worden/ſichet
ſich in ſeinen Sachenfur/befeſtiget Croamaufſsbeſt/ſetzteBaltha
ſarem zu einem Hauptman darüber/verſehet die Statt mit Pro
uiand Kraut/lod/Vndandern/ſozur Beſatzung vonnöthen/Vf
etliche Monat. Doch hat er ſich in der Statt nicht gehalten/Deſ
es dauchte ihn rathſammer ſeyn zu Feldt zu figen/ damit er alſo
denfeind mit ſtetigem AnlauffenvñStraufſentagsvünachtan
greiffenvnd keine Ruhe laſſen möchte.
Demnach nun Muchemetes von dem ſtetigen Schieſſen
auß der Statt/deßgleichen von des Scanderbeg ſtetigen Einfal
lenvndPlundern groſſen Schaden gelitten/auchgeſchedaß Croa
nicht zugewinnenſey/leſter Balabanum mit achtzehen tauſendt
deſtbeſtenaußerwehlten Pferden vndfünfzehen tauſendtmann
in der Belägerung/gibthmacht Sangiacos, deren Raſterinal
lem ſich zugebrauchen hette.Eraber/der Keyſer/begibt ſich wider
gen Conſtantinopel.
Hierauffhat ſich Scanderbe us/alservernommen./daß
Muche
S CAN DER BE GVS. 83
Muchemetes hinweggezogen/ vnnd die Statt Croagnugſamb
verſehenſey/auch daß dieſelbige ſich vor dem Babalano nichts zu
beforchtenhette/begibt er ſich naher Rom/bitt dem Babſtvnddie
Chriſtenheit vmbHülff: Als er aber nichtsverricht/iſter alsbald
zurück widerin Albaniamgezogen/doch hat er die Statt Scuta
rum angelangt/alldaer ſich mit IoſaphatoBalbaroallerhandbe
rathſchlaget/Dreyzehen tauſent vnndvierhundert Mann zur
Hülff bekommen/damit hat er ſich widernachCroagemacht. Ba
labanusaber/hattevnder des ein Stillſtand mit den Stattiſchen
gemacht/verhofft derowegen/ſie würden ihn widerauffvnndan
temmen. Iſt aber von GeorgioAleſio einem Albaner erſchoſſen
worden/Vber welchen die Türckendermaſſen erſchrocken/daß
ſie alleshinderim gelaſſenvnnd die Fluchtgeben. Hieraufhaben
die Chriſten/weil ſie kein Feind mehr hatten/die ſtattliche Beuten
vnder ſich getheilet/die Prouiantin die Stattgeführet/vndGott
für den erlangten Sieg danckgeſagt.
Im Jahr 149&ſchicketMechemetes Alisbegumvnd Ais 1466.
begum auß/die Statt Croamabermalß zubelägern/denenſtes
ebenermaſſen / wie den vorigen ergangen. Letzlichen / alß Scan
derbegus Ahamctcm beyDyrazzo mitfunftauſſendengeſchla
gen/begibt er ſich nach Alexia, felt alida in ein Feber/
vnnd ſtirbt daſelbſten den 17. Januarij. Im
Jahr Chriſti 1467. ſeines Alters in 1467.
63. ſeines Reichs aber im
24-Jahr.

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BEG I Gemahl.
FTS SNvierten Jahr nachdes Ä
Sº ZbrachtMuchemeresga Albaniampnd
QW. dieStattScuaumºnder ſeinGewalt/des
gleichen erobert er auch Alexiam, daScanderbegus
begrabenward. Sein Geben habend Türckiſche
Kriegsknechtaußgegraben/in Gotvnd Silberfaſſen
laſſen/vndbey ſich getragen/vermeinen? ſolte das
Gjesſolchen herrlichenvndberümbten Maº
vielvermögen/Vnglück vñalles böſes von den Ä
djden. Öoniceaber/Scanderbegº
Als ſie geſehen/daßhr Gemahlmitod abgangen/vſ
der TürckgantzAlbaniaminſeinGewaltbekomme
Schiffetſie mit etlichen guten Freunden benebenſrem
SjnocheinRnabintalambegºſch Ä
randoinNeapolim,welcher deſ guten/ſoer von ihre
Gemahlentpfangen/noch in gedenck/Donicen
ganzfreundlich aufgenommen/vndihr
auffdem Berg Gorganon Äpu
laſich heußlichéniderzuſchla
gen vnnd zu wohnen
geſtattet.
L 3
I ZF

A M E S E S CA
STR I OT A.

MESES iſt Repoſae oder Caragºº


Scanderbeg Bruders Sohn geweſen Ä Mut
ter aber eine Türckin. Dann als er ſampt ſeinen an
Ädern Brüdern Amurati Sudan zu Hadrianopel
zum Geſetzugeſtellt worden/hat er die Muſulmaniſche Relig
onangenommen/vndiſ nach der BeſchneidungCaraguagenen
networden/hat auch ein Weibgenommen/mit der er dieſenAmc
ſem gezeuget. Er hat ſich bey ſeinem Vettern Georgio(Scander
bego) fleiſſig gehalten ſich ſeines Rathsonnd HülſfinKrigs
lejfejdandern Sachen gebrauche. Erſteintapirº
Wjarner Kgsmann geweſen, welches er dann vo"ſeine"
nechſtverwanden Vetternher gehabt.
AsuunScanderbegusnachfeines Vetters vnnº
todandes Amuratis Hoffſchemtange Zeit enttac/º Zer Bºº
hoffens/erwürde einnah Anatºmie Vatters Kandt
ſchafften widereinbekommen. Wercke doch endlich, daß die Lu
ſtige Türken ihn nur mit bloſſen verheiſſen zu Hohn trieben
Rimbt ihndercºvegen für ſich onndſein Vatterland in die vo
rige Freyheitzubringen als die ohn daß der Türckiſchendienſt
barkeitſgmühvndoberdrüſſig geweſen.
Er pflege auch ſtettigs trewe Freunde bey ſich zuhaben/
welchen er ſeine Sachen onº Rathſchlägcommuniciret vºn de
nener auch in Chriſtlicher Religiovnderchtwº Erführet
auch Ameſem ſeines Bruders Sohn in Krigskünſten woan/
Name ihn auch in allen Zügen mit ſich Nachdem die Ä -
88 AM ES ES CAST RIO TA.
Amurati ins Land gefallen/iſt Scanderbegus verordnet worden/
der dem Feind widerſtand thun ſolte.
I422. Im Jahr 1422 iſt auch Befehl Babſts Eugenij IIII.lu
lianus Caeſarinus, ein Cardinal/zu König Vladiſlao in Vngern
abgefertiget worden/welcher begerte/dzerden aufgerichte Bund
widerumbbrechen/vnd den Türcken ins Land fallen ſolte.Amura
rates aber hat ſich derzeitgen Manifäm Alters haben begeben./vſ
ſeinem Sohn Mcchemeti die Verwaltung des Reichs zugeſtellet.
Als maber verfundſchafft worden/wiedaß die Chriſten ein mäch
tig Volckrüſteten/vnd das Türckiſch Reichzuvberfällen gemeint
weren/zeugter widerumb in Europam/bringt ein ſtattlich Volck
zuſamen/ſetzt darüber vnderſchiedliche Hauptleuth/darund auch
Scanderbegus geweſen. Danner hat ſich allzeitauffhn/ſeines
trewen vndtapffern Gemüths halben /vielverlaſſen.
Aber nach dem Scanderbegusallzeitingevonheit gehabt/daß
er dem Feind nicht vmbein Haar gewichen/ obſchon die andern
all geflohen/begibt er ſich doch dißmals beneben dem Amcſevnd
etlichen ſeiner gutenfreunden an einen ſichern Orth. Als ſolches
vor des AmuratisCantzler kommen/verfügt er ſich des Nachts zu
m/ſtrafft vndvermahnetjn/erſoltwider ein Muthfaſſen.
Dieſe herrlichevnd gleichalsgewünſchte Gelegenheit nimbt
Scanderbegusan/läſtjhngefangennemmen/vnd zwingthndaß
erein Schreiben an Haupmann zu Croain Amuratis Namen
ſtellen/vnd mit deſſelbigen Pitſchafft bekräfftigen ſolte/mit dem
gemeſſenen Befehl/daß er Scanderbego die Statt ohneinige
Verwegerung in ſein Verwahrſambeinraunen vnd liefern ſolle.
Welches er gezwungenvñwider ſeinen willengethan. Damit
aber gleichwol der Cantzler des Albani Außflucht den Türcken
nicht zuwiſſenthun möchte/hat ihn Ameſes durchſtochen.
Hiernach hat ſich Scanderbegus mit ſeiner Company vnd
Vettern in Albaniam erhoben/zu Croaangelangt/vnnd den
Haupt
-

AM ES ES CA STRIOT A. 9
Hauptmann offeriret. Welcher/alserdeß Canzlers Hand vnd
Amuratis Pietſchafft geſehen vnderkannt/hater Scanderbego
die Stadt willig in ſein Bewahrſambeingeſtellet: Denn erwüſte
wol/daßerbey Amuratiin groſſen Gnadengeweſen/auchbeyſe
dermann eingroß Authoritet vnd Anſehen gehabt.
Nachdem nun Muchemetes im Reichſuccediret/haterjm
viel Landſchafften vnderthenig gemacht / auch Albaniam dem
Scanderbego mit Gewaltwiderzunemmen ſich offtmahls mit
groſſem Verluſt vnderwunden. Als er aber niemals nichtsauß
gericht/erdenckt er einen Liſt/vnndhelt beim Amcſian/daßer
von ſeinem Vettern Scanderbegoabfallen wolte/Woerſolches
thun würde/wolteerjhm Albaniam zuſtellen/weilſhmſolches
ohne das Rechts wegen gebürete / dann er Caraguſe Elteſter
Sohnwere Amcſes, der allbereit Ehrgeizigvnnd des Reichßge
nugſambbegierig war / begibt ſich zum Mechemeti, vndführe
ſein Weib vnd Kinder nach Conſtantinopel/dann er verhoffee
neben dem Albaniſchen Reich auch noch andere Würdenvnnd
Digniteten vom Türckiſchen Keyſerzu vberkommen. Vber
welchen Abfallſich Mechemeteshöchlichen erfrewet/nimbtſein
Weibvnd Kinder zu Geiſeln/gibtſhmfünftauſent Mannvn
derhanden/vndſchicktjhnſamptſacobaſaauß/Albaniam ein
zunemmen vnd zuerobern.
Als er nun mit ſeinen Türckiſchen Pferden in ſeines Vet
ters Grenzen angelangt / wird er von einem Hinderhalt durch
denſelbigen angegriffen/in die Fluchtgeſchlagen/dermeiſtetheit
aber ſeiner Reutterbleibt auffm Lauff/auch Ameſesſelbſten wird
Scanderbºgolebendig vberliefertvndzuhanden geſtellt. Welcher
jm ſeine Vndanckbarkeit/Mißtrew/ſoergegen Gott/ſein Vat
terlandvnd die ganze Freundſchaft bewieſen/fürgehalten/vndin
einbößGefengnißwerfen laſſen/Weiler aber mit ſtetigem Krie
genbeladen/ſaheervor gutan/daßmandemiengen/ſoeinmahl
s
HO AM ES ES CAST RIO TA.
trewloßworden/nichtweittergetramen ſolte ſchickterjhnzu Kö
nig Alfonſo genNeapolim, der ihn ſehr lieb gewann.
Nach tödlichem Abgang König Alfonſ habe die Franzoſen
durch Piceninum Ferrandü Alfonſ Sohn, das Neapolitaniſch
Königreich einnemmenvndvnder ihren Grwaltbringen wöllen/
Als aber Ferranduszuſchwach war/hater Scanderbegum auß
Albania vmbHülſfangeruffen/ Welcher ihm ſolche geleiſtet/in
Neapoliruhe geſchaffet/vnd Ameſem mit ſich heimgenommen.
Alserentlich vernommen./daß Ameſem ſein Abfallrewete/
auch zugeſagt daß er ihm hinfurterstrew vnd hold ſein wolte/
nimbt er ihn widerumb/wie er dann von Natur gütig war/zu
Gnadenauff. Nachdem ihn aber bedaucht/es würde ihm vnmög
lichſeyn/Weibvnd Kinder widerohngefahr von Conſtantinopel
zubringen. Nimbt er ſich mit Vorwiſſen vnnd Verwil
ligung ſeines Vetternan/erſeye.abermahls abtrünnig worden/
vnd kompt zum Mchcmeti, Welcher ihnwol aufgenommen/
doch nicht mit ſolchem Gemüht / wie er vormals gethan hatte.
Hierauffſterlangezeit zu Conſtantinopel verblieben/vnndauff
bequemegelegenheit gewartet./daß er ſein Weibvnd Kinderwi
der loß machen möchte. Ob nun der Türckiſche Keyſerein
böſen Verdacht auffingeſchöpffet/oder aber nicht
weitter trawen wollen./iſt ihm durch Gifft
ehe er ein Freyen Heimzugerlangen
vndtreffen mögen/verge
hen worden.
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PI V S.

ºs Anuſasiſein Sohn Ä Thopij, vnd


##
Ä j Bruder Georgi geweſen/welcher in der Be
S lägerung vor Belgrad in Maccdonia, beneben
Sº jenvortrefflichenvndberümbten Leuthendurch
--- Sjam Türckiſchen Oberſtenerlegtvndvmb.
kommen. Daß dann ganz Albaniamvnnd ScÄnder.
Schadenvndſeydbracht. Dieſes Vaters Ä war Andra Ä
jMüſächivnd CominiVater/alle berühm vnºd
tapffer Männer. Vornemblichaberſ Tanuſaseingeherzter vnd
ſtattlicher Kriegsmanngeweſen/vmb deſſen vortreffliche Tugen
denwillen/jhn Scanderbegus ſehr liebgchabt/denſelben
an Kriegſleufften/ſoerwider Amuratem Keyſer Hadria auch in
jpc vnd ſeinen Sohn Mcchemetemgeführt/bey.ch gehal
ten. Bevor außaberin der Belögerung Sfergrad-vber welche
Pétrus Perlatus zum Oberſten verordnetgeweſen.
Als Amurate im Jahr 1449 ein mechtig Kriegſºººr 449.
hundertvndſechzigtauſentſarck auffgemahnetvndzuſammen
bracht/ hatten mittlerweil die Türckiſch Reutter die Stadt
Sfedigrad, in Albania fünffvnd zwenzig Meyl von Croa gele
gen/ombgebenvndvmbringet/vndwarteten. deſ Keyſers
zukünfft. Gegenermelte Reutter haben ſich auffgemacht Moſa
jejdjoa TanuſäsThöpius, deſgleichen auch
anderemit Bawers Kleidern angethan/welche ſich angenºº
als ob ſie Eſelmit Fruchtinn die Stadt führeten Daſie zum
Feindkommen haben ſie angefangen zu Scharmürº cins
and stºsſ Sºfiºsºs Ä“ ob ſie die
3 Flucht
94. T AN VSAS THO PI V S.
Fluchtgaben haben alſode Feindinden Hinderhalt/ſo Scander
begus im Thal anbequeme orth verborgen/geführet/von dem
ſevnverſehens vberfallenvnnd geſchlagen/daß auch nicht einer
mit dem Leben darvonfommen Doch iſt ohnlengſ hernach die
Statt durch Verräterey eines böſen Buben/auß der Statt Di
brioburtig eingenomme/welches eralſozu wegenbracht. Er iſt
in die Sagangen/ Vnnd in den Brunnen daraj Jeder
mann Waſſerzuſchepffen gepflogen(weil nur einen der Statt
geweſen, ein todt Hundgeworffen. Nachdemnun niemand auß
dem Brunnen Waſſerſchöpffen wolte nochdörffe/ hat ſich
endlich die Stadt dem Türcken ergeben müſſen
Gleichfals hat auch Tanuas ſeine Mannheit in der Belä
gerung vor Griegiſch Weiſſenburg ſehen laſſen dann Äj
esbegus vberwunden / vnndgefangen zu ſeinem Vetj bracht
worden. Dannes hatte Scanderbegus Griegiſch Weiſſenburg
durch Moſachum mit vierzehen tauſent Maj beldgern laſſen.
Erabervind Tanuſas beneben andern vortrefflichen Mänj
warenſonſten wohin verreyſet : Als ſolches Sebalias begusinnen
worden, hat er die Wachterſtochen/vnndeingroſſe Niderlagge
than/ Hiergegen als Scanderbegusankommen/ haterwi
der zurückweichen müſſen/ Tanuſe nachgejagt/
vndauffzweytauſentPferd vnd
zweytauſent Mann
erleget.
M O SACH VS GO
LE MI V S.

O SACHVS, welcher auch Moſes ge


% neñt worden/iſt von GeſchlechteinAlbanier,Mu
ſächivnd Voiſaux Sohn geweſen. Seines Vat
kers Bilder varen Ariannites Comiatus,Scan
- - 2 3 derbegiSchwehcr/vnnd Vladiennes Golemius
Ar ſo Muachi Angelina Scanderbegi Schweſter
Manns Vatter geweſen. Gemelter Moſachus war ein berümb
ter Krigßmann/hattallezeit den Vorzug vnder den Albaniſchen
KrigßFürſten/ſovnder den Scanderbegoin Krigszügen gedic
net. Danner hat allwegen mit ihm groß Glück in allen Zügenge
gen Amuratem gehabt./ſowolalser Albaniam widereingenom
men/alsauch/daer daſſelbige gegen Feriſèm vnnd Muſtapham
erhalten. Itemwider die Venediger ſoeinjurisdiction vſ Recht
ſpruch nach Zachariae Lcchis todan Dainzuhaben vermeinten.
Jeminder Belägerung vor Sftedigrad, Item vor Croagegen
Amcſem vd Drebcam.
Letzlich als Sebalias in der Belägerung Belgradieine groſſe
Niderlagin ScanderbegiAbweſen an den Albaniern begangen/
Felt Moyſes in Zweiffelung/ weiß nit was er immer anfangen
ſoll.Entlichen nachdem er langzuvor von Türcken durch groſſe
verheiſſung zum Abfallangeredworden/begibt er ſich heimlichen
zu Keyſer Mechemetgen Hadrianopel/ verſpricht ihm Hülff
vndRathzuleiſten./damit er Scanderbegum außdem Landver
treiben möge. Doch dergeſtallt/dzerindaßveriagten Landſchaft
möcht eingeſetzt werden / Hergegen wolter Mechemetſoviel
Järlichen Tribut liefern als erhm gnadiglichen s" D.
98 M OSA C H VS GO LE MIVS.
de. Denn Mechemetgarwol entpfangen/deſcrhatte von ſeinem
Tapffern Gemüthvnd ſtattlichem anſehen langezeit gnugſamb
gehört. Verſpricht ihme von ſich ſelbſt allesdzJengezuſchecken
vndzuleiſten (woernürdieſesglückſeliglichen vollführen würde)
was er von einem Gnädigenvnd Freygebigen Keyſerzuverhoffen
gement vere.

Deſgleichen auch als er ſichsvermeſſen/daß er Scäderbegum


ſelbſtenombs Leben bringenwölre/verheiſ ihm Mchemet, wo er
ſolches ins Werck richten/vndſhmedesentiebten Hauptbringen
würde/hunderttauſentDucateuuverehren. Wolte auch nimmer
mehr keinen Tribut von der Landſchaft Albania fordern, ſondern
ihn dieſelbe vnbeſchwert vnndinguter Ruhe beſitzen laſſen. Wo
ferner nur trewvnd beſtendigbey ſeinem Vornehmen verbleiben
würde. Auffdas aber Moyſes deſto beſſer verſichertſeyn möchte/
vnderſchreibt vnnd bekreftiget ſolches der Keyſer mit ſeiner eigen
Handvnd Sigel.
Nachdem nun Moſes ſolche ſtattliche Verheiſſunge bekom
men/nimbterfünffzehen tauſent außerleſene Pferd zu ſich zeugt
auß Thracia durch Macedoniamin Albaniam. Scanderbegus
aber/deralbereitlang von ſeiner Außflucht vergewiſſert worden/
kombt ihm mit zehen tauſent Pferden entgegen/trifft ihn beyder
Statt Dibrium an. Als Moyſes vernommen/ daß Scanderbegi
Volckſoſtattliche ordnung hielte/entſezeter ſich. Dann es war
ihm Scanderbegimannhaftig Gemüthvndtreffliche Vorſch
tigkeitgnugſambbekannt.
Dochbegibt er ſich vorn an die Spitz der Schlachtordnung/
forderte Scanderbegum zum Kampffvndgreifftjhnmitſchäud
lichen Schmehworten an/darüber ſich Scanderbcgus heftiger
zurnet/gibt ſeinem Pferd die Sporen/ renntauffhn "Ä
ngs
MOS A C H VS GO LE MIVS, 99
Vngeſtümm/daß er ihn zu bedengeſtoſſen/woernichtentwichen
were/enndſeget fürders dem Hauffen zu. Aiß aber das Volckver
nommen/daßr Oberſter die Fluchtgeben/Eylet jedermanndar
von/Scanderbegus aberjagthnennach/vnderlegt derenvil/alſo
daß Moyſes mit einer geringen Anzahl darvonkommen. Begibt
ſich hernachwidergen Conſtantinopel/alldaer vom Türckiſchen
Keyſer/ſodes erlittenen Schadenshalbenhoch ergrimmet/vbel
entpfangen/ auch vom ganzen Hoffgeſind mit groſſem Spott
verhöuetvndaußgerauſchet worden.
Alßhn aber ſeinböß Gewiſſen zutruckenbegunten/Helter
für gewiß/daß er iztvmbſeiner verräthereywillen billichStraff
leide/Felt derenthalben in Zweiffelung/ wie er es anfangen ſol
te/ daß er dieſer begangenen Mißhandlung willen recht Buß
thun möge. Indem er ſich nun lang hinvñher beſunnen/ſchleuſt
er endlichen/esſeyevilbeſſer/erbegebe ſich in ſeines Herren Gnad
vnnd Vngnad/ alß daß er ſein Leben in Schmachvnd Schand
hinbringen ſolte. Verkehret derowegen ſeine Kleydung/ vnnd
begibt ſich heimlicher weiß von Hadrianopelin Albaniam,thüt
Scanderbegoeinen Fußfall/weinctvnndBittvmb. Vergebung
ſeiner Miſſethat. Jmfaller aberjhefeine Barmherzigkeit bey
ihm finden noch erlangen möchte / Bitt er dochfleiſſig/dashn
Scanderbegus mit ſeiner eigen Hand tödten vnnd vmbbringen
pölle.
Scanderbegus aber hat ihn nicht langfnien laſſen/ ſondern
ſich ſeiner erbarmet/ von der Erden aufgehaben/bey ſich ge
ſetzt/vndjhm mit einer kurzen Antwort ſeine Mißhandlung ver
geben / damit erjhnjanicht langinſolcher Bekümmernußvnnd
Angſt ſtecken ließ. Auchfreundlich mitjmangefangen zu reden/
einſtattlich Kleid langen laſſen/vivber die Königliche Tafelgeſe
ct/dcßgleichenhaterjme alle ſeine GüterviPatrimoniſ, welches
2. nach
oo M. O SACH WS GO LE MIVS.
nach ſeinem Abfall in die Kammer verfallen geweſen/widerumb
zuſclenlaſſen.

Nachdem er nun widerzuGnadenkommen/hat er ſich trew


chvndwon ſeinem Beruf verhalten/vornemblich gegen vnd
wider Johannem Fürſten in Andegavia, des Königs in Franck
reich Sohn/welcher Ferrädo Königen in Arragoniabeyde Reich
Siciliamond Neapolim einzunemmen ſich vnderſtünde. Hierzu
hat er zu Hülffgezogen die zween Oberſtenauß der Statt Tarent
vdRoſana, wie dann auch Iacobum Piccninum, welche ſam
mentlich alle Stätte des Reichserobertvnndeingenommen/ohn
Neapolim,Capuam Averſam,GaietamvnndBerletam, daſelb
ſten dann die Franzoſen Ferrandum gefangen hielten / welche
Scanderbcgusºnt. Hülff Moyſes Dibriotae, vnd Guerici,Ange
ina ſeiner Schweſter Sohn Belägert/vnderobertFerrandum
erlediget/vndwider eingeſetzt
Nachdem er nun dieſes glückſelichen volbracht / begibt er
ſich widerin Albaniam,feit dem Türcken ins Land. Hiergegen
macht ſich Aſſembeg“auff/wird aber von Moyſe in der Schlacht
vberwunden/vndandem rechten Arm alſo hart verwund/daser
kaum auf der Schlachtenerinnen mögen. Solche Ehrhat auch
Moyſes kurz hernach eingelegt gegen Iſſumbegum,Carazambe
gum vnnd Scremctem, welche alle Mechemetis Oberſten ge
weſen.

Letzlichen/ als er im Thal Valcalagegen Balabanumbaſ


ſam ein Treffenthette/vnndetwas vnbeſonnen vnndwetterin
Feindſezete/alswovonnöthen war/felter des Feindts Hinder
halt in die Hände/vnnd wird bencben GuirizoVladienna,Muſa
co, Angelina ScanderbegiSchweſter Sohn Gino Muſacho,
lanoPerlato,NicolaoBcriſio, GeorgioChurcho, vnnd Gino
Magncſio
M O SACH VS GO LE MI V S. 1 1
Magneſiogefangen/vnd zu Keyſer Mechcmcti lebendiggen Cö
ſtantinopelgeführet Nach dem aber der Türckiſch Keyſer durch
Balabani Schreibenbericht genommen/wasſtattlichen herkom
mens ſeine Gefangen weren/auchwaßfürtreffliche Thaten ſie
in Krigßleuffte begangen. Hat der Grewliche Türck ſolche Arm
ſelige Gefangenealleſampthefftig gepeiniget/fünffzchentag lang
kleine Wundenſchneiden/ vndhnen die Haut abziehen
laſſen: Ob ſie gleich Scandcrbegus mitdüppel
ſo viel gefangener Türcken/ oder mit ſo
ſchwer Gelt/als ſie wiegen würden/
freyvnndledigmachen
wolte.
sICTE VESANO FVROR ENTHEVs EXCITAT OESTRO
Prº Nörers vºr vier AES revxess TN sro Asº G .
Mo3
T OR LA CES TER
VIS I V S.

ORTLACES, ſo auch von andern Der


viſius genennt wird, iſt ein Türckiſcher Münchge
weſen/ welcher auf Baiazetem den Türckiſchen
------- Keyſerzugangenvñſich angenommen alsober ein
Annußvtten wolte/2llsernun nahezu ihm kommen/ruffter mit
lauter Stimmzweymal/Allahitſchivſ ſticht mit einem Säbel/
ſoer vnder ſeinem Rock verborgen/auff den Keyſerzu/Verwund
denſelben/hethn auch getödet/wo nicht ſchenderbaſa, welcher
damalſ zugegen ſtunde/ hmdem Torlaci das Wehr gezücket/
vnd den Kopffmit einer Eyſenen Kuget (welche die Türcken Pul -
doganum nennen)zerſchmettert hette/dieſen Torlacem ſoalbe
reithalbtod war/haben hermacher die Soltaten vollends erſchla
gen zu Stückenzerhawen
Baiazetes hat ſich auffſolche verwegene Mißhandlung der
maſſen erzürnet/ daß er alle Torlaccsoder Münchindieachtge
than/vüſie auß Conſtantinope/wie auch außdem ganzen Reich
getrieben. Damitfaderganze Heylige Orthenwiſſen möge, daß
es die gröſte Vbelthat vnd Mißhandelungſeye/gegen ihren Key
ſer ſich verbinden/ vnnd Hand anlegen/esſeyen auch Vrſachen
vorhanden / wie ſie immer mögen geſchaffen ſeyn. Diß iſt
geſchehen im Jahr Chriſti.493 AlsBaiazetesdieChimerioten 1493.
ſo daauſfdem Gebirgin Albaniawohnen/vnd Acrocerrancam
inhahen/vberzogen.
Alhrer iſt zumercken/daßbeyden Türckenvnderſchiedliche
Grad der Religion ſind / welche ſie nach Grgiſcher weiß alſo
abtheylen. Cali -
IO4. T O R LA C ES
Caliphes iſt der Höchſte Fürſtin Muſulmaniſcher Religi
on/des Propheten Mahomets Statthalter: eines ſolchen Anſe
hensvnnd Dignitet/das ſich auch die Türckiſche Sultan dieſes
Titulsnich geſchemet/wiedann vorzeiten die Römiſche Keyſer
jhnendes Römiſchen Bapſis Namenvund Titulattribuirt vnd
zugeſchrieben haben.
Dieſem CaliphifolgetScriphes, Dann wann Caiphesver
ſtorben/wirdSeriphesanſein Stattverordnet./gleichwiebeyden
Grichen die Patriarchen:dieſe rühmenſch/daß ſie ihrenrechten
Vrſprung von dem Mahumetiherhaben/welchen die Tartarn
vnnd Türcken in höchſten Ehren halten / vnndnennen ſieSci
thos.

Ohndieſe ſind noch viel Grad des Geiſtlichen Stands. Denn


erſten Grad hat der Patriarch ein ſo Muphtisgenennet wird al
ler Rechten vnd Heyligkeiten König. Dieſem folgen die Cadile
ſcheriamnechſten/Welche mitjhrer Autoritet vnd Würdenvn
fern Erz Biſchofffönnenverglichen werden.
Hierufffolgendie Cadij weichebeyjnſo hochgehalten werden
alsbeyden Chriſten die Biſchoffen.
Nach dieſenfolgen die Hoga,welche Scnioresoder Prieſter
könnengenennet werden.

Dieſen Folgen die Taliſmanigleich als Diaconioder Ca


plan. Deren Amptiſt/daß ſie die Muſulmannostagvnndnacht
fünffmahlzum Gebetttreibenvndauffwecken/welchesfolgender
Geſtalltgeſchicht. Sie ſteigenauff die Türnbeyjhren Meſſten
oder Tempeln/rüffen mitheller Stimm/halten mit den Fingern
daß eine Ohrzu/vndermanendaß Volck zum Gebett mit dieſen
port1.
Im
D E RV IS I V S. IO5

ISN Namen Gottes/dervnns Barmherzigvnnd


gnedig iſt/LobſeyGott dem König der Ewigkeit/vnd
dem frommen König des ewigen Gerichts. Wolan/
dieſem laſtvnodienen/ſowird vns auch geholffen wer
den Führevnsauffdem rechten Weg/auffdem Weg
derer/daran duvolgefallen haſt/vnndvber welche
dunitzürneſt. So werden wir nicht irren.
Dieſes Gebett iſt jedermannſobefantvnndgebreuchlich/
wievnns das Gebett des Herrn/ſovns Chriſtus Jeſus ſelberge
ehrt hat.letzten Grad vnd
h Den Ordenbeyden Muſulmañern haben
die Derviſij / welche den Callogerisbeyden Grichen/ vnndbey
vns den München können vergliechen werden. Dieſer Nameiſt
beyhnen Generalvnnogemein/vnderdem viel andere begriffen
Prdt.

Dieſo ſchlecht Deruiaſtribey den Turckengenenntwerden/


ſcherenden KopffgarbloßbreſenauffirenStirnenvnd Schläf
fen Mahlzeichen/entweder mit einem glüendenEyſen/oder mitei
ner Kunden. Haben durchlöcherte Ohren/daran ſie Geſchmeid
hengenvonlapide/oder Eyſerne Ring:Kleiden ſich mit Schaff
vñBocksfellen/eine vornen/die andhinderwertzherab/vſbinden
ſie in der Mittvmbden Leibzuſamen: Sonſten gehen ſie am Leib
Winter vnd Sommernackend: WohnenhinvndherinFlecken
vnd Dörffern/Sommerszeiten/wanns # ſt/ſtreichenſievſſi
her/vnndnemmen ſich an, als ob ſie des Gottesdienſt abwarten:
Sindſonſtheimlich Diebe/Ehebrecher/Rauber/vnnd Hurer/
Eſſen/Knoblauch vnd Lauch davon ſie gleichaßvnſinnigwer
den / ſchneyden ihnen mit Meſſerlein Wünden vmbden Halß/
vmbdie Arm/ Bruſtvnnd Setten/ ſtillen das "einen
bren
IC 6 T O R LA C E S
brennenden Schwamm/vnndſolchen Schmerzenleydenſiege
dºziig. Werden vor Gott angenehm vnd Heylig gehalten. Deren
Oberſter wohnet in Anatolia,vnd wirdAzcmbabagenannt/wir
möchten ihn Protopapamuennen.
Es ſind auch andere Münchbeyhnen/welcheſe Calenderes
nennen / ſo für Heiligevnnd eingezogen Leuthgehalten werden.
Wohnen inkleinen Capellen/tragenRöck ohnErnlin/auß Wol
lenvnd Pferdts Harengeweben. Scheerenjhr Haar ganz rund
garab/tragen Weiſſe Filzhüte/ gleich wie die Grigiſchen Prie
ſter / dann nur allein/ daßamborten wie haffenlange Pferds
Haar herunderhangen. Haben dicke Eyſene Ring an Ohren/am
Halßvnnd Armen. Jaſie machen auchwol Eherne Ring an die
hinderſte Schäm/auffdaß ſie auch/wo ſie ſchon welten / nicht
vºn feuſchen mögen. Ein ſolch ſtreng/Heylig vund Meſig Leben
führen ſie in ihrem Orden.
Etliche Münchwerden auch Huggienales genannt/ſindge
meinlich Jungvndſtarckvnder denen vielvom Adel/vndſonſten
reiche Leuth. Sie durchwandern Africam, AEgyptum, Perſiam
vnnddaßganze Türckiſche Reich / im ſchein des Gottesdienſts.
Sie tragen einen engen Rock/einen breiten Gürtcl/von Seyden
vnnd Goldgewircket/ein ſolchen haben ſie auch vmbdie Kniege
bunden. Vber gemelten Rockziehen ſie ein Lewen oder Parter
Haut/alſo daß die Klaenobenauffder Bruſt zuſammenkommen
vndgeknöpft werden. Sie tragen auch Schuhe/außGarngewe
ben.Hengen SilbernvnndErzen Geſchmeydan die Ohren/laſ
ſenjhr Haar vber beyde Achſeln ſchweben / vnndaben daſſel
big mit Terpentin oder Wachholdersel/ auffdases deſolenger
werde/vndmehr wachſe.Tragengemeinlich ein Buchind Hand
vnd ſingen Bulenlieder. Wojhnen irgent ſchönejunge Geſellen
auffentſtoſſen/nemmen ſie dieſelbehart in die Armvndfüſſen ſie.
Bringen mit ihrem pfeiffenvnndſingen eingroß Volckzuſam
men/von dem ſie alsdann Geſchenckfordern/treibenſchändlich
D E RV I S I V S.
vndabſchewliche Woluſten/nicht allein mit Weibs/ſondern auch
mit MannsPerſonen/vnndvnvernünftigem Viehe: haben kein
Abſchewan dem Geſchlechtvnd Alter.
Toraces ſind auch Münch/wie die Derviſij tragen Schaff
vnd Bockfelwelche ſie gleich einem Mantel anziehen/vñwerfen
ein Beeren Hautdarüber. Haben ein ſpitzen weiſſen Filzhut auff
mit vielen Falten. Sonſten gehen ſie nackend/vndbrennen Mahl
zeichen an die Schläff. Haben nichtsvberallſtudiret/halten ſich
fettigsbein Wirtsheuſſern/offentliche Merckten/vnd Badheuſ
ſern/auffdaß ſie allda eine Almußbekommen mögen. Sie ſind
Straſſenrauber/vndgreiffen die Wandersleuthan/Weiſſagen
auß den Malzeichen in den Händen / deßhalben allzeit viel
Volcksbeyjhnengefunden wird./bevorauß WeibsVolck/wel
ches vonjhnen/gleich als Heyligen Propheten/alles erlernen/was
jme vornemblich widerfahren ſoll/ deſen ſie nicht ein geringen
Gewinn haben/dann ſie ſehen keinem in die Hände/ſie haben daſ
zuvor ein Geſchenckbekommen. Offtmals führen ſie einen Alten
rs Ordens in den Döffernvnd Fleckenvmbher/demeſie Göttli
cheEhrerzeigen. Dieſer Alterſtellet ſich mittenvnder das Volck/
ſthetſawerauß/verſpert die Augen/runzelt die Stirn/redt etwas
mitbewegendenleffzen/doch daßmann die Wortnithört/alsobs
jm von Hiſſelheraboffentbaretſeye.Einmalligterwiecintoder/
dañhebt er ſeine Augen mit groſſen Seufzengen Himmel auff/
nifitſchan/daß Leben kombihm wider/vnndtrewet dem Volck
ein groſſeſtraff/woesſchnitbekeren werde/vnd Bußthuc.Auch
daß Gottes Zorn durch ſeine Interceſſion vnd Gebett geſtilletvñ
verſöhnet werde. Auffſolche weißſchencket.dzgemeine Volckden
Gottloſenvnd Betrieglichen LeutenvilGelts/vermeinen/Gott
werdenen dieſer Freygebigkeit halbengnädig vnnd Barmherzig
ſeyn. Vor dieſem Altenfallen die andeTorlaccsauffjrAngeſicht
midbeteninan/vñſagen/d; dievſher ſchweifende Augen ein An
zeiggebe/daßjn Gottgnedig vnd Barmherzigſeyn wölle.
ro8 T ECK EL SC A CH O CV L I S.
Nach ſolchem ziehen ſie mitgroſſem Raub nach ihren Höfen
zu/vndbcflecken ſich daſelbſtenmitabſchewlichen Woluſten/trei
den Hurereyvnnd Ehebruch/auchinbeyweſender Ehemänner
dienochen Gefallen daran haben halten ſich für glückſelig/daß
ihre Weiberſolchen Heyligen Leuthengefallen/vermeinen
ſie föntenzuſolcher Liebnit/dañnur durch Einge
bung des Heyligen Geiſtesbracht werden.
Deshalbenziehen ſie ermclte Ehe
brecheriſche Weiberdenan
dernweitfürhalte ſie
auchvilhöher.
CAVSAM ATT ExPLoSVM SEDITIO
T E C. KEL S CA CH O
C V L I S.

AI- Eckel iſt auch Perſia(oder wie andere ver


Ämeinen) auſ Phrygiaburtig/rndChalanis Chclifis
eines vornemmen MannsSohn in der Landſchafft
Teck geweſen warb auch Cuſcºbas genennt,
jas Koht Kopff/ dem Königlichen Stamm mit Blut
freundſchaft verwand. Er hat durchſeinen Adel/Erfahrunggu
ter Künſten/Frombkeit/ Heyligkeit/Gutwilligkeit der ſeinen/
Fleißvndjdermanns Verwunderung/ſovizu wegenbracht/dz
er auch für ein Göttlichen Prophetengehalten vnd geehretwor
den. Iſt HarduelisAidaris Verwandervnd Diſcipulgeweſen/in
Geſchickligkeit vnd Eyfer der Religion ſeinem Praeceptorinicht
g ich, auffeinzeit Harducis von Iacupc Chiorzeynale ge
vnalc

tödtet ward/vnd man allenthalben gegen dieſenewe Secten/wel


cheer eingeführt hatte./faſt wütet vndtobet. Begibt ſich Teckel
außforchidcß Königsvber den Euphratěin Armeniam,verbirgt
ſich in ein Höle/welche ihm ganz bequem vndgelegenſeindäuch
te/weilhart dabey Brunnen quellen vndfruchtbare Bäumege
legen/Aldaer ſich ſechsganker Jahrenthalten/vndjhmemitder
Nahrung/ſo das Land derenorthsgetragen/benügen laſſen/vnd
daſelbſt alſo ſein Zeitvnd Leben im Gottes Dienſtzubracht.
Endlich iſt er von den Hirtengefunden vnderkandt worden/
deßgleichen auch von den Bawcrsleuthen/welche ſich vber ſein
Heyligvnd Gottſelig Leben nicht gnugſam verwundernfunten.
Habenhmerflichen alles dasjenige/dcßener benötigt geweſen/
verſchaffetvndzuwegenbracht. Letzlichen durch ſein dennechſten
geleg
112 T ECKEL S CA CH O CW L IS.
gelegenen Städtenvnd Dörffernvmhergeführt./wndvrndem
gemeinen VolckvoreinGottſeligen Prophetengehalten worden.
Am meiſten aber/als er ihn die Hauptpuncten ſeiner Religion
offenbaret vnd zuverſtehen geben. Vnder welchen dieſer der vor
nembſtgeweſen/daß ſein Machometiſcher LehrHays Meinung
folgen vndannemmenſolten.
Dann als Mahomet der Muſulmanner Prophet geſtor
ben/haben ſeine vier Diſcipuli, Homar Honam, Ebubekir vnnd
Halys Mahomets Tochtermann /jhres Praceptoris Mandata
vnd Gebottauß allerhand Zettelein/ſohin vnd herzerfircwege
weſen/zuſamengeleſen/inden Alcorarordentlich geſect/ vnnd
bey ein jedes ihre ſonderliche Außlegungevnnd Gleſſen beneben
andersAnhänge dieCeremonie beträfend geſenkt. Den 3. erſten
folgen die Türckennach/deßgleichen auch die Tatan in Aſia
vnd die Muſulmaner in Africa: Halyaber allein die Perſer.
Es hat jhn erſtich Aidanis Harduelis Meinung gefallen/
Nachmahls aber dieſes Teckelis Lehrangenommen/ vnd die drey
erſten wider verlaſſen / welche hernach ihre Lehrmt Tyranney
vndvnmäſſiger Lieb vermiſcht. Damit ſie aber deſto beſſer ihre
Sectatores vñNachfolger erkeſenmöchten/haben ſie verordnet/
daß ſolche rotheHüte tragen ſolten/auß deren Vrſachen ſie dann
Cuſelbaº, das iſt/Roht Kopffgenennt worden/zum vnderſcheid/
damit ſie die Tartern/welche Grüne/vnd den Türcken/welche
Weiſſebrauchen/erkentwerden möchten.Harduelcm,als ein An
fänger dieſer Religion/hat IacupcsVſümcaſans Königs in Per
ſien Sohn/hinrichten laſſen. Als ſolches ſmael Harduelis Son/
vernommen/begibt er ſich beneben ſeiner MutterlacupesSchwe
ſterbey das Caſpiſche Meer/vnndſpricht daſelben Pyncholem
ſeines Vattersalten bekannten/Fürſtendeß Landsan/ſucht ein
zeitlang ſein Auffenthalt beyjm. DernnachlacupisTodt wider
in Perſiambracht.
2,
TECKE L SC AC HO CVLI S. 113
Als nun Pynchalis vernommen/daß Teckelbeyder Stadt
Taſcia (welche neben dem Berg Antitauroliget) ſeines Vatters
Religion widerumbangericht/vñein ſolchAuthoritet bekommen/
daß er mehr als ſechstauſentMann/welche darothe Hütttrugen/
zuſammen gebracht haben ſolte/auch denſelbigen anbefohlen/
Sie ſolten die Benachbarte/ſoſch ſeiner Religion widerſegen
würden/vberfallenvnd plündern. Bermahneterhn/beyſeinem
vornemmen tapfferlich zubehar/mit der gewiſſen Zuſag/er
wslehmherzualle Befürderungvnnd Hüffleiſten. Dann es
hatten die Türck nomſgezeit auf Anregung der Cappa
dociervndycaonieznz bergen angefangen/ſoaußFocht der
Cuſelbarum mit Weio vino Kindern/gen Iconium geflogen
Patt.
Als Teckeln nun dieſer Boßangangen/wird erhochmüthig/
nimbt ihn für/weitter das Land einzunemmen/vndzeugt mitei
nergroſſen Anzahl Volcksfür die Stadt Agnognem. Nach
dem er ſich darfür gelegt / macht ſich OrchamusvindMuche
metes BajazeisEnckeln gegen ihn auff: Dann ſiebeyde hatten
nachhrer Vätter Alenſacivund Scania todt/die Landſchafft
Lycaoniamin ihrem Beſitz. Nachdem ſie aber vermerckten/daß
ſie Teckelnvilzu ſchwach/haben ſie ſich außLycaonia widerda
vongemacht.
Die Perſer aber haben mittlerweil ganz Aſam mi
norem vberzogen/ vnndmit dem Schwerdbiß gen Ancyram
(welche Mann heutiges TagsAngonnennet) verderbetvnnd
verheeret.
Deßgleichen hat ſie auch Corchutes Baiazetis Sohn/
welcher doch nicht ein gering Vock zuTyatira, Sypili,Magneſia
vndin Phocaa zuſammen bracht/anzugreifen ſich beforchtet.
Nachſolchem zeugt Cerkeimt ſeinem ſchafften Kriegsvolekin
Bithyniam, vbereit alida Caragumbaſlam oder Caracoſsam
P Beger
14 T ECKEL SC A CH OCV LIS.
BeglerbegüinAſia,alserſichs nicht verſehen/ſodic Aſappos auß
Paphlagonia,Galatia, Bithynia, vnd Pontozuvor vmbHülff
leiſtung angeſprochenvnnd zuſammenbracht. Mittlerweilhat
AchmetesBajazetiserſtgeborner Sohn/ſodamalsin Cappado
ciavnd Pontoherrſchete/ein ſtattlich Volck Ä in
Meinung Teckelem einmahl zu dempffen. Aber es iſt hnder
maſſen begegnet worden./daß Caragius baſa inn der Flucht
ſchwerlich davon kommen: Vndſeindin dieſer Schlachtmehr
als ſiebentauſent Aſappi, wie auch der gröſte theil von Türcki
ſchen Pferdenauffm Platz blieben.
Alser nun abermahlsobgelegen/belägerter Cutheiam die
Hauptſtatt in Aſiaminori, darinn ſich Caragius baſa begeben
hatte erobert dieſelbige/nimbt den Beglerbeg mit Webvnd Kin
den gefangen/führt ſie mit ſich hinweg/Zünd das Schloßan/
vndgibt die Stadt einen Kriegſleuten Preiß. Hierauffbegibt er
ſich von dannen / vnnd nimbt ihm für Pruſam, eine mechtige
vndſehr reiche Statt in Bithynia, zubelägernvndzuerobern. A
bereswarihm das Türckiſche Kriegſvolck/welches Bajazetauß
Europa bey Callipolivber das Enge Meer in Aſiam geſchickt/
hieran ſehr verhinderlich vndſchättlich.
Deßgleichen macht ſich auch Halybaſſa Eunuchus, auß
Macedoniaburtig/eintapffer vnderfarner Kriegſmann mitei
remmechtigenhauffen Reutter vnd Janitzarn/ſoerin Macedo
nia, Mocſia, Illyrico, Albaniavnd Thracia zuſammenbracht/
außCherſoneſo in Phrygiam, vermahnet Corchutem vnnd
Achmctem, daß ſie ſamptallen andernSangiacen ſeiner in Gala
tiawarten ſollen. Teckelaberbrach auß Rahtſeiner Diener wi
derzuPontoauff/vndbringt ein ſtattliche Beuthdarvon.
Als ſolches Halybaſae Verfundſchafft worden./trachter
mit allem Fleiß/wieerhm ſolche abzwacken möchte/eylt fhm mit
aller Vngeſtümbnach/vnndtrifftjnbey Caraaſlarem auf#
P
TECKEL S CA C H O CV L IS. 5
AwinGalataan. Auftdaßahºººººº Nachei
lenauffhalten/auchgnugſambPlatºnd Ä
möchteleſterCaragumbaſamim Wegebºdigº ein Pfana“
eln. Haybaffäaberhindert ſolchabſchewlich Spectaculnichts
odernerzürnet ſich viel hefftigerjagetſhminal Eylbeneben
demÄchmetinach/welcher ſich mitzchen tauſent Mann Ä
gorin zuhmgeſchlagen hatte. Ericß aberauß groſſem Vnbe
dacht ſein Fußvolck/welcheswegen der weitten Reiß ſehr vermat
ebeydem Ächmerivnnd jagt den Perſern ſodadieFlucht
gaben mit achttauſent Pferden an einem Rennennach/feld den
Feindin der Mittbeydem Berg Oygant weitº Angoriman
jrd mit dem meiſtentheil ſeiner Pferderſchlag Nach
dem aber die vberigen vernommen./dasihr Oberſttod blieben/ha
ben ſie die Fluchtgeben.
Hierauffeſt Teckel ſeine Knecht ein zeitlang ruhen/damit
ſie wider ein wenigzukreffen kommen möchten/ſchifft hernach
je das Waſſer Hayvnd begibt ſich gen Taſcia. Von dannen
kömber zur Statt Ccleneswelche das Waſſer MÄ
fas voneinandertheilet. Indieſer Schlacht iſt Halysbaſſavmb
komj Deßgleichen iſt auch Chaſanes Cheſe Äs
Ämtjof erſchoſſen worden/welchendieChucºs
begrabenvnndſehr beweinethaben Caramuſcs aber Halysbaſſº
Hauptmann/der ſeinem Herrendem Rath gab/daß er mit ſolcher
vngeſtümvndſofreuentlich nicht in die Perſer fallen ſolte/ſamb
let das Krigsvolckwiderbeyeinander/vnndweichtzu rück. An
ſtatt Haysbaſaeiſtunusbaſa ein wolerfarnervnndvnverzagter
Krigßmannvber das Türckiſche KrigßvolckgeſetwÄ
ſem hat Achmeteseinnew Volckzugeben./damit er die Perſier
angreiffenſolte/welcher deTeckelemin kurzerzeit dermaſſen ve
riret/daßer vmballſein Volckvnd Beut kommen/vndſchin die
Hölen Antitauriverkriechen müſſen. Von dann erabermalß
º, t
6 TE CK EL S CA CHO CVI, HS.
außgetrieben worden. Begibt ſich entlich in Armeniam, weil
keine Hoffnung mehr hatte Hülff von ſmaëlezu vberkommen.
Dañwas noch von dem Auffrühriſche Volckvberblieben/iſtzum
theilauffder langen Reiß/wegen Hitzvnd Mühverſchmacht. Ein
theilin Perſiam kommen / die Kaufleuth / ſoSeyden geführt
getödtet/ vnnd die Waargetheylct. Etliche Oberſtenſobeyder
Statt Tcbriſio angelangt/hat Iſmaëlhinrichten laſſen/
die andern ihm Dienſtbar gemacht. Letzlichen
den Scachoculem gefangen bekommen/
vnndlebendig verbreiten laſſen/
wie SpanduginusMel
dung thut.
*
-- --vº-rc-as-Ho-sp-it-to-so-sp-es- - - - - 29 .
servaterne taden

Sº r -FATA- - - -
TVA REDVCEM
-
BE
- - - >
STITVENT PATRIAE.
G
- E -

ADvÄrEM -

F INFESTVSTIELTHRAX SEDTAME HosTIs ERIT


ISM A EL SOPH I.
SMAEL, iſt ein König der Perſer/Har
duelisAidaris eines ſehr Gottsförchtigen vnd from
men Manns/ſoeinnewe LehrinPerſia angefangen
Cº-Sºk nachgelaſſener Sohn geweſen. Welcher/ober wo
nur von einem berümbten Geſchlecht hergeboren / Soiſter doch
Fronhºvnnd Geſchicklichkeit haben in groſſen Ehren gehalten
worden. Reichtumb/Woluſtvnd Ehr/gleich als Verhindernuſſe
der waren Andacht/hat er allzeit verracht/vnd ſich allein auffden
Gottes Dienſtbefliſſen. Vſumchaſanes Königin Perſientrüg
an ſeiner Frombkeit vnd Heyligen Sitten einen ſolchen Wolge
fallen./daser ihm ſeine Tochter Marthamvermählct/welcheer
mit Deſpina Calloioannis Pontivnnd Trapezuntij Keyſers
Tochtergezielethatte. Harduelis hat wegen Veränderung Mu
ſulmanniſcher Religion, welche er außden Ä ſo Halys
MahomctiTochtermann vnd Diſcipulverlaſſen/geſchöpfft/ein
ſolch Authoritetin Perſiavnd Armenia bekommen/ daßeinvn
zehlich Volck/ſohnzuſehen vndzuhörenbegert/ſich verſamblet.
Mannhette auch einganz Heer allein außſeinen Jüngernvnnd
Nachfolgern zuſamenbringen können. Welcheshn dann beyla
cupi ChiorzeynaliVſumchaſanis Sohn (dernachſeines Vat
terstoddas Reich einnamme) in Verdachtgebracht/ bevor auß
weil Iacipis Regiment in Perſianochnitgnugſambbcſtettigetge
weſen/derowegener auch ſich entſetzte/ſobalder von einer gerin
enauffruhrhörete. Dannes hatte Vfümchaſanes Aſſembcius
Ä Vatter ſo ein Hauptmann in Armeniagewomeſmeenn//kvn
urz zuvor
ndMala
das Perſiſche Königreich mit Gewalteingen
onchremdenrechten König getödtet. Nach welches todt/eintheil
der Perſiſche Fürſtcn/wie es dann zuzugehenpfleget/ſichauffscs
MP!
2O IS MA EL SOPH I.
newen Königs Seitten ſchlugen / ein they aber Malaonchris
Freundſchaft anhingen. Nachdem nun acupcs, als er ſeine
Sachen noch nicht gewiß/ſeines Vettern Harduelisgroſſe Au
thoritetvbeldultenmöch(Dannerwarden Perſern ſeines Pey
ligen Lebenshalbengleich als ein Wunderwerck) leſer denſelben
auſfeinzeit da er ſich ſolches nicht verſehen vmbbringen/vndver
jagt ſeinen Anhang in aller Eylauß ganz Perſienland. mac
aber Harduelis Sohn/derzeit noch ein Jungind/tſ beneben
ſeiner Mutter Martha zu Pyrchale Fürſten in Hircania(der dann
allzeit ſeines Vaters guter Freund geweſen/geführt worden/wr
cherhnheimlicher weiß vºrzogen/danier alſo vor ſeinem Vet
tern ſicher leben mocht. Er behielt ſeines Vaters Lehrſteiffin
ſeine Herzen/war mit Schönheit des Leibs/WBoredenheit/Hoff
lichen Sitten wol gezieret/ Nachdem er etwas erwachſen iſt
er von Jedermann liebvnd werthgehalten werden.
Es hat ſich aber vber etliche Jahr begeben, das Iacupesdurch
Betrug ſeines Weibs mit Gifft hingericht worden. Asmuſol
chesantag kommen/führet Pyrchales den Jungenlacpernwi
derumbbenebeneinem Zimblichen Krigsvoick in Perſian, auf dz
erjhn/wofern es möglich/inſein Vätterlich Beſitz vnd Patrimo
nium einſetzen vndreſtituiren möchte.
Nachdem er aber im Jahr Chriſti 1499. in Armeniam
kommen hat er alsbald ſein Patrimoniumdoch mehr mit gutwil
ligkeit ſeiner Vnderthanen/als mit Gewalteinbekommen. Allen
ſolchesſowol.gerathen/vnd von den Perſern/welche dann ſeiner
Religion gleichfalßanhengen/Hülff bekommen / machte ſich
an die Statt Sumachiam/ſoan Medenſtöſſet/erobertvſpund
dieſelbe. Von dannen zeugterauffTerviſium eine Haupſattin
Armenia, (welche die Alten Tarvamnenneten) von dem Caſpi
ſchen Meer vier tagreß gelegen, nicht weit von der Kaffſatt
Ler
IS MA EL SOPHI. I21

Debent, (allda Eyſerne Pfortengebawet/ſoden Scythenvnnd


Ä den Paßin Perſam verwehren)vnderobert dieſelbe mit
ewalt,
Zur ſelbigen zeitnammeAlvantesIacupis Sohndas Pers
ſich Reichein/ vertriebſeinen Eltern Brüder Morarcham auß
dem Land/vndrichteten Königlich Gerichtzu Tebriſio an. Die
Tebriſeraberwarenhm ſeines Geivnndvnmenſchlichen Ty
ranney halben ſehr Feind. Als ſolches vor Iſmaëlcm kommen/
führeter ein mächtig VolckfürdieStatt/vber welches Aluanes
ſehr erſchrocken / begibt ſich ſambt ſeinem Hoffgeſind in die
Flucht/lſmaëlaber wird von ſeinenvnderthanen in die Stattge
laſſen. Sobald er nun in die Statt kommen/leſterIacupis Grab
widerauffreumen/vndſeine Gebeinhinvndherſtrewen/auffdaß
er alſo Harduelis ſeines Vatters Todt durch ſolche Rachverſöh
nen möchte.
Hiernach wird ihm angezeigtdaß Alvantes in dieStatt Schy
ramgeflohen/vndtrügen faſt alle Stätte in Perſia vnd Armenia
rothe Hütte/damitzubezeugen/daß ſie ein Gefallen andergemei
nen Religion hette. Daßauchbeyder. Statt Taſcia,welche vnden
an dem Berg Antitauroligt / mehr als ſechstauſent Menſchen
zuſammenkommendenen TeckelScachoculisanbefohlen/alle
diejenige/ſojhrer Religionentgegenweren/ zuberaubenvnndzu
plundern/dann erhattegentlich bey ſich beſchloſſen./daß ganze
Reich vnder ſein Gewalt zu bringen. Er hatte auch ein ſolch
Forcht in die Cappadocicrvnnd Cycaonerbracht / daß auch die
Vornembſtevnderjhnenjhre Weibervnnd Kindergenlconium
geflöget hatten.
Vberein kurzezeithernachſchickt Iſmaëldie PerſiſcheRit
t
erſchaff zu Teckei hn zu ve rm an en /d aß er er nſ tl ic h beyſeinem
Vornemmenführfahren wölle.Erwöllenmit Geltvnd Volck
nicht verlaſſen/csſchlügemitden Krighinaußwireswölle-Fer
eiget
122 ISM A EL SOPH I.
tigct vnderdeſ Legaten in Italiam/beyden Venedigern anzuhal
te, daß ſie die Türcken mit Krig angreifenwölen/daſ ſie ſtreiff
ten damalsauffTcckclem. Als aber ſolches die Legaten nicht er
halten fünten / ſind ſein Cyprumgefahren/fürters in Syriam
kommen/da Petrus Catharini ZeniSohn Burgenmeiſter war/
vnd den Venedigern/ſoda in der Landſchafft Kauffmannſchafft
trieben/zugebieten hatte. Dieſen ſprechenmaelis Legatenan/
vnndbittenſhn/daßerby den Venedigern anhalten wölle/einen
Krieg wider die Türckenanzufangen.
Nachdem nun Baiazetesſolches Geſprechs/ſo die Perſer
mit den Venedigerngehalten/vergewiſſert worden/hat er ſich ge
genCampſoncm GaurüSultanin Egypten durch ein Schrei
benhöchlichen beklaget/ daß er die Perſerin Syrien durchpaſſ
ren laſſen. Welches Campſonemvbelverdroſſen/läſtderhaben
alle Venediger/ſozu Alepo,Tripoli,Berrythio, vnd Alcxandria
Kauffmannſchaft trieben/gebundennach Alkair führen/vnd die
ſelbigeſovnfreundlich tractiren/dzſievbereinganz Jahr hernach
ſchwerlich mit dem Leben darvonkommen.
Als aber nach tödlichem abgang Baiazetis, Seymusſein
Sohnhefftig gegen ſeine Brüder tyranniſirt/ Bekömbt Ach
metes der Elteſt Sohn von Iſmaëlczu Hüfffünffzehen tauſent
Pferd/vnd begibt ſich mit denſelbigen in Galatiam:daß Fußvolck
aber folgetallgemach hernach. Sobalder nun beydenBerg Hor
minumkommen/ vnndſein Feldfäger beydem Waſſer Parthc
nioauffgeſchlagen hatte/Greiſſtjhn Seymusan/vberwindjhn/
nimbingefangen/vndleſtjhnſtranguliren.Amuratcsabcr/Ach
metes Sohn/erſchricktabdem tod ſeines Vattershefftig/begibt
ſichſampt ſeinen Perſiſchen Pferden widerin Amaſiam, ſetzt
vber den Euphratem/vnndfleugt zu Iſmaëli welcher mit Krigen
gegen die Otthmanner ſehr beladen / dann er hatte Ä
ands
IS MAEL SOPHI. I23
Landſchaften vom Oceano in Perſiabißandie Zerfer vnndden
BergCaucaſium, vnndfürters durch daß Mitternächtiſch Land
bißandas Hºreaniſche Meervnnddie Caraxcos eingenommen/
vnndvnderſen Gewaltbracht. Auch hatte erdreyganzer Jahr
lang die BactrianosvnndSogdianos(welche Tartarnmann Za
gatasnennet/vndan beyden Waſſern Oxovndaxartewohnen/
bekrieget/Entlich triffterAchmetis Sohnan in Armenia, wel
chergen Tcbriſiumkofficn/Hülff vom König gegen ſeines Vat
tersTyranneyzubitten. Dennimbt Iſmaëlgant willigvndgern
auff/gibtihm auch ſeine Tochter zum Weibe. Schickt denſelben
mitzehen tauſent Pferden vnd VſtaogliPerla,dem Vornembſten
Königlichen Krigs Fürſten / beyHarſengavber den Euphratem
in Cappadociam. Alldaeshmealsbald im Anfangſowolgera
then/das ſie viel Stätteinbekommen/eintheilmit Schwerdvnd
Fewer verheret/hetten auch ganz Aſiam in hr Gewaltbekom
men/wohm nicht ChendemisbaſſaTürckiſcher Oberſterhieran
verhinderlich geweſen/vnd von ſeinem glückſeligen Anfang abge
hatten/welchen Sclymus zu Scbaſta, ſo HeutigestagsSuinasge
nenntwerd/mit ſeinem Volckgelaſſen hatte.
Mittlerweil war Sclymus von Hadrianopel zu Pruſa in
Bithynia mit vierzigtauſentAſappis ankommen/von dannener
ſamptdem andern Volck nach Arſenga, welche CommanaPon
tica geweſen/gezogen/ſchlegt ſein VolckmitdesChendemisHeer
zuſamen/vndnimbtihm für allda den Feind anzugreiffen. Amu
rates aber vnnd Vſtaoglis hatten ſich damals jenſeitdes Waſſers
begeben/vnd das Land verheeret/damit den Türcken/ſoſhnnach
eileten/fein Prouantvberigbliebe. Es waren die Armenier wie
auch die Aladuliervnder dem Perſiſchen Reich. Deren Lander,
ſtreckt ſich obenvber den Berg Taurü von den Scordiſcisan/ſo
aller nechſtam MeerwohnenbißandenBergAmanum, welcher
Ciliciam vnd Syriam zuſammenhelt.
Q 2. Als
124 ISM AEL SOPH I.
Als Chendemes die groſſe vngelegenheit vnnd Wüſteney
des Ortsbeſehen/auch gnugſamvermercket/in was grosgefar
das Krgsvolckauß Myfea,Macedonia,Albania vnd Graciage
rathenwürde/Widerräther dieſenzug ſovielihm immer mö
glich. Aber Scymus folgt dieſes weiſſen Mannsvorſchlag infei
nem Weg / ſondern gibt vielmehr den Böſen Mißgünner/ſo
Chendemiſeine Ehr/die er allenthalben hatte/vergünten/gndi
geaudienz/ vnndleſtdenfrommen Altenböſesverdachts halben
hinrichten.
Als nun nach ſeinem todniemandſhmeEinredthundörffte/
führeterſein Krigsvolck in Armeniamminorem,daßhme dann
der Scordiſcer vnd Aladubier Könige geſtatten. Zeugt fürdcrs an
die BergMoſchios /welche ſich an die Iberosvnnd Colchoser
ſtrecket/ vnnd machen einen Eingang in Armeniam auf dem
Orient.

Von dannenſerauffdem Euphrate das Waſſer hinauff


bey den Berg Periardëkömmen/darauſſen der Euphrates onnd
Araxes entſpringen: Aber es iſt alldanichts den Wüſteneyvnnd
eingrewlich verheerens allesdings gefunden worden. Alles was
zur Narung gehört/warentweder hinweggeführet oder verderbt.
Es ließ ſich auch kein Feindſehen. Nachdem er nun vber den
Araxem kommen/SeindVſtaoglisvrd Amurates Seymoent
gegengezogen/vnndihnbey der Statt Chois/welche vorzeiten
Artaxatageheiſſen/antroffen. Kurz hernachfolgthm Iſmaël mit
dreiſſigtauſentPferde:Seym aber hattemehr als achtzigtauſent
Pferde beyſch/ohndaß Fußvolck/welches nicht zuzchſen/vnnd
vndervnderſchiedlichen Hauptleuthen geführee war. Vber die
Pferde außEuropaward Caſſambaſſa, vberdieauß Aſia aber
ward Sinanbaſa Eunuchus zum Krigs Oberſten geſetzetvnd
verordnet
Alß
ISM AEL SOPHI. I25

Alsmann nun LermengeVbſltaaſoegni/sdiſPt ealrſsbial


e rdaiumf fer
d ſt
e ren An
auffCaſſambaſſadTürck/vñ Wal
ſtat blieben/Iſmaëliſt mit einer Bleyern Kugeldurch ein Ac?
geſchoſſen worden. Auffwelches er ſich auſ der Schlacnh.t begeben
vnn d a u ſ r a t h en
ſein Die n e r w i d e r i n M e d i a m g e z o g e Dieſe
Schlachtſ gehalten worden bey der Statt Choinauffden Zal
deramiſch nF lt. Im Jahr Chriſti 114. In welcherSeymus
mehraistreſſigtauſent/von ſeinem Vock verlohren/ Deßgle- * 14
chen iſt auch Caſſambaſſa Begerbegus in Gracia beneben ſechs
vnnddreiſſig Sangacisauffder Whneſtgatewt eblſieenb.en/darunder T
rabes v ü M a c h o m e t e s M a l c o c i s S ö Doch hatenti
chen Sclymus/ Oberſchon viel Volcks verloren./dcn Siegbc
halten. Auffſolches haben die von Choisvnd TebriſioGeſanden
an hn abgefertiget / vnnd Prouiant auch anderenötige ding
Ä laſſen / damit ſein Krigsvolck ſich wider erquicken
m10chte.
Ohnlengſt hernach macht ſich Iſmaël mit einem Hauffen
Reutterauß Iberia, Albaniavnnd Perſiaauff/Zeugt widerge
gen Scymum auß. Nachdem er aber bedacht/daß er mit Hun
der vnnd fünffzigtauſent der beſten außerleſenen Knetcehrten/
tr eſ ſi gt au ſe nt Pe r ſ e r an z u g r e i f e n n i t v e r m ö c h t e / n i m b alle
Waen Schmid mit ſich von Tebriſiohinweg/deßgleichen auch
viel Prouiant/alle Seyden Gewand deſendochinder Statt wie
war/Vnndnimbtſeine Reyß wider durch Horbodenemonnd
Bclienern an den Euphrat. Als ſie aber alldavberſetzen wöllen/
ſind beynahauffzweytauſent Mann vmbkofien/die Packwägen
aber mehr als die helfft haben die IberiinGewalt bekommen vor
nemblich auch das groß Geſchütz/vnd Eherne Büchſen/welches
den Perſiſchen Volck durchanzündung des Puluers groſſen
SchadV enognetdhaannn.en hat ſich Seymuseilend aufgemacht vndbey
Q 3 den
I26 ISMA EL SOP HI.
den Berg Anticaurum begeben./aldaſeine Knechte/ wegen deſ
vnbequemen Orths/ von den Aladuiern groſſen Schadencm
pfangen. Die andern aber/ ſo noch vberigblieben/ſind beneben
jhrem Keyſer auf Trapezunt zugezogen. Nachmalß ſich gen
Ä
gehalten.
in Cappadociam begeben/alldaſejhr Winterläger
Volgendes Jahr im Anfang des Glenzen hat er abermals
eingroß Heer in Bithymia Ponto,PhrygavnndCilicia,zuſamen
bracht/ Auch das Volck ſo in der Landſchaft Europa, aß Gra
cia Thracia, Illyrico, vnndanandernorthen gelegen zuſammen
gefordert/vnnd ſich wider in Perſer Land begeben. Die Perſer
hatten damals die Statt Ciammam beſazt / ſoauff der andern
Seitten des Euphrates ein wenig vnder dem Eingang des Melis
gelegen / welche Sclymusbelägert/vnndrobert/ſirefftauffden
Iſmaëlem ſo damals am Caſpiſchen Meer zu Feldlage.
Vnder deßfelt ihm ſeine erlittene Niderlagein/ſoer am
Berg Antitauro entpfangen / vnndnimbt ihm für den König
zu Aladolia zu vberziehen/welchen er dann gefangen bekommen/
mit ſich hinweggeführet/vnndvmbgebracht. Dannjhn ſeine Vn
derthanen ganz vnd gar verlaſſen hatten. Darzuhmeauch Fürſt
Saxovarogles geholfen/deſſen Vatterer durch Liſtvmbgebracht
hatte. Dann als der Aladolier König entflohen/habenjn Sinan
baſſavñSaxovaroglcsſoſchin eine Höelverborgen/durch Ver
rätherey etlicher Bawernantroffen/gefangezum Sclymobracht/
derhnalsbald hengenlaſſen. Nach dieſentod hat er das König
reich in ein Landſchaft verfert/vndindrey Sangiacat getHeilet/
darüber Saxovaroglcsgeſetzt worden. Auffſolches hat Scymus
Sinancmbaſlam wider verlaſſen / ſich nach Conſtantinopelge
macht/damit er den Vngern widerſtand thun möchte ſo ſn
Macſiamvnd Thraciam eingefallen.
Als nun Iſmaël alle Sachen in Orient wolvnndglückſelig
- - verricht
IS MAEL SOP HI. I27
verrichtſcheider von dieſer Weltab/vnd verläſ vierSöhnnach
ſich/Tammam, Heliam Bccranem, vnd Somitzam, vnderwels
cheer ſein Königreichvnd Provincien alſo abgethelet/daß Tam
Äde Eieſ Sohn den Perſiſchen Seepterbekom Helcas
Ajnd Babylonem, welche auch Bagadagen wird
eingenommen. Bccran die Ajjs.beros,Mcdos vnddie Land
jam Caſpiſchen Meer gelegen/ vnderſen Gebiet
gehabt.Smitza aber die Partheros Hyrcanos welche auch Cora
xeigeheiſſen/vnddie angrenzendez agatos Tataros,
welche vorzeitten ArjAracaſ, vnd Margiani
genannt/ Völcker der Sogdiancr vnd
Bačtrianer, zu ſeinem Antheil
bekommen.
-oSS
AVCTOR Es vTSEDYM -
vIrAM RELLovrs FRArRIEvs ERIPTET -
G
129

M V S T A P HA S
BAS SA.

F VSTAPHAS ſerſlich Callogeros


genennt worden / deſen Vatter Grgiſcher
Prieſter geweſen (der Caloger regie sº
AW han) in der Statt Serºsey Amphipoli, eine
ÄÄÄttin Macedonia. Dieſer iſteinlüger vnnº
verſchlagener Mann geweſen/ bey dem Treº Glaubwol
feywelche innerliche Mängel die euſſerlichen leichtlich zuverſe
hen geben. Danner hat ein bößvnndtückiſch. Angeſicht gehabt
mit blinzelden Augen. Erſtinſen anfahenden Jugentbey Leº
zeitenMuchcmetis gefangen worden Vnndvnder den Königli
en Knaben/ſozusärratsgehalten/vndinal Kriegsvbungen
angeführt/ damit ſie nachmals den Keyſern im Fall der Noth
gedient ſein möchten/aufferzogen worden
NachmalsiſtervonBaiazete ſeines hohen Verſtandts/Ge
ſchicklichkeitvſ Vorſichtigkeit weg groſſeErenerhaben. Daſ
er zu einem Baſav jkeyſerſ löſten/welches der nechſgrad
nach Keyſerlicher Maieſtetſ gemachtvnndverordnet word
Ajahrſaazetes nunmehr AltersvndSchwachheit halber ſehr
abgenommen vnd vermattet/nimbterjhm für/einen noch vor ſei»
jdan ſeine Stattzuſetzen/vnnd zum Keyſer zu fröne/Be
js aber vermeinterAchmetemſeineneltiſe Sohndarzu zu
bringen. Aber die vornembſe Kriegsleuthwolkenjhm hierinn ni
willigen/welche vor derzeit von SeymoBaiazetisjüngſten Son
m Gelbeſtochen worden/wuſenauch daßer eines ehrgeizigen
jdyranniſchen Gemüthswarderowegenſedºm verhofften
mehr befürdernuß zu haben woScymus zumKeyſerolte erweh
ct
13O M VS TA PH AS BAS SA.
let werden. Damit ſie gleichwofein Vndanck beymBaiazet
verdienen möchten/haben ſie vorgeben./eswöte das Kriegsvolck
keines Wegsgeſtatten / daß einander die Kron tragenvnndre
girenſolte/weil er noch beyLebenwere. Vnder denen ſo dieſes
riethen/war auch Muſtaphasbaſſa, der Vornembſte Vezir, deß
gleichen auch Boſtangesbaſa, Hauptmann vber der Ducagi
ner Feld/von einem berümbten Geſchlecht in AEtolia geboren/
doch Geizig/Hoffertig/vndwenigtrewbey ihm/Aberbeym Key
ſerin groſſen Gnadenvnd Ehren. Deren Meinung war auch
Aiaxbaſa der Janizaren Oberſter/dem dann die andern Fürſten
nachfolgte. AlleinCherſcoglisbaſaſo dem Baiazetigutsgöñcte/
war auffdesAchemetisSeitten. Dieſes Vatterheiſt Cherfech“
ein Herrvffm SchwarzberginSlavonia, welche als Deſpotain
Servia ſeine Tochter ſoſehr ſchon war/vermälethette/ſtſein Vat
ter Cerſcchcsauffdem Hochzeitlichentag der Braut Schönheit
Ä dermaſſen inbrünſtig worden./daß er ſie ſeinem Sohn mit
ewaltgenommen/vnd ihm zum Weibvermählen laſſen. Vber
welches der Sohn ſich Ä bekümmertvndvnluſtig worden/
ſein Vatterland verlaſſen/vnd ſich nach Conſtantinopel zu Baia
zet verfügt. Alldaer die Chriſtliche Religion verlaſſen/vnndſich
auffdie Türckiſche begeben ſeinen Namen Stephan/ſoerinder
Tauffbekommen/danngeſetzt/vnnd ſich nach der Beſchneydung
Achometis Cherſeogles nennen la ſſen.
Durchſeine GeſchicklichkeitvñVorſichtigkeit hat der Tür
ckiſch Keyſer Glück vnd Siegfaſt in allen Kriegseuffen gehabt/
Er allein iſt darwidergeweſen/als die andern Baſae alldem Baia
zetiriethen / das er dem Achomatiſeinem Eltiſten Sohn die
Verwaltung ſeines Reichs nichtvbergeben./ſondern daſſelbig/die
weiler noch bey Lebenwere/für ſich behaltenſolte. Als
M VST AP HAS BASSA. I31

Als aber Achmetes geſehen / daß ſein Vatterº


durch Angebender Baſſengaranders Sinneßworden/daß eret
ichermaſſen veracht/ auch ſeiner Hoffnung betrogen worden
wirdervnmütig/ begibt ſich widerin Aſam beraubetalle Landt
ſchafften/vndbeſihl/daßmannſhnoffentlich voren Königauß
ruffenſolte.
Vber welchen hochmütigen Freuevnd Ehrgei/ſichBaia
zeteshöchlichenerzärnet/vnddas vmb.ſowie mehrweiler die Le
gaten ſo ſein Vater außgeſchickt ihn zuvermahen / daß er ſich
wie ein Sohn in der Gebühr vnnd Gehorſambverhaltenſolte
tödtenlaſſen. Deßhalbener ihn dann durch anreiung Muſtapha
baſevnd der andern/fürein Vattermördervnndein offentlichen
Meütmacher erklärt vnd verdampt.
Es hat auch der Muſtaphasangeben, daß ScÄ
auß Egypten beruffen worden/der ſeines Vatterweg den Krieg
wider ſeinen auffräriſchen Bruder führen ſolte Dehalbendan
Scymus wider zu Conſtantinopel angelangt / alldaer vºn den
anizarenvnnddem ganzen Volckgekrönet worden/auch durch
anreizung Muſtapha von ſeinem Vatter Baiazeº die verwal
tung des Reichs bekommenvnderangt Alscndlich der alte Key
ſervernommen, daßhnen ſeine Dienerverrachenhaben ſolten/
begibt er ſich nach Dimothucum, als er noch auff der Reißwar/
iſt ihm vor ein Arzneytranck Gifft gereicht worden/davon erin
furzem geſtorbè.Sclymus aber nachdem er nun völligen Gewalt
bekommen hat er ſeine Brüder vnd deren Töchter durch Krieg
vberwundenvndvmbgebracht. Außdenen allein Amurates vnnd
Aacines Achomatiszween Söhnvberigblieben/welche kurz zu
vorgen Amaſam foſſien von daffen ſie im vorigen Jahr vonſres
Vaters BrudSeymovertriebenwordèvñjrVatterAchoma
tesſichvffdas Gebirgin Cappadociabegeben Ä“ Damit nun
Scy
132 MWST AP HAS BASSA.
Seymus dieſe Junge Söhnvnverſehensvberfallen mochte/hat
er ſeine beſte Krigßleuthgen Amaſam geſchickt./ſtein ihrer Auß
fluchtauffuhalten. Dann hr Vatter damalſ in Caramaniam
gezogen/adavmbHülffanzuſuchen. Die StattAmafiaaber
war mit geringen vnd ſchwachen Mawrenbefeſtiget/auch ſonſten
vbc.beſezet.
Auſfwelches Muſtaphasbaſſa, der nunmehr ein Mißfall
andeſSeymi Tyranneyvnd Wütenbekommen/ondſhndiefun
gen Herrentawerten/einſchnelle Poſt mit eine Schreiben an ſie ab
gefertigetvnndzuverſtehen geben/washres Vatter Bruder Se
ymus gegen ſie vorhette. Nachdem ſie nun ſolches Schreibenge
leſen/haben ſie alsbald ihren Vatterwidervon ſeiner Reißabho
len laſſen/der die Stattmittrewentapffern Kriegsleuthen beſetzet
vndſtarck bewachen laſſen.
Vber wenig taghernach als die Otthmaniſche Reuttergen
Amaſiam kommen / deſgleichen Achomates daſelbſten ange
langt/ſind ſie in ſeinen Hinderhalt gefallen/ vnndalleentweder
gefangen/oder erſchlagen worden. Es hat ſich auch zugetragen/
daß etliche des Achomatis Diener des Selymigefangen Reut
terngeſpottet/vnd denſelben vorgeworffen/eshabejhr HerrAch
mctes des Sclymivornembſte Räthezu Freunden/welchem alle
Rathſchläg von Hoffzuſchicktenvndoffentbarten/vñhnen/aß
welche ein RechteSachhetten/beyfalltheten/auch ſie gegen ſolche
grewliche Tyranney beſchützten vnd verdetigten.
Alßaber ohnlengſt hernach etliche von den gefangenen wider
loßworden/vndzu Pruſa ankommen/haben ſiejhremKeyſer alles
was ſie zu Amaſiagehört/ordentlich vºndan einer reyerzeltvnnd
angezeigt. Es hatte aber ohndas Sclymus einen böſen Verdacht
auffMuſtaphambaſſamgeſchöpft/danner vermercktwol/daßer
ihm nicht mehr ſowogeneigt war / wie zuvor/Forcht ſich auch
vor ſeiner groſſen Gewalt. Deßhalbener ihn auffeinzeit º ſich
OM
MVS TAP HAS BAS SA. I33
kommen laſſen./jhm ſeinvndanckbar Gemüth vorgeworffen/
gegen die Gutthaten/ welche ſowolſein Vatter/alsaucher ihm
biſher bewieſenvnderzeigthetten-Eheerſchº vertheidigenvf
auſreden vermöchte / leſier hn alsbald in ſeiner Gegenwart
ſäblen. Hernach ſein Lebentblöſſen/vnnd einer Schmach vor
j Fjºkoffentlich zum Schawſpielvmbherſchleifen laſſen/
welches ſichvberdas vnbeſtendig Glück höchſich verwundert/
dachs miteinem ſolchen Mann/der vor der ein ſo groſſem
Anſehenvnndmitſoſtattlichen Gutbegabt geweſen/dermaſſen
verkerthette/daßmannſhnauch nicht einer Begräbnußwürdig
geachtet. Dieſen Lohnhater von Seymºbº"
welcher ihm ſeine Ehrſchändlich mißgüñete/
weil er ihm ſolche entpfangene Wol
thatennichtingleichem ver
gelten könnte.
«9SS
S IN AN BAS SA.
FINAN auß Albania oder Epirobürdig/
ſauffden BergenLarta einem ſchlechtenvnba“
en Orthgeboren. Vber welche als er noch ein Kind
SºFjnich
geweſenen Schwein im Schlaffkommen nºº
Glied ganz abgebiſſen / darauffer alsbald den
Wundarzenvnder Hand geben worden/ſohn in Furzerzeit zu
ſeiner vorgenGeſundheitbracht / vnndaſo zu einem Eunucho
gemacht. -

eglich iſt er von denengen Conſtantinopelbrachte


che der Chriſten Söhn vnder die Othmaniſche Dienſtbarkeit
bringen/vnd Mechemet des Scym Großvater vberliefert wor
dj Den erſeines ſchönen Leibsfröſchen Angeſichts/auch
Verſtandswegen ſehr liebgewonnen/vnd/nachdem er erwachſen
zu groſſen Ehren erhaben. Ebenermaſſen hat ihn auch Ä
jäber Symwegen ſeiner Vorſichtigkeit/Mai
hetondhohen Verſtandsnallen Sachen gebrauchtºº dem er
uvnder die VornembſeKriegsFürſtengeſtelltvndverordnet
worden.
Dannin der Schacht/welchebeyArtaxata auffdem Zal
derarſchen Feſtim Jahr Chriſt 1 14 zwiſchenSeymºnd
iſmaëdem Perſier gehalten dariſ suffbeydenSettenvietº
ſentmanntod blieben hat Sinanbaſſade Aſiatiſch/ Caſambaſſa
die Europeſch Ritterſchaft geführt.
Folgendes Jahr aß Seymus in Perſia die StatCºm
mamºn WaſſerEuphrateeinbekommen hat er durchfeine Tha
enn der Türkiſchen Eroberungnitgeringen Nußengeſchafft
vndangewendt.
Deß,
136 S1N AN BASSA.
Deſgleichen hat er den AladulierKönig/ als er entflogen/
beneben dem Saxovarogli wieder vmbzurückgebracht/denſelben
getödtet/ſein Reich zu einer Landſchaft gemacht / darüberher
nach Saxovarogles zu einem Oberſtenvnnd Regentengeſczct/
dem Sinanibaſa aber das vberig Aſiatiſch Kriegsvolcauß Key
ſerlichem Befehl zuhanden geſtellt worden. Deßgleichen als Ca
yerbcius Oberſter zu Alepovon Türcken abgefallen/Campſon
Sultan in Syriageſchlagen worden/vnndamburdus Gazclus
benebendenvberigen Mamelucisgeflogenvſ zu Alkairangelangt
Auch Damaſcus, Tripolis, Berythum, Sidon, Ptolomais vnnd
Hicrapolis in der Türcken Gewalt kommen/ vnd nunmehr alles
in Syria verricht vnd vertragen. SchicketScymusSinancrmbaſ
ſam mit fünffzehen tauſent Pferden in der Philiſter Land / von
dannengen Gazam/ ſo nah beyder dürren Sandwüſtengele
gen/vñein Paß in Egypten ſt/ welche er mehr mit Geſchick
lichkeit vnnd Rath/als mit Gewalt erobert/rnd die Araber/wel
chederen Orthsſtreuffen/abgeſchlagen vnd vertrieben. Hierauff
iſt Tomombcius, welcher nach Campſonis tod von den ſeinen
zum Sultanerwehlet/durchdieGazenſtervergewiſſert worde/wz
Sinanbaſa außgericht/aucheinvorſchlag gethan/wiemann ihn
vnverſehensvberfallen möchte. Gegen welchener Gazclum mit
d Mamelucer Pferden vnd der Araber geſchwaden Reutterauß
geſchickt. Welche ſich auffsbeldeſt durch die Wüſtengen Gazam
begeben/ Als ſolcher Ankunft dem Sinanibaſa zu Ohren kom
men/(dochvnwiſſend/daß ſolche Verrätherey durch die Gazenſ
erbeſchehen/danneralsein vorſichtiger Mann wolt ſeinen Fein
den/ſocr kurz zuuorgeſchlagenvnndgefangen/nicht ſo leichtlich
getrawen) hat er ſie wolentpfangen/vnd dieſelbe/welche auffder
Reißvermattet/geſchlagen/auffwelches die Araberentflohen Or
chanias Gobaus Oberſter Richter zu Alfair/wieauchd Haupt
mann zu Alcxandriawelcher mit dem Egyptiſchen Pferden kom
II
S IN AN BASSA. 137
men war/vmbkommen: Nach ſolchem hat ſich Gazelluswiders
vmbinallereyldavongemacht/vnndſeinReißwidernachAlfair/
daher er kommen/gewendet. Die Gazenſeraber/ſind Sinan als
ernochnitablaſſen wollen/ins Cäger gefallen/etliche Türcken/
ſodaverblieben waren/hingericht /vñden TroſtvñPackwägen
geplundert: auch zweytauſentPferd/ſo Scymusdem Sinanzu
ſchickte/beraubetvnndin die Fluchtgeſchlagen. Welche die Ara
beronlengſhernacher vberfallen/hetten auch dieſelbe alleſampt
erlegt./wo nicht JuliusbeginAchaia ankommen/vndſiebeyder
Statt Ramazurückgetriebenhette.
Als ſolches Seymovcrkundſchafft worden/hat er ſich ſehr
deßhalbenbefümmert/dann erbeforcht ſich des Sinanis, auffden
erall ſein Hoffnungvnndtroſt/Egypten zuerobern/geſtellt vnnd
gelegt hatte. Damit erhngleichwolnitlanginſolcher Nothvnd
Gefahr ſtecken lieſſe/ſondern hinbeyzeit die Hülffliche Handbie
ten möchte/ ſchickterhmal ſein Kriegsvolckinallereyllzuwel
cher/damit er der Gazenſern ihrer Verräthereyhalbenbillich loh
nenvñbezahlen möchte/hat er alle 2nſtifterſolches Bubenſtücks
tödten/ihre Güter berauben/vnd ſeinen Kriegsknechten die Statt
Preiß geben. Iſt aber vberdreytag nicht in der Statt blieben/da
mit er den Feinden/ſoizundſchvaſt entſetzetvnderſchrocken/keit
Athemzuſchepffenlaſſen möchte. Auchjhr Schlauchgefüllt/da
mitmann den Kriegsvolck trinckenzutragen möchte: In Achtta
genſeind ſie vber die Sandechtig Wüſtenkomen/obſie woldie
Araber auf der Reißofftmals angefallen.
Asſienunzu.Matarca ſechsmeyWegs von Alkayrge
legen/angelangt/ ſind vier Albaniſche Pferd von Tomombacio
abgefallen/vnndſich zum Sinanigeſchlagen/durch welcher Rath
er alles wolvndglückſelig gegen ſeinen Feindvolführet. Denn es
hatte Tomobeiusſein Geſchützhinderdie Wällverborgê/damit
er die Türcken/woſienahherzukommen/vnverſehens in die lufft
S ſchieſſen
138 SIN AN BASS A.
ſchieſſenvndſprengen möchte. Als ihm aber ſolchesdieAußfluch
tigen angezeigt/ hat er ſich wofür des Feind hinderhalt für geſe
Hen/ Doch nichtsdeſtoweniger einander Schlachtordnung ge
macht.Vnd Sinancmauffdem Rück dermaſſen angegriffen./das
Krigsvolckaucheinander mit ſolcher tapferkeit zugeſetzt/daßkei
nes dem andern weichen wöllen. In dieſer Schlacht iſt auch Sinan
Baſſa auffm Platz blieben / welchen die Mamclucicrlegt / deren
HauptmännerBidonvndGazellus geweſen. Mann hat den gan
zentag von Morgenanbiß indietunckele Nacht anein
andergeſtritten/ vnnd Selymus ſelbſten zuges
ſehen. Gemelte Schlacht iſt gehalten
wordenden 24. Januar
2nno 1517.
«OSSG
S E LYM V S OT H
MAN V S.

ACH tödlichem Abgang Baiaz


Seymis Sultanauffden Keyſerlichen Stuelge
ſº ſetzt/vnndzum Keyſerg vndgekrönet worden
Ä? Welcher nach dem er ſeinem Vater ein ſtattliche
Begräbnuß gehalten/hat er vorandingen die Genizarenvber
Äſamſchiffenlaſſen/vndhernach Perſºn mit ſeinem
KriegsvolckaußEuropaſtracks vorConſtantinopelvber geſchifft
jdmitaller ſeiner Kriegſmachtwiderſeinen BruderAchmctE
gezogen. Als aber Susan Achmetesgeſehen/welcher maſſen ſich
§j Seymus der Krongemächtiget/ daß ihm auch das ganze
Reich gehultiget/vſ vnder ſeinen Gehorſambbegeben/hater ſich
jGebirgCappadocievndkleinArº gemacht/
alldaſein KriegsvolckvnndBundtsgenoſſen auffzumanen. Als
jer Seymusſeinen BruderAchmetem nicht antreffen mögen/
ſerwiderin Birhyniamgezogen/vÄ dem Rathzu Vene
digdeßgleichen auch mit Wadiſlao Königin Vngern/vnd Sig
ſimundo Königin Polen einen Bund auffgericht/daß ſie ihn an
ſeinem Vornemmen nichts hinderlich ſein wolten. Damit er ſich
auch nichts für ſeinen Bruderzubeforchten hette/haterfünffJun
ge Söhne hinrichten laſſen, darunter Mahometis Scianſcia
Sohn geweſen/welcher kurzºº zuLaranda gefangen worden.
Ebeninſolchem Tumult ſind auch ZilibMechemetis vnd Orſa
jÄenſciati Söhnevmbkommen/deßgleichen als er etliche
Pferde gegen Amºraemºnd Aladinum Achmetis Söhne auß
geſchickt dieſe auffreiben ſolten/iſtſolchesdenjunge
S 3
Herrn durch
Mu
142 SELY MVS OTHM AN VS.
Muſtaphamverkundſchafft worden/der dann albereitlangzuuor
ein Mißfallen andeß Scymi Tyranneygetragen.
Vbereinkurzezeithernachzeugter von Pruſa hinwegvnnd
nimbt ſich an/alsoberinCappadociam ziehen wolte/aber ſichey
lends gegenLydiamgewendt/auffdaßerCorchutemſeinen Bru
der/ſodaſelbſten die Philoſophiſtudiret/ gefangen bekommen
möchte: Aber Corcuthes hat ſich vorſeines Bruderstobenſchr
entſetzet/vnd ſich in die Landſchaft Tecken begeben. Als ſolches
Selymusinnen worden / hat er einen vnder ſeinen Tohrhütern/
Azemim Caſanem Agam,abgefertiget/welcher jmnacheilen vſ
ergreiffenſolte.
Als aber Corchutes ißt mit ſeiner Dieterzveenand; Meer
fommen/vnndalldain einem Fiſcher Mauuvber den Rhodum
Schiffenwöllen/hat ihnBoſtangesbaſſa Scymi Schwehervat
ter/welcher daſſelbig Land in ſeinem Schuß hatte/bey Smyrna,
daerin einer Höle verborgen gelegen/vnnd von einem Barren
verrathen worden/gefangen bekommen. Als ſie ihn nungen Pru
fambracht/iſterbey dem Flecken Erigos nach Keyſerlichem Be
fehlſtrangulirtvnd ſein Cörpergen Prulamgeführt/vndnachal
temgebrauch zu ſeinen Voreltern begraben laſſen.
Im Jahr 1512. Als Achmeteswiderzukrefftenkommen/
vnnd von Iſmaele Königin Perſien Hülfferlangt/Zeugt er mit
fünffzehen tauſent Mannin Galatiam, allda er von vnderſchied
lichen Orthen Schreiben entpfangen/ſomeiſtentheils die Baſſa
deſgleichen auch die Genizariauß Befehl Scymianjhngeſtellt
vnndabgehen laſſen/darinnen ſie Achmetemfreundlich ermah
net/daßerauffsbäldeſtkommen/vnd das Reich einnemmen wol
te/ Danneshette Sclymusnuhn allenthalbenbeyden ſeinen alle
Gunſt verloren/Sowüſten ſie auch von Altershero/daßer/Ach
metes von Natur Holdſelig/vndſichohnzweiffelgargnediger
zeigen würde gegen ſeine Vnderthanen. Außitztermelten Vrſa
cheu
SELY MVS OTHMAN V S. 143
chenhetten ſein groſſer Geheimdieſe Schreiben an ihnabgehen
laſſendertröſtlichenzuuerſicht erwürde an ihrem guten vntºd
vnderthengengeneigtenwillen kein Mißtrawen tragen, vndſich
alsbaldherbeymachen/dcßgleichenwoltenſie ſo bald ſie der Fah
nen anſichtig würden /ſich zu ihm ſchlagen/vnndſeine Seitten
vertreten helfen. Durch welcheslüſtigvnnd betrieglic Schrei
jÄmes bewegt worden, daß er mit ſeinem Krigsrock auff
Seymum ſeinen Bruderzugezogen/vndein Treffenbey Neapoli
in Caramana auffder Awmithmthun wollen. Scym aber
hatte ſein Volck dermaſſenhinvnnd widerin die Hinderhältge
legt, daß Achmetesauffkeine Weißentrienmºgen denſelben
gefangen bekommen/vnnd nach Oſmaniſchem Gebrauchſtran
gulirtvnnderwürgetworden. Nachmaß hatmann des entleibten
Cörpergen Pruſam geführet/vnddaſelben bey ſeine Vorfahren
vnd Freundſchafft zur Erdenbeſtatten laſſen.
Achmetis verlaſſene Söhne aber haben ſich etwas beſſer
dann ihr Vatter/vorgeſehen, dann ſie nicht mitjmziehen wöllen
Alsjhn aber zuwiſſengethan worden/wie daß Selymusſren Vat
er gefangen vnndſtrangulirenhetlaſſen/iſ ſie ein gröſſer Schre
ken ankommen/vnndeinjederzufucht geſucht/woerdie befoms
men mögen. Amurates begibt ſich widerumb mit den vberigen
Perſiſchen Pferden genAmafiamberathſchlagt ſich daſelben mit
ſeinem Bruder Aladino vnd nimbt ſeineflucht vber den Euphra
zumaël Königin Perſien. Aadºnnabermacht ſich vber
den Berg Amanum in Ciliciä, vndbegibt ſich zuCäpſon Gau
ro Sultanin Egypten.
Seymus hat hierauff Amafamgepunderta Schätze
mit ſich hinweggeführet/vnndwder zu Conſtantinopelanfom
jhaben die Peſtilenzinder Stattheffizgal
ſiret ZeugtergenHadrianope/daſelbſtenºrdengan" Ä
OM
144 SE LY MVS OTHMAN VS.
Ä
ubracht.
vnnd Winter mit jagen vnnd andern Kurzweylen
Amuratem aber Achmetes Sohn hat Iſmaël freundvnnd
gutwilligangenommen/hmeſeine Tochter vermählet/vndbent
den Vſtaogieinem tapffernvnndſtreitbaren Kriegsmannmitze
entauſent Pferden gegen ſeinen Vetter Scymum außgeſand.
sererſtlich ankoſſien/hatesſhmglücklich gelungen. Aber nach
dem Chendemesbaſſa Begerbegus in Anatoliajm Eintragge
than / hatjhm ſolches nicht geringen Schadenbracht. Gleich
falßiſt auch Scymus ankommen/vnd Amuratem feindlichan
egriffenvnndzugeſetzt/aber er hatnitſchenwollen, ſondern die
lucht genommen/deme die Türcken mannlichen nachgejagt.
Damit aber Iſmaëlden Türcken ein Klotz in Weg legen möchte/
daß ſie ihmnitlengernachziehen dürfen befilter ſeinem Volck
daß ſie das ganze Land vor ihm heröd vnndwüſt machen ſolten/
danner machtjhm dieſe Rechnung/wo Seymi Kriegsoocthme
indielengnacheilen würde/fönte daſſelbig weder Prouland noch
Futterfinden/vnndmüſtenalſo/ſowolMenſchen als Vieh/ent
weder Hungers ſterben/oder aber wider zurückkehren. Welches
das KriegsvolckinsWerck gericht/alſo/das weit vnndbreit/wo
der Feind hinkommen ſolte/ weder an Prouiant für die Leuth/
noch auch Futter für das Vieheanzutreffen noch zufinden.
Mittlerweilruckt Sclymusdem Feindſtettigsnach/kombt
ſchwerlichen bey der Statt Artaxata vber den Araxem,langt in
Perſiaauffdem Zaldernaiſchen Feldan/alldaer Iſmaëlis Krige
volckangetroffenvnndanſichtig worden/Welcher ſein Lägerda
ſelbſtennidergeſchlagen/vnndſeines Feindts erwartet. Als nun
Sclym” deFeindrecht insgeſicht bekofie/macht er ein Schlacht
ordnung/greifft Iſmaëlcm Amuratemvnd Vſtaoglem zugleich
an/ darüber ſich ein ſolch Blutvergieſſenerhaben/ daßbey nah
keiner den Sieg recht davonbracht. Dann in dieſer Schlacht ſind
Calam
SE LY MVS OTHMAN VS. 145
Caſambaſſa Begerbegus in Romania- vnndVſtaoglisbeneben
dreyvnddreiſſig Sangiacs vnd mehr Ä
auffm Platz blieben vnder Seymi Oberſten riegsFürſten
jThürabes oder Thures Alsbegus Malcoz Sohnſamptſe
j Bruder MachometgroßEhreingelegt. Dann nahm ſie
je Schlachtordnung zertrennt/vnndmit Gewaltein Wegge
macht ſindſenachſmaëlisFahnen getrungen/vnndihnauffei
nem Achſelverwundet. Dochſeindhergegd beyde Brüder von
Perſiern wol entpfangen jden welche obſieſch gleichtapffer
jndritterlich gewehrct/haben ſie dochentlich mit der Hautbezah
jmüſſen. Iſmael aber iſt durch Rathſener Diener außder
Schachtentrunnen. Dieſe Schlachtſgehalten worden den 26.
AuguſtiAnno Chriſti I 14.
Der Perſierzelt/mitſampt dem Königlichen Schatz Thron
odj Sekeydung/Habit/Troß/Camelvnd Mauther
auch alle Prouiantſind Scymºzu thelworden. Es iſt auch ein
ſolchervorrathan Buttervnd Hönig im Läger geweſt(wicLewen
kaeſaget)daß einer ſolches allesnicht anſchawen können. Auch iſt
eine außdes Iſmaëls Weybernvnnd beneben derſelbenviel Perſi
aniſche Frawen vom Adelgefangen worden / welche vnſägliche
Reichtumbbeyſchgeführt. Auch ſein vnzahlbar Volckauß
dem Perſiſchen Lägerin der Schlachtvnndin der Fluchtvmb
fommen.
Aßnun IſmaëlgenTebrißumkommen/ düncketſhn/erwer
dealldamit ſicher verbleiben können Ärows begibt er ſich in
jerasbaldgroſſe Hülff von den Albanis»Äs
vndparthsbekommen mit weichener die Türcken anzugreifen
vermeinte. Aber Scymushieltdarfür/eswere nicht rathſambdas
er an einem ſovngelegenen Orth ſich mit dem Feindſchlagen ſol
e,danner albereitgnugſamb Schadten erlitten Führederowe
genalle Waffenſchmidvnnd HandwercksLeuthmitſichvone
T briſio
146 S ELY MVS OTHM AN V S.
briſiohinweg/beyden Euphraten allda invoerſchiffen viel Zelt
vnnd Geſchütz vndergangen/ve Kriegsleutherſoffen/auch viel
vom Feind/ſohnen nachgeſagt/erſchlagen. Doch iſt er beneben
denvbrigenvnverletztgenAmafiam foſſien/daer dann ſein Win
terläger gehalten
Folgendes Jahr hat er abermals eingroßVolck zuſammen
bracht/widerinPerſiamgezogen/vnnd die Statt Camachüoder
Ciammam am Euphratgelegen/erober/vñwie Lewenflaeſagt/
hat er alles was von Manlichem Geſchlecht geweſen/tödtenvnnd
wmbbringen laſſen/ hernach die Stattmitallerhand Notturft/
Prouiantvndgnugſamer Beſatzung verſchen
Nach dieſem iſt er mit ſeinem Kriegsvolck von dannenauff
gebrochen/inmeinung/die Dulgadirenſiſche Herrſchafft/dader
Aledolier ſein Hofflägerhielte/zuvberziehen. Deſwegen Sinané
baſſamaußgeſchickt/der den erſten Angriffthunſolte/er aber wol
teallgemach hernachfommen. Aadeulcs der lang zuuor Sinanis
baſaevnd Scymizufunfftvergewiſſert worden/hat ſein Kriegs
volckauchherzubracht/ vndengeſchwinden Anſchlag gemacht/
Nemblich / denSinanembaſambey Nach / ehe er ſichsver
ſehen/zuvberfallenvndauffzureiben / Sofönte er hernach dem
Sclymodeſto leichterobſigen.Sinan baſfahathierauffwelcher de
Boſſengemerckt / Aladeulem vmbgeben vnndvmbringet/ſein
Kriegsvolckgeſchlagen/vñjnenthauptenlaſſen. Deßgleichen ſind
auch ſeiner Sohndreyden Türcken in die Händkommen/welche
gleichfals hingericht worden. Sein Landhaterzuiner Prouin
gemacht/ſolches indrey Sangiacatgetheilet / vnndvber daſſel
big Saxovarogem Alibegum welcher Aladeulis Bruder Sohn
war/zum Regentengeſetzt. Danner hatte kurz zuvor ſich zudem
Selymogeſchlagen/ vnndihm nicht geringen Nutzen geſchaffet.
Nach dieſem hat er Sinanèbaſam miteincmthey ſeines Volcks
in Aſia verlaſſen/vnd ſich gen Conſtantinopelbegeben. Z
U
SE LY MVS O TH MAN V S. 147
Zu dieſerzeit ſind die anzarn in Prisbaſe Lägergefallen/
vndern groſſe auffruhr erregt. Aber Selymus hat Achmetembaſ
ſam, ſo dieſer auffruhr ein Anfänger geweſen/tödten laſſen/Für
ters widergen Conſtantinopel gezogen./daſelbſtenIſchenderem
baſſam ſeinen Tochtermann/Tazifadem Cadileſcherum,vnnd
Balim Germen Sinanebaſlam, ſovmbermelte auffruhrwiſſen
ſchafft gehabt zum todverdampt. Deſgleichen hat er auch der
Vngern Einfallen in Mafiamvnnd Thraciam, deſſen ſie ſich vor
derzeit befliſſen/geſtillt.
Aiß auch Seymusverſtanden/daßCampſon Gaurus(wel
cher Conſaues Gaurisbeyden Türckengenennt wird) Sultan
in Syriavnnd Egypto/ſich Iſmaëlis des Königs in Perſienange
nommen haben ſolte/ fertigeter Geſandenanhnab/Iachinden
Feld Oberſten/vnd Cadileſcherum, welcher in Muſulmaniſcher
Religion Höher Prieſter iſt/beyhm dem Campſonianzuhalten/
daß er ſich des IſmaëlisFreundſchafftvnndverbundnuß entſchla
genwolte / weil ſolcher ſich der newen Aberglaubiſchen Religion
anneſienvndverthädigen/daß MahometiſchGeſetzaber corrum
pirenvnd vndertruckenhüffe.
Campſon, der albereit dem Seymo ſeiner Tyranneyver
haſt war/ vnd ſich vor ſeiner groſſen Gewaltforchte / trugevor
ſorg/wo Scymusdie Peſier bezwungen haben würde/daßerſhn
hernach ebenermaſſen auſ Syrien verjaget/vnndſein Landein
nemme. Antwort den Legaten/ erhabenichtsmit dem Selymozu
ſchaffen/ ſondern wolle ſeinen Freunden/diejeztwider alle billig
keit vndergetruckt weren/ſoviel Hülff beweiſen/alsvieljm mög
lich. Auffwelches die Legatenvnverrichter Sachenwidviñgekert
vnd zum Keyſerkommen/ſodamals eingroß Volckvber den Bo
ſphorüinLycaoniamgeführ/ſein Sohn SoymannumvndPyr
robaſſam zu Conſtantinopel gelaſſen/Zafferer Eunuchumaber
dem er viel getrawet/ſczctervber ſein Schiff,
2 Mit
148 SE LY MVS O TH MAN V S.
Mittler weil war Seymusgen Caeſarcamgezogen/alsIa
chisvnd Cadileſchcrus von Campſonczurückwder heimkom
men. Vber welche Antworter ſehr erzürnet/nimbt ſich doch an/
alsober in Perſiam ziehen wolte/damit dem Sultano ein blinden
Lermen zumachen. Schickt derowegen etliche ſeiner Reiſigen vor
jhmher/welche zu Scbaſta (ſo heutiges tags Sivas genennt wird/
einkehren ſolten. Eraberzeugteilends wider zurück/vndfcltvber
den Berg Taurumin Commagenam: Deſgleichen nimbt Sa
xovarogles der Aladulierdie Fleckenein/ſovmbden Berg Ama
numgelegen. Dannigenañter Bergtheilet Ciliciam von Com
magena vnd Syria. Campſon / der ſich ſolches Einfals nicht
verſehen/macht ſich in groſſereylauff Damaſcum zu. Wird aber
auffdem Weg antroffenvndvberwunden/daer dann alſo in der
Flucht geſtorben. Diß iſt geſchehen/den 27. Auguſti. 15:15. eben
auf den tag/auffwelchentag im vorigen Jahr Iſmaël Scachus
der Perſer König auf dem Zalderawiſchen Feldgeſchlagenvnd
erlegt worden
Nachdem nun das Egyptiſch Kriegſvolck den Sieg ver
lohren/vnnddie Türckenoberhand behalten/hatmann Campſo
nis Leichnam für Sultan Selymumbracht, welcher denſelben
fleiſſigbeſichtiget/vnd nach Candtsarth /waſchenvnd zurErden
beſtatten/auchvber ſolches Grabein Heußlein/damit estrucken
ſtehen möchte/bawenlaſſen.
Hierauffalsdievmbligende Stätte vernommen//daßſhr
Königſamptdem Kriegsvolckgeſchlagen/vnd Sultan Scymus
dieoberhand behalten hat alsbald die groſſe Statt (Alepſampt
dem Schloß dariñen ſich ins Selymi Gewalt ergeben/deren viel
andere nachgefolgt. Auchhaterlunusbaſſam genDamaſcumge
ſchickt/welcheſchbenebenden StättenTripoli,Berytha,Sidone
vnd
SE LYM V S OT H MAN V S. 149
vndProlomadewilliglichenergeben/die Mameluckenaber/ſinº
durch die WüſteninEgypten geflohen.
Asnunale Sachenin Syriaganz glücklichenvnnd geſchwind
verricht worden./ ſchickter Sinanembaſſam mitfünffzehentau
ſen Pferden vorhnherin der Philiſter Land/Ä
Gazamnechſtbey den Wüſten gelegenwelcheatsbad Sinanº
äeingenommen/vnd die Araber abgetrieben. Die Mamelucken
aber welchemitlamburdo Gazelogen Alfarkommen"Ä
erwehlen Tomombcium zu einem Sultanan Campſonisſtatt/
jnvuduweidarbeyhnenwar/ſoderncheGº nach
dem Sultan iſt. Dieſer hat alsbald den Gazclum(welche die
Türcken Zamberdim Gazatim McliculemVmcram, das iſt
Begerbegum zu Damaſco nennen miteinem he ſeines Heers
genGazam geſchickt, der den Sinancmaufhaltenſolº Se
miVolckzuhmkommen könte:Er aber der Seymus/hat ſich
mitgroſſereyldurch die Sandecht Wüſten in die Grenzen Ga
zxbegebenvñverfüget. Als ſolches Sinanibaſae zu Ohren kom
menderdamals zu Remlcwar/Zeugterin eyteler Nacht gegen
jdjffhn Morgensfrühan/ ſchlegthnaſººº
groſſe Anzahl Mameluckenvmbkommende andern aber ſo noch
y ebenbeben/habennothwendiglichenſchwiderin Egypten
kehren müſſen.
- DFärcken/welche die von Gaza verrathen ſindvbevº
Bürgern tractirt worden/dann ſein das FeldlägerSinanisbaſ
gefallen/großTyranneyan de Kranckengevbet/die ZeltvñTroſ
beraubet Deßgleichen haben ſie auch zwey tauſen Pferd/ſo Se
ymusdem Sinanizuſchickt/geplundertvndin die Flucht geſchla
gen/welche die Araber ohnlengſt hernachvberfalle/vſ allerſchla
genhetten/wohnnicht.lulius Sangaeus in AchaiabeyderStatt
F.amazuHüffkommenwere. Iztgenanntenuº hatSelym
gleichfalßdemSinanivberſchicket/damit er jm Ä
3 wie
so S E LYM VS O TH MAN VS.
wiewolcrnitwüſte/wasſchzugetragen hatte. Als er aber nach
mals vernommen./daß ſolcher in gefahr kommen hat erHymbra
corbaſamandie Grenze in Perſiengeſtellt/vnnd ſeinem Volck
abermals Hülffzugeſchickt/damit dieſelbe Iulebo oder Iulio San
giaco ſodainthalCarabaſſe/vonwegen der Araber Einfall/wel
che auffdie Türckenſtreifften/ingroſſer Nothſtunde / zeitlichen
Hülff leiſten könten
Seymus, der ſich ineinnenmmung Egypten auffSinanem
wegen ſeines Glücksvnndverſandſehr verließ, ſchickt dasvberg
Kriegvock vollendszuhm. Eraberzeugtetwas vom Wegab
vndbeſicht das Heylig Landvnd Hieruſalem. Nachdem er nun
ſein Gebettalldagehalten/ vnd den Chriſtl. Prieſtern Geſchenck
verchret/haterſchvolgendentag widerauffſein vorgenommen
Weißbegeben. Mittlerweilhat Sinan die Bürger zu Gazajhrer
Verräthereyhalbengeſtrafftvñhr Gütervnderd Kriegsvolck
8etheitet.
Nachſolchem hat Selymus zu Tomombaeoeinen Legaten
von Keyſerlichen Stamgeborn/Murates Circaſfusgenannt/ab
gefertiget/ welcher eine Ehrliche Werbunganjhnſolt gelangen
laſſen/den Tomombaciusſampt denjenigen ſofhm zugeben wa
ren/hinrichten laſſen. Vber dieſen Todſchlag hat ſich Scymus
hefftigergrimmet/vndſeinFeltlägergen Ramam oder Remlem
geſchlagen. Als er aber dahin kommen/hater verſtanden/daß die
Burgerſchafft zu Rëlceben zu derzeit als Sinanbaſlades Nachts
Gazellum vberfallen vnnd ſchlagen wolte/ ins Lägergefallen/
die Türcken/ſovielſiederenfundengeſchlagen/vnd derentodten
Leichnam in Brunnenvnd Grubengeworfen haben ſolte. Die
ſer loſen Leuthbegangener ſchändtlichen Mißhandlung iſt Su
tan Selymusinnen worden/derowegener die Thäter am Leben
ſtraffenlaſſen daraußerfolgt/daßfaſtdermeiſttheil der Inwoh
SE LY MVS OTH MAN VS. 1;
nern zu Remlen durch die Türcken/welche ſich vber ſolche That
hochlichen ergrimmet/erwürgt vndvmbgebracht worden.
Davon dannen iſt der Türckiſch Keyſergen Cudſimubarec,
(Alt Jeruſalem genannt) gezogen./daſelbſt hat er außAndacht
alte Orthvnnd Heyligkeit beſucht/ eine Nacht allda verblieben/
dem Veſper Gebett/ſampt denen/ſonechſ darauffolgen/vnnd
Axagenennt werden/inder Mcſchita oder Statt Hauptkirchen/
Deſgleichen auch dem Nacht Gekett/welches manngemeinlich
zwoſtund/ nachdem die Nachtangangen/zuhaltenpfleget/bey
gewohnet.Volgendestags hat er ſich früh aufgemacht/vndvmb
Mittagzeit zu Gaza angelangt./daſelbſten haben er vnndSinan
bäſſajhr Volckzuſammengeſchlagen.
Nachdem ſie nun ein Hauffenaußjhrem Volckgemacht/
ſind ſie nur dreytag zu Gaza verblieben vndſtilgelegen/damit ſie
rem Feind./ſoſchhochentſczct/keinzeitzuerholengeben möchten.
Setzenderowegen durch die Dürreſandechte Wüſten/vndwend
Sinan ſeine Reißauff Alkair zu./füllt die Schleucherſtlichen mit
Waſſer/damitmann die Kriegſleuth/ wo ſie durſt leiden ſolten/
widerumberquicken könte. Aber ſie haben auffermelter Reiß/ſo
groß Glück gehabt/ daß es ihnen an Getränckvnnd Waſſernic
malsgemangelt/dannesſtettigsgeregnet/damit daß Viehvnnd
Kriegsvolckdendurſtgeleſchet. Nachdem ſie nun durch dieſebe
ſchwerliche Wüſtenkommen/haben ſie zu Salachige angelangt
daſelbſten ihr Camel mit Waſſer beladen/ vnndauffihrer Reiß
vortgezogen. Doch hat Scymuszuvor Chuſeinembaſſamſäb
lenlaſſen, weil er geſagt/eswere dieſe Reißvergeblich vnndvmb
ſonſt angefangen.
Als ſie nun zur Statt Mathcara kommen/haben ſie allda
Tomombaeiumſampt ZwölftauſentMameluckenvnndeinem
vnzchlichen Haufen Araber antroffen / welche dem Feindt
tapfferlich zugeſetzet / vnnd alſo einander angegriffen/daß fei
158 SE LY MVS O TH MAN VS.
ner dem andern das Feld laſſen wollen. Endlich nach dem Sinan
baſſavmbkommen/vnd die Nacht eingefallen/hatmann auffbey
den Seitten aufgehört zu ſtreitten. Diß iſt geſchehen im Jahr
1517. Tomombari hat# mit ſeinevberigen Volckinſchneller
eylnach Alkair begeben. In derſelben Flucht ſind zween vornem
be Oberſtenauß den Mamelucken/welche hart verwund/gefange
worden/BidonviDuvcidarcs Magnus welche Sclymus alsbald
ſäblenlaſſen.
Auffſolchesleſ Selymusſein Kriegsvolck/welches auf der
weitten Reißſchrvermattet/dreytag lang in die Ebneoder Aw/
zwiſchen Alkair vnd Bolato gelegen/von wegen des Waſſers/ſich
lägern vnnd nidergeſchlagen/ damit er ſich daſelbſten widerumb
erholenvndzukrefftenkommen möge. Als nun dieſe dreytag ver
offen/falléſiemit Gewalt in die Statt/ſcharmützeln zweengan
zer tagvnnd Nacht / vnndkan fein the dem andern obſigen.
Doch Letzlichen/nimbtTomobaeus die Flucht/vñbegibt ſich vber
den Nilum. -

Gazellusaber/der kurz zuuorin Thcbaidem, Volckauff


zumanenvndzuſammenzubringen außgeſchickt war/alsergeſe
hen/daß alles verheeret/dieStatterobert/Tomombrus verſagt
vnndweder mit Rath oder hat etwas zuwegenbringen möchte.
Begibt er ſich mit etlichen Fürſtenauß Arabia auff des Seymi
Seitten/von demeerwolempfangen/ vnnd wegen ſeiner Ritter
ichenThatenvnd MannheitvnderdievornembſteKriegs Ober
ſtenverordnet worden.
Mittlerweilhatſich Tomombacius in der LandſchafftSai
ten oder Scicčtica geſtärcket/verhoffend nunmehr Glückzuha
ben/vndetwas beſſer außzurichten. Scymusaber/erobert Alfair
vnderdes/vndzeugtauffden Königlichen Pallaſt. In voriger
Schlacht waren zwey tauſentvñfünffhundert Circaſſigefangen
worden/von welchen Scymuszweytauſentſäblen/die andernwi
d
S ELY MVS O TH MAN VS. 13
derzuverwahrſambbringelaſſen. Doch/damit er keines Vnglücks
ſich weitterszubeförchtenhette/auch die arme Vnderthanin kein
Gefahr bringen möchte/fertigeter etliche Legaten an den Sultanü,
welche auf gewiſſe Conditionen Fried mit ihm machen ſol
f Ä die Mamelucken haben ſie vbelentpfangenvnndtöd
takt.
Nach ſolchem begibt ſich Tomombaeus vber den Nilum,
daßeralldadieTürcken/wann ſie vberdaß Waſſer ſetzen würden/
vnverſehenerweißvberfallenvnndſchlagen möchte. Aber Cano
glis, Scymi Schweſter Sohn/ hat mit ſeinen Tatarnvber das
Waſſergeſchwembt/dem Muſtaphas,GazcllusvnndCaierbcius
zu Hüfffommen / vnndden Tomombacium in die Flucht ge
ſchlagen. Die Arabier aber ſo in derſelben Gegend gewohnct/ha
benfür gut angeſehe/maſſoltedz ganze Land eines einigen Men
ſchen wegen nicht in gröſſerjammervndvnglück gerathenlaſſen/
ſondern hn dem Feind liefern. Derwegen ſie allPäßvnd Weg
dardurch erflichen müſſen/verlegt/vñhn/alserinjr Handfom
men/dem Seymogefänglich vberantwortet/ welcher ihn zu Al
kairhengenvndſtrangulirenlaſſen.
Alsernunganß Egypteninſein Gewaltbekommen/hater
daſſelbe in etliche Sangiacatabgethelet.IonuſembaſſamvberAl
fairgeſetzet/vnd von dannenwider in Syriamgereyſet. Nachdem
ſolches die zu Alexandriainnen worden, haben ſie ſich ergeben/de
nen dieDamiatra (welche die Pcluſijſind)gefolget.
Nachdem nun Sclymusgeſehen / Ä Frieden
in Egypten/hat er ſich mit den Arabiern/Moren/vnddenen ſozu
Syenen wohnen/verſöhnet: Amyraſſes vnnd Rayſalomon aber
(welche Campſon in vorigen Jahren mit Galeenauffdaß Ara
biſche Meer geſchickt/daß ſie die Luſitaner/welche Gewürzvnnd
wolrichende Speccrey außden Indianiſchen Kauffſtätten in Hi
ſpaniam führen würden/beraubenſolten) als ºfº. AIL
14 S ELY MVS OTHM AN VS.
Campſonvnnd Tomombaeusgetodtet/vnºd Egypten von den
Türcken eingenommen worden, haben ſie ſich nicht wenig entſe
set. Sobald aber Amyraffesgen Meccamſichen wolte/hat ihn
Rayſolomon auf den Weg gefangen/vnndgetödtet/ auch ſich
ſampt der Galeen / welche zu Suefaean Portſtunde/an Sey
mum ergeben. Als die Türcken dieſes Schiff zu Hüfbekofen/
haben ſie das Land/ ſo auffder Rechten Seittenbey Africaegt/
einbekommen/vndalle Landſchafften am Meer/welche bißander
Abyſſiner Grenzen ſtoſſen/erobert.
Als nun Schymusſein Reich mit ſo vielen Candtſchafften
gemehret/iſter vber den Nilum durch einen Schiffmann Curlo
gium Halicarnaſſeum in Alexandriamgeführt worden/alldaer
17. den 1. Juli im Jahr 1517. ankommen./daß er die Statt vnnd
Schloßbeſehe / welche an das WaſſerPharum gebawet waren:
auch die Galeenbeſchawete/welche kurz zuuor von Conſtantino
pedaſelbſten ankommen. Soballderallda angelangt, hat er alle
Mamelucken/ welche gefangenlagen/tédten laſſen/vnnd omb
fünfhundert der Egypticrvornembſten vñmächtigſte Geſchlech
terin Thraciamgeſchickt./damit ſie in ſeinem Abweſen nichtstic
wesanfangen möchten. Nimbt auch alle Schätz/ſowogemeinen
Bürgern als auch der Statt. Deſgleichen führt er auch mit ſich
hinweg/dz ſchöne Gebewvon Marmorſteinvnd köſtliche Ziera
then/damit der PallaſtzuAlkayr gemacht geweſen: Vornemblich
aber der ſchöne Pallaſt Dultiba.ae Sultang, welcher gegen Auff
gang an der See / ſozu Alkair iſt/ſtehet/der dann mit allerhand
ſtattlichem Edlen Geſteinvberzogen geweſen/welchesriemann
ſagt/auß dem altenLabyrinthooder Irrgarten koſſien/ſoKönig
Mcnisgebawet: Dieſes alles hat er abgeriſſen/vnndmitſchgen
Conſtantinopelbracht.
Hierauffiſtjmgewiſſezeittung ankommen/wiedaß Iſmaël
Scachus
SE LY MVS OTH MAN VS. 155
ScachusKontgin Perſien eingewaltig Volckauffbringe/ das
Türckſche Land durchzuſtrauffen/derowegen hat er Cayerbcü
zum Oberſten vber Egyptumbeſtalt/ die Statt Alkarwobeſe
ct/viſch in Syriaminaroſſereybegeben. Als er aber noch auf
derReißwar/iſter durch Hymbracorbaſlä(welchèerindPerſier
Gräng verlaſſen hatte) ſchriftlichen verſendiget worden./daß I
mael an ſeinem Vornemmen verhindert worden / dann hn die
Scythavnnd Hyrcanimit Kresangegriffen/vnndſey nunmehr
nichts in Perſiazubeforchten. Deßhalben wird er anders Sinne/
verordnet Gazellum zum Oter errter Syram / vrndſchft
mit gutem Windwidergen Conſtantinopel.
Alser nun alle Sachenvnnd Kriegshändclglückſeligvnnd
wolvollbracht/vnndenzeitlangzukriegen aufgehört hatte/zeugt
er von Conſtantinopelab/vorhabens/ſchgen Hadrianopelzubc
geben/dzerallda beſſer lufft habe/vñſich an ſolchem ſchönen Ort
erluſiiren möchte. Indem er nun auf dieſer Reißzulnzuamit
etlichen ſeinem guten Freunden vnd Dienern eingekert/iſter da
ſelbſten/ wie dann der Mulumaniſcher Brauch ſº ins Bad
gangen / ſich darinn zu reinigen / in welchem hm ein großEGe
ſchwer oder Peſtilen auf dem Rückvmbdie Nieren aufgefah
ren/welches ihn ſehr Geſchmerzt. Doch hat er ſich ſolches nicht
irren laſſen/ſondern von dañengen Chiorlü(eine Statt in Thra
cia gelegen da er ſchºn vorigen Jahren mit ſeinem Vatter Baia
zete geſchlagen) gereyſt. Nachdem ihn aber die Schwacheit
garvbernoſien/daß er nicht wetterkommen mögen/hater Noth
halbenſchnuderlaſſen/vnndſem Gezeltauffchlagen müſſen/da
mit ſeine Leibärztehn urirenvndhelfenforten.
Mittler weit ſchickt er ſeine Dephter darios oder Rentmei
ſter/Rechenſchreiber vnd Caſſierdiener/ſampt PrivñAchmeta
baſſengen Hadriancpe/daß ſie auf d; grºſſe FeſBairä(welches
in den September gefellt/vndenFaſtenvorhergehct/wicbeyrns
2. daß
56 SE LY MVS O TH MAN VS.
das Paſcha oder Oſtern) alleNotturfft beſtellen ſolten/damit daſ
ſelbig Muſulmannſcher Gewonheit nach vonſhme/ſobalder
ſelbſten hernach kommen würde/wie er danngentzlichenverhofft/
zu Adrianepelſtattlich gehaltenvndgefeyret werden möchte. Bes
heltniemandtsmehrbeyſch/als Ferhatcm Baſſam, mit demeer
ſich ſeiner Sachen halbenberedee
Ob nun wo die Balbirer keinen Fleißgeſpart/jhrem Her
ren wider zuvoriger Geſundheit zuverhelfen/hat doch ſolches
nichts wircken wollen/ſondern eben an dem Ort, da er mit ſeinem
32 e. Vatter die Schlachtgehalten/vndihm mit Giftzuvergebenbe
fohlen hatte/geſtorben/im Jahr Chriſti 152 o. Als er acht Jahr/
Acht Monatvnnd Achttag geregiret hatte. Iſt ein Scharpffſin
niger vndſtreitbar Fürſtgeweſen/alleinſein Tyranney/ſoeran
den ſeinengevbet hat ihn ſehr beſchreyet. Dannohn ſein Vatter/
Brüder vnd Brüder Sehn/hater auchMuſtacem Callogerum,
Chendemcnbaſſam, Boſtangem Ducaginoglin, ſeinen Toch
termann Ionusbaſſamvnndandere berümbte Männer
wmbs Leben bracht/ die doch alles gutsvmbſhn
verſchuld. Welches allesjhn bey den
ſeinen ſehr verhaſtvnndin
groſſen vnwillen
bracht.
OVID IrvAT. AEGYPTO SYRIAM IvNXISSETIBLSI Lo
SVLTANITTTYLos INVIDA FATA NEGENT

-
- - - >
öBENE AcHoMEMosTENTAs DEFENDERE FINEs
QVI PROPRIIS SELYMVS TE SPOLLABIT ERIT,
-
-
- - - -
159

CAM PS ON GA V R V S.
Sº AMPSON Gaurus, welcher bey den
# Türcken Conaves Gaurs genennt worden, ſº
Ä. Egyptenvnd Sultan geweſen/hat beyden
SÄMameluckenwind Creaſenwethe." her
TenTengroß Gewann Anſehen gehabt darumb ſiehn
djnuhremsulanerweh? ſehmaderſolche wahlzuwiſ
ſengehan/iſt erſchrerſchrocken, weil etliche Sultan zuuordurch
ihre Kriegsleuth wmbfommen/deßhalbener ſolche Dignite mit
ganzem Ernſt abgeſchlagen / als die ihrem Beſitzer ſchädlich:
Äuch ſeine Freunde mit weinenden Augen gebetten/ daß ſie ihn
beyſeinem Priuat Sºdº vnd nicht in Gefahr ſeines Le
jgenwolten. Danner encº ſich wegen ſeiner ge
ringen Haab / ſo hete er auch Ä Rath noch Hülffſolchen
mächtigen Feinden widerſtand zu thun. Nichtsdeſtoweniger ve“
mantenjhn die 3 ürſtcn/ daß er das Glück nicht vera chten/auch
jnen Nutzen/welcher Troºd Hülff beyhmſuchte/
in ſo groſſer Gefahrvndvnglº ſtecken laſſen/mit welchen
wortenſehnberedt/daßer daß Reich angenommen -

Im anfangſeines Reichsha er alle auffrühriſche Meut


mechertsdten laſſen./rnd alſo ganz Syria vnd AEgypto Friedvi
Ruhserſchaffet. Daß auch ſein Reich ſechzehengartzer Jarang
jagefochten blieben. Deßhalbenmann hnbillich für Glückſe
ghete hätten auch nennen Ä ſo ein mächtig
jewecheser mit ſtetigem Frºn groſſem Reichtumban
gefangen vnd gegründhaftenRuhbeben/vnd nicht zu der Per
ſer Reichkoſienwere. Daſ ScÄ usTürckiſcher Keyſer machte
den ganzen Orientvnrühg/vnd brachtdenſelbigenvnderſeinen
Gewalt. Es
I6O- CAM PºS ON GA V R VS.
Es verließ ſich Campſon ſehr auff ſeine Mamelucken/die
den Türcken ſowolin Kriegshändeln/als Rathvnd Erfahrung
gleich ſtrichen: welche auch vor derzeit durch ihren Feld Ober
ſenCayerbeicmdem TürckeninCilicia,AdenavnndTarfigroſ
ſen Schaden zugefügt/Auch Miſtheum PalaeologüvnndCher
ſeoglumBaiazctis Tochtermanngefangen mit ſich weggeführet.
Derowegen hat gemelter Campſon bey Lebzeiten Baiazetis, als
IſmaëlisScachi Königs in Perſien Legaten zu den Venedigern
geſchickt worden/daß ſie dieſelbige anreizen/einen Krieg wider die
Türckenzuführen/vnd doch nichtszuwegenbringen könten/für
tersin Cyprum von dannen in Syriamgefahren/vnd ſich mit PC
trozenoder Venediger Burgenmeiſter / ſo in Syria wohneten/
vieler Sachen halber berathſchlaget/vndalle Venediger/welche
zu Alepo,Tripoli,Berythiovnd Alexandria, Kauffmannſchafft
trieben/auffbegeren des Türckiſchen Keyſersgen Aikar gefan
gengeführt/ſievbeltractirt/daß ſie allererſtvber ein ganzes Jar
mitdem Leben kaum darvonkommen.
Aber nach dem Sclymus Baiazetis Sohn durch ſein groß
Glück die Perſer nicht wenig geſchwecht/ſeine Brüder getödtct/
das ganze Orientaliſch Reicheingenommen, auch ſeine elteſten
Bruder Achmetemſtrangulirtfleucht ſein Sohn Amurates in
PerſiamzulſmaëlcScacho, der andSohn aber begibt ſich vberde
Berg Amanum in Syriam zu Campſoni damit erſcherbeyihm
leben möchte. Vber den ſich dann Campſon erbarmet/vnndjhn
gutwilliglichen auffondangenommen.
Ohnlengſthernach/als die Türckender Aladulier Reichero
bertvnnd zu einer Landſchaft gemacht hetten/verfügt ſich gleich
falsMahometes des Königs Sohn/dſichdañauchfür dessely
miTyranney befürchte/in Syriam zum Campſoni, bittjnvmb
Hülff. Als dieſe zweenFürſten dem Sultanerzelet/mitwzvnmen
ſchlicher
CA MPSON GAVRVS. 16

ſchlicher tyranney Scymus die Völckerſoervnder ſein Gewalt


gekracht./pagte/vnndmitwaeglückerbey nahganz Aſam ihm
vnderthetig gemacht hette: Haben ſie ihn nicht wenigerſchreckt
auch dahingetrieben, daß er mit ſeinem ganzen Heer ſich auff
machenvnd dem Tyrannen widerſtand thunſolte/mit der Ver
warnung/daß ſie deſſen gewiß ſein ſolten/wo Sclymus die Perſer
vberwettget/daß er alsdann auch die Syrier vberfallen/vnndvn
der ſein Gewalt bringen würde,
Derwegen hat er alsbald ſein Kriegsvolckin AEgyptovnd
Iudaca auffgemahnet/vnd ſich in Syriam begeben: Welches Se
ymum, der jetzt auf der Reißnach Perſien war/ſehr vnmütig
machte. Damit ergleichwolCampſoncm von ſeinem vornem
men abwendigmächte/ ſchickter Cadileſcherum den Oberſten
Kriegſraht zu ihn/mit dem gemeſſenen Befehl/daß ſie ihman
zeigenſolten/eshette Sclymushohevnd wichtige Vrſachen/daß
er die Perſer mit Krieg angreifen wolle. Ä eg hetten die
Perſier eine newe Religion angefangen/damit ſie ganz Aſian
vnruhigvndirrig gemacht/die Mahometiſche Lehrveracht/wel
che die Arabi, Afri, vnnd Aſiaticivnverändert vnnd vnverletzt
behielten.
Nachdem nun Campſon der Legatenlange Oration, welche
ſie wider die Perſiergehalten/angehört/firaffterſeernſtlich/vnd
ſagt/esſey der Sultaniſchen Ordnung einverleibt/daß ſie die
Gerechtigkeit handhaben/vnd diejenigen/ſovon ihrem Feindvn
billig verfolgt würden/erledigen ſolten: Auch könte er ſich nicht
auffeinesvngerechten Raubers Seitenſchlagen/noch der vnder
truckten Perſer Schaden vngerochenlaſſen.
Als Sclymusvernommen/daß ſeine Legaten nichtsverricht/
's
I62 CAM PS ON GA V R VS.
erzürnt er ſich vber deß Sultani ſtolze Antwort/nimbthm für/
ihn anzugreiffen/cheer ſein Vorhaben volführete. Nachdem
ernumvber den Boſpherum geſchiffet/vnndin Lycaoniamkom
men/ſein Kriegſvolckaber zu Caeſarea angelangt. Führet Cam
pſon ſein Heer von Orontedurch Commogenamgen Alepum.
Dieſe Stadt iſt vorzeiten Hierapolisgeweſen/vndandem Waſ
ſer Singagelegen/ſoHyalon Königin Scythia zerſtöret/Alepi
usaberaußdenverfallenen SteinhauffeneinneweStatt nach ſei
nem Vatter gebawet. Auff daß aber Scymus dem Campſoni
ein blinden Lermen machen möchte/nimbter ſich an/alsobErvff
ſeiner vorgenommenen Reyß fürfahren/vnd in Perſiamziehen
wolte: Schickt etliche Pferde vor ihm her/welchegen Sebaſtian
kommen. Er aberzeugt wider zurück/vifeltvber den Berg Tau
rum in Commagenam, deſgleichen auch Saxovarogles welcher
die Landſchafftvmbden Berg Amanumeinhatte.
Campſon aber/der ſich der Türcken Ankunfft nicht verſe
hen/erſchrickt ſehr/nimbthmauß Raht IamburdiGazelli ſo O
berſter zu AmanovndApamia, auch eintrewer vndwolerfarner
Kriegſmann war /gentlichen führ/wder nach Damaſco zu
kehren/vndallda/alseinem ſichern Orth zuerwarten/wocs mit
dèKrieghienaußwolte.Cayerbeies aber/Oberſter zu Alepo vnd
Commagena,ſodem Campſoni auffſetzig war/weiler ſeinem
Bruder mit Gifft vergeben/vnd ſich ſeines Lebensebenermaſſen
befürchtenmuſte/vermahnethn/daßer der Türckerwarten/vnd
ſich ihnen ſteiff widerſetzen ſolte. Schickt vnder dcß heimlicher
weiß Brieffan Scymum, vnndverſpricht ihm die Stadtvnnd
Schloß/ſobalderankommen würde/zueröffnen.

Hierauffhat ſich eingroſſe Schlachtauff beyden Seyten


erhoben/bevorauß/zwiſchen SybeyſcBalvano, Tetrarchazu Da
maſco
CA MPSON GA V R VS. 163
maſco, vndamburdo Lazcllo. Weil aber Cayerb ſich zum Tür,
ckengeſchlagen/vnd Sybeyſes beneben dem Tetrarcha zu Tripoli
vmbkommen/entfleucht Campſon, der ſich wegen ſolcher Verrä,
thereyhochbekümmert./mitgroſſereylnach Damaſco/Weiler
aber nunmehr Alt/vndſhm die Reißzuſchwer./ſtarberauff der
Reyß. Gazclus zeugt mit den vberigen Mamelucken nach
Damaſco.

Folgenden Tag hat Scymus die Stadt Alepumſampe


dem Schloß eingenommen/vndlanusbaſam mit ſeinen beſten
Pferden nach Damaſco verſchicket/dieſelbeeinzunemmen/wel
chen die Burgerſchafft./nach dem ſie deß Sultani Todt innen
worden/williglichen auffgenommen. Kurz hernach haben ſich die
andern Stätte in Syriaebenermaſſen ergeben.
Scymus läſt deſ Campſonis Cörpervnder der erſchlage
nentoden Leichnam fleiſſignachſuchen. Welcher/als erfunden
worden läſter denſelbigen für das gemein Volck tragen vnnd
edermannzeygen/damit er die Syreralſo erſchrecken vndinge
Ä behalten mochte. Dann viel vnderwunden ſich das
Kriegſvolck zu bereden/eslebte der Campſon noch/vndſeyſe
zund mit allercylnach Alfeyrgezogen/daß er alldaeinnew Volck
auß Egypten/vnndArabia zuſammenbrächte/vnd die Türcken
auß Syriajagte/welchedeß Orthsvnbekannt/vndgroſſen Hun
gerlitten.

- Als ſie aber dißtrawrig Spectaculgeſehen/haben ſie ſich ent


ſetzet/auch keine Hoffnung mehr haben wollen einige Freyheit
zuerlangen/derowegen ſie dem Scymoalle Trewvnnd Gehor
ſambzugeſagt. Welcher/nach dem erdeß Menſchen Standt/
vnd Veränderung betracht/haterauß Rahtſeiner Freund/den
3. 2 Cörper/
164 CA MPS ON GAV R VS.
Cörper Sultani/ſoallbereithalbfaul/inein Leychkahr ſchlieſſen/
gen Alepum führen/vnndehrlichen zur Erden beſtatten laſſen.
Dieſe Schlacht iſt geſchehenden ſieben vnd zwanzigſten
Auguſti/im Jahr Chriſtivnſers HERrnvndScº
ligmachers eintauſentfünffhundert
vnndfünfzehen.
167

T O M O M B E I V S.

Achdem Todt Campſonis haben die SNa


meluken/ſovielderen noch in gehaltener Schlacht
vberig blieben / ſich beneben ihrem Veldoberſten/
amburdo Gazello (der dann zu Damaſco nicht
verbleibenturfte) durch die dürrevndſandechte Wüſten/ſoSy
riam von Egyptenſcheidet/gen Memphim(welche man heutiges
tags Alkayrheiſſet) begeben.
Damit ſie aber ihre Sachen/ſoſehr vbelſtunden/ etwas
widerumb zu recht bringen möchten/haben ſie Tomombcium
oder TomombaimCircafſum (welcher damahls Dedarusma
gnus oder Vlu Duvcidar oder Emir Chchir,das iſt Oberſter/vnd
höchſte Obrigkeit nach dem Sultan war) ſeiner ſonderlichen
Tapferkeit auch Weißheit halben zu ihrem Fürſten vnd Regen
ten erwehtet. Dañerallein fonte der Mameluken Dignitct/ſojzt
allenthalben veracht vndvnterdrucktlage/widercrnewern/vnnd
das Reich/welches ſehr verfallen/ins vorigseſſevnnd Standt
bringen.
Dieweil ihm aber nicht vnbewuſ/daß der meiſte Handel
an Wahrvnnd Waffenhinge/vnnd das all ihr Glückauff dem
Krieg ſtüabe / leſt er alsbald allerhand Wafen ſchmiden/das
Kriegſoolckmuſtern /die Reutter beſchreiben/vndalles anders/
was zum Kriegſweſen von nethen / beſtellen. Fertigt auch
an alle benachtbarte Geſandten ab/vnndbittdieſelbe gegen ihren
offentliche Feindvmbhälff/auch die Arabiern vund Africaner.
SchicktgllichfalsPoſipotten an den Königin Perſien/zu bitten/
daßer Commagenamvnnd Aſiamminorem, ſo jetztmahlsv
belbeſatzt/vberfallen wolte/damit der Feind alſo von ſeinem ange
fangenen Krieg widerwendcn/vnndſein Landſchafftenverthdi
gen/
168 T O M O M B E 1 V S.
genond beſchützenmuſte. Mittlerweil hatte der Sinanbaſſa
die Arabier welche der Orhts ſtraufften / widerauß dem Feldt
eſchlagen/vnd Gazam erobert.Tomombcius welcher von denk
von Gaza alles deſſen/ſoſch zugetragen/vorgewiſſert war /ſa
hevor gutan/mankontejetzt leichtlich Sinanem vberfallenvnd
ſchlagen/ehederander Hauffzuhm kommen würde: Fertigetde
rowegen Gazellum mit ſeiner Ritterſchafft ab/hn vnverſehens
zu vberfallen vnnd zu ſchlagen. Welcher in allereyl durch die
Wüſtengen Gazamfommen / dafm dann Sinan wider alle zu
verſicht bey der StattRemlcentgegenkommen/derdcß Nachts
dahin verrückt war/ſeinen Feindzuentpfangen/welchencr/wie
ihm dann rechtgeanet/nicht aufzubleiben vermeinet. Eyletde
rowegenſovielervermöcht/dem Feindt zu/alſo daß er am Mor
genfrüh deſſelbigen Volck/ſo wegen der wetten Reißvermattet/
angetroffen/mit welchem er nicht allein ein Treffen gethan/ſon
dern auch den Kriegerhalten/vndeingroſſe Anzahl Mameluken
erlegt. Die vberige ſeind beneben dem Gazello wider durch die
Ä /daſe herkommen/geflogen/vnnd zu Alfayer ang
angt.
Vnder deß/weil dieſe Schlachtgehalten wird/fället die Bur
gerſchafft von Gaza herauß/plündertdeß Sinanisbaſae Ceger/
vndzündenes mit Feweran. Welcher ober ſich nichts gegen
ſie beſorgt gehabt./ſohater doch vor wenigen Tagen ſein Läger
außerhalb der Stadt auffgeſchagen. Dieſe Verräteherey hat
den Sclymum ſehr erzürnet/ſchickt derowegen das ander Volck
alldem Sinanizu/vndzeucht durch die dürrevndſandichte Wüſte
in Egypten: ob wo die Arabier ſein Kriegſvolck Tag vnnd
NachtſoHisvnnd Durſthalben ſehr ſchwach war/anfielenvnd
vbelplagten.Tomombcius aber damit er vorſtehender Gefahr
begegnen möchte/verſichet die Statt Methaream(6. Meilvon
Alfairgelege/vnd vonwegendeßköſtlichen Balſams/ſodaſelbſt
viel
T O MOM BEI VS. 169
dielwechſ/berümbt) mit groſſem Geſchütz/vnd befeſtiget ſolche
mit Gräbenvnnd Wällen. Da er dann der Türcken mit zwölff
tauſent Mamelucken vnnd mit einer groſſen Anzahl Arabiſcher
Pferden wartete.
Mittlerweilſind vier Albaniſche Reutter von Tomom
bcio abgefallen/vndſich zum Sinani (der dann ſelber ein Albani
er von Geſchlecht war) geſchlagen welche ihm gerathen/daß er
den OrthbeyderStatt Mathareavermeiden ſolte/dahinderdem
Wallbey der Königlichen Straſſen/darauffdie Türcken ankom
men ſolten/ etlichgroß Geſchütz verborgen ſtünden/damit die
Egyptierden Feind angreiffen wolten/ deren RathSinanbaſſa
gefolgevnndſein Kriegsvölckvonermeler Straſſen damit ſie
dem Geſchützentweichen möchten/abgeführt.
Hierauff Tomombcius ſeyn Volck anders angeordnet/
vndden Feind hinderrücks mit ſo Ä angegriffen/
daß er auch nichts was zum Sieg dienſtlich/vnverſucht gelaſſen/
In dieſer Schlachthaben Gazellusvnd Bidon den Sinancmbaſ
ſamerlegt. Letzlich aber/als die Nacht eingefallen/vnd der Streit
einend gewinnen wolte/ſinddie Mameluckennachdennechſtge
legen Bergen zugeflohen/vnd ſich in die Stattbegeben. Sclym"
muſtertſeyn Volckbey Mathareavnd Rhodaniavffsnew/kome
vberdreytag zur Statt/ vndſchlegt ſich nicht weit von Bulacho
nider. Hergegen hatte Tomombcius Achttauſent Egyptiſche
Knechtgerüſt/vnd von Mauritaniern/ArabiernvnndJüden ein
new. Hülff bekommen./mit welchener vermeinetdas Türckiſche
Cägerzuvberfallen/vnnddie Zeltentwederzurbrechen/oder mit
Feweranzuzünden: Aber es iſt im nichtangangen/dann ſolches
Sclymodurch etliche Außflüchtigezuwiſſengethon worden. Hat
derowegen die Statt Alkairdreyganzertaglang belegert/dafür
ein ſolch Blutvergieſſen geweſen/daßmann nicht wiſſenfönnen/
wohin der Sieggerathenwolte/ Bßentlich die Statt allenthal
P ben
I7O TO MOM BEI V S.
ben angezündworden / welches durch einfallen/vnndniderreiſſen/
den Volck/ ſo in der Beſatzung gelegen/ſolchen ſchaden gethan/daß
an allen Orthen nichts als Elend vndjammerzuſehen. Als aberSul
tanusgeſehen, daß kein Goffnung mehr vorhanden/hat er die Statt
verlaſſen/vnd iſt in die Landſchafft Seiecticamentrunnen. Wie erbey
die Statt Cyrenen kommen / ſterckter ſein polckwiderumb/vermei
nend/etwas beſſer außzurichten/rnd erwartetaldadeß Gazelli/wcl
chen erin Arabiam vmb Gülffaußgeſchickt hatte. 3nden eralda
ſtilllagefömpt Albuchaniar Fürſtinjggemelter Landſchaft zu Se
ymooffenbarethn Tomombe Fürhaben/vnd ſagt ihm ſein Gülff
zu/wo es die Vorhvnd gelegenheit erfordern würde,
Obereinfleinezeit hernach/betracht Selymusdaßvnbeſtendig
Glück/rndſhet vor gut an./esſeyeviel beſſer daß er einen Friedvnnd
ſtillſtand auffrichte/danndaßerſchlengerdem wngewiſſen vfizweif
felhaftigen Glück vnderwerffenſolte / Fertiger derowegen etliche
Geſandten an Tomornbeitsmab/welche mit ihm auffgewiſſe condi
tion einen Stillſtand vnd Friden auffrichten ſolten / «Dann er hatte
von Albuchomarevernommen, es würde jgund Rayſalomonvnnd
Amiraffesauß Sueſſa vomDort des Meersallda abgefordert/wel
che vor derzeit Campſon auffdas Arabiſche Meer geſchickt / daß ſie
den Luſitanern/ſdauß den 3ndianiſchen Banffſtätten Gewürzvnnd
andere Wahrabboletenvndin Giſpaniamführeten/den Paß verle
genſolten. Sie Abgeſanden aber waren Türckiſche Prieſter vndvor
neñe Leuthanß Egypten/ welche die Mameluckenvbeltractirt/ehe
ſefur den Sultanfommé. Tomon beius hatte mittlerweilſein Volck
geſtercket/vnd ſich an den Iilum/dahin Selymus wie er vernommé
bet/kommen ſolte verneinend/jnallda im vberſetzen zuuerhindern/
welchen er/ſobalderankommen/vberfallen/ vnd ein groſſe Widerlag
der Türcken begangen.
Aber Canogls/Chamsin Taur caCherſoneſo Sohnvnnd SelymGe
mahls Bruderſchwemmet mit ſeinen Tatarm vber das Waſſervndſchlegt
die Mvuitaner von Vferab/hterzwiſchen haben Muſtaphas/Gazellusvnd
Caterbetus ſich mit den Tatarnauffdas ander Vfersegeben./videnTomö
betum mit Gewaltiger Hand angegriffen ihn nach geſagt, denſelben/alser
in einen Bruch in der Landſchafft Seccuſſ ſtecken blieben angetaſtºvnnd
Ä AlFair gefangen geführt. Welcher mit einem Gewand von
uch bekleidervnSvffeinen Camelvorm Volckher/bºßan die Portender
Statt/welche Baſſrelegenenntwird/3n Sport geführt, da er dann mir viel
Egyptiernvnnd Mamelucken/welche mithm gefangen vom Leben zum
todtvervrheilt worden, ORs
-

- ---
-

&P V FTÄTTFGTTETTF
SecTAToR RECTI IVSTITIAEQYE VoCoB -
O RC HAM V S.
SRCHAMAS oder Orchamus, der
auch Gobaeusgenennt/ein RichterzuAlkar/iſtbey
Ä5 den MamelucÄg ſeiner Gerechtigkeitvnnd
S & Erfahrung in Kriegs Sachen ſehr berümbt wº
nöen Ehrengehalten worden. Iſtauß Egypten bürdig/mann
hatgewiß darfärgehalten/ erhaben Herfoſſien von dem Pro
pheten Mahomet. Als aber nach AbfallCayerbeijs Hauptmann
zu Alepo Campſon vberwunden/vndin der Fluchtgeſtorben/Iſt
Ämbürdus GazclusMelicules Vmera, das iſt/Begerbegus zu
Damaſco mitdenvberigen Mameluckengen Alkairentrunnen/
alldaſchauffsnewgeſterckt/vndvon Tomombeoggen Sinas
jembaſamſo Gazambelägert/außgeſchickt worden/daßerde“
ſelbigenvberfallen vnnderlegenſolte/ehe ScÄ Türckiſcher
ÄAH
ſein ganz Heer zu des Sinanis Volck würde geſchlagen
Mit dieſem Gazello macht ſich auchOrchamasauff/Als
ſienungegen Gaza vberandie Gränzcbeyen Dorfkommen/
haben ſie alldaen Brunnen von hellemynnd ſüſſen Waſſerfun
den/darauß diejenigenjhr Schläuchgefüllt/ſodurch die Wüſten
ziehen müſten
Alshnaber Sinanbaſa zuuorkommen./ ſind ſie etlicher
maſſen erſchrocken/doch haben ſie ſichnothhaben mit dem Feind
ſchlagen müſſen. Welcher Streitlanggewehret/vnndder Sieg
auffkeine Seittenfallen wollen. Entlich hat Sinanbaſſadas
Feldbehalten den Hauptmann von Alexandria, Orchamun
Gobcum Richter zu Alkairſampt vielen Arabernvnndimehr als
M 3 tauſent
I74 O R C H A M V S.
auſent Mamelucken erſchlagen. Von den Türckenſindinder
Ähachtbeynahzweyjfej gefallenvndauffder Wal
ſtatt blieben/vndſ aufbeyden Seiteneingroß Bluuergeſſen
Ägſj erſchlagene Kopffan die
schºworden/FolgendenSiegzeichen/auffgehengtwor
Palmenbawmas
Pen. dievberigen aber ſo mit dem Öj
entrunnen/ſind durch die Wüſten/da
Her ſie gezogen/widergen Al
faur kommen.
Y- NörTeropEstav Dr. Marvs Nvrs1sse Goexoes
2. 2 NOMEN HABESIVSTINOBILE LAVDE VIRL -

- -
2 FVSCA SvAs FoRMAs ET MAREOTIS º A
- - - - - - O
S AL OM ACHE GO
BEI Gemahl.
EFFALOMACHE, dieſe Frawiſt auſ der
Sº StatAlkairburdig/Seriphis SchweſtervnndGo
- briorchamac Richters zu Alkar Gemahl gewe
Sie Wameluken.
ZESNnachwir hiebevor der SNamclukëSul
tanenvndhrem Reich offtmalsmeldungge
Lºtham/Achten wir nötig/daß mann kurzlich
erzehte, werde SRameluken geweſen/vnndwomann
meyne/daß ihr Vrſprung herkomme. Von denen
leſetmann in Hiſtorien alſo
Nachdem die Egyptierdeß Grigiſchen Regiments
vberdrüſſig worden/ haben ſie der Conſtantinopoli
ſchen Keyſer Joch von ſich gelegt/vnd Calipham der
Saracener Herzogen zum König erwelet / welcher
ſein Herkoſten vöPropheten Mahomctentpfangen.
Von welchem ſiehre Geſetzvnd Ordnungen/ſowo!
in Geiſtlichen als Weltlichen Sachen empfangen von
dem auch die andern Könige in Egypten Caliphage
nennt worden. Der letzte dieſes Namens regieretin
AEgypto als GothofridusvnndBoemundus das
Königreich zu Heruſalem eingenommen. Danndie
ſer Caliphas/alser von Almerico/ſoBalduino im
Reichfolgete/angefochtenvnndvbelgeplaget ward/
hat den Sultan in SyriavmbHälffangerufen.
Welcher
Die SMameluken. 179
Welcher ihm zwar Hülff geleiſt/ aber doch dcßReichs
beraubetvndgefangengenommen.
Vou derzeitan haben folgende Caliphae/gleich
alshohe Prieſter/das Recht in Ä Königreich tra
ctirt/ond die Könige durch ihre Stimmerwclet. Daſ
ſie haben ſich der Verwaltung des Reichs enthalten
welches bey den Sultancn verblieben.
Erſlich hat Sarracodie Königliche KronvñSce
ptergetrage/welchem ſein Sohn Saladinusgefolget/
der die Chriſten auſ dem Philiſter Landvertrieben.
Ermeltem Saladino ſind ſeine Söhne vnndviel En
ckelnach einer Ren im Reich Ägypto ſuccediret/
deren letzter Mclechſala von des Sarraconis Ge
ſchlecht hergeboren. Welcher nachdem er ſein beſtes
Kriegsvolck verlohren/vd den Egºptiervelgetra
wete/ſich mit Frembter Hüſgeſiercket. Zur ſelbigen
zeit ſind die Tartarivnd ScythaeinArmeniamvnnd
Aſiam durch die Caſpiſche Porteingefalleneingroſſe
Anzahl Comanen gefangen hinweggeführt/ vnd
Mclechſala verkauft. Solchehaterin Egyptenver
ſchicket/vnd zu Kriegſleuthen gemacht. Dieſerhatſch
hernacherin beſchutzung des Königreichs/Glückſelig
gebraucht auch Ludouicum Königin Franckreich
beyHeliopoli (welchemann Heutiges tags Dami
Z 2 ATAII
IZO Die SNameluken,
atammennet)gefangengenommen. Iſt doch onlengſt
Ä durchconſpiration vnnd verbindung ſeiner
Diener/bevorauß aber eines/Turcomanni Coma
nigeſälbet/vnndalſo ſeines Reichsſampt des Lebens
beraubt worden. Jetztgemelten Turcomannum hat
Cothos Comanus getödet / das Reich eingenom
men/vnnd die Tatarn/welcheerzuHyaloinSyriage
laſſen/erſchlagen. Letzlich iſt er von Bandocadorc
vmbs Leben brachtworden/ſo Richardumden König
inEngelland mit dévberigen Chriſten außganz Syria
vertrieben.
Demnach Bandocadormit Gifft hingericht /iſt
Epis an ſeine Stattkommen/ Elpi Melochutreps
gefolget/welcher die Chriſten auß'tolomaidevnnd
Tripoli geſagt. Denen ſind etliche Sultani gefolget/
deren Namen in Hiſtorien nicht außtrücklich zufin
den Vnder dieſeiſCayerbeies berümbt geweſewel
cher die Türckenin Ciliciavberwunden/die Perſier
ſo auffSyriamauß Meſopotamiaſtraufften/ abge
ſchlagen die Arabierbezwungen/vndallen Benacht
barten Völckernein Schrecken geweſen. Nach Cay
erbeiistod haben Campſomia vnnd Acbardinüs
ſeinen Sohn Mahometem mit verbindtnuſſenvnd
groſſen Verheiſſungen ſeines Vatters Reich einzu,
III
Die SNameluen. 18

nemmengetrieben. Weiter aber wider dieGeſetzvnnd


Ordnung der SNameluken gehandelt /iſterin einer
SMalzeit von einem Circaſſenerſchlagen worden.Die
ſen Todſchläger haben die andern SNameluken zuei
nem Sultan miteinfelliger Bewilligung erwelet vnd
gekrönet. Endlich hat Gialpes Hauptmannzu.Da
maſco vnd Syrien eingroß Kriegsvolck nach Alkair
geführt, denſelbengefangen vnd Königlicher Würden
beraubct Giapalates aber/alser Geizig vnd Tyran
niſch regieret/ iſt von Tomombcio angegriffen/
zu Alexandria geſenglich eingezogen vnmd kurz her
nachſtrangulirtwordé. Welcher an dieſe Statt Sule
tanhatwöllengenennt werden. Als er aber die Egy
ptier vnnd Syrer grewlicher als die vorigen plagte/
vnd alſo jedermann verhaſtvnndvnleidigwar/iſter
im Achten SNonat nach ſeiner Wahl von des Giapa
laris Freunden getödtet worden. Nach ſeinem todha
bende Mamelucimitheimlichen verbuntnuſſen vier
Jahr lang gegeneinander Feindſchaft getragen/vnd
das Köngreichbcynahgautzvmbgekert. Dann ſich
niemand dieſer Würden anmaſſen dürfen/weildie
ſelbevoller Gefahrſtacke/vnddicSMameluckeneinan
der verhaſt worden.
Nachdem ſieentlich in der That vernommen
Z 3 daß
18. Die SYNameluken,
daß ihr Reich durch ſolche Vneinigkeit zugrund gehen
würde/wodieſelbe enger wehren ſolte/aben ſie Cam
pſoncm Gaurum/ ein Mann der Gerechtigkeit zi
gethan/ vndin Kriegshändeln volerfahren zu einem
König erwelet. Ober gleich dieſe Ehr ein langezeit
Ernſtlich abgeſchlagen hat er doch letzlich ſolche mit
gewaltauffvndannehmen müſſen./wiewolerfichſe
nes geringen vermögenshalben/welches ſo geringve
re/daß er auch den Kriegsleuthen mit eine Verehrung
reichen möchte/offtmals entſchüldget.
Dann er befürchte ſich vor der SNaneluken vnbe
ſtendigkeit vnd verbundtnuſſen. Dann esſeind dieſe
Völcker Getae,Zinchijvnd Boſtarnacam Schivar
zen SNeervmbdas See Maeolim vonend/vnndmit
einem Namen Circaſi von den Völckern Cercicis,
beydenColchis gelegen/genennt worden. Dieſenem
men die Myſ oder Valachi, an der Tonaw/wieauch
die TatariPraecopicnſes in der kleinen Tatarwo
nend/die benachbarte Patolij Sarmataevnd Roxola
ni, ſoofft ſie dieſelbeantroffen/gefangen/bringen ſie
alle Jahrgen Alexandriam, vnndverkaufen ſolche
dem Sultan zu Alkair. Welcher gemeltegefangene/
wann ſie noch Jung/in allen Kriegsvbungen auffer
ziehen vianführen läſſet. Wann ſie hernach " C.
Die SYNaneluken. 83
ſenwerden ſie alsdamm/nachdem ſie qualificirt/zuvn
derſchiedlichen Graden vnd Ehren/vornemblich aber
in Kriegsſachen/erhobenvndpromoviret. Auffderen
SYannheit vnd Gewalt verleſtſichderSultan gleich
wie es die Othmanniſche Keyſer mit der Chriſten Kin
derhalten, welche dieſelbeauffgewiſſevmdbeſtimbte
zeitaußleſen/vndauß der Chriſten Stätten in Grac
ciavnnd Aſianemmen/ſolche hernach mit allem fleiß
aufferziehen laſſen / alsdann vber ihre Landſchafften
vnd Kriegsvolckſezen/vnd Genizargenafit werden.
Dann die andere Egyptiervnd Syrier dörffen nicht
beyden Keyſerlichen Rathſchlägen ſein/Kriegsämpter
tragen/ oder zu einer Obrigkeit geſetzt werden.
Vben allein den AckerbavvñKauffmaſ
ſchafft ſind denSNameluckenvnder
worffen/beydenédetz Reichs
verwaltungſtehet.
-oSS
IV N VS BAS SA,
VNVSBASSA, der auch Muhcmet
genannt/auß Albaniabürtigiſt/einerfahrnerKrigs
mann geweſen. In dem Krieg/ſo Seymus widerTec
E3.E. kclem CuſelbamKriegs Oberſten in Perſiageführt
alßer Cappadociam, Lycaoniam, Pontum vnd Bithyniam mit
Fewervnd Schwert verheerete hat er ſich Ritterlich vnd Tapffer
gehalten. Deßhalbener dann beydem Türckiſchen Keyſer ingroſ
ſen Gnadengeweſen. Dann er beneben Achometevnd Corchu
te,Baiazctis Söhnen/deſgleichen auch Alybaſſa, Teckclinach
gejagt/vnd denſelbenbey dem Berg Olyganeben Ancyraantrof
fen/vnd mit den Perſiern Tapfferlichen geſtritten.
Als nun Alybaſaim ſelbigen ſtreitvmbkommen/iſt Junus
baſſa(oder Junuſesbaſa)an ſeine Stattverordnet worden. Wel
cher dem Achmeti das Kriegsvolckabgenommen/ vnnddurch
Cappadociambey den BergAntitaurumkommen/von dannen
mit vierzigtauſentaußerleſenen Pferden/ſamptvnzehlichègroſ
ſe nGeſchütz zu Taſcia angelangt.
Da aber Teckclesvernommen/daßer zu ſolchem Hauffen
viel zu Schwach/iſter indes Bergs AntitauriKlüfftevndheim
liche Orterin den Wälden verborgen gelegen. Außdenen er end
lichen getrieben worden/vñſich ineiteler Nacht darvongemacht.
In ſolcher Flucht hat er daßmeiſtetheil ſeines Volcksvnndeiner
ſtattlichen Beut (welche er vormals in den Stätten Aſiae bekom
men) verlohren. Wiejhm aber keine Hülff von IſmaëlcScacho
geſchickt worden/hat er ſich widenin Armeniam begeben.
Junusbaſa, als er ſeinen Feind nicht anroffen./noch ſich mit
ihm ſchlagen können / haterjhn als ein Vberwundenen vnnd
Aa Feld
186 V N VS B AS SA.
Feldfächtigefahrèlaſſen. Sondern von dieſem Zugwiderabge
kehrt vnd die Sinwohnerin kein Aſiafo des Aidars vnd Imbelis
Region zugethan geweſen/mit allerhand StraffenvnndPºin
emartert. Nachdem aber Scymus Iſmaëlemvberwunden/vnd
Ä den Königliche Reſidenz vnder ſein Gewalt gebracht
Ciammam eine Stattauffdemeuſſerſten Vfer Euphratisgle
generobert den Aladolienſer König gefangen vndgeödet/vnd
ſein Königreich in ein Prouinzgemacht hatte/hater Saxovaro
glern des Aladolienſiſchen Königs BruderSohn zu einem Ober
ſten darüber geſetzt
Dßgleichen als Iſmaëlſo gegen die BadtrianosvnndHyr
canos mit Kriegsgeſchefftenbeladen/Noth halbèwiderin Thra
eiamziehen müſſen damit er den Hungern/ſoin Moefiam vndin
Thraciam eingefallenſtewern möchte/hater Iunusbaſlam (ſoda
mals zu Boſna Illyrici Landvogt war) gegen ſie außgeſchickt.
Welcherbey der Statt CaininCroatiavber die Sawgeſetzt/vf
durch Savoniamgezogen. Die andern Türcken aber als ſie vber
die Tonawkommen/haben in den grenzen zu Hungern angefan
genzurauben vnndzuplundern/darauffin kurzer zeitervogt/
daß durch dieſe verſehung die Hungern in ihrem Land bleiben
müſſen.
Nachmals als Campſon Gaurus Sultanin Syrien vnnd
Egypten / nachabfall Cayerbeis Hauptmann zuAlepovnºd
Commagenabey der Statt Alepogeſchlagen/vndin der Flucht
weil er altbekümmert /vnndmatt worden /vmbkommen hat
Seymus Iunusbaſſam mit einer ſtattlichen Ritterſchafft gen
Damaſcum abgefertiget/daß er die Statteinnemºnen/vndlam
burdum Gazellumſampt den Mameluken von der Flucht abho
lete. Als er aber erfahren/das Campſonvinbkommen/ſterbene
ben Sebeiſe Balvano Tetrarcha zu Damaſivnndeinem andern
Ferrarcha zu Tripoli durch die Wüſtengen Alkair geflohen.
darauff
IVN VS BASSA. 187
Darauſfdie von Damaſcolunusbaffamalsbald in die Stattge
laſſen, welcher Tripolis, Berythum, Sidonvnd Ptolomaisnach
gefolget/vnd ſich den Lärckenebenermaſſen ergeben.
Als nun Scymusſolchen herrlichen Siegerlangt./ ſchickt
er Sinanembaſſam, ſobald er vermöcht/vorihmher/Gazam zu
belägernvndeinzunemmen. Welcher/ſobald er die Statteinbe
kommen/Gazellum zurückgeſchlagen/Orchamam Gobaum
den Richter zu Affairerlegt/ begibt er ſich ſampt ſeinem ganzen
Volckvber die dürre Sandechte Wüſtengen Mathaream, von
dannenkomptergenAlkair.Als ſie allda vor Matharea abermals
eingroſſe Schlachtgehalten / ſernddie Mamelukenſampt dem
Tomombaco (welchen ſie furzzuuor zu einem Sultanerwect)
eſchlagen worden. Von dannen haben ſie ſich mit allereylinder
Flucht nach Alkayr gewend/ denen Scymigant Heerauff dem
Fuß nachgeſagt: Daſelbſten in den Gaſſen der Statt ſich ein groß
Blutvergieſſenerhoben. Die Bürger in der Stattwarfen Stein
vnndZigel auf die Türcken/vnndſchoſſen mit allerley Geſchütz
der Wett von Tächern vnd Fenſtern herab. Daſcbſen auch als
JunusbaſainbeyweſenScymietwas zu kühnvnndtäpffrich ein
Egyptiſch Hauß/darinndie vornembſte vom Adelvnnd Bürger
der Stattgeflohen ware/ſturmete/iſter mit einem groſſen Stein
wider die Erden geworfen/ vnndaußdem Tumult halbtodge
tragen worden. Darumb ſich der Keyſer ſehr bekümmert.
Nachdem nun alles mit Fewerangezündonnd verbrennt
verzagt Tomombacus vndfleuchtober den Nilum zu Albucho
mat Königin Scicctica, daſelbſtener ſich widergeſtercket/vnnd
den Feind angriffen /iſt aber von Türckenvberwäldiget/gefan
genvndſchendlicherweißgchengt worden.
-
2a 2 Als
188 V N VS B ASS A.
Als nun Schmus alle Feindevberweldiget/vnd deren Land
ſchafftenvnder ſein Reich bracht/ ſtellter Cayerbeio die Vog“
tey Egypten zu. Welches unumbaſam vbelverdroſſen/ſonach
Sinanisbaſae todt den andern an Gewaltvnnd Kriegserfahrung
weit vorgezogen ward. Nimbt Dadari Sultanin Egypten ein
Schloß ein/theiletalle Beut/ Güldenvnnd SilbernGeſchirr/
vndeingroſſe Summ Geltsvnder ſein Kriegsvolckauß/damit
er ſiehm günſtig mächte. Welches Sclymum ſehr geängſtiget/
dann ihm ohne das Ionusbaſa Gewaltvnnd groſſe Authoritet
verdächtig.
Alservmbſolche Vogtey/darauffer langgehofft/kommen/
hat er ſich vor groſſer bekümmernus einer Schwachheit ange
nommen/vndiftetlichetag lang nicht zuScymofommen. Dann
es hielten ihn viele Diengvom Türckiſchen Keyſerab/Vornem
ich aber ſein groß Authoritet.beym Kriegsvolck/ſein hoffertig
aufgeblaſen Hochmut/dervergifft Tranck/ſoer Cayerbeiozuge
richt/Weiler etliche ſtattliche Geſchlechter außEgypten/welche
nach Conſtantinopelſolten geführet werden zu Alkarbey ſich vff
gehalten hatte: Vnd dañweiler Schmumindereylerzürnet: Er
hat auchon Befehl des Keyſers den KriegsknechtenſrBeſoldung
beſſern laſſen/vnd doch ſolches nicht/wie ſichsgebürt/den Cam
mermeiſtern angezeigt/damit daßVolcknurauß Haß gegen Cay
crbcium in AbweſenSclymiwasnewesanfangen möchte/ſojezt
von Egypten in Syriam kommen/Iſmaëlcm Scachum in Perſia
zubekriegen. Als ſolches für Selymum foſſien/haterjhn ſonder
lich/weiler ſich vom Kriegsvolck ein Sultanſchelden
laſſen/in ſeiner Gegenwart/ober ſich ſchon
lang entſchuldigen vnndaußre
den wöllen/ſäblen
laſſen.
QVA.NVILICEDAT DANAEA PERSISALVM
ADDIXIT THALAMISMAGNE AGATHYRSE
191

MAN TO I AN V SIS
B ASS AE Weib.

sº ANTO Muhcſumeti oder Ionuſs


baſa Web auf renº
geboren/von Geſaltſchrſchön welche
WÄoonhrem erſten EhevogtZebalamitin
Feggefähret worden. Als aber ihr Gemahvm
kommniſſe in der Türcken Gewaltblieben
Ohnlengſt hernach hat ſie Ionusbaſſa ihrer
Schönheit vnndſcharpfinnigkeit haben in Weib
genommen/ vnndſievnder ſeien Weibern am lieb
ſengehalten / biß daß ſiebeyhºº in verdacht kon
jobſererewvndpflicht dieſe verſprochen
nicht gehalten hette.
Dann ſie ſeinesſeiffenvnndvnluſtigen Sin
mes gar oberdrüſſig vordeº/ deſ halben heimlicher
weßwiderinhr Vatterland zu ziehen vorhatte.
In dem ſie aber auf ein zeithrem Eunucho
ein Schreiben anhre Freunde darinnſebegert/daß
D
192 M ANTO.
dieſelbe ſie abholen wolten/zugeſtellt. Vberreichterge
melt Schreiben ihrem Ehevogtlonusbaffaewelches/
alsers durchleſen/ hat er ſich hefftig darü
berergrimmet/vndſiealſo außgroſ
ſem Zorn mit einem Dolchen
erſtochen,
- NET
SO LY MAN N V S.

SNJahr Chriſti 52 o. Nachdem das Per


Äſiſche Reich abgenoſien/vnd Seymus/Türckiſcher
# Key EgyptenviSyrienºn. ſeinGewaltgebracht
ſtirbter an der Peſtilenz. Doch hatte er zuuordie Defterdarios
Cammermeiſter)Primbº vſ Achomatembaſlam vorjm
hergen Hadrianope geſchickt, daß ſie daſelbſtenauffdzFeſt/wel
hes vorhanden alle Nohweig Diengbeſtellen ſolten: Allein
Äſaſtbeim Keyſerblieben/vnndſeinernder Swach
heitpfleget
Äg er nun geſehen daß Seymus geſtorben ſchickt er
den Oberſten Thorwachtmeiſter gen Maniſam zu Solymanno,
hme ſeines Vatterstod anzuzeigen/ vnnd zuuerkündigendaßer
jädeſtſichin die Stat machenwoche ſolches den Geni
zarenvnnddem Hoffgeſindkundgehº würde. Welche dann die
Sjch des Keyſerstodzuplundern pflegen
Nach dem ſolches Solymanno wiſſen gethan worden/
hatertag vnd Nachtgereiſetbißergen ſchendo am gegen Con
ſtantinopelvberkommen da ein Schiffgeſeſſen/mit der Ge
nizaren Hauptmann in Keyſerlichen Palaſtgeführt vntºd von
jedermann ein Keyſer genenntvnndverehretworden. So bald er
nun ſeinen Vatter mit groſſem Prachtvnndherrlichkeit zur Er
denbeſtattet / hat er ſich von anfang alsbald mit ſeinen Räthen
berathſchlagetwe das Cañzu Hungern erobernvndvnder ſein
Gewalt bringen möchte.
Im Jahr 1521 haterſein Kriegsvolckauffgemahnet des
vorhabens Grgiſch Weiſſenburg zu belägern/ auffder Reß
haben ſie daveſ Schloß Buräegalemwelchesdie Hunger Sa
- Bh 2. bac
194- SOL Y MAN N V S.
bacznennen/vndander Sawgefegen/erobert. Andeſſen Maw
renFleuſt die Sawin die Tonaw. Dieſes Schloßhat Achoma
tes Baſſamitſtürmender Hand den Vngern abgewonnen.
Mittlerweil hatt Solymannus Pirimbaſſam mit ſeinem
Kriegsvolck vorher geſchickt / daßerdeß andts Orthvnndgcle
genheit beſehen ſolte. Er ſelbſt hat ſich auch nicht langgeſaumbt/
ſondern mit dem andern Hauffen bald hernachgefolgt. Als er
nun beyGriiſch Weiſſenburg angelangt, iſt er mit dem Geſchütz
vnd Mawerbrechern hinangeruckt/Laufgräben vnd Schanzen
vnbdas Leger machen die Mawernvndergraben/vnd mit Pul
uer ſprengen laſſen alſo daß die Mawrender Erden gleichwor
den/vnd die Statt den 24. Juni im Jahr 1521 gewonneuvnnd
erobert. Dieſes ſtein ſonderlich Bruſtwehr der Hungern ge
weſen/Dievºſach aber dieſes Kriegsſt dieſe/weil ſie die Türcki
ſcheGeſanden/ſo Tribut forderten/vbeltractirt/vndmitgroſſem
Spotaußhrem Land getrieben hatten.
Folgendes Jahrzeugter wider zu Feld/vndſchickt ſein Krigs
volckin Anatoliam. Muſtapham baſlam fertiget er mit einer
Armada nach Rhodiß / dieſelbe zuroberuvnndeinzunemmen.
Er aber begibt ſich ſamptdem Fußvolck bey die Statt Mermere,
welche Achzehen Grigiſcher Mey! Wegs von Rhodisabgelegen/
von dannen das Kriegsveck mit Nauenvbergeführt worden./vſ
die Statt allenthalbenhartbelägert.
Als nun Solymannusſampt ſeinem Volckfommen/haben
die Chriſten/ſovielderen in der Statt geweſen /einguten Muth
gehabt/ſich mit Spielen/Schawſpielen/vndandernfurtzweilen
erluſtiret/den Türcken dazugeſpottet/vermeinend/ſie wolten alſo
die Stattden Türcken vorenthalten.
Ob nun wolSolymannus oftmals mit ſturmender Hand
angelauffcn/iſter doch allzeit abgeſchlagen worden./ "# (
SOLYMANN V S. 195
auffallerhand Mittelgedacht wie er die Stattgewinne öchte.
Indem er ſich nun hin vund her beſonnen/ ſichter von vngefehr
jen Berg nicht weit von der Statt ſiegen begibt ſich auffden
ſelbenbeneben ſeinem Volck/ober etwas darauffverricht möch“
tecſ alles Erdrich vonermeltem Berg in die Stattgräbentra
gvndſchütten/dardurch in ſchnellereydic Graben der Erden
gleichworden. Leſt auch ſein Geſchü auf die Statt richte/durch
weichesſtettigs Schieſenentlichen die Mawren/vſ Bollwerck
zugrundgefallen. Deſgleichen auch die Gebcwvnnd Mawren
ondergraben/durch welches die Bollwerck eingefallen./daß die
Türcenebnes Fußhieneinlaufen mögen.
Als aber die Rhodiſergeſehen / daßein Ernſt daraußwer
denwolte/vnnddaß ſie die Stattnichtenger erhalte möchten.
Haben ſie GeſandenanSolymannüabgefertige mGeſchenck
offerirt/vnnddarbeyvnderthenig bitten laſſen mit dem erbieten/
daß ſie die Statt auffgebenwölten/we ferner ſie mit ihrer Haab
j Gut auſ der Inſulwürde ziehen laſſen: Welche Ä
Solymannus Tückiſcher Keyſer zugeſagt.vnnd verſprochen/daß
ſenemblich mit auſhrer HaabvnndGüt/º ſievermöchten/
abziehen ſolten/ vnndſchhinbegeben Ä niderſchlagen/wo
Ä“ jÄen das groß Geſchützſolten ſichinder
ichlaſſen.
Dieſe Statvmnd Inſulhat Solymannus erobertº
Decembris, Im Jahr Chriſti 15a 2 als Philippus Villcrius
Liladanus Großmeiſterwar/ der Eabritio deCareto ſuccedirek.
Eben zur ſelbigen zeithater auchCoon / eine Inſulden Rhodi
ſernzuſtendig/eingenommen.
Deßgleichen nimbt der auch Bedrum ein/welche etliche
Bh 3 meynen
196 S OLYMANN VS.
meynen/dasesBranchidas Caria oder Halicarnaſſus, oder laſ
ſus geweſen ſey.
Mittlerzeit/als Rhodiße blägert ward fertigetSolyman
nusFerhatembaſſam gegen Alimbegü Scachiſuarienſis Sohn
ab/welcher allein noch außdem Caramaniſchen Geſchlechtvbe
rigwar/ſeine Landſchafft einzunemmen/vnndein Begerbegat
darauf zu machen.
Damit Ferhates baſſa nicht etwan vnbedachtſamerweis
ſolchepracticangriffe/vornemblich weil der Krieg zu Rodºß noch
nicht vollendet/nimbter ſich einer Schwacheit anſchickt ettliche
geſandezujhm/vnndleſt ihm ſeine Ankunft vermeldet, mit der
angehengten bitt/erwölehnein ſeiner vnverſehenervnndzuge
ſtandener Schwachheitzubeſuchéonbeſchchertſeyn/auch hette er
on das wichtige Sache mit ſmingeheim vſvertrawen zu reden.
Dieweilvber das ſeine Letzte Stunde herbey kommen/ vndesfei
nenverzug mehr leiden wolt/ſo were er gemeint/in ſein vnd ſeiner
Söhne Gegenwart ſein LetztenwillenvndTeſtamentauffzurich
ten. Dieſes alles hindanngeſetzt./ſoſeyhme in dieſer gegent nie
mand bekannt./ſowölte er ihm auch das Kriegsvoick/ſom Sul
tanSokymann vndergeben/vertrawen vndzuſtellen. Alsbeg',als
der niemals etwas gegen die Türckenmißhandelt, ſondernjnvon
ſugent/alleEhrvndTrewerzeiget/verſaheſch nichtsböſeszujm/
erhebt ſich beneben ſeine zween Söhnen zu Ferhatibaſar, welcher
ſie / ſobald ſie ankommen greiffenvnndtödten laſſen / Auch
nach begangener Mordthat ſein Land eingenommen. Als nun
nach eroberter Inſulvnnd. Statt RhodisSultan Solymann alſo
ſighafft widergen Conſtantinopelkommen/haben die Genizari
vnder deseingroſſen Lermenvnd Auffruhr in der Statt erregt/
indem ſie Aigaſis oder Aiacisbaſar vnd Abduſelamis oder Ober
ſten Cammermeiſters Behauſung mit Gewalt geſtürmetvnnd
geplundert.
Nach
SOLY MAN NV S. 97
Kurz hiebeuor iſt erzelt vnd angezeigt worden / welcher
maſſenSuitanSopymannusſeinen erſten Zugwider die Vngarn
geanvndhendieStatt Grigſch Weiſſenburg ab. Ä
jder ombenzeitlang ruheheue/berathſchlag
jſjen. Wngernauffsnewzuvberzchen/vnd Ä
oberſolches ganz vndgarin ſein Gewalt bringen möchte Leſtdcß
halbenen Decret außgchen/er habe abermalsemengroſſen Kº
für/deßhalben ſich ſeine KriegseuthvnndSoldatenſöltenrüſen
vndgefaſmachen.
Hat darauffinfurtzerzeit ſechzig tauſentſtreitbaretapfer
Mann zuhauffgebracht in Vngerland verrºcktada.de
Sj/Draw Tonawgeſetzt ſein Volckdarüber geführt
vnnd Sirmium/ welches auch Varadinum Pctrigenennetwird/
ſampt andern vielen FleckenvndSchlöſſern erobert/inmeinung
die Königliche Hauptſtatt Ofen deſto leichterzugewinnen. Dann
esnamen die Franzoſeneinander das Reich ein / deſwegen vers
hofft Solymannusdeſto beſſer gelegenheit zuhaben/Vngernvn
Der Ä zubringen.
achdem nun die Türckeninallereylin Vngarngefallen/
ſind die Landſaſſen ſehr erſchrocken deßhabernohhalºn
jdagnde StattRhacosbeſtimbtvnnd angeſetzt. Die B
ſchoffenvnnd Fürſten haben ein wenig Geltgeſchickt/vndeilends
Kriegsvolckauffbracht/vornemblich aber Paulº Tomores Co
ozzenſiſcher Biſchoff/ein Tollküncrvnndmuhwiger Mann
hat den Königangereizt/daß er die Türckenaffº beldeſtangreif
fenſolte/mit der vertröſtung/dasergewiß obigen würde/ Wel
ches die andern widerriethen. Ludovicusaberthut hierwiderbey
dem Flecken Magato/zwiſchen Ofen vnd Grigºſch Waſſerburg
einen Angriff in welcher Schlachtauffſeiner Seite viel Volcks
auffm Platz blieben.
Alser nun Tomoremtodſaheliegen/hatcr die Fluchtge
ben
198 SOL Y MAN NVS.
ben. Auff der Reiß aber durcheinvnuerſehenen Fall in ein Pfuß
geweltzetvnderſoffen. Welchen Orth ein junger Geſellauß Böh
men/Catriſcus genannt/obſerviret/vnndſolches nach der Feind
Abzugangezeigt/auffwelchesmann des Königs Leichnamher
Ä" Stuel Weiſſenburg geführt / vnnd zur Erden
allt.
Demnach nun Solymannus einen herrlichen Siegerlan
get/vndalle Sachen in Vngern/ſowolihresabgangene Königs
als auch anderer Sachen wegen/ſehr wunderbarlichvnndzerrüt
tetſtunden/haterſhm vorgenommen./das Königreich weitteran
zugreiffen/vnndeinzunemmen. Bevoraußweiler ſich keinerGe
fahrzubeſorgen. Nimbt deßhalbenſein Wegauff Ofen/ die Ko
nigliche Hauptſtatt in Vngern/vnderobert dieſelbige ohneinigen
Widerſtandvnnd Blutvergieſſen im Jahr Chriſti 1526 vnnd
nimbt Mann/Weib vnd Kinder mit ſich macht ſiehm Dienſt
bar/ vnndkömbt alſo mit einer ſtattlichen Beutwidergen Con
ſtantinopel.
Vnder der Beut ſind auch dreyalte Erzene Seulen/Apollº
nisDianaevnd Herculis, welche MatthiasCorvinus im Schloß
zu Ofenſetzen laſſen / mit hinweggeführt worden. Dieſe hat er
fürtersgen Conſtantinopel bringen vnndin Hippodromumſtel
lenlaſſen. Er hatte auch mit ſich genommen etliche Erzene Po
ſien/vnd Kriegsrüſtung/gar künſtlich gegoſſen/welche vorzeiten
zu Boſna Illyricibekommen worden.
Eben zur ſelbigen zeit kam Johannes Sepuſius VVaivoda
in Sybenbürgen etwaslengſamer/alswo Nothgeweſen/mitei
nem groſſen Volckin Vngern/denſelben Hülff zuleiſten. Als er
aber vernommen / daß König Ludovicus tod/hat er nach dem
Reichgeſtrebet/danneshattenjhnettliche FürſtenvndAdels Per
ſonen hierzu vervrſacht / welche danit gern ſahen / daß die Kö
nigliche Kronauff die Teutſchen kommen ſolte. Dann Ferdinä
dus
SOL Y MAN N V S. 10

dus Erzherzogin Oſterreich Carol V. Römiſchen Keyſersvnd


Maria LüdoviciGemahls Bruder Franckreich erobert/vñwar
inwillens Hungern einzunemmen.
Nachdem nun die Stände in der StattRhacoszuſammen
kommen/vnd die Leich zur Erdenbeſtattet/ſ Sepuſiuseinhellig
lichen zum König erwelet/von PetroPerennomit der Hunge
riſchen KrongefrönetrnndPaulo Biſchoffenzu Grangeweihet/
vndanſeine Statt Americus Cibachus Vaivoda in Siebenbür
genpromovirtvnderhaben worden.
Als aber Mutter weit Ferdinandus zum Königin Böhe
menerwelet / hat er auf Bohemen/ Oſterreich/Kärndenvnnd
Stayrein Hauffen Volckszuſammenbracht/nach Oft
verruckt / Scpufium außgejagt / die Statt eingenommen/
vndſhmbißandas Schloß Tocaium/am WaſſerTiſſagelegen/
nachgefolgt/ollda eintreffengehalten/vndjhnvberwunden/her
nach Siebenbürgen wider eingenommen/vnndeinhelliglichen be
neben ſeinem Gemahl Annadeß verſtorbenen Ludovici Schwe
ſter zum König elegrtvnd angenoſſen worden. Nachgehaltener
WahvndKrönung hat er Stephanum Bathorem zum Königli
chen Ä“
verreyjet.
in Vngernverordnet/vnndwiderin Behemen
Johannes Sepuſus aber iſt zu Hieronymo Laſcho in Polenge
flohen/ſoenesſtattlichen Geſchlechtsvnnd von groſſer Macht
war: Welcher hnwilligvnndgütlichempfangen / darinnSig
ſimundus Königin Polèkeinwort gered.Auß dieſes Laſch Rath
hat auch ScpuſiusvmbHülffbeySolymanno angeſuchet/daßer
hnwiderumbinſein Königreich einſetzen wölte.
Auffſolches iſt Laſchus nach Conſtantinopeldieſe Sachen
mit Geſchenckenzuwegenzubringen abgefertiget worden/der daſ
durch ſeine Authortet vnd Freygebigkeit ihm alsbaldalleBaſſas
günſtig gemacht/Vornemblich aberLutzibeium den Vezir, vnd
C Abra
202 S OLYMANN V S.
Abrahimumbaſſam, welche ihrem Keyſerleichtlich beredt/daßer
Sepuſio.audienzgeben/vnd Hülffgeleiſtet.
Mittlerweilhat auch Ferdinandusſeine Legatenan Soly
mannum geſchicket/Freundſchafftvnd Frieden mit ihm auffzu
richten / Denen ſolches nicht allein abgeſchlagen, ſondern auch
ernſtlich betrawet worden/ wo ſich Ferdinandus nicht bald auß
Vngarn machen würde/ſolte er alle Othmannerjhm zu Feinden
vndverhaſtgemacht haben.
Als ſich nun ſolches in Europa verlauffen/iſtvnddeßeinauff
ruhrin Anatolia durch KalenderëZelebiin Anatoliaentſtanden.
Dann er von dem Vraltenvnndberümbten Geſchlecht Chaſis
des Propheten von Bcctas,ſobeyden Türcken einen groſſen Na
mengehabt/ vndin groſſen Ehren gehalten worden herkommen
Dieſer Münchhat ihm beyetlichen ſeinen Ordensleuthenvnnd
Derviſiern einen Anhang gemacht / Newerung angeſtiftet/
mit ſeinen Conſorten etliche Sangiacos angegriffen vnndindie
Flucht geſchlagen/daßdardurchgant Aſiaauffrühriſch worden.
Sobald aber ſolche Auffruhr ſich angeſpünnen/iſt Abrahimus
Baſſa auß Befehl des Keyſers ſelbſten mit einem anſehenlichen
Heergegenermelden Calcnderaußgezoge/jnemit ſeiner Macht
angegriffen vnderlegt.
Nachdem nun dieſer Lermen in Aſiagedämpfftvndhinge
legt/hat Solymannus damit er Sepuſio Hülff leiſten möchte im
Anfang desGlenzen befohlen/daßBecräbeius mit ſeiner Ritter
ſchafft außAſiavnd Abrahimusauß Europa ſich zuſafienſchla
genſolten. Welche alle Baſſas,Vaivodas.vnndFlammuranos,als
Kriegsbefelchsleut aufgemahnet/jhre Hauffen zuſammenge
than/Vngarn durchſtraufft/vndalles mit Schwert vnd Fewer
verheeret.
Achomates hat fünffzigtauſent Atanziervnderſhm. Mi
chalogszogemitſeinem hauffen vorden Reuttern her / Solei
1N1-I11 US
SOL Y MAN N VS. 2O3
mannus macht ſich gleichfalß zu Hadrianopel auffvndlangt zu
Grigiſch Weiſſenburgan/zudem ſich alsbaldSepoſius verfüge
vnndhmſampt ſeinen Weibern zu Fuß gefallen /vnndvmb
Hüffangeruffen/demeerſch dann durch Abrahimibaſaevnnd
Ludovici Grittigunſt gnädig vnndmiltiglicherzeiget.
Von dannen hat er ſich nach Oſenbegeben/die Startvnd
Schloß darauffNadaſtius Burgvogt war/erobert/danneswa
ren alle Burger auſ Forcht darauß geflohen. Als er nun Ofen
einbekommen./iſter mit ſeinem Volck/naher Wien in Oſterreich
verruckt/ vnndbelägert/alldaer vmbden 13. Septembris vor
ermelts Jahr ankommen / die StattAlldenburg auffder Reiß
eingenommen/vnnddaß Siebenbürgiſche Herzogthumb verhee
ret. Damals aber lag Pfalzgraff Philips/ Nicolaus Graffzu
Salm/vnndder von Rockendorffalldain der Beſatzung/welche
den Türckenhefftig widerſtand gethan. Dann die Türcken haben
die Stattmawern wolanzwentzig Orthennidergeſchoſſen/ſind
doch allemalwider abgeſchlagen worden.
Nachdem aber Solymannusvermercket/daß ſie die Statt
nich würden erobern können/ſteramzwanzigſtentag der Belä
gerung widernaher Ofen verreyſet/ vnndAbrahimus Baſadas
Volckhernach geführet. Es hat ihm Solymannus mehr als ſech
zigtauſent Mann Dienſtbar gemacht. Als nuhn der Tür
ckiſch Keyſerwider gen Ofenfommen/hater SepuſumzumKö
nigin Vngern gemacht/onndhm Ludovicum Grittum, einen
Venediger zugeben, deſſen Ratherinallen Sachen gebrauchen
möchte. Er aber iſt widernaher Conſtantinopelgekehrt.
Im Jahr 15 32. Jſt zu Regenſpurgein Reichstagaußge I 32
ſchrieben im Mayen/daß die Fürſten in der Chriſtenheit ſich der
Religion haben / welchejzt gar wunderbarlich ſtünde/bera -
Cc 2 ſchlag
2O4 SOL Y MAN N VS.
ſchlagten. Mittlerweil kompt Solymannus mit einem Volck
auß Thracia in daſ Land der Tribalorum daß er Scpuſiogegen
Ferdinandum Hülffleiſten möchte/welches die Chriſtenheit der
maſſen erſchreckt/ daß ſie alle Sachen/die Religion betreffend/
aufeinanderzeit verlegt/vnd zur Wafengriffen. Die Türcken
hattendeßmals das Schloß Gran durch Grittum belägert/das
ander Volcklagbey Samandria zu Felt.
Als aber die von Gran Mangefan Waſſerliedten/ haben
ſie von denen zu Preßburg/alshren benachtbardten Hüffbegert
Welche Pottſchafftengen Wien abgefertiget von Catanero der
Statt Hauptmann zu begeren/ daßmann ihnen Volck die To
nawhinvnder zu Hülffſchicken wolte. Als nun ſolches zu Gran
ankommen/ welche dreyzehen Meyl Wegs von Ofen gelegen/
hat es der Feind angegriffen zumtheilerſchlagen zum the in
die Fluchtgejagt/vnd die Schiff entweder ins Waſſer verſeucket
oder gefangengenommen.
CarolusV Römiſcher Keyſer hat ebenbeyPatua an der To
naw angelendet: Solymannus aber zu Grgiſch Weiſſenburg/
von dannener mit ſeinem Volck in die Steyr verruckte. Auf
der Reiß vnderſtehet er ſich Guintzium ein Stättlein nicht weit
vonSabatiagelegen/durch Abrah. Baſam einzunemmendarinn
Nicolizzo in der Beſatzungläge/Aigas oder Aiaxbaſavnnd Ceſ
ſines, Beglerbegen/führten die Ritterſchafft. Die Reutterauß
Aſia warenvnder Aiaci,dieauß Europa aber waren vnder Caſi
no. Dieſen beydenfolgt Muſtaphas Michaloglis der Acanzier
Hauptmann nach/welcher vor dem vbrigen Volck zwo Tag
reiſſezoge.
Als aberAbrahimus vor Guintzionichtsverrichtèmögen/
zeugterwiderin Kärndten. Von dannen erſchwidernaher Gri
giſch
SOL Y MAN N V S. 2O5
giſch/Weiſſenburg zu ſeinem Keyſer begeben/dañcrachtsitär
rathſamb/Key.Carlen eine Schlachtzuliefern/für deſen Perſön
lichen beyweſenvnnd Gewalter ſich höchlichen entſetzct/obgleich
Carolus nicht ſo viel Volcks/alser/bey ſich gehabt.
Vnder des ſchickt Muſtaphas Baſſaauß Befehl Solyman
ni Cazonem Michaloglé VaivodämtzwölftauſentPferden
vnndetlichen Acanziern in der Feind Land / welche allenthalben
von der Tonaw anbißgen Linz beuten/ raubten /vnnd mit
Schwerdvnd Fewer alles verfolgtenvnndverderbten Ferdinan
dus aber hat ſich außForcht davon dannen gemacht/vſdicBrü
ckenvker die Mnsbeſchci.
Mittlerweilnimbt im Cazon für beſſer in der Feind Landzu
verrucken/vnd ſein Volckmitraubenvndplundern Reichzuma
chen/das dann ein ſtattliche Beut von allerley Haab vnd Gutbc
kommen/vnd ſich auffſolches wider zu denjrigen ſchlagen wollen
Ehe aber dieſelben ſie erreichen mögen/ſcinddiebeyeinem engen
Paß vnnd Clauſſen im Alten gebirg nicht weit von der Statt
Griz in der Steyer Ludovico Covcio auffgeſtoſſen/dernen
zºmbichermaſſen begegnet/daßjhnenvbelgefallen. Damit er im
gleichwoldenvbergenhaufen nicht ebenermaſſen in die Hnadt
lieffern möchte, hat er ſein Kriegsvelck Ferifibaſaevbergeben/
welcher ohne verletzt widerzu Solymanno kommen.
Machmals macht ſich Cazon mit ſeinem vberigen haufen
durch den Storamberger Thal/dahm Fridrich Pfalzgraffbey
der Start Leopoldo entgegenkommen/vnd ihn mit zwölftau
ſent Pferden vndzweytauſent Kurſſern/auch mit zwentziggroſ
ſen Stücken entpfangen/In welcher Cazon ritterlichgeſtritten/
*#
doch endlichen mit dem drittentheil ſeines auffder
3
Ä att
2eG SOL Y MAN NV S.
ſtatt blieben/dereneintheilinder Schlacht/eintheilim Waſſer
erſeffen/vndvmbkommen.
Dievbrigen welche ſchwerlich darvonkommen/nachdem
ſie ihren Herzogenverlohren/ſind ſie ein geringe zeitvortgezogen
vnd vollends dem Branderburger Ioachimoin die Hände gefal
len/der ſie erbärmblichÄ Nachdem aber deren noch
ein wenig entflohen/vnd zu Newkirchen angelangt haben ſie Tur
rianus vond Catiancrusangriffen/deren vielerlegt/Vndals ſie
chkaum ein wenig herauſgeſchlagen/vnd davoneileten/triefft
ſie Balthaſarus Pamphilus Vngeriſcher Vebdoberferan/vnnd
ſchlecht ſie vollendszuboden /daß kaum ein oder zweennoch von
allem Volckgen Grgiſch Weiſſenburg entflohen.
Nachdem ſich ſolches begeben/iſt Keyſer Carol nachgehal
tenem Rath vom Linz abgeſchieden/vndſchgen Wien begeben/
alldamann gemuſtert/vndſind/enſo in den Stätten auffder Be
ſatzung gelegen/neunzigtauſent Mann zu Fuß/vnnddreiſſig zu
Pferd/gefunden worden/auß-enommenden Köchen/Troßvnd
Jungen/alſo daß deßganzen Heers mehr als zweyhundertwund
ſechzigtauſent geweſen. Als Solymannus ein ſolchen ſtattlichen
apparatrecht beſehen/begibt er ſich vber dz Waſſer/Muragenaſt/
ſchifftvber die Draw/vnd zeugt vnverrichter Sachen außEteyr
nach Grigiſch Weiſſenburg/ vnndmachtjhm mehr als dreiſſig
tauſent Manndienſtbar/ohnein vnzehlbaren Hauffen gefange
ner/welcheMuſtaphas Michaloglisanvnderſchliedlichen Orthen
grewlichenerwürget.
Hierauffbegibt ſich Keyſer Carol/alservernommen/ daß
der Türckabgezoge/widern Italiam. In dem nun Solymannus
mit dieſemzug viel zuſchaffen gehabt/iſt Andreas Auria Hiſpani
ſcher General Oberiſter mitfünffgroſſen beladenen Schiffen vñ
Achtvñvierzig Nauen zu Meſſina in Siciliaangeländet/allda ſie
ſich
S O LY MAN N V S. 2O7

ſich mit aller notturfft verſehen/vnndin Grichenland geſchiffct.


Dannes war ihm Zeittung konzen/wie daßHimcralis deß Soy
manni Hauptmann vber die Schiff auf dem Nicopoliſchen
Meer (welchesitzt golfo di Lartigenennet wird) mit ſiebenzig
Schiffen/vbelgeſtaffirct ankommen.
Ebenzurſelbigenzeit kameeinVenediſchArmadazulacyntho
an von ſechzig Schiffen/darüber VincentiusCapellus Haupt
mann war. Welcher mit beyden ein Anſtandgemacht/begibt ſich
hernach aneinſichern Orth/zuſehen/wie es zugehen wolte Himc
ralisabermacht ſich außForcht vor dem Auriavberdaß Gebirg
CapodiGallo,vnd verfügt ſich gen Maltam, von dannenſchifft
ervber das Argoliſch Meer/vnndkombtbey die Statt Sunium
in Attica,darnach gen Chalcidem,Fürtersiſterkurzhernachwi
der an den Port Sphraga kommen. Antonius Auraſagte Himc
raliſodie Flucht nammc/nach/bißgen Mathon/kam aber ohne
nigen Schaden des Feinds widerheim.
Nach dieſem ſahe Auriafür gut an/daßmann vonMethons
welche mit Türckefeſtbeſetzt war/abziehen/vnd ſich vor Coroné
lägern ſolte. Darauffſie dieſelbe Statt dermaſſen beſchoſſen/daß
die Stattmawrenzerfallen/dzvnderſttheil der Statt mit Sturm
angetoffen, welches die Inſulgenennetwird/vndſolcheserobert.
Die Türckenaberfallen in daß Oberſttheil der Statt Doch hat
ſchermette Statt alsbald Auriaauffgewiſſe Conditionergeben/
Nemblich, daß die Türckenbeyleben bleiben/vndmitihrer Haab
vnverletzt davonziehen möchten.
Hiernachbeſetzt.AuriadieStatt/zeugt von Pyloab/welcheheu
tigestagsGiuntoodNavarrinogeneſitwird/vñkoſtgenPatras,
welcheer mitgeringer Mühe einbefoſſienvnd den Krigsknechten
Preiß geben. Die Türcken haben ſich nach auffgerichtem Ver
traginAEtoliam begeben. Andreas Auriaaber/zu Schiffvber
daß
2. 8 S O LY MAN NVS.
DasCoryniſch Meergefahren/vnddem Fußvolckauffeiman
dern Wegachgefolget. Dieſes Meer hat zwo Bruſtwehrwel
ce Dardanelligenañt werde/Rhium in AchaiovñMolicreum
in AEtolia. Rhium hat ſich alsbald ergeben/Molicreum aber/
welches veſter/vndeinnewebeſatzung bekommen/ift mit groſſer
Mühe erobert worden.
Als ſie nun alles in Peloponneſoverbracht hat.Auria Hic
ronymum Mendoſam zu Corona verlaſſen/ vnndin ſelbigem
Jahr widergenNeapolim kommen/dannengen Genuam.
Folgenden Sommer hat Solymannus ſein Volckaber
malsaußgeſchickt / die Ortherwidereinzuncmmen/welche die
Chriſten in Morca oder Peloponneſo eingenommen hatten. Als
nun die Türcken ankommen/iſt Mendoſa ſehr erſchrocken/vnnd
eilends Auriam vmbHülff angeſchrien: Welcher ein zimlich
Volck zuſammenbracht/nach Neapolis vnd Meſſinageſchifft
vndin Zacynthoangeländt. Nachdem er aber durch die Vene
diger vergewiſſert worden./daß Lutzibcius Sangiacus vnd Tha
laſſiarcha zu Callipoli / beneben dem Solymanno baſa ei
nem Albanier vund AſambcgoMauro, einem Alexandrinergen
Coronem kommen/welche ein Armada vonso. Schiffen hat
ten/hater Coronem, obgleich die Türckenſhnnoch eins ſo groſs
ſen widerſtand gethan / mit Prouiant verſehen / dasalt Volck
auffder Beſatzung abgeſchafft/vnd die Stattmitnewem beſetzet/
darüberer Macicaum zum Hauptmann verordnet. Hiernachzie
Henſieſampt ihrem Kriegsvolck in die InſulTicanuſam, welche
Venetica genannt wird daß ſie daſelbſten/woſiegelegenheit be
kommen/ den Feind/welcher ſich bey Methongelegert hatte/an
greiffen möchten. Als aber der Feind die Schlacht abgeſchlagen/
auch nicht mit Gewalt darzu föntbracht werden/ hat ſich Au
riawider in Siciliam begeben.
Mit
S OLYMANN V S. IO9
Mittlerweilen / als die von Corone allesdiengs groſſen
mangelliedten/vnnd von Feindenſtettigsvberfallen wurden/ha
benſieauß verzagung von ihrem Hauptmann Macicaobegeret/
ihren Feind./ſobey der StattAndruſadreiſſig MeilWegs von
Coroneſtilllage / zuvberfallen./damit ſie entweder was lob
würdigesverrichten / oder abermannlichſterben möchten. Ob
nun Macicaus ſolches vngern zugelaſſen/hatin doch Hermolſ
la Diegus Tovarres darzuberedt / daß jhnſhr Begeren erfült
vord,
Sich derowegen mit ihrem Oberſten BarbanoGraeco, in
eiteler Nacht vndvneben Weg nach Andruſabegeben/allda Cha
ronder Ianizar Hauptmann mit drey tauſent Mannin der Be
ſatzung lage. Auſſerhalb der Statt lagenſcllusAchomates,wel
chemittauſent außerleſen Pferden die Vorſtattinnen hatte. Als
ſolche vernommen./daß deß Hermoſillae Kriegsvolck ankommen
ſolte/haben ſie mit groſſem Tumult vnd Geſchreydie andern zur
Wehr bewegt. Nichtsdeſtoweniger als ſie auffden Feind getrun
gen hat Hermoſilla viel Türcken erlegt. Bißdaß endlich die
Wacht in der Statt durch ſolch Ruffenerwecket worden/welche
alsbald ſich auffdie Stattmawrenbegeben/an welche Maccicaus
vnd Tovarrcs zu Sturm lieffen.
Dieweil ſie aber viel zu ſchwach/hat ſie Charon zurückge
trieben/vnd MacicaumſamptdèTovarre erſchlagen. Als Acho
mates den vnſern nachgeſagt / iſt er mit einer Kugel erſchoſſen
worden. Hermoſilla hergegenferttrawrig mit den ſeinen wider
nach der Statt Corone Als ſie aber Hungersnoth liedten/vnnd
ſonſt alles Diengs Mangel hatten/auch an der Peſt viel darinn
ſterben haben ſie die Startverlaſſen/vnnd ſich wider in Siciliam
begeben. Dañeswott Keyſer Carlenſchwerfallen/ſolchen groſſen
Vukoſten in Erhaltung zwocr Stätte anzuwenden, welche den
Dd Chri
BIO SOL Y MAN N VS,
Chriſten nicht viel Nutzen ſchafften/derowegen er ſie dann den
Venedigern/nachmals dem Babſt zu Rom/Letzlich den Rhodi
ſer Herrn welche zu Maltawohneten/anbefolen ſie aber alleſampt
haben ihme ſolche zu verwahren abgeſchlagen.
Im Jahr 1534 hat Solymannusauß angeben Abrahimi
baſſe ſich widerauß Vngern begeben/ſein Heer in Perſien wider
Tammam oder Techmaſin Schachi Iſmaëlis Sohngeführt. Zu
dieſem Zug hat Vlamasbcgus vielbeforderunggethan/ſoſchan
Techmaſs Schweſter verheyrathet/vnndzu Solymanno geflo
Henwar/ ſagtdarbeyzu/erſebſtenwoldieſen Kriegführen/dann
es hatte ihm der Lürckiſch Keyſerjüngſthin ein Sangacat nicht
weit von Carahcmida zugeſtellt. Solymannus auch hatte allen
Hauptleuthen in den Benachbarten Landſchaften anbefohlen/
daß ſieVlamae ſooffter wider die Perſien außziehen würde/Hülff
leiſten/vnd jhm gehorſambſeynſolten.
Fürtersbefrieget VlamasbegusSerefesbegum Churdiſta
niſchen Fürſtenauß Chardca/ thut mit ihm ein Treffen/
ſchlegt ihnzutod vnd machtjhm ſein Land Vnderthenig. Als ſol
ches Solymannusinnen worden, hat er ſeinen Oberſten Vezirvñ
Rath mit deßen vnderhabenden Kriegsvolck in Anatolamver
ſchickt/mit ihm von dannennaher Carahemidamzuziehen.
Alserdaſelbſten angelangt, hat er Vlamambegum mit ſei
nem Volckvorm her in Perſiamals einen Wegweiſer ziehen laſ
ſen/wie er dann vor andern kündigwar. Er aber woltſnbeneben
dem Volckauß Romanien folgen. Welche ohncine verhinde
rung genTebriſium, ſo der Königin Parthiae Reſidenz iſt kom
Ä aber war Tammas nicht einheimiſch/ſondern mit
KriegwiderKczicmbaſſam Fürſten zu Choriſanbeladen/ de
SOLYM AN NVS. 21

meSolymannus mit ſeinen Janizarenvndandern Volckmach


gefolget.
Nachdem ſich Scachus Tammasan Kriegsrüſtung vnnd
GewaltdenTürckenvngleichbefunden hat er ſich naherSultan
am begeben. Wiewolaber die Partherflohen/eylten ihnen doch
die Türcken nichtsdeſtoweniger nach / Aber die Parther haben
ſich auffdem Albaniſchenvnnd Iberiſchen Gebirg verſchlagen
vnd verkrochen. Als Solymannusgen Sultaniam kommen/ſo
auff einer Ebnegelegen allenthalben mit Bergen vmbgeben/als
den Bergen Niphate,CaſpioCoathravnd Zagrowelche alle an
Caucaſirmfloſſen/vnndallda wegen der lüſtigengelegenheiten
zeitlang ſtillgelegen/vnndſein Heer zu Hemidan angelangt/hat
die Türckeneinſolchvngewitter von Regen/Froſt/ vnnd Käl
ke /vberfallen / auch ſo groſſen Hunger gelitten/daß deren viel
erkeltet vnd verſchmachtet. Entheil Händvnnd Füßabgefroren/
vnzehlich viel Leuthjemmerlich mit Pferd vnd Viehverdorben/
die vbrigen in Bächen erſoffenvndvmbfommen.

Als nun Solymannus dieſen Schadenempfangen/hat er


dem Feindauffgehört nachzujagen: in Syriamgezogen/Babylo
nem eingenommen / dann ſich die Bürgerwilliglichen ergeben.
daſelbſtener von CaliphaHöchſten Prieſter in der Muſulmani
ſchen Religion in ſeinem Reich beſiettiget worden. Ohnlengſt
hernach haben alle Stätte in MeſopotamiavnndAſſyria Legaten
an Solymannum abgefertiget/vnd ſich ihmeergeben. Dieſes iſt
beſchehen im Jahr Chriſti 1535. I53 $.
Weil ſich aber Soymannns zu Babylon verhielte/ hat er
Iſchenderem Zelebin ſeinen Oberſten Dephterdarium oder
Oberſten Cammermeiſterſtranguliren/vnd ſeine Nahrung vnd
Dd 2 ver
2M2 SOLYMANN VS.
verlaſſene HaabzurCammerziehenlaſſen/weilervntrewlich mit
des SultaniSchatzſolte vmbgangen ſeyn.
Ohn die Kriegsknechte/welche er außEurºpavnd Aſamit
ſichgeführt hatte./ ſchlügen ſich nachgeſetzte Fürſtenzmas
nemblich der Hauptmann zu Alkar/ die Sangaci inludra
Alexandria,Syria,vnd Commagena. Im Jahr 1535.
Folgendes Jahr ſterwiderin Perſiamgezogen/Als er aber
Tammam nirgens antreffen mögen haterauffder Reißdaer
widerin Meſopotamiamgefert/groſſen Schaden vonden Hibc
riſchen ReutternvDelimannowelchen etlicheAgathyrſºmmen
nen entpfangen. Danner durchbekante enge Schlieffnicht weit
von der StaBethlſioam Berg Antiraurogelegen/die Tür
ckenſohcrigichen angriffenvnndzugeſetzt, daßhmYamasbe
gasvd der Hauptmann von Alkair ſchwerlichentreiſſen mögen
welche Niderlagden Türcken widerfahren im Jar Ehriſt 536
den 13 Octobris.
Dieſes hat Solymannumvbelverdroſſen/iſtauß Garache
midagen Alepum, davon dannengen Conſtantinopelaezogen/
vnd ſich ſehr vber Abrahimumbaſſam/als ein Vrſachdieſeszugs
ſererzürnetauchnachmalsſäblenlaſſen: An ſeineStatthafer A
gaſemoderAiacembaſſämverordnet/ Chairadinem aber(wel
cher/von Tunctoaußgejagt vnd zu ihm kommen)hat Solyman
nuswegen ſeiner Geſchicklichkeit in Schiffarten zu einem Tha
laſſiarchengemacht.
I§27. Im Jahr 1537. woſt Solymannus nichtleyden/daß die
Luſitanier in Indièvber daßArabiſchMeer(darübe ſie Gewürz
vnndallerhand gute Specereyenauß Indiennaher Alkairvnnd
Alexandriaabholeten)fahrenſolten. Dann dieſediengall fürchten
dir
SOL Y MAN NVS. 23
die tſitanerin Hiſpaniam vd andere Septentrionaliſche Drº
jÄrfjroſſen Schaden. Dieſen Krieg hat Ä
jÄñajo Hauptmann zu AlkairzufühÄ
geben. Welcheroberſiewola ihren Schiffari verhindern
mögenſohaterer doch durchſetnetapferliche Thaten der Tür
cken Gewalt ſehr vermehret
Vnderdesnimbthm SolymannusaußRathaller Baſſºn
für Borneolchaberohannis Forſten des Königs inFranck
rechGeſandtenvnd Troili Pignatelli, ſoſch von Neapoº
Türcken geſchlagen / den auch der Sultan von wegen ſeiner
tapfferlichen Kriegsthatevnder ſeine Ritterſchafft/die Mutfarac
genannt./ſoaußallen Nationen der ganzen Welt zuſammenge
ſenwerden/vnnddem Türckiſchen Keyſer Kriegführen/ind
jfrey/tam zu Waſſerond Landmit Krieg anzugreif
fen PignateliſtChairadini Barbaroſſa lang zuuor bekann
weſen auch dem Lutzbaſaecommendurtworden. Welcher gleich
falsSolymannumvermahnet/daß erltaliamvberziehen ſolte.
Nach dieſem machter ſich mit ſeinem FußvolckaußTha
cadurch Theſſalam, vndkombtin Albaniam zur Statt Anlo
Die ÄrmadaaberwarenzuuorinCephaloniavndZacyntho
angeändct/ welche die Chriſten vermeinten, daß ſie Conſtan
jpe ankommen weren. Sobald Lutzisbºn aº
mp dem Charadinekommen/hater die StatCºº
Mey Wegs von Hydrunte gelegen/erobertvndgeplundert/vſ
Mercurinum deſ Lands Gottinari Herrn beneben den andern
Inwohnernmitſchgeführt.SiehettenganCalabrº vnderhr
Gewalt bringen können/woſcnit Alexander Candarenus ein
Venediger zurückgetriebenheite.
Andreas Auria hat bey den InſulenMerctes (alsdaſind
Dd 3 Eri
2M4 S OLYMANN VS
EricnſaMarathe, Elaphuſa, vund Malthacc ) keydºm Caſpi
ſchen Vorgebirgdreygehen Schiff ſeiner Feind/zugleichnitohn
ſeinen geringen Schaden nidergeſchoſſen/ Dann Chairadines
ihm mit Achtzig Schiffen/ſoauß Leucade an das Vergebirg
Lacinium (welches Capodelle Columne genennt wird) flohe/
hat ſich aber in allerey wider nach Meſſinam begeben müſſen.
Vnderdeßhielte ſich Solymannus zu Anlona, ſo gegen Hydrüt
vber auff der andern Seiten des Hadriatiſchen Meers ſechzig
MeylWegsgelegen. Es hatten aber die Chimeriota auffdem
Gebirg Solymanno den todgeſchworen / fielen ſampt ihrem
Hauptmann Camianovber die gehe Steinfels indes Sul
tan Cäger/vndhattenjnbeynahvnverſehens tod geſchlagen, wo
hme ſeine Diener nicht zu Hülff kommen wercn/welche Damia
num mit ſeinem Anhang gefangen bekomme / vnd ſie hingericht,
Damit aber Sultan dieſes Volcks verwegen Thatrechen
möchte, ſchickt er ein großVock in Acroccramüſo alles geplun
dertvndverbrennt auch alle vnderſaſſen ihm dienſtbar gemacht.
Nicht lang hernach iſt Chairadinesſampt deLutzibaſainCorcy
ramgefallen/vnd die ganze Inſulberaubet/ondieStattvndzwey
Schlöſſer welchegelegenheit vnd Veſung halben nicht zugewin
nen: die andere Fleckenvnd Dörfferalzuſammengeplundert/
auch ein ſolchenhauffengefangenermaherConſtantinopel bracht/
daß einer nicht mehr als für drey Sultanincrfeylgebotten.Soly
mannus Türckiſcher Keyſer/iſt widernaher Conſtantinopelfom
Ä
fi IV 38.
er alle Sachen in Albaniawolverricht. Im Jahr Chri

Mittlerweil hat Paſanus Hauptmann vber die Venedi


ſche Armada beneben Verturio ſeinem Mitgehüffen Scardo
nëcine Statt in Dalmatiaan Dalmatiſcheneingangsdes Meer
ero-7t/
SOL Y MAN N V S. 215
erobert/vndaufm Grundgeſchleifft/ auffdaß nicht die Türcken
ſolche auſfeinzeit / den Venedigern zum Schaden / befeſtigen
möchten.Ebenermaſſen hatte ſie auch Argirutum welche Obraz
zoheſet/einbekommen/wo ſie nicht Amurates von Sebenica an
rein vornemmengehindert.
In ſelbigen Jahr war Chairadines mit der Türckiſchen
Armadaauffdem Meerbey Larta,welchenDorabeneben Grim
manno dem Patriarchen/Ferdinando Gonzaga, vnd Vicen
tio Capello ſampt den andern Schiffen der Chriſten angerennt/
dieſes Schiff hatte wberzweyhundert Segel/ Chairadines aber
hattes7.Schieff/vnddreiſſig Streitſchieff ohndie kleine Schiff
fein die allzuſammen einhundertvndfünfzig machten. Welche
zugleich Tabacus vnd Salecus ſehr berumbte Meerrauberführ
ten / die auch zuuor Chairadini in der Eroberung Africaegroß
Hülffvnd Beyſtandgeleiſtet. Nachdem ſichnuneinhartTreffen
bey S. Maura erhoben/vnd Auria ein groſſe Niderlagentpfange/
durch den Wind ein ſchwer Vngewitter eingefallen / hat er ſich
den 27.Septembris vorermeltes 153s JahrsgenCorcyrambe
geben. Dieſes Volck ſamentlich führt er auf das Kiburniſch
Meer welches heutigestagsGolfo di Catarogenennetwird/all
da ſie den Türcken Caſtrum nouum eingenommen/vnd die Vn
derthanenhen dienſtbar gemacht. Die Hiſpaniſche Kriegsleuth
ſind in dieſe Statt auffdie Beſatzung gelegt / welche ſampt
ihren Hauptmann Sarmento von Coronen hinweg geführt
Vord. -

Als Solymannus erfahren daß die Chriſtenſhm dieſes Ca


ſtrum novum eingenommen hatten wird erſervnwillig/deßhal
benbefolendzmañeinnew Volckſchicken ſolte Alsbald iſt Chai
radinesſambt dem Draguthe vñCorſeto, den Meerraubern mit
neunzigSchiffen vñviergroſſenbeladenen Schiffenvber Ä
Daſ
216 SOL Y MAN NVS.
daſelbſten angeländet. Vamasbegus aber der Perſier/ſodamals
BeglerbeguszuBoſnain Illyrico war/führtdaß Fußvolck.
Nachdem ſie nun zum Caſtronovo kommen / ſind durch
daßſtettig Schieſſenauß den Bolwerckenvnd von den Mawern
mehr als tauſent Türcken vmbkommen. Deſgleichen iſt auch
AgiHairadenus König zu TaiorcainAfricabeyder. Statt Tri
polis auffdem Platz blieben. Letzlich als die Türcken die Statt
mit aller Gewalt angefallenvnndgeſtürmbt/haber ſie dieſelbige
einbekommen, den 27. Auguſt im Jahr 1539.
Deßgleichen iſt auch Sarmcntus mit dreyen Pfeilen durch
ſchoſſen worden. Auch ſeindviet andere Kriegs Oberſten auffder
Wallſtatt blieben. Die vderigehat Chairadines gefangengenom
men/jmdienſtbar gemacht/ vndnaher Conſtantinopel verſchickt.
Ebenermaſſenwoltauch Chairadines die Statt Cattaruman
greiffen / doch /als ihn Maphcus Bembus Hauptmanniner
melter Statt mit Geltbeſtochen/iſter widerauß der Belägerung
abgezogen
ohannesSepuſiusſo Königlicher Statthalterin Vngern
von Solymanno verordnet worden / vermählethm Iſabellam
Sigfmundides Königs in Polen Töchter/welcher Sigiſmundus
ſich in vorigerzeit an dieſes lohannis Sepuſ Schweſter Barba
ram/verheyrath hatte. Als aber dieſe verſtorbé/nimber Bonam
Sfortiam,Iohannis Galeazij Herzogen zu Meyland Tochter/
welche er mit Iſabella außArragonicngezielet. Von dieſer Bona
iſt Iſabellaherkommen/ſo Sepuſius gefrcyet/deßgleichen auch Io
hannes Sigiſmundus II ſodaß Reich Polen verwaltet.
Aber/nachdem MaylatvnndBalas Hauptmännerin Sie
benbürgen abzufallen fürhatten./ ſind ſie von lohanne Sepuſio
vhy
SOL Y MAN N VS. 217
vberfallen wolten: Als ſie noch im ſelben zugwaren/hakihm Iſa
bellazu Silnitz einen Sohn geboren / welchen er Stephanum
genannt. Da aber der König/ſoKranckwar/etwas zuvielinſei
nerangeſtellten Mahlzeit gezecht/ vnnd ſeinen Gäſten beſcheid
gethan/Jſterin ein Feber gefallen/vndgeſtorben. Im Teſtamet
ſetzeter ſeinem jungen Sohn zum Erben im Reich/vnndverord
net ihm Georgium BiſchoffenzuVarcdin vnnd PetrumVicis,
ſeinen Vettern zu Vormünden.
Deſgleichen hat mann auch Legaten naher Conſtantino
pel mit einer ſtattlichen Preſenzabgefertiget/nemblichzehen Be
cher von lauterem Gold/ſechshundert Silbernvbergüldvndauß
geſtochen/vierzig Teppich/Seydenvnd Gülden Kleydung/vnd
fünfzigpfund geſchlagen lautter Golt. Das Kind iſt der Hey
lig Chriſtlichen Tauffeinverleibt vnd mit des Reichs Königliche
Kron gefrönet worden.
Nachdem nun lohannes Sepuſius verſtorben/hatFerdinä
dusCaroli. V. Bruder/ſonachdem Reichſtrebet/außRathvnd
Anmahnenderen vom Adelauß Vngern/ſoſchzujhmgeſchla
ge/abclam die verlaſſene Wittbin mit Krieg angetaſtet/Daii
es hatten ſich auch Alexius Torſo,Fercntus Gnarus, Petrus Ba
chit, BalthaſarPamphilus,FrancusCapoinatus,IanusCaſtelam
phus,vnd CaſparusSercdus zum Ferdinandobegeben/welcheal
leſamptermelter Frawen/vnnd Georgiodem Mönch nicht vn
derrhenigvndvnderrem Gebiettzuſeyn ſich verwegerten.
Derowegen FerdinandusLeonardum Velziumauß Reuſ
ſen miteinem groſſen Heer an die Tonawgeſchickt / ſeine Reiſ
auff Graanzunemmen. Deſhalb hat er ein wenig darunder daß
Schloß Vicegradmºtgewalt erobert/darüber ValentinusLitte
ratus Oberſter war. Ebenermaſſen hat er auch Paſtum vnd Vac
Ee ciam
18 SOLYMANN VS.
ciam eingenommen/ſoſch vonſnen ſelbſt ergeben. Von dannen
iſt er nach Ofengezogen mit dem ganzen Heer. In der Statt lage
ValentinusTuraeus, Kriegs Oberſter/welcher die Statt nicht
zuverſpielen vnd in die Schanzzuſchlagen vermeinet. Vezius,
als er ſahe/daß die Belägerung langwehren wolte/führt er ſein
Volck für daſ Schloß Vicegrad,daß er das OberſtSchloßſo er
noch nicht einbekommen/zu Ergebung zwingen möchte/ welches
alsbaldbeſchehen.
OhnengſtbernachhakerStuel Weiſſenburg durch deſ Pe
tri Perenni Abfall vnder ſein Gewaltbracht. Als ſich aber die
Hungarn mit den Teutſchen nichtwolvertragenkonten/iſterw
der/ als der Winter herbey kommen/gen Graangezogen.
Es hatte auch Iſabellavnnd Georgius außtringenter Noth
die Benachbarte Sangacos, alsnemblich Vſtrephum zu Boſna,
vndMahomet lahaoglem zu Grigiſch Weiſſenburg vnd Amu
ratem vmbHülffangeruffen/welche damals Chiſlambey Salo
naeingenommen/vnndan die Dalmatiſche Grenze kommen wa
ren/dochdörfften ſie ohn Keyſerlichen Befehl nicht weiterziehen
Derowegen die Königin den ganzen handel durchhr Legaten/
ſo ſie nach Conſtantinopel verſchickt/dem Sultanofreundlichre
feriren laſſen. Welcher dem Königlichen Sohn Geſchenck ge
ſchickt/Nemblichen Königli hen Purpur Mantel mit Golton
der gemiſcht/-in ſtattlichen Heim / benebeneinem Schwert mit
Edelgeſtein gezieret/ondjhm zugeſagt/erwoitejhn auch3ernvno
williglichen beſchützen helfen.
Außderen Vrſachen Vſtrephovnnd Mahometienſtich
anbefohlen/ daß ſiegeſchwind vortziehen ſolten damit denen zu
Ofen nicht jrgent durch ihr verſeumnisvnd "Ä
Scha
SOL Y MAN N VS. 219
Schaden zugefügt werden möchte. VnndalsHieronymus von
Lachogen Conſtantinopelfommen/vnnd Sultanum mit vielen
wortenzuberedêvnderſtunde/daßer das Königliche Kind mit be
ſchützen ſich widerfangen wöte / ſtergefenglich eingezogen/
vnnd von Raſtanobaſa SolymanniTochtermann vbeltractire
pod.

Im Jahr 1541.im Anfang des Glenzen ſind die Türcken


abermals in Vngarn kommen mit Valentino das Volckzuſam
mengeſchlagen./vber die Tonawgezogen/ die Statt Vacciam
eingenommen vndmitFewerverbrennt. Von dannen ſind ſie
auf Peſtum verzuckt/welches Borocvnnd Otho Fotiſcusin Be
ſatzung hatten. Als es aber den ürckendaſelbſten nicht gelingen
wolte/vñdie Königin ihnen nicht gnugſambProuiant zu ſchickte
ſind ſie wieder in ihr Land gekeret. Indem ſie noch im Abzug
waren /vberfelt ſie Ferentius Gnarus,crſchlegt deren vielvnder
denen auch Achomates, ein vortrefflicher Mann auffder Wal
ſtattblicben.

Auffdaß aber Carolus V. ſeinem Bruder Hülffleiſten möch


te/hat er ein Reichſtag angeſtellt zu Regenſpurg im April,Anno
Is4I. allda von der Religion/ſoallenthalben durcheinander ver
wirt/gehandelt. Letzlich iſt Wilhelm von Rockendorffauß Key
ſerlichen Befehl der Kriegshandel aufferlegt worden / welcher
ſampt den Schleſiern/Merrehrn/ vnnd Behemender Tonaw
hinab nach Oſengezogen/ der Statt dermaſſen mit Schieſſen
vnd vndergraben zugeſetzt/ daß ſie ſich bey nahe ergeben/hierzu
hat ihn auch Bornemitzius von Ofen durch verrätherey gehol
fen/ſoden Teutſchen einheimliche Pforten des Nachtseröffnet.
Als er aber vernommen, daß ihm ſein Verrätherey außkommen/
ſterſamp den Teutſchen entrunnen.
Ee 2 Mit
22O S OLY MAN N V S.
Mittlerweihat Solymannus Mahonetibaſe anbefolen
daß er dem König in Vngarn eylends zu Hülff kommen ſolte/
Muſtaphambaſlam Sangiacum zu Nicopolis ſchickt er gegen
Maylatum, welcherauffdes Ferdinandi Seytten war. Auch Pe
treioaußder Moldaw Befehlgeben/ermeltem Muſtapha Hüff
zu leiſten. Bºy dieſen waren auch Machometes Sangiacus
zu Grigiſch Weiſſenburg/vñVlamasbegusſoVſtrephom San
gacat zu Boſnaſuccedirte.
Alsmannnungen Ofenfommen/hat ſich ValentinusTu
ratusſo in der Stattlage/zum Türckengeſchlagen/damit ſie nur
den von Rockendorffdeſto beſſer antaſten möchten. Vnd iſt zwar
auffbeydenSeitteeinhartTreffen geweſen/bißdzentlich der von
Rockendorffverwundworden/vnndſchin der Nacht davonge
macht. Hierauffhaben Mahometes der Statt Grigiſch Weſſen
burg/ValentinusTuracus aber Perennij Feldläger eingenom
men/vnddieTeutſchen herauß getrieben. In dieſer Schlacht ſind
mehr als zwenzigtauſentMann vmbkommen/vnd von Türcken
ſechsvnddreiſſig groſſe Geſchütz hinweggeführt worden:deßgci
chen ſind viel Wägenvnndvnzehlich Kauffmanns Hüten von
Kriegsfnechten beraubt worden. Der von Rockendorffſo ſeiner
Schwacheit wegen ſich heimlichen hinweg gemacht/ iſt widerſei
nenwillen durch die Dienerin einem Nauen in die InſulComa
rem geführt worden/vnndvber wenige taghernach in eine Dorff
Somagenannt/bekümmernußvndSchmerzenswegen/welchen
er von der Wunden gelitten/geſtorben.
Solymannus iſt mit einer groſſen Anzahl Volcks gen Ofen
kommen/in Auguſtmonatebendeſſelbigen Jahrs. Welcher daß
Volckdeserlangten Siegshalber gelobet/vnndMachometem
Sangiacum zu Grigiſch Weiſſenburg/durch deßen *# At!
SOL Y MAN N V S. 221
Thatender Siegerlangt worden vber die Ritterſchafft deßgan
zen Griechen Landsverordnet: die gefangene aber/ vnde dcnet
auch Baltazar Picanusonndayſcus zween vortreffliche Män
jjom Adelgeweſen/haterjämmerlich meggen" hinrichten
laſſen.
Deſgleichen haben ſie auch Geſchencke an Königlichenſun
gen Herrngeſchickt/ vnder welchen war. Köſliche Pferd
jG denen ZeumenvñSätten mit EdelGeſtein vermacht
vnd ſtattliche Mände mit Gold vnderſchieden/den andern Vor
nemmen Ständen aber in Vngarnvberſchickterſtattliche Kley
der mit Gold geſtepfft/vnnddabeygebeten/daßmannº Kindt
ins Feldlägerbringen ſolte/welches dann beſchehe doch zweifelt
die Mutter/wasaußdieſem werden wolte
Aber indem die Vngeriſche Fürſten im Lägerwolzechte
vndluſtigwaren/ſindauß Soymann befehlſ Vornembſte
Fürſtenaußgeſchickt worden/im Scheinas ob ſie die Stattbe
ſehenſolten haben gleichwovnder des die Sabbatiniſche Pfor
jder Statteingenommen/vnnddurcheinTrom offent
lich außruffen laſſen / Es ſolte die Burgerſchafft ſich keines
Wegsenſegen/Sondern/woſiehnen ſelbſten/ihre Weibern
jenſoltenſehre Waffenancin beſtimbt
Orchbringen, welchesſeaſonothwegengethan
Demnach nun der Sultanvernommen, daß alle Sachen
fein in der ſtilvndohn Tumultzugange vnnd verricht worden/
haterbey Nacht das Kind ſeiner Mutterwidergeſchickt/aber Ge
orgium den Varadiniſchen Biſchoff/PetrumFiſch/Stephanum
Tºrbenem den Cantzeler/vnd Vrbanium Bazianum Amptmaſ
jder Satyſchbehalten. Darüber die Königſbrº
ckendeßwegen ſie LegatenanSoymann" abgefertiget/vnder
Ee 3 theng
222 SO LY MAN NV S.
thenig zu bitten, daß er ſeiner verſprochenen Trew eingedenckſeyn
wolte/vberſchickt auch an Fürſten von Roſtaſiattiche außereſen
Perlen/gunſtvnd gutenwillendardurchzuerlangen.
Im Jahr 154 t den 30. Auguſt iſt Soymannus beneben
ſeinen zween Söhnen SeymovnndBaazete, ſo ermit der Roſa
gezeugt hatte/indieStattkommen. Dann Muſtaphaswelchen
er von der Circaſa bekommen iſt wegen ſeines ſcharpſinnigen
verſtands/vndGunſt / ſo die Kriegsleuth gegen in geſchöpft
beyhm in Argwohn gerathen/deßhalbenerhn in die Statt Ma
gneſiam, nomia gelegen gleichſambrelegirtend verwieſen.
Atsmannnuhn den Gottesdienſt verricht/ſ der Königin
auß Rath der Baſen vornemblich aber deren von Roſa anbefoh
len worden./daß ſie ſich benebenhrem Sohn auſ der Stattma
chenvndin Siebenbürgen begeben ſolt/bfdaß das Königliche
Kinderwachſen/ vnnddaß Reich Perſönlich verwalten möchte.
Sie aber ſotſchender des intjren Schatz zu Lippahalten/vnd
aldacin ſicher ebenführen. Iſabella verſuchtbey ſich ſelbſtendes
tyrannen Mißtrev/dochleiſt ſie ſeinem Befehl Gehorſamb/ver
läſt die Statiſamptalem/was um Krieg gehöret vnd macht ſich
mit ihrem Dienern auffeen Weg. Allen ValentinusTuracus
ein tapfer vnd Reicher Mann/der viel Schlöſſervmbden See
Balatonenligen hatte, wird in hafften behalten. Obgleich die
Königin/wiedeñauch Agorchus SigiſmundiKönigsin Pelen
Legatvund Erledigungſenerfleiſſigbeym Türcken angehalten.
Vnder des ſchickt FerdinandusLeonardumVelziumauff
daß er dieſenen von der Flucht wider abholen/zuſammenkrin
gen/vndein Herzeinſprechenſolte. DeſgleichenfertigeerNico
aum Graffen zu Salm/ beneben SigiſmundoLithcſtanozu
Solymannumab/einnewen Pact vñFrieden mithmzutreffen.
Welchedem Türckiſchen Keyſer einen Güldenen Becher mit al
ley Edelem Geſteingezieret/offerirt/dabcneben auch WerckÄ
-
S OLYMANN V S. 2-3

Sßer welches die Stund der Planeten Lauff/vnd des Monds


ſampt der Sonn Coniunction mit einer wunderbarichenkunſt
andeutet. Dieſe hat der Türckiſche Keyſer ehrlichen empfangen/
ſteherrlich tractirt/ihnen Geſchenckhergegen verchret/ vnndwi
der unbfriedlich in Oſterreich ziehen laſſen. Berordnet hernach
Mahomet den Hungern, welcher die Türckiſche Religion ange
nommen hatte/zum Brgerbegzu Ofen/ vnndgibt ihm zu einen
Mitgehüffen Stephanun Verbetum gleich als ein Richter der
Statt. Vmb Herbſtzeit hat er ſich widernach Conſtantinopel
verfügetnachſovielem Reyſenvndauſgeſtandener Mühſchwi
der ein wenig zuerholen.
Im Jahr 1542. Iſt ein Reichſtag zu Nürnberg angeſtellt
geweſen darauffmann von der ſtreittigen ReligionsArticuln/
deßgleichen auch von dem Krieg ſomann wider die Türckendes
Reichs Vngarn anfangen müſie/ verhandletvnndtractiret
woren. Die FreyStatte habentreiſſig tauſent Mañzu Fuß/vñ
ſiebentauſent zu Pferdzuſchicken beſchloſſen. Welche Herzog
oachim von Brandenburg.de Tonaw hinab nach Grsange
führt / zu denen haben ſehzehen tauſentPferdauß der Steyer
marck geſchlagen darüber Huganotus Oberſter geweſen. Deß
gleichen auf fünfzehen tauſent / darüber Caſpar Sercduszum
Oberſten verordnet worden. Paulus ill. Farneſius, Römiſcher
Babſ ſchickt dreytauſentPferd/ ohndie/ſoalbereit in Vngarn
zu Feldtagender Oberſter Alexander Vitellius.Weſtenunalle
ſampt zuſammenkommen/haben ſie vber die Tonawgeſetzt/vd
zu Paſtoangelangt.
Als aber der Winter verlauffen/vnd SoymannuszuConſtan
tinopel auſgewintert hatte/zeuchter mit einem groſſen Heer vnd
Apparat widerauff Vnganzuviſtraufft Petri Perennii Cand
ſchafft. Die erſte Stat/ſoerderEndtseingenomien/war Valpoü
vondaſenzeuger auf PaeſtumzAls nun dievnſern mit "Ä
124- SOL Y MANN VS.
ckeneintreffen gethan/vnndIoachimus von Brandenburg die
Fluchtgeben / hat Solymannus die Statt erobertvnndeinbe
fommen.
Folgendes Jahr hat Solymannus abermals daß Land zu
zu Vngern gegen Amuratemvnd Vlamam Perſam abgefertiget
denen AchomatesBeglerbeginRomaniam nachfolget: Welche
auff der Reiß Socumerobert / von dannenſamptjhrem Volck
auffGran zugezogen. Es hatte damals Liſcanus ein Hiſpanier
die Statt/ Salamanca aber daß Schloßinder Beſatzung. Als
nuhn die Stattmawern durch ſtettigs Schieſſen meiſtentheils
vmbgefallen/vnd die Türcken durch die Wällin die Stattgefal
en/ſeindhrer viel auffm Platz blieben, doch letzlich zurückgetrie
ben worden / darunter auch Baltacus Tetrarcha zu Scym
bria am Schwarzen Meer gelegen/vnd Zimar ein Perſier/dcß
gleichen auch vmb zweyhundert Türcken/ welche zu Schiff die
Statt ſtürmcten/auff der Walſtatt blieben.
Nachdem aber nachmals Liſcanovnd Salamanca die Sach
beſſer gerathen/haben ſie dannoch die Stattden1o. 2uguſtier
meltes Jahrseinbekommen/darauffdiejenige/ſonachbeſchchc
ner Niderlagvberigblieben / ein Frieden mit dem Türckenan
gericht. Von dannen ſich nach Preßburg begeben./daſelbſten von
Nicolao Graffen zu Salm Salamanca Liſcanus,Vincentius.de
la Matrici, AleſſiusNardous vnnd Triſtanusgefenglich eingezo
genvndin Verwarſambgehalten worden.
Von Granzeucht Solymannus widerumbab/leſ Ofänü
alldaun der Beſatzung vnd ſchickt die Tatarnvor ihm her/welche
auff die Vngarn biß an Stuel Weiſſenburg durchſhrſtettigs
Einfallen weitvndbreitſtraufften/ erobert die feſte Statt Theo
datam vndſchleifft ſie. Davon dannen zeugtermitaller Gewalt
auff
SOL Y MAN NVS. 22%
Ä StuelWeiſſenburg. Weil aber dieſelbe ringsherumbmit
aſſergräben vmbgeben/hattſedaß anſehen/als obſienitzuges
winnenwere. Barcocius der Hauptmannvber die Statt/gabfür
mannſolt die Vorſtattniderreiſſen. 2ber OčtauianusScrofatius
vnd die Bürgerſchafft wolten ſeinem Rathniefolgen.
Ohnlengſt hernach trifft ſichszu/daß die Türcken die Statt
zu ſtürmenanfangen/erobern die Vorſtatt/ſchlagenScrofatium,
Barcocium, Philippum Thorniclumvnnd Carlum Scccum,
allevortreffliche Leuth/zutodt. Die Inwohner aber ſchickenauß
Forcht vorſtehender Gefahr Geſandten an Solymannum ab/
vmbGnadzubitten. WelchendieGnaderzeigt worden/daßallee
ohnverletzt / auch die Burgerſchafft beyhrer vorigen Freyheit
bleiben ſolten. Als aber das Frembt Kriegsvolckabgezogen/iſt der
Sultanin die Stattgezogen/vndetliche Burger geſtrafft/wel
che von der Königin Iſabellavnndjhrem Sohnabgefallen/vnnd
ſich zum Ferdinando geſchlagen hatten. Die vberigen ſchickter
nach Ofen vnd Grigiſch Weiſſenburg/damit ſienit etwasnewes
anfangen möchten. SetztBalibciumvber die Stattvnd das ganz
Vngeriſch Reich/ Mahometem lahaoglemzum Tctrarchan
vber Grigiſch Weiſſenburg. Er aber hat ſich mit dem ganzen
Volck/als der Herbſtangangen/nach Conſtantinopelbegeben.
Im Jahr 1545. I 45.
Im Jahr 1547 hatSultan Solymannusbeyſich beſchloſ 1547.
ſen/die Azenier mit Kriegzuſuchen/welches ſich vornemblich auß
derenvrſachen begeben. Es hatte Techmasder Azeniſcher König
einen Bruder/Ercaſes Imirſägenannt/derſelbhartedaß Candle
diglichen in Beſitz. Dieweil ſich nunScachusTammasvndjztge
dachter ſein Bruder miteinandernitvertragenkoñten/hat Ercaſ
ſes die vnbilligkeit zu Gemüthgeführt/welcheſhme/wieeresda
für aufgenommen/wider alle Recht von ſeinem Bruder wider
fahren/derhalbener ſich zu Solymanno geſchlagen/ſo Ä
entpan
226 SOLY MAN NVS.
entpfangen väalleEhr bewieſen/auch ſeinetwegeneingroßKrigs
volckangenommen/inmeinung/hn/als einen vertriebenenvnnd
verjagten vorgewaltzubeſchuzen/ vnndinſein Reich widerumb
einzuſetzen. -

Als er ſich nun gnugſamb mit allem dem/was zu ſeinem Feld


zugwidereinen ſolchen ſehr Mächtigen Perſiſchen König gehé
rig/geſtaffret/iſter den 22. Martivorermeltes 1546. Jahr von
Conſtantinopelaußgezogen/in Anatoliamgeſchifft./daſelbſt die
FeſteStatt Vanü/den Perſern zuſtändig/eingenommen. Dann
alserin wehrender Belägerung dieſelbe neun ganzertaggewal
tig beſchoſſen / haben die in der Beſatzungſhr Herz fallen laſſen/
vnd die Veſtungauffgewiſſe Conditioneröffnet.
Hernach hat er allenthalben auffdaß Perſien Land ſtrauffen
laſſen / mit dem Beſcheyd/daß ſie von einem Orth zum andern/
alles rauben/verheerenvnd verbreñenſolten/wie ſie dann ſolches
ins werckgericht vnnd dem Perſien Landgroſſen Schaden zuge
fügt. Wider dieſen Einfall hat Scachus Tammas nicht allein
nichtsgethan, ſondern ſich auch nicht ſehen laſſen. Als er nun ſei
nen Bruder nicht angetroffen haben ſie Helcam, damit ja dieſer
zug nicht gar vmb.ſonſt angefangenwere/mit allerley Schmach
wortenangriffen/vñdermaſſen getractirt/dzer die Fluchtgeben.
vondaſien habe ſie ſich vnverrichter Sachen in Anatoliäbegeben.
Im Jahr 1350 hatDraguthes RayſiseinberümbterSeerau
ber die Statt Aphrodiſiuſ. (ſo?eyden Mauri. Mahadiam,
beyden vnſerigen aber Africa genennt wird) an Africaniſchen
Vfer eingenoſſien/die eben daſſelbig JarKeyſerCarlwider durch
Andraeam Auriam entſetzet/vnndin der Beſatzungdreyhundert
erſchlagen vnd zwölffhundertgefangen/hinweggeführt./welche
ſieimnechſtgelegenFleckenvnd Kloſterbey der Statt Africabe
kommen haben/deßgleichen auch Aphrodiſium ſelbſten nachdrey
en Monaten zu Sturm angelauffen/erobert/geſchleiff vnnd
ſiebentauſent Gefangen davon dannen mit ſich geführt.
SOLYMANN V S. 227
Dieſes hat Soymannum vbelverdroſſen / deßwegener
Sinanembaſam mit Draguthe vnnd Sala, dem Rayſerwiderzu
rückgeſchickt der MoldawerSchloß einzunemmenvnndzuſtür
men: Als aber ſolches vergeblich geweſen/ſind ſie in Africamge
ſchffet/vnd daſ Schloß TripolimſamptderStatt/inder Mal
thawcrHerrn Gebiet gelegen/ins Türckiſchen Keyſers Gewalt
bracht, den 15. AuguſtiAnno 15; 1.Vber TripoliniſtDraguthes
geſetzt /vnnd der titul eines Sangiacibcgigeben worden. Er
war Carvenna ſeinem benachbarten König verhaſ/weiler
ihm/aſser Aphrodiſium belägertgehabt/nichtzuhülffkommen
war: Deßhalbenerin bekriegt/vñbeynah ſein ganze Landſchafft/
ffelche dreyhundert Meyl von Tripoli gelegen/ vnder ſein Ge
waltbracht.
Ebenim ſelbigen Jahr hat Alisbaſa welcher auch Carage
nennt ward / Hauptmann zu Ofen nach StephaniLoſontitod
Temeſvarum eine Statt in Vngern neben etlichen andern Fle
ckenerobert/Deßgleichen auch Eraſmum Tenſelem Erzherzog
Ferdinandi zu Oſterreich Hauptmann/wie auch SfortiamPa
lavicinum, Auguſtinum ScandcllatamvnndanderebeyPalaſto
geſchlagen. Als hm ſolchcsſoglückſeligenvortgangen/hat er ſich
ſeines Glücksſehr erhoben / Achmetem den BeglerbegzuRo
mania Cäſavem,ſamptandern Begen zu ſich genommen/vnnd
Zolnoccum durch Ergebung den 4. Septembriscinbekommen/
dann die Kriegsleuth/ſodarinnauff der Beſatzung gelegen/frey
williglichen abgezogen. Auch als er dieStatt Agriamzuſtürmen
begunte/ſtermitgroſſem verluſtvnd Schandwder abgeſchlage
worden. Im Jahr 1752. I 52
Deßgleichehatauch Solymann“ anno C3 auffbittlich anhal I 553
tenAramätanidesKönigsinFranckreich Geſandéein Armada zu
gerüſtet/die zud Franzöſiſchengeſchlagen/vñden Siciliern/wie
deſ auch den Neapolitaniſchnegroſſen Sº *** ſſel
- 2. big
228 SOL Y MAN NVS.
ſelbig Jahr iſt den Genueſern die Statt Corſica eingenom
men worden / welche ſie nachmals Im Jahr 1559. widerbe
fommen.
Im Jahr 1555. Nachdem AntoniusVerantius Biſchoff
Agriavnd Franciſcus Zais Hauptmann zu Caſſovia als Legaten
von Ferdinando naher Conſtantinopel einen Frieden vnndſtill
ſtandtalldamit dem Türckenzutreffen verſchickt waren/vñdoch
nichts erhalten könnte / hat Tuigon Baſſa zu Ofen die Statt
VhivarumvndBabotzameinbekommen/von dannen nach Siget
verrucket/daſelbſten ſie von denen auffder Beſatzung widerabge
ſchlagen worden.
Folgendes Jahr haben Sclymusvnnd Baiazites beydeß Vat
ters Leben deß Reichshalber einen groſſen Krieg geführet. Aber
Baiazites hat den Streit verlohren. Darauffer ſich benebenſei
nen vier Söhnen/in Caramaniam begeben/vndzwanzigtauſent
gerüſter Mann mit ſich hinweggeführt. Fürters iſt er in Perſiam
gezogen. Damit er aber nicht etwasnewesanfinge/ſchickt Soly
mannus Legaten an Tammam Sophijhnzubitten/daßer Baia
zitem ſampt ſeinen Söhnen vmbs Leben bringen ſolte. Damit er
aberſanitan ſeinem todzweyfeltrüge/fertigeter den Caſminum
Zeſchnegir, daßiſt/ ein Schwarzkünſtler dahin welcher Baia
zctemwolvon Angeſichtkennete. Indeßen Gegenwart ermelter
Baiazetes ſampt ſeinen Söhnen ſtrangulirt/deren verſtorbenen
#
ahr
nach Sebaſta geführt vnnd allda begraben worden. Im
h Ähe
I§ 59. Sangiacus zu Tripolis nimbt die Gerbenſiſche
Inſulbetrüglicherweißein/leſt SoleimanèScachumerhengen/
vnd gibt dem ander Scachojzermelte Inſulauff gewiſſe Condi
tion ein/ daß ernemblich jhme Järlich zu Tribut ſechstauſent
Goltgüldengebenſolte.
Alsnuhn die von Maldawvnnd.Hiſpanier die Statt Tri
polim
S O L Y MAN N V S. 229
polim widereinzuneſien ein Armadazugerüſt hatt/vñjnſolcher
Zua auch nicht geraten wolte/haben ſie die Statt Gerbemange
griffen. Deßhalben Draguthes an Solymannum wider zurück
geſchrieben. Darauffer alsbald Pialimbaſſam beneben einer
mächtigen Anzahl Genizar vñSpachier dahin abgeſandt/auch
ein groſſe Armada Muſtapham führen laſſen: welche zugleich
den Chriſtendermaſſen zugeſetzt / daßauffachtzehen tauſent von
den vſern zum theilerſchlagen / zumtheilgefangen/ zum theil
im Waſſer vmbkommen auch ſind ſieben vnndzwenzig Galeen
vnd vierzehengeladen Schiff verloren worden. Der Herzog zu
Medina iſt beneben Iohanne Andreade Auriagen Maltaw ent
runnen/Gaſton aber des Herzogen von Medina Sohngefange
156 o.
worden. Im Jahr 156 o. I56 I
Im Jahr 1561 hat ein Gric h/Ia cobu s Hera clid es, auch
Baſilius genannt/vnd von den Alten Walachen herkommen ſol/
beneben den Deſpota außder InſulSamo.vnd dem Marckgraf
fen auß Ä Pariſo von AlbertoLaſco, Philippovio, vnnd
Laſcoiodem Polenviel Hülffoekoſſien/das Maldawiſch Reich
eingenommen/vnd AlexandrumſoDeſpotam, den Solymannus
darein aeſetzt/ wider heraußgeſchlagen: vorermelter Iacobus iſt
den 3. Novembrisanno 1s 63. durch ſeine Vnderthanenvmb 1563.
konnenonderſchlagen worden/ an deßen ſtatt haben ſie Deme
trium Viſnovetium verordnet / welchen ſie ebenermaſſengefan
gennaher Conſtantinopelverſchickt/vnd Herzog Tomſam wider
holen laſſen/den ohnlengſthernach Alexander als erwiderankom
men/von ſeinem Ampt verſtoſſen/vnndin Podoliabeyder Statt
Leontopolis hinrichten vnndköpffenlaſſen. An Alexandriſtatt
iſt Bogdanus kommen. An Bogdani Ivonia, welcher ſich Ste
phani Vaivoda Sohn/ von einer Concubin her nenncte/ ſo
gleichfals ſeine Diener/bey der Tonawcrſchlagen/andeßen ſtatt
3 Petrus
23O S OLYMANN V S.
Petruscines andern Fürſten in der Walachey Brüdermithüff
der Türckenverordnetvndgeſetzek. -

Im Jahr 1564 hat Garzias von Toleto das Schloß oder


CaſtellPignönem in der Barbarey/am Africaniſchen Meerge
legenden Türckengenommen: darauſ die Meerrauber den Ita
lienern vnd Hiſpaniern groſſen Schaden zufügten.
Eben daſſelbgeJahr hat Lazarus SuendiusTocaiumvnd
Zerencium inSiebenbürgen erobert/fürtersvberden Tibricum
ezogen/vnnd Erdendam CuvaramBatorum,Vibanamvnnd
Ä vnder das Römiſch Reichbracht. Als aber Soy
mannus Ioanni Sigiſmundo Vaivoden in Siebenbürgenit
zuhüffzukommen vermöcht Rüſteteraußangebenvnmdxath
Chalanis Chariadinis des Statthalters zu Alkair Sohn/vnnd
Dragutis Sangiacizu Tripolis eine Armadazu / wider die Mal
dawiſche Ritterſchaft von 2so.Schiffe/vnndwarendareinvier
tauſenttapffere Kriegsleuth. Vber die Armadawar/ Pialisbaſa
vnnd Dragutesverordnet/daß Fußvolckführte Muſtaphasbaſſa,
Chaſanesbrachte auch noch auſ Algier ſiebenvizwanzig Schiff
Äſ
h 11U. ſamentlich länden am Vfer der InſulMadawan/vſ
nemmen von erſt im Port das Caſtellzu S.Hermetisgenañt/ein/
von dannen eilen ſie die Veſtung Michaelis zu ſtürmen vnnd
zuerobern. Nachdem aber der Winter herbeygeruckt/vnnd Gar
zias von Toleto Königlicher Statthalterin Sicilia ankommen/
haben die Türckenmitjhrem groſſenverluſt vñSpottdie Flucht
geben müſſen. Daſ in der Schlachtſºragutesbenebendrey vſ
zwenzigtauſentTürckenauffder Waſtatt blieben/von den Mal
awern aber ſind einhundertvnndeiff Reutter/vnnddreytauſent
mannſampt andermvnnützlichen Geſindleinvmbkommen. Dß
iſtbeſchehen im Jahr 1565
Pialisbaſſadantera etw; in dieſen Krieg verricht nimbt im
Heimzugden Genuenſern die InſulChiüam Egyptiſche Mee- -r
S OLYMANN V S. 22 S.

ein/obſiegleich dem Sultan Järlichen zehen tauſent Ducaten zu


tributzalten: Gab denen in der Inſul Schult/daß er ihnen ihre
Freyheitgenommen/Erſtlich/weil ſie nunmehr in zweyenJaren
einen Tributgebcn/zum andern weil ſie deſ Sultans Raht
ſchläg vnnd Geheimnuſſen denen von Maldaw durch Bott
ſchafften zu wiſſen gethanhetten/zum dritten auch, weil ſich viel
2ußflüchtige von Conſtantinopel nach der Inſul Chiumbegebe/
von dannen ſie widerinhr Heimat verſchickt worden.
Vnderdeſſenhelt der Vaivodaauß Sybenbürgenſtettigsbeym
Solymannoan/daß er die Vngern mit Kriegvberziehen wolte.
Damit er ihm nun etlichermaſſen zu willen ſein möchte./belä
gerter hm Jahr 1566 im Brachmonat die Statt Palotam, von
welcher ſie doch widervnverrichter Sachen abgezogen/dannſhn
gewiſſe Zeitungkoien/daß Graff Georg von Helffenſtein mit
einem groſſen Volckankommen ſolte: welcher ſich nachmals von
Palota, auff Veſprinbegeben/alldaer von Graff Egon zu Salm
hülſfbekommen/vnnd die Statt erobert. Fürters nimbterbeyde
Schlöſſer Tatamvnnd Geſterein. Die Türcken aber haben ſich
nach Gran begeben. Es ſchlugen ſich auch die von Vethaimar -
ſcochiavnd andere zujhnen. Als ſolches die Türckenerfaren/ha
benſe de CaſtellmitFewer angezündvnd die Flucht geben.
Folgenden Herbſtmonat hat Suendius die Tatarn/welche
Solymannus dem Sybenbürger zu Hülff geſchickt hatte./vber
wunden/vnd deren mehr als zehen tauſent erſchlagen. Erobert
auch etliche Caſtel/GeorgioBebeco, der ſich zunSyberbürgern
geſchlagen hate/zuſtändig/asnemblich Zabatican Pelſozium
Gombºzzecum Craſnahurcam vnd Gadingen. Eben daſſelbig
Jahr iſt auch Guila von Pertavo Vezirc Baſavnndeinem Baſa
von Temeſvaria, deſgleichen auch von Sybenbürgen Ä s
232 S OLYMANN V S.
VerräthereyKerozinij,welcherzuuor von GeorgioBebecomit
Golt geſtochen /eingenommen worden/Aber der Verrätheriſt
naher Conſtantinopel geführtvnndangeklagt worden/als ſolter
die Muſulmaniſche Gefangene vbelvnnd ganz tyranniſchtra
ctirt haben. Deßhalben Selymus(dernach ſeines Vatterstodins
Reich kame)befohlen/mannſolte ihn in ein Faß/allenthalben mit
ſpizigenEyſern Nägeln beſchlagen einſchlieſſen/vnd dem Berg
hinein welzen/ davon er dann eines jämmerlichenvnnd ganzer
bärmlichen todtsgeſtorben.
Nachdem ſie nun die Statt Giulam am zweitentag Hewmo
natseinbekommen/ſind ſie auffZigetverrucket/vd daſſelbigbe
lägert/ zudem ſichSolymannus in der Perſon/ſoehnlengſt mit
zweyhundert mahltauſentmanndasvberige Vngerland zuero
bern ankommen/geſchlagen. Zu Ziget war Nicolaus GraffzuZe
rin beneben andern vielvom Adelauß Vngern. Welche/obſie
gleich den Feind zuuoretlichmahlganz tapfferlich abgeſchlagen/
haben ſie doch ſolches Orth in dieſeng wider ſolche groſſe Macht
nicht erhalten können. Zigetiſteingenommen wordenden 7. Se
ptembris im Jahr 1566.
AlsZerinus in derſelben Belagerung vmbkommen/ſind
mehr als dreiſſig tauſent Türcken auf der Walſtatt blieben.
Dreytag / ehe ſie erobert worden / iſt Solymannus mit todab
(9.
ZAlg Seintod iſtſolangvon Vezirbaſa Mcchemete heimlich
gehalten worden (dann ſiehaben auch deß Sultans vornembſten
Leibarz/damit es ja verſchwiegenblicbe/getödtet)bißdaß Selym”
ſein Tochtermann/Solymanniſeines Vatters Reichohn Tu
multvnndAuffruhreinemmen/vnd zum Läger "# 11
S OLYMANN V S. 23;
Dann espflegen die Genizarnvnndandere Kriegsleuthauffdes
SultansSchloßoder Palaſt/alles/denKeyſerlichen Schatzſelb
ſten/deßgleichen auch der ChriſtenvñJuden HaabvñGut zu rau
benvnd zu plundern. Woſolches im Feldläger beſche
henwerehetten die Chriſtenden Türckeneingroſ
ſenSchaden zufügen können.Solymannus
iſt von dieſer Welt abgeſchieden
im Jahr Chriſti
1566.
- - -- --
R OSS A SOL Y MAN
NI Gemahl.

OSSA,Roxa oder Roxolana,Solyman


ºn Gemahl/weiche erhrer vortrefflichen
FSK Schönheit halben ihm vermählen laſſen
hat dieſe auch wider den SNuſulmaniſchen Gebrauch
mit ſich in die Gaſtereyen genommen / da ſie dann
beym Weinfrölich viiin allen Woluſtengelebet. Sie iſt
dem Türckiſchen Keyſeralzeitſehr liebgeweſen/auch
vnder allen Weibern allein Sultanin genannt wor
den.Es hat auchSolymannusſonſten andere Weiber
vnnd Eoncubinengehabt/vnder welchen eine geweſen
Circaſſagenannt, welche von der Roſa-Hochzeitli
chemtaggefreyetgehabt/vondererMuſtaphambaſ
ſamſeinen Elteſten Sohn bekommen. Nachdem aber
der Sultaniſche Beyleger mit der Roſſa gehalten
worden/hathrCircaſaweichen müſſen. Damit er
gleichwol der Circaſlaenoch eine Gnadbeweiſe möch
te/erlaubter derſelben/ſich benebenſhrem Sohngen
Magneſiam in Aſiagelegen/zubegeben/die Prouintz
Amafameiuzunemmenvndzubewohnen.
achmals hat er ihm auch Carahcmidam in
Gg 2 Meſo
z, Ross A SOLY MAN NI
Meſopotamia an den Perſiſchen Grentzengelegen/
eingeben/damit er etwas weitter vom Vatter geſeſſen
were/Auchhnalſo/der mit einem ſcharpffen Verſtand
vnndGeſchicklichkeit begabt/in ſeinem Gehorſambbc
halten möchte. Denner war vonGenizarenvñStän
den des Reichs ſehr werthgehalten.
Roſſa aber wendet Solymanni Herzmit Zaube
riſchen Geträncken durch Tronglam eine Züd
ſche Zauberinſowol von der Kinder SNutter/als auch
von den Kindern ſelbſté/damit ſienurſre Söhne zum
Reich bringe möchte. Daſ ſiehatte vonSolymanno
vier Söhnbekommen/Mechèmetem, Sclymum,
Baiazitcm vnd Ziangremdeßgleichen auch einein
ge Tochter/Chamera oder Cumillagenañt/welche
ſich an RuſtenemVezirembaſſambeſtattet. Es ver
mehrt Ruſtenes der Tochtermann des Vatters Zorn
durch täglich falſches Antragen miteingeringes als ob
MuſtaphdurchGeſchenckebeyallen Baſſengunſtſu
chte/daßermitangemaſter freundlichkeit vnndange
nommener Freygebigkeit die Genizaren durch Ver
heiſſungégroſſerGeſchencke anſchreitze/vñauffdzer
SolymäniGemütrechtgegen erbittern möchte/ſezet
erhinzu./erfreyeTamme Sophideß Königs in Per
ſien Tochter / woſolcher Heyrath einen vortgangbe
koſten würde/ſeyezubeforchten/dzwoereinſolch ſtatt
Gemahl. 237
liehvämächtig Königreich bekomen/vndbeydenbeſté
Krigsleuten hülfferhaltenſolte/er ſeinen Vattervber
ziehen/hnaußdem Land jagen/ das Keyſerthumb
Europaevnnd Aſiaezuſichziehen/vnndalſo den gan
zen Sultaniſche Stammauſrotten würde damit er
allein das Reichinſeine Beſizvnnd Gewalthette.
Durch welche Vrſachen Solymänusbewegt worde
Ruſtené Veziraſemenvnder déSchein eines Krigs
zugin Perſiämit einem tapffern Krigsvolckin Aſiâzu
vberſchicken/ſucht aber nichts anders dann nur allein/
wie er denMuſtapäereylenvñvnslebebingémöchte.
Als aberRuſtenesinAſiaangelangt, ſchreibteran
ſeinen Schweher Vattervnndvermahnethn/daßer
nothwendig den Krieg beyweſen müſte/womitſoſeye
es vmbſhngeſchehen/dann ſich das Volckſehr auffdes
MuſtaphaeSeitten begeben. DarüberSolymannus
ſehrerbiettert/verfügt ſich in allereylnach Alepo/als
ob er die Perſerbekriegen völte.Wieerdaſelbſtenan
gelangt./beruffter Muſtapham ſchriftlichen zuſich.
Aber / ſobald er ins Zelt kommen habenn
etliche ſtarke Stumme SMänner (welche die Oth
manniſche Sultan beyhren Gaſtareyen zu halten
pflegten/angegriffen/ vnnddarnider geriſſen darzu
hnen dann der Vattermittrawengewincket/vnd den
Gg 3 vnſchul
238 ROSSA SOLY MAN NI
vnſchuldigen Herren mit einer Chord ſtranguliret
SNittlerweilen wird auch Zangri ſeinüngſter Sohn
gefordert/welcher ein Hofer hatte/ Als er nuhnher
bey kommen/heiſtmann ihn / gleichalsſpöttiſcher
weißanſchawen/als vor demmann ſich nichts weit
terszubeforchtenhettevndofferirtſhme der Vatter al
le des entleibten Schätzvnd Güter. Welches alles
er nicht geacht/ſondern erzürnetſich von Herzen vber
ſeinen Vatter/als ein Vrſacher ſolchesgrevlichen be
gangen todſchlags/vnndwirfft hm diße Thaten mit
grimmigen vndſchmchlichen worten für.
Der Keyſer/derſcheins ſolchen freyen vorſtoſs
ſens vnd vorwerffens nicht verſehen/crgrimtſchher
gegen/zeugthnvngeſtümmigzuſich/vnndfichtſhm
einen bloſſen Dolchin Leib/daßerauffſeinen entleib
ten Brudertoddarniderfellt.
Ohnlengſt hernach leſt Solymannus durch
Roſſe ſeines Gemahls anhalten / Muratem des
MuſtaphaeSohn/welcherſichzuPruſain Bithynia
hielte/ mit Hülff Ibrah. Eunuchibaſae Sohnebe
nermaſſenſtranguliren.Dañſie dem Sultanſtettigs
zu Haßlagevndgleichals für Augenſtelte die vorſte
hende Gefahr/welchjhnen von ſeinem Altvatter vº
e
Gemahl. 239
ſeinen Kindern wegen defelbigen Vatters/ alsº
die Genarſehrgünſtig geweſeweren/köntezugericht
werden. Dieſes iſt geſchehen im Jahr 1553. 1553

Nachdem ſie aber endlich mittodabgangen/ift


ihr zu Conſtantinopeleinköſtlich Mcita oder Tem
pelgebawet/aldaſteineinſtattlich Grabºr Erden
beſtattet worden. Deßgleichen iſt auch Se
ymushr Sohn/ſoſeinem Vatterim
Reichſuccedirt/inermeltem Tem
pel begraben
v0rden,
- - - - - - > -

QT - --
MÄÄÄÄÄNIS
+ SERvIT AT EX ALTo MAGNA RºvINA veNIT ſº -
G - TY- -
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HorvM NE PEREAs PRobrrroNE. cAvE
-
A B R A H I M V S
B ASS A.

# FBRAHIMVS BASSA iſtauffeinem


Ä.
FN
kleinen Dörflein in Albania, nah bey der Statt
Perga, vnder der Herrſchafft Buthroti, gelegen
Ägeboren. Iſt in ſeinerjugent neben andern Chriſten
Kindern/ſoanden Othmannſchen Hoff geführt
vndaufferzogen werden gefangen worden. Als er noch ein Knab
war/hater dem Scanderbaſe (welcher vor derzeitvberd; Waſ
ſer Natiſonemgefallen/vnd groſſen Schaden in den Herrſchaff
ken Livenzia, Liſontio, vnd Tagliamento, wie dann auch durch
die Trviſaniſch Marckbiß an Venedig gethan)gedienet.
Dieſer Abrahimus nuhn iſt wegen ſeiner ſchönengeſtallt/
Geſchicklichkeit/Freundlichkeitvnd Wolredenheit/damit er von
Natur begabt ſeinem Herren ſehr liebvnndangenehm geweſen.
Er iſt auch in Muſulmanniſcher Religionvnderrichtvnndange
führt worden. Hat in einer kurzenzeit/weiler einesfchigenvnnd
ſcharpffenverſtands/die Arabiſche Sprachwolgefaſſet/deßglei
chen auffallerley Inſtrument vnd Muſic ſpielen gelernet. Weil
er ſich auch nach allen Woluſtenvñzu Kurzweilnder Weiberwo
ſchickenwnſte/hater Scanderbaſſe Weibſchrwolgefallen.
Nachmals iſt er Solymanno SclymiSohn noch beyLeb
zeiten ſeines Großvatters Baiazetisgeſchencket worden.
Nachdem nuhn Abrahimus mit dem Jungen Sultan/in
gleichem alteraufferzogen ward/ hielt er ſich in allendingender
maſſengegenſeinen Herrn vnderthenig/vndricht ſich dermaſſen
Hh nach
2.42 A BR A H1 MW S BASS A.
nach ſeinen Sitten/daß er ihm auf Befehl Soymannials Abra
hinusbaſa erwachſen/dcß Scanderbaſſe einige Tochte/ſover
auſſchön / zum Weibgeben/nachdeßen toder groß Haabvnnd
Gutererbet. Dieſes aber dauchte einen Herren noch nicht gnug
ſeyn/ ſondern macht ihn zum Oberſten Baſa, ſchencket ihm die
Vogteyod Ambt Alkair/vſ verordnet ihn zu einem Rittmeiſter
(ſo auch Beglerbeg genennet wird)vber die Pferdauß Europa
Lezch wird er zu eine Vezirvber die Baſſen (welches der nechſ
grad nach dem Sultaniſ) verordnet/ der daß Keyſerlich Sig
beyſchhat/vnd des Keyſers Geheimer Rathgenennet wird. Als
er dieſen titalerlangt/iſter Ser Alker Sultani genenneworden/
daß iſt des Sultani Oberſter Richter vnd HeerFürſt. Letzlich
regret er allein den Keyſerlichen Hoffnach ſeinem wolgefal
len. Hatbey allen Zügen vnd Rathſchlägen auch beydengeheim
Fendeß Sultansſeyn müſſen.
Alsernut zu ſolchen groſſen Ehren erhaben worden/Hat er
im Vngeriſchen Kriegſein Beglerbegat trewlich vnd wolver
waltet/vndober gleich die Muſulmanniſche Religionvnnd Be
ſchneydung angenommen./ſohielt er doch Chriſtum heimlich im
Herzen für ſeinen Seligmacher vnd einigen Erlöſer. Deßhalben
vermaneter Solymannum fleiſſigdaßer von den Hungarenab
laſſen/vnd des Reichs Verwaltung IohanniSepufiodem König/
deßgleichen auch Aloyſio Gritto wölte bleiben laſſen / auch die
Teutſchenitweittersauffrühriſch machen/danneswerenitraht
ſamb ſie zumofftermals feindlicher weiß anzugreffenvnndmit
Kriegen zuuerſuchen. Vermeinetaber viel beſſer ſeyn/daßmann
die Waffengegendie Perſiſche Ketzer/Cuſelbçgenannt/wende/
ſo die Mahometiſche Religion durch ihren Heidniſchen vnd vn
leidlichen Aberglauben/welchen der Erzketzer Teckelis auf die
Bahnbracht/verkerten.
Damit
ABRAHIM vs B Assa. 4,
Damit er aber ſolches den Keyſer deſto beſſer beredenvnnd
hierzubringen möchte / hat er Mulcarabum den Propheten von
Damaſco welcher derzeit zuConſtantinopelin groſſen Ehrenwe
gen ſeiner Geſchicklichkeit in Gottesdienſt vnnd Religion/Weiſ
ſagung vnndMagiſchen Künſtengehalten ward/jhmegünſtigge
mach. Dieſer Mulcarabus lag dem Sultanoſtttigs zu Haß/die
Perſer als Ketzer mit Krieg zuuerfolgen/mit der gewiſſen vertrö
ſtung/daß er glückſeligenobſigen würde/weeseinbilliche Sach
vnnd Gott angenehm were. Deßen Anhaltenvnnd Vermahnen
Soymannus ſtattgebenvnnd nachfolgen wöllen/ obgleich ſein
Mutter wie dann auch ſein Gemahl ſich offt vnderſtanden ihn
von ſolcher weitten vund gefehrlichen Reiß abwendig zu
machen.

Zu dieſem Vornemmen hat auchVlamasbegus vielgeholf


fen / welcher newlich von Techmaſ oder Tamma Sophidem
Perſer König abgefallen / gen Conſtantinopel kommen/vnnd
ſeine Hülff die Perſer zu vberziehen angebotten. Nach
dem er aber alle Sangiacos in Europa zuſammen berufen / ſter
mit ſeinem Heer in Aſiam geſchiffet/vñzu Nizzagemuſtert.Luf
tibegus iſt in Peloponneſum die Statt Coronem zubelä
gern/ Aloyſius Grittus aber der Venedigerin Vngernzulohan
ni Sepuſio oder dem Zapolienſer / Königin Vngarn/verſchickt
worden, damit die Vngarn durch ſeinen Rathvnnd Verwaltung
im Gehorſamb möchten behalten werden.
Mittlerweilbegibt ſich Solymannus, nachdem er Gott
vmb den Sieg angeruffen/vnnd den Gottesdienſt verricht / mit
ſteiffer Hoffnung/dashmſen vornemmengelingen ſoltenaher
Iconium eine Statt in Lycaonia,von dannen er durch Caeſarc
am gen Maathiam (welche vorzeiten Amalthageheiſſen) ver
rucket / allda entſpringt den Euphrates außden Talenbey dem
)h 2 Berg
24-4- A BRAH IM WS BAS SA.
BergAntirauroauffdieflache Felder. Fürtersländeterbey Co
in einer Statt in Armeniaan/ſo vorzeitenArtaxatageheiſſen/vſ
es hat ſich niemals ihme der Perſer König auf der weitten Reiß
widerlegendörffen.Vlamas aber iſt mit den beſten Acanziernauß
geſchickt worden/ zuuerkundſchaften / was Tammas ſchaffte.
Alservernommen./daßer ſich zun beris (den Georgianern) vnd
Albanisindem Gebirggeſchlagen haben ſolte/nimbt Solyman
nus ohneinig auffenthaltvndverhindernuß dieStattTcbriſium
einführt ſein Kriegsvolckfürtersin Sultaniam, daſelbſtenerdaſ
ſelbig/ſoder langen Reißhalbenſchrvermattet/desfruchtbaren
vndlüſtigenorths haben etliche tagelang ſich erquickenvnndzu
frefftenkommen laſſen.
Als aber Tammas vnder deſ auf der Corarer Berg ſtill
lage/iſt ein ſolchgrewlich vnd ſchrecklich Wetter entſtanden./daß
beynah das halbe Türckiſche Heer durch Schnee/Hagel/vndfal
ten Platzregen vmbkommen. Durch ſolchen groſſenverluſt ſeines
Volcks iſt Solymannus vervrſacht worden / daßerdaauffge
brochen/ vnndſeine Reyßin Meſopotamiam ſein Winterläger
allda zuhalten gekehrct.
Im Anfang des Glenensiſ erwidernaher Tcbriſium ge
zogen/hat aber nicht viel beſſer Glück gehabt/dener allenthalben
groſſen Schaden entpfangen. Vber welcheservnluſtigvnnddes
Kriegensmüth worden/ Bringtzuuor Mcſopotamiamvnder
ſein Gewalt/ wie dannbeynahganz Aſſyriam, beraubt Tcbriſ
um die Hauptſtatt in Perſia/vndfertdarnachwidernaher Con
ſtantinopel.
Nachdem er nun daſelbſten wider angelangt, hat er ſein Ge
müth allgemach gegen den Abrahimum , ein Anfänger dieſes
Kriegsetwas zuuerkehren angefangen. Welcher Haßvontag zu
03
AB RA HIM WS BASSA. 24-5
tag durch Anregung ſeiner Mutter/vnndRoſſa ſeines Gemahls
auch der andern Stände/ſodes Abrahimigroß Gewalt nit dulte
koſten/zugenommen. Die Roſſa aber war ihm ſonderlichfeind/
wirMuſtaphamdesSultanelteſten Sohn auffenthielt: Dieſe
Stºffmutter hat bey dem Sclymo durch ihr liebreden vnd Zcube
beriſchetränck ſovielzuwegenbracht, daß er Muſtapham ſumpt
ſeiner Mutter Circaſain Cappadociam geſchicket/damit eral
ſoweit von dannenwere/daßwoſchsirgendbegebe / daß Soy
mannusſoltemittodabgangen/ſie alſo einen außihren Söhnen
ind; Reich ſetzen möchte/cher MuſtaphasaußMagneſiain Thra
cam kommen könnte. Dieſes Ehrgeizigen WebsRathſchläg
war allein der Abrahimuszuwider.
Ohndieſe Weibermacht auch dasGemein Geſchrey Abrahi
mumbeymKeyſerverhaſtvnndargwöniſch/alsſolter den Chri
ſtengünſtichſey/ihre Sachen promovirenhelffen/vnd Chriſtum
für ſeinen Heylandvnd Gott ehren. Auch weil er vor wenigtagen
Marcum Nicolaides Venedigers Sohnheimlich hattſtranguli
ren/vndinsMeerwerffenlaſſen/damit er nichtſrgentauffpeinli
che Frag heimliche diengoffenbaren möchte / ſo ſie zu Babylon
miteinander berathſchlaget hatten. Durch dieſe anklagiſt Abra
himus byn Solymanno dermaſſen verhaſt worden./daserſhn
ſeiner vndanckbarkeit vnnd Mißtrew haben ſehr geſtrafftvnnd
vorgeworfener habjnaußderdienſtbarkeit zum höchſten Ehren
erhoben. Er aber Muſtaphashaballe dieſeerzeigte Gutthaten in
vergeßgeſtellt /vnnd die Feinde des Othmanniſchen Geſchlechts
gleich als ein Meyncidiger aufgenommen vnndvnderhaltung
Ä / wie er dann ſolchesauß ſeinem eigenSchreiben beweiſen
POIf.
Auffſolcheshuter dem Sultan einen Fußfall / liegt auff
die Erden/weinend/bittlangvmb Gnad/erkennt vnndbekennt
Hh 3 ſein
246 AB RA HIM V S. BASS A.
ſein Sünde. Aber es hat doch ſolche Bitt des Solymanni Her/
ſogar verhärt./nterweichen wollen, ſondern iſt des Nachtstraw
riglichen auf einem Bettleinigendvnndſchlaffend von dem Eu
nuchomiteinem Krummen Meſſer, welches er von dem Sultan
empfangen/vmbgebrachtvnddie Gurgel abgeſchnitten worden.
Er hat ihn aber außderenvrſachſchlaffendvmbbringen laſ
ſen/weiler ihm vor derzeit zugeſagt/vnnd mit einem Eydſchwur
beſettiget/daß er ihn ſo langerlebete/nichtwottödcnkaſſen/da»
miter nun von dieſer Obligationloß gemacht würde ſagTaliſ
mannus des Muſulmannſchen Geſces Außläger wider den
Sultan der Schlaffſeycin Geſtalt des Todes/mann könne auch
die Schlaffenden vnder die Lebendigen nicht rechnen / weil ſie
ganz keine entpfindung/auch keine gemeinſchaft mit dem Leben
Ä vndein Schlaffender gleichalsentodtermenſch zu liegen
p kg.Durch ſolche Anreizung vnd Vermanenſt Sultaninſei

nem vornemmen geſterckt vnndconfirmirt worden, daß er Abra


himum,eßeererwacht/tödten laſſen. Mann ſagt/ſeyn cbſeyan
ein Steingebunden/vnndmitgrewlichem verfluchen ins Meer
geworfen worden. Volgendentag hat mann deßverſtorbenen
Güterzuder Keyſerlichen Cammer gebrachtvndconfiſert, doch
hatmann der Armenvnd elendigen Frawen etwas zurückgehal
ten/welchesjhranſtatt einer Morgengabzugeſtellt worden.
An Abrahimi ſtattiſt Aiax oder Aigasbaſſavber die Geni
zaren zum Hauptmann verordnet worden, ſo dem Sultan ſeiner
dienſtbarkeit vndtrewhalben ſehr lieb geweſen. Deſgleichen auch
ChairadinesBarbaroſſa welcher kurz zuuorbenebenSinanedem
Meerrauber bey dem Jconiſchen Meer dem Solymanno ent
gegen
AB RAH IM VS BASS A. 247
gegengezogen war/jhm zuerlangten Siegvnnd Einnemmung
andſchafftAjren Gückzuwünſchenvndvmbverzehºg
zubittenweiſeTunetum verloren. Den der Sultanweg ſei
ner Erfahrung in SchiffartenvnndTapferkeit zu einem Baſen
vnd Thalaſſarchengemacht.
Enſo erbärmlich End ſeines Lebens hat endlich Abº
himusbekommen/nachdem er zunhöchſten Ehren erhoben"
den/alſodaß ihm nichts mehr als allein/des Sultans is
ulgemangelt.Erſtvmbdas Leben gebracht
vndgetödtet wordenden 15. Marti
Im Jahr Chriſti
L 37
- F. - - - --- - - - - -
2. - - -- - - - --- - >
VIS TVA DIREPTO SATIS EST PERSPECTA TVNETO
NVNE CEDE ADVERSAS CAESAR HABEHI AOVAs -

-
-
-

SECVRVs TERETT LASSABITNAVITAREM0 C.


A SS A M B E G V S.,

SSAMBEGVS, mit ſeinem zunamen


Ä Maurus außAlexandriabürtig/iſt ſeines Meerrau
bens halben jedermann bekannt/vndin allen Landen
EV beſchreyet geweſen. Im Jahr Chriſti 1533.iſterbe I 33
neben Luftibcio Sangiaco dem Thalaſſiarchen zu
Callipolis, vnnd Solymanni Othmanni Schweſter Sohn in
Pcloponneſüm kommen/Coronen, Patras Dardanellos ſehr
weſte Orth/ſo Andreas Auria zuuordurch das Keyſerlich Krigs
volckeingenoſſien/zuentſetzen. Mit dieſem Luftibciozeucht So
cimanes Eunuchus, außAlbaniabürtig/ein ſehr erfahrnervnd
berümbter Kriegsmann/welcheſammentlich mit Achtzigwolge
ſtaffirten Schiffenbey dem GebirgAcrite, welches mannheuti
gestagsCapodi Gallonennet/angeländet.
Zu Coronelag Hieronymus Mendoſaein Hiſpanierin der
Beſatzung/anden fertiget Auria Chriſtophorum Palevicinum
ab/ihnderhülffvnd Entſetzung/ſoinfurtzerzeitjhmezukommen
ſolte/zuvergewiſſern / Welcher hm ein Weg mitten durch die
Feind gemacht zur Statt kommen/vnnd denen in der Beſatzung
eingute Vertröſtung geben.
Mittlerweilſtöſt Auria mit einer Armadaauff des Luft
bei Schiffſchegt dieſelbevndzerſtrewetſiemitgroſſemverluſt.
In dieſer Schlacht zu Waſſeriſtloſiºpiusein Hauptmannvber
tauſent Janizarengefangen worden/welchenſeherrlich vndwo
tractirt auch ohnlengſthernach mit vielen Geſchenckenwiderzu
ſeinem Volck/ſozu Methaneſtillag/zurückgeſchickt. In dieſer
Schlachtſeint beynahauffdreyhundert Türckenvmbfommen.
Ji Mau
25.O AS SAM BE GW S.
Maurus aber/SoleimancsEunuchus wie auch der Haupt
mann zu Akar ſtraffen Luftbeum vbel / daß ſie durch ſeine
Fahrläſſigkeit vnnd auffſchub einen ſolchen groſſen Schaden
entpfangenhetten. Vudhette weniggemangelt, daß ſie nicht im
Anfang ſolcherauſfruhr voneinander kommen weren. Aura
ſchlegt hierauffdie Feind/von der Statt Coroncab/verſichet ſie
mit Fruchtvndandern Nothwendigkeiten/Scßt Macicaum mit
einem newen Volckdarinnauſfdie Beſatzung/vnd führt die alte
mit ſich hinweg/foubtwidergen Corcyram, ſchifft davon dan
nen in Siciliam, weil er die Feind zu keiner Schlachtbringen
föte,
Nach wenigen tagen greift Maurus der Venediger befa
dene Schiff/vber welche Hieronymus Canalis Oberſter war/
vndinSyriam ſchiffen wotten/nicht weit von der Inſul Cretaan/
vermeinend ſie alſo des Nachtszupundern. Esſthmaber nicht
nach ſeiner Hoffnung gerahen. Dann die Venediger haben ihn
vberwundenvndgeſchlagen. Auch ſind von dendreyzehen Schif
fen/welche er führte/vier zerbrochen vvnd vndergangen/dreyge
fangen worden / die vberigen aber ſchwerlich mit der Flucht nach
Alexandria kommen. Inſzermelter Schlacht ſind dreihundert
Ianizari,ſodanach Alfair ſolten geführt werder/auch mehr als
tauſent Türcken/welcheauffdie Schieffwarten/vmbkommen
vndauff der Walſtattblieben.
Dann die Meerrauber brauchen langſamb Gefangene im
Schiffen/weilſolchen Leutheninſolchemfall nicht zugetrawen.
Vnderandermiſt auch Maurus ſo auf der Stirnvbelverwundt/
gefangen worden. Welcher als er ſeinen namen dem Canalian
geſagt/haterjhnwolgetrartirt/vnnd den Wundärzen in die Cur
geben. Darauffſiebeyde einander vmbverzeihung gebete/daß ſie
zur Waffengegriffen/hetten nicht anders gemeinetasobs dºß
Feinds Volck geweſen. Maurus wendfür / erhette gemeinetes
PC'
ASS AM BEG V S. 25
were Auria, Canalis aber ſagt hergegen/es hette Chiradiniauff
geſtoſſen/welcher kurz zuuor den Venedigerndrey Schieffauff
gefangen hatte/haben ſich alſo beide gegeneinander mit angema
ſtemfürwenden außreden wöllen. Darauf Maurus widerloß
Pordt.
Nachmalsfertigen die Venediger GeſandtenanSolyman
numden Türckiſchen Keyſerab / vnderthenig vmbverzeihung
zubitten. Der Sultan aber hat ſie gelobet/deſgleichen auch des
Canalisedelgemüthhochgeprieſen/ vndanſeiner Tapferkeit ein
groß gefallen getragen.
Im Jahr 1537 iſtMaurusvberScardonam einen Flecken
in Dalmatia zu einem Hauptmann geſetzt worden/welchen Peſa
rus vnd Vetturiuszween Collegx, Hauptleuthvber die Venedt
ſche Armadabclägert/erobertvnndgeſchleift. Damit nicht die
Türckennachmals/wo ſie wider kommen würden/dieStattein
nemmen /vnnd dieſelbe wegen ihr ſchönengelegenheit den Ve
nedigern zu Schaden/befeſtigen möchten.Maurus aber iſt mit we
nigem Volckentrunnen/ durch die Flucht ſicherlöſt vnd davon
kommen.
Im Jahr 1539. Als Solymannusvernommen/wiedaß
die Luſitanerauß den Occidentaliſchen Ländern in die Oriental
ſchezu Schifffahren/vndnitallein auff das Erythreiſche Meer
kommen / ſondern auch zum vberfluß noch Kriegsvolck in daß
Euſſerſt Indian zu Schiffbracht/allda Schlöſſer/Fleckenvnd
Bollwerck aufgebawethabenſölten/inmeinung/andeß Meeres
Grenzen alſo die Kauffmanns Wahr von Gewürz/welche zuuor
auß Indiavber das Arabiſche Meer Sueſſum von dannen naher
Alarvund Alexandria geführt ward/abzuwenden/welcheher
macher den andern Septentrionaiſchen oder Mitternächtſchen
Ländern leichtlich könten zugeſchickt werden.
Ji 2 Wird
252 ASS AMB EG V S.
Widermeter Keyſerſchrvnluſtig/befihldeßhalben So
emanbaſar Hauptmann zu Alfair/die Luſitaniſche Schiff von
hren vornennen abhaltenvnndabzuſchrecken. Welcheringroſ
ſer Eyachtzig Schiff zu Alkeyrbawenvnnddieſelbeſtücksweiß
davon dannen nach Arſinoen/welche auch Sucfagenannt wird/
vberland führen / zu Sucſſawider zuſammen machen/vñauffs
Meerſetzen laſſen. Dieſe Armada hatte zwenzig Schiff// von
dreyen Rudern/ſebenvndzwcnzig Schiff von zweyen Rudern/
vier groſſer Schieff welche die Venediger Galeen nennen ſieben
andere Ladſchieff/ſoſe Mahones heiſſen/die Kriegsrüſtung vnnd
Geſchützdareinzuführen/die andern waren zu Kriegenbequem
lich gebawct/welcherzahl vollendts die achtzigerfüllen.
Mit dieſem wogerüſten Schieffenſeglet Soleymanes Eu
nuchus vnd Maurus Alexandrinus (welcher kurzzuuor Sinani
dem Jüdenſuccedirt) im Jahr 1539 von dem engen Port des
Arabiſchen Meers / ſo Azaena fauces genennt wird/an. Dieſer
Portliegt von Arſinoe, tauſentvnndvierhundert MeylWegs.
Von dannen ſind ſie vber daß Perſiſche Meerandas WaſſerIn
dumkommen / haben aldamit allergcwalt Dion eine Stattin
Luſitanieſowobeſetzt/zuſtürmenangefangen. Als ſie aber ſolche
mitvberwinden auch ſonſten nichtsaußrichtenfonnten/ wird So
leimanes vber ſolchen vnglückſeligen vortgang gar vnluſtig
nimbtderowegen Ademam eine berümbteKauffſtatt in Indiaein/
leſt den König deren orthshengen/plundert die Statt vndnimbt
den Königlichen Schatz mit ſich hinweg/beſetzt die Statt/länd
amPortZikaan/leſebenermaſſenden König daſelbſten/ſodurch
groſſe Geſchenke freundſchafft zu machen begerte/mitſeinem
ganzen Hoffgeſind Ä erhn doch durchliebredenher
außgelockt vnd ſicher Geleydzugeſagt.
Nachdem er nun ſolchevnlöblicheThaten *# r
ASSAM BEG V S. 253
erſchvber Landgen Mechani/ſeine begangene Miſſethat/alda
vber des Propheten Mahometis Brunnen/ſodaſelbſtenbegrab
lage/ widerzuuerſöhnen. 2ls ſie nun an dem Engen Arabiſchen
Portangeſeglet/ſehenſteauffderinckenſeitten Ademiam ein
vornemme Kaufſattin Arabiafelici, auffderrechtenSeite
aber gegen Mittag am Vfer der Trogloditer Reichalß daſind
Scan, MonbazanvndMelinde,bißanseuſſerſt VorgebirgBon
SpeinAfricavndindieſemtheit Africa erſtrecken ſich die König
reich der Abyſſinorü, ſo der groſſe Königbeſitzet/welcher den an
dern allenanGewaltvnnd Reichtumbvberlegen. Maurum aber
leſterſeinArmadawiderandem Portbey Arſinoesfüh
ren. Nach volnbrachter Reißiſter auch ſelb
ſten wider nach Mccha
gezogen:
-9S30
CAPTINOS PRAESENTE VIRO DVM DEPERLs, ILLIs
CONCILLAS LAQYeos TETRA VENENA TIBI

- -
5
-
F>--- EFSF
- -

T - - - - - -- -
T AM I R A A SSA M
BEG I Weib,

AMIRA Aſlambegiauß Alexandria


-
Eheweib/oder/weetliche wöllen Concu
bin ſaußAlarbaabürtigetwas br aun
chön/
Jº lecht, doch von geſtalt vndGeberdenſ
Ihren Ehemann ſehr getrew / wider der Heyden
art/ſanftmuthg/vnndgutthetig:hrenmann hat ſie
ſeiner tyranney offentlich geſtrafft / welcher ſonſten
ſich gegen die GefangeneChriſtenhartvnndvnbarm
herzigerzeigte/vnnddurchhr Weynenvnnd Bitten
offtmals von ſolcher Blutgirigkeit abgewend.
Aber es hat dieſe gutwilligkeit vnd Sanfftmuth
mit allzeit nützen ſchaffen vndfronſten bringen wöllen.
Dann es hat Aſſembegus in dem Krieg vor Dion
gegen die Luſitanerzween Hiſpanier gefangengenom
menvid mit ſich weggeführt. Welche er in der dienſt
barkeit etwas hat hielte/vber die ſich Tamira ſehr
erbarmet/vnndmitſnenmitleydengetragen. Deßhal
benſie dann fleiſſigbeyhrem Ehevogtangehalten vnd
gebeten,dzerſeendweder widerlediglaſſen/oder aber
etwas freundlicher mithn vmbgeben/vnndtractiren
völte,
256 TAM. ASS AM BEG I Weib.
wölte. Rümbt täglich hreſchöne Tugent vnd Geber
den darüber ſich Aſſambegusnitallein erzürnet/ſon
dern ſie auch in verdacht gezogen(weil ſie vornemblich
ihnen Eſſen vnnd Kleidung reichen laſſen) vnndläſt
alſo die Gefangene in Gegenwart ſeines
WeibsſtranguliréZwingtſenach,
mals Gifftzutrincken/davon
ſie ohnlengſt hernach
geſtorben.
TEFSTYSAEYSSINIs Nö EsTIGNorºvs IN ORTs
-

GENs Esr vpsosep Recvºrrra Mobo


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DAVID A B Y S
S IN V S.

AVID der Abyſſiner in SNoren König


deßen Vatter Naus ſeine Mutter aber Hclcnage
heiſſen. Sein Vatter Nausiſbey den Vnderthanen
9 Geit halber ſehr verhaſtgeweſen. Als er verſtorben/
hºrene Mutterſoenfrombvnndverſiendig Weibgeweſen
einen jungen Sohn verlaſſen /welchedenſelben im Gottesdienſt
aufferzogen/vnnddaß Reichſolangwolvndfriedlich regiret/bf
daß er zu einem tüchtigen Alter kommen. Die Morennennen ih
ren KönigAccguavñNeguz, oder wie etliche wöllen/Beldugan.
das ſt/einvnſchetzlichefrewd/oder ein köſtlich Edel Geſtein eines
vnſäglichenwerths. Von dieſem Namen nennenhndievnſernin
corrüpirter SprachPrettcrgam. Die Maurit.nennenſn Arici
baſſ. Dieſer David will mit einem eigenvndſonderlichen Titul
Atanadidengeh,daß iſt/Jungfern Weyrauch genennt werden.
Mann ſagter habe zweyvnd ſiebentzig Königreich vnderhanden/
welchevnderſchiedliche Sprachenvnd Sitten haben.
Im Jahr 1533 fertigeter Geſanden mit einem Credenz
ſchreibengen Rohm an Clementem VII. Romiſchen Babſt/in
welchem er ſich einen Königvieler Königreich nennete deren etli
che Namen vogen. Xoa, Caffate, Fätigar, Angore, Baru,Adcar,
Bellangangue,Vangue,Gazame,Amara, Baguemcdy, Am bea,
Trigremahon,Seba m Bernagncs,onnd andere mehr. Dae vor
nembſtvnder ſeinen Königreichen iſt daſ Reich Sceux,akidaDa
vidallezeit einen prächtigen vnd Königlichen Hoffläger/von we
2. geR
260 DAVID ABYSS IN V S.
gender Geſundenlufft/Fruchtbarkeit vnd Kunſtreichen Leuthen
hielte. Dieſes Reich Sceva erſtreckt ſich bißanden Antarcticum
zweyvnd zwcnzig Gradus. Hat ſtattliche Paläſtvnnd Tempel
mit groſſem foſtenvfferbawt/mit ſchönen Brunnquellen/vnnd
allenthalbenmitgrünem Grasvmbgeben. Tregt gern Gerſten/
wieauchſonſten allerleyFrücht/Mannackert das Landdaſekſe
ärlichdreymah/danncsiſbeynah ſettigs Herbſtbeyihnen ºn
der allen Abyſſinenvbertreffen die zusceva die andern mit Ver
ſtandvndguten Sitten:haben Gerechtigkeit vnd Billichkeitlicb/
vierzeigen.hrem König groſſe Ehren
Sie haben auch Tempe/was den Gottesdienſt vnd Cere
monien belangenthut/denvnſern nicht vielvngleich. Mann ſagt
daß ſie S. Bartholomaeus vnd PhilippusDiaconus in der Chriſt
ichen Religion vnderricht habe / welche die Königin Candace
auffgenommen/vnndehrlich tractit. Sie werden nachvnſer Art
getauffet/vndbrennen auf die Stirn mit einem glüendenEyſen
etliche Malzeichen. Sie Brauchen auch die Beſchneidung ſo
wotdie Männer an der Vorhaut als auch die Weber. Straffen
dievbertrettung ſehr hart/bevor auch die Gottesläſterer
Der Königiſt von Geſchefftenvndverwaldung des König
reichsfrey /bringt gewiſſe Stundmitleſenin-Heyliger Schrifft
zu/habendaß Altvnd NewTeſtament/auch die Epiſtolen Pauli
auß Chaldeiſcher SprachindieAbyſſiniſche gebracht. Brauchen
feinevbungen/auchwolrichende Bäder. Der Königſſet allein
auffeiner gülden Tafelohnein Tiſchtuch. Drincket Wein auß
einem Gülden oder Chriſtallen Trinckgeſchir/oder aber einen
Tranck von Sawer Apfeln vnd Zuckergemacht.
Wannerzu Tiſchſitzetſtehendreyhundertjungen Fürſten
Söhnvorder Tafel/ſoauffihn warten/vndwachenvmbdaszelt
gleich
DAVID ABYSS IN V S. 261

gleichwie Soldaten. Allzeitwoerſtehet/warten vier König auf


ihn welche vmbeinander benebenden andern Stendenvnd denen
vom Adelhm zu Hofffolgen. Er ſetdestags zumorgen. Auff
die Feſtagſſeter auch zu Nacht. Wenn er vom eſſengang führt
mann der Könige Weiberindaß Zeltauffdie Königin zuwarten
ſie mittanzen vnd ſingenfrölichzumachen. Der König nimbt
vier Weiber von der benachbarte Königen Töchter Beſchäft
aber nur eine allein/wenn dieſelbigevnfruchtbar erfunden wºrd/
nimbtereinanderzuſich.Geht langſambauß/mitbedecktem Ge
ſicht/vndträgt ein Creuz in der Hand. Wanner zu Pferd ſitzt/
werden ſieben Lorbeer Krenz für hmhergeführt / welche ſeine
Sieg bedeuten. Vber ſeinem Kopff wird ein Seyden vmbhang
aufgeſpannt.
Die andern Könige liefernſhm zu Tribut Golt/Metallen
Vieße/Seiden/Wollen/Weizen/Sal/Pfeffer vndander Ge
wür/auch gefangene Menſchen/nach eines jedenvermögen/Et
liche bringen Tigerthier/Lewen vnd andere wiedeThieran Kö
niglichen Hoffauch Häut von wildenThieren/ſodieAbyſſiniſche
Kriegsleuthin Kriegengebrauchen. Daß Königlich Heer iſt mit
zuzchen. Brauchen Bogen/vnd Schlaudern. Doch ſind ſie von
der Ritterſchafft amſterckſen. Tragen in Kriegen Helm/Bruſt
harniſchen Runden Schildt/Schwerd/vnnd Spieß Welche
keinen Heim haben / bedeckenjhr Haupt mit einem rothenHut/
wie die Mamelucken zu Alkairtragen.
Sie haben auch Elephanten mit Türren in der Schlacht.
Blaſen mit Trommetevndſchlagen mit Paucken zur Schlacht/
haben kein geſchlagene Münz/doch nemmenſtefrembte gezeich
nete Münzen mit Arabiſchen Buchſtaben/allein von Golt/wel
che ſie Pardalesvnnd Seraphos nennen. Sie haben kein eignege
präge Münz/ſondern nach dem Gewicht vnderſchieden/ die
Kriegsleuthevnd Taglohner damit zubeſolden
Kf 3 Die
262 DAVID A BYSS IN V S.
Dieſer Dauid hat ſieben vndzwanzig Jahr ohnder Mutter
Vormundſchafft regrt/hatachtvnndvierzig Jahr gelebt/Iſ
eines ſanftmütigen Gemüths geweſen/ zu Barmherzigkeit ge
neigt/hat wolſtudirt/vndin Kriegsſachen ſehr berümbt.Von Leib
einer Mittelmäſſigenſtatur/etwas bleicher Farb/fcharpffen Au
gen/Krauſſen vnd zierlich geſchmückten Haaren.
Voncinem Weibhat er neun Kinderbefommen/vier Söhn/
vnndfünff Töchter. Der Elteſt Sohn iſt in einer Schlacht wider
den König Selam vmbkommen/ andefenſtatt der Vatter ſeinen
zweiten Sohn/Cadeus genannt/zum Erben verlaſſen, welcher
ſchwere Krieg wider den König Sclam, ſeines Bruderstod zue
chen/geführt.
Mann hethn für den mächtigſten König in ganz Africa
als der ein Volckaufbringen kann von zehenmahl hunderttau
ſentMann. Er rieget wider die Abgöttiſchen vund Muſlman
niſche Mauritanicr/Sein Vatter David hatte die Troglodien
vberwunden/ihren König Caſanum gefangen vnd geköpffede
ßen Reichſicherſtrecktgegen Mittag bißandas Oceaniſch Meer
beyMozamba.
Deßgleicher hat er der Königin zu Bethphage Kriegs Ober
flen/derengebiet ſich biſ an das VorgebirgBonaepcierſtrecket/
geſchlagen. Dieſe Königin hette des Davids Reich widererobert/
wo es der Oberſt ihr nit widerrathen. Auch hat er der Manicon
grorum König vberwunden vnndihn ſeine Gewaltgeſchwecht.
Itemer hat auch Tormedam der Nigriter Herzogen ihm vnder
Henig gemacht. Auch hat er Selam den Mahometiſchen König
durch ſchwere Krieg gezehmet / welcher die Könige Barnegan
vnndTigrim, Davidis Vnderſaſſen mit allerhand Einfallen vnd
Kriegenmoleſiret vnd beſchwerd.
Dann nachdem Africa ingeſtalteines Triangels oder py
TAYl1
DAVID ABYSS IN V S. 263
ramidisligt/welches ſich vom Anfang des Nili biß an die Colu
mnen Herculisvnd das MediterraniſchMeer erſtreckt/ ſtöſtan
ſeinelinckeSeitten daß Erythreiſch Meer/ andierechte der Ath
lantiſch Occanus welche beyde an dem VorgebirgBona-Speiſich
enden. Daſ Landhierzwiſchen habenvnderſchiedliche Könige ein/
von beyden Mitternächtiſchen Orthen. Vnder dieſen Völckern
in AEthiopia ſind die Trogloditaeamgrewlichſtenvndammei
ſten zu Tyranneygeneigt. Wohnen in Löchern vnd Hölen wegen
der groſſen Hiz.
Es ſind auch vnderſchiedliche Nationen der Nigritarum,
durch welches der Fluß Mclas, ſo heutigest gs Gambragenennt
wird./fleuſſet/vnder dieſem ſind die Schwarzen Guincidievor
nembſen / welche ſchöner von Angeſichtvnnd Geſtalt des Leibs
als die andern. Dann ſie haben feinfrumme Naſen/noch auch
herfür gehendeleffzen. Denen folgen die Mantiges ſovonFarben
den Reifen Traubengleich ſehen. Manicongres,Gilopesvnnd
Zapa haben den drittengradvnnd Orthein/ſind geringer/als die
v0rigen.
Vnder allen haben die Abyſſiniden vorzug/ denn ſie für
Holdſeligevnd Gottsfürchtige Leuthgehalten werden/derenGe
walt ſich weit vnnd breit erſtrecket: jhr Reich erſtreckt ſich an das
vorgebrg Bonaeſpeivnndbeyde Oceaniſche Meer/welches vier»
zig rnderſchiedlichevndvortreffliche Königreich begreiffet/Sie
haben nur einen Patriarchen/welcher den Gottesdienſt vorſtehet/
vnndvber die andern Prieſterzugebitten hat./Straffternſtlichen
diejenigen/welche von der Reiigionvnndguten Sitten abgewi
chen. Seinen Sitz hat er in der Statt Barrara, einem ſehr luſtigen
Orth. Hat ein ſtattlich Einkommen/ſoer den Armen zur Almuß
mittheitet. Verheirath ſich nimmermehr / wiewo den andern
Prieſtern die Ehe zugelaſſen wird dochnur einmahl/daſ es darff
keiner zum zweytenmahl freyen.
Vndex
264. DAVID ABYSS INVS.
Vnderdieſem Abyſſiniſchen Reich/iſt auch daß Königreich
Gogiani, darinnſchrhohe/gehe/vnndvnerſteigliche Steinklufft
gefunden werden, welche mann Montes Luna) des Mondes
Berg) nennet. Alhierentſpringt der Nilusin tieffenvnndheim
ichen Thalen/ſoBechdaßiſt/Wüſtengenenntwerden. Außdem
Nilovnndandern Bächen entſtehet eingroß See/welches Saphé
genennt wird / ſo andrey Königreich ſtöſſet / nemblich an Go
gangegen Mittag/Beghemcde gegen Auffgang/vnd Damba
es gegen Nidergang. Von dieſem Seefeuſt der Nius ſehr ge
ſchwinddurchdaß Land derNigriten/Gogianer vnnd Amaraner
Moren/biß an ſeinen Fall, welchenſteCatadupes nennen. Von
dannen leuffter mit ſchnellen Bächlein in die InſulMercos, wel
che Naulebahem heiſſet. Von dannenkanmann in vierzchenta
genin Alexandriam ſchieffen/alldafleuſt erindaß Mediterra
niſchMeeranſieben Orthen. Der Nilus wird von den
Candsſaſſen Abahuis, daß iſt / aller
fliſſenden Wiſſer Vat
ker genennet.
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S IN AN COEF V T

eines vortrefflichen Verſtandsvnd Geſchicklichkeit/ſon


derlich in Schiffarten. Er hat mit vier vnndzwenzigfagſchiffen/
vnndeinem Schieff von drey Rudern (welches er den Franzoſen
genommen/ vnnd Galicolam Corſum darüber geſetzt/der dann
ſelbſt ein eigen Schieffoondrey Rudern gehabt) langezeit auf
dem Mediterraniſchen Meer geſtraufft.
Als er aufeinzeit an das Cybiſche Land/ſeineSchicffzuer
newernvnd mit allerhandnothwendigkeitenzuuerſchenangelän
dettriffteradatacotium einen Cäramaniſchen Meerrauber
an/ mit dem erfreundſchafft gemacht/vnnd ſich alſo verglichen
daß ſiejhr Schiffzuſaſſenſchlagen/ vnd Chairadinem angreif
fenwolfen/welcher ſich damals zu Affairhielte. Halicotius hatte
vier Streitſchiffvndzweymitdreyen Rudern/welche er kurz zu
uorbey dem Berg Argentatum den Neopolitanerngenommen.
Cenden Friedlich zu Alkeir miteinander an./daſelbſten ſie von Cha
iradine freundlich vnnd gutwillig entpfangen worden/welcher
dann ſelbſten groß Gut durch das Meerraubenbekommen/vnnd
das Königreich zu Alkeireingenommen hatte. Als ſich nun Sina
nis vnd HalicotijSchieffzuſai geſchlagen/rüſteter ein Armada
von ſechzig Schiffen zu / mit denen er Galizium ein vornemme
Kauffſtattam Gadtaniſchen Meer/ damit er nach Eroberung
derſelbendurch ſtattliche Beut ſeine Haab owd Gut/alſo verme
ren könnte/zuvberfallenentſchloſſen.
Mittlerweilmacht ſich Andreas Auria von Genua gleich
falsmiteiner Armadaauff/dieſen ***zu widerſtehen/
2 Pnd
263 S IN AN C OEF V T.
vnndentgegenzuführen. Zu welchen ſich etliche Franzöſiſche
Schieffgeſchlagen ſind alſo mit achtvnddreiſſig Schiffenglück
ſeligenbeyder. Statt Cercello angeländet/alldaHalicoius mit
ſeinen Schiffen ſich an Schiffhafen begeben. Wie die Maurita
nier durch die Fenſter der Chriſten Segel geſehen/haben ſie ver
meinet/esfoſſie der Chairadines.
Nachdem ſie aber naheransVfer kommen/haben ſie erſt
lich vernommen / daßesfeindſchaftſey/vnnd ſich zur Schlacht
gerüſtet. Es hatte Halicotius achtzig gefangener Chriſten zun
Rudern getrieben/weiler aber ſolchen nicht getrawete/ſchleuſer
ſiegebunden in ein CellvndGefängnußvnd dieErden/dieSchiff
ſoamPortwarenſtöſter vnder daß Waſſer/damit ſie nicht in der
Feind Handkoſten möchte. Er aber macht ſich benebedenTürcke
ſoerbey ſich hatte/auffdaß Schloß/vndgebeut den Mauritanern
daß ſie die Statt verlaſſen / vnndſich eben in daßelbig Schloß/
ſampthren Weiber/Kindern vnnd Gutern/ſondereylhienen
möchten getragen werden / begeben ſolten. Vnderdesbitter die
Ä“ nahgeſeſſen/durch Bottſchafften vmb.yilffvnnd
eyſtandt: -

Nachſolchemkompt Auria in die wüſtevnd ledige Statt/


gibt alles/waserdarinnfind/ſeinen Kriegsknechten Preiß. Die
Gefangene Chriſten ſo er in den Gefängniſſen bekommen/macht
erloß Die Kriegsknecht in den Schieffenlauffenauß groſſer Be
girigkeit der BeutnachindieStatt/laſſendieSchiefflehrſtchen/
ſchweiffen in der StatthinvnndhermitBurden beladen/vnnd
verſehen ſich keiner Gefahr. Ob nun gleich Auriaſieofftmalsver
warnet/daß ſie ſich vorſehen/vnd nicht ſolcher Geſtaltind. Statt
hinvndwiderlauffen/ſondern die Wachtm
j0p.
Ä
doch nichts helffen / ſondernfahren in ihrem Vornemmen
AlsnunHalicotiusſolchesvernommen/feltereilendsauß
Dm
S IN AN COEF V T. 269

dem Schloß/vnderſchlegt ſie/eherſiesrecht innen werden, bleibe


mehr als vierhundertauffdem Platz/die andern abercilenſoge
ſchwindſievermöchten/nachhren Schiffen zu.
Auria wird vber den entpfangenen Schadenvndverluſt ſehr
vnwillig/ vnd ſtrafft die noch vberbleibenden ihres begangenen
frevelshabenvbel/Auch als er mit groſſer Bekümmernußgeſe
hen/daß etliche Orthim Schieffledigſtehen ſolten/hater derer
ſchlagenen Zahnothwendiglichen mit den Gefangenen erfüllen
müſen/vnd ſie außdem Gefengnußloß gemacht, welches ſie wil
lig angenommen/verhoffend/ſie würden auffein zeit widererle
digt werden. Dannesbedauchte ſie vielleidlicher den Chriſtendie
nen/als der Grewlichen HeydenTyranneyvnd Aberglauben vn
dervorffenſeyn.
Im Jahr 1534 Schiffet Keyſer Carolin Africam, Tu-1534
nctum von der Gewalt Chairadiniszuerledigen/vnnd Mulcaſſe
mowiderumbdaß Königreich zu reſtituiren. Chairadines aber/
als der ſich ſolcher zukunft nicht verſehen/erſchrickt ſehr/danner
verneinetgenzlichen/eshette der Keyſerniemals ein ſchwerer vſ
gefehrlicher Schiffart vorgenommen als dieſe.
Obernungleich in ſolcher groſſen Gefahr geſtanden/hater
doch nicht wie er dann eines TapffernGemüthswar/vndſtettigs
beſſerung verhoffte/ vnderlaſſen die ſeinen zuuermahnen / dem
Feindſtarcken Widerſtand zu tun.Sinanem hat er mit einhelliger
Bewilligung des ganzen Kriegsvolckzum Oberſtenerwelet/vnd
die ganze Kriegsverwaltung vberliefert. Nach ihm iſt Haidines
Caramanus geweſen/welchen die Chriſten ſeiner Künheitvnnd
ſchnellen Einfallshaben damit er dem Feindofftgroſſen Scha
den zugefügt Cacciadiabolonenneten. Nach dieſem folgt Salec
Idonius, Tabachvon Laodicaea,vnnd Giaffer der Genizar/alle
vornemme Kriegserfahrnevndberümbte Leuth.
In dem aber der Keyſer Goletam sº
durch des Sa
3 leci
27O S IN AN COEF V T.
le ieinfall der Graff von Sarna vmbkommn/vnnd ſeine Rechte
Handſamptdem Kopffabgchawen/auffein Spießgeſteckt/vnd
dem Chairadinivberliefert worden.
Ohnlengſt hernach hat Tabachus die Hiſpanier ange
griffen/vnddenMendoſium erſchlagen/hetteſieauchwolgar auf
gerieben/wo die Türcken nicht durch KeyſerCarolumwiderumb
weren zurückgetrieben worden. Endlich hat er Goletamgeſtür
mctvnderobert/auch die Türcfen in die Flucht geſchlagen.
Chairadines aber fielbaltinzweyfelung/vnndwüſtenicht
waserinſolchem groſſen Schreckenthun ſolt/bedachte ſich auch
nicht ſovieldaß er das Schiff zur Fluchtgerüſt hette/trawet den
Inwohnern in der Stattvbel / dann ſie langſt ſeiner Tyranney
zuwider geweſen/ anch gerngeſehen / daß es einmal mithm
einend nemmen möchte. FordertSinanem zuſch/frafftſhnhoch
mütigvndſehr hart/als ob durch ihn die Statt Goletawercºver
lohren worden.
Sinan aber/wie er den ein Vorſichtiger vnd verſendiger Mai
warzlindert ihm der Zorn nach allem vermögen/legt die Schult/
daß ſein Kriegsvolck die Fluchtgeben/allauff Keyſer Carolsvn
vberwindtlich Glück auch veränderung der Ding/ſo der Menſch
auffkeinen Weg entfliehen könnte.
Chairadinesgabden Numidiernvnd Türcken ihre Beſol
dungauß der Schatzkammer/vndvermanetſedaß Werck ernſt
vndtapfferlich anzugreiffen. Aber der Kepſer/alser den Sieg be
halten/vnndin die Stattauffgezommen werden/hat alle Meer
rauber vnd Türcken heraußgeiagt. Allein war das Schloß noch
zugewinnen / welches dann nit wenig Mühe gekoſt/in demſelben
lagenvmb ſechshundert Chriſtengefangen/ welche voriges tags
Chairadincsgebundenvudin der Gefcngtnußlebendig Ä B.
bºttº
S IN AN C OEF V T. 27

brennen laſſen / wo ihm nicht Sinan von ſolcher Gottloſenvnnº


grewlichen Tyranneyabgerathenhette. Sodavorwande/ daß
ein ſolchvnmenſchliche That mehr einforchtſames vndverzwey“.
feldes Herz/als ein tapffer Gemüthanzeigte. Auch würdehen
den Chriſten ſolcherarmen Gefangenertod wenig Schaden brin
gen/hme aber würde er ſelbſt ein Schandflecken anhengen. Daſ
es werde beygroſſen Herren allezeit Gnadvnndgutwilligkeit ge
prieſen/es hettenjnderenthalben ſeine Vnderthanen deſto lieber/
blieben auch eher im gehorſamb. So bringe Tyranneygroſſen
Haßmitſch/vnndbekömbgemeinglich ein böſen Außgang vnnd
ſchwreen Fall. Durch ſolches vermahnen hat er ſein Vornemmen
widerfahren vndſincken laſſen/welches auch ſeine Diener ſelbſten
vngern ſahenvnndverfluchten.
Als aber Giaffer Aga, vnd MendelinusMemis, des Chai
radinis zweenEunuchi vernommen/daßesmitjhrem Heren kein
guten Außgang gewinnen wolte/ haben ſie ſich miteinander vber
diearme Gefangene Chriſtenerbarmet/vñloßgelaſſen. Daſolche
außdem Gefängnuß kommen haben ſie Ramadam den Haupt
mann im Schloßangefallenvnderſchlagen. Zur Waffengriffen
auff die Bollwerck geſtigen / dem Keyſerlichen Kriegsvolck ein
zeichengeben/vndangezeigt/ſie wolten ihnendaß Schloß eröffne
ſolten nur naherherbey kommen / Alsbald hierauffdic Porten
eröffnet/vnd Alfonſum Guacſtaeum eingelaſſen.
WienunChairadines vernommen./daßfein Glück mehr
vorhanden/iſterſamptdem vberigen in Numidamgeflogen. Zu
welcher Flucht Haidines ſich wegen der groſſen Hitzvnnd Durſt
ſoerauffdem Weg gelitten / bey dem Waſſer Bragadazutod
geſoffen. Die andern ſeind neben dem Chairadincvnnd Sieben
hundert Türckengen Hipponumkommen/ alldaſejhr Schieff
widerumbzugerüſt vnd zu Algerangelangt, Si
272 S IN AN COEF V T.
Sinan iſt ohnlengſt hernach an Solcimanem Eunuchum
auß Albania Hauptmann zu Alfairverſchickt worden / derſhn
wolentpfangen/vnnd wegen ſeiner Geſchicklichkeit im Schieffen
vnder die vornembſte KriegsFürſtenauffgenommen.
Deßgleichenauch/alsereinſattliche Armadaam Port zu
Arſinoe ſoft Sueſſägenennetwird./andem Erythreiſchen Meer
widerumbzugerüſt/der Luſitaner Schieff/ſoinIndiamabzuge»
hen pflegten / zuuerhindern/verordneter Sinanern zum Haup
mann darüber: Auch in dem Zug/welche Soleymancs derzeitvff
ſich genommen/hater ſchwolvnndtapferlich verhalten.
Mittlerweilſchifft Chairadines nach Conſtantinopelallda
er von Solymanno dem Türckiſchen Keyſerin Franckreich mit
Polinodem Oberſtengeſchickt worden. Als er aber nach Erobe
rung der Statt Nicarabeym Liguſtiſchen Meer nichtslobwürdi
gesverricht/vnd Geſchenck vom Königin Franckreich bekoffien
hatte/macht er ſich in die Inſul AEthaliam (welchenunmehr El
bagenennt wird) In dieſer Inſullag Aſſum Sinanis Sohnbey
Appiano, dem Herrn in dieſer Inſul/in hafften/welchen er zuuor
bey Tunetogefangengenommen.
Als ſolchesChairadincsinnen worden/begerter den jungen
widerumbloß zugeben. Dahm aber ſolches abgeſchlagen wor
den hat er die Inſulfeindlicherweißgeplundert/alle Einwohner
des Landsmit ſich hinweggeführt/vnndden Raub in die Schieff
getragen: Durch welchen erbermlichen Schaden/ſo der Inſulvñ
vnderthanen widerfahren / iſt Appianus bewegt worden/ſich mit
denſeinenzuberatſchlagen/was in dieſem zuthunſey haben ſie alle
einmüthiglichenentſchloſſen, daß viel beſſerſey/einen einigen jun
gen Geſellenden ſeinigen widerzuzuſtellen / alsdaßvmbeinen
Menſchen ſovieltauſenterbämlich ſolten hinweggeführtvndin
die dienſtbarkeit geſteckt werden.
Die Prieſter aber ſagten hergegen/ Es könte Aſſancsohn
ſchwere
S IN AN C OEF V T. 273

ſchwere Sünde vnnd vergreiffen gegen Gottnicht widergeben


vndreſtituirt werden/weiter vornemblichen in Chriſtlicher Reli
gionwar angeführt worden/ von derer wiederlaſenmüſeſoer
mithnen ziehen würde.
Doch hat endlichen der Andern Rathſchlag den vorzugg
habt/welches mit dem Gemeinen Nutzen hielten. Deßhalbenſ
der jungGeſellwiderzuChairadinigeſchickt worden. Welchener
alsbald wolentpfangen/vnndvberdrey Schieffverordnet/ohn
lengſt hernach mit vielen Geſchenckengeſundvndfriedlich wider
ſeinem Vatter Sinani ſeinem alten bekannten Freundſodamals
ſich am PortzuArſinoeverhielte/geſchicket. Als aberSinanzwel
chernunmehralt/ſeinen Sohn widerkommen geſehen/hatervor
groſſen Frewdengeweind/ vndjhmalſoin den Armen geſtorben.
Dieſer Sinan, ob er gleich ein Meerrauber geweſen/iſter
doch mitherrlichen Tugendenvnd Verſtandbegabt geweſen. Ge
gen die Gefangeneſanfftmüthig/ſtrafft auch Chairadincmofft
ſeines BlutgirigeGemüthshalber/in Betrachtung des Menſch
lichenvnbeſtendigen Glücks/ Gegen die Feind aber war er ganz
ernſt/vnd Wackerſeine Feindwiderabzuſchlagen.
Mm SOLEY
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S O L E Y MA N ES
BAS SA.

Sº OLEYMANES BASSA, außAlbänia


bürtig/eines ſcharpffſinnigen Verſtands/vnndtapffern
Gemüths. Iſt ein Eunuchus vnd Solymanno Türcki
ſchem Keyfer ſehr lieb geweſen. Er iſt im Jahr 1933 mit Luftibe- F33
iovnndAſſambcgoaußAlexandriabürtig/vom Sultanoin Pe
loponneſüm verſchickt worden / die Statt Coronem, ſo An
dracasAuria eingenommen/widerumbzuerobern. ErfürteinAr
mada von Achtzig Schieffen.
Als ſie nuhn an daſ VorgebirgAcritcfommen/haben ſieei
negroſſe Schlacht zu Waſſer angefangen / vnndzweybeladene
Schieff/vber welche Hermoſillaein Hiſpanier geſetzt ward/ge
fangen.Auriaaber/alß er ſich mitten durch deFeind geſchlagen/
vnd Hermoſillam in Gefahr ſtecken geſehen/ferter ſich gegen den
Feind/vndſchlegt durch ſo ſchnellvmbkerenden Luftibeiumvnd
Soleymanem in die Flucht/Macht die Gefangene Schiff wider
ledig/vnderſchlegt mehr als dreyhundert Türcken/welche ſich vn,
der die Ruderbänck verkrochen hatten.
Auch befömbt er luſphium einen Hauptmann vbertau
ſent Janizarenindieſer Schlachtgefangen / vnndführt ihn mit
ſich hinweg/ welchen er doch kurz hernach mit herrlichen Vereh
rungen widerzudem ſeinen nach Merhone verſchicket.
Mittlerweil/ als HicronymusMendoſa Hauptmann zu
Corone ein Armada von den ſeinen ihm zu Hüffkommen/zeugt
er auſ der Statt/Feltindaß Türckiſch Läger/welches etlichewe
nigeverwachten/vndpundert daſſelbige. Soymannus der Key
WR m 2 fer/
276 SO LEY MAN ES BASSA.
ſer / damit er Soleymani vor ſeine tapffere Thaten eine Gnade
bewieſe/ſetzterjhn zum Hauptmannvber Alkair.
Als er nun ſolch Ampt zuuerwaldeninnen hatte/ felt Nu
guas Acugnanus ſovonlchanne Königin Luſitania zum Köni
glichen Statthalterin OrientaliIndia verordnet worden/Zam
briodem Königin Cambaia ins Land/ vnndnimbt ihm die ver
nembſt Kauffſtatt DienaminfeliciArabiaein. Dieſer Zambrius
war ein Abgöttiſcher/auch der Spannier gröſter Feind. Wie er
ſolchen nicht zuwiderſtehen möchte/hater Soleymanem Haupt
mann zu Alfair vmbhülffangerufen.
Solymanes aber wolt den Handel nicht vorſich ſelbſtan
greiffen/thutdeßhalbenſolches Solymannodem Keyſerſchrift
ichzuwiſſen/mitangehengtervnderthenigſter Bitt / jhmeals
bald Befehlzukommen zulaſſen, was den Keyſergutſeyndeucht/
daßer hierinnthunſolte. Alſo wird ihm hierauffder ganze Krigs
handelanbefohlen. Dannes hatte ohndaßlangzuuorSolyman
nusder Sultanvngerngeſehen, daß die Luſitaner durch den Oc
cidentin Indiamgeſchiffet/darinnviel Landseingenoſſien/Stät
befeſtiget/Schlöſſer vnd Bollwerckgebäwt/dieſelbe mit Wällen
vnd Gräben vmbgeben /vnndauß Orientaliſchem Indiawolri
chende Specercy/ Gewürz/Edelgeſtein/vnndföſtliche Wahrin
Hiſpaniamführeten: Welches alles ſiehernacher den Septentrio
maliſchen Völckernzuſchickten / daß dann den Egyptiernvnnd
Türcken nicht geringen Schadenbracht/dann ſieermelte Wahr
vber daß Arabiſche Meer vonSucſſanachAlkairvnd Alcxandria
führeten/ welche ſichernach mit groſſen Gewinn in Aſiamvnnd
Europamaußtheileten.
Nachdem nun Sultanus durch Soleymanem Hauptmann
zu Alkair/alles desjenigen/was ſich zugetragen vndbegeben hat
te/verſtendiget worden / haterjhmanbefohlen/ein Armada von
Achtzig Schieffenmitgllerhand groſſem Geſchütz "Ä
itendigke
SOL EY MAN ES BAS SA, 277
digkeiten zuzurichtenvndzuuerſehen/vnd Zambrio gegen die Hi
ſpanier als gemeinen Feinden/Hüffzuliſten anbefohlen.
Auffwelches er dem Keyſerlichen Befehlnachfommen/ m
eim groſſe AnzahlSchiffzuAlfarmachen nach Sucſa oder Ar
ſinoë, ſo achzigmeil Wegs voneinander gelegen fuhren laſſen/
alda ſein Segel angeſpannt /vnnd im end des Brachmonats
in Jahr 153s mitgutem Windbeyder Statt Thoriden Me
dañternzuſtendig nicht weit von beyden Bergen Orcbovnnd
Sinavnden Wüſten Arabia
Von Thoroſeglen gelegen angelang
ſie abermalsan/vndkommenen Giden -

eine Sättin Ariba Pétrºra. Endlich koſtenſeim Weinmº


gen Ademam, einevornembe Kauffſtatt Ä fclici. 2llß
jde Türckiſche Armadadaſelbſten angeländ/haſewºº
Portſtillgehalten. DannSoleymanºnd ſeine andere Kriegs
Fürſtenwüſtennichswasſeanfangen ſolten.
Mittlerweilfertige der Ademier König etliche vornem
Rätheandie Türckenab/zuerfragen/außwaß Vrſachenſieda
hinkommen/vndwas ſie fürhette. Ä baſa nimbt die
abgefertigte Legatengutwilligauff/vndſagte ſeye einer von des
Königsfreunden:vberſchickt ihm auch Ä /vnd läſt
ihm dabeyvermelden/daßerſchvorhne als ſeinen Religions
jnden nichtsbeforchten/ſondern der Muſulmann Armas
da welche die Luſitaner/alsgemeine Erbfeinde/außdem Landzu
ſchlagen ankommenwere/andenPort zu ändenfreundlichen ge
ſtatten möchte.
Der Königſodieſenfreundlichen Worten alsbald glauben
geben/hat ihnen nicht allein an Portanzuländen - ſondern auch
in der StatteinFreyen Einvnd Außgang/alle Nothwendigkei
tenzufauffen/erlaubetvnndzugeben. Als ſie nun etliche taglang
jder beſuchtenvnd ſich keinerGefahr beſorgten/ Iſt der Kö
ngmitdreyendevornembſten ſeiner Räthevo Soleymanebaſfa
WR m 3 zu
278 SO LEY MAN ES BASS A.
zu Gaſt gebetten worden:welchenſtein daſ Vornembſte Schieff
geführt woentpfangen vndtractirt. Nach dem Eſſen aber feſter
den König angreiffen/ vnd ſtrafft ihn mitworten ernſtlich/daßer
nicht der erſt ſeinen vndertenigen dienſt dem Großmechtigſten
Keyſer der ganzen Welt angebottenhette/ſondern ſeinen Legaten
weit von der Schiffende mitten in den Wellendes Meershalten
vndgefahr auſſtehenlaſſen.
Nachdem er ihn nun mit ſolchen vnd dergleichen Schmeh
wortenlanggnugaußgcbuzt/läſterhnendlich/ober ſich gleich
offtentſchuldiget/vnd Gott vmb Rachſolcherſchendlichenver
rätherey angerufen / beneben den dreven Rätheu / welche er zu
Gaſtbitten laſſen an den Maſtbawrnde Schieffs von der Sc
geſtangherabhengen.
Mittlerweilen waren viel Türckiſche Candtsfnecht in
Stattgangen im Schein/hnen Prouiant zu Kauffen/dieals
balt/nachdem mannſhnen ein Zeichengeben/derStattThor/ſo
gegen dem Portoffenſtunde/eingenommen/vnd ohneinige Mü
he ein Beſatzung in die Statt gelegt / ehe die Burger der vnver
ſehenen Gefahrhaben widerzurechtkommen/vndhülff von den
Benachbarten Arabiern erlangenkonten.
Demnach ſie nun Ademameinbekommen/vnd die Schiff
mit Prouiant beladen./fahen ſie in Neunzehen tagen vberden
Occanumnaher der Statt Dion,oder Denon, welche er zu Waſ
ſervnd Landveſtbelägertvävierziggantzertag geſtürmct:ſtjnen
aber nicht gerathen. Dann als Soleymanes vernommen/daß ein
newe Luſitaniſche Armada ankommen ſolte/hat er ſich beynächt
licherweigen Zabethumbegeben./foerdurch Betrug in maſſen
er kurz zuuor Adenameinbekommen vnderobert. Allda hat er
achtzig Luſitaner/welche erinderBelägerung für Dion "Ä 11
S IN AN COE F V T. 27%

Turren/weit von der Statt abgelegen/gefangen/diſie den Tür


ckenauffgewiſſe zuſag/eines ſichern GeleydsinjhreStattzukom
menvbergeben. Die Türcken aber haben nichtsdeſtoweniger/als
ſie den Turreneinbekommen/die achtzig Mann gefangen hinweg
geführt vnd ſie am VferbeyZebathum ſchendlich hinrichten vſ
köpffenlaſſen.
Dieſes hat Solymannum den Türckiſchen Keyſer nicht
ein geringer dienſtzuſeyn bedaucht / ſondern Soleymanemob
ſeiner vornemmenvnndberümbten Kriegsthatenhalber zu einem
Vezir,daßiſt/zueinem Oberſtenvber die Baſſenverordnet/Die
ſeDignitet vnd Ehrwar anno 1543 ſehr berümbt/vmb.welche
zeit Weiſſenburg eingenommen worden. Dann dieſer Soleyma
ncs Vezirhieltebeym Ruffo, einem Italiener (ſo die Burger zu
Weiſſenburg vor einen LegatenanSolymannum der StattSa
chen halben/gefertigt)ſovielan/als ihm möglich./daß er ſich von
Ferdinando Erzherrzogen in Oſterreich auffdes SultansSeit
tenſchlagenvndbey ihm Kriegführen wölte. Mit dieſem Ruffo
reder durch Franzöſiſche Dolmetſchen ſo ermit ſich hatte / als
Iohannem Neapolitanum, Vincentium Venetum,vnd Hicro
nymum Favendinum, welche ſich nach Einnemmung der Ve
ſtung Graan zum Türckiſchen Keyſer geſchlagenvnndbegeben
hatten.
Als er aber Ruffum keines Wegs zum Abfallbringen ver
mochte/hat er ihn ehrlichen tractirt/ein ſtattlich Seyden Purpur
Kleid mit Gülden Roſenverblümbt/geſchencket/vnndfriedſamb
widerabziehen laſſen. Er hat auch vor derzeit großEhrbey ſeine
Candsvolck gehabt. Dannalser Tammam Königin Perſien
vberwunden iſt er zum Hauptmann vber Babylonien geſetzt/
vnnd mit dem Tituleines Beglerbegsbegnadet worden. M
Akt
28o SO LEY MAN ES BAS SA.
Mann hatjhm auch dreiſſigtauſentTürcken zugeben/mit
denener Meſopotamiamvnnd Aſſyriam vor der Perſer Einfall
beſchützen ſolte hat alſobißinſeinhochAlter vnder Keyſer Soy
mannogedienet/vndſein Reich mit GewaltvnndRathvermch
ret. Dardurchcrein Großgutbekommen/welches nach ſeinem
tod alles der Keyſer zu ſich gezogen / danner keinen
Blutsfreund verlaſſen. Hat ſieben
vnndachtzig Jahr
gelebet.

LVTSIS
-
PV Mººr FCFTVNTGEGFT
Ex Arro MAIoR sº jÄj
283

LV T S IS BAS SA.
E vTss BAss Aſovon andern Luf
Stibeius genennt wird, iſt außThraciabürtigane
Sº 'nem geringen Orthgeboren/einküner Mann/vſ
in allen Sachen vorſichtig /vmb.welcher Tigen
denwuenhmdeñderTürckiſch Keyſer mit groſſen gnadengeme
gengeweſen. Deßhalbenerihn auch zum Vezirazemi, daßſ/
zum Oberſten Rathvnd Fürſtenvber die Baſenverordnet auch
das geheimKeyſerlich Sigelzugeſtellt./damit die Brieffdaran
vielgelegen/geſgelt werden. Damit er aber dieſe Dignitet mitei
nem feſtern Band der Blut Freundſchafftbefeſtigenvnndzieren
möchte / gibt er ihm ſeine Schweſter/ſovberaußſchön/zu einem
Weib/verſichetſieauch mit einer ſtattlichen Morgengab/vnnd
gibtjhm hierzu den Sangiacat zu Callipolis, hat ihn in allen
Zügenbeyſch/dörfft auch nichts an ſeinen Rathvnndvorwiſſen
verhandeltvndgeſchlicht werden.
Nachdem nun Lutſisbaſſazu ſolchen hohen Dignitetenvſ
Ampfernfommen/warder am Keyſerlichen Hofffür den Vor
nembſtengehalten/teilet die Dienſt zu Hoffnachfeinem Gefallen
auß/vnd wer etwas vom Keyſererlangen wolt/erwere gleich ein
Außländiſcher / oder aber im Reich geſeſſen./muſteerallzeitſol
cheszuuoranLutſimgelangenlaſſen/vnddurchGeſchenckGunſt
beyhmſuchen
Im Jahr 1533.AlsereinThalaſſiarch war/machterauß I 33.
befehl Solymannides Keyſersein Armadavonachtzig Schieffe
vndfürtbenebenSoleymane Eunucho außAlbania Hauptmaſ
zu AlfairvndAſſambegoſo Maurus Alexandrinusgenefitward)
in Peloponncſum, die StatCoronen, ſo ohnlengſt Andrxas
Nm 2 Auria
284 L VTS IS BASS A.
Auria eingenommen / widerzuerobern/Alser aber ſolche/von
wegenderftarcken Hiſpaniſchen Beſatzung/ſodareinlag/ntwi
der gewiſſen möchte/haterdaſelbſten nicht ohnſeinen groſſen ver
luftwideranſeglenvndabziehen müſſen.
Im Jahr 173s haterauß Angeben vnndRathTroiliP
natelli außNeapolis eines Feldflüchtigen/etlich VolckzuWaſ
ſer/ſogeſchwindervermöcht/Italiamzuſrauffenvndanzugreif
fengerüſt/welcheserohneeinige Mühevnndauffenthalt/wieder
Flüchtigeſagt/gewifen könnte/woer nur daß Vfer Calabrum,
welches ganz vndgaronebeſatzung were/einnemmen würde.
Als ſie in Calabriaangeländet/ haben ſie die Statt Caſträ
bey Hydrunto geplundert/ vnndalle Inwohner mit ſich in die
Dienſtbarkeit/bencbèGartinaradeßen LandsHerrngeführt/wel
cherſichſampt der Stattjhme ergeben / mit den vorhergangen
zuſagvndtrew/daß er ohnverletzung leibsvnd Lebensaneinandn
Ort ziehen möchte. Nachdem er aber ſolches nicht gehalten/ſon
dern ganz trewloßvnd Tyranniſch ſich gegen die Gefangenever
halten/hat Solymannus (welcher eben von Conſtantinopelmit
dem FußvolckgenAulonamin Albania kommen war) Lutzis
baſaehandlung nicht gelobet noch eingefallen daran gehabt/ſon
dern Gartinaram freyvnd ledig widerabziehen laſſen.
Dann es koſte ſeiner Diener Mißtrewder Keyſerlichen
Dignitet vnd Würden vielſchaden/vnd die Italiener von ihme
abwenden/die er in Namen einesgnedigen Herren zuſchreiten
vñſmevnderthenigzumachen/vorhatte. Derowegen ernſtlich be
fohlen/den Caſirenſerntrewvnndglaubenzuhalten. Auch Lutzi
baſſr,Charadini,Salcco vnd Tabaco, welche ſeine Mittgeſellen
in dieſem zuggeweſen/beyhoher Straffaufferlegt/die gefange
newider oßzulaſen/wie dem Pactbey der Ergebügvffgericht/
inverleibtivere.
Alsaher die Einwohner in Calabria durch der Türcken
Gewalt
LVTS IS BA S SA, 283
Gewalterbärmlichtractirtvndzugericht worden/hat Auriaeine
Äjaugerüſtermelten Inwohnern Hülffvnd Beyſandzu
leiſten. Sobald er nun bey die Inſulen Meretesnichtweiº
ÖÄra gelegenkommen hat er daſelbſten dreyſchen Schiff
ſeiner Feind antroffen dieſelbe erſaufft vnnd nidergeſchoſſen
durch welchen entpfangenen Schadenſeverwrſacht daß Sul
antutsbaſamſampt ſeinen Mitgeſellenauß Calabria wider
abholen laſſen welche dem Aurix mit ſolchem eyfer nachgeſagt
daß ſie ihm beynahvbereitet:
Nachdem aber Auria ſich dem Feindzuſchwach
haterlieber ſich in die Flucht/alsdemſelbenmutwillig befunden
wi
derſegenvndauffsGlückwagenwölf-Seglederentha alsº
jjcan/Schiff inSiciliam,vnndlangtzuMcſins
an Luisbaſa aber/Chairadinesvnnd die andere haben Corey
amfeindlicherweißangegriffen/die ganze Inſul mit Schwerd
vnndFewerverderbet/die Einwohner alle gefenglich hinwegge
führe das Landgrewlich verwüſtet außgenommen. Statt vnd
weySchlöſſer/welche damit ſie nicht an Prouiant Mangellei
den möchten haben ſie ihr Weiber / Kinder/vnndaº ſozum
Kriegvndienſtlich nicht ohngroſſe bekümmernußaußder Statt
geſtoſſen/vnd den Feind damit gewalten laſſen/damit ſienurſo
che Veſte Orter vnder dVenediſche Herrſchafft behalten möch
nDanneshatſebedauchtweit beſſerſeyn/entheide ſchwech
ſten Volckszuuerlieren/ als die ganze Macht der Inſulindº
Schantzſchlagen -

den ſie nun dieſen Krieg nach ihrem Wolgefa


volnführetiſSolºmänniswider naherConſtantinopel verrucket
Mittlerweilen hat ſich ein vnverſöhnlicher Haßvnndzwitracht/
zwiſchendem Lützibaſavndſeinem Weibbegeben welches jnen
eymSulaningroß Vngnadbracht. Dannalser vnnd
groſſer begrde gegen die Wann Pºº"/vnnd Ä
n 3 aller
286 L WTS IS BASSA.
allerhand Böſen lüſtebefleckte/hat ſeine Haußfrawals die önedz
hmeſeines geringen Standshalbenvngünſtig rechtmeſſgeVr
ſachen/ſich von ihm abzuſondern vndzuentſchlagen/bekommen/
vornemblich/weiler ein ſchönen jungen Geſellen hielte/mitdem
erſtettigsgemeinſchaft hatte. Dann ſie des Keyſers Schweſter
war/wuſteauchwol/daßſhr Mann dieſes Heyrathshalbenwere
geadelt worden. Wird vber ſolche Schandvndverachtungvnwil
ich/ſtrafft ihn hart/ wirfftſhmmitſcharpffenworten vor / ſie
hab einen Mann genommen./daß ſie beyihm ſchlaffen wollen/
vnd nicht alleinerſeye nicht werth/daßerin Keyſerlichen Staſi
gehören ſolte/mißbrauche die Authoritet vnd Gewalt/damitjhr
Herr Bruder außſonderlichem geneigten willenvnndgutwillig
keitjhrenthalbennbegnadet/die ernicht zuvndanckbarkeit/Miſe
trewvndſchendlichen begirtenſoltangelegt haben.
Auffſolch vorwerffenvnndAußmachen wird Lutzisbaſa
ſchrvnwillig/gibt ſeiner Frawen ein Backenſtreich/vnndheiſt ſie
eine Närrinvndvngeſtüm Webinjhr Gemachgehen. Sie aber
die wolwüſte/daß ſie von Keyſerlichem Stammgeboren/eraber
eines geringem herkofiens/ſagte/erwolt ſie mit allein nachrem
Standhalten / ſondern ſie noch ſchändlichtractiren/begibt ſich
deßhalben weinend zu ihrem Bruder Soymanno, klagtjhren
Mannan/vndbitt/ daß er ſie wider vonjhme/als derjhrer nicht
werthſcheiden wolte
Der KeyſerwolteſolcheSchmach auch nichtleyden/entſetzt
ihnaller würdevnd Anſchen/nimbt das Keyſerlich Sigelwider
zujhn/vnd machthnwider zu einem Priuatoder Leyen/vndhet
leichtgemöcht/daß er ihngarhettetödten laſſen / doch als er die
groſſen vndjnnerlichen Freundſchafft/ſoſievor derzeit gegenein
andergehabthetten/ingedenck worden/leſterjhmbeym leben/vſ
relegirthninMaccdoniam,alldaer die vhrige zeit ſeines lebenon
ginoffentlich Amptzubracht,
HOWRC
-
ass
HO RV C C I VS BAR
BAR OS SA.

ORVCCIVS mit dem zunamen Bar


baroſſa, zu Mitylin der Inſul Lesbo geboren/
ſein Vater iſt von Nation ein Grich geweſen/hat
aber die Chriſtliche Religion verlaſſen/vndſichauff
annſche begeben. Als er geſtorben/haterzweenSön
verlaſſen/Horuccium den Elteſten/vnd Chairadinem denjüng
ſten Sohn/ welche ſich mit ihrer HaabvnndPatrimonio nicht
woltenbenügen laſſen/wie ſie dann hochmütige Männer waren/
ſondern ſtrebten allezeit nach höherem. Naſſicnderowegenein
Streittſchieff/vorhabens ſich auffdas Meerraubenzubegeben/
jr Gut durch ſolch Beutenzuuermehren.
Haben ſich darauffvorserſt zu Kemali derzeit einem bekanten
vnnd Beſchreyten Ertz Meerrauber begeben / daß ſie vnder ſeie
nem Schutz vnd Schirmraubenvnndaſoetwas für ſich zuſam
men bringen möchten. Bey welchem ſie alsbald ein ſtattlich
Gelegenheit vnder den Meceraubern ihrerkunheitvndFleiß hal
benbekommen/inſonderheit Horuccius der elteft/welcher ſobalt
ereingroſſenhauffen Leuth gefangen/vnd etliche Schiefferobert
Etliche andere berümbte Meerrauber/vnder denen Haidinus
Smyrnaeus(welchenmann ſeiner Tollfünheit Caccidiabolum
geneñt)Sinan Iudaeus, Salccus wie noch andere mehr/zuſcincr
Geſelſchaft gezogen.
Alsernun ein ſolche groſſe Geſelſchafftzuſammenbracht
vnd durch derſelben Schieffmächtiger worden/ziehen ſeinMau
ritaniam auffden Raub auß/zuwelcherzeit Ä außAra
0 bia
29o HO R V C. B A R BAR OS SA,
biabürtig/ König zululia Caeſarea (die wir Algerium nennen)
mit ſeinem Bruder deſ Königreichs haber einen Kriegführete.
Dieſer namme Alarbeiſche PferdevmbSoltan/vns brachen
groß Volckgegenſeinen Bruder Mcchcmctem zuſammen. Als
ihm nuhn dieſe Meerrauber auch eben zurechterzeit kommen/
bringt er ſolche durch Geſchenckzuſch/vnd macht Freundſchaft
mithnen: Gibthn auch ein groſſe Summ Gltsandaßſehn
wolten verdetigen vnd bey ſeinem Vätterlichen Königreicher
alten helfen.
Deßhalben ſtellt Selymes allſein Glück vnd Heykauffder
TürckengewaltCvor denen die Afriſovmbdas Meerwohneten/
ſich anfingen zu fürchten) vnndſchewtſeinen Bruder nicht viel.
Dieſe Sachen hat Horucciusſo glückſeligen volnführer / vor
nemblich durch der Schutzen hülff / für deren ſich die Numidier
vnnd Mauritanierdermaſſen entſetzten./daß er in wenigentagen
die Albeiſchen Numidiergeſchlagen/vnndSeymcmw.derin ſein
Königreich ruhig eingeſetzt vnd reſtituirt gehabt.
Alseraber vermerckt/daß Selymesſehr ſanftmütig/vnnd
nicht verſchlagen /verhoffterjhn durch Liſtviſislebenzubringen.
Dann Horuccius war eines ſcharpſinnigen vnnd Ehrgeizigen
Gemüths/ der ſchon lang nach Königlichen Würden/vnndi
tulngeſtrebt. Deßgleichen auch vernommen/daß die Mauritani
ernit ſonderlich erfahne Kriegsleuthweren/ſondern leichtfertige
vnbeſtendige/Menſchen/ſoſettigs Feindſchaft gegeneinander
trügen die Alarbeiſche Numidieraberverevmbherſchweifende
verſchlagene/leichtfertige Leuth/allerdingennottürftig/vnder
ſich zwiträchtig/diemann beſſer mitgelt / als mitgewalt an ſich
bringen möchte/Durch welchegelegenheiterverhofft /woer mit
Selyme einen Bundauffgericht/vndgen Algerium foſſienwürde
dieſelbe Stattzuerobern/welches ſich dann ohnlengſt hernach zu
getragen
Dann
HO RV C C IVS BAR- 29
Danner hat Sclymem,als der ſich keines Mörderiſchen Be
trugsverſehen/im Badtrewloß vñganz Tyranniſcherſchlagen/
darauffer von jedermañzum König erweletvnddeclarirt worden.
Diſe Wahl haben die von Algerio approbirt/dañſicdürften ſich
Ä Gewaltigen/ſoſch zuſammenverbunden/keineswegswi
Drzt.
Nachdem er nun das Ceſarienſiſch Reicherobert/nimbter
ihm für die Benachbartenzubeſtreitten/vndvnder ſein Reichzu
bringen. Damit er aber ſolches deſto beſſer ins Werck richten kön
te/nimbt er daß Cercenniſch Landt (welches Cercellogenennt
wird)durch Betrugein/welches folgendergeſtalsgeſchehen.
Er ſchickt ſeine Landsknecht dahin / ingeſtalt Kauffmann
ſchafft miteinanderzutreiben/ſohernach den Herrn dieſer Statt
außgejagt. Sein Gewalt namvontagzutagzu/vnndlicffenal
lenthalben Kriegsknechtherzu/war vnder allen Meerländern der
Vornembſtgehalten/auch allen Afrisein Förcht vnd Schrecken.
Mit dieſem aber war er noch nicht zufrieden/ſondern begibtſich
ſampt ſeinem Bruder auf das Mediterraniſche Meer/plundert
vnd raubetalles was nur mit Betrug oder mit Gewalt konntge
wonnen werden. Damit er auch ſein Reich deſto weitter außbreit
ten möchte / bringt er die Statt Bugcam zu ſeinem Reich/vnnd
treibt die Hiſpanier/ſo die Statt durch Kauffmannßſchafft/vnd
Schulen der Muſulmanniſche Lehrauch wegen der vielen Geiſt
lichen/die alldawohneten / berümbt gemacht/auß.
In der Schlacht / ſo ſie miteinandergehalten / hat Ho
ruccius die oberhand behalten / doch iſt er durcheinfeüſterling
Büchſen verwundworden/dardurch ein Hand verlohren / wel
che ihm die Wundärztin kurzem widerumbzugehelet/vnnd
zufriſcher Geſundheitbracht. Anſtatt aber der abgeſonderten
Oo 2 Hand
z9: HC RV C. BAR BAR OSS A.
Handhaterhme eine andere Eyſern zurüſten laſſen, deren er ſich
in Schlachtenvnnd Scharmützeln gegen dem Feindgänzglück
ſeligen vndwo gebraucht.
Dañnahe bey der StattAigeriohater die Hiſpanieraber
mals benebenſhrem Herzogen Diego de Varageſchlagen. Ohn
engſt hernach hat er auch Hugonem de Moncadaſampt ſeinem
Kriegsvolck/ſo im Schiffbruch darvonkommen/beynahall mit
einander erſchlagen. Die aber/ſodavberig blieben haterin die
SchieffzuRudern verordnet. Als er nun in allem Glück gehabt/
mimbterihm für ſein Heylwetterzuuerſuchen/greiftdeßhalben
den König der Tremiſſenorüan/weiler Carolo V. Römiſchem
Keyſermit verbündnußvndfreundſchafft zugethan/gewintjhm
elche Schlachtenan/treibthnauß dem Reich/vndbringtsvn
der ſein Gewalt.
Die weitaber bey allendingen ein verenderung vnndvnbe
ſtand/alſo hat auch dieſer Rauber nicht allezeit Glück gehabt/ſon
dern einnahdaß bitter verſuchen müſſen. Dannalserauff
einzeit Oram vñPortum magnum,veſtedrther/welche die Hi
ſpanier befeſtigetvndwolbeſetzt/einzunemmenvnderſtunde/ifter
erſtlich von Chriſtenvnnd Mauritaniern abgeſchlagen worden/
Nachmals aber/alser ſich gegen den Feindauffsnewgeſtercket/
vnndtieff in die Schlachtordnung zutringen vermeinte/iſter
von den Hiſpaniernvberwunden/dermeiſtehaufferſchlagen/viel
gefangen vnddienſtbar gemacht worden. Horuccius aber hat ſich
mit etlichen ſeine Dienern vñbekañten in die Flucht begeben. Dem
Feind auf dem Fuß nach gefolget / erhaſcht vnndge
ºdt.
Sein Haupt iſt auffeinem Speer durch alle Stättevnnd
Flecken ans Meersgrenzen in Hiſpania getragen vndoffentlich
gezeigt worden/mit jedermanns FrewdvndFrolocken/weildurch
Der
HO RV C. BAR BAR OSSA. 293
den todſolchesgrewlichen Mörders vnd Meeraubersiedermann
widerumbFriedvnnd Ruhewere geſchafft worden. Durchwel
ches Tyranneyvnnd Morden nicht alleinAfrica , ſondern auch
Hiſpania viel Jarvbergeplagetvnndangefeind. Die Vndertha
nen Dienſtbar gemacht, die Stättverheeret/vnnddaßganze
Land aller HaabvnndGutberaubetworden. Welches vnglück
all die Chriſtenvnd Mauritaner durch dieſes einigen Mannstod
emcndirtvndgeſtilltzuſeynbedaucht.
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293

C HA I R A D IN ES BAR
B A R OSS A.

* ACH tödlichem Abgang Horuccij, iſt


Chairadincs/mitdemzunamen Barbaroſſa, an ſei
nes Bruders ſtatt/als ein Erb /ins Reich getret
F ten/ welcher nachmals ſonderlich Glück in Kriegs
leuffen gegen die Numidas Alarbaros, deren König Hametem
vñßenchiademerbeyderStatt Cocovberwunden gehabt. Hat
Amidamaußde Tremſſeniſchem Land in die Mediterraniſche
Grenzezufliehen gezwungen. Moncadam den Hiſpanier hart
verwund/vñin die Fluchtgeſchlagen/auchPortundüſamptſein
Sohn vnd Scheffdarnidergeſchoſſen
Als er nun durch täglichenewe Sieg vnd Victoricn/auch
ſtettigs Beuten ein grºß Guterobert / Vornemblich aber nach
j die Siciiſche NeapolitaniſchevnndVenediſche Schieff
auffgefangen/ Andream Auriam von Cercennäabgeſchlagen
jwyGenueſiſche LaſtſchieffbeyPlumbinodarnidergeſchoſſ
ſen hat ſich jedermannvorhmgeforcht/ſowolin Africa als in
HiſpaniavidItalia
Deßhaben in Solºmänusder Türckiſche Keyſerzuſchnahe
Continopelfordern laſſen weicherin in ſeine Freundſchaft
aufgenommen / vnnd zu groſſen Ehren erhoben „Hat denn
Türken groſſen nutzengeſchafft/vornemblichin Eroberung der
Statt Corone,Patras.vnnd Dardanellen zweyenSchlöſſern/ſo
bey NaupactdiekrumbdesEhorntiſche Meersbeſchlºſſen welche
ſamentlich außHimeralsSchuld der ChriſtenGewaltkoffen
fur hernach ging d; Gemein Geſchrey/dAuriamit einer Ä M13
296 CHAI RA DIN ES BAR.
madaauß Siciliadievon Coronen,ſohardbelägert/zuentſegen
kommen ſolte. Derowegen Sinan Keyſerlicher Hoffmeiſter an
Chairadinem verſchickt wordcn/beneben MangalcRhodio, ei
nem Meerrauber/ſohnzu Solymanno kommen geheiſſen.
Hierauffmacht ſich Chairadines in aller Eylauff/vnnd
befihltſeinnew Königreich wie auch ſeinem Sohn Aſſanum, ſo
noch kaum Achtzchen Jahr alt /Ramada Celebinoſeinem Vet
tern/vnndAgioſcinem geheimen Freund/an welchem er nie kein
vntrewgeſpürt/zubeſchützenvnndzuuerwahren/vnndbegibt ſich
mit den Turckiſchen Geſandtenauff der Genuenfer Armada,
ſo in Siciliamſchiffete/vber daß Tyrrheniſche Meer/erheit nach
ſchwerergehaltener Schlacht den Sieg/darinnBcliſüfeiner auß
den vornembſten Meerraubern vmbkommen.
Von dannenkombterin die Inſul Ebam, vnndnimbt die
Statt Rhium bey nächtlicher weil durch betrugein/vnndführt
alle Einwohner benebeneinem groſſen Raubnach Conſtantino
pelim Jahr 1533. den Solymannus Türckiſcher Keyſcrgans
gnädig entpfangenvndzuhohen Ehrenvnd Dignitetenpromo
viret darüber hmdaß Hoffgeſind vnndBaſſa ſehrmißgünſtig
worden/daß mann einen ſolchen / derancinem ſchlechten Orth/
Ä Ä
Nac
vnbekannten freundten geboren / ſo groſſe Ehrerzei
. hdem er auchofftmals vom Stand Africae, vnnd daß
g 10lff

mann die Chriſten bekriegen ſolte/in GegenwartSolymannider


dann an ſeinem guten willen vnndwolredenheit ein ſonderlichen
gefallen trüge/Meldunggethan/haben ſie endlich ſeinenrathap
probirtvñſtattgeben. DerowegenanAbrahimumbaſſam, ſo der
zeitTürckiſcher Vornembſer Rathwar/vnndſchzuAlepoei
ner Stattin Commagenahielte/verſchickt worden mit jmevon
folchen hochwichtigen ſachen/ſoer Solymanno communcirt/
zuconferrenvndmiteinanderzurathſchlagen.
Als
CH AIR , BARBAR OSS A. 297
Alsnun Abrahimusbaſaſomitdem Chairadinedener lang
zuuorwegen ſeiner herrlichen Kriegsthaten geliebet/allerſachen
mugſambvnderredet/haterjhnbenebeneinem Schreibennaher
onſtantinopelwiderabgefertiget/darinnenerſhndem Türcki
ſchen Keyſercommendirt durch welcheCommendationſhnSoly
mannus nochwertherbekommen/hnvnderdieadſerbirt/vndzu
einem Thalaſſiarchengemacht.
AußAfrica hatte er Roſſetem Mulcaſſemi KönigszuTu
neto Bruder mit ſich bracht/ſichdervnbefügtenvnbilligkeit/ſo
ſein Bruder gegenjhn nun ein zeitlanggeübetzubeklagen/deral
leſeine Brüder entweder verjagt./odergeſchlagen/vnd das Reich
mit Gewalteingenommen.
Nachdem er nun Keyſerlichen Gewaltvber daß Meer
entpfangen/iſter mit einhelliger Begnadung vñVerwilligung
Solymanno, auch aller Ständen des Reichs der vierte Baſſabe
neben dem Abrahimo, BiatevndCaſſinoereirt/fürters mitgroſ
ſem Pracht ins Zeughauß geführt/vnd ſeines Titulsvnd Ehren
Waffen vorhergetragen worden / Hierauffhatmann ihm acht
hunderttauſent Ducaten/benebenachthundert Janizaren/vnnd
einer Armada von Achtzig Schieffen/den Krieg in Africazufüh
ren/zugeſtellt/vndvnder Hand geben. Mit derenervber den Hel
leſpontgefahrenvnd die Segel nach Italiengericht.
Alsernun dahinkommen / hat er die Statt Tempſamin
Calabriagelege/welchemaſ heutiges tags S.Lucidioneñet/ange
zündvnd gepundert. Auch hat er Prochyram eingenommen/
darüber ſich die Neapolitanerhochentſetzet: Fürtersbey Caieta
fürvber gefahren/die Statt Spcuncam erobert vnndgeplun
dert. Auch hat er die Stätte Fundos vnnd Terracinamge
PO
Pp
298 CHAI R. BARBAR OSS A.
Dann ereilet in Africam,Muleaſſemum, ehe er ſich ſeiner
zukunffverſehe zu vberfallen/auffzureiben. Seglet in der In
ſul Ponzaan/vnndkombtgen Biſertum: daſelbſten ihnen dann
die Bürger williglichen aufgenommen /vermeinend / es were
Roſcetesmithm: Dann ſie hettennachdeßen widerkunft groß
verlangen/vnndwarendesMulcaſim Tyranneyallvbertrüſ
ſig. Von Biſerto fuhr er abermalsaußvnnd ländzu Tuncto
an: Alser aber daſelbſten ankommen/werden die Bürger auff
rühriſch/Fangen ein Tumultin der Stattan/darüber der König
entflogen/vnd nemmen Chairadinem auff.
Als nun der König hinwegkommen / haben ſich Abezes
Granata der Burgvogt/ vnndFetuchcs Arrago, ſodamals zu
Manifetoregirere/zumCharadinigeſchlage.AbezesläſtdzRo
ſcetis Gemahlvnd Kinder / welche Mulcafſemusgefangen hiel
te/widerumbloß/vnndvberliefert dieſelbebeneben dem Königli
chen Schatz dem Chairadini, danner vermeinetes were Roſcc
tes mit ihm kommen. Nach dem ſie aber vernommen/daß ſie
ihn zu Conſtantinopel verlaſſen/ erregen ſie ein auffruhr / vnnd
ſchlagen ſein Volckdarnider/ehemannsinnen worden/die vberi
genfiehenauß groſſer Forcht ins Schloß.
Auffangeben aber Halis LevaniGranata welcher ſich auff
die Mahometiſche Religion begeben / auch auffRathAgivnnd
Moyſisſoohnlengſtauß dem Gefengnuß kommen/zu denen ſich
Nardinus Smyrnaeusgeſchlagen/ſind mit groſſer Vngeſtümbin
die Statt gefallen/vndeingroſſeſummBürger erlegt auch Mu
leaſſemumſo die Bürgerin die Statt widerholen laſſen./heraus
geſchlagen.
Wie nun Chairadines den Sieg behalten hat er einnewe
Obrigkeit verordnet / allenthalben in der Statt Friedengenom
men/an die Benachbarde Numidas Geſandten mit einer Ä
c).
C HA I R. BARBAR OSSA, 299
lichen Preſent Freundſchafftzumachen/abgefertigetvnd die vbe
rige Stätte ſoam Meer gelegen/inſeyn Gewaltbracht.
Im Jahr 1934. nimbt Keyſer Carolfür Tunetumwi
der mit dem Schwerdzugewinnen. Rüſtdeßhalben ein ſtattliche
Armadazu/ſchifft in Africam mit dem Hiſpaniſchenvnnd Sicili
ſchen Volk ſo Alfonſus Guaſtris dazumalin Sardiniambracht
vnddeß Keyſersdaſelbſtenerwarteten.
Als ſie nun alle zuſammenkommen/ſchiffen ſie mit gutem
WindgenVticam:Von dannengen Goletam: Wieaber Cha
iradines vernommen, daß Keyſer Carolallda ankommenſeyn
ſolt erſchrickt Chairadines vber die maſſen ſehr / dannerver
meint nicht / daß ſich der Keyſer jemals auffs Meerwagen wür
de. Doch hat er ſeine Vornembſte KriegsFürſten/wie er dann
eines vnbendigen Gemüths war/ vermahnet / Keyſer Carols
Gewalt tapfferlich vnd ritterlich zuwider fechten. Als er aber
zum treffen gerathen/hat endlich der Keyſer die oberhand behal
ten / vnnd die Statt Goletamerobert:darauſſen Chairadines,
Sinan Coefut, Salccus, Tabacus, vnndHaidinus, wie dann auch
Giaffar auſgetrieben worden./ſoſchnachmals in die Stattbe
geben.
Indememann ſich in der Statt miteinander berathſchla
get / waßmannfürters in dieſer Sachen verhandeln ſolte/ha
ben Chairadiniszweenfrey gelaſſene Knechte FranciſcusMedc
linus ein Hiſpanier/ſo Giafferagesgenennt worden./vnndVin
centiusCatharenſis, ſo Memis geheiſſen/die gefangene Chriſten
(ſo im Schloß Byrain hafftenweren) ledigvnndloßgelaſſen/
dieſe vmb ſechshundert ſtarck / haben ein Einfallgethan/Ra
madam Celebinü der Start Hauptmannerſchlagen/die Waf
fenauß dem Zeughauß genommen/Schloß eingenommen/vnd
es den Keyſerlichen Oberſienvbergeben.
Pp 2 Als
3oo CHAI R. BAR BAR OSS A.
Als Chairadines geſehen / daß allGlückvnnd Hoffnung
verlohren/begibt er ſich mit ſiebentauſentenauß der Statt/vnnd
begibt ſich andaß Waſſer Bragadam, ſo die Mauritanier Magi
ordcchneien/Allda Haidinus Smyrnoeuswegendesvnerſättli
chen Durſt außgemeltem Waſſer zu viel getruncken/ vndander
Darmgicht geſtorben. Die vberige ſind mit dem Chairadincgen
Hippanumfommen/daer vormalsauffdie vierzehenSchieffim
Schieffhafen/ſoſehrwogelegen/verlaſſen.
Wie Keyſer Carlen der Flucht des Feindtsbericht worden/
kömbterbeneben dem Mulcaſſemo, ſo ohnlengſt ſich in das Key
ſerlich Läger verfügt hatte vor daß Statt Tohr. Die Bürger
aber vnd die Obrigkeit in der Stattgehendem Keyſer entgegen/
Bitten vmbgenad/vnnddaßmann die Statt dem Kriegsoolck
nicht wölle Preißgeben./daß er dann gern gethanhette/woerihre
begirigkeit vnd Geizheit ſtillen können: ReſtituirtMulcaſſemum
widerindaß Königreich/ſchifft auffPalermü,fürtersgen Meſſe
nam von dannengen Neapolim. Zeugt zu Rohmenmitgroſ
ſem Pracht deserlangenen Siegshabenden 5. Aprilis, im Jahr
1537.Als PauluslII. Römiſcher Babſt war: Chairadines aber
rüſt ſeine Schieffwiderzu/ zeugtwidergen Algerium, dann er
vernommen / daß Auria mit einer groſſen Armada ankommen
ſolte/mit demeer die Statthipponumeingenommen/dieMaw
renvmbgeriſſen/vnddaßSchloß/darauffſichGometſelbſtener
tödtet/geſchleift.
Eben daſſelbig Jahrnimbt ihm Solymanusfür/die Chris
ſtenheit zu vberziehen/Befihlt deßhalben Lutzibaſaevnnd Chai
radini Italiam zu Waſſer vnnd Land zu vberfallenvnndanzu
Ä Dieſe ſind in Calabriamgezogen/vnnddieStatt Ca
rum nicht weit von Hydruntogeplundert: Hettenauchgan
Calabriç mächtig ſeyn können/wo ſie nicht AlexandriConta
Ol
C HC I R. BAR BAR OSS A. 3o1
renivñ Andrea Auriaeanfunft von fremvorneſien abgeſchreckt
hette/ſodie Türckiſche Armadazu Meretes angefallen/ vnnd
dreyzehen auß des Feinds Schieffnidergeſchoſſen. Doch ſind
auch endlich dieſe beyde ebenermaſſen durch des Chairadinis
Volck zu Waſſer abgeſchlagen worden / Auria hat ſich an das
vorgebirg Zinium in Calabria (welches Capodclle Colona
genennt wird) begeben / von dannengen McManam in Sicilia
fommen.
Chairadines het Corcyramfeindlicher weiß angegriffen/
die ganze Inſuldermaſſanberaubt/verheeret/daß ausgenommen
der Statvndzweyen Schlöſſern ſowolbefeſtiget/vndauffſtein
felſen / ſo nicht zu beſteigen gelegen / vberalnichts in der In
ſul ganz blieben. Ein ſolch hauffen Volcks iſt von dannengen
Conſtantinopel geführt worden / daßmann einen vmb zween
oderdrey Sultaniner verkauft/nachmalshater Buthrotüein
genommen vndgeſchleifft. I§3s.
Folgendes Jahr 153 s. ſchifft er mit einer Armada von
hundertvnnddreiſſig Schiffen in Cretam, belegert Cydoniam,
welcheſetzt Canca genennt wird/richkaber nichtsauß/zeuchtfort
naher Rithimno, ſo heutigestags Rethimoheiſſet/von dannen
auff Cythcum, welche mann heutiges tagsCandiamnennet.
Als er daſelbſten erfahren/ daß ein Venediſche Armada ankom
menſolte/leſter die Inſul Cretamfahren/vnnd begibt ſich auff
die krümme des Meersbey der Statt Ambracia welche Golfo
di Lartagenennt wird. Deme Auria, Capellius, vnnd Grittus
mit zweyhundertvndfünfzig Schieffennachgejagt/alshnaber
daß vngewitter wie auch der Feind zu groſſen Schaden heten/
haben dieſelbe ſichnothhaben in allereylindie Inſul Coreyram
begeben müſſen/den 7. Septembris. Im Jahr nach Chriſti Ge
burt 1533.
Pp 3 Nicht
zo2 C H A I R. BAR BAR OSSA.
Nicht lang hernach haben ſie die veſteStatt Caſtrumno
vum an dem Rizoniſchen Meer(fogolfo di Catharoheiſſt den
Türcken widergenommen zu deren Eroberung Chairadines
vnd Vamasbegus der Perſer/Sangiaco zu Boſnavnndlllyrio
außgeſchickt worden. Chairadines hat Oraguthemvnnd Corſe
cem beyde Meerrauber zu Waſſer angegriffen / Vlamasbegus
aber mit dreiſſig tauſent Türcken/ſoetliche Sangiaciführten/
ſampteiner vnzehlichen Anzahl Haidonum vom Gebirg/Vſur
chanim, Marzcllorum , Cimeriorum pnnd Moracharum
Schlachtgehalten/welche zu Waſſervnd andCaſtrumnovum
wider erobert/vnnd den meiſten theider beſten Kriegsleuthauß
Hiſpania entwederſchlagen oder aber in die dienſtbarkeit mit ſich
hinweggeführt.
m Jahr 1541 iſt Chairadines mit ſeinem VolckzuWaſ
ſerwider Auriam außgeſchickt worden./ſo Clupeam,Neapolim,
Adrumentum, Rupinam, vnnd Tapſum wie auch alle andere
Stätte in Africa, die einige Statt Leptin außgenommen/welche
dievnſere Africam, vnd die Mauritanier Mahomcdiam heiſſen/
den Türckengenommenhette.
Eben im ſelbigen Jahr hat Carolus V. Römiſcher Keyſer
allenthalben Volckaffgemanetvnndzuſammenbracht/in Afri
camgeſchifft / die StattAlgerium außder Meerrauber gewalt
vnnd Tyranneywiderzt erledigen. In dieſer mächtigen. Statt
war Aſan Agas Oberſter/ außder Inſul Sardiniabürtig. In
dieſemzug hatKeyſer Carolwenig Glück gehabt. Danner hat
daßmeiſtetheil ſeines Volcks verlohren/ auch all ſein Prouiand
vund mehr als hundertvnndvierzig Scheffwelcheerſchröcklich
vndergangen: Dieſes/ ſagen die Mauritanier/ſey durch einen
Zauberiſchen Wahrſager zugericht worden/ deßen Grabmann
noch heutigestagsbeyder Stattbeſucht. Indem ihm nun alles/
wiegeſagt/vnglucklichen geraten/hatermitſeinenvberige Krigs
leuthen
CH A I R. BAR BAR OS SA, 303
leuthen widerin Hiſpaniamkehren müſſen/Eben in dieſem Jahr
mend des Septembris.
Im Jahr 1543 iſt Chairadines mit einer Armada von
hundertvndzehen Schieffdurch Solzmann umgen Maſyliam
verſchickt worden. Polinusſt in dieſem Zug Veldoberſter gewe
ſendender König naher Conſtantinopelabgefertiget/ den Tür
ckengegenCarolumRöm. Keyſeranzuhetzen. In dieſer Schiff
farthhater Rhcgium, eine Statt am Siciliſchen Meer einge
nommen. Von dannenSchiffterbeyTerracina,Oſtia,vnndHe
Ä Franck
reich gehörendein / dochbekömbter daß Schloßnicht. Als er zu
Toloncſtilllage/gbter dem Aſſano Celcbofünffvnndzwanzig
Schieffauff dem Hiſpaniſchen Meerzuſtreiffen. Welcher/ſo
balterauffdas NarbonenſiſchMeer kommen/nimbter Cadeche
ſiumvnd Rhodamein/vndplundert dieſelbe. Von dannenſchif
feternach Algerim ſeine Beutalldazuuorwarenvnd ſein Win
terlägerzuuerhalten.
Mittlerweil rüſtet Chairadines ſeine Schieffauffs new
zu/vnd verſah dieſelbe mit Kriegsvolck. Darzuhm die Genueſer
hüffleiſten/vornemblichaber Andreas Auria Dannobergleich
auffs Keyſers Seittenwar/ſoverhulffer doch dem Feindmital
lem / waßhn ſowozu Prouſand als auch die Schieffzuuerbeſ
ſern nöthigſeyndauchte/damiterjanit ſeinem Vaterland durch
ſolchvngelegen beharlichkeit ſchädlich ſeyn möchte. Daunerfing
anPolino geheſſigzuwerden/weiler durch ſein Angebenvnd An
reizung in Galliamgeſchiffet war.Vndalserdaſelbſtenhinfom
men/vnd nichtzubereit/auch nichts zum Krieg dienlich gefunden
Ja auch in der BelägerungNicea, alserkrautvnndoth vom
Charadinebegeret/die Mawrendaminiderzuſchieſſen ſtrafft
Chairadines ernſch/vndwirft neinzuve Ä g
304 GHAI R. BARBAR OSS A.
läſſigkeit vnd Faulheitfür/daß er ſichſovbelmitallerhandKrigs
Notturft verſehen/vnnddürftenoch von einem Frembdenfor
dern/ daßjenige/deßenſievberflüſſig von den Franzoſen ſolten
gewartet haben/derenthalben ſie ſo einen weitten Weg mitmü
hevnnd Arbeit eine Armada mit Volckauß Gracia geführet
hetten: Vnndwerbat die Sachdahingerathen / daßerſhnge
fangen /ſchändlichtractirt / vnndan die Ruder hette ſchmiet
tenlaſſen.
Nachdem er aber nun einzimblichezeit am Vfer des Ligu
riſchen Meer ſtillgelegen/vnnd doch geringen Nutzen von Fran
zoſen zu haben vermeinte/wirdervberſolch Langweilig auffhal
ten ſehr vnwillig / nimbt ſein Abſcheid/vnnd verehrungen vom
König / deßgleichen auch die gefangene Mauritanier vnnd
Türcken/ſoauffdie Rudergeſchmidwaren/ vnndſchifft in die
Inſul Ebam, macht Sinanis Iudaei Sohn / ſovormals vor
Tuncto gefangen worden / vnnd bey Appiano Herren dieſer
Inſulinhafftenlage/widerloß.Von Elbazeugter widerab/vnd
felt in Hetruriam, plundert beyde Stätte Telamoncmvnnd
Monteanum, zündſiemit Feweran/ vnndführet alle mit ſich
in die Dienſtbarkeit. Ebenermaſſen handelter auch mit Her
culis Port/ da er dann nichtsdaßarme Landvolckauffdaßgrew
lichſtezuplagenvnderwegen gelaſſen.
Als er ſich aber Orbitellum (am SeePrilino gelegen) zu
belägern rüſtet/ Bringt CoſmusMedices, damit er Hetruriam
deſto beſſer ſchützen möchte/einzimblich Volck in aller eylauff/
vnndthut daſſelbige Ioanni LunacovnndChiappino Vitellio
zween tapffernvnd ſtreitbarn Heldenvnderhanden/welchebeyde
mit ihrem Volckdem Feind zeitlichvbern Haßkommen/vnnd
von der Belägerung Orbitelliabgeſchlagen,
Sobalt nun der Türck vernommen/daß ſein vorhabensal
hievmb.ſonſt ſeyn würde / begibt er ſich in die Inſul Ä
zwöl
C HAIR . BARBAR OSS A. zo;
zwölffmeilwegs von Herculis Portgelegen/ erobertvnndplun
dert die Statt/vndnimbealles Volck/ Manlich vnd Weiblichs
Geſchlechtsmitſch hinweg. Schifftendlichvor dem Vorge
birgPyrgaeovber (ſo Capo Linaro genennt wird) vnndkombt
ſtracks Wegsindie Inſulſchiam gegen Neapolisvber gelegen
treibt alle Einwohner darauß/ verheeretvndzünddie Stättan/
als Forinum Pauſam vndVaranum, vndmachtdaßganze Land
zu einer Wüſteney. Doch hat er die Statt ſchiam, weil ſie ſehr
Veſtvnnd von den Inwohnern heftig beſchützt worden/ nicht
gewinnen mögen. Bricht deſhalbenwiderauffzeugt vonProchy
thefortvndfürt ſein Armadaauffdaß MeerbeyBaiisdaß erda
ſelbſten durch hülffSalecides Meerraubers die Statt Puteolis
angreiffenvndplundern mocht. Petrus Toletanaber des Kö
nigreichszüNeapolis Statthalter/ ſolcher gegenwertigen Ge
fahrbeyzeitvorzukommen/manetingroſſereylaußallenbenach
bartenFlecken ein Anzal Volcksaufgreift den Feind damit an/
vndjagtjhnauß Baiis widerhinweg.
Der Türck aber/ ſo die Neapolitaner nicht zuvberziehen
aukommen war./ſondern nur/waßhm im heinziehen/auffent
ſtieſſe/zuplundern/macht ſich widernahr Conſtantinopel zu/leſ
Caprcamligen/ſchifft vor devorgebirgAthena.ovber (ſoheuti
gestagsCapo Companelloheiſſet) vndmimbthm für Salernü,
eine Statt der Picener in Italia einzuneſien. Als er aber dieſel
bezuſtürmenanfinge/erhebt ſich ein ſolch groß Vngewitter/daß
er nicht ohn Gefahr in Calabriamgetrieben worden./alldaer die
Statt Carcatumgepundertvnndverheeret/fürters in die Inſul
Liparem gefahren/welcheerjeſſierlich geplaget/dieganze Land
ſchafft verderbet/dieStattgeſchleifft/vnndvmbſiebentauſent
außder Inſul mit ſich gefangen hinweggeführt. Langenachſol
chemwiderzuConſtantinopel mit einer groſſen Beut vndvnzch
ichengefangenan/im Jahr Chriſti 1544. Aldaer vom Soly- 1544
ſ - IO
3o6 C H A | R. BAR BAR OS SA.
manno ehrlich entpfangen vnnd von jedermann gefobt werden/
daß er ſeine Sachen ſowol verricht vnndſo groſſe Ehrengelegt.
Im Jahr aber 1547 iſt er von dieſer Welt abgeſcheder/
mit groſſem lob/ wegen ſeinen begangenen Thaten eines zimbl
chen Aters/vndan einem Orth/Befictasgenennt/begraben wor
den. Dann erſt bey den Thraciſchen Boſphoroin Europabey
dem einfurt am Schwarzen Meer/damann die gefangene Chri
ſten zuuerkauffen pfleget. Dann Chairadines hatte daſelbſten
vor wenigen Jahren mehr als ſechzehen tauſent Menſchen/ auß
der Inſul Coreyrabürtig verfauffet: Damit er aber dieſen Orth
berämbtmächte/vnd zu ſeiner Begräbnußbereiten möchte.bawt
er daſelbſten ein newe Meſſitam oder Tempel auff
ſeinen eigenkoſten/die Grichen heiſſenermel
ten OrthDiploKionion, die alten
nenneten jhn Iaho
mium.
Ä – SY
--
M V L EA S SE S,

VLEASSES, oder Muleaſſemus,


welchen die Mauritanier MuleAſſam, daßiſt
König Aſſam nennen/kömbt von dem Geſchlecht
Chorrefisher daraus vorzeitten Homareinver
- wandter vnd Junger des Propheten Mahomets
des Arabiers/geboren/deßen Lehrener beneben dem Haly, Hona
nevñElubckirc, zufaſſengeleſen/vndinden Alcoranum oder
Alforcanum zugleichbracht. Die Könige aber von Tuncto,ha
benvmbneunhundertfünffzigvnndvier JahrbißauffMulcaſſe
mum ohnzertrennung der Heerſchafft oder vermiſchung eines
andern Freundſchafft gewaltigvndglückſelig regiret. Welche/
weil ſie in der Lehrvndvnderrichtung dieſes Homarisbeſtendigli
chen verblieben / von Mauritaniern vnnd Alarbaeis Noma
dibus, EmirMuncmi,daßiſt/rechtglaubige Fürſten/alsdierecht
vnndwolvon der Religion / ſo Mahometesſeinen Nachfolgern
zuhalten fürgeſchrieben vnd gebotten/genenntworden. Deßhal
ben haben die Africani von ihnen/als von ihren hohen Prieſtern/
die Ceremonien der Religion zu lernen eingewonheit vnnd im
Brauch gehabt.
Estigt auch die Statt Caravenna dreytagreyß von Tu
neto, da die Tunetaniſche Mauritaniſchevnd Alarbeiſche Für
ſten vonwegender Orths Heyligkeitjr Begräbnuß haben. Deſ
ſie vermeinen/daß deren See/ſodahinbegraben Heyligervnnd
Gottangenemmerwerdenſolte.
Mulcafes Vatter/iſtMahometesgenennt worden/ſeine
Mutter aber Lentigoſia, eines Alarbeiſchen Fürſten Tochter.
Qq 3 Da
310 M V LE ASS ES.
Daſein Vater nunmehrat worden/zweyvnddreiſſig Jargere
gift gehabt/vndezuſterben wolt/woiter ſeinen Scepter ſeinem
cleſten Sohn Mainonivbergeben. Seine Mutter aber entge
ſavernahnethn/daßerbeyzeitten nach den Königlichen Wür/
deutrachten wolte/der alsbald ſeinen Bruder Maiomcnem von
einer andern Mutter gebore/gefangengenommen/vndhn/als
der ſich Tyranney angemaſt/geſäblet.
Roſceres, der zweite Sohn forcht ſich ebenermaſſen vor
dem Mulcaſi ond gibt die Flucht/die obrigen Sohn Mahometis
von vnderſchiedlichen Weibern geboren/anderzahlzwanzig/hat
Mulcaſes ganz vnbarmherzigerwürget/vnder denen er Barcha,
Beleth vnnd Saeth mit einem glüenden Eyſen die Augen auß/
brennen laſſen.
Zween taghernach hat Alarbaeus Laſclum vndAbramum
beyde Königliche Söhne / ſonoch Junge Knaben/indem Fuß
Bragada, ſoeben zugrund gehen wolten/auffgefangen/vnndſie
ihrem Bruder Mulcaſizuerwürgen/vmb Gelt verkauft. Allein
Roſcotesvund Abdemelechhabendes Königs Tyranneygeflo
hen/vnd ſich zu Morhabito Alarbeiſchen Fürſten begeben. Wel
chen/als Mulcaſes mit etlichen Mördern nachgeſagt/ haben ſie
ſich in die Statt Biſceri, in Numidia gelegen begeben/alda Ab
demelech, ſein Leben zu erretten/vnndvorſtehender Gefahr zu
entkommen / ſich dem Gottesdienſt ergeben/vndein Prieſter
worden. Roſcetes aber hat ſich langbey Abdala Fürſten zu Biſ
ceri zu Hofgehalten vnud ſich an ſeine Tochter beſtattet vund
verheyrath.
Mittlerweil/als Mulcaſſes des Reichs Mächtig worden/
bringt er ſeiner Brüder Söhne / damit ſie nachmals nichtsge
genſhnanfahen möchten/vmbs Leben / Manifetum vnnd Mc
ſüarum welches der Vornembſen Obrigkeit nach "#air
M V LE ASS ES. Zl.

Maieattanen ſind) ſeines verſtorbenen Vattersgute Freund


mit deren Hüffer auch Maimonem vmbbracht hatte/vnndvor
deren groß Authoritet ſehr beforchtet/leſer lebendig ſchindenvnd
alſo in groſſen Schmerzen verderben. Auch läſter ſeine Stieff
mutter vmbbringen/welche er ſagte, daß ſie ſeines Vatters Wo
lüſten zu vielgepflege/vnd viel Söhne/ſovmbenReich anſuch
tengeborenhette.

Roſcetes aber hat ein Volckauffgemahnet/vber Bra


gadam geſchieffet/vnndin der Statt Baccia, eine tagreiß von
Tuncto abgelen/angelangt / alldaer eine Schlacht mit ſeines
Bruders Kriegsvolck gehalten / vnnd die Oberhand behal/
ten / auch die Tunetaner wider in die Statt geſchlagen. In
dem er aber ſeinen Bürgern nicht gnugſamb trawete / weit ſie
ſich vmb dieſes Siegs halben nicht viel bekümmerten / auch
dem König nicht willig Hülff leiſteten / ſondern Muleaſſem
den Tyrannen auffenthielten / läſt er alle Gärten vnnd Ol
bawm neben verderbung alles ſovmbdie Statt Tunctum gele
gen/abhawenvndverhären/damit ſie dem Mulcaſija Feindwer
den möchten.

Da er aber hiemit gleichfalß nichtsaußgericht / noch die


Tunetaner da zu bringen möchte / daß ſie ihn wider in daß
Königreich einſetzen / begibt er ſich widerumb gen Algerium
vnnd kömbt zum Chairadini, daß ihm dann Vlethes Alar
baus - an dcßen Tochter er ſich zur zweiten Ehbeſtattet /
gerathen. Chairadincs nimbt den Jungen Herren freundlich
auff / vnnd ſaget ihm alle Freundſchafft zu. Doch führet er
ihn in kurzer zeit hernach naher Conſtantinopel/damit er ſich
ſeines Bruders Tyranneybeym Solymanno beklaget/vnd von
Den
312 M V L E ASS ES.
dem Keyſer hülffbitten/vñalſowiderin ſein Königreicheingeſetzt
werden möchte.
Charadines aber ſchiffet nach Biſerto (ſo dreyſig Meil
von Vtica gelegen) daſelbſten ihn die Bürgerwilliglichen ange
nofen/dañſie vermeinten/cswere Roſcctesmithn ankommen.
Von dannen kombt ergen Tunctum, deſen Ankunfft ſich die
Burger daſelbſten nicht wenig erfreweten/ſodeß Königsgrewli
che Tyranney anfingen zuuerfluchen/dann auch die von Tuncto
nicht anders gemeint/als were Rolcctes mit dem Chairadincan
kommen.
Mulcaſſes, der deß Volcksvubeſtendige Günſtwenig tra
wete/fleucht durch Rath Abdaharis Mcſuariauß der Statt Tu
neto. Nachdeßen abzugAbezesvnnd Futuches die Stattvnnd
Schloßdem Chairadini mit dem Königlichen Schatzvbergeben.
Da aber jetztgemeltejnnen worden./daß Roſcetes nach Conſtan
tinopelſolteverſchickeſeyn/machen ſie ein auffruhr/vberfallen die
Türcken/daſeeskein achtgenommen/ſchlagen ſie darnider/vnd
jagen ſie außder Statt /vnd laſſen Muleaſſem, ſo ſich nicht weit
von der Statt beneben ſeinem Weibvnd Doraceindem Reſtabi
aner Landnidergeſchlagen/widerabholen.
Als nun der König wider in die Statt kommen / ſind die
Burger zu Tunctovic wilderworden/ belegernden Chairadi
nem ſo ſich in die Statt begeben/vndvnderſtehen ſich ihn/als de
ren Orthsvnbekannt/vnnd mit Prouiandvbelverſehen /wider
herauszuſagen. Er aberfelltauß Rath HalysLevanieines Hi
ſpaniers / Moiſis Agijvnnd Haidini Smyrnaei, (ſo außdem Ge
fengnußloßworden)vnverſehens in die Statt/erſchlegt mehr als
dreytauſent Bürger/dievberigenjagter in die Flucht. Mulcaſes
entrinnt ſchwerlich / kombtauffdaß Waſſer Bragada,ſchifft
hinvber/
M WLE ASS ES. 313
hinvber/vñbegibtſchgenCyrtham,eineStattin Numidia.Wie
nun Chairadines den Sigbehalten/nimbter Friedin der Statt/
vndverordneteinnewe Obrigkeit/machtmitſeinen Benachbar
ten Alarbaeis freundſchafft / vnnd bringt in wenigentagen alle
Ä
Palk.
am Meer / als auch im Landwonend/ vnder ſein

Im Jahr 1534ürſtet Carolus V. Röm, Keyſer/damit er 34.


die Statt Tunctum widerauß der Heydtniſchen Meerrauber
gewaltbringen möchterüſteter ein Schieffzuzeugt mit Andrea
Auria von Barcelona ab / ländetam Port Mahonis in der In
ſul Balearian/fürtersgen Cogliarum in Sardinia alldaerden
Alfonſum Guaſtaeum, mit etlichen Siciliſchen Schieffen an
troffen/welche zugleich mit gutem WindgenVticam kommen:
Ohnlengſt hernach hat er die ganze Meeresgrenze/Martiage
nannt/da die alte Statt Carthago gelegen/vnndjetzt Königliche
Lüſtgärten ſind/eingenommen. VberdeßenankunfftChairad
nes nicht wenigerſchrocken/weil des FeindsArmadabeynahſie
benhundert Schieffhatte/vnder denenzweyvnndachtzig Schieff
mit Kriegsrüſtungen auffsbeſtverſehen.
Dochnimbterjmfür Carolo tapfferlich widerſtandzutun/
vnndjhn/ſovielin ſeiner gewalt/wider zurückzuſchlagen. Vnder
ſeinen KriegsFürſten waren Sinan Coeut, außSmyrnabürdig/
Haidinus außCaramania,SalecaußIdonia, Tabach von Lao
dicaea,alle Meerrauber/vnnd Giaffer einlanizar, die Vornemb
ſter. Nachdem der Keyſer mit ſeinem Volckauffdaßeben Feld
kommen/vndſein Feldläger aufgeſchlagen hatte/liefen die Mau
ritanier aneinander die Veſtungan/vndpfagtendievnſerevbel/
auch erſchlug Salccus den Graffen von Sarnavnnd den Bilin
gherum.
Folgendentags erwürgt Tabach den Mendeſium, einen
Rr Hiſpa
314 MV LE ASSES.
Hiſpaniſchen Oberſten/kömptvber die Wäll/bringt viel von den
Keyſeriſchenvmbsleben/vndbringtohnſchaden ſein Kriegsvock
vidern. Die Stakt. -

Abervberdreytag hernach iſt von den vnſernGiaffererſchla


gen/vnd ſeine Janizarenindie Flucht geſchlagen worden auch iſt
daß Schloßzu Goleta durchdaß groß Geſchützndergeſchoſſen
vnndeingenommen worden. Sinan hat ſich mit denſeinen eilends
davongemacht.
Vnderdeßfömbt MulcaſesaußNumidia zum KeyſerCar
leninsFeldläger/vndberichtjnder. Statt Tunctigelegenheit vi
der Bürger Sitteauffs aller fleiſſigſt.Nachgehaltener Schlacht
haben die Chriſtenden Platz behalten/vnd die Türckenſamptdem
Chairadincauß der Statt geſchlagen. Welche/alsſein befüm
mernußſchberathſchlaget/waß ſie fürtersangreiffenſolten/ha
bendie gefangene Chriſten ſo im Schloßinhafftenlagen/ſchloß
gemacht/vnd die Portendem Guaſta.oeröffnet.
Hierauffbegibt ſich Chairadines, als der durch ſolchenver
luſt ſehr bekümmert war / beneben ſiebentauſent Türcken/ſoer
noch vberighette/in allereylgen Hipponum (ſo jetzigerzeit Bona
genennt wird) daer vormals im Schieffhafenvierzchen Schiff
verlaſſenhette.
Keyſer Carlen zeugt mit ſeinem Sieghaften Volck zur
Statt zu /wird von Bürgern mit groſſerreuerentzvnnd Glück
wünſchung entpfangen vndins Schloßgelaſſen/von dem plün
dernhatmann die Kriegsknecht nicht verhindern können/obgleich
Muleaſſesofftmals vor ſeiner vnderthanenGütervñHaabbeym
Keyſerangehalten/vndgebeten. Die Königliche Schätze/auch
etlich tauſent Ducaten/ſo Chairadincsin einen Kaſten geworf
fen/ſeinddurchanzeig der Gefangenen dem Guaſteogenommen
worden. Vber welchen erlittenen Schaden der König # bes
N'
MW LEAS SES. 35
fümmernuß gefallen, bevorauß/alservernommen/dz ſeiner vor
eltern Jahrbücher vnd Cronica/darinnſeines VolcksGeſchicht
beſchrieben ſind/vmbkommen vndverderbtweren/daß die Kriegs
knecht die ſtarliche Specerey/köſtlichewolrichende Salben/gan
ze Säckvoll Farbenvund Purpur mit Füſſenzertretten/ja auch
einefeiner Weiber gefangen bekommen haben. Welche er doch
alsſeſn mit groſſem Heulenvnd Weinen vmbhüffangeruffen
mit geringem Geltwider erlediger.
Als nun Chairadines widerauß getrieben/vnnd Mulcaſes
ind; Königreich wider eingeſetzt wordeſchifft Keyſer Carlengen
PalermuminSicilia, von dannengen Meſſanam,fürtersgenNc
apolim daſelbſtenervmbFaßnacht ſeine Tochter Margaretham
Frewleinauß Oſterreich AlexandroMedicaovermählet: Nach
mals iſt er den 5.Aprilisanno 1536.mit groſſem triumphzuRom 1536
eingezogen/als Paulus III.Römiſcher Babſt war.
Im Jahr 1541. iſt Chairadines mit ſeiner Armadawider- 1541.
vnbin Africamgeſchiffet/Anäream Auriam, Clupeam Nca
polim,Adrum.cn tum,Ruponam vnnd Tapſum den Maurita
niern mit groſſer Gewalt genommen vnndbeſeſſen/vnndhat.balt
die ganze Landſchafft/Leptisaußgenommen (ſodie Mauritanier
heutigestagsMahomediam, die vnſereaber Africam nennen)jm
vndertheniggemacht.
Als er aber ankommen / hat Mulcaſſes alle Hoffnung des
Reichsingerzubehalten, fallen laſſen/begibt ſich anno 1543. in 1543.
Siciliam fürters in Italiam ſich mit Keyfer Carlen/ſogen Genuä
kommen war zuvnderreden vund mithme/wiemann die Tür,
ckenwiderauß Tuncto bringen könntezuhandeln. Im abzugbe
filter ſeinem Son Amidsdz ReichvñKriegsvolck / Mahometi
Têptiſodzeit zu Manifetisregrete gibt er die Statt Leptiszube
ſchützen. Sobalt aber d Vatterhinwegkommen hat Amidas die
Statt Tunctüfamptd. Schoßigenoſſen mit ſeines Vatters
Rr 2 Concu
316 M V LE ASSES.
Concubinenvnnd Weibern Blutſchandgetrieben / auch ſeine
Freunde vnd Obrigkeit getödtet.
Dieſervngehorſamblicher Abfallvndauffrurſeines Sons
hat den Vater ſchrergrimmet / daß erinſtalia ein Kriegsvock
auffgemanetvndzuſammenbracht/vber welches Lofretus Ober
ſter geweſen/mit demſelbennach Goletageſchiffet/Amidaemuth
willenctlicher maſſen zudämpfen. Eraber war durch anreizen
MahometisBohamarisSohn/denMulcaſes ſonderlich geſchend
vnndgeſchmchet/ſeinen Vatterzubekriegen vervrſacht. Dann
eshatte Bohamar die Rhahamanem Abderomenis Tochter ſo
ſehr ſchön war zum Weibgenommen/welche Mulcaſſeshefftig
ich hatte.
h Vber dieſe Ehe wird der König vnwillig/läſt den Bohama
rëcaſtriren/vndvbel beneben ſeinem Sohntractiren. Zu dieſem
vnglück kömbt auch dieſes/weil der König Mcchemetem Adul
ziSohn/einen ſehr Weyſenmann / dennerzuuorin vielen F
chengebraucht/zueinenhohn/denböſtenvnder allen ſeinen Die
nern 7 zunennen pfleget. Dieſe zween/damit ſie ſich wolrechen
möchten / ſingen allerhand an /daß ſie Mulcafſem nürbeydem
gemeinen Volck verhaſtmächten/ſolches aber deſto beſſer ins
Werck zu richten/haben ſie allenthalben durch ein gemein Ge
ſchreyaußbracht/erſeye von der Muſulmanniſchen Religion ab
gefallen/vnndhabe die Chriſtliche angenommen. Nachmals aber
ſeyeerº vnndmitgroſſer verachtungbeyden Frembden
(9bt.
geſt Durch dißgeſchreyiſt Amidas vervrſacht worden, das Kö
nigreich einzunemmen/damitnichtjrgentMuchemetesſin Bru
der/ſoden Hiſpaniern zu Goleta zum Geiſelgeſetzt./jhn möcht
vorgezogen werden. Aber Manifeteshatjhnwideraußgeſchlagen
darauf ſich Amidas widerauß der Stattindaß Feld.Martisbe
geben müſſen.
Ohn
MW LEASS ES, 317
Ohnlengſthernachkömbter widerin die Statt/erſchlege
Farem, den Burgvogt/wie auch den Manifctem mit ſeinem gan
zen Haußgeſind/vnd geht mit allen Königlichen Dienernvnnd
ſeinen Widerſachern grewlich vnd Tyranniſch vmb. Als Mulc
aſſeskaumgenGoletamfommen/greiffterbencbenLofredo dem
Italiener vnd Tovarrcdem Hiſpanicr/Hauptmann zu Golcta
die Stattein.
In dieſer Schlacht iſt der Königander Stirnhartver
wundworden, daßerfaum entrinnen mögen. Lofredus iſt in die
Seegefallen darinnenerbencben Carolo Tocco, eine Grichen
vndandern mehr vmbkommen. Endlich iſt Mulcaſes beneben
Nahaſarevnd Abdaloſa, ſeinen Söhnen/die er mit einem andern
Weibgezeuget/gefangen worden. Dieſenſamentlich läſer die
Augen mit einem glüenden Eyſen außbrennen: Vnndernewert
mit denen von Goletadenbund/vnd ſetzt dem Tovani ſeinen Son
Schitumzum Geiſel. Nichtsdeſtoweniger läſt Tovarres Abda
melechum Muleaſis Bruder auſ Amemſchis Alarbai Hauß
in Numidia widerabholen/ der alsbalt ſein Hauptnach Mauri
taniſcher Gewonheit vmbhülletvndbedeckt/vndindaß Schloß
vnnd. Statt von jedermann eingelaſſen worden/dannmannmei
net nicht anders / alßdaß Amidas, ſodamals abweſent war/
antenne.
Alßnun Abdemclcchus das Reich eingenommen/ſcheidt
er Altersvnd Schwacheit halbeninfurzem von dieſer Weltab/
vnnd verläſt ſeinen Sohn Mcchcmetem,ſodamals noch kaum
daszehene Jahr erreicht zum Erben ſeines Reichs. Weiler aber
damals zu ſolcher groſſenmühe / Alters vnderfahrung halben
viel zu ſchwach. Alſo iſt ſolcheverwaltung AbdalegiTemptisMa
nifetis Bruder/vnnd AbdelchirinoMeſnarobeyde Authoritet
vnnd Gewalt halben bey denen von Tunctoſehr berümbt auch
ScyriffoBugeatidem Mauritaner/ſoin Mahometiſcher Religi
Rr 3 Ong
318 MV LE ASS ES.
ongeſchicke/vnndin derſelben Landſchafft/ſeiner Weißheit/Ge
rechtigkeit vnd Heyligkeit der Vornembſaufferlegt/vrndane
fohlen worden. Denen iſt loanncsPatellus von Tarcnto Raba
tiniſcher Ritter/ein tapffervnndſtreitbar Kriegsmann zugeord
tºtºorden.
Ohnlengſthernach/als Abdechirinus vmbkommen/aben
die anderndrey/ſodes Jungen Herrnſ Regimetnitdulten möch
ten/drey Cmpterabgetheplet/vndaller Sachenverwaltung hal
ben ſich verglichen. Vffwelches ſie ganz Tyranniſch vndgeizig
gehandelt/daß auch die vnderthanen nichtlenger erleiden mögen.
Mittlerweilſchweffet Amidashinvndher./beſucht ſeine Freun
de/vndbatte ſie vmbhüff.Muleaſſem aber/ließ der Jung König
(ſo ſeines Vatters Bruders Tochtermann worden, dann erna
meMclucam, ſeine Baſe zum Weib)in Schein/alsober der Re
ligion abwarten müſie/loß/vnndführethngen Goletam. Vber
welchen Heyrath die von Tunctovnwilligworden/vndAmidam
widerholen laſſen. Mahometes der junge Königiſtentrunnen.
Amidas läſtPercllum gefangen nemmen/ſein Mannlich Glied
abſchneiden/vnd lebendig verbrennen/weilerauß groſſem Muth
willen ins Könglichs Frawen Zimmer gefallen/vnd mit Amida
Weibern vnd Concubinen vnzuchtgetrieben. Abdalegemvnd
ſonſt vierzigauß der Rabatiner Ritterſchaftläſerſäblen/ vnnd
den Hünden vorwerfen. Mulcafes aber ſogenGoletamgefo
gen / war vber des Tovaris groſſe Geizigkeit vn
lüſtig /vnnd begab ſich inltaliam von
dannengen Rom.
«O SSO
D OR A X A L A R
BAE V S.

ORAX mit dem zunamen Abuſaidasein


AlarbeiſcherFürſt/iſt LentigeſiaedesMuleaſſisMue
ter Bruder geweſen/einſonders Weyſervnnd Wol
- S 9 erfarner Kriegsmann.Wardem Mulcaſitrew/vnd
in allen Zügen ſein Geleidsmann. Daſ Lentigcfia ſeineSchwe
ſter/einesmannlichen Gemüths/alsſeſahe/daß Mahomethr
Gemahlſeinem Elteſten Sohn Maimoni geneigter/alsdenan
dern zweenvndzwanzig Brüdern/ſoder König von vnderſchied
lichen Weibern bekommen/ſein wolte/bringt ſie ihrem Sohn die
Königliche Kronzuwegen/vnndbrachte ihren Stieffſohn beym
Königan/alsober nach dem Königreich ſtrebte.
Vber welches der Königſovnwilligworden/daßer Maimo
ncmin verwahrſambbringen laſſen/welcher im gefengnuß nach
ſeines Vatterstod durch Mulcaſlem hingericht worden. Bringe
auch alle ſeine andere Brüder/ohn RolcetemvndAbdamclechü
ſoin Numidiam geflohen/vmbsleben.
Mittlerweil iſt Doraxdurchgunſt ſeiner Schweſterzum
Veldoberſten verordnet worden/welcher einen Krieg gegen Me
ſchinum den Alarbeiſchen Fürſten/ſeinen Schaden/ſoerbeyLeb
zeiten Mahometis von jhm bekommen / zu rechen. Dann
dieſer Melchinus war bey dem Königin groſſen Gnadenvnnd
Anſehen.
Als aber der alte König mittodabgangen/vnnd Muleaſes
daß Königreich verwaltet/jhmeaber Melchinus zu ſchwach war
ſich auch vor des Doracis groſſe Gewaltbeforchtet/macht erſich
eilendsdarvon/bringt einzimdlich Volckaußdem ganzen Alar
Ss beiſchen
3 zz D OR AX ALAR BAE V S.
beiſchen Land zuſammen/vndſchlecht ſich zu de Poſcºt des Mu
leaſis Bruder/Sovon Bicerobeneben dem Vechelacupovſ
Mohabithe abgefordert worden /dieſeſamentlich haben ihren
hauſfen zuſammenbrachtvnnd ſich bey die Statt Lechiam eine
tagreß von Tuncto geläger vnd nidergeſchlagen. . . .
Obnungleich Mulcaſics abſolcherankunfthoch entſeet/
nimbker ſich ſolches nichts an / vnndhifft Amida ſeinem Sohn
mit groſſem pracht die Hochzeit halten./theilet viel Speyß vnnd
geſchenk vºn der daſ Volck/vund andere Alarbeiſche vom Adel/
Vornenbich aber die Türckiſche Meerrauber/mit denen er ſich
vormals alſo verglichen / daß fünfftetheit des Reichs Kammer
verfallen ſeynſolte. Auffdieſe weiß dürften ſie am Port zu Fu
neto ſicher wandeln/hielten ſich auffdesAmda-Hochzeit/die daſ
mit groſſem Prachtvnndherrlichkeitcelebrirt worden/fleiſſigda
rümbher.
Roſcetes war vor wenigen tagen vßer daß Waſſer Braga
damgefahren/ vnnd hatte hmdeß VethisDochter vermählet.
Nach ſolchem begibt er ſich ſämpt ſeinem Schweher Vatter/vnd
Mechino auch andern mit dem Krigsvolck für die Stat/verhä
ret die ganze Landſchafft/vnndverderbetalles mit Schwerdvnd
Fewer. Gegen dieſen begab ſich Doraxbeneben dem Seace mit
einer groſſen Anzahl Africaniſchen Fußvolck/vñvnbſieben tau
ſent Alarbeiſchen Pferden ins Feld. Mit dieſen zogen auch die
Beneanones Gebrüder auß/zween berümbtevnndtapfere Hel
den/vnndin ganz Africajhrertrefflichen thaten haben bekannt:
Die Alarbeiſch Ritterſchafftführt Chairadincsſo des Königs
guter Freund war. Bey denen waren auch etliche Reutterader
Chriſtenheit/mitnamen Rabatini, ſoauffden Konig warteten.
Nachgehaltener Schlacht haben die Meſchinianer die oberhand
behalten die von Tunctoaber die Fluchtgeben/vnndin die Statt
geflohen.
Roſcetes als er den Siegerlangt/nimbijhm/durch Abfal
D OR AX ALAR BAE V S. 323
ſen der Burgerſchafft in die Stattzufallen für/denen er alles
Veldvnnd Olgerten mit Fewer angezündet/damit er ſie nurge
genden Mulcaſſem aufrühriſch mächte / vmbdcßenwillen ſie
ſolch groſſenverluſt gelitten. Als er aber geſehen/daß ſich die Bur
gerſchafft hierann nichts ärgern wolte / begibt er ſich auß Rath
Vethisfeines Schwehervaters zu Charadini, ſodamalsgen
Algeriunfommen war./vndſpricht ihn vmbhüffan. Welcher
ober gleich den Jungen Herrn Freundlich entpfangen / läſter
denſelben doch naher Conſtantinopelführen/vndſchiffet eylents
naher Bertum allda er von der Burgerſchafftwilligauffge
nommen worden, dann ſie vermeinten/cswere Roſcetesmithm
von Biſerto, eilet auf Tunctum,daſelbſtener die Bürger ebener
maſſen betrogen / welche des Mulcaſis Geißvbertrüſſigwaren/
dealben erſchauß der Statt machen müſſen/dañerdorfft den
Bürgern nicht trawen.
So bat aber die von Tuncto geſehen / daß Roſcetes nicht
mitkonnen/rewet ſie die that/ vnndiaſſenden König/ ſo ſich
ſamptdem Dorace vnnd ſeinen Web nicht weit von der State
in daß Reſiabianiſche Feldbegeben/wder zurückrufen. Als der
Königwderkommen/ſind die Bürger von Tuncto nochmüthi
ger werden haben mit groſſem eyfer zur Wehrgriffen./vberfal
enonderſchlagen die Türcken/ſoalbereit vom Abaze Granata
vnnd Fetuchcauß Arragoniains Schloß/dieſe ebenermaſſen
dargeſet/gelaſſen worden. Es rewetſtewoſheethat/ aber ſie ha
benſolchenicht widerkehren mögen./daſes hatte ſchon der Meer
rauber die Veſung vund Königlichen Schatz vnderhanden.
Wiewo nun dieſer Schimpff vnd Schad dem Chairadini
widerfahren faſt er doch abermals einen Muthvnndfelt mit ſei
nenntgeſellen Haidino Moſe Agiovndandern in die Statt/vñ
erlegt viel Bürgerſohnvindherin der Statt ſchwefftenvnnd
Ss 2 tumul
z24 D OR AX ALAR BAEV R.
tumultuirten. Als die Bürgereinſogroſſe Niderlagentpfangen/
fliehen ſie vorforcht in die Heuſer
Der KönigMuleaſes aber damit er nicht in weitter Ge
fahr gerathenmöchte/kombt neben dem Doracevnder ſeinen an
dºrnrewen Freundenmitgroſſermühe außder Statt ſchifft
werden FußBragadavndbegibtſchgen Cyrthamin Numidia
Nachdem er aber allda groſſemühe auſgeſtanden hat er ſich wie
dergen Tunctum verfügt daCarolusV Römiſcher Keyſerin
Africäkommen/vnd Göletambelägert Alonun Döraxvielvnd
mancherleyGlückvndvnglück außgeſtanden wird er
entlich durch Amidam ſeines Königreichs
vnd ſeiner Augen beraubt / vnnd
ſtirbtalſongerühlichem
DEBETV - FORMA GRATLA. “r ANTA IVAE -

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Nº. S - - Q Gº- - - - - - -
L DVM DONIS HOMINVM MORTEMMERCARIs ETAVF
CLE ONE D OR A
CIS Gemahl
- LEONE,ſo auch Calinegenenntward/
außÄÄbit/Dorºes Gma. Chri
Äſten Blutsfehrbegierig: dann ſewarder Mao
metiſchen Religion dermaſſen ergeben, daß ſie alles
waſ derſelbenzuwiderwar/inbrünſtigvnd von Herzenhaſe.
Als aber Mulcaſes von Keyſer Carlen in daſ Königreich
zu Tuncto wider eingeſetzt worden / hat ſie ihrenvnderthanen/
daß ſie ja vordanckbar angeſehen würde/Criſium zu Ehren vnd
ſeinem Göttlichenwortanzuhangenfrey geſtellt auch den Chri
ſeninhre Landſchaft zu wandeln/Kaufmannſchaft zu treiben/
vnddarinnzuwºhnengeſatet.
Doch/oß ſich gleich groſſe veränderungevnd vielvnglücks
bey ebeten Muleaſis in der Statt Tunctobegebenvnndzuge
tragen ſo hat manndochofftmals mit zweiffelhaftigem Glück
ſowomit den Türcken als andern Außländiſchengekrieget.Cle
one aber hat zu den Alarbashren Blutsfreunden/ſoallent
haben in Kriegvmgeben verfüge hatte von der Chriſten Ni
deraginochen groſſen uſeuzuhören, daß ſie mit den Kriegs
leuthnenpaettroffen/daß ſie für einen jeden Kopf eines erſchla
genen Chriſtenzwo Kronen geben wolte.
ObnungleichDoraxihr Ehevogtſeoffmashrer Blut
grigkeitonndTyrannen haben geſtrafft hat er ſie doch wider zur
Freundlichkeit vnd Hodeafitbringen mögen. Dann ſchickts
mit den Alarbasis, ſo auſfdes Rocctis Settten waren: Daumb
mißfielen
328 A LA R BAE I.
mißfielenjhralledesMuleaſisvnnd Doracis Rathſchläge/we
chebeyden Chriſtenvmbhülffanhielten/dieMuſulmaniſche R
ligion außzutigen gemeint vndbeflieſſen waren.

A L A R BAE I.

IEweil hieroben
sº rumgedacht offtmals der Alarbro
worden, wird einenotturffſein/ etwas
zumelden/wer ſie ſeycn/ vndwoſtejhren erſten vr
ſprung herhaben.
- Es ſind die AlarbaeiNumida oder Nomades,
Völcker in Africa, ſo ſchrühmen/ daß ſie vnder allen andern in
derſelben Landſchafft die beſten vom Adelſeyen / als diejhr Ge
ſchlecht von den Carthaginenſern herhabenwöllen/ vnnd dahr
Volck keinen Frembden vermiſcht ſephaben einfreyleben/brau
chenkein Krieg/crnehren ſich mit rauben. Winterszeitten begeben
ſie ſich an die Grenzenin Morenland/wegen der gelinden Lufft/
Sommerszeitten kommen ſie wider an die Meersgrenze/ daß
ſie in die Frucht./ſonoch kaumreffworden/ſtrauffen. Wenig
von ihnenſtudiren/ohn die Prieſter/welche das Voickinſtituiren
ſind aber nicht ſo aberglaübiſch/alsdie benachbarte Mauritanier/
dieſe doch mittrew/erbarem leben/vnd Kriegstugenden weitvber
treffen. Bleiben ſchlechtlichbeyrer Religion/halten kurze Ge
bettlein zu Gott/Eſſen Dacteln/Feygen/Brey/vñſawes Milch.
Wann ſie einmal luſtig ſein vnd ſtattliche Malzeitanrichtenwöl
len/alsauff Hochzeiten/in hohen Feſten/vnndrgentin einer tra
etation eines guten Freunds/bereiten ſie eſſen von Wilpretvnnd
Vögeln/damit ſiejrbeſte Frewdvnd kurzweilhaben. Sindfleiſ
ſig
A L A R B AE I. 329
ſig miteinanderlüſtig beſuchen einandtheile auch ren freunden
mit wasſevermögen. Ihrväterlich Erbgutſbeyahºn köſt
lich vndſchwindlauffendPferd/welches ſietewervnndvmbgroß
Gelbezahlen wenden auch auff/ſolches recht anzuführen/vnnd
zubegrengroſſenfeiß. Haben wenig wi geringen Haußrath/mehr
zurottufftalszuzer verordnet. Gehenbey nah halb nackend
gebennicht vielauffköſtlich Kleydung/dochtragende Matro
neu vom AdSeydenvndbündeKeyder mit Edºeſen"
zer. Ihre Weiberzemen die Pferd welche den Männern als
Knec dienen. Tragen HaarrichteFell. Verdeckenjhre Heupter
mfreichern/welchevnder dem kinnhergehen/vnd Ereerund
zuſammengetrehet ſind. Dieſe Landſchafft erſtreckt ſich bißand
Hediterraneum/ vielen Fürſtenthumben vnderworfen/ vom
Noanbißanden Athlantiſchen Geeanum. Dieſe obſiegleich
kein gewiſſe Wonungen haben/ſoweden doch ihre Grenzeanbe
ſtimptenorten. Der Tunetaner Herrſchafft iſt vielmächtiger vnd
gröſſer als die andern/derenGebietſch erſtreckt vomMediterra
jſen Meeran/ bißan die Sandecht Wüſtenin AEthyopia
jºr Morenland/zuderen auch BugeavnndTripolis vorzen
gehöre die Feſſaniaberiu Mauritania inganº Völ
kr/ſoandem Fluß Saaewonen/beſchützen ihr Reich mit dreiſſig
auſentPferden gegen die Luſitaner. Die andern geringe
Landſchaften haben ihre ſonderliche Obrigkeit
ſo ſie auffºhre Sprach Seº
chos nennen.
Tt
Irv consANGvINEva Lemere ParcE GEN”
T AM MAS SOPHI.

AMMAS Sophi, oder Techmaſes, iſt


ScachiIſmaëlis des Perſiers Sohn geweſen. Das
SalsIſmaël geſtorben/hat er vier Söhne zu Erben
verlaſſen/Tammam,Helcam, BecramvñSomit
zam.Helcashat Aſſyriam,BabylonemvndMeſopotamiam ein
genommen. Bccran die Albanos, Hiberos, Mcdos,vnnd die
Landſchafften am Caſpiſchen Meer vnder ſeinem Gebiet gehabt.
Somitzas aber die Parther vnd Hyrcaner,ſo Coraxeigeneñtwer
den.Tammaº dem elteſten Sohn iſt Perſia,Armeniavñdie Land
ſchafften/ſoſchbiß zum Indiſchen Meer erſtrecken/zutheylge
fallen. Die Völckerſamentlich/ſodem Perſiſchen Reich vnder
worffen/ob denſelbengleich viel / haben ſie doch alleſampteinen
namen/vnd werden Agianaeſgenennt.
Gleich wie aber Tammas ſeines Vatters Königreich/alſo
iſt er auch der Religion ein Erbworden. Welches daſ Solyman
num den Türckiſchen Keyſerbewegt/daßerjhn/derehndaß nach
Frembden Königreichen ſtrebte/bekriegte/darzuhm dann Abra
himus Baſa,welcheringroſſen gnadenvnnd Authoritet bey ihm
war gerathen. Dann weil er den Chriſtenheimlich geneigt war/
lager dem Keyſerſtettigs zu Halß/vndhieltbeyſhman/daß er die
Vngarn bleiben ließ/ vnd den Krieg in Orientgegen die Perſer
ſodaen Newvnd vielvnderſchiedliche Ceremonien der Muſul
manniſchen Religion/zu einer groſſen Ergernußangefangen. Zu
dieſemzug hat Vlamasbegus Herzogin Perſiennitwenig verhol
fen/welcher ſich zum Türcken begeben.
Als er außPerſien kommen/hat TammasSophiVVanum
deßen Landſchaft/ mit Weibvnnd Kindernvnder ſein Gewalt
Tt 2 bracht.
332 T AM MAS SOPH I.
bracht. Daher hat dieſer Krieg ſeine erſte Vrſachher. Dann als
Vlamasgen Conſtantinopel kommen / hat ihm der Keyſer zu
färlichem Einkommen hunderttauſent Sultaniner verordnet
auch das Reich Sangiacatoder AmptbeyCarahemidam zuge
ſtellt / vndjhmeden Krieg gegen die Perſer mit dem Abrahiro
baſazuführen/anbefohlenvndvertrawet/welche ein groß Volk
allenthalben zuſammenbracht/vndauß Thracia in Aſiammital
lereylgezogen.
Sobaltſiegen Alepumkommen/ von dannengen Chara
hemidam hat Abrahimus Vlamam mit etlichem Kriegsvolck
voran geſchickt/die Königliche StattvnndReſidenz Tebriſium
in Perſia ſofern es möglich/zuerobern. Die Statt hatte damals
MuſaSultanus,Tammae Schwager vnd verwandter ein. Daim
aber die zeittung kommen/daß die Türckenkommen ſolten/macht
er ſich von Tebriſio hinweg. Die Bürgerſchafftverkuntſchaffet
alsbat ſeine AußFlucht dem Viame, welcher ſie alsbalt durch
Ergebung einbekommen. Vnd alsbald ein Schreiben an den
Abrahimum abgehen laſſen/ vndjm ſeinen glücklichenvortgang
zuwiſſengethan. Auch darbeyvermanet/ daßeroneinig Säum
nuß vnd auffſchub Perſiam mit dem andern Volck cinnemmen
wolte.
Welches ermelter Baſſa alsbalt ins Werckgericht/nach
Tebriſio gezogen/vnd dieſelbe alsbalt ohnmühe erobert auch die
andern benachbarte Stätte zu ſeinem Reichbracht. Vnderdeß
thuter ſolches Solymanno durch einen Currir auffdaß allerbäl
deſzuwiſſen/mit der vermahnung/ daß er dahin kommen/vnnd
ſolchen einmal glücklichen angefangenen handelnicht verweilen
völte.
Der Türckiſch Keyſer wird ſolches glücklichen vorkgans
frohe bringtauß Europavnd Afiaſovielvolckszuwegen/als im
möglich/ſchifftgen Iconium eine Statt in Lycaomi,vondaſien
Föibt
T AM MAS SOPHI. 333
fºn durch Ceſareambey die Statt Malathiam,vnndanden
FuEuphraten. Als ſie darüberkommen/ſeglen ſie zu Nizzain
Eyt man vndfahrengen Coin, eine Stattin groß Armcnia
welcemann vorzeiten Artaxatanennen.
Zu derzeitführete Scachus Tammas Krieg widerKeſien
beim Chitainum Chanem ſomCoraſanemeine Landſchafft
Perſiaennemmen wolte. Von dannen wolter nicht zurück
weichen/damit er den Türckenen Abbruch thun möchte/wo die
keitevnd Winterzeit eingefallen./dann erwüſtewol/daß die Tür
ckenſolchenichtleyden möchten.
Solymannus Türckiſcher Keyſer war damals in Carahc
midam kommen mit einer ſolchen Meng Vocks/daßmannmei
nete/er hätte ganz EuropamvnndAſiammitſichbracht. Als er
nunfleiſſig außgeſpehet/ wo ſich die Perſierhielten/ſchickter ein
auſſerwelet Volckvorhmher/ſodem Feind vnderdeß/bißer mit
dem ganzen Heer/herzukemezuſchaffen machen ſolte. Damit
ſie auch deſto beſſer vortfoſſien möchten/ſchickter ſeine Geſchütz
vnd Kriegsrüſtung mit dreycn Sangiacisvnnddreyhundert Ja
nizarengen Tebriſium, vnndvogt dem Feindſogeſchwinder
möchtmitaller macht nach.
Solymannuslageinzeitlang zu Tigranocerta(ſoheutiges
tags Sultaniaheiſſet)ſtillallda/der ſchönengelegenheitvndlüſti
gen Orthswegenbiß daß Tammas von den Albanisvnnd Hibc
ris,ſo auffdem Gebirgwohnetenfommen würde/zuwarten. Als
er nun alldaverbliebe/ war ſein Volckbey Hemedanem koſſien/
daſelbſten es durchſtettigs Regen/ kälte/ vnndvngewitter der
maſſen geplaget worden / daß ein gut theil ſeiner Kriegsleuth
mit Pferden vnd Vieh erfrorenvñgeſtorben. Auch im vberſchif
fenvber den Fluß Doc Geſid, ſindt ihrer viel wegen dernaſſen
Kleydung/mit Bändeln vñ Troßverdorbenvñvmbkommen.
Zudem haben ſie auch groſſen Mangel an Prouiand gelitten.
St 3 Dann
334- T AM MAS SOPH I.
Dann es hatte Tammas alles getreyd entweder mit ſich hinweg
geführt oder verderbet/damit es dem Feind nicht zu nutzen keme
Alſo wohnen nichtetliche Armenierjhre Notturfftauffstewerſ
verkaufftºwereder ganzehauffalleſamptHungersvndkelteha
benverdorben,
Als nun Tammas die Türckeninſolchen vielenvnd vnder
ſchiedlichen Beſchwerungen ſtecken ſahezeugtermitzchentau
ſent ſeines Kriegsvolcksauß der Landſchafft Coraſanegen Te
briſium - alldamehr als dreiſſigtauſent Türckenvnnddreyen
Kriegsoberſten lagen / nemblich vnder Vlama,Sirvanoglivnnd
adgarebego, deren jederzehen tauſent Pferdvnder ſich hatte.
Dieſeſamentlich fallen auſ Tebrſioherauß dem Feind
ſoim furzen ankommenſolte/zubegegnen/Als ſie aber des Feinds
anſichtig worden/weißichnicht/waßſefüreinForchtankom
men / daß ſie ſie ſich mit dem Feind geſchlagen / die Fluchtge
ben. Tammas begibt ſich in ſeine Statt, ſo die Feindauffſechs
Monateingehabt/vndzerſtöret/vnndzerſchleiffdaß Schloßſo
Abrahimusbaſa ohnlengſt von grundauffnewgebawt. Drey
hundert vnnd fünffzig eherne Geſchütz/ſoallda blieben/leſter
Ä gen
/ vnnd Mangurier Erzcne Pfennig darauß

Solymannus, ſodamalsbey Sultaniaſtillage/vnndallent


Halbevnglück außſtünde/begibt ſich nach Bagadatim, ſo auchBa
bylonheiſſet/allda ſich mit den ſeinen wegen der geſundenlufft/
vnndallesdingsvberflüſſigkeit zurecreirenvndzuerquickendeß
mals hatte Mcchemetesein PerſierdieStatt Babylon in ſeiner
verwaltung/den Tammas nach Becranis ſeines Bruderstodda
hingeſetzt/welcher dieſelbenachjhremAbfallvon Helcaeinbekom
men/
T AM MAS SOPH I. 335
men/Mehemctemaberhaſtendievon Babylon ſehr wegen ſeines
Geizesvnd Tyranney.
Alsnuhnauffeinzeit Vlamas beyihm Ä
nimbter ſich an/aßober etwas ſonderlichszureden/vnndführer
ſeyn Volck mit ſich bißandie Statt/wteerherauß kommen
vberfelterhn/ehe ersrechtinnen worden/ vnndzwingthnſei
ne Flucht bißgen Bitiliſium eine Statt in Meſopotamia zu
11,
Hierauffhaben ſich die BürgerSolymanno willig ergeben
die Porten eröffnet/vnnd die Türcken in die Statt gelaſſen De
renerempeldie andern Stätte in Aſſyria, als ſiegeſchen/daß die
Babylonierwolgehalten worden./gefolget/dißiſt geſchehen im
Jahr 1535.
35.
Nachdem ihn nun dieſes alles nach ihrem Wüntſch geraten
zeugt Solymannüs widerin Thraciam, Vondaſienerauß Rath
Abrahimivnnd Vlamae wider in Perſiam kommen/ weil die zeit
tung ankommen/eswere TammaswiderzuTcbriſio angelangt
vnd die Befehlhabere/denen dieStattzuverwaldenvndzubeſchü
zenanbefohlenwere/dieflucht geben.
Scachuswolt der Türcken nicht warten/ſondern verderbt
vndführer alles Getreydthinweg/nimbtauch alle Notturfft/vſ
Bürgerſchafft mit deren ganzer Haabvnnd Güter mit ſich hin
weg/vndbegibt ſich widerinder Caraxonumvnnd Hircanorum
Gebirg. Solymanmusaber/alsihm niemand widerſtandthete/
nimbt Tebriſiumein/vndläſtIadigarembegüzu Eminhengen/
der die andern angereizt/daß ſie die FluchtgebencheſiedenFeind
rechtantroffen.
Als nun Solymannus die Perſierzu keiner Schlachtbrin
gen/vndſie/ſoindeſteinklüfftigevndvnerſteigliche Berggefo
hen/nicht erreichen möchte/auchdaß Landingrundverhcretvn
Oht
236 T AM MAS SOP HI.
ohneinig Getreydgefunden./ergrimmeter heftig/weier durch
ſo manches Landte mit groſſem vnkoſten vnnd Muhe gezogen
vnnddahinkommen/entlich alſo von den Perſern/ſoſch durch
Flucht verkrochen / zu Hohnvnnd Spott getrieben were Fºllt
zurück in die Statt Tebriſiumvndtractiret die Bürger ſo noch
in der Statt / obſie ſich gleich vnderthenig entſchuldigt / ganz
jämmerlichvnderbämlich/vnndgbt ihre Güter ſeinen Kriegs
leuthen Preiß/zündet Scachi Tamma vnd die Königliche Per
ſiſche Reſidenz / auch die luſtige Paläſt / deſgleichen die luſt
gärten vndacupis Sultani, Vſumchafanis Sohn/Hauß/wr
ches ſie Heftebehiſtenenneten / mitFeweran/ vnnd zwingt die
Vornembſie auß der Bürgerſchafft nach Conſtantinopel zu
ziehen.
Dacr dieſes verricht/ vnnd der Feindſchnirgendwoltſe
hen laſſen / führterſein Volck widerin Carahamidam, vnnd
begibt ſich im Früling/doch nicht ohngeringe Mühevnnd Be
ſchwerung/widerin Meſopotamiam. Daſ die Hiberiſche Reu
ter ſtreiften ſettigs auf die Türcken. Tammas aber war vn
derdeß mit einer groſſen Anzahl Cararergen Tebriſium foſſien/
inmeynung daueer Beſatzung wie im vorigen Jahr leicht
lich zu vberrätigen. Als er aber vernommen / daſ alle mit
Solymänodem Türckiſchen Keyſer abgezogen/dzdie Statt mit
Fewerverbrennt vnnd mit verfallenen Heuſſern vervnreinget
vnnd daß die ganze Landſchafft aller Haab vnnd Gutsberau
vct / Bekümmert er ſich vber ſolch grewichvnnd kläglich Spe
ctacu/auch vber ſolche verhehrung deren Orther vber die naſ
ſen ſehr/ vnndfertiget Agathyrſum Delimannum den vogtei
nen tapffern vnnd freitbarn Kriegsmann mit fünff tauſent
außerwelten vnnd wolgerüſtenten Reutter ab / den Türcken
auffder Reifnachzujagen. Welcher ſicheleudts durch bekannte
Schlºffzuhngeahct/ vnudhartan der Statt Berhiliſio, bey
DI
T AM MAS SOPH I. 337

dem Berg Antitaurogelegen/alsebeneingroſſer Platzregenfiel


vnd ſie ſich keines Feindsverſehen/antroffen/ vnndvnuerſehens
mehr als zwölftauſenterlegt. Welchesgeſchehen im Jahr 1536.
im October.
Als nun Tammasgeſehen/daßergleichsmitgleichem ver
golten / zeugt er mit ſeinem Sieghaften Volck wider nach
heimen zu / vnndhat glückſeligen gelebetbiß ins Jahr Chriſ
imwelchemermitgroſſem Ruhm ſeiner herrlichenthal
geforden.

Vu CORAS
LIESTAS EsT soc
COR A SI TAM MAE
Gemahl

tron/von einem ſtattlichen Adelin Perſiahergebo


ren ſehr ſchönvnd mit Königlichen Sittengezieret/
hafftigen Gemüths/ die faſt in allen Kriegszügen
mitjhrem Ehevogtgezogen/hmegedienetvndhülffgeleiſt/waii
erleydmüthigvndtrawrig geweſen getröſt/ daſſ er ſich wegen des
groſſen Schadensſohme die Türckenzugefügt./wegen der ver
erung ganz Perſienlandts/wegen Brandts vnndverfallenener
ebewofftmals hefftigbekümmertvndgebräſt.
Doch erhieltalzeitdieſe Königin ihren Mann/vndgab nie
zu/daß er ſich zu vielentſetzte oder erzürnete/Mit der vertröſtung
daß dieſes alles von Gottesvorſehung herkeme/ vnndtrewerver
waruang/daß ein tapfer vnd Muthiger Mann allen Schadener
ſey auch ſo groß als erjmmerwolte/gedultigaußſtehèmüſte. Ihr
zierathen/Kleynodien/vſ Weibliche Kleydung ſind faſt alle vmb
kommen als SolymannusdesIacupisScachi Pallaſtvmbreiſſen
vnd des Königs Luſtgärten vmbhawenlaſſen.
Vu 2 VLA
> S
TNTTGNE TotERAs cHADAT vTNrr A sArRAPE
PERFER ERVNT TANDEM MITTA EALATTBI
VL AM AS BEG V S.
LAMASBEGVS ſo auch Zlamas
SondVlumannus von andern genennt wird/vonei
- nem vornemmen Adelichen Geſchlecht in Perſia
\ geborenjapffernvndfertigen Gemüths. Die
er nach dem er vortreffliche hatenzuerhaltungſeins Vatter
andts begangen/ haterbey TechmafiScacho ſolche gunſter
langt/daßerſhme ſeine Schweſter vermählet /vnndVVanum
Ä ſchruſtigevnndfruchtbare Landſchafftin Media zum Lehen
geben
Als er aber auffeinzeitmißhandelt / fürchterſichfür der
Statt fetvon Techmafiab/vndnimbtihm für ſich zum Tür“
ckejuſchlagen. Wieſolches Solymannodem Türckiſchen Key
ſerdurch Schreybeniſtzuwiſſengethan worden/Schºº
Bjan SeefsbegüF. zu Curdiſta Cdeßen Landtſchaftnah
by BabylonvndCarahémidagelegen/ſoheutigestag Ä
jvorzeiten aber Chaldragenenntwird mit dem auferlegt
Befehl ein GeleydvñKriegsvolckdem Vlamabeºu vberſchi»
ken damit er ſichervnndfreygen Conſtantinopel zum Sultan
kommen möchte.
Auff dieſes macht ſich Vamas außſeiner Landſchafft hin
weg/vndbegibt ſich gen Bethliſum ſowiertage ß von VVano
abgelegen/alldahielteSerefesbegu Hoff/derſhnerſtichfreund
lich auffondangenommen auch hme allerer dienſtzugeſagt.
Alserhnaber in ſeingewalt bekommen/hat erjhngreiffenlaſſen
vndvnfreundlich gebundeninallereyzum SoyÄ geſchickt
der ſich vber Screfisvntrewvnndſtrengheithöchlich bekümmert
Vu 3 vnd
34-2 VL AM AS BEG V S.
vnderzürnet/liſ Vlamam wider von Bandenloß machen gibt
Ändvndröſthnmitderzuſag/ſolche Schmachuch
fºtagszurechen Verehretjhmhieraufſattiche Geſchencvſ
köſtliche Kleyder/redthnfreundlich anonndconferirt mit hm
von PºrſenlandwzTammashandele/forſchetauchfleiſſig nach
ſeinen Gütern/Macht/vnd GewaltdefendañVamasdem Key
ſergnugſamenbericht geben.
Sobalerhmnuhn gehuldigtvnndgeſchworen/auchſich
ſeinhüffvund Fleißfärterssoymannogenichenergeben hat
hinhierauffder Keyſer zur Danckſagung von dem ſeinen zuſär
icher Beſoldung hunderttauſent Sultanner verordnet. Vnnd
einen Sangiacatnitweit von Carahcmidazum Lehen eingeſtellt.
daßeralda wohnen vnndſeinem Vaterland geſeſſenwere auch
daßebºg ihm faldernoth bekriegen möchte. Deſgleichenallen
benachbarten Sangiacis in derſelben Landſchaft anbefohlen, ſo
ºfter die Perſer mit Krieg anreffen würo hmmit allen
Nothwendigkeiten hierzu befürderlich zu ſeyn.
Nachdem er nun von Soymannoſowolenkpfangenvnnd
gehalten worden / vnnd ſich in ſeinen Sangiacateingeſetzt hat er
auf Befehl des Keyſers Serefesbegum als der ſich widerſeineor
dentlich Obrigkeitempöret/inde Achtgethan/die Statt Bithi
lifium eingenommen/vnd Serefem herauß gejagt. Dieſes iſt die
erſte Vrſach des Kriegsvnder den beyden Mächtigſten Fürſten
geweſen/ſoſerecht zuſamen verhetzt/nemblich weil ſich Vlamas
zum Türckengeſchlagen/vndserfj Perſiern geflohen.
Aleſienuhnetliche Schlachteneinander geliefert/hatend
ich VlamasSerees geſchlagen / gefangen vnndgetödtet/ſein
Äm Förper abgehawen vñnd Söymajgeſchkº
darauf
VG det.
hm deßen Landſchafft zugeſtellt vnnd eingeraumbt
So
VL AM AS BEG V S. 3+3
Sobalter dieſes verrricht/ſchickter Legaten an Tammum
Scachum ſein Weibvnnd Kinderſoder König nach ihres Vat
ters Abfallzuſchfordern laſſen/vñgefangen hielte/wedañauch
alle Güter in die Kammergezogen/widerzufordern. Damit aber
Tammashnnichtweitter alseralbereitgehan/verletzen vi Vr
ſachzueinem newen Krieg geben möchte/vberſchickterjmohnei
nigauffenthalt alles/waserbegeret/anno 1533. I$33.
Ohnlengſt hernach fertiget Solymannus Abrahimum
baſam mit einem groſſen Heer gen Alepum, allda des Vama
Rathvndhülſfinkünfftigen Sachenzubrauchen. Sobalter nun
daſebſten angelangt haben ſich SerefsbegiWebvnnd Kinder
zujhm verfügent/ſtrickvmbihre Hälſetragent/vnndmitweinen?
den Augen vmbverzeihungſhres Vatters Mißhandlung vnder
thenig gebetten
Abrahimusbaſſa,als der von Natur zur Gütigkeit geneigt
Äeszu/
mittleyden mit den ſupplierenden/vnndfügthn nicht bö
ſondern ſchreibt an Solymannumhrenthalben/mit der
angchefftenbitt/waser mit ihnen anfangen ſolte. Darauf der
Türckiſch Keyſer geantwort / daß mann eines aufrühriſchen
Manns Kinder/ſofein ſchult anderbegangenen Mißhandlung
trügen/nicht verſtoſſenfönte/auchbefohlen/mannſolte des ver
ſtorbenen ScrefsbegiSohnvierzig Janizarzugeben./jhn ſampt
ſeiner Mutter gen Bithiſiſiumzubeleitten. Auch ſeinen Vät
terlichen Schatz wider zugeſtellt/vnndgeſtattet hinzuziehen/wo
esihnen belieben würde/wolle ihnen auch kein andern Orthºu
bewohnenfürſchreiben/asdenn/daſie ſelbſt wolten. Wo ſie ſich