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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

IS-U/CRM-Integration Marketing
CRM-Kampagnenmanagement bei Einsatz der
Branchenkomponente Versorgungsindustrie

SAP AG
Neurottstr. 16
D-69190 Walldorf

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

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1. Zielsetzung ................................................................................................4
2. Systemtechnische Voraussetzungen ......................................................5
3. Einrichten der Verbrauchshistorie im IS-U-System ................................7
3.1. Vorgehen für bestehende Druckbelege bei Upgrade..........................7
3.1.1. Verbrauchsdaten aus den Anlagefakten..............................................7
3.1.2. Verbrauchsdaten aus alten Abrechnungsbelegen (Belegeinzelzeilen)..7
3.2. Vorgehen für bestehende Abrechnungsbelege bei Migration .............7
3.3. Vorgehen für neue Abrechnungsbelege .............................................8
3.4. Verbrauchshistorie testen...................................................................9
4. Einrichten des BW-Contents für die Zielgruppenselektion..................10
4.1. Einrichten der DataSourcen in OLTP ...............................................10
4.1.1. Einrichten der DataSourcen in SAP IS-U .........................................10
4.1.2. Einrichten der DataSourcen in SAP CRM........................................12
4.2. Einrichten des Business Contents in SAP BW .................................12
4.3. Daten aus dem OLTP- in das BW-System laden..............................14
4.3.1. Reihenfolge beim Laden ..................................................................14
4.3.2. Laden der historischen Verbräuche aus SAP IS-U............................15
4.3.3. Hinweise zur Fehlerbehebung und -vermeidung...............................15
4.4. InfoCube-Daten für CRM-Zielgruppenselektion verfügbar machen ..18
4.5. Performance und Tuning in SAP BW ...............................................20
4.5.1. Laden von Stammdaten ...................................................................20
4.5.2. Laden von Bewegungsdaten ............................................................20
4.5.3. Queries............................................................................................21
5. Arbeiten mit dem CRM-Segment-Builder ..............................................23
5.1. Einrichten des Segment Builders für die Zielgruppenselektion .........23
5.1.1. Selektionsattributlisten definieren ....................................................23
5.1.2. Sampling .........................................................................................25
5.1.3. Einstellungen zur grafischen Oberfläche des Segment Builders........28
5.2. Schritte zum Anlegen einer Zielgruppe.............................................28
6. Testen der Zielgruppenselektion Vorbereitung ....................................30
6.1. Durchführung ...................................................................................30
6.2. Prüfung ............................................................................................31
7. Marketingplanung und Kampagnenmanagement.................................32
7.1. Customizing .....................................................................................32
7.2. Kampagnenplanung .........................................................................32
7.3. Kampagnendurchführung.................................................................33
7.4. Test der Kampagnendurchführung...................................................34
7.5. Kampagnendurchführung per IS-U-Rechnungsbeilage ....................34
7.5.1. Kampagnenplanung im CRM WebClient UI des SAP CRM.............34
8. Kampagnenanalyse.................................................................................37
8.1. Systemtechnische Voraussetzungen................................................37
8.2. Zuordnung von Versorgungsverträgen zu einer Kampagne .............37
8.3. Daten für die Kampagnenanalyse in das BW laden..........................38
8.4. Kampagnenanalyse mit dem InfoCube 0UCMA_C02 (Verbräuche und
Umsätze für Kampagnenanalyse) ....................................................38
9. CLTV-Analyse für Versorgungsverträge ...............................................40
9.1. Allgemeiner Überblick ......................................................................40
9.2. Vorgehen für die Branchenkomponente Versorgungs-industrie........40

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

1. Zielsetzung
Dieses Dokument richtet sich in erster Linie an Marketing Manager und Data-Warehouse-
Administratoren von Versorgungsunternehmen, die Kampagnen zur Bindung oder Rückgewinnung
von Kunden implementieren.
Die beschriebene Funktionalität des Kampagnenmanagements gliedert sich in die Teilbereiche
Zielgruppenselektion, Rechnungsbeilage, Kampagnenanalyse und CLTV-Analyse. Im
Gegensatz zur Implementierung der Zielgruppenselektion, der CLTV-Analyse und der
Rechnungsbeilage setzt die Implementierung der Kampagnenanalyse den Einsatz des Sales-
Prozesses der IS-U/CRM-Integration voraus.

Hinweis
Weitere Informationen zum Vertriebsprozess finden Sie im SAP Service Marktplatz unter der
Internetadresse http://service.sap.com/utilities Product Information SAP
CRM for Utilities Cookbooks & Guidelines und im Help-Portal unter der Internetadresse
http://help.sap.com SAP Business Suite SAP Customer Relationship Mgmt.
Komponenten und Funktionen SAP CRM für Branchen Versorgungsindustrie und im
Solution Manager.

Kenntnisse des Business Information Warehouse (BW) von SAP in den Bereichen DataStaging
(Scheduler, PSA (Persistent Staging Area)), Modellierung (InfoObjects, InfoCubes, InfoSources) und
Analyse (Queries, Business Explorer Analyzer) werden vorausgesetzt.
Für die vorbereitenden Arbeiten im IS-U-System benötigen Sie detaillierte Kenntnisse aus dem
Bereich der IS-U-Abrechnung.

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2. Systemtechnische Voraussetzungen
Für die verschiedenen Teilfunktionalitäten des Kampagnenmanagements gelten unterschiedliche
systemtechnische Voraussetzungen an die benötigten Softwarekomponenten. Angegeben ist jeweils
das mindestens benötigte Release. Die aufgeführten Teilfunktionalitäten werden im weiteren Verlauf
dieses Dokuments ausführlich erläutert.

Softwarekomponente SAP IS-U/CCS SAP BW SAP CRM


Funktion
BW-Extraktion ERP 6.0, EhP 2 7.0.3 2007
marketingrelevanter Daten
(parallelisierte Selektion in
SAP IS-U)
CLTV-Analyse für ERP 6.00, EhP 2 7.0.3
Versorungsverträge
Aufbau der ERP 6.00, EhP 2
Verbrauchshistorie in
SAP IS-U aus
Rechnungsbelegen oder
Anlagefakten
Segmentierung und ERP 6.00, EhP 2 7.0.3 2007
Kamapgnenausführung
nach technischen
Objekten
Rechnungsbeilage im ERP 6.00, EhP 2 2007
SAP-GUI
Außerdem müssen Sie im IS-U-System jeweils das aktuelle Plug-In installiert haben.
Zu jeder der Software-Komponenten SAP IS-U/CCS, SAP BW, SAP CRM gibt es einen Mandanten.
Die Mandanten sind paarweise über Remote-Function-Call-(RFC)-Destinationen miteinander
verbunden.
IS-U-Mandant und CRM-Mandant sind als Quellsysteme in SAP BW angelegt. Dazu ist im
Quellsystem die Pflege jeweils eines Benutzers mit Administratorberechtigungen erforderlich.
Außerdem müssen dort Änderungen am Repository und mandantenunabhängigem Customizing
erlaubt sein.

Hinweis:
Es ist Voraussetzung, dass Sie die IS-U/CRM-Geschäftspartnerintegration eingerichtet
haben. Beachten Sie dazu die Hinweise zur Replikation von Geschäftspartnern im Help-
Portal unter der Internetadresse http://help.sap.com SAP Business Suite
SAP Customer Relationship Mgmt. Komponenten und Funktionen SAP CRM für
Branchen Versorgungsindustrie.
Im SAP Service Marktplatz unter der Internetadresse
http://service.sap.com/utilities Product Information SAP CRM for
Utilities Cookbooks & Guidelines finden Sie das Dokument IS-U-Spezifika zum Set-
up-and-Load-Guide zum Geschäftspartner.

Achten Sie besonders darauf, dass die Nummerngleichheit der Geschäftspartner in SAP IS-U und
CRM gewährleistet ist. Dazu muss zu jedem internen Nummernkreis (Nummernkreisobjekt
BU_PARTNER) im jeweils anderen System ein externer Nummernkreis mit dem gleichen Bereich
angelegt sein und dieser einer Gruppierung (Tabelle TB001) zugeordnet sein. Beim Datenaustausch
wird automatisch eine Gruppierung gewählt, der dieser Nummernkreis zugeordnet ist.
Richten Sie die Bereiche so ein, dass ausreichend Platz für einen dauerhaften Betrieb gewährleistet
ist.
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Die Regionalstruktur muss im IS-U-System gepflegt sein. Sie können Sie mit Hilfe von
Übernahmeprogrammen von extern einspielen (s. SAP-Hinweis 132948).

Empfehlung
Wir empfehlen Ihnen, die Regionalstruktur parallel auch im CRM-System vorzuhalten.
Dazu ist ein Initial-Download der Regionalstruktur von SAP IS-U nach CRM erforderlich
(s. Hinweis 366034 in SSO). Änderungen an der Regionalstruktur können Sie nach dem
gleichen Verfahren in das IS-U-System einspielen (d. h. Sie müssen den Initial-
Download nach CRM wiederholen).

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3. Einrichten der Verbrauchshistorie im IS-U-System


Für das folgende Kapitel benötigen Sie detaillierte Kenntnisse aus dem Bereich der IS-U-Abrechnung.
Die Zielgruppenselektion im BW nach SAP IS-U-spezifischen Daten erfolgt immer auf Basis des
InfoCubes 0UCMA_C01 (Zielgruppenselektion nach Umsätzen und Verbräuchen). Dieser InfoCube
enthält neben Stammdatenmerkmalen Kennzahlen für Verbräuche und Umsätze. Daher ist es
erforderlich, die Verbrauchshistorie zunächst aufzubauen.
Das Vorgehen ist unterschiedlich, je nachdem ob Sie einen Upgrade von einem älteren SAP IS-U-
Release oder eine Migration von einem bestehenden System durchführen.

3.1. Vorgehen für bestehende Druckbelege bei Upgrade


3.1.1. Verbrauchsdaten aus den Anlagefakten
Sie können im Customizing der Branchenkomponente Versorgungsindustrie definieren, wie die
Anlagefakten selektiert werden sollen. Wählen Sie dazu den Pfad Vertragsabrechnung
Abrechnungsdurchführung Aufbau der Verbrauchshistorie Findung der Anlagefakten definieren.
Geben Sie hier jeweils Kombinationen aus Betrags- und Mengenoperand an, die zu Einträgen in der
Tabelle Verbrauchshistorie führen sollen.
Anschließend können Sie den Aufbau der Verbrauchshistorie automatisiert durch Starten einer
Massenaktivität anstoßen, die Sie im Menü des IS-U-System unter Versorgungsindustrie
Abrechnung Abrechnungsdurchführung Aufbau Verbrauchshistorie Verbrauchshistorie aus
Anlagefakten finden. Sie können die Verarbeitung nach Anlagennummer parallelisieren.

3.1.2. Verbrauchsdaten aus alten Abrechnungsbelegen


(Belegeinzelzeilen)

Sie können im Customizing der Branchenkomponente Versorgungsindustrie definieren, wie die


Rechnungszeilen selektiert werden sollen. Wählen Sie dazu Vertragsabrechnung
Abrechnungsdurchführung Aufbau der Verbrauchshistorie Findung der Rechnungszeilen
definieren. Geben Sie hier die Kombinationen von Selektionskriterien an, die zu Einträgen in der
Tabelle Verbrauchshistorie führen sollen.
Anschließend können Sie den Aufbau der Verbrauchshistorie automatisiert durch Starten einer
Massenaktivität anstoßen, die Sie im Menü des IS-U-Systems unter Versorgungsindustrie
Abrechnung Abrechnungsdurchführung Aufbau Verbrauchshistorie Verbrauchshistorie aus
Rechnungszeilen finden. Sie können die Verarbeitung nach Belegnummer parallelisieren.

3.2. Vorgehen für bestehende Abrechnungsbelege bei


Migration
Die Auswertung nach Verbrauchsdaten erfolgt auf der Grundlage von Einträgen in der Tabelle
Verbrauchshistorie . Wenn bei den Auswertungen auch ältere Druckbelege Berücksichtigung finden
sollen, erzeugen Sie entsprechende DBERCHV-Sätze mithilfe des Migrationsobjekts CONSHIST.
Beachten Sie die Dokumentation des Migrationsobjekts CONSHIST.
Bei der Migration dieses Objekts werden keine Rechnungszeilen aufgebaut, es wird lediglich ein
„Rumpfbeleg“, bestehend aus Belegkopf (Tabelle ERCH) und Verbrauchshistorie (Tabelle DBERCHV)
aufgebaut. Folgende Felder müssen bei der Migration gefüllt werden, damit die BW-DataSource
daraus Verbräuche extrahieren kann:
ERCH:
ABRDATS

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ABRVORG
BEGABRPE
BELEGDAT
BUKRS
ENDABRPE
GPARTNER
HVORG
KOFIZ
NBILLREL
NOCANC
PORTION
SPARTE
VERTRAG
VKONT
DBERCHV:
AB
ARTMENGE
BIS
ERCHV_BW_REL
I_ABRMENGE
MASSBILL
NETTOBTR
OPERAND
SPARTE
STTARIF
TWAERS
VERTRAG
Bei der Migration nach SAP IS-U 4.63 müssen Sie außerdem das Feld PREISTYP in der Tabelle
DBERCHV füllen.

3.3. Vorgehen für neue Abrechnungsbelege


Damit neue Abrechnungsbelege einschließlich der Tabelle Verbrauchshistorie erzeugt werden,
müssen Sie in alle relevanten Tarife Tarifschritte zu den Varianten einfügen, die die Tabelle
Verbrauchshistorie fortschreiben. Wenn Sie die dynamische Periodensteuerung, Endabrechnung oder
gleitende Nachberechnung nutzen, achten Sie darauf, dass Sie als Belegzeilenart IANCHO (ERCHZ-
ERCHV-Ankerzeile) und als Steuerung für die Variante Stornierbar bei Rückrechnung angeben. Sie
können auch bestimmte Einträge der Tabelle Verbrauchshistorie von der Extraktion in das BW-System
ausnehmen, indem Sie in dem entsprechenden Schemaschritt das Kennzeichen Nicht BW-relevant
setzen.
Die entsprechenden Varianten, die Sie in alle relevanten Tarife einbauen müssen, sind folgende:
QUANTI23 (Verbrauch und Betrag in Verbrauchshistorie schreiben)
DEMAND23 (Leistung und Betrag in Verbrauchshistorie schreiben)

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LUMSUM22 (Betrag aus Pauschale in DBERCHV schreiben)


LUMSUM23 (Preisunabhängigen Betrag in die DBERCHV schreiben)
SETTLE22 (Betrag aus einem Mietpreis in die DBERCHV schreiben)

Beachten Sie auch die Dokumentation dieser Varianten. Diese können Sie sich anzeigen lassen,
indem Sie in der Liste der Varianten (Transaktion EA99) nach dieser Variante selektieren und dann in
die Informationen verzweigen.
Nachdem Sie die Änderungen an Ihren Tarifen durchgeführt haben, entsperren Sie noch die
Abrechnungsschemata, in denen Sie diese Tarife verwendet haben.
Sie können sich auch auf dieses Vorgehen beschränken, wenn Sie nicht viele Daten in Ihrem System
haben und (noch) kein Programm für den Aufbau der Tabelle Verbrauchshistorie schreiben wollen. In
diesem Fall führt das Extraktionsprogramm für die Verbrauchshistorie (siehe unten) bei
entsprechender Systemeinstellung für alle Verträge, die unter SAP IS-U 4.63 noch nicht abgerechnet
wurden, eine Abrechnungssimulation durch. Dabei wird die Verbrauchshistorie im Hauptspeicher
aufgebaut, aber nicht auf die Datenbank geschrieben. Sie müssen demnach mit erheblich höheren
Laufzeiten bei der Datenextraktion rechnen.

3.4. Verbrauchshistorie testen


Sie können die korrekte Übernahme der Verbrauchshistorie testen, indem Sie sich z. B. in der IS-U-
Kundenauskunft die historischen Werte anzeigen lassen.

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4. Einrichten des BW-Contents für die


Zielgruppenselektion
4.1. Einrichten der DataSourcen in OLTP
4.1.1. Einrichten der DataSourcen in SAP IS-U
4.1.1.1. DataSourcen übernehmen
Sie übernehmen die DataSourcen aus dem Business Content in das OLTP-Customizing vom BW
(Transaktion SBIW) über den Knoten Business Content Data Sources:
Anwendungskomponentenhierarchie übernehmen
Business Content DataSourcen übernehmen (mindestens DataSourcen der
Komponenten FI-CA, FI-CA-IO, 0IS_UC, 0IS_UC-IO sowie die DataSourcen
0CAM_CITYCODE_TEXT, 0CAM_STREETCODE_TEXT)
Lassen Sie sich die IS-U-DataSourcen, die in die BW-Zielgruppenselektion einfließen, mit Transaktion
RSO2 (Generische DataSource pflegen) anzeigen. Wählen Sie auf dem zweiten Bild die Drucktaste
Anzeigen Feldliste.
Stammdaten-DataSourcen
o 0UCCONTRACT_ATTR_2 (IS-U: Vertrag , zeitunabhängiger Teil)

o 0UCCONTRACTH_ATTR:2 (IS-U: Vertrag, zeitabhängiger Teil)

o 0UCINSTALLA_ATTR_2 (IS-U: Anlage , zeitunabhängiger Teil)

o 0UCINSTALLAH_ATTR_2 (IS-U: Anlage, zeitabhängiger Teil)

o 0UCPREMISE_ATTR_2 (IS-U: Verbrauchsstelle)

o 0UC_CONNOBJ_ATTR_2 (IS-U: Anschlussobjekt, mit Serviceadresse)

o 0CACONT_ACC_ATTR_2 (FI-CA: Vertragskonto , partnerunabhängier Teil)

o 0FC_ACCNTBP_ATTR_2 (FI-CA: Vertragskonto, partnerabhängiger Teil)

o 0UC_ACCNTBP_ATTR_2 (IS-U: Vertragskonto, partnerabhängig)

o 0UCBU_PART_ATTR_3 (IS-U: Geschäftspartner)

Bewegungsdaten-DataSource
0UC_ISU_CONSUMPT_02 (IS-U historische Verbräuche (Delta durch
Massenaktivität)

4.1.1.2. DataSourcen erweitern


Lassen Sie sich oben die aufgeführten Stammdaten-DataSourcen, die in die BW-Zielgruppenselektion
einfließen, mit der Transaktion Generische DataSource pflegen (Transaktions-Code RSO2) über die
Drucktaste Anzeigen Feldliste anzeigen.
Analysieren Sie, welche Kriterien Sie zur Zielgruppenselektion benötigen. Falls Sie ein
ausgeblendetes Feld benötigen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder steht das Feld für die Extraktion
nicht zur Verfügung oder Sie können es durch Erweiterung der DataSource für die Extraktion
verfügbar machen. Im zweiten Fall erweitern Sie die DataSource wie folgt über das OLTP-
Customizing des BW-Systems (Transaktion SBIW):

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Wählen Sie den Customizing-Pfad Nachbearbeitung von DataSources DataSources bearbeiten.


Geben Sie die betreffende Anwendungskomponente an. Markieren Sie DataSource und wählen Sie
Ändern. Setzen Sie das Kennzeichen Selektion für das gewünschte Feld und sichern Sie.

4.1.1.3. Spezielles Customizing zur Verbrauchsextraktion

Achtung
Es ist wichtig, dass Sie die in diesem Abschnitt beschriebenen Einstellungen vor dem
ersten produktiven Ladevorgang vornehmen.
Sie können Einstellungen vornehmen, die das Verhalten der Datenextraktion zur DataSource
0UC_ISU_CONSUMPT_02 (IS-U: historische Verbräuche, Delta durch Massenaktivität) beeinflussen.
Sie können die Art der Verbrauchsextraktion im Customizing des BW-Systems (Transaktion SBIW)
unter Einstellungen für anwendungsspezifische DataSources Versorgungsindustrie Marketing
Einstellungen für die Extraktion marketingrelevanter Daten festlegen. Hier legen Sie fest, ob Sie die
Verbrauchshistorie in das BW-System extrahieren wollen und, wenn ja, ob Sie nur abgerechnete oder
auch hochgerechnete Verbräuche extrahieren wollen. Standardmäßig ist letzteres eingestellt, wobei
eine Abrechnungssimulation durch den Extraktor genau dann gestartet wird, wenn noch kein
Abrechnungsbeleg zu einem Vertrag existiert.
Über die Angabe eines Stichtags für die Extraktion der Leistungshistorie können Sie sicherstellen,
dass pro Monat immer nur ein Leistungswert pro Vertrag in das BW-System extrahiert wird, nämlich
derjenige, dessen Zeitscheibe den angegebenen Stichtag überdeckt.
Da nicht alle Arten von Abrechnungsmengen einen Preisbezug haben, ist es sinnvoll, auch Daten der
Verbrauchshistorie ohne Preisbezug zu selektieren. Dies müssen Sie jedoch gesondert aktivieren. Um
dies zu erreichen: Kennzeichnen Sie die Schemaschritte, die lediglich Infozeilen in der
Verbrauchshistorie erzeugen, als Nicht BW-relevant.
Schließlich können Sie ein Startdatum für die BW-Extraktion angeben, um die Selektion der
Verbrauchshistorie auf den Zeitraum einzuschränken, für den Verbrauchswerte im BW-System
benötigt werden. Dadurch wird die Performance der BW-Extraktion verbessert.
Außerdem können Sie eine Einschränkung treffen, zu welchen Verträgen Verbräuche in das BW-
System extrahiert werden sollen. Dafür steht Ihnen das Business-Add-In (BAdI)
ISU_BW_CHCONTRACTS zur Verfügung. Dies ist sinnvoll, wenn nicht alle Verträge für das
Kampagnenmanagement relevant sind. Sie können dadurch die Laufzeit des Extraktors verbessern
und die Datenmenge im BW-System reduzieren.
Der Ausschluss der nicht benötigten Verträge erfolgt innerhalb der BadI-Methode
REDUCECONTRACTS auf zwei Wegen:

1. Die interne Tabelle TH_CONTRACTS enthält beim Aufruf der BAdI-Methode keine
Einträge. In diesem Fall füllen Sie diese Tabelle mit genau den Verträgen, für die Sie
Verbrauchsdaten extrahieren wollen. Anschließend legt das Extraktionsprogramm nur für
diese Verträge Hochrechnungsindizes an. Diese Logik ist von Vorteil für die
Performance, wenn Sie nur für einen kleinen Teil aller Verträge Verbrauchswerte
extrahieren wollen.

2. Die interne Tabelle TH_CONTRACTS enthält beim Aufruf der BAdI-Methode Einträge. In
diesem Fall hat das Extraktionsprogramm bereits zuvor für alle Verträge
Hochrechnungsindizes angelegt. Sie entfernen aus der Tabelle diejenigen Verträge, für
die Sie keine Verbrauchsdaten extrahieren wollen. Diese Logik ist von Vorteil, wenn Sie
für fast alle Verträge Verbrauchswerte extrahieren wollen, also nur einen kleinen Teil der
Verträge von der weiteren Verarbeitung ausschließen wollen. Das Extraktionsprogramm
entscheidet anhand von unterschiedlichen Aufrufstellen selbst, im Sinne welcher der
beiden Logiken der Aufruf der BAdI-Methode zu interpretieren ist.

Achtung
Die Extraktion von hochgerechneten Verbräuchen, falls erforderlich, auf der Basis einer
Abrechnungssimulation, hat den Vorteil, dass in BW, bezogen auf einen bestimmten

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Betrachtungszeitraum, immer alle abrechnungsfähigen Verträge mit Verbräuchen


bewertet sind. Dies erleichtert die Selektion nach dem aktuellen Jahresverbrauch
wesentlich. Bei großen Installationen kann sich dieses Verfahren jedoch als
laufzeitkritisch erweisen.

4.1.2. Einrichten der DataSourcen in SAP CRM


Sie übernehmen die DataSources aus dem Business Content im Customizing des BW-Systems
(Transaktion SBIW) über den Knoten Business Content Data Sources:
Anwendungskomponentenhierarchie übernehmen
Business Content DataSourcen übernehmen (mindestens DataSources der Komponenten
0CRM, 0CRM-IO, 0CRM_MKT_IO, 0CA_PR-IO, 0CA_BP-IO)
Stammdaten-DataSourcen und Text-DataSourcen

0BPARTNER_ATTR (Geschäftspartner: Zentrale Daten)

0BPARTNER_TEXT (Geschäftspartner: Texte)

0PRODUCT_ATTR (Produkt: Allgemeine Daten)

0PRODUCT_TEXT (Produkt: Texte)

0CRM_PRODUCT_ATTR (Produkt: CRM-Daten)

0COM_PROD_TYPE_TEXT (Produkttyp: Texte)

0CRM_MKTELM5_ATTR (Attribute eines Marketingelements)

0CRM_MKTELM_TEXT (Marketingelement: Texte)

0CRM_MKGUID_ATTR (Marketingelement: GUID und externe ID)

0CRM_OBJECT_FAMILY_TEXT (CRM-Objektfamilie)

0CRM_PROD_IDCMP_TEXT (CRM-Produkt: geklammerte Produkt-ID)


Wenn Sie Marketingmerkmale zu Ihren Geschäftspartnern gepflegt haben und auswerten wollen,
können Sie diese in das BW-System extrahieren. Die zugehörigen DataSourcen generieren Sie im
Customizing des CRM-Systems (Transaktion SPRO) unter Einstellungen für SAP Business
Information Warehouse DataSources für die Merkmalswerte in Profilen generieren.

4.2. Einrichten des Business Contents in SAP BW


Die Übernahme des Business Contents in das BW-System und dessen Aktivierung nehmen Sie
mit der Transaktion RSOR vor.
Aktivieren Sie den Business Content zu den Rollen SAP_BW_ISU_MARKETING_ANALYSIS und
SAP_BW_CAMPAIGN_MANAGEMENT (jeweils mit Datenfluss davor beim Sammeln der
Objekte).
Übernehmen und aktivieren Sie die InfoCubes 0UCMA_C01 und 0UCMA_C02 aus dem Business
Content (jeweils mit Datenfluss davor beim Sammeln der Objekte).
Erst mit BI 7.04: Übernehmen und aktivieren Sie die Prozesskette 0UCMA_PC01 aus dem
Content (mit erforderlichen Objekten).
Als Quellsysteme geben Sie jeweils das IS-U- und das CRM-System an, die angeschlossen sind.
Weisen Sie der InfoSource 0CRM_MKTELM die DataSources 0CRM_MKTELM5_ATTR und
0CRM_MKTELM_TEXT und der InfoSource 0CRM_MKGUID die DataSource
0CRM_MKGUID_ATTR manuell zu, falls das System dies nicht automatisch getan hat. Aktivieren
Sie die Übertragungsregeln nach dem Vorschlag des Systems.

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Wegen der zu erwartenden langen Laufzeiten sollten Sie die Übernahme im Hintergrund durchführen.
Anschließend kontrollieren Sie das Aktivierungsprotokoll.

Hinweis:
Beim Sammeln der Prozesskette muss das System die in der Kette aufgeführten von
SAP augelieferten Muster-Info-Packages mitsammeln. Überprüfen Sie dies, indem Sie
sich nach dem Sammeln die hierarchisch unter der Prozesskette liegenden Objekte
anzeigen lassen.
Da Sie die DataSource 0UC_ISU_CONSUMPT_02 (IS-U historische Verbräuche: Delta
durch Massenaktivität) verwenden, müssen Sie eine eigene Prozesskette mit der
Prozesskette 0UCMA_PC01 als Vorlage erstellen. Darin müssen Sie die Prozesse, die
auf die DataSource 0UC_ISU_CONSUMPTION verweisen, entsprechend austauschen.
Das Anlegen einer Prozesskette nach einem Muster ist relativ einfach: Innerhalb der
Bearbeitung der Kette, die als Vorlage dienen soll, geben Sie den der OK-Code COPY
ein.
Es empfiehlt sich, weitere Prozessketten für den Delta-Upload der Stammdaten und den
Delta-Upload der Bewegungsdaten anzulegen. Dazu können Sie z. B. nach erfolgreicher
Initialisierung der Delta-Übertragung die Muster-Info-Packages von SAP kopieren und für
die Delta-Übertragung einstellen.

Falls Sie Marketingmerkmale in das BW-System extrahiert haben, können Sie sich die Metaobjekte im
BI-Customizing über Business Intelligence BI Erweiterungen Generierung von Metadaten für
DataSources generieren lassen.

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4.3. Daten aus dem OLTP- in das BW-System laden


Achtung
Stellen Sie vor dem erstmaligen Laden von Stammdaten aus OLTP in das BW-System
sicher, dass die Änderungszeiger sowohl im IS-U- als auch im CRM-System generell
aktiviert sind. Diese Angabe finden Sie im Customizing des IS-U-Systems unter Basis
Application Link Enabling (ALE) Geschäftsprozesse modellieren und implementieren
Verteilung von Stammdaten konfigurieren Replikation von geänderten Daten
einrichten Änderungszeiger generell aktivieren und im Customizing des CRM-
Systems unter Basis Verteilung (ALE) Geschäftsprozesse modellieren und
implementieren Verteilung von Stammdaten konfigurieren Replikation von
geänderten Daten einrichten Änderungszeiger generell aktivieren. Die
Änderungszeiger müssen permanent aktiviert bleiben. Eine versehentliche Deaktivierung
führt zum Verlust des nachfolgend entstehenden Stammdaten-Deltas und macht in der
Regel eine erneute Initialisierung der Delta-Übertragung für alle Stammdaten-
DataSourcen erforderlich.
Sofern nichts anderes angegeben ist, gelten die nachfolgenden Hinweise gleichermaßen für die
folgenden Datenübertragungen:
kompletter Upload

Übertragung des Deltas

Initialisierung des Deltas

Hinweis
Bei großen Installationen empfehlen wir Ihnen dringend, auf einen kompletten Upload zu
verzichten und nur Delta-Initialisierung und Delta-Übertragung zu verwenden.
Verwenden Sie stets die Fortschreibung in die PSA.

4.3.1. Reihenfolge beim Laden


Stellen Sie sicher, dass in CRM die RFC-Verbindung und das Zielsystem für die BW-Fortschreibung
der Marketingprojekte definiert sind. Stellen Sie ebenfalls sicher, dass in CRM die BW-Fortschreibung
für Marketingprojekte aktiviert ist. Diese Angaben finden Sie im Customizing des CRM-Systems unter
Customer Relationship Management Marketing Marketingplanung und
Kampagnenmanagement Systemlandschaft. Dadurch ist sicher gestellt, dass beim Sichern im
Marketing Planner die Schlüssel und Hierarchien der Marketingprojekte online in das BW übertragen
werden.
Führen Sie die Uploads bezüglich der DataSourcen aus den Abschnitten 4.1.1 und 4.1.2 in
folgender Reihenfolge durch:
a) CRM-Stammdaten-DataSource mit den Attributen des Marketingplans
(0CRM_MKTELM5_ATTR)
Diese DataSource müssen Sie dem InfoObject 0CRM_MKTELM manuell zuweisen.
b) CRM-Stammdaten-DataSource für die Zuordnung zwischen GUID und externer ID
des CRM-Marketingelements (0CRM_MKGUID_ATTR) Diese DataSource wird bei
der Übernahme des Business Contents dem InfoObject 0CRM_MKGUID zugewiesen.
c) CRM-Text-DataSourcen wie unter 4.1.2 angegeben.
d) Stammdaten-DataSourcen für das (CRM-)Produkt:
0PRODUCT_ATTR und 0CRM_PRODUCT_ATTR, die flexibel über die
InfoSource 0PRODUCT_GENERAL_ATTR und 0CRM_PRODUCT_ATTR in
das InfoObject 0CRM_PROD fortschreiben

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

e) Wenn Sie die DataSource 0UC_ISU_CONSUMPT_02 für die historischen


Verbräuche verwenden, starten Sie in SAP IS-U nun die Massenaktivität (Transaktion
EBW_DQ_CS), die die Verbräuche in die BW-Delta-Queue schreibt. Nähere Details
hierzu finden Sie im Abschnitt 4.3.2.
f) Starten Sie Ihre Prozesskette (die Kette 0UCMA_PC01 aus dem Content oder aber
Ihre Kopie, siehe 4.2) mit der Transaktion RSPC. Diese Kette lädt die Stammdaten
und Bewegungsdaten aus SAP IS-U wie in Abschnitt 4.1.1 angegeben in die PSA und
schreibt sie von dort in die InfoProvider bzw. Datenziele fort. Auch das Laden und
Fortschreiben der Geschäftspartnerdaten aus SAP CRM ist in der Kette inbegriffen.

Laden und Fortschreiben der Geschäftspartnerdaten aus SAP CRM :


die DataSource 0BPARTNER_ATTR, die flexibel über die InfoSource
0BPARTNER_ATTR in das InfoObject 0BPARTNER fortschreibt

Bei der Initialisierung des Deltas können Sie innerhalb einer InfoSource nach
Nummernintervallen des jeweiligen Stammdatenschlüsselfelds parallelisieren. Die dazu
benötigten InfoPackages können Sie in einer Prozesskette als parallele Verzweigungen
verwenden.

4.3.2. Laden der historischen Verbräuche aus SAP IS-U


Die DataSource 0UC_ISU_CONSUMPT_02 besitzt gegenüber der
0UC_ISU_CONSUMPTION den Vorteil, dass die Datenselektion in SAP IS-U mithilfe einer
Massenaktivität parallelisiert werden kann.
Sie bauen die Hochrechnungsindizes bei diesem Verfahren vor der Datenextraktion über die
Wahl des Menüpfads Versorgungsindustrie Informationssystem Business Information
Warehouse (BW) Massenverarbeitung Indizes für historische Verbräuche vorbereiten
aus dem IS-U-Menü heraus auf.
Bei der Initialisierung der DataSource werden keine Daten übertragen. Daher ist das
Extraktionsdatum auch nicht für die Selektion im Scheduler des BW-Systems vorgesehen.
Bei jedem Delta-Upload wird das Extraktionsdatum dann automatisch auf das Systemdatum
gesetzt. (Zur Bedeutung des Extraktionsdatums siehe oben.)
Ein solcher Delta-Upload erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird das Delta mithilfe einer
Massenaktivität in die Delta-Queue übertragen. Sie finden diese im IS-U-Menü unter
Versorgungsindustrie Informationssystem Business Information Warehouse (BW)
Massenverarbeitung Historische Verbräuche in Delta-Queue fortschreiben. Dabei können
Sie die Verarbeitung nach Vertragsnummern parallelisieren. Sie können das Ergebnis
dieser Massenaktivität unter dem Menüpfad Rechnungswesen Finanzwesen
Vertragskontokorrent Period. Arbeiten Administration Massenverarbeitung
Erweitertes Nachrichten-Management Überwachung von Massenläufen analysieren.
Geben Sie als Transaktionscode EBW_DQ_CS an und selektieren Sie nach noch nicht
vorbereiteten Jobs und vorbereiteten Jobs.
In einem zweiten Schritt wird der Delta-Upload aus dem BW-System heraus angestoßen.
Weitere Details zu dieser DataSource finden Sie in der Dokumentation des Business
Content in SAP BW entnehmen.

4.3.3. Hinweise zur Fehlerbehebung und -vermeidung


Bei der Extraktion der marketingrelevanten Daten in das BW sind folgende spezielle Hinweise
besonders zu beachten:
Es können Bewegungsdaten nur zu denjenigen Verträgen geladen werden, die bereits unter
Einbeziehung des Variantenprogramms QUANTI23 abgerechnet wurden oder aber zumindest
abrechnungsfähig sind. Wenn Sie zu einem Teil Ihrer Verträge Bewegungsdaten im BW-
System vermissen, überprüfen Sie diese Verträge zunächst anhand einer Simulation auf

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Abrechnungsfähigkeit. Wählen Sie im IS-U-Menü Versorgungsindustrie Abrechnung


Abrechnungsdurchführung Einzelverarbeitung Abrechnungsanalyse. Starten Sie eine
Simulation über den Zeitraum vom Einzugsdatum des Vertrags bis zum Extraktionsdatum
minus einem Tag und schauen Sie sich das Protokoll an.

Wenn während der Datenextraktion im OLTP-System weiter Stammdaten angelegt werden,


kommt der Reihenfolge der Stammdaten-Uploads bei Schritt 3 (Stammdaten-DataSourcen
aus SAP IS-U) eine erhöhte Bedeutung zu, um eine gute Datenqualität zu erzielen. Die
Prozesskette 0UCMA_PC01 optimiert diese Reihenfolge. Beachten Sie bei den von Ihnen
erstellten Prozessketten ebenfalls diese Reihenfolge.
Gehen Sie, wenn beim Upload zur DataSource 0UC_ISU_CONSUMPT_02 die Verbuchung in
die Persistent Staging Area (PSA) oder das Update-Programm für den InfoCube wegen
fehlender Stammdaten abbricht, wie folgt vor:

a) Führen Sie zumindest für folgende Stammdaten-DataSources eine weitere Delta-


Übertragung durch:
- 0FC_ACCNTBP_ATTR_2
- 0UC_ACCNTBP_ATTR_2
- 0UCBU_PART_ATTR_3
- 0UCPREMISE_ATTR_2

- 0UC_CONNOBJ_ATTR_2

b) Starten Sie die Extraktion der historischen Verbräuche erneut bzw. wiederholen Sie
die Fortschreibung in den InfoCube.

Wenn nachträglich ein Attribut zu einem Stammdaten-InfoObject hinzugefügt werden soll,


müssen Sie das Delta zum zugehörigen InfoPackage initialisieren.

Bei der Pflege der Übertragungsregeln zur InfoSource der historischen Verbräuche empfehlen
wir Ihnen, von vornherein alle in der Transferstruktur angebotenen Felder zu übernehmen. So
vermeiden Sie, dass nachträglich ein Attribut hinzugefügt werden muss.

Bei der Verbuchung der Stammdaten werden die Werte von Attributen, die ihrerseits
Stammdaten enthalten, auf ihre Existenz in den Stammdatentabellen geprüft (z. B.
0CITY_CODE, 0STREET_COD, 0POSTCD_GIS, 0COMP_CODE, 0DIVISION,
0CRM_MKTELM, 0CRM_PROD). Weitere Konsistenzprüfungen beziehen sich auf die
Zulässigkeit von Sonderzeichen in Schlüsselfeldern (bei externer Nummernvergabe im OLTP-
System) und auf Stammdaten mit zeitabhängigen Attributen (Zeitscheiben dürfen sich nicht
überlappen). Es empfiehlt sich daher, Stammdaten zunächst nur in die PSA zu laden, dort die
fehlerhaften Sätze nachzubearbeiten und anschließend die Weiterverbuchung in die
Stammdatentabellen manuell zu starten.
Wir empfehlen Ihnen, bei der Fortschreibung der Bewegungsdaten der historischen
Verbräuche (DataSource 0UC_ISU_CONSUMPT_02) die Option Daten nicht verbuchen,
sobald für ein Merkmal keine Stammdaten existieren zu wählen. Beachten Sie in diesem
Zusammenhang aber auch den nachfolgenden Hinweis zur Fehlerbehandlung.

Beim Laden der Daten gibt es weiterhin folgende häufige Fehlerquellen:


Nach einem Delta-Upload zu Stammdaten-DataSources müssen die Stammdaten aktiviert
werden. Wenn Sie eine Prozesskette nach dem Muster der 0UCMA_PC01 verwenden, erfolgt
dies automatisch im Rahmen der Attributsänderungsläufe zu den verschiedenen
Stammdatenmerkmalen.
Hat ein PSA-Request beim Laden von Bewegungsdaten in einen InfoCube den Status fehlerhaft
erhalten, so muss der Status in Administrieren Datenziele auf grün gesetzt werden, bevor die
Daten nachfolgender erfolgreicher Requests ausgewertet werden können.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

4.3.3.1. Besonderheiten der Extraktion marketingrelevanter Daten


Die Geschäftspartnerattribute sollten immer aus dem CRM-System geladen werden
Die Branchentexte müssen aus dem CRM-System geladen werden (mit DataSource
0IND_SECTOR_TEXT)
Orts- und Straßen-Codes sollten aus dem IS-U-System geladen werden (mit den DataSource
0CAM_CITYCODE_TEXT und 0CAM_STREETCODE_TEXT)

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

4.4. InfoCube-Daten für CRM-Zielgruppenselektion


verfügbar machen
4.4.1.1. Marketing auf der Basis von individuellen Objekten
Häufig genügt es im Marketing nicht, nur die Daten der Geschäftspartner zur Verfügung zu haben, die
im Rahmen einer Kampagne adressiert werden sollen. Vielmehr ist es wichtig zu wissen, auf welche
Anschlussobjekte und Zählpunkte sich die Werbung für ein Produkt bezieht. Anschlussobjekte und
Zählpunkte sind in SAP CRM als individuelle Objekte abgebildet, die die Installationskomponenten
einer IBase darstellen. Die Information über die individuellen Objekte wird im Wesentlichen für zwei
verschiedene Zwecke bzw. Zeitpunkte benötigt:
Segmentierung:
Kriterien, die sich auf unterschiedliche Attribute desselben oder sogar verschiedener individueller
Objekte beziehen, sollen so miteinander kombiniert werden, dass ein Geschäftspartner nur dann einer
Zielgruppe zugeordnet wird, wenn alle diese Kriterien erfüllt sind.

Beispiel
Im Rahmen einer Gasversorgungskampagne sollen alle Geschäftspartner ermittelt
werden, die eine Verbrauchsstelle mit Nachtspeicherheizung in einem bestimmten
Ortsteil von Berlin besitzen. Eine rein geschäftspartnerorientierte Zielgruppenselektion
würde hier nicht zum Ziel führen, da sie die Geschäftspartner getrennt nach den
verschiedenen Selektionskriterien ermitteln und anschließend die Schnittmenge bilden
würde. So würden auch Geschäftspartner mit einer Verbrauchsstelle in dem betreffenden
Ortsteil und einer anderen Verbrauchsstelle mit Nachtspeicherheizung an irgendeinem
anderen, nicht mit Gas belieferten Ort in die Zielgruppe einfließen.
Das Beispiel zeigt, dass es notwendig ist, zunächst die individuellen Objekte selektieren zu
können, die alle Kriterien erfüllen, und anschließend die zugehörigen Geschäftspartner.
Kampagnenausführung:
In dem Marketinganschreiben an den Geschäftspartner sollen Anschlussobjekt und Zählpunkt(e)
aufgeführt werden – vielleicht mit weiteren abhängigen Informationen wie z. B. aktuellem Tariftyp – auf
die sich die Produktwerbung bezieht, nicht aber alle anderen Anschlussobjekte und Zählpunkte des
Geschäftspartners. Dazu muss die Information über die selektierten individuellen Objekte aus der
Segmentierung an die Kampagnenausführung weitergereicht werden.
Zu SAP CRM 4.0 wurden die Möglichkeiten des Kampagnenmanagements an den erforderlichen
Stellen dahingehend erweitert, dass die beschriebenen Funktionen der Segmentierung und
Kampagnenausführung abgedeckt sind.
Dazu müssen die Informationen über die Geschäftspartner und deren individuelle Objekte aus dem
BW- in das CRM-System retrahiert werden.

4.4.1.2. Retraktion von SAP BW nach SAP CRM mithilfe des


Analyseprozessdesigners (APD) und eines Analytical Data Storage (ADS)
Wenn in SAP CRM eine Kampagne aufgesetzt werden soll und dafür Daten aus SAP BW benötigt
werden, gehen Sie wie folgt vor:
1. Stellen Sie sicher, dass im BW-System das Merkmal 0BP_GUID als Navigationsattribut
des Stammdatenmerkmals 0BPARTNER gesetzt ist. Wenn Sie hier eine Änderung
vornehmen und aktivieren, kann dies, wenn diese Daten enthalten sind, zu einer
Umsetzung der zugehörigen Attribute-SID-Tabellen führen. Falls Sie diese Umsetzung
vermeiden möchten, beachten Sie untenstehenden Hinweis.
2. Stellen Sie sicher, dass im BW das Merkmal 0BPARTNER__0BP_GUID als
Navigationsattribut des InfoCubes 0UCMA_C01 gesetzt ist. Wenn Sie hier eine Änderung
vornehmen und aktivieren, kann dies, wenn der InfoCube Daten enthält, zu einer

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Umsetzung führen. Falls Sie eine Umsetzung vermeiden möchten, beachten Sie
untenstehenden Hinweis.
3. Überlegen Sie sich, welche BW-Merkmale und –Kennzahlen dem Segment Builder im
CRM für die Zielgruppenselektion zur Verfügung stehen sollen. Es stehen die Merkmale,
Kennzahlen und Navigationsattribute des InfoCubes 0UCMA_C01 zur Verfügung.
4. Legen Sie mithilfe der Easy Enhancement Workbench (EEW) in SAP CRM (Transaktion
EEWB) ein ADS an. Legen Sie ein Projekt an und eine Erweiterung vom
Erweiterungstypen ADS zum Objekttypen INDIVIDUAL_OBJECT an. Wählen Sie
innerhalb des Wizards das angeschlossene BW-System aus und fügen Sie zu der Liste
von InfoObjects die für die Zielgruppenselektion gewünschten InfoObjects hinzu. Die
InfoObjects für die Geschäftspartner-GUID (0BP_GUID), die GUID des individuellen
Objekts (0CRM_PROD) und die Verknüpfung zwischen beiden (0BUS_FUNC) sind
obligatorisch, da sie den Schlüssel des ADS bestimmen, und werden vom System stets
vorgeblendet. Stellen Sie die Erweiterung fertig und lassen sich in der EEW die vom
System erzeugten transparenten Tabellen anzeigen. Es handelt sich um zwei Tabellen
der gleichen, durch die Liste von InfoObjects vorgegebenen Struktur. Eine von beiden
fungiert als Schattentabelle.
5. Legen Sie mithilfe des APD in SAP BW (Transaktion RSANWB) einen Analyseprozess
zum Füllen des ADS an. Wählen Sie als Datenquelle „Daten aus InfoProvider lesen“ und
geben Sie als InfoProvider den InfoCube 0UCMA_C01 für die Zielgruppenselektion an.
Wählen Sie die Felder entsprechend der InfoObjects aus, die Sie bei der Definition des
ADS in SAP CRM angegeben haben. Die InfoObjects 0BPARTNER__0BP_GUID und
0UCINSTALLA müssen Sie auf jeden Fall auswählen. Wählen Sie als weitere
Datenquelle vom Typ „Daten aus InfoProvider lesen“ das InfoSet 0UCC_IS04 (Zählpunkt
(SAP CRM) zu Anlage (SAP IS-U) lesen) und definieren Sie eine Transformation vom
Typ „Daten aus mehreren Datenquellen zusammenführen (Join)“ zwischen den beiden
InfoProvidern über die Anlagennummer. Sichern Sie den Analyseprozess.
6. Um den Schlüssel des ADS in SAP CRM in Bezug auf die Selektion von Datensätzen
durch den Analyseprozess eindeutig zu machen, müssen Sie die Daten des InfoCubes
aggregieren. Definieren Sie dazu geeignete Filterbedingungen mittels einer
Transformation vom Typ „Datenmenge einschränken“:
a) Schränken Sie das „Gültig bis“-Datumsfeld der Anlage auf den Wert 31.12.9999
ein (jüngste Zeitscheibe).
b) Schränken Sie das „Gültig bis“-Datumsfeld des IS-U-Zählpunkts (InfoObject
0UC_POD) ebenfalls auf den Wert 31.12.9999 ein (jüngste Zeitscheibe).
c) Schränken Sie den selektierten Verbrauchszeitraum z. B. über das Kalenderjahr
ein (0CALYEAR).
d) Wenn es mehrere Verträge zu einem Zählpunkt geben kann, Sie aber die
Zielgruppenselektion nach bestimmten Attributen von Verträgen oder Anlagen
durchführen wollen, schränken Sie z. B. den Buchungskreis des Vertrags auf
einen geeigneten Wert ein.
e) Nehmen Sie, falls erforderlich, eine Transformation vom Typ „Daten aggregieren“
vor, um ein eineindeutiges Mapping zwischen Datenquelle und Datenziel zu
ermöglichen, und sichern Sie den Analyseprozess.
7. Wählen Sie als Datenziel „CRM-Attribute aktualisieren“ und geben Sie nach Auswahl
des CRM-Systems als logischem System das Datenziel „Ablage für analytische Daten“
und als Unterobjekt den Namen des ADS an. Definieren Sie feldweise das Mapping
zwischen Datenquelle und Datenziel. Das InfoObject 0BUS_FUNC (SAP-GP:
Betriebswirtschaftliche Funktion) hat keine Entsprechung im InfoCube, muss aber
versorgt werden. Belegen Sie es mit einer Konstante.
8. Führen Sie den Analyseprozess im APD aus und lassen Sie sich das Protokoll anzeigen.
Die im Schritt 2 definierten Tabellen in SAP CRM müssen nun mit den Daten des
InfoProviders gefüllt sein.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Hinweis:
a) Wenn Sie die oben angesprochene Umsetzung vermeiden wollen, können Sie
den Analyseprozess auch als einen Join zwischen dem InfoCube 0UCMA_C01
und den beiden Stammdatenmerkmalen 0BPARTNER und 0UC_CONNOBJ
definieren. Letztere können Sie angeben, wenn Sie als Datenquelle „Merkmale
eines Attributs lesen“ auswählen. Die obligatorischen InfoObjects 0BP_GUID und
0CRM_PROD können Sie dann als Attribute der gejointen
Stammdatenmerkmale auswählen.
b) Die Datenquelle „Daten aus InfoProvider lesen“ ist für die Verarbeitung von
Massendaten optimiert. Daher sollten Sie anstelle von „Daten über Query lesen“
immer diese wählen, wenn Sie die Daten eines InfoCubes für einen
Analyseprozess benötigen.
c) Komplexere Einschränkungen des Verbrauchszeitraums wie z. B. „Letzte 12
Monate ohne aktuellen Monat“ lassen sich nur mit einer Transformation vom Typ
„Routine“ (ABAP-Coding) realisieren.

4.5. Performance und Tuning in SAP BW


4.5.1. Laden von Stammdaten
Beim Initial-Load müssen Sie die Nummernkreispufferung für die Stammdaten-ID-(SID)-
Tabellen folgender InfoObjects einschalten (weitere Informationen zu diesem Vorgehen finden
Sie über den SAP Service Marktplatz http://service.sap.com):
o 0BPARTNER
o 0UCBU_PART
o 0FC_ACCNTBP
o 0CACONT_ACC
o 0UCCONTRACT
o 0UCINSTALLA
o 0UCPREMISE
o 0UC_CONNOBJ
Beim Aktivieren der Stammdaten nach dem Delta-Upload müssen Aggregate zum InfoCube
neu aufgebaut werden. Es sollte daher so weit wie möglich auf Aggregate zum Info-Cube der
Zielgruppenselektion verzichtet werden. Das Datenmodell ist auf eine optimierte Performance
auch ohne Verwendung von Aggregaten ausgerichtet.
Die Stammdaten sollten immer vor den Bewegungsdaten geladen werden.

4.5.2. Laden von Bewegungsdaten


Ein parallelisiertes Beladen des InfoCubes ist durch Partitionierung nach Kalenderjahr/Monat
(Zeitmerkmal 0CALMONTH) oder Aufbau eines MultiCubes möglich, wobei jeder InfoCube des
MultiCubes nur die Daten eines Jahres enthält.
Die Paketgröße in Tabelle ROIDOCPRMS vom BW sollten Sie groß genug einstellen (zwischen 20000
KB und 50000 KB), damit beim Laden in die PSA voraggregiert werden kann. Der Wert kann auch für
die DataSource 0UC_ISU_CONSUMPTION im Scheduler über den Menüpunkt Scheduler Data S.
Voreinstellung Datenübertragung abweichend gepflegt werden. (Durch Abrechnungen können
identische Sätze zum selben Schlüssel beim selben Upload kommen, die beim Laden in die PSA
voraggregiert werden können.)
Folgende Hinweise gelten sowohl für Initial-Load als auch für Delta-Load:

Löschen Sie die Sekundärindizes zur Faktentabelle vor dem Load und bauen Sie sie
anschließend neu auf.

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Aktivieren Sie die Nummernkreispufferung für die Dimensionstabellen. Eine detaillierte


Beschreibung finden Sie im Dokument ASAP Performance Tuning unter der Internetadresse
http://service.sap.com/bw Performance.

4.5.3. Queries
Kontrollieren Sie im Query-Monitor (Transaktion RSRT) den Lesemodus der Query. Er sollte
so eingestellt sein, dass jeweils nur die in einem Navigationsschritt benötigten Daten des
QueryCubes gelesen werden:

Zu den Attribute-SID-Tabellen sollten Sie - wenn es sinnvoll ist - Sekundärindizes anlegen.


Die Indizes sollten alle Attribute-SIDs enthalten, die Reihenfolge der Indexfelder können Sie
frei wählen. Besonders sinnvoll ist dies, wenn das erste Indexfeld ein Navigationsattribut ist,
nach dem häufig in der Query selektiert wird und das viele verschiedene Werte annehmen
kann.

Beispiel
Die Ortsdatei enthält viele verschiedene Werte und die Zielgruppenselektion erfolgt in
der Regel nach dem Ort. Dann kann der Sekundärindex zur Attribute-SID-Tabelle des
InfoObjects 0UC_CONNOBJ (IS-U: Anschlussobjekt und Serviceadresse) wie folgt
angelegt werden:

Sie sollten häufiger Komprimierungsläufe zum InfoCube 0UCMA_C01 starten, da


verschiedene Requests Datensätze zu demselben Schlüssel enthalten können.

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Beispiel
Ein Verbrauchsmonat zu einem bestimmten Vertrag ist
o beim Initial-Load hochgerechnet
o beim ersten Delta-Load abgerechnet
o beim zweiten Delta-Load storniert und wieder hochgerechnet
o beim dritten Delta-Load erneut abgerechnet
Wenn nun der Komprimierungslauf gestartet wird, werden die vier Einträge in der
Faktentabelle zu einem verdichtet.

22
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5. Arbeiten mit dem CRM-Segment-Builder


5.1. Einrichten des Segment Builders für die
Zielgruppenselektion
5.1.1. Selektionsattributlisten definieren
Das Anlegen von Selektionsattributlisten mit Datenquellen aus dem BW sollte dem Data-Warehouse-
Administrator vorbehalten sein.
Selektionsattributlisten sind Listen von Selektionskriterien, die zur Modellierung von Profilen
verwendet werden. Dabei sind die verschiedenen Selektionskriterien einer Selektionsattributliste durch
eine logische „Und“-Beziehung miteinander verknüpft. Zu solchen Profilen können Sie im Segment
Builder Zielgruppen anlegen. Sie können auch Profile im Sinne einer logischen „Oder“-Beziehung
miteinander kombinieren. Eine Einheit von Profilen und Zielgruppen, die im Segment Builder für die
Modellierung verwendet wird, bezeichnet man als Profilgruppe.
Um eine Selektionsattributliste anzulegen, benötigen Sie zuvor eine Datenquelle. Wählen Sie im
CRM-Bereichsmenü Marketing Geschäftspartnersegmentierung Marketingsegmente
Datenquellen für Segment Builder bearbeiten.

5.1.1.1. CRM 3.1 oder CRM 3.0: Selektionsattributlisten für die CRM-
Zielgruppenselektion auf der Basis von BW-Queries definieren

Beispiel
Eine Datenquelle mit Bezug auf eine BW-Query kann z. B. folgendermaßen aussehen:

Hierbei bezieht sich die RFC-Destination auf das BW-System, der Name bezeichnet die
Query ZUCMA_C01_Q0011 zum InfoCube I_0UCMA_C01, und im Feld
Geschäftspartner muss das Merkmal der Query eingetragen werden, über das das
Query-Resultat durch den Segment Builder abgegriffen wird (0BPARTNER). Das Feld
Funktionsbaustein können Sie initial lassen, wenn die Geschäftspartner ohne
Umschlüsselung in das BW-System extrahiert werden.
Sie können nun eine Selektionsattributliste der Kategorie Zielgruppe mit dazu
passendem Segmenttyp anlegen und ihr die zuvor angelegte Datenquelle zuordnen. Die
Merkmale und Kennzahlen der BW-Query erscheinen dabei als Attribute der

23
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Selektionsattributliste. Zu diesen Attributen können Sie Filter definieren, wodurch Sie den
Wertebereich der Attribute einschränken.

5.1.1.2. SAP CRM 4.0: Selektionsattributlisten für die CRM-


Zielgruppenselektion auf der Basis von InfoSets zu ADS definieren
Durch die Retraktion von Daten aus SAP BW nach SAP CRM haben Sie das ADS mit Daten gefüllt.
Um nach diesen Daten segmentieren zu können, müssen Sie zunächst ein InfoSet zur ADS-Tabelle
anlegen. Gehen Sie wie folgt vor:
Öffnen Sie einen neuen Modus, um manuell ein InfoSet in Ihrem System anzulegen.

Hinweis:
Wir empfehlen, das InfoSet auf dem gleichen Auftrag wie den Container (d. h. die ADS-
Tabelle) durch die Systemlandschaft zu transportieren.

So legen Sie ein InfoSet an:


Wählen Sie im SAP Easy Access Menue den Pfad Architecture and Technology ABAP
Workbench Hilfsmittel SAP Query InfoSets (Transaktion SQ02).
Geben Sie einen Namen für das InfoSet an und wählen Sie Anlegen.
Geben Sie eine Beschreibung des InfoSets an.
Wählen Sie Tabelle direkt lesen.
Geben Sie den Namen des Containers für die Ablage analytischer Daten an. Sie finden
den Namen über die Task CRM_ADS_TABLES in der Easy Enhancement Workbench
heraus, indem Sie den Objektnamen auswählen, der nicht auf _S endet.
Wählen Sie Weiter.
Wählen Sie Alle Tabellenfelder aufnehmen.
Wählen Sie Weiter.
Wählen Sie Generieren.
Um den Status der Task innerhalb der EEW zu setzen, klicken Sie das InfoSet mit einem rechten
Mausklick an.
Auf der Basis dieses InfoSets können Sie jetzt eine Datenquelle für den Segment Builder
anlegen. Öffnen Sie einen neuen Modus. Die Datenquelle legen Sie wie im Folgenden
beschrieben an:

Hinweis:
Da Marketing-Datenquellen nicht durch die Systemlandschaft transportiert werden, wird
empfohlen, die Datenquelle zuerst im Testsystem anzulegen und erst dann separat in
den Produktivsystemen, nachdem das InfoSet angelegt wurde.

Wählen Sie im SAP Easy Access Menü den Pfad Marketing


Geschäftspartnersegmentierung Marketingsegmente Datenquelle für Segment
Builder bearbeiten.
Legen Sie die Datenquelle manuell auf Grundlage des von Ihnen angelegten InfoSets an.
o Wählen Sie Datenquelle anlegen.
o Herkunftstyp
Wählen Sie Infoset.
o Name des Infosets
Wählen Sie den Namen des von Ihnen angelegten InfoSets über die Eingabehilfe
(F4) aus.
o Geschäftspartner
Wählen Sie die GUID über die Eingabehilfe (F4) aus.

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o Objekt: Wählen Sie die GUID des individuellen Objekts über die Eingabehilfe
(F4) aus.
o Partnerfunktion: Wählen Sie die Beziehung zwischen Geschäftspartner-GUID
und GUID des individuellen Objekts über die Eingabehilfe (F4)aus.
o Sichern Sie die Datenquelle.
Nach dem Anlegen der Datenquelle setzen Sie innerhalb der Transaktion EEW den Status per rechten
Mausklick auf die entsprechende Task.
Sie können nun eine Selektionsattributliste der Kategorie Zielgruppe mit dazu passendem Segmenttyp
anlegen und ihr die zuvor angelegte Datenquelle zuordnen. Die Merkmale und Kennzahlen des ADS
(InfoSets) erscheinen dabei als Attribute der Selektionsattributliste. Zu diesen Attributen können Sie
Filter definieren, wodurch Sie den Wertebereich der Attribute einschränken.

5.1.2. Sampling
5.1.2.1. SAP CRM 3.1 oder SAP 3.0: Sampling bei Verwendung von BW-Queries
für die CRM-Zielgruppenselektion
Vermeiden Sie es, bei der Modellierung von Zielgruppen im Segment Builder bei großen Installationen
die den Datenquellen der Selektionsattributlisten zugeordneten BW-Queries über den gesamten
Datenbestand des InfoCubes 0UCMA_C01 im BW laufen zu lassen. Das Prinzip des Samplings ist es,
stattdessen verschiedene Profile gegen eine Geschäftspartnerstichprobe zu testen und lediglich den
finalen Aufbau der Zielgruppe nach Abschluss der Modellierung gegen den gesamten InfoCube zu
starten. Dabei wird die Geschäftspartnerstichprobe, das so genannte Sample, in CRM als Zielgruppe
eines speziellen Typs und im BW als Hierarchie zum InfoObject 0BPARTNER (Geschäftspartner)
realisiert. Den zu den Geschäftspartnern dieses Samples gehörigen Ausschnitt aus dem
Zielgruppenselektions-InfoCube erhalten Sie durch Bildung eines Aggregats zum InfoCube nach dem
Merkmal 0BPARTNER mit dem tiefsten Level der Sample-Hierarchie als Aggregationsstufe.
Um das Sampling auf der Basis von BW-Datenquellen im Segment Builder einzusetzen, gehen Sie
wie folgt vor:
1. Legen Sie in CRM ein Sample an. Wählen Sie Marketing Geschäftspartnersegmentierung
Marketingsegmente Samples für Segment Builder. Wählen Sie Profilgruppe anlegen,
wobei Sie als Typ der Profilgruppe SAMPLE angeben. Legen Sie zu dieser Profilgruppe ein
neues Sample ebenfalls vom Typ SAMPLE an. Dabei legen Sie eine Regel für die Sample-
Bildung und die Sample-Größe fest. Starten Sie den Aufbau des Samples entweder im Dialog
oder im Hintergrund.
2. Übernehmen Sie die DataSources 0CRM_BPART_SAMPLE_HIER und
0CRM_SAMPLE_TEXT für die Sample-Hierarchien und deren Namen aus dem Content und
replizieren Sie sie in das BW.
3. Extrahieren Sie Ihr Sample in das BW. Legen Sie zur InfoSource 0BPARTNER und
DataSource 0CRM_BPART_SAMPLE_HIER ein InfoPackage an. Frischen Sie auf dem Reiter
Hierarchie selektieren die verfügbaren Hierarchien aus OLTP auf, markieren Sie die Sample-
Hierarchie und kennzeichnen Sie sie als für BW relevant. Sie können den hier
vorgeschlagenen technischen Hierarchienamen beibehalten oder eine Umbenennung
vornehmen. Wählen Sie Hierarchie laden und zur Aktivierung vormerken/aktivieren und
starten Sie den Ladevorgang. Extrahieren Sie ferner die Bezeichnungen der Hierarchien aus
CRM mittels eines InfoPackage zur InfoSource 0CRM_SAMPLE und DataSource
0CRM_SAMPLE_TEXT.
4. Wählen Sie in der Administrator Workbench zum InfoCube 0UCMA_C01 Aggregate pflegen.
Wählen Sie Hilfe zur Anwendung. Dort erhalten Sie detaillierte Informationen zu Aggregaten
und erfahren, was Sie bei Definition und deren Aufbau (Roll-Up) beachten müssen. Lassen
Sie sich die Aggregate aus den Queries vorschlagen.
5. Suchen Sie sich zu der Query, für die Sie das Sampling im Segment Builder verwenden
wollen, das passende Aggregat aus der Liste der vorgeschlagenen Aggregate aus. Wählen
Sie Kopieren mit Vorlage. Achten Sie darauf, dass das Merkmal 0BPARTNER der Dimension
0UCMA_C011 (Geschäftspartner) im Aggregat enthalten ist. Wählen Sie zu diesem Merkmal
als Aggregationsstufe Hierarchielevel. Wählen Sie die zuvor in das BW extrahierte Sample-
Hierarchie aus der Liste aus und legen Sie sie als Hierarchie-Ebene 2 fest.
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6. Aktivieren und füllen Sie das Aggregat.


7. Wählen Sie im CRM-Bereichsmenü Marketing Geschäftspartnersegmentierung
Marketingsegmente Segment Builder. Wählen Sie im Segment Builder in CRM Zusätze
Einstellungen. Tragen Sie im Gruppenrahmen Sampling als Sample-Set und Sample die
Profilgruppe und das Sample ein, das Sie im ersten Schritt angelegt haben.
8. Wenn Sie nun einen Selektionsattributfilter einer Selektionsattributliste mit Bezug zu einer
BW-Query, für die Sie zuvor ein Aggregat nach der Sampling-Hierarchie im BW aufgebaut
haben, in den Modellierungsbereich ziehen, so wird die Query automatisch gegen das
Aggregat gestartet. Das System berechnet anhand der gezählten Treffer und der Sampling-
Regel die zu erwartende Größe der Zielgruppe und zeigt diese an. Vergleichen Sie diese Zahl
mit der Größe der Zielgruppe, die Sie für die Kampagnenausführung geplant haben. Wenn
beide Größen erheblich voneinander abweichen, ändern Sie die Modellierung Ihres Profils
und starten Sie die Query erneut aus dem Segment Builder heraus gegen das Sample.
Wiederholen Sie diesen Vorgang solange, bis die geschätzte und die geplante Größe der
Zielgruppe einander entsprechen. Erst jetzt wählen Sie Zielgruppe aufbauen, wobei nun das
Sample ignoriert wird und alle im InfoCube 0UCMA_C01 enthaltenen Geschäftspartner
berücksichtigt werden.

Hinweis:
Es ist wichtig, die Aggregate möglichst überschaubar zu halten, damit beim Sampling ein
Performance-Vorteil zum Tragen kommt und die Roll-Up-Laufzeiten in Grenzen bleiben.
Bei der Aktivierung eines Aggregats zum InfoCube 0UCMA_C01 werden die Line-Item-
Dimensionen unabhängig voneinander aufgelöst, und die für das Aggregat ausgewählten
Navigationsattribute werden in je eine Dimensionstabelle pro Line-Item-Dimension
aufgenommen. Nehmen Sie an dieser Stelle die zugehörigen Navigationsattribute in die
neue Dimension auf, nicht das Merkmal der Line-Item-Dimension selbst. Anderenfalls
würde Ihr Aggregat eine ähnliche Größe wie der ursprüngliche InfoCube erreichen, was
nicht sinnvoll ist. Beispiel: Ihre regionalen Kriterien für die Zielgruppenselektion sind Ort
und Land. Löschen Sie in diesem Fall die Anschlussobjektnummer aus dem Aggregat
und nehmen Sie nur die Merkmale Ort und Land in die betreffende Dimension auf.
Aus Performance-Gründen ist es auch sinnvoll, das Zeitmerkmal 0CALMONTH
(Kalendermonat/Jahr) immer in das Sampling-Aggregat aufzunehmen.
Wenn Sie das Sampling auf mehrere BW-Queries für die Zielgruppenselektion
anwenden möchten, müssen Sie alle aus diesen Queries vorgeschlagenen Aggregate
für den Sampling-Prozess anpassen oder ein Aggregat verwenden, das die Merkmale
aller dieser Queries enthält. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Hinweise
in der Online-Dokumentation zur Optimierung der Aggregate. Für die Optimierung selbst
wählen Sie Optimieren in der Pflege der Aggregate.
Kontrollieren Sie die Verwendung der Aggregate durch das Sampling im Segment
Builder in der Pflege der Aggregate. Wählen Sie Ein-/Ausschalten (F7) für das jeweilige
Aggregat, vergleichen Sie die Laufzeiten und kontrollieren Sie die Spalte Verwendung.
Für weitere Hinweise zum Arbeiten mit Aggregaten, insbesondere zum Roll-Up,
beachten Sie das Dokument "ASAP Performance Tuning" im SAP Service Marketplace
unter der Internetadresse http://service.sap.com Performance in der
Dokumentenrubrik General Performance Issues.

Achtung
Queries mit zeitabhängigen Merkmalen für die Zielgruppenselektion (z. B. Branche)
können Sie erst bei Einsatz eines BW-Systems mit Release-Stand ab SAP BW 3.0A für
das Sampling verwenden. Unter SAP BW 2.1C werden Aggregate nach zeitabhängigen
Merkmalen noch nicht unterstützt.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

5.1.2.2. SAP CRM 4.0: Sampling bei Verwendung von InfoSets (ADS) für die
CRM-Zielgruppenselektion
Bei der Verwendung von InfoSet-basierenden Datenquellen für die CRM-Zielgruppenselektion
generiert der Segment Builder zur Laufzeit InfoSet-Queries, um die Segmentierung durchzuführen.
Auch hier ist es zum Zeitpunkt der Modellierung der Zielgruppe im Allgemeinen aus
Performancegründen sinnvoll, nicht den gesamten Bestand von Geschäftspartnerinformationen zu
selektieren, der durch die Retraktion aus SAP BW nach SAP CRM heruntergeladen wurde.
Legen Sie dazu wie im vorherigen Abschnitt beschrieben in SAP CRM ein Sample an. Zu diesem
Sample definieren Sie ein so genanntes Sampling InfoSet. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
Wählen Sie im SAP Easy Access Menue den Pfad Architecture and Technology ABAP
Workbench Hilfsmittel SAP Query InfoSets (Transaktion SQ02).
Geben Sie einen Namen für das InfoSet an und wählen Sie Anlegen.
Geben Sie eine Beschreibung des InfoSets an.
Wählen Sie Tabellenjoin über Tabelle.
Geben Sie den Namen des Containers für die Ablage analytischer Daten an. Sie finden
den Namen über die Task CRM_ADS_TABLES in der Easy Enhancement Workbench
heraus, indem Sie den Objektnamen auswählen, der nicht auf _S endet.
Wählen Sie auf dem Bildschirmbild zur Pflege des Joins Bearbeiten Tabelle einfügen.
Fügen Sie die Tabelle CRMD_MKTTG_TG_I (Zielgruppe Positionen) ein.
Definieren Sie einen Join zwischen dem Feld CRMD_MKTTG_TG_I-BP_GUID und dem
Feld der ADS-Tabelle, das die Geschäftspartner-GUID repräsentiert.
Wählen Sie Weiter.
Wählen Sie Alle Tabellenfelder aufnehmen.
Wählen Sie Weiter.
Wählen Sie Generieren.
Tragen Sie nun in Ihrer Datenquelle für den Segment Builder das Sampling InfoSet ein und im Feld
Sample dasjenige Feld des InfoSets, das die GUID der Sample-Zielgruppe repräsentiert, also
CRMD_MKTTG_TG_I-TG_GUID. Damit selektiert das System bei der Modellierung der Zielgruppe nur
über das Sampling InfoSet. Die Ermittlung der zu erwartenden Zielgruppe im Segment Builder
funktioniert dann wie im vorhergehenden Abschnitt beschrieben.

Achtung
Bei großen Installationen kann eine weitere Performance-Optimierung erforderlich sein,
wenn viele Kampagnen zum Teil gleichzeitig durchgeführt werden. In diesem Fall kann
es unerwünscht sein, jedes Mal die Geschäftspartnerinformationen des gesamten
Datenbestandes aus dem BW- in das CRM-System zu retrahieren, besonders wenn
gleich mehrere ADS zu befüllen sind. Hier steht Ihnen folgender alternativer Weg zur
Verfügung, der allerdings mit einem gewissen administrativen Aufwand verbunden ist:
Sie extrahieren das zu verwendende Sample als Hierarchie zum InfoObject
Geschäftspartner in das BW-System und legen ein Aggregat zum InfoCube für
die Zielgruppenselektion bezüglich der Sample-Hierarchieebene an.
Anschließend definieren Sie eine Query zum InfoCube. Eine Beschreibung dieser
Vorgehensweise finden Sie in Abschnitt 5.1.2.
Sie wählen im ersten Schritt Ihres Analyseprozesses im BW-System als
Datenquelle Daten über Query lesen anstatt Daten aus InfoProvider lesen und
wählen die zuvor definierte Query aus. Damit die Selektion über diese
Datenquelle performant möglich ist, sollte Ihr Sample und damit Ihr Aggregat zum
InfoCube nicht mehr als 50000 Geschäftspartner enthalten.
Wenn Sie Ihren Analyseprozess fertig definiert haben, führen Sie die
Datenretraktion aus dem BW- in das CRM-System durch. Auf diese Weise
erhalten Sie ein ADS, das nur einen stichprobenartigen Ausschnitt Ihrer

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Geschäftspartnerinformationen enthält. Auf dieser Basis definieren Sie Ihr


Sampling InfoSet.
Wenn Sie die Modellierung Ihrer Zielgruppe abgeschlossen haben und die
Kriterien der Zielgruppenselektion somit feststehen, definieren Sie einen zweiten
Analyseprozess in SAP BW, der sich wie unter 4.4.2.2. beschrieben der
Datenquelle „Daten aus InfoProvider lesen“ bedient. Um abermals die Menge der
an das CRM-System zu übertragenden Daten zu reduzieren, müssen Sie
Filterbedingungen mittels Transformationen vom Typ „Datenmenge einschränken“
definieren. Dabei wählen Sie die Filterbedingungen gemäß des Ergebnisses Ihrer
Zielgruppenmodellierung mit dem Segment Builder so, dass sich die
Treffermenge des Aufbaus der Zielgruppe nicht verändert. Durch die
Datenretraktion nach SAP CRM erhalten Sie ein zweites ADS, das nur den für die
Zielgruppenselektion relevanten Teil des Bestandes von
Geschäftspartnerinformationen enthält. Auf dieser Basis definieren Sie im CRM-
System Ihr InfoSet für den Aufbau der Zielgruppe.

5.1.3. Einstellungen zur grafischen Oberfläche des Segment


Builders
Wie ein Merkmal im Segment Builder angezeigt wird, legen Sie fest, indem Sie es einem Merkmalstyp
zuordnen, der wiederum einem Darstellungstyp zugewiesen ist. Diese Einstellungen werden im
Customizing unter Customer Relationship Management Marketing Segment Builder in den
Aktivitäten Merkmalstypen definieren und Merkmalstyp einem Darstellungstyp zuordnen definiert.
Im Segment Builder können Sie über Zusätze Einstellungen persönliche Benutzereinstellungen
auswählen, die beim zukünftigen Arbeiten mit der Anwendung erhalten bleiben.
In diesen Einstellungen legen Sie fest,

ob beim Start eine Profilgruppe geöffnet wird (und wenn ja, welche)

ob beim Start eine Merkmalsliste geöffnet wird (und wenn ja, welche)

ob bei der Profilmodellierung ein Sampling verwendet wird (siehe Abschnitt 5.1.2)

ob die Anzahl der Geschäftspartner, die die Kriterien eines Profils erfüllen, automatisch
ermittelt werden soll oder nicht

wie viele Geschäftspartner anfangs angezeigt werden, wenn Sie die Geschäftspartner einer
Zielgruppe anzeigen möchten.

Hinweis:
Da über diese Einstellungen festgelegt wird, welche Objekte im Segment Builder
bearbeitet werden können, sollten Sie vor Beginn Ihrer Arbeit überprüfen, ob die
Einstellungen korrekt sind.

5.2. Schritte zum Anlegen einer Zielgruppe


Sie modellieren ein Profil mithilfe des Segment Builders, indem Sie im unteren Teil des Locator-
Bereichs (siehe unten stehende Grafik) eine Selektionsattributliste auswählen. Die für die
Modellierung vorgesehenen Selektionskriterien müssen als Filter vorhanden sein. Indem Sie einen
Filter in den Modellierungsbereich übernehmen, erhalten Sie ein Profil.
Sie können weitere Profile mit diesem Profil mittels der Aktionen Teilen, Behalten und Entfernen
kombinieren.
Anschließend können Sie die Zielgruppe zum Profil aufbauen und die Profilgruppe sichern.
Im Detailbereich können Sie sich die Verteilung der Merkmalswerte auf die Geschäftspartner in
grafischer Form darstellen lassen (Kuchendiagramm, Graph, Balkendiagramm).

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Ebenfalls im Detailbereich können Sie sich nach Öffnen der Zielgruppe einzelne Geschäftspartner
anzeigen lassen, die in der Zielgruppe enthalten sind.
Im Bereich Historie finden Sie die Kriterien, die Sie für die Selektion verwendet haben.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

6. Testen der Zielgruppenselektion


Vorbereitung
Als Voraussetzung für das Laden von Daten in das BW müssen Sie geeignete Datenkonstrukte im
CRM- und IS-U-System anlegen.
Zu bloßen Testzwecken können Sie alternativ wie folgt vorgehen: Sie legen Geschäftspartner im
CRM-System an und kontrollieren, dass diese ins IS-U-System repliziert wurden. Im IS-U-System
bauen Sie ein Datenkonstrukt zu diesem Geschäftspartner auf, wobei Sie einen Tariftyp eintragen, der
die Fortschreibung der Verbrauchshistorie in der Abrechnung bewirkt, d.h. die Variante QUANTI23 für
die Fortschreibung der Tabelle DBERCHV muss im Abrechnungsschema enthalten sein. Mit
Transaktion EASIBI können Sie dann Auftragserstellung, Ablesung und Abrechnung durchführen.
Im BW-System schaffen Sie die Voraussetzungen für die Initialisierung der Delta-Übertragung.
Dazu löschen Sie in vorhandenen InfoPackages zu den relevanten InfoSources (siehe die Abschnitte
4.1.1 und 4.1.2) die Initialisierungsselektion für das Quell-System. Aus dem InfoCube 0UCMA_C01
(Zielgruppenselektion nach Umsätzen und Verbräuchen) müssen Sie evtl. vorhandene Requests
ebenfalls löschen.

6.1. Durchführung
Das allgemeine Vorgehen beim Laden der marketingrelevanten Daten ist in Abschnitt 4.3
beschrieben.
Beim Laden der Verbräuche (0UC_ISU_CONSUMPTION) sollte das Extraktionsdatum am Anfang
einige Monate weit in die Vergangenheit gelegt werden.
Nach vollendeter Delta-Initialisierung in OLTP sollten weitere Konstrukte in verschiedenen Variationen
angelegt werden und vorhandene Konstrukte geändert werden. z. B.:
Anlagen mit mehreren Zeitscheiben (wobei Tariftyp, Branche, Abrechnungsklasse gefüllt sind)
Abrechnung eines noch nicht abgerechneten Vertrags
Stornieren einer bereits vorhandenen Abrechnung
Mehrere Aus- und Einzüge in demselben Monat

Hinweis:
Nachdem Sie diese Konstrukte angelegt haben, können Sie erst am übernächsten Tag
den Delta-Upload für die gleichen Selektionen wie bei der Delta-Initialisierung
durchführen. Der Grund dafür ist, dass beim Delta-Upload automatisch das
Extraktionsdatum auf das Systemdatum gelegt wird und generell nur Belege selektiert
werden, die älter als der Vortag des Extraktionsdatums sind.

Für die Zielgruppenselektion sollten Sie Queries definieren, die z. B. folgende Selektionskriterien
enthalten:
Branche des Geschäftspartners
Kontoklasse des Geschäftspartners und Vertragskontos
Bankverbindungs-ID des Vertragskontos
Vertragskontotyp des Vertragskontos
Ein- und Auszugsdatum des Vertrags
Anlagenart, Tariftyp, Branche und Abrechnungsklasse der Anlage
Verbrauchsstellenart, Anzahl Personen der Verbrauchsstelle
Alle Merkmale des Anschlussobjekts

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Abrechnungsmenge und Umsatz (hochgerechnet/abgerechnet/Summe)


Jahresverbrauch (hierzu ist eine geeignete Variable zu definieren)
Einige dieser Kriterien sollten Sie für den Test mit dem Bex Analyzer im BW mit Werten einschränken.
Die Datenquellen im CRM-Segment-Builder sollten Sie so definieren, dass jeweils zu einem der
vorgenannten Selektionskriterien Filterwerte angelegt werden. Im Segment Builder sollten Sie über die
rechte Maustaste im Modellierungsbereich vorhandene Zielgruppen verfeinern oder das Komplement
bilden, um so verschiedene Selektionen zu kombinieren.

6.2. Prüfung
Nach der Initialisierung der Delta-Übertragung ist das Ergebnis des Ladens im Monitor zu überprüfen.
Nach dem Delta-Upload und dem Aktivieren der Stammdaten sind die Zeitscheiben in der
Stammdatenpflege zu überprüfen.
Nach Abrechnung eines Vertrags müssen sich die Hochrechnungskennzahlen-Werte über den
abgerechneten Zeitraum um den gleichen Wert verringern, wie sich die Abrechnungskennzahlen-
Werte vergrößern.
Die Abrechnungskennzahlen-Werte eines stornierten Abrechnungsbelegs werden mit negativen
Vorzeichen ins BW übernommen.
Überprüfen Sie, dass im Falle von mehreren Abrechnungen pro Monat zu einem Vertrag die
Kennzahlen Anzahl abgerechneter Tage und Anzahl hochgerechneter Tage richtig versorgt werden.
Nach dem Auszugsdatum und erneutem Upload der Vertragsdaten dürfen zu dem beendeten Vertrag
in den darauf folgenden Monaten keine Kennzahlenwerte ungleich Null mehr im BW existieren.
Die Selektion im Segment Builder mittels einer BW-Query muss die gleiche Zielgruppe ergeben wie
die alternative Zielgruppenselektion im BW. Dieses Ergebnis kann im BEx-Analyzer mit dem Ergebnis
im Detailbereich des Segment Builders nach Öffnen der Zielgruppe überprüft werden.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

7. Marketingplanung und Kampagnenmanagement


Ziel des Prozesses der Marketingplanung und des Kampagnenmanagements ist es, die mit Hilfe des
Segment Builders aufgebaute Zielgruppe an den vorgesehenen Vertriebskanal (Channel) zu
übergeben und die in der Zielgruppe enthaltenen Geschäftspartner über diesen Channel zu
adressieren.
Es werden hier nur die wichtigsten Schritte des Prozesses genannt. Detaillierte Informationen zu
diesem Thema entnehmen Sie der CRM 2006/s2-Online-Dokumentation.
Mit CRM2006/s2 ist das CRM Webclient UI die bevorzugte Benutzeroberflaeche. Von wenigen
Ausnahmen abgesehen werden alle marketingrelevanten Objekte wie z. B. Mailformulare,
Kampagnen, Marketingplaene im Webclient UI gepflegt.
Nutzen Sie dazu die von SAP ausgelieferte CRM-Webclient–Benutzer-rolle fuer Marketing,
„Marketingpro“.

7.1. Customizing
Im Customizing pflegen Sie Kampagnenarten und Kommunikationsmedien. Sie finden diese
Einstellungen unter Customer Relationship Management Marketing Marketingplanung und
Kampagnenmanagement.
In den Kampagnenarten pflegen Sie vor allem die Zuordnungen, die Sie zu Kampagnen treffen
möchten (z. B. ob eine Zuordnung von Produkten ermöglicht werden soll).
Die Kommunikationsmedien werden für die Kampagnendurchführung benötigt.
Wenn Sie ein Kommunikationsmedium der Kommunikationsart Brief verwenden möchten, müssen Sie
außerdem ein Druckprofil für den Druck der personalisierten Mail anlegen. Sie finden dieses unter
Customer Relationship Management Grundfunktionen Aktionen Aktionen in der Fakturierung
Druckprofile definieren.

7.2. Kampagnenplanung
Legen Sie, bevor Sie eine Kampagne anlegen, ein Mailformular an, mit dem Sie den inhaltlichen
Aufbau des Schreibens oder der E-Mail definieren, die Sie an die Geschäftspartner Ihrer Zielgruppe
versenden wollen. Für das Anlegen von Mailformularen sind Mailvorlagen hilfreich, die das Layout
Ihres Mailformulars festlegen. Um Mailformulare und Mailvorlagen zu bearbeiten, wählen Sie das
Workcenter „Marketing“.
Achten Sie darauf, dass Sie die Formularverwendung des Mailformulars passend zum Kommuni-
kationsmedium der Kampagne auswählen, der sie das Mailformular zuordnen wollen.
Um zusaetzliche Marketingmerkmale in Mailformularen hinzuzufuegen, steht das Konzept des
Merkmalkontextes zur Verfuegung. Um die Daten zu einem Kundenmerkmalskontext lesen zu können,
müssen Sie eine Implementierung für das Business Add-In (BAdI) CRM_IM_ADD_DATA_BADI angelegt haben.
Den Merkmalskontext können Sie in der Dropdown-Listbox in den allgemeinen Daten des Mailformulars
bestimmen und so auf die darin gespeicherten Feldinformationen zurueckgreifen.

Dazu definieren Sie im Customzing des Customer Relationship Management CRM unter Marketing
Marketingplanung und Kampagnenmanagement Personalisierte Mails Merkmalkontexte für
Mailformulare bearbeiten einen Merkmalskontext.
In der Sicht Struktur tragen Sie den Namen der Tabelle ein, wie er innerhalb der EEW unter der Task
CRM_ADS_TABLES angezeigt wird. Dabei wählen Sie den Namen, der nicht auf _S endet. Sie
können entweder alle Felder der Struktur auswählen oder in der Sicht Felder die Namen der
gewünschten Felder einzeln aufführen.
Das System bietet die ausgewählten Felder anschließend als dynamische Mail-Attribute bei der
Definition des Mailformulars zur Auswahl mit an.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Die Kampagnen selbst legen Sie mithilfe der CRM-WebClient Benutzerrolle für Marketing an. Waehlen
Sie das Workcenter „ Marketing“ aus. Wählen Sie in der Gruppe Anlegen den Eintrag „Kampagne oder
Kampagne mit Vorlage, um direkt eine Kampagne aus einer bestehenden Kampagne als Vorlage
anzulegen.
Ordnen Sie dabei mindestens ein geplantes Start- und Endedatum für die Ausführung, eine
Kampagnenart, ein Kommunikationsmedium und ein Formular für E-Mail, Brief, Telefax oder SMS zu
– je nachdem, welches Kommunikationsmedium Sie gewählt haben. Wenn Sie eine Telefonkampagne
ueber das Callcenter durchführen wollen, haben Sie die Möglichkeit, ein Script für den IC WebClient
zuzuordnen.
Wählen Sie den Assignmentblock Elemente, wenn Sie die Kampagne in Kampagnenelemente
gliedern möchten.
Ordnen Sie der Kampagne unter den Assignmentblock Segmente eine Zielgruppe zu.
Wenn Sie die Zielgruppe noch nicht modelliert haben, können Sie den Segment Builder auch integriert
aus dem Marketing Planner heraus aufrufen, indem Sie in der Kopfzeile des Assignmentblocks neu
klicken.
Im folgenden View finden sie den Link „Grafische Modellierung“, der den Segment Builder aufruft. Sie
koennen den Segment Builder auch über das Workcenter „Marketing“ aufrufen.

7.3. Kampagnendurchführung
Um eine Kampagne durchführen zu können, müssen Sie sie zunächst freigeben.
Verwenden Sie dazu das Workcenter „Marketing“ des Webclient UI und öffnen Sie die zu startende
Kampagne. Setzen sie den Status im Kopf des Beleges auf Freigegeben. Wählen Sie anschliessend
in der Kopfzeile des Views Starten.
Der Job ermittelt für jeden Geschäftspartner die gewünschte Art der Benachrichtigung und verschickt
das in der Kampagne hinterlegte Formular. Im Falle einer Telefonkampagne wird eine Anrufliste für
das Interaction Center Webclient (IC WC) erzeugt, die auf die einzelnen Agenten verteilt und von
diesen abgearbeitet wird.
Beim Ausfuehren einer Kampagne über einer Rechnungsbeilage werden Druckaktionssätze im
angeschlossenen ERP System für die entsprechende Zielgruppe angelegt. Zur Kontrolle der
Druckaktionssätze können Sie die Transaktion EPAR benutzen.
Optional können Sie beim Versenden einer Zielgruppe an den Channel auch Aktivitäten erzeugen.
Dazu geben Sie im Customizing beim Kommunikationsmedium eine Vorgangsart an. Diese
Einstellung finden Sie im Customizing des Customer Relationship Management unter Marketing
Marketingplanung und Kampagnenmanagement Kampagnendurchfuehrung
Kommunikationsmedium definieren.
Wenn sich ein Kunde auf die Kampagne hin meldet, erfolgen die weiteren Bearbeitungsschritte z.B. im
Call Center im Rahmen des Vertriebsprozesses. Bei entsprechendem Customizing wird im Laufe
dieser Schritte auch der Status der Aktivitäten aktualisiert, sofern solche beim Versenden der
Zielgruppe erzeugt wurden.

Achtung
Wenn die Kampagnendurchführung durch ein externes System (z.B. ein Letter Shop
oder ein externes Call-Center) erfolgen soll, muss als Kommunikationsmedium der
offene Kanal gewählt werden. Für diesen Fall steht das BAdI
CRM_MKT_EXP_CAMP_DAT zur Verfügung. Über die Implementierung dieses
BAdIs kann die Übergabe der Zielgruppe an den offenen Kanal realisiert werden.
Wenn ein Geschäftspartner per SMS benachrichtigt werden soll, muss im
Geschäftspartnerstammsatz unter Pager-Dienste die Handy-Nummer angegeben
sein.
Sie können die Geschäftspartner in der Zielgruppe auch auf die von den
Geschäftspartnern selbst gewünschte Art benachrichtigen. Diese Kommunikationsart
kann in den Geschäftspartner-Stammdaten hinterlegt werden.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

7.4. Test der Kampagnendurchführung


Wenn Sie der Kampagne ein Kommunikationsmedium der Kommunikationsart E-Mail, Brief, Telefax
oder SMS zugeordnet haben, können Sie das Ergebnis der Kampagnendurchführung überprüfen,
indem Sie im Bereichsmenü Marketing Personalisierte Mails Mailingliste anzeigen wählen.
Wenn beim Versenden der Zielgruppe an den Channel keine Mailinglisten erzeugt wurden, testen Sie
den Versandprozess auf Korrektheit, indem Sie die Funktion Springen Kommunikationskanaltest
innerhalb der Bearbeitung des Mailformulars ausführen.
Wenn Sie der Kampagne ein Kommunikationsmedium der Kommunikationsart Telefon zugeordnet
haben, werden keine Mailinglisten erzeugt. Stattdessen können Sie sich die Anruflisten im CIC
anzeigen lassen.

7.5. Kampagnendurchführung per IS-U-Rechnungsbeilage


Insbesondere wenn der Geschäftspartner mehrmals im Jahr eine Rechnung durch das
Versorgungsunternehmen erhält, soll er im Rahmen einer Marketingkampagne zuweilen nicht über ein
separates Schreiben, sondern in Form einer Rechnungsbeilage adressiert werden. Dann müssen die
erforderlichen Daten vom CRM-Marketing-Planner bis zum IS-U-Rechnungsdruck weitergeleitet
werden, weil erst dort die eigentliche Kampagnenausführung erfolgt.
Dabei wird die CRM-Kampagne in das ERP-System (IS-U-System) repliziert und dort als Projekt
abgelegt. Die Schlüssel der in der Zielgruppe enthaltenen Geschäftspartner werden bei der
Versendung der Zielgruppe an den offenen Kanal in SAP CRM ebenfalls nach IS-U repliziert und dort
mit dem Projekt verknüpft.

7.5.1. Kampagnenplanung im CRM WebClient UI des SAP CRM


Alle für die Rechnungsbeilage erforderlichen Informationen werden im CRM-System als Erweiterung
zu den Daten der Kampagne abgelegt und im CRM WebClient UI gepflegt .
Die Kampagne wird anschliessend automatisch über die Middleware nach SAP IS-U repliziert.

7.5.1.1. Customizing
Sie müssen sowohl im CRM- als auch im IS-U-System Customizing-Einstellungen vornehmen:

SAP CRM:
Pflegen Sie RFC-Destination und Zielsystem im Customizing für Customer Relationship
Management unter Marketing Marketingplanung und Kampagnenmanagement
Systemlandschaft. Die Middleware erlaubt grundsätzlich die Replikation unterschiedlicher
Kampagnen in unterschiedliche ERP-Systeme. Für die Nutzung der IS-U-
Rechnungsbeilage ist aber nur die Replikation in ein eindeutiges IS-U-System erlaubt.
Daher ist die Eintragung der RFC-Destination für das anzuschließende IS-U-System in
die Systemlandschaft für die Marketingplanung erforderlich. Wichtig ist, dass diese
Verbindung auch im Customizing-Mandanten definiert ist.

Nehmen Sie unter ERP Integrationstyp definieren einen Eintrag vor. Wählen Sie
Middleware.
Wählen Sie Projektszenarien logischem System zuordnen. Ordnen Sie der RFC-
Destination für das IS-U-System ein Projektszenario zu (s.u.).
Innerhalb der Administrationskonsole zur Middleware (Transaktion SMOEAC) im CRM-
System müssen Sie eine Site für das ERP-System mit entsprechender Subskription und
Publikation pflegen. Sie müssen in SAP CRM folgende Queues registrieren:
o CSAMKTPL*
o CSA_MSA_MKTPL
o CRM_MKTPL_R3*
o R3AD_CRM_MKTPL_R3INT

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

o R3INT_INBOUND_MSGS
Im ERP-System müssen Sie folgende Queue registrieren:

o CRM_MKTPL_R3*
Definieren Sie ein Kommunikationsmedium für den offenen Kanal wie bei Verwendung
der SAP GUI und aktivieren Sie eine Kopie der Implementierung CRM_UTIL_MKT_EXE
des BAdI zum Transport von Kampagnendaten an offenen Kanal.
Tragen Sie das so gepflegte Kommunikationsmedium im Customizing des Customer
Relationship Management unter Branchenlösungen Versorgungsindustrie
Kampagnenmanagement Einstellungen für Kampagnenmanagement per IS-U-
Rechnungsbeilage definieren ein.
Wählen Sie auf der gleichen Ebene des Customizing Information zu Flyer für IS-U
Rechnungsbeilage definieren, um die Flyer-Informationen zu hinterlegen, die bei der
Kampagnenausführung Verwendung finden sollen. Alternativ können Sie auch die in
SAP IS-U definierten Informationen übernehmen, indem Sie Flyer-Information aus SAP
IS-U importieren wählen.
Rufen Sie nun im Customizing des Customer Relationship Management unter CRM
Anwendungsübergreifende Komponenten Easy Enhancement Workbench die Easy
Enhancement Workbench (EEW) auf, um die Erweiterung der Kampagnendaten um die
benötigten Zusatzdaten vorzunehmen. Legen Sie ein Projekt an. Legen Sie zu dem
Projekt eine Erweiterung zum Business Objekt MARKETING_ELEMENT und
Erweiterungstyp ISU_CHANNEL an. Das System fragt sie, ob es den Marketingplan um
die für die Rechnungsbeilage benötigten Felder erweitern soll. Wählen Sie „Ja“.
Aktivieren Sie die BadI-Enhancement-Implementierung CRM_ISU_MKTPL_OL_OBJ, um
die erweiterten Felder auf der Oberfläche des IC Web Clients ein- und auszublenden.
Des Weiteren müssen Sie eine Konfiguration des Views CPGOE_DETAILS/OVEFDetails
der Komponente CPGOE_DETAILS anlegen. Unter den verfügbaren Feldern in der
Struktur CAMPAIGN sind Sie unter den Namen ZZSAPISULFDNR und
ZZSAPISUDESCR zu finden. Im Component Controller der Komponente muss an das
Attribut STRUCT.ZZSAPISUDESCR die F4-Hilfe ECRM_ISU_MKT_FLR in der V-Getter-
Methode zugeordnet werden.
SAP IS-U:
Pflegen Sie das im CRM-System hinterlegte Projektszenario im Customizing unter dem
Pfad Projektsystem Projektreplikation Projektszenario definieren. Es genügt dabei,
wenn im Projektszenario ein Wert für das Projektprofil eingetragen ist. Im Projektprofil
muss eine Objektklasse hinterlegt sein.
Wählen Sie im Customizing den Pfad Finanzwesen Vertragskontokorrent
Grundfunktionen Druck-Workbench Druckaktionssätze Flyer/Standardtexte zu
Druckaktionssätzen definieren, um die Flyer-IDs und SAP-Standardtexte für die
Rechnungsbeilagen zu hinterlegen. Die Standardtexte selbst definieren Sie mit
Transaktion SO10.
Aktivieren Sie mit der Transaktion EFRM im für das IS-U-Datenkonstrukt gültigen
Rechnungsformular, das im Vertragskonto hinterlegt ist, unterhalb der Wurzel
DOC_HEADER (Belegkopf) die Formularebene PRINTACT_H und darunter
PAR_H_LINES für die Druckaktionssätze.
Planen Sie einen periodischen Job für den Report ECRMMKT_CREATE_PARS ein.
Dieser Job erzeugt aus dem Replikat der Zielgruppe in SAP IS-U Druckaktionssätze, die
dann beim Rechnungsdruck gelesen werden, um die Rechnungsbeilage zu erzeugen.

7.5.1.2. Durchführung
Legen Sie eine Kampagne mit der Business Rolle des Kampagnenmanagers an
(MARKETINGPRO) und tragen Sie dabei das zuvor definierte Kommunikationsmedium
für den offenen Kanal (ISU1) ein. Pflegen Sie unbedingt das geplante Startdatum und

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

Endedatum der Kampagne. Ordnen Sie der Kampagne ein zuvor mit dem Segment
Builder gebildetes Segment (Zielgruppe) zu.

Geben Sie die Kampagne frei. In diesem Status wird die Kampagne über die Middleware
automatisch nach ERP transferiert.
Geben Sie auf der Registerkarte Channels die Laufende Nummer für die Flyer-ID oder
den Standardtext für die Druckaktionssätze sowie eine Beschreibung der
Rechnungsbeilage ein.
Versenden Sie die Zielgruppe an den Kanal.

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8. Kampagnenanalyse
8.1. Systemtechnische Voraussetzungen
Für die Implementierung der Kampagnenanalyse müssen Sie sicherstellen, dass der Datenaustausch
für die Kampagne vom CRM- zum BW- und IS-U-System hin gewährleistet ist. Wählen Sie im
Customizing des Customer Relationship Management den Pfad Marketing Marketingplanung und
Kampagnenmanagement Systemlandschaft und nehmen Sie folgende Einstellungen vor:
Aktivität RFC-Verbindung definieren: Hier definieren Sie RFC-Verbindungen für das BW-
System und das IS-U-System.
Aktivität Zielsysteme (ERP, BW, SEM) definieren: Hier nehmen Sie die folgenden zwei
Einträge vor. Dabei tragen Sie in der Spalte RFC-Destination die zuvor definierte RFC-
Destination ein (jeweils in das BW und in IS-U).

Identifikation Parametertyp RFC-Destination


MKTPLBW MKTPLBWRFC

MKTPLR3 MKTPLR3RFC

Aktivität BW-Fortschreibung aktivieren: Hier schalten Sie die Fortschreibung der


Marketingelemente ins BW ein.
Sie müssen ein Projektprofil bzw. ein Projektszenario definieren - wie im Abschnitt 7.5
(Kampagnendurchführung per IS-U-Rechnungsbeilage) beschrieben. Dabei müssen Sie
unterscheiden, ob die Kampagnen manuell oder automatisch über die Middleware in das ERP-System
transferiert werden.

8.2. Zuordnung von Versorgungsverträgen zu einer


Kampagne
Die Zuordnung von Versorgungsverträgen zu einer Kampagne erfolgt im CRM-System im Rahmen
des Verkaufsprozesses.
Zunächst muss die Kampagne im Marketing Planner freigegeben werden und mittels der Funktion
Transfer nach ERP in das IS-U-System übertragen werden.
Daraufhin wird im CRM-System ein Servicevertrag mit einer Serviceposition angelegt. Dabei ist der für
den Verkaufsprozess der IS-U/CRM-Integration relevante Positionstyp zu verwenden.
Details zur Definition eines solchen Positionstypen finden Sie über den SAP Service Marktplatz unter
der Internetadresse http://service.sap.com/utilities Product Information SAP CRM
for Utilities Cookbooks & Guidelines.
Unter diesen Voraussetzungen können Sie beim Anlegen des Servicevertrags bei den Daten zur
Position auf der Registerkarte Positionsübersicht im Gruppenrahmen Position eine Kampagne oder
ein Kampagnenelement eintragen.
Bei der Replikation des Servicevertrags nach SAP IS-U wird die Kampagnen-ID in den zeitabhängigen
Daten des IS-U-Vertrags abgelegt. Dabei wird die Zeitscheibe durch den Vertragsbeginn- und das
Vertragsendedatum der replizierten CRM-Service-Position begrenzt.

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8.3. Daten für die Kampagnenanalyse in das BW laden


Der Kampagnenanalyse im BW liegt die gleiche InfoSource 0UC_ISU_CONSUMPTION_2 wie der
Zielgruppenselektion zugrunde. Deshalb laden Sie die gleichen Daten wie in Abschnitt 4.3.1
beschrieben.
Die Zuordnung von Versorgungsverträgen zu einer Kampagne wird in der PSA des BW-Systems
durch das Ergebnis des Uploads zur DataSource 0UCCONTRACTH_ATTR_2 (zeitabhängige Attribute
des Vertrags) reflektiert. Falls die IS-U-Verträge in der PSA keinen Kampagnen zugeordnet sind,
überprüfen Sie:
die korrekte Übertragung der Kampagne aus CRM nach SAP IS-U im IS-U-System durch
Aufruf der Funktion Logistik Projektsystem Projekt Project Builder:
Wählen Sie die Drucktaste Projekt öffnen und geben Sie als Projektdefinition die CRM-
Kampagnen-ID an.
die korrekte Objektverknüpfung der Kampagne mit der Serviceposition:
Beim Sichern des Servicevertrags werden die Objekte der Objekttypen BUS2010020
(Marketingprojekt-Kampagne) bzw. BUS2010022 (Marketingprojekt-Kampagne-Element)
und BUS2000147 (Versorgungsvertragsposition CRM) über einen Belegfluss miteinander
verknüpft. Sie können diese Verknüpfung überprüfen, indem Sie in der Anzeige des
Servicevertrags den Cursor auf die Vorgangsnummer positionieren und die Drucktaste
Belegfluss wählen.
die korrekte Übertragung der Verknüpfung zwischen Kampagne und Serviceposition
nach SAP IS-U:
Wenn Sie sich im IS-U-System den Vertrag anzeigen lassen, muss in der
Zeitscheibenübersicht die Marketingkampagne erscheinen.
Beachten Sie auch, dass nach dem erstmaligen Laden der Attribute des Marketingelements aus CRM-
in das BW-System die Stammdaten des InfoObjects 0CRM_MKTELM aktiviert werden müssen.

Hinweis:
Mehrere Zeitscheiben zu einem Vertrag in SAP IS-U können entstehen, indem im CRM
ein Produktwechsel vollzogen wird. Dabei wird im Rahmen einer speziell dafür
vorgesehenen Aktion des Servicevertrags zu demselben Servicevertrag eine
Serviceposition zu einem bestimmten Datum beendet und eine neue Serviceposition
zum darauf folgenden Tag eröffnet. Wenn der neuen Serviceposition auf Grund einer
Up-Selling-Kampagne eine andere Kampagnen-ID zugeordnet wird, unterscheiden sich
die so entstehenden Zeitscheiben zum IS-U-Vertrag hinsichtlich Produkt-ID und
Kampagnen-ID.

8.4. Kampagnenanalyse mit dem InfoCube 0UCMA_C02


(Verbräuche und Umsätze für Kampagnenanalyse)
Für die Kampagnenanalyse werden die Daten aus der PSA von der InfoSource
0UC_ISU_CONSUMPT_02 in den InfoCube 0UCMA_C02 fortgeschrieben.
Dabei werden die Abrechnungs-(Hochrechnungs-)kennzahlenwerte, gewichtet mit dem
abgerechneten(hochgerechneten) Zeitanteil des Verbrauchsmonats, der für diesen Zeitanteil gültigen
Kampagne zugeordnet. Um die gültige Kampagne zu ermitteln, wird das zeitabhängige Attribut
Marketingelement (0CRM_MKTELM) zum Merkmal Versorgungsvertrag (0UCCONTRACT) aus der
InfoSource 0UC_ISU_CONSUMPTION_2 passend zum relevanten Zeitanteil des Verbrauchsmonats
nachgelesen. Hierbei kann es zu einem Kennzahlen-Split im BW kommen, wenn der relevante
Zeitanteil sich mit mehreren Einträgen der zeitabhängigen Stammdatentabelle des
Versorgungsvertrags überschneidet.

Beispiel
Der monatlich abzurechnende Vertrag 6543 mit Produkt PR1 wurde über die Kampagne
CP1 gewonnen. Zu Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums am 20.01.2000 wird der
Vertrag über die Up-Selling-Kampagne CP2 auf ein neues Produkt PR2 umgestellt. Der
Upload zur DataSource der historischen Verbräuche (0UC_ISU_CONSUMPTION_2)
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liefert eine abgerechnete Menge (Verbrauch) von 1000 kWh zum Vertrag 6543 für den
Monat Januar 2000. Bei der Fortschreibung in den InfoCube zur Kampagnenanalyse
(0UCMA_C02) wird dieser Wert in eine abgerechnete Menge von 613 kWh zu Vertrag
6543, Monat Januar 2000, Produkt PR1, Kampagne CP1, und eine abgerechnete Menge
von 387 kWh zu Vertrag 6543, Monat Januar 2000, Produkt PR2, Kampagne CP2
gesplittet.

Verbrauchsmonat
VerbrauchsmonatJanuar
Januar2000
2000
Vertrag
Vertrag6543
6543
Monattlicher Monatlicher
Abrechnungsbeleg Produktwechsel zum
Abrechnungsbeleg
Januar 20.01..2000
Februar

Rechnungsbelege Turnusbeleg 1234 Turnusbeleg 9876


Turnusbeleg 1234 Turnusbeleg 9876

Stammdaten
(zeitabhängig) Produkt PR1 / Kampagne CP1 Produkt PR2 / Kampagne CP2
Produkt PR1 / Kampagne CP1 Produkt PR2 / Kampagne CP2
Historischer Dezember 1999 Januar 2000 Februar 2000
Verbrauch BW (PSA) Dezember 1999 Januar 2000 Februar 2000

Historischer Dezember 1999 Jan. 2000/ PR1 / CP1 Jan. 2000/ PR2 / CP2 Febr. 2000/ PR2 / CP2
Verbrauch BW Dezember 1999 Jan. 2000/ PR1 / CP1 Jan. 2000/ PR2 / CP2 Febr. 2000/ PR2 / CP2
(InfoCube
InfoCube))

Die Definition von Queries zum InfoCube der Kampagnenanalyse und deren Ausführung erfolgt im
BW-System über den BEx Analyzer.

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SAP AG IS-U/CRM-Integration Marketing

9. CLTV-Analyse für Versorgungsverträge

9.1. Allgemeiner Überblick


Die CLTV-(Customer-Lifetime-Value-)Analyse ermöglicht Betrachtungen, wie sich der Wert und die
Kundenbindungsrate eines Kundensegments über einen bestimmten Zeitraum hinweg entwickelt hat
bzw. entwickeln wird (CLTV-Vorhersage). Indem Sie sich auf die Kundensegmente konzentrieren, die
besonders umsatzträchtig erscheinen oder eine erhöhte Abwanderungswahrscheinlichkeit aufweisen,
können Sie die CLTV-Analyse als Instrument zur Optimierung von Zielgruppen und Kampagnen
einsetzen. Allgemeine Informationen zur CLTV-Analyse finden Sie im SAP Help-Portal unter der
Internetadresse http://help.sap.com:

9.2. Vorgehen für die Branchenkomponente Versorgungs-


industrie
Die CLTV-Analyse setzt intern die Ermittlung von Lifetime-Perioden je Geschäftspartner voraus. Diese
werden bestimmt durch ein „Kunde-Seit“-Datum, das pro Geschäftspartner hinterlegt sein muss, und
durch das Ende des Monats, in dem der Geschäftspartner letztmalig Umsätze geliefert hat. Für
Geschäftspartner mit Versorgungsverträgen ist es möglich, das „Kunde-Seit“-Datum automatisch als
Datum bestimmen zu lassen, zu dem der Geschäftspartner erstmals ein Vertragsverhältnis mit dem
Versorgungsunternehmen eingegangen ist. Dazu wird pro Geschäftspartner das Minimum über alle
Einzugsdatümer von IS-U-Verträgen gebildet und als Attribut 0UC_CUSSIN (Versorgungsindustrie:
GP ist Kunde seit) am Merkmal 0UCBU_PART (Geschäftspartner Versorgungsunternehmen)
abgelegt.
Um unter diesen Bedingungen die Entwicklung des CLTV und der Kundenbindungsrate zuverlässig
beurteilen zu können, ist es erforderlich, die Verbrauchsmonate eines Geschäftspartners innerhalb
einer Lifetime-Periode lückenlos mit Umsatzkennzahlen zu versorgen. Hierzu können Sie sich des
InfoCube 0UCMA_C01 (Zielgruppenselektion nach Umsätzen und Verbräuchen) bedienen, der, wie in
Abschnitt 4.3.2 beschrieben, von Abrechnungsfehlern abgesehen, innerhalb des Gültigkeitszeitraums
eines Vertrags für jeden Verbrauchsmonat entweder abgerechnete oder hochgerechnete Werte liefert.
Im Einzelnen gehen Sie für die CLTV-Analyse von Versorgungsverträgen wie folgt vor:

1. Überprüfen Sie, dass die ODS-Objekte 0CRM_OLVM und 0CRM_OLVF aus dem
Content übernommen und aktiviert sind.
2. Nehmen Sie einen Initial-Load für Stamm- und Bewegungsdaten mithilfe der Kopie der
Prozesskette 0UCMA_PC01, wie in Abschnitt 4.3 beschrieben vor.
3. Achten Sie darauf, dass beim Upload der Stammdaten (Versorgungsvertrag
zeitunabhängig) auch das InfoObject 0UCBU_PART (Geschäftspartner
Versorgungsunternehmen) fortgeschrieben wird. In den Fortschreibungsregeln wird das
„Kunde-Seit“-Datum ermittelt und fortgeschrieben.
4. Überlegen Sie sich ein sinnvolles Segmentierungsmerkmal für die Bildung der CLTV-
Segmente, das zugleich Navigationsattribut eines Stammdatenmerkmals des InfoCubes
0UCMA_C01 ist. Das Merkmal sollte verschiedene Ausprägungen in SAP IS-U haben,
und zu den verschiedenen Ausprägungen sollten historische Verbrauchsdaten vorliegen.
5. Definieren Sie eine Query, die als Datenquelle für die CLTV-Berechnung dienen kann.
Sie muss für OLE DB für OLAP freigegeben sein und sollte Erlöse in nur einer Währung
liefern. Darüber hinaus muss sie mindestens folgende Merkmale enthalten:
das Segmentierungsmerkmal
ein Zeitmerkmal für die Berechnung der CLTV-Perioden (z.B. 0CALMONTH)
den Geschäftspartner (0UCBU_PART)
das Kunde-Seit-Datum (0UC_CUSSIN)

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eine erlöstragende Kennzahl (z. B. eine berechnete Kennzahl, die die Summe aus
0UCNET_AMT und 0UCE_NETAMT bildet.)

6. Definieren Sie ein CLTV-Modell über die Transaktion RSAN_CLTV. Stellen Sie als
InfoObject für den Kunden 0UCBU_PART und als InfoObject für das Attribut Kunde-Seit-
Datum 0UC_CUSSIN ein. Tragen Sie einen sinnvollen Wert für die Zahl der inaktiven
Monate ein, nach denen ein Kunde als verloren gilt (z. B. 2). Hinterlegen Sie in den
Einstellungen der Datenbeschaffung für die CLTV-Berechnung die Query und die
Feldzuordnung zwischen der Query und Ihrem CLTV-Modell.
7. Wählen Sie als Stichtag für die Ausführung das Tagesdatum.
8. Wählen Sie die Option Daten lesen und parallelisieren.
9. Berechnen Sie das CLTV-Modell und zeigen Sie sich die Ergebnisse an.
10. Führen Sie eine CLTV-Vorhersage durch und lassen Sie sich wieder die Ergebnisse
anzeigen.
11. Werten Sie die Ergebnisse der CLTV-Berechnung und –Vorhersage mithilfe von Queries
zu den ODS-Objekten 0CRM_OLVM und 0CRM_OLVF aus.

Sie können Ihre CLTV-Analyse auch auf die Neukunden einschränken, die Sie in den ersten
Monaten des Selektionszeitraums hinzugewonnen haben. Die Anzahl der Monate tragen Sie bei
den Berechnungseinstellungen ein.

Hinweis
Ein allgemeingültiges Segmentierungsmerkmal erhalten Sie, wenn Sie zur
Vorsegmentierung Ihrer Geschäftspartner die Methode des Clustering verwenden.
Allgemeine Informationen hierzu finden Sie im SAP Help-Portal http://help.sap.com

ab BI Content 3.52 Add-On unter SAP Net Weaver Release ’04


Information Integration SAP Business Information Warehouse BI
Platform Data Mining Clustering
bis einschließlich BI Content 3.3 Add-On unter SAP Net Weaver Prior to
Release ’04: SAP Business Information Warehouse Business Content
Analytische Applikationen Customer Relationship Management Data
Mining Clustering
Das Ergebnis des Clustering wird über das Merkmal 0DM_CLUSNO (Cluster-Nummer)
als Attribut des 0BPARTNER (Geschäftspartner) fortgeschrieben. Die Cluster-Nummer
können Sie dann als Segmentierungsmerkmal bei der Definition Ihres CLTV-Modells
angeben.

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