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Der Antagonist

Denkschriften
über den

Sinn und Unsinn des Lebens

Ralf Beck

2. erw. Auflage
Copyright © 2019 Ralf Beck
2. erw. Auflage
Alle Rechte vorbehalten.
ISBN: 9781090856647
Imprint: Independently published
INHALT

DANKSAGUNG................................................................................ 3

VORWORT ....................................................................................... 5

GESELLSCHAFT UND POLITIK ................................................... 7

DER REICHTUM DIESER WELT .................................................. 9

DIE GESCHICHTE DER MENSCHHEIT – EIN MODERNES


MÄRCHEN ..................................................................................... 13

LEBEN WIR AUF EINEM STRAFPLANETEN? ........................... 23

ARBEITSLOSIGKEIT – VERDIENTES RESULTAT


TECHNOLOGISCHER ENTWICKLUNG .................................. 37

EINE NEUE GESCHICHTE .......................................................... 51

UNSERE UNCHRISTLICHEN FÜHRER..................................... 63

WERDEN IMPFGEGNER BALD VERHAFTET? - GEDANKEN ZUR


WELTGESUNDHEIT .................................................................... 71

DER I. UND II. WELTWIRTSCHAFTSKRIEG GEGEN


DEUTSCHLAND............................................................................ 83

MEINE TU-DU-LISTE ................................................................. 115

SPIRITUALITÄT, RELIGION, PHILOSOPHIE ......................... 119

VON DER RELIGION ZUR MENSCHWERDUNG ................. 121

DER URSPRUNG HEILIGER SCHRIFTEN UND DER WAHRE


NAME GOTTES .......................................................................... 125

DER SÜNDENFALL ..................................................................... 131

1
WAS KOMMT NACH DER ZEIT? .............................................. 135

DIE ENTSPENSTIGUNG DES TODES ...................................... 139

PSYCHOLOGIE UND KOMMUNIKATION ............................. 151

DIE ERDE IST EINE MATTSCHEIBE ........................................ 153

DER ANTAGONIST ..................................................................... 159

DAS URTEILEN ÜBER ANDERE................................................ 165

GFK – KRITIK ZUR GEWALTFREIEN KOMMUNIKATION . 167

PARISER ONE-NIGHT-STUDIO SUCHT MODDLE! .............. 175

GESUNDHEIT UND HEILUNG ................................................ 177

HEILUNG DURCH GEDANKENKRAFT – KÖNNEN WIR UNS


GESUND DENKEN?..................................................................... 179

SUGGESTION UND GENETISCHER CODE ........................... 185

GESUNDHEIT – EIN NATÜRLICHER WEG ............................ 189

SELBSTVERWIRKLICHUNG DURCH BEWUSSTE ATMUNG203

ÜBER DEN AUTOR ..................................................................... 207

2
DANKSAGUNG

Immer wieder stoße ich auf Dinge, die mir widersprüchlich erscheinen und
die ich deshalb geklärt haben möchte. Dann schreibe ich sie nieder, um mir
auf diese Weise Klarheit zu verschaffen. Dank sage ich deshalb der Zeit, die
mir immer wieder Gelegenheit gibt, dass zu tun, was mich interessiert und
Spaß bereitet. Dank sage ich dem Leben, welches mir nie langweilig daher-
kommt. Dank sage ich dem Zeitgeist, der mir die Möglichkeiten und die
Techniken liefert, oftmals frei Haus, die wir heute haben, um uns produzie-
ren zu können, auf welche Art wir dies auch tun möchten.

3
4
Vorwort

In diesem Buch soll einigen Fragen nachgegangen werden. Zum Beispiel, ob


man alle Kinder weltweit nur impfen muss, damit alle Krankheiten ausge-
rottet werden können. Oder ob wir tatsächlich als Affen von den Bäumen
gestiegen sind, um Jahrtausende später genau dies nicht mehr beweisen zu
können. Ist es nicht merkwürdig, dass seit ebenfalls Jahrtausenden alle Men-
schen weltweit die gleichen Halluzinationen oder märchenhaften Einbildun-
gen hatten, die uns die Existenz sogenannter Außerirdischer berichten, und
sogar unsere Herkunft aus dem All? Glauben Sie auch an eine glühende
Sonne, die durch ein stockdunkles, eiskaltes Weltall hindurch unsere Erde
zu erleuchten und erwärmen vermag? Wie gerecht ist es, jemanden zu be-
strafen, der öffentlich bekundet, was er glaubt? Es gibt jedoch auch Betrach-
tungen über die Möglichkeiten, unser Leben zu verlängern und unabhängi-
ger zu gestalten. Insgesamt mögen diese Ausführungen ein wenig zum Den-
ken anregen, denn Denkschriften sollen es ja sein.

Viel Spaß beim Lesen!

5
6
Gesellschaft und Politik

7
8
Der Reichtum dieser Welt

Liebe Leser,

beginnen möchte ich mit einer der grundsätzlichen Fragen, nämlich warum
es bei dem gigantischen Überfluss, der weltweit produziert wird, so überaus
viel Armut und Elend gibt. Es ist ganz offensichtlich, dass wir hier lediglich
ein Umverteilungsproblem haben. Denn es bleibt ja nur die Frage, wo dieser
ganze Reichtum letztlich hingeht, in welche Taschen er fließt. Diese Frage
eröffnet also das erste Kapitel, mit welchem ich im Jahre 2019 die Besucher
meiner Internetseite www.traumsegler.de begrüßen durfte.

Gedanken zum neuen Jahr 2019

Wie viel Reichtum können wir als Gesellschaft uns leisten, ohne dass die
Grundinteressen von Lobbyisten und Verbrecherorganisationen wesentlich
tangiert würden, und dass dieser unser Reichtum nicht allzu viele Begierden
auslösen würde? Warum wird all das wahnsinnig viel erwirtschaftete Geld
nicht zum SEGEN der Menschheit verwendet? Wir beschweren uns oft über
die angeblich dummen Politiker, die unsere Gelder in den Sand setzen und
verplempern. Doch wie viel Geld geben wir selber für Unnützes aus!
Im Jahr 2018 wurden für Silvesterknaller 137 Millionen Euro ausgege-
ben. 1 Stellen wir einmal folgende Erklärung gegenüber:

2018 wird es deutschlandweit über eine halbe Million Menschen ohne Bleibe
geben. 2

Das macht ca. 275 Euro theoretisches Weihnachtsgeld für jeden Obdachlosen
in Deutschland. - Aus privaten Mitteln.

1 de.statista.com/statistik/daten/studie/284913/umfrage/umsatz-der-
deutschen-pyrotechnischen-industrie/
2 berlin030.de/zahlen-und-fakten-obdachlosigkeit-in-deutschland/

9
Die staatlichen Mittel

Wir werden »bis 2024 Verteidigungsausgaben von zwei Prozent der Wirt-
schaftsleistung anstreben« – jährlich!

2 % …? Klingt irgendwie akzeptabel …? Das wären dann allerdings


80.000.000.000 (80 Milliarden) Euro! 80 Milliarden Euro von dem, was wir
erwirtschaften, werden von völlig durchgeknallten, verantwortungslosen
und kriegslüsternen Politikern gefordert und ausgegeben werden! 3
In der Bundesrepublik leben derzeit ca. 80 Millionen Menschen. So-
mit kommen auf jeden einzelnen Bundesbürger jährlich ca. 1.000 Euro an
Militärausgaben.

Vor wen müssen wir uns eigentlich schützen? Gibt es irgendwelche Staa-
ten, die uns Deutschen Ländereien streitig machen, die unsere Ressourcen
vereinnahmen wollen, die uns gegenüber grundsätzlich kriegerisch ge-
stimmt sind, die uns den Krieg erklärt haben? Was haben unsere Soldaten in
Afghanistan zu suchen? Was haben unsere Soldaten in Mali, Adria, Bosnien,
Georgien, Kambodscha, Kosovo und Irak zu suchen? 4 Deutsche Grenzen
schützen? Sind wir von den Staatsführungen dieser Länder gebeten worden
völkerrechtskonform zu helfen?
80 Milliarden Euro auf unsere 500.000 Obdachlosen aufgeteilt, ergä-
ben für jeden einzelnen ca. 160.000 Euro. Genug für eine Wohnung. Wenn
diese Obdachlosen dann noch sozial integrierbar und arbeitswillig wären,
hätten wir innerhalb eines einzigen Jahres keine Obdachlosen mehr, deutlich
mehr Wohlstand und Sicherheit für alle. Dies ist natürlich rein rechnerisch
zu betrachten, denn die Problematik ist ja weitaus komplexer. Es soll jedoch
durch diese Vergleiche gezeigt werden, welch unglaubliche, menschenver-
achtende (unchristliche 5) Verschwendung mit unseren erarbeiteten Geldern
getrieben wird. Ohne jeden nachvollziehbaren vernünftigen Grund, ohne
unser demokratisches Einverständnis, aus reiner Geschäfts- und Geld-Sucht,
wird von der Lobby und ihren Vertretern in den Parteien unser Wohlstand

3 www.bund-rvso.de/auf-ruestung-deutschland-nato-russland-ausgaben.html
4 www.bundeswehr.de, weitere genauere Angaben unter de.statista.com/stati-
stik/daten/studie/72703/umfrage/anzahl-der-soldaten-der-bundeswehr-im-ausland
5 Siehe Kapitel »Unsere unchristlichen Führer«

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verprasst und verhindert. Und wohl bemerkt; wir reden hier nur über die
Ausgaben von einem Jahr, nur von Militärausgaben (unser Geld wird nicht
nur in diese verplempert), und nur von den Ausgaben Deutschlands!
All die Waffen, die ständig weltweit produziert werden und zukünf-
tig produziert werden sollen; was passiert mit diesen? Landen die irgend-
wann auf dem Schrotthaufen? Nein – die sollen eigentlich alsbald wie mög-
lich weg, damit neue produziert werden können! Nur dann kann Geld ver-
dient werden, immer weiter mit immer neuen Kriegen – denn dies heißt
letztlich weg!
Die Schrotthaufen werden unsere Städte sein, unsere Felder, auf denen vor-
dem Weizen wuchs, unsere blühenden Landschaften und städtischen Errun-
genschaften.
Man könnte hier unzählige Vergleiche anstellen, was an Ausgaben
für Soziales, Bildung und Kultur nötig und sinnvoll wäre gegenüber den
Geldverschwendungen für Waffen, Bürokratie und Beamtentum, Vettern-
wirtschaft, Überwachung etc. etc. Dies ist jedoch unnötig um sich bewusst
zu werden, dass das System als solches marode ist, aus dem Ruder gelaufen
und vollkommen fehlgeleitet, beinahe schon unkontrollierbar und gerade
deshalb gefährlich. In einer echten demokratischen Volksabstimmung
müsste man den Massen erst einmal erklären und nachweisen, warum diese
horrenden Militärausgaben notwendig wären. Die gleich geschalteten, zent-
ral gesteuerten Massenmedien haben diese Rolle bereitwillig und gerne
übernommen. Sie blasen einhellig in das Horn zum Sturm gegen den Osten,
gegen Russland. Damit, wie von den Briten schon seit Jahrhunderten be-
fürchtet und bislang erfolgreich verhindert, wir uns nicht eines Tages doch
noch mit den Russen zusammenschließen, um eine Weltmacht zu werden, –
wirtschaftlich, politisch, militärisch und kulturell. Wir haben keine Feinde,
wir wurden zu Feinden gemacht.
Trotz massiver Hetzerei in den Medien (Volksverhetzung?), welche
auf Behauptungen und Unterstellungen basieren, wünscht sich die Mehr-
heit der Deutschen eine Annäherung an Russland. 58 Prozent der Befrag-
ten sind für ein besseres Verhältnis zu Moskau. (Nach einer repräsentati-
ven Umfrage der WELT. 6) Vor 100 Jahren war es einfacher, die Massen zu

6 www.welt.de/politik/ausland/article174648662/WELT-Trend-Mehrheit
-der-Deutschen-wuenscht-politische-Annaeherung-an-Russland.html

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manipulieren. Heute erkennt man schon im Ansatz die dummdreisten Lü-
gen der Meinungsmacher in den Leid-Medien, die im Auftrag fremdländi-
scher Interessengruppen arbeiten. Es ist mittlerweile für beinahe jeden of-
fensichtlich geworden, wer tatsächlich Krieg will, und zwar um jeden Preis.
Dies sind nicht die Russen, die weitaus mehr Vertrauen der deutschen Be-
völkerung genießen, als die Amerikaner, und worüber man sich auch noch
wundert. 7 Jeden Cent, den wir für diese Hetzblätter also ausgeben, sollten
wir besser den Armen auf der Straße spenden.

7 www.augsburger-allgemeine.de/politik/Was-finden-die-Deutschen-nur-an
-Putin-id50915266.html

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Die Geschichte der Menschheit – Ein modernes
Märchen

Vor gar nicht allzu langer Zeit begab sich eine Gemeinschaft von Göttern auf
die Reise zu noch unbekannten Himmelskörpern und Lebensformen. Sie zo-
gen durch viele Welten und Galaxien und eines Tages entdeckten sie einen
wunderschönen Planeten, dem sie den Namen »Die blaue Perle der Schöp-
fung« gaben, so begeisterte sie sein Anblick. Er versprach eine herrliche Viel-
falt an Leben und so begaben sie sich zu ihm, um auf ihm ein berauschendes
Fest des ewigen Daseins zu feiern.
Blühende Natur, vibrierendes Leben, märchenhafte Landschaften
mit grünen Tälern, majestätischen Bergen, deren Spitzen durch die weißen
Wolken bis in den blauen Himmel ragten, sonnige Strände, an denen das
klare Wasser brandete, goldene Getreidefelder und singende Flüsse mach-
ten sie glücklich! Soviel wunderbares Leben, Pflanzen und Tiere – dies
konnte nur das Werk des Allmächtigen sein, erschaffen in grenzenloser
Liebe! Wer hier wohnte, sein Zuhause hatte, meinten die Götter, müsste
sehr, sehr glücklich sein. Doch dann trafen sie den Menschen und sie wun-
derten sich sehr. Die Menschen schienen die Herren dieses Planeten zu sein,
denn sie taten unbehelligt das, was sie wollten, und scheinbar niemand ver-
mochte ihnen Einhalt zu gebieten. Aber Einhalt war geboten, denn es war
unverkennbar, dass die Menschen dabei waren, diesen prächtigen Planeten
in ein Tal der Tränen zu verwandeln und sich in der Folge selber zu zerstö-
ren; sie rannten mit offenen Augen in ihr Verderben.
Sie sahen, dass die Menschen sich immerzu anstrengten, um etwas zu errei-
chen. Sie waren dabei sehr fleißig, machten Fortschritte und hatten das Be-
mühen voranzukommen, sich zu entwickeln. Es gab viel Schönes und Er-
bauliches in den Künsten, die sie ausübten. Insgesamt sah man ein sehr ak-
tives und gutwilliges Volk. Aber sie waren immer ruhelos und irgendwie
nie richtig zufrieden. Und alles, was sie erreichten, worüber sie sich dann
auch riesig freuen konnten, geschah mit einem enormen Aufwand. Die Tiere
und Pflanzen dagegen genossen ihr naturgegebenes Dasein in diesem Para-
dies.

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Trotz allem Schönen und allem Fortschritt – die Menschen waren sel-
ten wirklich glücklich. Wer sollte das verstehen? Die Götter versuchten es.
Sie studierten die Geschichte und die Entwicklung der Menschheit, ihre Ge-
wohnheiten und Motivationen. Dabei fanden sie überraschend heraus, dass
die Menschen vor langer, langer Zeit einst selber Götter waren! Auch sie
konnten früher in ihrem Astralkörper in wenigen Augenblicken von einem
Punkt des Weltalls zu einem anderen reisen. Auch sie konnten damals mit
ihrem geistigen Auge »fernsehen«. Sie konnten über größte Entfernungen
telepathisch Gedanken und Nachrichten austauschen, sie verstanden es,
durch das ursprüngliche Wort der goldenen Sprache augenblicklich Dinge
entstehen zu lassen, sie kannten die tiefsten Naturgesetze und ihre Anwen-
dung, sie hörten und spielten den musikalischen Zauber himmlischer Sphä-
ren. Sie lasen im »Buch der Schöpfung«, in welchem alle Vergangenheit, die
Gegenwart und die Möglichkeiten sowie Tendenzen der Zukunft verborgen
lagen. Und sie hatten ein universelles Bewusstsein, mit einer Wahrnehmung,
die bis in die nächsten Dimensionen reichte, und das alles Sein in seiner
Ganzheit vollständig zu erfassen vermochte. Sie waren Götter! Und weil die
Menschen dies in den tiefsten Tiefen ihres Unterbewusstseins immer noch
ahnten, versuchten sie ihre einstmals göttlichen Fähigkeiten gewissermaßen
nachzubauen. Aber jeder noch so technisch raffinierte »Nachbau« blieb doch
nur eine blasse Kopie ihrer vergangenen unerreichten Fertigkeiten und
Möglichkeiten, die sie nach und nach verloren, weil sie ihre Wahrnehmung,
ihre Erfahrungen und ihr Wirken immer mehr auf die materielle Ebene ver-
lagerten. Sie bauten Flugzeuge, Funkanlagen, Fernsehgeräte, Computer,
und entwickelten dabei eine Industrie, die irgendwann nur noch funktionie-
ren konnte, indem man Mutter Erde beinahe bis zum Kollaps ausplünderte.
Es entwickelte sich etwas, das sie Wissenschaft nannten, die so spe-
zialisiert war, dass sie sich vollständig vom Einen-Ganzen trennte, und jeden
natürlichen Zusammenhang verlor. Ihr so lange mühsam erworbenes Wis-
sen versuchten sie in Büchern festzuhalten und hielten dies irgendwann für
das Wissen schlechthin.
Sehr »amüsant« erschien auch, dass die Älteren die kleinen Kinder zwangen,
viele Jahre lang eine Einrichtung zu besuchen, die sie »Schule« nannten. Dort
mussten sie Rechnen und Schreiben lernen und mit diesem Wissen wurden
die Armen dann hinaus in die Welt geschickt, weil man glaubte, allein mit
diesen Kenntnissen würden sie in der Lage sein, ihr Leben erfolgreich zu

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gestalten und zu meistern. Aber was wussten sie dann von den Gesetzmä-
ßigkeiten und Erfordernissen des Lebens? Außerdem lernten sie dort, dass
alle Existenz nur Materie sei, lediglich dazu da, verarbeitet zu werden und
sich vollkommen dem Willen des Menschen zu fügen. Das war eine Bildung,
die mit der Realität des wirklichen, sinngebenden Lebens nicht mehr viel
gemein hatte. Es wurde nur ein auf »Fakten« basierendes »Wissen« vermit-
telt, aber keine Lehrinhalte, dazu geeignet, Charakter und Persönlichkeiten
der jungen Menschen heranzubilden, bzw. Erfahrungen nutzbringend für
alle zu integrieren. Einige der Schulabgänger eigneten sich in mehrjährigen
Studien weitere »Weisheiten« an, und wurden später im Laufe ihrer Karriere
– eine viel strapazierte Metapher für Lebensinhalt schlechthin – Lehrer, Ma-
nager, Ärzte, Wissenschaftler, Militärführer, Politiker oder sogar Staatsfüh-
rer eines Volkes, oft ohne Charakter und Persönlichkeit.
Anfangs glaubten die Götter an eine tragische Komödie als grandio-
ses kosmisches Schauspiel in einem Welttheater. Einige waren amüsiert und
kugelten sich gar vor Lachen, andere bestaunten mit großen, neugierigen
Augen das Unfassbare. Doch allmählich erfasste sie betroffenes Schweigen.
Denn sie sahen nun, dass dies alles kein Spaß war! Die Menschen machten
ernst. Sie wollten alles machen und alles haben, sie sagten immerzu »ich will
…!«, und diesen Willen setzten sie mit dem Wissen, das sie in der Schule
erworben hatten durch – egoistisch, berechnend und rücksichtslos gegen-
über ihrem Planeten, gegenüber anderen und sogar gegenüber sich selbst.
Und weil sie dabei nie ihre wahre Vollkommenheit erreichen konnten, blie-
ben sie tief in ihrem Inneren immer unglücklich, und strengten sich umso
mehr an …
Doch bei weitem nicht alle waren von dieser schrecklich ruinösen
Krankheit der Habsucht befallen. Umso unverständlicher war, was diese
noch Unbetroffenen dagegen taten – nichts! Sie schauten zu, wie eine inzwi-
schen geistig degenerierte Minderheit, oftmals auch Führer genannt, die
Menschheit geradewegs in die Apokalypse führte. Sie waren wie die
Schweine, die man zum Schlachthof führte – sie witterten nichts Gutes, aber
sie ergaben sich ihrem aufgebürdeten Schicksal widerstandslos. Rein gene-
tisch gesehen hatten sie ja auch eine sehr große Ähnlichkeit mit den Schwei-
nen. Mit dem Unterschied allerdings, dass Schweine noch nicht aufrecht ge-
hen konnten … Und während viele weiterhin »ich, ich, ich …« sagten,
trennten sie sich immer mehr von der heilsamen Einheit mit dem Alles und

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von ihrem eigenen inneren wahren Glück.
Sie sagten sogar »ich«, wenn sie von der Liebe zu einem anderen
Menschen sprachen. Sie sagten Liebe, wenn sie von Sex sprachen. Sie sagten
Sex, wenn sie von Zärtlichkeit redeten. Sie sprachen von Zärtlichkeit, wenn
es um sexuelle Forderungen ging. Und wahre Liebe wurde zur Ware Liebe.
Wenige nur kannten noch die ehrliche, hingebungsvolle, große Liebe. Für
diese gab es auch in der Liebe Sex, aber Sex ohne wahrhaftige, aufrichtige
Liebe war für sie etwas völlig Anderes, und für die anderen oft der Grund
für Beziehungsprobleme. So gingen mitunter Liebespaare miteinander um.
Doch es sollte alles noch schlimmer kommen.
Die Götter bemerkten nämlich recht bald, dass der ganze herrliche
Reichtum der blauen Perle nicht allen Menschen gleichermaßen gehörte.
Denn es gab sogenannte »reiche Geschäftsleute«, die Teile der Erde, soge-
nannte Grundstücke, von der Regierung aufkauften und dann dafür etwas
verlangten, zum Beispiel Geld, damit andere dieses gemeinsame Land nut-
zen konnten. Zum Beispiel wurden auf diesem erkauften Land Wohnungen
gebaut, für die man dann »Mietzins« zahlen musste, wenn man darin woh-
nen wollte bzw. musste. Um sich eine eigene Wohnung bauen oder kaufen
zu können, hatten aber nicht alle Menschen genügend Geld, weil ein großer
Teil dessen, was diese erarbeiteten, die »Regierenden« über Steuern und die
Geschäftsleute über sogenannte Produkte, die eigentlich niemand wirklich
benötigte, wieder einkassierten. Das war moderne Sklaverei – Lohnsklave-
rei. Denn arbeiten musste man, Mann, Frau und oftmals sogar die Kinder,
doch der Monatslohn reichte kaum, um die Lebensunterhaltungskosten für
die Familie aufzubringen. Wo war nur der unermessliche Reichtum der Na-
tur hin, der für jedes einzelne Lebewesen auf der Erde alles, wirklich alles,
im Überfluss hatte?
Und obwohl immer effizienter, zeitsparender und kostengünstiger
produziert wurde, kamen die Produktiven niemals wirklich und in ange-
messener Weise in den wohlverdienten Genuss der Früchte ihrer Arbeit. Der
Entwicklung entsprechend wären die Früchte gewesen: kontinuierliche Ver-
kürzung der Arbeitszeiten, wachsende Anzahl an Urlaubstagen, tatsächli-
ches Wachstum der Löhne durch angemessene Gewinnverteilung, kurzum;
zunehmender Wohlstand für alle und mehr Freizeit für Bildung und Kultur.
Stattdessen wurden Urlaubstage gestrichen, Feiertage wurden »wegrationa-

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lisiert«, es mussten immer mehr Überstunden geleistet werden, oft ohne Be-
zahlung, die Steuerabgaben wurden permanent erhöht, und mehr Geld lan-
dete selbst nach Jahrzehnten Modernisierung, Automatisierung und Com-
puterisierung nie wirklich in die »Lohntüten«, wenn man es mit den wach-
senden Ausgaben und Abgaben verglich. Doch die Götter fanden schnell
heraus, worin der Hauptgrund dieses Übels zu finden war.
Schon bevor es die entwickelte Industrie mit »Arbeitgebern« und
»Arbeitnehmern« gab, dachten gewisse Kreise darüber nach, wie sie noch
mehr Reichtümer für sich alleine anhäufen konnten, und wie sich die Mas-
sen in weitere Abhängigkeit und Armut stürzen ließen. So gingen die Men-
schen miteinander um. Und dazu wurde etwas ausgeheckt, das man als
wahrlich teuflisch bezeichnen kann. Der Zins. Und das funktionierte, ver-
einfacht dargestellt, so:
Gewisse »Kreise« und »Zirkel« druckten eine ganz bestimmte, fest-
gelegte Summe Geld, und verteilten dieses Geld unter die Bevölkerung, um
auf diese Art ein Währungs- und Wirtschaftssystem zu etablieren. Die meis-
ten Menschen mussten arbeiten gehen, um an dieses Geld zu kommen. Die-
ses erarbeitete Geld war nun ihre »Ware«, welche sie für andere Ware, wie
zum Beispiel Lebensmittel und Kleidung, eintauschen konnten. Eigentlich
eine geniale, fortschrittliche Idee.
Wer also keine Ware, selbst hergestellte oder eingekaufte, auf dem
Markt anbieten konnte, musste seine Arbeitskraft verkaufen, was unter ge-
rechten Bedingungen ja auch völlig in Ordnung gewesen wäre.
Andere jedoch »verdienten« Geld mit Zinsen durch Geldanlagen
und Aktien, wieder andere bekamen es von den Produktiven in Form von
sogenannten »Steuergeldern« und »Abgaben«. Das war das System, dass
das Geld immer wieder von unten nach oben sog.
Wenn nun also zum Beispiel ein Privater oder ein Geschäftsmann oder die
Regierung, mehr Geld für eigene Investitionen benötigte, als zur Verfügung
stand, oder als kurzfristig erwirtschaftet werden konnte, ging man zu diesen
Herren des Geldes, zur Geldbank, und lieh sich die Summe Geld, die benö-
tigt wurde. Diese Summe bekam man meistens auch, allerdings, und das ist
der Haken an der Sache, musste man zusätzlich zu der geliehenen Summe
Geldes »Zinsen« zurückzahlen. Das heißt, man musste als Gegenleistung
mehr Geld zurückzahlen, als man ursprünglich bekommen hatte! Das war

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der Erwerb der Banken – sie »erarbeiteten«, »vermehrten« Geld durch Geld-
verleihung!
Weil die Banken aber nie damit aufhörten Geld zu verleihen, wuch-
sen auch die Zinseinnahmen beständig – das Geld vermehrte sich auf wun-
dersame Weise. Nicht wirklich, aber auf dem (Schuld-) Papier. Da die im
Umlauf befindliche Geldsumme jedoch nur begrenzt war, musste das Geld,
das an Zinszahlungen ja zurückerstattet werden musste, irgendwann ir-
gendjemandem fehlen! Die Geldbank vermehrte das (ihr) Geld, welches sie
ursprünglich herausgegeben hatte, ohne dass mehr Geld herausgegeben
wurde (es sei denn, um es wiederum zu verleihen …) und ohne jeglichen
produktiven Gegenwert! Das Plus bei den Banken musste also woanders als
Minus auftauchen! Das ist das sittenwidrige, verbrecherische und zerstöre-
rische Gesetz des Zinses. So verlagerte sich von Unten nach Oben immer
mehr Geld bei immer weniger Menschen und immer mehr Menschen hatten
immer weniger Geld! Und das war ein systematischer, gezielter Vorgang. So
gingen die Mächtigen mit den Ohnmächtigen um.
Nach wenigen Jahrzehnten des Bestehens des Zinssystems waren die
meisten Menschen auf die eine oder andere Art verschuldet und fristeten
ihre meiste Zeit als hoffnungslose, abhängige und oft lebenslange Schuldner.
Hätten diese sich nur ihrer göttlichen Fähigkeiten besonnen, dann wäre für
sie buchstäblich alles möglich gewesen! Sie wären frei und glücklich …
Aber nicht nur private und Geschäftsleute wurden durch den Zins
in die Schuldenkrise gestürzt, sogar Regierungen, ganze Staaten gingen
bankrott. So gingen sie mit den Nationen um. Und da sogar Regierungen
pleitegehen konnten, musste es noch eine Macht geben, die über die Macht
der Regierungen stand, denn die Regierungen konnten es nicht verhindern,
auch wenn sie es wollten. Irgendwann waren die Zinsen dann so hoch, dass
sie nicht mehr zurückbezahlt werden konnten, deshalb wurden schließlich
auch diese verzinst, das heißt, auf die Zinsen mussten wiederum Zinsen ge-
zahlt werden, damit überhaupt etwas von den Schulden zurückgezahlt wer-
den konnte! Es war eine endlose Schraube, die letztlich zu einem kompro-
misslosen und selbstzerstörerischen Wachstumszwang der Wirtschaft
führte, um diese unverdienten Forderungen noch halbwegs bedienen zu
können. Und trotz Entwicklung von Hochtechnologie und eigentlich wach-
sendem Reichtum, der für alle möglich und da war, wurden immer mehr
Menschen immer ärmer. So gingen die Herren des Geldes mit allen Übrigen

18
um.
Verwunderlich war nur, dass all diese Zustände von einer Minder-
heit hervorgerufen wurden. Eine andere Minderheit, die Regierenden, tat
dagegen – nichts. Diese wiederum wurden dazu »legitimiert«, nichts zu tun,
und das funktionierte so:
Es wurden sogenannte »Wahlen« ausgerufen, die regelmäßig in kur-
zen Jahresabständen stattfanden. Jeder Mensch ab einem bestimmten Alter
durfte diejenigen Menschen in die Regierung wählen, von denen er glaubte,
sie wären kompetent und willens, alles das zu tun, was dem ganzen Volke
zum Nutzen und Wohle gereichen würde, denn sie nannten sich ja auch
»Volksvertreter« …
Meistens waren die Wahlen sehr spannend, denn man wusste nicht immer
ganz genau im Voraus, wer gewinnen würde; zumindest nicht die Wähler.
Eine »Partei« gewann meistens mit ca. 40 % der Wählerstimmen, was, am
Rande bemerkt, noch lange nicht 40 % der Bevölkerung waren. Diese 40 %
waren nun die »absolute Mehrheit« der Wählerstimmen, die bestimmt hatte,
welche (neue) Regierung nun an die Macht kam. Denn die anderen 60 % der
Wähler verteilten sich auf alle übrigen Parteien, die auch gewählt werden
wollten.
Das 40 % von 100 % der Wählerstimmen eine Mehrheit sein konnte, war
vielleicht ein unglücklicher Umstand der Organisation des Parteiensystems.
Dieser führte aber immerhin dazu, dass die Menschen, die diese Partei nicht
gewählt hatten (60 % von 100 %!), von der Siegespartei regiert wurden! Also
regierte in Wirklichkeit eine Minderheit nicht nur die 60 % der eigentlichen
Mehrheit der ‚restlichen‘ Wähler (die sich allerdings noch auf mehrere an-
dere Parteien verteilten, was fairerweise zugegeben werden muss), sondern
die Bevölkerung insgesamt, und diese war natürlich weitaus größer als nur
die 60 % der Wähler der »Restparteien«! Das nannte man »Freiheitliche De-
mokratie«. Böse Zungen behaupteten gar, das Parteiensystem wäre dazu er-
funden worden, um die gesamte Wählerschaft lediglich zu zersplittern. Und
was, wenn die Menschen dem Ganzen auf die Schliche kamen und nieman-
den mehr wählen wollten?

Eine durchschnittliche Beteiligung von weniger als 50 % der Wählerschaft


führt dann zu einer Koalitionsregierung, für die niemand gestimmt hat, und

19
zu einer Politik, die das Ergebnis von Kompromissen ist, die hinter verschlos-
senen Türen zwischen den betroffenen Parteien erreicht wurden. 8

So ging der Staat mit »seinen« Bürgern um.


Und da die Regierung von den Banken finanziell abhängig war
(denn auch sie bekam das Geld, das sie benötigte von den Banken, und sie
musste jedes Jahr neue (Zins-) Schulden machen), war sie auch beeinfluss-
bar, dass bedeutet, sie musste sich den Interessen der Banken beugen. Die
Banken und ihre Vertreter in der Regierung und der Wirtschaft bestimmten
also, wo Geld hinfloss, nämlich zu ihren eigenen zinsbringenden Interessen
(Investitionen), und nicht zu den wahren Bedürfnissen des Volkes.
Und die Götter entdeckten völlig neues Vokabular; zum Beispiel das
Wort »Waffen«. Es dauerte ziemlich lange, bis sie den Sinn dieses Begriffes
verstanden. Eine Waffe diente im Grunde dazu, sich in einer Streitsache mit
»Gewalt« »Recht« verschaffen zu können. Das Prinzip war dabei sehr ein-
fach; wer die meisten und wirksamsten Waffen hatte, der hatte letzten Endes
auch recht! Deshalb wurden mit unglaublicher Raffinesse immer »bessere«,
sprich effizientere, Waffen erfunden und gebaut, denn man wollte überall
zu jeder Zeit und in jeder Situation im Vorteil, im »Recht«, sein. Effizienz
hieß in diesem Fall, innerhalb kürzester Zeit so viele Menschen wie möglich
zu vernichten! Faszinierend! Daraus entstanden dann später, als der Verfall
der Gesellschaft bereits deutliche Züge zeitigte, diese sogenannten »Baller-
spiele« am Computer, in denen schon Kinder Töten lernen oder sich daran
gewöhnen konnten. – Brot und Computer-Spiele … Das war in der Tat eine
Perversion menschlichen Daseins – ganze »Armeen«, das heißt Millionen
Menschen organisiert unter Waffen! Aber auch die Waffenproduktion
diente in Wahrheit letztlich nur der eigenen Bereicherung! Dazu ersann man
»Feindbilder« und schuf »Konflikte«, um dann den gegenüberstehenden
Mächten (jawohl, beiden Seiten!) Waffen verkaufen zu können. Manch Waf-
fenhändler soll sich darüber schon totgelacht haben. Die Götter hatten wirk-
liche Mühe, diesem Denken auch nur ansatzweise folgen zu können.
Eines der unglaublichsten Dinge für sie war aber, als sie herausfan-
den, dass die Menschen sich gegenseitig anfeindeten und vernichteten, nur,
weil sie anders aussahen, anders dachten, oder etwas Anderes glaubten!

8 Zitat: Gerard Menuhin

20
Menschen, Fremdenhasser, wollten nicht wahrhaben, dass alle Menschen
aus dem Einen geboren wurden, vor dem sie alle gleich waren, und hielten
sich für die einzig Wahren und Edlen. Alle anderen, die anders waren als sie
selbst, waren ihnen nicht ebenbürtig – meinten sie. Das diente ihnen als
Rechtfertigung dafür, andere Völker zu unterdrücken und zu vernichten.
Diese hatten eine andere kulturelle Entwicklung durchgemacht, eine andere
Sprache entwickelt, und besaßen eine eigene Religion. Leider begriffen aber
viele Menschen, die sich »Arier« oder die »Auserwählten« nannten, nicht,
dass alle Religionen sich nur aus Dem-Einen-Gott entwickelt haben konnten.
Und weil jeder meinte, sein Gott wäre der einzig wahre, wurden andere
Menschen mit körperlicher und teils tödlicher Gewalt dazu gezwungen, den
anderen Gott anzuerkennen und ihren eigenen zu verleugnen. Wie schön
wäre es doch gewesen, hätten alle Menschen den einzigen, den wahren Gott
erkannt und gefeiert, in welchem in Wirklichkeit jede Religion ihre geistigen
Wurzeln hatte!
Die Menschen verwechselten Glück mit Habgier und Macht über andere
und bei all dem, was die Götter zu Gesicht bekamen, erfasste sie immer mehr
tiefes Mitgefühl, zumal sie die Menschheit als ihre Brüder und Schwestern
betrachteten, was sie ja in Wirklichkeit auch waren, die Reichen wie die Ar-
men, die Jungen wie die alten. Also überlegten sie sich, wie sie diejenigen,
die auf der ehrlichen Suche des wahren, heilsamen Ursprunges ihres Selbst
und der Menschheit waren, und sich mit Hingabe danach sehnten, helfen
konnten, ihr Ziel zu erreichen. Wie war es möglich, verzweifelten Suchern,
sowie der Menschheit insgesamt, den Weg zurück zur Göttlichkeit und Frei-
heit aufzuzeigen?
Sie fingen an, befähigte und für die Wahrheit empfängliche Men-
schen dazu zu inspirieren, mutige und fortschrittliche Gedanken zu verbrei-
ten. Autoren, Musiker, Politiker, Lehrer, Wissenschaftler und sogar Militärs
…, Menschen in verantwortungsvollen Positionen, Menschen die kompetent
und willens waren, Fehler zu erkennen und zu korrigieren. So fing vielerorts
eine kleine Bewegung an, die langsam aber stetig wuchs. Als sehr zweckmä-
ßiges Hilfsmittel erwiesen sich dabei auch Bücher, da die Menschen Bücher
sehr schätzten und auf ihrer Suche immer gerne lasen. Bücher konnten über-
all schnell viele Menschen erreichen. So gingen die Götter mit den Menschen
um. Und so findet man heute in vielen Büchern, und neuerdings auch im
Internet, wieder geoffenbarte Wege zum freien Gottmenschen und zu einer

21
glücklichen Gemeinschaft.
Dieser Weg hat allerdings immer etwas damit zu tun, sich selber zu erken-
nen und zu verbessern! Denn

»wenn die Zeit verrückt und die Welt aus den Fugen erscheint, so liegt die Ursache
in dem wankenden Gleichgewicht des Einzelnen«. 9

Was dabei herauskommt, wenn wir andere verbessern wollen, erleben wir
zu oft im Streit, in Konkurrenz, im Elend, im Krieg. Wer sich selbst verbes-
sert, verbessert zunehmend auch das Ganze. Das sind Aufgabe und Verant-
wortung des Einzelnen am Gesamten. Wer sich selbst verbessert, projiziert
seine eigenen Probleme nicht als Schuld auf andere und in die Welt. Nur
wenn wir uns alle selbst verbessern, werden wir alle wieder Frieden haben.

Die Geschichte der Menschheit war eine Geschichte unablässiger, konse-


quenter, zielgerichteter Zerstörung menschlicher Kunst und Kultur, jegli-
cher ethischen Werte und scheinbar letztlich des Menschen selbst. Können
wir das ändern? Zerstörung durch Privatisierung des Erdballs?

9 Zitat: Rudolf Bendl

22
Leben wir auf einem Strafplaneten?

Nach dem teils noch einigermaßen amourösen Märchen über die fehlgelei-
tete Menschheit, werden im folgenden Artikel die Zustände auf der Erde
deutlicher angesprochen. Wir begeben uns teils in Bereiche der sogenannten
»Verschwörungstheoretiker«, ob es hier jedoch um Theorien irgendwelcher
Theoretiker geht oder um zulässige Vergleiche und Hindeutungen, dies mag
im Auge des Betrachters liegen bleiben; des einzelnen Menschen als Betrach-
ter, denn Betrachterinnen gibt es (noch) nicht. Oder …?

Die Strafgefangenen-Insel

Was würde passieren, wenn man Strafhäftlinge auf eine Insel sperren und
sich selbst überlassen würde? Es gab darüber mal einen Film 10, in dem die-
ses Szenario thematisiert wurde. In dem bolivianischen Gefängnis Palma-
sola ist dies nicht nur Science-Fiction, sondern tatsächlich Realität, und die
dortigen »Ordnungshüter« sind ebenfalls inhaftierte Gewalttäter. Dies zeigt
bereits, was für eine Gesellschaft sich tendenziell entwickeln würde. Glei-
ches, wenn sich das Gefängnis über das gesamte Territorium der Erde er-
streckte. Wir hätten durchgängig mafiöse Strukturen, bis in alle Lebensbe-
reiche hinein. Man bräuchte selbstverständlich »Schutzbeauftragte«, die ge-
gen ein gewisses regelmäßiges Entgelt dafür Sorge tragen würden, dass ei-
nem nichts passierte, man also möglichst unversehrt blieb im rauen Alltags-
kampf um ein bisschen mehr Freiheit, ein bisschen mehr Komfort, um klei-
nere Annehmlichkeiten und Sonderrechte, ein bisschen mehr Besitztum und
Wohlstand und Sicherheit. Bezahlen täte man dies mit Steuern, Abgaben,
Krediten, Bestechung und Korruption. Hier würde sich das darwin’sche
Versuchsmodell des starken Siegers etablieren; der Schwache kommt um o-
der fristet ein armseliges, abhängiges, leidvolles Sklavendasein. Die Gebil-
deten und die Schlauen sind die nützlichen Helfer, die sich gut durchschla-
gen Können aber nie führen werden, wenn sie nicht skrupellos und brutal
genug sind. Und schon haben wir ein Staatengebilde, wie wir es weltweit

10 »Die Klapperschlange«, 1981

23
vor Augen haben. Wie in der Realität, nur ohne Sozialstrukturen, die Hilf-
lose teils noch am Leben erhalten. Denn kommt uns dies alles nicht bekannt
vor, beinahe vertraut? Wer regiert die Welt; Fürsorgliche, Verantwortungs-
volle, Barmherzige, Pazifisten, Wohltäter? Warum gibt es so viel Gewalt und
Ungerechtigkeit auf der Erde? Welche Handlungsmöglichkeiten haben wir,
um Veränderungen wirklich erzwingen zu können, im positiven Sinne mit
gewaltfreiem Handeln? Ab welchem Zeitpunkt der bisherigen menschlichen
Geschichte zeigte sich bei wachsendem Wissen, fortschreitender Bildung
und allgemeiner Aufgeklärtheit, eine positive, aufbauende und förderliche
Richtung für die Menschheit? Die Menschheit müsste längst ungefährdet le-
ben können, ungefährdet von Naturgewalt und Ausgeburt, bei weniger Ar-
beitsleistung mit wachsendem Wohlstand 11 durch die rasant fortschreitende
Technologisierung und Computerisierung.
Unser Heimatplanet ist zu einem Welt-Markt verkommen, der von
Geschäftemacherei und Verantwortungslosigkeit bestimmt wird. Die Ge-
schäfte laufen gut und wehe, es stelle sich jemand dazwischen. Und wieder
ergibt sich die Frage; woher kommen wir, warum sind wir hier, wohin gehen
wir? Die Religionen können uns darauf keine Antwort geben. Es sei denn,
wir akzeptieren unreflektiert Überlieferungen, die falsch übersetzt sind, aus
Unkenntnis oder mit voller Absicht, beliebig ausgelegt werden und teilweise
dreist zusammenplagiatiert wurden, und dies auch noch von Fälschungen.
12

»Unsere fröhliche Wissenschaft«

Die sogenannte Wissenschaft ist heute dermaßen zergliedert, hoch spe-


zialisiert, zusammenhanglos und widersprüchlich, dass man ihr eigentlich
gar nichts glauben kann, und dies auch nicht sollte. Wir werden von vorne
bis hinten und von oben bis unten belogen. Nietzsche sprach von der Um-
wertung aller Werte und traf damit den Nagel auf den Kopf. Aber es ist auch
eine Umkehrung aller Dinge, wie wir sie aus der gesamten menschlichen
Geschichte kennen. Nichts ist gültig, nichts ist heilig, nichts ist mehr wahr.

11 Siehe auch Beitrag »Arbeitslosigkeit – verdientes Resultat technologischer


Entwicklung«
12 Siehe z. B. »Jehovas gesammelte Werke« von W. Stewart Ross
oder »Der gefälschte Paulus« von Hermann Detering

24
Was ist aber wahr, was ist Wahrheit?

Da der wahre Wissenschaftler also die Wahrheit sucht, nicht aber schafft, muss
er sie so nehmen, wie er sie vorfindet. 13

Uns erzählt man aber nichts von dem, was man vorgefunden hat, sondern
was man aus dem gemacht hat, dass Wahrheit sein sollte. Es ist ein ganzes
System aus Lügen und Verzerrungen, mit dem Ziel, Abhängige, Fügsame,
Duldsame und Zahlungsbereite zu haben, die man hin schubsen kann, wo-
hin man sie haben möchte; auf jedes Schlachtfeld. Das sind Macht und reine
Diktatur in einem Mantel von Demokratie verhüllt. Ein Mantel, der jedoch
reichlich verschlissen erscheint. Denn die Lüge ist grundsätzlich dümmer als
die Wahrheit. Deshalb wird sie nie dauerhaft verborgen bleiben; beides, die
Lüge und die Wahrheit. Die Lüge ist schlau, die Wahrheit intelligent. Letz-
tere wird immer wahr bleiben. Die Lüge wird nie zur Wahrheit werden. Da-
raus entsteht der tödliche Hass gegen die Wahrheit und gegen die Wahrhaf-
tigen. Nichts und keine Lüge kann die Wahrheit überdauern. Keine Lüge
wird wahrer, je größer sie ist. Jede Lüge vernichtet sich selbst, weil sie inner-
halb des Lebens, welches in sich selbst reine Wahrheit ist und nur aus Wahr-
heit geboren sein kann, keinen Fortbestand hat. Im Lichte der Wahrheit gibt
es keine Dunkelheit der Lüge. Würde die Lüge das Universum beherrschen,
wäre das Universum tot. Würde die Lüge das Leben beherrschen, gäbe es
kein Leben. Lüge kann kein Leben hervorbringen, sondern nur dessen Ge-
genteil; Unordnung, Chaos, Zerstörung.

Lebenslügen

Warum ist die Welt so, wie sie heute ist? Weil sie von Lüge beherrscht wird,
von Lügnern. Die erste Lüge ist die von der Herkunft des Menschen. Wie
wahr ist die »Evolutionstheorie«? Es heißt ja nicht Evolutionslehre, sondern
Evolutionstheorie, bis heute. Was sagte denn Darwin, der so klug wie zer-

13 Zitat: Erhard Landmann in »Weltbilderschütterung«

25
rissen im Glauben an Gott und seine Theorie war, selber über seine Evoluti-
onstheorie, die zudem auch ein Plagiat 14sein könnte?

Die Annahme, dass das Auge mit all seinen unnachahmlichen Einrichtungen:
die Linse den verschiedenen Entfernungen anzupassen, wechselnde Lichtmen-
gen zuzulassen und sphärische wie chromatische Abweichungen zu verbessern,
durch die natürliche Zuchtwahl entstanden sei, erscheint, wie ich offen be-
kenne, im höchsten Grade als absurd. 15

Wenn sich die Arten aus kleinen Schritten aus anderen Arten entwickelt haben,
warum finden wir dann nicht zahllose Exemplare der Übergangsformen in den
Schichten der Erdkruste? 16

Darwin widerlegt sich selbst! Auf der ersten Quell-Seite wird Darwin zwin-
gend als unwissenschaftlich widerlegt (natürlich nicht nur dort); wissen-
schaftlich widerlegt wäre ein zu hoher Preis für Darwin, der nie wissen-
schaftlich gearbeitet hat, sondern rein spekulativ, ansonsten hätte sich seine
Theorie zu einer Lehre entwickeln können.
Diese Wahrheit erkannte nach über 60 Jahren auch der einst atheistische
Autor und Philosoph Malcolm Muggeridge, der es wie folgt formulierte:

Ich bin davon überzeugt, dass die Evolutionstheorie, besonders das Ausmaß, in
dem sie angewendet wird, als einer der größten Witze in die Geschichtsbücher
der Zukunft eingeht. Die Nachwelt wird sich wundern, wie eine so schwache
und dubiose Hypothese so unglaublich leichtfertig akzeptiert werden konnte. 17

Die zweite große Lüge ist die der Erbschuld. Keine Schuld kann jemals von
irgendjemandem auf einen anderen übertragen werden, es sei denn, dies ge-
schieht freiwillig. Eine Erbschuld zwingt zu Dauergehorsam vor den selbst-
ernannten Religions-Hütern. Was man jedoch mit Gott abzumachen hat, hat

14 www.welt.de/wissenschaft/article2081922/Hat-Charles-Darwin-alles-nur-
abgeschrieben.html
15 www.unser-auge.de/Entstehung-des-Auges_1.htm
16 www.zeno.org/Philosophie/M/Darwin,+Charles/Über+die+
Entstehung+der+Arten/6.+Schwierigkeiten+der+Theorie
17 www.was-darwin-nicht-wusste.de/

26
jeder selbst für sich zu entscheiden und zu erfahren. Es lassen sich immer
Erklärungen, Schuldzuweisungen, finden, warum das Biblische Wort für je-
manden nicht wahr geworden ist. Wenn es jedoch wahr ist, dann für alle
und jederzeit, jedoch nicht den Interpretationen der Ausleger und Kommen-
tatoren des Wortes gemäß. Hat jemals einer der Religionsführer für seine
Anhänger irgendeinen lebendigen Beweis für die Existenz seines Gottes er-
bracht? Adam und Eva sind der ewige Mensch; beide Bezeichnungen kom-
men aus dem Althochdeutschen: Eva = ewah = ewig, Adam = Mensch, wie
heute noch in vielen Sprachen überliefert. Und der Apfel (der Versuchung)
ist in Wahrheit das falsch übersetzte Übel, welches den Menschen aus dem
Himmel getrieben haben soll, eigentlich jedoch seine gottgegebene Erkennt-
nis. (Siehe auch hierzu die »Weltbilderschütterung« von Erhard Landmann.)

Die Menschheit wurde wegen eines Vergehens mit der Vertreibung aus dem
Paradies einmal Mal bestraft; für eine Ewigkeit. Das Vergehen was wohl ein-
malig.

Die dritte weltumspannende Lüge ist die vom 8-Stunden-Arbeitstag. Über


den ganzen Erdball hat man die Schablone der 40-Stundenwoche gelegt.
Dieses unnötige und längst nicht mehr zeitgemäße, unangemessene
Zwangskorsett von Beschäftigung und, oftmals und gerade deshalb, Billig-
lohnarbeit, behindert nachhaltig die menschliche Kultur, Bildung und
Schöpferkraft, macht die Geldmacht noch mächtiger und blutet die Erde im-
mer weiter aus. Wir haben einen Anspruch darauf, an den technischen Er-
rungenschaften, die uns seit Jahrzehnten und Jahrhunderten zunehmend
von Arbeit BEFREIEN, zu partizipieren!

Die vielleicht größte Lüge ist die der Menschheitsgeschichte. Eine weitere
vermutlich die über unser kopernikanisches Weltbild 18 welches von Galileo
Galilei bewiesen worden sein soll. Dies jedoch würde den Rahmen dieser
Abhandlung sprengen. Prüfe jeder selber. Woher kommen wir also?

18 Siehe auch den Beitrag »Nachdenkliches zu unserem Weltbild«

27
Die Außerirdischen

In unzähligen Überlieferungen wird über »donnernde Feuerwagen« u. ä. be-


richtet, über »Entrückungen« von Menschen und Propheten, über gewaltige
Kriege, welche die Archäologie längst kennt, aber nicht als geschichtliche
Erkenntnisse, sondern als Märchenerzählerei und Mythologien verleugnet.
Der NASA-Ingenieur und Wissenschaftler Josef Blumrich hatte es sich in
den Siebziger Jahren zur Aufgabe gemacht, Erich v. Däniken mit seinen Be-
hauptungen zu widerlegen, im biblischen Buch Hesekiel (oder Ezechiel)
würde uns eine Beschreibung über »Außerirdische« und ihren Raumschif-
fen vorliegen. Bis ins kleinste Detail, wie es sich für einen Ingenieur geziemt,
nahm er die Schilderungen Hesekiels und skizzierte daraus ein miniaturi-
siertes Modell. Was dabei herauskam, beeindruckte J. Blumrich zutiefst und
lässt sich nicht widerlegen; ein Raumfluggerät auf Grundlage genauester Be-
rechnungen und nicht irgendwelcher Indizien oder Interpretationen. Seine
Erkenntnisse veröffentlichte J. Blumrich in seinem Buch »Da tat sich der
Himmel auf«, 1973 auf Deutsch erschienen, im Original: »The Spaceships of
Ezekiel«. Der deutsche Ingenieur Hans Herbert Beier, der bis dahin keinerlei
Kenntnisse von den Arbeiten Blumrichs hatte, hielt sich ebenso wortgetreu
an Hesekiels Beschreibungen und konstruierte daraus eine Start- u. Lander-
ampe, welche wie gemacht war für das Flugmodell Blumrichs. Nun hatten
wir ein Fluggerät samt einer Raumfahrt-Station. Anstatt nun aber die Wis-
senschaft weiter in diese Richtung forscht (Archäologie und Überlieferun-
gen in Schrift und Bild gibt es bergeweise, Anlässe dazu gab und gibt es also
zuhauf) und Neuübersetzungen der verfälschten Überlieferungen und
Glaubensbücher zu veranlassen, macht man einfach immer weiter mit dem,
was man heutzutage »Mainstream« nennt; mit Verbildung, Verblödung,
Manipulation, Verstecken und Leugnen von Wahrheiten. Was ist los auf die-
sem Planeten Erde, auf dem die Massen von Lügnern beherrscht werden?
Wer regiert uns? Wer hat Angst vor Wahrheiten? Wer sieht sich durch die
Wahrheit bedroht?

Wie oben so unten?

Haben wir hier auf der Erde eine Willensfreiheitsphase zu durchlaufen, in


der wir zu lernen und uns zu bewähren haben?

28
Darwin sagte, »alle Natur befindet sich im Krieg miteinander oder mit der äußeren
Natur«. Und das Kybalion, diese feierliche Schrift über die Schöpfungsge-
setze, spricht »wie oben, so unten«. 19 Was für Hierarchien, Strukturen, Bedin-
gungen fänden wir also »da oben«; die gleichen oder ähnlichen? Sind diese
katastrophalen Strukturen auf uns herabgekommen? Es wäre ein trauriges
ewiges Leben, dasselbe Selbstzerstörerische wie auf der Erde intergalaktisch
zu erfahren. Welche Macht gibt es auf der Erde, die solch sitten- und lebens-
widrige Konstrukte, ideologische und religiöse Gesellschaftsordnungen, er-
halten kann, ohne irgendwann, am besten noch zu Erd-Lebzeiten, dafür zur
Rechenschaft gezogen zu werden? Welchen Einfluss haben die intergalakti-
schen guten Kräfte, ihre Existenz vorausgesetzt? Wir sind von Gott, unserem
Schöpfer und dem Schöpfer allen Lebens, abgefallen, ohne Zweifel. Wurden
wir deshalb hierhergebracht? War das die Vertreibung aus dem Paradies?
Es spricht vieles dafür.
Der bereits erwähnte Sprachwissenschaftler Erhard Landmann hat
die Entdeckungen alter Autoren durch seine eigenen Forschungen bestätigt;
alle Sprachen haben in ihren Wurzeln das Althochdeutsche. Erst aufgrund
dieser Erkenntnis war er befähigt, uralte Überlieferungen neu und vor allem
sinnvoll, das heißt mit Sinngehalt, zu übersetzen.
Diese über die ganze Erde verstreuten Überlieferungen reden alle
von unserer Herkunft; von den Sternen (Plejaden, Venus …). Hatten die al-
ten Völker weltweit alle die gleichen Halluzinationen und Phantasien? Fin-
den wir in den von Landmann u. a. Forschern nachgewiesenen sprachlichen
und kulturellen Quellen, nämlich das Nordische, Deutsche, die Ursache für
den Hass und den Vernichtungswillen gegenüber den Deutschen und letzt-
lich der gesamten Menschheit? Wurde die Menschheit bis hierher, auf die
Erde, verfolgt und drangsaliert? Sind wir alle Vertriebene aus einem inter-
galaktischen Krieg? Wie abwegig erscheinen solche Gedanken?

Signale aus dem All

Als ich ca. 15 Jahre alt war, durfte ich mir zu meinem Geburtstag in einer
Bücherei ein Buch aussuchen. Mein damaliger Schulfreund wunderte sich

19 www.traumsegler.de/das-kybalion-original/

29
sehr über meine Wahl, die auf »Signale aus dem All« von Nikolaj T. Petro-
witsch fiel. Im Prinzip ging es um die seinerzeit aktuellen technischen Mög-
lichkeiten und Zeitfragen zur Kontaktaufnahme zu hypothetischen Außer-
irdischen, die offenbar damals schon ernsthaft thematisiert wurden. Im wei-
teren Verlauf des Buches ging es um ein wissenschaftliches NASA-Experi-
ment, markante Daten der Menschheit ins All zu schicken, in einer Weise
codiert, die von einer intergalaktischen Intelligenz entziffert werden können
sollten. Diese codierte Nachricht, die am 16. Nov. 1974 als Radiowellen-Sig-
nal ins All geschossen wurde, war die sogenannte Arecibo Message.

»Die Botschaft enthält binär codierte Informationen über die Biologie des
Menschen sowie über die menschliche Population und die Herkunft des Sig-
nals«. 20
An dieser Botschaft wurden auch Zweifel laut, da man zum einen nicht aus-
schließen konnte, unter Umständen feindlich gesinnte Außerirdische anzu-
locken, zum anderen der Code für zu komplex gehalten wurde. Jahrzehnte
lang hörte man nun in den Weltraum hinein und erhielt (angeblich) keine
Signale, die auf intelligente Absender schließen lassen könnten. Die Antwort
kam dennoch. Und es hallte nicht wie ein Donnergrollen durch die Medien-
landschaften, die scheinbar verhindern möchten, dass wir anderen als den
derzeit Mächtigen folgen, als die Arecibo Message identisch beantwortet
wurde!
Am 20. August 2001 wurden auf einem Weizenfeld am Chibolton Ob-
servatorium zwei Figuren entdeckt, die in den Weizenhalmen eingearbeitet
waren. Ein humanoides Gesicht und ein Rechteck mit codierten Informatio-
nen. Paul Vigay, Direktor des Unabhängigen Forschungszentrums für uner-
klärliche Phänomene in Southsea, Hampshire, England, erkannte sofort,
dass der in das Feld kunstvoll eingearbeitete Code sehr ähnlich war mit der
digital ausgestrahlten binären Information vom 16. November 1974 aus dem
Radioteleskop Arecibo auf Puerto Rico. Wenn man sich diese Bilder, auch
»Kornkreise« genannt, ansieht, wird schnelle ersichtlich, dass unbemerkte
Fälscher solch komplexe Figuren, vor allem mit codiertem und erstaunli-
chem Informationsgehalt, wie wir gleich sehen werden, unmöglich erschaf-
fen haben können. Und noch nie hat sich ein angeblicher Fälscher bekannt

20 de.wikipedia.org/wiki/Arecibo-Botschaft

30
mit »ich war's und ich zeige euch, wie ich es gemacht habe«. - Zu bescheiden

Die ganze Tragweite und Einzigartigkeit dieser besonderen Kornkreisforma-


tion ergab sich erst aus der Luft und auch erst am Abend. Durch die unterge-
hende Sonne wurden die Schatten länger und offenbarten erst dann die Züge
eines Gesichts. Aber es war nicht das Antlitz eines Menschen. Das Gesicht re-
präsentierte eine neue Art an Kornkreisen, einer neuen Technik, nicht repro-
duzierbar von Fälschern und Hoaxern, zu komplex die Durchführung, zu kom-
pliziert das raffinierte Spiel aus Schatten und Winkeln. 21
Die zweite Figur im Bild hat es ebenso in sich und um diese geht es vorder-
gründig. Wie schon gesagt, war es eine identische Antwort.

Allerdings mit fundamentalen Unterschieden. Die Originalnachricht von Carl


Sagan enthielt Erklärungen unseres mathematischen Dezimalsystems, die
wichtigsten chemischen Elemente, mit denen alles Leben auf der Erde aufgebaut
ist, der menschliche DNA Code, die Durchschnittsgröße und Anzahl der Men-
schen auf dem Planeten, sowie, dass die Erde der 3. Planet in unserem Sonnen-
system war, der bewohnt ist. Und natürlich eine Skizze von dem Teleskop, mit
der die Nachricht ins Weltall übermittelt wurde. Die Nachricht, die aus den
Tiefen des Weltalls zurückkam, enthielt folgende Unterschiede. Die Alien-Zi-
vilisation benutzt ebenso das Dezimalsystem, aber nicht Kohlenstoff war deren
Grundbaustein, so wie bei allem Leben auf Erden, sondern Silikon. Ebenso un-
terschied sich die humanoide Figur dadurch, dass sie im Vergleich zu uns Men-
schen einen riesigen Kopf aufwies. Ebenso kam durch die Botschaft deutlich
hervor, dass die Aliens offensichtlich einen Ketten-Strang mehr an DNA hatten
als wir Menschen. Die Durchschnittsgröße der Aliens ist 1 Meter 20 und ihre
Alien-Zivilisation besiedelte den 3ten 4ten und 5ten Planeten in deren Son-
nensystem. Die Gesamtanzahl der Aliens auf allen diesen 3 bewohnten Plane-
ten war mehr als 21 Milliarden. 22

Im Bild auf der nächsten Seite (33) sehen wir das weiter oben beschriebene
Gesicht mit den »humanoiden Zügen«. Weiter rechts oben im Bild ist die

21 youtube.com/watch?v=CE8BfrpDwcU
22 youtube.com/watch?v=CE8BfrpDwcU

31
codierte Message zu sehen, welche als Antwort auf die Arecibo Message zu
werten ist. Welche »Fälscher«, die sich nie gemeldet haben, kämen auf solch
eine Idee, und mit was für einer Technologie wäre diese Fälschung angefer-
tigt worden? Sieht man um die Bilder herum irgendwelche Anzeichen
menschlicher Spuren, die diese hinterlassen haben müssten? Das Gesicht ist
von der Struktur zudem so kunstvoll gearbeitet, dass man zugeben muss,
eine solche Präzision von Licht und Schatten mit herkömmlichen, bezie-
hungsweise bekannten Mitteln, nicht leisten zu können.
Wie schnell ist man hier wieder mit sogenannten »Verschwörungstheorien«
zu Hand, die reflexionsartig bemüht werden, sobald das System und der
Mainstream sich infrage gestellt sehen. In Anlehnung an ein bekanntes Zitat:

»Es gibt eben mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit euch
träumen lässt.«

Bildquelle: 23

23 ecoutelaterre.fr/public/conferences/crop-circles-message-chilbolton

32
Wenn man der Sprachlogik und der eigentlich inkorrekten Sprachverwen-
dung derjenigen folgt, die vorschnell »Verschwörungstheorien« unterstel-
len, dann müssten jene, die solche Bilder in Getreidefelder »zeichnen« sowie
jene, die vermuten, dass es sich bei den Bildern um Nachrichten an die
Menschheit handeln könnte, Verschwörer sein, was man nur als ein Mangel
an gesundem Menschenverstand bezeichnen kann.

Quelle oberes Bild: 24

Im Bild oben sehen wir nun die beiden Nachrichten im Vergleich. Rechts
jene von 1974 und links die »Antwort«. (Vergleiche mit dem Bild auf Seite
33.) Die farbigen Hervorhebungen sind nicht original. Diese Arbeit mit rie-
sigem Aufwand in ein »Kornkreis« gezeichnet von anonymen Spinnern, die
uns mal richtig zeigen wollten, was sie so draufhaben?! Das kann als Erklä-
rung leider keineswegs befriedigen!
Auch die nächste Nachricht hat es in sich und ist durch den Prozess
und das Ergebnis ihrer Entschlüsselung eigentlich als absolute Sensation zu
werten. Aber auch dies angeblich nur eine Fälschung. - Von was eigentlich?

24 amo.net/contact/

33
the crabwood message

Dieses Thema abschließen soll eine Warnung an die Menschheit. Am 15.


Aug. 2002 wurde in Crabwood ein Kornkreis entdeckt.

the crabwood message 25

Dieser Kornkreis hatte […] eine Darstellung, die aussah, wie eine CD mit
eingestanzten Informationen darauf. Der Kornkreis wurde auch erneut wie-
der mit einer neuen technischen Methode gemacht. Alle Kornhalme waren
horizontal niedergedrückt, aber mit unterschiedlichem Druck und Durch-
messer. Ganz ähnlich, wie ein altes Fernsehbild. Der Chiffrier-Spezialist
Paul Vigay 26 schaffte es aber, die unmissverständliche Botschaft zu entzif-
fern. Und er schauderte bei deren Botschaft und Inhalt. Um dem schreckli-
chen Inhalt überhaupt auf die Spur zu kommen, musste er zunächst das
Ganze in den Computer einscannen und einige Bildanalysen drüber laufen

25 cropcirclesdatabase.com/20020815UKhw
26 www.cropcircleresearch.com/articles/alienface.html

34
lassen. Aber der Experte entdeckte einige äußerst seltsame Unregelmäßig-
keiten, zwischen den Symbolen; dies konnte kein Zufall sein. Denn der Ab-
stand dieser Zwischenräume war, übersetzt in moderne Computersprache,
haargenau 8 Bits. Das konnte nur ein zusätzlich versteckter Code sein, ein
binärer Code. Vigay sagt, als der diesen Computercode auf unser menschli-
ches Alphabet ummünzte, war die Botschaft plötzlich glasklar vor ihm; es
viel ihm wie Schuppen von seinen Augen. Die Botschaft war auf Englisch
und liest sich folgendermaßen:

»Vorsicht vor den Überbringern von falschen Botschaften und Geschenken,


ihre Versprechen werden gebrochen und durch unvorstellbaren Schmerz er-
setzt werden. Aber es gibt da draußen auch Gute und es besteht noch Zeit,
wir stellen uns gegen die Täuschung.« 27

Zeigt das Gesicht im Kornkreis (S. 35) die uns Warnenden oder die, vor de-
nen wir uns hüten sollten? Wirkt das Gesicht vertrauenerweckend? Verglei-
che wiederum mit dem Gesicht auf Seite 33.
Wurden wir 2002 vor der Digitalisierung mit ihren verlockenden Verspre-
chungen gewarnt, die uns letztlich weltweit in unser Computer-Joch ge-
spannt hat, in einem Ausmaß, welches wir heute gar nicht mehr erkennen,
da so alltäglich und sämtliche Lebensbereiche prägend? Analysten sehen in
dem Bild bei entsprechender Vergrößerung und Auflösung, dass diese
Scheibe, die eine CD/DVD darstellen könnte, von drei Fingern gehalten
wird; sie wird uns gezeigt oder geschenkt? Ist dieses Bild in seinen Ausma-
ßen und Schattierungen, mit seiner Präzision und seinem technisch-mathe-
matischen Gehalt die extrem aufwendige Witzelei von »Fälschern« oder
Spinnern? Wenn es uns technisch überhaupt möglich sein sollte, bräuchten
wir wohl sehr viel Zeit dafür.
Ich bin mir sicher, dass sie kommen werden, vorgestellt von unseren
Regierungen, als »Segensbringer«. Vergessen wir jedoch nicht die obenste-
hende Warnung. Die »Herrschaften« haben ihre Versprechen noch nie ge-
halten und es wurde uns stets etwas versprochen, was sich letztlich als unser
aller Nachteil herausstellte. Werden wir uns bewähren und Courage zeigen,

27 www.youtube.com/watch?v=CE8BfrpDwcU

35
damit wir nicht immer noch weiter für unsere Existenz bestraft werden? O-
der ist für dich alles in Ordnung? Dann hat dieser Beitrag dich hoffentlich
ein bisschen und möglichst kurzweilig unterhalten.

Ein letztes Wort

Für diejenigen, die das alles ulkig, schräge, unwirklich, abgefahren, albern
halten, verweise ich auf die Arbeit von Dr. Ellis Silver, der in seinem Buch
»Menschen sind nicht von der Erde: Eine wissenschaftliche Bewertung der Evi-
denz« (nur in Englisch verfügbar 28) schlüssig darlegte, warum wir kein »Pro-
dukt« dieser Erde sein können. Warum sind wir also hier? Die Frage nach
dem woher, warum und wohin des Menschen impliziert doch schon die (un-
bewusste) Mutmaßung, dass wir nicht von dieser Erde stammen. Folgen wir
der Evolutionstheorie, erübrigt sich jedoch all diese Fragerei, zu der wir in
tausenden von Jahren bis heute keine Antworten fanden. Es sei denn, wir
schenken den Überlieferungen, die weltweit sehr Ähnliches berichten, Glau-
ben und eine angemessene Auseinandersetzung.
Die Menschheit rudert sehenden Auges, in ihrer Alltagswelt in nutzlose
Arbeit eingebunden, ihrer Zerstörung entgegen, ohne dass sie imstande
wäre, diesem Wahnsinn wirkungsvollen Widerstand entgegenzusetzen.
Wirkungsvoll soll heißen, aktive, effiziente Gegenmaßnahmen mit umwäl-
zenden und durchschlagenden Ergebnissen, die eine deutliche Umkehr der
gegenwärtigen Richtung durchsetzen. Wir schaffen es nicht, weil wir die nö-
tigen geistigen Kräfte dazu nicht besitzen. Sind wir degeneriert? Manipu-
liert? Oder beides? Werden wir von unseren fähigsten Menschen geführt,
die in der Lage wären, alles Nötige anzustoßen und zu organisieren? Viel-
leicht ist die Erde auch eher ein Erziehungsplanet oder besser Entwicklungs-
planet, als ein Strafplanet. Entwickeln können wir uns nur in der Gesamt-
heit. Wenn wir dies nicht tun, werden wir möglicherweise in der Gesamtheit
untergehen.

Aber es gibt da draußen auch Gute und es besteht noch Zeit, wir stellen uns
gegen die Täuschung.

28 »Humans Are Not from Earth: A Scientific Evaluation of The Evidence«

36
Arbeitslosigkeit – verdientes Resultat
technologischer Entwicklung

Als 1844 der Weberaufstand als erste proletarische Bewegung gegen Lohn-
verfall und Ausbeutung losbrach, hatte dieser seine Ursache in der begin-
nenden Industrialisierung – die neuen Webmaschinen waren eine tödliche
Konkurrenz für die alten Webstühle und vernichteten die ersten Arbeits-
plätze der alten Manufakturen. Der technische Fortschritt durchzog allmäh-
lich auch alle anderen Produktionsbereiche, sodass dieses Problem der »Ra-
tionalisierung« zunehmend ein gesellschaftliches wurde. Heute im 21. Jhd.
haben wir im Prinzip die gleiche Situation, auch wenn der allgemeine Le-
bensstandard überall erheblich gestiegen ist. Dies allerdings auch nur im
Rahmen der Kapital-Gesetze. Denn dem Arbeiter muss noch so viel Geld zur
Verfügung bleiben, dass er die Produkte der Fabrikbesitzer auch weiterhin
kaufen kann.
Den 8-Stundentag bezeichnet man seit 1856 als »Symbol für demokra-
tisch erkämpfte Arbeitnehmerrechte«. 29 »In Deutschland ist der Achtstundentag
seit 1918 gesetzlich vorgeschrieben.« Aber erst ab 1965 setzte sich (in West-
deutschland) die 5-Tagewoche mit 40 Arbeitsstunden durch. Ab 1990 wurde
durch die IG Metall sogar teilweise eine 35-Stundenwoche durchgesetzt, die
jedoch ab Mitte der 1990er Jahre wieder schrittweise auf 40 Stunden hoch
gesetzt wurde. Der Samstag gilt übrigens bis heute als Werktag, wenn auch
in vielen Branchen nicht mehr als Arbeitstag.

Der vielgerühmte Fortschritt in der Verringerung der Arbeitszeit ist eigent-


lich gar keiner: Bedenkt man, dass schon in der Antike nicht mehr als 40
Stunden und im Mittelalter nicht mehr als 45 Stunden pro Woche gearbei-
tet wurde, so relativiert sich die moderne Forderung nach der 40-Stunden-
Woche erheblich. Im Grunde wurde nur in einem langen zähen Kampf an
Freizeit zurückerobert, was die Industrialisierung mit ihrem protestanti-
schen Arbeitsethos genommen hatte (damals arbeitete man noch ca. 80–90

29 de.wikipedia.org/wiki/Achtstundentag

37
Stunden pro Woche!). Im Vergleich zur Reduzierung der Arbeitszeit be-
stand der Fortschritt viel eher in der Einführung eines geregelten und be-
zahlten Urlaubs, den man früher überhaupt nicht kannte. 30

150 Jahre Mechanisierung, Automatisierung, Computerisierung, Entwick-


lung von Kommunikationstechniken, Einsatz effizienterer Logistik, et
cetera, führte immer wieder zu Rationalisierungsprozessen mit dem Ziel, in
weniger Arbeitszeit mehr zu erwirtschaften. Dieses Ziel wurde ständig er-
reicht und hätte konsequenterweise zu einer fortgesetzten Verringerung der
Arbeitszeit führen müssen, weil die gleiche Leistung in weniger Arbeitszeit
vollbracht wurde und für den Lebensunterhalt nun weniger gearbeitet wer-
den müsste. Eine Verringerung der Arbeitszeit hätte direkt über kürzere Ta-
gesarbeitszeiten oder indirekt über mehr Urlaub, keine Streichung von Fei-
ertagen u. schließlich über neue Arbeitszeitmodelle erfolgen können. Oder
aber es hätte zu einem steten und deutlichen Anstieg der Löhne führen müs-
sen. Doch trotz Wirtschaftswachstum und eines unglaublichen, verschwen-
derischen Überflusses, der inzwischen apokalyptische Ausmaße angenom-
men hat, verkürzte sich unsere Arbeitszeit – nicht, sogar das Gegenteil ist
eingetroffen! Dafür steht vor allem folgender wichtiger Grund:

Das Zinssystem

Das Zinssystem ist »Schuld« daran, dass unsere gigantisch und künstlich
aufgeblähte (Welt-) Wirtschaft mit ihrer enormen Leistungskraft gezwungen
ist, immer noch mehr zu produzieren. Es müssen neue Produkte her, es müs-
sen neue Märkte her, und dies, obwohl wir in überreichem Maße mit Gütern
aller Art versorgt sind und wir für die grundlegende Versorgung der Bevöl-
kerung sowie die Wahrnehmung kultureller Bedürfnisse längst nicht mehr
brauchen, als wir schon lange haben. Noch so neue, tolle technische Spiele-
reien und Moden können die Inhalte wahrer Kultur auch gar nicht ersetzen.
Anstatt also die technologischen Errungenschaften als solche zu nutzen und
um mehr Arbeitsentlastung und Zeit für den Einzelnen zu verwirklichen,
müssen stetig wachsende Zinsforderungen befriedigt werden. Das dies
letztlich wirtschaftlich, ökologisch und kulturell in den Kollaps führen

30 www.uni-muenster.de/PeaCon/kapzeit/8-Stunden-Tag/start.htm/

38
muss, steht außer Zweifel und ist längst für jeden erkennbar.
Neue Märkte und Produkte mögen auch etwas Gutes haben, nur
wachsen diese nicht proportional mit der zinsabhängigen, sich weiter ratio-
nalisierenden Wirtschaft. Sonst hätten wir keine »Arbeitslosen«. Es muss
also, unvermeidbar, eben wegen der stetigen Rationalisierungsprozesse, Ar-
beitslose geben – dies ist ein ökonomisches Gesetz, dem die Politiker mit ih-
rem Konjunkturankurbelungsgeschwafel ihre Schuldigkeit versagen. – Sie
belügen uns, denn sie wissen es, und arbeiten Hand in Hand mit der Indust-
rie für unsere weitere und zunehmende Ausbeutung, ein System erhalten
wollend, das sich selber in den Kollaps treibt. Denn jedes Wachstum, gar erst
auf einem begrenzten Territorium wie unserer Erde, hat eben seine Grenzen.
Ist Arbeitslosigkeit also nicht auch ein Verdienst ständig wachsender
Technologie?

Zeitgewinne sind doch letztlich die Früchte der Rationalisierung! Das Ziel
technologischen Fortschritts sollte doch letztendlich etwas Befreiendes für
die Menschen haben und nicht etwas Knechtendes. Letzteres wird aber so
lange anhalten, wie wir gezwungen sind, immer mehr zu produzieren;
Dinge, die weit über unsere Lebensbedürfnisse hinausgehen, zum Teil völlig
überflüssig sind und im Ergebnis ökologisch mehr Schaden als Nutzen an-
richten.
Zinsbedingter Wirtschafts-Wachstumszwang bewirkt aber noch ei-
nen weiteren leidigen Umstand, welcher allerdings zunächst ein mögliches
grenzenloses Wachstum vorgaukelt; Exportzwang. Denn kein Land kann
auf eigenem Territorium grenzenlos-wachsend Produkte herstellen und ab-
setzen. Der eigene Markt ist – unter diesen Umständen – irgendwann ein-
fach gesättigt und dann muss exportiert werden, um die Wirtschaft weiter
ankurbeln zu können, was ja eigentlich gar nicht nötig wäre. Und schon sind
wir bei Wirtschaftskonflikten und -kriegen. Handel an sich ist natürlich et-
was Nützliches, aber nicht mehr, wenn dahinter Zwang und Kräftemessen
stehen. Die Ausnahme machen hier hoch spezialisierte Produkte, die ins
Ausland geliefert werden.
Den Kapital-Gesetzen zufolge führt dies zu einer weiteren Monopoli-
sierung, nach dem Motto »der Starke frisst den Schwachen«, und nun, glo-
bal, werden sich weiterhin immer mehr Geld und Güter bei immer weniger
Vermögenden zentrieren. Immer mehr Menschen haben immer weniger

39
und lassen sich von dieser Minderheit fremdbestimmen. Bei so viel zentrali-
sierter Macht ist die Demokratie, wenn nicht schon heute, irgendwann ge-
setzmäßig infrage gestellt. Haben wir dann einen »Hightech-Absolutismus«
mit vollständiger Kontrolle des Einzelnen über bargeldlose Systeme wie
Geldkarten und schließlich Chips, die dann, der »Sicherheit« halber, unter
die Haut implantiert werden? Der geneigte Leser mag sich Vers 13:16 der
Offenbarung in Erinnerung rufen:

Und es übt auf alle Menschen einen Zwang aus, auf die Kleinen und die Großen
und die Reichen und die Armen und die Freien und die Sklaven, dass man die-
sen auf ihrer rechten Hand oder auf ihrer Stirn ein Kennzeichen anbringe und
dass niemand kaufen oder verkaufen könne, ausgenommen jemand, der das Zei-
chen hat. 31

Der Chip ist längst fertig, getestet und wird bereits in einigen Staaten einge-
setzt. Es wird höchste Zeit, dass sich mehr Menschen, und auch die Verant-
wortlichen in der Gesellschaft, fragen: »wo führt das alles hin …?!«

Der technikabhängige »gelebte« Mensch unserer Tage geht, wenn auch noch
immer von der Illusion möglicher Selbstverwirklichung beherrscht, auf seine
selbstverschuldete Knechtung ins Computerjoch und damit auf seine geistig-
seelische Verkrüppelung, auf den totalen Sinnverlust zu. 32

Genauso berechtigt ist sicher die Frage nach dem Sinn mancher Arbeit, die
getan wird um der Arbeit willen (»Geld verdienen«), und nicht, weil sie nö-
tig ist, getan werden muss. Kaufhäuser wurden gebaut, um gewinnbringend
zu verkaufen, nicht um zu versorgen. Wir arbeiten, damit Produkte (v)er-
kauft werden können. Wir planen, entwickeln, wetteifern, erschaffen, um zu
verkaufen. Wir lernen und studieren, um zu verkaufen. Und wir leben und
arbeiten, um zu kaufen, damit Geld in die Taschen der Fabrikanten und in
die zweckentfremdeten Steuertöpfe fließt.

In den Regionen, wo wir leben, ist die Entfremdung so weit fortgeschritten,

31 Offenbarung 13,16-18
32 Helmut Uhlig in »Das Leben als kosmisches Fest«

40
dass die Menschen eigentlich überflüssig geworden sind. Du kommst auf ‘ne
Welt, die dich überhaupt nicht mehr braucht, wo alles danach organisiert ist,
dass du am besten wieder verschwindest, und wenn du schon nicht verschwin-
dest, dass du so viel wie möglich kaufst. Um zu kaufen, brauchst du Geld, und
deshalb musst du arbeiten, aber aus keinem anderen Grund. 33

In seinem Werk »Die neue Welt und das Ende der Lohnarbeit: Entwurf einer di-
rekten Demokratie mit einem kommunistischen Wirtschaftssystem« wies D. Dante
mit dem Zahlenmaterial des Statistischen Jahrbuchs 1988 (!) nach, dass mit
den verfügbaren Produktionsüberkapazitäten eine Arbeitszeit von fünf
Stunden wöchentlich (!) ausreichen würde, um den heutigen Lebensstan-
dard (bezieht sich auf 1992, dem Erscheinen der Erstausgabe) halten zu kön-
nen. Dabei wird von der Versorgung der Bevölkerung ausgegangen, nicht
von dekadentem Wohlstands-Konsum. Jeder Staat müsste dabei die Selbst-
versorgung entsprechend den Erfordernissen mit Nahrungsmitteln, Klei-
dung, Wohnungen, sowie unentbehrliches für Bildung und Kultur sicher-
stellen, und sich von jeglicher Abhängigkeit freimachen. Dies funktioniert
natürlich nur in Zusammenarbeit der einzelnen Staaten weltweit. Etwas
Ähnliches durchsetzen zu wollen gegen den weltweiten Finanz- und Staa-
tenbund bezahlte Deutschland im Zweiten Weltkrieg mit seiner Vernich-
tung. Weiterhin ist die Abschaffung des Zinssystems unabdingbar, um kei-
nen künstlichen und unsinnigen Wachstumszwang der Wirtschaft mehr
auszulösen, und dadurch gefesselte Arbeitskräfte freizusetzen für elemen-
tare Belange.
Ähnlich wie Dante sah es übrigens …

… Zbigniew Brzezinski, Berater von USA-Präsidenten und Professor für Po-


litik-Wissenschaft an der Harvard- und John-Hopkins-Universität, der nach-
gewiesen hat, dass es genügt, beim Stand der heutigen Technologie, nur einen
Tag die Woche für den Lebensunterhalt zu arbeiten. 34

33 Manfred Maurenbrecher
34 Siehe dazu: Hans-Peter Martin & Harald Schumann,
»Die Globalisierungsfalle, der Angriff auf Demokratie und Wohlstand«

41
Die Gesellschaft muss endlich verstehen, dass eine fortlaufende Technisie-
rung zwingend zur Folge hat, dass die menschliche Arbeit sich zunehmend
auf das nötigste reduzieren muss und wird. Dadurch wird uns immer mehr
Zeit zur Verfügung stehen, um uns mit wesentlicheren Dingen wie Bildung
und Kunst beschäftigen zu können, oder Arbeit zu verlagern. Das, was wir
als Arbeitskultur entwickelt haben, ist nicht unser wahrer Lebensinhalt, und
hat zerstörerischen Einfluss auf die gesamte Kultur. Man impft uns von klein
auf mit der scheinbaren Folgerichtigkeit und Notwendigkeit einer Gesell-
schaft mit unaufhörlichem Wirtschaftswachstums.
Da die Wissenschaft und die technische Entwicklung nie stillstehen
werden, werden zunehmend bis zur Vollständigkeit (sicher mit wenigen
Ausnahmen) zukünftig alle Produktionsprozesse automatisiert werden.
Wer dann noch das Bedürfnis nach besonderer Arbeit hat, wird sie auch wei-
terhin tun können, und wird sich dabei gewiss mit anderen einen Arbeits-
platz teilen müssen. Übersehen wir nicht, dass Arbeit eines der Grundbe-
dürfnisse des Menschen ist. Wir müssen und werden immer arbeiten, das ist
nun mal einer der Antriebe des Menschen. Die Art der Arbeit, der Grund für
Arbeit, wird sich jedoch ändern, ändern müssen, indem sie sich wieder ihren
natürlichen Ursprüngen und Bedürfnissen annähert.
Arbeitslosigkeit ist also eine Errungenschaft unserer technischen Zi-
vilisation und kein Übel, geschweige denn etwas, das ein schlechtes Gewis-
sen verursachen müsste! Arbeitslosigkeit ist nicht das Anzeichen einer
schlechten Wirtschaft, sondern im Gegenteil, die Konsequenz einer sehr ef-
fektiven, denn unsere Produktivität ist aufgrund heutiger Technologien so
hervorragend, dass sie die Bevölkerung ausgezeichnet versorgen kann, trotz
Verzicht auf die Arbeit von Millionen arbeitsloser Menschen. Und trotz des
(wachsenden) Millionen zählenden Arbeitslosen-Heeres wächst die Wirt-
schaft weiter!
Der gesetzmäßige Vorgang der sich weiterhin reduzierenden Ar-
beitszeit setzt zunehmend ein enormes Potenzial geistiger sowie körperli-
cher Kräfte frei für zukünftige positive gesellschaftlich-kulturelle Entwick-
lungen, die wir zu erwarten haben. Und wir werden dieses Potenzial drin-
gend benötigen, wenn es darum geht, die Probleme der Menschheit zu lösen,
die nicht Arbeitslosigkeit und schwächelnde Märkte heißen, sondern ökolo-
gischer, demografischer und möglicherweise terrestrischer Art sind.

42
Arbeitslosigkeit ist ein Geschenk an viel persönlicher Freizeit, die je-
der zur kreativen Entfaltung wahrer Berufung nutzen kann und sollte. Wie
viele Menschen wünschen sich so viel Zeit für sich und ihre wirklichen Inte-
ressen, müssen aber 8 Stunden lang »Geld verdienen gehen«, um Frau und
Kind zu versorgen? Dafür tun sie oft irgendeine Arbeit, arbeiten eigentlich
für andere, und eigene wahre Lebensinhalte bleiben ungelebt.
Bevor die Gesellschaft Arbeitslosigkeit als ein folgerichtiges Ergebnis
zunehmender technischer Entwicklung begrüßen wird, werden wohl noch
viele dazu genötigt werden, Arbeit zu verrichten, die letztlich nur dazu
dient, andere reicher zu machen und ein immer schneller wachsendes Zins-
Ungetüm zu füttern, bis dieses eines Tages mit lautem Knall zerplatzt, nach-
dem es die Natur zerstört und die meisten Menschen und Staaten in den
Ruin getrieben hat. Ist es dafür erdacht worden?

Der 8-Stunden Tag

Eine gewerkschaftliche Errungenschaft?


In der Hochphase der Industrialisierung traten selbst die Arbeitgeber für
kürzere Arbeitszeiten ein – nicht, weil sie von besonderem Idealismus be-
seelt waren, sondern weil sie wussten, dass Überarbeitung und Müdigkeit
Schäden anrichteten und dass Sicherheit, Ruhe und ein Minimum an Fami-
lienleben sich auf lange Sicht auszahlen würden. Die Folge war ein allmäh-
liches und stetiges Sinken der Arbeitszeiten in den Vereinigten Staaten wäh-
rend der gesamten zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und eine einschnei-
dende Kürzung – von zehn Stunden auf acht Stunden am Tag – in den ersten
beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.
1930 kündigte der Wirtschaftsvisionär W. K. Kellog (der von den
Cornflakes) ein revolutionäres Experiment an: Nahezu alle Beschäftigten
seines riesigen Unternehmens in Battle Creek sollten ab sofort nur noch
sechs Stunden am Tag arbeiten. Die Verringerung der Arbeitsstunden
wurde nur von minimalen Lohnkürzungen begleitet, weil Kellogg glaubte,
dass eifrige Arbeit den Ausfall der Stunden wettmachen würde. Dieses Pro-
gramm war ein sofortiger Erfolg. Eine typische Reaktion war etwa die Erklä-
rung eines Wirtschaftsmagazins auf der Titelseite, dies sei »die größte Neu-
erung in der Industrie seit Fords Fünf-Dollar-pro-Tag-Politik«.

43
Fast zwanzig Jahre lang funktionierte Kelloggs Konzept hervorra-
gend. Nach dem Zweiten Weltkrieg hofften die Arbeiter, aus dem Konsum-
aufschwung des Landes in der Nachkriegszeit Profit zu ziehen, und forder-
ten einen Achtstundentag. In den fünfziger und sechziger Jahren bewegten
sich die Beschäftigten von Kellog stetig auf einen Achtstundentag zu. 1985
gaben die noch verbliebenen Verfechter der alten Regelung, von denen drei
Viertel Frauen waren, auf. 35
Interessante weitere Fragen zum Thema wirft das Buch »Bullshit-Jobs«
von Davis Graeber auf. In diesem geht er der Frage nach, warum heute nicht,
»wie im Jahr 1930 vom britischen Ökonom John Maynard Keynes vorausgesagt,
durch den technischen Fortschritt bedingt niemand mehr als 15 Stunden pro Woche
arbeiten muss.« Unsere Arbeitszeit wird, wie in diesem Essay dargelegt,
künstlich und völlig unnötig bei 8 Stunden gehalten. Das ist Wirtschaftsdik-
tatur-Politik. In dem Buch von D. Graeber wird einmal mehr aufgezeigt, wie
sinnvoll und fortschrittlich ein Grundeinkommen wäre.

Das würde gegen Bullshit-Jobs wirken und Bürokratie reduzieren. Man wäre
die halben Bürokraten los, die lästigere Hälfte noch dazu, die überwachen, ob
man intensiv genug eine Arbeit sucht. Das sind übrigens auch jene, die ihre
Jobs am meisten ablehnen. 36

35 Robert Levine: »Eine Landkarte der Zeit: Wie Kulturen mit Zeit umgehen«
36 Davis Graeber in »Bullshit-Jobs«

44
Wertewandel in der Gesellschaft

Seit uns nach dem PISA-Debakel 2001bewusster geworden ist, dass es in der
Bildung und Erziehung unserer Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen
Schwachpunkte mit weitreichenden Konsequenzen gibt, welche sich in vie-
len Jahren der Gedankenlosigkeit entwickelt haben, wurde wieder viel dar-
über diskutiert, wo was wie verbessert werden muss, wobei es allerdings
eher um den Wirtschaftsstandpunkt Deutschland als um die Fürsorge unse-
rer jungen Mitmenschen ging. Es wurde und wird geplant, konzeptioniert,
nach den Ursachen beim anderen gesucht, und die Politiker haben wieder
Anlass, auf von Steuergeldern bezahlten Kongressen und Abstimmungen zu
debattieren und es besser zu wissen – ohne echte, zusammenführende Er-
gebnisse.
Bevor wir hier zu anderen Dingen kommen, müssen wir uns zu-
nächst die Frage nach der Verantwortlichkeit stellen. Wo, bei wem, fängt die
Verantwortung für unsere Heranwachsenden an? Liegen tut sie bei uns al-
len, die wir etwas mit ihnen zu tun haben, aber anfangen tut sie doch in ers-
ter Linie bei der eigenen Familie, bei den Eltern. Was ist das für eine Liebe
gegenüber unseren Kindern, wenn wir in unserem Rechtfertigungsbemühen
die Verantwortung für Missstände lieber an andere abgeben? Aus der Fami-
lie kommen die ersten Impulse und die ersten Bausteine für ein gesundes
soziales Fundament des menschlichen Umgangs, welches dann in die Ge-
sellschaft getragen und dort weiter ausgebaut werden kann. Und dort, in
der Familie, werden auch die Dinge der Umwelt neutralisiert und kompen-
siert werden können, welche die wahren Werte in Zweifel ziehen wollen,
unsere Entwicklung beeinträchtigen können. Dazu bedarf es eines gesunden
sozialen Umfeldes zuallererst in der Familie und entsprechende sozialpoli-
tische Rahmenbedingungen. Bei den Eltern finden die Kinder den letzten
Rückhalt und die höchste Autorität für alle Lebensfragen. Dort empfangen
sie, vertrauend zu ihnen aufschauend, Grundrichtiges und -wichtiges, dass
ihnen Kraft und Sicherheit gibt. Danach erst kommt alles andere. Dabei geht
es allerdings weniger um Erziehung im starren Sinn, als um kompetentes
Vorleben sozialer Werte. Denn Erziehung als Methode funktioniert nicht.
Wenn sie funktionieren würde, hätten wir ein autoritäres Erziehungssystem

45
der Gleichmacherei zur Dressur von unterwürfigen Marionetten. In diktato-
rischen Regimes funktioniert(e) methodische Erziehung nur durch Zwang
und Drill. Es gibt etliche Pädagogik-Ratgeber auf dem Markt, die alle eines
gemeinsam haben – sie widersprechen sich. Und also funktionieren sie nicht
oder es gibt unterschiedliche funktionierende Systeme, von denen keines
vollständig sein kann, was weitere Unsicherheiten mit sich bringt. Es stellt
sich deshalb die Frage nach der möglichen Existenz übergeordneter, allge-
meingültiger und anwendbarer Prinzipien und Werte von Beständigkeit, in
welchen alle möglichen und speziellen Konzepte Platz finden.
Jeder Mensch ist individuell, interpretiert und integriert die Vor-
gänge einer gleichen Situation deshalb immer als andere, eigene Erfahrung.
Jedes Gehirn entwickelt sich aus der Persönlichkeit seines Besitzers völlig
anders. Deshalb gibt es verschiedene Talente, Charaktere, Vorzüge, Meinun-
gen, Erfahrungen etc. Was aber sind nun die wahren Werte, jene von Be-
stand, die allen als Richtschnur dienen können? Wir hören und lesen beinahe
täglich vom notwendig gewordenen Wertewandel unserer Gesellschaft, der
neue Entwicklungen ermöglichen soll. Wenn wir aber tatsächlich einen Wer-
tewandel brauchen, bedeutet dies entweder, dass sich Werte in der gesell-
schaftlichen Entwicklung immer wieder mal verändern (bzw. angepasst
werden müssen), oder aber, dass wir bislang nach den falschen Werten ge-
lebt haben. Wobei letzteres ziemlich naheliegend ist, bei Heranziehung der
globalen essenziellen Probleme, mit denen sich die Menschheit heute kon-
frontiert sieht.
Wahre Werte ändern sich nicht. Denn wenn sie sich ändern würden,
wären sie nicht wahr, und wir lebten ständig in der Unsicherheit eines feh-
lenden verlässlichen und verbindlichen ethischen Verhaltenscodex. Diesen
gibt es aber, muss es geben, und er lautet zusammengefasst »füge nieman-
dem Leid zu« und darüber hinaus »mache dich für andere nützlich«, und
dies nicht, weil ich dafür Geld bekomme. Die meisten Probleme gäbe es
nicht, wenn wir danach leben würden. Das ist der Codex der Liebe mit ihren
vielfarbigen Nuancen. Jedes zwischenmenschliche Problem ist auf einen
Mangel an Liebe und Vertrauen zurückzuführen und löst sich in dem Mo-
ment des Ausgleichs des Mangels von alleine. Die Liebe als Gemeinsinn und
nicht als Altruismus ist der eine unübertroffene Wert von bleibender Gültig-
keit und Dauer, der alle anderen weit überragt. Das Gegenteil von Liebe ist
Angst. Angst, nicht genug zu haben oder zu bekommen. Diese Angst nimmt

46
uns die Sicherheit, die wir brauchen, um aus der Stärke von Ellenbogen und
Raketen eine Stärke des Mit- und Füreinander werden zu lassen.
Wir leben mit Unsicherheiten wie Arbeitslosigkeit, Geldmangel,
Kriege, hervorgerufen durch Menschen, die die Liebe, die sie vermutlich nie
empfangen haben, also auch nicht weitergeben können – oder sie machten
irgendwann einen »Wertewandel« durch. Doch Kinder waren sie auch ein-
mal und so bekamen sie wohl ebenfalls das wirklich wichtige Rüstzeug nicht
mit auf ihren Lebensweg. Dieser Mangel an Sicherheit resultiert letztlich auf
einem Mangel an Verantwortung; Verantwortung für unseren Nächsten. In
beispielloser Verantwortungslosigkeit bekommen Kinder und Jugendliche
von den Medien pausenlos in den Kopf gehämmert, was für sie Wert zu ha-
ben hat. – Kaufen und Verkaufen, niveaulose Unterhaltung mit zugeschnit-
tener Werbeeinblendung, Kaufen und Verkaufen, Passivität vor dem Com-
puter, Kaufen und Verkaufen, Abwesenheit erzieherischer Elemente der
Aufklärung in Medien, Kaufen und Verkaufen, Infantilisierung zwecks Ein-
dämmung des Denkvermögens und Verschleierung der zunehmenden de-
kadenten kapitalistischen Zustände, Kaufen und Verkaufen, Sex, Geld,
Coolness, Kaufen und Verkaufen, Vernichtung unserer kulturellen und hei-
matbewussten Identität, Kaufen und Verkaufen, penetrantes Eintrichtern
von Mangelzuständen und -gefühlen, damit »Lösungen« angeboten werden
können (abhängig machen), Kaufen und Verkaufen, die Illusion vermitteln,
die Wertigkeit eines Menschen bemesse sich nur an äußeren Werten (Besitz,
Kleidung, Karriere …), Kaufen und Verkaufen …
Andere Werte werden uns fast täglich in den Schlagzeilen vorgelebt: Politik
ist ein schmutziges Geschäft, aber Geld stinkt nicht. Solange die Wirtschaft
regiert, so regiert und funktioniert, wird sich auch kaum etwas daran än-
dern. Ändern darf sich alles, was nichts kostet oder, besser, Gewinn bringt.
Was erzählen Eltern ihren Kindern, um in unseren heutigen Zustän-
den kein Gefühl von Trennung und Ungerechtigkeiten vermitteln und ohne
lügen zu müssen? Da kommt womöglich schnell Resignation oder Zynismus
mit ins Spiel – oder der Wolf unter Wölfen.
Das erste, was an Veränderung nötig ist, ist der Weg vom Ich zum Wir, »mit-
denken, Freude schenken«. Wir können darauf warten, dass irgendjemand
anderes den ersten Schritt macht, wir können allerdings auch selber etwas
tun. Ohne dafür etwas zurückzufordern. Wieviele sind einsam, wieviel

47
bleibt ungesagt, weil jeder auf dem anderen wartet. Das Vorleben von kon-
kreten Werten wie Pünktlichkeit (mag banal klingen, sagt aber etwas über
die Wertschätzung des anderen und der beigemessenen Wichtigkeit des
Treffens aus), Ehrlichkeit, Ethik, Zuverlässigkeit, Geborgenheit, Vertrauen,
Aufrichtigkeit, Verzeihen, Miteinander, Teilnahme, Hilfsbereitschaft
u. v. m., alles Grundwerte, die sich nie ändern werden und auch gar nicht
können, wenn wir kultivierte Menschen bleiben oder wieder werden wollen,
ist überaus wichtig. Der wahre Wert dieser Werte erweist sich erst im prak-
tischen und alltäglichen Leben, nicht im Theoretisieren. Wir müssen wieder
Gemeinschaftssinn entwickeln, weg von arroganter, distanzierter Ich-Sucht
(Arroganz ist immer Unsicherheit), die sich viele Jahrzehntelang anerziehen
lassen haben unter dem Deckmantel von Selbstverwirklichung, konsumier-
tem Wohlstand (wahrer Wohlstand ergibt sich aus förderlichen gesellschaft-
lichen Rahmenbedingungen) und Karrieregeilheit, was letztlich dazu führte,
dass wir teilweise bis in die Intimsphäre hinein alles nur noch in Geld um-
rechnen.
Der ganze Komplex der Kinder- und Jugenderziehung und -arbeit wird jetzt
schon wieder dermaßen spezialisiert und dadurch unüberschaubar, dass
wir letzten Endes wieder nichts Ganzes zur Verfügung haben. Damit ist hier
der Normalfall angesprochen, nicht aber spezielle Fälle, die spezieller Be-
handlung bedürfen. Die Erziehung muss ganzheitlich sein und das ist sie,
wenn sie sich wesentlich an den elementaren Grundwerten orientiert. Dann
haben Kinder und Jugendliche keinen Grund mehr zur Gewalt, die nur ein
Ausbruch ihrer Ängste ist. Dann werden unsere »schul-distanzierten Jugend-
lichen« wieder gerne in die Schule gehen, zu ihren Freunden und zu neuen
Abenteuern. Dann haben sie wieder eine Orientierung, eine freudige Orien-
tierung an lebensbejahenden und zukunftssicheren Grundwerten. Aus die-
sen Jugendlichen entwickeln sich dann wieder Politiker, die uns Anständig-
keit vorleben können und uns zeigen, dass Anständigkeit und Genügsam-
keit Tugenden sind. Wir brauchen wieder Ehrgefühl ohne falschen Stolz.
Jeder wohlmeinende Versuch einer maßgeschneiderten Familiener-
ziehung hat natürlich ihre Grenzen. Wenn, zum Beispiel, ein Paar sich schei-
den lässt, und der Junge oder das Mädchen gehen in ihrer Entwicklung fehl,
weil unbewusst dieses Trauma (der nicht zu ersetzende Verlust einer Be-
zugsperson) in ihnen und an ihrem Potenzial nagt, dann wird das heutzu-

48
tage möglicherweise erkannt und im günstigsten Fall geheilt werden. Im an-
deren Fall werden wir wahrscheinlich Fehlentwicklungen haben. Welche
gleichen Chancen haben diese Kinder? Wie können solche Zustände besei-
tigt oder kompensiert werden?
Niemand kann sich aus seiner Verantwortung hinausstehlen und wir
leben in einem System, dass unsere Zeit einfordert. Unsere Kinder werden
einst über uns stehen, uns regieren und unsere Gesellschaft neu formen. Was
nützen uns alle Fachkongresse über Erziehungsarbeit, alles lamentieren, so-
lange wir die elementaren Dinge für unsere Kinder nicht angedeihen lassen
können?

Ich habe immer gesagt, die Kinder kommen, um uns zu retten. Kinder, die in
ihrer Umgebung keinen emotionalen Rückhalt finden, haben natürlich einen
Nachteil, und den auf ganzer Linie. Die Art wie die Kinder darauf reagieren,
finde ich durchaus legitim. Das ist Notwehr.
Vielleicht geht es auch ein bisschen um Werte erkennen, statt sie zu wandeln.
Also der Wert, den es hat zum Beispiel, wenn ein Mensch wirklich ehrlich zu
dir ist, so wie Kinder … Wenn ein Mensch seine Gefühle für dich zeigt und
sich um sonst nichts schert, wie Kinder … Oder wenn ein Mensch dir ein Ge-
schenk macht im Wert seines Gesamtjahreseinkommens, so wie Kinder, oder
wenn ein Mensch dir wirklich alles verzeiht, so wie Kinder. 37

37 Aus früheren Korrespondenzen zum Thema

49
50
Eine neue Geschichte

Ja, lieber weibliche und männliche Leser, ich wünsche mir und der Mensch-
heit eine neue Geschichte. Eine Geschichte, die über eine aufstrebende
Menschheit berichtet, die immer ihren besten Weg fand, weil jeder Mensch
seine Meinung offen sagen durfte. Eine neue Geschichte über ein Zusam-
menwachsen in Herausforderungen und hilfreichem Miteinander. Ich ge-
höre keiner Konfession und keiner Partei an, wähle keine etablierten Par-
teien, bin also eigentlich eher unpolitisch, stelle mir jedoch Fragen zu man-
chen Dingen. Vor allem seit dem 11.09.2001, an welchem Tage mir schlagar-
tig klar wurde, in was für einem erschreckenden Ausmaß ein perfides, ver-
logenes und tödliches Spiel mit uns getrieben wird. Die guten alten Zeiten
waren mit einem Schlag Vergangenheit, das war klar, und aus der Unge-
wissheit und Unruhe heraus, was nun passieren würde mit der Menschheit,
ließ ich mir viel zu viel Zeit und in dieser ein gutes Lebensgefühl stehlen,
um Antworten zu finden. Wo sind wir nur hingeraten?! Elternlos sind wir,
weil wir Gott-Vater, Gott-Mutter vergessen haben in unserer (angeblich)
christlich regierten Gesellschaft.
Man sucht viele Jahre lang, Stück für Stück das Puzzle ergänzend,
vervollständigend, in all den Fragen nach dem warum, nach dem woher und
wohin. Und wir werden immer Antworten finden, wenn wir hartnäckig blei-
ben. Warum seit Jahrtausenden all die Kriege, bis heute, woher diese offen-
kundigen menschenfeindlichen Bestrebungen, warum diese Zerstörung,
Entartung unserer Kultur, Behinderung des Fortschritts, Vergiftung unseres
Planeten …, wohin soll das alles führen …? In diesem Artikel hinterfrage
ich, wieder einmal, Grundsätzliches.
Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die alten Religionen
mehr und mehr verdrängt werden. Aber haben sie an ihrem wesentlichen
Wahrheitsgehalt verloren? Liegt es im Interesse gewisser Kreise, dass wir
uns mehr mit allem anderen als mit religiösen Dingen, mit unserer göttli-
chen Herkunft beschäftigen? In unserem Kulturkreis ist das Christentum,
vertreten bzw. organisiert durch die Rom-Kirche, seit über 2000 Jahren prä-
gender Teil der Welt-Geschichte, Ursache für gesellschaftliche Umwälzun-

51
gen und Vorgänge, die schlichtweg als globaler Holocaust bezeichnet wer-
den können, ja müssen. Sind die Dinge in der Welt, so wie sie sind, in Ord-
nung? Nein, sind sie nicht. Und nicht nur das, sie sind gefährlich, bedrohlich
für uns alle. Dies herauszustellen ist mein Anliegen. Die Ursachen sind sehr
vielgestaltig und nicht immer leicht zu durchschauen. Und es ist schon ten-
denziell gefährlich, überhaupt darauf hinzuweisen. Selbst im »freiesten de-
mokratischen Rechtsstaat, den es jemals auf deutschem Boden gab«.

Meinungsäußerungen mit Strafrechtsfolgen.

Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht. 38

Es war schon immer gefährlich, seine Meinung zu äußern, die anderen nicht
passt. Und wenn diese Menschen, denen manche Meinungen nicht passen,
die Macht haben, diese Meinungen strafrechtlich zu verfolgen, zu unterdrü-
cken, widerspricht dies elementaren, festgeschriebenen Menschenrechten
sowie dem Grundgesetz eklatant; die Demokratie wird zur Farce. Ich habe
grundsätzlich das Recht meine Meinung zu äußern, auch wenn sie falsch
sein mag! Welche Meinung, welche Ansicht, kann aber so schwer wiegen,
dass sie zu bestrafen ist? Manche Leser haben sicherlich das Geschehen um
Bischof Richard Williamson noch vor Augen. Dieser äußerte in einem Fern-
seh-Interview:

Ich glaube, dass die historischen Beweise gewaltig dagegensprechen, dass sechs
Millionen Juden vorsätzlich in Gaskammern vergast wurden als vorsätzliche
Strategie Adolf Hitlers. (…) Ich glaube, es gab keine Gaskammern.

Williamson sagt zweimal »ich glaube«. Er hat damit nicht geleugnet, nicht
bestritten, nicht bagatellisiert. Er glaubt(e) lediglich, dass die historischen
Beweise anders ausgelegt werden könnten und äußerte dies öffentlich. Wil-
liamson wurde wegen Volksverhetzung angeklagt und von der Kirche ex-
kommuniziert. Nach welch geltendem Recht darf der eigene Glaube und die
öffentliche Äußerung der eigenen persönlichen Sicht derart verfolgt wer-

38 Zitat: Abraham Lincoln

52
den? Wir befinden uns mitten im Gesinnungs-Terror. Es ist strafbar, histori-
sche Beweise zu untersuchen und zu interpretieren; man könnte ja zu ande-
ren als den gesetzlich vorgeschriebenen, Ergebnissen kommen. Und dass
kann nicht sein, weil es nicht sein darf. Weil man jeden noch so geringen
aufkommenden Zweifel durch kleinste Abweichungen von der »offiziellen
Darstellung« vermeiden möchte. Dabei geht es nicht einmal um die Sache
an sich, denn Judenverfolgungen gab es definitiv, sondern es geht um mög-
liche Abweichungen in Einzelheiten, die sich potenzieren könnten zur mas-
siven, erklärbaren Gegendarstellung, die zu einer neuen Wahrheit werden
könnte. Denn ein BISSCHEN Revision geht eben nicht! Und eine gesetzlich
festgeschriebene ‘Offenkundigkeit’ soll nicht durch eine andere Wahrheit,
eine andere Sicht der Dinge, ersetzt werden können.
Der weltweit bekannte Ernst Zündel wurde »wegen Volksverhet-
zung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener« zu
fünf Jahren Haft verurteilt. Hier muss man sich ernsthaft fragen, ob, selbst
wenn wirklich der »Tatbestand« einer verwerflichen Meinung, ein »Gedan-
kenverbrechen«, vorlag, eine solche Strafe tatsächlich angemessen ist. 5
Jahre Haft wegen Publikation eigener Meinungen, nicht wegen eines Ver-
brechens, bei welchem durch Vorsätzlichkeit Menschen körperlich und see-
lisch zu Schaden gekommen wären. »Eine Zensur findet nicht statt«, so steht
es im Grundgesetz. Das ist schlicht und ergreifend politische Justiz, inner-
halb unserer »freiheitlich-demokratischen Grundordnung«.
Revisionismus ist nicht »Rechts«, sondern wissenschaftlich, und eben dies
ist das Problem des Revisionismus und seiner Justizgegner.

Der Begriff Revisionismus (lat. revidere »wieder hinsehen«) bezeichnet Versu-


che, eine als allgemein anerkannt geltende historische, politische oder wissen-
schaftliche Erkenntnis und Position nochmals zu überprüfen, infrage zu stel-
len, neu zu bewerten oder umzudeuten. Der Begriff wird sowohl von den Be-
fürwortern als auch von den Gegnern solcher Revisionen verwendet. 39

Aber genau das, das-nochmals-überprüfen, wird den Revisionisten bei Straf-


androhung verboten. Argumente, Beweise, Darlegungen dieser vor Gericht
zur Verteidigung sind verboten, weil es wiederum »Volksverhetzung« mit

39 Wikipedia

53
strafrechtlichen Folgen wäre. Wie absurd ist das denn?!
Es gibt tatsächlich viele unbeantwortete Fragen, Ungereimtheiten,
aber diese hier zu formulieren, wiederzugeben, wäre vermutlich selbst
schon »Volksverhetzung«, »Störung des inneren Friedens«. Wahrscheinlich
ist schon selbst ein »vielleicht«, nicht »vielleicht nicht«, sondern »vielleicht
anders«, ein unverzeihlicher, strafrechtlicher Frevel, der mit unnachgiebiger
Härte verfolgt werden muss. (Deutsche) Geschichte lässt sich jedoch nicht
aufarbeiten, wenn dogmatisiert und verboten wird in Bezug auf Inhalt, Art
und Weise der Informationsbeschaffung.
Das Ausmaß an Aufgeklärtheit hat derart zugenommen, dass das
System sich nicht einmal mehr großartige Mühe gibt, zu verschleiern, wie
offenkundig widersprüchlich und verlogen hier vorgegangen wird. Sie kön-
nen es auch gar nicht mehr verschleiern, weil ‘zu viele’ aufwachen. Dies ist
auch in den Gerichtsverhandlungen der letzten Jahre gegen »Volksverhet-
zer« offenkundiger geworden; das System handelt zunehmend resolut und
radikal ungesetzlich und ist immer mehr gezwungen, die demokratische
Maske fallen zu lassen. Als letztes Beispiel möchte ich hierfür kurz die Inter-
netseite politaia.org anführen. Viele Tausende informierten sich dort und be-
kamen Informationen und ein (politisches) Weltbild präsentiert, dass völlig
konträr zu dem zentral gesteuerten und weltweit verteilten Mainstream-
Einheitsbrei-Gefasel der Massenmedien stand. Auf eine der Seiten von poli-
taia.org wurde ein YouTube-Video verlinkt, in dem auf sachlicher, kompe-
tenter Basis angezweifelt wurde, ob gewisse Fotos von (angeblichen) KFZ-
Häftlingen als solche klassifiziert und bezeichnet werden sollten, weil hin-
reichende Indizien einfach dagegensprechen. Der Urheber des Videos ist be-
kannt (»conrebbi«), ist bis heute jedoch nicht belangt worden, was ange-
sichts des fundierten Inhaltes eventuell Probleme bereiten könnte, vor allem,
wenn die Angelegenheit öffentlich würde; allerdings sind auch andere (Re-
visionisten) schon »belangt« worden, trotz (wegen!) fundierter, sachlicher
Beweisführung, fernab jeglichen Antisemitismus.
Jedoch zurück zum Eigentlichen. Der Betreiber der Website poli-
taia.org, Hermann Breit, sah sich gezwungen, die Website zu schließen, weil
ihm wegen der Verlinkung des Videos ein Prozess wegen Volksverhetzung
gemacht werden sollte. Somit ist offenkundig, dass hier der Link zu dem
Video lediglich ein Vorwand war, um Druck auf den Betreiber auszuüben,
dessen Internetseiten dem System ein kräftiger Dorn im Auge waren. Was,

54
bitte schön, hat das mit Rede- und Pressefreiheit zu tun? Was hat das mit
Rechtsprechung und einer gewissen Gleichstellung zu tun? Wer schenkt ei-
nem solchen Vorgehen noch Glauben? Es ist frappierend, mit welch einer
Dreistigkeit solche Dinge durchgezogen werden, ohne dass sich nennens-
werter öffentlicher Widerstand regt. Die Öffentlichkeit müsste längst massiv
aufbegehren gegen solche Absurditäten, gegen solch offenkundige Gesetz-
losigkeit. Glaubt hier noch irgendein Leser, dass es in dem Prozess eine sach-
liche und differenzierte Auseinandersetzung mit den Inhalten des Videos
gegeben hat? Die Webseite musste weg, also fand man einen Grund. Es wäre
vorlaut zu sagen, Herr Breit hätte klein beigegeben, denn wer setzt schon
sein Leben, aufs Spiel für seine Meinungsfreiheit, vor allem, wenn da noch
die eigene Familie dranhängt? Familie, Beruf, Freunde, in anderen Ländern
gar das nackte Leben! Im Übrigen ist die Website wieder online, was wohl
den vielen Spenden zu verdanken ist, mit denen der Rechtsstreit finanziert
werden konnte.
Es ist befremdend, mit was für einer Borniertheit und Penetranz ge-
schichtskritische Publizisten als rechtsextrem verleumdet werden. Dieses
Muster wird aber durchbrochen werden, weil das Bewusstsein der Men-
schen sich insgesamt anfängt zu heben. Jahrzehnte konnte man uns Lügen
auftischen, Lügen, die uns beherrscht haben. Diese Lügen werden nicht län-
ger herrschen können und deshalb mit Totalität und Zwang ersetzt werden,
es sei denn, es kommt zu einem umwälzenden Umsturz, und zwar weltweit.
Die Anzeichen dafür stehen sehr gut.

Mit 130 durch die freiheitlich-demokratische Bußgängerzone

Der Paragraph 130 StGB fand Aufnahme in das Strafgesetz, um vorgeblich


die »Verherrlichung des NS-Regimes« zu verfolgen. Eine Verherrlichung
fände auch ich unangemessen und geschmacklos. Revisionisten jedoch ver-
herrlichen nicht. Sie forschen akribisch, klären sachlich auf und wenn sie
ihre Ergebnisse publizieren, mündlich, schriftlich, digital, dann wird dieses
Gesetz gegen sie angewendet. Somit wird von vornherein die Äußerung ei-
ner ganz bestimmten, unerwünschten, Gegenmeinung in Deutschland unter
Strafe gestellt. In der Formulierung des § 130 StGB findet sich zwar der Be-
zug zur NS-Vergangenheit, jedoch wurde der Paragraph so ausgeweitet und

55
teils allgemein gehalten, dass man zu Recht von einem »Maulkorbparagra-
phen« sprechen kann. Es wird immer Auslegungssache der Gerichte blei-
ben, »anstößige«, unerwünschte Meinungsäußerungen unter dieses Recht
zu stellen. Das ist Willkür. Selbst einer differenzierten (nicht grundsätzli-
chen!) Holocaust-Gegenmeinung könnte man strafrechtlich begegnen, da
mittels des Paragraphen 130 StGB unterstellt werden kann, »Offenkundig-
keiten« absichtlich als Meinung bagatellisieren zu wollen. Das ist befremd-
lich und diktatorisch. Was verboten wurde, fand jedoch noch immer seinen
Weg, weiterzuleben. Näheres dazu im Abschnitt »Verbreitung der Wahrheit
durch ihre Unterdrückung«, in dem es um gewisse Gesetzmäßigkeiten in Be-
zug auf Wahrheiten geht.
Ein Stützpfeiler für diesen Paragraphen ist sicherlich die determi-
nierte »Offenkundigkeit des Holocaust«. Was aber bedeutet »offenkundig«?
Synonyme sind: augenscheinlich, deutlich erkennbar, unübersehbar. Etwas
aus der Geschichte Übertragenes, Abgeleitetes, kann aber nicht offenkundig
sein, weil es ein Vorgang des Denkens und Interpretierens von nicht selbst
erlebten Überlieferungen ist. Offenkundigkeit im eigentlichen Sinn ist je-
doch ein Vorgang von direkter Wahrnehmung und unmittelbarer Erkennt-
nis. Deshalb können die Dinge von damals für mich, Jahrgang ’62, keines-
wegs »offenkundig« sein, es sei denn, es gäbe unwiderlegbare und unstrit-
tige Beweise. Das, was offenkundig ist, braucht keine Beweise. Letztere je-
doch sind offensichtlich widersprüchlich, deshalb kontrovers, oder können
mitunter gar als Beweisfälschung verstanden werden mit der scheinbar of-
fenkundigen Absicht, falsche Geschichte zu schreiben. Es ist eine Binsen-
weisheit, dass die Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird. Und
deshalb muss ich Fragen stellen.
Offenkundig ist genauso wenig, was man andere zwingen muss zu
glauben, und was geglaubt werden soll, ist nicht offenkundiger, nur, weil
manche, die sich nicht selbst und unabhängig informieren, es vielleicht tat-
sächlich tun, nämlich zu glauben, was sie glauben sollen. Das widerspricht
geradezu jeder Offenkundigkeit. Wer nichts weiß, muss alles glauben. Und
wer nichts glauben müssen will, muss sich Wissen aneignen, um zu wissen,
denn Wissen ist besser und sicherer als Glauben. Vergangenes kann ich aber
nicht wissen, wenn mir vorgeschrieben wird, was ich wissen und woher ich
mein Wissen beziehen soll. Was ich aber nicht weiß, kann ich glauben, muss
ich aber nicht. Es ist absurd, jemanden zwingen zu wollen etwas zu glauben,

56
weil Glaube sich auf etwas Angenommenes, Unbestimmtes, Erhofftes, be-
zieht. Diesen Glauben macht sich jeder Mensch auf seine persönliche Weise
zu eigen, entsprechend seiner Überzeugungen, Vorstellungen, Meinungen,
Wünsche, Hoffnungen und Erfahrungen. Jeder Mensch kann nur aus sich
selber heraus Glauben entwickeln, sonst ist es kein Glauben im wahren und
eigentlichen Sinne des Wortes, sondern Doktrin.

In einem freien Staat steht es keiner politischen Autorität zu, die historische
Wahrheit zu definieren und die Freiheit der Historiker unter der Androhung
von Strafen einzuschränken. 40
Wenn die Deutsche Geschichte per Gesetz festgeschrieben, festgelegt wer-
den muss, mit Straf- und Gewaltandrohung, damit sie als offiziell durchge-
setzt werden kann, weil sie als offiziell und »offenkundig«, gelten soll, ja
muss, dann ist es mit der geschichtlichen Wahrheit unserer Großgroßeltern
schlecht bestellt. Offenkundig kann ganz und gar nicht sein, was vorgege-
ben, was erzwungen wird zu glauben. Das ist ein eklatanter Widerspruch,
gerade auch für diejenigen, die in der zweiten und dritten Generation nach
den Geschehnissen von damals stehen.
Als heute 56-jähriger Angehöriger eines »Tätervolks« ist es, nicht erst
heute, meine Pflicht, herauszufinden, was damals geschah. Aber das darf ich
nicht, denn dass, sowie entsprechend zugelassene Quellen, muss ich mir als
»offenkundig« vorsetzen lassen. Eigene Recherchen, forensisch, wissen-
schaftlich, akribisch, sind verboten. Fragestellungen mit anzweifelndem o-
der mehrdeutigem Charakter sind verboten. Öffentliche Diskussionen, Be-
sprechungen, sind verboten. Wenn man »falsch« zitiert, wird man verurteilt.
Das ist in dem Ausmaß einmalig in der Geschichte, die die »Sieger« schrie-
ben.
Das, was verboten ist, ist gefährlich, davor fürchtet man sich. Die
Wahrheit steht stets für sich und hatte Gewalt noch nie nötig, nirgendwo.
Die Wahrheit droht nicht, sie verbietet nicht, sie fürchtet nicht, sie sperrt
nicht ein und sie mordet nicht. Und wenn das, was ich hier gerade schreibe,
»Volksverhetzung« ist, »Störung des öffentlichen Friedens«, »Verherrli-
chung der NS-Vergangenheit«, dann sind wir inmitten einer totalitären, Leib

40 »Appell von Blois«, Okt. 2008

57
und Leben und Gesinnung bedrohenden, Diktatur, die, zumindest was Zen-
sur betrifft, einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus nicht zu scheuen
braucht. Dieser Vergleich mag extrem erscheinen, aber wo gibt es heute ak-
tiven, geschweige denn öffentlichen, Widerstand im Vergleich zu Hitlers
Zeiten? Wir hätten sehr schnell ähnliche Strukturen (wenn nicht schon vor-
handen) und Situationen, denn bislang hat noch jede Regierungsmacht ver-
sucht, sich mit Gewalt am Leben zu erhalten. Aber es gibt ihn, den Wider-
stand gegen Willkür, Anmaßung und Staatskriminalität, wir jedoch erfahren
nur etwas von »Revisionisten«, »Rechtsradikalen«, »Unbelehrbaren«, »Anti-
semiten«, »Volksverhetzern«, Kriminellen oder gar Drogensüchtigen und
Verwirrten. Eine vernichtende Hexenjagd beginnt gegen die Frevler, Ab-
trünnigen und Ketzer, wie im Mittelalter, bis zum Schauprozess, und das ist
gar nicht mal so weit hergeholt. Die meisten der Verfolgten waren und sind
ehrbare, anständige Menschen, die einfach nur hinterfragten (weil sie nicht
einsahen, einem »Tätervolk« angehören zu sollen) und aus ihrer Sicht be-
richten oder aufklären wollten. Und sie hatten und haben etwas, dass die
Masse eben nicht hat und auch gar nicht haben will – Verantwortungsbe-
wusstsein, Courage und einen tiefen Drang zur und Glauben an die Wahr-
heit, vielleicht gar an Gott – aller Lüge, Manipulation und Eigengefährdung
zum Trotz. Wer weiß und nicht aufklärt, macht sich schuldig. Wer nicht
weiß und alles geschehen lässt, aus Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit,
macht sich ebenso schuldig, bis zum Jüngsten Tag. Gleichgültig vor lauter
Fernsehguckerei, Konsum, Glitzerwelt, »blinki blinki in the evening« und
sonstigen wichtigen Dingen, wie »gut aussehen« auf Partys oder sonst wo,
alles haben wollen, Mediensensationen, Sozialnetzwerke, schöner, schneller,
bunter, lauter – und immer flacher. Das macht schläfrig, führt weg vom We-
sentlichen, und die Massen schlafen, tief und fest, wie hypnotisiert. So soll
es auch sein und deshalb ist die Gewalt gegen die Massen heutzutage viel
subtiler als früher. Alle machen mit, geblendet von bunten, tollen Dingen
und »guter Unterhaltung«. Und mörderischen Krieg anderswo schaut man
sich aus der Ferne an, bei Chips und Cola. Bis er eines Tages zu uns kommt;
und er wird kommen, genau deshalb. Offene Gewalt im Ausmaß der NS-
Zeit ist gar nicht mehr nötig und auch gar nicht erwünscht, um den huma-
nen, sozialen Mantel dieser Scheinbürokratie nicht fallen lassen zu müssen.
Jeder, der ein halbwegs normal funktionierendes Gehirn besitzt, hat
die Möglichkeit zu hinterfragen, ob er diesen ganzen verblödenden Tand

58
wirklich braucht, der nur produziert wird, um verkauft zu werden und uns
abzulenken. Zu hinterfragen, was wirklich wichtig, wesentlich, im Leben ist
– eventuell seelische Entwicklung als bestimmende Lebensaufgabe -, jeder
hat die Möglichkeit zu beobachten und Tendenzen zu erkennen; alles keine
Fähigkeiten und Tätigkeiten, die Hochbegabung voraussetzen. Unser Ge-
wissen wird uns, möglicherweise wenn es zu spät ist, verraten, was wir ge-
wusst haben, denn davon ist das Wort Gewissen abgeleitet, von gewusst.
Wir wussten es, eigentlich, aber wir handelten nicht adäquat, lauschten nicht
unseren gesunden Instinkten, weil wir unser Leben und unsere Verantwor-
tung, abgestumpft und träge, den Mächtigen überließen. Was dann kommen
mag an Anarchie, an (Bürger-) Krieg, wird uns nicht gefallen, aber wir haben
es in KAUF genommen. Tja, was hätte man denn tun sollen …? Wir treffen
in jedem Augenblick unseres Daseins eine Entscheidung! Wir entscheiden
immerzu, was wir tun, denken, kaufen, essen, anziehen, reden, wen wir po-
litisch hofieren …, und entscheiden heißt zu wählen! Die Weisheit des Le-
bens geht so weit, dass sie aussagt, dass wir all das, was wir in unserem Le-
ben erhalten, gewählt und damit angezogen haben, bewusst oder unbe-
wusst. Das Unbewusste ist das, was unseren Gewohnheiten entspricht, die
wir uns selber, stets wählend, angeeignet haben; automatisches Handeln be-
deutet nicht automatisch ungewollt und ist daher kein Alibi, dass uns auto-
matisch freispricht. Ab einem bestimmten Moment im Leben wählt man im-
mer selbst, egal, welche Erziehung und Bildung man genoss. Also, alles, was
ihnen widerfährt, haben Sie selber in Ihr Leben gerufen und werden Sie in
Ihr Leben rufen; jetzt wissen Sie es! Niemand kann sich dieser seiner Verant-
wortung entziehen. Dies gilt für den Einzelnen wie für Völker, Volksgrup-
pen, Nationen, Religionen … Wenn es »knallt«, nützen keine Ausreden
mehr, niemandem.
Die Wahrheit hat keine Kritiker, aber sie hat Feinde.

Auffallend ist an den Deutschen, dass den wenigsten bei der sogenannten
»Aufarbeitung der Geschichte« nicht schlecht wird. 41

41 Über die Deutschen, Junge Welt vom 16.04.2005

59
Die Verbreitung der Wahrheit durch ihre Unterdrückung

Eines ist aus der Geschichte nicht gelernt, erkannt worden, und das wundert
schon ein wenig; bislang noch jede Unterdrückung von Wahrheit, wie besti-
alisch und gründlich es auch versucht wurde, führte im Ergebnis konse-
quent zur weiteren Verbreitung der Wahrheit. Wir kennen das zu gut aus
der Geschichte der Protestanten-Verfolgung. Diese wurde oft mit dem Ziel
geplant und durchgeführt, diese auszurotten, nämlich physisch, das heißt,
es wurden zig- und hunderttausende Menschen abgeschlachtet. Hat dies je
etwas genützt? Nein, und als unmittelbare Folge, wenn auch manchmal erst
Jahre oder gar Jahrzehnte danach, kehrte sich der vermeintliche Erfolg, kau-
sal bedingt, ins direkte Gegenteil um. Es hat nicht nur nichts genützt, es
brachte die bekämpfte Sache sogar noch weiter nach vorne, als je zuvor. Da
steht ein Gesetz hinter, das hier näher auszuführen den Rahmen des eigent-
lichen Themas sprengen würde. Aber beobachten und vergleichen Sie sel-
ber.
Eine weitere Gesetzmäßigkeit ist die Tatsache, dass eine Idee, die erst
einmal existent geworden ist, nie wieder zum Verschwinden gebracht wer-
den kann, selbst dann nicht, wenn diese Idee nur in einem einzigen Kopf
präsent ist, den man, in Unkenntnis dieses Gesetzes, vom Rumpf trennen
würde. Denn wie Victor Hugo schon sagte: »nichts auf der Welt ist so mächtig
wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.« Dies ist ein Naturgesetz, welches nie-
mand durch nichts auszuhebeln vermag. Der Revisionismus musste hervor-
brechen, gerade deshalb, wie oben erklärt, weil er zum einen unterdrückt
wurde, zum anderen, weil jede Wahrheit ihre Zeit findet, unaufhaltsam. Al-
les andere ist Wunschdenken von Fanatikern, Idealisten und Ideologen. Die
Geschicke der Menschheit werden von hochintelligenten Meistermanipula-
toren gelenkt, aber diese sind nicht allmächtig; Gott sei gedankt.

Man kann alle Menschen für einige Zeit belügen. Einige Menschen kann man
auch für alle Zeit belügen. Aber man kann nicht alle Menschen für alle Zeit
belügen. 42

Und da wir gerade bei Gesetzmäßigkeiten sind, noch eines; die Verfolger

42 Zitat: Abraham Lincoln

60
von Recht und Wahrheit verursachen für sich selber Kausalitäten, auch über
ihren Tod hinaus, die sie irgendwann unweigerlich auf die andere Seite der
Geschichte platzieren werden. Dies ist tragisch, der eigenen Verantwortung
entkomme jedoch niemand, niemals. Jede Macht und jede Lüge hört ir-
gendwo auf, spätestens vor dem Thron Gottes.
Weiter oben waren wir bereits bei Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel
»Offenkundigkeit«. Ein weiterer propagandistischer Begriff ist »Tätervolk«
und beinahe noch schlimmer »Täternachfahren«. Wer von uns heute ist ein
direkter Nachfahre eines früheren tatsächlichen, das heißt überführten und
verurteilten, Täters?! Über diese Begriffe ist sehr viel debattiert worden. Na-
türlich gab es die »willigen Vollstrecker Hitlers« und es gibt eine moralische
Mitverantwortung passiver Dulder, welche damals gelebt haben. Diese
»Vollstrecker« waren aber nicht das ganze Volk, sondern eine Gruppe, wenn
auch eine durchaus größere. Und deshalb:

Das Wort Tätervolk ist schon grundsätzlich verwerflich, da es ein ganzes Volk
für die Taten einer Gruppe verantwortlich macht. 43

Und eines, etwas ganz Grundsätzliches, muss hier einmal klargestellt wer-
den. Kein einziges Volk auf der ganzen Erde wollte jemals und will heute
Krieg! Es will friedlich leben und arbeiten, kulturell und spirituell wachsen
und gedeihen, teilen, seiner Bestimmung entgegengehen. Noch jeder Krieg
wurde angezettelt von Interessengruppen, von denen, die Krieg wollten, um
andere Völker und Kulturen zu vernichten, um sich an Land und Schätzen
zu bereichern, um Waffen zu verkaufen. Das spricht die Massen, die sich in
Kriegen haben willig hereinziehen lassen keinesfalls frei von Schuld. Im
Nachhinein jedoch von einem Tätervolk zu reden, widerspricht den histori-
schen Tatsachen der Geschichte und ist zudem selbst wiederum ein Krieg
gegen dieses Volk, nur mit anderen Mitteln und zu ganz bestimmten Zwe-
cken. Denn ein Grundstein für Versöhnung und Frieden mit den »Täter-
nachfahren« ist dies nicht. Wir dürfen die Geschichte um die NS-Zeit, wie
auch andere Geschichten, nicht vergessen oder bagatellisieren, aber daraus
ein ewiges Schuldkonzept zu konstruieren ist kontraproduktiv und inhu-
man gegenüber diejenigen, die Generationen später nichts, aber auch rein

43 Quelle: Wikipedia

61
gar nichts, mit diesen damaligen Vorfällen zu tun haben. Da dies aber so
gehandhabt wird, von Menschen, die man keinesfalls als unwissend und
dumm bezeichnen kann, steckt also eine Absicht dahinter. Und jede Absicht
verfolgt ein Ziel.

Ein […] Akt der Vergebung ist in der Tat durch die Natur gerechtfertigt, da er
sich auf das Erkennen der psychologischen Ursachen beruft, die einen Men-
schen beherrschen, wenn er eine böse Tat verübt. 44

Obiges Zitat führe ich auch in Hinblick darauf an, dass wir von christlichen
Parteien regiert werden; wo bleibt aber die christliche Ethik? Vorfahren, die
beteiligt waren, kann man ewige Schuld anhängen, wenn man denn damit
glücklich werden will, aber diese Schuld von den Vorfahren auf die Nach-
fahren zu projizieren, zu vererben, ist zutiefst asozial.
Ich, Jahrgang ’62, schreie es in die Welt hinaus: ich bin unschuldig!
Meine Eltern, Jahrgang ’40, sind unschuldig! Meine Großeltern, die beide
Weltkriege miterlebten und nie angeklagt wurden, sind unschuldig! Sie
sind aber genauso schuldig, moralisch – und diese Schuld kann schwer
wiegen! – wie die Heutigen, die zugelassen haben, dass wir unsere deut-
schen Grenzen am Hindukusch »verteidigt« haben, die zugelassen haben,
Belgrad »freigebomt« zu haben, die heute (!) wieder deutsche Soldaten an
russischen Grenzen dulden (in Litauen) u. v. m.
Ja, und auch ich bin daran mitschuldig, weil ich nicht Türen und
Köpfe eingerannt habe, um diese Abscheulichkeiten aufzuzeigen und alles
Menschenmögliche dafür tue, damit die Menschen dagegen aufbegehren.
Der Krieg ist offenkundig zu lange her, als dass wir ihn uns nicht gemütlich
im Fernsehen anschauen und meinen, er wäre so weit weg, nicht unsere Sa-
che, quasi wie im Kino. Welch ein Irrtum!

44 Dr. Andreji M. Lobaczewski, Politische Ponerologie

62
Unsere unchristlichen Führer

Der Papst hat die Macht Zeiten zu ändern, Gesetze abzuschaffen und auf ent-
sprechende Erlasse zu verzichten, sogar auf das Gebot Christi. 45

Dieses Dekret soll dem folgenden Beitrag vorangestellt werden, weil es so


überdeutlich zeigt, auf welchen Grundlagen wir unsere christliche Gesell-
schaft aufgebaut haben. Denn genauso absurd, diktatorisch, selbstherrlich
und weltfremd, als welches man dieses Dekret bezeichnen muss, ist auch
das Handeln und Führen unserer christlichen Parteien zu bezeichnen.
In der Beschäftigung mit Grundwerten und Grundsätzen deutscher
Politik sowie dem Christentum in unserer Gesellschaft stieß ich immer wie-
der auf die Namensgebung einzelner Parteien, was Veranlassung dafür war,
wiederholt darüber zu reflektieren, welche Gemeinsamkeiten und Über-
einstimmungen mit den Inhalten der christlichen Religion es gibt; gerade
auch in Anbetracht unseres sich in den letzten Jahren radikal wandelnden
sozialen Gefüges.
Wo in der Gesellschaft werden tatsächlich christliche Werte gelebt,
angestoßen eben durch die zumindest namentlich christlich orientierten Par-
teien? Wo in den unsere Gesellschaft maßgeblich bestimmenden, strukturie-
renden wirtschaftlichen, politischen, kulturellen Ämtern, Institutionen, Be-
hörden, erfolgt eine klar propagierte Ausrichtung nach christlichen Werten?
Wo werden diese konsequent als Maßstab angelegt, kommuniziert und vor-
gelebt; beispielhaft vorgelebt, um sie durch gewollte, bewusste Nachah-
mung ideeller Werte durchsetzen zu können?
Für mich persönlich ist es beim Versuch, diese Fragen zu beantwor-
ten, zunächst völlig unerheblich, was diese Parteien sich »auf die Fahnen
geschrieben« haben, was in ihren Statuten steht, wie die Wahlprogramme
formuliert sind, welche Gesetze sie durchbringen, abschaffen, ändern wol-
len. Einziges Kriterium ist das, was im alltäglichen Leben stattfindet, denn
das spiegelt zum Großteil die Ergebnisse »unserer« Politik wider. Und da
gibt es manches zu hinterfragen.
Davon abgesehen, dass im Westen derzeit (noch) der traditionelle

45 Päpstliches Dekret: Dekretal, De Translatione Episcoporum, S. 32

63
christliche Glaube dominiert und die katholischen und evangelischen Kir-
chen noch verwaltet werden, gibt es eben noch diese Parteien, die den christ-
lichen Begriff offenbar zu ihrem Programm gemacht haben, denn die Na-
mensgebung geschah ja wohlüberlegt. Diese Parteien bestimmten über
lange Zeiträume die Politik Deutschlands. Und so müssen sie es sich auch
gefallen lassen, sich an ihren eigenen Vorgaben messen zu lassen.
Die CDU (Christlich Demokratische Union) sowie die CSU (Christ-
lich Soziale Union) bilden in der letzten Wahlperiode (2009 bis 2013) die
größte Fraktion, wobei sie sich aus CDU-Mitgliedern aus ganz Deutschland,
außer Bayern, bzw. aus ausschließlich in Bayern aktiven CSU-Mitgliedern
zusammensetzt. Nach der Bundeswahl 2013 ist die CDU/CSU wiederum be-
stimmend in der deutschen Politik. Nebenbei bemerkt bin ich persönlich da-
von überzeugt, dass wir genau die gleichen heutigen Zustände hätten, wä-
ren wir seit Bestehen Deutschlands ab ’45 ohne Ausnahme von anderen Par-
teien regiert worden. Dies jedoch ist ein anderes Thema.
Was prägt das Christentum, was ist die Basis, die Grundlage, die
Grundaussage dieses Glaubenssystems? Nächstenliebe und das Halten der
Gebote. Mitgefühl, Barmherzigkeit, Güte, Teilen, Gerechtigkeit, Demut, für-
sorgliches Miteinander usw. Was hat dies jedoch mit unseren »christlichen
Parteien« bzw. deren Wirken zu tun? Allein an diesen Werten sowie dessen
Entsprechungen, ohne überhaupt erst die 10 Gebote anführen zu müssen,
erkennen wir überdeutlich die Absurdität, sich mit christlichem Anspruch
verkaufen zu wollen. Es wäre müßig, all die Dinge aufzuzählen, die dem
vorgegebenen Anspruch ganz klar widersprechen, wie zum Beispiel:
Die Plünderung der Sozialkassen, die Etablierung eines Arznei-Marktes
durch das Zusammenwirken von Krankenkassen und Pharmaindustrie, die
gegenwärtige Organisation auf EU-Ebene für direkte Kontenzugriffe durch
die Banken, um sich selber vor den Konsequenzen der eigenen Machen-
schaften zu ›retten‹, jahrzehntelange Wahlbetrügereien, Hochverrat und
Ausrauben des Volkes (zum Beispiel Sozialkassen, Spareinlagen, Volksver-
mögen), Steuern, Diäten, Unterstützung von Kriegen, Zinsknechtschaft,
Drogenhandel, Pornographie, Hurerei, Kindesmissbrauch, das Gutheißen
von Pädophilie und Inzest, eine NATURWIDRIGE Ehe- und Erziehungsbe-
rechtigung für nichtheterosexuelle Paare, zunehmende Frühsexualisierung
unserer Kinder in Schulen und Kindergrippen, eine offenbar gewünschte Is-
lamisierung der Gesellschaft (ohne den Islam diskreditieren zu wollen),

64
rücksichtsloser, teils irreversibler Raubbau an unserer Natur, Verbreitung
und Verherrlichung von Gewalt in allen Medien, eine unglaubliche Ver-
schwendung von Ressourcen und Geldern für militärische Rüstung zum
Schutz vor wem …? Eine offenbar gewünschte und forcierte Vergiftung und
Privatisierung von Wasser, Luft, Erde und Pflanzen, etc., etc. Insgesamt eine
Pervertierung der Menschheit mit immer deutlicher, offenkundiger werden-
den diabolischen Zügen und Bezügen. Gab es jemals ehrliche, offene Ein-
wände dagegen, wurde jemals an die christlichen Werte appelliert, mit Ve-
hemenz, beispielhafter Courage, Selbstaufopferung? Stattdessen sehen wir
Unmündigkeit, Gleichgültigkeit, Anmaßung und Größenwahn – die »Um-
wertung aller Werte«. 46
Es gibt viele Prophezeiungen, deren Eintreffen seit langem gesichert
sind, für diesen kulturellen, menschlichen Niedergang, und es gibt außer-
dem ganz klar formulierte Absichten gewisser Kräfte, diesen Niedergang
gezielt herbeizuführen, um letztlich herrschen zu können über Dummheit,
Dekadenz, Unmoral, Gewissen- und Verantwortungslosigkeit. Die Ergeb-
nisse haben wir heute klarer denn je vor Augen.
Hat das Christentum noch weise und gütige Führer? Ja, außerhalb
der römischen Kirche und außerhalb der Politik. Die Papst-Kirche konnte
und kann ihrem Anspruch als christliches Oberhaupt nicht ansatzweise ge-
recht werden. Schon Luther, wie viele andere auch, die zum Teil dafür hin-
gerichtet wurden, machte deutlich, wie weit sich die Kirche von der Bibel
entfernt hatte, vom ihrem »Wort Gottes«. Auch deshalb bleibt für den Pro-
testantismus die Bibel alleinige Autorität. Das Wort Gottes, welches Er ihnen
(angeblich) über die Propheten verkünden ließ, scheint unfehlbar, nicht je-
doch der Papst. Der Papst als selbsternannter »Stellvertreter des Menschen-
sohnes Gottes« ist Blasphemie und Häresie in reinster Form.
Die Kirche hat außerdem den Götzenkult gefördert und gleichzeitig das fol-
gende 2. Gebot abgeschafft, welches genau das verbietet:

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch
irgendein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das
unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott,

46 de.wikipedia.org/wiki/Umwertung_aller_Werte

65
der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte
Glied, die mich hassen; und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich
liebhaben und meine Gebote halten. 47

Die römische Kirche machte daraus: »du sollst den Namen des Herrn, deines
Gottes, nicht missbrauchen.« Dieses ursprünglich 3. Gebot wurde also an
zweite Stelle gesetzt und damit die 10 Gebote wieder vollständig werden
konnten, weil jetzt waren es ja nur noch neun, wurde das letzte Gebot, »du
sollst nicht begehren …«, in zwei Teile, 9. und 10. Gebot, aufgeteilt. Doch es
steht auch geschrieben:

Die Zehn Gebote sind von Gott mit eigener Hand geschrieben und darum
unveränderlich. 48

Dies scheint für die Kirche jedoch ohne Belang zu sein. Diese Eigenmächtig-
keiten setzten und setzen sich fort in der Erweiterung kirchlicher Dogmen
und der Entweihung christlicher Lehren, für die sich die Kirche selber auf
die »Säulen der Tradition« beruft, welche jedoch oft in deutlichem Wider-
spruch oder ohne jegliche Entsprechung zum Bibelwort steht. Das ist reine
Willkür gegen das Bibelwort, gegen das unverbrüchliche »Wort Gottes«.
Im Folgenden eine unvollständige Aufzählung der religiösen Erfindungen
durch die römische Kirche:

 364 n. Chr. – Abschaffung und Änderung des 4. Gebotes zum Sab-


bat auf dem Konzil zu Laodizea
- Verlegung des Sabbattages von Samstag auf Sonntag
- Papst Sylvester erklärt den biblischen Sabbattag als »jüdisches
Überbleibsel«
- danach Verbot er das Besitzen und Lesen der Bibel bei Todesstrafe
 380 – Einführung der Todesstrafe für Nichtkatholiken
 4. Jhd. – die Festlegung des Geburtstages Jesu auf den 25. Dezember
durch Papst Julius I.

47 Ursprüngliches 2. Gebot, das den Götzendienst verbot


48 2. Mose 31, 18

66
 1078 – Einführung des unzüchtigen Zölibats, welches in keiner Bi-
belstelle gefordert wird
 1215 – die Verwandlung der Hostie und des Weines in Fleisch und
Blut Christi während der Messe, bezeichnet als Transsubstantiation
 1272 – die Lehre über das Fegefeuer
 1546 – das Tridentinische Konzil legt fest, dass die »Tradition« ge-
genüber der Bibel Vorrang hat (!)
 1854 – die Unbefleckte Empfängnis Marias
 1870 – die Unfehlbarkeit des Papstes
 1950 – die leibliche Himmelfahrt Marias

Hinzu kommt die absurde und Christus‘ Lehre widersprechende Erbsün-


denlehre, nach der jeder Mensch bereits sündig und schuldig geboren wird.
Ein »phantastisches« Mittel, um Menschen zu beherrschen. Vor Gott sind
oder werden wir schuldig, sind wir Sünder, aber nicht vor einer Kirche, und
schon gar nicht vor einer, die unendliches Leid und Blutvergießen in diese
Welt brachte. Gott wird richten, wenn die Zeit gekommen ist. Und sie
kommt, für jeden.

Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit
welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. […] Du Heuchler, zieh
am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter
aus deines Bruders Auge ziehst! 49

Zudem verlangt die Kirche eine ständig zu wiederholende Gnadenerbittung


an ihre Priester. Doch im Eph. 2.8/9 lesen wir:

Denn durch die Gnade [des Herrn!] seid ihr errettet, mittels des Glaubens,
und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, auf das sich
niemand rühme.

Glaubt die Kirche nicht an ihr eigenes »Grundlagenwerk«?


All diese Änderungen geschahen aus wohlüberlegten, taktischen Gründen

49 Matthäus 7:2-5

67
zur territorialen und personalen Erweiterung und Beherrschung (Unterwer-
fung) der »Herde«. Wo dies nicht möglich war, wurden die Menschen (zu-
meist Protestanten) ausgerottet.
Die Kirche folgt ihrer »Tradition«, aber eben nicht dem Bibelwort.
Die Kirche selber anerkennt also Jesus als auch die Heilige Schrift nicht als
maßgebend und stellt sich somit über Gott, Jesus und die Heilige Schrift. Es
gibt Menschen, die meinen, jeder Mensch, der Christus als den Sohn Gottes
ablehnt, weist eine Tatsache zurück, die mehr als jede andere Tatsache in der
Welt bewiesen sei.
Prof. Peter W. Stoner, Mathematiker Stoner berechnete mithilfe sei-
nes Teams, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zufalls bei der Erfüllung von
nur 8 maßgeblichen Prophezeiungen von insgesamt 300 Prophezeiungen be-
züglich einer einzigen Person, und zwar hier Jesus aus der Bibel, im Ver-
gleich gesetzt werden kann mit dem zufälligen Finden einer einzigen mar-
kierten Münze aus einer Menge Münzen, die einen halben Meter hoch über
eine Fläche so groß wie Texas verstreut wurde – durch einen Blinden! Dar-
aus ergebe sich Jesus als eine Tatsache so sicher, wie die Dunkelheit des
Abends kommt, und auch das Verleugnen seiner Herkunft und seiner Lehre
werde ganz klar prophezeit. Ebenso die Konsequenzen. Ich persönlich folge
der Logik von Stoner nicht, weil die Bibel als Buch so nie geschrieben wurde
und ausschließlich auf Fälschungen beruht; es gibt keinerlei Originale. Die
Exegese weiß längst, dass es keine apostolischen Briefe gibt, das heißt, sie
wurden nicht von Aposteln geschrieben und gehören deshalb auch nicht in
den Kanon. Denn das war bislang die Voraussetzung dafür. Dennoch lebt
das Christentum in vielen Menschen, selbst in Atheisten, in Suchenden in
ihren kleinen Kämmerlein, oder inmitten des Lebens, in den Gemeinden fern
jeglicher Dogmen, wahrhaftiger und treuer als jede Institution es je sein
könnte. Der Tag des Gerichts wird für jeden einzelnen ohnehin kommen.
Die Herrschaften haben also ein schweres Los gezogen gegen ihren
Hochmut. »Sie unterdrücken die Wahrheit Gottes, die ihnen doch enthüllt ist durch
beides, ihr Gewissen und die Natur, damit sie, wie es im Römerbrief heißt, ihr un-
gerechtes Leben weiterführen können.«
Wahrheit ist nicht relativ, sondern wird anerkannt oder abgelehnt. Es ist ein
wunderbares Geheimnis der Geschichte und der Wahrheit, der Wahrheit
Gottes, dass jegliches Bekämpfen der Wahrheit, so unmenschlich, satanisch
es auch geschah, stets eine noch größere Verbreitung der Wahrheit zur Folge

68
hatte. Dies wird als Teil des Erlösungswerkes angesehen und sollte daher
allen Gläubigen Mut machen für das Kommende. Wir leben laut der Bibel-
Ausleger inmitten der Endzeit und sie empfehlen, die Heilige Schrift zu prü-
fen und die Entscheidung für »Babylon« (Satan) oder für Gott zu treffen.

Verfolgung diente dazu, die Zahl der Zeugen für die Wahrheit zu vermehren.
50

Laut der Bibel verführt Satan die Menschen mit Versprechungen von Lust
und irdischen Reichtümern, Kaufen und Verkaufen. Wir sind Sklaven des
Molochs, oder Hirten des Herrn, und es ist eine Tragödie, dass das Wissen
um den geistigen Ursprung des Lebens aus Gott, sowie das bewusste Eins
sein mit Ihm verdrängt wurde durch »Geschäftsleben und Luxus«, »Beruf
und Erfolg«, »Unterhaltung und Amüsement«, »Genuss und Laster«, »Wirt-
schaft und Börse«, »Freizeitspaß und Zerstreuung«. Ist uns all dies Wert, un-
ser Leben, unser Herz, unser Gewissen dafür hinzugeben? Und am Ende …?
»…werden wir nur mitnehmen können, was wir verschenkt haben«. Hat es sich
gelohnt zu leben, weil wir uns entwickelt haben, die eigene Verantwortung
dafür erkannten und übernahmen? Wohin hat all das geführt …? Niemand
macht das wieder gut, außer Gott, wie uns in der Bibel prophezeit.

Und solange werden sie, unsere unchristlichen Führer, »unterdrücken die


Wahrheit Gottes, die ihnen doch enthüllt ist durch beides, ihr Gewissen und die Na-
tur, damit sie, wie es im Römerbrief heißt, ihr ungerechtes Leben weiterführen kön-
nen.«

50 Zitat: Ellen G. White, »Der große Kampf«

69
70
Werden Impfgegner bald verhaftet? - Gedanken zur
Weltgesundheit

Die WHO veröffentlichte auf ihrer Internetseite 51 eine Erklärung zu der Tat-
sache, dass das Impfen immer mehr Gegner hat, und welche Folgen dies hat
– aus deren Sicht. Leider werden insgesamt recht vage Angaben gemacht,
sodass die Frage berechtigt erscheint, was genau damit gemeint ist, »Imp-
fungen weltweit zu verbessern«. Im Folgenden sollen einzelne Punkte des
WHO-Statements etwas näher betrachtet werden.

Derzeit werden 2–3 Millionen Todesfälle pro Jahr verhindert. Weitere 1,5 Mil-
lionen könnten vermieden werden, wenn die Impfungen weltweit verbessert
werden.

In welchen Ländern und Regionen werden jährlich »2-3 Millionen Todes-


fälle pro Jahr verhindert«? In welchen Ländern und Regionen können »wei-
tere 1,5 Millionen« vermieden werden? Wenn diese 1,5 Millionen tatsächlich
zusätzlich verhindert würden, dann hätten wir insgesamt ca. 3,5 bis 4,5 Mil-
lionen verhinderte Todesfälle. Wunderbar! Rechtfertigen jedoch diese 1,5
Millionen gerechtfertigten Lebensrettungen die schwammige Pauschalaus-
sage »Impfungen weltweit zu verbessern«?

In Amerika, im östlichen Mittelmeerraum und in Europa waren die Fälle


im Jahr 2017 am stärksten gestiegen.

Amerika mit ca. 300 Millionen und Europa mit ca. 700 Millionen Einwoh-
nern + ein zu vernachlässigender »östlicher Mittelmeerraum« ergeben zu-
sammen über 1 Milliarde Menschen. In welchen Relationen stehen hier diese
Zahlen zu den Forderungen der WHO? Es macht mich eben höchst miss-
trauisch, wenn man aus bestimmten Problemzonen heraus globale Maßnah-
men ableiten möchte. Wie sollen diese wohl aussehen?

51 www.who.int/emergencies/ten-threats-to-global-health-in-2019

71
Bei Masern beispielsweise ist die Anzahl der Fälle weltweit um 30 % gestiegen.
Die Gründe für diesen Anstieg sind komplex, und nicht alle dieser Fälle sind
auf das Zögern von Impfstoffen zurückzuführen.

Nähere Angaben zu dieser Aussage finden wir auf folgender WHO-Seite. 52


Dort ist die Rede von ca. 110.000 Todesopfern - weltweit. Wenn wir hier die
30 % herausrechnen, sind wir bei ursprünglich 84.615. Die 30 Prozent Zu-
wachs bedeuten also eine Zunahme der Todesfälle von ca. 25.385. Dies ist
ganz sicher tragisch. Dennoch soll die Frage hier wiederholt werden, ohne
zynisch sein zu wollen: inwieweit rechtfertigt dies die Aussage »weltweite
Verbesserung der Impfungen« vornehmen zu wollen? Diese Frage sei ge-
stellt, weil völlig unklar ist, was genau damit gemeint ist. Auf der WHO-
Seite ist außerdem zu lesen, dass seit dem Jahre 2000 bis 2017 ca. 21 Millionen
Menschen gerettet werden konnten. Das sind pro Jahr ca. 1.235.000 Geret-
tete. Rechtfertigt dies eine »weltweite Verbesserung der Impfungen«, wo
u. a. jährlich 9 Millionen Menschen weltweit verhungern? »Weltweite Imp-
fungen« erscheint leider zu undifferenziert, gerade auch wegen der angege-
benen Zahlen, die in keiner Relation zu den Forderungen stehen, wie wir
gleich noch sehen werden. Es ist vollkommen klar, wie heikel diese Frage
nach den »weltweiten Verbesserungen« ist, jedoch scheint man auch hier e-
her die Symptome bekämpfen zu wollen, als die Ursachen.

Die Gründe, warum Menschen nicht impfen wollen, sind komplex; Eine Impf-
stoff-Beratungsgruppe der WHO hat Selbstzufriedenheit, Unannehmlichkeiten
beim Zugang zu Impfstoffen und mangelndes Vertrauen als Hauptgründe für
Zögern identifiziert.

Für welche Regionen und Länder trifft diese Aussage zu? Warum diese
»Selbstzufriedenheit«? Weil man diese Krankheit mancherorts gar nicht
mehr kennt? Welche »UNANNEHMLICHKEITEN BEIM ZUGANG ZU
IMPFSTOFFEN« hat wer, in welcher Form? Woher rührt das »mangelnde
Vertrauen«? Mir erscheint das insgesamt Propaganda zu sein.

52 www.who.int/news-room/detail/29-11-2018-measles-cases-spike-globally-
due-to-gaps-in-vaccination-coverage

72
Gesundheitspersonal, insbesondere in Gemeinden, ist nach wie vor der zuver-
lässigste Berater und Einflussfaktor bei Impfentscheidungen und muss unter-
stützt werden, um verlässliche und glaubwürdige Informationen zu Impfstof-
fen bereitzustellen.

Dies könnte in der Tat helfen, Vorurteilen und Ängsten entgegenzuwirken.


Denn die Impfgegner sind nicht einfach nur irgendwelche Protestler, son-
dern oftmals gebildete und informierte Menschen. Bei Amazon ® 53 findet
man dutzende Bücher, teils von Ärzten, die sich kritisch mit dem Thema
Impfen auseinandersetzen. Mehr Informationen erhalten wir bei einer
gründlicheren Google-Suche. Woher kommen denn die Ansichten, Über-
zeugungen und Erkenntnisse der Impfgegner, die zum Teil einen Doktortitel
haben?

2019 wird die WHO die Arbeit zur Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs
weltweit intensivieren, indem unter anderem der HPV-Impfstoff verstärkt
wird.

Diese Äußerung ist insofern interessant, als hier, hochoffiziell, eine Viren-
Infektion als Ursache für Krebs anerkannt wird. Dies wirft einige Fragen zu
den etablierten Krebsbehandlungen (Chemo, OP, Bestrahlung) auf, was je-
doch den Rahmen dieser Abhandlung sprengen würde. Deshalb soll dies
nur kurz erwähnt werden.

2019 könnte auch das Jahr sein, in dem die Übertragung des wilden Poliovirus
in Afghanistan und Pakistan eingestellt wird. Im letzten Jahr wurden in beiden
Ländern weniger als 30 Fälle gemeldet. Die WHO und ihre Partner engagieren
sich dafür, diese Länder dabei zu unterstützen, jedes Kind zu impfen, um diese
lähmende Krankheit endgültig auszurotten.

Ist es nach bisherigen Erfahrungen nicht ein Widerspruch bzw. eine Illusion,
durch das Impfen »jedes Kindes« eine Krankheit ausrotten zu wollen? Vor
allem, wenn sich die Lebens- und Ernährungsbedingungen nicht drastisch
verbessern?

53 Eingetragenes Warenzeichen

73
Und weiter im News-Room der WHO: 54

Die Agenturen fordern auch Maßnahmen, um eine breite öffentliche Unter-


stützung für Impfungen aufzubauen und gleichzeitig falsche Informationen
und Unschlüssigkeit bei Impfstoffen zu bekämpfen.

Hier stellt sich die Frage, wie Falschinformationen denn definiert werden
sollen, und wer legt fest, wann eine Information falsch ist? Auf impffrei.at 55
werden 20 sachliche Punkte gegen das Impfen aufgezählt, von denen man
erwarten und fordern darf, dass diese ebenso sachlich und überzeugend wi-
derlegt werden. Impfen ist ein öffentliches Thema und darf nicht zum
Dogma werden. Welcher Mensch weitere Informationen und Entschei-
dungshilfen sucht, der bemühe einmal bei Google mit der Suchvorgabe
»Gründe gegen das Impfen«; bis heute, 28.01.19 gibt es ca. 420 Suchergebnisse.
Mit dem Begriff »Impfschäden« sind wir schon bei 120.000 Suchergebnissen.
Hier sollte nicht »bekämpft« werden, sondern mit Transparenz gearbeitet
und informiert.

M & RI (Masern & Röteln-Initiative) setzt sich dafür ein, dass kein Kind an
Masern stirbt.

Das ist sehr löblich. Zum einen jedoch wird man Masern nicht ausrotten,
dadurch, dass man jedes Kind impft, zum anderen ist diese Aussage bemer-
kenswert, wenn man einmal folgende Zahlen, und dies in Bezug zu dieser
ganzen Diskussion, gegenüberstellt:

Sterberaten:

Alkohol:
 Nach den Berechnungen (…) verursachte der Alkoholkonsum im
Jahr 2016 weltweit 2,8 Millionen Todesfälle. 56

54 www.who.int/news-room/detail/29-11-2018-measles-cases-spike-globally-
due-to-gaps-in-vaccination-coverage
55 www.impffrei.at/interessante-fakten/argumente-gegen-das-impfen
56 www.aerzteblatt.de/nachrichten/97399/Weltweit-jaehrlich-2-8-Millionen-
Todesfaelle-durch-Alkoholkonsum

74
 Schätzungen für Deutschland belaufen sich auf etwa 74.000 Todes-
fälle jährlich. 57

Rauchen:
 Sieben Millionen Menschen weltweit sterben jährlich an den Folgen
des Rauchens, die Belastung für die Gesundheitssysteme geht in die
Milliarden. 58

Verkehr:
 Seit 2007 kommen pro Jahr weltweit 1,25 Millionen Menschen durch
Unfälle ums Leben. 59

Suizid:
 Weltweit bringen sich jährlich 800.000 Menschen um – noch weit
mehr versuchten es.
 Allein in Deutschland nehmen sich laut WHO und DGS jedes Jahr
rund 10.000 Menschen das Leben, rund 100.000 weitere versuchten
es. 60
Morde:
 Nach der Studie (Stand 2012) verlieren auf der Welt jährlich fast eine
halbe Million Menschen (437.000) durch vorsätzliche Tötung ihr Le-
ben. 61

Tiere:
 Moskitos sind laut Schätzungen verschiedener Gesundheitsorganisa-
tionen für 725.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich.

57 www.aktionswoche-alkohol.de/fakten-mythen/zahlen-und-fakten/
58 www.welt.de/newsticker/news1/article165067266/WHO-Millionen-Tote-
und-Milliardenkosten-durch-Rauchen.html
59 www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/
article147762711/Weltweit-1-25-Millionen-Verkehrstote-pro-Jahr.html
60 www.stern.de/gesundheit/globaler-suizidbericht-mehr-tote-als-durch-
drogen--aids-und-verkehrsunfaelle-zusammen-3617470.html
61 de.wikipedia.org/wiki/Tötungsrate_nach_Ländern

75
 Die folgenden Spezies können im Vergleich mit Platz 1 und 2 kaum
einen Blumentopf gewinnen, denn ihre Opferzahlen belaufen sich
auf 50.000 Personen pro Jahr bei Schlangen, 25.000 bei tollwütigen
Hunden und 10.000 bei der Tsetsefliege, welche den Menschen mit
der Schlafkrankheit infiziert. 62

Hunger:
 Jedes Jahr sterben etwa 9 Millionen Menschen an Hunger, was ei-
nem Todesfall rund alle drei Sekunden entspricht (Stand 2007). 63

Militärausgaben:
 Insgesamt betrugen die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2017
laut Quelle rund 1,74 Billionen US-Dollar. 64
 Das ergibt bei etwaiger Umverteilung 1.740 Milliardäre oder 1,740
Millionen Millionäre, oder auf die gesamte Weltbevölkerung aufge-
teilt für jeden Erdenbürger 228 Dollar oder 1.740 Dollar für 1 Milli-
arde Menschen; für viele ein Vermögen! Was ist das für ein Irrsinn!

Welche Anstrengungen werden hier für »weltweite Verbesserungen« unter-


nommen?

EU will gegen Impfgegner vorgehen

Die EU berichtet, dass sich 2017 in den EU-Staaten 14.000 Menschen mit
Masern angesteckt hätten – eine Steigerung von 300 Prozent im Vergleich
zum Vorjahr. Die Zahl der Todesfälle von Masern-Erkrankten stieg in den
vergangenen zwei Jahren auf 57 an. 65

62 motherboard.vice.com/de/article/yp3anx/welche-tiere-haben-die-meisten-
menschen-auf-dem-gewissen
63 de.wikipedia.org/wiki/Welthunger
64 de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den
-hoechsten-militaerausgaben
65 www.morgenpost.de/web-wissen/gesundheit/article215962879/Anstieg-
der-Masern-Faelle-laesst-EU-gegen-Impfgegner-vorgehen.html

76
Das Problem ist, dass hier nicht unterschieden wird. Denn es geht nicht um
die Wirkung, Nützlichkeit, Berechtigung der Masern-Impfung, sondern ge-
gen Impfgegner im Allgemeinen. Wegen 14.000 Masern-Erkrankungen.
Man schaue sich zum Vergleich nochmals die Zahlen weiter oben an.
Hat man eigentlich mit bedacht, welche Rolle bei diesem »beispiellosen Ma-
sern-Ausbruch« die Flüchtlingspolitik spielt?

Es ist absolut inakzeptabel, dass heutzutage Kinder in Europa an Masern ster-


ben. 66

Es ist ebenso absolut inakzeptabel, dass wir Obdachlose, Bettler, Prostitu-


ierte, Alkoholkranke, Gewaltverherrlichung in Fernsehen und anderen Un-
terhaltungsindustrien, militärische Aufrüstung und viele andere erschre-
ckende Zustände haben. Alle diese Bereiche könnten mit Finanz-Impfungen,
Informations-Impfungen, Impfungen mit vorgelebten christlichen Werten
und viele weitere »Impfungen« gesund gespritzt werden, zum Wohle des
Volkes.

»Dennoch sind Impflücken vorhanden« 67 (die deutsche Botschafterin beim EU-


Treffen der Sozialminister). Diese Formulierung riecht nach Gesetz und Ge-
schäft – Gesetzeslücke und Marktlücke.

Wir fassen also einmal zusammen. Die WHO möchte wegen 110.000 Ma-
sern-Opfer (wo?) weltweit die Impfungen verstärken, und das bei einer
Weltbevölkerungszahl von 7,63 Milliarden. Und die EU möchte wegen 57
Todesfällen in 2 Jahren alle Gegenansichten ausrotten, vermutlich Pflicht-
Impfungen durchsetzen und Impfgegner kriminalisieren. Und das muss
man wirklich so bezeichnen, denn es wird ja bislang überhaupt nicht diffe-
renziert. Gibt es keinerlei berechtigte Einwände? In welchem Verhältnis
steht solch angestrebtes Vorgehen zu den obigen Zahlen? Auffallend und
verdächtig sind auch die annähernd zeitgleichen Stellungnahmen von WHO

66 www.nrz.de/gesundheit/anstieg-der-masern-faelle-laesst-eu-gegen-impfgeg
ner-vorgehen-id215962879.html
67 www.abendblatt.de/ratgeber/gesundheit/article215962879/Anstieg-der-
Masern-Faelle-laesst-EU-gegen-Impfgegner-vorgehen.html

77
und EU; da wittert der Verschwörungstheoretiker schnell etwas, dass aus
einer Theorie einen höheren Plan werden lassen könnte.

Interessant wird es noch zu erfahren, auf welche Art und Weise man gegen
Impfgegner bzw. gegen »Falschinformationen« vorgehen möchte. Wenn wir
bei Google nach »Impfgegner« suchen, lässt sich bereits erahnen, was zu er-
warten ist. Da ist von »gefährlichen Impfgegnern« die Rede wie von einer »glo-
balen Bedrohung« durch selbige, da werden die »Lügen der Impfgegner« be-
sprochen, und die »gefährliche Verschwörungstheorie« muss ebenso herhalten.
Wenn ausbleibende Impfungen generell zu einer Erhöhung von Erkrankun-
gen führen sollen, dann müsste überall dort, wo keine Krankheiten ausbre-
chen, geimpft worden sein. »Impfgegner gefährden die Weltgesundheit«?! Wa-
rum gibt es eigentlich Impfgegner …? Ich bin keiner vom Grundsatz her, ich
stelle nur ein paar Fragen, weil mir manches suspekt vorkommt bei den ak-
tuellen, unsachlichen Impfgegner-Kampagnen. Überall dort, wo für bessere
Hygiene (man beachte die Leistungen von Max von Pettenkofer in Bayern –
sauberes Trinkwasser!) und Ernährung gesorgt wird, gehen immer auch
Krankheitsausbrüche zurück. Dies jedoch erfordert ein ganz anderes Enga-
gement und Arrangement, als zweifelhafte Zwangs-Impfungen.

Das Für und Wider

 5 Argumente absoluter Impfgegner 68


 Die 20 wichtigsten Impfkritiker-Argumente 69
 Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts
zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen 70
Die Antworten, erstveröffentlicht immerhin 2007, sind leider nicht als wis-
senschaftlich zu werten; insgesamt unzureichend, ohne Nachweise, und teil-
weise widersprüchlich oder gar falsch in ihren Aussagen. Zu späterer Zeit
werden die einzelnen Punkte vielleicht einmal näher besprochen werden.

68 www.naturheilmagazin.de/natuerlich-wachsen/kinderzeit/impfen/
argumente-absoluter-impfgegner.html
69 www.impffrei.at/interessante-fakten/argumente-gegen-das-impfen
70 www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/
Schutzimpfungen_20_Einwaende.html

78
Jeder möge selber sachlich prüfen, wie zutreffend die Antworten sind. Ich
persönlich hinterfrage grundsätzlich den Ansatz, die Menschheit von be-
stimmten Krankheiten frei-impfen zu wollen und zu können. Denn die Er-
reger selber lassen sich nicht ausrotten! Wer möchte denn beweisen, dass
nach der Ausrottung der Pockenerkrankungen nirgendwo mehr ihre Viren
leben? Ich wage hier die Behauptung, dass bei den derzeitigen globalen Zu-
ständen diese Krankheit wiederauftauchen wird. Wir haben weltweit ein
(Kriegs-) Flüchtlings- und Touristen-Problem. Zum anderen spielen ge-
sunde Lebensbedingungen eine entscheidende Rolle und dies wird aus mei-
ner Sicht in der ganzen Diskussion zu sehr vernachlässigt. Denn wo treten
diese hoch ansteckenden Krankheiten vorrangig bzw. auffallend häufig auf?
Dort, wo nicht geimpft wurde? Dies wäre ein grundlegend falscher Denkan-
satz; nein, nachweislich dort, wo wir völlig unzureichende hygienische Zu-
stände haben. Möge das Impfen maximal risikofrei und effizient sein, aber
vergessen wir nicht eine gesunde, natürliche, dass Immunsystem stärkende
Lebens- und Arbeitsweise, Geistespflege (Bildung, Kultur und positive,
schöpferische Ausrichtung) und Ernährung. Impfen darf nicht zu einem il-
lusorischen Versprechen führen, dass uns letztlich abhängig, verantwor-
tungslos und unmündig macht.

Fake-News

Abschließend soll einmal anhand eines Beispiels gezeigt werden, auf welche
undifferenzierte Art und Weise zum Teil mit dem Thema Impfen umgegan-
gen wird. Wikipedia, 71 dieses »unautorisierte Pseudolexikon anonymer Ma-
nipulatoren« (man möge mir diese Polemik verzeihen) schreibt zum Beispiel
in Bezug auf das Grippe-Virus:

»In der Regel ist eine jährliche Auffrischung der Immunisierung erforder-
lich, weil Influenza-A-Viren sehr wandlungsfähig sind.«

Diesen hanebüchenen Unfug muss man wirklich einmal analysieren, um ihn


zu verstehen. Der Begriff »IMMUNISIERUNG« wird hier schon völlig falsch

71 de.wikipedia.org/wiki/Influenza

79
dargestellt bzw. missbräuchlich benutzt, weil suggeriert wird, dies sei not-
wendig. Das Immunsystem »FRISCHT« sich jeden Tag auf bei einer gesun-
den Lebensweise und Ernährung. Dann ist man auch weniger anfällig für
Erreger (vorausgesetzt, es gibt solche). Zudem wird nicht erläutert, warum
die »Auffrischung jährlich« zu geschehen habe. Warum nicht monatlich o-
der wöchentlich? Warum sollte eine Impfung, wen sie denn funktioniert,
ausgerechnet ein Jahr lang halten? Eine Scheinbegründung erhalten wir ja
durch die »Wandlungsfähigkeit« der Viren. Und dies ist der eigentliche
»Denkfehler« (oder eben gezielte Täuschung), denn wenn die Viren tatsäch-
lich so wandlungsfähig sind, dann stellt sich die Frage, in welchem Zeitraum
sich die Viren wandeln können und vor allem auch, wie oft dies geschehen
kann. Wie sinnvoll ist dann aber überhaupt noch eine Impfung? Vor wel-
chen »Wandlungstypen« würde uns eine Impfung denn dann schützen kön-
nen, innerhalb eines ganzen Jahres? Das ganze Zitat von Wikipedia ist ein
kompletter Widerspruch in sich.
Könnte man außerdem nicht annehmen, dass eine Impfung genauso das Im-
munsystem von Impfstoffen abhängig macht, wie wir uns von bestimmten
Vitaminpräparaten abhängig machen, weil der Körper durch die künstliche
Zufuhr verlernt, Vitamine selber zu produzieren? Es scheint tatsächlich so,
dass die Kinder, die Masern hatten, ein besseres Immunsystem entwickelt
haben, als geimpfte Kinder. Und was die Sterblichkeitsrate anbelangt, so
wird von einer Letalität von ca. 1:1000 ausgegangen (die Zahlen schwanken
geringfügig). Die WHO empfiehlt Vitamin A, welches in Studien die Kom-
plikationsrate und Sterblichkeit senkte. Wobei wir abermals bei einer not-
wendigen gesunden Lebensweise respektive Ernährung wären, für welche
für alle Menschen weltweit mehr als ausreichend Geld zur Verfügung
stünde. Wenn nicht »globale Interessen« etwas Anderes vorgäben.
Als dieser Artikel bereits fertig geschrieben war, fand ich einen Arti-
kel der Ärztezeitung, 72 in dem etwas genauere Angaben zu den anfangs ge-
machten Fragen gemacht wurden. Hier werden nämlich die zehn Länder
aufgezählt, die etwa 74 % des Zuwachses an Masernerkrankungen ausma-
chen, außerdem die 3 Länder, um die sich die UNICEF besonders Sorgen

72 www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/
masern/article/982225/unicef-masern-bedrohen-immer-kinder.html

80
macht: Ukraine (!), Philippinen, Brasilien. Der Spiegel glaubt in seinem Bei-
trag die Ursache in der Ukraine gefunden zu haben; er spricht von einer »ka-
tastrophalen Impfsituation«. 73 Auch hier wieder die gleiche gespenstische
Logik; die wahren, eigentlichen Ursachen werden einfach verdreht. Und die
dortigen Medizinstudenten würden »offenbar häufig an Verschwörungstheorien
glauben«. Natürlich, jetzt, wo das Kind in den sprichwörtlichen Brunnen ge-
fallen ist, wo es akut ist (warum ist es das?!), muss wohl geimpft werden,
um Schlimmeres zu vermeiden und Menschenleben zu retten.

Der gesamte Artikel des Spiegels ist leider nur als antijournalistisches Auf-
tragswerk mit vorgegebener Agenda zu bezeichnen. Mit keinem einzigen
Wort wird sich da mit den Argumenten von Impfkritikern auseinanderge-
setzt. Stattdessen werden diese als »Verschwörungstheoretiker, Besserwisser
und Esoteriker« lächerlich gemacht. Dies ist leider unsachlich, polemisch, un-
seriös, und im Zusammenhang mit den angeführten »Mitschuldigen: Google
und Facebook« sogar undemokratisch und deshalb gefährlich. Denn hier wird
indirekt ein »Upload-Filter«, was ja letztlich nur ein zensierender Content-
Filter werden soll, gefordert. Ich darf aber meine Meinung sagen, auch wenn
sie falsch sein möge. Sachliche, überzeugende Aufklärung wäre dann in je-
dem Falle irgendwelchen Verboten vorzuziehen.

Der Grund, warum Menschen zum Schweigen gebracht werden, ist nicht, weil
sie lügen, sondern weil sie die Wahrheit reden. Wenn Menschen lügen, können
ihre eigenen Worte gegen sie angewandt werden. Doch wenn sie die Wahrheit
sagen, gibt es kein anderes Gegenmittel als die Gewalt. 74

Weiterhin wird also auf dieser Seite die Meinung vertreten, dass mit »welt-
weiten Impfungen« nur weiter an den Symptomen herumgedoktert wird,
anstatt die Ursachen zu »behandeln«. Dort, wo bereits Epidemien ausgebro-
chen sind, muss natürlich geimpft werden. Und es steht die Frage im Raum,
wie und in welchem Umfang »weltweite Verbesserungen von Impfungen«
durchgesetzt werden sollen.

73 www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/impfgegner-toedliche-dummheit-
a-1255983.html
74 Zitat: Theodor Fontane

81
Ein letztes Wort zu den sogenannten »Verschwörungstheoretikern«: es
ist auffallend, verdächtig und inzwischen peinlich, wie alles, was nicht den
vorgegebenen Meinungsbildern des Mainstreams folgt, pauschal als Ver-
schwörungstheorie verunglimpft wird und als lästig aus dem Weg geräumt
werden soll. Vermutlich wurde genau dafür dieser Begriff erfunden, denn
nur dafür wird er benutzt. Ein Verschwörungstheoretiker ist jemand, wie
zum Beispiel der Spiegel, der darüber theoretisiert, »das durch hochorgani-
sierte Gruppen und digitale Möglichkeiten der Desinformationsverbreitung mas-
siv« das Problem verstärkt wird, welches »Impfkritiker« global verursachen
würden, quasi als Verschwörung. Denn der Spiegel unterstellt ja eine Ver-
schwörung (»hochorganisierte Gruppen«), was jedoch zunächst erst einmal
nur reine Theorie ist.

Wahrheit droht nicht, sie verbietet nicht, sie kennt keine Furcht, sie sperrt
nicht ein und sie tötet nicht.

82
Der I. und II. Weltwirtschaftskrieg
gegen Deutschland

Vermeide politische Gespräche im privaten; es könnte Streit geben bis zur


Entzweiung. Oder es kommen dabei solche wie diese Schriften heraus. Und
wofür dies unter Freunden? Nur um das ganze dekadente, verlogene Geba-
ren der Oberen im Kleinen weiterzuführen? Das haben die nicht verdient.
Und wir auch nicht. Wenn ich jedoch angegriffen werde, habe ich das Recht,
mich zu verteidigen.
Was lernen wir heute in der Schule im Geschichtsunterricht? Etwas
über alte Kulturen, die weitaus höher standen, als digitale Technik, Multi-
kulti-Gesellschaften, Medien-Rummel ohne Inhalte? Kulturen, die der
Menschheit ewige Geschenke machten mit ihren Erkenntnissen, Entwick-
lungen, mit ihrem Denken? Dies kaum, vor allem aber eines: der Deutsche
hat angeblich Schuld, bis heute und bis in alle Gegenwart. Ich nehme mir
hier das Recht, meine »angeborene« Schuld zu hinterfragen. Kennen wir das
nicht schon irgendwo her, diese »angeborene, ewige Schuld«, für die man
ewig zu büßen hätte? Cui bono?
Was jeder einzelne von uns, z. B. über die Deutsche Geschichte, dass
dies genügen könnte, den anderen unbedingt von unserer Meinung über-
zeugen zu wollen? Und – wir wissen längst, dass unsere Politiker nur Mari-
onetten höherer Gewalten sind; wem wollen wir deren Tun erklären; deren
Tun, das in unserer christlich fundamentierten Welt so wenig christlich,
menschlich ist und unsere Gesellschaft zunehmend zersetzt?
Die Alten sterben aus. Mit ihnen die Geschichten, Zeit-Zeugnisse,
Schriften, die an Authentizität, Wahrhaftigkeit jede »Geschichtsstunde« zur
Märchenstunde verniedlichen, wenn wir keine üble Absicht unterstellen
wollen; weil dann müssten wir es anders bezeichnen. Zeugen gibt es jedoch
immer noch. Viele wurden zensiert, eingesammelt und vernichtet. Dabei
ging es nicht nur um Material, dass mit Bezug bzw. Sympathie zu (nazi-)
deutschen Interessen als gefährlich eingestuft wurde, sondern um die Ver-
wässerung der Deutschen Geschichte überhaupt. Die tatsächlichen Hinter-
gründe zu den Weltkriegen sollten nie wieder ans Tageslicht kommen.

83
Um ein annäherndes Verständnis davon zu bekommen, wovon hier
die Rede ist, wurden am Ende dieser Betrachtung für jeden mit Interesse an
diesen Dingen und Vorgängen Zitate zusammengestellt, die belegbar sind.
Handverlesen.
Ich persönlich, geboren 1962, lehne es grundsätzlich und konsequent
ab, irgendeine Verantwortung, geschweige denn Schuld, an den Kriegsvor-
gängen des I. u. II. Weltkrieges (Wirtschaftskrieges, wie wir noch sehen wer-
den) auf mich zu laden. Noch nicht einmal meine Eltern, Jahrgang 1940, ha-
ben IRGENDETWAS damit zu tun, sondern waren selber Leidtragende.

Schuld, sofern sie bestand oder besteht, ist nicht vererbbar auf andere!

Alles andere ist System, Konzept, Absicht. Zu welchem Zweck? Wenn wir
uns vor Augen halten, dass die Reparationsforderungen an Deutschland
durch die Alliierten (geregelt im »Versailler Friedensvertrag«) erst am 03. Ok-
tober 2010 (!) beglichen wurden, spätestens dann fängt es an zu dämmern.
Vor allem, wenn man die verbrecherischen Inhalte des Vertrages kennt.
Und während dieser Morgendämmerung kommt die Frage auf, welche
Genozide und Ethnozide zu verantwortenden Kriegsnationen, von der Ko-
lonialzeit bis heute, jemals in diesem Umfang, über solch einen Zeitraum,
oder überhaupt, zur wiedergutmachenden Kasse gebeten wurden. Nehmen
wir als Beispiel einmal die USA, die seit ihrem Bestehen überall in der Welt
bis in die jüngste Zeit dutzende Kriege angezettelt hat, um zu stehlen und
zu plündern. Dies war bislang für JEDEN Krieg der einzige Grund; Ressour-
cen, Lebensraum, Rohstoffe, strategische Stützpunkte, Märkte, Politik. Oder
sehen wir uns die verheerenden Kolonialkriege Großbritanniens an, mit ih-
ren vielen Völkermoden. Leisteten sie jemals irgendwelche Reparationen?!

Der 1991 besiegte Irak zahlte aus seinen Öleinnahmen an Geschädigte 34 Mil-
liarden Dollar (Stand Juli 2011) Reparationen. 75

So herum geht das, damals wie heute. Der Geschädigte hat zu zahlen und
darf dafür sogar verzinste Kredite aufnehmen. Kredite, die den Segen der

75 de.wikipedia.org/wiki/Reparationen, 10.02.2012

84
ungewollten Demokratie aufbauen helfen sollen. Der Irak ist heute Schuld-
ner bei den Kriegsparteien, die den Krieg gegen ihn völkerrechtswidrig an-
gezettelt haben und bezahlt für die an ihm selbst begangenen Kriegsverbre-
chen.
Es gab und gibt genügend ernst zu nehmende, hochstehende Köpfe,
die sich zum Versailler Vertrag äußerst kritisch zu Wort meldeten, weil sie
das gefährliche Potenzial des Vertrages erkannten; die politische und wirt-
schaftliche Zerstörung Deutschlands, des Wirtschaftsmotors im Herzen Eu-
ropas, sowie die Weiterführung des Kriegszustandes mit dem (deutschen)
Willen, gegebenenfalls auch mit kriegerischen Mitteln dieses auferlegte Joch
wieder loswerden zu wollen. Deshalb können wir den II. Weltkrieg auch
nicht völlig losgelöst von diesen Ereignissen bewerten.
Deutschland war bis zum I. Weltkrieg eines der friedlichsten Länder
überhaupt, hatte entgegen den anderen europäischen Ländern Jahrzehnte
keinen Krieg geführt. Es stand in wirtschaftlicher wie kultureller Blüte, hatte
also nicht das geringste Interesse daran, Krieg zu führen. Nach heutigem
Erkenntnisstand wurde Deutschland zweimal durch Intrigen und internati-
onale verbrecherische finanzpolitische Verschwörungen zum Krieg ge-
zwungen; um es als Kolonial- und Wirtschafts-Rivale auszuschalten, zu ver-
nichten und auszuplündern.
Wie kommt man auf einen solch absurden, geschichtsfernen Gedan-
ken, der friedliebende Deutsche (gemeint ist das Volk, nicht die Finanz- und
Polit-Verbrecher) hätte sich mit mal zum Arier erhoben, um die Welt zu er-
obern? Um nach dem Kriege wieder zum braven Deutschen zu mutieren?!
Wie kann man die idiotische Ansicht teilen, ein Millionenvolk in einem Rie-
senreich könne von EINEM Wahnsinnigen, Schwachsinnigen regiert und in
die Irre geführt werden? Das Volk hätte noch schwachsinniger sein müssen
als der schwachsinnige Regent. Die Leistungen in dieser Zeit widerlegen
dies klar. Bis zum II. Weltkrieg erhielt Deutschland 30 Nobelpreise für her-
vorragende Leistungen auf den Gebieten der Chemie und Physik. Danach
folgt England mit 16, Frankreich mit 12 und die USA mit 9 Auszeichnungen.
Falls Hitler tatsächlich irgendwann den Herrenmenschen ausgeru-
fen hat, dann vermutlich deshalb, weil er wusste, welch übermenschlichen,
»herrenmenschlichen« Kräfte nötig waren, um gegen das international orga-
nisierte Antideutschtum der Hochfinanz bestehen zu können. Ich gehe heute
davon aus, dass er allerdings wusste, welch verzweifelten Kampf für

85
Deutschland er führen würde. Es war tatsächlich Wahnsinn, dagegen ange-
hen zu wollen! Größenwahn aus Verzweiflung.
Nachdem die Alliierten 1945 in Deutschland einmarschiert waren,
ging nach der totalen Zerstörung die totale Ausplünderung los. Industriean-
lagen wurden demontiert und ins Ausland gebracht, das gesamte deutsche
Auslandsvermögen beschlagnahmt, Devisenbestände eingezogen, tonnen-
weise Patente ins Ausland geschafft, Jagd auf deutsche Wissenschaftler ge-
macht und Warenzeichen beschlagnahmt. Von den Millionen nach dem
Kriege Hingemeuchelten will hier gar nicht erst anfangen zu reden.
Wenn wir als Beispiel nur einmal die Raketentechnik nehmen, in der
Deutschland weit führend war und die von Russen und Amis nach Kriegs-
ende weiterentwickelt wurde, um sich dann als galaktische Helden und
Mondflieger feiern zu lassen, lässt sich in etwa erahnen, welch gewaltiger
Wirtschafts- und Finanzverlust allein der Diebstahl Zigtausender von Paten-
ten bedeutete. Ein Vergleich mit den Reparationsforderungen scheint un-
möglich.
Nach dem Krieg sollte Deutschland Agrarland werden. Man hatte die
Rechnung jedoch ohne Deutschland gemacht. Das planmäßig durchgeführte
Aushungern von Millionen Nachkriegs-Deutschen, die notwendige Versor-
gung der Bevölkerung und des Militärs mit Einfuhren verschlang Unsum-
men; Tendenz negativ. Zudem stellte man als verhängnisvolle Konsequenz
fest, das mit Deutschland der entscheidende Wirtschaftsmotor Europas und
der Welt zerstört war. Als Stalin dann noch seine eigene bedrohliche Vor-
stellung von neuer Weltordnung offenbarte und durchsetzte, blieb Churchill
nichts Anderes übrig als festzustellen:

Wir haben das falsche Schwein geschlachtet. 76

Schauen wir ein wenig zurück in die Geschichte.


»Das einst mächtigste Industrieland der Geschichte, das vor Hundertzwanzig Jah-
ren mehr als die Hälfte der Weltkohleförderung bestritt, über fünfzig Prozent der
Welthandelsflotte betrieb und ein Viertel der installierten Dampfkraft besaß …« 77 -
Dieses bis dahin übermächtige britische Kolonial-Weltreich befand sich im

76 Bolko Frh. von Richthofen: »Kriegsschuld 1939–1941«, 1968, Seite 61)


77 DER SPIEGEL 6/1979

86
Niedergang, das Empire zerfiel, und Deutschland wuchs. Seine Handels-
flotte wuchs und damit auch sein weltweiter Handel, sein Einfluss wurde
stärker und stärker, und England sah darin eine wachsende wirtschaftliche
(nicht militärische!) Bedrohung, die beseitigt werden musste. Es wollte den
Krieg deshalb mit allen Mitteln, was dokumentarisch belegt ist. England
hatte bis dahin noch jeden Konkurrenten bekämpft.
Frankreich, größter Nutznießer und gnadenlosester, rücksichtsloses-
ter Verfechter des Versailler Vertrages von 1919, erklärte Deutschland nach
dessen Vereinigungsbestrebungen durch Bismarck, am 19. Juli 1870 den
Krieg, welcher am 28. Februar 1871 mit der Kapitulation Frankreichs endete.
Im Spiegelsaal zu Versailles wird bereits am 18. Januar 1871 das zweite deut-
sche Reich unter Kaiser Wilhelm I. gegründet und der Kaiser wird gekrönt.
(Die nicht beachtete Forderung Frankreichs des Verzichts der Hohenzollern
auf die spanische Thronfolge war vermutlich für Frankreich ebenfalls ein
Kriegsgrund.)

Die Niederlage, die Kaiserproklamation in Versailles, die Reparationen sowie


die Eingliederung [Rückgliederung! d.V.] von Elsass-Lothringen ins Deut-
sche Reich führten zum französischen Revanchismus. 78

Bismarck vermochte es durch äußerst intelligente Außen-Diplomatie, mit-


tels eines komplizierten Bündnissystems, für die Großmächte Deutschland,
Österreich, Russland, England, Frankreich, ein Kräftegleichgewicht herzu-
stellen und den Frieden zu sichern. Das war sein Anliegen. Nicht jedoch das
der anderen. Neben Frankreichs revanchistischen Bestrebungen gab es zum
anderen noch England mit seinem Weltmachtanspruch, das keinen Konkur-
renten zur See duldete. Des Weiteren die katholische Kirche unter Papst Pius
des IX., dem der erstarkte Protestantismus im Deutschen Reich ein gewalti-
ger Dorn im Auge gewesen sein muss.

Bismarck ist die Schlange im Paradiese der Menschheit. Durch diese Schlange
wird das deutsche Volk verführt, mehr sein zu wollen als Gott selbst, und dieser
Selbstüberhebung wird eine Erniedrigung folgen wie sie noch kein Volk hat

78 de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Franz%C3%B6sischer_Krieg

87
kosten müssen … bis dieses Reich zur Verherrlichung Gottes vergehen wird. 79

Dieser Ausspruch des Papstes spricht eine deutliche Sprache darüber, wie
wenig mit Gott und Glauben die Rom-Kirche zu schaffen hat, als vielmehr
mit einem unermesslichen, über alle menschlichen Werte trampelnden
Machtanspruch, der, über 20 Jahrhunderte durchgesetzt, eines Rationalis-
mus bedurfte, der jedem religiösen Idealismus streng zuwiderläuft. Es gab
zu Hitlers Zeiten genügend warnende Stimmen, die Roms Bestrebungen,
das protestantische Deutschland in einem vernichtenden Krieg zu sehen, er-
kannten und publizierten. 80

Wenn man es recht betrachtet, war Deutschland allen ein Dorn im Auge. Es
war keine gute Zeit und es war nicht der richtige Ort für das Deutsche Reich,
so mitten im Herzen Europas. Alle bangten um ihre Macht und waren stets
bereit, diese mit kriegerischen Mitteln zu stärken. Auch Russland soll hier
nicht unerwähnt bleiben.
Allen deutschen Bürgern des Dritten Reiches vorzuwerfen, sie hätten
damals den Krieg mit aller fanatischen Gefolgschaft gewollt, und weiterhin
diesen (unreflektierten) »Kriegswillen« unseren heutigen Deutschen zu un-
terstellen, widerspricht ignorant jeder Geschichte, und ist nichts anderes als
heuchlerische und kriminelle Methode. Diese Methode kam bereits 1945 mit
den Alliierten in Form von Umerziehungs-Plänen nach Deutschland. Und
diese Methoden beschreiben, geben vor, was wir noch heute über die Kriegs-
geschichte, über die Geschichte Deutschlands sowie der Deutschen über-
haupt zu lernen haben; alles, was Deutsch ist, was sich auf das Deutsch-Sein
besinnt, ist danach mit Argwohn zu betrachten. Das Schreiben der Ge-
schichte wird von den Siegern bezahlt und die deutsche Sprache verändert
sich; Deutsch, National, Revision, Volk, Heimat, Volkslied, Braun und Ha-
selnuss – sie riechen übel, und finden heute ihre Entsprechungen in Offen-
kundigkeiten.

79 Papst Pius IX. am 18. Jan. 1874, dritter Jahrestag des Reichsgründungstages,
Alfred Rosenberg in »Der Mythus des 20. Jahrhunderts«
80 z. B.: Lena Wellinghusen, »Hitlers Rompolitik. Drohender Weltkrieg auf
deutschem Boden«, 1930 und »Weltkrieg droht auf deutschem Boden« von
Erich Ludendorff

88
Auf diese Art ein ganzes, nachwachsendes Volk, jede nachwach-
sende Generation, mit einem Schuldbewusstsein zu durchsetzen, zu erzie-
hen, ist nichts weiter, als Verhaltensnormierung und Gesinnungsmanipula-
tion übelsten Ranges; es darf nicht anders gedacht werden, als vorgegeben.

Allein die Benutzung der Begriffe Tätervolk und Kollektivschuld zeigt schon
die Absicht und Niedertracht an, gegen die Wahrheit ein ganzes Volk ver-
unglimpfen zu wollen.

Oktober 1944 teilte Churchill seine Befürchtung mit Stalin: »Das Problem war,
wie man Deutschland daran hindern kann, zu Lebzeiten unserer Enkel wieder auf
die Füße zu kommen.« 81 Angesichts der Verbrechen gegen das deutsche Volk,
die nie Gegenstand irgendeiner öffentlichen Geschichts-Betrachtung wur-
den, nicht werden durften, ein berechtigter, angstvoller Gedanke, obschon
hier eher der wirtschaftliche Aspekt angesprochen wurde, die seit jeher
größte Angst der Briten.
Ich habe mich nie sonderlich mit Politik beschäftigt, gehörte nie einer
Partei an, bin eher liberal ausgerichtet. Aber wenn man mir heute noch er-
zählen möchte, wie schlecht und böse meine Eltern waren oder ich selber
sein soll, dann darf ich Fragen stellen. Die Informationen und Antworten
dazu darf ich mir selber suchen!
Im Nachfolgenden nun ein paar interessante Zitate, die dazu geeig-
net sein mögen, unser Geschichtsbild zu ergänzen. Vollständig kann nicht
sein, was ich lediglich über Medien und Schule vorgesetzt bekomme. Wa-
rum soll ich etwas glauben müssen, was ich nicht erfahren habe? Ich lese
und informiere mich und die Quellen für meine Informationen kann ich mir
nicht gesetzlich vorschreiben und zensieren lassen. Oder leidet man an der
kranken Vorstellung, ich würde mir das »Falsche« aussuchen und anneh-
men? Wir leben doch in einer freiheitlichen Demokratie, in der unterschied-
liche Gedanken gedacht, geäußert und diskutiert werden dürfen. Oder etwa
nicht?
Gerade aus der Historik heraus ist es Aufgabe und Pflicht, mich vor-
behaltlos und möglichst unmanipuliert so umfassend wie möglich zu infor-
mieren und ggf. auch verbotene Bücher zu lesen, damit das geschichtliche

81 Churchill in seiner 4-bändigen Biographie

89
Bild so vollständig wie möglich werden kann. Erst dann ist es möglich, Ver-
antwortung zu übernehmen.
Die ganze Deutsche Geschichte lässt sich nicht allein auf Hitler redu-
zieren, alle Ereignisse vorher ließen ihn ja erst zu dem werden, was er
wurde. Hitler war nicht plötzlich da, weil (angeblich) die Deutschen MIT
MAL die Welt erobern wollten, was sie ohnehin nie wollten. Er ist also nicht
die Ursache der schlimmen Ereignisse von damals. Bei dem Versuch diese
vor seiner Zeit liegenden Ursachen herauszufinden, stößt man mitunter auf
Aspekte, welche die in Deutschland gesetzlich vorgegebenen Ansichten zu-
mindest teilweise infrage stellen. Hinzu kommt die Tatsache, das heutige
Neo-Nazis angloamerikanisch finanziert und organisiert werden, eben um
den faschistischen Geist von damals wach- und den Deutschen klein zu hal-
ten, und weiterhin Wiedergutmachung abzuschöpfen. Somit sind wir weit
entfernt vom dem, was mit sogenannter Aufarbeitung der Vergangenheit zu
tun hat. Solange wir nicht alle Aspekte mit einbeziehen (dürfen), wird es nie
eine ehrliche, offene Auseinandersetzung mit diesem Thema geben.
Mir ist sehr wohl bewusst, dass dieses Kriegs-Geschäft bei weitem nicht
das Geschäft Englands alleine war und ist. Die USA, die Wallstreet, scheffeln
bis heute unglaubliche Gewinne durch Aufrüstung von Gegnern, deren ver-
nichtende Kriege, und das Wiederaufbauen mit von ihnen vergebenen ver-
zinsten Krediten. Eine wunderbare Strategie und gleichfalls politisch nütz-
lich. Auch Hitler war Nutznießer (und wurde eigentlich nur benutzt) und
das deutsche Volk letztlich Opfer dieser Geschäftsideen kranker Menschen-
feinde, für die Gewinne ÜBER ALLES stehen.

Die amerikanischen Investitionen auf dem europäischen Kontinent sind in ei-


nem Schlachtfeld angelegt.

H.R. Knickerbocker in »Deutschland so oder so?«, 1932


Im Ersten Weltkrieg wurden von deutschen Rüstungsfabriken sogar die
Kriegsgegner beliefert …

Aufschlussreiche Zitate:

Seit der Antike war es üblich, die Völker durch Aufrüstung und Kriege auszu-
nehmen, sie symbolisch und faktisch bluten zu lassen. Der Bankexperte O.M.

90
Blessing will von Konstantin, dem ersten christlichen Kaiser, bis zum Zweiten
Weltkrieg 815 Großkriege gezählt haben mit anschließender erbarmungsloser
Schröpfung der Überlebenden durch inflationäre Währungsreformen.

Karlheinz Deschner, »Der Moloch. Eine kritische Geschichte der USA«

Dadurch, dass wir die Wähler durch das Parteiensystem trennen, können wir
sie dazu bringen, ihre Kräfte zu vergeuden, indem sie über unwichtige Fragen
streiten. So können wir durch verschwiegene Aktionen für uns sichern, was so
gut geplant und so erfolgreich ausgeführt wurde.

U.S.A. Banker’s Magazine, 25. August 1924

Es gibt keinen direkteren Weg, um die Kontrolle über eine Nation zu erobern,
als den über ihr Kredit- (Geld) System.

Philip A. Benson, Präsident des amerikanischen Bankierverbandes

Der Kampf, der sich durch die Jahrhunderte hingezogen hat und früher oder
später ausgefochten werden muss, ist: Volk gegen Banken.

Lord Acton, Oberster Richter von England, 1875

Wir werden Sklaven sein, die an ein bargeldloses System der Wirtschaftskon-
trolle gefesselt sind.

Milton William Cooper, »Die Apokalyptischen Reiter«

Die Stunde hat geschlagen für die Hochfinanz, öffentlich ihre Gesetze für die
Welt zu diktieren, wie sie es bisher im Verborgenen getan hat – Die Hochfinanz
ist berufen, die Nachfolge der Kaiserreiche und Königtümer anzutreten, mit
einer Autorität, die sich nicht nur über ein Land, sondern über den ganzen
Erdball erstreckt.

Erklärung anlässlich der Gründung der internationalen Bankenallianz 1913


in Paris

91
Die großen Kämpfe der neueren Zeit sind gegen Wunsch und Willen der Re-
gierenden entbrannt. Die Börse hat in unseren Tagen einen Einfluss gewon-
nen, welcher die bewaffnete Macht für ihre Interessen ins Feld zu rufen vermag.

Generalfeldmarschall Graf von Moltke (1800-1891)

Das Bankwesen wurde im Hause der Sittenlosigkeit gezeugt und in Sünde ge-
boren. Das moderne Bankwesen produziert Geld aus dem Nichts. Dieser Vor-
gang ist vielleicht die erstaunlichste Erfindung in der Geschichte der Mensch-
heit. Die Bankiers besitzen die Erde. Nehmt sie ihnen weg, aber lasst ihnen die
Macht, Guthaben zu erzeugen, und sie werden mit einem Federstrich wieder
genügend Guthaben ansammeln, um sie zurückzukaufen. Nehmt ihnen diese
Macht, und all die großen Vermögen, wie meines, werden verschwinden; und
sie müssten verschwinden, denn es würde eine glücklichere und bessere Welt
sein, in der man leben könnte. Aber wenn Ihr Sklaven der Bankiers bleiben und
für die Kosten eurer eigenen Sklaverei bezahlen wollt, lasst sie fortfahren, Gut-
haben zu erzeugen.

Sir Josiah Charles Stamp, Präsident der Bank von England in den 20er Jahren

Der Krieg ging nicht allein um die Beseitigung des Faschismus, sondern um
die Erringung der Absatzmärkte. Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne
einen Schuss zu tun, verhindern können, dass der Krieg ausbricht, aber wir
wollten nicht.

Churchill am 18. Januar 1945 (und im März 1946?) in Fulton zu H.S.Truman

Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war


der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen
um ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht
mehr mitverdienen konnte.

Churchill zu Lord Robert Boothby, »Der Zweite Weltkrieg«

92
Nicht die politischen Lehren Hitlers haben uns in den Krieg gestürzt. Anlass
war der Erfolg seines Wachstums, eine neue Wirtschaft aufzubauen. Die Wur-
zeln des Krieges waren Neid, Gier und Angst.

Generalmajor J.F.C. Fuller, Historiker, England, vgl. »Der Zweite Welt-


krieg«, Wien 1950

Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler … den
Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht we-
niger edlen Grund in den Krieg eingetreten, dass wir eine deutsche Vorherr-
schaft in Europa nicht akzeptieren konnten.

Sunday Correspondent, London, 16.9.1989, vgl. »Frankfurter Allgemeine«,


18.9.1989

Der eigentliche Kriegsgrund war die hitlerische Störung einer funktionsfähigen


Weltwirtschaft.

»Hitlers Tischgespräche«, Ullstein Verlag, Frankfurt 1989, S. 21

Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so dass er nicht mehr auf friedli-
chem Wege ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben
kann.

Lord Halifax, englischer Botschafter in Washington, 1939,


vgl. »Nation Europa«, Jahrg. 1954, Heft 1, S. 46

Was wir wollen, ist die restlose Vernichtung der deutschen Wirtschaft.

Winston Churchill zum deutschen EX-Reichskanzler Brüning 1938, Dietrich


Aigner, »Winston Churchill, Ruhm und Legende«, Musterschmidt, Göttin-
gen 1975, S.141, Anm.1

93
Die nicht rechtzeitige Revision des Versailler Vertrages wird in mehr oder min-
der naher Zukunft Europa wieder in einen Krieg hineinziehen, dessen Krönung
die bolschewistische Weltrevolution sein wird.

Gustave Hervé, französischer Politiker, 1931, vgl. Hennig, E. »Zeitgeschicht-


liche Aufdeckung«, München, 1964, S. 39

Der springende Punkt ist hier, dass Hitler, im Gegensatz zu Churchill, Roose-
velt und Stalin, keinen allgemeinen Kriegsausbruch 1939 wollte.

Barnes »Blasting of the historical Blackout«, Oxnard, Kalif. 1962

Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden, und zwar
bald. Das letzte Wort liegt wie 1914 bei England.

Emil Ludwig Cohn, »Annalen«, vgl. Hennig, a. a. O., S. 137

Denn obwohl Hitler vielleicht im letzten Augenblick den Krieg vermeiden will,
der ihn verschlingen kann, wird er dennoch zum Krieg genötigt werden.

Emil Ludwig Cohn, 1938, vgl. Ludwig Cohn »Die neue heilige Allianz«

Sie müssen sich darüber klar sein, dass dieser Krieg nicht gegen Hitler oder den
Nationalsozialismus geht, sondern gegen die Kraft des deutschen Volkes, die
man für immer zerschlagen will, gleichgültig, ob sie in den Händen Hitlers
oder eines Jesuitenpaters liegt.

Mitteilung an einen Beauftragten des deutschen »Widerstandes« während


des Krieges, vgl. Kleist, Peter »Auch du warst dabei«, Heidelberg, 1952, S.
370 und Emrys Hughes, Winston Churchill, »His Career in War and Peace«,
S. 145 u. Adrian Preissinger, »Von Sachsenhausen bis Buchenwald« S. 23

Wäre morgen jeder Deutsche beseitigt, so gäbe es kein englisches Geschäft noch
irgendein englisches Unternehmen, das nicht zuwüchse. Verschwände jeder
Engländer morgen, so hätten die Deutschen im gleichen Verhältnis ihren Ge-
winn. Einer von beiden muss das Feld räumen. Macht euch fertig zum Kampf

94
mit Deutschland, denn Germania est delenda!

»Saturday Review«, an der vier spätere Nobelpreisträger mitarbeiteten, am


1. Februar 1896, Quelle: DER SPIEGEL, 51/1998

Deutschland war weder im Ganzen noch hauptsächlich für den Krieg verant-
wortlich und zweifellos nicht »schuld« daran.

Der britische Historiker Correlli Barnett zur Schuldfrage des I. Weltkrieges,


vgl. DER SPIEGEL, 3/1999

Letztendlich wurden zwei Weltkriege geführt, um eben das, eine dominante


Rolle Deutschlands, zu verhindern.

Henry Kissinger in seinem Artikel in der »Welt am Sonntag« vom 23. Okto-
ber 1994, zitiert nach Helmut Schröcke: »Kriegsursachen und Kriegsschuld«.

Schritt für Schritt bin ich immer mehr zu der Überzeugung gekommen, dass
die Ziele des Kommunismus in Europa finster sind. Ich klagte die Nationalso-
zialisten in Nürnberg an. Zusammen mit meinem russischen Kollegen ver-
dammte ich die Nazi-Aggression und den Nazi-Terror. Hitler und das deutsche
Volk haben den Krieg nicht gewollt! Nach den Prinzipien unserer Politik der
Balance of Power haben wir, angespornt durch die »Amerikaner« (gemeint sind
die Hebräer Bernard Baruch, Felix Frankfurter, Henry Morgenthau und an-
dere) um Roosevelt, Deutschland den Krieg erklärt, um es zu vernichten. Wir
haben auf die verschiedenen Beschwörungen Hitlers um Frieden nicht geant-
wortet. Nun müssen wir feststellen, dass Hitler recht hatte. Anstelle eines ko-
operativen Deutschlands, das er uns angeboten hatte, steht die riesige imperia-
listische Macht der Sowjets. Ich fühle mich beschämt und gedemütigt, jetzt se-
hen zu müssen, wie dieselben Ziele, die wir Hitler unterstellt haben, unter ei-
nem anderen Namen verfolgt werden und dieselbe Taktik hemmungslose An-
wendung findet.

Der britische Chefankläger des IMT, Sir Hartley Shawcross in einer Rede am
16. März 1984, Fritz Becker, »Im Kampf um Europa«

95
Für mich als Este ist es kaum nachzuvollziehen, warum die Deutschen ihre
eigene Geschichte so tabuisieren, dass es enorm schwierig ist, über das Unrecht
gegen die Deutschen zu publizieren oder zu diskutieren, ohne dabei schief an-
gesehen zu werden – aber nicht etwa von den Esten oder den Finnen, sondern
von den Deutschen selbst.

Dr. Lennart Meri, estnischer Staatspräsident in seinem Festvortrag anlässlich


des 5. Jahrestages der Teilwiedervereinigung am 03.10.1995 in Berlin. Quelle:
»Deutschland und die Kriegsschuldfrage: Die Behauptungen der Allein-
kriegsschuld Deutschlands sind überholt«, Prof. Emil Schlee

Es gibt zwei Arten von Weltgeschichte: Die eine ist die offizielle, verlogene, für
den Schulunterricht bestimmte – die andere ist die geheime Geschichte, welche
die wahren Ursachen der Ereignisse birgt.

Honoré de Balzac, Schriftsteller

Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen


verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert
werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert wer-
den, wenn der Staat nicht bankrottgehen will.

Cicero, röm. Politiker, 106 v. Chr. – 43 v. Chr.


Eine freie Presse gibt es nicht. Sie, liebe Freunde, wissen das, und ich weiß es
gleichfalls. Nicht ein einziger unter Ihnen würde es wagen, seine Meinung ehr-
lich und offen zu sagen. Das Gewerbe eines Publizisten ist es vielmehr, die
Wahrheit zu zerstören, geradezu zu lügen, zu verdrehen, zu verleumden, zu
Füßen des Mammons zu kuschen und sich selbst und sein Land und seine Rasse
um des täglichen Brotes willen wieder und wieder zu verkaufen. Wir sind
Werkzeuge und Hörige der Finanzgewaltigen hinter den Kulissen. Wir sind
die Marionetten, die hüpfen und tanzen, wenn sie am Draht ziehen. Unser
Können, unsere Fähigkeiten und selbst unser Leben gehören diesen Männern.
Wir sind nichts als intellektuelle Prostituierte.

John Swainton, Herausgeber der »New York Times«

96
Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbrei-
ten.

Paul Sethe 5. Mai 1965, Mitherausgeber der FAZ, aus Protest zurückgetreten

Die Politik war nie entscheidend für das Weltgeschehen. Sie war immer nur
Faktor, Ergebnis der Wirtschaftsmächte.

Bemard Manasse Baruch, Berliner Tageblatt, 22.12. 1932

Die Geschichtsforschung wird lehren, welche Rolle das internationale Illumi-


natentum, die Freimaurer-Weltloge, unter Ausschluss der ahnungslosen Deut-
schen natürlich, bei der geistigen Vorbereitung und wirklichen Entfesselung
des Weltkrieges, des Krieges der ›Zivilisation‹ gegen Deutschland, gespielt hat.

Thomas Mann 1918, »Betrachtungen eines Unpolitischen«

Siehe als zusätzlichen Aspekt: »Historische Dokumente belegen: Pharma-Öl-


Kartell steckt hinter dem 2. Weltkrieg«.
Video auf: www.pravda-tv.com/2015/01/historische-dokumente-belegen-
pharma-oel-kartell-steckt-hinter-dem-2-weltkrieg-video/.

Das Thema als Ganzes wird wohl nie erschöpft sein, kann aber allein durch
Schulbildung niemals sinnvoll abgedeckt werden. Und der III. Krieg scheint
schon auf vollen Touren zu laufen. Patent-Klau über Netzwerke, das Zerstö-
ren der Deutschen Autoindustrie, Boykottieren von Nord-Stream 2, unkon-
trollierte Einwanderung, Zerstörung von Fluggesellschaften, Privatisierun-
gen von Volkseigentum an fremdländische Gesellschaften etc., etc. Wirklich
brisant, bedrohlich und absolut konkret sind die Kriegsvorbereitungen ge-
gen Russland durch Amerika und England auf deutschem Boden und »na-
türlich« um Russland herum. Und dass deutsche Soldaten an den Grenzen
Russlands (Litauen) stationiert sind, muss nicht mehr weiter kommentiert
werden. Vielleicht schwänzen unsere Schüler ja auch dafür bzw. dagegen
einmal die Schule, um auf die Straßen zu gehen …

97
98
Nachdenkliches zu unserem Weltbild

Dieser Artikel passte so gar nicht in eine der in diesem Bändchen verwende-
ten Kategorien. Da die Thematik jedoch grundsätzliches unserer Weltvor-
stellungen, unserer Bildung und Wissenschaften berühren und hinterfragen,
möchte ich meinen Gedanken diesbezüglich nicht vorenthalten. Ich gehöre
keinesfalls irgendeiner Gruppierung von sogenannten »Flat-Earthern« an
und ich glaube auch nicht, dass unsere Optik uns ein Konkav für ein Konvex
vormacht, obwohl dies mathematisch fehlerfrei und schlüssig dargelegt
wurde. Es gibt allerdings interessante Fragestellungen und Beobachtungen,
deren Klärung mich nicht restlos davon überzeugen können, dass wir auf
einer Erde leben, die sich mit ca. 1.670 Kilometern pro Stunde um die eigene
Achse dreht – und wir merken nichts davon!

Gedanken zur flachen Erde und zur Hohlwelt

Die Annahme, dass die Menschen in früheren Zeitaltern von einer flachen
Erde ausgingen, weil sie es nicht besser wussten, da sie nicht über unsere
Kenntnisse verfügten, ist falsch, denn diese angenommene Unwissenheit
führt nicht zwangsläufig zu der Annahme einer flachen Erde. Sie hätten ge-
nauso gut annehmen können, die Erde oder das Universum seien eine Ku-
gel. Aber die Menschen der alten Kulturen wussten es tatsächlich besser als
wir, denn sie waren nicht den Dogmen der sogenannten Wissenschaft un-
terworfen und von dieser zwangsverbildet. Unsere Ansichten über die Welt,
»IN der« wir leben, sind »aktuell«, aber nicht unbedingt »wahr«. Aktuelles
wurde und wird noch immer abgelöst von noch Aktuellerem.
Es gab und gibt hoch gebildete Menschen, die der festen Ansicht waren und
sind, die Erde wäre flach. Dies ist kein Widerspruch zu den Befürwortern
einer Hohlwelt! Denn eine flache Erde kann theoretisch in einer sie umspan-
nenden Kugel existieren. Dies wird nicht nur behauptet, sondern schlüssig
nachgewiesen. Im Folgenden wollen wir jedoch nicht allzu kompliziert
durch das Thema schreiten, sondern uns ein paar ganz einfachen Fragen
stellen.

Wäre die Erde rund, könnte man am Horizont nicht mehr sichtbare Dinge,

99
die nämlich in der Erdkrümmung nach »unten« versinken müssten, nicht
mehr mit einer Kamera heranzoomen. - Kann man aber. Wie weit dürfen
also, bei einer angenommenen Erdkugel, Dinge maximal entfernt sein, da-
mit man sie noch heranzoomen kann? Denn je weiter ein Ding auf einer an-
genommenen Kugel vom Beobachter entfernt ist, je mehr taucht es theore-
tisch ab in die »Tiefe« unterhalb des Horizontes einer angeblichen Erdkrüm-
mung, und befindet sich also irgendwann unter ihm, d. h. unterhalb seines
Standpunktes auf der Erde.
Vergessen wir einmal alles, was man als (Schul-)Bildung bezeichnet, und
verlassen uns einmal ausschließlich auf unsere gesunden Sinne.

Wie verlässlich sind unsere Sinne?

Die Wissenschaft ist eine unumstößliche Autorität – hat man uns zumindest
beigebracht. Was die Wissenschaft festlegt, wurde genau gemessen, geprüft,
getestet, verifiziert; und ist schließlich Tatsache, Objektivität, Realität. Eine
Wirklichkeit, die uns über Schule und Beruf durchs ganze Leben begleitet.
Die Wissenschaft anzufechten, infrage zu stellen, kann schnell ins Abseits
führen. Wir sehen jedoch, dass es durchaus sinnvoll ist, Fragen zu stellen im
Hinblick auf das, was uns als Wirklichkeit vermittelt wird. Dies beginnt
schon damit, wie wir unsere Welt sehen. Wir sehen die Welt durch unsere
Augen. Unsere Augen sind Linsen, optische Organe, die das Gesehene an
unser Gehirn übertragen, wo es schließlich zu einem Bild zusammengesetzt
wird. Die Augen des Menschen sind ihrer naturgemäßen Bestimmung so
beschaffen, dass sie perfekt zu dem passen, wie sich der Mensch bewegen
und orientieren muss. Was aber sehen wir tatsächlich?
Sie sehen dass, was die Funktion unseres Auges uns sehen lässt, und
dies ist ein äußerst geringer Teil des Farb- und elektromagnetischen Spekt-
rums, das, was wir als sichtbar bezeichnen. Wir können sogar sagen, den
kleinsten Teil. Das bedeutet natürlich logischerweise, dass es einen Teil des
Spektrums gibt (den größten Teil des heute messbaren Bereiches), der für
unser Auge unsichtbar ist, und auch unsichtbar sein muss. Würden wir alles
an Farben und Strahlen sehen können, würden wir wahrscheinlich in einem
undurchdringlichen Weiß umhertaumeln, weil alle Farben zusammen die
Farbe Weiß ergeben. Was wir also sehen, sehen sollen, ist eine Interpretation,
die auf uns Menschen-Spezies zugeschnitten ist. Man bedenke außerdem,

100
dass es ja auch noch Wellenbereiche gibt, die wir noch gar nicht messen kön-
nen. Entsprechend verhält es sich mit jedem anderen Lebewesen. Insekten
z. B. haben völlig anders gestaltete Seh-Werkzeuge, sie haben sogenannte
Facetten-Augen, die aus bis zu tausenden zusammengesetzten einzelnen
unbeweglichen Facetten zusammengesetzt sind. Diese benötigen sie in ge-
nau dieser Ausführung als völlig anderes geartete Lebensform mit ebenso
völlig anders gestalteten Erfahrungsbereichen, z. B. schnell fliegen. Insekten
sehen Farben anders als Menschen und können UV-Licht sehen. Außerdem
haben Insekten-Augen eine viel höhere zeitliche Auflösung, was bedeutet,
dass sie z. B. schnelle Bewegungen in Zeitlupe wahrnehmen können, um ei-
nem schnellen Angriff mit einer Fliegenklatsche entfliehen zu können. Die
einzelnen Bilder einer Kinoleinwand, die wir Menschen als übergangslose
Bildabfolge sehen, nimmt eine Fliege nur als langsame Dia-Show wahr. Sie
haben ein ganz anderes Zeitgefüge und -gefühl. Pferde haben ihre Augen
seitlich am Kopf mit einem Blickwinkel von 340°, der eine sehr gute Rund-
umsicht erlaubt. Menschen nur ca. 150°. Mit ihren überdurchschnittlich gro-
ßen und daher sehr lichtempfindlichen Augen sehen Pferde auch in Däm-
merung sehr gut. Diese Betrachtungen könnte man beliebig fortsetzen. Für
die Fliege ist das, was sie sieht, ihre Realität. Das Pferd lebt in seiner eigenen
Welt, genauso wie der Mensch. Alle Lebewesen haben ihr eigenes optisches
System, um so mit der Umwelt interagieren zu können, wie es die Natur für
sie vorgesehen hat. Mit anderen Augen wären sie vermutlich gar nicht über-
lebensfähig. Aber welche »Sichtweise« ist denn nun die richtige? Welches
Bild stellt die Realität, die Wirklichkeit am echtesten dar?
Das Beispiel Auge lässt sich selbstverständlich auch auf andere Sinnesor-
gane übertragen. Ein Hund z. B. hat einen Geruchssinn, der den des Men-
schen tausendfach übertrifft. Die Nase ist tatsächlich das Hauptsinnesorgan
des Hundes.
Alle Lebewesen nehmen nur den Auszug des gesamten Strahlen-
Spektrums wahr, der zum Leben und Überleben notwendig ist, damit das
Gehirn nicht völlig überflutet wird von Außenreizen. Aus diesem Grund
sind im Prinzip die Sinnesorgane nichts Anderes als überlebenswichtige Fil-
ter.
Wir nehmen einmal an, wir würden von klein auf ununterbrochen
durch die Augen einer Fliege sehen, oder eines Fisches; wir würden das, was
wir sähen als Wirklichkeit betrachten und diese irgendwann anfangen zu

101
erforschen, zu messen, zu berechnen, zu erklären, zu beschreiben. Genau
das ist es, was der Mensch und manch anderes Lebewesen tut. Die Optik
unseres Auges ist so beschaffen, dass sie uns ein ganz bestimmtes Bild un-
serer Umwelt präsentiert. Das, was wir sehen, ist nicht die Wirklichkeit, son-
dern zum einen nur ein bruchstückhaftes vom Ganzen, das insgesamt un-
endlich weiter und vielschichtiger ist, und in seiner Gesamtheit wohl nur
von Gott »geschaut« werden kann. Zum anderen zeigt uns unsere Augen-
Optik ein verzerrtes Bild und mit dieser bildverzerrten Sicht messen und
interpretieren wir »unsere« Welt und das Universum. Vieles davon lässt sich
sicherlich gut rechnen, bleibt aber immer eine Berechnung auf der Basis von
Trugbildern. Was wir sehen, ist immer eine optische Manipulation der Wirk-
lichkeit. Manches im kopernikanischem Weltbild lässt sich jedoch nicht gut
rechnen, weil dabei von Annahmen ausgegangen wird, was jeder konse-
quenten und ehrlich betriebenen Wissenschaft widerspricht.
Und deshalb ist es berechtigt zu hinterfragen, was uns die allgemeine
Lehrmeinung, der »aktuelle Stand der Wissenschaft« präsentieren möchte.
Darüber haben sich selbstverständlich schon ganz andere den Kopf zerbro-
chen und ein Genie wie Johannes Lang, um nur einen zu nennen, bleibt bis
heute in seinen präzisen Berechnungen unübertroffen und ist offensichtlich
nicht zu widerlegen. Lang wies in den 1930er Jahren nach, welchen opti-
schen Irrtümern wir uns anheimgeben und stellte die Theorie auf, dass wir
nicht auf einem Planeten leben, sondern in einem Planeten – auf der Innen-
fläche einer konkaven Hohlkugel, welche sich durch die optische Täuschung
unserer Augen-Linsen konvex, d. h. als sich nach außen wölbendes Kugel-
gebilde, darstellt.

Dieses Innenweltbild beruht auf einer Messung durch Prof. Morrow mit dem
Geradstreckenverleger, mit dessen Hilfe 1898 eine 4,8 km lange gerade Strecke
neben dem Meer konstruiert wurde. Ein Vergleich der gerade verlegten Strecke
mit dem Meer zeigte, dass das Meer sich nach oben wölbt. 82

Die Ergebnisse wurden von C. R. Teed und Professor U.G. Morrow 1905 in
»The cellular cosmogony« niedergeschrieben, die Übersetzung eines Auszugs
gibt es in »Himmel und Erde« von Physiker W. Braun.

82 www.rolf-keppler.de/wbraun.html

102
Bis heute gibt es weitere Versuche, die Ergebnisse von Prof. Morrow mess-
technisch zu bestätigen.
Wenn Menschen vom Schlage eines Johannes Lang fundierte Gegen-
konzepte aufstellen und postulieren, darf man davon ausgehen, dass es Wis-
senschaftler geben würde, die ihn gerne widerlegen würden, einfach um
Recht zu behalten oder wenigstens für sich selber Klarheit zu erlangen in
Dingen, die sie einfach nur übernommen haben, weil es eben allgemeine
Lehrmeinung ist. Dies, Lang zu prüfen, geschieht jedoch nicht. Jedenfalls
nicht offiziell. Kopernikus ist wissenschaftlich widerlegt, nicht nur von Joh.
Lang.
Das Thema »Hohle Erde« wird heute wieder verstärkt aufgenom-
men und in entsprechenden Publikationen geht es um vorhandenes, unbe-
kanntes Leben in einer hohlen Erdkugel. Die Theorie von Lang jedoch be-
sagt, wie bereits oben beschrieben, dass wir nicht auf, sondern in einer Erd-
kugel leben, und jede andere Annahme entspräche der optischen Täuschung
unserer Augen. Seine Berechnungen und Erklärungen sind bis heute nicht
widerlegt. Mit solch einem Thema gibt sich ein ernst zu nehmender Akade-
miker gar nicht erst ab, zu selbstverständlich ist das, was wir heute für wahr
halten. Wohin aber führte diese Weltsicht? Immer weiter in fatale Zustände,
die die Menschheit zusehends in kulturelle und physische Agonie treibt. Wo
ist der Himmel, in dem Gott thront, wie uns in den alten Schriften überliefert
wurde? Das Himmelreich ist inwendig in uns, ja, aber es gibt auch einen
bestimmten Aufbau dieser Welt, den unsere Wissenschaftler von heute nicht
erklären können und auch deshalb so viel Gottlosigkeit mit erzeugen. Die
Wissenschaft muss zu Gott führen, nicht zu mehr Geld. Einem Menschen
und Wissenschaftler wie Johannes Lang ist dieser Nachweis gelungen. Wer
hat den Mut, ihm stichhaltig zu widersprechen?
Früher wurden Erfahrungen vermittelt, heute wird »Wissen« vermit-
telt, und wir sollten prüfen, in unserer »Wirtschafts-Welt«, wem es nützt,
was wir lernen sollen. Also begeben wir uns einmal auf Beobachtungs-
tour …

103
Die Erde

Haben wir das Gefühl, dass sich die Erde bewegt oder dreht?
Normalerweise spüren wir, und noch viel mehr die Tiere, kleinste Erschüt-
terungen des Erdbodens. Unsere Erde dreht sich angeblich mit einer Ge-
schwindigkeit von ca. 1.670 Kilometern pro Stunde um die eigene Achse.
Und davon merken wir NICHTS?!
Durch das Weltall, nämlich um die Sonne, bewegen wir uns angeblich mit
ca. 107.000 Kilometern pro Stunde. Was hält die Erde samt Wasser, Gestein,
Bauten, Lebewesen, Wolken bei diesen angenommenen Bewegungsge-
schwindigkeiten so sicher auf der Erde und so fest zusammen? Die Atmo-
sphäre?! Auch diese ist unentwegt in Bewegung und auch eine angenom-
mene Gravitation kann dieses Phänomen bzw. den Widerspruch nicht weg-
erklären. Nur absolute Ruhe kann als plausible Erklärung herhalten. Die
Erde ruht in ihren Festen. Bei allen Bewegungen müsste sich der Sternen-
himmel permanent verändern und würde uns einen tatsächlichen Eindruck
von ständiger Bewegung vermitteln. Manchen würde vielleicht gar schwin-
delig werden. Was für gewaltige Flieh, Sog- und Druck-Kräfte würden wir-
ken und wären offensichtlich, würde sich die Erde drehen.
Die Gravitation und Erdanziehung sollen alles so sicher an seinem Platz hal-
ten, aber Schmetterlinge und Vögel erheben sich mit Leichtigkeit, bewegen
sich absolut sicher, frei und geordnet, und landen mit absoluter Sicherheit
auf jedem Fleckchen, den sie für die Landung wählen? Es scheint offensicht-
lich, dass alles um die Erde kreist, und die Erde eben nicht durchs Weltall
düst.
Wie weit muss ein Objekt vom Beobachter entfernt sein, damit es un-
ter die »Tangentialebene« sinkt, d. h. unter dem Horizont verschwindet? Fol-
gende Werte wurden Wikipedia 83 entnommen und bedeuten: bei einer Ent-
fernung von 5 km sinkt ein Objekt von der Erdoberfläche um ca. 1,96 Meter
unter die Tangentialebene. D. h., zwei 10 km entfernte Augenpaare in Höhe
von jeweils 1,96 m treffen sich in der Mitte genau auf der Erdoberfläche, sie
sehen den Horizont in ca. 5 km Entfernung. Mit anderen Worten; sie »ver-
sinken« direkt an der Erdoberfläche an ihrem jeweiligen Standpunkt um ca.

83 de.wikipedia.org/wiki/Erdkr%C3%BCmmung

104
1,96 m unter die Tangentialebene. 84

1,96 m bei 5 km
7,85 m bei 10 km
196 m bei 50 km
785 m bei 100 km
1.766 m bei 150 km
3.138 m bei 200 km
4.903 m bei 250 km

Müsste sich die Atmosphäre mit der Erde nicht wie aus einem Guss drehen?
Ansonsten hätten wir am Boden Windgeschwindigkeiten von 1.600 km/h
am Äquator, 800 km/h in mittleren Breiten und Windstillstand an den Polen!
Warum ist die Erde aus dem Weltraum gesehen eigentlich blau? Von
der Erde aus gesehen ist der Himmel blau wegen Lichtbrechung der Son-
nenstrahlen in der Atmosphäre, es wird nur ein bestimmtes Lichtspektrum
anzeigt. Der gleiche Effekt jedoch aus dem Orbit? Ist dies ein Indiz für ein
Eigenleuchten, hervorgerufen durch was?

Der Mond

Betrachten wir einmal den Mond – bildungsfrei; was würden wir vermuten
bzw. schätzen, wie weit dieser entfernt ist? Der Mond hat angeblich einen
Durchmesser von ca. 3.476 km und soll ca. 384.400 km von uns entfernt sein.
Entspricht die Größe des Mondes am Himmel der tatsächlichen Größe eines
Objektes von ca. 3.474 km im Abstand von ca. 363.300 bis 405.500 km?
Ist der Mond je nach Zeitpunkt und Standort am Himmel unterschiedlich
groß? Wenn nicht, warum nicht? Wenn ja; wie groß sind die Abstände des
Mondes bei unterschiedlichen Größen?
Warum erscheinen uns bei den unterschiedlichen Größen- und Abstands-
Verhältnissen von Mond und Sonne beide gleich groß? Zufall?
Wie kann, wo es außerhalb der Erd-Atmosphäre doch stockdunkel ist, der

84 www.mittelmeer-reise-und-meer.de/info/entfernungsrechner-horizont.php

105
Mond das Licht der Sonne, welches offensichtlich nicht vorhanden ist, wi-
derspiegeln, um sich uns als Mondleuchten und auf der Erde als Mond-
schein zu zeigen? Wie kann eine angebliche (Mond-)Kugel Licht reflektie-
ren?
Das gleiche für die Sonne; wie kann sie die Erde erhellen, wenn es außerhalb
der Erd-Atmosphäre stockdunkel ist? Es müsste zwischen Sonne und Erde
hell erleuchtet sein. Und auf der Nachtseite müsste am Horizont immer noch
ein gewisser Lichtschein zu sehen sein, weil die Sonne ja angeblich 150 Mio.
km von der Erde weg ist und sie bestrahlt. Das Licht wird vermutlich durch
den Sauerstoff in der Atmosphäre aus den Strahlen der Sonne erzeugt.
Wie kann das Leuchten des Mondes von der Sonne kommen, wenn doch der
beleuchtete Teil offenbar vom Winkel zur Position der Sonne abweicht?
Was lässt dann aber den Mond erleuchten? Die Sonne müsste dann doch
zwischen Mond und Erde stehen.
Wie kann der Mond von der Sonne so hell erstrahlt werden, um den Mond
herum jedoch keinerlei Lichteffekte zu sehen sind, und diese auch nicht zwi-
schen Sonne und Mond zu beobachten sind?
Wie nahe erscheint der Mond durch ein Teleobjektiv von z. B. nur 300 mm!
Dass wir ihn optisch herangeholt haben, ist klar, aber dieser Sinneseindruck
von NÄHE bei einer angeblichen Entfernung von 384.400 km?! Dies ist al-
lerdings eher ein subjektiver Eindruck.
Es ist völlig absurd, von jedem Betrachtungswinkel aus immer, ohne
Ausnahme, das haargenau gleiche Bild des Mondes zu Gesicht zu bekom-
men. Betrachter, hunderte Kilometer »links« oder »«rechts« von unserer Po-
sition aus, müssten zumindest ein geringfügig anderes Bild des Mondes se-
hen, mehr bzw. andere Krater u. ä., vor allem auch, weil der Mond am Him-
mel ständig seine Position ändert. Oder ist der Mond dafür einfach zu weit
weg? Nein, denn er dreht sich doch angeblich auch um seine eigene Achse!
Wie reflektiert eine Kugel Lichtstrahlen? So wie der Mond, nämlich eher
wie eine Scheibe? Kann die Licht-Reflexion einer Kugel einen Lichtschein
(von der Sonne kommend) auf die Erde werfen?

Die Reflektion einer Kugel, egal aus welchem Material, kann niemals als
Scheinwerfer fungieren, wie der Mond es tut. 85

85 freundevonwahrheit.xobor.de

106
Wikipedia zeigt uns anhand folgender Grafik eine angeblich maßstabgetreue
Erde-Mond-Abbildung. Die Erde ist 3,7-mal größer, als der Mond! Wie ist
anhand dieser Größenverhältnisse ein leuchtender sowie auf- und unterge-
hender Mond am Himmel möglich? Wie kann eine angeblich angestrahlte
Kugel im »Vollmond« zurückstrahlen? - Eine Kugel kann auf diese Weise
physikalisch kein Licht reflektieren.

(Grafik: Wikipedia 86, Größe der Grafik hier nicht 100 %, die beste Ansicht
erhält man auf einem großen Monitor, Originalmaße: 14.530px × 550px!)

86 de.wikipedia.org/wiki/Mond

107
Die Sonne

Schau zum Himmel, zur Sonne; siehst Du dort etwas, von dem man uns er-
zählt, es wäre 150.000.000 (Einhundertfünfzigmillionen) Kilometer von uns
entfernt? Jeder Mensch hat einen natürlichen Sinneseindruck und kann ein
bisschen schätzen, wobei die Annahmen sich natürlich unterscheiden wür-
den. Ließe man Menschen schätzen, die nichts über die theoretische Entfer-
nung der Sonne wüssten; kämen sie auf 150 Millionen Kilometer? Wie un-
terschiedlich wären unverbildete Wahrnehmung und entsprechende Anga-
ben?
Die Sonne ist innen angeblich ca. 15 Millionen °C, außen ca. 5.500 °C
heiß. Diese Temperatur von ca. 5.500 °C durch das kalte Weltall mit minus
273 °C über eine Distanz von ca. 150 Mio. km reicht aus, um noch Wärme
und Hitze auf der Erde zu erzeugen?! Bei solch großen Energiemassen, die
auf die Erde träfen; würde es noch derartige Temperaturunterschiede auf
der Erde geben können? Es ist wohl richtiger, dass die Strahlen der Sonne
erst durch den Sauerstoff der Atmosphäre in Wärme (und Licht) umgewan-
delt werden.
Warum ist es im Weltraum direkt zwischen Sonne und Erde eisig kalt? Wa-
rum gibt es auf Bergen Eis, im Tal davor Hitze? Wie kann unter diesen an-
genommenen Voraussetzungen ein Schatten ausreichen, um Kühle zu spen-
den? Warum ist es in der Wüste so viel heißer? Es müsste überall annähernd
gleich warm sein! Ja, das hat dann wohl irgendwie mit dem Klima und der
Atmosphäre zu tun. Aber Klima und Atmosphäre stehen in keinem Verhält-
nis zur Größenordnung der Wärme-Energie, die angeblich von der Sonne
kommt bzw. kommen müsste. Hat man jemals errechnet, ob die Größe der
Sonne am Tageshimmel mit der Größe übereinstimmt, die ein Objekt von
gleicher Größe und Entfernung haben müsste?

»Wenn die Sonne 149,6 Mio. Kilometer entfernt wäre und einen Durch-
messer von 1,4 Mio. Kilometer hätte (die Erde hat knapp 13.000 Kilometer)
dann müsste sämtliches Licht 'parallel' auftreffen (was es nach der Koper-
nikus-Theorie ja auch soll).« 87

87 freundevonwahrheit.xobor.de/t175f21-Les-eacute-toiles-tombe-une-agrave-
une-oder-das-Geheimnis-der-verschwundenen-Sterne-2.html

108
Stellt sich hier nicht die Frage, wo in oder über der Atmosphäre die Sonnen-
strahlen in einem Punkt bzw. einer Scheibe zusammenlaufen, die dann auf
die Erde treffen? Lässt sich daraus eine Entfernung berechnen?
Von einer perspektivischen optischen Täuschung ähnlich zusammenlaufen-
der Schienengleise vor uns kann hier nicht die Rede sein, denn die Sonnen-
strahlen erscheinen in vertikaler Ausrichtung in einiger Entfernung über uns
(nicht direkt natürlich), was diese perspektivische Täuschung nicht hervor-
rufen kann. (Hervorgerufen dann allenfalls wieder durch die Atmosphäre.)
Wie kann die Sonne, die angeblich 150.000.000 km von der Erde entfernt ist,
aufgehen? Dies wäre doch nur möglich, wenn gerichtete Strahlen auf die
Erdatmosphäre träfen, oder wenn die Sonne und auch der Mond sich sehr
nahe an der Erde befinden würden. Wenn man von den angegebenen riesi-
gen Dimensionen der Sonne ausgeht, müsste permanent eine ganze Halb-
seite der Erdkugel erleuchtet sein – jedoch nicht bei diesen Entfernungen.
Ein Stern, der so weit weg ist, kann durch sein angebliches Eigenglühen die
Erde nicht erleuchten; dies geschieht durch die Umwandlung der Sonnen-
strahlen auf oder in der Atmosphäre.
Zum Thema »kalte Sonne« empfehle ich »Das Geheimnis unserer eiskalten
Sonne« von Matthias Härtel und »Unsere sinnlose Arbeit« von dem Naturwis-
senschaftler Viktor Schauberger.
Stimmt denn übrigens das Verhältnis von Größe und Entfernung der Sonne
zu ihrer erscheinenden Größe am Himmel?
Auch für die Sonne zeigte Wikipedia uns ein angeblich maßstabsge-
treues Abbild. Die Sonne ist 109-mal größer, als die Erde! Hier kommt die
gleiche Frage auf; wie erklärt uns ein Wissenschaftler anhand dieses Modells
einen Sonnenaufgang? Ich wiederhole mich; dies ist nur möglich bei einem
sehr nahen Himmelskörper. Wie kann
eine Sonne auf der Erde so hell erstrahlen, wenn im Weltraum zwischen
Sonne und Erde keinerlei Licht zu sehen ist? Und dieses Licht fällt dann auf
den Mond (Kugel), um seinen Schein auf die Erde zu werfen? Dies wider-
spricht jeder gesunden Beobachtung und Wahrnehmung der Natur.

109
(Quelle: Wikipedia 88, Originalgröße: 1.200px × 75px)

Der Sternenhimmel

Wenn die Erde sich tatsächlich drehen würde, könnten die Sterne, so wie wir
sie sehen, unmöglich ihre Position zueinander behalten. Jedoch bewegen
sich alle gemeinsam und die Abstände zueinander sind dabei fest oder fix
(Fixsterne). In der Antike wusste man noch, dass die Sterne alle gleich weit
von der Erde entfernt an einer »Kristallschale« befestigt sind, welche die
Erde wie eine Kuppel umgibt.
Bei aller »Bewegungsfreudigkeit« von Erde, Sonne, Sonnensystem und Ga-
laxie, …

…kann kein einziger Millimeter Verschiebung bei den Sternen nach 320 Mil-
lionen Kilometern angeblicher Umlaufbahn um die Sonne beobachtet werden!
89

Wenn die Erde, sagen wir am 1. Januar, an einem bestimmten Punkt im All
ist, und gemäß heutiger Wissenschaft 6 Monate später an einem Punkt 305
Millionen km entfernt vom erwähnten Punkt, wären die relativen Positionen
und Richtungen der Sterne ganz anders, wie klein der Winkel der Verschiebung
auch sei. DASS DIESE GROSSE VERÄNDERUNG NIRGENDS ER-
SCHEINT UND NIE BEOBACHTET WURDE, beweist, dass die Erde still-
steht, – dass sie sich nicht in einer Umlaufbahn um die Sonne bewegt. 90
Sogar, wenn man ihnen ihre irrsinnig weit entfernten Sterne durchgehen
lässt, so können heliozentrische Astronomen trotzdem nicht genau erklären,
wie es Polaris schafft, stets gerade, fast in einer Linie über dem Nordpol zu

88 de.wikipedia.org/wiki/Sonnensystem), Grafik inzwischen entfernt, war bis


mind. Dez. 2017 jedoch vorhanden, siehe: web.ar-
chive.org/web/20171230024035/https://de.wikipedia.org/wiki/
Sonnensystem
89 Eric-Dubay
90 Thomas Winship, »Zetetic Cosmogeny«

110
bleiben, trotz angeblichen Kippens, Wackelns, Rotierens und Rasens der Erde.

Polaris befindet sich fast gerade über dem Nordpol und sollte eigentlich von
irgendeinem Punkt der südlichen Hemisphäre einer Erdkugel nicht zu sehen
sein. Um Polaris von der südlichen Hemisphäre aus zu sehen, müsste man
„durch die Erdkugel“ schauen, und kilometerweise Land und Wasser müssten
durchsichtig sein. Polaris kann jedoch ungefähr bis zum 23,5ten südlichen
Breitengrad gesehen werden. 91

Auf der Wikipedia-Mond-Seite werden uns NASA-Bilder von angeblichen


Mondlandungen gezeigt. Der Hintergrund des Alls ist immer schwarz; wa-
rum sieht man nie einen von Sternen übersäten Hintergrund? Zivilisations-
lichter dort oben können den Himmel nicht verblassen lassen, so wie wir es
heute in den Städten haben.

Die Gewässer

Wie ist es möglich, dass sich Wasser, das fließt und auf jeden Einfluss durch
Bewegung reagiert und immer den geringsten Widerstand sucht, an der
ErdKUGEL (!) »kleben« bleibt? Was hält und drückt das Wasser auf der Erd-
oberfläche, trotzdem es immer noch genügend Energie und Dynamik für Ei-
genbewegung hat, erzeugt durch atmosphärische Einflüsse und Oberflä-
chenbeschaffenheiten, Strömungen, Verwirbelungen, Gezeiten etc.? Wasser
kann auf einer sich drehenden Kugel keine Struktur bilden, welche es an die
Kugel bindet. Man bedenke die durch die angebliche Erddrehung entstehen-
den Fliehkräfte. Ein solch stabiles System, wie auf der Erde, mit so vielen
unterschiedlichen Systemen an Bewegung und Dynamik, kann es nicht auf
und in einem rotierenden System geben. Der angebliche Druck der Atmo-
sphäre und die Gravitation der Erde würden eher ein starres, einschränken-
des als ein dermaßen grenzenloses bewegungsfreies System erzeugen. Man
stelle sich vereinfacht vor, man hätte einen außerordentlich großen und star-
ken Kugelmagneten, auf welchen man Wasser gießt. Und nun drehe man
den Magneten, – nachdem das Wasser eh schon herunterlief … – Die Erde
ruht auf ihren Festen!

91 flache-erde.info

111
Die Überlieferungen

Die Bibel als solche ist sicherlich nicht das Wort Gottes, aber es enthält Schrif-
ten, die uns von den damaligen Beobachtungen erzählen. Mit dem heliozent-
rischen Weltbild wurde das Schöpfungswerk Gottes zunichtegemacht. Diese
kopernikanische Idee war seit jeher von Kopernikus selber stets dargestellt
als eine ANNAHME, EIN DENK- BZW. MATHEMATISCHES MODELL.
Heute ist es »unanfechtbares« Dogma.

Die Behauptung, die Sonne stehe unbeweglich im Mittelpunkt der Welt, ist
töricht, philosophisch falsch und, weil ausdrücklich der Heiligen Schrift zuwi-
der, förmlich ketzerisch. 92

Einstein verfolgte mit dem Entwurf seiner Relativitätstheorie lediglich den


Zweck, die Ergebnisse des Michelson-Morley-Experimentes zu bekräftigen
bzw. zu erklären, und somit die Nicht-Existenz des Äthers zu beweisen.
Kein Geschehen auf der Erde und in der Atmosphäre könnte davon unbe-
rührt bleiben.
Warum befindet sicher der Horizont immer auf Augenhöhe des Be-
trachters, unabhängig von seiner Höhe über der Erde? Dies wäre unmöglich
auf einer Erdkugel; der Horizont würde nämlich irgendwann unterhalb der
Augenhöhe des Betrachters liegen.

Es folgen ein paar Zitate, wenngleich diese recht alt sein mögen. Wer im In-
ternet sucht, findet aus noch viel mehr Schriften unterschiedlichster Kultu-
ren weiteres sehr interessantes Material. 93 Es gibt sogar einen Nachfahren
Kepplers, der über seine Berechnungen schreibt, welche so ganz und gar
nicht mit dem derzeitigen Weltbild übereinstimmen wollen. 94

Dann sprach Gott: »Es entstehe ein festes Gewölbe inmitten der Wasser und
bilde eine Scheidewand zwischen den beiderseitigen Wassern!« Und es geschah
so. So machte Gott das feste Gewölbe und schied dadurch die Wasser unterhalb

92 Dekret der römischen Kirche von 1616


93 innenweltkosmos.de/files/fortschritt.pdf
94 rolf-keppler.de/innenweltbild.html

112
des Gewölbes von den Wassern oberhalb des Gewölbes. Und Gott nannte das
feste Gewölbe »Himmel«. Und es wurde Abend und wurde Morgen: zweiter
Tag.

1. Mose 1:6-8

Der ich über dem Kreise der Erde sitze und vor dem ihre Bewohner wie Heu-
schrecken sind; der ich den Himmel ausbreite wie einen Flor und ihn ausspanne
wie ein Zelt, dass man darunter wohne.

Jesaja 40:22

Danach gewahrte ich vier Boten an den vier Ecken der Erde stehen [und] die
vier Winde der Erde [fest]halten, damit kein Wind über das Land noch über das
Meer, noch über irgend[einen] Baum wehe.

Offenbarung 7:1

Wir sind aus Gott. Wer Gott kennt, hört auf uns; wer nicht aus Gott ist, hört
nicht auf uns. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des
Irrtums.

1. Johannes 4:6

Das kopernikanische Weltmodell, wie auch die Evolutionstheorie, wird uns


in der Schule, als unumstößliche Wissenschaft und Wahrheit verkauft. Die
obigen gestellten Fragen sollen dazu anregen, einmal seinen eigenen Ver-
stand zu benutzen und Dinge unvoreingenommen zu hinterfragen, die so
selbstverständlich scheinen.

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Immanuel Kant

113
114
Meine Tu-Du-Liste

Abschließen möchte ich die Kategorie »Gesellschaft und Politik« mit einem
kurzen satirischen Text über Anglizismen und sonstige Wunder der Spra-
che. Die Rechtschreibreformen zu besprechen, würde hier zu weit gehen.
Dass unsere Sprache dadurch nicht besser geworden ist, darf an dieser Stelle
angemerkt werden.

Was würde jemand hinter der Begrifflichkeit To-Do-Liste vermuten, dem


das Englisch nicht ganz geläufig wäre? Es steckt ja das deutsche Wort Liste
drin und der englische Rest könnte also bedeuten »tu du« (es). Obwohl das
to-do = zu-tun (eigentlich aber »machen« = to do so) – schon ganz treffend
ist; eine Liste, die zu tun ist, bzw. das, was der Inhalt auflistet, denn eine
Liste kann man nicht tun. Da wir also eine Liste erstellen, die unsere eigenen
Aufgaben enthalten soll, es sei denn die Liste wird explizit für jemand ande-
ren geschrieben, könnte man diese Liste auch Tu-Ich nennen, also eine Tu-
Ich-Liste. Früher war alles besser, sagt man, und da nannte man solch eine
Liste auch Aufgabenliste, oder einfach nur MERKZETTEL. Dieser wird ins
Englische eher mit memo (von memory = Erinnerung) oder auch notice
(note) übersetzt. Dies in Kombination mit Liste wäre eventuell nicht so ge-
läufig beziehungsweise sprach-elegant. Und warum muss man überhaupt
deutsche und englische Wörter kombinieren und vermischen? Haben wir
nicht mehr als ausreichende Begriffe, um alles Erdenkliche hinreichend be-
schreiben und erklären zu können? Denglisch gibt es nicht, nicht wirklich.

Man könnte sich nun einen Zettel abreißen und ganz oben, quasi als Über-
schrift, hinschreiben »zu tun«. Darunter käme dann die Liste mit den Auf-
gaben. Aber wer macht das schon? Ist es die Gewohnheit oder der Zeitgeist,
welche uns to-do schreiben lassen (oder auch nichts); gedankenlos und un-
reflektiert? Ist es cool, to-do zu benutzen? Und was wir noch alles so cool
finden, kühl … Wenn ich etwas klasse finde, heiß, erregend, erfreulich,
schön, wunderbar, toll, großartig, phantastisch, traumhaft, wundervoll, sa-
genhaft, atemberaubend, grandios, prima, märchenhaft, stark, super, über-

115
wältigend, bezaubernd, himmlisch, außergewöhnlich … …, warum kompri-
miere ich dann all diese schönen, nützlichen, variablen und treffenden Wör-
ter zu dem einen Wort »cool«, im schlimmsten Fall geil? Ich hörte aber auch
schon »voll total«! Das war mal vor Jahren in einer jungen Menschengruppe
zu beobachten, in der ein junges Mädchen etwas hörte, was sie sehr beein-
druckte, und nun verzweifelt versuchte, dem sprachlich Ausdruck zu ver-
leihen, um dann solch eine »Metapher« zu stammeln.
Aber ich schweife ab, denn es geht ja um Listen, eher um kurze Lis-
ten, im Englischen dann short-list, wie wir es bereits von unseren kurzen
Hosen, den »Shorts«, kennen. Der britische Kolonialismus ist eben doch sehr
nachhaltig, denn dadurch wurde Englisch zur Weltsprache. Aber ich gebe
gerne zu, dass es sehr schöne englischsprachige Musik gibt. Aber auch deut-
sche. Seit 1946 ist Deutsch keine internationale Amtssprache mehr und von
daher nicht mehr so einflussreich, wie es einmal war. - Als es auszog, alle
Sprachen zu formen. Denn in allen Sprachen in Europa, Fernost (bis Japan
und China!), Nordamerika (Inkas, Mayas etc.), bis Mexiko, findet man sehr
gut erhaltene Althochdeutsche Sprache und Kultur. Man begebe sich einmal
zum Google Übersetzer und staune, wie das Wörtchen Liste in allen mögli-
chen Sprachen übersetzt wird. Es ist meistens das Wort Liste herauszulesen.
Selbst auf Türkisch sagt man Liste, mit entsprechendem Akzent natürlich.
Im Japanischen heißt es Risuto (gesprochen ISTA!), was keiner Sprachwis-
senschaft bedarf, um es wiederum auf Liste zurückzuführen. Angeblich
kommt der Begriff Liste aus dem Italienischen als LISTA. Im Althochdeut-
schen hatte der Begriff List die »Bedeutung für Wissen«. 95 Schreiben wir auf
eine Liste nicht das, was wir wissen müssen, für den Einkauf zum Beispiel?
Das Italienische ist als Ganzes nicht um die gesamte Welt gewandert, wie
nachweislich das Althochdeutsche. Warum benutzt aber alle Welt eine
Liste?
mhd. list, ahd. list; aus germ. *listi–, zu *lais– „wissen, kennen“; die ursprüng-
liche Bedeutung „Geschicklichkeit“ entwickelte sich über „Kunstfertigkeit“ zu
„Trickfähigkeit, Hinterhältigkeit“ 96

Warum sollte aus Wissen Listigkeit oder Hinterlist geworden sein? Handelt

95 www.duden.de/rechtschreibung/List_Finte_Schlaeue
96 Quelle: wissen.de/wortherkunft/list

116
es sich bei einer to-do-list um eine listige Angelegenheit? Tu du die List …?
Wenn du über Sprachen besser Bescheid weißt und dies zu erklären ver-
magst, dann tu du's.

117
118
Spiritualität, Religion, Philosophie

119
120
Von der Religion zur Menschwerdung

Ist es nicht so, dass es in jeder Religion Menschen gibt, die rechtschaffen und
ausgesprochene Menschenfreunde sind? Ist es nicht so, dass es in jeder Re-
ligion Menschen gibt, die als kriminell einzuordnen sind? Gibt es nicht in
jeder Religion Wunder, aber auch Versagen, weil Gebete nicht erhört wur-
den? Findet man nicht in allen Religionen das gleiche Gute und Unvollkom-
mene? Zeigen nicht alle Religionen auch auf die unterschiedlichen Entwick-
lungswege der Gottverwirklichung und der Gott- und Schicksalsergeben-
heit? Haben nicht alle Religionen großartiges zur Entwicklung der Mensch-
heit beigetragen? Wo finden wir den Unterschied zur wahren Religion? O-
der sind alle Religionen wahr? Und wo finden wir gar noch den Unterschied
zu den Gottlosen? Auch der Gottlose kann sich in seinem Unrecht aufrichten
an Erkenntnis, Rechtschaffenheit und Menschenliebe. Wo also ist der Unter-
schied? Jede Religion kann nachweisen, dass sie, auf welche Art auch immer,
wirksam ist. Dies ist ganz sicher nicht lediglich auf selbstsuggestive Prozesse
zurückzuführen, sondern auf den Umstand, dass alle Religionen denselben
Ursprung haben – die Kraft und Gewissheit Gottes.
Diese einfachen und grundlegenden Fragen sollen zeigen, wie abwe-
gig es ist zu behaupten, die eigene Religion wäre die wahre und einzig rich-
tige. Für den Einzelnen mag es bedeutungsvoll sein, aber wir müssen zuge-
stehen, dass es völlig bedeutungslos ist, ob oder an welchen Gott wir glau-
ben oder nicht. Die allermeisten Kriege sind Religionskriege oder zumindest
religiös motiviert. Daraus können wir den Schluss ziehen, dass das Über-
winden von Religion ein Überwinden von Kriegen und Feindseligkeiten
hieße, im Großen wie in Kleinen. Insgesamt geht es um die Entwicklung von
Rechtschaffenheit und Nächstenliebe in der Gesellschaft; für die Gesellschaft
und für den Einzelnen.
Das Leben ist also keine Frage von Gottglaube, sondern eine Frage
von Möglichkeiten, in denen wir uns entwickeln können. Gott fragt nicht, ob
du an ihn geglaubt, sondern wie du gelebt und dich entwickelt hast; einen
Gott vorausgesetzt.
Ich würde sagen, wenn ein allmächtiger Gott, der reine Liebe ist, et-

121
was erschafft, dann wäre das Resultat Vollkommenheit. Das wäre Schöp-
fung. Nicht unmittelbar erschaffenes wäre aber immer einer Entwicklung
unterworfen. Diesen Prozess sehen wir in der Menschwerdung. Wenn wir
jedoch von einer Schöpfung ausgehen, welcher Gott freien Willen gegeben
hat, und die somit in der Lage wäre, sich selber zu zerstören, dann darf man
sich fragen, ab welchen Zeitpunkt oder Entwicklungsstand Gott solchem
selbstzerstörerischen Treiben Einhalt gebieten würde, um weiteres uner-
messliches Leid seiner Geschöpfe abzuwenden.
Alle Religionen zeigen Gewaltpotential. Nicht, weil Gott seine Gläubigen
verteidigt, sondern weil Gläubige im Unglauben an die Allmacht ihres Got-
tes Krieg führen und sich somit über Gott stellen.
Hat Gott jemals in einer Religion sich zu erkennen gegeben dahingehend,
dass seine Gläubigen in irgendwelcher Weise bevorzugt wurden gegen den
ganzen Rest der Menschheit? Manche meinen, dies wäre das jüdische Volk,
allerdings gibt es diesbezüglich große Widersprüche, auf die an dieser Stelle
nicht weiter eingegangen werden kann.
Wenn wir alle die Schöpfung Gottes sind, was maßen dann Gläubige aller
Richtungen sich an, seine Schöpfung zu zerstören, sich gar noch daran zu
erfreuen oder dies zu belohnen?
Es gibt Bestrebungen, eine Einheitsreligion zu etablieren. Alle Konfessionen
werden sich dagegen auflehnen wollen, weil sie befürchten, ihr Glaube
würde dadurch verloren gehen oder beeinträchtigt werden. Wenn wir je-
doch anfangen, uns alle als einheitliche Schöpfung Gottes zu betrachten,
werden wir spürbar mehr Frieden auf Erden haben. Kein Gläubiger kann
wirklich nachweisen, dass er allein im Recht ist.
Alle Religionen vermitteln Werte, an denen wir uns ausrichten und aufrich-
ten können. Daran wächst der Einzelne, wenn er es möchte, und beim Ein-
zelnen fängt jede Veränderung, jede Entwicklung der Menschheit an. Der
Mensch muss an sich selber zum Menschen werden.

Kann man Gott austauschen?

In allen Konfessionen finden Wechsel statt; Christen konvertieren zum Islam


und umgekehrt, Juden wechseln zum Christentum und umgekehrt und so
fort. Alle diese Gläubigen haben ihren Glauben mit Überzeugung gelebt,
aber irgendetwas veranlasste sie, ihren Glauben aufzugeben. Was wurde

122
aber tatsächlich aufgegeben? Doch nur das Glaubenssystem! Denn der Urhe-
ber, der Schöpfer all dessen, was wir alltäglich weiter vor unseren Augen
haben, ist doch derselbe geblieben! Zeigt sich nicht auch hieran, dass jedes
Glaubenssystem eben nur ein für sich gesondertes System anbietet, eine Be-
ziehung zum gleichen Gott haben zu können? Wenn wir plötzlich Befindlich-
keiten mit unserer bisherigen Konfession haben und die Konfession wech-
seln, sich die Inhalte unseres Glaubens also ändern, dann ändert dies jedoch
nichts an der Wahrheit Gottes und an den Wahrheiten des Lebens. Die
Wahrheit jedes Einzelnen ist subjektiv.
Noch einmal; es gibt nicht ein einziges Gott-Konzept, welches nachweisen
kann, dass deren Anhänger in irgendeiner Weise vom Leben bevorzugt wur-
den und werden. Diesen Nachweis können sie noch nicht einmal gegenüber
gottlosen Gruppierungen erbringen.
Schauen wir uns einmal die Länder an, in denen die Gesellschafts-
formen des Sozialismus und des Kommunismus herrschte und teilweise im-
mer noch herrscht. Die Menschen, die in diesen Systemen tatsächlich nicht
glauben, sind in keiner Weise im Vergleich mit allen Gläubigen vom Leben
benachteiligt und stehen letztlich vor den gleichen Lebensaufgaben, sich
menschlich zu entwickeln, wie die Gläubigen aller Glaubensrichtungen. Das
Himmelsreich erlangen wir nicht, weil wir glauben (wie man uns in den
Paulusbriefen weismachen möchte), sondern weil wir ohne Übertretungen
lebten oder aber Einsicht darin erlangten, dass wir falsch handelten und die-
ses Handeln dann schließlich bereuten und änderten. Hinzulernen ist für je-
den ein Erfordernis und möglich, um charakterlich wachsen zu können. Wo-
hin die Reise danach geht, weiß niemand.
Menschen werden wir nicht durch Glauben allein, obwohl das ganz si-
cherlich dabei helfen kann, sondern durch mitmenschliches Tun, frei nach
Goethe: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

123
124
Der Ursprung heiliger Schriften und der
wahre Name Gottes

Aus welchen heiligen Schriften kann man heute unfehlbares Verhalten für
jeden Menschen ableiten, ohne widersprüchliche Interpretations- und Aus-
legungsmöglichkeiten? Denn Auslegungsmöglichkeiten negieren ihren ver-
meintlichen Ursprung göttlicher Inspiration und ihre Unfehlbarkeit. Religi-
öse Menschen glauben, die heiligen Schriften kämen von Gott, oder wären
von ihm inspiriert. Wenn dem so wäre, was wollte Gott uns allen dann aber
sagen, wo doch die Schriften so unterschiedlich interpretiert, erklärt, über-
setzt und verstanden werden? Wollte Er jedem etwas Anderes sagen, dass
Seinige? Was bedeute dies dann für den Gläubigen? Weil wir es nicht wis-
sen, sind ganze Bücher vollgeschrieben worden mit dem Ziel, dem Suchen-
den hilfreiche Erläuterungen und Kommentare an die Hand zu geben, um
scheinbar Verborgenes zu enträtseln. Wenn die heiligen Schriften von Gott
wären, würden wir sie dann nicht eindeutig und unmissverständlich verste-
hen können? Warum sind die Schriften nicht so klar, dass sie jedermann be-
kehren können, was die Religionsgründer, ihre Jünger und Vertreter oft nur
mit Gewalt vermochten? Da dem nicht so ist, müssten wir unterstellen, dass
Er nicht in der Lage ist, sich so mitzuteilen, dass wir alle vollständig erfassen
können, was Er mitzuteilen gedachte, was allerdings ein Widerspruch zur
Göttlichkeit wäre.
In Schriften, die direkt von Gott kommen würden, müssten wir Ihn
auch direkt erfahren können – solches sollten wir einem Gott zugestehen
können. Wer dafür nicht reif wäre – wer vermag dies zu bewerten? - würde
sich in dem Moment des Lesens der Schriften im Lichte der Vollkommenheit
mit all seinen Unvollkommenheiten konfrontiert sehen; die dunklen Schat-
ten der Unreinheiten seines Egos würden von der Unberührbarkeit des Voll-
kommenen getilgt werden. Diese »Schrift«, das Licht, existiert jedoch glück-
licherweise tatsächlich – in unseren Herzen als unser inneres Gewissen, als
Liebe. Wahre Erkenntnis kann deshalb nicht aus den Schriften kommen,
sondern nur aus jedem Selbst.
Das einzige, was von Gott kommt, um überhaupt einen Vergleich zu

125
einer Lehre zu haben, ist Liebe. Sie ist jedoch nicht bloß eine Lehre, sie ist
das Lebensprinzip schlechthin, in der gesamten Schöpfung erkennbar, erleb-
bar. Jede menschliche Lehre ist veränderlich, beeinflussbar, unvollkommen
und von begrenzter Dauer, weil sie vom Verstand konstruiert wurde. Die
göttliche »Lehre« ist unveränderlich, eindeutig, unstrittig, vollkommen,
ewig und in ihrer Anwendbarkeit universell, unmittelbar erfahrbar, ohne
Interpretationsmöglichkeiten. Letztere gibt es nur in unterschiedlichen Ent-
wicklungs- und Erkenntnisstufen – in Teilwahrheiten.
Liebe ist für jeden ohne Anstrengung verstandeslos erfahrbar und
erkennbar, sie ist keine Theorie, sie ist rein praktisch. Wer liebt, braucht sich
nicht täglich die Gebote vor Augen zu halten, sondern befolgt diese ganz
natürlich und selbstverständlich. Darin zeigt sich die Liebe, die (übernom-
mene) Botschaft des NT – nämlich in ihren Taten sowie ihren Geschwistern,
dem Vertrauen und der Dankbarkeit. Nur bei Ihr finden wir sichere Zu-
flucht, Trost und Heil, weil Sie das einzig Wahre und Absolute ist. Wie und
wo könnten wir sonst sichere Zuflucht finden, wenn dem nicht so wäre?
Keine Schrift ist also wirklich direkt von Gott – Er würde direkt mit
uns sprechen – denn am Anfang war das Wort, nicht die Schrift – sondern
widerspiegelt lediglich die subjektive (Gottes-) Erfahrung der Propheten
und deren eigene Deutung und Meinung, und oft sogar der Übersetzer. So
entstehen unsere Religionen, die so wenig Vollkommenheit in die Welt ge-
bracht haben. Jede Theorie ist Nonsens, solange die Praxistauglichkeit nicht
erwiesen ist. Das Höchste ist übermateriell, überweltlich und daher über-
sinnlich, d. h., unseren dreidimensionalen Sinnen verborgen. Deshalb bleibt
jeder Versuch, eine göttliche Erfahrung in Worte zu kleiden, nur ein unvoll-
ständiger sprachlicher Nebelschleier individuellen Erlebens. Wir beschrei-
ben zum Beispiel jemandem mit den blumigsten Worten den köstlichen Ge-
schmack einer frischen Erdbeere. Dies können wir noch so trefflich, poetisch
und stundenlang tun, den Geschmack wird der Zuhörende aus der Beschrei-
bung nie erfahren können, sondern erst während des Genusses der Frucht.
Das einzige was zählt, ist die eigene Erfahrung. Die Praxis der Andacht, oder
sagen wir der Meditation, in der wir unser Denken und Wollen beruhigen
und endlich stilllegen, damit wir für Eindrücke und Wahrnehmungen aus
geistigen Dimensionen offen werden, welche in unserer alltäglich wachsen-
den weltlichen Unruhe verborgen bleiben, zugeschüttet werden.
Wieviele bieten dem auf dem Weg sich befindenden, aufrichtig Suchenden,

126
ihre Hilfe an – gegen »angemessene« Bezahlung. Ein wahrer Meister nimmt
kein Geld für das, was nicht von ihm ist. Wir brauchen keine Helferlein,
keine Engel, Magie oder Esoterik. Wir müssen uns nur vergegenwärtigen,
dass der Geist des Lebens, der Herrscher aller Welten, der Herr aller Herren,
Gott, unser aller Schöpfer ist. Wenn wir bei Ihm Zuflucht suchen und finden,
was kann uns da noch bedrängen? Denn es gibt niemanden über und außer
Ihm. Wir alle sind Seine Kinder. Mach deinen Frieden mit Ihm, gib dich Ihm
hin, vertraue Ihm. Welchen Zweifel kann es geben angesichts der Erkennt-
nis, dass wir den All-Mächtigen an unserer Seite haben. Er ist in dir, und du
bist Eins mit Ihm, und du erfährst Ihn, wenn du liebst, ohne Forderungen,
Bedingungen, Erwartungen.
Ein Hochspringer wird die Latte reißen, wenn er nicht glaubt, sie
überspringen zu können. Ihm fehlt die Kraft, die jemand hat, der daran
glaubt, sie überspringen zu können. Und sollte letzterer dennoch scheitern,
wird sein unbeirrbarer Glaube an das Mögliche seine Motivation stärken,
besser werden zu wollen und zu können. Wer an den All-Mächtigen glaubt,
glaubt an das Leben. Das setzt unerschütterliches Vertrauen voraus. Alles
Leid, alle Kriege, Konflikte usw., entstehen niemals aus wirklichem Ver-
trauen zum Höchsten, sondern immer aus Angst, ihren zahlreichen Erschei-
nungsformen, Ich-Sucht und Verblendung. Wir brauchen eine positive
Grundeinstellung zum Leben, etwa nach der Überzeugung: »Ich bin ein Kind
Gottes, und mein Leben gedeiht in Kraft und Fülle.« Ein Leben, in dem wir im-
mer wieder etwas zu lernen und zu integrieren haben, was uns als Erfah-
rung, trotz zunächst vielleicht negativer Einschätzung unsererseits, nützlich
werden kann.
Wenn wir Veränderungen ersehnen, werden, bei gemäßer Intention,
diese auch kommen. Lausche in dich hinein, gib acht, fühle, nimm wahr, wie
sich die Dinge in dir und um dich herum allmählich verändern und zum
Guten wenden, und sei bereit zu empfangen. Du bestimmst, was du wirklich
erstrebst, aber Er, wie und wann du es erhältst. Dies ist ein heilsamer Prozess
des Vertrauens und Ausharrens, Dinge, die so vielen von uns in unserer heu-
tigen schnelllebigen Zeit voller Zweifel und Unsicherheiten abhandenge-
kommen sind.
Wie aber kommunizieren wir nun direkt mit Gott? Ist sein Name, um
den es bis heute schon viel sinnlosen Streit gegeben hat, wichtig? Heißt Er
Gott, Allah, Jahwe, Jehova, Elohim, Jesus, Krishna, Brahma, Buddha, JHVH

127
(das Tetragrammaton, Lat. = 4 Buchstaben), dessen hebräische Aussprache
angeblich nicht mehr bekannt sein soll), oder noch anders …? Viele Namen
gibt es, hervorgebracht in vielen Kulturen, und alle Namen wurden und
werden verwendet. Was sagt uns dies jedoch; es zeigt uns, dass eines allein
wichtig ist, nämlich eben nicht der Name, sondern die geistige Ausrichtung
auf Ihn, auf das Wirkliche, das einzig Wirkende in und um uns, das Licht,
die Vollkommenheit, den Erhalter, den Erlöser von Angst. Gott ist nicht hier
oder da, er ist immer und überall.
Seinen wahren Namen kennen wir offenbar nicht; welcher Privilegierte
sollte ihn empfangen haben? Hat ein Gott einen Namen? Wir Menschen
brauchen Namen, um in unserer begrenzten Welt die Dinge bestimmen und
differenzieren zu können, mit denen wir tagtäglich zu tun haben. Welchen,
begrenzenden, Namen könnte etwas Unendliches wie Gott haben? Die
Wahrheit ist jenseits aller Worte. Gott verbirgt sich dem Verstand des Men-
schen, doch Er offenbart sich dem suchenden Herzen, welches sich Ihm hin-
wendet in Liebe und Gewissheit.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit
anbeten. 97

Im Alten Testament erhalten wir scheinbar einen Hinweis auf den wahren
Namen Gottes. Am brennenden Dornbusch offenbart sich Gott Moses und
betraut ihn mit der scheinbar unmöglichen Aufgabe, die versklavten Israeli-
ten aus Ägypten ins gelobte Land zu führen. Moses weiß jedoch, dass man
ihn fragen wird, wer ihn dazu ermächtigt hat, möchte Sicherheit, und fragt
Gott deshalb, was er seinem Volk sagen soll, welcher sein Name ist. Und
Gott antwortet:

ICH BIN, DER ICH BIN (Exodus 3,14)


‫( אהיה אשר אהיה‬Hebräisch)
’ehyeh ’ascher ’ehyeh (gesprochen)

Damit zeigt sich das wahre Wesen Gottes; unbenennbar, undefinierbar, in

97 Johannes 4:24

128
stetem Wandel, und deshalb nicht festzulegen, unerkennbar. Gott ist das un-
endliche Wirken, er wirkt in allen Dingen, durch uns, und wir durch ihn.
Gott ist das Leben in uns und wir sind das Leben in Ihm. Er erweitert, diffe-
renziert und erfährt sich selbst durch uns und seine grenzenlosen Erschei-
nungsformen. Die Frage nach Gott ist immer der Versuch einer Festlegung
und Auslegung, eine Sache des Verstandes. GOTT kann jedoch nur im Ge-
müt, im Herzen erfahren werden. Wir können uns dem annähern, in dem
wir uns z. B. meditativ der Aussage hingeben »ich bin« (Sanskrit: »so ham«);
Gott ist ein permanent schöpferischer Seins-Zustand. Verknüpfen wir diese
Aussage (»ich bin«) mit einem Gefühl des erstrebten Zustandes, mit Dingen
des Lebens, die wir für unser Wachstum wünschen, treten schöpferische
Kräfte hervor; wir werden, als Kinder Gottes, wie er – schöpferisch.
Andere alte Quellen favorisieren und bezeichnen Gott mit den Namen A-
hura Mazda und Yahuah. Ersterer stammt aus dem Zoroastrismus, der
zweite ist vermutlich der verloren gegangene Name aus der Bibel, der heut-
zutage mit Herr, teilweise mit Jehova, Adonai u. a. »übersetzt« wird. Auffäl-
lig erscheint der sehr ähnliche Klanglaut von Ahura und Yahuah. Gibt es
gleiche Wurzeln?
Der Sprachwissenschaftler Erhard Landmann 98 (der 13 Sprachen
sprach!) entdeckte in allen alten Überlieferungen weltweit die Althochdeut-
sche Sprache. Daraus versuchte er die Herkunft göttlicher Namen herzulei-
ten:
Auch die Wörter »Hebräer«, »Ägypter« und der »Jahwe« oder »Jehova« der
Christenbibel sind nur Verdrehungen des Wortes »ewig«, dass in den ahd.
Formen ewic, heuuic, eouuig, euic, euuic, ewah, euuahi, euuik vorliegt.
Dazu kommen die Formen ewin, euuigo, aewin, euuinig, euining, euuinog,
euuineg und die Worte für Ewigkeit, ahd. ewo, ewiglihho, eweclihho, ewig-
heit, euuicheit.

Die Bibel soll neben Jahwe, Jehowa, was der »Ewige« ist, ahd. eviha = Jahwe,
eowiha = Jehowa, noch einen Gott Elohim haben. Doch wenn man l durch r
ersetzt, so sieht man, dass Elohim nur das ahd. ero him, das »ehret ihn« ist
und keineswegs ein Name für Gott.

98 die-heimatseite.blogspot.com/p/das-buch.html

129
Ähnlich wird der Begriff »Jesus« untersucht, der als menschliche historische
Gestalt jedoch stark angezweifelt wird, selbst von der Bibelwissenschaft, der
Exegese. Wir haben einen namenlosen Gott, den wir mit unserem Mund
nicht anrufen können, jedoch mit unserem Herzen.

130
Der Sündenfall

Es gibt viele Versuche, das Geschehen des Sündenfalls aus der Bibel zu er-
klären. Und so viel bislang versucht wurde, bleibt es doch unvollständig,
weil etwas Wesentliches und Entscheidendes übersehen wird. Viele Autoren
erzählen in diesem Zusammenhang vom »Baum der Erkenntnis«, der uns –
mit Unterstützung der Gottmutter (Gnostiker) – zu höherer Entwicklung
bringen soll; dies ist aber unvollständig, und muss deshalb zu Fehlinterpre-
tationen führen. Denn es heißt in der Bibel »Baum der Erkenntnis von Gut
und Böse« und nicht »Baum der Erkenntnis.« Liegt darin doch schon ein
gravierender Unterschied, weil nicht alles Erkennen sich nur auf das Gute
und Böse bezieht. Gerade in der Erkenntnis von Gut und Böse liegt ja die
Dramatik des Geschehens, liegt ja der Fall des Menschen verwurzelt. Und es
geht in dieser Situation eindeutig um den Fall, nicht aber um geistiges
Wachstum. Die Charakteristik des Geschehens in der Bibelbeschreibung als
tatsächlichen Fall des Menschen ist ja trotz möglicher und wahrscheinlicher
Übersetzungsfehler in der Bibel unverkennbar.
Ist es nicht eines der größten Übel der Menschheit, dass sie stets ver-
urteilt und wertet, und auf diese Weise Schuld auf andere projiziert, anstatt
die Dinge einfach nur wahrzunehmen, wie sie sind, wertungsfrei? Damit hat
sie ja erst angefangen (und das war die »Ur-Sünde«) das Gute und Schlechte
zu erschaffen, durch Trennung des Vollkommenen und Einheitlichen in
zwei Seiten; in gutes und schlechtes, richtiges und falsches. Und somit
trennte sie sich selbst vom Göttlichen. Die Einheit, das ALLES, wurde somit
in unserem Bewusstsein gespalten. Durch diese Trennung trennten wir uns
selber vom Ursprünglichen, Vollkommenen.
Wir projizieren ständig außerhalb von uns und meinen zu wissen,
was der andere falsch oder richtigmacht, was für den anderen gut oder
schlecht ist. Das Fatale daran ist, dass wir das dann in Handlung umsetzen,
den anderen in die Richtung bringen wollen, die wir für gut und richtig hal-
ten. Deshalb glauben viele, sich immerzu wehren zu müssen. Durch dieses
»System« sind wir alle zu Schuldigen geworden. Dabei weiß doch niemand,
was gut und böse ist. Es sei denn, man bezieht sich auf Handlungen die ei-
nem selbst oder anderen in unmoralischer Weise, d. h. gezielt und bewusst,

131
Schaden zufügen. Und niemand kann wissen, was für den anderen das Beste
ist.
Wie oft erleben wir, dass sich das vermeintlich »Gute« ins Gegenteil
verkehrt, und umgekehrt das zuvor abgelehnte »Schlechte« sich dann als
vorteilhaft erweist. Wir können uns nur selber verbessern. Nur dann kann
wieder ein heiles Ganzes daraus werden. Aber nicht, in dem jeder versucht
den anderen zu verbessern – das ergibt Chaos, und das haben wir bereits in
allen gesellschaftlichen, religiösen und politischen Richtungen.
Die Dinge einfach nur wahrnehmen wie sie sind, ohne jegliche Wer-
tung – das bringt wieder Kraft, Klarheit und Frieden zurück. Aber das kann
nicht gelingen, solange wir auf andere unsere vermeintliche »Erkenntnis
von Gut und Böse« anwenden, unsere eigenen Unzulänglichkeiten auf an-
dere projizieren, oft genug als Rechtfertigungen, damit man selber gut da-
steht, und somit die Überwindung von Gegensätzen und Zwiespalt verhin-
dert.
Es gibt nur einen Geist, dem alles entspringt, und da wir nun mal
verschiedene Sprachen haben, benennen wir Ihn auch anders. Aber niemand
kann Ihn für sich alleine pachten. Vor Ihm sind wir alle gleich, niemand wird
bevorzugt. Wer will sich davon ausnehmen? Welches Volk ist »böse«, wel-
ches »gut«, »auserwählt«, oder nicht?
Gott, das Lebensprinzip, ist in Allem und in allen, Er ist in uns und
wir sind eins mit Ihm, und darum sind wir alle Eins, und darum ist Gott
nicht irgendetwas außerhalb von uns. Wir können nirgendwo sein, wo Gott
nicht ist, und es kann nichts geben, das außerhalb Gottes ist. Alles ist Gott
und was wir anderen tun, tun wir deshalb letztlich auch immer uns selbst
an. Wir sitzen alle im selben Boot. Niemand von uns kann ohne den anderen
sein. Wer aber das Gegenteil behauptet, muss sich darüber klar sein, dass
man gleiches auch über ihn sagen kann. Die Dinge sind, wie sie sind; es gibt
kein Gut und Böse, aber es gibt viele Möglichkeiten für uns, etwas besser zu
machen. Vor allem uns selber. Wie sagte Erich Kästner noch: »Es gibt nichts
Gutes, außer man tut es«. Und zwar ohne Vergleich und Wertung zu anderen.
Wir kennen nicht die wahren Vorgänge hinter den Erscheinungen. Alles hat
seine Berechtigung, seinen Grund, sein Entstehen. Wer kann von sich be-
haupten die Wahrheit zu kennen? Derjenige müsste zwangsläufig alle Zu-
sammenhänge sowie Entwicklungen des gesamten Universums wissen. Wer
jedoch kennt schon seine eigenen?

132
Gottes Garten Eden ist vollkommen. Durch unsere »Erkenntnis von
Gut und Böse«, oder müsste man besser sagen »Zweifel am vollkommenen Ist-
Zustand«, sind wir herausgefallen aus unserer Vollkommenheit. Und das ist
das einzig unvollkommene: unser Denken, aus dem alles resultiert an Wer-
tung, Spekulation, Irrtümern, Lügen. Das Erkennen von Gut und Böse war
das Nichtmehrerkennen des vollkommenen Zustands des Seins. Wenn es
für uns nichts »Böses« mehr gibt, wird es für uns auch keinen Grund mehr
geben, anderen Gewalt anzutun, um dieses, aus unserer Sicht, »Böse« korri-
gieren bzw. bestrafen zu müssen. Wäre dies das Paradies auf Erden?

133
134
Was kommt nach der Zeit?

Seit Urzeiten fragt sich die Menschheit, wo das Universum herkommt, wer
es wie erschaffen hat, wie lange es existiert und existieren wird, wie groß es
ist, was dahinter kommt, usw. Mit diesem 3-dimensionalen Denken, ver-
strickt man sich schnell in Gegenfragen wie z. B. »was liegt denn hinter dem
Universum, und was dahinter, und was dahinter«, usw. Man meint, es
müsse etwas immer noch Größeres geben. Unendlichkeit und Ewigkeit las-
sen sich aber nicht bestimmen und festlegen. Denn alles, was sich bestimmen
und festlegen lässt, ist nicht unendlich. Solcherart Fragerei, wenn sie auch
zunächst als Denkansatz dienen mag, führt nicht dazu, dass Lebensfragen
beantwortet werden können. Die Antwort muss aber rational und logisch
sein, denn die Natur, das gesamte Leben einschließlich des Menschen, hat
sich ja selbst konsequent rational, das heißt aus Ordnung, nicht aus Chaos,
entwickelt, und musste dies auch, um überleben und sich weiterentwickeln
zu können. Rational, objektiv und zweckmäßig, und nicht mystisch ver-
schleiert, unfassbar, spekulativ und surreal. So konnte und kann sich das
Leben erhalten und weiterentwickeln. So kann der Mensch frei, selbstbe-
stimmt und kompetent sein Leben gestalten. Rationalität und Effektivität
schließen Emotionen als lebenswichtigen Bestandteil des Menschen und an-
derer Lebewesen jedoch nicht aus, sondern bilden im Idealfall eine Einheit.
Die nie aufhörenden Fragen nach Zeit, Ausdehnung und Entstehung
des Universums u. ä. Fragen zur Existenz des Menschen und des Lebens ten-
dieren letztlich immer in eine einzige Richtung – zur Absolutheit. Unser Fra-
gespiel bringt uns hierbei aber nicht weiter und führt, wie wir bereits gese-
hen haben, in eine Sackgasse. Diese Sackgasse ist unser 3-dimensionales
Denken, sowie unsere Sinne, die ja nur einen winzigen Bruchteil unserer
Umwelt reflektieren, wovon auch unsere zeitliche Wahrnehmung betroffen
ist. Die Zeit ist die vierte Dimension und wie die ersten drei Dimensionen
nur ein begrenzter Ausschnitt einer höheren Ordnung. So ergibt sich ein Sys-
tem aus immer höheren Ordnungen, die in ihrer Gesamtheit eine höchste
Ordnung bilden, welche absolut und unübertrefflich ist. Durch scheinlogi-
sche Fragerei versperrt man sich den Weg und dies wird uns schlagartig
klar, wenn wir erkennen, und das ist durchaus ein rationaler Prozess, dass

135
diese höchste Ordnung, das Absolute, ALLES ist. Und nicht irgendwas da-
vor, dahinter, danach oder sonst wo. Dieses ALLES ist die Existenz, das Le-
ben in seiner Gesamtheit, das Universum, oder auch Gott. Das Größte ist das
Alles. Und dieses unendliche ALLES lässt sich nicht definieren, denn jede
Definition würde es wieder begrenzen. In dem Moment, wo wir Es definie-
ren könnten, würden wir dieses Unbegreifliche und Unendliche als etwas
Endliches reduzieren, in unserer Erfahrungsmöglichkeit zerstören, und et-
was anderes, Größeres, müsste an seine Stelle treten. In dem Moment der
Definition verändert Es sich schon wieder.
Dass Alles umfasst auch das Zeitliche, welches es im Unendlichen
nicht mehr geben kann. Das ist die Ewigkeit allen gleichzeitigen Geschehens.
Die alten Weisen aller Kulturen wussten, dass das Zeitliche ein sich fortwäh-
rend wiederholender Kreislauf aus der Ewigkeit ist. Später dann, in der Kul-
tur der Griechen, wurde der »Zeitpfeil« (Zeitrechnung) in das sich entwi-
ckelnde moderne Weltbild eingewoben, nach dem Motto »alles verläuft von
einem Punkt A zu einem Punkt B«. Dies setzt aber einen Anfang und ein
Ende voraus, was es jedoch, wie wir schon feststellten, nicht geben kann.
Eine Chronologie lässt sich aus einer Ewigkeit nicht herleiten.
Wir müssen lernen und akzeptieren, dass die Existenz existiert, des-
halb immer existiert hat und immer existieren wird. Denn Existenz ist Ener-
gie und Energie kann weder geschaffen noch zerstört werden (Energieerhal-
tungssatz). Aber sie kann sich verändern und tut es ohne Unterbrechung.
Gott ist also nicht irgendjemand außerhalb aller Dinge und auch
nicht außerhalb von uns selber, Gott ist etwas, nämlich das Leben selbst, das
nur aus sich selber schöpfen kann. Das Leben ist Schöpfer und Schöpfung
zugleich. Gott kann nicht irgendwo außerhalb der Dinge und außerhalb von
uns sein. Ohne Ihn gibt es nichts. Er ist die Existenz in allem. Das Alles, das
Göttliche, ist folglich nichts Mystisches, und das Leben ist nichts Mechani-
sches, und deshalb, weil es eben lebt, ist es etwas Geistiges. Deshalb spre-
chen wir mitunter auch vom »Geist des Lebens«. Somit sind wir bei den öst-
lichen Lehren, Hermes Trismegistos und anderer Meister, Gott ist ALLES in
ALLEM, in seiner Vollständigkeit unendlich, ewig und absolut. Alles ist
Gott, wir sind Gott, und damit auch für uns selber verantwortlich. Und jeder
für sich. Das Leben will sich durch beständigen Wandel aller Dinge und die
daraus resultierende unendliche Vielfalt selbst erfahren. Wie konnte es dies
je besser, als durch die Entwicklung des Selbstbewusstseins und des freien

136
Willens im Menschen? Daraus ergibt sich unsere Selbstverantwortung.
Wir suchen und erstreben in vielen Dingen und Taten das Absolute,
meistens im Äußeren, und sind doch selber Bestandteil dieses Absoluten.
Suchen wir das im Äußeren, was wir innerlich nicht erkennen oder zulassen
können? Unser Einssein mit dem Absoluten bedeutet gleichzeitig, dass wir
dieses Einssein auch erfahren können. Wege dazu gibt es viele und jeder
mag und muss seinen Weg finden. Das ist der Weg der Rückkehr und es ist
unser aller Weg.

137
138
Die Entspenstigung des Todes

Der Tod ist ein Gespenst, obwohl es täglich wiederkehrt wie die Morgen-
sonne. Obwohl er das tägliche, endgültige Gehen von Vielem und vielen ist,
nehmen wir ihn kaum in unserem Bewusstsein auf. Die Entspenstigung des
Todes ist seine Annahme als Aufforderung zu einem zielgerichteten, verant-
wortungsvollen und glücklichen Leben.
Der Tod kommt für alle, früher oder später, zu einem Zeitpunkt, ab welchem
wir uns mit dieser allgegenwärtigen Erscheinung auseinanderzusetzen ha-
ben. Nämlich, wenn er um die Ecke zu schauen scheint …, durch andere, die
vor uns gehen …
Für die meisten Menschen ist der Tod etwas Tragisches, Zerstöreri-
sches, Unbegreifliches, Unwirkliches, das irgendwie nicht zum Leben ge-
hört. Dieses Schreckgespenst, als welches er erscheint, muss er nicht für uns
sein, wenn wir verstehen, dass alles Leben auf dieser Erde einmal endet und
wir daraus lernen, eben deshalb das Beste aus unserem Leben zu machen,
und das Beste zu hinterlassen, zu dem wir fähig waren, in Freude und Schaf-
fenskraft. Um dieses zu können, fehlt manchen Menschen die Motivation,
welche sie hätten, wenn ihnen deutlich die Begrenztheit ihres Erdenverwei-
lens aufgezeigt würde. Wer möchte denn schon umsonst gelebt haben? Wäre
es deshalb sinnvoll, das Thema Fortgehen schon im frühen Alter zu vermit-
teln? Die Ängste davor zu nehmen und die Motivation zu erhöhen, mit Kraft
und Eifer sein Lebensglück aufzubauen?
Das Leben auf der Erde ist eine Schule und da die Zeit auf ihr doch
sehr überschaubar ist, sollten wir uns rechtzeitig bemühen, einen guten Ab-
schluss zu machen, sodass wir zurückblicken können. Wer weiß denn, wofür
wir unsere gesammelten Erfahrungen und Fertigkeiten später gebrauchen
können, wenn uns neue Aufgaben bevorstehen? Dass sie uns bevorstehen,
daran kann es keinen Zweifel geben. Gründlichst dürfen wir uns überlegen,
wofür wir unsere unwiederbringliche Lebenszeit vergeuden möchten.
Was den Tod in Wirklichkeit so tragisch erscheinen lässt, ist sein un-
verhofftes und plötzliches Kommen. Man hatte keine Zeit mehr, Ordnung
zu machen, Nachrichten zu hinterlassen, Dinge zu klären, sich zu verab-
schieden, zu vergeben. Gerade auch deshalb sollten wir uns rechtzeitig um

139
diese Angelegenheiten kümmern. Der Tod ist für jeden unausweichlich, für
junge Menschen Lichtjahre fern, jedoch können wir ihm den Schrecken neh-
men in bewusster Auseinandersetzung und Anerkennung. Bis er kommt,
haben wir noch viele, viele Möglichkeiten, Lebensglück zu erfahren, unsere
Aufgaben zu erfüllen, Dinge gut werden zu lassen und alles zu geben, zu
schenken, was wir geben und schenken können.
Wir werden uns nun nicht sogleich hinsetzen müssen, um unser Tes-
tament zu schreiben. Aber wir ändern unsere Einstellung zum Thema, ma-
chen das Gehen uns und anderen leichter. Nichts ist für die Ewigkeit und
wir lernen loszulassen. Beziehungen findet man überall und sie begleiten
uns über einen bestimmten Zeitraum, in welchem wir weiterwachsen kön-
nen. Wir sind nie allein. Trauern ist ein vorläufiger Abschied von Gemein-
samkeit. Jeder Abschied ist ein Loslassen von Vergänglichem. Das Leben
geht immer weiter, ist ewig und gebiert aus sich selbst immer wieder neues
Leben. DER TOD ist kein Sterben, sondern ein Gehen. Woanders hin. Waren
wir hier glücklich und erfolgreich, können wir es auch woanders sein.

Leben um zu sterben

Wir glauben, wir würden ewig leben und realisieren nicht, dass jeder Tag
uns dem Ende etwas näherbringt. Wenn wir krank sind, fürchten wir uns
vielleicht noch. Jedoch wann haben wir Gewissheit über einen nahenden
Tod und können gar unseren Frieden mit ihm machen? Vielleicht ahnen wir
auch unsere Unsterblichkeit als geistige Wesen, geben deshalb nicht genug
acht auf unsere Gesundheit und Unversehrtheit. Es ist bitter, wie viele Men-
schen zu früh gehen, oft selbst verschuldet, völlig unnötig. Oder ist jedes
Schicksal besiegelt? Vielleicht können wir nur etwas für unsere Lebensqua-
lität tun, nicht jedoch fürs Lebensalter. Warum so viel Unglück, so viel Un-
zufriedenheit, so viel Verzweiflung? Vorbehaltlos annehmen, stilles Zuhö-
ren, einfach nur für jemanden da sein, ohne kluge Worte, ohne dass noch
etwas getan werden müsste, williges Gehenlassen.
Sterben ist völlig absurd! Es ist keine Lösung. Stirbt jemand, weil er sich
nicht mehr weiterentwickelt? Nicht mehr will, nicht mehr kann? Das Leben
ist unersetzlich. Ein Geschenk, welches wir jeden Morgen mit einem freudi-
gen Lächeln dankbar begrüßen sollten. Wir brauchen keine Pläne. Das Leben
birgt seinen Plan in sich. Für alles und jeden. Organisieren ist etwas Anderes

140
als planen. Organisation strukturiert und macht Planen erst möglich. Ein
Plan möchte etwas festlegen, was jedoch nicht erzwungen werden kann. Pla-
nen ist kein Fließen von Lebensstrom. Ein Ziel erfordert nicht zwangsläufig
einen Plan. Zu einem Ziel kann uns das Leben hinführen. Entspricht ein Ziel
dem Lebensplan?
Wir alle werden geliebt. Jeder wird geliebt, sonst würde er nicht le-
ben. Tu, was du willst. Aber tue es mit Freude. Wenn wir wüssten, dass un-
sere Wünsche in Erfüllung gingen – ab wann wären wir wunschlos glück-
lich? Was wir werden wollen und können, ist in uns angelegt. Deshalb sollte
jeder sein Schicksal annehmen und das Beste daraus machen. Hadere nicht
mit deinem Schicksal ob deiner unerfüllten Träume. Auch du hast mehr als
genug.
Es gibt nichts zu suchen. Deine Aufgaben werden kommen.

Anleitung zur vollständigen Lebensintegration

Der größte Fehler, dem der Mensch unterliegt, ist die Annahme, dass es au-
ßerhalb seiner selbst eine Kraft gäbe, die irgendetwas für ihn tun könne. Du
wirst niemals frei sein, wenn du Hilfe von außen erhoffst. Es gibt keine an-
dere Kraft, die für dich wirksam werden kann, als deine innere. Alle Kraft,
über die du je verfügen kannst, liegt in dir. Diese Kraft ist immens. Darum,
lebe frei, lächle in Dankbarkeit für das dir geschenkte Leben! Diese Kraft in
dir wartet auf klare Impulse deinerseits, dass zu sein, das zu tun und das zu
haben, was immer du dir von Herzen wünscht. Dem sind keinerlei Grenzen
gesetzt, außer die, die du dir durch dein Denken und deinem Glauben selber
setzt.
Vertraue dir voll und ganz, liebe dich mit der ganzen Kraft deines Seins,
begrüße jeden Tag mit einem Lächeln! Nur wer Vertrauen in sich selber fin-
det, findet auch Vertrauen zu anderen Menschen. Wer sich selber liebt, kann
auch andere Menschen wirklich lieben.
Lieben bedeutet, im »Herz-Modus« zu sein. Das ist lebenswichtig.
Der Verstand interpretiert in gut und schlecht, aber das Herz handelt immer
in Harmonie mit der Umwelt, dein Leben ausgleichend und regulierend.
Das Herz ist deine höhere Intelligenz, die wiederum an eine noch höhere
Intelligenz angekoppelt ist (alles ist eins). Das bringt Gelassenheit, Güte und
dein zuversichtliches Lächeln zurück. Und das Erreichen alles Gewünschten

141
mit Leichtigkeit.
Dem Herz-Modus gegenüber steht der Überlebensmodus, in dem sich sehr
viele Menschen befinden; diese sind innerlich ständig auf Abwehr einge-
stellt und erwarten gedanklich das Schlechteste. Darauf bereiten sie sich in-
nerlich vor und sind somit permanent gestresst, obwohl es dafür kaum einen
Grund gibt. Anlass dafür ist die unbewusste Angst, angegriffen zu werden,
irgendetwas zu verlieren oder die Kontrolle abzugeben. Dies führt zu unbe-
dachten und nachteiligen Handlungsweisen.
Zugang zu deinem Herzen, deiner inneren Weisheit, bekommst du
wieder durch Gefühle wie Freude, Dankbarkeit, Wertschätzung und Mitge-
fühl. Vergiss, was man dir über Gott und die Welt erzählt hat. Vergiss, was
andere über dich meinen. Die Welt ist dein Spiegelbild und zeigt dir, wo du
stehst und wie du denkst. Das wahre Leben findest du nicht in Zeitungen,
nicht im Fernsehen und nicht im Internet. Höre auf, dich zu beklagen, denn
niemand kann irgendetwas dafür, wie es dir jetzt geht. Wer von außerhalb
Hilfe erhofft, macht sich abhängig, entwürdigt seine menschliche Größe und
programmiert seine eigenen Enttäuschungen. Niemand ärgert dich – du är-
gerst dich! Stark ist, wer aus sich selbst heraus lebt, souverän, integer, unab-
hängig. Formuliere deine Bedürfnisse ganz klar und dann handle danach.
Notiere sie, ergänze, streiche, vervollkommne, bis du weißt, wer du wirklich
bist. Dann tu alles Nötige und sorge für Ordnung, jeden Tag.

aus der Bibel: »Das Himmelreich ist inwendig in euch!« (Lk. 17,21)
aus dem Koran: »… und haben sie nicht Herzen, um zu begreifen, oder Ohren,
um zu hören? Denn es sind ja nicht die Augen, die blind sind, sondern blind sind
die Herzen in der Brust.« (Sure 22:46)

Zusammenfassung

 Es gibt keinen Gott außerhalb von dir, Gott wohnt in deinem


Herzen.
 Deshalb – alle Kraft liegt in dir, alles erschaffst du aus deinem
inneren Streben.
 Liebe dich mit ganzer Kraft, tue nur, was dir Freude bereitet.
 Atme tief und ruhig, spüre dein Herz, rede und handle nie

142
überstürzt.
 Höre nicht auf andere, höre auf dein eigenes stilles Gefühl.
 Suche nirgendwo nach Bestätigung durch andere, bestätige
dich selber.
 Sei hilfsbereit, aber lasse dich nicht ausnutzen; lehne freundlich
ab.
 Die Lösung deiner Probleme findest du stets in dir, in deinem
Herzen.
 Fürchte dich vor nichts, folge nur deinem Weg, und alles wird
besser, für alle.
 Akzeptiere die Meinung anderer, aber prüfe gründlich, ob sie
deiner entspricht.
 Du musst niemandem etwas beweisen, außer dir selbst.
 Folge deinen wahren Bedürfnissen und lasse dich nicht fremd
bestimmen.
 Sitze oft still und beobachte deinen rhythmischen, tiefen Atem,
und lächle in dein Herz hinein.
 Alles in dir darf sein, auch deine »schlechten« Gefühle.
 Handle nicht, um den Erwartungen anderer zu entsprechen.
 Kümmere dich um dein Leben!

Grüße aus dem Tal des Todes

Ihr könnt euch auf der Erde vergnügen, so viel ihr wollt, ihr könnt 'feiern',
ihr könnt betrügen, andere übervorteilen, euch noch mit dem letzten Ta-
schenspielertrick gut fühlen, gehässig sein und denken, niemand würde es
bemerken. Am ENDE aber werdet ihr euch zu verantworten haben. Alle
Schuld und alle Schulden. Niemand wird da sein, kein Elternteil, niemand
von den Geschwistern, kein Freund, kein Bekannter, der für euch spricht,
der für euch bürgt, eure Schuld auf sich nehmen würde. Jeder muss seine
Schuld bezahlen und niemand kann die Schuld des anderen auf sich neh-
men, denn Schuld bleibt Schuld. Das ist das Gewissen, das rein werden muss
im Lichte der Wahrheit.

143
Dies hören wir alle, bevor wir erneut unsere Prüfungen zu bestehen
haben, als Menschen, als kosmische Wesen, die ihren Integrationsprozess zu
durchlaufen haben. Wir fielen durch Ich-Sucht, durch das, was hierzuerden
als »Individualismus« gefeiert wird. Ich; die größte Todsünde. Die Großen
lebten und leben für das WIR. Aber das Ich will sich »verwirklichen«, immer
mehr Ich werden, ein immer größeres Ich, ein immer stolzeres Ich. Aber
GOTT-Erkenntnis ist ein NICHTS-Werden.
Größer können wir nur werden in der Aufgabe des Ich; Aufgehen im
Großen und Ganzen. Alles, was wir hier in Selbstsucht tun, ist nutzlos! Ein-
zig das Resultat unserer Rechtschaffenheit und unseres Bemühens um Lie-
besfähigkeit werden wir mitnehmen und an ihr gemessen werden. Alles an-
dere ist wertlos. Jede Ich-Größe an Kunst, Kreativität, Schaffenskraft, Gelin-
gen und Errungenschaft schrumpft auf Bedeutungslosigkeit vor dem Jüngs-
ten Gericht. Mit nichts unserer irdischen Taten, die Großmut vorgaukeln,
können wir für »später« Punkte sammeln, außer mit Rechtschaffenheit, gebo-
ren aus gewachsener Liebe und Weisheit.

Oder kann die vollzogene selbstlose Hilfe an einem Nächsten den bewussten
Betrug aufrechnen, gar neutralisieren? Können das schlechte Gewissen und
die ehrliche Reue die Folgen (Karma) von Fehlhandlungen ausgleichen, mil-
dern? Wer kann Schuld von uns nehmen, sodass wir von der unerbittlichen
Konsequenz (Karma) verschont bleiben? Wir sind ALLE Sünder, wer aber
mit voller Absicht sündigt, trägt auch volle Schuld. Wer mit voller Absicht
die Scheibe einwirft, darf sich nicht beschweren, wenn die fliegenden Split-
ter sich in sein eigenes Fleisch bohren.
Noch pfeifen wir frohen Mutes und frohlocken über Unbedeutsam-
keiten. Diesen kurzen Momenten folgt eine Ewigkeit an schmerzlicher Reue,
die ungehört bleiben wird. Tu, was du willst und denke, du hast es irgend-
wie hinbekommen, verschont zu bleiben; du irrst dich für alle Zeiten. Iss
dich noch einmal satt, mache es dir gemütlich, tue oder kaufe, was dir wich-
tig scheint, hab Spaß; all dies wird vollends vorbei und restlos bedeutungs-
los sein, damit du gereinigt werdest von deiner Schuld. Und niemand weiß,
wie lange die Bitternis dauern wird. Ein straffreies Leben gibt es nicht.
Oder betrinke dich; vielleicht kommst du danach nie wieder zurück,
kannst niemandem mehr etwas sagen, etwas zeigen, ihn umarmen, Ab-
schied nehmen – nie wieder. Tue es heute noch, für den Augenblick; er

144
kommt nie wieder und ist für die Hinterbliebenen eine kurze Erinnerung.
Ein rasch verblassendes Nichts im kosmischen werden.
Bald überschreitest du die Grenze, der Zug rollt an, und es gibt keine
Bremse, niemand hört dich mehr. Aber du siehst und hörst sie, wie sie um
dich kämpfen und weinen; und der Zug rollt unaufhaltsam weiter. Alles ist
verloren, alles, was du jemals besaßest, tatest, wolltest, sahst und hörtest. Es
war nur ein Spiel, eine Schule, und eigentlich musstest du nur lächeln und
leben, freundlich sein, wohlwollend, nachsichtig, geduldig. Der Rest gelänge
von selbst. Jedoch nicht mehr, wenn »ich will«. Diese Abwesenheit von Ver-
trauen, von Liebe, Freude, Leichtigkeit führt weg vom tragenden, spieleri-
schen Lebensfluss. Manches muss man neu beginnen, was man noch zu ler-
nen hatte. Also, mach dein Testament, regele deine Angelegenheiten, und
schaffe Ordnung, einmal. Das nächste Mal kannst du es besser machen. Viel-
leicht. Oder möchtest du es jetzt noch tun? Dann tue es!
Tue, was du willst, aber halte dich an die Gebote der Liebe. Beende jede Lüge
in deinem Leben und handle zum Wohlgefallen und zur Freude aller! Das
einzige was zählt, was von Wert bleibt, ist der Dienst am Nächsten in Liebe.
Für dich kannst du nichts behalten, außer für die kurze Zeit, in der du auf
Erden verweilst. Und wofür hattest du all das? Liebe ist das einzige, was
ewig dauert.
Es wird eine Zeit geben, in der kannst du nichts mehr gutmachen.
Keine Unfreundlichkeit, keine Gehässigkeit, keine Intrige kannst du mehr
korrigieren, und du wirst sie mitnehmen über den Tod hinaus, den du so
weit von dir wähnst. Du hast es nicht getan, das Freundliche, das Barmher-
zige, das Herzliche. Bist nur nachgelaufen deinen »Bedürfnissen«, deinen
Neigungen, deinen Trieben; ohne hehres Ziel, ohne höheren Sinn, stumpf,
dumpf, als ob das Leben ewig währte und du irgendwas für die Ewigkeit
festlegen oder bestimmten könntest. Jedoch nichts wirst du mitnehmen von
hier! Außer deinen Gefühlen und Erinnerungen.
Schlage dir weiterhin den Bauch voll, veranstalte Partys, sei »gut
drauf«, plane dein Studium nach Verdienstmöglichkeiten, und nutze jede
Reflexion als spiegelnde Bestätigung deiner glorreichen und unwiderstehli-
chen Erscheinung. Deine Überlegenheit macht andere Menschen glücklich.
Und deshalb ist dein Tun darauf ausgerichtet, andere Menschen glücklich
zu machen, mit dem, was sie selber nicht haben. Dies ist das, was dich an-
treibt.

145
Weißt du, wann die Welt untergeht? Weißt du, wie oft sie bereits un-
terging? Zu oft! Und sie wird wieder untergehen! Vielleicht bald, vielleicht
in 10 Jahren, vielleicht morgen? Hast du dann noch einmal ein freundliches
Wort gesprochen, warst nachsichtig, demütig, aufmerksam, freundlich? Die
Erde und ihre Zivilisationen sind in der Geschichte mehrfach zerstört wor-
den. War es der Zorn der Götter über unser schrecklich materialistisches,
gottloses Leben? Die Zustände sind weltweit extrem chaotisch geworden.
Jedes Chaos findet sein Ende in Ruhe – nach seiner Zerstörung. Und so müs-
sen wir uns auch nicht wundern, wenn uns die Apokalypse abermals heim-
sucht. Dies wird immer wieder passieren, bis die Menschen aufwachen und
Menschen werden nach dem Ebenbilde Gottes; menschlich.
Nichts von unserem Tun wird die Zeiten überdauern. Nur das, was
die Natur hervorbringt, ist beständig. Und so beginnt der Mensch stets von
vorne in seinem Menschwerden, bis er Demut und Respekt vor dem gottge-
gebenen Leben gelernt hat. Jedoch wie gottgegeben ist unser Leben wirk-
lich? Inwieweit sind wir die Krone der Schöpfung? Keine Naturgewalt
nimmt Rücksicht auf den Einzelnen oder auf die Masse. Brechen sie los, be-
graben sie alles und jeden unter sich. Wie hält es Gott dann mit seinen Eben-
bildern? Die Natur Gottes steht über dem Menschen! Der Mensch hat sich
seine Krone selber aufgesetzt. Die Natur wird sie ihm wieder herunterrei-
ßen. Kommen die Naturgewalten, spielt es absolut keine Rolle mehr, wer
von den Opfern gottesfürchtig war. Die Menschheit ist ein Organismus, ähn-
lich einem Ameisenhaufen. Kommt in diesem Organismus etwas aus der
Ordnung, gibt es Korrekturen seitens der Natur an diesem Organismus. Nir-
gendwo kann Chaos überdauern. Chaos tobt, bis das Chaos seine Energie
verbraucht hat. Dann kommt ordnende Ruhe.
Lebe jeden Tag, als wäre es der letzte. Und diesen Satz müssen wir
vervollständigen; lebe jeden Tag deinen Mitmenschen gegenüber so, als
wäre es der letzte. Wem hast du dein letztes Lächeln geschenkt, deine Hilfe
angeboten, warst geduldig, verständnisvoll oder gar fröhlich?
Wir leben, als würden wir unsere Belanglosigkeiten ewig tun kön-
nen. Mit wie viel Unnützem verplempern wir unsere kurze Lebenszeit. Der
verwirrende, sich in allem widersprechende, Informationsmüll tut sein Üb-
riges. Wir haben keine Kultur mehr. Selbst unsere Wissenschaft ist verkom-
men zu Handlangern der Geld-Wirtschaft.
Beten und bitten nützen nichts. Haben wir den freien Willen, alles zu

146
tun, zu haben und zu sein, was wir je möchten? Sind wir geschaffen nach
dem Ebenbilde Gottes, als Schöpfer unserer eigenen kleinen Welt? Oder Fris-
ten wir unser Dasein innerhalb einer festgelegten Rolle, in der wir zwar ge-
wisse (Entscheidungs-) Möglichkeiten haben, ein bisschen freien Willen
sozusagen, jedoch darüber hinaus nie etwas bewegen werden können? Lebe
dein Schicksal, aber möglichst gut, denn der Tag Abrechnung, der Rechen-
schaft, wird kommen. Und dann stehen wir vor dem Allerbarmer. Also seid
freundlich und barmherzig.

Wenn wir jedoch alle Freiheiten haben, wie verwirklichen wir unsere Vor-
stellungen dann? Durch Vorstellung und Wille? Immer unter der Prämisse
von Rechtschaffenheit? Handeln, um andere glücklich zu machen, um die
Welt und die Menschheit mitzugestalten in ihrem unaufhörlichen Wachs-
tum und Fortschritt?
Die Bibel ist ein literarischer Müllhaufen. Was an Wahrheit finden
wir dort wieder? Was an Weisheit, die wir im alltäglichen Leben erkennen,
erfahren können – die alltagstauglich ist und entsprechend die Welt geprägt
hat? Wo sind die leuchtenden Beispiele, die überragenden Menschenführer
unserer Gegenwart, die sich für das Wohl der Menschheit aufopfern? Wel-
che geistigen Gesetze aus der Schrift haben der Menschheit eine sichere
Richtschnur gegeben für ihre menschliche Entwicklung, mit nachweisbaren
Resultaten? Zur Freude und zum Wohle aller. Extremisten gab und gibt es
in allen Religionen. Und alle haben der unüberwindbaren Kraft ihres Gottes
nicht vertraut. - Sie »mussten« Krieg führen. Es war eben »ihr« Gott, aber
nicht GOTT, der in seiner Allmacht und Allweisheit alles nach Seinem Plan
zu richten vermag. Gottgewissheit führt zu festem Glauben, aber nicht zu
Streit und Krieg. Unerschütterliches Vertrauen führt zu Frieden und Tole-
ranz. Überlegenheit kommt aus der Ruhe. Gott sind die Lebenden lieber,
weil sie sich noch zu Ihm bekehren können. Hat man sie getötet, die »Un-
gläubigen«, ist es zu spät, und es war Mord an Gottes Geschöpfen.
Wer ist »unser« Gott? Allein dieser Besitzanspruch zeugt von einem
Mangel an Lebens- und Weltkenntnis. Entweder gibt es viele Götter oder
eben nur den einen, der alles hervorgebracht hat. »Auserwählte« würden
immer fehlgeleitet und wurden es stets von ihrem Wahn der Anmaßung.
Wer von »unserem« Gott spricht, offenbart doch die Annahme weiterer
Gottheiten.

147
Ein glückliches Leben ohne Gott ist nicht möglich. Wer dies nicht an-
nehmen will, wird es erkennen in der Ungewissheit am Abend seiner Tage.
Die gesamte Menschheit ist aufgeteilt in Konfessionen. Und der »Rest« hat
recht?

Herzgespräche

Gott-Vater-Gott-Mutter zeigte mir die große, weite, blühende Welt, breitete


die Arme aus und sprach zu mir: »du darfst alles haben! Vergiss das niemals,
auch wenn man dir als kleines Kind oder später etwas Anderes erzählt! Alles
darfst du haben, alles ist für dich da, im Überfluss, und mehr als genug für
jeden. Aber denke stets daran, für das, was du zu dir holst, auch die Verant-
wortung zu übernehmen, dich darum zu kümmern und es zu pflegen! Alles
möchte geliebt werden. Folge deinem Herzen; was du gerne haben möch-
test, wirst du unbedingt tun wollen, und was du tun willst, wie nichts An-
deres, wirst du wirklich sein wollen. Drum, finde zunächst heraus, was du
sein willst, und dann tue es, lebe es. Das Leben wird dich auf vielfältige und
wundersame Weise unterstützen. Alle Türen des Lebens stehen weit für
dich offen, hindurch zu schreiten, mit Freude, Neugier und Staunen. Diese
Welt lädt dich ein, dich zu bewegen, dich zu versuchen, dich zu feiern, dich
zu lieben, und all das mit anderen zu teilen.«

Und kann mir denn nichts passieren?

»Hab niemals Angst, fühle dich nie allein. Das Leben ist für dich da, denn es
hat dich ins Leben gerufen. Das Leben liebt dich, es will dich, es möchte von
dir gelebt werden mit Enthusiasmus und Liebe. Es gibt keine Fehler! Es gibt
nur Erfahrungen und Lernen, bis man es besser kann und zu neuen, wichti-
gen Einsichten gelangt, welche dich und andere weiterbringen. Du hast das
Glück, zu leben, und das Glück des Lebens wird dich immer wieder in Ge-
legenheiten bringen, das Beste aus dir zu machen beziehungsweise zu erhal-
ten. Deshalb versuche nicht, das Glück herauszufordern oder zu erzwingen.
Das wäre wie die Hand auszustrecken nach etwas, dass das Leben ohnehin
im Überfluss hat und dir irgendwann bringt, wenn die Zeit dafür gekommen
ist. Nimm nicht etwas aus Verlangen, sondern wenn es dir dargebracht wird
in Dankbarkeit. Davon und von allem, was du hast, gib, gib und teile gern.

148
Du kannst nichts verlieren, wenn du angstfrei und im Fluss bist. Handle
nach deinen Möglichkeiten und Begabungen. Folge immer deinem Herzen,
sprich mit ihm, und du wirst Antwort erhalten.«

Und also sprach ich mit meinem Herzen:

»Mein geliebtes Herz, was ist deine Sehnsucht? Was dein Sehnen ist, will ich
tun, mit aller Kraft, denn du bist mein Leben, meine Liebe, meine Weisheit,
der Grund meines Seins. Deiner Sehnsucht will ich folgen, denn sie ist mein
Weg, der Weg zu mir selbst, zu meinem Selbst, aus Gott geboren.«
Die Weisheit meines Herzens antwortete mir: »Mein ist nicht das Verlangen,
denn ich bin alles, was des Lebendigen ist; vollendete Schönheit, höchste
Liebe, tiefste Weisheit, wildeste Kraft, sanfteste Milde, beglückende Freiheit,
strahlende Dankbarkeit und jubilierende Freude. Beschwere dich nicht beim
Leben, weil es nicht mehr für dich hätte, als du meinst zu haben, sondern
frage dich stattdessen, was du für dich hast in diesem Leben, denn dies ist
der ausschlaggebende Impuls, das in dein Leben zu holen, wonach du dich
sehnst! Alles andere ist Abhängigkeit mit all ihren widrigen Folgen! Du hast
alle Kraft und Macht in dir, das zu verwirklichen, was jemals du sein, tun
und haben möchtest. Verlange niemals etwas von außen, denn damit gibst
du deine Macht ab an äußere Bedingungen, Gegebenheiten, Unwägbarkei-
ten, und handelst nicht mehr aus deiner schöpferischen Mitte heraus.«
»Deine Mitte ist dein Herz. Höre oft auf dein Herz, es ist intelligenter als
dein Kopf. Es steuert gar deinen Kopf, in höchster Weisheit, wenn du es zu-
lässt. Der Kopf wird immer aus Berechnung handeln; zerlegend, sezierend,
trennend und oft zerstörerisch, weil er nichts Anderes kann als rechnen, ana-
lysieren, urteilen, kritisieren. Das Herz jedoch wird immer ganzheitlich agie-
ren, in Harmonie mit der Umwelt, verbindend, ausgleichend, heilend, hei-
ter, dankbar. Der Verstand, den wir natürlich genauso benötigen, um uns im
Leben zurechtzufinden, muss vom Herzen geleitet werden; umgekehrt geht
es nicht! Weil das Herz über dem Verstand steht, der Verstand dem Herzen
untergeordnet ist. Das ist die Ordnung der Schöpfung, die wir nicht umord-
nen können, ohne Chaos zu verursachen. Und mal ehrlich betrachtet, wenn
wir uns so umschauen in unserer gebeutelten Welt; ist der Verstand wirklich
erfolgreicher als das Herz? Was geben wir alles hin für die kurze Freude, die
nichts Anderes ist, als eine schnelle Ersatzbefriedigung für das, was uns

149
wirklich fehlt an echten emotionalen und sozialen Werten und Freuden, die
unsere wahren Herzensangelegenheiten wären. Wir verraten alles für ein
bisschen mehr Geld, selbst unser Herz, das uns das Leben erhält, uns echte
Freude erleben lässt. Niemand, niemand kann und wird dich jemals mehr
lieben, als du dich selbst. Liebe dich mit der ganzen Kraft deines Daseins.
Dann musst du nicht warten auf das Erwartete, mit einer Erwartungshal-
tung, die dich enttäuscht zurücklässt, weil du umsonst gewartet hast. Du
kannst dir nur selber gerecht werden, dir selber entsprechen. Niemand kann
dir sagen, was zu tun ist; dein Herz weiß es immer. Drum horche nach innen,
oft, du brauchst als einziges diese Verbindung zu deinem Herzen. Dort ist
alles Wissen, dort liegt alle Kraft. Und deshalb – suche nicht mehr nach Be-
stätigung in den Augen anderer, habe es nicht nötig, für ein bisschen Aner-
kennung wohlgefällig zu sein. Finde Bestätigung bei dir selber, bei dem was
du tust, kannst und bist. Niemanden musst du fragen, ob ihm gefällt, was
du tust; du wirst geliebt, wie du bist und weil du bist, wie du bist. Das Leben
will unbedingt, dass du lebst, sonst wärst du nicht hier! Durch dich findet es
Ausdruck, in deinem Körper, in deinen Ideen und deinen guten Handlun-
gen dir und anderen gegenüber.
Liebe deinen Nächsten! Dieser Nächste ist deine Göttlichkeit in dir. Nichts
ist dir näher, als sie. Die Göttlichkeit in jedem vereint uns alle in dem Einen.
Umarme das Leben. Umarmen ist kein Festhalten, sondern freudiges An-
nehmen und Bejahen. Umarme dich, umarme die ganze Welt, umarme deine
Geliebten. Alles ist Eins. Vertraue deinem Herzen! Wenn du dich in einer
unschönen Situation befindest, in der du Widerstand aufgebaut hast, der
dich stresst, dann gibt die Führung wieder an dein Herz ab. Das Herz be-
wertet eine Situation ganz anders und du wirst dich wundern, wie sich eine
Situation zu deinem Wohle ändert, nur weil sich deine Einstellung, deine
Sichtweise zur gleichen Situation geändert hat. So etwas kann nur die Weis-
heit des Herzens, welche kein Rechthaben, kein Durchsetzen müssen, kein
Umsichschlagen kennt. Das Herz ist reine Liebe und wird niemals laut, wü-
tend, nachtragend, verzweifelt. Die Intelligenz des Herzens hat, auch im
Verbund mit noch höheren Intelligenzen, immer die richtige Lösung; leicht,
sanft, vollkommen.

Handle nach deinen Fähigkeiten, richte deine Möglichkeiten nach deinen


Begabungen aus!

150
Psychologie und Kommunikation

151
152
Die Erde ist eine Mattscheibe

»Die Erde ist eine Mattscheibe« Diesen Spruch las ich vor Jahren auf einer
witzigen Postkarte. Vor einigen Tagen hatte ich einen Dienstleister in meiner
Wohnung, der völlig fassungslos darüber war, dass ich keinen Fernseher
stehen hatte (seit 1992 nicht mehr). Ich beschäftige mich halt gerne, wobei
ich zugebe, dass ein Großteil meiner Tätigkeiten vor dem Computerbild-
schirm stattfinden. Einerseits, um Texte wie diesen schreiben und ins Inter-
net stellen zu können, zum anderen für meine Foto- und Musik-Bearbeitung.
Aber einen Fernseher?! Was soll ich damit?
Sehr viele Menschen verbringen einen wesentlichen Anteil ihrer Le-
benszeit vor Bildschirmen. Ob das normal ist, mag ich nicht zu beurteilen.
Allerdings denke ich, dass wir dadurch enorme Kapazitäten verschenken
und in dieser Zeit nicht wirklich leben – wir werden gelebt. Da ich stets ver-
sucht bin, mich in meinen Überlegungen an etwas zu orientieren, das ich als
»Normalität« bezeichnen möchte, werde ich auch hier wieder auf Vergleiche
mit der Natur zurückgreifen. Denn was »normal« ist, darüber lässt sich si-
cher trefflich streiten. Die Natur gibt uns jedoch genügend Anhaltspunkte
und Beispiele, um Entwicklungen zu erkennen und zu verstehen, die viel-
leicht unnatürlich sind. In diesem Zusammenhang sei mir die Festlegung
gestattet, »Unnatürliches« als anormal einzuordnen.
»Natürlich« mag es sein, dass wir einen Fernseher erfinden, dass wie
Entdeckungen machen, Möglichkeiten ausloten, machbares probieren, Ten-
denzen abwägen. Wobei letztere heute vorrangig von marktwirtschaftlichen
Interessen gesteuert sein dürften. In erster Linie, die Erfindung des Fernse-
hers betreffend, wird man sich für Möglichkeiten drahtloser Informations-
übertragungen interessiert haben. Und bald konnte Nachrichtenübermitt-
lung »live«, »aktuell« und durch Korrespondenten vor Ort aus erster Hand
stattfinden. Ein kräftiges Argument, Zeitgeschehen unmittelbar und räum-
lich unabhängig verbreiten und erleben zu können. Doch bereits hier stellt
sich die Frage, was der Einzelne, von seinem lokalem, eventuell noch über-
regionalem, Standpunkt oder Wohnort aus betrachtet, an Informationen
»benötigt«. Was ist noch sinnvoll von dem, was uns an Informationen errei-
chen soll? Man könnte diese Frage gar auf das äußerste reduzieren; was ist

153
informationstechnisch lebensnotwendig?
Was unser tägliches Leben betrifft, beziehen wir alle relevanten Informatio-
nen, die wir für die Interaktion mit unserem sozialen Umfeld, unserer Um-
welt benötigen, eben genau aus diesen; aus Umwelt und Umfeld, das, was
»um uns herum« geschieht. Von unseren Angehörigen, Mitmenschen, Kol-
legen, Freunden, aus sozialen und naturgegebenen Geschehnissen und An-
lässen unserer Region, sowie deren gedankliche, emotionale und praktische
Verarbeitung und Bewältigung. Wir benötigen diese Informationen zum Le-
ben und Überleben. Hat es uns je echten Nutzen gebracht zu erfahren, dass
in »China ein Sack Reis umgefallen« ist? Gerade in heutigen Zeiten sozial-
kommunikativer Globalisierung, haben wir den Anspruch, oder unterliegen
anscheinend einem Gruppenzwang, »umfassend« informiert zu sein, damit
man mitreden kann. Welche weltweiten Ereignisse hatten je einen (entschei-
denden) unmittelbaren Einfluss auf unser lokal stattfindendes Leben? Die
Beantwortung dieser Frage »ist ein weites Feld«. Vermittelt wird uns heute
ein »Weltbild«, zumeist kein gutes, aber die Welt ist nicht so. Dort, wo ich
lebe, in meinem Ort, ist die Welt anders, das ist »meine Welt«, und diese ist
das Gegenteil von dem, was uns permanent an Hiobsbotschaften erreicht,
erreichen soll.
Muss der Eisbär im kalten Polar wissen, wie es dem kanadischen
Grizzlybären auf seiner Nahrungssuche geht? Welchen Nutzen hätte es für
ihn zu wissen, dass beim Kampf ums Weibchen einer von zwei russischen
Braunbären verendete? Er benötigt, um zu überleben, natürlich(e) Informa-
tionen, und zwar die aus seinem unmittelbaren Umfeld. Mittels dieser wird
er wissen, was zu tun ist. Wir werden pausenlos zugemüllt, abgelenkt, mit
Informationen, die völlig nutzlos sind. Was für ein unglaublicher Aufwand
wird für diesen Zweck betrieben!
In den 50er Jahren, als es in Deutschland nur wenige Hundert Fern-
sehgeräte gab, beschränkte sich die Sendezeit auf täglich ca. 2 Stunden. Sie
diente vordergründig der Information (nehme ich an, denn die privaten Sen-
der und »Unterhaltungsformate« gab es noch nicht), unabhängig von deren
Zweckmäßigkeit in Bezug auf oben Angeführtes. Heute jedoch sind das
Fernsehen wie auch die »Bildschirme« von Konsolen, Computern und gar
Smartphones zu mächtigen Faktoren der Unterhaltung, Manipulation und
Desinformation mutiert; wir werden von Bildschirmen gesteuert, und es ist
eine interessante Frage, was uns dazu treibt, was uns so an Bildschirmen

154
fasziniert, uns von der 3-dimensionalen auf die 2-dimensionale Ebene ban-
nen zu lassen.
Displays haben heute in Verbreitung und Gebrauch eine Größenord-
nung erreicht, welche sie zu großen Teilen als Ersatz für unsere Wirklich-
keitswahrnehmung werden lassen. Genau genommen sind sie ein Ersatz für
aktives, nach außen gerichtetes Leben. Ein übergroßer Teil unserer Freizeit,
unseres Lebens, findet vor Displays statt. Aufmerksamkeit und Wahrneh-
mung reduzieren sich drastisch auf »Flächen«, auf denen uns Geschehnisse,
Aktivitäten, Leben vorgegaukelt werden. Die Natur ist 3-dimensional, un-
sere Sinne wahrscheinlich multidimensional. Sie können Dinge wahrneh-
men und verarbeiten, die uns durch Denken verschlossen bleiben. Durch
übermäßigen Gebrauch von Displays gehen uns körperliches und geistiges
Wachstum und Entwicklung anschiebende Inhalte und Impulse verloren,
die uns von der Natur, unserer Umgebung im erweiterten Sinne, unaufhör-
lich »frei Haus« zur Interaktion angeboten werden, und die ersetzt werden
durch »virtuelle Welten«; unsere Sinne und Fähigkeiten verkommen, wer-
den ebenfalls virtuell.
Vor Jahren las ich einmal ein Buch, in welchem ich erfuhr, dass es
früher Zigeuner gab (man verzeihe mir diesen alten Sprachgebrauch), die
sich hartnäckig weigerten Lesen zu lernen, weil sie die Erfahrung machten,
dass dadurch ihre gesunden, natürlichen Instinkte nachhaltig geschwächt
wurden; sie gingen ihnen unwiederbringlich verloren. Diejenigen, welche
Lesen gelernt hatten, waren deshalb aus ihrer Sicht nicht gebildeter, mitun-
ter allenfalls nützlicher. Von ihrem Standpunkt aus hatten sie völlig recht,
denn sie waren (und sind wohl noch) »Naturmenschen« in dem Sinne, dass
sie die Natur noch kannten, erfuhren, lebten, mit ihr lebten, sich als Teil die-
ser verstanden. Für uns »Zivilisten« gibt es nur noch »Nutzflächen«, zumeist
für Unternehmer und Spekulanten. Wie gehen diese Menschen heute mit
den digitalen Welten um?
Tragischer Weise führt das übertriebene Nutzen von Computern ge-
rade bei Kindern zu Leseschwächen. Auf einer Buchseite gibt es nur Buch-
staben, auf die man sich fokussieren muss. Auf einem Display jedoch genug
Anderes, um den Blick schweifen lassen zu können. Und so verlernen Kin-
der zu Lesen, Inhalte zu erfassen, in Zusammenhang zu setzen und zu ver-
arbeiten, wo doch gerade das Lesen, die Schrift, zu den umwälzendsten zi-
vilisatorischen Errungenschaften und Notwendigkeiten gezählt wird. Das

155
Kind will lernen und nimmt alles begierig auf, was ihm angeboten wird, es
lernt durch Nachahmung. Es ist verheerend, wenn es aus Bequemlichkeit
stundenlang vor den Fernseher gesetzt wird. Denn es werden emotionale
Bindungen zu Figuren und Inhalten aufgebaut, die fiktiv, lebensfremd sind
und echte Beziehungen, zur Familie, Freunden etc., ersetzen können. Das
ständige Wahrnehmen von Gewalt und anderen gesunden und sozialen
Normen zuwiderlaufenden Verhaltensweisen, »trainiert« Kinder unbe-
wusst und setzen sich als Muster fest, die als normal verinnerlicht oder ir-
gendwann »angetriggert« werden. Das Gehirn speichert alles, das weiß
man, und deshalb kann dieser ganze Müll, der somit unentwegt in die Köpfe
fließt, nicht ohne Folgen bleiben. Fernsehen, so wie es sich heute gebärdet,
ist zerstörende Anti-Kultur.
Wenn wir sehen, dass Gewalt, Mord, auch in Kindersendungen völlig
normal, allstündlich ist, dann werden diese unsere Kinder mit diesem
Selbstverständnis auch durch die Welt schreiten. Fernsehen ist eine Ersatz-
befriedigung für mangelnde Inhalte, wie Sport, Spiel, Musizieren, Lesen,
Kultur in jeder Form, die zwar kurzfristig die Befriedigung ersetzen, aber
nicht die wahren Bedürfnisse dahinter. Eines dieser Bedürfnisse ist Gemein-
schaftlichkeit. Wie viele sitzen vor dem Fernseher oder Computer, anstatt
gemeinsamen Aktivitäten nachzugehen. Früher hieß das soziale Umfeld
DRAUßEN! 99

Auf den Displays, »da passiert was« und unser Gehirn lebt und entwickelt
sich von Eindrücken, von wachsenden Synapsen-Schaltungen, sammelt un-
entwegt Informationen, baut »Referenzen« für Verhaltens- und Glaubens-
muster auf. Displays sind eine bequeme Art, das überaus neugierige Gehirn
zu beschäftigen, weil es alles gerne aufsaugt wie ein Schwamm. Und wenn
nichts Anderes, als Bildschirminhalte, dann eben das. Wenn wir »fernseh-
gucken«, ist fast das gesamte Gehirn inaktiv, wir befinden uns in einem hyp-
notischen Zustand und sind entsprechend hoch suggestiv, und dies für teils
schauderhafte, geisttötende, niveaulose Inhalte. Wenn wir im Gegensatz
dazu, z. B., musizieren, sind alle Teile des Gehirns hoch aktiv. Dies hat man
auf Energiebildern zu den jeweiligen Situationen deutlich sehen können.
Diese Lebendigkeit überträgt sich dann auch auf andere Bereiche unseres

99 Gefunden bei Facebook

156
Handelns.
Wir können viele Dinge nicht haben und tun, die wir vielleicht möch-
ten. Wie viel von dem wird uns jedoch erst durch die Medien in den Kopf
gesetzt? Es werden Begehrlichkeiten geweckt, was zum einen sich die Wer-
bung zum Nutzen macht, zum anderen führen unerfüllte Begehrlichkeiten
zu weiterem Fernsehkonsum, damit wir uns diese »tollen Dinge« wenigs-
tens anschauen und auf diese Art leben können. Wenn wir mehr an Bewe-
gung interessiert wären, bräuchten wir all diese Dinge nicht, dann gäbe es
mehr als genug Möglichkeiten, dieses Interesse zu befriedigen, um darin
schließlich echte Befriedigung zu finden.
Gerade erinnere ich mich daran, dass wir im Jugendalter zu jeman-
dem, an dessen Fähigkeiten wir zweifelten (um es vorsichtig zu formulie-
ren), sagten »er oder sie hat eine Mattscheibe«. Früher hatte ich darüber gar
nicht nachgedacht, wusste eben nur, dass gemeint war er oder sie ist »be-
scheuert«. Heute würde ich in diesem Zusammenhang sagen, WEIL er oder
sie 'ne Mattscheibe haben.
Fernsehen kann, bei bewusster Wahl der Inhalte, durchaus bereichernder
Teil des Lebens sein, ist aber für viele das Leben selbst.

Deshalb, schalte mal wieder ab! Man kann auch anders abschalten!

157
158
Der Antagonist

Kennen wir nicht alle denjenigen in uns, der unbeherrscht wird, uns be-
herrscht, sobald wir glauben, die Kontrolle zu verlieren, glauben, aktiv
nichts tun zu können, als uns mit Widerstand durchsetzen zu müssen, um
nicht zu verlieren? Diese Angst, dieser einzige Gegenpol zur Liebe, zur Frei-
heit, zum Leben überhaupt, hat viele Gesichter. Es sind die Gesichter des
Angsthasen, Wutschnaubers, Beleidigten, Zweiflers, des Unentschlossenen,
der Heulsuse, des Ungeduldigen und Nervösen, des Verzagenden, des
Problemdenkers, des in Ungewissheit lebenden. Sie alle haben kein Ver-
trauen.
Der innere Widersacher, dieser wirkliche, echte Satan, dieser sitzt nicht
irgendwo in irgendeinem versteckten Winkel des Universums, um uns auf-
zulauern, sondern in uns drinnen. In jedem einzelnen von uns. Das ist der
Satan, der uns in Versuchung führt, den Jesus in der Wüste bezwang – näm-
lich sich selbst. Aber

Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. 100

(Und deshalb müsste es heißen »Du führst uns in der Versuchung …«, nämlich
heraus aus selbige!)

Jeder negative Gedanke, jeder Gedanke, der nicht auf positives Werden,
Wachstum, Schönheit, Vollkommenheit gerichtet ist, ist manipuliert vom
Antagonisten, diesem Wichtigtuer, der nichts geschehen lassen kann im Ver-
trauen, dass das Leben für sich selber sorgt, und zwar auf perfekte Weise!
Der Antagonist will herrschen, kontrollieren, recht haben. Erhält, er-
schafft sich selbst durch das permanente Erzeugen neuer Probleme. Er findet
immer und überall, an jedem etwas, das nicht in Ordnung scheint. Aber in
Wirklichkeit weiß er – nichts! Nur die Seele, das Herz wissen. Der Antago-
nist kann nur interpretieren, spekulieren, und wird dabei immer unsicher

100 Bibel: Jakobus 1, 13

159
bleiben. Das ist es, was die Welt heute so unsicher macht, unsere innere Un-
sicherheit.
In jedem Bereich des Menschseins behauptet sich der Antagonist, der
Denker, der immer weiter nach Lösungen sucht, um, sobald sie gefunden
scheinen, neue Fragen aufzuwerfen, die neue Probleme erzeugen, um wie-
derum nach neuen »Lösungen« zu suchen. Ein Kreislauf, eine Spirale, die
nach unten, ins Verderben führt. Jeder Bereich des Lebens, wird durchdrun-
gen vom Denken, alles wird immer weiter zerhackstückelt, spezialisierter,
verworrener, buchstäblich kaputt gedacht. Alles verliert sich immer mehr in
für den Einzelnen nicht mehr überschaubaren Bestandteilen, um sich vom
Einen zu lösen. Doch nur in diesem Einen finden wir Wahrheit, Vollständig-
keit, Frieden, Loslassen, und schließlich die Lösung aller Probleme. Die Me-
dizin zum Beispiel wird immer spezialisierter und produziert letztlich im-
mer mehr Krankheiten, Medikamente, Therapie- und Heilverfahren, An-
wendungen. Keine Lebensform im Universum benötigt diesen Umfang an
»Wissen«, außer dem Menschen, der die einfachen, universellen Wahrheiten
nicht mehr sieht.
Dieses Beispiel lässt sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens
anwenden. Diese im Einzelnen zu erläutern wäre müßig, jeder mag selber
darüber sinnieren. Pädagogik, Religion, Technik …, wobei mir beim Stich-
wort Technik sogar der Gedanke kommt, dass dieses immer weitere Vor-
dringen in die kleinsten, subtilsten Teilchen-Welten des Seins, das fortschrei-
tende Erkennen des Verursachenden, des Gestaltenden, des Geistes hinter
den Dingen, zum Einen Großen zurückführen mag. Die Quantenphysik hat
da weite Türen geöffnet. Alle großen Physiker der letzten 100 Jahre, gerade
die, die sich mit der Quantenphysik beschäftigten, erkannten das wahre
geistige Wirkprinzip hinter allem, ja erkannten dies gar als schlussendliche
Lösung, die Grundfragen des Lebens zu (er)klären. Der Geist als übergeord-
netes Prinzip allen Wirkens und Entstehens.
Aber zurück zum Antagonisten. Stelle dir vor, dir begegnet auf der
Straße ein Fremder, der dich beschimpft, beleidigt. Du hast nun endlose
Möglichkeiten zu reagieren und jeder wird es auf seine Weise tun. Und des-
halb – was hat diese deine Reaktion mit dem anderen zu tun?! Jeder reagiert
anders und deshalb hat diese Situation und die Art und Weise, wie ich rea-
giere ausschließlich etwas mit mir selber zu tun. Der andere, der mich belei-
digt, wenn ich es denn zulasse, ist in diesem Moment nur ein Spiegelbild

160
meines Selbst. Ich kann dem frechen Typen eine herunterhauen, ihn be-
schimpfen, ihn auslachen, ihn bedauern, ich kann weinen, aggressiv wer-
den, Mitgefühl empfinden, ihn in ein Gespräch verwickeln, ihm eventuell
Hilfe anbieten; all dies hat nur mit mir selber zu tun. In diesem Moment er-
kennen wir den Antagonisten. Er ist nur so stark, wie wir es zulassen. Be-
zwingen wir ihn oder lassen wir uns bezwingen, beherrschen von inneren
Ausbrüchen. Diese Wahl haben wir in jedem Augenblick unseres Daseins,
gewinnen oder verlieren. Vor allem aber uns selber erkennen. Die ganze
Welt ist ein Spiegel unseres Inneren.
Das Leben ist in seinem Ursprung Freude, Schönheit, Wachstum,
Frieden – Liebe. Beobachte die Natur! Alles andere, Furcht, Wut, Zweifel,
Sorgen, Gehässigkeit, Herabsetzung, Mangelgefühl sind Facetten der Angst.
Angst oder Liebe, das ist der Grundton, unser Grundgefühl für oder gegen
das Leben. Es gibt im ganzen Universum nichts, aber auch rein gar nichts,
dem die Funktion des Angstmachens eingegeben wurde. Die Sonne spendet
Licht und Wärme, das Wasser Leben, Feuchtigkeit und Frische, Wind und
Luft Bewegung und Atem, die Erde Festigkeit und Verbundenheit. Aber was
gibt es in der Welt, das von seiner Beschaffenheit, seinem Zweck her Angst
einflößen soll? Was im Universum hat die Funktion von Angsterzeugung?
Angst ist der direkte Widerspruch zum Leben. Das Leben ist prinzipiell auf
Wachstum ausgelegt. Alles, was das Leben hervorgebracht hat und hervor-
bringt, hat den göttlichen, natürlichen Impuls zu wachsen. Angst ist stets
eine Projektion. Angst ist etwas, dass wir auf Dinge, Situationen richten; nie-
mals umgekehrt. Dieser Impuls zu wachsen ist das, was uns stets gleichzei-
tig beschützt. Das Leben schützt und beschützt durch den implizierten, in-
neren Drang nach Wachstum. Wir zerstören uns selber durch Angst, nichts
und niemand sonst. Angst machen ist in der Welt zu einem Geschäft gewor-
den. Angst wird geschürt, um »Sicherheiten«, Medikamente, »Lösungen«,
»Hilfe« verkaufen, durchsetzen zu können. Angst macht abhängig, Abhän-
gigkeit ist Angst.
Beobachte dich selbst, deine inneren Regungen, erkenne dich selbst. Deine
wahre Natur ist Freiheit, Macht über dein eigenes Leben, Freude, spieleri-
sches Wirken, Enthusiasmus und Kreativität. Jede Ausrede ist Angst, die
sich so verselbständigt hat, dass sie in weiten Bereichen Grundlage des Le-
bens geworden ist, so selbstverständlich und subtil, dass wir sie oft nicht
mehr wahrnehmen. Man kann Angst erklären, aber es gibt keinen Grund für

161
Angst, und solange wir einen haben, sind wir nicht frei. Die größten Hinder-
nisse zur Angstfreiheit sind Bequemlichkeit und Gewohnheit. Und diese
führen immer zur Abhängigkeit.
Den Antagonisten haben wir im Laufe der Zivilisation in uns hoch-
gezüchtet. Religiöse Dogmen haben das ihre dazu beigetragen. Eines der
größten Verbrechen an der Menschheit wurde begangen durch das Implan-
tat der Schuld in die Köpfe und Herzen der Menschen. Gott, der All-Lie-
bende Schöpfer, hat den Menschen nicht als Schuldigen erschaffen, als »Erb-
sünder«, das ist absurd, dies hat uns die Kirche eingeredet. Sondern als
freien Menschen mit der Aufgabe, Ihn in sich selbst zu erkennen. »Denn
siehe, das Reich Gottes ist inwendig in euch!« Niemand ist ein Sünder, jeder hat
das Recht zu lernen, zu wachsen, zu erkennen. »Kein Heiliger ist ohne Vergan-
genheit, kein Sünder ohne Zukunft.«
So vollkommen, wie Gott ist, hat er den Menschen erschaffen, und in
unserer grenzenlosen Freiheit sind wir vom Weg abgekommen und haben –
Angst. Wir müssen und können nicht alles in der Welt erklären; die Devise
heißt Leben, Leben in Besinnung auf unser wahres Erbe. Schöpfer unseres
Lebens sein mit dem Einen, in Schönheit, Wahrheit, Freiheit, Reichtum,
Freude.
Das Leben fließt und ordnet sich auf vollkommene Weise selbst,
Angst blockiert diesen Fluss. Angst blockiert den Lebensfluss, den Geld-
fluss, schöpferische Energien. Und deshalb darben die meisten unzufrieden
vor sich hin, fühlen sich ohnmächtig, ausgeliefert. Die Wahrheit macht frei
und die Wahrheit ist Freiheit in allem. Die Mächtigen sind mächtig, weil du
Angst hast. Und deshalb schüren sie weiter Angst, jeden Tag über Rundfunk
und Zeitungen. Verabschiede dich davon, es nützt dir nichts, zu wissen, dass
irgendwo wieder schlimmes passierte. Die Welt ist so, wie du sie siehst. Für
den einen ein Sommerfest, für den anderen ein Jammertal. Und was davon
ist die Wahrheit? Das, was du siehst, in deinem Focus hast. Die Wahrheit ist
das, was du für dich zur Wahrheit machst. Gott erlaubt dir, alles zu sein.
Schau dich nur um in der Welt. Es ist deine Entscheidung, deine ganz alleine.
Dennoch bist du nie alleine, das Universum ist immer auf deiner Seite. In
allem, was du tust und wünscht. Es ist immer nur eine Sache der Entschei-
dung, der Absicht, die du triffst, kundtust und lebst.
Du musst nicht 40 Tage lang in die Wüste gehen, um deinen Antagonis-
ten zu besiegen, du musst nicht fasten, um loszulassen (obgleich es durchaus

162
helfen kann), es reicht, eine Entscheidung zu treffen, immerzu, und dann bei
dir zu bleiben, im Vertrauen, das du stets die Allmacht des Himmels hinter
dir hast. Und wenn du nicht an Gott glauben magst, dann glaube und ver-
trete grundsätzlich das Gute, Lebensbejahende. Angst sagt nein, das Leben
sagt immer ja, immer, und wird dich deshalb immer unterstützen mit sei-
nem inhärenten Wachstumsdrang. Denn du bist nicht losgelöst vom Leben,
sondern eins mit ihm! Lebe frei!

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde. 101

101 Zitat: Hermann Hesse

163
164
Das Urteilen über andere

Jeder von uns erlebt es oft genug; in einer Auseinandersetzung mit dem an-
deren erfahren wir Beleidigungen, Vorwürfe, Unterstellungen, teils massiv
und meistens mit einer Emotionalität ausgetragen, die unsere Verletzungen
bzw. das Verhalten des anderen mitunter unverzeihlich erscheinen lassen.
Der andere scheint Fehler zu machen und allzu schnell sind wir dabei, dem
anderen Dummheit, Ungerechtigkeit, Unfähigkeit oder gar Böswilligkeit zu
unterstellen – wir urteilen. Warum jedoch agiert der andere derart? Das her-
auszufinden halte ich für einen wichtigen Punkt, wenn wir Frieden finden
wollen mit uns selber und dem anderen.
Unbewusster Antrieb jeglicher missklingenden Gedanken, Worte
und Taten sind Ängste, die sich aus unerfüllten Bedürfnissen heraus entwi-
ckeln und äußern. Diese Erkenntnis soll uns nicht dazu bringen, schwere
Angriffe gegen unsere Persönlichkeit, gegen Recht und Würde wider-
spruchslos hinzunehmen. Dennoch müssen wir uns zunächst wirklich sehr
deutlich machen, das, wenn der andere sich »gehen lässt«, sich völlig »da-
neben benimmt«, gar kriminell wird, es ihm in Wirklichkeit schlecht geht, er
in eigenen Konflikten feststeckt.

Jeder Mensch, der Handlungen verübt, die wir nach vorherrschenden ethischen
und moralischen Maßstäben verurteilen und bestrafen, bzw. mit denen wir uns
angegriffen und verletzt fühlen, ist unglücklich!

Unser Wertesystem in den verschiedensten Ebenen des Gesellschaftslebens


hat nicht grundlos den Ansatz bzw. Leitspruch »helfen statt strafen« aufge-
griffen. Es bleibt eine Herausforderung für jeden von uns, auch wenn psy-
chologisch geschult, dem anderen, dem »Querulanten«, in einer Konfliktsi-
tuation Empathie, Zuwendung und Hilfe angedeihen zu lassen. Warum?
Weil wir damit die Situation nachhaltig deeskalieren. Vor allem helfen wir
uns damit am meisten, weil wir emotionalen Stress und damit verbundene
innere Widerstände abbauen, die so viel Kraft kosten und selbstzerstörerisch
wirken können. Wir schonen unsere Kräfte, lassen los, werden wieder eins
mit uns, haben eine schlaflose Nacht weniger und können vergeben.

165
Wir sind nicht für den anderen verantwortlich, wenn dieser nicht ler-
nen will oder kann. Jedoch einer Sache bin ich mir absolut sicher; wenn un-
sere Zeit irgendwann gekommen ist, werden wir sicher manches bereuen,
das wir nicht taten. Am meisten werden wir jedoch bedauern, dass wir an-
dere verurteilt haben! Wir sind nicht offen, mit einem Lächeln, auf ihn zuge-
gangen, haben ihn in die Arme genommen, ihn geliebt, sondern ihn in seiner
Not verstoßen. Wir werden Chancen vertan haben, brachten kein Licht,
keine Freude in diese Welt. Dies wird uns am meisten schmerzen. Wenn wir
einmal mutig solches Vorgehen zulassen, dieses Verständnis für den ande-
ren aufbringen, was wohl wahre Reife und Größe auszeichnen mag, werden
wir innerlich etwas sehr Großartiges wahrnehmen. Denn allein diese Ein-
stellung führt zu einer heilsamen Empathie, welche uns die Bedürfnisse des
anderen hinter seinen Worten und Taten erkennbar werden lassen. Wir wis-
sen nun, dass der andere nicht »böse« ist, sondern verzweifelt. Dies ist der
erste Schritt in eine nun wieder möglich gewordene Kommunikation mit Er-
kennen, Klärung, Verzeihen, Loslassen. Es fällt deutlich spürbar etwas von
uns ab an innerem Druck und wir werden wieder offen für den anderen. -
Eine gute Voraussetzung um zu Segnen anstatt zu Kritisieren.

166
GfK – Kritik zur Gewaltfreien Kommunikation

Gedanken zum Konzept

Die sogenannte GfK (»Gewaltfreie Kommunikation« nach Marshall B. Ro-


senberg) ist ein Konzept, welches in manchen Aspekten durchaus eine hilf-
reiche Erweiterung des Themas Kommunikation im Allgemeinen bzw. Kon-
fliktbewältigung im Speziellen sein kann. Der Aspekt des Erspürens der
wahren Bedürfnisse desjenigen, welcher, aus GfK-Sicht, falsch handelt, so-
genannte »Wolfssätze« spricht, kann in Konfliktsituationen zumindest ein
Teil-Werkzeug für Schlichtungs-Versuche sein. Konzepte im Allgemeinen
sind von der Konstruktion her naturgemäß jedoch spezialisiert, wodurch ein
Einsatz immer beschränkt, mitunter gar widernatürlich, ist. Denn sie können
alle Aspekte einer Sache nie vollständig erfassen und somit nie ganzheitlich
wirken.
GfK beschränkt sich in ihrem Konzept weitestgehend auf die (Um-)
Formulierung von Sätzen, die den Gegenüberstehenden nicht mit Vorwür-
fen, Beleidigungen, Unterstellungen etc. konfrontieren sollen, um so eine
harmonische Klärung der Situation zu ermöglichen. Bei dieser Vorgehens-
weise werden jedoch essenzielle Aspekte der Kommunikation völlig außer
Acht gelassen. Denn Kommunikation besteht bei weitem nicht nur aus
wohlüberlegten Formulierungen; selbst in diesen liegen noch Tücken, wie
wir gleich sehen werden. Schon deshalb kann eine Konflikt-Lösung sich
nicht lediglich auf variable Wortwahl beschränken.
Kommunikation ist hochkomplex, weshalb bis heute etliche Fach- u.
Berufsbereiche entstanden sind, die sich mit ihr auseinandersetzen. Unter
einem allgemeinverständlichen Dach bekommt man dieses Thema nur wie-
der, in dem man zur Natürlichkeit und Ganzheitlichkeit zurückkehrt.

Der Ton macht die Musik

»Bring den Müll raus!« Wie wirkt dieser Satz auf Sie? GfK-gemäß ist dies ein
»Wolfssatz«, der Spannungen schürt, Unfreundlichkeit suggerieren soll,
Harmonisierung verhindert. Liebe Leserin, lieber Leser, machen Sie nun

167
bitte einmal folgenden Versuch: stellen Sie sich einmal gedanklich vor, wie
Sie ihrem Liebsten auf CHARMANTESTE Art und Weise in genau dem glei-
chen Wortlaut bitten, den Müll hinauszubringen, eventuell auch mit Einsatz
eines bestimmten Gesichtsausdruckes, z. B. Lächeln, einer bestimmten Geste
oder einer körperlichen Berührung. Es ist möglich, diesen klassischen »Wolfs-
satz« vollkommen zu entschärfen, durch Mittel, die in der GfK völlig außer
Acht gelassen und so auch nicht kommuniziert und praktiziert werden.
Andererseits kann man einen typischen »Giraffensatz«, z. B. »Wärst du so
lieb, mir das Handtuch zu reichen«, durch die Änderung von Tonfall und
Mimik zu einer unfreundlichen Aufforderung werden lassen. Noch subtiler
wird es, wenn im haargenau gleichen Satz nur einzelne Wörter oder Silben
in der Betonung prägnant geändert werden, und somit eine völlig andere
Intention und Emotion sichtbar wird.
Von einer anderen (GfK-) Seite aus betrachtet, birgt es zudem Poten-
zial für Unaufrichtigkeiten und Manipulationen, weil wir einen Satz ledig-
lich umstellen, um eine Wirkung zu erzielen, was schwer durchschaubar
wird, wenn Mimik und Gestik gezielt mit einbezogen werden. Ein weiterer
Kritikpunkt ist, dass GfK dahingehend missbraucht werden kann, dass man
diese Methode benutzt, um sich auf unzulässige Weise durchsetzen zu wol-
len. Man fängt zum Beispiel an auf Basis von GfK-Regeln zu begründen, wa-
rum man im recht ist, oder betreibt ähnliche Manipulationen, um z. B. das
»Appell-Ohr« des anderen zu aktivieren.
Die einleitende GfK-Floskel »mir ist wichtig« zum Beispiel ist in letz-
ter Konsequenz nur ein Erpressungsmittel. Denn was »mir wichtig« ist, und
ich entsprechend kommuniziere, ist anderen nicht zwangsläufig ebenso
wichtig. Wenn ich jedoch erwarte, dass der andere mir zu folgen hat, weil
mir dieses und jenes wichtig ist, dann ist dies zu einseitig, zu kompromisslos
und manipulativ.
Ich darf selbstverständlich erklären, warum ich etwas tue; eben, weil es mir
wichtig ist und weil ich das Verständnis des anderen haben möchte. Dies
kann jedoch nicht bindend für den anderen ausgelegt werden, denn dies
wäre ein erzwingen und oktroyieren wollen von beabsichtigten (egoisti-
schen) Resultaten.

168
Mimik und Gestik

Gerade beim Telefonieren spielt die Stimme als Ausdruck von Emotion und
Stimmung eine große Rolle, weil durch das Fehlen der Wahrnehmung von
Mimik und Gestik die mentale Stimmung des Gegenübers direkt spürbar
wird; anders als in der direkten, sichtbaren, Kommunikation. Die fehlende
Einbeziehung von Mimik und Gestik lassen daher den an sich guten Ansatz
von GfK zur reinen Theorie werden. Es gibt keine vollständige Kommuni-
kation ohne Körpersprache. Auch ein »ausdrucksloses« Gesicht drückt et-
was aus.
Gemeint ist hier nicht das Schauspielern, sondern die ehrliche Begegnung
und Auseinandersetzung, das Gewahrwerden der eigenen Wirkung auf den
anderen, z. B. das Zulassen eines auftauenden Lächelns, damit Körperspra-
che und Wortsprache übereinstimmen, und somit Bereitschaft sowie Mitei-
nander signalisieren. Und wie heilend, mehr als bedachte Worte, kann hier
eine (wortlose) Umarmung sein.

Aggressivität

Eine weitere Frage bleibt unbeantwortet. Zum Beispiel die nach dem Um-
gang mit Aggressivität, die gewollt und gezielt zum Ausdruck kommen soll.
Es wird Situationen geben, in denen uns GfK nichts nützen wird. Hier fehlt
die ganzheitliche Einsicht, dass jeder Mensch nicht nur die Verantwortung
und Ursache für seine Gefühle bei sich selber trägt, sondern dass man durch
vorherrschende innere Stimmungen in Situationen geraten kann, die eine
starke Affinität eben zu dieser Stimmung haben. Dann wundern und fragen
wir uns, wie das passieren konnte, warum ausgerechnet mir, welch unglück-
licher Zufall usw. Wir leben in einer Welt von Bedingungen und Beziehun-
gen, Kausalitäten, Gesetzmäßigkeiten, und deshalb kann es keine Zufälle ge-
ben, auch wenn wir die dahinterliegenden Gesetzmäßigkeiten nicht immer
erkennen und verstehen mögen. In dieser Einsicht allein liegt schon enormes
Potenzial, Gewaltfreiheit zu verhindern.

169
Der GfK-Kurs

Der Besuch eines Kurses mag durchaus geeignet sein für jemanden, der ak-
tuelle Probleme und Situationen zu bewältigen hat und verändern möchte.
Für diejenigen, die ohnehin in Lösungen denken, die aus ihrem inneren und
natürlichen Harmoniebedürfnis heraus immer eine Befriedung anstreben
und gelernt haben, dies auch umzusetzen, ist es mitunter unangenehm und
anstrengend, in den fortlaufenden Übungen immer wieder »Wolfssätze« zu
sprechen und Problemsituationen konstruieren zu müssen, damit diese an-
schließend besprochen und bearbeitet werden können.
Hier zeigt sich auch die Problematik; »Wolfssätze«, die im Training transfor-
miert werden sollen, ohne jeglichen Bezug zu einer aktuellen Situation; wer
konstruiert schon gerne Probleme? Wobei natürlich jeder Kursleiter anders
arbeiten mag. Es zeigt sich weiterhin, das GfK eher ein Mittel für die spätere
Analyse ist, als ein Mittel zur Kommunikationsverbesserung in der unmit-
telbaren Konfliktsituation. Der Mensch ist eben ein emotionales Wesen und
wird in emotionalen Zuständen, auch bei Kenntnis über GfK, zunächst na-
turgemäß sein Recht und die Notwendigkeit wahrnehmen, seine Emotion
freizulassen, z. B. sich zu ärgern. Ärger muss raus! Jeder Arzt und Psycho-
loge, weiß dies. Anschließend zu klären, zu verzeihen, zu lernen, nachzuge-
ben, sind wunderbare Erfahrungen. In diesen Erfahrungen wird man auch
die richtigen Worte und Formulierungen finden, mögen sie auch angemes-
sen sparsam sein. Achtsamkeit und Wahrnehmung sind universelle Mittel
und Zustände, die stets gelernt und erweitert werden müssen. Dafür gibt es
viele Wege: Yoga, Meditation, Atmen, Analyse, und vor allem Ehrlichkeit zu
sich selbst.

Fazit uns Kritik

GfK soll mir das Mittel an die Hand geben, achtsam mit Formulierungen
umzugehen, andererseits auf »Wolfssätze« meines Gegenübers »giraffisch«
reagieren zu können. In gegebenen Situationen mag dies Sinnvoll sein. Da
wir jedoch, mehr oder weniger je nach familiärer und beruflicher Situation,
den ganzen Tag über kommunizieren, stellt sich die Frage, inwieweit wir
mit dieser Methode noch spontan, ehrlich bleiben und kommunizieren kön-
nen, ohne jedes Wort auf die Waagschale werfen zu müssen. Fehler werden

170
wir immer machen, Selbsterkenntnis wird uns ein Leben lang begleiten. Von
daher ist die größte (und schönste) Herausforderung wohl das ständige Er-
kennen und Wachsen. Das Reifen gerade in Konfliktsituationen, das Verzei-
hen, das Entschuldigen können, das Eingestehen eigener Fehler.
Jeder hat das Recht, Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Fehler sind
ein notwendiger Bestandteil des Lernens und des Lebens überhaupt. Erst
danach erfolgt Wachstum und Entwicklung. Fehler machen wir alle, es
macht nur den Unterschied, wie wir mit ihnen umgehen.

Wer im sozialen Umfeld ernsthaften Konflikten längere Zeit ausgesetzt ist,


kann schnell krank werden. In solchen Fällen wäre es ratsamer, niedergelas-
sene Ärzte mit psychologischer Ausbildung aufzusuchen. Denn GfK-Kurse
sind für Private teuer und die therapeutischen Möglichkeiten sind durch,
auch durch die Gesetzgebung, stark eingeschränkt, um fachgebietsübergrei-
fende Anmaßungen und Verantwortungslosigkeiten vorzubeugen.
So manche meinen, anderen helfen zu müssen und dies zu können;
das »Helfersyndrom« findet man jedoch häufig gerade bei solchen Men-
schen, die in eigenen Situationen oft selber hilflos sind. Also besser gleich zu
einem Arzt des Vertrauens gehen. Oder zu jemand Neutralen, aus dem en-
geren Freundes-, Bekannten-, Kollegen- o. Familienkreis, mit dem man RE-
DEN kann. Das hilft oft schon ein entscheidendes Stück weiter.
Studierte Psychologen, die in ihrer therapeutischen Arbeit GfK-Elemente
mit einbeziehen, haben durchaus eine zusätzliche Variable zur Verfügung,
Konflikte aufzuarbeiten. Diese werden nicht scheitern, wie es sich in ande-
ren Konstellationen durchaus zeigen kann, nämlich zum Beispiel GfK nicht
anwenden zu wollen, weil die Festlegung und Mitteilung (!) getroffen wird,
es würde beim anderen sowieso nicht funktionieren, und dieser wäre daran
auch noch selber schuld. Wobei man sich dann allerdings die Frage nach der
Lebensfähigkeit von GfK stellen sollte. Oder – was würde Marshall B. Ro-
senberg dazu sagen?
In dem Blog-Beitrag »Spiral Dynamics – die Gewaltfreie Kommuni-
kation „von außen“ betrachtet« 102 von Markus Sikor habe ich ein paar sehr
schöne Abschnitte gefunden, welche die hier dargestellten Ansichten unter-
mauern sollen, und die ich deshalb gerne abschließend zitieren möchte, auch

102 nvc-trainer-akademie.com/2013/04/gewaltfreie-kommunikation-schattenseiten/

171
wenn der Beitrag von M. Sikor im Wesentlichen eine andere Thematik an-
spricht.

Es werden neue Gesprächsregeln eingeführt, wie die, dass man immer wieder-
holen muss, was der andere sagt, dass man immer empathisch sein muss, dass
es immer nur um „Verbindung“ geht – also eine Menge neue „Muss“. Dass
diese Regeln in realen Gesprächen dann sehr häufig zu Irritation, Widerstän-
den und sogar weiteren Konflikten führen, wird dabei in Kauf genommen, da
man ja „der bessere, gewaltfreie Mensch“ ist.

Die „technische GFK“ und das „Vier-Schritte-Reden“ sind typische Symptome


der „rationalen Gewaltfreien Kommunikation“. Dadurch entstehen die typi-
schen, gestelzt klingenden Dialoge, die man in vielen GFK-Büchern und auf
Youtube findet. Was auf dieser Ebene zu kurz kommt, also die Schattenseite,
ist das „echt Menschliche“ in der Kommunikation und im Leben. Die Unbere-
chenbarkeit, Spontanität, Irrationalität des Menschen. Jeder Versuch, diese zu
eliminieren, machen ein Gespräch kalt, technisch und unmenschlich. Gefühle
lassen sich nicht kontrollieren, sie entstehen unbewusst (das beweist paradox-
erweise gerade die rationale Wissenschaft in den letzten Jahren). Man kann ler-
nen, mit Gefühlen bewusster umzugehen (in beschränktem Ausmaß), aber man
niemals Gefühle bewusst kontrollieren.

172
Männer denken wie Schweine

»Männer denken wie Schweine, Männer denken immer nur an das eine.«
Sagt frau. Der Mann ja nicht über sich selber. Woher meint die Frau (die, die
meint, es wäre so, also nicht alle) zu wissen, der Mann würde immer nur an
»das eine« denken? Sagt er es (ihr) oder bringt er es auf andere Art und
Weise zum Ausdruck, die zwingend darauf schließen lässt, er würde immer
nur an das eine denken?

Naturgemäß kann der Mann schon mal gar nicht immer nur an das eine den-
ken. Weil er eben zu viel auch mit anderen Dingen beschäftigt ist, die ge-
dacht und getan werden müssen. Und deshalb würde ich meinen, dass er
viel mehr an das andere denkt, als an das eine.

Der Mann bekommt es aber sehr oft zu hören. Von Frauen. Und da diese es
aussprechen, sind sie es auch, die daran denken, an das eine. Nicht der Mann
denkt also immer nur an das eine, sondern die Frau, die es aber gerne dem
Mann unterstellen möchte. Entweder um ihn (in der Emanzipations-Bewe-
gung) zu unterdrücken oder um die Sache umzukehren, damit es so aus-
sieht, als wäre es der Mann, der ständig an das eine denkt, in Wirklichkeit
sie es aber ist. Wurde auf solche Weise aus dieser Männerfeindlichkeit eine
Frauenfeindlichkeit gedreht?

Selbstverständlich denkt frau auch an das eine, ohne hier behaupten zu wol-
len, sie würde nur daran denken, so wie manche Frau es über Männer denkt.
Sie denkt genauso an das eine, wie der Mann, weil auch sie, wie er, das eine
erleben möchte, so dann und wann. Wenngleich sie es auf gänzlich andere
Art erleben/empfinden mag; aber das Grundbedürfnis würde ich hier (ge-
setzeskonform) mal gleichstellen.

Genauso ist es (erfahrungsgemäß) eine Mär, der Mann würde es, penetranter
Weise, öfter wollen.
Es ist absurd zu denken, Mann wolle, sobald ihm eine Frau begegne, nur das
eine. Im Vordergrund steht für ihn, wie für alle, der sozial-gemeinschaftliche
Aspekt, psychische Nähe und/oder gemeinsame Interessen. Und das kann

173
durchaus AUCH das eine beinhalten.

Und im Übrigen; die negativen Attribute, die wir oft mit Tiernamen verse-
hen bzw. ergänzen (»blöde Kuh«, »dummes Schwein« …), sind eine Beleidi-
gung der Tiere, die nichts für die Dummheit des Menschen können.

Insgesamt bleibt festzustellen, dass beide, Frau und Mann (mitunter) an das
eine denken; jede(r) eben nach Bedarf mehr oder weniger, und es deshalb
zwischen Zweien Übereinstimmung gibt; oder nicht.

174
Pariser One-Night-Studio sucht Moddle!

Nach dem schon nicht mehr ganz ernst zu nehmendem letzten Beitrag über
die unanständigen Schweine schließe ich das Kapitel »Psychologie und
Kommunikation« wiederum gerne mit einer bissigen Satire auf die schnee-
weißen, zahnheilkundlich genormten Gebisse, die uns in den Boulevard-
Blättern so steril entgegenknabbern.

Deine Berufung ist Liebreiz? Dein Enthusiasmus gilt dem Schmachten? Du
weißt, wie man sich graziös entblättert? Du liebst die Leichtigkeit des bloßen
Da-Seins? Du hast weitaus mehr zu bieten, als wundervolle Augen? Näm-
lich gewisse ausdrucksstarke Gefälligkeiten? Du bewegst dich auf internati-
onalem Parkett absolutely fabulous mit crackjaw Französisch-Kenntnissen?
Dann gehörst du gewiss zum Cream-Team! Doch nach der Kür kommt die
Pflicht.

Du solltest mit einem lasziv-coolen Blick deine Lippen verführerisch schür-


zen können; Männer fahren darauf ab. Warum? Vielleicht werden da die
Lippen mit anderen verwechselt.

Eventuell ist ein natürliches, ehrliches und verbindendes Lächeln für dich
einfach noch zu anstrengend. Wenn du diese Nettigkeit trotz aller Willens-
anstrengung nicht hinbekommst, empfehle ich zunächst eine Schauspiel-
Schule oder einen dieser Keller zum Lachen … Weitere Voraussetzungen
sind eine superschlanke anmutige Taille mit erotischen Kurven hinführend
zu einem nackten Bauchnabel, der Lust atmet. Du zeigst gerne deine rasierte
… Achsel, erhobenen Armes, dessen zarte Hand, den eigenen Kopf selbstver-

liebt streichelnd, von frisch frisiertem langen Haar umschmeichelt wird; eine
erfrischende Wirkung so natürlich, wie bei einem geföhnten Pudel.

Deine Haut ist so babyglatt, samtig und geschmeidig, dass Mann denken
könnte, du kämst gerade aus einem honigduftenden NiveaU-Milch-Bad o-
der wärst gar – was für ein Affront! – geölt und bepudert. Schöne Frauen
SIND schön. Sie müssen nicht schön hergerichtet werden. Im Mittelalter hat

175
man sie »schön« hingerichtet, weil sie nicht nur schön rothaarig, sondern
auch klug waren. Letzteres ist bei uns obsolet; wir möchten NiemandInnen
überfordern. Also, einfach intuitiv dem folgen, was erwartet wird, und im-
mer schön lächeln; auch nach dem Cam-Shoot.

Falls es mal für ein Titelbild reichen sollte, mit diesem so gern verkauften,
breiten Lächeln: ut supra diximus – überanstrenge dich nicht! Und egal wie
maskenhaft verzerrt; Hauptsache, Mann sieht weiße Zähne – Snow-Like,
schnief … - am besten verführerisch beißend in den saftigen Apfel der Ver-
suchung. - Obst ist gesund, nimm es in den Mund!

176
Gesundheit und Heilung

177
178
Heilung durch Gedankenkraft – Können wir uns
gesund denken?

Über die Heilkraft der Gedanken ist schon vieles geschrieben worden, oft-
mals in Bezug zu esoterisch-mystischen Themen. Für diejenigen, denen
diese Betrachtungsweisen verbrämt und befremdlich erscheinen, wird an
dieser Stelle von einem nüchterneren Standpunkt aus geschrieben, mit dem
Versuch einer Brücke zum Metaphysischen.
Was vermögen unsere Gedanken in Bezug auf unseren eigenen Körper zu
bewirken?
Im menschlichen Körper gibt es sogenannte »Botenstoffe«, Neurotransmit-
ter und Neuropeptide, mittels denen jede Zelle imstande ist, mit anderen
Zellen zu kommunizieren. Diese Botenstoffe, das beweisen die Entdeckun-
gen der Molekularbiologie, werden nicht nur vom Gehirn, vom Hormon-
oder Immunsystem hergestellt, sondern auch von Magen, Darm, Nieren und
dem Herzen. Auf der Ebene dieser Botenstoffe und über elektrische Nerve-
nimpulse ist alles zu einem gigantischen Netzwerk zusammengeschlossen.
Psyche, Gehirn, Nerven, Hormon- und Immunsystem. Weiterhin zeigt sich,
dass Immunzellen auch Hormone produzieren, und selber Rezeptoren für
Hormone besitzen. Durch Rezeptoren können Hormone und Botenstoffe an
anderen Zellen »andocken«. Das Immunsystem ist also auch ein Teil des
Hormonsystems.
Jene Botenstoffe nun zeigen uns momentane körperliche und emoti-
onale Zustände an, wobei man beide Ebenen eigentlich gar nicht trennen
kann, da sie wechselseitig wirken, und veranlassen dann ganz bestimmte
Reaktionen wie z. B. die Produktion von Stresshormonen, Endorphinen
(körpereigene Schmerzmittel) oder sogenannten Killerzellen, unsere »Ge-
sundheitspolizei«, die Bakterien und Viren bekämpft. Somit erhalten wir,
unser Körper, die Möglichkeit, angemessen reagieren zu können, um unser
Leben zu schützen, aber auch um uns den Umständen gemäß mitteilen zu
können.
Die Psychoneuroimmunologie hat in zahlreichen Experimenten nachgewie-

179
sen, dass all das, was immer im Gehirn vor sich geht, auch vom Immunsys-
tem wahrgenommen wird, und umgekehrt. Beide, so wie auch die anderen
Organe, kommunizieren stets wechselseitig miteinander. Was aber im Ge-
hirn vor sich geht, respektive welche Botenstoffe von ihm ausgesandt wer-
den, hängt ebenso davon ab, was wir hören, sprechen, tun, fühlen und den-
ken. Fühlen und Denken! Das, was wir aber fühlen und denken, kann, wie
bei allen anderen Tätigkeiten auch, jeder selbst bestimmen. Wir vermögen,
durch hinreichende Vorstellungskraft, tatsächlich jedes Gefühl willentlich
bei uns selbst herbeizuführen (Stichwort Schauspieler). Denken wir nur an
unsere Erinnerungen, von denen die eindrucksvollsten mit Freude oder
Schmerz assoziiert werden. Wenn wir uns einmal 5 Minuten Zeit nehmen
und uns eine beliebige Erinnerung zurückrufen, dann werden wir entspre-
chend unserer Wahl ein freudiges oder anderes Gefühl hervorrufen.
Auch hier, zwischen physisch-psychischen Zuständen und unserem
Denken, gibt es Wechselbeziehungen. Jeder Botenstoff wirkt in zwei Rich-
tungen; auf der Körperebene beeinflusst er das Rotwerden, Nervosität,
Schweißausbrüche, Lachen und Weinen, und auf der psychischen das
Schamgefühl, das verletzt sein, Wut, Freude und Motivation. Botenstoffe
sind die Substanzen, die Leib und Seele verbinden. Wir haben also einen
Körper, der fühlt und denkt, und ein Gehirn, das den körperlichen Zustand
unmittelbar beeinflusst. Wie jedoch das Gehirn den Körper beeinflusst, be-
stimmen wir, wie wir gesehen haben, durch unser Denken und Fühlen in
Wechselwirkung mit Handlungen.
Jetzt wird mancher sich vielleicht fragen, wie es einem immateriellen
Gedanken gelingt, die »materiellen« Moleküle im Gehirn zu bewegen, bzw.
dieses zu veranlassen Botenstoffe auszusenden? Die Wissenschaft rätselt im-
mer noch darüber, wie das Gehirn unsere Gedanken und Gefühle in ein ganz
bestimmtes Muster von Neurotransmittern und Peptiden übersetzt, oder an-
ders ausgedrückt, wie ein geistiger Impuls über eine Reaktion im Gehirn zu
einem fühl- und sichtbaren Ergebnis wird. Das Problem dabei ist, dass sie
immer noch zwischen dem Geistigen und Stofflichen trennt. Das Stoffliche
baut sich aus Elektronen und anderen Bestandteilen des Atoms auf, welche
jedoch keine Materie an sich sind. Diese einzelnen Bestandteile des Atoms,
selbst der Atomkern, sind letztendlich nur Energieballungen, was heißt,
dass die Materie als solche gar nicht existiert, wir nehmen sie nur als solche
wahr. Sie ist eine Definition unserer Wahrnehmung und notwendig, damit

180
wir auf dieser Ebene der Wahrnehmung handeln und überleben können.
Materie ist Energie und unsere Gedanken sind es ebenfalls. Die Ener-
gie gerichteter Gedankenkraft, sprich Konzentration, auf innerhalb oder au-
ßerhalb des menschlichen Körpers existierende Dinge, lässt sich heute mess-
technisch nachweisen. Ein Gedanke ist, im günstigen Fall, gelenkte, zielge-
richtete Energie, ein Veränderungen bewirkender geistiger Impuls. Er ist die
Willensäußerung und die Kraft des Geistes, der alles formt, bewegt, verän-
dert, erschafft und zerstört – durch seine Absicht, denn Energie folgt der
Aufmerksamkeit. Von daher kann man leichthin nachvollziehen, wie diese
Energie (-Strudel) unserer Gedanken die Energiestrudel des »Stofflichen«
beeinflussen.
Dies ist die Aussage alter Kulturen seit Tausenden von Jahren, näm-
lich das der Körper, wie alles andere, eine Projektion unseres Bewusstseins,
unseres Geistes, ist. Die heutige Wissenschaft scheint in dieser Hinsicht Fort-
schritte zu machen. Unsere Physiker erkennen und geben immer offener zu,
dass das Universum und alles Leben ordnenden Prinzipien zugrunde liegt,
die geistigen Ursprungs sein müssen. Der Geist kam nicht erst mit dem Men-
schen und seinem Gehirn in die Welt. Die Physik kann bis heute nicht be-
weisen, dass ein Ding tatsächlich existiert. Materie ist nur eine Interpretation
unserer Wahrnehmung. Begeben wir uns auf die kleinste (?) Ebene der Teil-
chen und beobachten ein solches mit den entsprechenden Apparaten der
Wissenschaftler, dann sind wir buchstäblich nicht dazu in der Lage, dieses
Teilchen zu definieren – es zeigt sich als Teilchen oder als Welle, je nachdem,
worauf wir unsere Aufmerksamkeit und Beobachtung ausrichten, also das,
was wir beobachten wollen. Dies relativiert zusätzlich den Raumbegriff, so
wie wir ihn verstehen bzw. wahrnehmen. Diese Ebenen der Schöpfung wer-
den wir vielleicht nie erklären, nur erfahren können, da der Verstand, das
Denken, materiell ausgelegt ist.
Welchen praktischen Wert hat dies alles nun für den Heil Suchen-
den? Zum einen zeigt es uns die eigene Verantwortlichkeit für unsere eige-
nen Gedanken, zum anderen auch, welche Möglichkeiten damit verbunden
sind, etwas für unser Wohlbefinden und die Gesundheit zu tun. Hierbei
können wir mit Suggestionen arbeiten, wenn wir nicht dem Versuch unter-
liegen, etwas bekämpfen zu wollen. Krankheit hat immer etwas mit Über-
Spannung zu tun, mit Bedingungen und Forderungen die wir oder andere

181
an uns stellen. Auch Angst und Unentschlossenheit schwächen das Immun-
system. Es geht darum, das, was ist, zu akzeptieren und dann loszulassen,
zu entspannen, und sich dabei dem erwartungsfrohen Glauben hinzugeben,
dass positive Veränderung möglich ist, und geschehen wird. Dann können
die Lebenskräfte wieder frei fließen und werden alles Belastende hinweg-
spülen. Freude und Dankbarkeit führen zur stärksten Stimulation unseres
Immunsystems!
Welch heilende Kraft eine positive Erwartung, die Hoffnung auf Hei-
lung und der Glaube an die Wirksamkeit einer Behandlung bzw. Medizin
oder an die Fähigkeit des Heilers haben können, weiß man aus medizini-
schen Erkenntnissen (Placebo, Suggestion, Hypnose) schon sehr lange. Lei-
der hat die Medizin, bei allen Fortschritten, es bevorzugt, die Menschen von
teuren Apparaten und Pillen abhängig zu machen, anstatt sie dahin zu schu-
len, wie sie durch lebensbejahendes Denken frei werden können von Plagen
und Krankheiten. In China galt jener Arzt als der fähigste, der es verstand,
Gesundheit zu erhalten, und nicht Krankheiten zu bekämpfen!
Die Neuroimmunologie hat bei Krankheiten erfolgreich das Visuali-
sieren eingesetzt. Dabei gestaltet man im entspannten Zustand innere, posi-
tive Bilder, die keineswegs plastisch erscheinen müssen. Es reicht, wenn
man sich eine gefühlsmäßige Vorstellung machen kann, die Qualität der Vi-
sualisierung ist nicht vorrangig, sondern die dahinterstehende Absicht. Die
körperchemischen Abläufe sind die gleichen, wie bereits oben beschrieben,
die Vorgänge der »Manipulation durch den Geist« funktionieren bis zur zel-
lulär-genetischen Ebene. Wir beeinflussen durch unser Denken auch unsere
Gene, die ebenfalls über Selbstheilungsmechanismen verfügen.
Übrigens hat man durch Untersuchungen an Schauspielern, festge-
stellt, dass es völlig unerheblich ist, ob wir einen Gemütszustand tatsächlich
erleben, nur spielen oder uns sogar nur vorstellen. Zum Beispiel Erinnerun-
gen an frühere schöne Erlebnisse. Es ergibt in allen Fällen dieselben Blut-
werte und eine erhöhte oder entsprechend verringerte Immunaktivität. Das
bezieht sich auch auf unser Lachen. Im Gehirn laufen die gleichen Vorgänge
ab, wenn wir aus Freude lachen, oder »nur so tun«, als ob wir lachen. Viel-
leicht bewirkt dies bei dir ja, falls deine Begeisterung mal nicht so groß ist,
dass aus deinem »körperlichen« gekünstelten Lachen ein inneres, heiteres
Lachen wird. Lachen führt zur Ausschüttung von Glücks- und Wachstums-

182
hormonen und kann, wenn es etwas länger andauert, sogar ein halbstündi-
ges Entspannungstraining ersetzen.

Also – lach mal wieder!

183
184
Suggestion und genetischer Code

Was haben Suggestion und genetischer Code gemeinsam? - Die Sprache!


Der damals weltberühmte Psychotherapeut Émile Coué aus Nancy
(Frankreich) erforschte und entwickelte die seinerzeit schon vorhandenen
ersten Ansätze der »Selbstbemeisterung durch Autosuggestion« weiter, und
integrierte sie mit Riesenerfolg in seine tägliche Praxis. Die Wirksamkeit sei-
ner Erkenntnisse und Methoden demonstrierte er z. T. erfolgreich öffentlich.
Coué entdeckte und formulierte grundlegende, wesentliche psychologische
Gesetze, die sich in der Praxis immer wieder und unfehlbar bewahrheiteten:
das

»Gesetz der das Gegenteil bewirkenden Anstrengung.«

 Je mehr man sich anstrengt, etwas zu erreichen, umso sicherer er-


reicht man gerade das Gegenteil.
 Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns, sondern die Vor-
stellungskraft.
 Im Widerstreit zwischen Wille und Vorstellungskraft siegt letztere
ausnahmslos.
 Im Konflikt zwischen Wille und Vorstellungskraft beträgt die Vor-
stellungskraft so viel wie das Quadrat der Willenskraft.
 Sind Wille und Vorstellungskraft gleichgerichtet, so addieren sie sich
nicht, vielmehr ist die Endkraft das Ergebnis einer Multiplikation
beider Energien.
 Jeder Gedanke hat das Bestreben sich zu verwirklichen.
 Die Vorstellungskraft ist lenkbar.

Und ergänzend:

Wenn man sich nämlich anstrengt, dann verwirklicht man das Leben nicht,

185
sondern man verwirkt es. 103

Es ist also immens wichtig, das Denken, den Willen und die Vorstellungs-
kraft zu bündeln und auf ein Ziel zu lenken! Den Wahrheitsgehalt obiger
Aussagen kann jeder an seinen eigenen vergangenen Erfahrungen bemes-
sen. Aber erst die von Coué gründlich erarbeitete Systematik dieses Themas
zeigt uns den gewaltigen Nutzen ihrer Anwendung. Und sie hat weitrei-
chende Folgen, wenn wir folgende Aussage Coué's mit einbeziehen:

Wenn ich Sie in dem Irrtum verharren lasse, dass ich es bin, der sie gesund-
macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit.

Was für ein verantwortungsvoller Gedanke!

Coué brauchte keine Trance, um Erfolge zu erzielen; er wusste aus Erfah-


rung, dass es ausreicht, dem Unterbewusstsein entscheidende Impulse zu
geben. Wichtig war es dabei, das Bewusstsein – welches argumentierend,
fragend und zweifelnd immer recht haben will – als »Wächter« des Unbe-
wussten auszuschalten, um die Suggestion schnellstens wirksam werden zu
lassen. Dabei verwendete er folgende Technik; hatte ein Klient z. B. Kopf-
schmerzen, dann musste dieser die Augen schließen und im schnellstmögli-
chen Tempo sagen: Die Kopfschmerzen gehen weg, weg, weg, weg, weg…. Dies
minutenlang, sodass dem Geist gar nicht erst die Möglichkeit gegeben
wurde, über den Inhalt dieser Aussage – oder sagen wir besser Befehl – Be-
trachtungen anzustellen, ihn zu hinterfragen oder anzuzweifeln. Auf diese
Art erreichte die »Formel« unzensiert das Unbewusste und entfaltete ihre
Wirkung. Diesen Vorgang erleben wir ähnlich – allerdings meistens unbe-
wusst – tagtäglich. Wie viele von uns suggerieren sich selber fast täglich
schimpfenderweise negatives.
Eine weitere Methode wäre die visuelle Zielvorstellung des gewünsch-
ten (Gesundheits-) Zustandes mit geschlossenen Augen beim entspannten
Sitzen oder Liegen mit Zuhilfenahme entsprechender positiver, lebensbeja-
hender und »schwerpunktmäßiger« Suggestionen. Denn durch Imagination
erreichen wir nachweislich Gehirnbereiche (Bewusstseinsebenen), welche

103 Franz-Josef Neffe

186
sich normalerweise einer willentlichen Beeinflussung entziehen. Erwähnt
sei hier auch die von Coué entwickelte Universalformel:

Es geht mir jeden Tag in jeder Hinsicht immer besser und besser.

Diese zeigt bei gewohnheitsmäßiger und motivierter Anwendung überra-


schende Ergebnisse, wenn die innere Vorstellung nicht entgegengerichtet
ist. Um das unbestimmte »Es« zu vermeiden, lässt sich auch die Formel »alles
wird jeden Tag besser« oder »alles entwickelt sich zu meinem Besten« verwenden.
Man mag sich kaum vorzustellen, dass auf diese Art und Weise Krankheiten
wie Rheuma, Gicht, Grüner Star, Schmerzen jeglicher Art, Lähmungen,
Schwerhörigkeit, Stottern, Warzen, Allergien und vieles mehr, auch bisher
erfolglos therapierte und sogenannte unheilbare Krankheiten, beseitigt oder
zumindest erst einmal gelindert wurden.
Bisher ging man davon aus, dass die Wirksamkeit für derartige Er-
folge lediglich in der gekonnten Einflussnahme auf das Unbewusste zu su-
chen seien. Aber es gibt neue Erkenntnisse. Auf der Suche nach dem Schlüs-
sel für den genetischen Code des Menschen, ließen russische Wissenschaft-
ler nicht die Möglichkeit außer Acht, die Syntax der DNS auch von Linguis-
ten untersuchen zu lassen. Und diese wurden fündig. Sie stellten nämlich
fest, dass die Syntax für den menschlichen genetischen Code genau die glei-
che ist, wie für die menschliche Sprache. Das heißt, unsere Sprache ist ge-
nauso aufgebaut wie die Basenpaare unserer DNS. Die Entwicklung unserer
Sprachen auf der ganzen Welt ist also sicher auf die DNS zurückzuführen.
Man forschte weiter und fand in Experimenten heraus, dass unsere
Gene tatsächlich unsere Sprache verstehen und sich durch diese beeinflus-
sen lassen! Das heißt aber nichts anderes, als dass wir mit ihnen kommuni-
zieren können! Das mag als Teilerklärung für erfolgreiche Suggestivbehand-
lungen und Wunderheilungen dienen und wird uns für die Zukunft sicher-
lich weitere phantastische Möglichkeiten offenbaren. Denn die Russen
bauen bereits Geräte, mit welchen sich durch sprachmodulierte Licht- (La-
ser) und Radiowellenübertragung genetische Defekte beseitigen lassen; in
Experimenten bereits erprobt. Man vergleiche dazu die bisher unter riesi-
gem Aufwand stattfindenden vergeblichen und teils grotesken Versuche,
durch mechanische Eingriffe in die DNS ähnliche Ergebnisse zu erzielen. Für
diese Art der Kommunikation, die weit über unsere bisherige Vorstellung

187
von Räumlichkeit hinausgeht, und Informationsspeicherung der DNS sind
nebenbei bemerkt genau die 90 % unserer DNS zuständig, die westliche For-
scher bisher als »Datenmüll« bezeichneten und deshalb aus ihren Forschun-
gen ausschlossen. Möglicherweise gibt es hier einen Zusammenhang zu den
ungenutzten Gehirn-Arealen, deren Funktionen bislang nicht geklärt sind.
Der Prozentsatz liegt ebenfalls bei ca. 90 %. 104
Wer heute schon Nutzen aus diesen Erkenntnissen ziehen möchte,
um sich selber zu heilen und seine inneren sowie äußeren Zustand zu ver-
bessern, praktiziere einfach das, was schon die alten Ägypter und Naturvöl-
ker zu Heilungszwecken taten – Selbst-Suggestion. Diese muss allerdings,
wird sie nicht in Trance durchgeführt, von der positiven Vorstellung des er-
reichten Zieles begleitet sein. Erinnern wir uns nur an die von Coué heraus-
gefundenen Gesetze der Wechselwirkung zwischen Willenskraft und Vor-
stellung.
Jeder kann, in einem gewissen Rahmen, sein eigener Arzt sein.

104 Quellen: »Die Selbstbemeisterung durch bewusste Autosuggestion«


von Émile Coué, »Vernetzte Intelligenz« von Fosar/Bludorf

188
Gesundheit – ein natürlicher Weg

Die Menschen sind hin- und hergerissen von unüberschaubaren und wider-
sprüchlichen Theorien unserer Gelehrten. Die einen empfehlen viel Wasser
zu trinken, die anderen so wenig wie möglich; für die einen ist Milch eines
der gesündesten Nahrungsmittel, für andere etwas Ekelhaftes, das nur dege-
nerierte Hunde zu sich nehmen; die einen empfehlen Höchstdosierungen an
Vitaminen, die anderen halten Spuren davon als ausreichend, die einen wen-
den Hypnose erfolgreich an, die anderen halten sie für eine verhängnisvolle
Schwächung des Willens usw., usf. Diese Liste könnte beliebig fortgesetzt
werden.
Die Wahrheit aber ist immer einfach und ursprünglich, denn außer dem
Menschen ist jedes Lebewesen in der Lage, sich selber zu helfen; ohne Che-
mie, Labors, Pillen, Apparaturen, Operationen, Brillen, Psychiater ...
Die Natur, das Leben, ist von Anfang an vollkommen. Dieses Leben
trotzt allen Widrigkeiten, es ist immer wieder dort gefunden worden, wo
man es nicht für möglich gehalten hat. Das Leben schöpft aus seiner eigenen
Vielfalt, Vollkommenheit und Vitalität. Das Leben entsteht aus der Vollkom-
menheit selbst, zu welcher alles, was es je hervorbringt, unwiderstehlich hin-
strebt. Deshalb ist nichts so perfekt aufeinander abgestimmt wie die Natur,
deren integrierter Bestandteil der Mensch ist, sein sollte. Dieses Leben hat
ihn hervorgebracht. Was wollen wir da verbessern?
Die Gelehrten wissen oft nicht, was jedes Tier weiß. Geht es diesem
schlecht, verweigert es die Nahrung, zieht sich zurück und nimmt sich Ruhe.
Spürt ein Hund Mangel, frisst er den Kalk von rostigen Gestellen, oder Gras.
Eine Milch gebende Kuh braucht Minerale und Salze und holt sich diese.
Eine Blume braucht Licht und dreht ihre Blüte in Richtung der Sonne. Sie
wissen was richtig und gut ist, denn es sind keine mechanischen Vorgänge.
Es ist der gesunde natürliche Instinkt, Lebensmechanismus, den viele Men-
schen verloren haben und als stumpfsinnigen, pawlow’schen Automatis-
mus belächeln. Instinkt jedoch ist Wissen. Sie, die Tiere, wissen es und haben
nicht studiert. Wir aber wissen so viel und werden krank, unglücklich und
verrückt. Tiere brauchen niemanden, der ihnen sagt, was ihnen fehlt und
was sie tun müssen. Wir aber fragen jeden anderen, nur nicht uns selbst,

189
unser Selbst. Unser Wohlsein machen wir von anderen abhängig und erken-
nen dabei nicht, dass wir diesen Anderen damit entscheidende Macht über
uns geben. Wir übergeben unsere Verantwortung und später die Schuld, an
andere. Aber was wissen andere tatsächlich über uns?
10 Menschen gehen zum Arzt wegen Kopfschmerzen. Ist die Ursache
für die Kopfschmerzen bei allen gleich? Jeder hat seine Probleme und diese
kennt auch jeder am besten. Bei kritischer und ehrlicher Selbstprüfung. Was
behindert mich? Was stört mich? Was nagt an mir? Was habe ich getan, des-
sen Konsequenzen ich auf mich gezogen habe, vielleicht fürchte? Wo ist die
Harmonie gestört? Was hält mich davon ab, wach im Jetzt zu leben? Warum
schweife ich immerzu in die Vergangenheit und Zukunft ab? Alles hat seine
Zeit; die Dinge von gestern kann ich nicht mehr ändern, die Dinge von Mor-
gen kann ich heute nicht tun. Nur heute und jetzt kann ich mein Bestes tun.
Wogegen baust du Widerstand auf? Jeder Widerstand blockiert deine Le-
bensenergie und deine Möglichkeiten. Womit terrorisiert dich dein inneres
Geschimpfe? Warum hast du Schuldgefühle? Wovor hast du Angst?
Die meisten Ärzte wissen nichts von unseren Familienkonflikten, Be-
ziehungsproblemen oder sonstigen Bedrängnissen und Befindlichkeiten in
Beruf und Alltag. Sie fragen nicht einmal danach und doch müsste jeder Arzt
auch Psychologe sein. So wie die alten Schamanen, die den GEIST der
Krankheit »austrieben«, und nicht einfach nur das äußere Erscheinungsbild
derselben wegschnitten.
Wir haben eine Kultur von unglaublicher Verschwendung entwi-
ckelt, die uns mehr und mehr zu ersticken droht. Was brauchen wir jedoch
tatsächlich? Schauen wir in die Supermärkte, sind die Regale überfüllt von
unnützen Dingen. Dafür arbeiten wir täglich viele Stunden. Die meisten Sa-
chen dort haben mit gesunder Ernährung nichts mehr zu tun. Bestenfalls
noch mit Essen und Trinken, Sattmachen und »Genuss«. Wir brauchen solch
eine Wirtschaft nicht – sie braucht uns. Was wir brauchen, ist Nahrung, Ob-
dach, Kleidung, Energie und eine gesunde Symbiose aus Kultur und Bil-
dung. Alles andere führt ins Debakel.
Die Natur hat alles für uns; vor allem Getreide, Salz und Wasser, so-
wie Obst, Gemüse, Wurzeln, Kräuter … Leider können auch diese Lebens-
mittel unseren Bedarf an Vitalstoffen nicht mehr decken, weil durch groß-
flächige Monokultur die Böden seit Jahrzehnten ausgelaugt sind. Dem kann

190
nur entgegengewirkt werden durch eine Umkehr zur natürlichen artenrei-
chen Permakultur. Hoffnungsvolle Ansätze dazu gibt es bereits in Russland,
Deutschland und anderorts, wo verantwortungsbewusste Bauern sich zu-
sammenschließen. Wir können die Natur nicht verbessern. Wo das hinführt
haben wir bereits vor Augen. Sie kann es jedoch wieder mit uns tun.
Dank dieser heutigen Umstände sind wir gezwungen, Vitalstoffe auf Basis
von Nahrungsergänzungsmitteln zu uns zu nehmen – wenn wir gesund und
vital bleiben oder werden wollen. Welche Bedeutung dies für hat, zeigt uns
z. B. Dr. Joel D. Wallach in seinem Buch »Dead Doctors Don‘t Lie« aus dem
Jahre 1993.
Diese hochinteressante Studie sollte uns ein wenig wach rütteln. Da erzählt
ein ehemaliger Veterinär-Mediziner wie bereits seit vielen Jahrzehnten der
wohlsorgende Bauer sein Vieh mit Calcium-Gaben vor Krankheiten bewahrt
bzw. dieses heilt, denn es ist ja seine Lebensgrundlage. Nahezu Binsenweis-
heiten, die erst jetzt bis zur Human-Medizin vorzudringen scheinen. Cal-
cium-Mangel, Ursache für viele bekannte Gebrechen, die später irreversible
Schäden hinterlassen können, durch Krankheiten oder schließlich Operatio-
nen, was jedoch nicht nötig wäre, einfach nur durch die Einnahme von mehr
Calcium, durch gezielte Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel.
Was jedoch nicht minder wichtig ist, ist eine gesunde Einstellung zu
uns selber, Kenntnisse über die enormen Regenerationsfähigkeiten des Kör-
pers mit Unterstützung eines souveränen, ausgeglichenen Geistes und ei-
nem angstfreien Leben. Gesunde Ernährung, Bewegung an frischer Luft
sind ebenso wichtig. Wie wichtig ein gesunder, freier Geist sein mag, sollen
nachfolgende, erstaunliche Zitate zeigen, die im ersten Moment allerdings
auf Unverständnis stoßen mögen. Sie zeigen jedoch, wohin uns die Ge-
schichte geführt hat. Nämlich dahin, dass die Menschen bis heute immer
mehr den Glauben und das Vertrauen (nicht aber die Fähigkeit) an die ei-
gene innere Heilkraft und das Wissen darüber verloren haben, was zu im-
mer mehr Abhängigkeit von Arzneimitteln und anderen äußeren sowie
kostspieligen Behandlungsmethoden geführt hat. Doch wie viele Menschen
sterben trotz oder wegen, unserer heutigen Symptome bekämpfenden Me-
dizin, die völlig an den Ursachen vorbeigeht.

191
Ein paar Zitate zur Entwicklung der Medizin

Es ist unmöglich, das Unheil zu berechnen, das Hippokrates angerichtet hat,


indem er zuerst die Natur mit seinem Namen versah und sie dann auf kranke
Menschen losließ.

Dr. Benjamin Rush

Ich gebe hiermit meine gewissenhafte Ansicht kund, die sich auf langjährige
Beobachtung und Überlegung gründet: wenn es keinen einzigen Arzt, Chirur-
gen, Apotheker, Geburtshelfer, Chemiker, Drogisten und keine Arznei auf der
ganzen Erde gäbe, würde es weniger Krankheit und weniger Sterblichkeit ge-
ben.

Dr. James Johnson

Die Wirkungen der Medizin auf den menschlichen Organismus sind im höchs-
ten Grade unsicher; ausgenommen, dass die Medizin tatsächlich schon mehr
Menschenleben zerstört hat als Krieg, Pestilenz und Hungersnot zusammen-
genommen.

Dr. Mason Good

Die Widersprüche der medizinischen Lehren in Einklang zu bringen, ist in der


Tat eine ebenso undurchführbare Aufgabe, wie die flüchtigen Dünste um uns
her in eine gewisse Ordnung bringen oder die feststehenden und abstoßenden
Gegensätze der Natur versöhnen zu wollen.

Dr. Chapman 105

Die Apotheke ist das Symbol oder das Barometer der Unwissenheit eines Vol-
kes, das nichts weiß von Mea Culpa. 106

105 Alle Zitate aus »Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen
Schrift« von Mary Baker Eddy
106 Georges Ohsawa in »ZEN, Makrobiotik«

192
Für sein Bemühen, den Menschen wieder zu seinen ursprünglichen, eigenen
geistigen Kräften zurückzuführen, wurde Sokrates der Schierlingsbecher ge-
reicht. Er beschrieb die innere wissende Stimme des Menschen, die man als
Gewissen, Instinkt, oder als Inspiration durch das Hohe Selbst bezeichnen
könnte, als Gott – das war Gotteslästerung. Damit hier keine Missverständ-
nisse aufkommen; die Medizin hat heute ihre Berechtigung und Großartiges
geleistet. Konnte und musste dies aber auch nur deshalb, weil die Menschen
von ihren eigenen Fähigkeiten keinen Gebrauch mehr machten. Nichtsdes-
toweniger ist es wichtig, dass wir uns wieder auf unsere natürlichen, wirk-
samen Anlagen zurückbesinnen. Das Leben will, dass wir gesund sind. Un-
ser ursprünglicher Zustand ist Vollkommenheit. Alles andere ist Illusion
und Irreführung. Dies gilt es wiederzuerkennen.
Der menschliche Körper besitzt ungeahnte Selbstheilungsmechanis-
men, selbst auf genetischer Ebene, und ist in der Lage, mit seinem genialen
alchemistischen Stoffwechsel Vitamine u. a. Vitalstoffe herzustellen. Wir
sind unabhängig von »nachteiligen Erbanlagen«, »schlechtem Milieu« und
»unglücklichen Umständen«. Sehr viel haben wir selbst in der Hand, durch
unsere Einstellung zu den Dingen des Lebens. Wir müssen wieder souverän
werden, eigenständig und selbstbewusst. Woran natürlich niemand interes-
siert ist, der an uns Geld verdienen und uns zu diesem Zweck abhängig ma-
chen will. Dann wird uns unsere innere Stimme zur Eigenverantwortung
zurückführen, zu »alternativen«, natürlichen Methoden, Disharmonien zu
beseitigen. Denn …

… Krankheit ist nur ein Gespenst, gewoben aus Furcht, das, wenn die Furcht
weicht, mit ihr entflieht. 107

Diese Furcht gilt es zu vertreiben, denn was sind all die schönen Dinge die-
ser Welt wert, wenn du sie nicht in Kraft und Wohlergehen genießen kannst?

Was kann man tun?

 Weniger essen! Wir essen zu viel, aus Gewohnheit und als Ersatzbe-
friedigung für sehr Vieles. Eine Mahlzeit am Tag hält uns gesund und

107 Zitat: Dr. Masaharu Taniguchi

193
fit. Alles andere ist Unbeherrschtheit, Gier, Frust, Ersatz, Angst,
Gleichgültigkeit.
 Fasten ist Nahrung für den Körper! Der Körper erhält sich selbst aus
Atmen, Denken, Fühlen und »Träumen« mit einer positiven Ab-
sichtshaltung, Sonnenlicht, Wasser, Bewegung, Aktivität, Freude,
schönen Düften (Aromen) und gar vom Kuss des/der Geliebten –
»Luft und Liebe«.
 So wenig wie möglich gekochtes, soviel wie möglich Naturbelasse-
nes.
 Iss weniger, kaufe weniger, koche weniger, – werde freier!
 Nichts macht dich krank, außer du selber! Deine Art, wie du über
dich und die Welt denkst. Deine Welt ist nur ein Spiegel deiner inne-
ren Welt, deiner inneren Haltung. Das ist etwas sehr Grundlegendes.
 Atme ruhig und tief. Über deinen Atem kannst du dich selbst wahr-
nehmen und entdecken, Stimmungen aufspüren und neutralisieren.
Bewusst Atmen ist Selbsterkenntnis und Selbstkorrektur. Wir atmen
alle zu flach, zu wenig, und verlieren darüber die mentale Selbst-
Kontrolle.
 Sei dir gewiss – die Welt liebt dich und hat alles für dich!

194
Unsterblichkeit – ein unerfüllbarer Traum?

Der Tod ist eine ins Unterbewusstsein versenkte, tief verwurzelte Überzeu-
gung, die zu gegebener Zeit die programmierte Selbstzerstörung auslöst.

Wer kennt nicht die Fälle, als gerade in Rente gegangene Menschen kurz
danach starben, weil für sie das Leben keinen Wert mehr hatte und für sie
plötzlich »alles vorbei« war. In diesem Moment trafen sie eine, innere, unbe-
wusste Entscheidung; der Tod war die Lösung. Das gleiche beobachten wir
manchmal nach dem Ableben eines Lebenspartners. Es ist die gleiche Funk-
tion unseres Unterbewusstseins, die uns nach abendlicher bewusster Vor-
gabe morgens zu einer ganz bestimmten Uhrzeit wach werden lässt - ohne
Wecker!
Das Leben ist für viele Menschen ein unbewusstes Warten, ein ent-
gegen schreiten, auf den unvermeidlichen Tod, denn der Tod ist im Unbe-
wussten die Erlösung aus einem verdrießlichen und ausweglosen Leben –
deshalb rauchen und trinken sie, sind gleichgültig.
Wir haben uns so sehr an den Zeitpfeil gewöhnt, dass wir meinen, es gäbe
nichts anderes, außer Anfang und unvermeidliches Ende. Doch die Zeit ist
eine Illusion, sie ist nur ein Produkt unserer Wahrnehmung. Sie ist nicht ab-
solut, sondern relativ. Dazu ein kurzes Beispiel: Gib einem Hypnotisierten
eine Aufgabe, für deren Lösung er zehn Minuten Zeit hat. Stelle ihm zur
Kontrolle ein Metronom hin, welches in jeder Sekunde einen Schlag ertönen
lässt, und teilte ihm nun mit, dass zwischen jedem Schlag eine ganze Minute
vergeht, (was ja gar nicht stimmt …) und er wird die gestellte Aufgabe in
der ihm vorgegebenen Zeit absolvieren, nämlich in zehn Sekunden, aller-
dings in dem Glauben, es wären 10 Minuten vergangen! Die Zeit ist also nur
ein Konstrukt für unseren vorwärts denkenden Verstand.
Du kannst deine Willenskraft, dein Selbstbewusstsein und deine kör-
perlichen wie geistigen Fähigkeiten erheblich stärken, indem du regelmäßig
Übungen machst. Zum Beispiel Yoga, Tai-Chi, Kung-Fu, Tanz oder anderes.
Finde heraus, was für dich am besten ist, wo du dich hingezogen fühlst. Das
System schlechthin gibt es nicht. Mit dem Hinweis auf Kung-Fu ist speziell
das Buch von Michael Minick gemeint. Er beschreibt darin ein viele Tausend
Jahre altes Heilsystem »gymnastischer« Übungen, das dem Tai-Chi ähnlich

195
ist und welches sehr empfehlenswert ist. Vermutlich ist das heutige Tai-Chi
aus diesem System weiterentwickelt worden. Jedes der oben genannten Sys-
teme stärkt den Kreislauf, stimuliert die Meridiane und verjüngt den Körper
durch die Regulierung der endokrinen Drüsen, die mit unseren Chakren
verflochten sind, und durch Regulierung unseres Hormonhaushaltes für un-
sere Stimmung und Vitalität sorgen. Es werden Blockaden beseitigt und die
Lebensenergie kann wieder frei fließen. Wenn alle körperlichen wie geisti-
gen Vorgänge optimal funktionieren, kann der Körper nicht altern.

Der Körper entscheidet sich niemals dafür, alt oder schwach zu sein. Er wird
dies nicht durch die Einwirkung der DNS, sondern dadurch, dass das Bewusst-
sein den Mut verliert, sich selbst mit der manchmal mühsamen Formbildung
zu belasten. 108

Die Zelle ist unsterblich. Es ist bloß die Flüssigkeit, in der sie schwimmt, die
degeneriert. Wenn man diese Flüssigkeit in Abständen erneuert und den Zellen
die nötige Nahrung gibt, so wird der Puls des Lebens nach allem, was uns bis-
her bekannt ist, ewig schlagen. 109

Die universelle Lebensenergie, die alles nährt und erhält, ist die unvergäng-
liche Urkraft, die aus sich selber schöpft. Bringen wir diese Kraft in uns wie-
der frei zum Fließen, ist auch unser Körper unvergänglich. Bekannt gewor-
den ist dieses »Phänomen« im Westen vor allem durch tibetische Übungen,
welche Teil des uralten Verjüngungssystems Tantra-Kaya-Kalpa sind, und
die in Deutschland als »Die Fünf Tibeter« bekannt wurden, jedoch auch in
anderen Schriften beschrieben werden. Voraussetzung ist hierbei ein verant-
wortungsvoller und bewusster Umgang mit unserer Ernährung, unserer se-
xuellen Energie und unseren Gedanken. Wer diese beherrscht, bewusst und
zielgerichtet einsetzt, dem verleiht sie wachsende körperliche und geistige
Kraft. Das ist das geheime Wissen der Magier. Das ist das Elixier des ewigen
Lebens, der sagenhafte Jungbrunnen, der von so vielen gesucht und nie ge-
funden wurde. Dies ist jenes Geheimnis, um welches sich so viele Märchen
und Sagen ranken. Dabei trägt jeder den Jungbrunnen in sich.

108 Chris Griscom im Vorwort zu »Die Fünf Tibeter«


109 Dr. Alex Carrel, Nobelpreisträger für Medizin, 1873—1944

196
Wie sieht das in der Praxis aus?

Der Mensch besitzt (Reparatur-) Gene, die das Enzym Telomerase produzie-
ren. Dieses Enzym ermöglicht eine zeitlich unbegrenzte Zellteilung, was für
die Zelle theoretisch Unsterblichkeit bedeuten würde. In Laborversuchen
zeigte jede Zelle, die man mit diesem Enzym »geimpft« hatte, diese Eigen-
schaft der endlosen Zellerneuerung. Ab dem Einsetzen der Pubertät wird
dieses Gen jedoch blockiert und unseren Zellen steht dadurch nur noch eine
begrenzte Anzahl von Zellteilungen zur Verfügung. Sie degenerieren, ster-
ben ab, und wachsen nicht mehr in ausreichender Menge nach – wir altern.
Bei jeder Zellteilung werden zwei bestimmte DNS-Abschnitte, Telomere ge-
nannt, die am Ende jeden Chromosoms als »Schutzkappen« sitzen, kürzer.
Bei Erreichen des Minimums hört die Zelle auf sich zu teilen. Genau dieser
Effekt wird durch das Unsterblichkeits-Enzym Telomerase verhindert.
Durch die oben erwähnten Übungen reguliert sich nun der gesamte
Hormonhaushalt und funktioniert wieder bestmöglich und effizient. Dies
hat unter anderem zur Folge, dass offenbar die Produktion des »Unsterb-
lichkeits-Enzyms« wieder angekurbelt wird, wodurch die Zellen sich wieder
uneingeschränkt teilen und entwickeln können, somit ihre ursprünglich-ju-
gendliche Vitalität behalten bzw. zurückgewinnen. Dies wird für jeden
Praktizierenden durch wachsende physische und mentale Kraft, sowie
durch jugendliche Frische erfahrbar.
In ganz bestimmten Zellen ist dieses Enzym jedoch immer in ausrei-
chender Konzentration vorhanden, und zwar in den menschlichen Keimzel-
len. Und das scheint der nächste wichtige Punkt zu sein. Hier zeigt sich, dass
die yogische und tantrische Wissenschaft der heutigen abermals um Tau-
sende Jahre voraus ist. Sie hat vor Urzeiten Techniken entwickelt, die uns
zeigen, wie wir diese Eigenschaft der Keimzellen, oder vielmehr der in die-
sen enthaltenen Enzymen, nutzen können, um den gesamten Körper zu re-
generieren, zu revitalisieren und dauerhaft zu erhalten! Durch die Umwand-
lung unserer Sexualenergie. Umwandlung bedeutet hier Erhöhung und Ver-
geistigung, nicht Unterdrückung und Verleugnung. Alle Wissenden nutzen
die Sexualkraft, bauen sie dafür mit dafür entwickelten Techniken auf, aber
ersticken und zerstören sie nicht!
Wer von uns heutigen Menschen möchte jedoch auf die Sinnenfreu-
den der Sexualität verzichten? Wer nicht den schwierigen transzendenten

197
Weg des Verzichts gehen möchte, findet möglicherweise im Tantra eine Lö-
sung. Tantra ermöglicht einen verantwortungsbewussten, transzendenten
Umgang mit unserer sexuellen Energie. Im tantrischen Sex verbrauchen wir
keine Sexualenergie, sondern bauen sie auf, um sie anschließend nutzbrin-
gend zu »verwerten«.
Wer mit Yoga und Tantra noch keine Berührungen hatte, dem seien die
Bücher »Die Fünf Tibeter« von Peter Kelder und »Juwel im Lotus« von Sun-
yata Saraswati & Bodhi Avinasha empfohlen. Beide Bücher beschreiben un-
terschiedliche Methoden der sexuellen Transformation. Ersteres den enthalt-
samen und letzteres den tantrischen Weg. Das Prinzip der Verjüngung be-
schränkt sich wahrscheinlich nicht nur auf die Funktionsweise von Telome-
rase und es ist fraglich, ob wir die Komplexität dieser Vorgänge in ihrer Ge-
samtheit jemals erfassen werden. Die Meister allerdings scherten sich weni-
ger um Bestätigungen durch die Wissenschaft; ihnen genügt die Erfahrung.

Für die hohe Aufgabe der Geschlechtskraft ein Beispiel aus dem Pflanzenreich:
»Wenn aus der schlichten Heckenrose die Gartenrose in ihrer Schönheit sich
entwickeln soll, so geschieht das dadurch, dass immer mehr Staubgefäße, die
männlichen Samenelemente der Blume, in Blütenblätter umgewandelt werden,
der Samen somit statt zur Befruchtung zur Entwicklung und Veredlung der
Pflanze verwendet wird. Genauso ist es beim Menschen: Das nicht zur Zeu-
gung verwandte Samenmaterial wird umgewandelt, veredelt, und dient, als
Hormon in die Körpersäfte aufgenommen, zur vollkommenen Entfaltung der
Persönlichkeit. Durch die Sexualhormone wird das Nervensystem tonisiert
(verstärkt) und immer von Neuem geladen, ähnlich wie durch Zufuhr von
elektrolytischer Flüssigkeit ein verbrauchtes Element wieder aufgefrischt wird.
Schlafende Nervenzentren und Ganglienzellen werden dadurch wachgerufen;
die feineren Sinne, die wir sonst nur bei genialen Menschen finden, bilden sich
aus, und es kommt zur Vollentwicklung der Fähigkeiten des Menschen. 110

Wer kennt nicht die edlen Zuchtpferde, die starken Zuchtbullen, die unbe-
siegbaren Kampfhähne? Sie haben alle eins gemeinsam – sie werden isoliert
gehalten, sodass sie sich nicht paaren können. Daraus schöpfen sie ihre un-
bändige Kraft und überwältigende Schönheit.

110 H. K. Iranschähr, Weiser und Buchautor aus Persien, 1884–1962

198
Die Erhöhung der Sexualenergie ist aber noch weitaus mehr, als das
bloße Umwandeln der Samenflüssigkeit auf körperlicher Ebene. Sie ist das,
was wir das Aufsteigen der Kundalini nennen. Die Erweckung dieser mys-
tischen Schlangenkraft, das göttliche Feuer im Wurzel-Chakra, war seit jeher
das erhabenste Ziel aller spirituellen Bewegungen und Praktiken. Diese
Transzendenz geschieht auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene
und bewirkt, bei entsprechender Konsequenz, einen Quantensprung in der
Evolution des Menschen. Die Geschlechtskraft birgt ein gigantisches Ener-
giereservoir, in welchem göttliche Urkräfte ruhen. Vergeistigen wir diese
Energien buchstäblich, indem wir unsere Sexualkraft bis zu unserem Gehirn
aufsteigen lassen, werden wir zu dem, was wir in unserem Inneren schon
immer waren – Götter! Was das heißt, kennen wir von allgegenwärtigen
»Phänomenen«, lebendigen Mythen uralter Völker, geheimnisvollen Fähig-
keiten alter und neuer (Yoga-) Meister, Magiern, Wunderheilern, Hexern etc.
Das Aufsteigen der Kundalini bewirkt das Schließen des ursprünglich vor-
handenen, jedoch bei den meisten Menschen nicht mehr voll funktionieren-
den Energiekreislaufes, sowie das vollständige Erwachen der Epiphyse (Zir-
beldrüse), dass den Indern, Tibetern, westlichen Magiern, Alchimisten und
Schamanen seit jeher bekannt ist. Dann erst ist der Mensch wiederhergestellt
und ein Ebenbild Gottes – kraftvoll, selbstbestimmt und kompetent. Wer
Selbstsüchtiges damit bezweckt, wird in seiner Entwicklung zurückfallen.
Die Sucher aber, die reinen Herzens sind, werden sich zum vollendeten
Menschen emporheben.
Die Praxis der Fünf Tibeter und anderer Systeme gibt uns einen in-
spirativen und verheißungsvollen Vorgeschmack auf das, was uns erwartet
und möglich ist. Der ganze Körper erholt sich vollständig, wird jugendli-
cher, blühender und lebenskräftiger, das Arbeiten ermüdet nicht mehr, man
schläft weniger und wacht früher putzmunter und ausgeschlafen auf, die
Haare wachsen wieder und kriegen Farbe, der Kontakt zu unserem Hohen
Selbst verbessert sich, und man kriegt auf vor dem Schlaf gestellte Fragen
klare Antworten (z. B. in Bildern), die Intuition und Kreativität entfalten
sich, das ganze Leben wird lichter und strahlender, die Atmung normalisiert
sich auf ein ruhiges und tiefes Maß, das »dritte Auge« fängt an sich zu öff-
nen, und man sieht tatsächlich durch die materielle Fassade der Dinge hin-
durch, was immer man sich darunter vorzustellen vermag.

199
Dies dergestalt, dass man bei geschlossenen Augen die Dinge zu sehen be-
kommt, auf die man seine Aufmerksamkeit richtet – unabhängig davon, wo
und wann sie sich befinden! Dieses Sehen ist nicht weniger klar, als das üb-
liche, und ist »nichts weiter« als die Reaktivierung der (meist verkümmer-
ten) Zirbeldrüse – das sogenannte Meisterorgan. Dies ist aber nur der Beginn
der Entwicklung von Fähigkeiten, die für die meisten Menschen noch un-
fassbar und märchenhaft sind. Hier sei auf die esoterische, mystische und
religiöse Literatur, und die der alten Märchen verwiesen. Bringen wir dieses
rudimentäre Organ, diesen tausendblättrigen Lotus, zur vollen Blüte, kennt
unsere Wahrnehmung keine Grenzen mehr – die Schranken von Raum und
Zeit werden durchbrochen. Und man …

… spürt, wie sich seine Energieebene mit fantastischer Geschwindigkeit hebt.


111

Was die Ernährung anbelangt, so wird jeder Praktizierende instinktiv zu


möglichst naturbelassener Nahrung greifen, mäßig essen und jede Art von
Drogen vermeiden. Drogen aller Art, sind immer nur ein Ersatz für fehlende
echte, rationale Werte im Leben. Deine Nahrung, die du zu dir nimmst, lässt
der Geist des Lebens aus sich selbst gedeihen und vermehren. Iss deshalb
alles mit dem prägenden Gedanken an Kraft, Wachstum und Gesundheit.
Zum Trinken bevorzuge reines, klares (Quell-) Wasser. Es gibt heute immer
noch Menschen, die Tiere lieben – und essen. Ab einer bestimmten Entwick-
lungsstufe wirst du von alleine aufhören Fleisch zu essen. Wir brauchen kein
Fleisch, um körperlich (und wirtschaftlich) gesund und leistungsfähig zu
sein. Vielleicht sollte jeder, der meint es zu brauchen, einmal selber schlach-
ten, und findet so vielleicht …

… zu einer Ernährung der Heilung, bis hin zur idealen und natürlichen Nah-
rung des Menschen, die ausschließlich aus Obst und Grünblattgemüse be-
steht.«

Je freier Sie von jeglicher Art von Abfällen und Giften werden, desto mehr wer-
den Sie die größte aller Wahrheiten wahrnehmen, fühlen und glauben: Dass die

111 Chris Griscom im Vorwort zu »Die Fünf Tibeter«

200
paradiesische Ernährung nicht nur genügt, sondern Sie höher und höher
bringt, in eine körperliche und geistige Verfassung, wie Sie sie niemals zuvor
erfahren haben. 112

Einige Yogaübungen, in denen es durch gewisse Stellungen in ganz be-


stimmten Körperteilen zum Blutstau kommt, bewirken die Produktion von
Hormonen, welche Krebszellen zerstören bzw. diese gesund werden lassen
können. Denselben Effekt haben wir, wenn wir uns, zum Beispiel bei den
Übungen, nackt und frei bewegen. Was für eine schöne Art der Gesunder-
haltung. Und vergessen wir bei der Gelegenheit nicht das Sonnenlicht, das
unser Körper dadurch besser aufnehmen kann. Es ist nicht nur Licht und
Wärme, sondern im wesentlichen Nahrung. Außerdem …

…ist die Sonnenstrahlung nur aus einem Grund in den letzten Jahren 10-mal
so stark geworden: Zum Leidwesen der Mächtigen und Manipulatoren (Wer-
bung/Fernsehen/Karrieredenker/Materialisten etc.) löscht sie unnatürliche und
negative (zivilisationsbedingte) Programme im Menschen. 113

Jetzt wissen wir, warum wir uns nach einem kurzen Sonnenbad immer kör-
perlich gereinigt und geistig geklärt fühlen.
In unserer heutigen Welt ist dieses Ziel nicht leicht zu erreichen, zu sehr sind
wir im Materiellen, Weltlichen verfangen – aber was ist schon leicht.

Der Held aller Helden ist der Selbstüberwinder, der Beherrscher und Umwand-
ler seiner tierischen Natur. 114

112 Prof. Arnold Ehret in »Die schleimfreie Heilkost«


113 Horst Weyrich
114 H. K. Iranschähr

201
202
Selbstverwirklichung durch bewusste Atmung

Unser göttliches Herz

Die Interpreten aller Religionen, die Ausleger und Wächter der Schriften,
lehren uns heute immer noch, im Widerspruch zu ihren eigenen Überliefe-
rungen, Gott wäre außerhalb von uns, irgendwo »dort oben«, »in Himmel«
oder sonst wo zu finden. Aber der kleine Menschenverstand sagt uns schon,
dass Gott uns und seine gesamte Schöpfung nicht außerhalb seiner unendli-
chen, ewigen Existenz erschaffen und »platziert« haben kann. Also nur inner-
halb seiner Selbst, was bedeutet, dass ER in uns ist und wir in IHM!
Diesen Wahrheitskern finden wir in allen religiösen Richtungen, vom Chris-
tentum bis zum Buddhismus und Islam; nämlich, dass wir Gott in unserem
Herzen finden, nicht »irgendwo da draußen«. Dr. Hanish, 1844 – 1936, Ma-
zdaznan-Gründer, informierte die Welt bereits 1920 darüber, dass in der hin-
teren 5. Herzkammer jenes sitzt, was wir den »Göttlichen Funken« im Her-
zen nennen, den Platz, in welchem Gott sich durch uns individuellen Aus-
druck verleiht. Deshalb hat auch jeder Mensch seine ureigenen, spezifischen
Aufgaben, Begabungen und Entwicklungen.

Inzwischen hat auch die Wissenschaft mithilfe zweimillionenfacher Vergröße-


rung Entdeckungen bezüglich des luftlosen Bläschens in der fünften Herzkam-
mer gemacht und ist bei ihren teils geglückten Versuchen, ein künstliches Herz
operativ einzusetzen, an einen Grenzpunkt gestoßen, der operativ nicht über-
schritten werden darf, im Überschreitungsfalle aber die Operation missglücken
lässt und den sofortigen Tod herbeiführt. 115

Der Mensch bildet die höchstmögliche Entwicklungsstufe der Natur ab. Jede
weitere Entwicklung findet nun, und dies in wachsendem Tempo, in der
geistigen Entwicklung statt, was sich in immer neuen Entdeckungen und
Erfindungen zeigt, aber auch in der Herausbildung neuer psychischer und
sozialer Strukturen. Das Alte löst sich zunehmend auf und muss neuen Strö-
mungen weichen. Diese Entwicklungen, teils von großen Erschütterungen

115 »Mazdaznan-Lebensfragen«, Dr. O.Z.A. Hanish

203
begleitet, werden niemals aufhören.
In Gang setzen und beschleunigen können wir die Entwicklungsvorgänge
dadurch, dass wir Kontakt schaffen zu unserem Gottesfunken im Herzen,
zu unserer Herzintelligenz, von der man heute weiß, dass sie zu einer höhe-
ren Struktur über unsere persönliche Intelligenz und Psychostruktur orga-
nisiert ist. Und sich vermutlich in dem »Alles« wiederfindet. - Gott in allem
und alles in Gott. »Das Himmelreich ist inwendig in euch«. Dies ist die bis heute
kaum erkannte und unterdrückte Wirklichkeit.
Wie aber nun verbinden wir uns mit unserer Herzintelligenz? Zum
einen durch Freude und Verbundenheit zu anderen und mit der Erkenntnis
und Annahme unserer inneren Gottverbundenheit. Vor allem jedoch auch
durch bewusste Atmung. Atmen wir nur noch 1- 4 Mal pro Minute, reakti-
vieren wir unsere Zirbeldrüse, die in Kommunikation zur Herzintelligenz
steht. Wir empfangen wieder umsetzbare Lösungen, Ideen, Einsichten und
Erweiterungen unseres Bewusstseins und unserer Kenntnisse über die
Dinge und Zusammenhänge des Lebens. Wir erhalten Antworten auf unsere
Fragen und Wünsche von unserem Gott.
Es kann keinen anderen Gott für uns geben, als den in unserem Her-
zen! Niemand kann dir Gott zeigen, du kannst Ihn nur selber schauen und
als dein höheres, göttliches Selbst begreifen lernen. Dann erst bist du frei,
weil dir alle Möglichkeiten offenstehen, alles werden, sich erfüllen kann. Es
ist dann letztlich die Frage, ob man sich freiwillig in Abhängigkeiten begibt,
oder volle Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung übernimmt.
Da der eine Gott sich in jedem Menschen individualisiert, erblicken
wir in jedem Menschen, in jedem Herzen des anderen, Gott und uns selber.
Beleidigen wir andere Menschen, beleidigen wir Gott und uns selbst. Lieben
wir andere, lieben wir Gott, das Leben, und uns selbst. So, wie man in den
Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus.

Atmen ist Leben!

Viele Menschen sind heutzutage völlig unteratmet. Das heißt, sie atmen zu
flach und zu kurz und haben nur eine sehr geringe Vitalkapazität. Atmung
und Bewusstsein sind stark miteinander gekoppelt; wer flach atmet, hat ein
flaches Bewusstsein. Ruhelos und unbewusst treiben viele durch den Tag,
von einem Schritt zum nächsten, wie Treibholz in der Brandung, dass nichts

204
weiß über sein Wohin. Zu einer sicheren Boje im Wasser werden wir durch
Achtsamkeit, die wir durch bewusste, vertiefte Atmung sicher zurückge-
winnen.
Setzen wir uns einmal auf einen Stuhl oder in einen geübten Yoga-
sitz, die Wirbelsäule freischwebend, sodass wir ohne Anstrengung für ein
paar Minuten aufrecht sitzen können, die Hände ruhend auf den Oberschen-
keln und atmen zunächst einmal 4 Sekunden ein und 4 Sekunden (oder
Herzschläge) wieder aus. Diese erste einfache Übung praktizieren wir einige
Minuten, solange es angenehm bleibt. Dabei betrachten wir einmal neutral
und absichtslos unsere nächste Umgebung, lassen den Blick ein wenig
schweifen. Wir werden nun bemerken, dass wir uns und unserer Umgebung
gegenüber aufmerksamer werden, wir spüren uns wieder, werden klarer
und wacher, und haben endlich einmal wieder das Gefühl, Zeit zu haben.
Wir kommen zur Ruhe und alles um uns herum mit uns. Was ist jetzt wich-
tig, das getan werden müsste in diesem Moment? Nichts! Wir können neue,
bewusste und unabhängige Entscheidungen treffen.
Allein dieser einfache 4-Sekunden-Rhythmus führt bereits zu einer Aktivie-
rung und Neutralisierung unserer Sinne und der Psyche; wie nach einem
Reset. Wir entspannen, werden klarer und wieder aufnahmefähig. Diesen
Prozess erhöhen wir, indem wir nun nach dem Einatmen 4 Sekunden lang
den Atem pausieren lassen, ohne dabei die Stimmritze im Hals zu verschlie-
ßen, sodass wie weiteratmen könnten. Diese eine kurze Übung für vielleicht
5–10 Minuten täglich führt schon zu deutlichen, ausgleichenden Verände-
rungen und Einsichten. Den 4-4-Rhythmus möglichst in den ganzen Tag zu
nehmen, lässt unsere Achtsamkeit und Wachheit weiter steigen.
Mit der Zeit kommt automatisch das Bedürfnis, das Atem-Intervall zu ver-
längern, das heißt, die 4 Sekunden schrittweise um jeweils eine Sekunde zu
erhöhen. Dies fällt uns immer leichter, weil wir das Blut mit immer mehr
Sauerstoff anreichern. Selbst einen Rhythmus von 10-10-10 oder gar 20-20-
20 werden wir in kurzer Zeit ohne jede Anstrengung bewältigen. Durch
diese Übung erhalten wir immer mehr Zugang zu unseren Eingebungen
und können autonomer entscheiden. Verknüpfen wir diese Atemübung
noch yogisch oder tantrisch, werden wir eines Tages ein »Energiegefühl« im
Kopf verspüren, nachts bei geschlossenen Augen »Lichtphänomene« be-
obachten und deutlich die Verbindung zu unserem Hohen Selbst erfahren;
die Zirbeldrüse ist erwacht.

205
206
ÜBER DEN AUTOR

Ralf Beck, geboren 1962, fing in seiner Jugend an, für seine erste Schülerband
Texte zu schreiben. Mit den Jahren interessierte er sich immer mehr für ge-
sellschaftspolitische, spirituelle und psychologische Themen. In der Aufar-
beitung dieser Themen begann er Ende der 90er Jahre mit kurzen Abhand-
lungen und fasste immer wieder Kerngedanken auch in Aphorismen zusam-
men. Mögen die Leserinnen und Leser sich ein wenig angeregt fühlen mit
dieser Zusammenstellung. Weitere Schriften finden sich auf seiner Internet-
seite www.traumsegler.de bzw. bei Amazon®.

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