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Apophthegma

Das Apophthegma (griech.: ἀπόφθεγμα; Pl. Apophthegmata) Bezeichnung für


einen Denkspruch oder einen treffend formulierten Ausspruch. Auch „Sinnspruch“
oder (seltener) „charakteristische Handlung“ sind mögliche Übersetzungen.
Darunter fallen unter anderem Sentenzen, Aphorismen, Sprichwörter und geflügelte Worte.

Gnome
Die Gnome (griechisch γνώμη gnōmē; Plural Gnomen) ist ein kurzer Sinnspruch. Sie
enthält in kurzer, prägnanter Form eine praktische Lebensweisheit, eine allgemeine
Bemerkung, eine Erfahrung, eine Regel oder einen Grundsatz, meist in der metrischen
Form eines Einzeilers (Monostichon) oder eines Zweizeilers (Distichon). Eine Sammlung
von Gnomen wird als Gnomologie oder Gnomologion bezeichnet, ein Sammler
wird Gnomologe genannt und die Verfasser von Gnomen werden
als Gnomiker bezeichnet, die Gattung dementsprechend als Gnomik.
Im engeren Sinn meint Gnomik nur die antike Spruchdichtung, neuere Beispiele solcher Art
werden eher Denkspruch, Sinnspruch, Sprichwort oder ähnlich genannt. Eine genauere
inhaltliche Abgrenzung gegenüber verwandten Formen wie
etwa Epigramm, Aphorismus, Apophthegma, Sentenz etc. „Γνῶθι σεαυτόν.“
„Erkenne dich selbst!“
– THALES VON MILET
„Γίγνωσκε καιρόν.“
„Erkenne den passenden Augenblick!“
– KLEOBULOS VON LINDOS
„Μελέτη τὸ πᾶν“
„Habe das Ganze im Sinn.“
– PERIANDER VON KORINTH
„Niemand als Riese ist fähig zu dichten die prägnanten Gnomen.
Und diese Gnomen sind völlig verständlich sogar für stupide Gnomen.“
– WOLODYMYR KNYR
Kōan
Ein Kōan ‚Öffentlicher Aushang‘; ist im chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus eine
kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten
auch eines Zen-Schülers, darstellt.
Verlauf und Pointen dieser speziellen Anekdoten wirken auf den Laien meist
vollkommen paradox, unverständlich oder sinnlos. In der Folge kommt es manchmal zur fehlerhaften
Übertragung des Begriffs Kōan auf andere unsinnige Kurzgeschichten.
Die Vorläufer der Kōans waren berühmte Fragen und Antworten zwischen Meister und Schüler während der
frühen Tang- und Song-Zeit, Fragmente einiger buddhistischer Sutras, bedeutungsvolle Reden von Chan-
Meistern und Anekdoten über diese Meister. Trotz ihrer vordergründigen Unvernünftigkeit und Sinnlosigkeit
verfügen sie über einen historischen Kern, der auch intellektuell nachvollziehbar ist und Aspekte der Chan-
Philosophie ausdrückt. Im Chan und Zen werden Kōans als Meditationsobjekte benutzt.
Das bekannteste Kōan, das inzwischen auch im Westen Allgemeingut geworden ist, ist die Frage nach
dem Geräusch einer einzelnen klatschenden Hand (Hakuins Sekishu, von Meister Hakuin Ekaku).
Interpretation
Kōans lassen sich häufig durchaus mit rationalen Methoden interpretieren. Bei einigen
Kōans wird erwartet, dass der Zen-Schüler durch Überlegung die richtige Lösung findet.
Für die meisten Kōans werden alle verstandesmäßigen Lösungen des Kōans als falsch
angesehen. Der eigentliche Sinn dieser Kōans, ihre wesentliche Funktion, erschließt sich
nur intuitiv, ohne Worte. Zur Bedeutung von Kōans gibt es innerhalb des Rinzai-
Zen diverse Ansichten: Während etwa Daisetz Teitaro Suzuki eine widersprüchlich
wirkende Sokuhi-Logik heranzieht, behauptet Ruth Fuller-Sasaki die „Sinnfülle“ von
Kōans.
Das Ziel der Kōan-Praxis ist die Erkenntnis der Nichtzweiheit. Die Illusion, dass die Dinge
sich unterscheiden und dass das Ich eine eigene, vom Rest abgegrenzte Existenz hätte,
soll sich in der Übung mit dem Kōan auflösen.
Der Zen-Schüler bekommt ein bestimmtes, zu seiner Reife passendes Kōan aufgetragen
(z. B. das Kōan Mu: Ein Mönch fragte Joshu (chin. Zhaozhou): „Hat ein Hund die Buddha-
Natur oder nicht?“ Joshu antwortete: „Mu!“).[1] Dieses Kōan soll der so Befragte dem
Meister im persönlichen Gespräch (Dokusan) darlegen, um zu zeigen, dass er den
wahren Gehalt des Kōans während der Meditation erfasst hat. Novizen und Mönche
müssen eine Reihe von Kōans meistern. Um festzustellen, ob dies tatsächlich gelungen
ist, wird dem Studierenden aufgegeben, ein für das entsprechende Kōan passendes
Schlüsselwort (jakugo) zu finden. Je nach Tempelzugehörigkeit ist die Reihenfolge der zu
meisternden Kōans samt zugehöriger jakugo festgelegt. Im Laufe der Jahrhunderte hat
sich dieser „Lehrplan“ verfestigt. Als eine innere Erfahrung ist diese Realisierung nicht zu
verwechseln mit einer verstandesmäßigen Erfassung des Problems. Es handelt sich nicht
um eine Auslegung des Kōans oder eine Erläuterung. Diese passiert gelegentlich
im Teishō. Die individuelle Einsicht des Schülers würde auf den Laien oft noch sinnloser
wirken als das Kōan selbst. Anhand der Reaktion des Schülers auf das Kōan kann der
erfahrene Meister erkennen, ob der Schüler auf dem Weg des Zen Fortschritte macht,
oder ob er in Illusion und Irrtum verharrt. Die schriftlichen oder mündlichen Kommentare
des Zen-Meisters zu einem Kōan werden als Agyō (gewährte Worte) bezeichnet.

Es gibt fünf „Klassen“ von Kōans, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.

1. Hosshin-Kōans (hosshin: jap. für Dharmakaya, Trikaya), sind Kōans, die dem Schüler zu
einem Durchbruch zur erwachten Sicht verhelfen und ihm helfen, in der Welt des Wahren-
Wesens, der Buddha-Natur (Bussho), heimisch zu werden. In den Hosshin-Kōans geht es um
die Welt des „Nicht-Unterschiedenheit“ (nicht anhaften, nicht werten), doch darf der Schüler
auf dieser Erfahrungsebene nicht stehen bleiben.
2. Die Kikan-Kōans (kikan: jap. „Hilfsmittel, Werkzeug“) sollen das Vermögen des Schülers zur
Unterscheidung in der Nicht-Unterschiedenheit schulen. Hier wird die Lehre des Nicht-
Anhaftens und Nicht-Wertens intensiviert.
3. Bei den Gonsen-Kōans (gonsen: jap. „Klärung der Worte“) geht es um den jenseits von
lexikalischer Definition und begrifflicher „Repräsentation“ liegenden tiefsten Sinn und Gehalt
der Aussprüche und Formulierungen der alten Meister. Es geht über die
Begrifflichkeit Etymologie hinaus.
4. Die Nanto-Kōans (nanto: jap. „schwer zu bestehen“) schließlich sind solche Kōans, die
besonders schwer zu lösen sind.

 Hat der Schüler die verschiedenen Kōans der Klassen 1 bis 4 bewältigt, dann wird mit den Go-
i, den Fünf Graden (der Erleuchtung) sein Wahres-Begreifen noch einmal gründlich durchleuchtet
und auf die Probe gestellt. Haiku, Rätsel, Fangfrage, Fangschluss