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12/5/2019 Mandala – Wikipedia

Mandala
Das Mandala (Sanskrit, n., म डल, maṇḍala, „Kreis“, tib.: དིལ་འཁོར།, dkyil 'khor) ist ein figurales oder in der Form des Yantra
geometrisches Schaubild, das im Hinduismus und Buddhismus in der Kultpraxis eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt.
Ein Mandala ist meist quadratisch oder kreisrund und stets auf einen Mittelpunkt orientiert. In seiner einfachsten Ausführung kann
es ein Dreieck zeigen, das eine Trinität (Trimurti) symbolisiert, in seiner größten Ausgestaltung bis in den Grundplan eines sakralen
Gebäudes gesteigert verkörpert das Mandala das gesamte Universum mit Himmel, Erde und Unterwelt. Es dient als visuelles
Hilfsmittel, um durch die Darstellung von Göttern, Landschaften oder Zeichen komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen
zu können.

Inhaltsverzeichnis
Verbreitung
Mandalas im tibetischen Buddhismus
Garbhadhatu Mandala (Japan)
Mandala-Darstellungen in anderen fernöstlichen Kulturen
Verwendung des Begriffs Mandala in der westlichen Kultur
Weitere Mandala-Beispiele
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks

Verbreitung
Detail eines Sandmandalas
Mandalas werden zu religiösen Zwecken benutzt, als Symbol bei Riten. Mit dem Buddhismus fand das Mandala als Meditations-
Objekt, von Indien und Tibet ausgehend, Verbreitung in ganz Ostasien.

Mandalas im tibetischen Buddhismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Mandala 1/4
12/5/2019 Mandala – Wikipedia

Im tibetischen Buddhismus Vajrayana zeigen Mandalas die Sicht von oben auf einen sogenannten Mandala-Palast (siehe Kalachakra-Mandala), umgeben von einem sogenannten
Reinen Land. In solch einem Palast werden verschiedene Buddhas oder ganze Versammlungen von Buddhas durch den Praktizierenden visualisiert. Mandalas sind im Vajrayana
also meist eine zweidimensionale Darstellung eines dreidimensionalen geistigen Objekts. Diese Mandalas werden im Vajrayana dazu benutzt, die dreidimensionale Form optisch-
geistig zu projizieren. Dies führt je nach Abstraktionsgrad des Mandalas zu vertiefter geistiger Konzentrationsfähigkeit. Die Ich-Anhaftung, im Buddhismus Ursache allen Leids,
wird dabei vermindert, da geistig die Grenze zwischen Körper-Identifikation und Raumerfahrung überschritten wird.

Von entscheidender Bedeutung bei Sandmandalas ist das anschließende Wegwischen der in stunden-, manchmal auch wochenlanger Arbeit entstandenen Werke. Die
Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal der Entbindung von der materiellen Welt soll dabei symbolisch vollzogen werden.[1]

Bedingt durch die zentrale Bedeutung der Vier Edlen Wahrheiten für den Buddhismus gehen fast alle tibetischen Mandalas von dieser Zahl Vier (oder dem Quadrat) aus und bilden
dann zum Rand hin Vielfache davon (8, 16 usw.). Es handelt sich dabei um eine Zahlensymbolik mit zum Teil komplexer Bedeutung, siehe auch die achtblättrige Lotusblüte der
Abbildung von Garbhadhatu Mandala (Japan).

Mandala-Darstellungen in anderen fernöstlichen Kulturen


Nicht nur im Vajrayana, auch in anderen buddhistischen und hinduistischen Kulturen finden sich Mandalas. Ebenso in indianischen Kulturkreisen. Die Symbolik eines Mandalas
soll direkt auf das Unbewusste zielen, so dass durch bestimmte Farben und Formen bestimmte Bereiche der Psyche angesprochen und stimuliert werden sollen. Ein Mandala kann
sowohl abstrakte Formen und Ornamente als auch Darstellungen von Tieren und anderem enthalten, ebenso wie alle möglichen Symbole aus Religion, Esoterik oder Psychologie.
Auch natürliche Motive können als Mandala dienen.

Nagamandala, Ashlesha bali und Sarpam thullal sind Ritualtheater im Süden des Bundesstaates Karnataka, bei denen der Schlangengott Naga in einem Mandala verehrt wird und
der Akteur durch das Mandala in einen Zustand der Besessenheit gerät.

Im chinesisch-japanischen Kulturraum sind Mandalas oft mit Schriftzeichen anstelle von Bildern gestaltet.

Verwendung des Begriffs Mandala in der westlichen Kultur


Umgangssprachlich meint Mandala im westlichen Kulturkreis unterschiedliche, auf ein Zentrum ausgerichtete geometrische, pflanzliche oder figürliche Motive, wie beispielsweise
das Mandala-Dach. Häufig wird der Begriff fälschlicherweise – denn es handelt sich hierbei um Meditationsbilder mit Mandala-ähnlichem Aufbau – auf runde Ausmalbilder, die in
Kindergärten und Grundschulen oder auch in Malbüchern verbreitet sind, angewendet. Gelegentlich werden auch Muster aus Gegenständen, die man in der Natur findet, etwa
farbige Steine und Pflanzen(-Teile), Mandala genannt. Unter diesen sind jahreszeitliche Mandalas besonders beliebt, z. B. Herbstmandalas, die üblicherweise aus bunten Blättern
oder Früchten gelegt werden.

Carl Gustav Jung verwendet Mandalas als psychologischen Ausdruck für die Gesamtheit des Selbst.

Weitere Mandala-Beispiele
https://de.wikipedia.org/wiki/Mandala 2/4
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Schematisches Mandala Tibetisches Mandala der Thangka im Vajrayana


„Herbstmandala“ in Deutschland
Naropa-Tradition mit der
tantrischen weiblichen
Gottheit Vajrayogini

Einzelnachweise
1. Mechthild Klein: Feiner Sand, tiefer Sinn. (http://www.deutschlandfunk.de/buddhismus-feiner-sand-tiefer-sinn.886.de.html?dram:article_id=357915)
Deutschlandfunk, 23. Juni 2016, abgerufen am 14. Juni 2017.

Literatur
Helmut Hansen: Die Physik des Mandala. Windpferd-Verlag, Aitrang 2007, ISBN 978-3-89385-525-4.
David L. Snellgrove: Borobudur: Stūpa or Maṇḍala? In: East and West, Vol. 46, No. 3/4, Istituto Italiano per l'Africa e l'Oriente (IsIAO), Dezember 1996, S.
477–483

Weblinks
Commons: Mandalas (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Mandalas?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und
Audiodateien
Alex Berzin: Bedeutung und Benutzung eines Mandala. (http://www.berzinarchives.com/web/de/archives/advanced/tantra/level1_getting_started/meaning_use
_mandala.html) (indisch-tibetischer Buddhismus)
Struktur des Mandalas. (http://www.thangka.de/Icono/mandala.htm) Dharmapala Thangka Center

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Diese Seite wurde zuletzt am 24. Februar 2019 um 10:49 Uhr bearbeitet.

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