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Bobath-Konzept

Definition: Bewegungstherapeutisches Konzept, welches im Rahmen der Rehabilitation von


Menschen mit Erkrankungen des ZNS (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose)
genutzt wird.

Pflegerische Ziele:
 Förderung der Körperwahrnehmung
 Normalisierung des Muskeltonus
 Anbahnung von normalen Bewegungsabläufen
 Alle an der Pflege und Therapie beteiligten Personen (auch Angehörige) müssen das
Konzept strickt umsetzen

„Pflegemix“-> Professionelle Pflege und leihen Pflege


Professionelle Pflege:
Betrachtet den Menschen ganzheitlich d.h. sie berücksichtigt alle Lebensumstände und die
Individualität in den 4 Handlungsfeldern.
Pflege findet in 4 Handlungsfeldern statt:
 Präventive Pflege
 Kurative Pflege
 Rehabilitative Pflege
 Palliative Pflege
Darüber hinaus:
 Pflegende betreuen und versorgen einzelne Menschen, Familien und ganze Gruppen
in allen Lebenssituationen eigenverantwortlich
 Pflegende gestalten das Gesundheits-/Pflegemanagement, Bildung und die
Gesundheitspolitik mit
 Pflegende berücksichtigen alle Aspekte des Lebens und der Gesundheitsversorgung
(physisch, psychisch und sozial) und fördern somit die Selbstbestimmung des
Menschen
 Pflegende arbeiten partnerschaftlich mit anderen Gesundheitsberufen, dem zu
Pflegenden und seinen Angehörigen zusammen.
Herausforderungen professioneller Pflege:
 Demografischer Wandel
 Veränderte Familienbilder
 Fachkräftemangel und hohe Nachfrage an Pflegekräften
 Positionierung der professionellen Pflege in der Gesellschaft und im
Gesundheitssystem

Salutogenese
Gegenteil der Pathogenese (Entstehung von Krankheit mit den Ursachen und Risikofaktoren
im Mittelpunkt. Dabei liegt der Fokus auf einer schnellen Diagnostik und der Behandlung der
Beschwerden. Unser Gesundheitssystem ist überwiegend pathogenetisch geprägt.
Definition: Aaron Antonovsky, fragt dem gegenüberstehend, warum Menschen trotz krank
machender Einflüsse gesund bleiben bzw. was Menschen gesund erhält.
4 Komponenten des Konzepts:
 Gesundheits-Krankheits-Kontinuum: Gesundheit/Krankheit als 2 Pole zwischen
denen sich der Mensch im Laufe seines Lebens hin und her bewegt. Pole können
nicht erreicht werden. Man hat immer gesunde und kranke Merkmale.
 Stressoren und Spannungszustände: Sind allgemein und wirken auf den Menschen
ein.
 Widerstandsressourcen: Wirken sich positiv auf den Umgang mit Stressoren aus, z.B.
körperliche Faktoren, finanzielle und soziale Rückhalte.
 Kohärenzgefühl: Grundeinstellung zur Welt und zum Leben, welche von 3 weiteren
Eigenschaften abhängig ist: Gefühl der Verstehbarkeit, Gefühl der Handhabbarkeit,
Gefühl der Sinnhaftigkeit.

Bedeutung für die Pflege:


 Salutogenese spielt wichtige Rolle für das Verständnis von Gesundheit und Krankheit.
 Aufgabe der Pflege: Alle gesundheitsfördernde Kräfte und Ressourcen des
Betroffenen gemeinsam mit ihm zu identifizieren und zu aktivieren.
 Pflegende fördern Verstehbarkeit und Handhabbarkeit einer Erkrankung durch
Beratung.

Solidaritätsprinzip
Neben den Kernprinzipien der Sozialversicherungen gibt es auch 6 Grundprinzipien:
Versicherungspflicht, Beitragsfinanzierung, Solidarität, Äquivalenz, Freizügigkeit,
Selbstverwaltung
Solidarität bedeutet, dass Versicherungsträger über ihren Beitrag die Risiken der anderen
mit tragen. Versicherten stehen, unabhängig von der Höhe der Beiträge, alle Leistungen zu
-> Gerechter Ausgleich zwischen: gesund/krank, alt/jung, Familien/Alleinstehenden, gut
und weniger gut Verdienenden.
Umlageverfahren: Als Teil des Generationenvertrags werden die Beiträge der einen
Generation für die Ausgaben der anderen verwendet. Cave! Demografischer Wandel stellt
dieses Prinzip vor eine Herausforderung (immer mehr Alte für die immer weniger Junge
zahlen müssen)

Notfallmaßnahmen und Ersterhilfe


(siehe gescannte Dokumente aus Pflegeexamen Kompakt I care )

Delegation
Definition: Das Weiterreichen von Aufgaben innerhalb eines Systems durch den Arbeitgeber
(Direktions- und Weisungsrecht). Dazu gehört in der Gesundheitsversorgung auch das
Übertragen von ärztlichen Aufgaben an das Pflegepersonal. Nicht alle Aufgaben können
delegiert werden. Unterschieden wird:
 Allgemeine delegationsfähige ärztliche Leistungen: Präsenz des Arztes nicht
notwendig. Nachdem er sich überzeugt hat, dass das Personal ausreichend
qualifiziert ist kann er die Aufgabe delegieren. Beispiele: Dauerkatheterwechsel,
Wechsel einfacher Verbände, Messverfahren.
 Im Einzelfall delegationsfähige ärztliche Leistungen: Ärzte müssen für den einzelnen
Fall entscheiden, ob die Pflegefachkraft die nötigen Kompetenzen für die
Maßnahmen besitzt, und das Risikopotenzial der Maßnahme für den Patienten
abwägen, beispielsweise bei Injektionen, Infusionen und Blutentnahmen.
 Nicht delegationsfähige ärztliche Leistungen: Diese Aufgaben müssen Ärzte selbst
durchführen, da sie besonders schwierige oder risikoreich sind (z.B. invasive
Eingriffe).
Verantwortungsbereiche:
 Anordnungsverantwortung: Wer delegiert, muss sicherstellen, dass die Anordnung
richtig, klar und eindeutig ist und die beauftragte Person die nötigen Kompetenzen
hat um diese auszuführen. Er hat gleichzeitig die Überwachungspflicht.
 Übernahme- und Durchführungsverantwortung: Wer eine Aufgabe übernimmt,
muss fachlich dazu in der Lage sein und die Verantwortung tragen. Bei der
Durchführung der Maßnahmen sollte sorgfältig und nach dem aktuellen
wissenschaftlichen Kenntnisstand gearbeitet werden. Bei nicht eindeutigen
Anweisungen sollte nachgefragt werden.
Schweigepflicht § 203/204 Strafgesetzbuch
 Keine Geheimnisse und Informationen des Patienten dürfen an Dritte weitergegeben
werden, die nicht an der Behandlung beteiligt sind (z.B. auch Angehörige oder
Freunde).
 Die Geheimhaltungspflicht gilt für medizinische und private Informationen.
 Pflegekräfte können durch eine ausdrückliche oder eine mutmaßliche Einwilligung
von der Schweigepflicht entbunden werden. Die Schweigepflicht gilt auch über den
Tod des Patienten hinaus und nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.