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Jugendbewegungen

in Vergangenheit
und Gegenwart

Elias Felix Häfele, 5ar


Portfolio Ethik
Jugendbewegungen

Jugenbewegungen in Vergangenheit und Gegenwart

Inhaltsverzeichnis
Einleitung................................................................................................................................................. 2
Jugendbewegungen vor dem 2. Weltkrieg.............................................................................................. 2
Katholische Jugendbewegungen ......................................................................................................... 2
Die Wandervögel ............................................................................................................................. 3
Der Österreichische Wandervogel (ÖWV)....................................................................................... 3
Jüdische Jugend ................................................................................................................................... 4
Die Sozialistische Arbeiter-Jugend (SAJ).............................................................................................. 5
Das österreichische Jungvolk .............................................................................................................. 5
Jugendlicher Widerstand..................................................................................................................... 5
Die Hitlerjugend .................................................................................................................................. 6
Moderne Jugendgruppen und ihre Merkmale ........................................................................................ 8
Die Hippies........................................................................................................................................... 8
Punk ..................................................................................................................................................... 8
Skinheads............................................................................................................................................. 9
Persönliche Einschätzung der Bedeutung von Jugendgruppen in der heutigen Gesellschaft .............. 10
Literaturverzeichnis ............................................................................................................................... 11
Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................... 12

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Jugendbewegungen

„Wenn die Eltern schon alles aufgebaut haben,


bleibt den Söhnen und Töchtern nur noch das Einreißen“.
Karl Kraus

Einleitung
In letzter Zeit gibt es immer mehr Jugendbewegungen, die sich von der generellen „Masse“
unterscheiden, in dem sie sich anders kleiden, auffälliger verhalten, oder auch anderweitig
vollkommen anders sind. In dieser Arbeit will ich die Situation der Jugendgruppen damals und
heute behandeln.

Zu einer bestimmten Jugendgruppe fühle ich mich nicht zugehörig, da ich mich selber als Indi-
vidualisten sehe.

Jugendbewegungen vor dem 2. Weltkrieg


Die Jugendbewegungen vor dem 2. Weltkrieg waren vor Allem politisch motiviert. Es gab libe-
ralistische, faschistische, neutrale, christliche, evangelische und jüdische. Diese politische
Grundausrichtung ging mit den Jahren verloren, Platz gemacht wurde den „Identitäts“-Ju-
gendgruppen.

Katholische Jugendbewegungen

In der katholischen Kirche entstanden zahlreiche Jugendbewegungen, die unter anderem aus
unabhängigen Gruppen entstanden und es zum Ziel hatten, so viele Jugendbewegungen wie
möglich unter „einen Hut“ zu bringen: den katholischen Hut.

Jedoch, als die Hitlerjugend kam, wurden die katholischen Jugendorganisationen Unter dem
Hakenkreuzbanner vereint. Das besiegelte vorerst das Ende ihrer Entwicklung.

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Die Wandervögel

Besonders bekannt sind die Wandervögel. Sie wurden schon


1896 gegründet und hatten zum Ziel, angeregt durch die Ideale
der Romantik, sich von den engen Vorgaben des schulischen und
gesellschaftlichen Umfelds zu lösen, um in freier Natur eine ei-
gene Lebensart zu entwickeln.

Damit stellten sie den Beginn der Jugendbewegung dar. Die Abbildung 1: Das Logo der Wander-
Wandervögel hatten auch große Auswirkungen auf die Reform- vögel - der „Wandervogelgreif“.
Quelle: www.wandervogel.de
pädagogik.

Gegenüber den Versuchen der politischen Einflussnahme und Vereinnahmung suchten die
Wandervogel-Verantwortlichen meist Neutralität zu wahren.

„Der Wandervogel von echtem romantischem Blute ist eine Mischung aus
einem deutschen Schüler, einem Kunden und einem fahrenden Scholasten
aus dem Mittelalter. […] Ein brauner dreckiger Kerl mit einem Schlapphut,
ein paar grün-rot-goldenen Bändern irgendwo, den Rucksack auf dem Bu-
ckel, draußen einen rußigen Kochtopf und auf der Schulter eine Guitarre, -
dieses Bild ging nie verloren, und wenn so ein Bengel des Mittags am See
stand, das ausgebrannte Feuer hinter sich, die krumme Tabakspfeife zwi-
schen den Zähnen und trotzig die Schultern emporgereckt, so war es, als ob
die Natur ihr Versöhnungsdenkmal schmückt.“ (Blüher 1976).

Insbesondere in und nach dem Ersten Weltkrieg kam es unter Mitgliedern von Wandervogel-
bewegung und Pfadfindern zu einer Neugruppierung und Vermischung. Daraus entstand in
einer zweiten Phase der Jugendbewegung die Bündische Jugend. Zu den eigentlichen Wan-
dervogel-Schwerpunkten, den Fahrten, dem Naturerleben und einer romantisch verklärten
Rückbesinnung auf die als ursprünglich empfundene Volkskultur, traten in der Bündischen Ju-
gend vermehrt das gesellschaftliche und politische Engagement hinzu.

Zwischen 1933 und 1935 wurden die verbliebenen Wandervogelbünde, ebenso wie die ande-
ren Gruppierungen der Bündischen Jugend, von den Nationalsozialisten verboten, unter-
drückt und in die Hitlerjugend überführt.

Der Österreichische Wandervogel (ÖWV)

Der ÖWW wurde 1911 vom Studenten Hans Mautschka (1888–1914) gegründet (Dokumenta-
tion 2003). Das Programm begründete sich zu einem Gutteil auf der Ablehnung der traditio-
nellen bürgerlichen Werte der späten Monarchiezeit.

„Die Wandervögel wollten ihr Leben einfach, gesund und naturbezogen ge-
stalten, sich abseits von gesellschaftlichen Konventionen kleiden und frei von
Suchtmitteln sein. Der Genuss von Alkohol, Nikotin und sonstigen Drogen
war im ÖWV seit jeher verpönt. Im Wandern, im gemeinsamen Singen, in
der Literatur, im Volkslied und -tanz sowie oft auch im Laienspiel wollten sie
ihre kulturellen Wurzeln finden. Interesse und Offenheit gegenüber anderen

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Kulturen fanden im Liedgut und in Auslandsfahrten ihren Ausdruck.“ (Ziemer


& Wolf 1961).

Allerdings orientierte sich der Österreichische Wandervogel deutschnational und antisemi-


tisch. So tönte der ÖWV 1913:

„Darum haben wir (…) kundgetan, daß wir weder Slaven, noch Wälsche,
noch Juden in unseren Reihen sehen wollen, weil wir, umbrandet von Frem-
den und durchsetzt von Mischlingen, unsere rassische Reinheit bewahren
müssen.“ (Adler 2001).

Schon von 1936 bis 1937 war der ÖWV verboten, weil der Austrofaschismus ein klares Be-
kenntnis zur Parteilinie forderte. Am 12. März 1938 wurde der ÖWV von der Reichsjugendfüh-
rung erneut aufgelöst; ein allerletzter Umzug in Wien wurde von der Hitler-Jugend überfallen
(Kos 2010).

Jüdische Jugend

Das Bedürfnis jüdischer Jugendlicher nach einer eigenständigen Form des Jugenderlebens war
vergleichbar mit dem der katholischen Altersgenossen. Aufgrund des verbreiteten Antisemi-
tismus in der deutschen Wandervogelbewegung sahen sie sich jedoch gezwungen, eigenstän-
dige Verbände zu schaffen. Vor
diesem Hintergrund entstand
1912/13 der zionistisch geprägte
„Jüdische Wanderbund Blau-
Weiß". Bereits drei Jahre später
gründete sich mit den „Kamera-
den - Deutsch-jüdischer Wander-
bund" ein Pendant aus assimi-
lierten, deutsch-jüdischen Bevöl-
kerungskreisen. Beide Bünde be-
dienten das Bedürfnis der Ju-
gendlichen nach Gemeinschafts-
erleben, nach Fahrten und
Heimabenden (NS-Dokumentati-
Abbildung 2: Ortsgruppe Köln des „Bund deutsch-jüdischer Jugend"(BDJJ) bei
onszentrums der Stadt Köln
einem Ausflug. Quelle: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.
2016).

Die jüdischen Schülerinnen und Schüler bekamen bereits 1933 die Auswirkungen der NS-
Machtübernahme zu spüren. In den meisten Schulen schlug ihnen die feindliche Stimmung
der Schüler- und Lehrerschaft entgegen. Der Besuch mittlerer und höherer Schulen wurde an
Quoten gebunden, sodass viele Jugendliche den Schulbesuch bereits vorzeitig nach der Volks-
schule abbrechen mussten. Im Jahr 1938 wurde allen jüdischen Jungen und Mädchen der Be-
such öffentlicher Schulen gänzlich verboten. Nur die rein jüdischen Schulen standen den Kin-
dern noch offen (NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln 2016).

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Mit dem Nationalsozialismus wurden diese Jugendverbände auch verboten, die meisten jener
Mitglieder, die nicht fliehen konnten, kamen in Konzentrationslagern um.

Die Sozialistische Arbeiter-Jugend (SAJ)

Die SAJ war ein sozialistischer Jugendverband im Umkreis der sozialdemokratischen Parteien
in Deutschland und Österreich.

In Österreich bestand sie von 1919 bis 1934 als politische Jugendorganisation im Rahmen der
österreichischen Sozialdemokratie. Sie ging aus dem „Verband jugendlicher Arbeiter“ hervor,
1934 wurde sie von der austrofaschistischen Diktatur verboten, in der Illegalität wirkte bis
1938 die „Revolutionäre Sozialistische Jugend“ (RSJ) weiter (Knapmayer 2016).

Das österreichische Jungvolk

Die austrofaschistische Regierung gründete 1936 eine österreichische Staatsjugendorganisa-


tion. Das österreichische Jungvolk (ÖJV), das ca. 130.000 Jugendliche organisierte, entstand
aus dem Zusammenschluss mehrerer als „staatstreu“ geltender Jugendorganisationen. Von
den Aktivitäten ähnlich den ursprünglichen Organisationen (Sport, gemeinsame Ausflüge, Ge-
sang etc.), unterschied sich das österreichische Jungvolk durch autoritäre Führung und die
Aufgabe, die österreichischen Jugendlichen „zu geistig und körperlich tüchtigen Menschen
und vaterlandstreuen Staatsbürgern im Sinne der Zielsetzung der Vaterländischen Front her-
anzubilden“ (Kreisky Archiv 2016).

Jugendlicher Widerstand

Es gab auch Jugendliche, die sich den nationalsozialistischen Jugendgruppen entzogen und
eine kritische Haltung zum Regime einnahmen.

Ein Beispiel für jugendliche Opposition waren z. B. in Wien die „Schlurfs 1“. Diese meist aus der
Arbeiterklasse stammenden männlichen Jugendlichen widersetzten sich mittels Kleidung, Fri-
sur, Körperhaltung und Lebensstil dem soldatischen Männlichkeitsbild der Nationalsozialisten.
Sie trugen betont elegante Kleidung, die Haare vergleichsweise lang und pomadisiert und ver-
anstalteten heimliche Tanzabende, wo die damals verbotene Swing-Musik gespielt wurde.
Obwohl die „Schlurfs“ keinen politischen Widerstand leisteten, stigmatisierte das Regime
diese Jugendbewegung als bedrohlich. Die Schlurffrisur (mit „Schwalbenschwanz“) wurde als
sichtbares Zeichen des Widerstandes gedeutet und von der Hitler-Jugend verfolgt: Oftmals
wurde gefassten Schlurfs, auf die häufig regelrecht Jagd gemacht wurde, strafweise mit einer

1
Ein „Schlurf“ war vor dem 2. WK die Bezeichnung für einen männlichen jugendlichen Herumtreiber, der unter anderem durch seine Frisur
(lange Haare und überlange Koteletten) auffiel. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es die Bezeichnung „Pülcher“ (im Sinne des beschäftigungs-
losen Herumtreibers), danach (insbesondere im Pratermilieu) den „Strizzi“. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblasste die Erinnerung an ei-
nen Schlurf als Teil einer Jugendbewegung allmählich, und man verstand in den fünfziger Jahren unter einem Schlurf wieder einen Herum-
treiber (Felix Czeike 2014).

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Handhaarschneidemaschine von der Stirn bis in den Nacken ein kahler Streifen geschoren (Fe-
lix Czeike 2014).

Darüber hinaus gab es junge Menschen, die sich bewusst für die politische Opposition ent-
schieden. Jugendliche aus unterschiedlichsten politischen Lagern, aus der kommunistischen
Jugend ebenso wie aus dem katholischen oder sozialdemokratischen Umfeld, leisteten durch
Zusammenkünfte und die Verteilung von Flugzetteln Widerstand. Viele von ihnen gerieten in
die Fänge der Gestapo 2 und der NS-Justiz und wurden ungeachtet ihres jugendlichen Alters
verfolgt, verhaftet und oft auch hingerichtet.

Die Hitlerjugend

Die erste Amtshandlung Baldur von Schirachs


nach seiner Ernennung zum Jugendführer des
Deutschen Reiches am 17. Juni 1933 bestand
darin, den Reichsausschuss der deutschen Ju-
gendverbände und den Großdeutschen Bund
aufzulösen sowie dessen gesamtes Eigentum
zu beschlagnahmen. So kam es, dass die Hit-
lerjugend und ihr „Ableger“ für Mädchen, der
„Bund deutscher Mädels“ 98 % aller „deut-
schen“ Jugendlichen vereinte. Ihr Ziel bestand
in der Verehrung Adolf Hitlers und darin, Abbildung 3: Baldur von Schirach (2.v.l.) und Emil Klein
„richtige deutsche Männer und Frauen“ zu er- mit HJ-Angehörigen bei einem Gebietstreffen in Mün-
ziehen. chen, August 1934. Quelle: Sauerwein 2016.

„In unseren Augen muss der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank
sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl!“
(AWGZWEI 2012).

Diese - später zum geflügelten Wort avancierten


- Attribute forderte Adolf Hitler von der deut-
schen Jugend am 14. September 1935 in seiner
Rede zu den „Erziehungszielen der NSDAP“ vor
rund 50.000 begeisterten HJ-Jungen im Nürn-
berger Stadion (AWGZWEI 2012).

Die Zugehörigkeit zu dieser Jugendgruppe war


nicht mehr freiwillig, sondern mit dem Gesetz
über die Hitler-Jugend vom 1. Dezember 1936
für alle verpflichtend. Abbildung 4: 50.000 HJ-Jungen im Nürnberger Stadion
jubeln zu einer Rede Adolf Hitlers zu den
Erziehungszielen der NSDAP. Quelle:
https://youtu.be/Kqf6w829GEE

2
Die Geheime Staatspolizei, auch kurz Gestapo genannt, war ein kriminalpolizeilicher Behördenapparat und die Politische Polizei während
der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 (O A 2016a).

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„Von der Jugend hängt die Zukunft des deutschen Volkes ab. Die gesamte
deutsche Jugend muß deshalb auf ihre künftigen Pflichten vorbereitet wer-
den. Die Reichsregierung hat daher das folgende Gesetz 3 beschlossen, das
hiermit verkündet wird:

§ 1 Die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes ist in der Hit-
lerjugend zusammengefaßt.
§ 2 Die gesamte deutsche Jugend ist außer in Elternhaus und Schule in der
Hitlerjugend körperlich, geistig und sittlich im Geiste des Nationalsozialismus
zum Dienst am Volk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen.“ (Reichsregie-
rung 1936).

Mitglieder der Hitlerjugend, vor allem auch deren Führer


wurden schon von Beginn des 2. Weltkriegs an zum Kriegs-
dienst herangezogen (durch sogenannte „freiwillige Mel-
dungen zur Wehrmacht“). So gab es auch eine Eliteeinheit
„Hitlerjugend“, welche aus 16-18 jährigen Jugendlichen be-
stand und fast vollständig dem Krieg zum Opfer fiel (Bulitta
& Bulitta 2010).

Wie alle Organisationen der NSDAP wurde die Hitlerjugend


1945 aufgelöst (Reichsregierung 1936).

Abbildung 5: Das Propagandaplakat


will noch nicht wehrpflichtige HJ-Ju-
gendliche anwerben, sich freiwillig zur
Wehrmacht zu melden. Quelle: (DHM
2016).

3
Gesetz über die Hitlerjugend vom 1. Dezember 1936. Aufgehoben durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 (Reichsre-
gierung 1936).

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Moderne Jugendgruppen und ihre Merkmale


In den 60er- und 70er-Jahren war die Jugend rebellisch, sie ging zur etablierten Kultur auf
Konfrontationskurs. Jeder, der über dreißig war, galt automatisch als „Spießer“. Dröhnende
Gitarren, unangepasste Kleidung und Aufbegehren gegen die Welt und die Werte der Väter-
generation – damals lief alles auf Provokation hinaus.

Die Hippies

Die bekanntesten Vertreter dieser Jugendkultur waren die Hippies.

Das Ziel der Hippies war eine

„antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassen-


unterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.
[…]“ (Farin 2010)

Musik, besonders Blues und Konzeptalben wie „Sgt. Pepper“ von den Beatles, „Tommy“ von
den Who, lange, textstarke Songs von Frank Zappa und den bei uns weniger bekannten
Grateful Dead spielte im Leben der Hippies eine große Rolle. Die
Musik und die Kunst wurden immer surrealer, was wohl auch am
Drogenkonsum lag. Neben Marihuana war LSD die bewusstseins-
erweiternde Droge der Wahl.

Die Hippies setzen im Gegensatz zum Etablissement auf Fühlen


statt Denken.

Einer der Vordenker der Hippies, Timothy Leary 4, musste schließ-


lich auch eingestehen, dass „Psychedeliker eher dazu neigen, sich
passiv zu verhalten“ (Farin 2010). Aus diesem Grund fand die be-
absichtigte Revolution auch nicht statt und die Strömung verlief
sich über die Jahre. Jedoch erleben die Mode und die Musik der Abbildung 6: Moderner Hippie
Hippies immer wieder Revivals und Literatur und Film beschäftigen auf Protest gegen Krieg.
Quelle: (Occupy Toronto
sich regelmäßig mit der Generation der Hippies und deren Nach- 2011).
kommen.

Punk

Fast gleichzeitig mit den Hippies entstand die Jugendkultur der Punks in New York. Es ging vor
allem darum, Spaß in der Gemeinschaft zu haben, andere mit dem Aussehen zu provozieren
und so viele Drogen wie möglich zu konsumieren. Wenn man ihnen auf der Straße begegnet,
stechen sie durch ihre meist gefärbten Haare und zahlreichen Piercings deutlich aus der

4 Timothy Francis Leary (1920 - 1996) war ein US-amerikanischer Psychologe, Autor und „Guru“ der Hippie-Bewegung. Leary wurde in den

1960er und 1970er Jahren dafür bekannt, dass er den freien und allgemeinen Zugang zu „psychedelischen“ (bewusstseinsverändernden)
Drogen wie LSD, Mescalin oder Psilocybin propagierte (O A 2016b).

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Menge heraus. Da sie ein Musikgenre regelrecht er-


fanden, wurde es auch nach ihnen benannt: Der
Punk-Rock. Man darf Punks nicht mit Emos verwech-
seln, da Emos eher einen tristeren Blick auf das Le-
ben werfen, während sich die Punks mit rauschigen
Partys und viel sozialer Interaktion das Leben bunter
gestalten. Die Punks hatten (trotz ihrer nicht über-
sehbaren ästhetischen Unterschiede) zu ihrer Zeit
ähnliche Ziele wie die Hippies: gegen Krieg und für
Drogen. Abbildung 7: Cover eines MC-Musiksamplers mit
Punk-Songs von heimischen Punk-Bands. Quelle:
(SRA 2016).

Auch heute noch gibt es Punks. Sie definie-


ren sich mehr über ihre Musik, sehr schnell
gespielten Rock´n Roll, ihre Kleidung und die
(durchaus gestylte) Frisur, haben aber mit
jenen Jugendlichen, die in den 70er Jahren
vor allem in den USA und England das Es-
tablishment verachteten, nicht mehr viel ge-
meinsam.

Abbildung 8: Moderne Punks auf einem Festival in Blackpool,


England, 2015. Quelle: Keegan 2015.

Skinheads

Die Skinheads sind in den 1950er Jahren in Arbei-


tervierteln Nordenglands entstanden. Nicht etwa
als rechtsradikale Gruppe, sondern die rasierte
Glatze und das martialische Auftreten dienten
dazu, die Männlichkeit der Jugendlichen zu beto-
nen. Zum Männerkult gehörte (und gehört immer
noch) es, sich ständig zu prügeln. Schon zu Beginn
waren asiatische Einwanderer ein bevorzugtes Ziel
dieser Prügeleien, jedoch waren alle, die nicht dazu
gehörten, gern gesehene Sparringpartner.

Die deutschen Skins entstanden aus der Punk-Be- Abbildung 10: Jugendliche Skinheads im Film
"This is England", 2007. Quelle: Geoff 2011.
wegung, welche mit den Jahren immer mehr kom-
merzialisiert wurde. Die Skins waren einfach die
härteren Punks.

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Freundschaften und Zugehörigkeit, die sich durch die gleiche Kleidung, das Hören derselben
Musik und den Stolz auf die Arbeiterklasse ausdrückt, sind immer noch die Hauptthemen aller
Skins. Das Bild der Skinheads in der heutigen Wahrnehmung wird jedoch fast ausschließlich
durch die Nazi-Skins geprägt.

Persönliche Einschätzung der Bedeutung von Jugendgruppen


in der heutigen Gesellschaft
Ich finde, dass Jugendgruppen sehr wichtig für die Identitätssicherung vieler Jugendlicher
sind. Erfahrungen in oder mit Mitgliedern einer Jugendgruppe hatte ich jedoch noch nicht,
deshalb ist es schwierig, mir eine Meinung über diese zu bilden. Persönlich hätte ich kein Inte-
resse, einer Jugendbewegung beizutreten, da ich eine individuelle Person mit einer Erfah-
rungswelt meiner Wahl bleiben möchte. Ich sehe aber keine Probleme bei nicht-extremisti-
schen Jugendgruppen, da diese sehr wohl für junge Leute Schutz und Zugehörigkeit bieten
können.

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Literaturverzeichnis

Adler, Benjamin Benno 2001. Esra: die Geschichte eines orthodox-jüdischen Jugendbundes zur
Zeit der Weimarer Republik. Wiesbaden: Harrassowitz.

AWGZWEI 2012. Adolf Hitler - speech (English Subtitles). https://www.y-


outube.com/watch?v=EV9kyocogKo [Stand 2016-06-5].

Blüher, Hans 1976. Wandervogel 1-3: Geschichte einer Jugendbewegung. 5. Aufl., Nachdr.
Frankfurt am Main: Dipa-Verl.

Bulitta, Hildegard & Bulitta, Erich 2010. Um die Jugend betrogen – Kindersoldaten.
http://www.volksbund.de/fileadmin/redaktion/BereichInfo/BereichPublikationen/Frie-
denserziehung/Handreichungen/0082_Kindersoldaten.pdf [Stand 2016-06-5].

Dokumentation, Österreichisches Biographisches Lexikon und biographische 2003.


Mautschka, Hans. ISBN 978-3-7001-3213-4. http://www.biogra-
phien.ac.at/oebl/oebl_M/Mautschka_Hans_1888_1914.xml [Stand 2016-06-5].

Farin, Klaus 2010. Die Hippies | bpb. http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/jugendkulturen-


in-deutschland/36172/die-hippies [Stand 2016-06-12].

Felix Czeike 2014. Schlurf – Wien Geschichte Wiki. https://www.wien.gv.at/wiki/in-


dex.php?title=Schlurf [Stand 2016-06-5].

Knapmayer 2016. Sozialistische Arbeiter-Jugend – Falconpedia. http://www.falconpedia.de/in-


dex.php5?title=SAJ [Stand 2016-06-5].

Kos, Wolfgang 2010. Kampf um die Stadt: Politik, Kunst und Alltag um 1930. Czernin.

Kreisky Archiv 2016. Zwischenkriegszeit. http://www.erinnerungs-


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NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln 2016. Jugend 1918-45. http://www.jugend1918-


1945.de/thema.aspx?s=3444# [Stand 2016-06-5].

O A 2016a. Geheime Staatspolizei. Wikipedia. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Ge-


heime_Staatspolizei&oldid=154726273 [Stand 2016-06-5].

O A 2016b. Timothy Leary. Wikipedia. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Timo-


thy_Leary&oldid=155056975 [Stand 2016-06-12].

Reichsregierung 1936. Gesetz über die Hitlerjugend (1936). http://www.verfassun-


gen.de/de/de33-45/hitlerjugend36.htm [Stand 2016-06-5].

Ziemer, Gerhard & Wolf, Hans 1961. Wandervogel und Freideutsche Jugend. 2. Aufl. Bad
Godesberg: Voggenreiter.

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Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: DAS LOGO DER WANDERVÖGEL - DER „WANDERVOGELGREIF“. QUELLE: WWW.WANDERVOGEL.DE ........................ 3
ABBILDUNG 2: ORTSGRUPPE KÖLN DES „BUND DEUTSCH-JÜDISCHER JUGEND"(BDJJ) BEI EINEM AUSFLUG. QUELLE: NS-
DOKUMENTATIONSZENTRUM DER STADT KÖLN. ........................................................................................................ 4
ABBILDUNG 3: BALDUR VON SCHIRACH (2.V.L.) UND EMIL KLEIN MIT HJ-ANGEHÖRIGEN BEI EINEM GEBIETSTREFFEN IN MÜNCHEN,
AUGUST 1934. QUELLE: SAUERWEIN 2016............................................................................................................. 6
ABBILDUNG 4: 50.000 HJ-JUNGEN IM NÜRNBERGER STADION JUBELN ZU EINER REDE ADOLF HITLERS ZU DEN ERZIEHUNGSZIELEN
DER NSDAP. QUELLE: HTTPS://YOUTU.BE/KQF6W829GEE ...................................................................................... 6
ABBILDUNG 5: DAS PROPAGANDAPLAKAT WILL NOCH NICHT WEHRPFLICHTIGE HJ-JUGENDLICHE ANWERBEN, SICH FREIWILLIG ZUR
WEHRMACHT ZU MELDEN. QUELLE: (DHM 2016). ................................................................................................... 7
ABBILDUNG 6: MODERNER HIPPIE AUF PROTEST GEGEN KRIEG. QUELLE: (OCCUPY TORONTO 2011). ......................................... 8
ABBILDUNG 7: COVER EINES MC-MUSIKSAMPLERS MIT PUNK-SONGS VON HEIMISCHEN PUNK-BANDS. QUELLE: (SRA 2016)......... 9
ABBILDUNG 8: MODERNE PUNKS AUF EINEM FESTIVAL IN BLACKPOOL, ENGLAND, 2015. QUELLE: KEEGAN 2015. ........................ 9
ABBILDUNG 8: MODERNE PUNKS AUF EINEM FESTIVAL IN BLACKPOOL, ENGLAND, 2015. QUELLE: KEEGAN 2015. ........................ 9
ABBILDUNG 9: JUGENDLICHE SKINHEADS IM FILM "THIS IS ENGLAND", 2007. QUELLE: GEOFF 2011. ......................................... 9

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