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Dr.

Franz Häfele
Sein Leben und Werk

Abb. 1: Dr. Franz Häfele, ca. 1923 (Quelle: Familienbesitz)

Elias Häfele, 7ar, Jänner 2018

Dr. Franz Häfele - Sein Leben und Werk. Elias Häfele, 7ar 1
Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk ............................................................................................................................................ 3


Nachrufe und Würdigungen .......................................................................................................................... 5
Quellenverzeichnis ........................................................................................................................................ 7
Abbildungsverzeichnis ................................................................................................................................... 7

Dr. Franz Häfele - Sein Leben und Werk. Elias Häfele, 7ar 2
Leben und Werk

Dr. Franz Häfele wurde am 23. Februar 1889 in Hohenems (Vorarlberg, Österreich) geboren. Er
besuchte das Staatsgymnasium in Feldkirch, wo er 1913 maturierte. Anschließend studierte er,
zeitweilig durch Kriegsdienst im ersten Weltkrieg unterbrochen, an der Universität Innsbruck
Geschichte und Geografie und promovierte dort 1917. Seine Doktorarbeit trug den Titel
„Beiträge zur Geschichte des Grafen Jakob Hannibal von Hohenems“ (Schwarz 1972.: 354).
Nach Ablegung der Lehramtsprüfungen unterrichtete Häfele zwei Jahre am Staatsgymnasium in
Dux, einer Stadt in Nordböhmen.
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie schied er freiwillig aus dem Schuldienst aus, da er
nicht tschechischer Staatsbürger werden wollte. In den Jahren bis zum zweiten Weltkrieg
arbeitete er vor allem freiberuflich als Forscher und Herausgeber historischer und
volkskundlicher Beiträge, als Leiter der Arbeiterkammer-Büchereien in Feldkirch, Dornbirn und
Bregenz und als Bauer auf dem elterlichen Anwesen.
Sein Hauptwerk „Aufsätze und Bilder aus der Geschichte Vorarlbergs und seiner Umgebung“
erschien 1922 im Selbstverlag und war rasch vergriffen (Tiefenthaler 1947: 4).
In den 1930er Jahren heiratete er Viktoria,
genannt Dora, geborene Demmel, mit der
er neun Kinder hatte. Durch die Auflösung
der Arbeiterkammern nach der Besetzung
Österreichs durch Hitler-Deutschland verlor
er seine Anstellung. Einige Monate später
wurde er als Bibliothekar ins Vorarlberger
Landesarchiv berufen und die – für ihn
nervtötende – Verwaltung der
Lebensmittelkarten wurde ihm ebenfalls
anvertraut.
Nach Kriegsende erhielt er den Auftrag, die
Schul- und Volksbüchereien von
nazistischer Lektüre zu säubern.
Ein harter Schicksalsschlag traf ihn und
seine vielköpfige Familie am 2. Mai 1945.
Im Zuge der Kampfhandlungen bei der
Einnahme Vorarlbergs durch die
französischen Truppen wurde sein Haus
beschossen und brannte vollständig
Abb. 2: Franz Häfele mit Tochter Rösle ca. 1936
(Quelle: Familienbesitz). nieder. (Schwarz 1972: 357) Mit dem Haus
verbrannten nicht nur das persönliche Hab
und Gut – so sind beispielsweise nur zwei Fotos aus der Zeit vor dem Brand im Familienbesitz
erhalten – sondern auch alle seine Bücher und wertvollen Aufzeichnungen. Besonders

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schmerzlich war der Verlust seiner bereits im Manuskript fertiggestellten „Heimatkunde“, die er
nach Kriegsende herausgeben wollte. Auch die kostbaren Bücher und Familienpapiere seines
jüdischen Freundes, Professor Hans Elkan, welche dieser ihm vor dem Abtransport ins
Konzentrationslager Theresienstadt 1942 übergeben hatte, wurden vernichtet.
Der Verlust eines großen Teils seiner wissenschaftlichen Arbeiten, die Sorge um die Familie, die
harte Arbeit beim Wiederaufbau des Hauses und eine nicht ausgeheilte Grippe führten am 19.
April 1947 zum Tod des Heimatforschers.
Häfele veröffentlichte in heimatkundlichen und wissenschaftlichen Zeitschriften des Landes
etwas 150 Aufsätze, unter anderem über Hieronymus Münzer, Joachim Rhetikus, über
Vorarlberger Bauleute, das historische Geschehen in Vorarlberger Städten und Burgen (Bertsch
1972: 353–360).
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschungen und schriftstellerischen Arbeit waren Vorarlberger
Sagen. So ist er etwa im Buch des Schrunser Heimatschriftstellers Richard Beitl „Im Sagenwald“
mit 57 Hohenemser Sagen vertreten. (Beitl 2006)
Darüber hinaus war Häfele auch als politischer Mandatar in seiner Heimatgemeinde Hohenems
tätig. „Er hatte reges Interesse am politischen Geschehen und am öffentlichen Leben, er war
ein Verfechter der sozialistischen Idee“ (Tiefenthaler 1947: 3). Bis 1934 und nach dem Krieg
war er Mitglied der sozialistischen Partei.

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Nachrufe und Würdigungen

Exemplarisch möchte ich auf drei Würdigungen, welche Dr. Franz Häfele nach seinem Tod zuteil
wurden, eingehen.

Schon 1947 beschloss der Stadtrat


von Dornbirn, den Straßenzug
Bongat-Lustenauerstraße in
Dr. Franz-Häfele-Straße
umzubenennen.

Abb. 3: Dr. Franz-Häfele-Straße, Dornbirn


(Quelle:stadtplanoesterreich.at)

In Hohenems wurde 1958 eine


Abzweigung von der Radetzkystraße
in Dr.-Häfele-Straße umbenannt
(Uysal 2013)

Abb. 4: Dr.-Häfele-Straße Hohenems


(Quelle: stadtplanoesterreich.at)

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Der Kulturkreis Hohenems würdigte im Jahr
2004 im Rahmen seiner Schriftenreihe Franz
Häfele mit einem umfangreichen Band „Beiträge
zur Geschichte Vorarlbergs“ (Häfele 2004).

Abb. 5: "Beiträge zur Geschichte Vorarlbergs"


(Quelle: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek)

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Quellenverzeichnis

Beitl, Richard (2006): Im Sagenwald: neue Sagen aus Vorarlberg. Reprint der Orig.-Ausg.
Feldkirch, Montfort-Verl. Kreissl, 1953. Braunschweig: Archiv-Verl. (Sagen).

Bertsch, Amalie (1972): „Bibliographie der Arbeiten von Dr. Franz Häfele“. In: Montfort. 1
(1972), S. 353–360.

Häfele, Franz (2004): Beiträge zur Geschichte Vorarlbergs. Hohenems: Kulturkreis Hohenems
(Schriftenreihe des Kulturkreises Hohenems).

Schwarz, Artur (1972.): „ÖNB-ANNO - Montfort“. ANNO. Historische Österreichische Zeitschriften.


Abgerufen am 05.01.2018 von http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-
plus?apm=0&aid=mft&datum=1972&page=369.

Tiefenthaler, Meinrad (1947): „Dr. Franz Häfele als Heimatforscher“. In: Vorarlberger Volkswille.
(1947), S. 4.

Uysal, Emir (2013): „Die Straßen von Hohenems und ihre Geschichte (Teil 16)“. vol.at.
Abgerufen am 05.01.2018 von http://www.vol.at/die-strassen-von-hohenems-und-ihre-
geschichte-teil/3740728.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Dr. Franz Häfele, ca. 1923 (Quelle: Familienbesitz) .......................................................................... 1


Abb. 2: Franz Häfele mit Tochter Rösle ca. 1936 (Quelle: Familienbesitz). ................................................. 3
Abb. 3: Dr. Franz-Häfele-Straße, Dornbirn (Quelle:stadtplanoesterreich.at) ............................................... 5
Abb. 4: Dr.-Häfele-Straße Hohenems (Quelle: stadtplanoesterreich.at) ..................................................... 5
Abb. 5: "Beiträge zur Geschichte Vorarlbergs" (Quelle: Katalog der Deutschen Nationalbibliothek) ......... 6

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