Sie sind auf Seite 1von 26

Anatomie

Lexikon von Dr. Gumpert


Das Bewegungssystem
Um Beschwerden am Bewegungsapparat diagnostizieren zu können ist eine Kenntnis der Anatomie
notwendig.
Die Anatomie des Bewegungsapparats befasst sich mit der Lehre von:
1. Anatomie der Knochen
2. Bänder
3. Anatomie der Gelenke
4. Anatomie der Muskulatur
5. Sehnen

1. Anatomie der Knochen

Das Skelett des erwachsenen Menschen besteht aus mehr als 200 verschiedenen Knochen, die sich in
Form, Größe und Stabilität stark unterscheiden - je nachdem welche Aufgaben sie erfüllen müssen.
Schädel
Der Schädel besteht aus vielen verschiedenen Knochen, die beim ausgewachsenen Menschen fest
miteinander verwachsen sind.
Er wird weiter unterteilt in Gehirnschädel (lat.: Neurocranium) und Gesichtsschädel (lat.:
Viscerocranium).

Oberarmknochen
Der Oberarmknochen wird medizinisch auch als Humerus bezeichnet. Der Oberarmknochen bildet mit
dem Schulterblatt das Schultergelenk und mit Elle und Speiche das Ellenbogengelenk.

Schulterblatt
Das Schulterblatt (lat.: Scapula) ist ein flacher, annähernd dreieckiger Knochen und die Verbindung
zwischen Oberarm und Rumpf.
Die Schulterhöhe, der äußere Bereich des Schulterblattes, bildet zusammen mit dem Schlüsselbein (lat.:
Clavikula) und dem Oberarmknochen das Schultergelenk.
Elle
Die Elle wird medizinisch auch als Ulna bezeichnet. Sie bildet mit der Speiche (Radius), die Knochen
des Unterarms.

Speiche
Die Speiche (lat.: Radius) bildet mit der Elle (lat.: Ulna), die Knochen des Unterarms.

Handwurzel
Die Handwurzel besteht aus 8 kleinen Knochen, die gemeinsam das knöcherne Skelett der Hand bilden.
Sie sind in zwei verschiedenen Reihen gelegen, von denen die erste zusammen mit der Speiche das
Handgelenk bildet.

Schlüsselbein (Clavicula)
Das Schlüsselbein (lat.: Clavicula) ist ein ca. 12 – 15 cm langer, S-förmig gebogener Knochen.
Es gehört zum Schultergürtel und verbindet das Brustbein (Sternum) mit der Schulterhöhe (lat.:
Acromion), einem Teil des Schulterblattes (lat.: Scapula).

Brustkorb
Der Brustkorb (lat.: Thorax) umschließt knöchern die Lunge und das Herz.
Er wird von den Rippen, dem Brustbein und der Brustwirbelsäule gebildet.
Neben dieser Schutzfunktion spielt er für die Atemtätigkeit eine wesentliche Rolle.

Brustbein
Am Brustbein (lat.: Sternum) enden die Rippen (lat.: costae) auf der Vorderseite des Brustkorbs (lat.:
thorax).

Rippen
Der Mensch besitzt 12 Rippenpaare (lat.: costae), die alle mit unserer Brustwirbelsäule verbunden sind
und die Form des Brustkorbs bestimmen.
Sie schützen die Organe des Brustkorbs, und sind wichtiger Bestandteil des Atemapparates.

Beckenknochen
Das knöcherne Becken besteht aus verschiedenen Knochen: den beiden Hüftbeinen (Os coxae), dem
Steißbein (Os coccygis) und dem Kreuzbein (Os sacrum). Es verbindet Wirbelsäule und unteren
Extremität gelenkig.
Der knöcherne Aufbau des Beckens unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern aufgrund der
anatomischen Voraussetzung zur Geburt eines Kindes.
Oberschenkelknochen
Der Oberschenkelknochen (lat.: Femur) stellt den einzigen Knochen des Oberschenkels dar. Er
überträgt die Kraft vom Becken auf das Kniegelenk.

Kniescheibe
Die Kniescheibe (lat.: Patella) gehört zum Kniegelenk. Ihre Aufgabe besteht in der Kraftumleitung
der Oberschenkelmuskulatur auf das Schienbein (lat.: Tibia).

Schienbein
Das Schienbein (lat.: Tibia) überträgt nahezu 100 % der Kraft vom Kniegelenk auf das obere
Sprunggelenk.

Wadenbein
Das Wadenbein (Fibula) bildet mit dem Schienbein die beiden Knochen des Unterschenkels.
Am Kniegelenk hat das Wadenbein nur eine untergeordnete Rolle. Am Sprunggelenk bildet es den
Außenknöchel.

Fußknochen
Ähnlich wie die Hand besteht auch der Fuß aus mehreren kleinen Knochen, die untereinander mit
Bändern verbunden sind.
Die größten Knochen des Fußes sind das Sprungbein, welches zusammen mit Schien- und Wadenbein
das obere Sprunggelenk bildet, und das Fersenbein, ein wichtiger Bestandteil des unteren
Sprunggelenkes.

Wirbelsäule
Die Wirbelsäule glieder sich in die Halswirbelsäule (HWS), die Brustwirbelsäule (BWS) und die
Lendenwirbelsäule (LWS). Sie ist extrem wichtig für die Statik des menschlichen Körpers.
Insgesamt beschreibt die Wirbelsäule bei einem gesunden Menschen eine S-förmigen Krümmung.
Diese spezielle Form dient der Abfederung von Stößen.
Die Wirbelsäule ist abwechselnd aus knöchernen Wirbelkörpern und den Bandscheiben aufgebaut.
Zwischen den Wirbeln finden sich kleine Gelenke, die das Vorwärts- und Seitwärtsneigen des Körpers
ermöglichen

 Halswirbelsäule
Die Halswirbelsäule (HWS), der oberste Abschnitt der Wirbelsäule, besteht aus 7 Wirbeln.
Die oberen beiden, Träger (lat.: Atlas) und Dreher (lat.: Axis) bilden das Kopfgelenk, welches das
Drehen und Neigen des Kopfes ermöglicht.
 Brustwirbelsäule
An den zwölf Wirbeln der Brustwirbelsäule (BWS) setzen die Rippen an, die vom Rücken zum
Brustbein ziehen, und so die knöcherne Form des Brustkorbes bestimmen.
Hierdurch bedingt ist die Brustwirbelsäule weniger beweglich als die anderen Abschnitte der
Wirbelsäule.

Lendenwirbelsäule
Die aus 5 Wirbelkörpern bestehende Lendenwirbelsäule (LWS) trägt das Hauptgewicht des Körpers.
Sie verbindet Brustwirbelsäule und Beckenbereich, wo sie mit dem Kreuzbein (lat.: Os sacrum) in
Verbindung steht.

2. Bänder
Bänder bestehen wie Sehnen aus bindegewebigen Fasern. Sie verbinden allerdings nicht Muskeln und
Knochen, sondern bewegliche Teile des Knochenskeletts.
Sie sind deutlich starrer als Sehnen, und dienen der Stabilisation von Knochen und Gelenken. So
geben sie die mögliche Bewegungsausmaße eines Gelenkes vor, und halten stark beanspruchte
Bereiche in Form.
Besonders ausgeprägt ist dies beispielsweise am Sprunggelenk.

3. Anatomie der Gelenke

Ein wichtiger Bestandteil des Bewegungsapparates sind die Gelenke: Nur durch sie ist es möglich,
dass Knochen nicht starr fixiert, sondern auch gegeneinander beweglich sind.
In Folge erhalten Sie eine Übersicht über die wichtigsten Gelenke des menschlichen Körpers.

Schultergelenk
Das Schultergelenk verbindet Schulterblatt und Oberarm miteinander.
Es wird, im Unterschied zu anderen Gelenken, nur von wenigen Bändern gehalten, was eine Vielzahl
an Bewegungen ermöglicht.
Gesichert wird es durch die stark ausgeprägte Schultermuskulatur, vor allem die sogenannte
Rotatorenmanschette ist maßgeblich.

Ellenbogengelenk
Das Ellenbogengelenk besteht aus drei Teilgelenken, die in ihrer Gesamtheit Unter- und
Oberarmknochen verbinden.
Es ermöglicht sowohl Streckung und Beugung als auch Rotation des Unterarmes.
Handgelenk
Das Handgelenk wird von Speiche (lat.: Radius), Elle (lat.: Ulna) und der ersten Reihe der
Handwurzelknochen (bes. Kahnbein und Mondbein) gebildet.

Hüftgelenk
Das Hüftgelenk verbindet Becken und Oberschenkelknochen miteinander.
Es wird von sehr starken Bändern fixiert, da es auch unter dem gesamten Körpergewicht stabil bleiben
muss.
Es ermöglicht Streckung, Beugung, Rotation, und Spreizbewegungen des Beines.

Kniegelenk
Das Knie ist das größte Gelenk im menschlichen Körper und sehr komplex aufgebaut. Die beiden
Gelenkpartner sind der Oberschenkelknochen (Femur) und das Schienbein (Tibia). Auch die
Kniescheibe (Patella) ist am Kniegelenk beteiligt.
Im Inneren des Kniegelenks verlaufen das vordere und das hintere Kreuzband. Sie stabilisieren,
zusammen mit anderen Bändern, das Knie, sodass Ober- und Unterschenkel sich nicht gegeneinander
verschieben können.
Auch die Menisken sind ein wichtiger Bestandteil des Knies

Sprunggelenk
Das Sprunggelenk verbindet Fuß und Unterschenkel. Genau genommen handelt es sich nicht um ein
sondern um zwei Gelenke:

 Oberes Sprunggelenk
Das oberes Sprunggelenk wird aus drei Knochen gebildet, dem Schienbein (Tibia), dem Wadenbein
(Fibula) und zuletzt dem Sprungbein (Talus).

 Unteres Sprunggelenk
Das untere Sprunggelenk verbindet Sprungbein, Fersenbein und Kahnbein miteinander.
es ermöglicht die Pronation (das Außendrehen) und Supination (das Inwärtsdrehen) des Fußes.

4. Anatomie der Muskulatur


Unser Körper besitzt etwa 650 Muskeln, ohne die der Mensch keine Bewegungen ausführen könnte.
Auch die aufrechte Körperhaltung wird so erst möglich.
In Folge erhalten Sie eine Übersicht über die wichtigsten Muskelgruppen des menschlichen Körpers.
Nackenmuskulatur
Die sogenannten kurzen Nackenmuskeln ziehen von der Halswirbelsäule zum Kopf.
Sie ermöglichen das Vor-, Rück- und Seitwärtsneigen des Kopfes.

Schultermuskulatur
Die Muskulatur der Schulter entspringt an Schulterblatt, Brustkorb oder Wirbelsäule, und zieht zum
Oberarm.
Sie besteht aus einer Vielzahl an Muskeln, die je nach Lage und Funktion weiter eingeteilt werden.
Die sogenannten Rotatorenmanschette, die den Arm manschettenartig umgibt, zählt auch zur
Schultermuskulatur. Da das Schultergelenk nur von wenig Bändern gehalten wird, ist sie sehr wichtig
für dessen Stabilisierung.

Armmuskulatur
Die Muskulatur des Oberarms dient der Beugung und Streckung im Ellenbogengelenk.
Sie besteht aus Bizeps, Trizeps, Armbeuger, Oberarmspeichenmuskel und Knorrenmuskel (lat.:
Musculus anconeus).
Von diesen Muskeln ist der Trizeps der einzige Strecker des Ellenbogengelenkes.
Die Muskulatur des Unterarms bewegt nicht nur Hand und Ellenbogen, sondern auch die Finger.
Sie wird weiter nach ihrer Lage (vorne oder hinten am Arm) und nach ihrer Funktion (Beuger und
Strecker) eingeteilt.

Brustmuskulatur
Die Brustmuskulatur besteht aus dem Großen Brustmuskel (lat.: M. pectoralis major) und dem
Kleinen Brustmuskel (lat.: M. pectoralis minor).
Sie ermöglicht das Führen des Armes zum Körper hin (Adduktion), das Schwingen des Armes nach
vorne (Anteversion) sowie die Innenrotation des Armes.

Bauchmuskulatur
Die Bauchmuskulatur wird aus dem geraden Bauchmuskel und den schrägen Bauchmuskeln
gebildet.
Sie ermöglichen das Beugen und Seitwärtsneigen des Körpers.

Beinmuskeln
Die Muskulatur des Beines wird in Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur unterteilt.
Die Oberschenkelmuskulatur zieht vom Becken- und Hüftbereich zum Oberschenkel.
Ihrer Funktion nach werden die einzelnen Muskeln zu Streckern oder Beugern gezählt.
Häuptsächlich ermöglichen sie Bewegungen in der Hüfte, einige Muskeln wirken aber auch auf das
Kniegelenk.
Außerdem stabilisieren die Oberschenkelmuskeln das Hüftgelenk im Stand.
Die Unterschenkelmuskulatur ermöglicht die Bewegungen im Sprunggelenk. Sie wird nach Funktion
und Lage in zwei Untergruppen eingeteilt: die vorne am Bein liegenden Strecker und die hinten
liegenden Beuger.
Weitere Informationen finden Sie unter: Oberschenkelmuskulatur und Unterschenkelmuskulatur

Rückenmuskulatur
Die lange Rückenmuskulatur (lat.: M. erector spinae) wirkt als Gegenspieler der geraden
Bauchmuskulatur und übernimmt damit die Streckung der Wirbelsäule.
Außerdem ist sie für die aufrechte Körperhaltung sehr wichtig.

5. Sehnen
Sehnen sind Fasern aus Bindegewebe, die der Zugübertragung zwischen Muskel und Knochen
dienen.
Sie stellen das Endstück der Muskeln dar, mit denen diese am Knochen ansetzen.
Zusätzlich gibt es auch Sehnen, die zwischen Muskelbäuchen verlaufen, sowie flächige Sehnenplatten
(Aponeurosen) wie z.B. an der Handinnenfläche.

Sehnenscheiden
Eine Sehnenscheide ist eine schlauchförmige Struktur, die eine Sehne wie ein Führungskanal umgibt.
So wird die Sehne vor mechanischen Verletzungen geschützt.
Sehnenscheiden kommen an Stellen vor, an denen Sehnen um andere anatomische Strukturen herum
oder hindurch geführt werden müssen, wie beispielsweise Knochenvorsprünge, Bänder oder Gelenke.

Bizepssehne
Der Bizepsmuskel (Musculus biceps brachii) hat zwei sehnige Ursprünge.
Die des langen Kopfes entspringt am oberen Pfannenrand des Schultergelenks, die des kurzen Kopfes
am Rabenschnabelfortsatz, einem Knochenfortsatz am Schulterblatt.
Der gemeinsame Ansatz beider Muskelköpfe liegt an einer aufgerauten Stelle der Speiche, der
Tuberositas radii.

Achillessehne
Die etwa 15 bis 20 cm lange Achillessehne (lat.: tendo calcanei) ist die Ansatzstelle des dreiköpfigen
Wadenmuskels (lat.: Musculus triceps surae).
Alle drei Muskelköpfe vereinigen sich in deren Verlauf, wobei die Achillessehne entsteht. Sie setzen
gemeinsam an dem Fersenbein an.

Patellasehne
Die Patellasehne zieht von der Kniescheibe zu einer rauen Stelle des Schienbeins, der sogenannten
Tuberositas tibiae.
Sie ist streng genommen keine eigene Sehne, sondern die Verlängerung der Sehne des vierköpfigen
Oberschenkelmuskels (lat.: Musculus quadriceps femoris).

Organsysteme
Anatomie der inneren Organe
Die Anatomie der inneren Organe umfasst verschiedene Organsysteme. In Folge erhalten Sie einen
Überblick über die inneren Organe:
1. Atemtrakt
2. Herz-Kreislaufsystem
3. Verdauungssystem
4. Geschlechtsorgane
5. Harntrakt
6. Drüsen

1. Atemtrakt
Der Atemtrakt wird benötigt um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen.
Er besteht aus der Luftröhre (lat.: Trachea), dem Kehlkopf (lat.: Larynx) und den verschiedenen
Abschnitten der Lunge (lat.: Pulmo).

Kehlkopf
Der Kehlkopf (lat.: Larynx) verbindet den Rachen (lat.: Pharynx) mit der Luftröhre (lat.: Trachea).
Er dient vor allem der Atmung und der Stimmbildung.
Außerdem ist er am Schluckvorgang beteiligt und verhindert als Ventil das Eindringen von Speisen und
Getränken in die tieferen Luftwege.

Luftröhre
Die Luftröhre ist eine 10-12 cm lange, elastische Röhre, die den Kehlkopf mit der Lunge verbindet.
In Bezugnahme auf die Wirbelsäule beginnt die Luftröhre in Höhe des 6./7. Halswirbels und endet auf
Höhe des 4. Brustwirbels.
Dort teilt sie sich in den linken und rechten Hauptbronchus auf, die dann ins Lungengewebe ziehen.
Bronchien
Die Bronchien sind die Luftwege innerhalb der Lunge. Sie werden in einen luftleitenden und einen
respiratorischen Anteil, in dem der Gasaustausch stattfindet, unterteilt.
Die Bronchien beginnen an der Aufzweigung der Luftröhre in Höhe des 4. Brustwirbels mit den
beiden großen Hauptbronchien.
Diese teilen sich dann in den beiden Lungenflügeln auf und verzweigen sich bis zu den Lungenspitzen.
Auf diesem Weg werden die Bronchien immer kleiner, bis sie als Lungenbläschen (Alveolen)
bezeichnet werden, an denen der eigentliche Gasaustausch stattfindet.

Lunge
Die Lunge (lat.: Pulmo) ist das Organ des Körpers, das für eine ausreichende Sauerstoffaufnahme und -
versorgung verantwortlich ist.
Sie besteht aus zwei räumlich und funktionell voneinander unabhängige Lungenflügel und umgreift mit
diesen das Herz. Gemeinsamen liegen die beiden Organe im Brustkorb, geschützt durch die Rippen.
Die Lunge hat keine eigene Form sondern ist in ihrem Relief geprägt durch die umliegenden Strukturen
(Zwerchfell unten, Herz in der Mitte, außen die Rippen, oben Luftröhre und Speiseröhre).

Lungenbläschen
Die rund 400 Millionen Lungenbläschen (lat.: Alveolen) sind die kleinste Einheit der Lunge.
Hier findet der Hauptteil des Gasaustausches statt: Über die Wand der Lungenbläschen wird der
Sauerstoff der eingeatmeten Luft in die Blutbahn aufgenommen.

2. Herz-Kreislaufsystem
Das Herz-Kreislaufsystem dient der Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen über die
Arterien, sowie den Abtransport von "Abfallprodukten" des Stoffwechsels über die Venen.
Es wird nach seiner Funktion in den kleinen und den großen Kreislauf unterteilt.

 Der kleine Kreislauf führt das sauerstoffarme Blut über die Venen zum rechten Herzen, von wo
aus es zum Gasaustausch in die Lunge gepmumpt wird.
 Der große Kreislauf verteilt das direkt aus der Lunge kommende sauerstoffreiche Blut über das
linke Herz in den ganzen Körper, um diesen zu versorgen.

Das Herz
Das Herz ist ein großes muskuläres Organ, das dass Blut durch den Körper pumpt.
Das Herz besteht funktionell aus zwei Herzkammern, die jeweils mit einem Herzvorhof verbunden
sind. Es liegt im Mittelfell (Mediastinum) zwischen den beiden Lungenflügeln und ist nach außen
geschützt durch den knöchernen Brustkorb (Thorax). Umgeben wird es von dem Herzbeutel (lat.:
Perikard).
Außen auf dem Herzen verlaufen die Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen.
Ebenfalls hat das Herz eigene Venen, die das sauerstoffarme Blut aus dem Herzmuskel
abtransportieren und direkt in den rechten Vorhof leiten.

Vorhöfe
Das Herz hat zwei Vorhöfe, den rechten und den linken Vorhof.
Die Vorhöfe sind der jeweiligen Herzkammer (Ventrikel) vorgeschaltet.

 Rechter Vorhof
Der rechte Vorhof ist Teil des kleinen Kreislaufs (auch Lungenkreislauf genannt):
Das venöse Blut aus dem Körper gelangt über die Hohlvenen (obere und untere Vena cava) in den
Vorhof, passiert die rechte Segelklappe (Trikuspidalklappe) und fließt in die rechte Herzkammer.
Von hier wird das Blut in die Lunge gepumpt, in der es erneut mit Sauerstoff beladen wird.

 Linker Vorhof
Der linke Vorhof ist Teil des großen Kreislaufs (auch Körperkreislauf genannt):
Das vorher in der Lunge wieder mit Sauerstoff gesättigte Blut gelangt über die Lungenvenen in den
Vorhof, und über die linke Segelklappe (Mitralklappe) in die linke Herzkammer.
Hier wird es über die Hauptschlagader (Aorta) in die Körperperipherie gepumpt.

Herzkammern
Als Herzkammern (lat.: Ventrikel) werden die beiden großen Herzhöhlen bezeichnet.

 Rechte Herzkammer
Die rechte Herzkammer ist Teil des Lungenkreislaufs und dem rechten Vorhof (Atrium dextrum)
nachgeschaltet.
Sie pumpt das sauerstoffarme Blut in die Lungenarterien, wo es erneut mit Sauerstoff gesättigt wird,
um dann über das linke Herz in den Körperkreislauf zu gelangen.

 Linke Herzkammer
Die linke Herzkammer ist Teil des Körperkreislaufes dem linken Vorhof (Atrium sinistrum)
nachgeschaltet.
Das frisch aus der Lunge kommende sauerstoffreiche Blut wird von der linken Herzkammer aus in die
Hauptschlagader (die Aorta) gepumpt, damit es alle wichtigen Strukturen mit Sauerstoff versorgen
kann.
Herzbeutel
Der Herzbeutel (lat.: Perikard) ist eine bindegewebige Hülle, die das Herz umschließt.
Zum einen dient er dem Schutz des Herzens vor äußeren Einflüßen, verhindert andererseits aber auch
eine übermäßige Ausdehnung des Herzens.

Blutgefäße
Ein Blutgefäß ist ein Hohlorgan mit einem bestimmten Zellverband.
In fast jedem Bereich unseres Körpers fließt Blut, Ausnahmen bilden die Hornhaut im Auge (Cornea),
der Zahnschmelz, Haare und Nägel.
Je nach Dicke und Funktion werden verschiedene Arten von Blutgefäßen unterschieden:

 Arterien (Schlagadern)
Eine Arterie ist ein Blutgefäß, welches Blut vom Herzen wegleitet. Sie transportieren also das
sauerstoffreiche Blut zu den unterschiedlichen Organen und Geweben.
Die einzige Ausnahme bildet die Lungenarterie: Diese führt das sauerstoffarme Blut von der rechten
Herzkammer aus in die Lunge, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird.
Die größte Arterie im menschlichen Körper ist die Hauptschlagader (Aorta). Sie hat je nach
Körperstatur einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern.
Die kleinsten Arterien werden Arteriolen genannt: Sie sind höchstens einen Zehntel Millimeter dick.

 Venen (Blutadern)
Als Vene bezeichnet man ein Blutgefäß, welches Blut zum Herzen hinführt. Es fließt also immer
sauerstoffarmes Blut durch die Venen
Die einzige Ausnahme wird wiederum von den Lungenvenen gebildet: Diese transportieren das frisch
mit Sauerstoff beladene Blut zum Herzen.
Verglichen mit Arterien haben Venen einen anderen Aufbau und andere Funktionen: Sie haben eine
vielfach dünnere Muskelwand und verfügen über Venenklappen, die einen Rückstrom des Blutes
verhindern.
Die größten Venen des Körpers sind die beiden sogenannten Hohlvenen, die das venöse Blut des
Körpers in den rechten Vorhof führen.

 Kapillaren (Haargefäße)
Kapillaren sind die kleinsten Gefäße im Körper. Sie sind so klein, dass ein rotes Blutkörperchen
(Erythrozyt) meist nur unter eigener Verformung hindurch passt.
Sie stellen die Verbindung zwischen venösem und arteriellem Gefäßsystem dar: In ihnen findet der
Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe statt.
Herzmuskel
Der Herzmuskel (Myokard) besteht aus einer besonderen Muskelart, die so nirgendwo sonst im Körper
vorkommt. Sie zeichnet sich besonders durch eine in der Form einzigartige Art der
Erregungsausbreitung und -steuerung aus.
Erst durch die regelmäßige Anspannung des Muskels wird das Blut aus dem Herzen in unseren
Körper gepumpt.

3. Verdauungssystem
Das Verdauungssystem des Menschen dient der Aufnahme, Verdauung und Verwertung von
Nahrung und Flüssigkeit.
Es besteht aus einer Vielzahl von Organen, die in ihrer Gesamtheit als Verdauungstrakt bezeichnet
werden.

Speiseröhre
Die Speiseröhre (lat.: Ösophagus) ist beim erwachsenen Menschen durchschnittlich 25-30 cm lang.
Sie ist ein Muskelschlauch der die Mundhöhle und den Magen verbindet und hauptsächlich für den
Nahrungstransport nach der Nahrungsaufnahme verantwortlich ist.

Magen
Der Magen ist ein muskulöses Hohlorgan, das zwischen der Speiseröhre und dem Darm liegt. Er hat
die Aufgabe, die aufgenommene Nahrung zu vermischen und vorzuverdauen
Hierfür werden der saure Magensaft (Salzsäure) und Enzyme gebildet, die einige Bestandteile der
Nahrung chemisch aufschließen, verkleinern oder spalten, um dann den Speisebrei portionsweise in
den Dünndarm weiterzuleiten.

Zwölffingerdarm
Der ca. 30cm lange Zwölffingerdarm (Duodenum) ist ein Teil des Dünndarms.
Er bildet das Verbindungsstück zwischen dem Magen und dem Leerdarm (Jejunum).

Dünndarm
Der Dünndarm ist der Abschnitt des Verdauungstrakts, der dem Magen folgt. Dieser gliedert sich in
drei Abschnitte. Er beginnt mit dem Zwölffingerdarm (Duodenum), gefolgt vom Leerdarm (Jejunum)
und Krummdarm (Ileum).
Der Dünndarm hat die Aufgabe, den Nahrungsbrei (Chymus) in seine kleinsten Bestandteile zu spalten,
sowie bestimmte Nährstoffe aufzunehmen (zu resorbieren).
Dickdarm
Der Dickdarm ist der auf den Dünndarm folgende Abschnitt des Verdauungstraktes.
Er ist ca. 1,5 Meter lang, und hat die Aufgabe, Flüssigkeit und Mineralstoffe (Elektrolyte) aus dem
Darminhalt zu resorbieren. So wird der Stuhl eingedickt.
Außerdem ist der Dickdarm mit Bakterien besiedelt, die vielerlei wichtige Funktionen
Weitere Informationen finden Sie unter: Dickdarm

Enddarm
Der Enddarm ist der letzte Abschnitt des Verdauungstraktes. Er folgt auf den Dickdarm, und besteht
aus zwei Teilen:

 Mastdarm
Der Mastdarm (lat.: Rektum) dient zusammen mit dem After der Stuhlausscheidung (Darmentleerung,
Defäkation). Hier wird der Stuhl gesammelt, und über Rezeptoren in der Darmwand der Stuhldrang
ausgelöst.
Der Mastdarm ist von einer Vielzahl von Muskeln umgeben, damit die Kontrolle über den Stuhlgang
(Kontinenz) gewährleistet werden kann.

 After
Als After bezeichnet man den Ringmuskel am Ende des Darmkanals. Er dient zur Kontrolle über
Zurückhalten sowie Abgang von Stuhl aus dem Darm.

Bauchspeicheldrüse
Die Bauchspeicheldrüse ist eine etwa 80g schwere, 14 bis 18 cm lange Drüse und liegt im Oberbauch
zwischen Dünndarm und Milz.
Aufgrund ihres Aussehens wird die gesamte Drüse in Kopf (lat.: Caput), Körper (lat.: Corpus) und
Schwanz (lat.: Cauda) unterteilt.
Sie besteht aus zwei Anteilen: dem sogenannten exokrinen Anteil, der Verdauungsenzyme produziert,
und dem endokrinen Anteil, der Hormone, vor allem Insulin und Glukagon prdouziert.

Leber
Die Leber ist das zentrale Stoffwechselorgan des Menschen, und somit auch Teil des
Verdauungsapparates.
Zu der Aufgaben der Leber gehört die nahrungsabhängige Speicherung von Zuckern und Fetten, der
Abbau und die Ausscheidung von Giftstoffen, die Bildung der meisten Bluteiweiße und der
Gallenflüssigkeit sowie zahlreiche weitere Aufgaben.
Gallenblase
Die Gallenblase ist ein kleines, ca 70 ml fassendes Hohlorgan, das an der Unterseite der Leber liegt.
Die Gallenblase hat die Aufgabe, die kontinuierlich von der Leber gebildete Gallenflüssigkeit
zwischen den Mahlzeiten zu speichern und bei Bedarf zur Verdauung in den Zwölffingerdarm
(Duodenum) abzugeben.

Gallensteine
Als Gallensteine bezeichnet man Ablagerungen (Konkremente) in der Gallenblase
(Cholezystolithiasis) oder den Gallengängen (Choleangiolithiasis).

4. Geschlechtsorgane
Die Geschlechtsorgane des Menschen dienen der Fortpflanzung und der Produktion von Wachstums-
und geschlechtsspezifischen Hormonen.
Neben der offensichtlichen Unterteilung in weibliche und männliche Geschlechtsorgane werden
weiter innere und äußere Organe unterschieden: Die äußeren Geschlechtsorgane sind diese, die von
außen sichtbar sind, die inneren Geschlechtsorgane sind in den Körperhöhlen verborgen.

Weibliche Geschlechtsorgane
 Eierstöcke
Die Eierstöcke (Ovarien) der Frau liegen jeweils rechts und links der Gebärmutter (Uterus) im
kleinen Becken.
Sie sind die Fortpflanzungsorgane der Frau:
Hier reifen die Eizellen heran, und werden im Rahmen des Menstruationszyklus in den Eileiter
abgegeben.
Auch werden hier wichtige Hormone der Frau produziert (v.a. Östrogen).
Weitere Informationen finden Sie unter: Eierstöcke und Funktion der Eierstöcke

 Eileiter
Die Eileiter verbinden die Eierstöcke mit der Gebärmutter. In Ihnen wird die herangereifte Eizelle
nach dem Eisprung transportiert und befruchtet.
Der Eileiter gehört zu den weiblichen Geschlechtsorganen und ist paarig angelegt. Ein Eileiter ist im
Durchschnitt etwa 10 bis 15 cm lang. Man kann ihn sich sozusagen als Schlauch vorstellen, der den
Eierstock mit der Gebärmutter verbindet und dadurch einer herangereiften Eizelle, die im Verlauf des
Eileiters befruchtet werden kann, einen sicheren Transport ermöglicht.
 Gebärmutter
Die Gebärmutter (lat.: Uterus) gehört zu den Fortpflanzungsorganen der Frau und liegt im kleinen
Becken. Sie ist ein in etwa birnenförmiges Organ von 5 cm Breite und 7 bis 8 cm Länge.
Im Gebärmutterkörper reift während der Schwangerschaft das Ungeborene heran
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Gebärmutter

 Brustdrüse
Die Brust besteht aus Drüsen (lat.: Glandula mammaria), Fett- und Bindegewebe.
Anatomisch kann man die Brust in 10 bis 12 Lappen (Lobi) einteilen.
Mit dem Abschluss der Pubertät kann die Brustdrüse dann ihre Funktion aufnehmen:
Im Zuge einer Schwangerschaft entfalten sich die Brustdrüsen zu ihrer vollen Größe, um in der
Stillzeit den Säugling mit Muttermilch zu versorgen.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Weibliche Brust

 Vagina
Die Vagina oder Scheide zählt zu den weiblichen Geschlechtsorganen und ist ein dünnwandiger, etwa
6 bis 10 cm langer, dehnbarer Schlauch aus Bindegewebe sowie Muskulatur.
In die Vagina hinein ragt die sogenannte Portio, das Ende des Gebärmutterhalses (lat.: Zervix); ihre
Mündung befindet sich im Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae, Vestibulum = Vorhof).

Männliche Geschlechtsorgane
 Hoden
Die paarig angelegten Hoden (lat.: Testis) dienen der Produktion von Spermien und Hormonen.
Die Funktion des Hoden wird durch Hypophyse und Hypothalamus gesteuert.

 Nebenhoden
Der Nebenhoden liegt über dem Hoden und ist etwas nach hinten verschoben (kraniodorsal).
Er ist über ein oberes und ein unteres Band (Ligamentum epididymis superior und inferior) mit dem
Hoden verbunden.
Er ist der Ort der Samenzellreifung und Samenspeicherung.
Außerdem ist der Nebenhoden Teil der ausführenden Samenwege.

5. Harntrakt
Der Harntrakt ist, wie der Name schon vermuten lässt, für die Produktion und Ausscheidung des
Harns (Urins) zuständig.
Er besteht aus mehreren Anteilen:
In der Niere werden Giftstoffe und andere ausscheidungspflichtige Substanzen aus dem Blut entfernt
und anschließend eingedickt.
Über die ableitenden Harnwege wird der Harn nun in Richtung Blase geleitet, um dann willentlich
über den Harnleiter ausgeschieden zu werden.

Niere
Die Niere, von denen jeder Mensch normalerweise zwei besitzt, ist in etwa bohnenförmig.
Jede Niere wiegt ca. 120-200 g, wobei die rechte Niere im Allgemeinen kleiner und leichter ist als die
linke.
Über die Produktion des Urins hat die Niere Einfluss auf sehr viele Prozesse im Körper, wie die
Ausscheidung von harnpflichtigen Substanzen, langfristige Blutdruckkontrolle, und Regulierung des
Wasser- und Salzhaushalts.

Ableitende Harnwege
Unter dem Begriff "ableitende Harnwege" werden Nierenbecken (Pelvis renalis) und Harnleiter
zusammengefasst, die von spezialisiertem Gewebe, dem sog. Urothel, ausgekleidet werden.

 Nierenbecken
Das Nierenbecken (lat.: Pelvis renalis) liegt innerhalb der Niere und verbindet Niere und Harnleiter.
Es handelt sich um einen von Schleimhaut ausgekleideten Raum, der sich trichterförmig zu den
sogenannten Nierenkelchen (lat.: Calices renalis) erweitert.
Diese umfassen die Nierenpapillen, in denen der in der Niere produzierte Urin ankommt.

 Harnleiter
Der Harnleiter (lat.: Ureter) verbindet Nierenbecken und Harnblase. Er ist ein ca. 30-35cm langer
Schlauch, der aus dünnen Muskeln und Schleimhaut gebildet wird.
Er verläuft im Raum hinter der Bauchhöhle (lat.: Retroperitoneum) ins Becken, wo er in die
Hinterwand der Harnblase mündet.

Harnblase
Die Harnblase ist ein muskulöser Sack, der für die Speicherung und Entleerung des Harns
verantwortlich ist. Die Harnblase (Vesica urinaria) befindet sich im Becken und wird im leeren Zustand
als schlaffer Sack von den Baucheingeweiden zusammengedrückt.

Harnröhre
Die Harnröhre (lat.: Urethra) ist ein muskulärer Schlauch, der den Urin von der Harnblase zu der
äußeren Harnöffnung leitet.
Zwischen Mann und Frau gibt es erhebliche Unterschiede, was Lage und Verlauf der Harnröhre betrifft:
Die weibliche Harnröhre ist 3-5cm lang und hat einen geraden Verlauf.
Sie beginnt am unteren Blasenende, tritt durch den Beckenboden und mündet zwischen den kleinen
Schamlippen.
Die männliche Harnröhre ist mit 20 cm deutlich länger als die weibliche.
Im Gegensatz zur weiblichen Harnröhre ist die männliche gleichzeitig Harn- und Geschlechtsweg.
Die Harnröhre des Mannes hat ihren Ursprung (Ostium urethrae internum) ebenso wie die weibliche
am Blasenhals. Danach folgen vier anatomische Abschnitte, bis sie außen an der Eichel endet.

6. Drüsen
Die Drüsen des menschlichen Körpers spielen eine essenzielle Rolle bei beinahe allen
Körperfunktionen, denn die von ihnen produzierten Hormone steuern und regulieren eine Vielzahl an
Aufgaben.

Schilddrüse
Die beim Erwachsenen 20 bis 25g schwere Schilddrüse gehört zu den so genannten endokrinen
Organen des Körpers. Ihre (endokrine) Hauptaufgabe besteht also in der Bildung von Hormonen, die
ins Blut abgegeben (sezerniert) werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: Schilddrüse

Nebenschilddrüse
Die Nebenschilddrüsen stellen vier linsengroße, ca. 40 mg schwere Drüsen dar. Sie liegen hinten der
Schilddrüse an. In der Regel befinden sich zwei von ihnen am oberen Ende (Pol) der
Schilddrüsenlappen, während die anderen beiden am unteren Pol zu finden sind.
Weitere Informationen finden Sie unter: Nebenschilddrüse

Nebenniere
Die Nebennieren sind wichtige Hormondrüsen. Sie liegen den Nieren kappenartig auf, und sind ca.
4cm lang, 3cm breit und 10 Gramm schwer.
Sie werden anatomisch und funktionell in Nebennierenrinde und Nebennierenmark unterteilt.
In der Rinde werden sogenannte Steroidhormone produziert, dazu zählen Cortison,
Mineralkortikoide (vor allem Aldosteron) und Androgene (Geschlechtshormone).
Im Nebennierenmark werden die sogenannten Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin gebildet.

Hirnanhangsdrüse
Die etwa erbsengroße Hirnanhangsdrüse (lat.: Hypophyse) ist eine wichtige hormonproduzierende
Drüse des Menschen.
Gemeinsam mit dem Hypothalamus kontrolliert und reguliert sie die Aktivität der anderen Drüsen: Sie
ist die zweithöchste Regulationseinheit.
Die Hirnanhangsdrüse kommt dieser Funktion nach, indem sie die sogenannten Tropine produziert:
Dies sind Hormone, die direkt auf die entsprechenden Hormondrüsen wirken.

Anatomie der Sinnesorgane


Die Sinnesorgane des Menschen gehören zu den erstaunlichsten Funktionseinheiten des Körpers:
Über hochkomplexe Mechanismen und Strukturen machen wir uns unsere Umwelt bewusst.
1. Das Sehorgan
2. Das Hörorgan
3. Das Riechsystem

1. Das Sehorgan
Das Auge ist für die Vermittlung von Seheindrücken aus der Umwelt zum Gehirn zuständig. Das Auge
befindet sich in der Augenhöhle, die vom Gesichtschädel gebildet wird.

Hornhaut
Die ca. 600 Mikrometer dünne Hornhaut (Cornea) umkleidet den vorderen Augenabschnitt.
Zusammen mit der Tränenflüssigkeit bildet sie die glatte, lichtbrechende Oberfläche des Sehorgans.
Die Hornhaut hat eine eigene Brechkraft, mit der sie zur Abbildung von visuellen Reizen auf de
Netzhaut beiträgt.
Außerdem hat sie eine schützende Funktion, indem sie den Augeninnendruck "abfedert".

Iris
Die Iris (Regenbogenhaut) hat ungefähr die gleiche Funktion wie die Blende eines Fotoapparates: Sie
reguliert durch Größenänderung den Lichteinfall in das Auge.
In ihrer Mitte hat sie eine Öffnung: Dies ist die Pupille.
Durch die Menge des in die Iris eingelagerten Pigments (Farbstoffs) wird die Augenfarbe des
Menschen bestimmt.

Pupille
Die Pupille stellt die Mitte der Iris (Regenbogenhaut) dar: Das Umgebungslicht gelangt durch die
Pupille ins Augeninnere und sorgt auf der Netzhaut für die Entstehung des Seheindruckes.
Über die Muskulatur der Iris wird die Pupille vergrößert oder verkleinert. So wird reguliert, wie viel
Licht in das Auge gelangt.
Linse
Die Linse liegt hinter der Pupille und ist zusammen mit anderen Strukturen für die Brechung des
einfallenden Lichtstrahls verantwortlich.
Sie ist elastisch und kann über Muskulatur aktiv gewölbt werden.
So kann die Brechkraft an die verschiedenen Erfordernisse angepasst werden.

Netzhaut
Die Netzhaut besteht aus mehreren Schichten und enthält Zellen, die Lichtreize aufnehmen,
umwandeln und über den Sehnerv zum Gehirn weiter geben.
Sie ist für das Farb- und Helligkeitssehen verantwortlich:
Für die unterschiedlichen Farben und Lichtintensitäten enthält die Netzhaut verschiedene Zellen,
welche die Lichtreize in elektrochemische Reize umwandeln.
Weitere Informationen finden Sie unter: Netzhaut und Sehen

Blinder Fleck
Als blinden Fleck bezeichnet man einen Bereich im Gesichtsfeld des Auges, an dem keine
Sinneszellen liegen.
Es handelt sich also um einen natürlich vorkommenden Gesichtsfeldausfall.
Anatomisch wird der blinde Fleck durch die Sehnervpupille beschrieben, also den Ort, an dem der
Sehnerv das Auge verlässt.

Tränenwege
Die Tränenflüssigkeit dient der ständigen Befeuchtung der Augen. Tränen sind für die Augenfunktion
von großer Bedeutung.
Die Tränen werden von der Tränendrüse produziert, die am oberen äußeren Augrand sitzt.
Von hier werden die Tränen durch den Lidschlag über das ganze Auge verteilt.
Am inneren Augenwinkel werden die Tränen dann über die sogenannten Tränenpünktchen wieder
aufgenommen und über die Tränenkanäle zum Tränensack transportiert. Dieser entleert sich in die Nase.

2. Das Hörorgan
Äußeres Ohr
Das äußere Ohr ist die erste Instanz des Schallleitungsapparates und dient der Aufnahme und dem
Weiterleiten des Schallreizes.
Zu ihm gehören die Ohrmuschel, der Gehörgang und das Trommelfell.

 Gehörgang
Der äußere Gehörgang des Menschen hat etwa eine Länge von 2-2,5cm.
Er leitet die Schallreize von der Ohrmuschel zum Trommelfell.
Im ersten Drittel seines Verlaufs wird seine Wand durch Knorpel gebildet, die restlichen zwei Drittel
sind knöchern.
Weitere Informationen finden Sie unter: Gehörgang

 Trommelfell
Das Trommelfell ist annähernd oval und wird über einen Knorpelring unter Spannung gehalten.
Es stellt die Begrenzung von äußerem Ohr und Mittelohr dar.
Schallwellen, die auf das Trommelfell treffen, versetzen dieses in Schwingung. Diese Schwingung
wird über den Hammergriff, der mit der Rückseite des Trommelfelles verwachsen ist, auf das Mittelohr
übertragen.

Mittelohr
Als Mittelohr wird der mit Luft gefüllte Raum bezeichnet, der zwischen Trommelfell und Innenohr
liegt.
In ihm befindet sich die Gehörknöchelchenkette, bestehend aus Hammer (lat.: Malleus), Amboss (lat.:
Incus) und Steigbügel (lat.: Stapes).
Sie sind gelenkig miteinander verbunden, und übertragen mechanisch die Schwingung des
Trommelfells (also den Schallreiz) auf das Innenohr.

Innenohr
Das im Inneren des Felsenbeines liegende Innenohr beinhaltet das Hör- und Gleichgewichtsorgan.
Die Gehörschnecke stellt das Hörorgan dar: Sie enthält die verschiedenen Rezeptorzellen (das
sogenannte Corti-Organ), die den Schallreiz für das Gehirn erfassbar machen.
Das Gleichgewichtsorgan liegt über der Gehörschnecke, und ist in Form mehrerer mit Flüssigkeit
gefüllter Bogengänge organisiert.

3. Das Riechsystem
Nase
Die Nase besteht aus einem knöchernen und einen knorpeligen Anteil.
Der knöcherne Anteil heißt Nasenwurzel oder Nasenpyramide und stellt eine Art Fundament für den
daraufsitzenden, knorpeligen Anteil der Nase dar.
Er wird von Stirnbein, dem Oberkieferknochen und dem Nasenbein gebildet.
Der knorpelige, bewegliche Anteil der Nase besteht aus mehreren verschiedenen Knorpeln
(Dreiecksknorpel und Nasenspitzenknorpel), die gemeinsam die Nasenlöcher umschließen.
An die äußere Nase schließt sich die innere Nase (auch Nasenhöhle genannt) an.
Weitere Informationen finden Sie unter: Nase
Nasenhöhle
Die Nasenhöhle ist Teil der oberen luftleitenden Atemwege und liegt zwischen den Nasenlöchern und
dem Rachen. Sie wird weiter unterteilt in Nasenvorhof und Nasenhaupthöhle.
Neben der Atemfunktion ist sie relevant für html/antibiotika.htmlantibakterielle Abwehr, Sprachbildung
und Riechfunktion.
Sie steht mit verschiedenen Strukturen im Schädelbereich in Verbindung.

Nasenscheidewand
Die Nasenscheidewand unterteilt die Nasenhaupthöhlen in eine linke und eine rechte Seite. Somit
bildet die Nasenscheidewand die mittige Begrenzung der Nasenlöcher.
Sie bildet mit einem hinteren knöchernen, einem mittleren knorpeligen und einem vorderen häutigen
Anteil mit den Nasenflügeln die äußerlich sichtbare Form der Nase.

Nasennebenhöhlen
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Räume, die um die Nase herum in den Gesichtsknochen liegen.
Zu ihnen zählen:

 die Kieferhöhlen
 die Stirnhöhle
 die Siebbeinhöhle
 und die Keilbeinhöhle
Die Nasennebenhöhlen dienen dem Erwärmen und Anfeuchten der Luft und sorgen als Resonanzraum
für eine verbesserte Stimm- und Sprachbildung.

Nasenschleimhaut
Die Nasenschleimhaut ist eine dünne Gewebsschicht, die unsere Nasenhöhlen von Innen auskleidet.
Sie wird aus bestimmten Hautzellen gebildet, die mit kurzen Flimmerhärchen versehen ist.
Zusätzlich sind in die Schleimhaut Drüsen zur Sekretbildung und Venengeflechte zur
Luftstromregulation eingelagert.
Außerdem liegen in ihr die Rezeptorzellen, die das Riechen ermöglichen.

Das Nervensystem
Das Nervensystem ist ein in allen komplexeren Lebewesen vorhandenes übergeordnetes Schalt- und
Kommunikationssystem.
Das Nervensystem hat die Aufgabe Informationen Aufzunehmen und an die richtigen Stellen
weiterzuleiten. Es stellt sozusagen die Verkabelung in unserem Netzwerk dar.
Es besteht aus mehreren Teilen:

 die Nervenzellen und Nervenfasern sind die kleinsten Einheiten des Nervensystems
 das Zentrale Nervensystem (ZNS), bestehend aus Rückenmark und Gehirn, dient der
Integration und übergeordneten Steuerung der nerval geleiteten Informationen
 das Vegetative Nervensystem wird nicht willkürlich gesteuert: Es arbeitet "autonom", und
reguliert viele Vorgänge im menschlichen Körper
 das periphere Nervensystem dient der Weiterleitung und Übetragung von Reizen aus der
Körperperipherie zu oder aus zentralen Verschaltungsstellen
Kapitelübersicht
1. Aufbau der Nerven
2. Zentrales Nervensystem
3. Vegetatives Nervensystem

1. Aufbau der Nerven


Nervenzelle
Als Neurone bezeichnet man auf Erregungsbildung und -leitung spezialisierte Nervenzellen.
Als solche bilden sie das kleinste Funktionselement des Nervensystems.
Ein Reiz, der auf eine Nervenzelle trifft, verursacht eine Erregung, die sich in der Zellmembran des
Neurons ausbreitet und ein sogenanntes Aktionspotential auslöst. Dieses wird über lange Zellausläufer,
die Axone, weitergeleitet.

Motoneuron
Als Motoneuron werden spezialisierte Nervenzellen bezeichnet, die Nervenimpulse zu Muskelfasern
leiten.
Sie sind also für die Koordination und Ausführung von Bewegungen zuständig.
Man unterscheidet je nach Lokalisation obere und untere Motoneurone.

Axon
Der Begriff Axon bezeichnet den röhrenförmigen Fortsatz eines Neurons, über den die in der Zelle
gebildeten Impulse weitergeleitet werden.
Es nimmt seinen Ursprung direkt unterhalb des Nervenzellkörpers (Soma).
Das Axon liegt entweder frei oder wird von einer speziellen Fettschicht, der Myelinscheide, umgeben.

Myelinscheide
Die Myelin- oder Markscheide umgibt die meisten Nervenzellen des menschlichen Körpers.
Sie dienen, ähnlich wie die Ummantelung von Stromkabeln, der elektrischen Isolierung der
Nervenfaser. Dadurch können Impulse schneller und sicherer geleitet werden.
Anatomisch gesehen werden sie durch die Zellembran bestimmter Zellen gebildet, die sich spiralförmig
um die Axone lege.
Dendrit
Dendriten sind, ähnlich wie Axone, Nervenfortsätze einer Nervenzelle.
Diese ziehen allerdings nicht in die Peripherie, sondern dienen der Aufnahme von Reizen
vorgeschalteter Nervenzellen.
Sie weisen eine Vielzahl an Verzweigungen auf.

Synaptischer Spalt
Der synaptische Spalt ist der Zwischenraum zwischen dem Ende einer Nervenzelle und
dementsprechenden Zielorgan, wie beispielsweise anderen Nerven oder Muskeln.
Hier wird auf verschiedenen Wegen der Nervenimpuls moduliert und übertragen.

Motorische Endplatte
Die motorische Endplatte stellt eine Sonderform der Synapse dar.
Hier werden über ausgeschüttete Neurotransmitter (das Acetylcholin) Nervenimpulse von einer
Nervenzelle auf eine Muskelfaser übertragen, wodurch die willentliche Kontraktion dieser erreicht wird.

2. Zentrales Nervensystem / ZNS


Das ZNS (Zentrales Nervensystem) besteht aus dem Gehirn (cerebrum, encephalon) und dem
Rückenmark (medulla spinalis).

Großhirn
Das Großhirn (lat.: Telencephalon) ist der größte Teil des menschlichen Gehirns und liegt direkt unter
der Schädeloberfläche.
Seine Oberfläche ist stark gefurcht, was ihr ein charakteristisches Aussehen verleiht.
Es wird weiter unterteilt in die Rinde (lat.: Cortex), in der die Nervenzellen des Gehirns liegen, und das
Mark (lat.: Medulla), in dem sich vor allem die Nervenbahnen befinden.
Zum Großhirn werden außerdem einige Gebiete gezählt, in denen spezielle Verschaltungsvorgänge
stattfinden:

 Basalganglien
Der Begriff "Basalganglien" bezeichnet unter der Großhirnrinde gelegene Kerngebiete, die vor allem
für die Steuerung von motorischen Vorgängen zuständig sind.

 Limbisches System
Das Limbische System stellt eine Funktionseinheit des Gehirns dar, die der Verarbeitung emotionaler
Impulse dient.
Außerdem steuert sie die Entstehung des Triebverhaltens und hat Anteil an intellektuellen Leistungen.

 Sehzentrum
Das Sehzentrum liegt im Okzipitallappen (Hinterlappen) des Großhirnes. Hier kommen alle über das
Auge gesammelten Informationen an, werden verarbeitet und "bewusst" gemacht.

Hirnhaut
Das Gehirn wird von der sogenannten Hirnhaut umgeben. Diese besteht aus mehreren Schichten, von
denen die äußere direkt dem Schädelknochen anliegt.
Die Hirnhaut dient dem Schutz und der Versorgung des Gehirns.

Zwischenhirn
Das Zwischenhirn ist ein Teil des Gehirns, der sich zwischen Großhirn und Hirnstamm befindet.
Es besteht aus:

 Thalamus
 Epithalamus ( epi = darauf)
 Subthalamus (sub = unter) mit Globus pallidus (Pallidum)
 Hypothalamus (hypo = darunter)
Im Zwischenhirn werden hauptsächlich Reize der Sinnesorgane verarbeitet und entsprechend
weitergeleitet.

Hirnstamm
Der Hirnstamm des Gehirns umfasst das Mittelhirn, die Brücke, dem Kleinhirn sowie dem
verlängerte Mark, welches in das Rückenmark übergeht.
Außerdem beinhaltet der Hirnstamm die Kerne des des dritten bis zwölften Hirnnerven.
Insgesamt gesehen ist der Hirnstamm verantwortlich für die Regulation lebenswichtiger Vorgänge wie
Schlaf, Atmung, Blutdruckhöhe und Wasserlassen.

 Kleinhirn
Das Kleinhirn (lat.: Cerebellum) liegt in der hinteren Schädelgrube unter dem Großhirn.
Man kann es grob in 2 Hemisphären Teilen, die durch den sogenannten Wurm, einen länglichen
Abschnitt des Kleinhirns, getrennt werden.
Die Oberfläche des Kleinhirns ist durch unzählige Einfaltungen vergrößert, um mehr Platz für
Nervenzellen und -fasern zu bieten.
Die Funktion des Kleinhirns umfasst, knapp gesagt, die Kontrolle von Bewegungsabläufen.

 Verlängertes Mark
Das verlängerte Mark (lat.: Medulla oblongata) ist der am weitesten unten (kaudal) gelegene Teil des
Gehirns.
Es enthält Nervenkerne und –bahnen, die überlebenswichtige Vorgänge wie das Atmen steuern.
Weiterhin enthält die Medulla Reflexzentren für Reflexe wie Niesen, Husten, Schlucken und Brechen.