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211-011

DGUV Information 211-011

SICHERHEITS

BEAUFTRAGTE

DGUV Information

Arbeitsschutz will gelernt sein –


Ein Leitfaden für Sicherheitsbeauftragte

Januar 2013


Impressum

Herausgeberin
Berufsgenossenschaft Holz und Metall
Isaac-Fulda-Allee 18
55124 Mainz

Telefon: 0800 9990080-0


Fax: 06131 802-20800
E-Mail: servicehotline@bghm.de
Internet: www.bghm.de

Servicehotline bei Fragen zum Arbeitsschutz: 0800 9990080-2


Medien Online: bestellung@bghm.de

Hinweis
Das Schriftenwerk aller gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ist neu strukturiert und thematisch den
verschiedenen Fachbereichen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zugeordnet worden. Vor diesem Hin-
tergrund hat diese Schrift die neue Bezeichnung „DGUV Information 211-011“ und einen neuen Umschlag erhalten und ist
sonst ein unveränderter Nachdruck der bisherigen BGI 587 mit inhaltlichem Stand von 2013.

Eine entgeltliche Veräußerung oder eine andere gewerbliche Nutzung bedarf der schriftlichen Einwilligung der BGHM

Ausgabe: Januar 2013; Druck Juni 2016




Arbeitsschutz will gelernt sein –


Ein Leitfaden für Sicherheitsbeauftragte

DGUV Information 211-011


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Inhalt

Vorwort. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 11. Gefahrstoffe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30


1. Stellung und Aufgaben der 11.1 Was sind Gefahrstoffe?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Sicherheitsbeauftragten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
11.2 Kennzeichnung von Gefahrstoffen. . . . . . . . . . . . 30
2. Rechte und Pflichten der Beschäftigten. . . . . . . . . . . 13
11.3 Schutzmaßnahmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
3. Arbeitskleidung, persönliche
11.4 Hinweise zu Entnahme und Umfüllen von
Schutzausrüstungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Gefahrstoffen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
3.1 Arbeitskleidung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
11.5 Arbeitsmedizinische Vorsorge und Hygiene. . . . 32
3.2 Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) . . . . . . . 14
12. Brand- und Explosionsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
3.3 Hautschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
13. Lärmschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
3.4 PSA gegen Absturz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
14. Kraftbetriebene Arbeitsmittel, Allgemeines . . . . . . 38
3.5 Pflichten der Beschäftigten . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
14.1 Gefahrstellen und Gefahrenquellen . . . . . . . . . 38
4. Unterweisungen, Betriebsanweisungen. . . . . . . . . . . 18
14.2 Schutzmaßnahmen an Gefahrstellen. . . . . . . . . 39
4.1 Unterweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
14.3 Ingangsetzen von Einrichtungen. . . . . . . . . . . . . 39
4.2 Betriebsanweisungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
14.4 Rüsten, Beheben von Störungen,
4.3 Betriebsanleitungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Instandhalten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
5. Arbeitsplätze, Verkehrswege, Notausgänge . . . . . . 20 14.5 Beschaffung von Arbeitsmitteln. . . . . . . . . . . . . . 40
5.1 Verkehrswege. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 15. Druckbehälter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
5.2 Beleuchtung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 16. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel. . . . . . . . . . 42
5.3 Rettungswege und Notausgänge. . . . . . . . . . . . . 21 17. Metallbearbeitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
6. Leitern, Tritte, Treppen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 18. Holzbearbeitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
6.1 Aufstiege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 19. Flurförderfahrzeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47
6.2 Bestimmungsgemäße Benutzung von 20. Krantransporte; Anschlagmittel,
Leitern und Tritten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 Lastaufnahmemittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
6.3 Prüfungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 20.1 Kennzeichnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
7. Schutz gegen Absturz 20.2 Eignung von Anschlagmitteln. . . . . . . . . . . . . . . . 49
und herabfallende Gegenstände. . . . . . . . . . . . . . . . 24
20.3 Prüfungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
7.1 Seitenschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
20.4 Aufbewahrung von
7.2 Fenster- und Wandluken, Bodenöffnungen . . . . 25 Anschlagmitteln. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
7.3 Dächer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 21. Regelmäßige Prüfungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
8. Lagern und Stapeln, Handhabung von Lasten. . . . . 26 22. Erste Hilfe bei Unfällen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
8.1 Unter- und Zwischenlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 23. Quellen- und Literaturverzeichnis. . . . . . . . . . . . . . . 54
8.2 Lagern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 23.1 Gesetze und Verordnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
8.3 Manuelle Handhabung von Lasten . . . . . . . . . . . 27 23.2 Unfallverhütungs­vorschriften. . . . . . . . . . . . . . . . 54
9. Rohr- und Schlauchleitungen, 23.3 BG-Regeln und BG-Informationen. . . . . . . . . . . . 54
Absperreinrichtungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
23.4 DIN-Normen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
10. Deckel, Gegengewichte, scharfe und
24. Abbildungsverzeichnis. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
spitze Gegenstände, Ventilatoren. . . . . . . . . . . . . . . 29

5
Vorwort

Sie wurden von der Unternehmenslei-


ste
tung unter Beteiligung des Betriebsra-
tes zu Sicherheitsbeauftragten bestellt. Checkli
Sie werden sich fragen:
Transporte mit Kranen (260 / 4/2011)
Welche Verpflichtungen habe ich als 1. Verfügen Krane über abschließbare Netzanschlussschalter und kabellose
Sicherheitsbeauftragte(r)? Steuerungen über Schlüsselschalter, um eine unbefugte Benutzung zu ver-
hindern?
2. Sind die Fernsteuerungen der Krane mit Sicherungen gegen ungewollte
Welche besonderen Aufgaben kommen Fahrbewegungen ausgerüstet, z. B. durch Sensortasten an den Stellteilen,
vertieft angeordnete Stellteile oder einen Schutzbügel?
auf mich zu? 3. Wie wird sichergestellt, dass nur ausgebildete und dafür beauftragte Mitar-
beiter Krane im Betrieb bedienen?

Wie werde ich diesen Anforderungen 4. Ist an allen Kranen im Betrieb die maximale Tragfähigkeit gut sichtbar ange-
schrieben?
am besten gerecht?
5. Verfügen die Mitarbeiter über Belastungstabellen der eingesetzten Anschlag-
mittel?
Die vorliegende BG-Information soll
6. Prüfen die Mitarbeiter das Anschlagmittel vor der Verwendung auf augen-
Ihnen helfen, diese Fragen zu fällige Mängel?
beantwor­ten und einige Hin­weise für
7. Kennen die beauftragten Mitarbeiter den Begriff „scharfe Kante“ für die
mög­liche Anlässe Ihrer Tätigkeit und die verschiedenen Anschlagmittel?
Art Ihres Tätig­werdens geben.
8. Wissen die Mitarbeiter, dass die Tragfähigkeit bei mehrsträngigen Anschlag-
mitteln vom Neigungswinkel abhängig ist?

„Arbeitsschutz will gelernt sein“ 9. Sind den Mitarbeitern die Kriterien für die Ablegereife der verschiedenen
ist der Leitspruch dieser Broschüre. Anschlagmittel bekannt, z. B. Draht- oder Litzenbrüche?

Denn Willen und Tatkraft allein reichen 10. Wie wird sichergestellt, dass kraftschlüssig angeschlagene Lasten nicht über
Personen hinweggeführt werden?
nicht aus, wenn die notwendigen
Kennt­nisse fehlen. Sie enthält deshalb 11. Wird beim Transport mit Kranen auf ausreichende Sicherheitsabstände
geachtet?
einen Über­blick über wichtige Teil­
gebiete des Arbeits­­schutzes, damit Sie 12. Wie wird sichergestellt, dass auch wirklich alle Anschlag- und Lastaufnahme-
mittel regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft werden?
als Sicher­heitsbe­auftragte(r) mit Erfolg
tätig sein können. Sie kann jedoch kein 13. Werden die Krane regelmäßig durch eine befähigte Person geprüft und fest-
gestellte Mängel umgehend behoben?
Ersatz für die Teilnahme an Aus- und
14. Ist bekannt, dass bei ortsveränderlichen Kranen, z. B. Fahrzeug- oder Turm-
Fortbildungsveranstal­tungen sein, die drehkranen, eine Kopie des letzten Prüfberichtes am Einsatzort zur Verfü-
Ihre Berufsgenossenschaft speziell für gung stehen muss?

Sicherheits­beauftragte durchführt. Ergänzende, betriebsbezogene Fragen:

Unter dem Begriff Arbeitsschutz wird im


Folgenden Sicherheit und Gesundheits-
schutz bei der Arbeit verstanden.

Wer mehr und Genaueres über spe­zielle


Fragen des Arbeitsschutzes wissen will, © VEREINIGUNG DER METALL-BERUFSGENOSSENSCHAFTEN 4/2011

muss sich mit den berufsgenossen- Bild 0-1: Beispiel einer Checkliste (Seite 1)
schaftlichen Vorschriften und Regeln
für Sicherheit und Gesundheit bei der Schwerpunktthema
­Arbeit, den berufsgenossenschaftli- Leitern
Hoch hinauf - aber sicher!

chen Informationen und Grundsätzen


Der Vorgesetzte
sowie den sonstigen Schriften für sein
/ stellt nur Aufstiegshilfen in der für den Einsatzzweck
Tätigkeitsgebiet befassen. Viele davon vorgesehenen Bauart zur Verfügung

können von Ihrer Berufsgenossenschaft / organisiert die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Leitern
/ weist vor dem Einsatz von Leitern in Verkehrsbereichen
bezogen werden. auf ausreichende Absicherung hin
/ führt jährliche Unterweisungen durch
/ lässt Leitern regelmäßig prüfen
Bild 0-2:
Mehr zum Thema
Beispiel einer
BG-Information „Leitern sicher benutzen“ (BGI 521), www.vmbg.de Merkkarte
© VEREINIGUNG DER METALL-BERUFSGENOSSENSCHAFTEN 04/2010
(Seite 1)

6
Vorwort

Darüber hinaus unterrichtet Sie das


tion
Informa
Mit­teilungsblatt Ihrer Berufsgenossen-
schaft über wichtige Fragen des Arbeits-
schutzes.

Transporte mit Kranen (260 / 4/2011) Insbesondere die Schwer­punktartikel


Früher wurden Transporte von Lasten mit Kranen häu- Ausbilden, Befähigung nachweisen lassen bieten eine wertvolle Hilfe für die
fig von zwei Personen ausgeführt, dem Kranführer und
dem Anschläger. Mangelhafte Abstimmung führte im- Regelmäßig unterweisen Er­füllung der täglichen Aufgaben der
mer wieder zu Unfällen.
Heute werden beide Aufgaben fast immer von einer Notwendige Persönliche Schutzausrüstung zur Sicherheitsbeauftragten. Darin wer-
Person übernommen. Eine Abstimmung ist dann zwar Verfügung stellen, Tragen kontrollieren den die Infor­mationen ergänzt durch
nicht mehr erforderlich, aber die Komplexität der Trans-
portaufgabe hat für den Betroffenen zugenommen und Vor dem Transport mit Kranen: Prüf­listen (Bild 1), die auch im Wand­
damit häufig auch die Gefährdung.
Zu Beginn der Arbeit Bremsen und Sicherheits- kalender der BGHM enthalten sind und
einrichtungen auf Funktionsfähigkeit und Kranteile
Mögliche Gefährdungen/Belastungen? auf augenfällige Mängel prüfen Merkkarten (Bild 2), die stichwortartig
Scharfkantiges oder raues Transportmaterial
Gewicht der Last (Tragfähigkeit des Kranes) und
Schwerpunktlage ermitteln
„das Wich­tigs­te“ in Kürze enthalten.
Einklemmen oder Quetschen der Finger beim Bei der Auswahl von Anschlag- oder Lastaufnahme-
Anheben der Last mitteln besonders achten auf: Es berichtet auch über Unfallereignisse,
– Tragfähigkeit
Einklemmen oder -quetschen von Personen, z. B.
durch enge Platzverhältnisse oder Fehlverhalten des
aus denen man Schlussfolgerungen
– Notwendigen Kantenschutz („scharfe“ Kante)
Bedieners
– Anschlagart (bei mehrsträngigen Anschlagmitteln für den eigenen Betrieb ableiten kann.
Absturz der Last, z. B. durch auch den Neigungswinkel)
Und schließlich erhalten Sie zum
– Ablegereife
– Wahl eines ungeeigneten Anschlagmittels oder
einer Anschlagart
Jahres­wechsel das Taschenbuch für
Vorhandene Anschlagpunkte nutzen
– Versagen des Anschlag- oder Lastaufnahme- Sicherheitsbeauftragte.
mittels, z. B. wegen vorhandener Vorschädigun- Formschlüssiges Anschlagen ist sicherer als kraft-
gen oder Überlastung schlüssiges

Unzureichende Sicht auf die Last Beim Anheben und Transport der Last: Wichtig ist, dass Sie als Sicherheits­­-
Anfahren von Personen Kranhaken über dem Lastschwerpunkt positio- be­auf­trag­te mehr über den Arbeits-
Fehlbedienung der Steuereinrichtungen, z. B. durch
nieren, nicht schräg ziehen schutz wissen als die anderen.
Verwechseln der Schalter, unzureichende Kenn- Auf Quetschstellen für die Hände achten Ihr Wissen verschafft Ihnen Achtung
zeichnung oder missverständliche Zuordnung
Verwendung eines mangelhaften Kranes
Festsitzende Last nicht losreißen und Vertrauen. Dies brauchen Sie, um
Beim Anheben auf Pendeln der Last achten, dabei Ihre Arbeits­kollegen zu überzeugen,
Was kann passieren? nicht im Gefahrenbereich aufhalten
d. h., für Sicherheit und Gesundheits-
Last nicht rückwärts führen (Stolpergefahr)
Verletzungen, Tod schutz gewinnen zu können.
Ausfallzeiten Last während des Transportes immer beobachten,
bei Bedarf einweisen lassen
Beschädigungen von Last, Kran oder anderen
Nicht über Personen hinweg befördern Wie viele Sicherheitsbeauftragte in
Betriebseinrichtungen
Beim Absetzen der Last: Ihrem Unternehmen mindestens
Was ist zu tun?
Bodentragfähigkeit beachten
bestellt sein müssen, können Sie der
Transportvorgänge mit dem Kran betrachten:
Nur auf dafür vorgesehenen Lagerplätzen abstellen
Anlage 2 zu § 20 Abs. 1 Unfallver­hü­
– Gefährdungen ermitteln, Risiken beurteilen
Last zum leichteren Wiederaufnehmen auf Unter-
tungs­­vorschrift „Grundsätze der
– Notwendige Maßnahmen dokumentieren und
umsetzen, Wirksamkeit prüfen lagen absetzen Prävention“ (BGV A1) entnehmen.
Bei der Auswahl von Mitarbeitern beachten: Rundes Material gegen Abrollen sichern

Körperliche und geistige Eignung feststellen (BG- Es ist zweckmäßig, dass Sie Ihr Vor­
Grundsatz G 25 „Fahr-, Steuer- und Überwa-
chungstätigkeiten“)
gehen im Betrieb mit Ihren Kollegen ab-
© VEREINIGUNG DER METALL-BERUFSGENOSSENSCHAFTEN 4/2011
sprechen. Hierzu besteht insbesondere
Bild 0-1: Beispiel einer Checkliste (Seite 2) Gelegen­heit beim Erfahrungsaustausch
im Arbeitsschutzausschuss.
Schwerpunktthema

Leitern
Hoch hinauf - aber sicher!

Der Mitarbeiter

/ setzt nur Leitern ein, die für die Arbeitsaufgabe


geeignet sind
/ prüft Leitern vor der Benutzung auf augenscheinliche
Mängel; schadhafte Leitern nicht benutzen!
/ achtet auf sicheren Halt und ausreichende Standfestigkeit;
Wegrutschen, Kippen, Einsinken verhindern!
/ führt keine Arbeiten mit hohem Kraftaufwand Bild 0-2:
von Leitern aus Beispiel einer
/ trägt festes den Fuß umschließendes Schuhwerk
Merkkarte
© VEREINIGUNG DER METALL-BERUFSGENOSSENSCHAFTEN 04/2010
(Seite 2)

7
1. Stellung und Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

In einer Vielzahl gesetzlicher Bestim­- Grundsätzlich muss die Abgrenzung Die Bestellung kann von den Sicher-
m­ungen und ergänzender Regelwerke ihrer Wirkungsbereiche sinnvoll sein. heitsbeauftragten als Auszeichnung an-
ist die Verantwortung der Unternehmer Dies ist u. a. dann gegeben, wenn gesehen werden. Schließlich wird man
für die Einbeziehung der Sicherheit und Sicherheitsbeauftragte ihren Zustän- doch nur wirklich geeignete Mitarbeiter
des Gesundheitsschutzes bei der digkeitsbereich im Rahmen ihrer mit einer solchen zusätzlichen Aufgabe
Gestaltung betrieblicher Einrichtungen eigentlichen Tätigkeit oder ohne großen betrauen.
und der Organisation eines sicheren Zeitaufwand neben ihrer eigentlichen
Betriebsablaufes festgelegt. Tätigkeit übersehen können. Übergroße Die Aufgaben der Sicherheitsbeauf­
Arbeits­be­reiche führen möglicherweise tragten sind in § 22 Siebtes Buch
In Vertretung der Unternehmer tragen dazu, dass Gefahren nicht rechtzeitig Sozial­gesetzbuch (SGB VII) beschrie-
selbstverständlich auch Betriebsleiter, erkannt werden und zu viel Zeit erfor- ben.
Meister und andere Personen mit derlich ist, um den Auf­gaben gewissen-
Weisungsbefugnis Verantwortung für haft nach­zugehen.
„Die Sicherheitsbeauftragten haben
die Sicherheit und den Gesundheits-
den Unternehmer bei der Durch­füh­
schutz der Mitarbeiter. Art und Umfang Im Allgemeinen sollte der Wir­kungs­
r­ung der Maß­nahmen zur Verhü­tung
der Verantwortung richten sich nach der bereich der Sicherheitsbeauf­t ragten
von Arbeits­un­fällen und Berufskrank-
betrieblichen Stellung und dem jeweili- nicht größer als der ihrer Meister sein.
heiten zu unterstützen, ins­besondere
gen Aufgabengebiet.
sich von dem Vorhandensein und der
Natürlich muss der Zuständigkeits­
ordnungsgemäßen Benutzung der
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei bereich der Sicherheitsbeauftragten
vor­geschriebenen Schutzeinrichtun-
der Arbeit können jedoch nicht allein von der Unternehmensleitung bekannt
gen und persönlichen Schutzaus­
eine Sache der Unternehmer und der gemacht werden. Dies geschieht meist
rüstungen zu überzeugen und auf
ver­antwortlichen Führungskräfte sein. durch einen Anschlag am Schwarzen Unfall- und Gesundheits­gefahren
Vielmehr müssen alle ihr Teil dazu bei­ Brett sowie entsprechende Beschilde­ für die Versicherten aufmerksam zu
tragen, dass die Gesundheit aller im rung des jeweiligen Bereichs. machen.“
Be­trieb Tätigen nicht geschädigt wird. Eine Ergänzung durch ein Foto der
Sicherheitsbe­auftrag­ten hat sich als
Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber positiv erwiesen. Es empfiehlt sich Sicherheitsbeauftragte sind also unab-
in § 22 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch zusätzlich eine Einführung bei den hängig vom Vorhandensein einer Fach-
(SGB VII) bestimmt, dass in Unterneh- Mit­arbeitern durch die unmittelbaren kraft für Arbeitssicherheit und
men mit regelmäßig mehr als 20 Be- Vorgesetzten. eines Betriebsarztes Helfer des Unter-
schäftigten unter Beteiligung des Be- nehmers und der verantwortlichen
triebsrates Sicherheitsbeauftragte zu Häufig wird auch die Möglichkeit ge­ Führungskräfte bei der Erfüllung ihrer
bestellen sind. nutzt, in einer Betriebsversammlung Aufgaben im Arbeitsschutz.
die Bestellung von Sicherheitsbeauf-
Bei der Auswahl der Sicherheits­beauf­ tragten und die Bekanntgabe ihrer Wichtig ist, dass Sicherheits­beauf­­t ragte
tragten sollte zweckmäßigerweise auch Zuständigkeits­bereiche vorzunehmen. sich nicht auf das zufällige Entdecken
der Personenkreis beteiligt werden, mit von Unfall- und Gesund­heits­gefahren
denen sie später zu tun haben, d. h. Die Bestellung der Sicherheitsbeauf- verlassen.
Betriebsleiter, Meister, Fachkraft für tragten kann formlos erfolgen. In zahl- Sinnvoll sind regel­mäßige Betriebs-
Arbeits­sicherheit und die Mitarbeiter reichen Unternehmen, insbesondere in bzw. Bereichs­begehungen, ­um ge-
des vor­gesehenen Zuständigkeitsberei- größeren Betrieben, erfolgt die Bestell­ zielt Gefährdungen/­Belastungen,
ches. Da von Sicherheitsbeauftragten ung allerdings auf einem Formblatt, Mängel sowie sicherheitswidrige Ver­
im Hinblick auf den Arbeitsschutz ein in dem auch die Aufgaben der Sicher- haltensweisen zu erfassen und zu pro-
Überblick über betriebliche Einrichtun- heitsbeauftragten kurz umrissen sind. tokollieren (Bild 1-1 Begehungsproto-
gen in ihrem Zuständigkeitsbereich und Auch der Zuständigkeitsbereich ist in koll auf Seite 9).
die in diesem Bereich Beschäftigten diesem Formblatt aufgeführt.
erwartet wird, sollten sie ihre Aufgabe
möglichst innerhalb ihres eigenen Ar-
beitsbereiches erfüllen können.

8
Stellung und Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

Gefährdungs-/Belastungsermittlung werden. Unternehmer haben vielmehr


den Sicherheitsbeauftragten
Arbeitsbereich Name SB
• Gelegenheit zu geben, ihre Auf­
Arbeitsplatz Datum
gaben während der Arbeitszeit zu
Gefährdungen/Belastungen Maßnahmen (Vorschläge) Gesprächspartner (Zeitpunkt) erfüllen,

• an Betriebsbesichtigungen und Un-


falluntersuchungen in ihrem Bereich
zu beteiligen,

• auf Verlangen die Ergebnisse


von Betriebs­besichtigungen und
Unfallunter­suchungen zur Kenntnis
zu geben und

• Informationen über das Unfall­


geschehen in ihrem Bereich zu
geben.

Sicherheitsbeauftragte sollen keine


Ja-Sager um jeden Preis und keine no-
torischen Querulanten sein. Sie müs-
sen vielmehr in dem ihnen zugeteilten
Bereich als sachkundige und erfahrene
Bild 1-1: Begehungsprotokoll Mitarbeiter anerkannt sein; andernfalls
finden sie keine Beachtung. Sie sol-
• Stellen sie fest, dass eine Einrich-  ollegen direkt eingreifen. Sie ge-
K len aufgrund ihres Wissens sowie ihres
tung im Betrieb nicht den Unfallver­ hören dazu, kennen die Gefahren betriebsverbundenen und kollegialen
hütungs­vorschriften entspricht oder an den einzelnen Arbeitsplätzen Verhaltens das Vertrauen sowohl ihrer
eine vorgeschriebene Schutzvor- aus eigener Erfahrung und wissen Vorgesetzten als auch ihrer Kollegen
richtung fehlt oder Mängel aufweist, um die Vorzüge und Schwächen ih- besitzen.
melden sie dies ihren Vorgesetzten. rer Arbeitskollegen. Diesen Wissen
Am besten tun sie dies schriftlich. müssen sie nutzen, um informierend Sicherheitsbeauftragte werden die ih-
Es empfiehlt sich, dass sie dabei die und beispielgebend das sichere nen gestellten Aufgaben nicht mit dem
Erfahrungen der Arbeitskollegen aus Verhalten ihrer Kollegen zu fördern. kleinen Finger lösen können. Sie müs-
der betrieblichen Praxis an die Vor- Werden ihre Hinweise und Empfeh- sen vielmehr mit Geduld und Ausdauer
gesetzten herantragen, damit diese lungen nicht beachtet, müssen sie an die Dinge herangehen. Denn weder
für den Arbeitsschutz nutzbar darauf hinwirken, dass von Seiten Mitarbeiter noch Vorgesetzte sind auf
gemacht werden können. der Vorgesetzten Abhilfe geschaffen Anhieb für etwas zu gewinnen, dessen
wird. Notwendigkeit sie noch nicht richtig er-
kannt haben.
Darüber hinaus achten sie auf die
Persönliche Vorteile sind mit der eh-
Beseitigung des Mangels und
renamtlichen Tätigkeit von Sicherheits­
erinnern notfalls so lange daran, bis
beauftragten nicht verbunden.
diese erfolgt ist.
Es besteht lediglich Anspruch auf Zah­
Also: Nicht locker lassen! l­ung des entsprechenden Arbeitsent-
geltes für die Dauer der Ausbildung und
• Stellen sie fest, dass jemand Schutz- die Zeit zur Erfüllung der gesetzlichen
einrichtungen nicht ordnungsgemäß Aufgaben.
benutzt oder sich sonst in irgend­
einer Weise sicherheitswidrig ver- Wegen der Erfüllung der ihnen über­
hält, können sie aufgrund ihres un- tragenen Aufgaben dürfen die Sicher-
mittelbaren Kontaktes zu ihren heitsbeauftragten nicht benachteiligt

9
Stellung und Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

Tipps für Gespräche mit Kollegen


Sicherheitsbeauftragte übernehmen
Die Kollegen im Gespräch zu überzeugen, ist keine leichte Auf­gabe.
zwar keine Verantwortung für die
Folgende vier Regeln sollen helfen, dass das Gespräch erfolgreich wird:
Durchführung des Arbeitsschutzes
im Betrieb, sie gehen jedoch ­eine
Verpflichtung gegenüber der Unter- Zuhören Gleiche Ebene
nehmensleitung und ihren Kollegen Die Gesprächspartner zu Wort kom­men Den Gesprächspartnern auf gleicher Ebene
und ausreden lassen: aufmerksam zu­ begegnen, sich mit ihrer Meinung ernsthaft
ein. Wo es um die Sicherheit und den
hören. auseinandersetzen, nicht von oben herab
Gesundheitsschutz der Betriebsan­ handeln.
gehörigen geht, sollen sie
• mitdenken,
• mitsorgen,
Fragen Sachlich bleiben
• hinweisen und Die Gesprächspartner mit offenen Fra- Den Gesprächspartnern sachlich begeg-
gen (wer, was, wo, warum) in das Ge- nen, Befehlstöne und Zynismus sind fehl
• informieren.
spräch einbeziehen. am Platze; je konkreter die Information,
desto eher wird sie verstanden und ange-
nommen.

Bild 1-2: Tipps für Gespräche mit Kollegen

Anlass Art des Tätigwerdens

1. Unfall bzw. Beinahe-Unfall im Unter Umständen Mitwirkung bei der Ersten Hilfe bzw. Aufforderung an die Verletzten zur Inanspruch­
Zuständigkeitsbereich nahme Erster-Hilfe-Leistungen und/oder Aufforderung zum Aufsuchen des D-Arztes.
Mitwirkung bei der innerbetrieblichen Unfal­l­untersuchung zur Feststellung der Unfallursachen.
Mitwirkung bei der Erarbeitung von Vorschlägen der technischen oder organisatorischen
Maßnahmen, die erforderlich sind, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern.
Bei meldepflichtigen Unfällen: Betriebliche Sonderregelung: Kenntnisnahme des entsprechenden
Vordruckes des innerbetrieblichen Unfallmeldesystems.

2. Gesamtes Unfallgeschehen im Fortlaufende Beobachtung des Unfallgeschehens im Zuständigkeitsbereich, und zwar


Zuständigkeitsbereich • Kenntnisnahme durch persönliche Beobachtung,
• Informationen von Mitarbeitern/Vorgesetzten,
• Information durch Unfallanzeigen bzw. innerbetriebliche Meldevordrucke,
• Einsichtnahme in das Verbandbuch/die Kartei über Erste-Hilfe-Leistungen.
Aufgrund dieser Informationen Hinweise und Vorschläge für Vorgesetzte erstellen. Einwirken auf alle
Mitarbeiter zum sicherheitsbewussten Verhalten und Handeln.

3. Hinweise von Mitarbeitern auf Mängel an Je nach Art und Schwere des gemeldeten Mangels unmittelbare oder spätere Inaugenscheinnahme,
Maschinen oder arbeitsbedingte Gesund- dabei Überprüfung, ob Angaben sachlich richtig sind.
heitsgefahren, z. B. fehlende Schutzein- Wenn nicht durch Beteiligte sofort abstellbar, Meldung an den Vorgesetzten/die Betriebsleitung.
richtungen, vorschriftswidriges Verhalten
von Mitarbeitern, Nicht­benutzung von Verfolgung des Mangels bis zur Beseitigung.
persönlichen Schutzaus­rüs­tungen, Hand­
haben von schweren Lasten, ungüns­tige
Körperhaltungen

10
Stellung und Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

Anlass Art des Tätigwerdens

4. Persönliche Feststellung von Mängeln, Einwirkung auf umgehende Abstellung der Mängel, soweit dies im Zuständigkeitsbereich der
Verhaltens­fehlern oder arbeitsbedingten Beteiligten liegt. Gespräche mit dem Ziel, sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten und
Gesundheitsgefahren während der nor- Handeln zu erreichen.
malen Arbeitstätigkeit, z. B. als Schlosser, Soweit unmittelbare Abstellung durch die Beteiligten nicht möglich, Information der zuständigen
Elektriker, im Zuständigkeits­bereich Vorgesetzten über die festgestellten Mängel usw. Verfolgung der Abstellung.

5. Täglicher/wöchentlicher Rundgang im Überprüfung der Maschinen, Anlagen und Einrichtungen sowie Verkehrswege durch Inaugenschein­
Zuständigkeitsbereich nahme, insbesondere Überprüfung des Vorhandenseins und der ordnungsgemäßen Anbringung von
Schutzeinrichtungen. Verwendung von Hilfswerk­zeugen, ordnungsgemäße Benutzung der jeweils am
Arbeitsplatz vorgeschriebenen persönlichen Schutz­ausrüstungen durch die Mitarbeiter, Einhaltung
der zur Verhütung von Unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren
erteilten Betriebsanweisungen.
Soweit Abstellung festgestellter Mängel durch die Beteiligten nicht unmittelbar möglich, Meldung an
die zuständigen Vorgesetzten. Verfolgung der Mängel bis zur Abstellung.

6. Betriebsbesichtigung durch Teilnahme beim Rundgang innerhalb des Zuständigkeitsbereiches, Informationsaustausch über die
Vertreter der Berufsgenossenschaft in diesem Bereich festgestellten Mängel auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes, Kenntnisnahme über
(Aufsichtspersonen) bzw. Vertreter der für das entsprechende Ergebnis der Betriebsbesichtigung,
Arbeits- und Umweltschutz Einbeziehung der Ergebnisse in die normale Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragte, Verfolgung
zuständigen Behörde etwaiger Mängel bis zur Abstellung, Gespräche mit Mit­arbeitern mit dem Ziel, sicherheits- und
gesundheitsbewusstes Verhalten und Handeln zu erreichen.

7.  Betriebsbegehungen durch Teilnahme beim Rundgang innerhalb des Zuständigkeits­bereiches.


Arbeitsschutzausschuss bzw. Fachkraft für Im Übrigen weiter wie 6.
Arbeitssicherheit/Betriebsarzt/Betriebsrat

8. Informationen/Anweisungen durch Unterstützung der Betriebsleitung bei der Durchführung des Arbeitsschutzes im
Vorgesetzte bzw. im Rahmen der Zuständigkeitsbereich.
betrieblichen Arbeits­schutz­organisation Entsprechend der erhaltenen Information/Anweisung Weitergabe von Informationen an die
Mitarbeiter.
Im Übrigen weiter wie 5.

9. Durchführung von Messungen und Nach Vorliegen der Messergebnisse im Betrieb und entsprechender Unterrichtung durch die Unter­
Ermitt­lungen im Zuständigkeits­be­ nehmer/Vorgesetzten:
reich der Sicherheitsbeauftrag­ten, z.  B. Einbeziehung/Berücksichtigung der Ergebnisse bei der Tätigkeit als Sicherheits­beauftragte.
im Rahmen von Berufskrank­hei­ten-
Ermittlungsverfahren, der Erstellung von
Lärmkatastern, Mess­ungen luftfremder
Stoffe/gefährlicher Stoffe

10. Einstellung neuer Mit­arbeiter Anlässlich der Einführung neuer oder umgesetzter Mit­arbeiter im Zuständigkeitsbereich durch den
oder Um­setzung von Mitarbeitern im Vor­gesetz­ten Hinweis auf eigene Funktion und Auf­gabe.
Zuständigkeitsbereich Unterstützung bei der Einweisung am Arbeitsplatz in Fragen des Arbeitsschutzes.

11. Sitzung des Arbeitsschutzausschusses Mindestens einmal vierteljährlich Beratung von Schwerpunkten des Arbeitsschutzes.
nach § 11 Arbeitssicherheits­gesetz Anmerkung: Sind mehr als zwei Sicherheitsbeauftragte im Betrieb bestellt, bestehen unterschiedliche
Regelungen über die Teilnahme bzw. über die ­Vertretung aller Sicherheits­beauftragten im Arbeits-
schutzausschuss.

Bild 1-3: Anlässe zum Tätigwerden der Sicherheitsbeauftragten und der jeweiligen Tätigkeit

In der Praxis werden oftmals die Bezeichnungen „Sicher- und die Bezeichnung „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ im
heitsbeauftragte“ und „Sicherheitsfachkraft“ (besser: Fach- Jahre 1974 durch das Arbeitssicherheitsgesetz eingeführt
kraft für Arbeitssicherheit) verwechselt. Dies ist verständlich, wurden. Zur Erleichterung des Verständnisses sind im Bild
nachdem die Bezeichnung Sicherheitsbeauftragter im Jahre 1-4 auf Seite 12 die unterschiedlichen Merkmale zusammen-
1963 durch das Unfallver­sicherungs-Neuregelungsgesetz gestellt.

11
Stellung und Aufgaben der Sicherheitsbeauftragten

Fachkraft für Arbeitssicherheit Sicherheitsbeauftragte

Rechtsgrundlage Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheits­ingenieure und ande- § 22 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII)
re Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG) § 20 Unfallverhütungs­vorschrift „Grundsätze der Präventi-
Unfallverhütungsvorschrift on“ (BGV A1)
„Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV
Vorschrift 2)

Aufgaben § 6 ASiG: § 22 Abs. 2 SGB VII:


Unterstützung des Arbeit­gebers in allen Fragen der Arbeitssi- Unterstützung des Unternehmers bei der Durchführung der
cherheit, einschließlich der menschengerechten Ge­staltung Maßnahmen zur Verhütung von Arbeits­unfällen und Berufs­
der Arbeit, ins­besondere durch krankheiten, insbesondere durch:
• Beratung bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung • fortlaufende Kontrolle des Vorhandenseins von vorge-
von Einrichtungen, der Beurteilung von Arbeitsbedin­ schriebenen Schutzeinrichtungen und persönlichen
gungen, der Beschaffung von technischen Arbeits­mitteln, Schutzausrüstungen;
der Einführung von Arbeits­verfahren und Arbeitsstoffen, • fortlaufende Kontrolle der ordnungsgemäßen Benutzung
der Auswahl und ­Erprobung von persön­lichen Schutz­ von vor­geschriebenen Schutz­einrichtungen und persön-
ausrüstungen, der Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeits- lichen Schutzausrüstungen;
ablauf und Arbeits­umgebung;

noch Aufgaben • sicherheitstechnische Überprüfung von Einrichtungen und • Aufmerksam machen auf Unfall- und Gesundheitsge-
Arbeitsverfahren; fahren.
• Beobachtung der Durchführung des Arbeitsschutzes durch
Feststellung von Mängeln, Vorschläge zur Verbesserung
der Arbeits­sicherheit, Untersuchung und Auswertung von
Unfallursachen;
• Information aller im Betrieb Beschäf­tigten über die Unfall-
und Gesundheits­gefahren sowie Maßnahmen zu ihrer
Abwendung.

Qualifikation Ingenieure der Fachrichtung Sicherheitstechnik mit mindes­ Fachlich und führungsmäßig vorbildliche ­Mitarbeiter, jedoch
tens einem Jahr prak­tischer Tätigkeit; keine Vorgesetzten. Teilnahme an Aus- und Fortbildungs-
Ingenieure, Techniker oder Meister mit mindestens zwei veranstaltungen auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes unter
Jahren praktischer Tätigkeit und besonderer staatlicher Berücksichtigung der betrieb­lichen Belange.
oder berufsgenossen­schaft­licher Zusatzausbildung (DGUV
Vorschrift 2).
In Einzelfällen sind Sonderregelungen möglich.

Bestellung Schriftlich mit Zustimmung des Betriebsrates. Schriftlich unter Beteiligung des Betriebsrates, unter Mitwir-
kung der Fachkraft für Arbeitssicherheit und der unmittel-
baren Vorgesetzten.

Anzahl Die Anzahl ergibt sich aus Anlage 2 § 2 Abs. 3 DGUV Die Mindestanzahl ergibt sich aus Anlage 2 zu § 20 Abs. 1
Vorschrift 2 entsprechend der erforder­lichen Einsatzzeit. BGV A1.
Eine bestimmte Einsatzzeit ist nicht vorgeschrieben; es
muss jedoch ausreichend Zeit zur Erfüllung der Aufgaben zur
Verfügung stehen.

Arbeitsrechtliche Haupt- oder nebenamtlich oder durch Vertrag verpflichtet. Ehrenamtlich, freiwillig.
Stellung

Organisatorische Den Leitern des Betriebes ­unterstellt; soweit mehrere Bleibt den unmittelbaren Vorgesetzten (z. B. Meister)
Stellung im Betrieb Fachkräfte für Arbeitssicherheit bestellt sind, gilt dies für die unterstellt.
leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Weisungs­befugnis Keine Keine


Ausnahme: Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit
gegen­über den anderen Fachkräften für Arbeitssicherheit.

Verantwortung Keine Verantwortung für die Durchführung des Keinerlei rechtliche Verantwortung.
Arbeitsschutzes.
Verantwortung für die Erfüllung der Aufgaben nach § 6 ASiG
und für fachlich richtige Beratung.

Bild 1-4: Gegenüberstellung Fachkraft für Arbeitssicherheit/Sicherheitsbeauftragte

12
2. Rechte und Pflichten der Beschäftigten

Das Arbeitsschutzgesetz und die Unfallver­hütungsvorschrift Mitführen von Werkzeugen und Gegenständen,
„Grundsätze der Präven­tion“ (BGV A1) enthalten Regelungen Tragen von Schmuckstücken
über das allgemeine Ver­halten im Betrieb, so auch über die Scharfe und spitze Werkzeuge oder andere Gefahr bringende
Rechte und Pflichten der Beschäftigten: Gegenstände dürfen in der Kleidung nur getragen werden,
wenn Schutzmaßnahmen eine Gefährdung während des
Tragens ­ausschließen. Schmuckstücke, Armbanduhren oder
Der Arbeitssicherheit dienende ähnliche Gegenstände dürfen beim Arbeiten ebenfalls nicht
Maßnahmen unterstützen getragen werden, wenn sie zu einer Gefährdung führen kön-
Die Beschäftigten haben für ihre Sicherheit und Gesundheit nen. Hierzu gehören insbe­sondere auch Ringe, an denen
bei der Arbeit und für die der von ihrer Tätigkeit betroffenen man beim Greifen hängen bleiben kann.
Personen Sorge zu tragen. Sie haben deshalb alle dem
Arbeitsschutz dienenden Maßnahmen zu unterstützen. Sie Sich nicht unnötig an gefährlichen
sind verpflichtet, Weisungen des Unternehmers zum Zwecke Stellen aufhalten
der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes zu befolgen. An gefährlichen Stellen, insbesondere ­unter schwebenden
Solche Weisungen können sich auch aus Betriebsverein­ Lasten, in Fahr- und Schwenkbereichen von Fahrzeugen und
barungen ergeben. ortsveränderlichen Arbeitsmaschinen sowie in unübersicht­
Sicherheits- oder gesundheits­widrige Weisungen dürfen lichen Verkehrs- und Transportbereichen, dürfen sich
nicht befolgt werden. Beschäftigte nur aufhalten, wenn es für den Arbeitsablauf
unbedingt erforderlich ist.
Einrichtungen, Arbeitsstoffe und persönliche
Schutzausrüstungen bestimmungsgemäß verwenden Kein Alkohol am Arbeitsplatz
Einrichtungen, z. B. Arbeitsstätten, Maschinen, Geräte, Durch Genuss von Alkohol und anderen berauschenden
Werkzeuge, Transportmittel und Schutzeinrichtungen sowie Mitteln dürfen sich Beschäftigte nicht in einen Zustand
Arbeitsstoffe und persönliche Schutzausrüstungen dürfen versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden
nur zu dem Zweck verwendet werden, der vom ­Unternehmer können. Auch die Einnahme von Tabletten kann zu einer
bestimmt oder nach der allgemeinen Verkehrsauffassung Gefährdung führen. Insbesondere die Kombination Alkohol/
­üblich ist. Sie dürfen nicht unbefugt benutzt werden. Tabletten kann verhängnisvolle Folgen haben.

Gefahren und Mängel unverzüglich beseitigen,


ggf. dem Vorgesetzten melden Vorschläge unterbreiten
Stellen Beschäftigte beispielsweise fest, dass Die Beschäftigten sind berechtigt, Vorschläge zu allen Fragen
der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit
• e
 ine Einrichtung sicherheitstechnisch nicht einwandfrei zu unterbreiten. Den Vorschlägen ist nachzugehen.
ist, weil z. B. eine Steckvorrichtung defekt ist oder bei
einem Winkelschleifer eine Schutzhaube fehlt,

• Arbeits- oder Hilfsstoffe nicht dem Gesundheitsschutz


entsprechend verpackt, gekennzeichnet oder beschaffen
sind oder

• A
 rbeitsverfahren oder Arbeitsablauf nicht der Sicherheit
und dem Gesundheitsschutz entsprechend gestaltet bzw.
geregelt sind,

so haben sie die Gefahren oder den Mangel unverzüglich zu


beseitigen.

Soweit dies jedoch nicht zu ihrer Arbeitsauf­gabe gehört und


sie nicht über die entsprech­ende Sachkunde verfügen, ha-
ben sie es dem Vorgesetzten unverzüglich zu melden.

13
3. Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstungen

In der Nähe sich bewegender Haare schützen Ausnahmen abgesehen müssen PSA,
Maschinenteile, Werkstücke oder Lose herabhängende Haare müssen die diese Anforderungen erfüllen,
Werkzeuge ge­nügt ein Augenblick und während der Arbeitszeit aufgesteckt mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet
weite Kleidungsstücke, wie Schleifen, oder mit Haarnetz, Kopftuch oder Müt- sein. Soweit möglich, sollten die PSA
Bänder, ­Krawatten oder Schals, oder ze ­bedeckt werden. Auf diese Weise darüber hinaus nach dem Produkt­
lose herabhängende Haare können ge­bändigt, können sie bestimmt keinen sicherheitsgesetz geprüft sein und ein
erfasst werden. Schwere Quetschungen Ärger mehr verursachen. entsprechendes Prüfzeichen tragen.
und Verletzungen sind die Folgen.
Einzelheiten zu persönlichen Schutz­aus­-
Auch unzweckmäßiges Schuhwerk 3.2 Persönliche rüs­tungen können insbesondere folgen­-
kann zu Gefährdungen führen, insbe- Schutzausrüstungen den BG-Regeln entnommen werden:
sondere beim Bedienen von Pedalen (PSA)
oder Be­stei­gen von Leitern. In zu leich- BGR 189  „Benutzung von Schutz­
ten Schuhen knicken die Füße öfters PSA werden vom kleidung“
um; Absatzschuhe machen den Gang Unternehmer bereit­gestellt und
unsicher. instand gehalten BGR 190  „Benutzung von Atem­schutz­
Zur Abwendung von Gefahren sind geräten“
­Unternehmer verpflichtet, mit allen
3.1 Arbeitskleidung ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln BGR 191  „Benutzung von Fuß- und
Ein­richtungen und Arbeitsverfahren Knieschutz“
Geeignete Arbeitskleidung tragen sicher und dem Gesundheitsschutz ent-
Die Beschäftigten dürfen deshalb bei sprechend zu gestalten. Erst wenn dies BGR 192  „Benutzung von Augen- und
­der Arbeit nur Kleidung tragen, durch nicht oder nicht ausreichend möglich Gesichtsschutz“
die ein Arbeitsunfall insbesondere ist und die Beschäftigten dadurch
durch sich bewegende Teile von Ein- Unfall- oder Gesundheitsgefahren BGR 193  „Benutzung von Kopfschutz“
richtungen, durch Hitze, ätzende Stoffe, ausgesetzt sind, müssen Unternehmer
elektrosta­tische Aufladung nicht ver- ihnen geeignete persönliche Schutz- BGR 194  „Benutzung von Gehör-
ursacht werden kann. Diese Forderung ausrüstungen zur Verfügung stellen. schutz“
schließt ein, dass bei der Arbeit an Sie haben diese auch in ordnungsge-
Maschinen anliegende Kleidung, z. B. mäßem Zustand zu erhalten. Die An- BGR 195  „Benutzung von Schutzhand­
nach DIN EN 510 „Festlegungen für schaffungs- und Instandhaltungskosten schuhen“
Schutzkleidungen für Bereiche, in de- fallen also den Unter­nehmern zu.
nen ein Risiko des Verfangens in be- BGR 196„Benutzung von Stechschutz­
weglichen Teilen besteht“, getragen Unternehmer und die von ihnen mit der bekleidung“
­wird und dass Ärmel nur nach innen Durchführung des Arbeitsschutzes be-
umgeschlagen werden. auftragten Personen müssen arbeits- BGR/GUV-R 198  „Benutzung von per-
platzbezogen in jedem Einzelfall fest­ sönlichen Schutzausrüstungen gegen
legen, wann, für welchen Personenkreis Absturz“
Kleidungsstücke nicht und welche Schutzausrüs­tungen
an Maschinen aufhängen erforderlich sind, z. B. Kopfschutz, BGR/GUV-R 199  „Retten aus Höhen
Wer den Arbeitsraum zur Umkleide- Fußschutz, Augen- und Gesichtsschutz, und Tiefen mit persönlichen Absturz-
kabine macht, mutet seinen Kollegen Handschutz, Körperschutz, Schall- schutzausrüstungen“
allerhand zu. Überdies ist es auch nicht schutz, Atem­schutz, Sicherheitsge-
gestattet. schirre. BGR 200  „Benutzung von Stechschutz-
Zum Umziehen, An- und Ablegen Es emp­fiehlt sich, entsprechende Be- handschuhen und Armschützern“
sowie zur Aufbewahrung von Kleidungs­ triebsvereinbarungen abzuschließen.
stücken sind in jedem Unternehmen BGR 201  „Benutzung von persönlichen
gesonderte Umkleideräume vorhanden. Persönliche Schutzausrüstungen sind Schutzausrüstungen gegen Ertrinken“
In der Nähe von Maschinen, Triebwer- geeignet, wenn sie entsprechend den
ken und elektrischen Anlagen ist das Gegebenheiten bei geringst mög­licher
Umziehen untersagt. Belastung des Trägers bzw. bei weit­ Augen- und Gesichtsschutz
gehendem Tragekomfort ausreichen- Augen- oder Gesichtsschutz kommt
Die Kleidung ist rechtzeitig zu reinigen den Schutz gegen die auftretenden immer dann in Betracht, wenn mit Au-
und erforderlichenfalls auszubessern. Gefährdungen bieten. Von wenigen gen- oder Gesichtsverletzungen durch

14
Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstungen

wegfliegende Teile, z. B. Splitter, Späne, Grundsätzlich dürfen nach einer Handschutz
Staub, Verspritzen von Flüssigkeiten starken Beaufschlagung und bei sicht- Die Hände eines Menschen sind die
oder durch gefährliche Strahlung zu baren Mängeln Industrieschutzhelme am häufigsten verletzten Körperteile.
rechnen ist. Bei der Auswahl sind die nicht mehr weiter benutzt werden Die Verletzungen entstehen insbeson-
schädigenden Einwirkungen zu berück- (siehe auch BG-Regel „Benutzung von dere beim Hantieren mit scharfkanti-
sichtigen. Entsprechend dem Schutz- Kopfschutz“ [BGR 193]). gen ­Gegenständen und beim Umgang
ziel kommen Schutzbrillen, Schutz- mit Säuren oder Laugen. Für den Hand-
schilde oder Schutzschirme in Betracht. schutz gibt es je nach Einsatzzweck
Gehörschutz Hand­schuhe aus verschiedenen Materi-
Für Fehlsichtige kommen Schutzbrillen Persönliche Schallschutzmittel sind alien, z. B. Leder, Gummi, Textil, Kunst-
mit Korrekturgläsern, ggf. aus Sicher­ nach den Bestimmungen der Lärm- und stoffe.
heits­glas, oder Überbrillen infrage. Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
immer dann zu benutzen, wenn auf die Vorsicht:
Beschäftigten Lärm mit einem Beur- An Maschinen mit drehenden Teilen
teilungspegel von 85 oder mehr dB(A) dürfen Handschuhe nicht verwendet
einwirkt. Dies ist insbesondere der werden!
Fall, wenn in einem Bereich gearbei-
tet wird, der durch das Schild „Gehör-
schutz“ gekennzeichnet ist. Als per-
M01: Augenschutz M02: Schutzhelm sönliche Schallschutzmittel kommen
benutzen benutzen Gehörschutzstöpsel (Watte, Kunststoff­
stöpsel, Otoplastiken) und Kapselge-
Bild 3-1: Gebotsschilder zum Tragen von hörschützer in Betracht.
persönlichen Schutzausrüstungen (1)
M05: Fußschutz M06: Handschutz
benutzen benutzen
Atemschutz
Schutzhelme Bei Sauerstoffmangel oder zu hoher Bild 3-3: Gebotsschilder zum Tragen von per-
Schutzhelme sind immer dann erforder- Schadstoffkonzentration sind von der sönlichen Schutzausrüstungen (3)
lich, wenn mit Kopfverletzungen durch Umgebungsatmosphäre unabhängig
Anstoßen oder pendelnde, herabfallen- wirkende Atemschutzgeräte erforder-
de, umfallende oder wegfliegende lich. Filtermasken dürfen nur unter Fußschutz
Gegen­stände zu rechnen ist. Für spezi- bestimmten Voraussetzungen in Ab- Fußschutz kommt immer dann in
elle Arbeitsbereiche stehen spezielle hängigkeit ­vom Schadstoff und den Betracht, wenn mit Fußverletzungen
Helme zur Verfügung, z. B. Kraftfahrer- Umgebungs­bedingungen verwendet durch Stoßen, Einklemmen, umfallen­
schutzhelme. Schutzhelme können werden. de, herabfallende oder abrollende
für Kopfverletzte eine besondere Innen- Gegenstände, durch Hineintreten in
ausstattung und für Winterarbeiten spitze und scharfe Gegenstände oder
besondere Abdichtungen erhalten. durch heiße Stoffe, heiße oder ätzen-
Sie werden aus unterschied­lichen de Flüssigkeiten zu rechnen ist. Bei-
Werkstoffen hergestellt, die auch Ein- spiele hierfür sind Bauarbeiten, Trans­
fluss auf die Tragedauer haben. port und Lagern schwerer Lasten so-
wie der Hebezeug­betrieb. Je nach den
Schutzhelme aus thermoplastischen M03: Gehörschutz M04: Atemschutz Gegeben­heiten kommen ins­besondere
Kunststoffen altern in Abhängigkeit von benutzen benutzen Sicherheitsschuhe als Halbschuhe
Witterungseinflüssen, UV-Strahlung oder Stiefel mit Stahl­kappen, durch-
und Luftverunreinigungen schneller Bild 3-2: Gebotsschilder zum Tragen von per- trittsicheren Sohlen, Mittelfußschutz
und sollten max. 4 Jahre genutzt wer- sönlichen Schutzausrüstungen (2) und wärme­isolierendem Unterbau in
den. Schutzhelme aus duroplastischen Betracht. Für Baustellen gibt es einen
Kunststoffen weisen in der Regel eine beson­deren Sicherheitsschuh, für Gie-
längere Gebrauchsdauer auf und soll- ßereien und für Rangie­rer einen leicht
ten max. 8 Jahre genutzt werden. Maß- abwerfbaren Sicherheitsschuh.
gebend sind die Herstellerangaben.
Das Herstellungsdatum ist in die Helm-
schale eingeprägt.

15
Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstungen

Körperschutz 3.3 Hautschutz • m


 echanisch reizende Arbeitsstof-
Körperschutz durch Tragen von Schutz- fe, z. B. Mineralfasern, Glasfasern,
kleidung ist erforderlich, wenn mit Hautschutz umfasst ein auf die konkret Sand, Draht­wolle,
oder in der Nähe von Stoffen gearbei- vorliegende Hautgefährdung abge­
tet wird, die zu Hautverletzungen füh- stimm­tes Hautschutzmittel, eine geziel- • F euchtigkeitsstau und Hautauf­
ren oder durch die Haut in den Körper te und schonende Hautreinigung sowie weichung (Mazeration), z. B. beim
eindringen können sowie bei Gefahr eine wirksame Hautpflege. Tragen von Gummihandschuhen und
von Verbren­nungen, Verätzungen, Ver­ Alle drei Stufen sind von gleicher
brühungen, Unterkühlungen, elek­tri­ Wichtigkeit. • UV-Strahlenbelastung, z.  B. beim
schen Durchströ­mungen, Stich- oder Elektroschweißen, bei Arbeiten im
Schnittverletzungen. Hautgefährdungen entstehen z. B. Freien.
durch
Je nach Arbeitseinsatz kommen insbe- Die Hautschutzmittel müssen vor
sondere schwer entflammbare Schutz- • wassermischbare Arbeitsstoffe, jedem Arbeitsbeginn – also auch nach
kleidung, z. B. Schweißerschutzanzug, z. B. wassergemischte Öle und Kühl- jeder Pause – auf die saubere Haut
Säure- und Laugenschutzkleidung, schmierstoffe, Dispersionsfarben, aufgetragen werden.
Hitze- oder Kälteschutz­kleidung, anorga­nische Salz­lösungen, Haus-
Winterschutzkleidung, Schutzschürzen, haltsreiniger, Laugen, Säuren, Zur Hautreinigung sollte grundsätz-
elektrisch isolierende Kleidung oder lich das mildeste Reinigungsmittel
Warnkleidung in Betracht. • n
 icht wassermischbare Arbeits­ verwendet werden. Nur wenn dessen
stoffe, z. B. Mineralöle, Fette, Reinigungs­wirkung nicht ausreichend
orga­nische Lösemittel, ist, kommen reibemittelhaltige Haut­
reiniger in Betracht. Verdünner, Kalt-
• stark hauthaftende Verschmutzun- reiniger, Vergaserkraftstoffe und Ähn­
gen und Arbeitsstoffe, z. B. Altöl, liches dürfen zur Hautreinigung nicht
Graphit, Metallstaub, Ruß, Kleb- und verwendet werden.
Beschichtungsstoffe,
Eine regelmäßige Hautpflege mit fett­
• Mehrkomponentenharze, z.  B. haltigen Hautpflegemitteln unterstützt
Epoxid-Phenolformaldehyd-, Polyes- die natürliche Regeneration der Haut.
ter- und Polyurethanharze, Die Auswahl des geeigneten Hautschut-
zes sollte der Unternehmer in Zusam-
HAUTSCHUTZPLAN menarbeit mit dem Betriebsarzt, ggf.
den Herstellern und unter Beteili­gung
Hautgefährdung Hautschutzmittel Schutzhand- Hautreinigungs­ Hautpflege-
schuh mittel mittel
der betroffenen Mitarbeiter vornehmen.

nach vor soweit nicht nach der Arbeit, nach Damit die Mitarbeiter den für die ein-
• Betriebs­bereich Arbeitsbeginn, generell vorge- auch vor Arbeitsende und
• Arbeitsverfahren auch nach sehen, Hinweise Pausen Hautreinigung
zelnen Arbeitsbereiche oder Tätigkeiten
• Stoffen Pausen auf speziellen festgelegten Hautschutz kennen, ist ein
Einsatzbereich Hautschutzplan (Bild 3-4 ) aufzustellen.
Untergliederung Der Produktname oder die interne Werksbezeichnung sind einzutragen,
ist vom Einzelfall ebenfalls Angaben, wo und von wem die Mittel bzw. der Schutzhandschuh Die Benutzung von Hautschutz muss
abhängig erhältlich sind. ständig vorgelebt und überwacht wer­
Beispiel: Kfz-Betrieb (Produktnamen erfunden) den. Hierzu sind die Vorgesetzten
verpflichtet, aber auch Betriebsrat,
Werkstatt Cremfix (o/w) geschl. Leder- Seifex Hautan-Plus Fachkraft für Arbeitssicherheit,
• Öl, Fett, handschuhe bei (o/w)
Benzin, CKW Karosseriearbei­ten; Betriebsarzt und Sicherheitsbeauf­
geschl. PVC-Hand- tragte sind dazu auf­gerufen.
schuhe bei Arbeit
mit Batteriesäure

Waschhalle Cremfix-Plus (w/o) Gutex Seifgel Hautan (o/w)

erhältlich bei: Mstr. Haase – Kundendienstabteilung

Bild 3-4: Beispiel für einen Hautschutzplan

16
Arbeitskleidung, persönliche Schutzausrüstungen

3.4 PSA gegen Absturz 3.5 Pflichten der Bild 3-5 zeigt die prozentuale Vertei-
Beschäftigten lung der Arbeits- und Wegeunfälle
Lässt die Eigenart des Arbeitsplatzes nach verletzten Körperteilen und un-
oder der durchzuführenden Arbeiten Es ist die Pflicht der Beschäftigten, terstreicht eindringlich die Notwendig-
eine Sicherung gegen Abstürzen durch die bereitgestellten persönlichen keit des Einsatzes persönlicher Schutz­
Brüstungen, Geländer, Fanggerüste Schutzausrüstungen zu benutzen. ausrüstungen.
oder Fangnetze nicht zu, müssen den Die entsprechenden Arbeitsbereiche
Beschäftigten Sicherheitsgeschirre zur müssen gekennzeichnet sein.
Verfügung stehen.
Die Unternehmer müssen die Beschäf-
Dabei ist besonders auf die richtige tigten vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und
Wahl von Anschlagpunkten und auf mindes­tens einmal jährlich auf die
ständige Benutzung zu achten. besonderen Gefahren an ihrem Arbeits-
Insbesondere ist zu unterscheiden platz hinweisen und über die Maßnah-
zwischen Ausrüstungen, die ein Abstür- men zu ihrer Abwendung unterweisen.
zen verhindern oder die einen Abstür- Hierzu gehört insbesondere auch die
zenden auffangen sollen. Benutzung der persönlichen Schutz-
ausrüstungen.

Arbeitsunfälle Wegeunfälle
Kopf, Hals (ohne HWS) 10,5 % Kopf, Hals (ohne HWS) 9,7 %
davon Augen 4,4 %

Wirbelsäule 2,6 % Wirbelsäule 26,9 %

Schulter, Oberarm, Ellenbogen 5,3 % Schulter, Oberarm, Ellenbogen 11,4 %

Thorax (Brustbereich) 3,3 % Thorax (Brustbereich) 7,7 %

Abdomen (Bauchbereich) 0,6 % Abdomen (Bauchbereich) 2,0 %

Unterarm 6,0 % Unterarm 5,1 %


Hand, Handgelenk, Finger 48,9 % Hand, Handgelenk, Finger 9,9 %
(li: 26,9 %; re: 22,0 %)

Oberschenkel, Kniegelenk 7,2 % Oberschenkel, Kniegelenk 12,7 %

Unterschenkel 3,5 % Unterschenkel 3,5 %

Sprunggelenk, Fuß 12,7 % Sprunggelenk, Fuß 11,1 %

Bild 3-5: Prozentuale Verteilung der Arbeits- und Wegeunfälle nach verletzten Körperteilen (Statistik-Jahr 2011)

17
4. Unterweisungen, Betriebsanweisungen

4.1 Unterweisungen Aktuelle Anlässe, wie Arbeitsunfälle Beschäftigten bekannt zu machen und
oder Beinahe-Unfälle und Berufserkran- müssen von ihnen eingehalten werden.
Um sich sicherheitsgerecht verhalten kungen, können eine erneute Unterwei-
zu können, müssen die Beschäftigten sung erforderlich machen. Betriebsanweisungen, die den Mit­
entsprechende Kenntnisse haben. arbeitern zugänglich sind, erlauben
Aus diesem Grunde sind regelmäßige Die Unterweisung muss arbeitsplatz- ihnen, sich selbst zu kontrollieren und
Unterweisungen durch die Unterneh- bezogen, umfassend, praxisnah und zu ­korrigieren. Sie stellen insoweit ein
mer oder ihre Beauftragten – z. B. Meis- auch für ausländische Arbeit­neh­mer wertvolles Hilfsmittel für den Unterneh-
ter, Vorarbeiter – erforderlich verständlich durchgeführt werden. mer und für die Beschäftigten dar.
(Bild 4-1). Dabei müssen alle Mitarbei-
ter über die bei ihren Tätigkeiten auf­ Die Teilnahme an Unterweisungen Bild 4-2 auf Seite 19 zeigt das Beispiel
tretenden Gefahren, das richtige Ver- ­müssen die Teilnehmer durch Unter- für eine Betriebs­anweisung
halten und die Maßnahmen zur Abwen- schrift bestätigen. „Umgang mit Schwefelsäure für Blei­
dung der Gefahren informiert werden. akkumulatoren“.
Grundlagen für die Unterweisung
Die Unterweisungen müssen können sein
4.3 Betriebsanleitungen
• bei jeder Neueinstellung oder Um­ • berufsgenossenschaftliche Vor-
setz­ung an einen anderen Arbeits- schriften und Regeln für Sicherheit Nicht zu verwechseln mit Betriebsan-
platz, und Gesundheitsschutz bei der weisungen sind Betriebsanleitungen für
Arbeit, Maschinen oder Geräte.
• vor Beginn jeder neuen Tätigkeit,
• Betriebsanleitung der Hersteller Jeder Hersteller bzw. Händler einer Ma-
• vor Beginn bestimmter in den oder Lieferanten, schine ist verpflichtet, diese mit einer
BG-Vorschriften bezeichneter Bedienungsanleitung in der Sprache
Arbeiten und • Betriebsanweisung der Unterneh- des Verwenderlandes auszuliefern.
mer und
• vor Umgang mit Gefahrstoffen Eine Bedienungsanleitung enthält Infor-
• Arbeitshilfen der Berufsgenossen- mationen zur sicheren, bestimmungs-
durchgeführt werden. schaft, wie BG-Informationen, Prüf- gemäßen Verwendung einer Maschine.
listen, Merkkarten, Plakate/Wand-
zeitungen, Mitteilungsblätter, Filme/ Für einen gefahrlosen Betrieb müssen
Videos. u. a. Angaben zu

Das Aushändigen von Vorschriften oder • Installation, Montage, Demontage,


Druckschriften genügt nicht! Inbetriebnahme und

• Bedienung, Rüsten, Instandhaltung,


4.2 Betriebsanweisungen einschließlich der Wartung und
Besei­tigung von Störungen im
Mögliche Gefährdungen von Beschäf- Arbeitsablauf
tigten müssen im Voraus ermittelt und
beurteilt werden (§ 5 Arbeitsschutz- vorhanden sein.
gesetz). Daraus folgend sind die erfor-
derlichen Schutzmaßnahmen und Ver­
haltensweisen für den konkreten Ein-
zelfall (objekt-­und adressaten­bezogen)
Bild 4-1: Beispiel einer Unterweisung festzulegen und ggf. auch in Betriebs­
anweisungen zusammenzufassen.
Je nach Erfordernis, jedoch mindestens
einmal jährlich, muss die Unterweisung Betriebsanweisungen bedürfen der
wiederholt werden; bei Jugend­lichen Schrift­form und sind in einer für die
muss sie mindes­tens zweimal jährlich Beschäftigten verständlichen Form und
erfolgen. Sprache abzufassen. Sie sind den

18
Unterweisungen, Betriebsanweisungen

Firma:
Namen der Firma hier einsetzen
Betriebsanweisung Nr.:

gem. GefStoffV § 14 und TRGS 555

1. Anwendungsbereich
Umgang mit Schwefelsäure für Bleiakkumulatoren

Abteilung: ________________________ Arbeitsplatz: ________________________

2. Gefahrstoffbezeichnung
37 %ige Schwefelsäure

Produktname: ____________________________________________________________________________________________

3. Gefahren für Mensch und Umwelt


• Verursacht schwere Verätzungen der Haut und Schleimhaut
• Einatmen der Nebel kann zu Lungenschäden führen
• Verschlucken schädigt den Verdauungstrakt und kann zum Tode führen
• Reagiert heftig mit Laugen

4. Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln


• Schutzbrille und säurefeste Schürze tragen
• Schutzhandschuhe tragen: ....................................................................................
• Säureheber benutzen
• Hautkontakt vermeiden:
– Säure nicht mit den Händen berühren
– Feuchte Kleidung sofort wechseln und in Wasser legen
– Mit verschmutzten Händen nie Mund, Nase, Augen berühren
• Vor Pausen und nach Arbeitsende gründlich waschen
• Am Arbeitsplatz nicht essen, trinken und keine Lebensmittel aufbewahren
• Am Arbeitsplatz nicht rauchen
• Kein Wasser in die Säure gießen
• Gut belüftet und dicht verschlossen im Originalgebinde lagern

5. Verhalten bei Störungen und im Gefahrfall Notruf:


• Vorgesetzten informieren
• Verschüttete Säure mit Bindemittel aufnehmen: ..............................................................
• Reste nach dem Neutralisieren (Kalk oder Soda) mit viel Wasser fortspülen
• Im Brandfall nur mit bereitgestelltem Löschmittel löschen

6. Verhalten bei Unfällen – Erste Hilfe Notruf:


• Ersthelfer und Vorgesetzten verständigen
• Bei Hautkontakt mit viel Wasser abwaschen
• Bei Augenkontakt mit viel Wasser spülen (Augendusche/Spülflasche)

7. Instandhaltung, Entsorgung
• Gebrauchte Säure in den besonders gekennzeichneten Behältern sammeln
• Die Entsorgung als Sondermüll erfolgt durch: ................................................

Datum: Unterschrift:

Bild 4-2: Betriebsanweisung

19
5. Arbeitsplätze, Verkehrswege, Notausgänge

Arbeitsplätze sind Bereiche, in denen sich Beschäftigte bei 5.1 Verkehrswege


ihrer Arbeit aufhalten. Es können neben Standplätzen an
Maschinen oder Sitzplätzen an Arbeitstischen auch Gänge Verkehrswege müssen freigehalten werden, damit sie
und Laufstege, Treppen und Leitern, Dächer, Arbeitsgruben, jederzeit benutzt werden können. In Räumen mit mehr als
Podeste oder Gerüste sein. 1000 m2 Grundfläche besteht die gesetzliche Verpflichtung
zur Kennzeichnung der Verkehrswege. Es emp­fiehlt sich,
Arbeitsplätze müssen so eingerichtet und beschaffen sein, Fahr- und Gehwege zu trennen (Bild 5-2).
dass sie ein sicheres und gesund erhaltendes Arbeiten
ermöglichen. Dies gilt insbesondere hinsichtlich Material,
Geräumigkeit, Festigkeit, Stand­sicherheit, Oberfläche,
Tritt­sicherheit, Beleuchtung, Belüftung sowie des Fern­
haltens von schädlichen Umwelt­einflüssen oder Gefahren
durch Dritte.

Verkehrswege sind Bereiche, die dem Personenverkehr


(Gehverkehr) und dem Transport von Gütern dienen. Es ist
dabei unerheblich, ob der Personen­verkehr oder Gütertrans-
port regelmäßig oder nur gelegentlich stattfindet. Verkehrs-
wege und Arbeitsplätze können sich überschneiden.
Auch die Zugänge zu Arbeitsplätzen sind Verkehrswege.

Verkehrswege müssen in solcher Anzahl vorhanden und so


beschaffen und bemessen sein, dass sie je nach ihrem
Bestimmungszweck sicher begangen oder befahren werden Bild 5-2: Trennung der Fahr- und Gehwege
können und neben den Wegen beschäftigte Personen durch
den Verkehr nicht gefährdet werden. Verkehrswege sind kein Ersatz für Lager­flächen!

Letzteres kann durch ausreichende Abstände zu den Arbeits- Verkehrswege müssen ausreichend breit angelegt sein.
plätzen, Anordnung der Arbeitsplätze mit Blickrichtung zum Bei Benutzung durch kraft­betriebene oder schienengebun-
Verkehrsweg und erforderlichenfalls Anbringung von Schutz- dene Beförderungsmittel müssen zwischen der äußeren
gittern oder Anfahrschutz erreicht werden (Bild 5-1). Begrenzung der Beförderungsmittel und der Grenze des
Verkehrsweges Sicherheitsabstände von mindes­tens 0,5 m
In Betrieben, in denen mit viel Wasser hantiert wird, bleibt es auf beiden Seiten vorhanden sein. Bei gleichzeitigem
nicht aus, dass die Böden dauernd nass und rutschig sind. Personenverkehr sind die Sicherheitsabstände zu vergrößern
Ein rutschhemmender Belag ist erforderlich! Gute Abhilfe (Bild 5-3).
schaffen Roste. Allerdings werden Roste aus Holz durch das
Wasser mit der Zeit morsch.

Bild 5-3: Mindestmaße von Verkehrswegen

An Ausgängen und Treppenaustritten zu Verkehrswegen


mit Fahrzeugverkehr ist ein Abstand von 1 m erforderlich;
andernfalls muss eine Absicherung durch Umgehungs-
Bild 5-1: Anfahrschutz an Verkehrswegen schranken erfolgen.

20
Arbeitsplätze, Verkehrswege, Notausgänge

5.2 Beleuchtung 5.3 Rettungswege und Notausgänge

Ein gut geführter Betrieb darf keine dunkle Ecke haben. Je nach Eigenart des Betriebes muss das schnelle und
Jeder Arbeitsplatz und Verkehrsweg muss der Sehaufgabe sichere Verlassen von Arbeitsplätzen und Räumen durch
entsprechend beleuchtet sein; zumindest für die Dauer der Rettungswege und Notausgänge sichergestellt sein.
Benutzung: Rettungs­wege und Not­ausgänge müssen als solche gekenn-
zeichnet (Bild 5-4) und stets freigehalten sein.
• ständig besetzte Arbeitsplätze mind. 200 Lux
Das Wort Notausgang sagt bereits, dass eine Tür mit dieser
• Maschinenarbeiten 300 – 500 Lux Aufschrift für Notfälle bestimmt ist. Die Ausgänge müssen
– sollen sie ihren Zweck auch wirklich erfüllen – schon von
• Feinmontagen mind. 500 Lux weitem durch ein auffallendes oder mit Leuchtbuchstaben
versehenes Schild als solche zu erkennen sein.
• Mindestbeleuchtung 15 Lux
Die Türen von Notausgängen müssen nach außen aufschla-
• bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung mind. 1 Lux. gen, sich unbedingt leicht öffnen lassen und dürfen während
der Arbeitszeit nicht verschlossen sein.
In bestimmten Fällen ist eine Notbeleuchtung erforderlich.
Auch eine Verwahrung des Schlüssels hinter Glas ist nicht
Die Beleuchtung soll auch blendfrei sein: Gegenlicht zulässig. Im Ernstfall können solche Dinge über Leben und
wirkt auf die Dauer ermüdend und mindert die geistige und Tod entscheiden!
körperliche Reaktion.

Lichtschalter für die Raumbeleuchtung sind nahe an den Bild 5-4: Hinweisschilder
auf Rettungswege
Ein- und Ausgängen anzu­bringen. Sie müssen leicht zugäng- und Notausgänge
lich, selbstleuchtend und gefahrlos erreichbar sein.

Was nützt jedoch die beste, vorschriftsmäßige Beleuchtung,


wenn sie nicht eingeschaltet ist?

21
6. Leitern, Tritte, Treppen

Es gibt eine Anzahl unterschiedlicher Wo Stehleitern vorwiegend von weib­ Für den Benutzer von Leitern muss eine
Leitern. Am häufigsten verbreitet sind lichen Personen benutzt werden, sind Betriebsanleitung (Bild 6-2) aufgestellt
Stehleitern und Anlegeleitern. Tritte Stufen-Stehleitern bereitzustellen, auf und an der Leiter deutlich erkennbar
sind ortsveränderliche Aufstiege bis zu denen der Fuß eine wesentlich größere und dauerhaft angebracht sein. Die Be-
1 m Höhe. Standfläche hat. triebsanleitung kann gedruckt oder in
Form von Piktogrammen gestaltet sein.
Gefahren bestehen insbesondere Vorsicht mit Absatzschuhen!
dadurch, dass es zu Stürzen kommt,
wenn die Leitern und Tritte einsinken, Betriebsfremde Leitern und
ab­rutschen oder umfallen. Tritte nicht benutzen
Mitarbeiter aus anderen Unternehmen
Auch beschädigte, unsachgemäß bringen häufig eigene Leitern und Tritte
instand gesetzte und nicht bestim­ mit. Sollen diese auch von betriebsei-
mungs­gemäß ver­wen­dete Leitern genen Mitarbeitern verwendet werden,
­können zu Abstürzen führen. müsste zunächst eine Prüfung auf
Sicherheit erfolgen. Deshalb ist es bes-
In der Bundesrepublik Deutschland ser, betriebsfremde Leitern und Tritte
ereignen sich jährlich mehr als 40 000 grund­sätzlich nicht zu benutzen!
solcher Unfälle. Davon führen etwa
3 000 zu einer Rente; ca. 60 Unfälle ver- Leitern und Tritte gegen
laufen sogar tödlich. Umstürzen sichern
Leitern und Tritte sind im Allgemeinen
Von Treppen gehen insbesondere dann durch ihre Bauart gegen Umfallen,
Gefahren aus, wenn die Stufen ausge­ Bild 6-1: Sichere Aufstiege benutzen Abrutschen und Umkanten gesichert.
treten sind oder Handlauf bzw. Gelän- Sicherungen gegen Abrutschen des
der fehlen. Leiterfußes sind je nach Bodenbe­
6.2 Bestimmungsgemäße schaffenheit z. B. Stahlspitzen oder
Handläufe bzw. Geländer sind ab drei Benutzung von Gummifüße (Bild 6-3).
Stufen in Folge als Sicherheitseinrich- Leitern und Tritten
tung notwendig. Sicherungen gegen Abrutschen des
Eine Stehleiter ist keine Anlegeleiter. Leiterkopfes sind z. B. Aufsetz-, Einhak-
Vorsicht bei ausgetretenen Stufen! Wozu gäbe es für alle möglichen oder Einhängevorrichtungen.
Arbeiten unterschiedlich gebaute Lei-
Die Gefahr des Abrutschens kann man tern, wenn nicht aus praktischen und
durch Auflegen von Gummileisten sicherheitstechnischen Gründen!
rechtzeitig vermeiden. Leitern und Tritte dürfen also niemals
für Arbeiten verwendet werden, für die
sie weder bestimmt, noch ihrer Bauart
6.1 Aufstiege nach geeignet sind.

Nicht gleich den erstbesten Gegen-


stand als Aufstieg benutzen, wenn der
Arm für ein hohes Regal nicht ausreicht!
Kisten, Fässer, Säcke, Schemel, Stel- Bild 6-3: Sicherungen gegen Abrutschen
lagen oder ähnlich wackelige Gegen­
stände ersetzen noch lange keine Leiter Je nach Art der auszuführenden Arbei-
(Bild 6-1). ten, z. B. Benutzung von Handbohrma-
schinen oder Zureichung von Gütern,
Es müssen vielmehr Leitern und Tritte können j­ edoch insbesondere bei Steh-
in der erforderlichen Art, Anzahl und und Anlegeleitern Kräfte auf die Leiter
Grö­ße bereitstehen und benutzt einwirken, die zusätzliche Sicherungs-
werden.­ maßnahmen gegen Umstürzen erfor-
derlich machen, z. B. Anbinden des
Bild 6-2: Betriebsanleitung Leiterkopfes oder ­Unterstützungen der

22
Leitern, Tritte, Treppen

Holme. Sofern die Betriebsverhältnisse Stehleitern sicher aufstellen Wangen und Holme dürfen niemals
keine derartigen Maßnahmen zulassen, Stehleitern müssen Spreizsicherungen geflickt werden.
müssen die Leitern von einem Mitarbei- in Form von Spannketten oder Spann-
ter gehalten werden. gelenken haben. Spanngurte dürfen
nur angebracht sein, wenn die Leitern
Leitern, die an oder auf Verkehrswegen keinen Witterungseinflüssen ausge-
aufgestellt werden müssen, sind gegen setzt sind. Spannvorrichtungen, die von
Umstoßen zu sichern. Außerdem ist auf Hand eingelegt werden müssen, sind
sie auffällig hinzuweisen, z. B. durch nicht zulässig (Bild 6-5).
Absperrungen oder Sicherungs­posten.
Stehleitern dürfen nicht bis zur obers-
ten Sprosse oder Stufe bestiegen
Anlegeleitern sicher aufstellen werden. Ausgenommen hiervon sind
Anlegeleitern sollen nicht länger als Leitern, deren oberste Trittfläche ein Bild 6-6: Schadhafte Leitern aussondern
8 m sein, wenn sie nicht durch eine sicheres Stehen gewährleistet, z. B.
beson­dere Bauweise gegen Durch­ durch Sicherheitsbrücke und Haltevor-
biegen und Umstürzen gesichert sind. richtung. Stehleitern dürfen nicht als 6.3 Prüfungen
Wangen und Holme von Anlegeleitern Anlegeleitern oder zum Besteigen von
dürfen niemals behelfsmäßig verlän- Bühnen, Gale­rien, Stellagen und der- Leitern müssen durch eine vom Unter-
gert werden. gleichen benutzt werden. nehmen beauftragte befähigte Person
wiederkehrend auf ihren ordnungs­
Anlegeleitern dürfen nur an sichere gemäßen Zustand geprüft werden.
Stützpunkte im Winkel zwischen Die Zeitabstände für die Prüfung richten
65 – 75° angelegt werden (Bild 6-4). sich nach den Betriebsverhältnissen.
Glasscheiben, Fenster, Spanndrähte, Unabhängig hiervon haben Benutzer
Stangen oder unverschlossene Türen vor dem Gebrauch auf Eignung und
sind deshalb zu meiden. Beschaffenheit der Leitern zu achten.

Als Maßnahmen, die das Erfassen aller


Leitern bei der Prüfung sicherstellen,
kommen z. B. das Nummerieren der
Bild 6-5: Spreizsicherung an Stehleitern ­Leitern oder das Führen eines Leiter-
kontrollbuches infrage.

Schadhafte Leitern und Tritte der


Benutzung entziehen
Schadhafte Leitern und Tritte sind un-
verzüglich der Benutzung zu entziehen
(Bild 6-6). Also vernichten oder bis
zur Instandsetzung unter Verschluss
halten!

Bild 6-4: Prüfung des richtigen Anstellwinkels Bei einer sachgemäßen Instandsetz­
ung müssen schadhafte oder fehlende
Anlegeleitern sind kein Ersatz für Ge- Sprossen durch fehlerfreie Sprossen
rüste! Es dürfen deshalb nur Arbeiten­ der gleichen Art ersetzt werden.
geringen Umfanges von ihnen aus Dabei sind sie auch in gleicher Weise
ausgeführt werden. Dabei dürfen die an den Wangen oder Holmen zu be­
obersten drei Sprossen nicht betreten festigen wie die übrigen. Es ist nicht
werden. Anlegeleitern müssen mindes- gestattet, die Sprossen nur durch Auf-
tens 1 m über Austrittsflächen hinaus- nageln oder Auf­schrauben zu befesti-
ragen, so­weit keine anderen Haltemög- gen.
lichkeiten bestehen.

23
7. Schutz gegen Absturz
und herabfallende Gegenstände

An höher gelegenen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen


besteht die Gefahr des Abstürzens von Personen oder des
Herabfallens von Gegenständen. Ab­stürze sind oft – auch
bei kleineren Höhen – mit lebensgefährlichen Ver­letzungen
verbunden.

7.1 Seitenschutz

Arbeitsplätze und Verkehrswege, die

• an oder über Wasser oder anderen Stoffen, in denen


man versinken kann oder

• mehr als 1 m über dem Boden oder


einer anderen tragfähigen Fläche liegen,

müssen ständige Sicherungen haben, die verhindern, dass


Personen abstürzen oder Gegenstände herabfallen.

Falls Arbeitsplätze und Verkehrswege mehr als 0,2 m über Bild 7-1: a: Absturzsicherung – dreiteiliger Seitenschutz
dem angrenzenden Fußbodenniveau liegen (z. B. Maschinen
auf Podesten/Bühnen) und die Gefahr des Hinunterfallens
gegeben ist, sind auch hier bereits geeignete Sicherungen
vorzusehen.

Solche Sicherungen sind insbesondere Geländer, die


mindestens 1 m hoch sind und aus Geländerholm, einem
Zwischenholm in 0,5 m Höhe sowie einem mindestens 0,1 m
hohen Bordbrett bestehen, bekannt auch als dreiteiliger
Seitenschutz (Bilder 7-1a und 7-1b).

Bei Laderampen kann an der Be- und Entladestelle auf ein


Geländer verzichtet werden.

Lässt die Eigenart des Arbeitsplatzes oder der durchzufüh-


renden Arbeiten eine ständige Sicherung nicht zu, so müs-
sen der Absturz von Personen durch Fang­netze oder Sicher- Bild 7-1b: 
Absturzsicherung – Geländer
heitsgeschirre und das Herabfallen von Gegenständen auf
tiefer gelegene Arbeitsplätze und Verkehrs­wege, z. B. durch
Schutzdächer, verhindert werden.

24
Schutz gegen Absturzund herabfallende Gegenstände

7.2 Fenster- und Wandluken, Bodenöffnungen sichern


Bodenöffnungen An Fußbodenluken, Treppenöffnungen, Gruben, Schächten
usw. muss durch ständige Sicherungen ein Hineinstürzen
Fenster- und Wandluken, die weniger als 1 m über dem Fuß- von Personen verhindert sein, z. B. durch
boden beginnen, müssen mit einer Brustwehr in 1 m Höhe
versehen sein. Bei abnehmbaren Brustwehren müssen an • b
 egehbare oder befahrbare, gegen Verschieben gesicher-
beiden Seiten der Luken feste und ausreichend lange Hand- te Abdeckungen,
griffe angebracht sein (Bild 7-2).
• feste oder abnehmbare Geländer (Bild 7-4),
Fenster, die sich unter der Fußebene bis in das darunter
liegende Stockwerk erstrecken, müssen auf dem Zwischen­ • Absperrungen.
boden Geländer und Fußleiste haben.
Fußbodenluken sind mit einem Griff zu versehen, damit beim
Besteht durch die Bauart von Fenstern eine Gefahr bei der Schließen der Klappe die Finger nicht eingequetscht werden
Reinigung, so sind bei dieser Arbeit Auffanggurte zu können.
be­nutzen. Große Außenfenster sind von Gerüsten oder Fahr-
körben aus zu reini­gen.

Bild 7-2: Brustwehr bei Fenster- und Wandluken Bild 7-4: Gesicherte Fußbodenluke

Fensterflügel, Wandlukentüren, Schiebetüren 7.3 Dächer


Fensterflügel und Schiebefenster sind durch Vorrichtungen
so abzusichern, dass sie nicht herunterfallen können. Wand- Dächer aus nicht tragfähigem Material, z. B. Faserzement-
lukentüren, die sich nach außen öffnen lassen, müssen eine Wellplatten, sowie Oberlichter dürfen nicht betreten werden.
Sicherung gegen Ausheben haben. Schiebetüren sind stets
gegen Heraus­fallen zu sichern (Bild 7-3). Zur Warnung muss an den Zugangs­stellen unbedingt ein
Hinweisschild angebracht sein. Erstes Gebot aber ist, dass
die Zugänge unter sicherem Verschluss gehalten werden.

Derartige Dächer, die zum Zwecke der Instandhaltung hin


und wieder began­gen werden, müssen Laufstege mit Gelän-
der haben.

Bild 7-3: Sicherungswinkel an einer Schiebetür

25
8. Lagern und Stapeln, Handhabung von Lasten

Lager und Stapel dürfen nur so errichtet Rohre, Stangen und Profile, die hoch­ Deshalb müssen an ortsfesten Regalen
werden, dass die Belastung sicher auf- kant abgestellt werden, müssen so ge­ mit einer Fachlast von mehr als 200 kg
genommen wird. An Lagerflächen und halten sein, dass sie vor allem gegen oder einer Feldlast von mehr als
Lagereinrichtungen muss deshalb die seitliches Kippen und Wegrutschen 1000 kg folgende Angaben deutlich
zulässige Belastung deutlich erkennbar gesichert sind. erkennbar und dauerhaft angebracht
und dauerhaft angegeben sein. sein:
Ge­fahren beim Umgang mit dem Lade- Gegenstände gleicher Form stapelt
gut sowie durch umfallendes, herab­ man am besten pyramidenförmig und • Hersteller oder Einführer,
fallendes, wegrollendes usw. Lagergut im Kreuzverband.
müssen vermieden sein. • Typbezeichnung,
Wo Gefahr besteht, dass Gegenstände
auf Arbeitsplätze oder Verkehrswege • Baujahr oder Kommissionsnummer
8.1 Unter- und fallen können, müssen Sicherheitsvor­ und
Zwischenlagen kehrungen getroffen werden, z. B. Fang-
gitter, Absperrungen. • zulässige Fach- und Feldlasten.
Um Verletzungen an Händen oder
Füßen zu vermeiden, sind beim Wenn die Regale mit Gabelstaplern be-
Stapeln von ­Lasten, wie Kisten, Balken, oder entladen werden, muss an ihren
Brettern, ­Metallplatten oder Blechen, Eckbereichen ein mindestens 0,3 m
Unterleg­hölzer zu verwenden (Bild 8-1). hoher, nicht mit dem Regal verbun­
Diese H ­ ölzer müssen so gut aufliegen, dener gelb-schwarzer Anfahrschutz vor-
dass e­ in Kippen unmöglich gemacht handen sein.
wird. Außerdem müssen sie so hoch
sein, dass ­Hände und Füße unter der Die nicht für die Be- und Entladung vor-
Last noch genügend Platz haben. gesehenen Seiten von Regalen müssen
gegen Herabfallen von Ladeeinheiten
Nicht zu hoch stapeln. gesichert sein. Doppelregale müssen
Durchschiebe­sicherungen haben.
Runde Gegenstände gegen Bild 8-1: Zwischenlagen beim Stapeln von
Wegrollen sichern. Balken Bei Kragarmregalen müssen die zu-­
läs­sigen Belastungen der einzelnen
Im Kreuzverband stapeln. Kragarme und Stützen angegeben sein.
8.2 Lagern Die Kragarme dürfen nicht über die
Stapel von Stückgütern sind immer nur äußeren Abstützpunkte des Fußsockels
so hoch zu schichten, dass sie unter Bleche in Gestellen stapeln heraus­ragen (Bild 8-2 auf Seite 27).
allen Umständen noch sicher stehen. Zum Stapeln von Blechen eignen sich
Bei ­einem Arbeitsplatz, an dem viel Be­ Gestelle am besten. Ohne diese kann Ausnahmen sind nur zulässig, wenn die
trieb herrscht, kann es leicht gesche- beim Heraussortieren von einzelnen Standsicherheit des Regals, z. B. durch
hen, dass ein Stapel durch Anstoßen ­Blechen aus einem gegen die Wand ge- Verankerung mit geeigneten Bauwerks-
oder Erschütterung zum Umkippen lehnten Blechstapel die Last der nach­ teilen, gewährleistet ist.
gebracht wird. einander, z. B. gegen die Brust, geleg-
ten Bleche plötzlich zu groß werden Siehe auch BG-Regel „Lagereinrich­
Schwere runde Gegenstände (z. B. Wel- und den Haltenden beim Umstürzen tungen und -geräte“ (BGR 234).
len, Walzen, Rohre, Coils) können sehr unter sich begraben.
gut durch Keile gegen Wegrollen gesi-
chert werden. Mehrere Lagen dürfen
nur dann übereinander geschichtet Lagern in Regalen
werden, wenn die unterste Lage durch Regale dürfen nur bestimmungsgemäß
feste Anschläge zusammengehalten verwendet werden. Insbesondere
wird. Zu schwere Last in der oberen darf die zulässige Belastung nicht über-
Lage kann den Stapel leicht auseinan- schritten werden.
derdrücken.

26
Lagern und Stapeln, Handhabung von Lasten

8.3 Manuelle Handhabung


von Lasten
Die manuelle Handhabung von Lasten,
d. h. jedes Heben, Absetzen, Schieben,
Ziehen, Tragen, Bewegen oder Ab­
stützen einer Last durch manuelle Kraft,
bringt insbesondere eine Gefährdung
der ­Lendenwirbelsäule mit sich.
Die Gefährdung ist umso größer, wenn
dieses Handhaben unter ungünstigen
ergo­no­mischen Bedingungen, z.  B. in
Zwangshaltungen, geschieht.
Dabei handelt es sich hierbei um einen
Bereich, in dem durch ein wenig Nach-
denken und einfachste Maßnahmen
erhebliche Ver­besserungen für den
Bild 8-2: Kragarmregal Gesundheitsschutz erreicht werden
können.
Gas- und Sauerstoffflaschen
sicher lagern In der Verordnung über Sicherheit und
Erhöhte Vorsicht ist beim Lagern von Gesundheitsschutz bei der manuellen
Gas- und Sauerstoffflaschen geboten. Handhabung von Lasten bei der Arbeit
Stehende Flaschen müssen, auch wenn (Lastenhandhabungsverordnung) sind
sie leer sind, gegen Umfallen gesichert deshalb Maß­nahmen des Arbeits­
sein. Die Flaschen müssen nach Gasen schutzes und eine entsprechende
getrennt gelagert werden. Rangfolge vorgegeben.

Unzulässig ist die Lagerung von Danach hat der Unternehmer zunächst
Druckgas­flaschen in durch Bereitstellung geeigneter Arbeits-
mittel oder organisatorischer Maßnah-
• Räumen unter Erdgleiche (Keller), men die manuelle Handhabung von
Lasten, die eine Gefährdung der Mit-
• Treppenräumen, arbeiter mit sich bringen kann, zu ver-
meiden. Soweit dies nicht möglich ist,
• Fluren, muss die Arbeit so gestaltet werden,
dass die Handhabung mit möglichst
• engen Höfen, geringer Gefährdung erfolgt. Dabei be-
stehen Gestaltungs­spielräume, insbe-
• Durchgängen und Durchfahrten, sondere im Hinblick auf die Last selbst,
die von den Beschäftigten zu erfüllende
• Garagen und Arbeitsaufgabe sowie die Beschaffen-
heit des Arbeitsplatzes und der Arbeits­
• Arbeitsräumen. umgebung. Darüber hinaus ist die kör-
perliche Eignung des Einzelnen für die
Ausführung der anstehenden Aufgaben
zu berücksichtigen.

27
9. Rohr- und Schlauchleitungen, Absperreinrichtungen

Dampf- und Warmwasserleitungen, die nicht isoliert sind, Schutzhandschuhe, Schutzanzüge oder Atemschutzgeräte
führen immer wieder zu Verbrennungen. Durch ungünstig benutzt werden. Bei solchen Arbeiten steht nicht nur die
verlegte Leitungen werden häufig Stoß-, Stolper- oder Sturz- eigene Sicherheit auf dem Spiel, sondern auch die von in der
unfälle ver­ursacht. Nähe arbeitenden Personen. Rücksicht also auch den ande-
ren gegenüber walten lassen und Absprachen treffen!

Heiße Rohrleitungen gegen Berührung abschirmen


Rohrleitungen, die heiße Flüssigkeiten, Dämpfe oder Gase Gasleitungen nicht mit offenen Flammen ableuchten
führen, müssen so verlegt sein, dass sie im Arbeits- und Ver­ und eindeutig kennzeichnen
kehrsbereich nicht berührt werden können. Wo das nicht Gasleitungen dürfen niemals mit offener Flamme abgeleuch-
möglich ist, sind sie zu isolieren oder zumindest gegen Be- tet werden. Zur Probe, ob eine Gasleitung eine undichte Stel-
rühren zu sichern. le hat, dürfen keine brennbaren Flüssigkeiten und offenen
Flammen benutzt werden. Seifenwasser oder andere Blasen
treibende Flüssigkeiten haben sich beim Abpinseln oder An-
Rohrkanäle abdecken sprühen bewährt. Es versteht sich von selbst, dass Rauchen
Rohrkanäle müssen immer zugedeckt sein! Müssen sie für bei derartigen Arbeiten zu unterlassen ist.
die Dauer der Durchführung von Arbeiten geöffnet bleiben,
so sind diese Gefahrstellen abzusperren. Kennzeichnung von Rohr­leitungen
Durchflussstoffe in Leitungen können insbesondere durch
Verwechselung oder bei der Durchführung von Kontroll- und
Ventile müssen leicht erreichbar sein Reparaturarbeiten an Rohrleitungs­systemen zu Gefahren
Ventile und ähnliche Armaturen, die regelmäßig bedient wer- führen. Deshalb ist es wichtig, dass erkennbar ist, welche
den müssen, sollen vom Standpunkt des Bedienenden aus Stoffe in der Rohrleitung in welche Richtung fließen. Rechts-
leicht und gefahrlos betätigt und überwacht werden können: grundlage ist § 5 Gefahrstoff­verordnung. Die Kennzeichnung
Sie sind also an entsprechend günstigen Plätzen anzubrin- erfolgt gemäß DIN 2403 „Kennzeichnung von Rohrleitungen
gen. Für Haupt­absperrventile gilt dies ganz besonders. Ven- nach dem Durchflussstoff“ zweckmäßigerweise durch farbi-
tile, die für den Bedienenden ungünstig, z. B. unterhalb der ge Schilder am Anfang und Ende und in ausreichender Häu-
Decke liegen, müssen durch Kettenzug vom Boden aus be- figkeit über die Länge verteilt sowie in unmittelbarer Nähe
dient werden können. von betriebswichtigen oder gefahrträchtigen Stellen, wie
Schiebern, Anschlussstellen, Wanddurch­führungen, Ab-
zweigstellen, Armaturen. Auch die Leitungen selbst werden
An Hähnen Schließstellung kennzeichnen sehr häufig in ihrer ganzen Länge in der entsprechenden Far-
Hähne an Rohrleitungen müssen so beschaffen sein, dass be gestrichen. Soweit die Kennzeichnung durch die Farbge-
Griff und Bohrung des Hahnkegels in die gleiche Richtung bung allein nicht ausreichend ist, sollte der Durchflussstoff
zeigen oder die Schließstellung der Hähne muss äußerlich zu auf dem Schild zusätzlich bezeichnet werden, z. B. durch
erkennen sein. Hahnkegel müssen gegen Herausfliegen ge- Worte, Formeln, Kennzeichen, Kennzahlen. Werden Kennzah-
sichert sein. len verwendet, sind sie im Betrieb durch Aushang zu erläu-
tern. Ergänzt werden kann die Kennzeichnung auch durch
Angaben von Druck, Tem­peratur oder anderen Kenngrößen
Schläuche gegen Abrutschen sichern des Durchflussstoffes. Die Schriftgröße ist nach dem Außen-
Schläuche, die auf Gas-, Dampf- oder andere Druckleitungen durchmesser der Rohrleitung einschließlich der eventuellen
aufgesteckt werden, sind gegen Abrutschen zu sichern. Ei- Wärme­isolierung auszuwählen. Schilder in den Farben Grün,
ne sichere Befestigung gewährleisten Schlauchschellen und Rot, Blau, Violett, Braun und Schwarz sind in der Farbe Weiß
Schlauchbandklemmen. Drähte oder gar Bindfäden sind zur zu beschriften. Schilder in den Farben Weiß, Gelb, Orange
Schlauchbefestigung ungeeignet. Wo es möglich ist, sollten und Grau sind in der Farbe Schwarz zu beschriften.
fest verlegte Leitungen verwendet werden. Die Lage der Spitze der Schilder gibt die Durchflussrichtung
an. Bei wechselnder Durchflussrichtung werden Schilder mit
beidseitiger Spitze verwendet. Die Schilder müssen dauer-
Bei Instandsetzungen an Rohrleitungen haft und ge­nügend fest sein (z. B. selbstklebende Kunststoff-
Sicherheits­vorkehrungen treffen schilder, Schilder aus Schichtkunststoff, Emailschilder oder
Solange eine Leitung unter Druck steht, sind Instandset­ Klebebänder).
zungsarbeiten daran nur unter besonderen Sicherheitsvor­
kehrungen erlaubt. Darüber hinaus müssen erforderlichen-
falls persönliche Schutz­ausrüstungen, wie Schutzbrillen,

28
10. Deckel, Gegengewichte, scharfe und
spitze Gegenstände, Ventilatoren

Zuschlagen schwerer Deckel, Hervorstehende Nägel, Ventilatoren


Laufbahnen von Gegengewichten scharfe oder spitze Gegenstände An allen Ventilatoren müssen die
Schwere Deckel an Apparaten, Kesseln Hervorstehende Nägel an geöffneten Flügel ­gegen Berührung gesichert sein
und anderen Einrichtungen können ­Kis­ten, Latten oder anderen Gegenstän- (Bild 10-2). Das geschieht am besten
durch Herabfallen oder Zuschlagen den sind unabhängig von ihrer Größe durch Maschendraht oder Stäbe.
zu Ver­let­zungen führen. Auch die in eine besondere Gefahr (Bild 10-1). Die M
­ aschenweite oder der Abstand der
diesem Zusammenhang häufig verwen- Stäbe muss so bemessen sein, dass die
deten Gegen­gewichte können Unfälle Wie leicht kann jemand sich an ihnen Flügel nicht berührt werden können.
verur­sachen. reißen oder in einen Nagel hinein­treten. Ausge­nommen hiervon sind nur Venti­
Die ­gleichen Gefahren gehen auch von latoren, die z. B. wegen zu geringer An-
Das unbeabsichtigte Zuschlagen anderen scharfen oder spitzen Gegen- triebsenergien nicht zu Ver­letzungen
schwerer Deckel muss durch besonde- ständen aus. führen können.
re Einrichtungen verhindert sein. Infra-
ge kommen z. B. hydraulische Stopper
oder Gegen­gewichte. Bei Gegengewich-
ten müssen die Laufbahnen umwehrt
sein, um Ver­letzungen beim schnellen ­
Ab­senken oder Herabfallen zu ver­mei­
den.

Bild 10-1: Hervorstehende Nägel an einer Bild 10-2: Mit Maschendraht gesicherter
geöffneten Kiste Ventilator

Hervorstehende Nägel, Bandeisen­teile


und Drahtstücke an Kisten, Tonnen,
Bret­tern und Balken müssen sofort
entfernt werden. Außerdem sollten
Sicherheitsschuhe mit durchtritt­
sicheren Sohlen getragen werden,
damit im Falle eines Hineintretens Ver-
letzungen vermieden werden.

Scharfe und spitze Werkzeuge, wie


­Messer, Scheren, Ahlen, sollten nie-
mals ungesichert in Taschen und Klei-
dungsstücken herumgetragen werden.
Es sind vielmehr die hierfür vorgesehe-
nen Behältnisse zu benutzen.

29
11. Gefahrstoffe

11.1 Was sind Gefahrstoffe? Gefahrstoffe sind auch solche Stoffe, Kennzeichnung von Behältern
aus denen bei der Verwendung gefähr­ und Verpackungen
Gefahrstoffe sind Stoffe oder Stoff­ liche Stoffe erst entstehen, z. B. Um Gefahrstoffe als solche zu erken-
gemische (Zubereitungen), welche die Schweiß­rauche beim Schweißen legier- nen, müssen auf den Verpackungen
Gesundheit des Menschen schädigen ter Stähle oder Verbrennungsrückstän- sowie auf den Behältern und Gefäßen
oder sogar zum Tode führen können. de (Rußpartikel) aus Dieselmotoren. im Betrieb die Gefahrenbezeichnungen
Sie ­können in fester, flüssiger oder gas­ Gefahrstoffe können durch Einatmen, mit den zugehörigen Gefahrensymbo-
för­miger Form auftreten und haben eine Verschlucken oder über Haut- bzw. len angegeben sein.
oder mehrere der nachfolgenden Eigen- Augenkontakt in den menschlichen
schaften: Körper gelangen und die Gesundheit An der Arbeitsstelle dürfen Gefahrstof-
ge­fährden. fe nur in begrenzten Mengen zur Ver-
• sehr giftig, fügung stehen; nur so viel, wie für den
Fortlauf der Arbeit nötig ist (höchstens
• giftig, 11.2 Kennzeichnung Bedarf einer Arbeitsschicht).
von Gefahrstoffen
• g
 esundheitsschädlich (früher auch Die Kennzeichnung muss mindestens
als mindergiftig bezeichnet), Kennzeichnung von Arbeitsplätzen enthalten:
Arbeitsplätze, an denen mit Gefahr­
• ätzend, stoffen umgegangen wird, müssen ge- • Stoffbezeichnung
kennzeichnet sein durch
• reizend, • Gefahrensymbole
• W
 arnschilder, die auf die Gefahren
• sensibilisierend, hinweisen, • Gefahren- und Sicherheitshinweise

• explosionsgefährlich, • G
 ebotsschilder für die erforderlichen • Angaben zum Hersteller
persönlichen Schutzausrüstungen, (Anschrift, Tel.-Nr. ...)
• brandfördernd,
• V
 erbotsschilder, die beispielsweise Initiiert durch die Vereinten Nationen
• hoch entzündlich, das Rauchen oder den Zutritt für Un- gibt es erstmals weltweit einheitliche
befugte verbieten sowie Kriterien zur Einstufung und Kennzeich-
• leicht entzündlich, nung von Gefahr­stoffen (GHS-System).
• H
 inweisschilder, z. B. zur Ersten Hilfe Innerhalb der Europä­ischen Union tra-
• entzündlich, oder zum Verhalten bei Störfällen. ten diese Neuerungen 2009 mit der
„Verordnung zur Einstufung, Kennzeich-
• krebserzeugend, Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift nung und Verpackung von Stoffen und
„Sicherheits- und Gesundheitsschutz- Gemischen“, kurz CLP-Verordnung, in
• fortpflanzungsgefährdend kennzeichnung am Arbeitsplatz“ Kraft.
(reproduktionstoxisch), (BGV A8).
Das bedeutet, dass Gefahrstoffe künftig
• erbgutverändernd, mit neuen Gefahrensymbolen versehen
werden. Zusätzlich geben die Signal-
• umweltgefährlich. wörter „Achtung“ oder „Gefahr“ weitere
Hinweise auf den Gefährdungsgrad.
Außerdem müssen auf den Etiketten
Gefahrenhinweise (alt: R-Sätze, neu:
H-Sätze) und Sicherheitshinweise
(alt: S-Sätze, neu: P-Sätze) aufgeführt
werden.

W01: W02: P02: P06:


Warnung vor Warnung vor Feuer, offenes Licht Zutritt für
Die bisherige Einstufung von Gefahr-
feuerge­fähr­lichen explosions­gefährlichen und Rauchen Unbefugte stoffen mit den „alten“ Gefahrensym-
Stoffen Stoffen verboten verboten bolen ist bis zum Ablauf folgender
Übergangsfristen gültig:
Bild 11-1: Warnschilder (gelb-schwarz), Verbotsschilder (rot-schwarz)

30
Gefahrstoffe

• für reine Stoffe bis zum 01.12.2010 Diese Veränderungen müssen Berück­ Technische Schutzmaßnahmen
sichtigung finden in den Sicherheits- Wenn der Ersatz von Stoffen nicht
• f ür Zubereitungen (Gemische) bis datenblättern der Hersteller, die möglich ist, sind technische Schutz-
zum 01.06.2015 Grund­lage sind für die Festlegung maßnahmen zu ergreifen, so u. a.
entsprechen­der Schutzmaßnahmen in
• f ür Lagerbestände in den Betrieben den Unternehmen, u. a. bei der Erstel- • Verwendung geschlossener
bis zum 01.12.2017 lung bzw. Überarbeitung von Betriebs- Anlagen und Apparaturen, z. B. für
anweisungen. Reinigungsarbeiten,
T+ T C
• Absaugung von Dämpfen, Stäuben
11.3 Schutzmaßnahmen oder Rauchen, z. B. Verwendung
einer Schweißrauchabsaugung,
N F F+ Gefährdungsbeurteilung
Unternehmer bzw. verantwortliche • Be- und Entlüftung der Arbeitsräume.
Perso­nen müssen vor der Verwendung
von Gefahrstoffen im Rahmen einer Derartige Einrichtungen sind laufend
O Xi Xn Gefährdungsbeurteilung die möglichen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Gefährdungen ermitteln und die erfor-
derlichen Schutzmaßnahmen treffen.
Organisatorische
E Die Schutzmaßnahmen sind in der Schutzmaßnahmen
Reihen­folge Sind Gefährdungen durch technische
Schutzmaßnahmen nicht vollkommen
• Ersatzstoffprüfung, zu beseitigen, müssen zusätzlich orga-
nisatorische Schutzmaßnahmen ergrif-
Bild 11-2: Bisher verwendete Gefahrensymbole • technische Schutzmaßnahmen, fen werden, z. B.:

• organisatorische Schutzmaßnah- • Ü
 berprüfen durch Messungen, ob
GHS01 GHS02 GHS03 men und personenbezogene Schutz- zulässige Grenzwerte eingehalten
maßnahmen werden

zu realisieren. • Beschäftigungsbeschränkungen von


gefährdeten Personen (Jugendliche,
Explodierende Flamme Flamme über Schwangere...)
Bombe einem Kreis Ersatzstoffprüfung
Im Rahmen der Ersatzstoffprüfung ist • Betriebsanweisungen:
GHS04 GHS05 GHS06 zu ermitteln, ob die verwendeten oder In schriftlichen Betriebsanweisung­
ausgewählten Gefahrstoffe durch un­ en muss festgelegt sein, was für den
gefährliche oder weniger gefährliche sicheren Umgang mit Gefahr­stoffen
Stoffe ersetzbar sind. beachtet werden muss. Dabei ist
anzugeben, welche persönlichen
Gasflasche Ätzwirkung Totenkopf So können z. B. bei Schutzausrüstungen nötig sind und
mit gekreuzten welche Erste-Hilfe-Maß­nahmen in
Knochen • Lackierarbeiten lösemittelhaltige Betracht kommen. Die erforderli-
Lacke durch Wasserlacke oder chen Schutzausrüs­tungen und Erste-
GHS07 GHS08 GHS09 Hilfe-Einrichtung­en, z.  B. Augen-
• Reinigungsarbeiten lösemittelhal- spülflasche (Bild 11-4 auf Seite 32),
tige Reinigungsmittel durch solche Augendusche, Löschbrausen oder
auf Wasserbasis Löschdecken, sind bereitzustellen
und zu benutzen. Unterweisung der
Ausrufe­ Gesundheits- Umwelt ersetzt werden. Mitarbeiter anhand der Betriebsan-
zeichen gefahr weisungen (siehe auch Abschnitt 4
„Unterweisungen, Betriebsanwei-
Bild 11-3: Gefahrenpiktogramme nach GHS sungen“).

31
Gefahrstoffe

• Mengenbegrenzung 11.4 Hinweise zu Entnahme


An der Arbeitsstelle dürfen Gefahr- und Umfüllen von
stoffe nur in begrenzten Mengen zur Gefahrstoffen
Verfügung stehen, d. h., nur so viel,
wie für den Fortgang der Arbeit nötig Keine Lebensmittelgefäße
ist (höchstens Bedarf einer Arbeits- benutzen
schicht). Beim Umgang mit Gefahrstoffen ist
beson­ders darauf zu achten, dass nur
geeignete Gefäße verwendet werden,
die nach Form und Aussehen mit Le-
bensmittelgefäßen (Limonade- oder Bild 11-7: Ballonkipper
Milch­flaschen) nicht verwechselt wer-
den können (Bild 11-6).
Verschüttete Gefahrstoffe
sofort beseitigen
Werden Gefahrstoffe versehentlich
verschüttet, sind sie sofort und unter
Bild 11-4: Augenspülflasche
Beachtung der Hinweise auf der Be­
triebsanweisung oder dem Sicherheits­
datenblatt zu beseitigen.
Personenbezogene
Schutzmaßnahmen
Sind trotz technischer und organisato- 11.5 Arbeitsmedizinische
rischer Schutzmaßnahmen die Mitar- Vorsorge und Hygiene
beiter noch restlichen Gefährdungen Bild 11-6: Benutzungsverbot für
ausgesetzt, müssen die Mitarbeiter Lebensmittelgefäße In bestimmten Fällen ist beim Umgang
durch persönliche Schutzausrüstungen, mit Gefahrstoffen eine gesundheit­liche
z. B. Atemschutz, Augen- und Gesichts- Überwachung der Beschäftigten durch
schutz oder Schutzkleidung (Bild 11-5) Ballons, Fässer und Behälter arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersu-
geschützt werden. sicher entleeren chungen vorgeschrieben.
Sollen Ballons, Fässer und dergleichen
von ätzenden Stoffen, Säuren, Laugen Wichtig ist auch die persönliche Hygie­
und anderen Gefahrstoffen entleert ne, also die Körperreinigung, Verwen-
werden, müssen die dafür bestimmten dung von Hautschutzmitteln und das
Vorrichtungen, z. B. Ballonkipper Unter­lassen von Essen und Trinken im
(Bild 11-7), Heber, Pumpen, benutzt Arbeitsraum.
werden. Auf keinen Fall dürfen solche
Flüssigkeiten mit dem Mund angesaugt
werden!

Bild 11-5: Schutzhandschuhe

32
12. Brand- und Explosionsschutz

Bei Bränden in Betrieben bestehen Ge- Alarmplan aufstellen In jedem Stockwerk bzw. jedem größe-
fahren durch Hitze, Rauchgase, einstür- Für den Brandfall muss ein Alarmplan ren Arbeitsraum sollen – soweit keine
zende Gebäudeteile, ungeeignete oder aufgestellt sein (Bild 12-3). anderen Löscheinrichtungen vorhan-
versperrte Rettungs­wege. den sind – je nach Brandgefährdung
ein, zwei oder mehr Handfeuerlöscher
Ein geeigneter Brandschutz, der recht­ stets griffbereit vorhanden sein.
zeitig wirksam wird, kann die Aus­
wirkungen von Bränden verhindern. Die Anzahl der Hand­feuerlöscher ergibt
sich aus der Berechnung der Lösch­
Dazu gehört auch die Kennzeichnung mitteleinheiten nach der BG-Regel
(Bild 12-1) und die Fest­legung von „Aus­rüstung von Arbeitsstätten mit
Verhaltens­anforderungen bei Ausbruch Feuer­löschern“ (BGR 133), siehe Bilder
eines Brandes (Bild 12-2). 12-4 und 12-5 auf Seite 34.

Die Feuer­löscher müssen jederzeit in


gebrauchsfähigem Zustand erhalten
sein; wo es nötig ist, sind sie auch ge-
gen Einfrieren zu schützen.

Handfeuerlöscher sind mindestens alle


zwei Jahre durch befähigte Personen
(ehemals Sachkundige) zu überprüfen.
Bild 12-3: Alarmplan für kleine Betriebe Nach jeder dieser Prüfungen muss ein
Prüfvermerk am Feuer­löscher ange-
bracht werden.
Handfeuerlöscher
bereitstellen und regelmäßig In jedem Betrieb muss eine aus­
prüfen, Hand­habung üben reichende Zahl von Personen mit der
Für das Löschen eines Brandes und zur Handhabung von Feuerlöschern ver-
Rettung von Personen sind rechtzeitig traut gemacht werden. Unter ihnen soll-
Vorkehrungen zu treffen. Dazu gehört ten möglichst die Personen sein, die
Bild 12-1: Brandschutzordnung nach insbesondere die Bereitstellung von regelmäßig nahe an den Standplätzen
DIN 14096, Texte als Entwürfe der Feuerlöscher tätig sind.
geeigneten Feuerlösch­ern und anderen
Löschgeräten.
Es wird empfohlen, von Zeit zu Zeit
Löschübungen abzuhalten, um die
Verhalten bei Brandausbruch prak­tische Handhabung der Feuer­
löscher zu üben.
1 Ohne Rücksicht auf Umfang des Brandes und ohne den Erfolg eigener Löschversuche
abzuwarten – sofort Betriebsalarm geben und die Feuerwehr verständigen!
Der Zugang zu Feuerlöschgeräten darf
2 Sofort erkunden, ob Menschenleben in Gefahr sind! niemals durch Gegenstände verstellt
Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung!
sein!
3 Personen mit brennender Kleidung keinesfalls fortlaufen lassen!
Flammen mit Wolldecken, Mänteln und Tüchern ersticken, notfalls Personen auf dem Boden
hin- und herwälzen!
Feuerlöschdecken benutzen!

4 Türen und Fenster schließen, um Zugluft und Verqualmung noch nicht betroffener Bereiche
zu verhindern! Eventuelle Rauchabzugsöffnungen freigeben.

5 Bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit den vorhandenen Mitteln den Brand bekämpfen!

6 Ruhe bewahren – aufgeregte Personen beruhigen!

Bild 12-2: Verhalten bei Brandausbruch

33
Brand- und Explosionsschutz

Feuerlöscher nach DIN EN 3 Löschmitteleinheiten LE


LE A B Grundfläche bis m2
geringe mittlere große
Brandgefährdung Brandgefährdung Brandgefährdung

1 5A 21 B 50 6 12 18

2 8A 34 B 100 9 18 27

3 55 B 200 12 24 36

4 13 A 70 B 300 15 30 45

5 89 B 400 18 36 54

6 21 A 113 B 500 21 42 63

9 27 A 114 B 600 24 48 72

10 34 A 700 27 54 81

12 43 A 183 B 800 30 60 90

15 55 A 233 B 900 33 66 99

Werden Feuerlöscher für die Brandklassen 1000 36 72 108


A und B eingesetzt und haben sie für die
Brand­klassen unterschiedliche Löschmittel­ je weitere 250 6 12 18
einheiten LE, ist der niedrigere Wert anzu-
setzen.

Bild 12-4: Löschmitteleinheiten LE und Bild 12-5: Löschmitteleinheiten in Abhängigkeit von Grundfläche und Brandgefährdung
Feuerlöscharten nach DIN EN 3

Feuergefährdete Bereiche Die Räume, in denen solche Stoffe, Für diese oder für alle dauernd oder
kennzeichnen z. B. Benzin, Aceton, Benzol, Toluol, zeitweise damit in Verbindung stehen-
Räume oder Bereiche, in denen leicht Xylol, Wasserstoffgas, Butan, Propan, den Räume und Bereiche sind Sicher-
ent­zündliche oder selbstentzündliche Acetylen, Kohlenstaub oder Holzstaub, heitsmaßnahmen zu treffen. Insbe-
Stoffe lagern oder verarbeitet werden, lagern oder verarbeitet werden, gelten sondere sind Feuer, offenes Licht und
gelten als „feuergefährdet“ und sind als „explosionsgefährdet“. Rauchen ver­boten. Durch Anschlag ist
entsprechend zu kennzeichnen. darauf hinzuweisen.
Es fallen darunter z. B. Arbeitsräume,
Sie dürfen nicht mit Licht oder offenem Trocken­räume, Lagerräume oder Berei-
Feuer erwärmt, beleuchtet oder betre- che innerhalb dieser Räumlichkeiten. P02:
ten werden. Ein entsprechendes Ver- Feuer, offenes Licht
und Rauchen verboten
botsschild ist anzuschlagen. Auch benachbarte Räume gelten als
„explo­sionsgefährdet“, wenn durch
Türen, Fenster, Kanäle usw. Verbindun- Bild 12-7: Verbotszeichen "Feuer, offenes
Licht und Rauchen verboten"
Explosionsgefährdete Bereiche gen bestehen oder hergestellt werden
kennzeichnen können. Explosionsgefährdete Be­
Brennbare Flüssigkeiten, die bei reiche müssen durch das Warnzeichen Elektrische Betriebsmittel, z. B.
normaler Temperatur bereits flüchtig „Ex“ gekennzeichnet sein. Motoren, Schalter, Steckvorrichtungen,
werden, brenn­bare Gase sowie feinst- Leuchten, Fernsprecher und derglei-
verteilte Stäube, z. B. in Aluminium- chen, müssen den besonders hierfür
W21:
Schleifereien, können bei bestimmten Warnung vor geltenden Bestimmungen des VDE
Konzentrationen mit der Luft explosive explosionsfähiger (Verband Deutscher Elektrotechniker)
Gemische bilden. Atmosphäre entsprechen und das „Ex“-Zeichen
tragen.
Bild 12-6: Warnzeichen "Warnung vor
explosionsfähiger Atmosphäre"

34
Brand- und Explosionsschutz

Zum Ausleuchten von Behältern


Kennzeichen für nur explosions­geschützte
explosions­geschützte Leuchten benutzen
elektrische Geräte
Das Hineinleuchten in Kessel, Apparate
usw., die feuergefährliche Flüssig­keiten
Bild 12-8: Kennzeichen für explosionsge- oder Dämpfe enthalten, ist nur mit
schützte elektrische Betriebsmittel explosionsgeschützten elektrischen
Leuchten zulässig, die den einschlägi-
gen Bestimmungen des VDE entspre-
Funkenarmes Werkzeug benutzen chen.
Maschinen, die Funken sprühen und
Handwerkszeug, das Funken reißt, wie
Hammer, Meißel, Zangen oder Spach-
tel, dürfen in explosionsgefährdeten
Be­reichen nicht benutzt werden.
Lediglich Werkzeuge aus Nichteisen­
metallen, z. B. Bronze, dürfen verwen-
det werden.

Explosionsgefährdete Räume
nur mit Dampf oder Warmwasser
beheizen
Selbstverständlich darf man solche
Räume nicht mit offenem Feuer – dazu
gehören auch elektrisch beheizte
Ge­räte – erwärmen. In explosionsge-
Bild 12-9: Ausleuchten von Behältern nur mit
fährdeten Räumen ist eine Dampf- oder
explosionsgeschützten Leuchten
Warm­wasserheizung am besten geeig-
net.

Statische Elektrizität ableiten


Beim Verarbeiten und Umfüllen elek-
trisch aufladbarer Flüssigkeiten, z. B.
Ether, Schwefelkohlenstoff, Aceton
oder Benzin, müssen die Maschinen,
Apparate, Standgefäße und Rohrleitun-
gen elektrisch leitfähig miteinander
verbunden und ge­erdet sein. Die sta-
tische Elektrizität wird dadurch abge-
leitet.

35
13. Lärmschutz

Lärm ist Schall (Geräusch), der das Gehör schädigen kann Nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung
oder zu besonderen Unfallgefahren führt. ­haben Unternehmer bereits ab einem Tages-Lärm­expo­
sitions­­pegel von mehr als 80 dB(A) u. a. folgende Schutz-
Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit. maßnahmen zu treffen:
Sie entsteht über längere Zeit und somit für den Be­troffenen
fast unbemerkt. Auch durch ein Hörgerät kann die Lärm- • Bei mehr als 80 dB(A) ist den Beschäftigten Gehörschutz
schwerhörigkeit nicht wieder ausgeglichen werden. zur Verfügung zu stellen, arbeitsmedizinische Vorsorge­
untersuchungen sind anzubieten.
Die Gefährlichkeit des Lärms hängt von der Lautstärke ab.
Für die Beurteilung der Lautstärke misst man den Schall­ • Ab 85 dB(A) besteht die Tragepflicht von Gehörschutz.
pegel in dB(A). Um den meist schwankenden Lärm­pegel am
Arbeitsplatz zu beurteilen, wird der Durchschnittsschall- • Bei mehr als 85 dB(A) ist der Arbeitsbereich als Lärm­
pegel einer Arbeits­zeit von acht Stunden, genannt Tages- bereich zu kennzeichnen; Kennzeichnung mit Gebot­
Lärmexpositions­pegel, herangezogen. Ab einem Tages- zeichen M03 „Gehörschutz benutzen“ (vgl. Seite 15),
Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) bei langjähriger Lärm­ arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind regel-
einwirkung besteht ein erhöhtes Gehör­schadenrisiko. mässig zu veranlassen.

Beim Arbeiten mit einer Winkelschleifmaschine beispiels­ Innerhalb von Lärmbereichen dürfen also nur Personen tätig
weise ist dieser Tages-Lärmexpositionspegel bereits nach sein, deren Gehör arbeitsmedizinisch überwacht wird, bei
weniger als zehn Minuten erreicht. denen arbeitsmedizinisch keine Bedenken bestehen und die
geeigneten Gehörschutz benutzen.
Das Ausblasen, z. B. mit einer Druckluftdüse, kann so
laut sein, dass schon nach zwei Minuten ein Tages-Lärm­ Unabhängig davon sollte von allen Mitarbeitern darauf
expositionspegel von 85 db(A) vorliegt. geachtet werden, dass durch die richtige Arbeitsweise kein
unnötig hoher Lärm erzeugt wird.
Bei Tages-Lärmexpositionspegeln unter 85 db(A) sind
lärmbedingte Hörminderungen im Einzelfall nicht aus­
zuschließen.
Ham mer
Durch technische Maßnahmen (lärmarme Konstruktion,
Änderung des Arbeitsverfahrens, Kapselung) lässt sich Lärm
mindern (Bild 13-1 und 13-2 sowie Bild 13-3 auf ­Seite 37).
Diese Lärmminderungsmaßnahmen sind vom Unter­nehmer
vorrangig durch­zuführen.

Lärmentwicklung

stark

Presse

schwach

Zahnradtrieb Riementrieb

Bild 13-1: Lärmminderung an der Quelle durch lärmarme Konstruktion


(z. B. Riementrieb statt Zahnräder)

Bild 13-2: Änderung des Arbeitsverfahrens (z. B. Pressen statt Hämmern)

36
Lärmschutz

Über dem Ohr zu tragen (Bild 13-5):

• Kapselgehörschützer mit Universal-, Kopf- oder


Nackenbügel

• Kapselgehörschützer, die an einem dazu passenden


Arbeitsschutzhelm montiert sind
Lärm-
quelle

Federn

Schalldämmende Kapselung

Bild 13-3: Lärm an der Ausbreitung hindern durch Kapselung


und Schwingungsisolierung von Maschinen durch
Schalldämpfer, Trennwände usw.

Welche Arten Gehörschützer gibt es?


Im Ohr zu tragen (Bild 13-4):

• vor Gebrauch zu formende Gehörstöpsel, wie Gehör-


schutzwatte und Schaumstoff­stöpsel Bild 13-5: Gehörschutzkappen

• fertig geformte Gehörschutzstöpsel, wie Bügel- oder


Schnurstöpsel, einschließlich Otoplastiken

Bild 13-4: Gehörschutzstöpsel

37
14. Kraftbetriebene Arbeitsmittel, Allgemeines

An kraftbetriebenen Arbeitsmitteln 14.1 Gefahrstellen und


(Kraft- und Arbeitsmaschinen sowie Gefahrenquellen
Kraftübertragungseinrichtungen) lauern
manche Gefahren. Gefahrstellen und Gefahrenquellen an
kraftbetriebenen Arbeitsmitteln müs-
Es bestehen sen durch konstruktive Maßnahmen
ver­mieden sein, z. B. geschlossene
• Gefahrstellen, an denen Personen Getriebe­kästen oder Einhaltung von
Bild 14-1: Quetschstellen verletzt werden können durch Ma- Sicherheits­abständen.
schinenteile, Werkzeuge, Werkstü-
cke oder anderes Arbeitsgut, z. B. Soweit dies nicht oder nicht ausrei-
(Bilder 14-1 bis 14-6): chend möglich ist, müssen Schutz­
einrichtungen vorhanden sein, z. B.
• Gefahrenquellen, von denen aus
Maschinenteile, Werkzeuge, Werk- 1. trennende Schutzeinrichtungen,
stücke oder anderes Arbeitsgut her- insbesondere Verkleidungen, Verde-
abfallen oder wegfliegen und dabei ckungen, Umzäunungen oder Um-
Bild 14-2: Schneidstellen Personen verletzen können, z. B. wehrungen,
(Bilder 14-7 und 14-8):
2. ortsbindende Schutzeinrichtungen,
insbesondere Zweihandschaltungen,
Befehlseinrichtungen mit selbst­
tätiger Rückstellung, Zustimmungs-
schalteinrichtungen bei Mehrper­
sonen-Betätigung, Schaltplatten
oder Schaltmatten mit Personen­
Bild 14-3: Fangstellen bindung,

3. abweisende Schutzeinrichtungen,
insbesondere gesteuerte Handab-
weiser,

4. Schutzeinrichtungen mit Annähe-


rungsreaktion, insbesondere berüh-
Bild 14-7: Wegfliegende Werkzeugteile oder rungslos wirkende Schutzeinrich-
Bild 14-4: Scherstellen Abrieb während des Bearbeitungs- tungen (Lichtvorhänge, Lichtgitter,
prozesses
Lichtschranken oder dergleichen),
Pendelklappen, Schaltleisten,
zwangsläufig wirkende Schaltleinen,
Schaltplatten oder Schaltmatten für
die Bereichs­sicherung,

5. fangende Schutzeinrichtungen, ins-


besondere Fanghauben, Fangbügel,
Bild 14-5: Einzugstellen Fangbleche, Unterfangungen, Rück-
schlagsicherungen, Radbruchstüt-
zen, Seilbruchsicherungen.
Bild 14-8: Wegfliegende Werkstücke
Diese Schutzeinrichtungen müssen hin-
Gefahr besteht auch, wenn eine sichtlich ihrer Wirkung so ausgewählt,
Maschine unbeabsichtigt eingeschaltet kombiniert und ggf. mit den Gefahr
wird, während an ihr z. B. noch Aus­ bringenden Bewegungen so verriegelt
besserungs-, Reinigungs- oder Rüst­ oder gekoppelt sein, dass
Bild 14-6: Auflaufstellen, Einzugstellen arbeiten vorgenommen werden.

38
Kraftbetriebene Arbeitsmittel, Allgemeines

• ein Erreichen der Gefahrstellen wäh- Soweit ein Erreichen der Gefahrstellen
rend Gefahr bringender Bewegungen nur von bestimmten Seiten zu erwarten
verhindert wird und ist, kann eine Verdeckung (Bild 14-10)
an diesen Seiten ausreichend sein.
• Gegenstände und Teile gefangen
werden, bevor sie Personen errei-
chen oder verletzen können.

Sie dürfen nicht leicht umgehbar sein.

Für spezielle kraftbetriebene Arbeits­ Bild 14-12: Umzäunung


mittel, z. B. Krane, sind die Schutzein­
richtungen in den jeweiligen Unfallver­
hütungsvorschriften besonders festge- 14.3 Ingangsetzen von
legt. Einrichtungen
Stellteile von Befehlseinrichtungen zum
14.2 Schutzmaßnahmen an Ingangsetzen Gefahr bringender Be-
Gefahrstellen wegungen müssen so beschaffen sein,
dass ein unbeabsichtigtes Betätigen
Gefahrstellen an Antrieben bestehen Bild 14-10: Verdeckung verhindert ist.
insbesondere an
Bei weiträumiger Ausdehnung von An­ Beispiele hierfür sind Hand­räder ohne
1. Zahn- und Schneckentrieben, trieben, z. B. bei verketteten An­lagen, Griff, Schutzkragen oder Schutzbügel
können auch Umzäunungen oder Um- um die Stellteile, Kulissenschaltung.
2. Kettentrieben, wehrungen ausreichend sein
(Bilder 14-11 und 14-12). Bevor eine Einrichtung in Gang gesetzt
3. Riemen-, Seil- und Schnurtrieben, wird, muss sichergestellt sein, dass
niemand durch sie gefährdet wird.
4. Wellenenden, Wellen und ihren Ver- Beson­dere Aufmerksamkeit und z. B.
bindungen, einschließlich Keilnuten, Warn­signale sind erforderlich, wenn
Keilen und hervorstehenden Schrau- mehrere Personen zum Bedienpersonal
ben und gehören.

5. hin- und hergehenden Antriebsele- Warneinrichtungen müssen dann vor­


menten. handen sein, wenn die Einrichtung
unübersichtlich oder eine gegenseitige
Sie müssen grundsätzlich so ver­kleidet Verständigung erschwert ist.
sein (Bild 14-9), dass ein Erreichen der
Gefahrstellen allseitig verhindert ist. Bild 14-11: Umwehrung Zwischen Signalgabe und Ingangsetzen
der Einrichtung müssen Personen aus­
Umzäunungen und Umwehrungen müs- reichend Zeit haben, sich in Sicherheit
sen so gebaut sein, dass Gefahr­stellen zu bringen.
unzugänglich sind. Das geschieht z. B.
durch engen Sprossenabstand, geringe
Maschenweite oder genügend großen
Abstand von der Gefahrstelle.

Ein umzäunter Bereich ist in der Regel


nur durch Türen zugänglich, die mit
Werkzeug oder Schlüssel geöffnet
(Rückseite ebenfalls werden müssen oder mit der Gefahr
völlig geschlossen) bringenden Be­wegung verriegelt oder
Bild 14-9: Verkleidung gekoppelt sind.

39
Kraftbetriebene Arbeitsmittel, Allgemeines

14.4 Rüsten, Beheben 14.5 Beschaffung von


von Störungen, Arbeitsmitteln
Instandhalten
Bei Maschinen, die nach dem
Können Personen beim Rüsten, Be­ 1. Januar 1993 beschafft wurden, muss
heben von Störungen oder bei der In- der Her­steller aufgrund der durch das
standhaltung gefährdet werden, dürfen Produktsicherheitsgesetz umgesetzten
diese Arbeiten nur bei völligem Still- einheit­lichen neuen europäischen
stand von Maschinen ausgeführt wer- Regelungen die Übereinstimmung mit
den. den geltenden Sicherheitsbestim­m­un­
gen erklären (Konformitätsbescheini-
Darüber hinaus müssen die Maschinen gung) und dies durch das Anbringen
gegen unbefugtes oder gar irrtümliches des Zeichens „CE“ an der Maschine
Einschalten ge­sichert sein, z. B. durch deutlich sichtbar zum Ausdruck bringen
einen abschließbaren Schalter (Bild 14-14). Bild 14-15: GS-Kennzeichnung
(Bild 14-13).
Das Zeichen ist als Muster unter
Ausnahmen sind nur in Einzelfällen folgender Internetadresse abgebildet
und unter Beachtung besonderer und kann dort bestellt werden.
Schutz­maßnahmen möglich. Dies gilt
im Übrigen auch für das Reinigen und http://www.dguv.de/dguv-test/de/
Putzen von Maschinenteilen. kundenservice/bestellung/index.jsp

Lässt sich die Reinigung in Bewegung


befindlicher Maschinenteile nicht um-
gehen, z. B. Walzen putzen, dann darf
dies nur an der Auslaufseite geschehen. Bild 14-14: CE-Kennzeichnung

Darüber hinaus prüfen die Berufs­


genossenschaften sowie andere Insti-
tutionen Maschinen, Geräte und andere
Einrichtungen auf Arbeitssicherheit und
verleihen bei bestandener Baumuster­
prüfung ein Sicherheitszeichen.

Das Sicherheitszeichen „GS“ (geprüfte


Sicherheit) garantiert dem Käufer,
dass das Arbeitsmittel den sicherheits-
technischen Anforderungen entspricht
(Bild 14-15).

Es sollten deshalb nur solche Ein­rich­


tungen beschafft werden, die neben
dem CE-Zeichen möglichst das
GS-Zeichen der Prüfstelle eines berufs­
genossenschaftlichen Fachbereiches
tragen.
Bild 14-13: Abschließbarer Hauptschalter

40
15. Druckbehälter

Bei Druckbehältern ist die Gefahr eines Zerknalls groß,


wenn ein unzulässiger Druckanstieg erfolgt und nicht durch
das Sicherheitsventil begrenzt wird.

Beim Zerknall eines mit Luft gefüllten Druckbehälters


können Teile dieses Behälters mit ungeheurer Wucht weg­
geschleudert werden, wogegen bei einem mit Wasser
gefüllten Ge­­fäß lediglich die Wandung aufgerissen wird.

Zulässigen Druck nicht überschreiten


Der zulässige Betriebsüberdruck muss am Manometer durch
eine augenfällige Marke, z. B. einen roten Strich, angezeigt
sein (Bild 15-1).

Höhere Drücke müssen durch ein Sicherheitsventil abgeführt


werden. Sicherheitsventile dürfen nicht unwirksam gemacht Bild 15-2: Sicherheitsventil
werden. Die Einstellung des Sicherheitsventils muss gegen
unbefugte Änderung gesichert sein (Bild 15-2). Druckbehälter regelmäßig prüfen
Druckbehälter müssen in regelmäßigen Zeitabständen
geprüft werden. Die Durchführung obliegt im Allgemeinen
den technischen Überwachungsorganisationen. Das Ergeb-
nis der Prüfung muss in Schriftform vorliegen (Prüfbuch).

Bild 15-1: Manometer

41
16. Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Fließt ein elektrischer Strom durch Es ist grundsätzlich verboten, elekt- Elektrische Anlagen und Betriebs-
den menschlichen Körper, kann es zu rische Betriebsmittel, insbesondere mittel regelmäßig prüfen
Verbrennungen, Verkrampfungen der Handwerkszeuge und Geräte, weiter Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
Muskulatur, Atemstörungen bis zum zu benutzen, wenn sie oder ihre An- müssen sich in ordnungsgemäßem Zu­
Stillstand des Atems, Herzschäden und schlussleitungen beschädigt sind. stand befinden und in diesem erhalten
Herzstillstand kommen. Unter ungüns­ werden. Unternehmer haben dafür zu
tigen Umständen, wie feuchten Hän- sorgen, dass die elektrischen Anlagen
den, nassem Standort, geringem Isola­ und Betriebsmittel auf ihren ordnungs-
tions­widerstand der Schuhsohlen, kön­ gemäßen Zustand geprüft werden:
nen schon bei Spannungen von 50 Volt
lebensgefährliche Ströme fließen. 1. vor der ersten Inbetriebnahme
und nach einer Änderung oder In-
standsetzung vor der Wieder­in­
Arbeiten an elektrischen Anlagen betriebnahme durch eine Elektro­
und Betriebsmitteln fachkraft oder unter Leitung und
Elektrische Anlagen und Betriebsmit- Bild 16-1: VDE-Prüfzeichen Aufsicht einer Elektrofachkraft
tel dürfen nur von Elektrofachkräften
oder unter ihrer Leitung und Aufsicht und
errichtet, geändert oder instand gesetzt Arbeiten an aktiven Teilen
werden. Dies schließt eine Gefährdung Vor Beginn von Arbeiten an elektri- 2. in bestimmten Zeitabständen.
sonstiger Betriebsangehöriger durch schen An­lagen und Betriebsmitteln ist
elektrischen Strom weitgehend aus. der spannungsfreie Zustand durch die Die Fristen sind so zu bemessen, dass
Verantwortlichen oder die von ihnen entstehende Mängel, mit denen ge-
Elektrofachkraft ist, wer über fachliche Beauftragten wie folgt herzustellen und rechnet werden muss, rechtzeitig fest-
Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrun- für die Dauer der Arbeiten sicher­zu­ gestellt werden. Soweit keine ständige
gen sowie Kenntnis der einschlägigen stellen: Über­wachung durch eine Elektrofach-
Bestimmungen verfügt und dadurch die kraft erfolgt, kann bei normalen Be-
ihm/ihr übertragenen Arbeiten beurtei- 1. Freischalten triebs- und Umgebungsbedingungen
len und mögliche Gefahren erkennen ausreichend sein für
kann. 2. Gegen Wiedereinschalten sichern
• elektrische Anlagen und ortsfeste
3. Spannungsfreiheit feststellen elektrische Betriebsmittel alle vier
Mängel unverzüglich melden, Jahre,
beschädigte Betriebsmittel nicht 4. Erden und Kurzschließen
benutzen • nicht ortsfeste elektrische Betriebs­
Elektrische Betriebsmittel, insbesonde- 5. Benachbarte, unter Spannung ste- mittel, Anschlussleitungen mit Ste­-
re Geräte, Leitungen, Steckvorrichtun- hende Teile abdecken oder ab- ck­ern sowie Verlängerungs- und Gerä-
gen, dürfen nur dann benutzt werden, schranken teanschlussleitungen mit ihren Ste­ck­
wenn sie den VDE-Bestimmungen ent- vorrichtungen alle sechs Monate.
sprechen. Mit Arbeiten an spannungsführenden
Teilen oder in ihrer Nähe dürfen nur
Bei Geräten mit dem VDE-Prüfzeichen bestimmte Personen unter bestimmten Anschlussleitungen
kann dies grundsätzlich angenommen Voraussetzungen beauftragt werden. vor Beschädigung schützen
werden (Bild 16-1). Bewegliche Anschlussleitungen, Ste-
Dabei sind gleichzeitig besondere vom ­ck­er und Kupplungen müssen schonend
Treten im Laufe der Betriebszeit Mängel Unternehmer festgelegte Schutzmaß­ behandelt werden. Vor Beschädigungen
an elektrischen Anlagen oder Betriebs­ nahmen durchzuführen. durch Knicken, scharfe Kanten, Ein-
mitteln auf, z. B. Beschädigung von klemmen usw. schützen! Es ist auch
Kabeln, Steckern oder Schaltern, so hat zweckmäßig, sie nicht der Ein­wirkung
jeder Beschäftigte die Pflicht, die von Öl, Säure oder Wärme auszusetzen.
Mängel – soweit er sie erkennen kann – Bewegliche Zuleitungen dürfen nicht
der Betriebsleitung zu melden. auf Zug beansprucht werden.

42
17. Metallbearbeitung

Auch durch einfache Werkzeuge kön- Schraubendreher sind stets in der Beim Schleifen Sicherheits­
nen Unfälle entstehen. Das weiß jeder, richtigen Größe auszuwählen und nie- vorkehrungen treffen
der selbst einmal mit Hammer, Meißel mals als Stemm- oder Brechwerkzeug Auf einer neuen Schleifscheibe ist die
oder anderen Werkzeugen umgegangen zu benutzen. zulässige Umdrehungszahl angegeben.­
ist. Ein Hammer, der nicht ordentlich Es ist darauf zu achten, dass die Schleif-
am Stiel befestigt ist, kann abfliegen. Bei Feilen und Schabern ist besonders scheibe nicht mit höheren Drehzahlen
Vom Bart des Meißels, Körners, Durch- auf eine sichere Griffbefestigung zu betrieben wird.
schlags oder Dorns kann ein Stück ab- achten. Die Werkzeuge sollten beim
springen und jemanden in Hände, Arme Einheften am Werkzeugkörper gefasst Bevor eine neue Scheibe aufgespannt
oder sogar ins Auge treffen. Schrauben­ werden. wird, ist eine Klangprobe vorzunehmen,
schlüssel, deren Maul zu weit oder aus- um eventuelle Schäden festzustellen.
gearbeitet ist, können abrutschen und Schraubenschlüssel müssen passend
zu Hand­ver­letzungen führen. ausgewählt sein. Sie dürfen nicht durch Nachdem die Scheibe aufgespannt ist,
Durch lose Feilenhefte und falsches andere Werkzeuge oder aufgesteckte muss sie zunächst fünf Minuten lang
Einheften von Feilen, Schabern usw. Rohre verlängert werden. einem Probelauf mit voller Betriebs­
werden immer wieder schmerzhafte geschwindigkeit unterzogen werden.
Unfälle verursacht. Dabei ist eine besondere Schutzhaube
Werkstücke beim Bohren fest zu verwenden, die den gesamten
Werkzeuge immer nur entsprechend ein­spannen Gefahrenbereich umschließt oder der
ihrem Verwendungszweck benutzen! Werkstücke dürfen an der Bohrmaschi- Bereich ist abzusperren.
ne niemals mit der Hand festgehalten
werden. Sie müssen vielmehr einge- An der Schleifmaschine müssen
Auch an einfachsten Maschinen beste­ spannt und gegen Anschlag gelegt sein. kräftige, nachstellbare Schutzhauben
hen Verletzungsmöglichkeiten. Beim angebracht sein. Schutzhaube und
Schleifen sowie beim Autogen- und Werkstückauflage müssen regelmäßig
Elektroschweißen besteht insbesonde- Handhebelsicherung nachgestellt werden. Der Spalt zwi-
re die Gefahr von Augenverletzungen. wirksam erhalten schen Schleifscheibe und Werkstück-
Hochgestellte Hebel von Handhebel­ auflage darf höchstens 3 mm betragen.
scheren müssen in ihrer obersten
Werkzeuge sicher instand halten Stellung durch eine selbsttätig wirken- Auch Handschleifmaschinen müssen
Hammer und ähnliche Werkzeuge sind de Halte­vorrichtung gegen Zurückfallen mit Schutzhauben ausgerüstet sein.
durch Keile am Stiel sicher zu befesti- gesichert sein (Bild 17-2). Kette oder Ab­wei­chungen hiervon sind nur unter
gen. Bärte am Meißel und ähnlichen Drahtbügel reichen nicht aus. bestimmten Voraussetzungen möglich.
Werk­zeugen müssen rechtzeitig ab­
geschliffen werden. Außerdem sind zur Für Schleifarbeiten ist Augenschutz
Vermeidung von Verletzungen der Hand vorgeschrieben. Wird nur kurze Zeit
durch Fehlschläge Meißel mit Hand- gearbeitet, so genügt ein Sichtfens-
schutz zu verwenden. Es gilt allgemein ter. Es darf aber nicht zu klein sein
ein Verwendungsverbot von beschädig- und muss sich gut auf die jeweiligen
tem Handwerkszeug (Bild 17-1). Arbeitsbe­dingungen einstellen lassen
(Bild 17-3). Bei länger andauernden
Schleifarbeiten kommt man nicht ohne
Schutzbrille aus.

Bild 17-2: Rückfallsicherung an einer


Handhebelschere

Bild 17-1: Verwendungsverbot von Bild 17-3: Sichtfenster an einer Schleifmaschine


beschädigtem Handwerkszeug

43
Metallbearbeitung

Vorsicht beim A- und E-Schweißen Beim Lichtbogenschweißen ist stets auf eine ausreichende
Beim Autogenschweißen müssen die Schläuche sicher Isolierung des Schweißstromkreises, insbesondere der Lei-
befestigt sein, z. B. durch Schlauchschellen, und gegen Be- tungen und des Elektrodenhalters, zu achten.
schädigung geschützt werden, z. B. durch entsprechendes
Verlegen. Die Atemluft eines Schweißers soll von Schadstoffen frei-
gehalten werden. In der Regel sind deshalb Lüftungsmaß­
Brenner sind Präzisionsinstrumente und sollen pfleglich be- nahmen erforderlich (siehe Bilder 17-4 und 17-5).
handelt werden. Angeschlossene Brenner niemals in Schub­
laden oder Werkzeugkisten legen.

Zusatzwerkstoff Schweißen Grundwerkstoff Beschichteter


an Stahl
Unlegierter Hochlegierter beschichte- Unlegierter Hochlegierter
und niedrig­ Stahl, tem Stahl und niedrig­ Stahl,
legierter NE-Werkstoffe ledierter NE-Werkstoffe
Verfahren Verfahren
Stahl, (außer Stahl, (außer
Aluminium- Aluminium- Aluminium- Aluminium-
werkstoffe werkstoffe) Werkstoffe Werkstoffe)

k l k l k l k l k l k l

Gasschweißen Flammwärmen, F T F T F T
 ortsgebunden F T T A T A Flammrichten
  nicht ortsgebunden F T F A F A
Flammhärten F T – – – –
Lichtbogenhand-
schweißen T A A A A A Flammstrahlen F T – – T A
 ortsgebunden F T T A T A
  nicht ortsgebunden Brennschneiden F T A A T T
  ortsgebunden F T T A T T
MIG-, MAG-Schweißen   nicht ortsgebunden
 ortsgebunden T A A A A A
  nicht ortsgebunden F T T A T A Brennfugen F T – – T T

WIG-Schweißen Flämmen
 ortsgebunden F T F T F T  ortsgebunden A A A A – –
  nicht ortsgebunden F F F T F T   nicht ortsgebunden F T A A – –

Unterpulverschweißen WIG-Schweißen
 ortsgebunden F T T T T T  ortsgebunden F T F T F T
  nicht ortsgebunden F F F T F T   nicht ortsgebunden F F F T F T

Thermisches Spritzen A A A A – – Plasmaschneiden


 ortsgebunden A A A A A A
k = kurzzeitig F = freie (natürliche) Lüftung   nicht ortsgebunden F T T A T T
l = länger dauernd T = technische (maschinelle) Raumlüftung
Lichtbogen-Sauer-
A = Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe stoffschneiden
Lichtbogen-Druckluft-
Bild 17-4: Lüftung in Räumen bei Verfahren mit Zusatzwerkstoff fugen T A A A T A
 ortsgebunden F T T A F T
  nicht ortsgebunden

Abbrennstumpf­ T A A A T A
schweißen

Andere Widerstands-
schweißverfahren F F F T F T
k = kurzzeitig F = freie (natürliche) Lüftung

l = länger dauernd T = technische (maschinelle) Raumlüftung

A = Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe

Bild 17-5: Lüftung in Räumen bei Verfahren ohne Zusatzwerkstoff

44
Metallbearbeitung

PSA (im Schweißer- Schutzbrille Schutzschild Schweißer- Leder­- Die für das jeweilige Schweißverfahren
Regelfall) schutzfilter DIN 58211 -schirm oder schutz- schürze bereitzustellenden persönlichen Schutz­
DIN 4646 VwB -haube Handschuhe oder SeS ausrüstungen sind im Bild 17-6 tabel­
und 6 oder 7 DIN 58214 DIN 4841-4
Verfahren DIN 4647-1/ VwB larisch zusammen­ge­fasst.
Schutzstufe 6 oder 7
Gasschweißen, 4 bis 8 x – – – Lichtbogenschweißgeräte für Arbeiten
Flammwärmen, unter erhöhter elektrischer Gefährdung
-richten, -härten müssen deutlich erkennbar und dauer-
Flammlöten 2 bis 7 x – – – haft das Symbol S tragen oder die bis­
herigen Symbole bei Wechselstromquel-
Flammstrahlen 2 bis 7 x – (x) – len und K bei Gleichstromquellen.
Brennfugen, 2 bis 8 x – X x
-schneiden manuell Werden Arbeiten sowohl unter erhöhter
elek­trischer Gefährdung als auch ohne
Brennschneiden 2 bis 8 x – (x) x
mechanisch erhöhte elektrische Gefährdung durch-
geführt, sollten – um lebensgefährdende
Flämmen 5 bis 8 – Schirm oder x SeS mit Hit-
Verwechselungen von vornherein aus­
Haube zeschutz
zuschließen – nur Stromquellen ein­
Lichtbogen- 9 bis 14 – x x x gesetzt werden, die zur Verwendung
handschweißen
unter erhöhter elektrischer Gefährdung
MIG-, MAG- 10 bis 15 – x x x geeignet und entsprechend gekenn-
Schweißen zeichnet sind.
WIG-, Plasma­ 5 bis 14 – x x (x)
schweißen
An Behältern nicht ohne
Lichtbogen­ 10 bis 15 – x x x
schneiden Sicherheits­maßnahmen schweißen
Beim Schweißen oder Hartlöten von
Plasmaschneiden 11 bis 13 – x x x Gefäßen sind folgende Sicherheitsmaß­
Unterpulver­­ DIN 464/ VwB 2 – – – nahmen zu treffen:
schweißen Teil 5
1. Gefäßverschlüsse vorzeitig und ohne
Abbrennstumpf- 1,2 bis 2 x – (x) Leder­
schweißen schürze funkenreißende Werkzeuge bzw. ohne
Flamme öffnen.
andere Wider- DIN 464/ VwB 2 – (x) –
stands- Teil 5
schweißverfahren 2. Alle Rückstände durch wieder­holtes
Ausspülen mit heißem Wasser oder
Flammspritzen 4 bis 6 x (x) (x) (x) Dampf beseitigen.
Lichtbogenspritzen 9 bis 11 – x x x
3. Das Gefäß bis auf einen kleinen Luft-
Plasmaspritzen 11 bis 13 – x x x raum unter der Erhitzungsstelle voll-
Gießschmelz­ 4 bis 6 x (x) x x ständig mit Wasser füllen.
schweißen Durch Schwenkrohre, Schläuche oder
ähnliche Gegenstände dafür sorgen,
Brennbohren 4 bis 6 x Metall- x SeS mit
gewebe- Hitzeschutz dass das Gefäß auch gefüllt bleibt
schirm, (Bild 17-7).
ohne Sicht-
scheibe/
VwB 2

x = erforderlich (x)= fallweise – = nicht SeS = Schwer entflamm- VwB = Verwendungs­


erforderlich erforderlich barer Schutzanzug bereich

Bild 17-6: Zuordnungen von persönlichen Schutzausrüstungen zu Verfahren

Bild 17-7: Arbeitstechnik beim Schweißen an


Fässern oder ähnlichen Gefäßen

45
18. Holzbearbeitung

Holzbearbeitungsmaschinen gehören Bei Fräsarbeiten An der Bandsäge darf nur die


zu den gefährlichsten Maschinen, und Anschlaglineal und Schutzbügel Schnittstelle frei bleiben
zwar wegen richtig einstellen Das Sägeband der Bandsäge muss
Bei Fräsarbeiten am Anschlaglineal völlig umkleidet sein: Nur die Schnitt-
• ihrer hohen Drehzahlen, müssen die Anschlaghälften zusam- stelle darf frei bleiben (Bild 18-3).
mengeschoben werden. Außerdem ist Sind die Sägescheiben als Speichen­
• des häufigen Führens der ein Schutzbügel auf das Anschlaglineal räder aus­geführt, müssen sie
Werk­stücke von Hand, zu setzen und entsprechend einzu- verdeckt werden.
stellen. Der Teil des Fräsers hinter dem
• der Form der Werkzeuge und Anschlaglineal muss ebenfalls abge-
deckt werden.
• der besonderen Eigenschaften des
inhomogenen Materials Holz. Der Rückschlaggefahr wäh­rend des
Fräsens begegnet man am besten durch
Rückschlag-Sicherungen, z. B. Druck-
Spaltkeile an Kreissägen kämme oder Zuführ­apparat.
richtig einstellen
Bei der Holzbearbeitung trifft man
die Kreissäge am häufigsten an. Das Am Dickenhobel Rückschlag-
Sägeblatt soll so weit wie möglich ver- Sicherung gängig halten
kleidet sein – natürlich auch unter dem Bei der Dickenhobelmaschine ist
Arbeits­tisch. Der Spaltkeil (Bild 18-1), zu beachten, dass die Glieder der Bild 18-3: Abgedecktes Bandsägeblatt
der beim Längsschnitt einen Rück- Rückschlag-­Sicherung selbsttätig
schlag ver­hindern soll, muss dicker zurückfallen, damit Werkstücke nicht
als das Sägeblatt sein. Rissige oder rückwärts herausgeschleudert werden
formveränderte Sägeblätter können nur können.
Schaden anrichten. Sie gehören auf
den Schrotthaufen.
Messerwelle des Abrichthobels
abdecken
Bei der Abrichthobelmaschine muss
der unbenutzte Teil der Messerwelle
auch hinter dem Anschlag abgedeckt
sein (Bild 18-2).

Bild 18-1: Spaltkeil an Kreissägen

Bild 18-2: Abgedeckte Messerwelle

46
19. Flurförderfahrzeuge

Flurförderzeuge, insbesondere Gabel- Fahrer von Flurförderzeugen


stapler, sind in den meisten Betrieben müssen geeignet, ausgebildet
anzutreffen. Unfälle ereignen sich da- und beauftragt sein
mit immer dann, wenn ihre Wendigkeit, Fahrer von Flurförderzeugen müssen
Geschwindigkeit, Schwerpunktlage und mindestens 18 Jahre alt, körperlich und
ihr Kippmoment unterschätzt werden. geistig geeignet und in der Führung
ausgebildet sein. Sie müssen ihre
Es sind insbesondere folgende Unfall­- Fähigkeit nachgewiesen haben und mit
ur­sachen festgestellt worden: der Führung schriftlich beauftragt sein.

• zu schnelles Fahren an unübersicht- Wenn der Fahrer sein Gerät verlässt – Bild 19-1: Gabelstapler mit Fahrerschutzdach
lichen Stellen sei es auch nur für kurze Zeit –, muss
er den Schlüssel abziehen, damit
• unbefugtes Benutzen durch nicht Un­befugte das Fahrzeug nicht in Gang Mitfahren von Personen
ausgebildete Fahrer setzen können. Für Mitfahrer muss ein besonderer Sitz
oder ein kräftiger Festhaltebügel vor­
• zu hohe Geschwindigkeiten in Für das fachgerechte Beladen des handen sein. Ohne diese Einrichtungen
Kurven Fahrzeuges ist der Fahrer verantwort- darf der Fahrer niemanden mitnehmen.
lich. Ebenso hat er dafür zu sorgen,
• Überlastung der Hubeinrichtungen dass Geräte, die nicht intakt sind, auf
und Verlust der Bodenhaftung keinen Fall benutzt werden. Einsatz für Montagen nur mit
besonderer Einrichtung
• schlechte Sicht des Fahrers
Flurförderzeuge Gelegentlich werden Gabelstapler für
• unsachgemäße Reparaturen an regelmäßig prüfen Montagearbeiten an hoch gelegenen
Fahrwerk, Bremsen und Hubeinrich- Um sicherzustellen, dass sich die Fahr­­ Arbeitsplätzen benutzt und ähnlich
tungen zeuge in betriebssicherem Zustand einer Hubarbeitsbühne eingesetzt.
be­finden, sind sie nach Bedarf, jedoch
• ruckartiges Anfahren und Bremsen mindestens einmal jährlich, durch eine Das ist zulässig, wenn ein Gabelstapler
befähigte Person zu prüfen. Die Ergeb- mit ausreichender Tragfähigkeit ausge-
• falsches Befahren von Steigungen nisse sind im Prüfbuch einzutragen. wählt und am Lastaufnahmemittel eine
und Gefälle Arbeitsbühne mit Geländer, Knie­leiste
und Fußleiste sicher angebracht ist. Bei
• Last nicht bergseitig geführt Besonderer Schutz für Fahrer von an­gehobener Arbeitsbühne darf der
Gabelstaplern Fahrer den Gabelstapler nicht
• Montagearbeiten vom Gabelstapler Zur Verringerung der Verletzungsgefahr verlassen.
aus beim Umstürzen des Gabelstaplers
muss dieser mit einem Fahrerrückhalte­
• M
 itnahme von Personen ohne festen system, z. B. geschlossene Fahrer­ Last immer bergseitig führen,
Sitz oder Haltegriffe kabine, Tür­bügel an den offenen Seiten Verfahren nur mit abgesenkter
oder Fahrersitz mit Beckengurt, aus­ Last
gerüstet sein. Die Last von Gabelstaplern und Hoch­
hub­wagen ist bei Gefälle und Steigun-
Gabelstapler mit einem Hub von mehr gen immer bergseitig zu führen. Nur in
als 1,80 m müssen mit einem Fahrer- niedrigster Stellung des Lastaufnah-
schutzdach (Bild 19-1) gegen herab­ memittels dürfen die Geräte verfahren
fallende Lasten ausgerüstet sein. werden.
Zusätzlich ist ein Lastschutzgitter er­
forderlich, wenn die Gefahr besteht, Weitere Informationen zum sicheren
dass Kleinteile auf den Fahrer herab­ Einsatz von Flurförderzeugen sind in
fallen können. der BG-Information „Gabelstapler“
(BGI 545) zu finden.

47
20. Krantransporte;
Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

In den Betrieben werden zunehmend flur­gesteuerte und 4. Kranhaken senkrecht über den Schwerpunkt der Last
drahtlos gesteuerte Krane eingesetzt. Sowohl das Produk- fahren; Last anschlagen, nicht benutzte Stränge
tions-­als auch das Instandhaltungspersonal bedient diese hochhängen.
Krane und schlägt auch die Lasten an. Dabei täuscht die
Leichtigkeit, mit der ein Kran eine Last anhebt, häufig über 5. Verlassen des Gefahrenbereichs, Verständigung mit allen
die Gefahrensitua­tion hinweg. Beteiligten, Warnung Unbeteiligter.

Für den Lastentransport mit Kranen werden Lastaufnahme- 6. Last probeweise anlüften; prüfen, dass die Last frei und in
mittel und Anschlagmittel verwendet. Lastaufnahmemittel Waage hängt und alle Stränge gleichmäßig tragen, schief
sind zum Aufnehmen der Last bestimmt, z. B. Kübel, Greifer hängende Lasten wieder ab­lassen und neu anschlagen.
oder Klauen. Anschlagmittel verbinden die Last oder das
Lastaufnahmemittel mit dem Trag­mittel des Kranes. 7. Während des Transports außerhalb des Gefahrenbereichs
Dies sind insbesondere Ketten, Seile oder Hebebänder. gehen.

Ein Krantransport sollte wie folgt ablaufen: 8. Absetzen der Last und gegen Abrutschen, Umstürzen,
Auseinanderfallen u. Ä. sichern.
1. Gewicht und Schwerpunkt der Last ermitteln.
9. Entfernen der Anschlagmittel, Haken hochhängen, beim
2. Geeignete Anschlagmittel und ggf. Kantenschutz Anheben der unbenutzten Anschlagmittel auf Freigehen
bereitlegen; Sichtkontrolle der Anschlagmittel. von der Last achten.

3. Abladestelle vorbereiten, z. B. Platz freiräumen,


bereitlegen von Unterleghölzern.

Kennzahl für Anzahl


der Kettenstränge

Kennzahl für Nenndicke


der Kette in mm

Vorderseite Vorderseite Rückseite


(Rückseite frei)
bei beidseitiger Anordnung der Angaben

Kennzahl für Anzahl


der Kettenstränge

Kennzahl für Nenndicke


der Kette in mm

Bei einseitiger Anordnung Vorderseite Rückseite


der Angaben (Rückseite frei)
bei beidseitiger Anordnung der Angaben

Bild 20-1: Kettenanhänger nach DIN 685

48
Krantransporte; Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

20.1 Kennzeichnung 20.2 Eignung von Anschlag-


mitteln
An Lastaufnahmemitteln müssen
folgen­de Angaben deutlich erkennbar Als Anschlagmittel geeignet sind
und dauerhaft angebracht sein:
• Seile: für Lasten mit glatten, öligen
• Hersteller oder Lieferer oder rutschigen Oberflächen sowie
Hakenseile für die Verbindung
• Tragfähigkeit zwischen dem Kranhaken und den
Bild 20-3: Belastungstabellen für
Ösen der Last.
Anschlagmittel
• Eigengewicht, sofern dieses 5 % der
Trag­fähigkeit des Lastaufnahme­ • Ketten: für heißes Material und Las-
mittels oder 50 kg überschreitet ten mit nicht rutschigen Oberflächen
sowie scharfkantige Träger oder 20.3 Prüfungen
• Typ Profile. Hakenketten dienen zur Ver-
bindung des Kranhakens mit den Sichtkontrolle
• Fabriknummer Ösen der Last. Unabhängig von der regelmäßig
mindes­tens jährlich einmal durchzu-
• Baujahr • Hebebänder und Rundschlingen: führenden Kontrolle der Anschlagmittel
für Lasten mit besonders rutschiger muss der Verwender vor dem jeweiligen
• an Lastaufnahmemitteln für Schütt- oder empfindlicher Oberfläche, Gebrauch das Seil, die Kette oder das
gut das Fassungs­vermögen z. B. Walzen, Wellen, Fertigteile, Hebeband ansehen und sich davon
lackierte Teile. überzeugen, dass sein „Werkzeug“ in
• an Lastaufnahmemitteln, welche Ordnung ist.
die Last über Klemmkräfte halten, • Naturfaserseile und Chemiefaser-
der zulässige Greifbereich seile: für Lasten mit empfindlicher Stahldrahtseile sind ablegereif bei
Oberfläche und relativ leichte
• an selbstansaugenden Vakuum­ Lasten, z. B. Rohre, Heizungs­teile, • Bruch einer Litze,
hebern die Mindestlast Lüftungsteile, Teile mit druck­
empfindlicher Oberfläche. • Knicken,
Darüber hinaus muss eine Betriebs­-
an­leitung vorhanden sein, die beim • Kombination Seil/Kette: für den • Quetschungen,
Einsatz von Lastaufnahmemitteln zu Transport von Profilstahl und auf
beachten ist. Baustellen, wenn mit dem mittleren • Aufdoldungen,
Bereich des Anschlagmittels, einer
An Anschlagmitteln muss die Trag­ überdimensionierten Kette, scharf- • Kinken (Klanken),
fähigkeit deutlich erkennbar und dauer­ kantige Lasten umfasst werden sol-
haft angegeben sein; bei Seilen, Ketten len und das Seil zum Durchstecken • Rostschäden, z. B. Korrosions­
und Bändern mindestens für einen unter den Lasten verwendet wird. narben,
Neigungs­winkel von 60° (Bild 20-1 auf
Seite 48 und Bild 20-2) . Nicht geeignet sind • starker Überhitzung,

• Seile: für scharfkantiges oder heißes • starker Abnutzung der Seilend­


Material. verbindung,

• Ketten: für Lasten mit glatten oder • heraustretender oder beschädigter


rutschigen Oberflächen. Hanfseele,

• Hebebänder und Rundschlingen: für • Anzahl sichtbarer Drahtbrüche nach


scharfkantige und heiße Lasten. Tabelle aus DIN 3088 (Bild 20-4 auf
Bild 20-2: Polyesterhebeband mit Seite 50)
eingenähtem Etikett Die Tragfähigkeit für die verschiedenen
Anschlagmittel und Anschlagarten
kann Belas­tungstabellen entnommen
werden (Bild 20-3).
49
Krantransporte; Anschlagmittel, Lastaufnahmemittel

Anzahl sichtbarer Draht­ Hebebänder sind ablegereif bei 20.4 Aufbewahrung von
brüche bei Ablegereife auf Anschlagmitteln
Seilart einer Länge von • G
 arnbrüchen bzw. Garneinschnitten
3 d* 6 d* 30 d* im Gewebe von mehr als 10 % des Anschlagmittel werden zweck­-
Gesamtquerschnittes, mäßiger­weise an Gestellen hängend
Litzenseil 4 6 16 auf­b ewahrt. Sie müssen trocken und
Kabelschlagseil 10 15 40 • Beschädigung der tragenden Nähte, luftig sowie gegen die Einwirkung von
Witterungs­einflüssen und aggressiven
* d = Seildurchmesser • Verformung durch Wärmeeinfluss, Stoffen geschützt gelagert werden.
Bild 20-4: Ablegereife von Drahtseilen z. B. durch Strahlung, Reibung, Be-
(nach DIN 3088) rührung, Es ist zweckmäßig, schwere Anschlag-
mittel mit großen Aufhängeringen so in
Hanf- und Chemiefaserseile sind • Einfluss aggressiver Stoffe, z. B. Aufnahmevorrichtungen zu lagern, dass
ablegereif bei Säuren, Laugen, Lösemittel. man sie direkt mit dem Kranhaken
aufnehmen kann.
• Bruch einer Litze, Rundschlingen sind ablegereif bei
Weitere Informationen zu sicherem
• mechanischen Beschädigungen, • Verformung durch Wärmeeinfluss, Anschlagen und Krantransport sind in
z. B. durch Strahlung, Reibung, den BG-Informationen „Kranführer“
• starkem Verschleiß oder Berührung, (BGI 555) und „Anschläger“ (BGI 556)
Auflockerungen, zu finden.
• Beschädigung der Ummantelung
• Herausfallen von Fasermehl beim und sichtbarer
Aufdrehen des Seiles, Beschädigung der Einlage,

• Einfluss von Feuchtigkeit oder • Einfluss aggressiver Stoffe, z.  B.


aggressiven Medien, Säuren, Laugen, Lösemittel.
z. B. durch Säuren, Laugen,
Zubehörteile, wie Haken, Ösen und
• Garnbrüchen in größerer Zahl Beschlagteile an Seilen, Ketten und
(mehr als 10 % der Hebebändern, sind ablegereif bei
Gesamtgarnzahl),
• mechanischen Beschädigungen
• Verbrennen, Verschmoren oder durch Quetschung, Einkerbung,
Verspröden durch Hitzeeinstrahlung, Rissbildung,

• Lockerung der Spleiße. • Deformation durch Verbiegen,


Verdrehen oder Eindrücken.
Ketten sind ablegereif bei

• mechanischen Beschädigungen Regelmäßige Prüfung


durch Quetschung, Einkerbung oder Lastaufnahmemittel und Anschlagmit-
Rissbildung, tel müssen mindestens einmal jährlich
durch eine befähigte Person geprüft
• Deformation durch Verbiegen, werden.
Verdrehen oder Eindrücken,

• Dehnung durch Überlastung, d. h.


wenn die ganze Kette oder ein ein-
zelnes Glied innen um mehr als 5 %
gelängt ist,

• Verschleiß, d. h. Abnahme der Glied-


stärke um mehr als 10 %.

50
21. Regelmäßige Prüfungen

Alle betrieblichen Einrichtungen, d. h. Hohe Beanspruchungen oder die Prüfbüchern oder Kartei­karten
Anlagen, Maschinen, Geräte, Werkzeuge Nutzung der Arbeitsmittel mehrschich- (Bild 21-2) und neuerdings auch in
und sonstigen Betriebsmittel, müssen tig erfordern bei­spielsweise, die Prüf- Datenver­arbei­tungs­anlagen geführt
vor der ersten Inbetriebnahme auf ihren fristen entsprechend zu verkürzen. werden.
sicheren Zustand hin geprüft werden.
Art und Umfang von Prüfungen sind in Entscheidend ist, dass der Prüfbefund
Durch den während der Benutzung auf­ Einzelfällen ebenfalls festgelegt. und das dementsprechend Veran­lasste
tretenden Verschleiß und durch mög­ Sie reichen von der Funktionsprüfung nachvollziehbar ist.
liche Beschädigungen kann die Sicher­ oder Sichtkontrolle auf äußerlich
heit beeinträchtigt werden. Deshalb erkennbare Schäden oder Mängel bis In Einzelfällen, z. B. bei Feuerlöschern,
sind in ange­messenen Zeiträumen zu umfangreichen Prüfungen, die in sind auch Prüfplaketten vorgesehen.
sowie nach Änderungen oder Instand- berufsgenossenschaftlichen Prüfgrund- Prüfplaketten werden am Prüfgegen-
setzungen ebenfalls Prüfungen auf sätzen beschrieben sind. stand befestigt. Auf diese Weise ist
ihren sicheren Zustand erforderlich. für jeden Mitarbeiter leicht erkennbar,
Prüfungen dürfen nur von befähigten dass die Prüfung erfolgte und ggf. wann
Der Unternehmer muss Prüfungen von Personen durchgeführt werden, die die nächste Prüfung ansteht.
Arbeits­mitteln entsprechend den bestimmte fachliche Kenntnisse
Forderungen in der Betriebssicherheits- besitzen. Je nach Einzelfall kommen Es ist empfehlenswert, die Verwendung
verordnung durchführen. Sachverständige, Sachkundige, Elektro- von Prüf­plaketten auszuweiten.
fachkräfte oder besonders unterwiese-
Die Prüffristen sind im Rahmen der Ge- ne Personen in Betracht. Unabhängig von den beschriebenen
fährdungsbeurteilung von Maschinen Prüfungen muss jeder Mitarbeiter vor
und Geräten zu ermitteln, unter Berück- Entsprechende Vorschriften und Regeln Verwendung einer Einrichtung durch
sichtigung u. a. von Beanspruchung, legen fest, ob ein schriftlicher Prüfnach- Sichtkontrolle auf sicherheitstechni-
Verschleiß bzw. der Fest­legungen und weis zu erbringen ist. Schriftliche sche Mängel achten und ggf. diese
Hinweise in Vorschriften und Regeln. Prüfnachweise können in Form von Mängel beseitigen bzw. dem Vorge­
setzten melden.
Für bestimmte Einrichtungen, z. B. Flur-
förderzeuge, Hebebühnen, Leitern,
Pres­sen, Lastaufnahmeeinrichtungen
und Ketten, sind in den arbeitsmittel-
spezifischen Unfallverhütungsvorschrif-
ten oder in der BG-Regel „Betreiben von
Arbeitsmitteln“ (BGR 500) Prüffristen
festgelegt (Bild 21-1). Danach sind die
Prüfungen bei Bedarf, min­des­­tens
jedoch einmal jährlich, durch­zuführen.

Flurförderfahrzeuge Hebezeuge

Lastaufnahme­ Hebebühnen
einrichtungen

Elektrische Anlagen Pressen


und Betriebsmittel

Leitern Ketten

Bild 21-1: Prüfpflichtige Einrichtungen Bild 21-2: Prüfnachweis

51
22. Erste Hilfe bei Unfällen

Ersthelfer erforderlich In der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der


Die ersten Hilfsmaßnahmen am Unfallort, bevor die ärztliche Prävention“ (BGV A1) wird im Abschnitt 4 „Erste Hilfe“ für
Behandlung einsetzt – Erste Hilfe –, sind oftmals entschei- jeden Betrieb bei 2 bis zu 20 Versicherten mindestens ein
dend für den späteren Heilverlauf einer Ver­letzung oder gar ausgebildeter Ersthelfer gefordert. Die Ausbildung erfolgt
für die Rettung von Mitarbeitern. Deshalb sind in jedem bei einer von der Berufsgenossenschaft für die Ausbildung
Unter­nehmen gut ausgebildete Ersthelfer erforderlich, die zur Ersten Hilfe ermächtigten Stelle. Die Kosten dieser Aus-
schnell und richtig helfen können. Auch Sicherheits­beauf­ bildung übernimmt die Berufsge­nossenschaft. Die Unter­
tragte sollten sich in Erster Hilfe ausbilden lassen. weisung „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ nach § 8 a StVZO
reicht als Aus­bildung für Ersthelfer nicht aus.
Die Erste Hilfe durch Laien oder auch durch Ersthelfer sollte
die ärztliche Hilfe nicht ersetzen, sondern nur ein Notbehelf In größeren Betrieben mit mehr als 20 Versicherten des
bis zum Eingreifen des Arztes sein! Herstellungs-, Verarbeitungs- und Instandsetzungsbereichs
muss mindestens jeder Zehnte – in Verwaltungs- und
Sie soll dem Verletzten durch einfache Maß­nahmen schnell, Handelsbetrieben jeder Zwanzigste – der Anwesenden ein
sicher und schonend helfen, ihn vor weiterem Schaden be­ ausgebildeter Ersthelfer sein. Eine Wiederholung bzw.
wahren, eine Verschlimmerung seines Zustandes verhindern Vertiefung der bis­herigen Ausbildung ist nach zwei Jahren
und ihn – wenn erforderlich – für eine Überführung ins erfor­derlich.
Krankenhaus transportfähig machen.

Verbandzeug immer ergänzen


Auch gute Ersthelfer können nur wirksam arbeiten, wenn er
für die unterschiedlichen Verletzungsfälle geeignetes Ver-
bandzeug in ausreichender Menge zur Verfügung haben.
Rechtzeitiges Erneuern bzw. Ergänzen ist erforderlich. Die
Auf­b ewahrung muss so erfolgen, dass das Verbandzeug
gegen schädigende Einflüsse geschützt und im Bedarfsfall
erreichbar ist.

In jedem Betrieb muss mindestens ein großer Verbandkasten


(DIN 13169 „Erste-Hilfe-Material - Verbandkasten E“) vorhan-
den sein. Auf kleineren Baustellen, Montage- oder Reparatur-
plätzen genügt der kleine Verbandkasten (DIN 13157 „Erste-
Hilfe-Material - Verbandkasten C“).

Verbandzeug für Montagestellen nur im Auto mitzuführen ist


nicht zweckmäßig, da das Fahrzeug nicht immer an der Mon-
tagestelle verbleibt.

Rettungsmittel bereithalten
Erforderlichenfalls müssen im Betrieb auch Krankentragen
oder andere Rettungsmittel zur Verfügung stehen.

Mit ihrer Handhabung muss eine ausreichende Zahl von


Beschäftigten vertraut sein. Es ist auch empfehlenswert, in
regelmäßigen Zeitabständen die Anwendung solcher Geräte
mit den Betriebs­angehörigen zu üben.

Bild 22-1: Erste-Hilfe-Maßnahmen

52
Erste Hilfe bei Unfällen

Hinweise für Erste Hilfe Verbandbuch für jede Erste-Hilfe-Leistung führen


Durch Sicherheitskennzeichnung ist auf Verbandzeug, Kleinere Verletzungen, die nicht mehr als drei Tage Arbeits-
Erste-Hilfe-Einrichtungen und Rettungsmittel hinzuweisen. unfähigkeit zur Folge haben, brauchen der Berufsgenossen­
schaft nicht gemeldet werden. Es genügt in diesem Fall, wenn
An mindestens einem gut sichtbaren Platz ist eine Tafel mit sie in ein Verbandbuch eingetragen werden, damit ihr Zusam-
Angaben über die Erste-Hilfe-Leistung, den zuständigen menhang mit der betrieblichen Tätigkeit nachweisbar ist.
Durchgangsarzt und das nächstgelegene Krankenhaus anzu-
bringen. Verbandbücher müssen in jedem Unternehmen geführt
werden und sind fünf Jahre lang aufzubewahren.

Jede Verletzung melden


Auch kleinere Ursachen können größere Wirkungen haben.
Deshalb müssen auch kleinere Verletzungen behandelt
werden.

Darüber hinaus sind alle Unfälle dem Betrieb zu melden.


Sind Betroffene dazu nicht in der Lage, so hat dies für sie
derjenige Betriebsangehörige zu tun, der zuerst von dem
­Unfall erfährt.

Bild 22-2: Notrufnummern bekannt machen Bild 22-3: Verbandbuch

Erste-Hilfe-Leistung in Anspruch nehmen


Jeder Verletzte ist verpflichtet, sich bei Betriebsunfällen
nicht ganz leichter Art sofort Erste Hilfe leisten zu lassen.

Auf Anordnung der Berufsgenossenschaft oder des


Unternehmers muss er einen bestimmten Arzt oder ein
be­stimmtes Krankenhaus zur Behandlung aufsuchen.

53
23. Quellen- und Literaturverzeichnis

23.1 Gesetze und 23.3 BG-Regeln und • BGR 500 „Betreiben von Arbeits­
Verordnungen BG-Informationen mitteln“

• Siebtes Buch Sozialgesetzbuch • BGR A1 „Grundsätze der Prävention“ • BGI 545 „Gabelstapler“
(SGB VII)
• BGR 133 „Ausrüstung von Arbeits- • BGI 555 „Kranführer“
• Gesetz über Betriebsärzte, Sicher- stätten mit Feuerlöschern“
heitsingenieure und andere Fach- Anmerkung der Redaktion: • BGI 556 „Anschläger“
kräfte für Arbeitssicherheit (ASiG) Zurückgezogen 2013;
Arbeits­sicherheitsgesetz es gilt ASR A2.2 • BGI 622 „Belastungstabellen für An-
schlagmittel aus Rundstahl­ketten,
• Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) • BGR 189 „Benutzung von Schutz- Stahldrahtseilen, Rundschlingen,
kleidung“ Chemiefaser­hebebändern, Chemie
• Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) faserseilen, Naturfaserseilen“
• BGR 190 „Benutzung von
• Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) Atemschutz­geräten“
23.4 DIN-Normen
• Lastenhandhabungsverordnung • BGR 191 „Benutzung von Fuß- und
(LasthandhabV) Knieschutz“ • DIN EN 510 „Festlegungen für
Schutzkleidungen für Bereiche, in
• Verordnung zur Einstufung, • BGR 192 „Benutzung von Augen- denen ein Risiko des Verfangens in
Kennzeichnung und Verpackung und Gesichtsschutz“ beweglichen Teilen besteht“
von Stoffen und Gemischen
(CLP-Verordnung) • BGR 193 „Benutzung von Kopf- • DIN 2403 „Kennzeichnung von
schutz“ Rohrleitungen nach dem Durchfluss-
• Lärm- und Vibrations- stoff“
Arbeitsschutzverordnung • BGR 194 „Benutzung von Gehör-
(LärmVibrationsArbSchV) schutz“ • DIN 14096 „Brandschutzordnung“

• Betriebssicherheitsverordnung • BGR 195 „Benutzung von Schutz- • DIN EN 3 „Tragbare Feuerlöscher“


(BetrSichV) handschuhen“
• DIN 13169 „Erste-Hilfe-Material –
• BGR 196 „Benutzung von Verbandkasten E“
23.2 Unfallverhütungs­ Stechschutz­bekleidung“
vorschriften • DIN 13157 Erste-Hilfe-Material –
• BGR/GUV-R 198 „Benutzung von Verbandkasten C
• BGV A1 „Grundsätze der Prävention“ persönlichen Schutzausrüstungen
gegen Absturz“ • DIN EN 685-4 „Geprüfte Rundstahl-
• DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte ketten; Kennzeichnung; Prüfzeug-
und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ • BGR/GUV-R 199 „Retten aus Höhen nisse“
und Tiefen mit persönlichen
• BGV A8 „Sicherheits- und Gesund- Absturzschutzaus­rüstungen“ • DIN EN 13414 „Anschlagseile aus
heitsschutzkennzeichnung am Ar- Stahldrahtseilen – Sicherheit“
beitsplatz“ • BGR 200 „Benutzung von Stech-
Anmerkung der Redaktion: schutzhandschuhen und Arm­ • Für in Betrieb befindliche Anschlag-
Zurückgezogen 2013; schützern“ seile aus Stahldraht nach alter
es gilt ASR A1.3 Norm: DIN 3088 „Drahtseile aus
• BGR 201 „Benutzung von persön- Stahldrähten; Anschlagseile im
lichen Schutzausrüstungen gegen Hebezeugbetrieb; Sicherheits­
Ertrinken“ technische Anforderung und Prü-
fung“ (zurückgezogen 2004/07)
• BGR 234 „Lagereinrichtungen und
-geräte“

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24. Abbildungsverzeichnis

Titelbild: BGHM Seite 25 [7-2]: BGHM Seite 36 [13-1]: BGHM Seite 43 [17-2]: BGHM

Seite 6/7 [0-1]: Seite 25 [7-3]: BGHM Seite 36 [13-2]: BGHM Seite 43 [17-3]: BGHM
BGHM/VMBG Checkliste
Seite 25 [7-4]: BGHM Seite 37 [13-3]: BGHM Seite 44 [17-4]: BGHM/
Seite 6/7 [0-2]: BGV D1/BGR 500
BGHM/VMBG Merkkarte Seite 26 [8-1]: BGHM Seite 37 [13-4]:
BGHM/PD Berlin/Rönnert Seite 44 [17-5]: BGHM/
Seite 9 [1-1]: BGHM Seite 27 [8-2]: BGHM/ BGV D1/BGR 500
BGR 234 Seite 37 [13-5]:
Seite 10 [1-2]: BGHM BGHM/PD Berlin/Rönnert Seite 45 [17-6]: BGHM/
Seite 29 [10-1]: BGHM BGV D1
Seite 10/11 [1-3]: BGHM Seite 38 [14-1]: BGHM
Seite 29 [10-2]: BGHM Seite 45 [17-7]: BGHM
Seite 12 [1-4]: BGHM Seite 38 [14-2]: BGHM
Seite 30 [11-1]: BGHM/ Seite 46 [18-1]: BGHM
Seite 15 [3-1]: BGHM/BGV A8 BGV A8 Seite 38 [14-3]: BGHM
Seite 46 [18-2]: BGHM
Seite 15 [3-2]: BGHM/BGV A8 Seite 31 [11-2]: Seite 38 [14-4]: BGHM
EG-Richtlinie 67/548/EWG Seite 46 [18-3]: BGHM
Seite 15 [3-3]: BGHM/BGV A8 Seite 38 [14-5]: BGHM
Seite 31 [11-3]: Seite 47 [19-1]: BGHM
Seite 16 [3-4]: BGHM GHS-Verordnung Seite 38 [14-6]: BGHM
Seite 48 [20-1]: DIN 685-4
Seite 17 [3-5]: BGHM-Info zum Seite 32 [11-4]: BGHM Seite 38 [14-7]: BGHM
Statistik-Jahr 2011 Seite 49 [20-2]:
Seite 32 [11-5]: Seite 38 [14-8]: BGHM BGHM/PD Berlin/Rönnert
Seite 18 [4-1]: BGHM BGHM/PD Berlin/Rönnert
Seite 39 [14-9]: BGHM/ Seite 49 [20-3]: DIN EN 13 414
Seite 19 [4-2]: BGHM Seite 32 [11-6]: BGHM VBG 5
Betriebsanweisung Seite 50 [20-4]: DIN 3088
Seite 32 [11-7]: BGHM Seite 39 [14-10]: BGHM/
Seite 20 [5-1]: BGHM VBG 5 Seite 51 [21-1]: BGHM
Seite 33 [12-1]: DIN 14096
Seite 20 [5-2]: BGHM Seite 39 [14-11]: BGHM/ Seite 51 [21-2]: BGHM
Seite 33 [12-2]: BGHM VBG 5
Seite 20 [5-3]: BGHM Seite 52 [22-1]: BGHM
Seite 33 [12-3]: BGHM Seite 39 [14-12]: BGHM/
Seite 21 [5-4]: BGHM/BGV A8 VBG 5 Seite 53 [22-2]: BGHM
Seite 34 [12-4]: DIN EN 3
Seite 22 [6-1]: BGHM Seite 40 [14-13]: Seite 53 [22-3]: BGHM
Seite 34 [12-5]: BGHM/ BGHM/PD Berlin/Rönnert
Seite 22 [6-2]: BGHM BGR 133 Die Bilder 12-1, 12-4, 20-1,
Seite 40 [14-14]: 20-3 und 20-4 sind wieder­
Seite 22 [6-3]: BGHM Seite 34 [12-6]: BGHM/ BGHM/PD Berlin/Rönnert gegeben mit Erlaubnis des
BGV A8 DIN Deutsches Institut für
Seite 23 [6-4]: BGHM Seite 40 [14-15]: DGUV Test Normung e. V. Maßgebend
Seite 34 [12-7]: BGHM/ für das Anwenden der DIN-
Seite 23 [6-5]: BGHM BGV A8 Seite 41 [15-1]: BGHM Norm ist deren Fassung mit
dem neuesten Ausgabeda-
Seite 23 [6-6]: BGHM Seite 35 [12-8]: Seite 41 [15-2]: BGHM tum, die bei der Beuth-Verlag
EG-Richtilinie 94/9/ GmbH, Burggrafenstraße 6,
Seite 24 [7-1a]: BGHM/ EG (ATEX 95) Seite 42 [16-1]: BGHM 10787 Berlin, erhältlich ist.
PD Berlin/Rönnert
Seite 35 [12-9]: BGHM Seite 43 [17-1]:
Seite 24 [7-1b]: BGHM BGHM/PD Berlin/Rönnert

55
Notizen

56
Weiterführende Auskünfte erteilen Ihnen gern die im Folgenden aufgeführten Präventionsdienste der BGHM

Kostenfreie Servicehotline: 0800 9990080-0

Präventionsdienst Berlin Präventionsdienst Erfurt PD Mannheim|Saarbrücken


Innsbrucker Straße 26/27 Lucas-Cranach-Platz 2 Standort Mannheim
10825 Berlin 99097 Erfurt Augustaanlage 57
Telefon: 0800 9990080-2 Telefon: 0361 65755 68028 Mannheim
Fax: 030 75697-13450 Fax: 0361 65755-26700 Telefon: 0800 9990080-2
E-Mail: pd-berlin@bghm.de E-Mail: pd-erfurt@bghm.de Fax: 0621 3801-24900
E-Mail: pd-mannheim@bghm.de
Präventionsdienst Bielefeld Außenstelle Bad Hersfeld
Werner-Bock-Straße 38 - 40 Döllwiesen 14 Standort Saarbrücken
33602 Bielefeld 36282 Hauneck Lebacher Straße 4
Telefon: 0800 9990080-2 66113 Saarbrücken
Fax: 0521 52090-22482 Außenstelle Chemnitz Telefon: 0800 9990080-2
E-Mail: pd-bielefeld@bghm.de Zwickauer Str. 16a Fax: 0681 8509-23400
09112 Chemnitz E-Mail: pd-mannheim@bghm.de
Präventionsdienst Bremen
Töferbohmstraße 10 Präventionsdienst Hamburg Präventionsdienst München
28195 Bremen Rothenbaumchaussee 145 Am Knie 8
Telefon: 0800 9990080-2 20149 Hamburg 81241 München
Fax: 0421 3097-28610 Telefon: 0800 9990080-2 Telefon: 0800 9990080-2
E-Mail: pd-bremen@bghm.de Fax: 040 44112-25190 Fax: 089 17918-20700
E-Mail: pd-hamburg@bghm.de E-Mail: pd-muenchen@bghm.de
Präventionsdienst Dessau
Raguhner Straße 49 b Außenstelle Rostock Außenstelle Traunstein
06842 Dessau-Roßlau Blücherstraße 27 Kernstraße 4
Telefon: 0800 9990080-2 18055 Rostock 83278 Traunstein
Fax: 0340 2525-26086
E-Mail: pd-dessau@bghm.de Präventionsdienst Hannover Präventionsdienst Nürnberg
Seligmannallee 4 Weinmarkt 9 – 11
Außenstelle Dresden 30173 Hannover 90403 Nürnberg
Zur Wetterwarte 27 Telefon: 0800 9990080-2 Telefon: 0800 9990080-2
01109 Dresden Fax: 0511 8118-19170 Fax: 0911 2347-23500
E-Mail: pd-hannover@bghm.de E-Mail: pd-nuernberg@bghm.de
Außenstelle Leipzig
Prager Straße 34 Außenstelle Magdeburg Präventionsdienst Stuttgart
04317 Leipzig Ernst-Reuter-Allee 45 Vollmoellerstraße 11
39104 Magdeburg 70563 Stuttgart
Präventionsdienst Dortmund Telefon: 0800 9990080-2
Semerteichstraße 98 Präventionsdienst Köln Fax: 0711 1334-25400
44263 Dortmund Hugo-Eckener-Straße 20 E-Mail: pd-stuttgart@bghm.de
Telefon: 0800 9990080-2 50829 Köln
Fax: 0231 4196-199 Telefon: 0800 9990080-2 Außenstelle Freiburg
E-Mail: pd-dortmund@bghm.de Fax: 0221 56787-24682 Basler Straße 65
E-Mail: pd-koeln@bghm.de 79100 Freiburg
Präventionsdienst Düsseldorf
Kreuzstraße 54 Präventionsdienst Mainz
40210 Düsseldorf Isaac-Fulda-Allee 18
Telefon: 0800 9990080-2 55124 Mainz
Fax: 06131 802-28430 Telefon: 0800 9990080-2
E-Mail: pd-duesseldorf@bghm.de Fax: 06131 802-25800
E-Mail: pd-mainz@bghm.de

57
Standorte der BGHM

Rostock

Hamburg

Bremen Bad Bevensen Bad Wilsnack

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Schwelm Dresden
Düsseldorf
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Geschäftsführung
Standorte
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Mainz Bildungsstätten

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Pforzheim

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München
Freiburg
Traunstein

Stand: 12/2014

58
Berufsgenossenschaft
Holz und Metall

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