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Diplomarbeit

Ausbildungslehrgang
Dipl. Sportmanager

Management eines Karatevereines


Gestern – Heute - Morgen

Autor: Göslbauer Robert


Anschrift Sportplatzsiedlung 21/6, 8190 Birkfeld
Kurs: Ausbildung zum Diplom Sportmanager
Eingereicht am: 02.02.2016
Verzeichnis Abbildungen und Tabellen

Eidesstattliche Erklärung

Ich erkläre an Eides Statt, dass ich die Diplomarbeit mit dem Titel „Management eines
Karatevereines – Gestern-Heute-Morgen“ selbständig und ohne fremde Hilfe verfasst,
andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt und alle den benutzten
Quellen wörtlich oder sinngemäß entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe.

Birkfeld, am 02.02.2016 __________________________________


Robert Göslbauer
Inhaltsverzeichnis

Inhalt
1. Einleitung............................................................................................................................ 1
2. Karate in der Vergangenheit .............................................................................................. 2
2.1. Was ist Karate-do? ..................................................................................................... 2
2.2. Karate auf Okinawa .................................................................................................... 3
2.3. Karate in Japan ........................................................................................................... 5
2.4. Karate in Österreich ................................................................................................... 6
2.5. Lehren aus der Geschichte ......................................................................................... 7
3. Management eines Karatevereines in der heutigen Zeit................................................... 9
3.1. Rechtsformwahl ......................................................................................................... 9
3.2. Vereinsstatuten ........................................................................................................ 10
3.3. Personal & Führung .................................................................................................. 11
3.4. Positionierung .......................................................................................................... 16
3.5. Marketing ................................................................................................................. 19
3.5.1. Marketing in der Vergangenheit ...................................................................... 19
3.5.2. Veränderung der Gesellschaft.......................................................................... 20
3.5.3. Zusammenarbeit mit der Gemeinde bzw. Stadt .............................................. 22
3.5.4. Werbemaßnahmen: ......................................................................................... 23
3.5.5. Social Media Marketing.................................................................................... 25
4. Karate in der Zukunft ....................................................................................................... 27
4.1. Risiken für das Karate in der Zukunft ....................................................................... 27
4.2. Chancen für das Karate in der Zukunft .................................................................... 28
5. Resümee ........................................................................................................................... 31
6. Literaturnachweis............................................................................................................. 32
7. Abbildungsverzeichnis ...................................................................................................... 33
8. Tabellenverzeichnis .......................................................................................................... 34

I
Einleitung

1. Einleitung
Die vorliegende Diplomarbeit handelt vom Management eines Karatevereines. Dieses Thema
wurde gewählt, da ich mich seit mehr als 25 Jahren mit dem Karate als Kampfkunst und als
Sport beschäftige und auch seit vielen Jahren einen eigenen Verein leite.
Karatevereine sehen sich vor dem Problem einer immer größeren Konkurrenz durch andere
Kampfsportarten und Fitnessangebote. Zudem hat Karate in der Kampfkunstszene den Ruf
erlangt, nicht so effektiv wie andere Kampfsportarten zu sein.
Auf der anderen Seite gibt es große Chancen und Möglichkeiten, die Sportart Karate auch in
Zukunft erfolgreich in Österreich zu etablieren und bekannt zu machen.

In diesem Werk sollen einige Möglichkeiten und Chancen aufgezeigt werden, damit Karate
als Kampfkunst auch in Zukunft erfolgreich überleben kann und worauf beim Management
eines Karatevereines speziell zu achten ist.
Zunächst erfolgt eine kurze Einführung über Karate und deren organisatorische Entwicklung
in der Vergangenheit. Anschließend werden Hinweise und Empfehlungen für das
Management eines Karatevereines erarbeitet. Im letzten Teil wurde eine Analyse der
Herausforderungen und Chancen für Karatevereine in der Zukunft erarbeitet.
Nicht eingegangen wird auf allgemeine Management-Aspekte, die für jede Art von Verein
zutreffen. Diese Arbeit handelt speziell über Karate-Vereine in Österreich.

Als Methoden wurden hauptsächlich die theoretische Forschung, durch das Studium von
Fachlektüre gewählt, einige Erhebungen wurden in Form von empirischen Studien durch
Befragungen gemacht. Zu einem geringen Teil fließen auch persönliche Erfahrungen aus 26
Jahren Karate mit in das Thema ein.

In der Sportart Karate muss ein massives Umdenken erfolgen, weg von alten nicht mehr
zeitgemäßen Traditionen hin zu einem modern aufgebauten Vereinsstruktur, das die
Chancen und Zeichen der Zeit richtig zu nutzen weiß. Nur dadurch kann Karate auch in
Zukunft erfolgreich überleben.

1
2. Karate in der Vergangenheit

2.1. Was ist Karate-do?


Karate bzw. Karate-do ist eine alte Kampfkunst von der Insel Okinawa. Okinawa ist die
größte Insel der RyuKyu-Inselgruppen und gehört heute zu Japan.

Karate-do bedeutet wörtlich übersetzt „der Weg der leeren Hand“ (s. Abbildung 1). Dies
weist darauf hin, dass es eine Kampfkunst ist, die ohne Waffen ausgeführt wird. Parallel zum
Karate-do wurde aber von vielen Meistern auch die Kunst des Kobudo betrieben, was die
traditionellen Waffenkünste von Okinawa einschließt. Das Kobudo wird heute nur mehr von
wenigen Schulen unterrichtet, sodass sich die meisten Karateschulen ausschließlich mit der
waffenlosen Verteidigung befassen.

Kara = leer

Te = Hand

Do = Weg

Abbildung 1: Schriftzeichen für Karate-do1

Ein genaues Entstehungsdatum von Karate gibt es nicht, da sich diese Kunst im Laufe von
Jahrhunderten aus eigenen Kampfideen sowie durch viele Einflüsse aus den benachbarten
Ländern, vor allem durch China entwickelt hat. Der Beginn der Entstehung ist auf das 14. Jhd.
zurückzuführen.

Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Arten des Karate entwickelt und so wird diese
Kunst heute in verschiedenste Stilrichtungen unterteilt. Die heute weltweit bekanntesten
Stilrichtungen sind Shotokan, Goju-ryu, Shito-ryu und Wado-ryu.

1
Abb 1, Göslbauer Robert, ASKF-Ausbildungsprogramm Gekyu, 2015, Seite 25

2
Hinter Karate-do stehen aber nicht nur Kampftechniken, sondern es beinhaltet auch eine
umfassende Philosophie, die sehr stark vom Daoismus und Zen-Buddhismus beeinflusst
wurde. Karate-do beinhaltet somit auch Methoden zur Selbsterziehung und
Persönlichkeitsentwicklung.2

Heute unterteilt man das Karate zumeist in den traditionellen Weg, bei dem die
Selbstverteidigung, die Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund steht und
in den modernen sportlichen Weg, bei dem es wie in vielen anderen Sportarten vorrangig
darum geht, Wettkämpfe und Titel zu gewinnen.

Karate ist heute vor allem als Wettkampfsport beliebt, und ist derzeit auf bestem Wege im
Jahr 2020 Olympisch zu werden.3

2.2. Karate auf Okinawa


Die ältesten Aufzeichnungen über Karate reichen zum Teil bis ins 14. Jhd. zurück. Der älteste
namentlich erwähnte Meister war ein chinesischer Gesandter namens Kushanku, der 1756
auf Okinawa war und dort seine Kampfkunst an Einheimische weitergab. Auch heute noch
werden Techniken und Formen geübt, die auf Meister Kushanku zurückgehen.4
Auf Okinawa war das Ausüben der Kampfkunst seit 1609 unter Todesstrafe verboten, darum
wurde Karate vor allem im Geheimen geübt und konnte nicht in Organisationen öffentlich
unterrichtet werden. Der Unterricht fand also ausschließlich zwischen einem Meister und
einem oder einigen wenigen auserwählten Schülern statt.
Seit 1609 war das Königreich Okinawa von den japanischen Satsuma-Samurai besetzt. Nichts
desto trotz blieb der okinawanische König als Art Marionettenregierung offiziell im Amt,
musste sich aber den Satsuma-Samurai unterordnen. Jegliche Art von Waffen wurde
verboten, was maßgeblich zur Weiterentwicklung der unbewaffneten Nahkampftechniken
führte.
Vor allem die Angestellten des Königshofes übten sich im Geheimen in der Kunst des Karate,
um den okinawanischen König und sich selbst im Notfall zu schützen. Viele der uns heute
bekannten Karate-Meister waren Angestellte des Königshofes. So war z.B. Sokon Matsumura

2
Lind Werner, Das Lexikon der Kampfkünste, 2001, Seite 294-295
3
www.karate-austria.at
4
Ludwig Dirk, Okinawa Karate Kata, 2001, Seite 18

3
(1809-1899) der Leibwächter des Königs, Yasutsune Itosu (1831-1915) war der Sekretär des
Königs; Yasutsune Azato (1828-1914) war der Berater des Königs etc.5

Erst durch die Meiji-Restauration im Jahr 1868 wurde Okinawa als offizielle Provinz Japans
angegliedert. Der okinawanische König wurde abgesetzt und dies hatte natürlich auch
maßgeblichen Einfluss auf die Kampfkunst, da sie nun nicht mehr länger im Geheimen geübt
werden musste.6
Meister Yasutsune Itosu (s. Abbildung 2) begann ab 1885 offiziell im Garten seines Hauses
Karate öffentlich zu unterrichten. Er erkannte die Zeichen der Zeit und veränderte die
Techniken maßgeblich, um Karate auch als Erziehungsmethode an den Grundschulen
Okinawas zu lehren. 1901 wurde Karate erstmals an der Dai-Ichi-Schule in Okinawa
unterrichtet.7 Danach folgen weitere Schulen an denen Karate weitergegeben wurde.
1908 schrieb Meister Itosu einen Brief an das japanische Gesundheitsministerium, wo er den
Wert des Karate für die Jugend des Landes darlegte. Die Folge war, das Karate offiziell an
den Schulen Okinawas als Fach eingeführt wurde.

Abbildung 2: Meister Yasutsune Itosu (1831-1915)8

5
Clayton Bruce D., Shotokan’s Secret, 2004, Seite 40-64
6
Melzer Addy, Nach Altem forschen – das Neue verstehen, 2013, Seite 42-43
7
Melzer Addy, Nach Altem forschen – das Neue verstehen, 2013, Seite 48-49
8
Abb 2: http://www.karatetoronto.com/m_masters.htm

4
2.3. Karate in Japan
Ab 1922 wurde das Karate auch auf dem japanischen Festland vor allem durch Gichin
Funakoshi (1869-1957) verbreitet. Andere Meister folgten ihm und Karate verbreitete sich
zunehmend auf ganz Japan aus.

1933 wird Karate als offizielle Sportart in das Dai Nippon Butokukai, der nationalen
Kampfkunstvereinigung Japans aufgenommen und somit offiziell in Japan als Kampfkunst
akzeptiert.
1936 fand ein Treffen der großen Karate-Meister der damaligen Zeit in Kyoto statt (s.
Abbildung 3). Bei dieser Zusammenkunft ging es um eine gemeinsame Ausrichtung zur
zukünftigen Gestaltung des Karate als modernen Kampfsport, das dem Geist des damaligen
Japans entsprechen musste. Unter anderem wurden die Schriftzeichen offiziell geändert von
„Hand aus China“ in „der Weg der leeren Hand“.9

Abbildung 3: Das Treffen der Meister im Jahre 193610

Zur damaligen Zeit stand nicht der Nahkampf, sondern die Entwicklung der Persönlichkeit
(Do-Künste, wie z.B. Judo, Kendo, Aikido, Chado etc.) im Vordergrund. Auch das Karate
wurde dahingehend verändert und angepasst.
1942 Vor allem im Zuge der Musterung für die Soldaten im Zeitraum des 2. Weltkrieges
fielen die Karate-Ausübenden durch eine bessere Konstitution und Fitness auf, wodurch

9
McCarthy Patrick, Ancient Okinawan Martial Arts 2, 1999, Seite 57-69

5
Karate kurze Zeit später vor allem als Nahkampfsystem für japanische Spezialeinheiten
unterrichtet wurde. Gichin Funakoshis Sohn, Yoshitaka Funakoshi (1906-1945) sowie ein
weiterer Schüler Funakoshis, nämlich Shigeru Egami (1912-1981) waren an der Entwicklung
und dem Unterricht eines kompromisslosen Nahkampfsystems auf Basis des Karate beteiligt.
Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde auf Initiative von Masatoshi Nakayama (1913-1987)
Karate zu einem Wettkampfsport umfunktioniert. Dies führte 1949 zur Gründung der JKA
(Japan Karate Association) und 1957 fanden die ersten Karate-Meisterschaften in Japan
statt.
Ebenfalls führte die JKA einen Instruktorenkurs durch. Diese neuen Instruktoren wurden in
die Welt hinausgesandt, um Karate rund um den Globus zu verbreiten.11

Die Struktur innerhalb einer Schule oder einer Organisation wurde in Japan, nicht wie bei
uns in Form von Vereinsfunktionären gebildet, sondern richtete sich ausschließlich nach dem
Rang und der Entwicklungsstufe im Karate. Eine strenge Hierarchie war das Kennzeichen
einer Karate-Schule. An oberster Stelle stand der Meister. Er war sozusagen unantastbar und
es war ein schweres Vergehen ihn zu kritisieren. Unter dem Meister standen seine engsten
und erfahrensten Schüler. Sie waren es, die in weiterer Folge die unteren Schülerränge
unterrichteten. Der Meister kümmerte sich Hauptsächlich um seine engsten Schüler.

2.4. Karate in Österreich


Karate kam über Deutschland nach Österreich und wurde somit in den 60er und 70er Jahren
auch in Österreich bekannt. Vor allem durch Filme von Bruce Lee und Chuck Norris wurde
das Interesse an Kampfsport und vor allem auch Karate geweckt.
Karate ist in Österreich heute hauptsächlich in Form von Vereinen und Verbänden
organisiert.
Es gibt heute in Österreich mehrere Karate-Verbände. Der Österreichische Karatebund (ÖKB)
ist jedoch der einzig offiziell vom Olympischen Komitee, der World Karate Federation (WKF),
von der BSO (Bundessportorganisation), sowie den Dach-Sportverbänden (Union, ASKÖ,
ASVÖ) anerkannte Verband in Österreich (s. Abbildung 4). Nur vom ÖKB ausgebildete

10
Abb 3: http://dandjurdjevic.blogspot.co.at/2008/05/naifunchinnaihanchi-and-goju-ryu.html
11
Lind Werner, Okinawa Karate, 1997, Seite 307-308

6
Übungsleiter, Instruktoren, Trainer und Diplom-Trainer werden von der BSO in Österreich
anerkannt.
Der ÖKB wurde 1965 von Karl Neveceral gegründet.12
Unter dem ÖKB befinden sich die Karate-Landesverbände, die sich aus den jeweiligen im
Bundesland befindlichen Karate-Vereinen zusammensetzen.
Mittlerweile gibt es einige Karatelehrer, die Karate auch Hauptberuflich ausüben, die
Mehrheit der Karate-Ausübenden ist jedoch nach wie vor in Vereinen strukturiert.

Abbildung 4: Der ÖKB und seine Organisationen13

2.5. Lehren aus der Geschichte


Aus der oben beschriebenen Entwicklungsgeschichte des Karate, lassen sich für das
Management folgende Schlüsse ziehen:
1. Karate war ursprünglich nicht in Schulen oder Verbänden organisiert,
2. erst in Japan entstanden erste Verbandsstrukturen,

12
www.karate-austria.at
13
Abb 4: eigene Grafik

7
3. die Hierarchie in einer Schule bezog sich nicht auf Management- und
Führungsqualitäten, sondern auf Erfahrung in der Kampfkunst,
4. durch die geschichtliche Entwicklung wurde das Karate im Laufe der Zeit immer
wieder verändert und den Gegebenheiten angepasst. So entwickelte sich das Karate
von einem wirkungsvollen Nahkampfsystem (Okinawa) zu einer Kunst der
Persönlichkeitsentwicklung (Japan) bis hin zum modernen Wettkampfsport (Japan
und im Rest der Welt,
5. Karate in Österreich ist vorrangig in Form von Vereinen organisiert, die zumeist
Mitglied in einem Dach- und Fachverband sind.

8
3. Management eines Karatevereines in der heutigen Zeit

3.1. Rechtsformwahl
Möchte man beginnen, Karate zu unterrichten, stellt sich natürlich die Frage, nach der
richtigen Rechtsform. In den meisten Fällen wird die Entscheidung zwischen Verein oder
Einzelunternehmen vorgenommen.
Beides hat Vor- als auch Nachteile, die jeder angehende Karate-Lehrer individuell für sich
entscheiden muss.

Ein Verein bietet im Vergleich zu einem Einzelunternehmen einige Vorteile:


• er ist einfach zu gründen (mind. 2 Personen),
• er ist durch Statuten leicht regelbar,
• beschränkte Haftung,
• man verfügt über ehrenamtliche Helfer, die kaum Kosten verursachen,
• als Verein hat man vielfältige Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung
(Gemeinde, Dachverbände, Fachverbände etc.),
• über Fach- und Dachverbände werden für Mitglieder immer wieder hochwertige Aus-
und Fortbildungen angeboten, die man als Verein nutzen kann, und meist auch sehr
kostengünstig sind.

Nachteile eines Vereines wären:


• Ein begünstigter Verein darf keinen Gewinn machen,
• Entscheidungen sind oft langwierig, da sie in Form von Gremien und Versammlungen
entschieden werden müssen,
• Ehrenamtliche Helfer sind nicht immer hochmotiviert, und oft auch schwer zu finden,
• Die Leitung des Vereines kann durch die Mitgliederversammlung abgewählt werden.

Für Kampfsportlehrer, die den Unterricht nicht als Hobby, sondern zu einer beruflichen
Tätigkeit machen möchten, ist die Überlegung zur Gründung eines Einzelunternehmens

9
anstelle eines Vereines sinnvoll, da ein Verein grundsätzlich nicht auf Gewinn ausgerichtet
ist.
Da es sehr selten vorkommt, dass zwei erfahrene Kampfsportlehrer eine gemeinsames
Unternehmen starten, ist das Einzelunternehmen in der Praxis häufiger anzutreffen, als
andere unternehmerische Rechtsformen.14

Die Vorteile eines Einzelunternehmens sind:


• Gewinne müssen nicht geteilt werden
• selbständige Entscheidungen können getroffen werden
• geringe Gründungskosten
• einfache Buchführung

Nachteile eines Einzelunternehmens sind:


• unbeschränkte Haftung
• hohe Abhängigkeit vom Gründer (Problem bei Krankheit, Verletzung etc.)15

3.2. Vereinsstatuten
Ein Verein wird durch Statuten geregelt. Hierbei ist zu achten, dass alle notwendigen Abläufe
und Vorgaben in den Statuten geregelt werden, jedoch ist auch darauf zu achten, dass die
Umsetzung des Vereinszweckes möglichst einfach ohne viel Verwaltungsaufwand geschehen
soll. In diesem Sinn ist genau zu überlegen,
1. welche Vereinsfunktionen werden tatsächlich benötigt?
2. wie lange soll die Funktionsperiode der Funktionäre dauern?

Alles was nicht in den Vereinsstatuten geregelt ist, kann durch schriftlich verfasste
Vereinsrichtlinien ergänzt werden, die ein vereinsinternes Papier darstellen und nur von der
Mitgliederversammlung genehmigt werden müssen.
Meine persönliche Erfahrung als Vereinsleiter hat gezeigt, dass die Führung eines Vereines
wesentlich einfacher ist, wenn die Funktionen im Vorstand eher gering gehalten werden und

14
www.karate-austria.at/Vereine
15
Dr. Pühringer Daniel, Betriebswirtschaftliches Kernwissen, Power-Point Präsentation Seite 6

10
die Funktionsperiode möglichst lange (z.B. 4 Jahre) dauert. Dadurch werden
Entscheidungsfindungen erleichtert und die Verwaltungsaufwand auf ein Minimum
reduziert.

3.3. Personal & Führung


Eine der wichtigsten Aufgaben im Management eines Vereines ist sicherlich die Führung der
Vereinsmitglieder.
Gemäß dem Konzept „Leading Simple“ von Boris Grundl16 bestehen die 5 Aufgaben einer
Fürhungskraft aus
1. Menschen fördern
2. Unternehmenszweck erfüllen
3. Systeme schaffen
4. Delegieren
5. Kontrolle

Menschen fördern
Die wichtigste Aufgabe ist demnach die Förderung der Vereinsmitglieder.
Vor allem der Förderung und Ausbildung von Trainern kommt in einem Karateverein eine
besondere Bedeutung zu. Es empfiehlt sich daher aus eigener Erfahrung, mit jedem Trainer
und jedem Vereinsmitglied zumindest einmal jährlich eine Art Mitarbeitergespräch zu
führen, indem die individuellen Ziele jedes Mitglieds gemeinsam vereinbart werden wie z.B.
die nächste Gürtelprüfung, die nächste Ausbildung zum Übungsleiter, Instruktor, Trainer etc.
Mit dieser Maßnahme wird sichergestellt, dass jeder Schüler ein selbst definiertes Ziel und
somit eine Motivation hat, auch regelmäßig zu trainieren und somit dem Verein treu zu
bleiben.
Gerade eine traditionelle Kampfkunst wie Karate, besteht neben den körperlichen Techniken
auch aus erzieherischen und philosophischen Inhalten. Es gibt im Karate z.B. genaue
Verhaltensregeln in und außerhalb des Trainings. Diese tragen zur inneren Entwicklung der
Übenden bei, und müssen von jedem Trainer eingefordert werden. Die Führung der
Vereinsmitglieder besteht in einem Karateverein demnach auch darin, denn Sinn und Zweck

16
Grundl Boris/Schäfer Bodo; Leading Simple, 2013, Seite 13

11
dieser Regeln genau zu erklären und deren Einhaltung umzusetzen. Im Buch „Klassisches
Karate-do“ von Werner Lind17 findet man auf Seite 197 eine Liste der empfohlenen Regeln
für Karate Schüler. Hier nur ein kurzer Auszug von jenen Regeln, die das Karate von anderen
Sportarten unterscheidet:
• Bringe Ordnung und Selbstdisziplin in dein Leben. Kontrolliere beständig deine
Beziehung zu deinem Lehrer und zu deinem Dojo.
• Erziehe dich auch im alltäglichen Leben zur Bescheidenheit und Kontrolle. Wenn du
den Weg der Kampfkunst gehen willst, dann bemühe dich darum, dass andere
Menschen vor deinen Fähigkeiten deinen Charakter schätzen.
• Fordere niemals mehr, als du verdienst, und kritisiere nie, wenn du nicht verstehst.
• Wenn du das Dojo betrittst, verbeuge dich zum Zeichen deines Respektes.
• Hilf immer beim Saubermachen des Dojos.
• Wenn ein Fortgeschrittener dir hilft, bedanke dich bei ihm, indem du eine
Verbeugung ausführst.
• Verlasse das Dojo nicht während des Trainings.

Anders als in anderen Sportarten, herrscht in vielen Kampfsportarten das Idealbild des
Meisters vor. Das bedeutet, dass vom Lehrer erwartet wird, dass er wesentlich besser ist, als
seine Schüler. Im Tennis zum Beispiel würde niemand erwarten, dass der Trainer besser
Tennis spielt, als sein Wettkampfspieler, denn sonst könnte er ja selbst am Turnier
teilnehmen. Im Karate wird vom Meister erwartet, das er mehr kann als seine Schüler,
deshalb muss man vor allem als Trainer selbst immer am Ball bleiben, ständig trainieren und
sich ständig fortbilden. Der Vorbildfunktion kommt besonders im Kampfsport eine noch
größere Bedeutung zu, als in anderen Sportarten. Auch hierfür findet man im Buch
„Klasssisches Karate-do“18 von Werner Lind empfohlene Regeln für Karatelehrer, die im
Anschluss in Kurzform aufgezählt werden:
1. Sei dir immer deiner Position bewusst und handle verantwortungsbewusst und mit
Würde.
2. Achte auf eine Atmosphäre von Disziplin, Respekt und Vertrauen, doch erzwinge sie
nicht mit autoritären Regeln.

17
Lind Werner, Klassisches Karate-do, 1997, Seite 197
18
Lind Werner, Klassisches Karate-do, 1997, Seite 198

12
3. Beurteile deine Schüler nicht nach ihrem körperlichen Talent, sondern nach ihrem
Charakter, ihrer Selbstdisziplin und ihrer Hilfsbereitschaft.
4. Versuche jeden Schüler individuell zu unterrichten und setze ihm Ziele entsprechend
seinen persönlichen Fähigkeiten und Anlagen.
5. Lehre nichts, was du nicht verstanden hast, sprich nicht über Dinge, die du noch nicht
erfahren hast, und vermittle nicht den Eindruck, dass du endgültig bist.
6. Erwarte von deinen Schülern nicht, dass sie mehr geben, als ihrem Fortschritt
entspricht.
7. Konzentriere deine persönlichen Anstrengungen nicht nur auf die körperliche Übung,
sondern auch auf die Disziplin und das Studium des Karate als Kunst.
8. Vergiss nie, dass du selbst noch Schüler bist. Nur auf diese Weise kannst du wachsen.

Abbildung 5: Die Vorstellung vom Meister - Hirokazu Kanazawa 10. Dan19

19 Quelle: http://ski-usf.com/about-us/founders/soke-hirokazu-kanazawa/

13
Diese Bild vom Meister, geht durch die Versportlichung des Karate aber zunehmend verloren
und das Vorbild des Meisters wird durch den sportlichen Trainer ersetzt.

Ein Karateverein lebt natürlich von seinen Mitgliedern. Das Angebot von anderen Sportarten
und Vereinen ist groß und somit ist das Halten der bestehenden Mitgliedern neben der
Gewinnung neuer Mitglieder eine der wichtigsten Aufgaben eines Vereines. Nur wenn die
Mitglieder bleiben, kann das oberste Unternehmensziel „Menschen fördern“ auch erreicht
werden.
Die Vereinsmitglieder müssen sich im Verein wohl fühlen, das Gefühl haben dazuzugehören,
sie müssen erkennen, das ihnen das Training enorme Möglichkeiten bietet und es darf
niemals Langeweile entstehen. Hierzu bietet die einschlägige Fachliteratur eine Vielzahl von
Hinweisen und Möglichkeiten. Nachstehend sind nur einige Beispiele für Maßnahmen zur
Erhaltung der Mitglieder angeführt:20
• Nicht nur guten, sondern fantastischen Unterricht bieten,
• Nutzen bieten, der auch im Alltag angewandt werden kann (z.B. Selbstvertrauen,
Ausgeglichenheit, Entspannung etc.),
• Abwechslungsreiches Training bieten,
• Gratulationen zum Geburtstag (Beachtung des einzelnen Schülers),
• Motivation in Form von Gürtelprüfungen,
• Auszeichnungen für die fleißigsten Schüler in einem Jahr („Schüler des Jahres“),
• Gemeinsame Veranstaltungen auch außerhalb des Trainings durchführen zur
Verbesserung des Zugehörigkeitsgefühls (Vereinsausflug, Weihnachtsfeier etc.),
• Karate-Sommerschule (vor allem in den Ferien verlieren viele Vereine einen Teil ihrer
Kinder als Vereinsmitglieder),
• Special Events (Ninja-Nacht, Stockkampfseminar),
• Regelmäßige Information in Form von Newsletter,
• Durchführung einer Vereinsmeisterschaft,
• Anrufen wenn jemand länger abwesend ist,
• Geschenk für Jubiläum (z.B. 5-Jahre Mitgliedschaft, 10 Jahre etc.),

20
Silverman Frank, Kampfsport ist Business, 2007, Seite 63-78

14
• Lob, Lob, Lob.

Unternehmenszweck erfüllen
Das Ziel eines Karatevereines wird in den meisten Fällen nicht das erwirtschaften von
Gewinnen sein, da es sich zumeist um einen begünstigten Verein handelt, der nicht auf
Gewinn ausgerichtet ist. Der Unternehmenszweck richtet sich meist an andere Aufgaben,
wie z.B.:
• Anbieten von Trainings
• Ausbildung der Vereinsmitglieder
• Teilnahme an Meisterschaften
• etc.

Der Zweck des Vereines sollte von jedem Verein genau überlegt sein und ist auch in den
Vereinsstatuten zu verankern.

Systeme schaffen
Punkt 3 bei einem Karateverein bezieht sich auf interne Abläufe, aber vor allem auf die
Schaffung von geeigneten Ausbildungsprogrammen und Prüfungsprogrammen, damit eine
einheitliche Ausbildung aller Mitglieder möglich ist. Je nach Verband ist dies durch ein
einheitliches Prüfungsprogramm vorgegeben, in einigen Fällen hat aber jeder Karateverein
auch gewisse Freiheiten in der Durchführung der Gürtelprüfungen. Je nach Vereinszweck
und Spezialisierung des Vereines ist das Ausbildungsprogramm den Zielen anzupassen und
umzusetzen.

Delegieren
Der Leiter eines Karatevereines sollte alle Aufgaben, die er nicht unbedingt selbst erledigen
muss an andere delegieren. Dies ist in der Realität nur bedingt möglich, da es sich bei den
Mitarbeitern des Vereines um freiwillige ehrenamtliche Tätigkeiten handelt und sie somit
nicht in einem Dienstverhältnis stehen. Herrscht aber im Verein ein gutes Betriebsklima und
die Vereinsfunktionen sind entsprechend besetzt, kann hier dem Vereinsobmann viel an
Arbeit abgenommen werden, damit er sich auf seine wesentlichen Aufgaben konzentrieren
kann.

15
Kontrolle
Die Kontrolle der vorgegebenen Ziele ist eine wesentliche Aufgabe des Vereinsleiters, und
bildet die Grundlage für weitere Pläne und Zielvorgaben. Gemäß dem Vereinsgesetz werden
die Finanzen durch die eingeteilten Rechnungsprüfer kontrolliert.
Die Überprüfung der Trainingsziele erfolgt im Karate in den meisten Fällen in Form von
Gürtelprüfungen, oder im Leistungssport auch an den Ergebnissen bei Wettkämpfen und
Meisterschaften.
Darüber hinaus hat der Vereinsleiter aber auch andere Ziele wie z.B. die Erreichung von
Marketingzielen, von geplanten Mitgliederzahlen etc. regelmäßig zu kontrollieren und
dadurch die weiteren Ziele und Umsetzungsschritte anzupassen.

3.4. Positionierung
Um auf dem Markt überleben zu können, ist es wichtig sich entsprechend zu positionieren.
Jeder Karateverein braucht ein Alleinstellungsmerkmal, damit er sich von anderen
Mitbewerbern am Markt abhebt und somit Beachtung in der Gesellschaft findet.
Gem. dem Buch „Positionierung“ von Bodo Schäfer21 gibt es 10 Positionierungsgrundsätze.
Die 3 wichtigsten Positionierungsgrundsätze sind:
1. Anders sein
2. Erster sein
3. Nummer 1 sein

Anders sein
Auch für einen Karateverein ist es wichtig einen USP (Unique Selling Proposition) zu finden.
Zum einen, um sich innerhalb der Karate-Szene zu etablieren, andererseits um sich regional
(in der eigenen Stadt, Dorf etc.) von anderen Sportanbietern zu unterscheiden. Auf beide
Bereiche möchte ich nachfolgend kurz eingehen:

Regionale Positionierung:

21
Schäfer Bodo, Positionierung, 2012, Seite 40-53

16
In jedem Ort gibt es zumeist mehrere Bewegungsangebote wie z.B. Ballsportarten oder
Sportarten aus dem Fitnessbereich. Würde ein Karateverein versuchen, sich mit dem Thema
„Fitness“ zu positionieren, so ist mir großer Konkurrenz zu rechnen und der Karateverein
hätte somit kein Alleinstellungsmerkmal. Was kann also ein Karateverein bieten, das kein
anderer Sportverein bieten kann?
Toni Dietl rät in seinem Buch22 dazu, sich mit dem Thema „Sicherheit“ regional zu
positionieren. Themen wie Selbstverteidigung, Selbstschutz, Sicherheit für dein Kind etc. sind
Themen, die nur von einem Kampfsportverein abgedeckt werden und sind somit eine gute
Möglichkeit sich als Experte in diesem Bereich zu positionieren (s. Abbildung 6).

Abbildung 6: Positionierung mit dem Thema "Sicherheit"23

Positionierung innerhalb der Karateszene:


Karate ist nicht gleich Karate. Innerhalb des Karate gibt es verschiedene Disziplinen. Je nach
Vorliebe und Fähigkeiten des Vereinsleiters/Trainers werden verschiedene Schwerpunkte im
Training gelegt. Manche Vereine sind auf Kumite (wettkampfmäßiger Freikampf)
spezialisiert, andere wiederum auf Kata (Wettkampfformen). Viele Vereine sind aber an
Wettkampf überhaupt nicht interessiert und beschäftigen sich mit Themen wie
Selbstverteidigung, Philosophie, Gesundheit etc.

22
Dietl Toni, Deine eigene Karateschule, 2012, Seite 71

17
Vor allem wenn man Lehrgänge veranstaltet, wo Teilnehmer aus anderen Vereinen ebenfalls
eingeladen werden, ist es von Vorteil sich auf spezielle Themen zu spezialisieren.
Als Beispiele für gute Positionierung innerhalb der Sportart seien hier einige Vereine des
Karateverbandes Steiermark angeführt, die sich erfolgreich spezialisiert und in im
Landesverband Steiermark als Spezialisten im jeweiligen Bereich positioniert haben:24
Karateverein Volksbank Fürstenfeld Sportkumite
Karateverein Laßnitzhöhe Wettkampf-Kata
Karateverein Spielberg Selbstverteidigung
Karate-do Birkfeld Bunkai & Kyuso-jitsu (Anwendungen mit
Vitalpunkttechniken)

Erster sein
Auch innerhalb der Kampfkunstszene gibt es immer wieder Trends. Ist man als Karatevereine
vorne dabei, oder sogar der Erste, der etwas Neues, etwas Spezielles anbietet, hat man
einen entscheidenden Positionierungsvorteil.
Der Karateverein Birkfeld zum Beispiel war der erste Verein in ganz Österreich, der Kyusho-
jitsu (Vitalpunkttechniken) in einer strukturierten Form im Karate unterrichtete, der
Landesverband Steiermark war der erste Verband in Österreich, der ein eigenes
Leistungszentrum für Spitzensportler und Wettkämpfer etabliert hat, um nur einige Beispiele
zu nennen.
Auch regional bietet es einen großen Vorteil, wenn man der erste oder einzige
Kampfsportverein in der Stadt oder der Region ist. Wie Julius Cäsar bereits sagte:25

„Es ist besser, der erste in einem Dorf zu sein, als der zweite in der Stadt“

Die Nummer 1 sein


Die Nummer eins zu sein ist natürlich eine der optimalsten Positionierungsformen die es
gibt, aber daher natürlich auch nicht einfach zu erreichen und es stellt sich natürlich die
Frage, wie dies gewertet wird. Dies lässt sich vor allem an Vereinen messen, die an

23
Abb 5: Dietl Toni, Deine eigene Karateschule, 2012, Seite 71
24
www.karate-steiermark.at/Vereine

18
Wettkämpfen teilnehmen, durch die Anzahl und Art der Erfolge, die sie im Sport erreicht
haben. Erfolg in den Wettkämpfen führt daher auch zu mehr medialer Präsenz und zu mehr
Aufmerksamkeit.
Wichtig ist aber, die Nummer 1 im Kopf des Kunden zu sein. Wenn das Thema
„Selbstverteidigung“ erwähnt wird, und die Menschen in der Umgebung denken dabei sofort
an den jeweiligen Karateverein, hat man es geschafft, die Nummer 1 im Kopf des Kunden zu
sein und hat somit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

3.5. Marketing

3.5.1. Marketing in der Vergangenheit

Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren wurde Karate, ausgelöst durch die Filmindustrie,
sehr bekannt und beliebt. Kampfkunsthelden wie Bruce Lee, Chuck Norris, Jackie Chan, Jean-
Claude van Damme etc. war es zu verdanken, dass ein regelrechter Ansturm auf die Karate-
Schulen stattfand. Aus diesem Grund war es auch nicht notwendig viel Werbung zu machen.
Man hängte ein paar Plakate auf, gab vielleicht noch eine Annonce in die Zeitung, und die
Halle war voll mit neuen Mitgliedern. Dementsprechend wurde auch zumeist das Training
gestaltet. Das Training war anstrengend und hart, sodass nach einiger Zeit nur die besten
und härtesten Kämpfer übrig blieben. Man konnte es sich leisten, Mitglieder zu verlieren, da
ja immer wieder neue Interessenten ohne großen Aufwand nachkamen. In vielen Schulen
gab es sogar eine Liste von Personen, die nur darauf warteten, dass ein Platz frei wird.
Auch die technischen Möglichkeiten waren in der Vergangenheit nicht so weit entwickelt,
wie heute, sodass das Erstellen und Drucken von Plakaten viel aufwändiger und
umständlicher war und deren Gestaltung auf einem wesentlich einfacherem Niveau erfolgte
(s. Abbildung 7).

25
Schäfer Bodo, Positionierung, 2012, Seite 45

19
Abbildung 7: Plakat für einen Karatekurs aus dem Jahr 199026

Wo die Karate-Verbände und Vereine sicherlich Fehler gemacht haben ist im Bereich der
Preispolitik. Karate hat sich von Anfang an im Billigsegment etabliert und die Preise wurden
über die Jahre kaum angepasst. Das führte dazu, dass auch heute noch Lehrgänge mit
Spitzentrainern aus Japan, veranstaltet werden, die lediglich € 20,- kosten. Man muss sich
allerdings die Frage stellen, was mit dieser Preispolitik für eine Botschaft transportiert wird?
Frei nach dem Motto „Was nichts kostet ist nichts Wert“, ist in den Köpfen der Gesellschaft
fest verankert. Ein teurer Kurs bürgt vermeintlich auch für mehr Qualität. Qi-Gong Kurse,
Yoga-Kurse etc. kosten ein Vielfaches von dem was bei den meisten Karate-Lehrgänge
eingehoben wird. Hier muss langfristig ein Umdenken stattfinden, da im Karate sehr wohl
eine hohe Qualität mit gut ausgebildeten Trainern erwartet werden kann. Diese
Veränderung ist bereits im Gange, steckt aber noch quasi in den Kinderschuhen.

3.5.2. Veränderung der Gesellschaft

Ausgelöst durch die Filme in den 70er und 80er Jahren entstand natürlich auch ein Bild von
Karate in der Gesellschaft. Karate wurde vermarktet durch übermenschliche Stärke, harte
Disziplin, Bretter zerschlagen, Gefährlichkeit, Action usw.

26
Abb 6: Vereinsarchiv Karate-do Birkfeld

20
Dieses Bild hat sich bis heute nicht wesentlich verändert und viele Erwachsene haben daher
Angst davor, einen Karate-Kurs zu besuchen, obwohl sie grundsätzlich Interesse daran
hätten. Sie glauben sie seien zu Alt, nicht fit genug nicht gut genug etc. Dies sind Mitgründe,
warum heutzutage hauptsächlich Kinder ins Training geschickt werden, die Erwachsenen
dem Training aber oft fernbleiben.

So wie sich die Gesellschaft verändert, müssen sich auch das Karate und deren
Organisationen an die veränderten Marktbedingungen anpassen. Gemäß D. Pfarrhoffer -
Market27 gibt es in Zukunft 6 große Megatrends in der Gesellschaft. Diese sind:

1. Ältere Menschen
2. Frauen
3. Gesundheit/Fitness
4. New Work
5. Neues Lernen
6. Individualisierung

Wie können nun Karate-Vereine von diesen Entwicklungen profitieren? Hier einige Chancen
und Möglichkeiten:
1. Ältere Menschen: Eigenes Karate-Training für ältere Menschen anbieten (wird in
Deutschland bereits umgesetzt),
2. Frauen: Selbstverteidigungskurse nur für Frauen und Mädchen anbieten,
3. Gesundheit/Fitness: dies ist fester Bestandteil des Karate-Trainings und kann auch
kommuniziert werden. Es fehlt allerdings das Alleinstellungsmerkmal, da
Fitnesscenter, Personal-Trainer etc. ebenfalls mit diesen Themen werben. Wenn
diese Bereiche aber bewusst ins Training eingebaut werden, werden die Mitglieder
erkennen, dass dies im Karate-Training auch enthalten ist und müssen nicht
zusätzlich andere Fitnesstrainings besuchen, was die Gefahr der Abwanderung
beinhaltet,

27
Skriptum „Unternehmensgründung“ von Gerold Weisz

21
4. New Work: Immer mehr Menschen wollen sich selbst verwirklichen. Es beginnen
daher immer mehr Kampfsportler Karate bzw. Kampfkunst Hauptberuflich zu
betreiben,
5. Neues Lernen:Die Menschen sind immer weniger bereit, für einen Lehrgang weite
Strecken zu fahren. Beides kostet Zeit und Geld. Alternative Angebote hierfür wären
z.B. Seminare auf DVD’s anzubieten, Online Coaching-Kurse etc. Dies kann aber nur
als Zusatzangebot gesehen werden, da es nicht möglich ist, eine Kampfkunst von
Videos und Büchern zu lernen. Einen guten Lehrer können diese Kurse nicht ersetzen.
6. Individualisierung: in jedem Training sollte auf die Belange jedes einzelnen
Schülers eingegangen werden. Dies ist je nach Gruppengröße besser oder schlechter
möglich. Ein zusätzlicher Ansatz wäre das Angebot von Privatstunden und Personal-
Training, was aber andererseits einen hohen zeitlichen Aufwand bedeuten würde.

Ebenso lässt sich ein Trend weg vom Sein hin zum Erleben erkennen. Ein Karate-Training
muss daher zu einem Erlebnis werden. Das Training sollte daher spannend,
abwechslungsreich und anstrengend sein, aber ebenfalls Spaß machen, in guter Atmosphäre
stattfinden und nützliches für den Alltag beinhalten.28

Eines der wesentlichen Aufgaben der Karate-Institutionen für die Zukunft wird sicherlich
sein, die Kampfkunst Karate in ein rechtes Bild zu rücken. Es muss kommuniziert werden, das
Karate wesentlich mehr ist als Bretter zerschlagen und sich blutige Nasen zu holen. Karate
hat einen enormen erzieherischen Wert, sowohl für Kinder als auch als Weg der
Persönlichkeitsentwicklung für Erwachsene. Das ist es, was Karate nach außen hin
kommunizieren sollte.

3.5.3. Zusammenarbeit mit der Gemeinde bzw. Stadt

Die wenigsten Vereine verfügen über eine eigene Trainingsstätte (japanisch: Dojo). Die
meisten Vereine haben einen Turnsaal gemietet, um dort das Training abhalten zu können.
Ein gutes Verhältnis zur Gemeinde/Stadt kann hier viel an Kosten sparen, wenn man die
zuständige Behörde vom Wert des Karate als Erziehungssystem und zur Förderung der

28
Silverman Frank – Kampfsport ist Business, Seite 73

22
Kinder und Jugendlichen überzeugen kann. Es gibt Vereine, die z.B. täglich den Turnsaal
kostenlos benutzen dürfen, andere hingegen müssen den vollen Preis pro Unterrichtsstunde
bezahlen29. Dies hängt von der jeweiligen Gemeinde/Stadt ab, aber auch vom
Verhandlungsgeschick und von der Überzeugungsarbeit des jeweiligen Vereines. Durch eine
gute Zusammenarbeit kann ein Verein viel an Unterstützung erhalten.

3.5.4. Werbemaßnahmen:

Neben dem Erhalt der bestehenden Mitglieder, ist das Gewinnen neuer Mitglieder ein
wesentlicher Faktor für jede Vereinstätigkeit, so auch für den Karateverein. Es gibt viele
Möglichkeiten der Werbung, aber nicht alle sind wirkungsvoll. Werbung kostet Geld und
daher sollte genau analysiert werden, welche Art von Werbung erfolgreich ist und welche
nicht.
Eine Auswertung der Wirksamkeit der Werbung bei der Neumitgliedergewinnung im
Karateverein Birkfeld über die letzten 5 Jahre hat ergeben:

Art der Werbung Prozent


Mundpropaganda 43,1 %
Homepage, Facebook 35,3 %
Zeitungsinserate 5,9 %
Plakate 5,9 %
Sonstiges 9,8 %
Tab 1: Auswertung der Wirksamkeit der Werbemaßnahmen 2011-2015 des Vereines Karate-do Birkfeld

Hier ist klar zu erkennen, das die besten Werbemaßnahmen immer noch die
Mundpropaganda, sowie das Internet ist. Beides ist sehr kostengünstig und hoch wirksam.
Relativ teuer ist das Schalten von Inseraten in Zeitungen und auch das Erstellen und Drucken
von Plakaten. Zudem hat sich in den letzten Jahren das Problem ergeben, das Plakate nur
mehr an sehr wenigen Plätzen kostenlos aufgehängt werden dürfen. Sowohl
Zeitungsinserate, als auch Plakate haben trotz hoher Kosten gemeinsam jedoch nur ca. 11 %
der Mitgliederanzahl ausgemacht.

29
Gem. einer Befragung von verschiedensten Vereinsleitern im Steirischen Karateverband

23
Eine Umfrage bei Vereinsleitern anderer Vereine im Rahmen des Karate-Sommercamps in
Fürstenfeld im August 2015 hat ähnliche Ergebnisse erbracht.

Auch Toni Dietl, empfiehlt im Buch „Deine eigene Karateschule“30 die Mundpropaganda und
das persönliche Verteilen von Flyern in einem Umkreis von 2 km um den Standort als
wirksamste Werbemittel. Diese Entfernungsangabe bezieht sich auf einem städtischen
Verein, bei einem Verein in ländlicher Umgebung muss der Aktionsradius wesentlich
vergrößert werden, aus eigener Erfahrung auf bis zu 20 km.

Zeitungswerbung ist sehr kostspielig und bringt wenig. Hat man aber die Möglichkeit,
kostenlos Werbung in einer Zeitung zu machen, z.B. in der örtlichen Gemeindezeitung, so
sollte dies unbedingt als Zusatzmöglichkeit genutzt werden.
Wesentlich günstiger ist die Nutzung von Zeitungen, indem man Artikel zum Thema Karate
schreibt. Dies können Artikel über Wettkampferfolge, Seminare, Veranstaltungen,
Gürtelprüfungen etc. sein. Artikel können meist Gratis in der Zeitung veröffentlicht werden
und sind somit eine kostenlose Werbung für den Verein, um den Bekanntheitsgrad zu
erhöhen.

Das Aufhängen von Plakaten hat ebenfalls nur teilweise Erfolg. Hat man jedoch einige
Freiwillige im Verein, die bereit sind, diese auszuhängen, kann mit geringen Kosten, einiges
an Aufmerksamkeit generiert werden.
Bei der Gestaltung der Plakate und Flyer sollte jedoch der Veränderung der Gesellschaft
Rechnung getragen werden. Waren diese vor 20 Jahren noch mit Action und körperlichen
Höchstleistungen geladen, so geht der Trend hin zu freundlichen, lachenden Gesichtern,
unter Verwendung von ansprechenden Farben, damit das Plakat einladend und nicht
abschreckend wirkt (s. Abbildung 8).

30
Dietl Toni, Deine eigene Karateschule, Seite 76 u.f.

24
Abbildung 8: 2 Beispiele für gut gemachte Flyer & Plakate31

Wie die Auswertung des Vereines Karate-do Birkfeld zeigt, ist die wirksamste
Werbemaßnahme die persönliche Empfehlung. Gemäß der oben angeführten Tabelle sind
43,1 % der Neumitglieder über Empfehlungen angeworben worden.
Um dies zu fördern, sollte den bestehenden Mitgliedern ein Anreiz geboten werden z.B.
durch einen Wettbewerb oder durch einen Werbebonus in Form von Geld oder Sachmittel
(z.B. einen neuen Karate-Anzug, ein Karate T-Shirt etc.). Dadurch sind die Mitglieder
animiert, sich auch für die Neumitgliedergewinnung einzusetzen.

3.5.5. Social Media Marketing

Immer wichtiger wird das Social Media Marketing. Dies darf auf keinen Fall vernachlässigt
werden und stellt eines der wichtigsten Werbemaßnahmen dar, zumal sie immerhin für 35,1
% des Erfolges verantwortlich waren, mit steigender Tendenz. Eine Homepage und eine
eigene Facebook-Seite sollte die Grundausstattung eines jeden Vereines sein.
Nach der Einrichtung der Seiten ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die Seiten
regelmäßig aktualisiert und mit Inhalten gefüllt werden. Termine, Fotos von Veranstaltungen

31
Abb 7: Flyer des Karate Kollegiums Deutschland

25
müssen stets aktuell sein, sonst verlieren die Besucher sehr schnell das Interesse an der
Seite.

In einer Kampfkunst wie Karate hat es sich sehr bewährt kurze Videoclips über Youtube
hineinzustellen. Kurze Ausschnitte vom Training, Mitschnitte von einem Lehrgang, die
Technik der Woche, sowie Werbevideos vom Verein können ohne großen Aufwand und
Kosten hergestellt und veröffentlicht werden.
Damit die Videos, bei dem mittlerweile großen Angebot an Youtube-Videos auch angeschaut
werden, müssen sie
• Action beinhalten,
• Lustig oder spannend sein,
• Kurz sein (max. 2-3 Minuten),
• qualitativ hochwertig sein,
• die gezeigten Techniken müssen sinnvoll sein, exakt und genau vorgeführt werden,
sonst wird man auch schnell mit negativen Kommentaren in Verruf gebracht.

26
4. Karate in der Zukunft

4.1. Risiken für das Karate in der Zukunft


Karate hat in letzter Zeit in der Kampfkunstszene den Ruf bekommen, nicht so effektiv zu
sein, wie z.B. MMA (Mixed Martial Arts) oder Krav Maga. Dies ist zum Teil richtig, da die
moderne Wettkampfform des Karate tatsächlich für die Selbstverteidigung auf der Straße
ungeeignet ist. Das alte klassische Karate ist jedoch eines der wirkungsvollsten Systeme der
Selbstverteidigung die es gibt. Leider gibt es nur wenige Vereine, die dieses alte System noch
trainieren. Dieses alte System des Karate als Selbstverteidigung ist meiner Meinung nach,
jedoch der Schlüssel, um das Karate auch in der Kampfkunstszene wieder als wirkungsvolles
System bekannt zu machen.
Hier muss auch am Ausbildungssystem des Karate einiges geändert werden, da der Weg im
Karate derzeit sehr lange dauert, bis man tatsächliche kämpferische Fähigkeiten erlernt und
es viele Systeme gibt, die dieses Ziel schneller erreichen. Das Ausbildungssystem und die
Methodik stammen aufgrund der Tradition zumeist aus den Jahren 1930-1950. In der
Zwischenzeit hat sich einiges verändert. Moderne Trainingsmethoden, neue
wissenschaftliche Erkenntnisse und eine schnelllebige Zeit sind nur einige Punkte, die eine
Anpassung des Systems rechtfertigen. Eine Konzentration auf wesentliche Inhalte und
bessere Ausbildungsmethoden stellen einen der Schlüssel dar, um dieses Risiko
abzuwenden.
Karate beruft sich gerne auf die jahrhundertealte Tradition, aber wie schon Thomas Morus
sagte:

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“32

Viele große Karate-Meister der Vergangenheit waren Pioniere und haben die Kampfkunst
verändert und weiterentwickelt. Man sollte daher nicht zurückschrecken, selbst auch neue
Wege einzuschlagen und dabei ist es möglich, trotzdem noch das Wesentliche der Tradition
zu bewahren.

32
http://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/18639/tradition-ist-nicht-das-halten-der-asche.html

27
Ein weiteres Risiko für das Karate in der Zukunft ist das Auftreten von immer mehr
Kampfsportarten und Selbstverteidigungssystemen, die in den Markt eintreten.
Aber auch das allgemeine Sportangebot nimmt immer mehr zu. Zumba, Yoga, Crossfit,
Fußball etc. sind stark im Kommen und stellen somit auch eine weitere Konkurrenz zur
Sportart Karate dar. Hier wird es nötig sein, ein gutes Alleinstellungsmerkmal (USP) für
Karate zu finden und dies wirkungsvoll zu vermarkten.
Das Marketing stellt sicher einen wesentlichen Baustein zum Weiterbestehen eines Vereines
dar. Wer es verabsäumt, sich intensiv und strukturiert mit dem Marketing zu beschäftigen,
hat sicherlich einen Wettbewerbsnachteil. Auch ein Verein, der hobbymäßig seine Sportart
ausübt, muss sich mit Marketing beschäftigen und darf sich auch den modernen
Werbemethoden wie z.B. Social Media Marketing nicht verschließen.

4.2. Chancen für das Karate in der Zukunft


Es gibt aber auch viele Chancen für das Karate, sich in der Zukunft erfolgreich zu
positionieren.

Karate-Weltmeisterschaft 2016 in Österreich


Im September 2016 findet die Karate-Weltmeisterschaft in Österreich statt. Dies führt zu
größerer medialer Präsenz in Radio und Fernsehen. Dadurch rückt Karate mehr in das Bild
der Öffentlichkeit. Wenn es der Karate-Verband schafft, die Sportart-Karate im Rahmen
dieser Veranstaltung positiv zu vermarkten, können auch die Vereine von der größeren
medialen Aufmerksamkeit, durch mehr Interessenten und somit durch mehr
Vereinsmitglieder, profitieren.

28
Abbildung 9: Logo der Karate WM 201633

Olympische Spiele 2020 in Tokio/Japan


Im Jahr 2020 finden die olympischen Spiele in Tokio/Japan statt. Dort soll auch die Sportart
Karate erstmals Olympisch werden. Auch dies würde zu größerer medialen Aufmerksamkeit
führen und so das Karate wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen bringen.

Flüchtlingskrise in Europa
Europa wird derzeit überschwemmt von Flüchtlingen aus verschiedensten Ländern.
Gemeinsam mit der Flüchtlingswelle steigt auch die Angst und somit das
Sicherheitsbedürfnis der Menschen in Europa.
Dieses erhöhte Sicherheitsbedürfnis könnten Karate-Verein nutzen durch die Anbietung von
Sicherheits- und Selbstverteidigungsseminaren. Gut durchgeführte Selbstverteidigungskurse
und Seminare können in weiterer Folge durch die Begeisterung auch zu einer ständigen
Mitgliedschaft in einem Verein führen.

Social Media Marketing


Social Media Marketing bietet sicherlich eine der größten Chancen für Werbung in der
Zukunft dar. Durch regelmäßige Beiträge in Foren wie Facebook und Co. kann der
Bekanntheitsgrad des Vereines schnell erhöht werden. Vor allem für eine Kampfkunst wie

33
www.karate2016.at

29
Karate bietet es sich an, durch kurze Videos über Youtube auf sich aufmerksam zu machen.
Wenn ein Verein diese Social Media Instrumente zielgerichtet und effizient nutzt, dann wird
er auch in Zukunft zumindest in der Region bekannt sein und über regelmäßigen
Mitgliederzuwachs verfügen.

Veränderung und Wandel der Gesellschaft


Das Karate ist bereits gut etabliert in den Bereichen Kinder- und Erwachsenentraining. Der
Markt der älteren Menschen ist für das Karate noch relativ unerschlossen, wenngleich es
bereits einige Projekte in Deutschland und Österreich gibt, um auch ältere Menschen das
Karate altersgemäß anzubieten. Dies ist ein großer Markt und wird auch in Zukunft noch
großes Potenzial für Wachstum aufweisen.

Ebenfalls in Deutschland gibt es bereits eigen Karate- und Selbstverteidigungskurse für


Menschen mit Handicap. So gibt es in Bayern bereits eine eigene Instruktoren Ausbildung für
Rollstuhl-Karate, sowie auch Wettkämpfe im Bereich Kata (Formen) mit Rollstuhl. Dies ist
sicherlich ein Nischenbereich, der aber von kaum einer anderen Kampfsportart abgedeckt
wird und somit ebenfalls Potenzial für die Zukunft aufweisen kann.

Da es immer weniger Menschen gibt, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und
auch der Wertewandel in der Gesellschaft auf die Selbstverwirklichung abzielt, gibt es immer
mehr Karate-Lehrer, die ihren Unterricht nicht im Rahmen eines Vereines anbieten, sondern
sich Selbständig machen und dies als hauptberufliche Tätigkeit ausüben. Es lässt sich ein
leichter Trend erkennen, weg vom Verein hin zur Selbständigkeit. Dies wird auch von
mehreren Autoren empfohlen wie z.B. Toni Dietel, Frank Silverman etc.
Die Anforderung steigen, sowohl was Marketing, Kundenservice als auch Qualität des
Unterrichts und das Niveau in Wettkämpfen betrifft. Es wird immer schwieriger dies
ehrenamtlich in der Freizeit zu bewerkstelligen, daher wird auch in Zukunft die
Selbständigkeit eine größere Rolle spielen.

30
5. Resümee
Meiner Meinung nach, gibt es in Zukunft einige Herausforderungen für die Sportart Karate,
die es zu meistern gibt. Jedoch wiegen die Chancen weit größer als die Risiken. Karate ist auf
einem guten Weg, seine Bekanntheit zu erhöhen und wieder mehr in den Blickpunkt der
Öffentlichkeit zu treten.
Voraussetzung für das Gelingen dieser Aufgaben ist eine gute Präsentation in der
Öffentlichkeit. Neben einer hohen Qualität des Trainings liegen die Schwerpunkte der
Zukunft sicher im Bereich der Positionierung und des Marketings.
Es muss gelingen, Karate als das darzustellen, was es tatsächlich ist, nämlich eine
Kampfkunst die sowohl Körper als auch Geist schult und die wenig mit Bretter- und
Ziegelzerschlagen zu tun hat.

31
6. Literaturnachweis
Clayton D. Bruce, Ph.D.: Shotokan’s Secret; The hidden truth behind Karate’s Fighting
Origins; Black Belt Communications LLC, USA 2004.
Dietl Toni: Deine eigene Karateschule; Schlatt-books, Distelhausen 2012.
Grundl Boris/Schäfer Bodo: Leading Simple – Führen kann so einfach sein; B mind media UG,
Köln 2013.
Lind Werner: Das Lexikon der Kampfkünste, Sport Verlag Berlin, Berlin 2001.
Lind Werner: Okinawa Karate – Geschichte und Tradition der Stile; Sport Verlag Berlin, Berlin
1997.
Ludwig Dirk: Okinawa Karate Kata, Libri Books on demand, Imabari 2001.
McCarthy Patrick: Ancient Okinawan Martial Arts 2; Tuttle Publishing, Boston 1999.
Melzer Addy: Nach Altem forschen – das neue verstehen, Kristkeitz-Verlag, Heidelberg 2013.
Schäfer, Christiani, Reintgen, Blümelhuber: Positionierung – Anders, Erster, Nummer 1; RSI-
bookshop GmbH, Bergisch Gladbach 2011-2012.
Silverman Frank: Kampfsport ist Business – Geld und Erfolg durch Leidenschaft; Century LLC,
Oklahoma 2007.
Skriptum „Betriebswirtschaftliches Kernwissen“: - Verlag Vitalakademie, 2015.
Skriptum „Unternehmensgründung“: - Verlag Vitalakademie, 2012.

32
Anhang

7. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Schriftzeichen für Karate-do; Quelle: Göslbauer Robert, ASKF-


Ausbildungsprogramm Gekyu, 2015, Seite 25 ................................................................... 2
Abbildung 2: Meister Yasutsune Itosu (1831-1915) Quelle
http://www.karatetoronto.com/m_masters.htm ............................................................. 4
Abbildung 3: Das Treffen der Meister im Jahre 1936; Quelle:
http://dandjurdjevic.blogspot.co.at/2008/05/naifunchinnaihanchi-and-goju-ryu.htm 5
Abbildung 4: Der ÖKB und seine Organisationen; Quelle: eigene Grafik .................................. 7
Abbildung 5: Die Vorstellung vom Meister - Hirokazu Kanazawa 10. Dan; Quelle: http://ski-
usf.com/about-us/founders/soke-hirokazu-kanazawa/ .................................................. 13
Abbildung 6: Positionierung mit dem Thema "Sicherheit", Quelle: Dietl Toni, Deine eigene
Karateschule, 2012, Seite 71 ............................................................................................ 17
Abbildung 7: Plakat für einen Karatekurs aus dem Jahr 1990; Quelle: Vereinsarchiv Karate-do
Birkfeld ............................................................................................................................. 20
Abbildung 8: 2 Beispiele für gut gemachte Flyer & Plakate; Quelle: Flyer des Karate
Kollegiums Deutschland ................................................................................................... 25
Abbildung 9: Logo der Karate WM 2016; Quelle: www.karate2016.at ................................... 29

33
Anhang

8. Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Auswertung der Werbemaßnahmen 2011-2015 des Vereines Karate-do Birkfeld
…………………………………………………………………………………………………………………………………23

34