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ÖKOLOGIE

Interview

Ökologie im Sinn der Vernunft


Panamin im Langzeiteinsatz
In Perchtoldsorf hat die Familie Leopold und Gerti Distl einen 4 Hektar Weinbaubetrieb
und eine Heurigen mit Spezialisierung auf Wein und Fisch. Der Sohn Martin Distl ist Win-
zer mit Leib und Seele, als junger Kremser Absolvent außergewöhnlich auf die „Natur“ ge-
polt. Zum Thema Ökologie und Natur: man kann dieses Thema als Phrase für alles nehmen
oder tatsächlich nach den Richtlinien der Natur leben und handeln - unabhängig von „Bio“
Siegeln und Schlagworten.
Baldrian.: „Warum oder wie ist Euer Betrieb
zum Einsatz von Panamin - einem reinen Na-
turprodukt - gekommen?“

Distl.: „Weinbau und Weine, die wirklich be-


eindrucken und Freude machen, entstehen
nur mit der Natur und später mit geringsten
Hilfen im Keller. Gesunde, kräftig wachsende
Weinstöcke sind dafür die Voraussetzung,
aber diese alte, empfindliche Kultur muss vor Baldrian.: „Ein anderes Thema, Eure Caber-
Krankheiten geschützt werden - der Wein- net Reserve gehört zu den edelsten, der Rh-
stock ist nun einmal sehr sensibel. Die Metho- einriesling trotzt vor feinen Noten mit einer
diken im Bio Bereich mit dem oftmaligen Ein- erlesenen Blume, das Sortiment macht Freu-
satz des Schwermetalls Kupfer und Schwefel de. Wohin soll es weiter gehen?“
oder im konventionellen Bereich mit diversen
Mitteln zur Gesunderhaltung der Stöcke sind Distl.: „Rotwein ist im Moment etwas aus der
zwingend, wenn ein Ertrag entstehen soll und Mode, auch wir haben 80% Weißwein und
muss. 20% Rotwein aber mir,- uns - macht es Freude
sich mit viel Geduld und Mühe um den Rot-
In unserer Familie war immer das wein zu bemühen, denn die Mühe lohnt sich.
Leben mit der Natur Normalität, Bei uns sind Rotweine von absoluter Güte der
Spitze absolut möglich und dorthin möchten
wir entschieden uns für einen be- wir uns weiter entwickeln. Natürlich auch den
sonderen Weg. Weißwein jährlich noch besser werden zu las-
sen. Als Winzer ist es meine Aufgabe und das
In unserer Familie war immer das Leben mit lich ist. Aber 2019 bleiben wir bei unserem Spannendste, jährlich mit den immer neuen
der Natur Normalität, wir entschieden uns für System. Es ist eine Tatsache, dass wir trotz aller Herausforderungen des Klimas, des Wetters
einen besonderen Weg. Pflanzenschutz ist ein Sparsamkeit die üblichen und nötigen Gren- das Beste aus den Weingärten zu holen“.
Muss, wir nehmen das Beste aus der Natur zen des Pflanzenschutzes um 50% gesenkt ha-
und Wissenschaft zum gesund erhalten unse- ben. Was ganz wesentlich ist: die Trauben sind Bei uns sind Rotweine von absoluter
rer Weingärten. Nach dem Motto: soviel als einfach in der Reife und Gesundheit um ein Güte der Spitze absolut möglich und
nötig so wenig wie möglich. Vor 4 Jahren setz- wesentliches besser.“ dorthin möchten wir uns weiter
ten wir Panamin erstmals ein. Dann reduzier- entwickeln.
ten wir den bereits sehr geringen Einsatz von Vor 4 Jahren setzten wir Panamin
Pflanzenschutzmitteln um 30%, im nächsten erstmals ein. Dann reduzierten wir Baldrian.: „Wohin soll es gehen?“
Jahr halbierten wir auf 50% und bleiben nun den bereits sehr geringen Einsatz
im 4. Jahr dabei. Wir haben als Ergebnis gesun- Distl.: „Jetzt haben wir 4 Hektar im Ertrag und
de Weinstöcke ohne Pilzerkrankungen und
von Pflanzenschutzmitteln um 30%, ich möchte langsam und behutsam auf maxi-
nur mehr 50% an Pflanzenschutzmitteln. Kol- im nächsten Jahr halbierten wir mal 6 Hektar Weingärten ausbauen. Denn bei
legen zeigen im Langzeiteinsatz, dass eine 70% auf 50% und bleiben nun im 4. Jahr uns ist eine stete Zunahme der Mintnahme
Reduktion von Pflanzenschutzmitteln - seien für „zu Hause“ deutlich sichtbar und diesem
dabei.
sie auf Öko Basis oder konventionell - mög- Bereich will ich weiter entwickeln.“
WEINbau 02/2019 5