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Gestaltparameter von Werkstücken

Quelle: Westkämper, Warnecke (nach Weckenmann)

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Beurteilung technischer Oberflächen

Grundtoleranzen zur Festlegung von Längenmaßen (vgl. DIN ISO 286-1 (1990-11))

Quelle:
Europa Lehrmittel

Die Toleranz ist umso größer, je größer der Toleranzgrad und je größer das Nennmaß ist.

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Beispiele makroskopischer Gestaltabweichungen

Formabweichungen Lageabweichungen

Abweichungen von der Kreis- und Abweichung von Konzentrizität,


Zylinderform Rundlauf und Parallelität

Quelle: Klocke, König

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Beurteilung technischer Oberflächen - Gestaltabweichungen nach DIN 4760

Quelle: König, Klocke

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Beurteilung technischer Oberflächen

Senkrechtschnitt zur Ermittlung Grundaufbau eines


des Ist-Profils Tastschnittgeräts

Quelle: Klocke, König Quelle: Diplomarbeit Roth

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Zerlegung des Ist-Profils in Rauheits- und Welligkeitsprofil

lc, c

Quelle: AMETEK

Quelle: Europa Lehrmittel

Ein Profilfilter trennt das Ist-Profil in langwellige Anteile, die dem Welligkeitsprofil
zugeordnet werden und in kurzwellige Anteile, die das Rauheitsprofil bilden. Die
Wahl der Grenzwellenlänge hängt vom Rillenabstand bzw. von der vorliegenden
Rauheit ab.

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Grundbegriffe zur Bestimmung von Welligkeit und Rauheit

ermitteltes Profil einer Oberfläche, ungefiltert


Ist-Profil (Primärprofil, P-Profil) vom Messverfahren abhängig
 angenähertes Abbild der tatsächlichen Oberfläche

Ausgangsbasis für das Welligkeits- und Rauheitsprofil


Gesamthöhe des Profils Pt:
Summe aus der Höhe der größten Profilspitze Zp und der
Tiefe des größten Profiltales Zv innerhalb der Messstrecke ln

Welligkeitsprofil (W-Profil)
entsteht durch Tiefpassfilterung, d. h. durch Unterdrücken
der kurzwelligen Profilanteile
Gesamthöhe des Profils Wt:
Summe aus der Höhe der größten Profilspitze Zp und der
Tiefe des größten Profiltales Zv innerhalb der Messstrecke ln

Rauheitsprofil (R-Profil)
entsteht durch Hochpassfilterung, d. h. durch Unterdrücken
der langwelligen Profilanteile
Gesamthöhe des Profils Rt:
Summe aus der Höhe der größten Profilspitze Zp und der
Tiefe des größten Profiltales Zv innerhalb der Messstrecke ln

Quelle: Europa Lehrmittel

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Grundbegriffe zur Bestimmung von Welligkeit und Rauheit

Taststrecke lt:
komplette Länge der Tasterbewegung
größer als die Messstrecke ln, da an beiden Enden eine Vor-
bzw. Nachlaufstrecke (l1 und l2) eingeräumt wird
Summe aus Vorlaufstrecke l1, Messstrecke ln und
Nachlaufstrecke l2
l1 l2

lt Messstrecke ln:
Länge, über der die Werte der Rauheitskenngrößen ermittelt
werden
umfasst im Standardfall fünf aneinandergereihte
Einzelmessstrecken lr

Einzelmesstrecke lr:
Teil der Taststrecke lt mit der Länge des cut offs

Quelle: Europa Lehrmittel Vorlaufstrecke l1 und Nachlaufstrecke l2:


dienen zum Ein- und Ausschwingen der Filter

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Definition von Rauheitskenngrößen (Senkrechtmaße)

nach DIN EN ISO 4287 (2010-07) und DIN EN ISO 4288 (1998-04)

Gesamthöhe des Profils Rt:


Summe aus der Höhe der größten
Profilspitze und der Tiefe des größten
Profiltales innerhalb der Messstrecke ln
(theoretische Rautiefe)

größte Höhe des Profils Rz:


Summe aus der Höhe der größten
Profilspitze Zp und der Tiefe des größten
Profiltales Zv innerhalb der Einzelmess-
strecke lr (gemittelte Rautiefe)

arithmetischer Mittelwert der Profilordinaten


Ra:
arithmetischer Mittelwert der Beträge aller
Ordinatenwerte Z(x) innerhalb der Einzel-
Quelle: Europa Lehrmittel messstrecke lr (arithmetischer Mittenrauwert)

Bei Kenngrößen, die über eine Einzelmessstrecke lr definiert sind, so wie das hier bei der
Bestimmung von Rz und Ra der Fall ist, wird nach DIN EN ISO 4288 zur Kenngrößenermittlung im
Regelfall das arithmetische Mittel aus fünf Einzelmessstrecken verwendet.

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Definition des Materialanteils des Profils (Waagrechtmaße)

nach DIN EN ISO 4287 (2010-07) und DIN EN ISO 4288 (1998-04)

Materialanteil des Profils Rmr:


Quotient aus der Summe der tragenden
Materiallängen in einer vorgegebenen
Schnitthöhe und der Messstrecke ln

Quelle: AMETEK

Profiltragkurve (Abbott-Kurve):
stellt die Materialanteile bei verschiedener
Profiltiefe dar
Formen sind vom Fertigungsverfahren
abhängig und ermöglichen eine Beurteilung
des Funktionsverhaltens der Oberfläche

Quelle: Europa Lehrmittel

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Vergleich von Oberflächenprofilen

Beispiel: Oberflächenprofile und Materialanteile zum Honen und Schleifen

Quelle: Europa Lehrmittel

Bei Rauheitswerten, die aus Profilschnitten ermittelt wurden, handelt es sich um eindimensionale
Kenngrößen. Hierbei lassen einzelne Kenngrößen keinen Rückschluss auf verfahrensspezifische
Besonderheiten zu. Zur umfassenden Charakterisierung einer technischen Oberfläche erweist sich also
die Angabe mehrerer Kenngrößen als sinnvoll. Die Auswahl der Kenngrößen ist dabei in Abhängigkeit
vom Fertigungsverfahren und dem späteren Einsatz des Bauteiles vorzunehmen.

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Kontrollfragen

1 Warum sind in der Fertigung Toleranzangaben notwendig?

2 Wie verändert sich die Größe des Toleranzfeldes mit dem Toleranzgrad
und wie mit dem Nennmaß?

3 Welche Ursachen können Welligkeit und Rautiefe an einem spanend


hergestellten Bauteil haben?

4 Welche Anteile des Istprofils sind beim Rauheitsprofil (R-Profil) elektrisch


herausgefiltert?
5 Welcher Rauheitswert ändert sich durch einen Kratzer auf einer polierten
Oberfläche am stärksten?

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Weiterführende Literatur zum Thema

Klocke, F. ; König, W.: Fertigungsverfahren 1 : Drehen, Fräsen, Bohren.


8. Aufl. Berlin, Heidelberg: Springer, 2008

Fachkunde Metall. 57. Aufl. Nourney: Europa-Lehrmittel, 2013

Metalltechnik : Metallbau und Fertigungstechnik. 8. Aufl. Nourney: Europa-


Lehrmittel, 2004

Westkämper, E. ; Warnecke, H.-J.: Einführung in die Fertigungstechnik.


8. Aufl. Stuttgart, Leipzig, Wiesbaden: Teubner, 2011

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