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2) Welche Wahrscheinlichkeitsbegriffe kennen Sie?

Charakterisieren Sie die unterschiedlichen Konzepte zur Herleitung von


Wahrscheinlichkeiten. (5 Punkte)

Antwort:
Unabhängig von der quantitativen Herleitung der Wahrscheinlichkeiten müssen sie
den Axiomen von Kolmogorov genügen:

 Wahrscheinlichkeit ist der Grad der Gewissheit für das Eintreten von Ereignissen
 Je nach Sichtweise können Wahrscheinlichkeiten hergeleitet werden, als
 ein Maß für die Unsicherheit konkreter Ereignisse aufgrund der
möglichen Alternativen (Laplace)
 ein Maß für die relative Häufigkeit des Auftretens von Ereignissen
(Mises)
 ein Maß für den Grad an persönlicher Überzeugung (de Finetti.)
 Das Prinzip "günstige Fälle" dividiert durch alle "möglichen Fälle" im Rahmen
eines Modells gleicher Wahrscheinlichkeiten für die Einzelereignisse Laplace
klassischer Wahrscheinlichkeitsbegriff einfache ideale Glücksspiele
 Statistische Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses ist jener Wert,
bei dem sich die relative Häufigkeit bei einer wachsenden Zahl von
Versuchswiederholungen stabilisiert Mises frequentistischer Wahrschein-
lichkeitsbegriff kann für alle Zufallsexperimente angewendet werden
 Das Konzept subjektiver Wahrscheinlichkeiten nach de Finetti. Eine subjektive
Wahrscheinlichkeit kann für alle Zufallsvorgänge angegeben werden.

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3) Die nachfolgende Tabelle enthält Daten eines Bildungstests.

Abschneiden beim Lesetest

unterdurch‐ überdurch‐
Höchste Schulbildung der Eltern schnittlich mittel  schnittlich GESAMT
Akademiker 0 10 25 35
AHS/BHS 15 15 40 70
Meister/Berufsprüfung 0 20 5 25
Lehre 15 10 0 25
Pflichtschule 40 15 0 55
GESAMT 70 70 70 210

a) Berechne das Prädiktionsmaß  nach Goodman/Kruskal um den prädiktiven


Wert des Merkmals Schulbildung der Eltern auf die Lesefähigkeit der Schüler
zu quantifizieren (4 Punkte)

Sei A das Ereignis „Schulbildung der Eltern ist AHS/BHS oder Akademiker“ und
sei B das Ereignis „Abschneiden beim Lese-Test ist überdurchschnittlich“.
Angenommen wir wählen rein zufällig einen Schüler aus. Bestimme dann die
folgenden Wahrscheinlichkeiten: (jeweils 2 Punkte)
b) P(A ∩ B)
c) P(A υ B)
d) P( B | A)

Abschneiden beim Lesetest

unterdurch‐ überdurch‐
Höchste Schulbildung der Eltern schnittlich mittel  schnittlich GESAMT
Akademiker 0 10 25 35
AHS/BHS 15 15 40 70
Meister/Berufsprüfung 0 20 5 25
Lehre 15 10 0 25
Pflichtschule 40 15 0 55
GESAMT 70 70 70 210

E0 140
E1 70

a) lambda 0,50

b) P(A und B) 0,31
c) P(A oder B) 0,52
d) P(B|A) 0,62

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4) Das Lehrpersonal einer bestimmten Universität setzt sich aus ProfessorInnen
und AssistentInnen zusammen. Von der Universität kennen wir folgende Daten:

40% des Lehrpersonals sind Frauen.


20% des weiblichen Lehrpersonals sind Professorinnen.
Der Anteil der Männer beträgt bei den ProfessorInnen 75%.

a) Wie teilt sich das Lehrpersonal in ProfessorInnen und Assistenten auf?


(5 Punkte)
b) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig herausgegriffener
männlicher Mitarbeiter des Lehrpersonals als Professor tätig ist? (5 Punkte)
c) Sind die beiden Merkmale Geschlecht und Art der Lehrtätigkeit unabhängig?
Begründung! (3 Punkte)

Anteil Männer 60%

Prof gegeben weiblich 20%

Mann gegeben Prof 75%

Männer Frauen
Prof 24.000 8.000 32.000
Ass 36.000 32.000 68.000
60.000 40.000 100.000
Prof Ass
a) 32,0% 68,0%

b) 40,00%

nicht unabhängig, da die bdingten


c) Nein Verteilungen unterschiedlich sind

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5) Die Fluglinie YLF-IKIN hat für einen Flughafen folgende Tabelle für die
Verspätungen beim Abflug ermittelt:

Verspätung  Anzahl 
in Minuten Flüge
0 ‐ 10 100
10 ‐ 20 80
20 ‐ 30 60
30 ‐ 50 60
50 ‐ 90 20

(a) Zeichnen Sie ein korrektes Histogramm, um das Muster der Verspätungen zu
beschreiben und beantworten Sie folgende Frage:

Um welchen Faktor ist der Histogrammbalken der Klasse 30-50 höher als
jener der Klasse 50–90? (5 Punkte)

Faktor 6

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(b) Berechnen Sie das arithmetische Mittel der Verspätungen! (3 Punkte)

(c) Berechnen Sie den Median der Verspätungen. (3 Punkte)


 
 
 

Verspätung  Anzahl 
in Minuten Flüge mi hi mi*hi Hi bi di
0 ‐ 10 100 5 0,3125 1,5625 0,3125 1 0,3125
10 ‐ 20 80 15 0,25 3,75 0,5625 1 0,2500
20 ‐ 30 60 25 0,1875 4,6875 0,75 1 0,1875
30 ‐ 50 60 40 0,1875 7,5 0,9375 2 0,0938
50 ‐ 90 20 70 0,0625 4,375 1 4 0,0156
320 21,875

0 0 arith. Mittel 21,875
1 1 Median 17,5
Median =10+(20‐10)*(0,5‐0,3125)/((0,5625‐0,3125))

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6) X sei die Anzahl von Quartalen, in denen ein Student neben dem Studium
innerhalb eines Jahres jobbt.
Die fünf möglichen Ausprägungen sind also X = 0, 1, 2, 3, 4. Die dazugehörigen
relativen Häufigkeiten entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle

# Quartale 0 1 2 3 4
Rel. Häufigkeit 0,05 0,50 0,10 0,10 0,25

Wir wählen rein zufällig einen Studenten aus. Beantworten sie nachfolgende
Fragen: (Insgesamt 7 Punkte)

a) Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass der ausgewählte Student in mehr als
2 Quartalen gejobbt hat?

b) Was ist der Erwartungswert für die Anzahl der Quartale, in denen der zufällig
ausgewählte Student gejobbt hat?

c) Angenommen wir wählen nur aus der Gruppe jener Studenten, die zumindest
in einem Quartal gejobbt haben, einen Studenten nach dem Zufallsprinzip
aus. Was ist der Erwartungswert für die Anzahl der Quartale, in denen der
zufällig ausgewählte Student gejobbt hat?

d) Erklären Sie warum sich die Ergebnisse von b und c unterscheiden und wie
man das Ergebnis von c interpretieren kann.

X Prob Expectation Bedingte Prob. Expectation


0 0,05 0
1 0,50 0,5 0,5263 0,5263
2 0,10 0,2 0,1053 0,2105
3 0,10 0,3 0,1053 0,3158
4 0,25 1 0,2632 1,0526
1 2 1 2,1053

a) 0,35
b) 2
c) 2,11

Ergebnis von c ist ein bedingter Erwartungswert, wenn z.B. nur aus einer
Datei mit berufstätigen Studenten gezogen wird.

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7) Eine Grundgesamtheit enthält 8 Personen. 5 Männer und 3 Frauen.

Es soll ein Ausschuss bestehend aus 3 Personen gebildet werden.

a) Wie viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt es aus den 8 Personen einen


Ausschuss von 3 Personen zu bilden? (2 Punkte)

b) Wie viele unterschiedliche Zusammensetzungen gibt es, wenn der Ausschuss


aus 2 Frauen und einem Mann gebildet werden soll? (2 Punkte)

c) Wie viele unterschiedliche Möglichkeiten gibt es aus den 8 Personen eine


Reihungsliste von 3 Personen zu bilden? (2 Punkte)

Männer  5
Frauen 3
Gesamt 8

a)  56 8 über 3

b) 15 (5 über 2) mal (3 über 1)

c) 336 8*7*6

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8) Die Preisentwicklung für Heizöl war wie folgt:

Jahr 2009 2010 2011 2012

Preis in € für 100 Liter 72 68 82 88

a) Wie hoch war die durchschnittliche jährliche Preissteigerung in diesem


Zeitraum? (4 Punkte)

b) Wie hoch war der durchschnittliche Kaufpreis für einen Haushalt der in diesem
Zeitraum jährlich ein Budget von 1.000,-€ für den Kauf von Heizöl
aufgewendet hat? (4 Punkte)

Jahr Preis Veränderung


2009 72
2010 68 0,94444
2011 82 1,20588
2012 88 1,07317

Produkt: 1,22222 ==> 3.Wurzel 1,0692


Teuerung 6,92%
FALSCH
Harmonisches Mittel 76,70 77,5
arithm. Mittel

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