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Flexion

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Dieser Artikel behandelt die Flexion von Wörtern. Zur Flexion von Gelenken siehe Flexion (Medizin).

In der Grammatik bezeichnet Flexion (lateinisch flexio ‚Biegung‘)[1] die Änderung der Gestalt und
der Form eines Wortes (eines Lexems) zum Ausdruck seiner grammatischen Merkmale bzw. der
grammatischen Funktion im Satz. Synonym sind die Wörter Beugung und
(österreichisch) Biegung.[2][3] Das zugehörige Verb lautet flektieren (lateinischflectere ‚biegen,
beugen‘).[4]
Grammatische Kategorien der Flexion sind im
Deutschen: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus, Kasus, Stärkeflexion (bei Adjektiven),
sowie möglicherweise die Komparationsstufe. Die Markierungen für Flexion (Flexive) bestehen
oft in angehängten Endungen (Affixen), aber manchmal auch in anderen Prozessen, die tiefer in
die Gestalt eines Wortes eingreifen, z. B. Ablaut. Flexionsformen sind typischerweise an
bestimmte Wortarten gebunden und bringen grammatische Merkmale zum Ausdruck, die mit der
jeweiligen Wortart verbunden sind, z. B. das Tempus beim Verb oder der Kasus beim Nomen.
Eine typische Erscheinung ist dabei auch, dass Sprachen eine Wortart in Unterklassen
(Flexionsklassen) aufteilen können, in denen ein bestimmtes Flexionsmerkmal mit jeweils
verschieden lautenden Flexionsformen dargestellt wird (d. h.
verschiedene Flexionsparadigmen zeigt). — Im Gegensatz zu diesem eben skizzierten
Sprachtyp, dem auch das Deutsche angehört, gibt es aber auch Sprachen, in denen der
Zusammenhang zwischen Wortart (des Wortstamms) und möglichen Flexionsformen locker ist;
beispielsweise können in solchen Sprachen dann Prädikate gebildet werden, indem verbale
Endungen an einen substantivischen Stamm angehängt werden (ein klassisches Beispiel für
solche Flexibilität ist die Sprache Tagalog).
Das Auftreten von Flexion wird durch grammatische Regeln gesteuert, zusätzlich können
Flexionsmerkmale mehr oder weniger stark inhaltlich interpretierbar sein. Auch bei eher
bedeutungshaltigen Kategorien wie etwa Numerus (Singular/Plural) wird die Interpretierbarkeit
jedoch dadurch eingeschränkt, dass grammatische Regeln aus rein formalen Gründen ihr
Auftreten erzwingen können.
Die Sprachen der Welt unterscheiden sich sehr stark darin, in welchem Ausmaß sie
grammatische Merkmale durch Flexionsformen anzeigen. Der Begriff flektierende Sprache (oder
eigentlich Flektierender Sprachbau) bezeichnet Sprachen, die in hohem Maß bei Wörtern
verschiedene Flexionsformen ausbilden, ist allerdings zusätzlich dadurch charakterisiert, dass
diese in fusionierter Form ausgedrückt werden, also dass auch mehrere Merkmale durch ein
einziges Affix und eventuell Veränderung des Stammes ausgedrückt werden, nicht durch eine
längere Kette von Affixen. Gegenbegriffe zu „flektierende Sprache“ sind also sowohl Isolierender
Sprachbau (wo keine Flexionsmerkmale angezeigt werden, oder wenn dann durch eigenständige
Wörter) als auch Agglutinierender Sprachbau (der unter Umständen lange Ketten von Affixen
vorsieht statt einer einzigen Formabwandlung des Wortes).

Inhaltsverzeichnis

 1Flexionsarten
o 1.1Deklination bei Substantiven
o 1.2Deklination bei Adjektiven
o 1.3Konjugation bei Verben
 2Kongruenz und Gruppenflexion
 3Agglutinierende und fusionierende Flexion
 4Sprachen

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 5Siehe auch
 6Literatur
 7Weblinks
 8Einzelnachweise

Flexionsarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Bei der grammatischen Definition werden die Arten der Flexion abhängig von
der Wortart unterschieden.
Deklination bei Substantiven