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AUGUST 2 0 19

STUDIENARTIKEL FÜR:
30. SEPTEMBER BIS 27. OKTOBER 2019
STUDIEN-
ARTIKEL 31

Wir geben nicht auf!


LIED 128
Bis zum Ende ausharren „Deshalb geben wir nicht auf“ (2. KOR. 4:16)

VORSCHAU ALS Christen befinden wir uns in einem Wettlauf. Die ei-
Ob wir Jehova schon nen sind gerade erst gestartet, andere laufen schon viele
länger oder erst seit Kur- Jahre. Wir alle müssen jedoch weiterlaufen, bis wir die
zem dienen, wir möchten Ziellinie erreichen. Was Paulus den Christen in Philippi im
uns als Christen immer 1. Jahrhundert schrieb, kann uns anspornen, den Lauf zu
weiter entwickeln und ver- vollenden. Einige aus dieser Versammlung dienten Jehova
bessern. Der Apostel Pau- schon seit Jahren, als sie den Brief von Paulus bekamen.
lus legte seinen Glaubens- Sie liefen gut, doch Paulus erinnerte sie daran, dass sie
brüdern ans Herz, nie durchhalten mussten. Er sagte über sich: „Ich strenge
aufzugeben. Sein Brief an mich an, das Ziel zu erreichen“ – und das sollten auch sie
die Philipper enthält moti- tun (Phil. 3:14).
vierende Gedanken, die 2 Dieser Ansporn war zeitgemäß. Die Versammlung in
uns helfen, im Wettlauf um
das ewige Leben durch- Philippi hatte von Anfang an mit Gegnerschaft zu kämp-
zuhalten. Dieser Artikel soll fen. Angefangen hat alles, als Paulus die Aufforderung
zeigen, wie wir seine Worte Gottes befolgte: „Komm herüber nach Mazedonien“, und
auf uns anwenden können. mit Silas um das Jahr 50 in Philippi ankam (Apg. 16:9).
Dort trafen sie Lydia und erzählten ihr von der guten Bot-
schaft. Sie „hörte zu, und Jehova öffnete ihr das Herz
weit“ (Apg. 16:14). Sie ließ sich schon bald zusammen
mit ihrer Hausgemeinschaft taufen. Der Teufel sah jedoch
nicht tatenlos zu. Männer aus der Stadt schleppten Paulus
und Silas vor die Magistrate und klagten sie fälschlich an,
Unruhe zu stiften. Daraufhin wurden Paulus und Silas ge-
schlagen und ins Gefängnis geworfen. Später drängte man
sie, die Stadt zu verlassen (Apg. 16:16-40). Gaben sie
auf? Nein! Und die Brüder und Schwestern in der neu ge-
gründeten Versammlung? Auch sie harrten aus! Bestimmt
1. Was müssen Christen tun, um den Wettlauf um das ewige Leben zu
vollenden?
2. Warum war der Ansporn von Paulus zeitgemäß?

2
machte ihnen das gute Vorbild von Paulus tens: Er hatte im Judentum Beachtliches
und Silas viel Mut. erreicht. Aber das alles war für ihn „eine
3 Paulus war entschlossen, nicht aufzu- Menge Abfall“ (Phil. 3:3-8). Zweitens: Er
geben (2. Kor. 4:16). Er wusste jedoch, ließ sich nicht von Schuldgefühlen we-
dass er den Wettlauf nur zu Ende führen gen seiner Vergangenheit als Verfolger
konnte, wenn er sich voll auf das Ziel der Christen lähmen. Drittens: Er dachte
konzentriert. Was können wir von Pau- nicht, dass er schon genug für Jehova
lus lernen? Welche Glaubensvorbilder aus getan hatte. Paulus konnte im Dienst so
unserer Zeit zeigen, wie wir trotz Hinder- manches bewirken, obwohl er allerhand
nissen weitermachen können? Und wie durchmachte: Er wurde eingesperrt, ge-
kann uns unsere Hoffnung darin bestär- schlagen und gesteinigt, erlitt Schiffbruch
ken, nie aufzugeben? und hatte oft nicht genug zu essen und an-
zuziehen (2. Kor. 11:23-27). Doch obwohl
VON PAULUS LERNEN
er schon so viel erreicht und durchgestan-
4 In welcher Lage war Paulus, als er den den hatte, war ihm klar, dass er sich wei-
Philippern schrieb? Er stand in Rom unter ter anstrengen musste. Und das müssen
Hausarrest und konnte nur sehr einge- auch wir.
schränkt predigen. Doch er legte die Hän- 6 Wie können wir wie Paulus verges-
de nicht in den Schoß, sondern sprach
sen, was hinter uns liegt? Wer Schuld-
mit Besuchern und schrieb Briefe an weit
gefühle wegen vergangener Sünden hat,
entfernte Versammlungen. Viele Christen
könnte sich vielleicht als Studienprojekt
heute können das Haus ebenfalls nicht
das Lösegeld Christi vornehmen. Wenn
verlassen. Aber sie nutzen jede Gelegen-
wir uns mit diesem ermutigenden Thema
heit, mit denen, die zu ihnen kommen,
beschäftigen, darüber nachdenken und
über die gute Botschaft zu sprechen. Und
beten, hilft uns das, unnötige Schuld-
sie schreiben ermutigende Briefe an Men-
gefühle zu lindern. Auch bestrafen wir
schen, die persönlich nicht zu erreichen
uns dann nicht mehr für Sünden, die Je-
sind.
5 Paulus ließ sich nicht ablenken – we-
hova vergeben hat. Was können wir von
Paulus noch lernen? Manche haben für
der durch frühere Leistungen noch durch
das Königreich auf eine erfolgreiche be-
vergangene Fehler. Er sagte: „Ich verges-
rufliche Laufbahn verzichtet. Für sie ist
se, was hinter mir liegt, und strecke mich
es wichtig, dem, was hinter ihnen liegt,
nach dem aus, was vor mir liegt.“ Um
nicht nachzutrauern (4. Mo. 11:4-6; Pred.
das Ziel zu erreichen, war es für ihn al-
7:10). Zu dem, was hinter uns liegt, kann
so wichtig, nicht an Vergangenes zu den-
auch gehören, was wir schon alles für Je-
ken. (Lies Philipper 3:12-14.) Was hätte
hova getan oder was wir früher durch-
Paulus konkret ablenken können? Ers-
gemacht haben. Natürlich bringt es uns
3. Was war Paulus bewusst, und um welche Fra- Jehova näher, wenn wir uns daran erin-
gen geht es jetzt? nern, wie er uns über die Jahre gesegnet
4. Wie machte Paulus das Beste aus seiner Lage? und unterstützt hat. Wir wollen aber nie
5. Was half Paulus gemäß Philipper 3:12-14, das
Ziel im Blick zu behalten? 6. Was müssen wir hinter uns lassen?

AUGUST 2019 3
Lassen wir uns im Wettlauf um das ewige
Leben nicht ablenken und konzentrieren
wir uns voll auf das Ziel
(Siehe Absatz 7)

selbstzufrieden werden und denken, wir WENN UNSER GLAUBE GEPRÜFT WIRD
hätten schon genug getan (1. Kor. 15:58). 8 Gehen wir nun auf drei Faktoren ein,
7 Paulus wusste nur zu gut, was Jesus die unseren Lauf verlangsamen könn-
mit den Worten meinte: „Bemüht euch ten: unerfüllte Erwartungen, nachlassen-
mit aller Kraft“ (Luk. 13:23, 24). Wie de Kräfte und lang andauernde Prüfun-
Christus musste auch er sich bis zum En- gen. Wir können viel lernen, wenn wir uns
de anstrengen. Deshalb verglich er das ansehen, wie andere damit umgegangen
Leben eines Christen mit einem Wett- sind (Phil. 3:17).
lauf. (Lies 1. Korinther 9:24-27.) Ein 9 Unerfüllte Erwartungen. Es ist ganz

Läufer konzentriert sich voll auf das Ziel natürlich, sich nach all dem Guten zu seh-
und lässt sich nicht ablenken. Bei einem nen, das Jehova versprochen hat. Jeho-
Stadtlauf zum Beispiel liegen an der Lauf- vas Prophet Habakuk brachte einmal zum
strecke oft Geschäfte oder es gibt andere Ausdruck, wie sehr er sich das Ende der
Ablenkungen. Würde ein Läufer da anhal- schlimmen Zustände in Juda wünschte.
ten und sich die Auslagen in den Schau- Doch Jehova wies ihn an, geduldig zu
fenstern ansehen? Nicht wenn er gewin- warten (Hab. 2:3). Wenn sich Erwartun-
nen will. Wir müssen in unserem Wettlauf gen nicht erfüllen, kann das die Begeiste-
ebenfalls Ablenkungen vermeiden. Den rung dämpfen oder einem sogar den Mut
Preis gewinnen wir nur, wenn wir das Ziel nehmen (Spr. 13:12). Das geschah Anfang
im Blick behalten und uns wie Paulus mit des 20. Jahrhunderts. Damals glaubten
aller Kraft bemühen. viele gesalbte Christen, sie würden 1914

7. Was ist gemäß 1. Korinther 9:24-27 nötig, um 8. Worauf gehen wir nun ein?
den Wettlauf um das ewige Leben zu gewinnen? 9. Was kann passieren, wenn sich Erwartungen
Führe einen Vergleich an. nicht erfüllen?

4 DER WACHTTURM
ihren Lohn im Himmel bekommen. Wie hova ihr Bestes zu geben (2. Kor. 4:16).
kamen treue Brüder und Schwestern da- Bruder Arthur Secord1 zum Beispiel hat-
mit zurecht, dass sich ihre Erwartungen te, als er 88 Jahre alt war, schon 55 Jah-
nicht erfüllten? re im Bethel gedient und war nun alt und
10 Hier das Beispiel von zwei treuen gebrechlich. Eines Tages kam eine Kran-
Christen: Bruder Royal Spatz ließ sich kenschwester zu ihm ans Bett, sah ihn
1908 mit 20 Jahren taufen. Er rechne- liebevoll an und sagte: „Bruder Secord,
te fest damit, bald seinen Lohn zu er- du bist im Dienst für Jehova schon ganz
halten. Als er Pearl 1911 einen Heirats- schön viel herumgekommen!“ Arthur leb-
antrag machte, sagte er: „Du weißt ja, te jedoch nicht in der Vergangenheit. Er
was 1914 passieren wird. Wenn wir heira- sah ihr in die Augen und sagte mit einem
ten wollen, sollten wir das bald tun.“ Ga- Lächeln: „Das stimmt. Aber wichtig ist
ben die beiden auf, als sie 1914 nicht in nicht, was wir getan haben, sondern, was
den Himmel kamen? Nein. Ihnen ging es wir von jetzt an tun – das zählt.“
hauptsächlich darum, treu Gottes Willen 12 Vielleicht dienst du Jehova schon vie-
auszuführen, nicht darum, ihren Lohn zu le Jahre und kannst aus gesundheitli-
erhalten. Sie waren entschlossen, in dem chen Gründen nicht mehr so viel tun wie
Wettlauf um das ewige Leben durchzuhal-
ten. Und das taten sie auch. Sie waren vie- 1 Siehe den Lebensbericht von Bruder Secord „Mein An-
teil an der Förderung der wahren Gottesanbetung“ im
le Jahrzehnte bis zum Ende ihres Lebens Wachtturm vom 1. September 1965.
auf der Erde treu tätig. Bestimmt sehnst
du dich danach, dass Jehova seinen Na-
men von Schande befreit, seine Souverä-
nität rechtfertigt und alle seine Verspre-
chen erfüllt. Du kannst sicher sein, dass
er das zu gegebener Zeit auch tun wird.
Nehmen wir uns vor, ihm bis dahin weiter
eifrig zu dienen und uns nie durch uner-
füllte Erwartungen entmutigen oder läh-
men zu lassen.
11 Nachlassende Kräfte. Ein L äufer

braucht für sein Rennen körperliche


Kraft. Aber für den Wettlauf, den Chris-
ten laufen, ist das nicht nötig. Es gibt vie-
le, deren Kräfte nachgelassen haben, die
jedoch weiter fest entschlossen sind, Je-
10. Wie reagierte ein Ehepaar auf unerfüllte Er-
wartungen? Obwohl sich die Erwartungen von
Royal und Pearl Spatz 1914 nicht erfüllten,
11, 12. Warum können wir Jehova weiter treu die- dienten sie Jehova treu weiter
nen, auch wenn unsere Kräfte nachlassen? Führe (Siehe Absatz 10)
ein Beispiel an.

AUGUST 2019 5
Arthur Secord (ganz
links) gab auch im hohen
Alter sein Bestes für
Jehova. Anatoli und Lidija
Melnik harrten trotz vieler
Härten weiter treu aus
(Siehe Absatz 11, 13)

früher. Sei nicht entmutigt. Du kannst si- 30 Kilometer durch den Schnee gehen.
cher sein: Jehova schätzt sehr, was du bis- Nach einiger Zeit kam Bruder Melnik für
her für ihn getan hast (Heb. 6:10). Und drei Jahre ins Gefängnis. Er musste seine
was deine jetzige Situation betrifft, denk Frau Lidija zurücklassen und seine Toch-
daran: Wie sehr du Jehova ergeben bist, ter, die erst ein Jahr alt war. Trotz dieser
zeigt sich nicht daran, wie viel du für ihn harten Zeit machten Anatoli und seine Fa-
tust. Ausschlaggebend ist, dass du positiv milie tapfer weiter. Er ist jetzt 82 Jah-
bleibst und dein Bestes gibst (Kol. 3:23). re alt und Mitglied eines Zweigkomitees
Jehova kennt unsere Grenzen und ver- in Zentralasien. Nehmen wir uns vor, wie
langt nicht mehr von uns, als wir tun kön- Anatoli und Lidija im Dienst für Jehova
nen (Mar. 12:43, 44). unser Möglichstes zu tun, und halten wir
13 Andauernde Prüfungen. Manche Die- weiter durch (Gal. 6:9).
ner Jehovas haben jahrzehntelange Här- MOTIVIERT DURCH UNSERE HOFFNUNG
ten und Verfolgung durchgemacht. Anato- 14 Paulus war zuversichtlich, dass er sei-
li Melnik1 beispielsweise war erst 12 Jahre nen Lauf beenden und das Ziel errei-
alt, als sein Vater verhaftet, ins Gefängnis chen würde. Er war gesalbt und hatte die
gesperrt und dann nach Sibirien depor- Aussicht, „den Preis der Berufung nach
tiert wurde, wo er über 7000 Kilometer oben“ zu erhalten. Doch dieses Ziel konn-
von seiner Familie in Moldawien entfernt te er nur erreichen, wenn er sich weiter
war. Ein Jahr danach wurden auch Anato- anstrengte (Phil. 3:14). Paulus gebrauch-
li, seine Mutter und seine Großeltern nach te einen interessanten Vergleich, um den
Sibirien verschleppt. Sie konnten später Philippern zu helfen, das Ziel nicht aus
die Zusammenkünfte in einem Dorf besu- den Augen zu verlieren.
chen, mussten aber bei Minusgraden rund 15 Paulus erinnerte die Philipper an ihr

1 Siehe den Lebensbericht von Bruder Melnik „Von klein


auf erzogen, Gott zu lieben“ im Erwachet! vom 22. Okto-
14. Was musste Paulus tun, um das Ziel zu errei-
ber 2004. chen?
15. Wie ermutigte Paulus die Philipper durch den
13. Wie spornt uns das Beispiel von Anatoli und Li- Vergleich mit dem Bürgerrecht, sich weiter anzu-
dija an, unter Prüfungen durchzuhalten? strengen?

6 DER WACHTTURM
Bürgerrecht im Himmel (Phil. 3:20). Wa- auf das schauen, was hinter uns liegt,
rum war das ein guter Vergleich? Das und uns von nichts abhalten lassen, Fort-
römische Bürgerrecht war damals etwas schritte zu machen (Phil. 3:16). Haben
sehr Begehrtes.1 Gesalbte Christen besa- sich vielleicht deine Erwartungen nicht
ßen jedoch ein weitaus besseres Bürger- erfüllt oder lassen deine Kräfte nach?
recht, das ihnen viel mehr Vorteile bieten Hast du jahrelang Härten und Verfolgung
würde. Das römische Bürgerrecht ver- durchgemacht? Dann nimm dir den Rat
blasste daneben! Deshalb ermutigte Pau- zu Herzen: „Macht euch um nichts Sor-
lus die Philipper: „Benehmt euch weiter gen.“ Lass Gott im Gebet wissen, was dei-
als Bürger auf eine Weise, die der guten ne Bitten sind, und er wird dir unvorstell-
Botschaft über den Christus würdig ist“ baren Frieden schenken. (Lies Philipper
(Phil. 1:27, Fn.). Gesalbte Christen geben 4:6, 7.)
uns da heute ein gutes Beispiel: Sie stren- 17 Wie ein Läufer auf der Zielgeraden
gen sich an, ihr Ziel – ewiges Leben im noch einmal alles gibt, sollten auch wir
Himmel – zu erreichen. uns voll darauf konzentrieren, im Wett-
16 Ob wir die Aussicht haben, ewig im
lauf um das ewige Leben das Ziel zu
Himmel zu leben oder in einem Para- erreichen. Strengen wir uns nach un-
dies auf der Erde, wir müssen alles daran- seren Kräften und Umständen an, auf
setzen, dieses Ziel zu erreichen. In wel- dem Weg in eine wunderschöne Zukunft
cher Lage wir auch sind: Wir dürfen nicht immer weiter vorwärtszukommen. Doch
1 Da Philippi eine römische Kolonie war, genossen die
wie können wir sichergehen, dass wir in
Einwohner dieser Stadt eine Art beschränktes römi- die richtige Richtung laufen? Der nächste
sches Bürgerrecht. Die Philipper konnten mit dem Ver- Artikel hilft uns, die richtigen Prioritäten
gleich von Paulus also etwas anfangen.
zu setzen und zu prüfen, „worauf es wirk-
16. Was müssen wir gemäß Philipper 4:6, 7 tun – lich ankommt“ (Phil. 1:9, 10).
ob wir die Aussicht haben, ewig im Himmel oder
auf der Erde zu leben? 17. Worum geht es im nächsten Artikel?

WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

˛ Wie motiviert uns das ˛ Wie können wir trotz ˛ Was motivierte Paulus, sich
Beispiel von Paulus, uns unerfüllter Erwartungen, mit aller Kraft zu bemühen?
mit Blick auf das Ziel voll nachlassender Kräfte und
anzustrengen? andauernder Prüfungen im
Wettlauf um das ewige
Leben weiterlaufen?

LIED 79
Lehrt sie, fest zu Jehova zu stehen
STUDIEN-
ARTIKEL 32

Eure Liebe
soll überströmen
LIED 106 „Ich bete weiter darum, dass eure Liebe . . .
In der Liebe wachsen noch mehr überströmt“ (PHIL. 1:9)

VORSCHAU ALS Paulus, Silas, Lukas und Timotheus in die römische


Es ist heute wichtiger Kolonie Philippi kamen, fanden sie dort viele Menschen
denn je, dass wir die Liebe vor, die sich für die Botschaft vom Königreich interessier-
zu unseren Brüdern und ten. Diese vier eifrigen Brüder bauten die Versammlung
Schwestern vertiefen. dort mit auf, und die Jünger versammelten sich wahr-
Der Brief an die Philipper scheinlich alle im Haus von Lydia, einer gastfreundlichen
zeigt, wie unsere Liebe Christin (Apg. 16:40).
auch dann überströmen 2 Bald kamen auf die junge Versammlung Schwierigkei-
kann, wenn dem etwas im ten zu. Satan hetzte Gegner der Wahrheit auf, die die Pre-
Weg steht. digttätigkeit dieser treuen Christen heftig bekämpften.
Paulus und Silas wurden verhaftet, mit Ruten geschlagen
und eingesperrt. Als sie wieder frei waren, besuchten sie
die neuen Jünger und machten ihnen Mut. Paulus, Silas
und Timotheus verließen dann die Stadt, während Lukas
wohl noch dortblieb. Wie erging es dieser neu gegründe-
ten Versammlung? Mit Jehovas Geist machten die Brüder
tapfer weiter (Phil. 2:12). Paulus hatte allen Grund, stolz
auf sie zu sein!
3 Etwa zehn Jahre später schrieb Paulus der Versamm-

lung in Philippi einen Brief. In seinen Worten spürt man,


wie sehr Paulus seine Brüder liebte. Er schrieb, dass er sich
„mit derselben innigen Liebe, die Christus Jesus hat“,
nach ihnen allen sehnte (Phil. 1:8). Außerdem ließ er sie
wissen, dass er für sie betete. Er bat Jehova, ihnen zu hel-
1. Wer baute die Versammlung in Philippi mit auf?
2. Welche Schwierigkeiten kamen auf die Versammlung bald zu?
3. Worum betete Paulus gemäß Philipper 1:9-11?

8
fen, ihre Liebe überströmen zu lassen, zu lem Unterscheidungsvermögen“ zusam-
prüfen, worauf es wirklich ankommt, ma- men (Phil. 1:9). Als wir anfingen, die Bi-
kellos zu sein, andere nicht zum Stolpern bel zu studieren, beruhte unsere Liebe
zu bringen und weiter mit der Frucht der zu Gott nur auf einem begrenzten Wis-
Gerechtigkeit erfüllt zu sein. Wir können sen über seine wunderbaren Eigenschaf-
heute aus den von Herzen kommenden ten. Doch je besser wir Jehova kennen-
Worten des Apostels Paulus viel lernen. lernten, desto tiefer wurde unsere Liebe.
Lesen wir also nach, was er den Phi- Deshalb ist ja das regelmäßige Bibelstu-
lippern schrieb. (Lies Philipper 1:9-11.) dium und das Nachdenken über Gottes
Dann gehen wir die Aussagen einzeln Wort mit das Wichtigste in unserem Le-
durch und sehen uns an, wie wir sie auf ben (Phil. 2:16).
uns anwenden können. 6 Gottes tiefe Liebe zu uns ist eine Mo-

EURE LIEBE tivation, unsere Brüder zu lieben. (Lies


SOLL ÜBERSTRÖMEN 1. Johannes 4:11, 20, 21.) Manche den-
4 Jehova liebt uns so sehr, dass er sei- ken vielleicht, die Liebe zu unseren Brü-
nen Sohn auf die Erde geschickt hat, da- dern und Schwestern müsste doch selbst-
mit er für unsere Sünden stirbt. (Lies verständlich sein. Schließlich beten wir
1. Johannes 4:9, 10.) Gottes selbst- alle Jehova an und ahmen seine schönen
lose Liebe motiviert uns, seine Liebe Eigenschaften nach. Und wir orientieren
zu erwidern (Röm. 5:8). Wie sehr soll- uns an Jesus, dessen Liebe so groß war,
ten wir Gott lieben? Jesus beantworte- dass er sein Leben für uns geopfert hat.
te diese Frage, als er zu einem Phari- Doch manchmal fällt es uns schwer, das
säer sagte: „Liebe Jehova, deinen Gott, Gebot zu befolgen, einander zu lieben.
mit deinem ganzen Herzen, deiner gan- Das zeigt ein Beispiel aus der Versamm-
zen Seele und deinem ganzen Denken“ lung Philippi.
7 Euodia und Syntyche waren eifrige
(Mat. 22:36, 37). Wir möchten Gott nicht
nur halbherzig lieben. Unsere Liebe soll Schwestern, die „Seite an Seite“ mit Pau-
jeden Tag größer werden. Paulus schrieb lus zusammengearbeitet hatten. Doch sie
den Philippern, ihre Liebe solle immer hatten vielleicht wegen persönlicher Mei-
mehr überströmen. Wie können wir unse- nungsverschiedenheiten eine Kluft zwi-
re Liebe zu Gott vertiefen? schen sich entstehen lassen. Als Paulus
5 Um Gott zu lieben, müssen wir ihn an die Philipper schrieb, ermahnte er die
kennenlernen. Die Bibel sagt: „Wer nicht zwei Schwestern ganz konkret, „überein-
liebt, hat Gott nicht kennengelernt, denn stimmend zu denken“ (Phil. 4:2, 3). Auch
Gott ist Liebe“ (1. Joh. 4:8). Wie Pau- hielt er es für notwendig, die Versamm-
lus andeutete, hängt unsere Liebe zu lung als Ganzes anzuweisen: „Tut weiter-
Gott mit „genauer Erkenntnis und al- hin alles, ohne euch zu beklagen und zu

4. (a) Wie zeigt sich laut 1. Johannes 4:9, 10 6. Was können wir aus 1. Johannes 4:11, 20, 21
Jehovas Liebe zu uns? (b) Wie sehr sollten wir Gott über das Thema Liebe lernen?
lieben? 7. Was lernen wir aus der Ermahnung, die Paulus
5. Wie vertiefen wir unsere Liebe? Euodia und Syntyche gab?

AUGUST 2019 9
widersprechen“ (Phil. 2:14). Sein direk- rum dreht, beweisen wir, dass wir Jehova
ter Rat spornte bestimmt nicht nur die- lieben.
se treuen Schwestern, sondern die ganze 10 Paulus schrieb auch, wir sollten „ma-

Versammlung an, einander noch mehr zu kellos . . . sein“. Das bedeutet jedoch
lieben. nicht, dass wir vollkommen sein müssen.
8 Vielleicht hält uns wie Euodia und Wir können nicht so makellos sein wie Je-
Syntyche etwas Gravierendes davon ab, hova Gott. Doch er wird uns als makel-
unsere Brüder von Herzen zu lieben: et- los betrachten, wenn wir die Liebe unter-
wa die Tendenz, uns auf Schwächen zu einander nach besten Kräften vertiefen
konzentrieren. Wir alle machen jeden Tag und prüfen, worauf es wirklich ankommt.
Fehler. Sehen wir nur die Unvollkommen- Unsere Liebe zeigt sich unter anderem
heiten anderer, kühlt unsere Liebe zu ih- dadurch, dass wir alles vermeiden, was
nen ab. Dazu ein Beispiel: Ein Bruder andere zum Stolpern bringt.
vergisst, beim Königreichssaalputz mit- 11 Die Anweisung, „andere nicht zum

zuhelfen, und du ärgerst dich darüber. Stolpern zu bringen“, ist genau genom-
Wenn du jetzt anfängst, all die anderen men eine Warnung. Wie könnten wir an-
Fehler dieses Bruders aufzuzählen, dann dere denn zum Stolpern bringen? Durch
wird dein Ärger nur noch größer und dei- die Wahl unserer Unterhaltung, unserer
ne Liebe zu ihm lässt nach. In so ei- Kleidung oder sogar unserer Arbeit. Viel-
ner Situation wäre es gut, über Folgen- leicht ist das, was wir tun, an sich nicht
des nachzudenken: Jehova sieht deine verkehrt. Doch wenn unsere Wahl ge-
Unvollkommenheiten und auch die dei- gen das Gewissen eines anderen geht und
nes Bruders. Trotzdem liebt er euch bei- er daran Anstoß nimmt, dann ist das ei-
de. Mach es also wie Jehova und sieh ne ernste Sache. Wie Jesus sagte, wäre
das Positive an deinen Brüdern. Wenn es besser, wenn man uns einen schweren
wir uns anstrengen, einander zu lieben, Stein um den Hals hängen und uns ins
stärkt das unsere Einheit (Phil. 2:1, 2). Meer werfen würde, als wenn wir eins sei-
ner Schafe zum Stolpern bringen (Mat.
„WORAUF ES WIRKLICH ANKOMMT“ 18:6).
9Jehova ließ Paulus an die Philipper – 12 Wie nahm sich ein Pionierehepaar

und damit an alle Christen – schrei- die Warnung von Jesus zu Herzen? In
ben: „Prüft, worauf es wirklich ankommt“ ihrer Versammlung gab es ein neu getauf-
(Phil. 1:10). Dazu gehört die Heiligung tes Ehepaar, das aus sehr konservativen
von Jehovas Namen, die Verwirklichung Verhältnissen kam. Sie waren der Mei-
seiner Vorsätze und der Frieden und die nung, dass Christen nicht ins Kino gehen
Einheit in der Versammlung (Mat. 6:9, 10; sollten, auch nicht in Filme, die moralisch
Joh. 13:35). Wenn sich unser Leben da-
10. Was müssen wir tun, um als makellos betrach-
8. Was könnte uns davon abhalten, unsere Brüder tet zu werden?
zu lieben, und was können wir dagegen tun? 11. Warum dürfen wir andere nicht zum Stolpern
9. Was gehört zu dem, „worauf es wirklich an- bringen?
kommt“? 12. Was lernen wir von einem Pionierehepaar?

10 DER WACHTTURM
vertretbar wären. Sie waren schockiert, wonnen. Er erkennt, dass er keinen Trop-
als sie erfuhren, dass sich die Pioniere fen mehr anrühren darf. Er macht schnell
einen Film angesehen hatten. Das Pio- Fortschritte und lässt sich taufen. Spä-
nierehepaar ging von da an nicht mehr ter ist er bei Brüdern eingeladen und
ins Kino, bis die anderen beiden ihr Ge- der Gastgeber bietet ihm etwas Alkoholi-
wissen etwas mehr geschult hatten (Heb. sches an. Er fordert ihn in guter Absicht
5:14). Durch ihre Selbstlosigkeit bewie- auf: „Du bist doch jetzt getauft und hast
sen die Pioniere, dass sie die neuen Brü- den Geist Jehovas. Dann hast du ja auch
der nicht nur mit Worten lieben, sondern Selbstbeherrschung. Da kannst du doch
auch durch ihre Taten (Röm. 14:19-21; bestimmt ein bisschen was trinken.“ Wir
1. Joh. 3:18). können uns vorstellen, welche schlimmen
13 Wir könnten jemand auch dadurch Folgen es hätte, wenn der Bruder dieser
zum Stolpern bringen, dass wir ihn zum Aufforderung nachkommen würde.
Sündigen verleiten. Dazu ein Beispiel: 14 Durch die Zusammenkünfte lernen

Ein Bibelschüler hat einen langen, har- wir, Philipper 1:10 auf verschiedene
ten Kampf gegen die Alkoholsucht ge- Weise umzusetzen. Erstens: Wir werden
13. Wie könnte man jemand zum Sündigen verlei- 14. Wie helfen uns die Zusammenkünfte, Philipper
ten? 1:10 umzusetzen?

Warum sollten wir das Positive in unseren Brüdern sehen?


(Siehe Absatz 8)

AUGUST 2019 11
Suchen wir immer nach Möglichkeiten, uns voll im Dienst einzusetzen
(Siehe Absatz 17)

durch die reichhaltige geistige Nahrung re Liebe zu Jehova und seinem Volk.
daran erinnert, worauf es Jehova an- Dazu würde auch gehören, mit Außen-
kommt. Zweitens: Wir erfahren, wie wir stehenden über ihren Glauben an Jesus
Gelerntes anwenden können, um makel- und ihre wunderbare Hoffnung zu spre-
los zu sein. Und drittens: Wir spornen uns chen. In Philipper 2:15 ist die Rede da-
gegenseitig „zur Liebe und zu guten Ta- von, dass sie „wie Lichtspender in der
ten“ an (Heb. 10:24, 25). Je mehr wir Welt leuchten“. Dieser Vergleich ist pas-
von unseren Brüdern angespornt werden, send, denn Jesus nannte seine Jünger
desto tiefer wird unsere Liebe zu ihnen „das Licht der Welt“ (Mat. 5:14-16). Auch
und zu unserem Gott. Wenn wir Jehova gab er ihnen den Auftrag: „Macht Men-
und die Brüder von Herzen lieben, wer- schen . . . zu meinen Jüngern“, und er sag-
den wir unser Möglichstes tun, bei unse- te zu ihnen: „Ihr werdet Zeugen von mir
ren Brüdern keinen Anstoß zu erregen. sein . . . bis zum entferntesten Teil der Er-
de“ (Mat. 28:18-20; Apg. 1:8). Wir brin-
SEID WEITER „MIT DER FRUCHT DER gen „Frucht der Gerechtigkeit“ hervor,
GERECHTIGKEIT ERFÜLLT“
wenn wir bei dieser so wichtigen Aufgabe
15Paulus betete inständig darum, dass aktiv mitmachen.
die Philipper „mit der Frucht der Gerech- 16 Lichtspender können wir in jeder La-
tigkeit erfüllt“ sind (Phil. 1:11). Zu die- ge sein. Manchmal entpuppen sich Hin-
ser Frucht gehörte zweifellos auch ih-
16. Wie geht aus Philipper 1:12-14 hervor, dass wir
15. Was bedeutet es, mit der „Frucht der Gerech- auch unter schwierigen Umständen Lichtspender
tigkeit“ erfüllt zu sein? sein können? (Siehe Titelbild.)

12 DER WACHTTURM
dernisse beim Predigen sogar als gute Ge- Möglichkeiten, uns voll im Dienst einzu-
legenheiten. Das war auch bei Paulus so. setzen, und vertrauen wir darauf, dass Je-
Er stand in Rom unter Hausarrest, als er hova uns die Kraft geben wird, jedes Hin-
den Philippern schrieb. Doch seine Ket- dernis zu überwinden (Phil. 2:13).
ten hielten ihn nicht davon ab, Wachen 18 Seien wir entschlossen, in der bedeut-

und Besuchern zu predigen. Er predigte samen Zeit, in der wir heute leben, den
eifrig weiter, und das gab den Brüdern inspirierten Rat von Paulus im Philip-
Zuversicht und den Mut, „furchtlos über perbrief zu befolgen. Prüfen wir, worauf
das Wort Gottes zu reden“ (lies Philip- es wirklich ankommt, seien wir makellos,
per 1:12-14; 4:22). bringen wir andere nicht zum Stolpern
17 Viele Brüder und Schwestern zei- und seien wir mit der Frucht der Gerech-
gen denselben Mut wie Paulus. Sie le- tigkeit erfüllt. Dann wird unsere Liebe
ben in Ländern, wo sie nicht von Haus überströmen und wir ehren unseren für-
zu Haus gehen und frei predigen kön- sorglichen Vater Jehova.
nen. Deshalb suchen sie nach anderen
18. Wozu sollten wir entschlossen sein?
Möglichkeiten (Mat. 10:16-20). In einem
dieser Länder schlug ein Kreisaufseher ________________________________________________________________________________________________________________________________
vor, jeder Verkündiger sollte sein per-
BILDBESCHREIBUNG Seite 11: Mike und Joe
sönliches „Gebiet“ bearbeiten: Verwand- helfen beim Putzen des Königreichssaals. Joe
te, Nachbarn, Mitschüler, Arbeitskolle- stellt sich hin und spricht mit einem Bruder und
gen und Bekannte. Innerhalb von zwei dessen Sohn. Mike, der gerade Staub saugt, är-
Jahren stieg die Zahl der Versammlungen gert sich darüber. Er denkt: „Der sollte mal lieber
in diesem Kreis erheblich. Auch wenn wir arbeiten, als sich zu unterhalten!“ Später beob-
achtet Mike, wie Joe einer älteren Schwester liebe-
persönlich nicht in einem solchen Land voll hilft. Er nimmt sich vor, sich mehr auf die
leben, können wir von unseren einfalls- guten Eigenschaften seines Bruders zu konzen-
reichen Brüdern und Schwestern etwas trieren. Seite 12: In einem Land, wo Zeugen Jeho-
Wichtiges lernen: Suchen wir immer nach vas nicht frei predigen können, spricht ein Bruder
in einem öffentlichen Verkehrsmittel mit einem Be-
17. Welches Beispiel aus neuerer Zeit zeigt, wie kannten diskret über das Königreich. Später lenkt
man trotz schwieriger Umstände Frucht tragen der Bruder das Gespräch mit einem Arbeitskolle-
kann? gen in der Pause auf ein biblisches Thema.

WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

˛ Was gehört zu dem, „worauf ˛ Wie können wir ˛ Wie können wir mit der
es wirklich ankommt“? „makellos“ sein? „Frucht der Gerechtigkeit“
erfüllt sein?

LIED 17
„Das will ich“
STUDIEN-
ARTIKEL 33

„Die auf dich hören“,


werden gerettet
„Achte immer auf dich selbst und auf dein Lehren. Halte
LIED 67 an alldem fest, denn wenn du das tust, wirst du sowohl dich
„Predige das Wort Gottes“ retten als auch die, die auf dich hören“ (1. TIM. 4:16)

VORSCHAU „SEIT ich die Wahrheit kenne, wünsche ich mir, dass alle in
Wir wünschen uns, dass meiner Familie mit mir ins Paradies kommen“, sagt eine
unsere Angehörigen Jeho- Schwester namens Pauline.1 „Am meisten hab ich mir ge-
va kennenlernen, aber ob wünscht, dass mein Mann Wayne und unser Sohn zusam-
sie ihm dienen wollen, men mit mir Jehova dienen.“ Hast du Angehörige, die Je-
müssen sie selbst ent- hova noch nicht kennen- und lieben gelernt haben? Dann
scheiden. Dieser Artikel hast du bestimmt denselben Wunsch wie Pauline.
soll zeigen, wie wir es 2 Wir können unseren Angehörigen die gute Botschaft
ihnen leichter machen nicht aufzwingen, doch wir können es ihnen leichter ma-
können, uns zuzuhören. chen, für die Botschaft der Bibel aufgeschlossen zu sein
(2. Tim. 3:14, 15). Warum sollten wir mit unseren Angehöri-
gen über die Wahrheit sprechen? Warum müssen wir ver-
ständnisvoll und einfühlsam sein? Wie können wir unseren
Angehörigen helfen, Jehova so zu lieben wie wir? Und wel-
chen Beitrag kann die Versammlung leisten?
WARUM MIT ANGEHÖRIGEN
ÜBER DIE WAHRHEIT SPRECHEN
3 Jehova wird dem heutigen System bald ein Ende ma-

chen. Dann werden nur die überleben, „die zum ewigen Le-
ben richtig eingestellt“ sind (Apg. 13:48). Wir investieren
viel Zeit und Kraft, um Fremden zu predigen. Da ist es nur
1 Einige Namen wurden geändert. Mit „Angehörige“ sind in diesem Artikel Fa-
milienmitglieder und Verwandte gemeint, die noch keine Diener Jehovas sind.

1. Was wünschen wir uns für unsere Angehörigen?


2. Um welche Fragen geht es in diesem Artikel?
3. Warum sollten wir laut 2. Petrus 3:9 mit Angehörigen über die Wahr-
heit sprechen?

14
natürlich, wenn wir den Wunsch haben,
dass auch unsere Angehörigen Jehova die-
nen. Unser liebevoller Vater Jehova will
nicht, „dass irgendjemand vernichtet wird, UNSERE WEBSITE
sondern dass alle zur Reue finden“. (Lies NUTZEN
2. Petrus 3:9.)
4 Wenn wir über die lebensrettende Bot-
Wir können Angehörigen durch Worte
schaft der Bibel sprechen, gibt es eine und Taten helfen, Jehova näherzukommen,
richtige und eine falsche Vorgehensweise. aber auch durch biblische Literatur. Früher
Predigen wir Fremden, bemühen wir uns, haben die Leute gern gedruckte Bücher,
taktvoll zu sein, doch mit unseren Angehö- Zeitschriften und Traktate gelesen. Heute
rigen sind wir vielleicht manchmal zu di- lesen viele online. Und Videos sind ebenfalls
rekt. sehr beliebt. Mach deine Angehörigen doch
5 Viele erinnern sich wahrscheinlich mit auf jw.org˙ und die Monatssendungen auf
Bedauern an ihre anfänglichen Bemü- JW Broadcasting˙ aufmerksam. Dann kön-
hungen, Angehörigen von der biblischen nen sie zu einer für sie passenden Zeit und
Wahrheit zu erzählen. Sie wünschen sich, in einem Tempo, das für sie angenehm ist,
sie wären anders vorgegangen. Paulus gab dort etwas über Jehovas Volk erfahren.
Christen den Rat: „Eure Worte sollen im-
mer freundlich sein, mit Salz gewürzt.
Dann wisst ihr, wie ihr jedem antworten
sollt“ (Kol. 4:5, 6). Es ist gut, im Umgang
mit Angehörigen an diesen Rat zu den-
ken. Sonst schrecken wir sie womöglich ab,
statt sie für die Wahrheit zu gewinnen.
WIE WIR ANGEHÖRIGEN
HELFEN KÖNNEN
6 Verständnisvoll und einfühlsam sein.
Pauline, die schon erwähnt wurde, sagt:
„Anfangs wollte ich mit meinem Mann
nur noch über die Bibel sprechen. ‚Nor-
male‘ Gespräche gab es gar nicht mehr.“
Ihr Mann Wayne hatte jedoch nicht viel
Ahnung von der Bibel und wusste des-
halb nicht, wovon sie sprach. Ihm schien
4. Welchen Fehler könnte man machen, wenn man
Angehörigen predigt?
5. Woran sollten wir denken, wenn wir mit Angehö-
rigen über die Bibel sprechen?
6, 7. Erzähle ein Beispiel, das zeigt, wie wichtig es
ist, verständnisvoll und einfühlsam zu sein.

AUGUST 2019 15
Verständnis und Einfühlsamkeit
sowie das eigene Verhalten können
mehr bewirken als alles andere
(Siehe Absatz 6-8)

es, als hätte sie nichts als ihre Religion im 8 Taten sprechen lassen. Oft beeindru-
Kopf, und er befürchtete, dass sie auf eine cken Taten Angehörige mehr als Worte.
gefährliche Sekte hereingefallen war. (Lies 1. Petrus 3:1, 2.) Das hat auch Pau-
7 Pauline gibt zu, dass sie eine Zeit lang line erkannt. Sie erzählt: „Mir war klar,
an Abenden und Wochenenden viel mit dass Wayne uns liebte und eigentlich keine
den Brüdern und Schwestern aus ihrer Scheidung wollte. Doch durch seine Dro-
Versammlung zusammen war – bei den hung wurde mir bewusst, dass ich mich
Zusammenkünften, im Predigtdienst und mehr an das halten musste, was Jeho-
bei Geselligkeiten. Sie sagt: „Wenn Wayne va sagt. Statt so viel zu reden, musste
heimkam, war das Haus manchmal leer ich durch mein Verhalten ein gutes Bei-
und er fühlte sich allein.“ Verständlicher- spiel geben.“ Pauline erzwang keine bibli-
weise wünschte er sich, dass seine Frau schen Gespräche mehr, sondern fing an,
und sein Sohn da wären. Er wusste nicht, mit Wayne über alltägliche Dinge zu reden.
mit wem sie ihre Zeit verbrachten, und Er bemerkte, dass sie nicht mehr so verbis-
hatte das Gefühl, als wären Paulines neue sen war und sich auch ihr Sohn immer bes-
Freunde ihr wichtiger als er. Er drohte ser benahm (Spr. 31:18, 27, 28). Als er be-
mit Scheidung. Hätte Pauline verständ- obachtete, wie gut sich die Bibel auf seine
nisvoller und einfühlsamer vorgehen kön- 8. Was beeindruckt laut 1. Petrus 3:1, 2 Angehöri-
nen? ge wohl am meisten?

16 DER WACHTTURM
Familie auswirkte, war er aufgeschlossener 11 Bestimmt und doch taktvoll sein (Spr.
für die Botschaft aus Gottes Wort (1. Kor. 15:2). Sehen wir uns dazu das Beispiel von
7:12-14, 16). Alice an. Als sie das erste Mal etwas über
9 Es weiter versuchen. Jehova ist uns da Jehova erfuhr, wohnte sie weit von zu
ein gutes Vorbild. Er gibt Menschen „im- Hause entfernt. Ihre Eltern waren politisch
mer und immer wieder“ die Chance, posi- aktive Atheisten. Sie wusste, dass sie ihnen
tiv auf die gute Botschaft zu reagieren und so bald wie möglich erzählen musste, was
ewig zu leben (Jer. 44:4). Und der Apostel sie Schönes gelernt hatte. „Je länger man
Paulus forderte Timotheus auf, weiterhin es hinauszieht, zu sagen, dass man jetzt et-
anderen zu helfen. So würde er sich selbst was anderes glaubt und anders lebt, desto
retten und die, die auf ihn hören (1. Tim. größer ist der Schock für die Familie“, sagt
4:16). Wir lieben unsere Angehörigen und Alice. Sie schrieb ihren Eltern Briefe über
wünschen uns, dass sie die Wahrheiten in Liebe und andere Themen, von denen sie
Gottes Wort kennenlernen. Paulines Ver- dachte, dass sie sie interessieren könnten.
halten und das, was sie sagte, wirkten sich Sie erwähnte, was die Bibel zu diesen The-
letztendlich gut auf ihre Familie aus. Sie ist men sagt, und fragte nach ihrer Meinung
glücklich, dass sie jetzt zusammen mit ih- (1. Kor. 13:1-13). Auch dankte sie ihren El-
rem Mann Jehova dient. Beide sind Pio- tern für alles, was sie für sie getan hat-
niere und Wayne ist Ältester. ten, und schickte ihnen Geschenke. Wenn
10 Geduldig sein. Wenn sich unsere Glau- sie zu Besuch kam, half sie ihrer Mutter
bensansichten ändern und wir unser Leben im Haus. Als Alice ihren Eltern von ih-
nach Gottes Maßstäben ausrichten, kom- rem neuen Glauben erzählte, reagierten
men Angehörige manchmal nur schwer da- sie erst nicht so gut.
12 Alice hielt sich auch während der Be-
mit zurecht. Oft bemerken sie als Erstes,
dass wir keine religiösen Feste mehr mit ih- suche bei ihren Eltern an ihr Bibellesepro-
nen feiern und uns nicht mehr politisch be- gramm. „So wurde meiner Mutter klar, wie
tätigen. Manche werden dann erst einmal wichtig mir die Bibel ist“, sagt sie. Ihr Va-
ärgerlich (Mat. 10:35, 36). Aber wir dür- ter beschloss irgendwann, sich etwas mit
fen sie nicht aufgeben. Wenn wir uns nicht der Bibel vertraut zu machen, um zu ver-
mehr bemühen, ihnen unsere Glaubensan- stehen, warum seine Tochter jetzt anders
sichten verständlich zu machen, urteilen dachte, und um die Bibel zu kritisieren.
wir sie gewissermaßen ab, so als wären sie „Ich hab ihm eine Bibel gegeben und ein
für das ewige Leben nicht gut genug. Jeho- paar persönliche Worte hineingeschrie-
va hat uns jedoch nicht beauftragt, Rich- ben“, erzählt Alice. Was war die Folge? Ihr
ter zu sein – dazu hat er Jesus bestimmt Vater fand nichts zu kritisieren, sondern
(Joh. 5:22). Sind wir geduldig, sind unse- war vielmehr tief berührt von dem, was
re Angehörigen vielleicht irgendwann be- er las.
reit, sich unsere Botschaft anzuhören. (Sie- 13 Wir müssen bestimmt und doch takt-

he den Kasten „Unsere Website nutzen“.) voll bleiben, auch wenn es schwierig ist
(1. Kor. 4:12b). Alice zum Beispiel musste
9. Warum sollten wir weiter versuchen, unseren
Angehörigen zu helfen? 11-13. Was können wir daraus lernen, wie Alice mit
10. Warum müssen wir geduldig sein? ihren Eltern umging?

AUGUST 2019 17
sich Vorwürfe von ihrer Mutter anhören. berufliche Laufbahn zu verfolgen, die ih-
Sie erzählt: „Als ich mich taufen ließ, sag- re Eltern sich vorgestellt hatten, fing ihre
te meine Mutter, ich sei keine gute Toch- Mutter wieder an zu weinen. Doch Alice
ter.“ Was tat Alice? „Statt dem Thema aus- ließ sich nicht beirren. „Wenn man auf ei-
zuweichen, erklärte ich respektvoll, dass nem Gebiet nachgibt, macht die Familie
ich mich entschieden hatte, Zeugin Jeho- wahrscheinlich auch auf anderen Gebie-
vas zu sein, und mich nichts davon abbrin- ten Druck“, meint sie. „Doch wenn man
gen konnte. Ich versicherte meiner Mutter, bestimmt und trotzdem freundlich bleibt,
dass ich sie wirklich liebe. Wir haben dann hören manche vielleicht zu.“ So war es bei
beide geweint und ich habe ihr was Schö- Alice. Ihre Eltern sind jetzt im Pionier-
nes gekocht. Von da an gestand sich mei- dienst und ihr Vater ist Ältester.
ne Mutter immer mehr ein, dass die Bibel DER BEITRAG DER VERSAMMLUNG
mich doch zu einem besseren Menschen 15 Jehova zieht Menschen auch durch
machte.“
14 Oft braucht es Zeit, bis Angehörige
die „guten Taten“ der Versammlung zu
sich. (Lies Matthäus 5:14-16; 1. Petrus
voll und ganz verstehen, wie ernst es uns
2:12.) Hat dein Ehepartner, falls er kein
damit ist, Jehova zu dienen. Als sich Alice
für den Pionierdienst entschied, statt die 15. Wie können gemäß Matthäus 5:14-16 und
1. Petrus 2:12 „gute Taten“ anderer unseren Ange-
14. Warum dürfen wir Druck nicht nachgeben? hörigen helfen?

Wie kann die Versammlung


Angehörigen helfen, die keine
Zeugen Jehovas sind?
(Siehe Absatz 15, 16)

18 DER WACHTTURM
Zeuge Jehovas ist, schon jemand aus der Wir hoffen, dass irgendwann alle unse-
17

Versammlung kennengelernt? Pauline hat re Angehörigen mit uns Jehova dienen.


Brüder und Schwestern zu sich nach Hau- Doch wenn sie sich trotz unserer Bemü-
se eingeladen, damit Wayne mit ihnen Be- hungen nicht dazu entschließen, dürfen
kanntschaft schließen konnte. Wayne erin- wir nicht uns die Schuld geben. Es ist ih-
nert sich, wie ein Bruder dazu beigetragen re Entscheidung. Schließlich können wir
hat, Vorurteile abzubauen: „Er nahm sich niemand zwingen, unsere Glaubensansich-
extra einen Tag frei, um mich zu besuchen ten zu übernehmen. Unterschätze aber
und mit mir Sport zu schauen. Ich dachte: trotzdem nicht, welchen Einfluss es auf
Der ist ja ganz normal!“ deine Angehörigen haben kann, wenn sie
16 Eine sehr gute Möglichkeit, Angehö- sehen, wie glücklich es dich macht, Jeho-
rigen zu helfen, ist, sie zu den Zusam- va zu dienen. Bete für sie. Sprich taktvoll
menkünften einzuladen (1. Kor. 14:24, 25). mit ihnen. Halte dich nicht zurück! (Apg.
Waynes erste Zusammenkunft war das Ge- 20:20). Vertraue darauf, dass Jehova dei-
dächtnismahl, denn es fand nach der Ar- ne Bemühungen segnet. Und wenn deine
beit statt und das Programm war rela- Angehörigen auf dich hören, werden sie
tiv kurz. „Ich hatte keine Ahnung, worum gerettet!
es in dem Vortrag ging“, sagt er, „aber 17. Wofür dürfen wir uns nicht die Schuld geben,
die Leute sind mir in Erinnerung geblie- und warum dürfen wir unsere Angehörigen nie auf-
ben. Sie kamen auf mich zu und begrüßten geben?
mich mit einem festen Händedruck. Man ________________________________________________________________________________________________________________________________

merkte, dass sie es ehrlich meinten.“ Ein BILDBESCHREIBUNG Seite 15 (Kasten): Ein jun-
Ehepaar war schon vorher besonders nett ger Bruder hilft seinem Vater, der kein Zeuge Jeho-
zu Pauline gewesen und hatte ihr mit ih- vas ist, sein Auto zu reparieren. Bei einer passen-
rem Sohn in den Zusammenkünften und den Gelegenheit zeigt er ihm ein Video auf jw.org˙.
Seite 16: Eine Schwester hört aufmerksam zu, als
im Dienst geholfen. Als Wayne dann mehr ihr Mann, der kein Zeuge ist, von seinem ausge-
über Paulines Glauben wissen wollte, bat füllten Tag erzählt. Später machen sie sich als Fa-
er den Bruder, mit ihm die Bibel zu studie- milie einen schönen Abend. Seite 18: Die Schwes-
ren. ter hat einige aus der Versammlung eingeladen.
Sie unterhalten sich mit ihrem Mann, um ihn nä-
16. Warum sollten wir unsere Angehörigen zu den her kennenzulernen. Später besucht der Mann mit
Zusammenkünften einladen? seiner Frau das Gedächtnismahl.

WIE KÖNNEN DIE FOLGENDEN EIGENSCHAFTEN IM UMGANG MIT ANGEHÖRIGEN HELFEN?

˛ Verständnis und ˛ Geduld ˛ Takt


Einfühlsamkeit

LIED 57
Jeder kann ein Freund Jehovas werden
STUDIEN-
ARTIKEL 34

Wenn sich Aufgaben im


Dienst Jehovas ändern
LIED 38 „Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst eure Arbeit und die
Er wird dich stärken Liebe nicht, die ihr für seinen Namen gezeigt habt“ (HEB. 6:10)

VORSCHAU „WIR hatten 21 wundervolle Jahre im Missionardienst ver-


Manche Vollzeitdiener bracht und inzwischen waren alle unsere Eltern gebrechlich
müssen den Ort, wo sie für geworden“, erinnern sich Robert und Mary Jo. „Wir waren
Jehova tätig sind, verlas- gern bereit, uns um sie zu kümmern. Trotzdem tat es weh,
sen oder bekommen neue den Ort zu verlassen, der uns so ans Herz gewachsen war.“
Aufgaben zugeteilt. Der 2 William und Terrie erzählen: „Als wir feststellten, dass

Artikel geht darauf ein, wir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in unsere
vor welchen Herausforde- Zuteilung zurückkonnten, kamen uns die Tränen. Unser
rungen sie stehen und was Traum, Jehova im Ausland zu dienen, war vorbei.“
ihnen den Wechsel erleich- 3 Alexei berichtet: „Uns war klar, dass unsere Gegner das
tern kann. Außerdem geht Zweigbüro, in dem ich diente, schließen wollten. Aber als es
es darum, wie andere ih- dann soweit war und wir das Bethel verlassen mussten, war
nen Mut machen und sie das doch ein Schock.“
unterstützen können, so- 4 Außer den hier erwähnten Vollzeitdienern haben auch
wie um Grundsätze, die
Tausende andere im Bethel oder anderswo neue Aufgaben
uns allen bei Veränderun-
gen helfen. bekommen.1 Etwas hinter sich zu lassen, was einem lieb
geworden ist, fällt nicht immer leicht. Was kann solchen
Brüdern und Schwestern die Umstellung erleichtern? Wie
kannst du sie unterstützen? Die Antworten auf diese Fra-
gen können uns allen helfen, mit Veränderungen im Leben
zurechtzukommen.
1 Dazu gehören auch Brüder in verantwortlichen Stellungen, die ein bestimm-
tes Alter erreichten und ihre Aufgaben an jüngere Brüder abgaben. Siehe die
Artikel „Ihr lieben Älteren – eure Loyalität bedeutet Jehova viel“ im Wachtturm
von September 2018 und „Trotz Veränderungen den inneren Frieden bewah-
ren“ im Wachtturm von Oktober 2018.

1-3. Aus welchen Gründen müssen Vollzeitdiener manchmal den Ort,


wo sie tätig sind, verlassen?
4. Um welche Fragen geht es in diesem Artikel?

20
WIE MAN MIT DER UMSTELLUNG 6 Halte dich eng an Jehova (Jak. 4:8).
ZURECHTKOMMT Vertraue auf den „Hörer des Gebets“ (Ps.
5 Ob wir im Bethel oder woanders im 65:2). In Psalm 62:8 steht: „Vor ihm schüt-
Vollzeitdienst sind, gewinnen wir die Men- te dein Herz aus.“ Jehova kann „über alles
schen oder sogar den Ort, wo wir einge- hinaus unermesslich viel mehr tun . . ., als
setzt sind, oft ziemlich lieb. Müssen wir wir erbitten oder uns vorstellen können“
dann aus irgendeinem Grund weg, zerreißt (Eph. 3:20). Er geht nicht nur auf das ein,
es uns das Herz. Wir vermissen die Brüder worum wir konkret bitten. Vielleicht tut er
und Schwestern, die wir zurückgelassen ha- ja etwas ganz Unerwartetes, um unsere
ben, und machen uns Sorgen um sie – be- Probleme zu lösen, etwas, woran wir im
sonders wenn wir wegen Verfolgung gehen Traum nicht gedacht hätten.
mussten (Mat. 10:23; 2. Kor. 11:28, 29). 7 Um Jehova nah zu bleiben, ist es wich-
Wenn man anderswohin ziehen muss – tig, jeden Tag in der Bibel zu lesen und
oder sogar nach Hause zurückgeht –, er- über das Gelesene nachzudenken. Ein ehe-
lebt man unter Umständen auch einen Kul- maliger Missionar sagt: „Führe ein regel-
turschock. „Unsere eigene Kultur war uns mäßiges Familienbibelstudium durch und
fremd geworden und selbst das Predigen in bereite dich auf die Zusammenkünfte vor,
unserer Muttersprache fiel uns schwer“, er- so wie früher in deiner Zuteilung.“ Setz
zählen Robert und Mary Jo. „Wir hatten dich auch in deiner neuen Versammlung
das Gefühl, als würden wir nicht mehr hi- voll beim Predigen der guten Botschaft
neinpassen.“ Bei manchen tun sich nach so ein. Jehova vergisst die nicht, die ihm wei-
einer Veränderung auch plötzlich unerwar- ter treu dienen, auch wenn sie nicht mehr
tete finanzielle Probleme auf. Ungewiss-
heit, Unsicherheit und Entmutigung kön- 6. Wie können wir uns eng an Jehova halten?
nen sich einstellen. Was kann helfen? 7. (a) Was hilft uns, Jehova nah zu bleiben?
(b) Worauf kann man laut Hebräer 6:10-12 ver-
5. Wie können sich Veränderungen auswirken? trauen, wenn man Jehova weiter treu dient?

Warum fällt
Vollzeitdienern
der Abschied
oft schwer?
(Siehe Absatz 5)

21
Sprüche 22:3, 7.) Ein Umzug kann er-
staunlich teuer sein und man rutscht
leicht in Schulden ab. Kauf also nichts auf
Kredit, was du nicht wirklich brauchst. Oft
ist es auch schwer, zu entscheiden, wie
viel Schulden man macht, wenn man unter
emotionalem Druck steht – beispielsweise
wenn man für kranke Angehörige sorgt.
Denk in solchen Situationen daran, dass
„Gebet und Flehen“ dir helfen können,
richtig zu entscheiden. Als Antwort auf
deine Gebete kann Jehova dir den Frieden
schenken, der dein Herz und deine Denk-
kraft behütet, sodass du alles mit der nö-
tigen inneren Ruhe durchdenken kannst
(Phil. 4:6, 7; 1. Pet. 5:7).
10 Achte auf ein gutes Verhältnis zu an-

Halten wir uns auf jeden Fall eng an Jehova deren. Erzähle guten Freunden, wie du
und vertrauen wir auf ihn denkst und fühlst und was dir zu schaffen
(Siehe Absatz 6, 7)
macht, besonders solchen, die ähnliche
Freuden und Herausforderungen erlebt
haben wie du. Das fördert die emotiona-
so viel tun können wie vorher. (Lies He- le Heilung (Pred. 4:9, 10). Die Freunde,
bräer 6:10-12.) die du früher hattest, bleiben deine Freun-
8 Führe ein einfaches Leben. Lass nicht de. Aber du musst auch da, wo du jetzt
zu, dass dich die Ängste und Sorgen der bist, Freunde finden. Denk daran: Wenn
Welt Satans davon abhalten, Jehova zu du Freunde haben willst, sei selbst ein
dienen (Mat. 13:22). Lass dich von der Freund. Wie kannst du neue Freundschaf-
Welt oder von wohlmeinenden Freunden ten schließen? Erzähle anderen, was du im
oder Verwandten nicht dazu drängen, in Dienst Jehovas alles erleben durftest, und
Satans System finanzielle Sicherheit zu lass sie deine Freude spüren. Vielleicht
suchen. (Lies 1. Johannes 2:15-17.) Ver- können manche in der Versammlung deine
traue auf Jehova. Er hat versprochen, Begeisterung für den Vollzeitdienst nicht
„zur richtigen Zeit“ für alles zu sorgen, nachvollziehen, andere dagegen fühlen
was wir geistig, emotional und materiell sich gerade deswegen zu dir hingezogen
brauchen (Heb. 4:16; 13:5, 6). und ihr werdet gute Freunde. Achte je-
9 Vermeide unn ötige Schulden. (Lies doch darauf, dass du im Gespräch nicht
deine eigenen Leistungen zu sehr heraus-
8. Wie hilft dir 1. Johannes 2:15-17, ein einfaches stellst und dich nicht auf Negatives kon-
Leben zu führen? zentrierst.
9. Warum sollte man im Hinblick auf Sprüche
22:3, 7 unnötige Schulden vermeiden, und was hilft 10. Wie können wir neue Freundschaften schlie-
uns bei Entscheidungen? ßen?

22 DER WACHTTURM
WIE DIE VERSAMMLUNG 11Wenn du lieb gewordene Aufgaben
HELFEN KANN nicht mehr ausführen kannst, weil dein
Ehepartner krank geworden ist, mach ihm
keine Vorwürfe. Falls sich dein eigener Ge-
sundheitszustand verschlechtert hat, fühl
dich deswegen nicht schuldig und denk
nicht, dass du deinen Ehepartner ent-
täuscht hast. Ihr beide seid doch „eins“
und habt vor Jehova versprochen, un-
ter allen Umständen füreinander zu sor-
gen (Mat. 19:5, 6). Musstest du wegen ei-
ner ungeplanten Schwangerschaft eine lieb
gewordene Tätigkeit aufgeben, versichere
deinem Kind, dass es dir wichtiger ist als
deine früheren Aufgaben. Lass dein Kind
spüren, dass du es als „eine Belohnung“
von Gott betrachtest (Ps. 127:3-5). Erzähl
ihm auch, was du mit Jehova Schönes er-
lebt hast. So motivierst du es, sein Leben
ebenfalls in den Dienst Gottes zu stellen.
Leiste praktische Hilfe
(Siehe Absatz 13) WIE ANDERE HELFEN KÖNNEN
12Es ist schön zu sehen, dass viele Ver-
sammlungen und einzelne Brüder ihr Bes-
tes tun, damit Vollzeitdiener weiter dort
dienen können, wo sie eingesetzt sind. Sie
spornen sie zum Weitermachen an, grei-
fen ihnen finanziell oder materiell un-
ter die Arme oder helfen mit, sich um
Angehörige zu kümmern (Gal. 6:2). Falls
Vollzeitdiener in deine Versammlung kom-
men, denk nicht, dass sie irgendwie ver-
sagt oder etwas falsch gemacht haben.1
Hilf ihnen vielmehr, damit ihnen der
Wechsel leichter fällt. Heiße sie herzlich
1 Die Ältesten in der Versammlung, aus der sie kommen,
sollten möglichst schnell ein Einführungsschreiben schi-
cken, damit der Betreffende schon bald wieder Pionier,
Ältester oder Dienstamtgehilfe sein kann.

11. Wie bleibt deine Ehe glücklich?


12. (a) Was können wir tun, damit Vollzeitdiener
weiter dort dienen können, wo sie eingesetzt sind?
Nimm Neuankömmlinge mit in den Dienst (b) Wie können wir ihnen den Wechsel erleichtern?
(Siehe Absatz 14)

23
willkommen und lobe sie für das, was sie 14 Durch deine Unterstützung und dein
getan haben, auch wenn ihre Gesundheit gutes Vorbild kannst du ihnen helfen, sich
sie jetzt ziemlich einschränkt. Lern sie einzuleben. „Früher hatte ich jeden Tag
kennen. Zapf ihren Wissens- und Erfah- Bibelstudien“, erzählt eine Schwester, die
rungsschatz an. viele Jahre im Ausland war. „Jetzt ist
13 Anfangs brauchen solche Brüder viel- es schwierig, im Dienst auch nur die Bi-
leicht Hilfe, wenn es um Wohnung, Ver- bel aufzuschlagen oder ein Video zu zei-
kehrsmittel, Arbeit oder andere grund- gen. Aber die Brüder haben mich zu ihren
legende Dinge geht. Auch brauchen sie Rückbesuchen und Studien mitgenom-
womöglich aktuelle Informationen über men. Als ich sah, wie diese eifrigen, muti-
Steuererklärungen, Versicherungen oder gen Brüder und Schwestern vielverspre-
Ähnliches. Vor allem aber brauchen sie chende Studien durchführten, half mir
Verst ändnis, kein Mitleid. Vielleicht das, positiver zu sein. Ich habe gelernt, in
macht ihnen ihre eigene Gesundheit oder dem neuen Gebiet Gespräche zu begin-
die von Angehörigen zu schaffen. Mög- nen. Und jetzt ist die Freude im Dienst
licherweise trauern sie um einen lieben wieder da.“
Menschen.1 Oder sie sind traurig, weil
SETZ DICH WEITER EIN
sie ihre früheren Freunde vermissen, auch
wenn sie nicht darüber sprechen. Es erfor-
15 Du kannst viel tun, um da, wo du Je-
dert Zeit, mit solchen starken und oft ge- hova jetzt dienst, glücklich und erfolg-
mischten Gefühlen zurechtzukommen. reich zu sein. Betrachte einen Wechsel

1 Siehe die Artikelreihe „Trauer – was helfen kann“ im 14. Wie haben Verkündiger einer Schwester gehol-
Erwachet! von 2018, Ausgabe Nr. 3. fen, sich einzuleben?
15. Was kannst du tun, um da, wo du jetzt dienst,
13. Wie kann man Hilfe leisten? glücklich und erfolgreich zu sein?

Such nach Möglichkeiten,


deinen Dienst im
Heimatgebiet zu
erweitern
(Siehe Absatz 15, 16)

24
nicht als Rückschritt oder als Zeichen da- wie Jehova dir hilft, auch sie lieb zu gewin-
für, dass du versagt hast. Hab ein Auge nen (Pred. 7:10).
dafür, wie Jehova in deinem Leben wirkt, 17 Vergessen wir nicht: Jehova werden

und predige weiter. Mach es wie die treuen wir für immer dienen, aber die Aufgaben,
Christen im 1. Jahrhundert. Wo auch im- die wir jetzt haben, sind zeitlich begrenzt.
mer sie waren, „zogen [sie] durchs Land In der neuen Welt wird wahrscheinlich je-
und verkündeten die gute Botschaft des der von uns andere Aufgaben bekommen.
Wortes Gottes“ (Apg. 8:1, 4). Wenn du Alexei findet, dass seine momentanen Er-
weiter fleißig predigst, kann das zu guten fahrungen ihn genau darauf vorbereiten.
Ergebnissen führen. So war es zum Bei- Er sagt: „Jehova und die neue Welt waren
spiel bei Pionieren, die aus einem Land für mich schon immer real, aber irgendwie
ausgewiesen wurden. Sie zogen in ein doch noch etwas in der Ferne. Jetzt sehe
Nachbarland, wo in ihrer Sprache großer ich Jehova direkt vor mir und die neue
Bedarf war, und innerhalb von nur einigen Welt als nächste Station auf meiner Rei-
Monaten entstanden neue, schnell wach- se“ (Apg. 2:25). Gehen wir weiter unseren
sende Gruppen. Weg mit Jehova, egal wo wir ihm dienen.
16 „Jehova schenkt euch Freude, die
Er wird uns nie verlassen, sondern uns hel-
euch stark macht“ (Neh. 8:10). Der Grund fen, alles, was wir für ihn tun, mit Freude
für unsere Freude sollte hauptsächlich zu tun – wo immer wir gerade sind (Jes.
Jehova sein und nicht unsere Aufgaben – 41:13).
so sehr sie uns auch ans Herz gewach-
sen sind. Geh also weiter deinen Weg mit 17. Was dürfen wir nicht vergessen?
Jehova und such bei ihm Weisheit, An-
________________________________________________________________________________________________________________________________
leitung und Unterstützung. Denk daran:
BILDBESCHREIBUNG Seite 21: Ein Ehepaar, das
Du hast deine früheren Aufgaben lieb ge-
aus dem Missionardienst ausscheiden muss,
wonnen, weil du dich mit ganzem Herzen nimmt unter Tränen Abschied von der Versamm-
eingesetzt hast, Menschen zu helfen. Setz lung. Seite 22: Im Heimatland beten die beiden
dich bei deinen jetzigen Aufgaben eben- intensiv zu Jehova, ihnen bei ihren Herausforde-
falls mit ganzem Herzen ein und erlebe, rungen zu helfen. Seite 24: Mit Jehovas Hilfe kön-
nen sie wieder im Vollzeitdienst sein. Ihre Sprach-
16. Wie kannst du da, wo du jetzt bist, Jehova mit kenntnisse nützen ihnen jetzt, um in ihrem neuen
Freude dienen? Versammlungsgebiet Migranten zu predigen.

WIE WÜRDEST DU ANTWORTEN?

˛ Was kann uns helfen, wenn ˛ Wie können wir denen hel- ˛ Wie können wir uns
sich Aufgaben ändern? fen, die neue Aufgaben weiter im Dienst Jehovas
zugeteilt bekommen haben? einsetzen?

LIED 90
Uns gegenseitig Mut machen
GLAUBE
LIEBE
FREUDE
FRIEDEN
GEDULD
FREUNDLICHKEIT

macht uns stark GÜTE


GLAUBE
MILDE
SELBSTBEHERRSCHUNG

GLAUBE hat enorme Kraft. Er hilft uns zum Sonne nicht mehr auf- oder untergeht und es
Beispiel, wenn Satan uns angreift und un- nicht mehr Tag oder Nacht wird? Wenn du die
ser Verhältnis zu Jehova zerstören will. Durch Gesetze nicht anzweifelst, die dafür sorgen,
Glauben können wir „alle brennenden Pfei- dass sich die Erde um sich selbst und um die
le des Bösen auslöschen“ (Eph. 6:16). Durch Sonne dreht, solltest du dann bezweifeln, dass
Glauben können wir Probleme überwinden, die Gott, der diese Gesetze geschaffen hat, sein
sich wie Berge auftürmen. Jesus sagte zu sei- Wort halten kann? (Jes. 55:10, 11; Mat. 5:18).
nen Jüngern: „Wenn euer Glaube auch nur so Zweitens: Der Glaube „ist der überzeugen-
groß wie ein Senfkorn ist, werdet ihr zu diesem de Beweis für Wirklichkeiten, die man nicht
Berg sagen: ‚Rück von hier nach dort!‘, und er sieht“, also für Dinge, die vor den Augen ver-
wird wegrücken“ (Mat. 17:20). Da Glaube so borgen, aber doch real sind (Heb. 11:1b). Dazu
viel Kraft geben kann, wollen wir uns die Fra- ein Beispiel: Angenommen, ein Kind fragt dich:
gen stellen: Was ist Glaube? Was hat unsere Woher weiß man, dass es die Luft gibt? Da
Herzenseinstellung mit unserem Glauben zu man Luft nicht sehen kann, würdest du das
tun? Was stärkt unseren Glauben? Und an wen Kind wahrscheinlich auf Beweise für die Exis-
sollten wir glauben? (Röm. 4:3). tenz der Luft hinweisen: die Atmung, die Aus-
wirkungen des Windes oder Ähnliches. Nimmt
WAS IST GLAUBE? das Kind solche Beweise an, wird es von der
Glauben bedeutet nicht einfach, etwas als Existenz von Dingen überzeugt sein, die es
wahr anzuerkennen, denn „auch die Dämonen nicht sieht. Mit dem Glauben ist es ähnlich. Er
glauben [an die Existenz Gottes] und zittern stützt sich auf handfeste Beweise (Röm. 1:20).
vor Angst“ (Jak. 2:19). Was bedeutet es dann?
Die Bibel erwähnt bei der Definition von DIE RICHTIGE HERZENSEINSTELLUNG
Glauben zwei Merkmale. Erstens: „Der Glaube Da Glaube auf Beweisen beruht, braucht
ist die Gewissheit, dass etwas, auf das man man als Grundlage eine „genaue Erkenntnis
hofft, auch eintrifft“ (Heb. 11:1a). Wenn du der Wahrheit“ (1. Tim. 2:4). Aber das allein
Glauben hast, bist du fest davon überzeugt, reicht nicht. Paulus schrieb: „Mit dem Her-
dass alles, was Jehova sagt, wahr ist und sich zen glaubt man“ (Röm. 10:10). Man muss die
erfüllt. Zum Beispiel sagte Jehova zu den Is- Wahrheit nicht nur glauben, sondern auch
raeliten: „Wenn ihr meinen Bund des Tages schätzen. Nur dann wird sich Glaube durch Ta-
und meinen Bund der Nacht brechen könntet, ten äußern, das heißt, man lebt im Einklang
sodass es nicht zur richtigen Zeit Tag oder mit der Wahrheit (Jak. 2:20). Wer für die
Nacht würde, nur dann könnte mein Bund mit Wahrheit nicht von Herzen dankbar ist, lehnt
meinem Diener David gebrochen werden“ (Jer. vielleicht sogar überzeugende Beweise ab, weil
33:20, 21). Hast du jemals befürchtet, dass die er stur an vorgefassten Meinungen festhält
oder den Wünschen seiner sündigen Natur fol-
gen will (2. Pet. 3:3, 4; Jud. 18). Deshalb ent-
wickelten in biblischer Zeit nicht alle, die Wun-
der miterlebten, Glauben (4. Mo. 14:11; Joh.
12:37). Gottes heiliger Geist bringt nur bei de-
nen Glauben hervor, deren Herz für die Wahr-
heit schlägt und die nicht an Lügen festhalten
(Gal. 5:22; 2. Thes. 2:10, 11).

WIE DAVID STARKEN GLAUBEN


ENTWICKELTE
König David hatte einen außergewöhnlichen
Glauben (Heb. 11:32, 33). Das war aber nicht
bei allen in seiner Familie der Fall. Davids äl-
tester Bruder Eliab beispielsweise ließ einmal
einen Mangel an Glauben erkennen. Er unter-
stellte David schlechte Absichten, als er seine
Reaktion auf Goliaths Herausforderung mit-
bekam (1. Sam. 17:26-28). Niemand wird mit
Glauben geboren und man erbt ihn auch nicht
von den Eltern. Davids Glaube beruhte also So wie wir darauf vertrauen, dass es immer Tag und
auf einem persönlichen Verhältnis zu Gott. Nacht geben wird, so vertrauen wir auch darauf,
Aus Psalm 27 geht hervor, warum David so dass das, was Gott sagt, immer eintreffen wird
einen starken Glauben hatte (Vers 1). Er hat
tief darüber nachgedacht, was er in der Ver-
gangenheit erlebt hatte und wie Jehova mit so leichter fällt es dir, diesen Teil der Frucht
seinen Gegnern umgegangen war (Vers 2, 3). des heiligen Geistes zu entwickeln (Ps. 1:2, 3).
Er sch ätzte von Herzen, wofür Jehova in Nimm dir beim Studieren Zeit zum Nach-
Verbindung mit der Anbetung gesorgt hatte denken. Nachdenken ist der Nährboden für
(Vers 4). David hat Gott zusammen mit an- Wertschätzung. Je dankbarer du Jehova bist,
deren Gläubigen an der Stiftshütte angebetet desto größer wird dein Wunsch sein, deinen
(Vers 6). Er bat Jehova im Gebet inständig um Glauben dadurch zu zeigen, dass du ihn in den
Hilfe (Vers 7, 8). Außerdem wünschte sich Da- Zusammenkünften anbetest und mit anderen
vid, dass Jehova ihn den richtigen Weg lehrte über deine Hoffnung sprichst (Heb. 10:23-25).
(Vers 11). Für ihn war Glaube so wichtig, dass Glaube zeigt sich auch, wenn wir weiter beten
er sagte: „Wo wäre ich, wenn ich nicht den und nicht aufgeben (Luk. 18:1-8). Deshalb be-
Glauben hätte?“ (Vers 13). te immer wieder zu Jehova im Vertrauen, dass
er sich um dich kümmert (1. Thes. 5:17; 1. Pet.
WAS STÄRKT DEINEN GLAUBEN? 5:7). Der Glaube führt zu Taten und Taten stär-
Du kannst wie David einen starken Glau- ken den Glauben (Jak. 2:22).
ben haben, wenn du seine in Psalm 27 be-
schriebene Einstellung und seine Gewohnhei- AN JESUS GLAUBEN
ten nachahmst. Glaube beruht auf genauer Am Abend vor seinem Tod sagte Jesus
Erkenntnis. Je mehr du also Gottes Wort und zu seinen Jüngern: „Glaubt an Gott, glaubt
biblische Veröffentlichungen studierst, um- auch an mich“ (Joh. 14:1). Wir müssen also

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nicht nur an Jehova, sondern auch an Jesus stärkt unseren Entschluss, uns nicht zum Sün-
glauben. Woran zeigt sich, dass du an Jesus digen verleiten zu lassen (Luk. 22:40).
glaubst? Drittens: Gehorche Jesus. Der Apostel Jo-
Erstens: Betrachte das Lösegeld als Gottes hannes schrieb: „Wer an den Sohn glaubt, hat
Geschenk an dich persönlich. Paulus sagte: ewiges Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht,
„Das Leben, das ich jetzt als Mensch führe, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn
führe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der Gottes bleibt auf ihm“ (Joh. 3:36). Johannes
mich geliebt und sich selbst für mich geopfert stellt hier den Glauben dem Ungehorsam ge-
hat“ (Gal. 2:20). Wenn du an Jesus glaubst, genüber. Das heißt, dein Glaube äußert sich
bist du fest davon überzeugt, dass das Löse- dadurch, dass du Jesus gehorchst. Und du ge-
geld für dich ist, dass dadurch deine Sünden horchst Jesus, wenn du „das Gesetz des Chris-
vergeben werden können, dass es dir die Aus- tus“ befolgst, also alles, was er gelehrt und
sicht auf ewiges Leben eröffnet und dass es uns aufgetragen hat (Gal. 6:2). Außerdem ge-
der größte Beweis für Gottes Liebe zu dir ist horchst du Jesus, wenn du dich an das hältst,
(Röm. 8:32, 38, 39; Eph. 1:7). Das gibt dir was er dir durch den „treuen und verständigen
Kraft und bewahrt dich davor, negativ über Sklaven“ sagt (Mat. 24:45). Wenn du auf Jesus
dich selbst zu denken (2. Thes. 2:16, 17). hörst, wirst du die Kraft haben, turbulente Zei-
Zweitens: Wende dich gestützt auf Jesu Op- ten zu überstehen (Luk. 6:47, 48).
fer im Gebet an Jehova. Dank des Lösegelds
können wir „ganz offen“ zu Jehova beten, „da- „STÄRKT EUCH DURCH EUREN
mit uns Barmherzigkeit erwiesen wird und wir ALLERHEILIGSTEN GLAUBEN“
unverdiente Güte finden als Hilfe zur richti-
Ein Mann flehte Jesus einmal an: „Ich habe
gen Zeit“ (Heb. 4:15, 16; 10:19-22). Das Gebet
Glauben! Hilf mir, wo ich noch Glauben brau-
che!“ (Mar. 9:24). Der Mann hatte zwar Glau-
ben, gab aber bescheiden zu, dass er mehr
Glauben brauchte. Auch wir kommen alle ir-
gendwann an den Punkt, wo wir mehr Glauben
brauchen. Und wir können unseren Glauben
heute schon stärken. Wie wir gesehen haben,
tun wir das, wenn wir Gottes Wort studieren
und darüber nachdenken, denn das vertieft
unsere Dankbarkeit gegenüber Jehova. Unser
Glaube wird auch dadurch gestärkt, dass wir
zusammen mit unseren Brüdern Jehova anbe-
ten, öffentlich über unsere Hoffnung sprechen
und immer wieder beten. Wenn wir unseren
Glauben stärken, wartet auf uns der größte
Lohn. Gottes Wort fordert uns auf: „Ihr aber,
meine Lieben, stärkt euch durch euren aller-
heiligsten Glauben . . . So bleibt ihr in Gottes
Liebe“ (Jud. 20, 21).

Was bedeutet es, an Jesus zu glauben?

28 DER WACHTTURM
JOHANNES
DER TÄUFER
Wie man die Freude bewahrt

HÄTTEST du gern eine bestimmte Aufgabe gen würde als beim Predigen. Wie konnte er
in der Versammlung? Vielleicht etwas, was je- seine Freude den Rest seines Lebens trotzdem
mand anders tut. Oder etwas, was du früher bewahren? Und wie gelingt uns das, wenn wir
getan hast, aber jetzt wegen deines Alters mit Enttäuschungen zu kämpfen haben?
oder aus gesundheitlichen, finanziellen oder
familiären Gründen nicht mehr schaffst. EINE AUFGABE, DIE FREUDE MACHTE
Möglicherweise musstest du eine Aufgabe, die Johannes begann im Frühjahr 29 seinen
du lange ausgeführt hast, auch wegen organi- Dienst. Er sollte die Menschen auf den Mes-
satorischer Veränderungen abgeben. Wie dem sias vorbereiten und rief sie auf: „Bereut,
auch sei: Vielleicht hast du das Gefühl, dass denn das Königreich des Himmels ist nah“
du im Dienst Gottes nicht so viel tun kannst (Mat. 3:2; Luk. 1:12-17). Viele reagierten posi-
wie du möchtest. Da ist es verständlich, tiv. Ja, die Leute kamen scharenweise von nah
wenn du manchmal frustriert bist. Wie kannst und fern, um seine Botschaft zu hören, und
du verhindern, dass sich negative Gefühle wie viele bereuten und ließen sich taufen. Mutig
Entmutigung, Verbitterung oder Ärger in dir warnte Johannes auch die selbstgerechten re-
breitmachen? Wie schaffst du es, deine Freu- ligiösen Führer vor dem Urteil, das sie erwar-
de nicht zu verlieren? tete, wenn sie sich nicht änderten (Mat.
Wir können uns da von Johannes dem Täu- 3:5-12). Im Herbst 29 erreichte sein Dienst
fer einiges abschauen. Er bekam außerge- mit der Taufe von Jesus den Höhepunkt. Von
wöhnliche Aufgaben und rechnete wahr- da an lenkte er die Aufmerksamkeit auf Jesus,
scheinlich damit, dass sein Leben im Dienst den angekündigten Messias, damit die Men-
Jehovas ganz anders verlaufen würde, als es schen ihm nachfolgten (Joh. 1:32-37).
tatsächlich der Fall war. Sicher dachte er Da Johannes so eine besondere Rolle spie-
nicht, dass er mehr Zeit im Gefängnis verbrin- len durfte, konnte Jesus sagen: „Unter den

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Menschen gibt es keinen Größeren als Johan- sus – darunter einige, die vorher Johannes
nes den Täufer“ (Mat. 11:11). Johannes muss nachgefolgt waren – Wunder wirken konnten
sich darüber gefreut haben, wie sehr er geseg- (Mat. 10:1; Joh. 10:41). Johannes ließ sich
net wurde. Viele Diener Jehovas werden heu- durch solche Unterschiede aber nicht ablen-
te ebenfalls sehr gesegnet. Terry zum Beispiel, ken, sondern tat weiter eifrig das, was Jehova
der mit seiner Frau Sandra seit über 50 Jah- ihm aufgetragen hatte.
ren im Vollzeitdienst ist, sagt: „Ich hatte viele Wenn auch wir das schätzen, was wir
schöne Aufgaben. Ich war Pionier, Betheldie- zurzeit für Jehova tun können, erhalten wir
ner, Sonderpionier, Kreisaufseher und Be- uns die Freude. Terry erklärt: „Ich konzen-
zirksaufseher und jetzt bin ich wieder Sonder- trierte mich immer auf die Aufgabe, die ich
pionier.“ Es ist eine Freude, sich so für Jehova gerade hatte.“ Rückblickend sagt er über sein
einsetzen zu dürfen. Doch wie das Beispiel Leben im Vollzeitdienst: „Ich bedauere nichts.
von Johannes zeigt, muss man etwas tun, um Ich habe nur schöne Erinnerungen.“
sich diese Freude zu erhalten, wenn sich Um-
Wir können in unserem Dienst für Gott mehr
stände ändern.
Freude haben, wenn wir darüber nachdenken,
BEWAHR DIR DEINE WERTSCHÄTZUNG was eine Aufgabe wirklich wertvoll macht: Wir
Johannes der Täufer konnte freudig blei- dürfen „Gottes Mitarbeiter“ sein (1. Kor. 3:9).
ben, weil er die Wertschätzung für das, was Wie bei einem kostbaren Erbstück der Glanz
er tun durfte, nie verlor. Dazu ein Beispiel: erhalten bleibt, wenn man es poliert, so bleibt
Johannes spielte nach der Taufe von Jesus auch unsere Freude ungetrübt, wenn wir da-
keine so wichtige Rolle mehr, Jesu Rolle da- rüber nachdenken, was für eine große Ehre es
gegen wurde immer wichtiger. Die Jünger von ist, Gott zu dienen. Wir vergleichen unsere
Johannes waren deswegen besorgt und sag- Opfer dann nicht mit den Opfern anderer. Wir
ten über Jesus: „Der tauft jetzt selbst und denken nicht, dass unsere Aufgaben weniger
alle gehen zu ihm“ (Joh. 3:26). Johannes ant- wert sind als die von anderen (Gal. 6:4).
wortete: „Wer die Braut hat, ist der Bräuti- KONZENTRIERE DICH AUF GEISTIGES
gam, aber sein Freund, der dabeisteht, freut
sich sehr, wenn er die Stimme des Bräutigams Johannes wusste wahrscheinlich, dass sein
hört. Deshalb ist meine Freude vollkommen Dienst begrenzt sein würde, aber nicht, dass
geworden“ (Joh. 3:29). Johannes konkurrierte er so abrupt enden würde (Joh. 3:30). Im
nicht mit Jesus, und er dachte auch nicht, Jahr 30 – etwa ein halbes Jahr nachdem er
dass Jesus ihn in den Schatten stellte. Er be- Jesus getauft hatte – ließ König Herodes ihn
wahrte sich seine Freude, weil er seine Rolle einsperren. Doch Johannes stand weiter für
als Freund des Bräutigams schätzte. die Wahrheit ein (Mar. 6:17-20). Wie konnte
Die Einstellung, die Johannes hatte, half er trotz der veränderten Umstände die Freude
ihm, zufrieden zu sein, trotz allem, was ihm bewahren? Er konzentrierte sich auf Geis-
seine Aufgabe abverlangte. Als Nasiräer von tiges.
Geburt an durfte Johannes zum Beispiel kei- Im Gefängnis erfuhr Johannes von der
nen Wein trinken (Luk. 1:15). Jesus sagte immer umfangreicheren Predigttätigkeit Jesu
über das enthaltsame Leben von Johannes: (Mat. 11:2; Luk. 7:18). Obwohl er überzeugt
„Er ist gekommen, aß nicht und trank nicht.“ war, dass Jesus der Messias war, fragte er
Jesus selbst und seine Jünger dagegen un- sich vielleicht, wie sich durch ihn alles erfüllen
terlagen keinen solchen Einschränkungen und würde, was über den Messias vorausgesagt
führten ein normaleres Leben (Mat. 11:18, 19). wurde. Würde der Messias zum Beispiel schon
Außerdem vollbrachte Johannes keine Wun- bald König werden? Würde Johannes dann
der. Doch er wusste, dass die Jünger von Je- aus dem Gefängnis freikommen? Johannes

30 DER WACHTTURM
Wir können uns die Freude erhalten, wenn wir uns mit schönen
Berichten über das weltweite Predigtwerk beschäftigen

wollte mehr über die Rolle von Jesus erfahren denken hilft uns dabei, denn es erinnert uns
und schickte zwei seiner Jünger mit der Fra- immer wieder daran, dass nichts, was wir im
ge zu ihm: „Bist du der, der kommen soll, oder Dienst für Gott tun, vergeblich ist (1. Kor.
sollen wir noch auf einen anderen warten?“ 15:58). Sandra sagt: „Ich lese jeden Tag ein
(Luk. 7:19). Johannes war bestimmt ganz Ohr, Kapitel in der Bibel. Das bringt mich Jehova
als die Jünger ihm hinterher berichteten, dass näher. Ich konzentriere mich dann auf ihn und
Jesus Wunderheilungen vollbrachte und sie nicht auf mich.“ Wir können uns auch mit Be-
mit der Nachricht zurückgeschickt hatte: richten beschäftigen, die zeigen, was fürs Kö-
„Blinde können jetzt sehen, Lahme können nigreich geleistet wird. Dann denken wir nicht
laufen, Aussätzige sind wieder gesund, Gehör- nur an uns, sondern konzentrieren uns auf
lose können hören, Tote werden auferweckt das, was Jehova tut. „Durch die monatlichen
und die Armen erfahren von der guten Bot- Sendungen auf JW Broadcasting˙ fühlen wir
schaft“ (Luk. 7:20-22). uns mit der Organisation enger verbunden“,
Der Bericht gab Johannes sicher Kraft, meint Sandra, „und wir erhalten uns die Freu-
denn er bewies, dass sich die Prophezeiungen de in unserer Zuteilung.“
über den Messias an Jesus erfüllten. Auch Johannes der Täufer führte seinen relativ
wenn Jesu Auftreten nicht dazu führte, dass kurzen Dienst „mit Elias Geist und Kraft“
Johannes aus dem Gefängnis freikam, wusste durch und wie Elia war er „ein Mensch mit Ge-
er doch, dass sein Dienst nicht vergeblich war. fühlen, wie auch wir sie haben“ (Luk. 1:17;
Er konnte trotz allem glücklich sein. Jak. 5:17). Wenn wir uns an seiner Wertschät-
Wenn wir uns wie Johannes auf Geistiges zung und an seinem Blick für das Geistige ein
konzentrieren, können auch wir mit Geduld Beispiel nehmen, können auch wir uns im
und Freude ausharren (Kol. 1:9-11). In der Bi- Dienst fürs Königreich unsere Freude erhal-
bel zu lesen und über das Gelesene nachzu- ten – was auch immer auf uns zukommt.

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34567 AUSSERDEM AUF JW.ORG
August 2019  Vol. 140, No. 10 GERMAN

F ÜR DIE FAMILIE
Mit Kindern über Alkohol sprechen
IN DIESER AUSGABE
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ Wann und wie sollten Eltern mit ihren Kindern
über Alkoholkonsum sprechen?
31. Studienartikel: 30. September bis 6. Oktober 2
(Unter: BIBEL & PRAXIS ˛ EHE & FAMILIE ˛
Wir geben nicht auf! KINDERERZIEHUNG.)
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

32. Studienartikel: 7. bis 13. Oktober 8 WER HAT ES ERFUNDEN?


Eure Liebe soll überströmen Die selbstreinigende Haut des
Grindwals
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Warum interessieren sich Wissenschaftler
33. Studienartikel: 14. bis 20. Oktober 14 für die Eigenschaften der Haut des
„Die auf dich hören“, werden gerettet Grindwals?
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________ (Unter: BIBEL & PRAXIS ˛
WISSENSCHAFT UND DIE BIBEL ˛
34. Studienartikel: 21. bis 27. Oktober 20
WER HAT ES ERFUNDEN?.)
Wenn sich Aufgaben im Dienst Jehovas ändern
_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Glaube macht uns stark 26


_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Johannes der Täufer:


Wie man die Freude bewahrt 29

TITELBILD:
Als Paulus in Rom unter Hausarrest steht,
schreibt er seinen Brief an die Versammlung
in Philippi. In dieser Zeit nutzt er auch
Diese Zeitschrift ist nicht zum Verkauf bestimmt.
Gelegenheiten, den Wachen und Besuchern zu
Unser gottesdienstliches Werk wird weltweit durch freiwillige predigen (siehe 32. Studienartikel, Absatz 16)
Spenden finanziert (siehe dazu auch donate.jw.org).
Die verwendete Bibelübersetzung ist, wenn nicht anders angegeben, jw.org ˙ besuchen oder Code scannen
Die Bibel. Neue-Welt-Übersetzung.

s
The Watchtower (ISSN 0043-1087) August 2019
˘ 2019 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania.
Printed in Germany.
w19.08-X

˘ Druck und Verlag: Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Selters/Ts.,


190412

V. i. S. d. P. Manfred Steffensdorfer, Selters/Ts.