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DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG

G 02531 NR. 90 WOCHENENDE 10./11./12. MAI PREIS 3,60 €

Sanierungsfall
Kapitalismus
Wie die Marktwirtschaft sich
neu erfinden muss  AB SEITE 44
SMETEK

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DEUTSCHLANDS WIRTSCHAFTS- UND FINANZZEITUNG

Energieverlust Kunst der Stunde Europa: die Serie zur Wahl


Bilanzcheck: Eon startet mit Neun Nachwuchshoffnungen Der Plan von Adidas-Chef Rorsted für
schwacher Leistung neu. S. 20 mit Potenzial. S. 58 eine EU im digitalen Zeitalter. S. 10

G 02531 NR. 90 WOCHENENDE 10./11./12. MAI PREIS 3,60 €

Kurz notiert

Dax E-Stoxx 50
11 980,36 3 354,72
-1,64 % -1,83 %

Dow Jones S&P 500


25 569,05 2 844,47
-1,53 % -1,21 %

Gold Euro/Dollar
1 285,30 $ 1,1232 $
+0,35 % +0,36 %
Peter Altmaier Stand: 17:00 Uhr
(l.), Olaf Scholz:
Kampf um die
Steuermilliarden.
· EU-Staaten wollen den Kom-
missionspräsidenten bestim-
men: Mehrere Mitglieder des
Europäischen Rates erheben
Anspruch darauf, dass der
nächste Kommissionspräsident
von ihnen und nicht vom Euro-
päischen Parlament bestimmt
wird. Damit sinken die Chancen

action press
für den CSU-Politiker Manfred
Weber. Seite 8

· Bürokratieabbau könnte Mil-


liarden bringen: Eine Studie
zeigt, wo Unternehmen entlas-

Streit um Steuerentlastungen tet werden könnten. Genannt


werden insbesondere der Ab-
bau unnötiger Bürokratie und
die Vereinfachung von Verfah-
Die Steuerschätzung löst eine Richtungsdebatte in der Koalition aus: Die SPD rensabläufen in der Interaktion
mit der öffentlichen Verwal-
setzt auf die Grundrente, Wirtschaftspolitiker der Union fordern Entlastungen. tung. Seite 12

· Bosch will schon 2020 kli-

D
as Milliardenloch in der Staatskasse ist Zwar sei der Handlungsspielraum jetzt einge- maneutral arbeiten: Konzern-

124
noch größer als bisher bekannt. Die Be- schränkt. „Aber umso mehr müssen wir klare Priori- chef Volkmar Denner wagt
rechnungen der Steuerschätzer aus Kiel täten setzen“, sagte der CDU-Politiker dem Handels- beim Klimaschutz einen muti-
gen Vorstoß: Bereits ab dem
zeigen: Bund, Länder und Gemeinden blatt. Mit seiner Forderung steht Altmaier in der Uni-
kommenden Jahr will das Tech-
werden in den nächsten fünf Jahren on nicht allein da. nologieunternehmen vollstän-
124,3 Milliarden Euro weniger einnehmen als in der Der Chef der Mittelstandsunion, Carsten Linne- dig klimaneutral sein. Ab 2020
letzten Steuerschätzung im November 2018 erwartet. mann, sieht gar eine neue Geschäftsgrundlage der sollen die über 400 Standorte
Im Bundeshaushalt fehlen in den nächsten Jahren GroKo. Während die SPD auf Sozialprojekten wie weltweit keinen CO2-Fußab-
voraussichtlich gut zehn Milliarden Euro.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) mahnte
MILLIARDEN der Grundrente besteht, fordert Linnemann eine
„Generalüberholung des Koalitionsvertrags“.
druck mehr hinterlassen. Ge-
lingt das, wäre Bosch weltweit
angesichts dieser Entwicklung, die von der Großen Euro weniger im Der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, forder- führend. Seite 18
Vergleich zur letzten
Koalition geplanten Vorhaben könnten weitgehend
gelingen, „wenn wir zusammenarbeiten und nicht
gegeneinander“, wie der SPD-Politiker betonte. „Es
Steuerschätzung werden
Bund, Länder und
te: „Die Bundesregierung sollte eine Überprüfung al-
ler Ausgaben durchführen und untersuchen, welche
entbehrlich sind und wo Prioritäten zu setzen sind.“
·Bitcoin sind wieder
gefragt: Viele Kriti-
Kommunen einnehmen. ker sagten dem Bit-
werden sich alle etwas anstrengen müssen.“ Der Streit ums Geld dürfte damit ganz oben auf der coin den Tod voraus,
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier reagier- Quelle: Tagesordnung des nächsten Koalitionsausschusses tatsächlich folgte ei-
te umgehend auf die neuen Zahlen. „Entlastungen Bundesfinanzministerium am kommenden Dienstag stehen. Daniel Delhaes, ne lange Schwäche-
bei der Körperschaftsteuer, beim Soli oder auch bei Donata Riedel, Thomas Sigmund phase. Doch nun wird
den Energiepreisen halte ich weiter für möglich.“ > Schwerpunkt, Kommentar Seiten 6, 7, 15 die digitale Währung wieder
über 6 000 Dollar gehandelt.
Das liegt auch an der Regulie-
rung, die die Kryptowährung
zur (fast) normalen Finanzanla-
Widerstand gegen Telekom-Deal ge gemacht hat. Fans der ers-
ten Stunde fragen sich: Was
bleibt von der einstigen Pro-
Der Dax-Konzern bereitet sich für den Fall vor, dass die US-Fusion scheitert. testwährung? Seite 26

Die Prüfung der 26 Milliarden Dollar gende Preise. Die Branchengewerkschaft menschluss nicht lange überleben wird. Im · Neuer Softbank-Fonds ge-
plant: Softbank-Gründer Ma-
schweren Übernahme des Konkurrenten Communications Workers of America ersten Quartal hatte das Unternehmen sayoshi Son will den Erfolg sei-
Sprint durch die US-Tochter der Deutschen (CWA) warnte vor dem Abbau von 28 000 einen Verlust von 2,2 Milliarden Dollar nes ersten Technikfonds, des
Telekom kommt in die heiße Phase. „Wir Arbeitsplätzen. bekanntgegeben. größten der Welt, nutzen, um
gehen davon aus, dass wir Anfang Juni die Bei der Telekom wird nach Handelsblatt- Die Telekom konnte im ersten Quartal schnell zu expandieren. Sein
zweiter Fonds könnte ebenfalls
Indikation bekommen, ob der Deal funk- Informationen ein Alternativplan vorberei- ihren Umsatz um 3,5 Prozent auf 19,5 Milli-
100 Milliarden US-Dollar schwer
tioniert oder nicht“, sagte Telekom-Chef tet, sollte der Deal nicht zustande kom- arden Euro steigern. Das um Leasingeffek- werden. Softbank könnte zum
Tim Höttges am Donnerstag. men. Der sieht im Wesentlichen den syste- te bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) führenden Unternehmen im Be-
action press

Doch der Widerstand gegen die Fusion matischen Ausbau der US-Tochter vor. stieg um knapp vier Prozent auf 5,9 Milliar- reich des Internets der Dinge,
wächst. Regulierungsbehörden fürchten ei- Die Telekom-Manager setzen darauf, den Euro. K. Kort, S. Scheuer Künstlicher Intelligenz und Ro-
nen schwindenden Wettbewerb und stei- dass der Rivale Sprint ohne den Zusam- > Bericht Seiten 16, 17 boter aufsteigen. Seite 28

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4 Inhalt WOCHENENDE 10./11./12. MAI, NR. 90

Gastkommentar Wirtschaft Unternehmen Finanzen


Seite 64
& Politik & Märkte & Börsen

Bürokratie Immobilien
Wie der Papierkram für Comeback des kommu-
Unternehmen reduziert nalen Wohnungsbaus /
werden könnte / Seite 12 Seite 30

Technologie
Der Verkehr Bosch will schon
2020 klimaneutral sein
ist der einzige / Seite 18
Sektor, der in
Deutschland
seit 1990
Metro EU-Richtlinie
keinen
Real-Verkauf reißt ein Neue Regeln für Umgang
Beitrag zur

dpa [M], Lauda, plainpicture/Julia Blank, E+/Getty Images, dpa, action press, WID, fStop/Getty Images, Getty Images Entertainment/Getty Images
Loch in die Bilanz / mit Bankkontodaten /
CO2-Reduktion Seite 19 Seite 34
geleistet hat.
Im Gegenteil:
Die Emissionen Qualifizierung
Firmen sorgen für Boom
haben sogar bei der Weiterbildung /
zugenommen. Seite 13
Roman Zitzelsberger
Bezirksleiter der IG Metall
Baden-Württemberg

Meinung Titel Kunst


& Debatte Kevin und das Kapital Nicht mehr
Wirtschaft & Politik / S. 14 Der Juso-Chef und nur schön
Leitartikel Donald Trumps Außenpolitik die Zukunft der Die Biennale
ist gefährlich. Im Fall China aber ver-
Marktwirtschaft greift brisante
dient sie Unterstützung.
Kommentar Die Absage der Großen Ko- / Seite 44-51 Themen auf /
alition an weitere Steuerentlastungen ist Seite 56
ein fatales Signal.

Unternehmen & Märkte / S. 24


Leitartikel Die Klimaversprechen der
Unternehmen sind ein starkes Zeichen,
bedürfen aber strenger Kontrolle.

Namen
& Nachrichten
Gunther Wobser S. 61/ Stefan Eishold Der mens. Jetzt ist ihm die gute Struktur ist sein Vermächt-
Lehrjahr im Silicon Ex-Filmmanager baut mit Laune vergangen. S. 62/ nis. S. 63/ August Markl
der Übernahme des Druck- Verena Pausder Die Grün- Seit fünf Jahren versucht
Valley / Seite 60 sachen-Spezialisten Send- derin wird Aufsichtsrätin der ADAC-Präsident, den
Der Unternehmer steuerte moments sein Firmennetz bei Comdirect. Die Persön- Automobilklub zu reformie-
Lauda, einen Hersteller von aus. S. 61/ Hans-Georg Nä- lichkeit der Woche Joe ren. Seine Widersacher wird
Temperiergeräten, ein Jahr aus der Im Februar feierte der Kaeser greift mit seinem er nicht los.
Amerika. Die Lernkurve war Ottobock-Chef den 100. Umbau tief in die DNA von
steil, die Rückkehr frustrierend. Geburtstag des Unterneh- Siemens ein. Die neue + BusinessLounge / S. 63

In dieser Ausgabe Karliczek, Anja .................................................................13 Wobser, Gunther............................................................60 Metro ...........................................................................19, 24


Koch, Olaf..........................................................................19 Ziemiak, Paul ....................................................................13 Ottobock ...........................................................................61
NAMENSINDEX Legere, John .....................................................................17 Real ..............................................................................19, 24
Altmaier, Peter .................................................................12 Markl, August ..................................................................63 UNTERNEHMENSINDEX Redos .................................................................................19
Baier, Christian.................................................................19 Mundt, Andreas ...............................................................13 Allianz................................................................................24 RWE ...................................................................................20
Chahin, Mohamed ...........................................................61 Näder, Hans Georg .........................................................61 BASF ..................................................................................24 Sendmoments..................................................................61
Denner, Volkmar ..............................................................18 Pausder, Verena ..............................................................62 Bosch ...........................................................................18, 24 Siemens ............................................................................62
Eben-Worlée, Reinhold von .........................................13 Röser, Sarna ......................................................................13 Comdirect ........................................................................62 Sprint ..................................................................................16
Eishold, Stefan .................................................................61 Scheuer, Andreas..............................................................7 Deutsche Telekom ....................................................16, 17 Telefónica ..........................................................................17
Giegold, Sven ....................................................................9 Scholz, Olaf ........................................................................7 Eatclever ............................................................................61 United Internet ................................................................17
Heil, Hubertus ....................................................................7 Snabe, Jim Hagemann .................................................62 Eon .......................................................................20, 22, 23 Vodafone ...........................................................................17
Höttges, Timotheus ..................................................16, 17 Teyssen, Johannes ...........................................20, 22, 23 Innogy ...............................................................................20

Kaeser, Joe .......................................................................62 Theurer, Michael ..............................................................12 Lauda ................................................................................60

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WOCHENENDE 10./11./12. MAI, NR. 90


Inhalt 5

Die Märkte heute

1
Deutsche Post legt den Dollar wert, fast so viel bislang der kleinere Konkur- das Unternehmen aber wei- Akteur des Tages
Quartalszahlen vor. Der wie General Motors und rent Lyft trug, der Ende terhin robust unterwegs ist.
Logistikkonzern präsen- Ford zusammen. Der welt- März in den Handel startete. Linde hatte sich mit dem US-
tiert morgen die Bilanz des größte Fahrdienstanbieter Dessen Aktie hat seitdem Konkurrenten Praxair zum
ersten Quartals des Jahres. ist hochdefizitär. Im vergan- rund 25 Prozent verloren. weltgrößten Hersteller von In-
Im vergangenen Jahr war der genen Jahr machte Uber 1,8 dustriegasen zusammenge-

3
Post das Ergebnis weggebro- Milliarden Dollar Verlust, bei Linde gibt Einblick in schlossen. Zuletzt vermeldete
chen. Konzernchef Frank Ap- einem Umsatz von gut elf die Bilanz. Der fusio- der Konzern den Verkauf von
pel hatte aber versprochen, Milliarden Dollar. Der Taxi-Ri- nierte Industriegase- Teilen seines Südkoreage-
schon in diesem Jahr wieder vale wird als das Unterneh- Konzern legt am Freitag sei- schäfts für 1,2 Milliarden Dol-
kräftig zuzulegen. Dazu könn- men in die Geschichte ein- ne Quartalszahlen vor. Ana- lar an Finanzinvestoren. Da-
te auch eine Preiserhöhung gehen, das mit den höchsten lysten rechnen damit, dass mit wurden Wettbewerbsauf- Alexis Tsipras
im Briefgeschäft beitragen. Verlusten aller Zeiten an die der konjunkturelle Gegen- lagen erfüllt. Griechenlands Premier
Zehn Prozent mehr Porto ab Börse geht – ein Titel, den wind stärker geworden ist, stellt Vertrauensfrage

4
Juli 2019, so teilte die Bun- Oberverwaltungsge- Zunächst hatte die Opposi-
desnetzagentur mit, darf es richt NRW erörtert tion ein Misstrauensvotum
im Schnitt geben. Analysten Klagen der Deutschen gegen einen Minister der
versprechen sich mehr Ge- Umwelthilfe. Es geht um Regierung Tsipras gestellt;
winn und deutliche Kurszu- Analyst Fahrverbote für Aachen, nun hat der Ministerpräsi-
wächse. Analystencheck Bonn und Köln. Das Gericht dent den Spieß umgedreht
Baader Bank
Covestro-Chef Markus Stei- will mithilfe von Experten und seinerseits die Vertrau-

2
Uber geht an die Bör- lemann hat beim Diner mit erörtern, wie die vom Kläger ensfrage gestellt. Seit Mitt-
Aktienwert
se: Die Aktien des Analysten die Baader Bank geforderten Maßnahmen zur woch debattiert das grie-
Covestro
Fahrdienstvermittlers nicht überzeugt. Analyst Einhaltung der Grenzwerte chische Parlament darüber,
werden am heutigen Freitag Markus Mayer bestätigte für Stickstoffdioxid wirken. am späten Freitagabend
zum ersten Mal an der New Empfehlung Umstritten ist zum Beispiel, werden die Abgeordneten
seine Verkaufsempfehlung Verkaufen
York Stock Exchange gehan- für die Aktie. Die langfristig inwieweit Durchfahrtsverbote wohl darüber abstimmen.
delt. Am gestrigen Donners- strukturellen Trends zusam- für Dieselfahrzeuge angeord-

AP
tag nach US-Börsenschluss Aktueller Kurs net werden müssen, um die
men mit der führenden
wurde der Ausgabepreis fest- 43,56 € Ziele zu erreichen. Am zwei-
Position bei den Kosten in
gelegt, er wird vermutlich den meisten Märkten sprä- ten Tag geht es um den
zwischen 44 und 50 Dollar chen zwar für den Kunst- Kursziel Zweck von Grenzwerten, die
liegen. Am oberen Ende der stoffhersteller, aber die 48,00 € Gesundheitsgefahren bei
Spanne wäre das 2009 ge- kurzfristige Nachfrage- und Überschreiten der Werte und
gründete Unternehmen aus Margenentwicklung blieben Stand: 16:30 Uhr Änderungen am Bundesim-
dem Silicon Valley 84 Milliar- HANDELSBLATT missionsschutzgesetz.
schwach. Quelle: Bloomberg

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6
Schwerpunkt WOCHENENDE 10./11./12. MAI, NR. 90

Neuer Spardruck

Sturm auf die


D. Delhaes, D. Riedel, T. Sigmund Berlin

B
undesfinanzminister Olaf Scholz
(SPD) hatte noch nicht die Zahlen
der neuen Steuerschätzung verkün-
det, da stieg Wirtschaftsminister Pe-
ter Altmaier (CDU) vorsorglich ein in
den Kampf um die knapperen Mittel. „Entlastun-
gen bei der Körperschaftsteuer, beim Soli oder
auch bei den Energiepreisen halte ich weiter für
möglich“, sagte Altmaier dem Handelsblatt. Zu
dem Zeitpunkt war erst die Prognose bekannt,
Schatzkammer
mit dem das Ministerium in den Kreis der Steuer- Die Steuereinnahmen steigen – nur nicht mehr so schnell, wie
schätzer gegangen war und über die das Handels-
blatt berichtet hatte. Danach würden im Bundes- die Koalition kalkuliert hat. Seit gestern ist der Wettlauf unter
haushalt in den Jahren von 2020 bis 2023 im Ver-
gleich zu den Haushaltseckwerten und dem Fi- den Ministern um die Milliarden eröffnet – wer zu spät
nanzplan der Regierung 15,8 Milliarden Euro feh- kommt, muss Projekte streichen.
len. Die Lücke wurde nach den Debatten im
Schätzerkreis mit zehn Milliarden Euro etwas
kleiner: 2020 fehlen 1,6 Milliarden Euro, danach
jeweils 2,8, (2021), 3,2 (2022) und 3,4 Milliarden
Euro (2023). Doch bleibt die Frage: Welcher Mi-
nister wird auf welche Projekte verzichten müs-
sen, wenn es bei der schwarzen Null, also einem
Haushalt ohne neue Schulden, bleiben soll?
„Umso mehr müssen wir klare Prioritäten set-
zen“, sagte Altmaier. Er stellte sich mit seiner For-
derung gleich noch gegen den Chefhaushälter der
Unionsfraktion, Eckhardt Rehberg, der bereits
Anfang der Woche weiteren Steuersenkungen ei-
ne Absage erteilt hatte.

Scholz unterstützt die Grundrente


Im November noch sah die Welt rosig aus, doch
seither schwächt sich die Konjunktur Monat für
Monat ab, korrigiert die Bundesregierung ein
ums andere Mal ihre Wachstumsprognosen. Zwar
steigen die Steuereinnahmen weiter, doch längst
nicht mehr so munter wie geplant, sodass die Fi-
nanzierung der langen Wunschliste der Koalitio-
näre prekär werden könnte. Der Bund muss im
Vergleich zur mittelfristigen Finanzplanung nun
immerhin noch zehn Milliarden Euro einsparen. Finanzministerium
Hätte Scholz der Haushaltsplanung Anfang des in Berlin: Es gibt
Jahres noch die Zahlen der letzten Steuerschät- bestätigen, dass das Wachstum der Steuerein- weniger zu vertei- toinlandsprodukts gestatte: Das entspricht der-
zung zugrunde gelegt, würden gar rund 74 Milli- nahmen von dem erreichten hohen Niveau aus len, als bislang an- zeit etwa zwölf Milliarden Euro.
genommen.
arden Euro fehlen. weitergeht, wenn auch verhaltener“, sagte der Doch davon will Scholz nichts wissen. Er habe
„Es gilt, die richtigen Prioritäten zu setzen“, sag- ZEW-Steuerexperte Friedrich Heinemann dem erst am Mittwochabend mit Kanzlerin Angela
te Scholz. Welche? Scholz ließ es offen und be- Handelsblatt. Von 2010 bis 2018 hätten die Ein- Merkel (CDU) vereinbart, dass es bei der schwar-
nannte als „große Aufgaben“ den sozialen Zusam- nahmen von Bund, Ländern und Gemeinden zen Null bleibe, sagte er. „Zusätzliche Schulden
menhalt, die Infrastruktur, den Wandel der Mobili- von knapp 530 Milliarden Euro um etwa 250 Mil- zu machen ist sicher kein guter Einfall“, stellte er
tät und den Strukturwandel in den Kohlregionen. liarden Euro auf 780 Milliarden Euro zugelegt. klar. Auch die Fraktion von CDU und CSU lehnt
An neue Projekte würden die „Anforderungen“ si- Von 2019 bis 2023 werden es allein für den Bund neue Schulden ab. „Die Summe der staatlichen
cher höher sein. Allein Arbeitsminister Hubertus weitere 41,5 Milliarden Euro zusätzlich sein. Einnahmen“ sei die „Obergrenze für Ausgaben“,
Heil lobte er. Der Parteifreund habe seine geplante Mit dieser Argumentation mahnte auch der sagte ihr finanzpolitische Sprecher, Andreas Jung.
Grundrente solide gerechnet. Wie? Auch das ließ Vorsitzende der Finanzministerkonferenz, Hes- „Sie darf weder mit Krediten noch mit Steuerer-
der Finanzminister offen. Hingegen ließen sich die sens Finanzminister Thomas Schäfer, zur Beson- höhungen angehoben werden“, stellte er klar.
nun im Raum stehenden zehn Milliarden Euro ein- nenheit. „Ich gehöre nicht zu denen, die bei „Wir wollen weiter entlasten statt zusätzlich be-
sparen, wenn auf die Abschaffung des Solidaritäts- Mehreinnahmen sofort fordern, wofür das Geld lasten.“ Priorität hätten Investitionen in Sicher-
zuschlags verzichtet würde, stichelte er Richtung ausgegeben werden soll“, sagte er dem Handels- heit, Infrastruktur, Bildung und Forschung sowie
Koalitionspartner. blatt. „Auch bei möglichen Mindereinnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft.
Erst am Mittwoch hatte das Kabinett eine plädiere ich für Gelassenheit und gründliches
Wohngeldreform von Bauminister Horst Seehofer Nachdenken, ehe direkt dies oder das gefordert SPD will Rentner absichern
(CSU) beschlossen, die für Bund und Länder jähr- wird.“ Mit „Schnellschüssen und aufgeregten Dis- In der Bundesregierung wird sich nun der Kampf
lich Mehrausgaben von 214 Millionen Euro bedeu- kussionen“ sei „gesichert keine solide Haushalts- um knappere Mittel zuspitzen. Es zeichnet sich
tet. Und bald schon will Minister Heil seine politik zu machen“. eine Spaltung der Koalition ab in ein Unions-La-
Grundrente durchsetzen, die sich mit fünf bis ger, das für Steuerentlastungen zum Ankurbeln
zehn Milliarden Euro im Etat niederschlagen Ökonomen für Steuersenkungen der Wirtschaft eintritt, und ein SPD-Lager, das
könnte – pro Jahr. „Nicht finanzierbar“, stellte Die Ökonomen allerdings unterstützen Altmaiers Rentner und Arbeitnehmer besser absichern will.
zwar gleich Unions-Haushälter Rehberg klar. Pläne für Unternehmensteuersenkungen, um in- So lehnt Scholz niedrigere Unternehmensteuern
Scholz aber geht nur von einer „Konjunkturdelle“ ternational wettbewerbsfähig zu bleiben. Heine- ab und stellte allenfalls Steuervereinfachungen in
aus, für das kommende Jahr rechnet er mit ei- mann schlug zudem verbindliche Investitions- Aussicht. „Die Bundesregierung ignoriert den
nem Wachstum von 1,5 Prozent. Wäre dann wie- quoten in den öffentlichen Haushalten vor, damit enormen Druck, unter dem die Industriebetriebe
der genug Geld da? nicht ausgerechnet bei den Zukunftsausgaben zu- in Deutschland durch den scharfen internationa-
Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht in den nun erst gespart werde. Internationale Organisationen len Steuerwettbewerb stehen“, konterte der
deutlich langsamer sprudelnden Steuereinnah- wie der IWF und die OECD warnen seit Langem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der
men auch eine Chance und erwartet, dass die Ko- vor einem zu strengen Sparkurs in Deutschland: Deutschen Industrie, Joachim Lang.
alition disziplinierter arbeiten wird. „Die Bundes- Nur wenige Länder haben aus ihrer Sicht so ge- Zu den gemeinsamen Vorhaben gehört etwa, die
regierung sollte eine Überprüfung aller Ausgaben sunde Staatsfinanzen wie Deutschland. Es fehlten steuerliche Forschungsförderung einzuführen, ein
durchführen und untersuchen, welche entbehr- aber seit Jahren Investitionen in Bildung und In- Projekt, das sich schon viele Regierungen auf die
lich sind und wo Prioritäten zu setzen sind“, for- frastruktur. Fahne geschrieben haben, ohne es umzusetzen.
derte der Ökonom. Dies sei in den vergangenen Die Wirtschaftsweisen hatten im März ange- Der von Scholz vorgelegte Entwurf würde allein
Jahren „versäumt worden“, sagte er dem Han- sichts der schwächeren Konjunktur daran erin- beim Bund jährlich Mindereinnahmen von mehr
delsblatt. nert, dass die Schuldenbremse keineswegs eine als einer halben Milliarde Euro produzieren. Das
Ökonomen warnten allerdings davor, die Zah- schwarze Null vorschreibe, sondern eine jährli- Projekt gehörte zu den wenigen, die Scholz kon-
len falsch zu interpretieren. „Die neuen Zahlen che Neuverschuldung von 0,35 Prozent des Brut- kret nannte und an denen er festzuhalten scheint.

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Neuer Spardruck

Steuern Soziales

Umstrittene Steuersenkung SPD pocht auf


Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU)
wirbt seit Monaten für eine Unterneh-
den Euro summieren würden, wie die
Forscher ermittelt haben.
Grundrente
mensteuerreform ebenso wie auch die Die SPD hingegen lehnt Steuersenkun- Rund fünf Milliarden Euro pro Jahr will
CSU. Wirtschaftsverbände wie der BDI gen für Unternehmen kategorisch ab. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) ausge-
machen in dieser Sache bereits Druck, Und auch beim Vorhaben, den Solidari- ben, um die Rentenansprüche von lang-
seit Präsident Donald Trump in den USA tätszuschlag abzubauen, gibt es Streit jährigen Geringverdienern aufzustocken.
die Steuern drastisch senkte und auch eu- zwischen den Koalitionären. Vereinbart Angesichts der Haushaltslöcher wird der-
ropäische Länder wie Frankreich, Belgien haben Union und SPD, die zeitlich befris- zeit heftig darüber spekuliert, ob die
und Großbritannien nachziehen. tete Steuer zunächst für 90 Prozent der Grundrente wie ursprünglich geplant
Deutschland könnte mit knapp 31 Prozent Einkommensbezieher abzubauen, nicht komplett aus Steuermitteln finanziert
bald den welthöchsten Unter- aber für die reichsten zehn Pro- wird oder Heil nicht doch auch auf die
nehmensteuersatz haben. zent. Die Reform würde in Rentenkasse zugreifen könnte. In der
Der Wissenschaftliche dieser Form zu jährlichen SPD gibt es laut einem Bericht des Redak-
Beirat beim Bundesfi- Steuerausfällen des tionsnetzwerks Deutschland jedenfalls
nanzministerium hat Bundes von zehn Milli- entsprechende Überlegungen.
deshalb vorgeschla- arden Euro führen. Wer bei niedrigem Verdienst mindes-
gen, diesen Satz aus Die Körperschaftsteuer Wenn der Soli kom- tens 35 Jahre in die Rentenversicherung
Körperschaft- und plett abgeschafft eingezahlt hat, soll ein Alterseinkommen
Gewerbesteuer auf ist der einzige Weg, würde, kämen wei- erhalten, das über dem Sozialhilfeniveau
insgesamt 25 Pro- tere zehn Milliarden liegt. In diesem Ziel sind sich die Koaliti-
zent zu begrenzen wie der Bund eine Reform Euro Mindereinnah- onsparteien einig. Für Empörung sorgt
und dafür den Kör- men für den Bund bei CDU und CSU, dass Heil anders als im
perschaftsteuersatz
angehen kann. hinzu. Die jetzt nach Koalitionsvertrag vereinbart auf eine Be-
von 15 auf zehn Prozent Christoph Spengel der Steuerschätzung er- dürftigkeitsprüfung verzichten will. Das
zu senken. „Die Körper- ZEW rechneten Haushaltslöcher würde den Kreis der Empfänger deutlich
schaftsteuer ist der einzige könnten sich so also um 20 ausweiten. Nicht finanzierbar – so das Ur-
Weg, wie der Bund eine solche Re- Milliarden jährlich vergrößern. An- teil von Unionspolitikern. Außerdem hat
form angehen kann, weil die Gewerbe- gesichts der Größenordnung ist Streit Heil angedeutet, die starre Grenze von 35
steuer den Kommunen zugutekommt zwischen Union und SPD programmiert. Versicherungsjahren für die Grundrente
und diese erfahrungsgemäß nicht zu Än- Wirtschaftsminister Altmaier fordert, womöglich aufzuweichen. Damit würde
derungen bereit sind“, sagte Beiratsmit- den Soli komplett abzuschaffen – auch das Projekt noch einmal teurer.
glied Christoph Spengel vom Leibniz- um den Mittelstand zu entlasten. Öko- Aus Ministeriumskreisen hieß es, dass
ullstein bild - Sch?ning

Zentrum für Europäische Wirtschaftsfor- nom Spengel hält dieses Mittel mit Blick Heil trotz der Haushaltslöcher an seinem
schung. Für den Mittelstand müsste die auf den Mittelstand nicht unbedingt für Plan festhalten und ein „solides Finanzie-
Einkommensteuer entsprechend ange- geeignet: Es sei zu wenig zielgenau, weil rungskonzept“ präsentieren werde. Noch
passt werden. Die Folge wären Steuer- es die Steuerlast für Unternehmen nur im Mai werde der Gesetzentwurf vorge-
ausfälle, die sich jährlich auf 14 Milliar- um 0,8 Prozentpunkte senken würde. dri stellt – „ohne Bedürftigkeitsprüfung“. gw

Bildung Verteidigung

Steuerschätzung revidiert
Neue Erwartete Einnahmen für den Bund im jeweiligen Jahr in Mrd. Euro Druck der
Nov. 2018        Jan. 2019 (Finanzministerium)     Mai 2019 (Steuerschätzung)
Sparfantasien 334,2 341,5 355,2 367,3 377,2
Nato steigt
322,8 330,4 342,8 354,2 363,7
Investitionen in Bildung und Forschung 351,5 360,3 Für Ursula von der Leyen (CDU) sind die
324,3 328,8 340,0
galten bei Sparüberlegungen lange als sa- Ergebnisse der Steuerschätzung eine
krosankt. Das Tabu brach Finanzminister schlechte Nachricht: Die Bundesverteidi-
Scholz, als er erstmals eine Kürzung des gungsministerin verlangt in den Jahren
Etats um rund eine halbe Milliarde ein- ab 2020 deutliche Steigerungen ihres
plante. Sein Argument: Das Haus von An- Etats. Denn nur so kann sie ihr Verspre-
ja Karliczek (CDU) habe ohnehin 840 Mil- chen gegenüber der Nato halten, bis 2024
lionen Euro zu viel veranschlagt, die die Verteidigungsausgaben auf 1,5 Pro-
beim Bafög gar nicht abgerufen würden. zent des Bruttoinlandsprodukts anzuhe-
Das ist nicht die einzige offene Flanke: ben. Bereits dies kritisieren die übrigen
auch bei der IT-Strategie konnten sich die 2019 2020 2021 2022 2023 Nato-Staaten als zu wenig: Verabredet
drei beteiligten Ministerien für Bildung, HANDELSBLATT Quelle: BMF hatten die Nato-Regierungschefs 2014 ei-
Wirtschaft und Arbeit bisher nicht eini- ne Steigerung „in Richtung zwei Prozent“
gen, wofür sie die für dieses Jahr vorgese- bis 2024.
henen Mittel von 500 Millionen ausgeben Für den Haushalt 2020 sehen die Eck-
wollen – und nähren damit Sparfantasien. Verkehrspolitik werte der Bundesregierung zwar eine
Erheblichen Zündstoff lieferte zuletzt Steigerung um zwei Milliarden Euro auf
der Bundesrechnungshof: Er wirft dem 45,1 Milliarden Euro vor. Im Finanzplan
Bildungsministerium vor, bei den Hoch- Geld für die Verkehrswende für die Folgejahre stehen dann aber wie-
schulpakten durch mangelnde Kontrolle der Beträge um die 43 bis 44 Milliarden
zu viel Geld ausgegeben und nicht auf ei- Olaf Scholz (SPD) kümmert sich gern um derprogramme, um der E-Mobilität zum Euro. Nach Berechnungen des Wehrbe-
ne entsprechende Kofinanzierung durch Themen anderer, wenn es ihm nutzt. So Durchbruch zu verhelfen. auftragten Hans-Peter Bartels müsste der
die Länder geachtet zu haben. Das gilt ist der Bundesfinanzminister seinem Um die Klimaziele der Regierung zu er- Etat jedoch jedes Jahr weiter um zusätz-
nicht nur für die Vergangenheit, sondern Verkehrskollegen Andreas Scheuer reichen, bräuchte der Verkehrsminister lich drei Milliarden Euro steigen, um die
trifft zugleich den soeben ausgehandelten (CSU) mit dem Entwurf eines Elektro- weitere Investitionen. Eine Regierungs- 1,5 Prozent 2024 zu erreichen.
Einstieg Karliczeks in die künftig dauer- mobilitätsgesetzes zuvorgekommen. Mit kommission hat ermittelt, dass zwölf Mil- Konkret bereitet schon die bisherige
hafte Mitfinanzierung der Hochschulen. Sonderabschreibungen für E-Mobile und liarden Euro pro Jahr extra nötig wären, Planung Probleme: Großprojekte wie ein
Sie ist mit anfangs 1,88 Milliarden Euro E-Räder und weiteren Rabatten will um mit neuen Antrieben sowie dem Aus- schwerer Transporthubschrauber, ge-
dotiert und soll auf 2,05 Milliarden stei- Scholz seinen Beitrag zur Verkehrswen- bau von Nahverkehr und Schienennetz meinsame Marineschiffe mit Norwegen,
gen. Hier dürfe der Bund nur nach tat- de leisten. CO 2 -Emissionen im Verkehrssektor zu das neue Bundeswehr-Mehrzweckkampf-
sächlichem Bedarf zahlen und solle auf Sein Plan kostet den Bund rund eine senken. Ausreichen würde es indes nicht. schiff und das Raketenabwehrsystem
keinen Fall die geplante neue Organisati- Milliarde Euro bis 2023. Dabei hatte Am Donnerstag beriet Minister Scheuer TLVS sind grundsätzlich zwar beschlos-
on für die Verbesserung der Lehre mitbe- Scheuer bereits allein für den Ausbau der mit den Haushältern, wie es weitergeht. sen und stehen als Verpflichtungser-
zahlen – eine Steilvorlage für den Finanz- Ladestationen eine Milliarde Euro pro Die Entscheidung dürfte das Klimakabi- mächtigung im Haushalt. Das Geld in den
minister. bag Jahr gefordert und ebenso Geld für För- nett fällen. Es tagt Ende des Monats. dhs Folgejahren fehlt jedoch. dri

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Wirtschaft WOCHENENDE 10./11./12. MAI, NR. 90

& Politik
Gruppenfoto
in Sibiu:
Milde Töne,
tiefe Gräben.

Till Hoppe Sibiu

D
er EU-Kommissionspräsident hat-
te einen Wunsch: Die EU-Staats-
und -Regierungschefs sollten am
30. März 2019, am Tag nach dem
Austritt Großbritanniens aus der
Union, zu einem Sondergipfel „in
der schönen Stadt Sibiu“ zusam-
menkommen, hatte Jean-Claude Juncker vor einein-
halb Jahren in seiner Rede zur Lage der EU gesagt.
Das werde der Moment sein, „um gemeinsam die Be-
schlüsse zu fassen, die für ein enger vereintes, stärke-
res und demokratischeres Europa notwendig sind“.
Es ist etwas anders gekommen, als Juncker sich
das vorgestellt hatte. Das Treffen im rumänischen
Hermannstadt wurde einige Wochen nach hinten
verlegt, die Briten sind immer noch in der EU, und
auch mit den gemeinsamen Beschlüssen ist es so ei-
ne Sache: Manches von dem, was Juncker und EU-
Ratspräsident Donald Tusk an Reformen gefordert
hatten, wurde umgesetzt, vieles aber blieb unerle-
digt. Bei zentralen Streitpunkten wie der Reform der
Währungsunion oder des gemeinsamen Asylsystems
ist weiterhin nicht erkennbar, wie die Knoten gelöst
Gemeinsame werden sollen.
Haltung In Sibiu diskutierten die 27 Staats- und Regierungs-
zum Iran- chefs erstmals über die Prioritäten für die kommen-
Abkommen de Legislaturperiode, die nach der Europawahl am
26. Mai beginnt. Am 28. Mai soll es den ersten Son-
Erklärung der dergipfel geben, um mit der Auswahl des neuen EU-
Außenminister Kommissionspräsidenten zu beginnen.
Bei ihrem Treffen Die britische Premierministerin Theresa May reiste
in Rumänien
nicht nach Sibiu – dafür diskutierte ihr Brexit-Minis-
demonstrierten die
EU-Staats- und ter Stephen Barclay bei einer Konferenz in der Stadt
-Regierungschefs über die Zukunft der EU mit. Die „strategische Agen-
ihre gemeinsame da“ listet die Schwerpunkte für die nächsten fünf Jah-
Haltung in Sachen re auf – vom Schutz der Grenzen über eine neue In-
Iran. Teheran hatte dustriestrategie, eine beschleunigte Energiewende
seine Vertragspart-
ner aufgefordert,
innerhalb von 60
Tagen die Zusage
umzusetzen, den
Öl- und Banken-
bis hin zur robusteren Verteidigung der europäi-
schen Interessen auf internationaler Ebene.
Bislang besteht die Agenda aber nur aus Über-
schriften. Es sei „eine ziemliche Herausforderung“,
sich zwei Wochen vor der Europawahl auf eine ge-
EU-Streit
um Juncker-
sektor vor Sanktio- meinsame Vision zu einigen, sagt ein hochrangiger
nen der USA zu EU-Diplomat. Schließlich kämen die Regierungschefs
schützen. Solche aus unterschiedlichen politischen Lagern, die um
Ultimaten seien Wähler, Einfluss und Positionen konkurrierten. Bis
abzulehnen, zum nächsten Gipfel Mitte Juni will Tusk die Agenda
schrieben die mit Inhalt füllen.

Nachfolge
EU-Außenbeauf- Je konkreter es wird, desto weiter gehen die Vor-
tragte Federica stellungen auseinander. Vor allem die Themen Asyl,
Mogherini sowie
Währungsunion, Klimaschutz und mit Abstrichen
die Außenminister
Frankreichs, auch die Industriepolitik bergen Sprengstoff. Hand-
Deutschlands und festen Streit aber wollten Tusk und der rumänische
Großbritanniens in Präsident Klaus Iohannis als Gastgeber unbedingt
einer gemeinsa- vermeiden. Zumal der Gipfel symbolträchtig am Eu-
men Erklärung. ropatag stattfand: Am 9. Mai 1950 hatte Frankreichs Beim Gipfel in Rumänien bemühen sich die Staats- und
Man stehe zu dem Außenminister Robert Schuman seine Pläne für eine
Abkommen. europäische Montanunion vorgestellt, dem Vorläufer
Regierungschefs um Harmonie. Die Auseinandersetzung
Mögliche
der EU. um Inhalte und Posten dürfte nach der Europawahl in
Auch Merkel bemühte sich deshalb, die Gemein-
Ausweitung
Frankreichs Präsi- samkeiten herauszustellen: „Unbeschadet unserer voller Härte geführt werden.
dent Emmanuel politischen Unterschiede glauben wir alle, dass ge-
Macron sprach sich meinsames Handeln besser ist“, sagte sie und mahn-
sogar dafür aus, te: „Die Welt schläft nicht.“ Die EU-Staaten müssten
das Abkommen innovativer werden und geeint auftreten. In der ge-
auszuweiten: Auf- meinsamen Gipfelerklärung schwören die Staats-
genommen wer- und Regierungschefs pathetisch: „Wir werden vereint
den sollten auch durch dick und dünn gehen.“
Absprachen für die
Das aber muss sich erst einmal erweisen. Die Vor-
Zeit nach 2025 so-
wie zu ballisti- stellungen über die Entwicklung der EU gehen weit
schen Raketen und auseinander: Frankreichs Präsident Emmanuel Ma-
zu den regionalen cron fordert mutige Integrationsschritte, während
Aktivitäten des der ungarische Premier Viktor Orbán und sein polni-
Irans, sagte er. chz scher Kollege Mateusz Morawiecki die Souveränität

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9

Europa – Die Serie

Sven Giegold

„Wenn es konkret wird,


werden die Bremser laut“
Der EU-Spitzenkandidat der Grünen über den fehlenden europäischen
Gestaltungswillen der Großen Koalition in Berlin.

uf seiner Wahlkampftour durch jekte finanzieren, die in unserem europäi-

A Deutschland legt Sven Giegold einen


Zwischenstopp beim Handelsblatt in
Berlin ein. Thema ist natürlich sein Herzens-
schen Gesamtinteresse liegen.

Was erwarten Sie also von Berlin?


anliegen: Europa. Bereits seit 2009 sitzt der Die Idee eines substanziellen Euro-Zonen- Juncker ist
49-Jährige im EU-Parlament. Budgets nicht weiter zu blockieren, sondern
Gemeinschaftsinvestitionen zuzulassen. Et- es nicht
Herr Giegold, die Beteiligung an Europa- wa für den Ausbau europäischer Netze für
wahlen ist meist ziemlich mau. Wie sieht erneuerbare Energien, schnelles Internet gelungen,
es in diesem Jahr aus? und Zugverkehr. Wir wollen aus Europa eine
Die Atmosphäre ist völlig anders als vor fünf Investitionsunion machen.
eine
Jahren. Das Interesse an der Wahl ist deut- gerechtere
lich größer. Ich rechne mit einer höheren Braucht es europäische Champions?
Wahlbeteiligung. Auf politischer Ebene würde ich mir wün- Verteilung
schen, dass es nicht immer den Reflex gibt,
Warum sollte das so kommen? erst einmal national zu handeln, sondern Al- Geflüchte-
Die Leute merken, dass es um den Zusam- lianzen in Europa bilden. Ob das für Unter- ter auf den
menhalt Europas geht. Eine kürzlich veröf- nehmen gilt, da bin ich skeptisch. Es gibt
fentlichte Bertelsmann-Studie zeigt: Alle Par- wenige Märkte, wo europäische Champions Weg zu
teien würden dazugewinnen, wenn sie kla- Sinn ergeben. In anderen Märkten wäre ein
rer für eine Stärkung Europas eintreten wür- solcher Champion vielleicht der Tod vieler bringen.
den. Ironischerweise sogar die AfD. Die Gro- Mittelständler.
ße Koalition begeht einen Fehler, dass sie
trotz dieser Unterstützung nicht den Mut Der EU-Gipfel in Sibiu ist so eine Art Ab-
aufbringt, Reformen anzupacken. schied für Kommissionspräsident Jun-
cker. Wie bewerten Sie seine Amtszeit?
Inwiefern? Es gibt keinen Grund für vernichtende Kri-
Es gibt einen französischen Präsidenten, der tik. Herr Juncker hat in vielen Fragen an-
unermüdlich Vorschläge macht, wie wir Eu- ständige Leistung gebracht, zum Beispiel bei
ropa stärken könnten. Aber er bekommt aus Steuer- oder Lobbytransparenz. An vielem
Berlin keine ernsthafte Antwort. Man muss ist er allerdings auch gescheitert.
REUTERS [M]

nicht jedes politische Projekt Macrons gut


finden. Aber mit seiner Ambition wird er Ein Beispiel?
von Deutschland alleingelassen. In der Flüchtlings- und Migrationspolitik ist
es ihm nicht gelungen, eine gerechtere Ver-
Deutschland bremst? teilung Geflüchteter auf den Weg zu bringen.
Ja. Helmut Kohl würde sich im Grabe umdre- Auch hat er es nicht geschafft, die Wirt-
der Nationalstaaten stärken wollen. Auch Österreichs hen. Berlin müsste diese historische Chance schafts- und Währungsunion zu stabilisie-
Bundeskanzler Sebastian Kurz fordert, Kompetenzen nutzen und endlich zusammen mit unseren ren. Das lag aber vor allem an den Mitglieds-
aus Brüssel zurückzuverlagern: „Europa muss europäischen Partnern in die Offensive ge- ländern. Unterm Strich bleiben damit zwei
schlanker und effizienter werden“, sagte er im Han- hen. große Baustellen für die Legitimation der
delsblatt-Interview. Der niederländische Premier Europäischen Union übrig. Die müssen wir
Mark Rutte wiederum pocht auf die Umsetzung ge- Was erwarten Sie konkret? Österreichs nach der Wahl anpacken.
meinsam beschlossener Regeln. Kanzler Kurz hat eine tief greifende EU-
Zu einem weiteren Härtetest für die Handlungsfä- Reform gefordert. Gehen Sie da mit? Und der Klimawandel? Wofür stehen Sie:
higkeit der Gemeinschaft wird die anstehende Neu- Die Forderungen sind weniger tief greifend, für eine Ausweitung des Emissionshandels
besetzung der Spitzenposten. Es gilt, nicht nur Nach- als sie sich anhören. Weniger Kommissare oder eine CO2-Steuer?
folger für Juncker und Tusk zu finden, auch die Stel- oder den Reisezirkus zwischen Brüssel und Entscheidend ist, dass CO2 und damit die
len des Präsidenten des Europaparlaments, der Straßburg beenden, wer will das nicht? Al- Verschmutzung einen Preis bekommt und
Europäischen Zentralbank und der EU-Außenbeauf- lerdings sind solche Forderungen kaum ein- die Einnahmen an die Bürger zu gleichen
tragten sind neu zu vergeben. Die Personalien dürf- zulösen ohne eine große EU-Vertragsreform Teilen als Energiegeld zurückgegeben wer-
ten „nicht zum Gift für Europa werden und mehrere und Gegenleistungen. Was will er denn Ir- den. Damit verhindern wir Proteste wie in
Gipfel beschäftigen“, warnt ein hochrangiger Diplo- land anbieten, damit die auf einen Kommis- Frankreich, und die meisten Bürger würden
mat. sar verzichten? davon sogar profitieren.
Ratspräsident Tusk will deshalb aufs Tempo drü-
cken: Zwei Tage nach der Europawahl will er auf ei- Wie könnte eine Lösung aussehen? Das wird ganz schön teuer.
nem Sondergipfel die Suche vorstrukturieren, beim Wir müssten zuerst einmal mit der ständi- Teuer wäre es, überhaupt keinen Klima-
regulären Treffen der Staats- und Regierungschefs gen Bedenkenträgerei aufhören: Es gibt ei- schutz zu machen. Das ist die teuerste Opti-
drei Wochen später sollen dann bereits Entscheidun- nen großen Zuspruch für Europa, aber so- on überhaupt, volkswirtschaftlich völlig inef-
gen fallen, und zwar möglichst über alle Spitzenper- bald etwas konkret wird, werden die Brem- fizient.
sonalien auf einmal. ser laut. Politische Führung bedeutet aus
In Sibiu fühlte Tusk bereits in etlichen Einzelge- meiner Sicht, auch die Reformen voranzu- Die Fragen stellten Silke Kersting und
sprächen vor. Die Meinungen gehen auseinander, ob treiben, die erst einmal schwierig wirken. Dietmar Neuerer.
der künftige Kommissionspräsident aus dem Kreise
der Spitzenkandidaten bei der Europawahl berufen Zum Beispiel?
werden soll. Das Europaparlament pocht darauf, Die Währungsunion ist nach wie vor instabil.
aber die Unterstützung unter den Regierungschefs Wir müssen Europa aber gegen künftige
scheint überschaubar. Iohannis sprach sich zwar aus- Wirtschaftskrisen wappnen. Dazu gehört,
drücklich für das Spitzenkandidatensystem und den dass Länder die europäischen Schuldenre-
Frontmann der Europäischen Volkspartei, Manfred geln endlich ernst nehmen und ihre Wirt-
Weber, aus. Liberale Regierungschefs wie Macron schaft modernisieren. Die Erfahrung zeigt
oder Luxemburgs Xavier Bettel aber halten wenig aber, dass Europa auch etwas anbieten
von dem Prinzip. Als mögliche Kompromisskandida- muss. Deswegen sollten wir mit Geldern aus
AFP [M]

ten gelten Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier einer Angleichung der Unternehmensbe-


oder Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. steuerung europäische Gemeinschaftspro-

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10 Europa – Die Serie WOCHENENDE 10./11./12. MAI, NR. 90

Rudolf Wichert/laif [M]


Fahrplan für
einen digitalen
Zur Person
Kasper
Binnenmarkt
Rorsted
Werdegang gebo- Die EU ist der größte Binnenmarkt der Welt und damit für ein Drittel des
ren am 24. Februar
1962. Der Däne hat
Welthandels verantwortlich. Es ist Zeit, ihn in das digitale Zeitalter zu
Wirtschaft in
Kopenhagen stu-
übertragen. Das schreibt Kasper Rorsted.
diert und nach sei-
nem Studium seine
berufliche Karriere
bei amerikanischen
IT-Konzernen wie
Oracle, Compaq
und Hewlett-Pa-
ckard begonnen.

E
2005 wechselte uropa und Adidas haben eines ge- hoben wird. Wir ergänzen uns und lernen vonei-
Kasper Rorsted zu meinsam: die Vielfalt. Wer einmal nander. Das ist unsere Stärke. In Zeiten, in denen
Henkel, wo er von durch unsere Zentrale in Herzo- der Protektionismus die bisherigen Grundlagen der
2008 bis 2016 Vor- genaurach läuft, wird eine Vielzahl Weltordnung infrage stellt, müssen wir als Europä-
standsvorsitzender an Sprachen hören. Für mich ist er dem etwas entgegensetzen – gemeinsam.
war. Seit 2016 ist das eine tolle Errungenschaft. Der
Der Brexit ist für mich die Dabei sollte es unser aller Ziel sein, dass Europa
Rorsted CEO der
Adidas AG. Er ist
Austausch von unterschiedlichen schlechteste wirtschaftliche auch in Zukunft eine Union eigenständiger Staaten
Sprachen, Kulturen und Perspektiven bereichert bleibt, die ihre Kräfte bündeln und sich aufgrund
ein begeisterter
uns. Das Gleiche gilt für die Europäische Union: Entscheidung, die in den ihrer Erfahrung und Leistung gemeinsam in der
Sportler und lei-
Viel zu selten halten wir Europäer uns vor Augen, Welt behaupten. Europa steht für klare Werte und
denschaftlicher
wie besonders es ist, auf einem so vielfältigen und
vergangenen 30 Jahren bietet Menschen Frieden, Freiheit, Wohlstand und
Fan des FC Bayern
München. Er ist gleichzeitig friedlichen Kontinent zu leben. Der getroffen wurde. Teilhabe – für alle. Der europäische Binnenmarkt
verheiratet und hat Austausch untereinander birgt großes Potenzial, ist für mich neben dem friedlichen Miteinander ei-
vier Kinder. das durch die digitale Vernetzung noch weiter ge- ne der größten Errungenschaften der EU. Er wurde

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Europa – Die Serie 11

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geschaffen, damit wir in der EU günstigen Zugang es viele unserer besten Leute ins Silicon Valley? 0-/24$0" 4" /" $$
zu einer unglaublichen Auswahl an Produkten und Weil es dort eine besser entwickelte Innovations- 4"2/"!"
Dienstleistungen haben. Als größter Binnenmarkt kultur gibt. Eine Kultur, die Kooperationen als Er- -? üŽ¤
der Welt ist die EU für ein Drittel des Welthandels folgsfaktor ansieht, anstatt Wettbewerb in den Fo-
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verantwortlich. Darauf können wir stolz sein, und kus zu stellen. Von dieser Einstellung können wir
darauf sollten wir bauen. Der Brexit ist für mich da- uns in Europa etwas abgucken. !ÝAÏQnÝnÏ ¯
her die schlechteste wirtschaftliche Entscheidung, Wir haben in Europa sehr gute Forschungsein- -ÏnÓ QÓ üb~ !¨½ 
die in den vergangenen 30 Jahren getroffen wurde. richtungen. Trotzdem erreicht kein einziges euro- !nŒÏ æ£ÝnÏ ôôô½eæQ½enٌ×üäØ
Es besteht kein Zweifel daran, dass sowohl Wirt- päisches Unternehmen die Börsenwerte amerika-
schaft und Verbraucher als auch die Unternehmen nischer Unternehmen wie Apple und Amazon. Die
in Großbritannien und in der EU darunter leiden Realität ist, dass wir in Europa zwar herausragende
werden. Dennoch müssen wir jetzt nach vorn Forscher ausbilden, aber bisher noch nicht in der / "
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schauen. Statt die EU weiter zu schwächen, sollten Lage sind, die Forschung für den Markt zu gewin-
Sven Afhüppe,
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wir sie stärken und Ideen und Maßnahmen ansto- nen und die Ergebnisse entsprechend umzusetzen.
ßen, die Europa fit für die Zukunft machen. Es ist Aufgrund einer uneinheitlichen Infrastruktur kön-
Thomas Sigmund: 00" 0 0
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Europa kann es
an der Zeit, den europäischen Binnenmarkt in das nen wir die gewaltigen Mengen an Daten, die bei besser. "$"<!b 0
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digitale Zeitalter zu übertragen. Die Digitalisierung der Forschung entstehen, nur unzureichend nut- Es ist Zeit für ei-
ist eine große Chance für Europa. zen. Das ist ein Nachteil. Europäische Cloud-Initia- nen Weckruf. Auf
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tiven könnten dazu beitragen, Big Data europaweit Initiative des Han- :::½ 4 ½ Ù"0//"
Europaweite digitale Infrastruktur besser zu nutzen. delsblatts und Uni-
Als einer der Megatrends unserer Zeit fördert sie Die Digitalisierung verändert alle Industrien. Sie ted Europe e. V.
den grenzüberschreitenden Austausch unserer ist nicht nur eine Branche, sondern ein Phänomen, haben sich Vor-
standschefs, Mit- ü nÓæ£eŒnÝ Ù !neú£
Länder und Bürger und bringt uns alle europaweit das die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft durch-
telständler und 9/4 4" :/24" 9$"
näher zusammen. Gleichzeitig ist sie der Hebel, um zieht. Diese Entwicklung wird die gesamte Wert- Start-up-Unter-
international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die schöpfungskette umgestalten – von der Produktion
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nehmer Gedanken
Schaffung eines digitalen europäischen Binnen- bis hin zum Vertrieb. Das birgt für Unternehmen -? ßä Ž ~ß
über die Zukunft
marktes ist die Grundvoraussetzung dafür, dass Eu- enorme Möglichkeiten – auch für Adidas. Wir trei- Europas gemacht. 4žÓAÝú ¯b¯ !¨½ 
ropa in der ersten Liga spielt. Zweifellos stellt uns ben die digitale Transformation in der gesamten Sie meinen: Der !ÝAÏQnÝnÏ Ø
die digitale Transformation vor Herausforderun- Organisation voran – als Team. Unsere Produkte Kontinent hat die
besten Jahre noch -ÏnÓ üb~ !¨½ 
gen. Nicht nur die einzelnen Unternehmen, son- werden zunehmend digital entworfen und ver-
dern jedes Land und auch Europa als Ganzes. Ins- kauft. Mit Konsumenten kommunizieren wir heute vor sich, wenn die !nŒÏ æ£ÝnÏ ôôô½eæQ½enٌ×üØä
Weichen richtig
gesamt schreitet die Digitalisierung in der EU zwar vorwiegend online. In unseren Speedfactories im-
gestellt werden.
voran – es reicht aber nach wie vor nicht aus, um plementieren wir Datenanalyse- und digitale Pro- ü~ |nÓÝö˜n Ù !¨en Ù 0[Œžæ[—
den Anschluss an die Weltspitze zu finden. Doch duktionsprozesse, um in kürzester Zeit Schuhe her- "2½ -/2"/0
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was braucht es für diesen digitalen Binnenmarkt? zustellen. In wenigen Jahren werden wir Sportlern 0$" !/
Um den Herausforderungen zu begegnen, benöti- perfekt angepasste Schuhe in unseren Läden dru- -? Øüs
gen wir eine europaweite digitale Infrastruktur. cken können. Wir investieren daher ständig in un-
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Sie ist das Fundament für Innovationen und sere digitale Infrastruktur und suchen auf der gan-
Wettbewerbsfähigkeit. Dazu zählen sowohl der zü- zen Welt nach Talenten mit dieser Expertise. Nur !ÝAÏQnÝnÏ —n£n £ƒAQn
gige Ausbau des europaweiten Breitbandnetzes als so sind wir in der Lage, die Zukunft des Sports ge- -ÏnÓ —n£n £ƒAQn
auch die Bereitstellung weiterer Frequenzen und meinsam zu gestalten. !nŒÏ æ£ÝnÏ ôôô½eæQ½enٌ×üØ
Glasfasernetze für die 5G-Einführung. Hierbei Das Gleiche gilt auch für Europa: Wir brauchen
spielt das Tempo aus meiner Sicht eine besondere Initiativen und Innovationen, die die Digitalisie-
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Rolle. Erst im Jahr 2025 zu schnellerem Internet zu rung vorantreiben, wirtschaftlich, gesellschaftlich
kommen, das kann nicht unser Maßstab sein. Wir und politisch. Klar: Innovationen bringen immer /02/ 9$" ß Ž /4
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müssen viel zügiger vorankommen. Schauen wir auch Unsicherheit. Sie sind anspruchsvoll und bre- 04
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uns das Beispiel Deutschland an: Obwohl Digitali- chen den Status quo. Aber wenn wir nicht über un- -? s
sierung bereits seit 2005 ganz oben auf der Agenda sere eigenen Grenzen hinausgehen, werden wir 4žÓAÝú ¯bü QÓ äb~ !¨½ 
steht, werden Prozesse nur zaghaft digitalisiert. Ja, den Anschluss verlieren. Deshalb sage ich: Europa
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man kann noch nicht einmal von München nach ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Wir müssen nur
Nürnberg fahren und dabei ohne Funkloch-Unter- mutiger sein. Dann können wir gemeinsam als eu- -ÏnÓ —n£n £ƒAQn
brechung telefonieren. Potenziale sehe ich zudem ropäische Einheit die beste Lösung finden – für !nŒÏ æ£ÝnÏ ôôô½eæQ½enٌ×üß×
insbesondere bei der Digitalisierung von kleinen Forschung und Wirtschaft, aber auch für unser täg-
und mittelständischen Unternehmen sowie in der liches Miteinander.
Verwaltung.
Wir müssen bürokratische Hürden abbauen,
Kompetenzzentren schaffen und allem voran Wei-
terbildungen anbieten. Stichwort Bildung: Wir
müssen das System hinterfragen. Setzen wir bei In-
vestitionen in unsere Zukunft die richtigen Prioritä-
ten? In einer Welt, in der Wissen jederzeit abrufbar EUROPA-
ist, wird anders gelernt als noch vor 50 Jahren. Der SERIE
technische Fortschritt erfordert von uns neue Fä-
higkeiten. Wie kann man da überhaupt noch disku- Am Montag finden Sie hier einen Gastbeitrag
tieren, ob wir unsere Schulen digital besser ausstat- von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. :AÓ Óæ[Œn£ 0nÅ
ten sollen? Es ist eine absolute Notwendigkeit, Die erschienenen Texte der Serie finden Sie,
wenn wir unsere Kinder auf die Herausforderun- auch in englischer Fassung, auf
gen von morgen vorbereiten wollen. Warum zieht www.handelsblatt.com/europawahl

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