Sie sind auf Seite 1von 3
Alkohol, Gewalt und Strafmilderung Author(s): Bernd Rüdeger Sonnen Source: Neue Kriminalpolitik, Vol. 17, No. 1

Alkohol, Gewalt und Strafmilderung Author(s): Bernd Rüdeger Sonnen Source: Neue Kriminalpolitik, Vol. 17, No. 1 (2005), pp. 36-37 Published by: Nomos Verlagsgesellschaft mbH Stable URL: http://www.jstor.org/stable/43263265 Accessed: 14-12-2017 10:41 UTC

JSTOR is a not-for-profit service that helps scholars, researchers, and students discover, use, and build upon a wide range of content in a trusted digital archive. We use information technology and tools to increase productivity and facilitate new forms of scholarship. For more information about JSTOR, please contact support@jstor.org.

Your use of the JSTOR archive indicates your acceptance of the Terms & Conditions of Use, available at http://about.jstor.org/terms

Conditions of Use, available at http://about.jstor.org/terms Nomos Verlagsgesellschaft mbH is collaborating with JSTOR

Nomos Verlagsgesellschaft mbH is collaborating with JSTOR to digitize, preserve and extend

access to Neue Kriminalpolitik

This content downloaded from 134.107.202.1 on Thu, 14 Dec 2017 10:41:48 UTC All use subject to http://about.jstor.org/terms

Alkohol, Gewalt und Strafmilderung

Sachverhalt:

wöhnteAngeklagteGhattevonden

Der wöhnte frühenseit seinemMorgenstundenAngeklagte Jugendalter Gdes hatte anTattages Alkohol vondenge- an

frühenMorgenstundendes Tattages an

überdenTagverteiltmehrereFlaschenBierge-

trunken, bevor er mit demebenfalls bereits an-

§§ 224, 323a, 21, 49 I StGB

BGH, Urt. v. 17.8.2004 = NJW 2004, 3350

Aus den Gründen:

Die Staatsanwaltschaft beanstandet zu Recht die

zugunsten der Angeklagten vorgenommene

Strafrahmenverschiebung gem. §§ 21, 49 1 StGB.

I. Der 3. Strafsenat hat zutreffend darauf hinge-

■ Bernd Rüdeger Sonnen

vorhersehbar, dass bei erheblicher Alkoholisie-

rung in der konkreten Situation die Begehung

von Straftaten durch den Betrunkenen drohe.

1. Schon nach der bisherigen Rechtsprechung

des BGH ist die Strafmilderung bei erheblicher

Alkoholisierung zu versagen, wenn der Täter die

getrunkenenAngeklagtenMdenspäterGe-

wiesen, dass die bisherige - in sich eher unein-

für ihn besonders ungünstige Wirkung des Al-

schädigtenPinderAbsicht aufsuchte, diesen

heitliche und teils sogar widersprüchliche -

koholgenusses kannte und wusste oder wissen

zu misshandeln. Die beidenAngeklagtenhat-

Rechtsprechung des BGH zur Strafrahmenver-

musste, dass er dann zu Gewalttätigkeiten oder

tenüberPdasvonihnennichtweiterüberprüf-

schiebimg gem. §§ 21, 49 1 StGB bei vorwerfbarer

anderen Straftaten neigt. Wer unter dem Ein-

te Gerücht gehört, er habe einkleines Mädchen

Alkoholisierung grundsätzlich überdacht werden

fluss erheblicher Mengen Alkohol - wie er auf-

vergewaltigt.Gemeinsamwolltenbeide»ihre

sollte (BGH NJW 2003, 2394 = NStZ 3003,

grund persönlicher Vorerfahrung weiß oder wis-

Freude anGewalttätigkeit anihmausleben«. In

sen muss - zu gewalttätigen Übergriffen auf an-

derWohnungvonPschlugenundtratendie

beidenAngeklagtensogleichaufdieseneinund

fordertenihnauf, zuzugeben, dass er das

Mädchenvergewaltigthabe.DerGeschädigte

musste ineinemvomAngeklagtenGgesteuer-

tenPkwzum(späterwegenBeihilfeverurteil-

ten)Kmitkommen.DortmisshandeltenGund

Mihr Opfer unter Beschimpfungweiter, so dass

Über die fakultative Strafrahmenverschiebung

nach den §§ 21, 49 I StGB entscheidet der Tat- richter nach seinem pflichtgemäßen Ermessen

dere neigt, den trifft im Hinblick auf die

enthemmende Wirkung des Alkohols in vielen

Fällen der Gewaltkriminalität grundsätzlich ein

aufgrund einer Gesamtabwägung aller schuldre- schulderhöhender Fahrlässigkeitsvorwurf.

levanten Umstände. Beruht die erhebliche Ver-

minderung der Schuldfähigkeit auf zu verant-

wortender Trunkenheit, spricht dies in der Regel

gegen eine Strafrahmenverschiebung, wenn sich

aufgrund der persönlichen oder situativen Ver-

hältnisse des Einzelfalls das Risiko der Begehung

2. Insbesondere in stark emotional aufgelade-

nen Krisensituationen wird die Gefahr von Ge-

walttätigkeiten durch die enthemmende Wir- kung erheblicher Alkoholisierung regelmäßig

vorhersehbar erhöht. Gleiches gilt für das Trin-

ken in Gruppen, aus denen heraus - gerade

auch aufgrund gruppendynamischer Prozesse -

leicht Straftaten gegen andere begangen wer-

den. Wer sich etwa in einer Gruppe marodie-

render Hooligans oder gewaltbereiter Radikaler betrinkt, muss konkret mit der Begehung von

Straftaten im trunkenen Zustand rechnen.

P schließlich im Gesicht blutete und sich kaum

noch auf den Beinen halten konnte. An-

schließend fuhren alle gemeinsam mit dem

Auto des G zu einem Imbiss und sodann über

von Straftaten vorhersehbar signifikant infolge

der Alkoholisierung erhöht hat. Ob dies der Fall

ist, hat der Tatrichter in wertender Betrachtung

Dem Tatrichter ist in den Fäl-

len erheblich verminderter Schuldfähigkeit nach

§ 21 StGB grundsätzlich ein Ermessen bei der

Entscheidung eingeräumt, ob er aufgrund dieses

Land; der Geschädigte musste nun in den

Kofferraum steigen. An einem Wehr wurde er

von den Angeklagten halb entkleidet und in

zu

das 15 - 18° kalte Wasser gestoßen. Nach einiger

Zeit zogen die Angeklagten den Geschädigten

schließlich wieder an Land, traten auf ihn ein,

Umstands die Strafe nach § 49 1 StGB durch eine

bis er das Bewusstsein verlor, und ließen ihn

Verschiebung der anzuwendenden Strafrahmen

halb nackt und bewusstlos liegen. P erlitt durch

mildert oder nicht. Nach dem Gesetzeswortlaut

3. So hat nach den Grundsätzen der - im Rah-

men des § 21 StGB unproblematisch anwendba-

die Misshandlungen der Angeklagten vielfache

des § 21 StGB »kann« die Strafe lediglich gemil-

ren - actio libera in causa eine Strafmilderung re-

Prellungen, eine Rippenfraktur und eine - un-

dert werden; weder »muss« noch »soll« der Straf-

gelmäßig auszuscheiden, wenn sich die Vorstel-

behandelt lebensgefährliche - traumatische

rahmen verschoben werden.

Hirnblutung, zudem eine Unterkühlung und

lung des Täters in nicht berauschtem Zustand

schon auf eine bestimmte Tat bezogen hat.

Herzrhythmusstörungen. Während des sich

Die Minderung der Tatschuld durch Ein-

über mehrere Stunden hinziehenden Tatge-

schränkung der Schuldfähigkeit kann durch

schehens hatten beide Angeklagten nicht uner-

straferhöhende Umstände kompensiert werden.

hebliche Mengen Bier und andere alkoholische

Trotz verbreiteten vielfachen Alkoholgebrauchs

Getränke zu sich genommen.

und -missbrauchs kommt es nur in einem Bruch-

4. Bei Anwendung der genannten Grundsätze

wird bei Gewaltdelikten in vielen Fällen eine

Strafrahmenverschiebung gem. §§ 21, 49 1 StGB nach vorwerfbarer Alkoholisierung ausscheiden.

teil der Fälle erheblicher Alkoholisierung zu ei- An die Überzeugungsbildung des Täters dürfen

ner rechtswidrigen Tat. Häufig ist eine Gefähr-

Das Landgericht Potsdam hat die beiden An-

dabei keine übertrieben hohe Anforderungen

gestellt werden; die vielfältig verheerenden Wir-

kungen übermäßigen Alkoholgebrauchs sind

allgemeinkundig. Auch einem erheblich in sei-

ner Steuerungsfähigkeit verminderten Täter

kann nämlich die Art der Tatausführung - etwa eine besonders gefühlskalte, rücksichtslose oder

brutale Tatbegehung - schulderhöhend vorge-

worfen werden.

geklagten wegen gefährlicher Körperverletzung

dung anderer gänzlich ausgeschlossen. Anderer-

in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und Nöti-

seits ist nicht zu verkennen, dass Alkohol das

gung jeweils - unter Zubilligung einer Straf rah-

Risiko der Begehung strafbarer Handlungen ge-

men Verschiebung nach den §§ 21, 49 I StGB

nerell erhöht; ein großer Teil der Straftaten ge-

aufgrund erheblicher Alkoholisierung - zu einer

gen Leib und Leben sowie gegen die sexuelle

Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten ver-

Selbstbestimmung wird unter Alkoholeinfluss

urteilt. Gegen den Strafausspruch hat die Staats- begangen. Dieser Befund rechtfertigt indes nicht

anwaltschaft erfolgreich Revision eingelegt. die Annahme, es sei stets objektiv und subjektiv

I 36 1 /2005 - NEUE KRIMINALPOLITIK

This content downloaded from 134.107.202.1 on Thu, 14 Dec 2017 10:41:48 UTC All use subject to http://about.jstor.org/terms

5. In Fällen, in denen die Verhängung lebens-

langer Freiheitsstrafe in Frage steht, wird der

Tatrichter besonders darauf Bedacht zu nehmen

haben, dass der schuldmindernde Umstand ei-

ner erheblich eingeschränkten Steuerungsfähig-

keit angesichts der Absolutheit der Strafdrohung

ohne Strafrahmenverschiebung bei der konkre-

ten Strafzumessung nicht berücksichtigt werden

kann; die Frage der Strafrahmenverschiebung

Beginn des Tatgeschehens ohne weiteres vor-

hersehbar war, dass seine vorhandene und wei-

ter drohende Alkoholisierung das Risiko erheb-

licher Gewalttaten signifikant erhöht hat; vieles

spricht auch dafür, dass er das Aufsuchen dieser

gewaltträchtigen Situation ohne weiteres ver-

meiden konnte.

Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass einer

Die Strafzumessung ist dabei grundsätzlich

Sache des Tatrichters. Ein Eingriff des Revisions-

gerichts in die genannten vier Einzelakte der

Strafzumessung ist nur ausnahmsweise möglich,

und zwar dann,

• wenn die Zumessungserwägungen in sich

fehlerhaft sind,

• wenn das Tatgericht gegen rechtlich aner-

gewinnt im Vergleich zur Prüfung bei zeitigen

Freiheitsstrafen deshalb ungleich mehr an Ge-

wicht. Wenn allein die Wahl zwischen lebens-

Strafmilderung gem. §§ 21, 49 I StGB bereits die

oben genannten Grundsätze der actio libera in

causa entgegen stehen.

Bei dem Angeklagten M entbehrt die Annah-

me, auch dessen Trunkenheit sei unverschuldet

kannte Strafzwecke verstößt oder

• wenn sich die verhängte Strafe nach oben

oder nach unten von ihrer Bestimmung löst, gerechter Schuldausgleich zu sein.

Ausgeschlossen ist also eine revisionsrechtli- che Richtigkeitskontrolle. Nur in dem genann-

ten Rahmen kann eine »Verletzung des Geset-

Annahme eines günstigeren Sonderstrafrahmens

im Ausgangsfall fehlerhaft war, was vom BGH im

Hinblick auf die vorwerfbare Alkoholisierung der

beider Täter letztlich angenommen wird.

langer Freiheitsstrafe und einer zeitigen Frei- heitsstrafe besteht, müssen deshalb besondere

erschwerende Umstände vorliegen, um die mit

den Voraussetzungen des § 21 StGB verbundene gewesen, bereits jeder tatsächlichen Grundlage.

Schuldminderung so auszugleichen, dass die ge- Das Landgericht hat diese Feststellung ohne nä-

setzliche Höchststrafe verhängt werden darf.

here Angaben allein auf die Anwendung des

dann ausgehen muss, wenn hierfür - wie vorlie-

zes« i.S.v. § 337 1 StPO vorliegen (BGHSt 34, 354,

Zweifelsatzes gestützt. Der Zweifelsatz bedeutet 349). Ausgangspunkt war hier die Frage, ob die

Bedenklich kann aus entsprechenden Grün- indessen nicht, dass das Gericht von der dem

den auch die Verhängung der für das Delikt vor-

Angeklagten günstigsten Fallkonstellation auch

gesehenen zeitigen Höchststrafe aus dem nicht

nach § 21, 49 I StGB geminderten Strafrahmen

trotz erheblicher eingeschränkter Schuldfähig-

keit sein.

gend - keine Anhaltspunkte bestehen (BGH

NJW 2003, 2179 = NStZ 2003, 541).

Von der Auseinandersetzung mit der Alko-

holproblematik und ihrem Einfluss auf die

Strafzumessung abgesehen, liegt die besondere

Gegebenenfalls wird zumindest bei dem Ange-

klagten G zu prüfen sein, ob die Voraussetzungen

6. Der Senat weist vorsorglich darauf hin, dass

das, was für Alkohol gilt, nicht ohne weiteres

einer Unterbringung in einer Entziehungsanstalt

gleichermaßen auf andere Genuss- und Betäu-

rechts- und kriminalpolitische Bedeutung in ei-

(§ 64 StGB) vorliegen und diese Maßregel deshalb

bungsmittel übertragen werden kann. Die ent-

neben der Strafe anzuordnen ist.

ner Passage, die nicht entscheidungsrelevant

hemmende und hierdurch teils aggressionsför-

dernde Wirkung des Alkohols ist allgemein

bekannt. Bei Betäubungsmitteln sind die Wir-

Anmerkung

kungsweisungen dagegen differenzierter und

u.U. weniger konkret vorhersehbar, zumal die

Dosierung und die individuelle Verträglichkeit

meist von Fall zu Fall erheblichen Schwankun-

gen unterliegen.

Das Landgericht hat die beiden Angeklagten

wegen gemeinschaftlich begangener gefähr-

licher Körperverletzung verurteilt und dabei an-

stelle des Normalstrafrahmens (Freiheitsstrafe

II. In Anwendung der oben genannten

Grundsätze hätte sich das Landgericht bei der

notwendigen Gesamtabwägung aller schuldrele-

vanten Umstände bei dem Angeklagten G nicht

zur Begründung der Strafrahmenverschiebung

gem. §§ 21, 49 I StGB mit der Überlegung be-

gnügen dürfen, dessen Alkoholisierung sei un-

verschuldet, weil er weitgehend vom Alkohol

beherrscht werde. Es hätte auch erwägen müs-

von 6 Monaten bis zu 10 Jahren) aufgrund der

alkoholischen Beeinflussung den Sonderstraf-

rahmen eines minder schweren Falles (Freiheits-

strafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren) angewen- det. Es geht also um Strafzumessung, von der es

einmal hieß, sie sei zum guten Teil »Willkür,

Laune, Zufall - das ist öffentliches Geheimnis,

jedem schmerzliche Erfahrungstatsache« ( Wach

1890). Inzwischen wissen wir, dass es sich bei

sen, ob dem etwa schulderhöhend entgegen

der Strafzumessung um Strafrechtsanwendung

steht, dass dieser Angeklagte sich zu dem späte-

im Verfahren, nämlich um die Anwendung ma-

ren Opfer in der festen Absicht begeben hat, an

teriellen Sanktionsrechts handelt.

diesem seine Freude an Gewalttätigkeiten aus-

zuleben und dabei ersichtlich in Kauf nahm, in-

Die Bestimmung des anwendbaren Strafrah-

folge seiner Alkoholisierung besonders ent-

mens ist der erste Schritt des vierstufigen Straf-

hemmt zu sein, zudem durch weitere Alkoholi-

zumessungsvorgangs. Es folgt die Festlegung des

sierung zunehmend enthemmt zu werden.

Schuldrahmens durch Gewichtung des erfolgs-

Auch demjenigen, der weitgehend durch Alko- hol beherrscht wird, kann u.U. schulderhöhend

und handlungsbezogenen Unrechtsgehalts und

des Schuldgehalts der Tat bezogen auf das ver-

vorgeworfen werden, dass er sich trotz Vorher-

wirklichte Unrecht. Innerhalb des Schuldrah-

war. Der BGH ist sich bewusst, dass eine restrik-

tive Anwendung von Milderungsmöglichkeiten

in zwei Bereichen äußerst problematisch ist,

und zwar dann, wenn ohne Milderung die zei-

tige Höchststrafe von fünfzehn Jahren bzw. die

lebenslange Freiheitsstrafe bei Mord die Konse-

quenz wäre. Beide Bereiche sind im konkreten

Fall der gefährlichen Körperverletzung nicht tangiert. Dennoch sieht sich der BGH veran-

lasst, auf sie näher einzugehen. Wegen der ab-

solut angedrohten lebenslangen Freiheitsstrafe

beispielsweise bei Mord eröffnet sich überhaupt erst durch Annahme einer Milderung ein Straf-

rahmen. Gem. § 49 I Nr. 1 StGB tritt dann an

die Stelle von lebenslanger Freiheitsstrafe eine

Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren. Der

Strafrahmen reicht dann von drei bis zu fünf-

zehn Jahren Freiheitsstrafe. Anders als im Aus-

gangsfall, wo schuldmindernde durch schul-

derhöhende Gesichtspunkte kompensiert wer-

den können, signalisiert der BGH für Fälle, in

denen es um die lebenslange Freiheitsstrafe

geht, grundsätzlich die Annahme der Milde-

rungsmöglichkeit bei erheblich eingeschränkter

Schuldfähigkeit. Nur wenn ganz besondere er-

schwerende Umstände vorliegen, kann dann

auf Lebenslang erkannt werden. Diese Position

verdient nachdrückliche Unterstützung, so lan-

sehbarkeit - zumal weiterer - alkoholischer Ent-

hemmung bewusst in eine gewaltträchtige Situ-

ation begeben hat. Aus den von Tatrichter ge- troffenen Feststellungen zu dem schon in der

Ausgangssituation gewaltträchtigen Tatgesche-

hen erschließt sich zwanglos, dass für ihn bei

mens werden dann Strafhöhe bzw. Strafart nach

ge das Problem der lebenslangen Freiheitsstrafe präventiven Gesichtspunkten konkretisiert. Im in ihrer absoluten Androhung nicht gelöst ist. Anschluss an die Berücksichtigung der Präven-

tionsaspekte ergeben sich Folgeentscheidungen

Der Autor lehrt Strafrecht an der Universität

wie z.B. die Strafaussetzung zur Bewährung oder

die Verwarnung mit Strafvorbehalt.

Hamburg, ist Mitherausgeber dieser Zeitschrift und

Vorsitzender der DVJJ

NEUE KRIMINALPOLITIK - 1 /2005 37 |

This content downloaded from 134.107.202.1 on Thu, 14 Dec 2017 10:41:48 UTC All use subject to http://about.jstor.org/terms