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WERDE EIN BESSERER

LESER UND LEHRER


th-X
180807
WERDE EIN BESSERER
LESER UND LEHRER
(1 . TIMOTHEUS 4:13)

NAME
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VERSAMMLUNG
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Diese Broschüre ist nicht zum Verkauf bestimmt.


Unser gottesdienstliches Werk wird weltweit durch
freiwillige Spenden finanziert (siehe dazu auch www.jw.org).
Die Bibelzitate stützen sich auf den Text der 2013 in Englisch
revidierten Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift.
Apply Yourself to Reading and Teaching
Auflage August 2018
German (th-X)
˘ 2018
Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
Druck und Verlag:
5 Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft, Selters/Ts.
Made in Germany
I N H A LT

LE K T I O N Brief der leitenden Körperschaft

1 Interessante Einleitung

2 Natürlichkeit

3 Mit Fragen arbeiten

4 Bibeltexte richtig einführen

5 Korrekt vorlesen

6 Bibeltexte erklären

7 Zuverlässige Informationen vermitteln

8 Lehrreiche Veranschaulichungen

9 Anschauungsmaterial

10 Modulation

11 Begeisterung

12 Wärme und Einfühlungsvermögen

13 Den praktischen Wert verdeutlichen

14 Hauptgedanken herausstellen

15 Überzeugung zum Ausdruck bringen

16 Ermunternd und positiv

17 Leicht verständlich

18 Für die Zuhörer informativ

19 Das Herz erreichen

20 Wirkungsvoller Schluss
Brief der leitenden Körperschaft
Wir sollen Lehrer sein (Heb. 5:12). Stellen wir uns das einmal vor! Jehova, der allerbeste
Lehrer überhaupt, möchte, dass wir ebenfalls lehren! Die Wahrheit über Jehova zu lehren –
ob in der Familie, in der Versammlung oder im Predigtdienst – ist ein überaus kostbares
Vorrecht und bringt große Verantwortung mit sich. Wie kann uns das gelingen?

Die Antwort finden wir in den Worten von Paulus an Timotheus: „Konzentriere dich weiter
auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren.“ Und er fügte hinzu: „Wenn du das tust,
wirst du sowohl dich retten als auch die, die auf dich hören“ (1. Tim. 4:13, 16). Wir haben eine
Botschaft, die Leben retten kann. Wie wichtig ist es also, dass wir im Vorlesen und Lehren immer
besser werden. Dabei soll diese Broschüre helfen. Sehen wir uns einige ihrer Merkmale an.

Ein Bibeltext zu jeder Lektion, der entweder einen passenden


Grundsatz oder ein praktisches Beispiel enthält

Zusätzliche Tipps für die Praxis

( IM PREDIGTDIENST: Vorschläge speziell für den Predigtdienst. Die meisten


anderen Punkte in der Broschüre lassen sich sowohl auf den Predigtdienst
anwenden als auch auf Vorträge und Aufgaben in den Zusammenkünften

Jehova ist der „Große Lehrer“ (Jes. 30:20). Auch wenn dir diese Broschüre helfen wird,
deine Fähigkeiten im Lehren und Vorlesen weiter auszubauen, vergiss nie: Unsere Botschaft
kommt von Jehova, und er ist derjenige, der Menschen zieht (Joh. 6:44). Bete deshalb
oft um heiligen Geist. Verwende häufig Gottes Wort. Lenke die Aufmerksamkeit auf Jehova
und nie auf dich selbst. Bemühe dich, bei deinen Zuhörern und Gesprächspartnern eine tiefe
Liebe zu Jehova zu fördern.

Du hast den Auftrag bekommen, die wichtigste Botschaft weiterzugeben, die die Menschheit
jemals erhalten hat. Wir sind zuversichtlich, dass dir das gelingt, wenn du dich auf die Kraft
verlässt, „die Gott gibt“ (1. Pet. 4:11).

Deine Brüder und Mitlehrer

Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas


1 Interessante Einleitung
ZIEL: Durch die Einleitung Interesse wecken; zeigen, worum
es geht, und den persönlichen Nutzen hervorheben.
Apostelgeschichte
17:22

SO GELINGT ES:

˘ Wecke Interesse. Wähle eine Frage, Denk vorher darüber nach,


eine Aussage, eine Nachrichtenmel- was deine Zuhörer beschäftigt,
dung, eine wahre Begebenheit oder und stimme deine Einleitung
etwas Ähnliches, das die Aufmerk- darauf ab.
samkeit deiner Zuhörer fesselt.

˘ Mache deutlich, was dein Thema ist. Deine Einleitung sollte klarmachen,
worum es geht und was Sinn und Zweck deiner Ausführungen ist.

˘ Zeige, warum das Thema wichtig Frage dich beim Vorbereiten,


ist. Pass dich den Bedürfnissen in welcher Situation sich die Brü-
deiner Zuhörer an. Sie sollten klar der und Schwestern in deiner
erkennen können, wie das Thema Versammlung befinden. Wähle
sie persönlich betrifft. dann eine Einleitung, die auf ihre
Bedürfnisse eingeht.

( IM PREDIGTDIENST: Um herauszufinden, was jemand interessieren könnte,


achte auf das, was er tut oder auf seine Umgebung. Beginne dann ein
Gespräch mit einer passenden Frage oder Bemerkung.

4
Natürlichkeit 2
ZIEL: Den Stoff natürlich vortragen. Die Zuhörer sollen
spüren, dass man von dem, was man sagt, überzeugt ist
und dass man sich für sie interessiert. 2. Korinther 2:17

SO GELINGT ES:

˘ Bereite dich gründlich und unter Wenn du etwas aus der Bibel oder
Gebet vor. Bete darum, dass du anderen Publikationen vorlesen
dich auf deine Ausführungen kon- möchtest, mache dich mit der
zentrieren kannst statt auf dich Textpassage gut vertraut, damit
selbst. Behalte die Hauptpunkte fest du sie flüssig vorlesen kannst.
im Sinn. Verwende nicht einfach die Wörtliche Rede solltest du mit
Formulierungen aus schriftlichen Gefühl, aber nicht theatralisch
Vorlagen oder Quellen, sondern gib vorlesen.
die Gedanken mit deinen eigenen
Worten wieder.

˘ Deine Worte sollten von Herzen Natürlich zu sein heißt nicht,


kommen. Denk daran, warum das zu locker zu sein. Wahre die Würde
Thema für deine Zuhörer wichtig ist, der Botschaft, indem du gut ver-
und konzentriere dich auf sie. Dann ständlich und grammatisch korrekt
wirst du durch deine Körperhaltung, sprichst.
deine Gesten und deinen Gesichts-
ausdruck Wärme, Aufrichtigkeit und
Freundlichkeit ausstrahlen.

˘ Halte Blickkontakt. Sieh deinen Gesprächspartner an. Hältst du einen


Vortrag, lass den Blick nicht über die gesamte Zuhörerschaft schweifen,
sondern schau immer wieder einen anderen Zuhörer an – allerdings
nicht so lange, dass es ihm unangenehm wird.

LESE N UND LE H RE N 5
3 Mit Fragen arbeiten
ZIEL: Durch taktvolle Fragen Interesse wecken und
wachhalten, den Zuhörern helfen der Argumentation
Matthäus 16:13-16 zu folgen und wichtige Gedanken herausstellen.

SO GELINGT ES:

˘ Stelle Fragen, um Interesse zu wecken und wachzuhalten. Gebrauche


rhetorische Fragen, die zum Mitdenken anregen oder neugierig machen.

˘ Verwende Fragen für deine Beweisführung. Hilf den Zuhörern durch


eine Reihe von Fragen, deiner Argumentation zu folgen und so zu einem
logischen Schluss zu kommen.

˘ Hebe durch Fragen wichtige Nachdem du einen Bibeltext


Gedanken hervor. Leite Haupt- vorgelesen hast, kannst du durch
punkte durch interessante Fragen Fragen die wichtigsten Gedanken
ein. Stelle nach einem wichtigen hervorheben.
Gedanken oder am Ende deiner
Darlegung Wiederholungsfragen.

( IM PREDIGTDIENST: Frage deinen Gesprächspartner taktvoll nach seiner


Meinung zu einem bestimmten Thema. Hör ihm dann aufmerksam zu.
Wäge gut ab, wann und wie du Fragen stellst.

6
Bibeltexte richtig einführen 4
ZIEL: Die Zuhörer gedanklich auf einen Bibeltext vorbereiten,
bevor man ihn liest.
Matthäus 22:41-45

SO GELINGT ES:

˘ Habe im Sinn, warum du einen Berücksichtige den Kontext.


Bibeltext vorlesen möchtest. Falls du erwähnst, wer etwas
Führe jeden Bibeltext so ein, dass gesagt oder geschrieben hat,
die Zuhörer verstehen, auf welchen mache korrekte Angaben.
Gedanken es dir ankommt.

˘ Verweise auf die Bibel als Autorität. Wenn deine Zuhörer an Gott glauben,
mache deutlich, dass die Bibel von ihm stammt und somit an Weisheit
nicht zu übertreffen ist.

˘ Mache auf den Bibeltext neugierig. Berücksichtige, was die Zuhörer


Stelle eine Frage, die dann in dem bereits über das Thema und den
Bibeltext beantwortet wird. Erwähne Bibeltext wissen. Führe auch einen
ein Problem, für das der Text eine bekannten Bibelvers so ein, dass
Lösung aufzeigt. Oder nenne einen die Zuhörer neugierig werden, und
Grundsatz, der durch den Bericht in hilf ihnen, ihn aus einem anderen
der Bibel verdeutlicht wird. Blickwinkel zu sehen.

LESE N UND LE H RE N 7
5 Korrekt vorlesen

ZIEL: Genau das vorlesen, was im Text steht.


1. Timotheus 4:13

SO GELINGT ES:

˘ Bereite dich gut vor. Überlege, Bitte einen Freund, dir beim
warum der Text geschrieben wurde. Lesen zuzuhören und dir zu sagen,
Übe Wortgruppen zu lesen, nicht nur was nicht richtig war.
einzelne Wörter. Versuche nichts
einzufügen, auszulassen oder zu
ersetzen. Achte auf die Satzzeichen.

˘ Sprich jedes Wort korrekt aus. Wenn du nicht weißt, wie etwas
ausgesprochen wird, sieh in einem Wörterbuch nach, hör dir die Audio-
aufnahme der Veröffentlichung an oder frag einen guten Leser.

˘ Sprich deutlich. Halte dich aufrecht, Lies nicht überdeutlich,


öffne den Mund weit genug und sonst klingt es unnatürlich.
achte auf die Aussprache. Bemühe
dich, keine Silben zu verschlucken.

8
Bibeltexte erklären
ZIEL: Zeigen, wie ein gelesener Bibeltext anzuwenden ist,
6
bevor man zum nächsten Punkt übergeht. Die Zuhörer
sollten klar verstehen können, welche Verbindung zwischen
Johannes 10:33-36
dem Bibeltext und den Ausführungen besteht.

SO GELINGT ES:

˘ Stelle Schlüsselwörter heraus. Nach- Auch wenn du einen Bibeltext


dem du einen Bibeltext gelesen hast, noch einmal mit eigenen Worten
weise auf die Wörter hin, auf die es wiedergibst, sollten die Zuhörer
dir ankommt. Du könntest die ent- klar erkennen können, wie die
sprechenden Wörter wiederholen Bibel deine Argumentation stützt.
oder die Zuhörer durch eine Frage
dazu bringen, die Schlüsselwörter
selbst herauszufinden.

˘ Mache die Kernaussage deutlich. Lass die Bibel offen, während


Hast du vor dem Lesen eines Bibel- du über den gelesenen Text
textes den Grund erwähnt, warum sprichst. Das erleichtert es den
du ihn vorliest, dann erkläre anschlie- Zuhörern, deine Ausführungen
ßend, was die Schlüsselwörter im mit dem Bibeltext in Verbindung
Text damit zu tun haben. zu bringen.

˘ Halte die Erklärung einfach. Geh nicht auf Details im Bibeltext ein,
die für deinen Punkt unwichtig sind. Überlege, was deine Zuhörer bereits
über das Thema wissen. Entscheide dann, wie viele Informationen sie
brauchen, um zu verstehen, wie der Bibeltext anzuwenden ist.

LESE N UND LE H RE N 9
7 Zuverlässige
Informationen vermitteln
ZIEL: Durch vertrauenswürdiges Quellenmaterial den
Zuhörern helfen, die richtige Schlussfolgerung zu ziehen.
Lukas 1:3

SO GELINGT ES:

˘ Verwende zuverlässige Quellen. Stütze deine Aussagen auf das Wort Gottes
und lies wenn möglich direkt daraus vor. Erwähnst du wissenschaftliche
Fakten, Nachrichtenmeldungen, wahre Begebenheiten oder andere Informatio-
nen, vergewissere dich vorher, dass deine Quelle verlässlich und aktuell ist.

˘ Gehe mit Quellen gewissenhaft um. Übertreibe nicht bei Zahlen


Wenn du Bibeltexte erklärst, be- und Fakten. Aus „manche“ darf
rücksichtige den Kontext, die Ge- nicht „die meisten“ werden,
samtaussage der Bibel und die Ver- ein „manchmal“ darf kein „immer“
öffentlichungen des „treuen und sein und ein „vielleicht“ kein
verständigen Sklaven“ (Mat. 24:45). „wahrscheinlich“.
Auch bei anderen Quellen solltest du
den Zusammenhang und die Absicht
des Verfassers berücksichtigen.

˘ Argumentiere anhand von Quellen. Nachdem du einen Bibeltext vorgelesen


oder eine andere Quelle angeführt hast, stelle dazu taktvoll Fragen oder
veranschauliche deinen Punkt durch ein Beispiel, einen Vergleich oder etwas
Ähnliches. So hilfst du den Zuhörern, ihren eigenen Schluss zu ziehen.

( IM PREDIGTDIENST: Überlege bei der Vorbereitung, welche Fragen aufkom-


men könnten, und suche dir passende Antworten dazu heraus. Wenn
du etwas gefragt wirst, was du nicht weißt, biete an, Nachforschungen
anzustellen und die Frage beim nächsten Besuch zu beantworten.

10
Lehrreiche
Veranschaulichungen 8
ZIEL: Wichtige Gedanken durch einfache und ansprechende
Veranschaulichungen oder Beispiele vermitteln und so den
Lehreffekt erhöhen. Matthäus 13:34, 35

SO GELINGT ES:

˘ Verwende einfache Veranschau- Halte die Augen offen. Geh auf-


lichungen. Greife wie Jesus kleine, merksam durchs Leben, lies
alltägliche Dinge auf, um Großes zu unsere Veröffentlichungen und
erklären, und einfache Dinge, um höre erfahrenen Lehrern gut zu.
Schwieriges verständlich zu machen. Achte dabei auf Veranschau-
Verkompliziere die Veranschaulichung lichungen und Beispiele, mit
nicht durch unnötige Details. Die denen du etwas noch besser
Elemente der Veranschaulichung soll- erklären könntest, und leg dir
ten wirklich zu dem Punkt passen, eine Sammlung an.
den du vermitteln möchtest, sonst
könnten deine Zuhörer abgelenkt
werden.

˘ Denke an deine Zuhörer. Gebrauche Veranschaulichungen, die mit ihrem


Alltag oder ihren Interessen zu tun haben. Achte jedoch darauf, dass sich
niemand angegriffen oder peinlich berührt fühlt.

˘ Veranschauliche Hauptpunkte. Bringe nur zu wichtigen Gedanken eine


Veranschaulichung, nicht zu Nebengedanken. Die Zuhörer sollten sich nicht
nur an die Veranschaulichung erinnern können, sondern auch an die
Lektion daraus.

LESE N UND LE H RE N 11
9 Anschauungsmaterial
ZIEL: Durch Anschauungsmaterial wichtige Gedanken
plastischer und einprägsamer machen.
1. Mose 15:5

SO GELINGT ES:

˘ Verwende Anschauungsmaterial, das den Lehreffekt steigert. Verdeutliche


wichtige Punkte – keine Nebengedanken – durch Bilder, Diagramme, Karten,
Zeitleisten oder Ähnliches. Hilf den Zuhörern, sich später auch an den
entsprechenden Gedanken zu erinnern, nicht nur an das visuelle Hilfsmittel.

˘ Sorge dafür, dass das Kümmere dich im Voraus darum,


Anschauungsmaterial für alle dass Bilder, Videos oder Ähnliches,
gut sichtbar ist. das gezeigt werden soll, im rich-
tigen Moment zur Verfügung steht.

( IM PREDIGTDIENST: Zeige deinem Gesprächspartner ein Bild in einer Ver-


öffentlichung und bitte ihn, sich dazu zu äußern. Arbeite wenn nötig
durch Zusatzfragen die wichtigsten Punkte heraus. Wenn du ein Video
zeigst, achte darauf, dass der andere es gut sehen kann. Während das
Video läuft, braucht man normalerweise nichts zu sagen.

12
Modulation 10
ZIEL: Abwechslung in die Lautstärke, die Tonhöhe und das
Sprechtempo bringen, um Gedanken klar zu vermitteln und
das Gefühl anzusprechen. Sprüche 8:3, 4, 7

SO GELINGT ES:

˘ Variiere die Lautstärke. Sprich Du solltest nicht zu oft lauter


lauter, wenn du Hauptpunkte her- werden, sonst könnten deine
vorheben oder die Zuhörer moti- Zuhörer denken, du würdest sie
vieren möchtest oder auch wenn zurechtweisen. Lenke durch deine
du aus der Bibel Urteilssprüche vor- Sprechweise die Aufmerksamkeit
liest. Sprich leiser, um Spannung nicht auf dich selbst, sondern
aufzubauen oder um Angst oder sprich immer natürlich.
Besorgnis auszudrücken.

˘ Verändere die Tonhöhe. Geh mit der Stimme hoch, um zum Beispiel
Begeisterung auszudrücken oder Größen und Entfernungen anzugeben.
Sprich tiefer, wenn es um etwas Trauriges oder Beunruhigendes geht.

˘ Variiere das Sprechtempo. Sprich Verändere dein Sprechtempo oder


schneller, um Begeisterung zu deine Lautstärke nicht abrupt,
zeigen, und langsamer, um etwas sonst könnten sich die Zuhörer er-
Wichtiges zu unterstreichen. schrecken. Sprich nicht so schnell,
dass deine Aussprache leidet.

LESE N UND LE H RE N 13
11 Begeisterung
ZIEL: Durch Begeisterung die Zuhörer motivieren und
mitreißen.
Römer 12:11

SO GELINGT ES:

˘ Sei selbst von dem Stoff begeistert. Während du dich auf den Dienst,
deine Aufgabe oder deinen Vortrag einstimmst, denk darüber nach,
wie wichtig das ist, was du sagen willst. Mache dich gut mit dem Stoff
vertraut, damit beim Sprechen dein Herz dabei ist.

˘ Mache dir über deine Zuhörer Gedanken. Überlege, wie andere von dem,
was du vorlesen oder lehren willst, profitieren können. Durchdenke verschie-
dene Möglichkeiten, wie du es so vortragen kannst, dass die Zuhörer den
Wert für sich erkennen.

˘ Gestalte deine Ausführungen Verwende nicht ständig ein und


lebendig. Sprich mit Begeisterung. dieselbe Geste. Das könnte zu
Zeige durch natürliche Gesten und einer Eigenart werden und die
deinen Gesichtsausdruck, wie du Zuhörer ablenken. Gesten sollten
fühlst. das Gesagte sinnvoll unterstrei-
chen. Begeisterung ist vor allem
dann gefragt, wenn es um wichtige
Gedanken geht oder die Zuhörer
zu etwas motiviert werden sollen.
Halte die Begeisterung nicht die
ganze Zeit über auf einem hohen
Niveau, sonst könnte das Zuhören
anstrengend werden.

14
Wärme und
Einfühlungsvermögen 12
ZIEL: Mit echt empfundenem Gefühl sprechen und den
Zuhörern aufrichtiges Interesse signalisieren.
1. Thessalonicher 2:7, 8

SO GELINGT ES:

˘ Denke über deine Zuhörer nach. Stell dich innerlich auf sie ein.
Mache dir dazu bewusst, welche Probleme sie haben, und versuche
dich in sie hineinzuversetzen.

˘ Achte auf deine Wortwahl. Bemühe dich, die Zuhörer zu trösten,


aufzubauen und ihnen Mut zu machen. Meide Ausdrücke, die sie unnötig
kränken könnten, und sprich nicht abfällig über Andersgläubige und
ihre Überzeugungen.

˘ Signalisiere Interesse. Lass deine Erzwinge keine Gefühle und über-


Zuhörer durch eine freundliche treibe nicht. Beim Vorlesen solltest
Stimme und passende Gesten du die Gefühle in dem Text wieder-
spüren, dass sie dir wichtig sind. geben; stell dich jedoch nicht
Achte auf deinen Gesichtsausdruck selbst in den Vordergrund. Damit
und versuche immer wieder zu deine Stimme warm klingt und
lächeln. nicht hart oder abgehackt, be-
mühe dich, die Vokale zu dehnen
und die Konsonanten nicht zu
stark zu betonen.

LESE N UND LE H RE N 15
13 Den praktischen Wert
verdeutlichen
ZIEL: Den Zuhörern helfen, eine Verbindung zwischen
dem Thema und ihrem eigenen Leben herzustellen;
Sprüche 3:21 ihnen zeigen, wie sie das Gelernte anwenden können.

SO GELINGT ES:

˘ Denke an deine Zuhörer. Überlege, warum der Stoff für sie wichtig ist
und welcher Punkt ihnen besonders weiterhelfen wird.

˘ Mache während der gesamten Sei liebevoll und einfühlsam, wenn


Darlegung deutlich, was konkret es um die Anwendung biblischer
zu tun ist. Jedem Zuhörer sollte von Grundsätze geht. Rufe bei deinen
Anfang an klar sein: „Das betrifft Zuhörern keine Schuldgefühle her-
mich.“ Während du die einzelnen vor, sondern hilf ihnen, ihre Liebe
Hauptpunkte entwickelst, zeige, wie und ihren Glauben zu vertiefen.
man sie anwenden kann. Statt all- Geh davon aus, dass ihr Herz sie
gemein zu bleiben, mache möglichst dazu bewegen wird, das Richtige
konkrete Aussagen. zu tun.

( IM PREDIGTDIENST: Mache dir bei der Vorbereitung Gedanken, was die


Menschen im Gebiet interessieren könnte oder welche aktuellen Nach-
richten sie vielleicht beschäftigen. Geh im Gespräch auf das ein, was für
deinen Gesprächspartner gerade wichtig ist. Finde durch taktvolle Fra-
gen heraus, was ihn bewegt oder wofür er sich interessiert. Hör ihm gut
zu und passe dich beim Lehren seinen Bedürfnissen an.

16
Hauptgedanken
herausstellen 14
ZIEL: Den Zuhörern helfen, gedanklich zu folgen; deutlich
machen, wie jeder Hauptgedanke mit dem Thema und dem
Ziel der Darlegung in Verbindung steht. Hebräer 8:1

SO GELINGT ES:

˘ Verfolge ein Ziel. Überlege, ob es Frag dich: Welche Fragen oder


darum geht, zu informieren, zu über- Einwände könnten die Zuhörer zu
zeugen oder zu motivieren, und diesem Thema haben? In welcher
arbeite den Stoff dann entsprechend Reihenfolge würden sie diese
aus. Achte darauf, dass alle Haupt- vorbringen? Ordne deine Haupt-
punkte auf dieses Ziel ausgerichtet punkte entsprechend an, damit
sind. die Zuhörer deinen Gedanken gut
folgen, sie verstehen und ihnen
zustimmen können.

˘ Stelle das Thema heraus. Erwähne dazu immer wieder die Schlüsselwörter
des Themas oder gebrauche Synonyme.

˘ Gestalte die Hauptgedanken klar Damit dir die Zuhörer besser


und einfach. Verwende nur Haupt- folgen können, könntest du die
punkte, die wirklich mit dem Thema Hauptgedanken in deiner Ein-
zusammenhängen und die du in der leitung erwähnen und/oder sie
vorgegebenen Zeit ausreichend am Schluss zur Erinnerung
behandeln kannst. Beschränke dich wiederholen.
auf einige wenige Hauptpunkte und
stelle jeden einzelnen deutlich
heraus. Mache dazwischen Pausen
und schaffe fließende Übergänge.

LESE N UND LE H RE N 17
15 Überzeugung
zum Ausdruck bringen
ZIEL: Zeigen, dass man von dem, was man sagt, fest
überzeugt ist und es als wichtig empfindet.
1. Thessalonicher 1:5

SO GELINGT ES:

˘ Bereite dich gründlich vor. Studiere Übe laut. So wird dir der Stoff
den Stoff, bis du die Hauptgedanken noch vertrauter und du wirst im
verstehst und nachvollziehen kannst, Vortragen sicherer.
wie sie durch die Bibel gestützt wer-
den. Versuche, die Hauptpunkte
einfach und knapp wiederzugeben.
Konzentriere dich auf den Nutzen für
die Zuhörer. Bete um heiligen Geist.

˘ Zeige Überzeugung durch deine Wortwahl. Verwende deine eigenen


Worte, statt Formulierungen aus geschriebenen Texten exakt wiederzugeben.
Drücke durch deine Wortwahl aus, dass du hinter dem stehst, was du sagst.

˘ Strahle Ernsthaftigkeit und Überzeugung zum Ausdruck


Aufrichtigkeit aus. Sprich laut zu bringen hat nichts damit zu
genug. Halte Blickkontakt zu tun, taktlos, rechthaberisch oder
deinen Zuhörern. aufdringlich zu sein. Selbst wenn
du mit Ernsthaftigkeit sprichst,
solltest du dabei freundlich und
warmherzig sein.

18
Ermunternd und positiv 16
ZIEL: Sich auf Lösungen konzentrieren statt auf Probleme;
den Zuhörern Mut machen.
Hiob 16:5

SO GELINGT ES:

˘ Sei zu deinen Zuhörern positiv Dein Motiv sollte Liebe sein,


eingestellt. Setze voraus, dass deine nicht Verärgerung. Durch ein
Glaubensbrüder und -schwestern freundliches Lächeln kannst
Jehova gefallen möchten. Falls du du zwischen dir und deinen
einmal einen Rat geben musst, soll- Zuhörern Sympathie aufbauen.
test du wenn möglich vorher auf-
richtig loben.

˘ Sprich nicht zu viel über Negatives. Erwähne nur so viele negative Punkte,
wie es für das Thema wirklich nötig ist. Die Grundstimmung deiner Ausfüh-
rungen sollte positiv sein.

˘ Stütze dich auf Gottes Wort. Hebe hervor, was Jehova für die Menschheit
bereits getan hat, aktuell tut und in Zukunft noch tun wird. Vermittle deinen
Zuhörern Hoffnung und Mut.

( IM PREDIGTDIENST: Betrachte jeden, mit dem du sprichst, als möglichen


Glaubensbruder.

LESE N UND LE H RE N 19
17 Leicht verständlich
ZIEL: Die Zuhörer sollten das, was man sagt, verstehen
können.
1. Korinther 14:9

SO GELINGT ES:

˘ Studiere den Stoff gründlich. Nur wenn du den Stoff selbst gut verstehst,
kannst du ihn einfach und in eigenen Worten erklären.

˘ Verwende kurze Sätze und einfache Lass unnötige Einzelheiten weg,


Formulierungen. Etwas längere Sät- die deine Zuhörer nur verwirren
ze sind grundsätzlich kein Problem. oder überfordern würden. Drück
Doch Schlüsselgedanken solltest du dich einfach aus statt kompliziert.
kurz und treffend ausdrücken.

˘ Erkläre unbekannte Wörter. Verwende so wenig unbekannte Wörter


wie möglich. Falls es nötig ist, etwas Unbekanntes zu erwähnen –
einen Ausdruck, eine biblische Person, eine alte Maßeinheit oder einen
alten Brauch –, liefere dazu eine Erklärung.

20
Für die Zuhörer informativ 18
ZIEL: Die Zuhörer zum Mitdenken anregen und ihnen das
Gefühl geben, etwas Interessantes und Nützliches zu lernen.
1. Korinther 9:19-23

SO GELINGT ES:

˘ Berücksichtige, was die Zuhörer Handle Bekanntes schneller ab


bereits wissen. Statt Bekanntes ein- und nimm dir für neue Gedanken
fach zu wiederholen, solltest du mehr Zeit.
ihnen helfen, ein Thema von einem
neuen Blickwinkel aus zu betrachten.

˘ Recherchiere und mache dir inten- Tauche bei der Vorbereitung


siv Gedanken. Verdeutliche Haupt- selbst in den Stoff ein, indem du
punkte wenn möglich anhand von dir zum Beispiel die W-Fragen
weniger bekannten Fakten oder von stellst: Wer? Was? Wann? Wo?
aktuellen Ereignissen. Analysiere den Wie? Warum? Wenn du einige
Stoff, und achte darauf, dass das dieser Fragen im Laufe deiner
Zusatzmaterial wirklich dazu passt. Ausführungen aufwirfst und
beantwortest, wird es für die
Zuhörer interessanter.

˘ Mache deutlich, warum der Stoff nützlich ist. Erkläre den Zuhörern,
wie ihnen biblische Aussagen im Alltag weiterhelfen. Wende sie auf
typische Situationen, Ansichten und Handlungsweisen an, die den
Zuhörern vertraut sind.

LESE N UND LE H RE N 21
19 Das Herz erreichen
ZIEL: Den Zuhörern helfen, Wertschätzung für das Gelernte
zu entwickeln und entsprechend zu reagieren.
Sprüche 3:1

SO GELINGT ES:

˘ Hilf den Zuhörern, sich selbst zu hinterfragen. Bringe sie durch rhetorische
Fragen dazu, ihre Gefühle zu analysieren.

˘ Fördere positive Beweggründe. Rege die Zuhörer an, zu überlegen, warum


sie Gutes tun. Hilf ihnen, aus den besten Motiven heraus handeln zu wollen:
aus Liebe zu Jehova, zu ihren Mitmenschen und zu den Lehren der Bibel.
Führe vernünftige Argumente an; sprich nicht von oben herab. Hinterher soll-
ten sich die Zuhörer weder beschämt noch schuldig fühlen, sondern erbaut
und motiviert, ihr Bestes zu geben.

˘ Lenke die Aufmerksamkeit auf Denk daran, dass Jehova


Jehova. Stelle heraus, wie biblische Menschen zieht. Gebrauche
Lehren, Grundsätze und Gebote die sein Wort, um die Zuhörer
Eigenschaften Gottes sowie seine zu motivieren.
Liebe zu uns widerspiegeln. Fördere
in deinen Zuhörern den Wunsch,
Jehovas Gefühle zu berücksichtigen
und ihm zu gefallen.

( IM PREDIGTDIENST: Finde wenn möglich durch Fragen heraus, was dein


Gesprächspartner wirklich glaubt. Versuch an seinem Tonfall und seinem
Gesichtsausdruck abzulesen, wie er über etwas denkt. Sei jedoch
geduldig. Bevor er sich dir öffnet, musst du wahrscheinlich erst ein
Vertrauensverhältnis zu ihm aufbauen.

22
Wirkungsvoller Schluss 20
ZIEL: In den Schlussbemerkungen den Zuhörern ans Herz
legen, das Gelernte anzunehmen und umzusetzen.
Prediger 12:13, 14

SO GELINGT ES:

˘ Stelle einen Bezug zum Thema her. Nenne am Schluss noch einmal die
Hauptpunkte und das Thema.

˘ Motiviere die Zuhörer. Zeige ihnen, was sie tun sollen, und erwähne auch
vernünftige Gründe dafür. Sprich mit Überzeugung und dem nötigen Ernst.

˘ Halte den Schluss einfach und kurz. Hetze nicht durch den Schluss
Führe keine neuen Hauptpunkte ein. und werde nicht immer leiser.
Fordere mit möglichst wenigen Wor- An deinen letzten Sätzen sollte
ten noch einmal zum Handeln auf. zu erkennen sein, dass du zum
Ende kommst.

( IM PREDIGTDIENST: Wiederhole am Ende eines Gesprächs den Punkt,


an den sich dein Gegenüber erinnern soll. Falls ein Gespräch abrupt
endet, versuche, trotzdem einen positiven Eindruck zu hinterlassen.
Selbst wenn jemand unfreundlich ist, solltest du so reagieren, dass er
das nächste Mal vielleicht aufgeschlossener ist.

LESE N UND LE H RE N 23
NOTIERE DEINEN FORTSCHRIT T
DAT U M

1 Interessante Einleitung

2 Natürlichkeit

3 Mit Fragen arbeiten

4 Bibeltexte richtig einführen

5 Korrekt vorlesen

6 Bibeltexte erklären

7 Zuverlässige Informationen vermitteln

8 Lehrreiche Veranschaulichungen

9 Anschauungsmaterial

10 Modulation

11 Begeisterung

12 Wärme und Einfühlungsvermögen

13 Den praktischen Wert verdeutlichen

14 Hauptgedanken herausstellen

15 Überzeugung zum Ausdruck bringen

16 Ermunternd und positiv

17 Leicht verständlich

18 Für die Zuhörer informativ

19 Das Herz erreichen

20 Wirkungsvoller Schluss