Sie sind auf Seite 1von 10

Anatomie Gehirn

1. Das Gehirn

• Mit 1,3- 1,5 kg nach der Leber das zweitschwerste Organ

• Die wichtigsten Prozesse wären nicht möglich

• Liegt in der Schädelkapsel und wird von einer knöchernen Kapsel umgeben, welches durch
eine Polsterwirkung einer Liquorflüssigkeit, zum Schutz des Gehirns dient

• Ist somit der Sitz des ZNS, wodurch die Grundlagen aller Gedanken, Gefühle und Wünsche
eines Menschen gebildet werden

2. Blutversorgung des Gehirns

• Durch die Blutversorgung wird das Gehirn reichlich mit Sauerstoff, Glucose und anderen
Nährstoffen versorgt sowie das abtransportieren von Kohlenstoffdioxid
• Da das Gehirn einen hohen Energiebedarf hat, reagiert es besonders empfindlich auf jede
Unterbrechung der Blutversorgung
• Bei Unterbrechung der Blutzufuhr sterben die Nervenzellen innerhalb von drei bis vier
Minuten ab
• Die Blutversorgung findet durch vier Arterien statt

• Zudem zählen die beiden vorderen Halsschlagadern: Arteria carotis interna und Arteria
carotis externa, der sich in Arteria cerebri anterior und Arteria cerebri media aufteilt
• Danach kommen die hinteren Wirbelsäulenarterien: Die Arteria vertebralis und die Arteria
carotis, welche sich in den rechten, also in Arteria vertebralis dexter und Arteria carotis
dexter und in den linken Arteria vertebralis sinistra und Arteria carotis dexter, Arterien
aufteilen
• Alle vier Gefäße sind über das Arterielle Ringsystem miteinander verbunden

• Arterien und Arteriolen, die das gesamte Gehirn versorgen entspringen aus dem arteriellen
Ringsystem bis hin zu kleinsten Kapillaren
• Im Gehirn wird das Blut nicht nur in den Venolen gesammelt, sondern auch in den
Sinuskanälen und im Subduralraum
• Zum Schluss wird das Blut in den Drosselvenen gesammelt

• Die Drosselvene führt das Blut im Endeffekt über die obere Hohlvene in die rechte
Herzklappe
• So wird die kontinuierliche Sauerstoff- Nährstoffzufuhr des Gehirns über ein arterielles
Ringsystem am Gehirn gewährleistet

3. Die Meningen
• Dura Mater

• Die Dura mater ist die harte Hirnhaut

• Wird aus straffem Bindegewebe gebildet

• liegt an der äußeren Innenseite des Schädelknochens und bildet die äußere
Hülle des ZNS

• besteht aus zwei Durablättern, welches zum größten Teil fest zu einer Haut
miteinander verwachsen ist

• Zwischen den großen Hirnabschnitten wird außerdem von der Dura mater im
Schädelraum feste, bindegewebige Dura- septen, auch Trennwände genannt,
gebildet, womit die Hirnteile bei Kopfbewegungen in ihrer Position gehalten
werden

• An manchen Stellen werden die verwachsenen Durablätter voneinander


getrennt, wodurch starrwandige Kanäle entstehen

• Arachnoidea

• ist die mittlere Schicht der Hirnhaut und wird auch aufgrund ihres
Spinnwebenartiges Aussehen als Spinnwebenhaut bezeichnet

• liegt innen an der Dura mater an und ist fast Gefäßlos

• Zwischen den beiden Hirnhäuten liegt der Subduralraum, der sehr extrem
schmal aufgebaut ist

• Im Bereich der Kanäle stülpen sich knopfförmige Wucherungen, also die


Arachnoidalzotten der Spinnenwebenhaut in dem venösen Raum vor

• Aus diesen knopfförmigen Wucherungen wird der Liquor abgeleitet

• Der Subarachnoidalraum ist der Raum zwischen Arachnoidea und Pia mater

• Pia mater

• ist die innere zarte Hirnhaut und enthält zahlreiche Blutgefäße wodurch das
Gehirn mit Nährstoffen versorgt wird

• Die innere Hirnhaut bedeckt somit die Oberfläche des Nervengewebes und folgt
bis in alle Vertiefungen hinein

4. Der Liquor
• ist eine klare, farblose Flüssigkeit, der in Kapillargeflechten gebildet wird und füllt somit den
Subarachnoidalraum aus

• Dort wird der Liquor von den Arachnoidalzotten resorbiert und in die Sinus abgeleitet

• Liqour dient dazu, dass wichtige Funktionen beim Stoffaustausch zwischen Blut und
Nervengewebe stattfindet, welche dafür sorgt Nährstoffe aus dem Gehirn zu erhalten,
damit das Gehirn zu versorgen und Stoffwechselprodukte aus dem Nervengewebe ab zu
transportieren

• Eine weitere Aufgabe ist es, das Gehirn vor Erschütterungen, Reibung und Druck zu
schützen

• Ein Abfluss geschieht zuerst im Subarachnoidalraum in das venöse Blut und danach über
die Lymphbahnen. Ist dies jedoch gestört, entsteht ein Hirndruck, der zu schweren
Schädigungen führen kann

5. Das Ventrikelsystem

• setzt sich aus vier Hohlräumen zusammen, die sich im inneren des Gehirns befinden

• der I. und II. Seitenventrikel, der III. Ventrikel und der IV. Ventrikel

• die beiden Seitenventrikel sind lang gestreckt und ziehen bogenförmig durch alle
Großhirnhemisphären

• Über die Zwischenkammerlöcher wird die Verbindung zum dritten Seitenventrikel


hergestellt

• Über den Aquädukt, ein schmaler Kanal im Mittelhirn, besteht wiederum eine Verbindung
mit dem vierten Seitenventrikel

• Zudem steht ebenso der IV. Seitenventrikel mit dem äußeren Liqourraum, also dem
Subarachnoidalraum über den Aperturae laterales in Verbindung

• Durch diese Zusammensetzung wird das gesamte Ventrikelsystem miteinander zirkuliert

6. Die Aufteilung des zentralen Nervensystems im Überblick

• Das Großhirn

• auch Telencephalon genannt

• liegt direkt unter dem Schädelknochen, der sich wie ein Hut über das Mittel- und
Zwischenhirn aufeinander legt

• ist der Sitz des Bewusstseins


• Empfindungen und Gefühle werden aufgenommen, Handlungen des Wissens
werden gesteuert und Kreativität wird ermöglicht

• An der äußersten Oberfläche des Großhirns liegt die Großhirnrinde (Cortex)

• Ihr Aussehen besteht durch zahlreiche Windungen und Furchen

• wird durch die Längstfurche voneinander getrennt und gliedert sich somit in eine
rechte und linke Hemisphären

• Die beiden Hemisphären werden in der Tiefe nur durch den Balken verbunden

• es gibt es kleinere Furchen die das Gr0ßhirn in vier bestimmte Hirnlappen


unterteilen

• Stirnlappen/ Lobus frontalis

• Scheitellappen/ Lobus parietalis

• Schläfenlappen/ Lobus temporalis

• Hinterhauptslappen/ Lobus occipitalis

• Ein weiteres Kernstück des Großhirns sind die Basalganglien und die Pyramidenbahn

• Basalganglien

• als wichtiges motorisches Koordinationszentrum in dem sich alle


Steuerungsvorgänge der Motorik, Mimik und Gestik und auch die
Regulierung des Muskeltonus wiederfinden

• Pyramidenbahnen

• enthält mögliche Nervenfasern, welche im hinteren Hirnstamm


kreuzen, um die willkürliche Bewegung zu steuern

• Somit wird die Bewegung der rechten Körperhälfte durch


Nervenbahnen die aus dem linken Großhirn kommen gesteuert

• Bei der linken Körperhälfte wird die Bewegung genau andersrum


gesteuert, nämlich durch Nervenfasern die aus dem rechten
Großhirn stammen
• Der schwerwiegende Anteil des Großhirns ist ebenfalls die graue und die weiße Substanz

• Graue Substanz

• Durch eine Konservierung wird dieser Bereich in der Großhirnrinde


grau verfärbt und wird daher auch graue Substanz genannt

• enthält 70% aller Nervenzellen des Gehirns

• Die Nervenzellen liegen mit entsprechenden Funktionen in den


verschiedenen Rindenfeldern beisammen

• Man unterscheidet hierbei motorische und sensorische Rindenfelder


sowie die Assoziationsfelder

• Weiße Substanz

• Durch die weiße Substanz werden verschiedene Hirnabschnitte aus


unendlichem Nervenfaserbündel miteinander verbunden

• diese werden in Assoziations-, Projektions- und Kommissurenbahnen


unterschieden

• Dennoch verschiedene Rindenfelder aller Sinnesorgane

• Assoziationsbahnen passen sich zwischen den verschiedenen


Hirnbereichen einer oder beider Hirnhälften an und leiten Impulse
innerhalb einer Hemisphäre hin und her

• Die Projektionsbahnen treten vom Gehirn zu anderen Bereichen des


ZNS ein und verbinden das Großhirn mit tiefer gelegenen
Gehirnabschnitten sowie mit dem Rückenmark

• Kommissurenbahnen verlaufen quer und verbinden die linke mit der


rechten Großhirnhemisphäre über den mächtigen Balken/Corpus
callosum miteinander

• Motorische und sensorische Rindenfelder sowie Assoziationsfelder

• Motorische Rindenfelder

• liegen in der vorderen Zentralwindung und sorgen dafür, dass die


Bewegungen der Skelettmuskulatur gesteuert werden

• Die Zellimpulse der motorischen Rindenfelder verlaufen demnach


von der Hirnrinde zum Muskel hin
• Sie unterscheiden sich somit in die primären und sekundären
Rindenfelder

• Primär motorisches Rindenfeld ist das Großhirnbezirk,


dass direkt mit dem peripheren Körperteil in Verbindung
steht. Dabei erscheinen verschiedene Körperregionen in
unterschiedlichen Größen

• Sekundär motorisches Rindenfeld sorgt dafür, dass


frühere Informationen und Bewegungsabläufe darin
gespeichert werden, befassen sich zusätzlich mit den
Erfahrungen über vergangene Empfindungen.
Anknüpfende Sinneseindrücke werden somit verglichen
und zur Erkenntnis gebracht

• Sensorische Rindenfelder

• Sitzen in der Hirnwindung hinter der Zentralfurche

• Hierbei werden afferente Nervenbahnen mit Sinnesreizen aus der


Umwelt zum Gehirn weiter geleitet und dort verarbeitet

• Unterscheiden sich ebenso in Primäres und Sekundäres Rindenfeld

• Beim primär sensorischen Rindenfeld geht es um die


bewussten Empfindungen

• Im sekundär sensorischen Rindenfeld sind Erfahrungen


über ehemalige Empfindungen gespeichert. Hierbei
werden neu eingetroffene Sinneseindrücke zum Beispiel
über Muskellänge, Gelenkstellung und Gleichgewicht
verglichen, erkannt und dementsprechend geprägt

• Assoziationsfelder

• Nehmen einen Großteil der Hirnrinde in Anspruch

• Werden dazu benötigt, Impulse verschiedener Rindenfelder


miteinander zu assoziieren/verknüpfen

• Durch die Verbindung der verschiedenen Rindenfelder wird die


Grundlage für viele Hirnleistungen gebildet und zusammengeführt
• Rindenfelder aller Sinnesorgane

• Haben einen eigenen Sitz in der weißen Substanz

• Das Sehzentrum, befindet sich im Hinterhauptslappen des Großhirn


und teilt sich ebenso in die primäre und sekundäre Sehrinde

• Die Sehbahn endet in der primären Sehrinde

• In der sekundären Sehrinde werden Bilder verarbeitet, die


aufgenommen werden, so dass das Gesehene, nicht nur
als eine Wahrnehmung gilt, sondern auch identifiziert
werden kann

• Das primäre und sekundäre Hörzentrum, liegt im Schläfenlappen des


Großhirns unterhalb der seitlichen Großhirnfurche

• Im primären Höhrzentrum endet die Höhrbahn

• Durch den sekundären Höhrzentrum werden


Höhreindrücke identifiziert

• Lesezentrum im hinteren Scheitellappen, sowie das Wernicke-, und


BROCA-Zentrum außerhalb der Großhirnrinde

• Das Wernicke-Zentrum befindet sich im Schläfenlappen


und ist ein besonderes Rindenfeld für das
Sprachverständnis und ist eng mit dem sekundären
Hörzentrum verbunden. Sobald eine Schädigung in
diesem Bereich vorliegt, kann es dazu kommen, dass
Betroffene Menschen Wortfindungsstörungen entwickeln.
Jedoch kann der Betroffene trotz dessen einfache,
flüssige oder auch teilweise Phantasiewörter bilden

• Das BROCA-Zentrum im Frontallappen befähigt die


Sprachproduktion oder Artikulation der Wörter. Liegt in
diesem Bereich eine Schädigung vor, führt diese dazu,
dass der Betroffene an sich genau weiß, was er sagen
möchte diese jedoch nur undeutlich oder gar nicht mehr
verbalisieren kann
• Das Zwischenhirn

• Auch genannt Diencephalon, liegt zwischen dem Großhirn und dem Hirnstamm

• Regelt vegetative Sachen im Körper und setzt sich aus zwei Teilen zusammen

• Zum einen besteht das Zwischenhirn aus dem Thalamus

• Alle Informationen die der Mensch aus der Umwelt oder


der Innenwelt des eigenen Körpers aufnimmt werden zum
Thalamus weitergeleitet

• Für die Filtration zuständig, damit das Bewusstsein eines


Menschen von aufgenommenen Signalen nicht überflutet
wird

• Zum anderen gehört dazu der Hypothalamus

• Sitzt unterhalb des Thalamus

• Zahlreiche körperlicher und psychischer Lebensvorgänge,


welches über die Nerven als auch über das
Hormonsystem gesteuert wird

• Enges Verhältnis zwischen dem Nerven- und dem


Hormonsystem

• Das Kleinhirn

• Auch Cerebellum genannt, befindet sich in der hinteren Schädelgrube unterhalb


des Hinterhauptslappen vom Großhirn

• Die Kleinhirnoberfläche ist durch mehreren feinen Windungen und Furchen


gekennzeichnet

• An der Oberfläche des Kleinhirns liegt die Kleinhirnrinde, welche aus grauer
Substanz besteht

• Darunter die Nervenfasern, welches wiederum aus der weißen Substanz


besteht

• Ist mit dem Großhirn, dem Mittelhirn, dem Rückenmark und dem
Gleichgewichtsorgan verbunden

• Hat die Funktion eines Koordinationszentrums

• Bewegungen werden aufeinander abgestimmt


• Grundspannung der Muskeln werden koordiniert, so dass man die
Körperhaltung beim Gehen im Gleichgewicht beibehalten kann

• Nicht nur Informationen des Gleichgewichtsorgans werden verarbeitet, sondern


auch Tastsinn und der Tiefensensibilität

• Der Hirnstamm

• Der unterste Abschnitt des Gehirns

• Wird in drei Abschnitte eingeteilt

• Das Mittelhirn

• Auch Mesencephalon genannt, ist der kleinste Anteil des


Gehirns und befindet sich zwischen dem Zwischenhirn
und der Brücke

• Besteht aus dem optischen und akustischen


Reflexzentrum

• Enthält Pyramidenbahnen, wodurch motorische und


sensible Informationen zwischen der verlängerten Mark,
dem Rückenmark, der Brücke, dem Kleinhirn, dem
Großhirn und dem Thalamus ausgetauscht werden

• Enthält Kerngebiete des extrapyramidalen Systems

• Diese werden als schwarze Substanz/Substantia nigra


und als einen sogenannten roten Kern/ Nucleus ruber
gekennzeichnet

• Die Substantia nigra hat ihre Farbe durch Eisen und durch
das Melanin, welches vom menschlichen Organismus
gebildet wird um die Pigmentierung beispielsweise der
Hautfarbe zu bewirken. Durch die Zellen der Substantia
nigra wird der Botenstoff Dopamin produziert. Daraus
folgend wird die Kommunikation mit dem Streifenkörper
ermöglicht

• Dopamin ist ein Neurotransmitter und entsteht aus dem


Eiweißprodukt Dopa und dient als Vorstufe für Adrenalin
und Noradrenalin und wirkt am sympathischen
Nervensystem. Durch Dopamin wird der Muskeltonus
reguliert und die Bewegungsabläufe in Koordination
gesetzt. Daherist Dopamin sehr essentiell für den Antrieb
im Körper. Damit Dopamin im Gehirn richtig ansetzt, ist
die Menge einzelner Transmitter nicht allzu wichtig, eher
deren Mengenverhältnis untereinander. An dieser Stelle
ist das Gehirn sehr flexibel und reagiert blitzschnell um
Bewegungsabläufe zu regulieren. Ebenso hemmt
Dopamin die Produktion von Talg und Schweiß

• Die Brücke

• Auch Pons genannt, ist das Ursprungsgebiet mehrerer


Hirnnerven und verbindet das Großhirn mit dem
Rückenmark durch längst verlaufende Nervenbahnen.
Durch quer verlaufende Faserbündel wird wiederum das
Großhirn mit dem Rückenmark in Verbindung gestellt

• Das verlängerte Mark

• Auch genannt Medulla oblangata, ist der Übergang vom


Gehirn zum Rückenmark und somit der unterste Abschnitt
des Hirnstamms. Die Medulla oblangata besitzt auf und
absteigende Pyramidenbahnen die sich dort ankreuzen
und besitzt lebenswichtige Zentren um das Herz-
Kreislaufsystem, das Atemzentrum sowohl als auch
Brech-, Husten-, Nies- und Schluckzentrum zu steuern.
Um diese Steuerungsvorgänge koordinieren zu können
erhält das verlängerte Mark ihre Informationen durch das
vegetative Nervensystem und direkt aus dem
verlängerten Mark. Dort treffen aber auch Sensoren an,
die ebenfalls dazu nutzen Informationen zu erhalten