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DIE GROßEN AUßENSEITER

Gemeint sind hier jene Dichter, die sich zwischen Klassik und Romantik befinden. Aus der deutschen Klassik sind zwei Namen geblieben: Goethe und Schiller und parallel dazu verlief die Romantik mit Brüder Schlegel, Brentano, Arnim Zwischen diesen zwei Epochen gibt es Autoren, die man weder zu Klassik noch zu Romantik zählen kann, weil sie Merkmale der Klassik und Romantik in sich vereinen. Neben diese zwei Epochen und Dichter aus diesen Epochen kommt noch etwas drittes dazu und zwar die Lesepublik (besteht aus Bildungsbürgertum). In dieser Zeit gibt es schon die allgemeine Schulpflicht, alle konnten lesen und schreiben. Deshalb war der Bedarf an Büchern groß. Meinungen über Schiller und Goethe waren verschieden. Einige haben genossen sie zu lesen, aber die meisten kannten nur Zitate von Goethe und Schiller, haben nach der Klassik gestrebt und haben diese Zitate falsch interpretiert. Das hat diese Epoche banalisiert (vereinfacht) und es kommt zur Verflachung. Deswegen kommt es im 19.Jh. zur Trivialliteratur und noch kommt es zur Romantik, die eine Gegenbewegung der Klassik bedeutete.Romantik hatte einen negativen Klang (hatte negative Zeichen). Aber heute ist Romantik nicht nur etwas trivialles, sondern ist die wichtigste Epoche in der modernen Kunst.

Moderne Kunst hat viele Deutungen. Für einige beginnt diese moderne Kunst schon beim Ackermann aus Böhmen (Renaissance, Humanismus) - der Mensch befreit sich von der Kirche. Man fragt sich, warum soll man erst in Jensetits glücklich sein und nicht schon jetzt. Weswegen soll man erst nach dem Tod auf die Belohnung warten? Jede Epoche hat etwas Modernes. Genuß ist erlaubt für alle. Soll man fürs Diessetis leben, war die Frage. Ja oder nein? Man beginnt anders zu denken und das ist auch etwas Modernes. Oder z.B. Luther mit seiner Bibelübersetzung. Was bedeutet die Konstituierung der deutschen Sprache als Schriftsprsche und Mundsprache? Die Reformation hat sich für sehr wichtig erwiesen für die deutsche Sprache, Kultur (früher war Latein wichtig). Reformation ist also auch etwas Modernes. Aufklärung ist auch etwas Modernes - man soll Gottes Existenz mit dem Verstand beweisen (man hat Schwierigkeiten mit dem Wunder, man wollte hier alles überprüfen). Klassik mit Goethe und Schiller ist auch sehr modern.

Wegen des 30-jährigen Krieges (2/3 aller deutscher Bevölkerung war vernichtet) verlief die deutsche Klassik nicht parallel mit französischer Klassik. Die Entwicklung der gesamten Nation wurde für Jahrzehnten zurückgeworfen.

Die Romantik hat den ersten Ansatz gegeben, offener, toleranter zu sein. Goethe meinte, daß die Toleranz ein Gebiet sei, das man als Gebildeter nicht verwenden solle. Toleranz bedeutet Duldung von etwas, was mir fremd ist. Im 18.Jh. konnte man nicht von Duldung und von Toleranz reden. Aber heute bemüht man sich für die Toleranz.

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KLASSIK mit Goethe und Schiller ist eine Kunst, die versucht möglich frei zu sein von Subjektivität. Man versucht harmonisch, ausgewogen zu sein. Man sollte sich in der Mitte befinden. Klassiker streben in der Kunst zu einer geschlossenen, bestimmten, deutlich definierenderen Form. In dieser Form wird typisches, normatives gestaltet im Gegensatz zu Romantik. Die Klassik versucht Vollendung zu erreichen; Statik, Schönheit als Harmonie zwischen den Sinnen (sinnlicher Trieb) und den Gesetzen der Vernunft (Gefühle, Harmonie - Vernunft). In der Klassik versucht man das Universelle zu schaffen und zu verbinden mit dem Individuellen. Man versucht das Besondere und Allgemeine, das Willkürliche und Gesetzliche, Diesseits und Jenseits zu verbinden. Das ist alles das Ideal der Humanität. Und das Ideal der Humanität ist stetige, unaufhörliche Persönlichkeitsbildung - der Mensch soll sich als Persönlichkeit bilden. Klassiker (Goethe, Schiller) sind Optimisten. Sie glauben an die Möglichkeit der freien, geniallen Selbstbestimmung und Selbstvollendung.

Die Jungfrau von Orleans: Sie bekommt von Gott die Botschaft, sie solle das Vaterland retten. Aber eine Frau gehört nicht in den Krieg, sie soll zu Hause Kinder erziehen. Sie wird das Land und den König retten unter einer Voraussetzung: sie darf nicht lieben. Man fragte sich im 18., 19. Jh.: Was ist die Liebe zum Vaterland? Ist die Frau dazu da, daß sie tötet, das sie nicht liebt? Aber die Jungfrau von Orleans, die das Land retten soll, verliebt sich und das noch in einen Feind (sie ist Französin und er ist Engländer) - das ist Doppelverrat. Und so lange sie liebt, kann sie das Land nicht retten. Was jetzt, weil sie doppelt liebt? Wenn man das klassisch betrachtet, ist sie frei und kann sich selbst entscheiden: Will sie das Vaterland retten oder weiter lieben? Ist die Liebe zu einem Mann eine falsche? Was wiegt höher: das Abstrakte - Liebe der Landschaft oder das persönliche Glück? Nach Schiller entscheidet sie sich frei, wie alle Figuren der Klassik. In diesem Konflikt zwischen Gut und Böse entscheidet sie sich freiwillig für die Pflicht

Eine klassische Figur hat die Wahl sich zu entscheiden. Diese Figuren sind freie Menschen. Naturalismus dagegen sagt aber, daß Menschen bestimmt sind in allem, sie können sich nicht entscheiden, sie haben keine Wahl in einer Entscheidung. Früher, bei den Griechen, gab es aber Schicksal (Orakel) - z.B. Ödipus. In Antike gab es trotz den Schicksal auch Tragödien, wo alles bestimmt war, aber der Mensch hat gegen Schicksal gekämpft. Wenn aber alles bestimmt ist, so wie in dem Naturalismus, hat der Mensch keine Wahl, es gibt keine Tragödien. Es gibt keine Tragik, alles kann nur traurig sein, weil der Mensch regiert wird. Dieser naturalistische Mensch wird ferngesteuert (daljinsko krmiljen) von der Rasse,

In der Klassik gibt es das nicht, der Mensch entscheidet sich frei für die Pflicht. Die Klassik sucht Harmonie, Vollendung, geschlossene Formen, klare Definitionen (man

weiß, was eine Tragödie ist, eine Komödie, Sonett, Ballade,

).

Bei der ROMANTIK ist das nicht mehr der Fall. Die Romantik strebt nach Offenheit, sie duldet keine Definitionen, sie ist unabgeschlossen, unvollendet, offen.

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Das war der Problem zwischen Romantik und Klassik (sie pendelten zwischen Gesetz und Freiheit), die auch in der Praxis, nicht nur in der Theorie, kämpften. Hier ist die Rede von drei Autoren. Alle drei wurden so geboren, daß sie die französische Revolution (1789) erlebt haben. Auch die Folgen von dieser Revolution haben die Dichter selbst erlebt. Die großen Ideen der französischen Revolution waren die große Ideale, die man verwirklichen muß. Das waren: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - Worten, die nach Inhalten schreien. Die französische Revolution wollte eine ideale Staats- und Gesellschaftsordnung. Aus diesen Wünschen wurde dann aber nichts und auch das

was

haben die Dichter erlebt. Sie erlebten auch die Krise, Hunger, Unsicherheit,

damals etwas alltägliches, normales war. Krise war Normalität für sie. Sie konnten weder die Vollendung noch Offenheit erreichen, weil das weder eine Existenz noch eine Flucht (beg) ist. Und deshalb ist die Literatur von diesen drei Dichter etwas ganz anderes. (Von diesen drei Autoren haben zwei Napoleon geliebt, einer hat ihn aber gehaßt, sonst hatten sie ähnliches Leben.)

JEAN PAUL

(Johann Paul Friedrich Richter)

(1763-1825)

Jean Paul ist der erste Außenseiter. Er war Sohn eines armen Landpfarrers. Er hat Theologie in Leipzig studiert, aber konnte nicht zu Ende studieren, weil seine Familie sehr arm war. Er wurde Hauslehrer in seiner Heimat. Hier hat er eine Grundschule geleitet, die er auch selbst gegründet hat. Charlotte von Kalb interessierte sich für ihn (sie interessierte sich auch schon für Schiller). Sie lud ihn 1796 nach Weimar ein. Dort wurde er ein eingehender Dichter. Er lernte Goethe und Schiller kennen, aber die Beiden haben ihn als Dichter nicht

gehert. Schiller sagte: " Ich habe ihn zierlich (klein) gefunden,

Dämon, der aus dem Himmel gefallen ist." Herder dagegen hat ihn gemocht und hat auf ihn einen großen Einfluß ausgeübt, so großen wie J.J. Rousseau, Swift, Sterne und Hamman. Sie haben seine innere Entwicklung mitbestimmt. Jean Paul sollte auch Herders Tochter heiraten. Er war nicht schön, aber er hatte Gewisses etwas, er war ein Scharmer, er hatte magische Wirkung auf Frauen. Da gab es noch ein Mädchen aus Mainz, das zu ihm gekommen ist schon als er verheiratet war. Jean Paul ist nach Berlin gekommen, wo er seine Frau, die Tochter eines Professoren, kennengelernt hatte.

, fremd, wie einen

Er ist im Jahre 1825 fast blind bei Roit gestorben. In seinem Leben ist ihm nichts Großartiges widerfahren. Er hat ein Leben eines Kleinbürgers gelebt. In seinem Leben hat er auch nicht viel gereist, er hat die Grenzen des jetzigen Deutschlands nicht überquert.

Er war zu

besessen von einer Schreibwut. Er hat sehr viel geschrieben und auch sehr viel

Für sein Leben waren zwei wichtige Flüssigkeiten wichtig: Bier und Tinte

gelesen. Er las wahrlich (resnično) alles, was auf Deutschland erschienen ist:

Geschichte, Belletristik

Er war sehr belesen und hatte ein enormes Gedächtnis.

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Er hat viele Tiere gehabt. Und verbrachte Arbeitsraum.

fast seine ganze

Zeit in seinem

Jean Paul hat ein sehr, sehr umfangreiches Werk hinterlassen. Er hat fast alles in Prosa geschrieben. In dieser Zeit haben ganz wenige Dichter in Prosa geschrieben. Begonnen hat er mit Satiren, aber sie waren beim Lesepublikum erfolglos geblieben. Später hat er aus diesen Satiren doch etwas gerettet und zwar, das satirische Elemente hat er in den Roman verwendet. Durch Jean Paul wurde Roman bis zu heutigem Tag die wichtigste Dichtungsform der deutschen Literatur. Er beschrieb in Romanen das, was er sieht, so gut er das sehen und erfassen konnte. Er zeigt in Romanen die deutschen Höfe. Diese Höfe waren kleine, lächerliche Zwergställe -Duodezfürstentümer. Er zeigte ihre innere und äußere Politiker, Korruptionen, die Gegenspiele und Fürchter der Fürsten, ihr streben nach der Macht, Reichtum, nach Genuß. Er zeigte auch die "höhen Menschen" - sie waren Gegenspieler, Opfer dieser Höflichen, Fürsten, Politiker. Sie waren einfache Menschen die voller Sehnsucht waren nach höheren Dasein, den sie auf der Erde nicht erreichen konnten. Die "höhen Menschen" waren normale, arme Menschen, die geschwärmt haben von Liebe, Natur und Freundschaft. Und Jean Paul hat diese Menschen beschrieben. Diese Menschen haben einen namenlosen Wunsch, den sie gar nicht bezeichnen konnten.

Jean Paul wollte in seinen Werken in einem Satz die ganze Welt erfassen. Seine Dichtung ist offen, fragmentarisch (selbst ein Roman von 1000 Seiten war ein Fragment) ® das ist der romantische Stil. Er überblickt die Welt nicht mehr und deshalb zeigt er die Welt auch als Fragment. In Romanen hat er versucht das Totalität zu erfassen. Die Novelle ist ein Stück von dem Roman. Ende des 18.Jh. funktioniert der Roman als eine Ganzheit nicht mehr. Wir können viel lesen, aber deshalb werden wir die Welt nicht besser verstehen. Die Welt ist ein Chaos, ein Fragment. Die Romantik zeigt die Welt so, wie sie ist. Die Klassik zeigt das Ideal und die Romantik zeigt das Leben. Jean Paul überblickt (versteht) die Welt nicht mehr, deswegen zeigt er die Welt als ein Fragment und das ist romantisch.

DIE UNSICHTBARE LOGE [lože]

Das erste Werk, ein Roman von Jean Paul ist im Jahr 1793 erschienen. Das ist ein Erziehungsroman und ein Fragment - ganz romantisch. Es geht um eine ungewöhnliche Erziehungsmethode. Ein Junge wird bis zum seinen 19. Lebensjahr in einer Höhle, Grotte eingesperrt und erzogen, damit er einen festen Charakter hat. Und erst dann kann er die wahre Welt sehen, die ihn nicht mehr verderben kann.

HESPERUS ODER DIE 45 HUNDSPOSTTAGE (1795)

Diesen

Freundschaft.

Roman

hat

man

bezeichnet

als

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den

großen

Roman

der

Liebe

und

Er war sehr beliebt in der Zeit und das war der dritte große Ereignis in der deutschen Literatur. Das erste war Klopstock, das zweite war Werther von Goethe und das dritte

war Hesperus oder die 45 Hundsposttage.

Für Jean Paul ist typisch, daß man seine Werke nicht nacherzählen kann und so ist auch mit diesem Werk. Das Geschehen der Handlung ist bei ihm nicht so wichtig. Wichtig ist, daß sich der Mensch im Gott äußert. Er zeigt die innere Welt von Personen. Er schildert unbedeutende, unklare, verwirrte, unwahrscheinliche Geschehen, aber trotzdem wurde er sehr gelesen. Diese innere Seite von Menschen zeigt Jean Paul, die wütend gelesen wird von Adligen.

Im Jahr 1796 hat Jean Paul einen Eheroman geschrieben mit dem Titel SIEBENKÄS

(BLUMENSTRICH-, FRUCHT- UND DORNENSTÜCKE oder EHESTAND, TOD UND HOCHZEIT DES ARMENADVOKATEN FIRMIAN STANISLAUS SIEBENKÄS IM REICHSMARKTFLECKEN (trg, ne vas ne mesto) KUHSCHNAPPEL).

Kuhschnappel ist die Stadt, ein Hof, wo Jean Paul lange gelebt hat als junger Mensch. Der Armenadvokat ist ein Rechtsanwalt, der arme Kunden hat und auch selbst arm war. Früchte-, Blumenstrich- und Dornenstücke sind auf den Ehestand, Tod und Hochzeit des armen Advokaten bezogen. So ein Advokat ist Siebenkäs. Seine Frau ist eine Kuh und deshalb geht sie ihm auf die Nerven und will sie los werden. Aber wie? Siebenkäs hat einen guten Freund, der eine gute Idee hatte und rät ihm, er sollte seinen Tod inszenieren und neu zu heiraten. Tatsächlich macht Siebenkäs das - er inszeniert sein Tod (er ist schein gestorben), heiratet das zweite Mal und lebt heute noch glücklich.

In dieser Geschichte zeigt Jean Paul eine ganze Palette des damaligen Lebens (am Ende des 18. Jh.). Was hier geschildert ist, sind Sonnen- und Schattenseiten eines kleinbürgerlichen Lebens. Wie ein Mensch, der nicht viel Geld hat, lebt. Jean Paul hat die arme, unglückliche Menschen, die aber tapfer ihr Leben lebten, sehr genau beschrieben. Man nannte diesen Roman der realistischsten aller realistischen Romanen.

Das Hauptwerk TITAN (1800-1803) von Jean Paul ist als sein umfangreichster Roman betrachtet. Hier versuchte er die Figur eines Idealherrschers, wie er ihn sich vorstellte, zu gestalten. Nicht so wie diesen Schiller und Goethe gesehen haben. Hier hat er auch viele geistige Gestalten kritisiert, auch die Klassiker und die Ästhetik der Frühromantiker. Jean Paul war gegen den potenzierten Subjektivismus von dem Philosophen Fichte. Der Schauplatz in diesen Roman ist neben Deutschland auch Italien. Er hat die italienische Landschaft herrlich geschildert, obwohl er sie nie gesehen hat.

FLEGELJAHRE (erschienen 1804/05) - ein Fragment und für das lesbarste Werk von Jean Paul gehalten. In seinen Werken unterbricht er immer wieder die Handlung mit Assoziationen, Schilderungen, Überlegungen, philosophischen Gedanken und noch mit sonst allem,

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was ihn gerade zukommt im Zusammenhang mit seinen Figuren und das ist schwer zu lesen. In dieser Geschichte geht es um eine Erbgeschichte. Es gibt ein Erbe (dediščina) und zwei Zwillinge, die etwas erben sollen. Einer ist lebenstüchtig (življenjsko sposoben, praktičen), der andere nicht. Jean Paul versuchte in diesen zwei Zwillingen sein Inneres zu objektivieren. Er versuchte diesen Riß zwischen der Welt, wie er sie sieht und so, wie sie ist, zu zeigen. Das war ein philosophisches und dichterisches Problem: Wie sehe ich die Welt? So wie sie ist oder so wie sie mir beigebracht wird? Aber jeder kritische Mensch weiß, daß man die Welt immer durch eigene Augen filtriert.

DER KOMET (1820)

- ein Fragment Es handelt sich über einen Apotheker, der drei fixe Ideen hat:

1. Er ist davon überzeugt, daß er das Rezept für künstliche Diamanten entwickelt hat.

2. Er glaubt, daß er ein Adliger ist (daß er von Fürstenstand stammt).

3. Seine Sehnsucht nach einer Geliebten, die überhaupt nicht existiert (es gibt

sie nur in seiner Phantasie). Jean Paul hat das Eine komische Geschichte genannt. Aber es ist so komisch wie Don Kihot von Cervantes. Er selbst sagt, daß er sich erlaubt hat mit der komischen Muse auszutanzen. Der Komet ist voll von grotesken Szenen, Grausamkeiten, von Erlebnissen, die man erst mit Hilfe der tiefen Psychologie richtig deuten kann.

Parallel zu diesem Werk schuf Jean Paul eine Reihe von IDYLLEN.

Die Helden sind hier im Prinzip arme Schlucker (pijandura), arme Menschen - junge

Leute (Lehrer, Hilfsplaner,

die ein einfaches Leben führen. Ihr Lebensraum ist

das ärmliche Dorf, wo auch Jean Paul ein Teil seines eigenen Lebens verbracht hat.

),

Die erste berühmte Idylle entstand anlehnend zu dem Roman Unsichtbaren Loge.

LEBEN DES VERGNÜGTEN SCHULMEISTERLEIN MARIA WUZ IN AUENTHAL (Maria

Wuz) - 1793 Wuz ist zum Inbegriff (utelešenje) eines Menschen geworden, der ein großer Meister in der Kunst geworden ist und der sich immer auf etwas freut. Maria Wuz ist ein Schulmeister.

20.10.1998

Im Jahr 1796 verfasst J. Paul seine nächste Idylle mit dem Titel:

LEBEN DES QUINTUS FIXLEIN.

Das ist eine humoristische Idylle. Quintus Fixlein ist ein junger Mensch, der eine fixe Idee hat und zwar, daß er am seinen 30. Geburtstag sterben wird. Diese Idee liegt begründet in seiner Familie, denn alle seine männlichen Vorfahren sind am ihren 30. Geburtstag gestorben. Aber er wußte nicht, wann er geboren wurde und er kann deshalb über den Tag, wann er 30 Jahren alt wird, nur vermuten. Seine Mutter behielt dieses Datum für sich und erzählt ihm, daß sie vergaß, wann er geboren wurde. Das macht sie nur deshalb, weil

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sie ihn retten will. In dieser Nacht, als er sterben sollte, erzählte ihm seine Mutter Geschichten, so daß er diesen Tag überwindet. Er überlebt seinen 30. Geburtstag, heiratet

Jean Paul hat auch HUMORESKEN geschrieben. Sie sind komisch und humorvoll. Er hielt sie für sehr ungewöhnliche, aber harmlose Geschichten. Erst mit der Hilfe der tiefen Psychologie konnte man diese Werke deuten und verstehen. Es geht um viele psychologische Probleme, die hier behandelt werden:

Schutzvorkehrungen (varnostni ukrep), Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Klaustrophobie, Kontrollzwang (Habe ich die Tür gesperrt oder nicht? - fragt man sich

Solches hat er schon Ende des 18. Jh. geschrieben (und erst im 20.

Jh. wurde es erklärt).

auch im Alltag)

Er ist für einen großen Dichter gehalten worden. Aber er war sehr schwierig zu lesen, weil er zwischen Klassik und Romantik steht. Er legte großen Wert auf die Formen, wobei die klassischen Formen für ihn nicht relevant sind, weil er die Welt chaotisch sieht. Er kennte die Welt nicht und deshalb schreibt er Fragmente um die Leser zu berühigen. Das waren gewollte Fragmente, die von Romantiker vor allem absichtlich betont und gepflegt wurden. Trotzdem versucht Jean Paul alles zu erzählen (trotz dessen, daß er nicht alles wußte). Er bleibt nicht nur bei der Handlung, er unterbricht sie mit Aphorismen, Metaphorismen, Überlegungen zu der Form, Träumen, mit vielen Wissen, die er aus verschiedenen Büchern gelesen hat und er schrieb viele Vorreden.

Jean Paul ist einer der größten Meister des APHORISMUS. Aphorismen waren damals in der Weltliteratur ohne Vorbild und wurden nach J.Paul nicht viele davon geschrieben.

Er war auch ein großer Meister einer Art der Dichtung, die er begonnen hat zu schreiben. Das war TRAUMDICHTUNG. Das ist eine Dichtung in doppelter Bedeutung des Wortes. Es ist eine Dichtung von Träumen, Visionen. Das waren vollkommen alogische Bildfolgen für den Verstand (man kann sie sich schwer erklären). Und diese Träume scheint J. Paul mitzuteilen. Diese Traumdichtung sind auch literarische Werke. Sie sind autonomisch sprachgebildet und mit Hilfe von Wörtern und Sätzen schildern sie das, was sie schildern. Das bedeutet, daß sie für sich selbst stehen.

Eine solche Traumdichtung heißt:

REDE DES TOTEN CHRISTUS VOM WELTGEBÄUDE HERAB, DAß KEIN GOTT SEI.

(Aus dem Siebenkäs)

Sehr wichtig sind seine VORREDEN, die er zu seinen Werken geschrieben hat. Diese Vorreden wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. genauer untersucht. Diese Vorreden hat Jean Paul genau konzipiert. Sie sind deswegen so wertvoll, weil wir viele Selbstdeutungen von J. Paul finden und auch deswegen, weil sie wesentliche wichtige Ergänzungen von seinem Werk VORSCHULE DER ÄSTHETIK (1804) sind.

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In dieser Vorschule der Ästhetik entwickelt Jean Paul Theorien über Komik, Witz, Humor. Das heißt, daß das auch eine Art Poetik ist. Dadurch vervollständigte er die älteren Ästhetiken von der Aufklärung bis zur Klassik.

Bei Jean Pauls Schreiben war von großen Bedeutung, was seine Dichtung betrifft, seine Gabe - er war das Genie der Selbstbeobachtung. Er war auch ein Genie der literarischen Gestaltung der Selbstbeobachtung. Das heißt, er erlebte es immer wieder, daß er sich selbst zuschauen konnte. Das sind nicht erfreuliche Erlebnisse. Er "

Dies hat zur

hat das in seinen Werken zu schildern versucht: "Ich bin ein ich Schizophrenie (Geisteskrankheit) gefolgt. Zur Ich Verspaltung.

Er hat seine Erlebnisse immer wieder ästhetisch behandelt. Dieser Dualismus hat ihn sehr beschäftigt. Das ewige Rätsel für ihn war: "Wie können in einem Menschen zwei so unvereinbare Dinge vereinigt werden, wie der Körper und Geist oder wie Leib und Seele?" Das hat er auch in seinen Romanen so beschrieben.

Noch eine Frage hat ihn sehr stark beschäftigt und das war der Tod. In der Idylle Quintus Fixlein ist vom Tod 42 Mal die Rede. Dieses Bewußtsein, daß man selbst nicht eine Einheit ist, ist es schwierig zu verstehen. Aber dieses Bewußtsein konnte er bewältigen, indem er sehr offen war für die Sinnenwelt (eine Welt, die man mit Sinnen erfasst). Deswegen sind seine Werke reich an Fakten. In seinen Werken erfahren wir mehr über die Lebensgewöhnheiten seiner Zeit als bei anderen Zeitgenossen (Schiller oder Goethe).

Jean Paul ist auch ein geborener Epiker, mit einem sehr großen Wortschatz und einer Neugier. Man nimmt an, daß sein Wortschatz größer ist als der von Goethe war. In seiner Zeit wurde er geliebt, gefeiert. Ziemlich rasch nach seinem Tod wurde er vergessen. Man begann sich für ihn wieder zu interessieren nach der Erforschung des Jungs und Freuds. Expressionissmus begann ihn stark zu rezipieren. Er war ein Lieblingsdichter der Kollegen: Gotthelft, Keller, Meyer, Raabe, Stifter, George, Hofmannsthal, Hesse, Botho Strauss. Ihn begehrten auch Französen und Russen:

Hugo, Puskin, Dostojewski

Er hat auch POLITISCH - PHILOSOPHISCHE SCHRIFTEN geschrieben. Politisch gesehen war er demokratischer, weltbürgerlicher Gesinnung (notranje prepričanje, mišljenje). D. h. Kosmopolit im Gegensatz zu anderen Dichter.

Pädagogisch gesehen war er auch wichtig, weil er ein sehr wichtiges Werk für Pädagogik geschrieben hat: LEVANA (1807) Levana ist die Schützgöttin der Kinder.

Jean Pauls Stil

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— Jean Paul ist nicht leicht zu lesen, weil er die gewöhnte Syntax aufgelöst hat. Er benützt viele Anspiegelungen, Metapher, Gleichnisse, die nicht leicht zu verstehen sind. Er arbeitet auch mit den Assoziationen. Er schreibt ab von der Handlung und unterbricht sie mit Anreden an den Leser.

— Jean Paul hatte eine feste Überzeugung, daß der Schriftsteller die Funktion habe Aufklärung zu vermitteln. Dieses Aufklärerische umfasst sein ganzes literarisches Schaffen, als auch das Politische und auch seine pädagogische Abhandlung

Levana.

— Er bemüht sich um eine offene Form des Romans und um eine scheinbare Systemlosigkeit in Romanen. Das entspricht den Ausdruckswillen des Autors. Diese Offenheit der Formen soll den Leser erkennen lasen, daß das menschliche Leben nicht überschaubar ist, sondern, daß es sich viel mehr in einem ständigen Widerstreit befindet zwischen dem Ideal, das man anstrebt, erreichen möchte, und den ganz realen konkreten Hindernissen. Deswegen haben alle seine Romane fragmentarischen Charakter und seine Handlungsführung ist nicht immer logisch motiviert, sie ist nicht streng komponiert.

— Zu dem schafft er Charaktere die empfindsam, genial, schwärmerisch sind und deshalb sind sie nicht einfach zu verstehen. Oft sind sie sogar Sonderlinge (čudak, posebnež). Diese Figuren bewegen sich oft zwischen der realen Welt, an die sie gebunden sind, und dem Willen diese Welt zu transzendieren. Das heißt, über die Erfahrung und sinnliche Wahrnehmung dieser Welt zu gehen.

— Jean Paul glaubt, als überzeugter Aufklärer, daß der Autor aufzuklären hat. Er versucht zwischen Geist und Körper zu vermitteln.

FRIEDRICH HÖLDERLIN (1770-1843)

Er ist der zweite große Außenseiter in dieser Gruppe, aber er hatte das Pech dazu, daß man ihn erst Anfang des 20. Jh. entdeckt hatte. Sogar Schiller und Goethe und andere Romantikdichter wurden wahrgenommen. Er wurde aber nur von seinen literarisch gebildeten Freunden wahrgenommen. In seiner Zeit hat ihn kaum einer akzeptiert. Er wurde kaum gelesen. Entdeckt wurde er von Stefan George, Rilke - von Exspressionisten.

Er hat wunderschöne Gedichte geschrieben, die man in Nationalsozialismus (unter Hitler) zu propagandische Zwecke mißbrauchte. Für Hölderlin war das danach ein Problem. Später war er zu Autoren gezählt, die man weltweit liest. Er war dann aber schon tot. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war er unbeschwert (neobremenjeno) akzeptiert.

Hölderlin war in Lauffen in der Nähe von Heilbronn geboren. Als kleines Kind hat er den Vater verloren, seine Mutter siedelte um und heiratete zum zweiten Mal. Er hatte ein gutes Verhältnis zu seinem Stiefvater, aber er hat auch früh gestorben. Er wurde durch die Mutter und Großmutter erzogen, die aus Pfarrhause stammten. Erzogen wurde er in einem Kloster im Geiste des Pietismus auch noch während seiner Gymnasialzeit. Pietismus war eine sehr strenge Form des evangelischen Glaubens. Das war eine starke Bewegung in Schwaben, wo Hölderlin gelebt hat.

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Diese Bewegung hat sich innerhalb des deutschen Protestantismus entwickelt, aber es war noch strenger als der Protestantismus selbst. Hölderlin hat in besten Schulen studiert - Tübinger Stift (Jurij Dalmatin hat auch hier studiert). Dort hat er Theologie und Kunstliteratur studiert (1788-1793). Er hatte wichtige Menschen zu guten Freunde: Philosophen Hegel und Schelling. Sie waren sehr gute Freunde und haben unter dem Einfluß der Französischen Revolution gearbeitet und haben sich der Erziehung einen Freundschaftsbund geschlossen:

Reich Gottes auf Erden. Sie haben auch Kunstliteratur studiert, die altgriechische und lateinische. Sie haben sehr viel diskutiert. Hölderlin war ein kritischer Geist. Als er die Tübingen Stift als Magister von Theologie verließ, war er so weit innerlich entwickelt, daß er sich von der weltender Teologie völlig entfremdet hat. Das bedeutet, daß es ihm innerlich, moralisch und äußerlich unmöglich war, das Amt eines Pfarrers eintreten. Seine Mutter war schwer enttäuscht über seine Entscheidung, daß er kein Pfarrer wird. Dadurch hat er bewußt die materielle Sicherheit verzichtet. Er hat später schwer, arm gelebt, aber er war auch in der Not nicht bereit die Stelle des Pfarrers anzunehmen. Er konnte den Menschen nicht etwas prädigen, was auch nicht seine Meinung war. Die Mutter geriet in eine seelische Not und deswegen hat ihn Schiller nach Weimar zu Charlotte von Kalb geführt. Sie hatte einen Sohn, der einen Privatlehrer brauchte und der soll Hölderlin sein. Das ist er auch geworden, aber es gab einen Problem. Der Sohn war unerziehbar. Er hat dort eine negative Erfahrung gemacht als Lehrer, als Erzieher. Charlotte von Kalb hat ihn in die Dichterkreise eingeführt. So lebte er eine Zeitlang in Jena. Da hatte er die Vorlesungen von Philosophen Fichte besucht und er war bei Schiller zu Gast. Weil er kein Geld hatte, wird er wieder Hauslehrer in einem Bankierhaus. Der Herr des Hauses war Gontard. Hölderlin soll seine zwei Söhne erziehen. Die Susette war Gontards Frau und war zwei Jahre älter als Hölderlin. Sie wurde seine einzige große Leidenschaft seines Lebens. Sie war eine Hamburgerin. Ihr Mann hatte keinen Sinn für geistige Dinge seiner Frau. Hölderlin und Susette haben sich geliebt, aber es kam zu keiner sexuellen Annäherung. Er widmete ihr eine ganze Reihe von Gedichten, wo er sie Diotima (so hieß eine Figur beim Platon) nannte. Sie war sein Ideal der Liebe und er sah in ihr die Verkörperung des ewig Schönen. Drei Jahre war er dort Erzieher. Ein eifersüchtiges Dienstmädchen hat etwas von dieser Liebe gemerkt und hat Herrn Gontard alles erzählt. Hölderlin hat gekündigt und wohnte zwei Jahre von Ersparnissen in einer billigen Wohnung, die ihm sein Freund Sinclair besorgte. Noch zwei Mal wurde er Privaterzieher in Schweiz und Frankreich bei einem hamburgischen Kaufmann. Im Mai 1802 verschwand er aus Bordo (Frankreich) ohne irgendeinem Menschen was zu sagen. Im Juni taucht er auch so plötzlich wieder auf bei seiner Mutter. Man merkte es, daß er geistig krank wurde, er wurde wahnsinnig. Einige Wochen war er bei seiner Mutter. Hölderlin litt an Wahnsinnsanfällen. Die Mutter konnte ihn nicht mehr behandeln und deshalb war er zwei Jahre lang bei seinem Freund Sinclair. Er pflegte Hölderlin (1804-1806), aber immer wieder hatte Hölderlin Todsuchtanfälle und wurde gewalttätig. Die Nachbarn haben sich beschwert und er ging so in eine Irrenanstalt. Das war damals besonders schlimm. Dort verbrachte er die nächsten zwei Jahre. Nach zwei Jahren hat ihn Sinclair raus geholt und hat ihn untergebracht in Tübingen bei einem Schreinemeister (mizar). Dieser Meister hatte sein Haus an einem wunderschönen Ort am Fluß (gibt es immer noch).

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Da hatte Hölderlin ein Zimmer, das an den Fluß schaute und hier erlebte er fast noch 40 Jahre als ein gebrochener Mensch und Dichter. Er schaute gerne den Schreinemeister bei der Arbeit zu. Zu Hölderlin kamen auch Besucher (auch einige Dichter) und gingen mit ihm spazieren. Er starb 1843 in Tübingen.

Hölderlin hatte ein unscheinbares (neugleden, neprivlačen, neopazen), ärmliches Leben. Er hatte kein Besitz, keine Frau, keine Kinder, kein Liebesglück. Er hat auch keine Karriere gemacht, er war ohne gesellschaftlichen Rang. Er hat in diesen Leben nichts erreicht. Aber in diesen wenigen Jahren, die ihm gegeben waren zu Dichten, hat er Großartiges gedichtet. Er hat sich an Kant, Russeau, Platon gelehnt. Dann wurde er noch von Fichte, Schlegel und Hegel geprägt. Seine große Inspiration war zuerst die Französische Revolution. Er hat gehofft, daß sie übergreifen wurde auf das deutsche Boden (aber sie hat nicht). Er hat seine Wünsche, Ideen in das dichterische Wort eingekleidet.

Er hat wunderschöne Gedichte geschrieben, hat aber auch einen Roman und ein Dramafragment hinterlassen. Seine spätere Gedichte sind Beispiele einer absoluten Dichtung und deswegen wurden sie einige Zeit als Warnsinnsprodukte abgelehnt. Seine Dichtung gilt für sehr schlicht (prepost), einfach. Hölderlin geht aus einer Erfahrung aus: der Mensch läßt sich in seinen ganzen Wesen berühren von den Grundmächten des Daseins (das ist für Hölderlin die Natur). Das heißt, er hat noch ein direktes Verhältnis zur Natur. Die Natur ist etwas göttliches, lebendiges, etwas was die Menschen umgibt. Die Natur hat nach Hölderlin eine Seele und deshalb darf man sie nicht verletzen. Auch Götter (er spricht in Plural) sind für ihn keine Metapher, sondern erlebte Wirklichkeit. Ein Dichter hat innerhalb einer solchen Welt eine wichtige Funktion, eine wichtige Rolle. Er hat die Funktion, wie sie die Dichter im klassischen Altertum in Griechenland hatten. Der Dichter ist ein Prophet, ein Visionär. Das heißt, der Dichter ist auch der Priester des Seins (biti) der Natur und er ist auch der Erzieher. Auf ihn soll man hören.

Miladinovic-Zalaznik: Deutsches Lesebuch, S. 23. Lese: Hälfte des Lebens. Dieses Gedicht wurde Anfangs des 19. Jh. geschrieben in einem Land, wo es wochenlang keine Sonne gegeben hat. Die 2. Strophe ist sehr stark.

21.10.1998

Hölderlin hat sein dichterisches Schaffen in der Lyrik begonnen. Er hat unter dem Einfluß von Schillerschen Hymnen, die wortreich, stark rethorisch und patetisch sind, gedichtet. Später sind Hölderlins Hymnen unter dem Titel HYMNEN AN DIE IDEALE DER MENSCHHEIT (1788-1793) erschienen. Diese wurden in seiner Tübinger Studienzeit entdeckt. Obwohl unter dem Einfluß von Schiller, zeigen sie doch eine gewisse Eigenständigkeit.

Die Tübingerzeit war für Hölderlin auch wichtig wegen seines persönlichen Werdegangs. Er hat in Tübingen Theologie studiert, was er aber nicht sehr gewollt hat. Aber dieses Tübingerstift bot ihm einige Freundschaften mit Studienkollegen.

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Hölderlin hat hier eingehend studiert und zwar Antike und neue Philosophie. Er hat auch die klassische Literatur gelesen und darüber diskutiert. Sehr wichtig für ihn war die Erfahrung der Französischen Revolution, die Europa angesteckt hat mit der Idee der eigener Nationalbildung. Das war die Zeit, wo man die Nationalstaate zu gründen begonnen hat. So haben diese junge Studenten im Tübingerstift politische Diskussionen geführt über die Französische Revolution und versuchten deren Ideen auf Deutschland zu übertragen. Hölderlin hat gehofft, daß man das politische System erschlagen hat (izničiti) und daß die deutsche Demokratie nach griechischem Athena - Modell entwickelt wird.

Diese politische Stimmung kommt in Hölderlins Gedichten zum Ausdruck, in seiner

Hymne an die Menschheit (siehe Lesebuch).

Hier kommen diese Stimmungen, Hoffnungen und dann der Niederschlag zum Ausdruck. Aber trotz dessen findet man in Hölderlins Werk keine direkten Anspielungen (namigovanja) an die politische Ereignisse.

Er hat auch ODEN und ELEGIEN geschrieben.

Hölderlin hat versucht in seiner Lyrik sein Ich zum Ausdruck zu bringen, seine Seele zu offenbaren, die Widersprüche der Zeit aufzuzeigen und auch sein eigenen Kampf um die Ursprünglichkeit (prvobitnost) seines Lebens zu zeigen. Den Ursprung (izvor) sieht er in der Natur. Der Mensch ist die Natur, aber er wird durch die Technik, Politik von ihr entfremdet. Nach dieser Ursprünglichkeit des Lebens strebt Hölderlin.

Er hat als Lyriker beschlossen ein Prosawerk zu schreiben. Aber der Schritt von Lyrik zu Prosa ist nicht leicht. Das sind zwei Geners, die von einander sehr different sind. Hölderlin war in der Tat ein Lyriker, deswegen hat er eine lyrische Form der Prosa ausgewählt. Diese Formen sind noch persönlicher als normale Romane. Er hat noch eine adäquate Form gesucht - ein Tagebuch oder einen Brief.

Er wählte dann die Briefform und schreibt einen BRIEFROMAN mit dem Titel:

HYPERION oder Der Eremit in Griechenland (1797-1799).

Dieser Roman hat 2 Bände, 4 Bücher. Zuerst hat er sich überlegt, ob er diesen Roman als eine Verserzählung schreiben soll oder soll er in Prosa schreiben. Nach der Zeit entschloß er sich zu Prosa zu greifen.

Wie kann man diesen Roman versuchen zu deuten? - Der Dichter überlegt sich in diesem Werk die Funktion des Dichters in einer Gesellschaft. Gerade diese Funktion des Dichters in der Gesellschaft gehört zu Kernproblematik seiner Dichtung. - Er hat gesagt, der Dichter ist ein Prophet, ein Visionär, ein Erzieher seines Volks. Der Dichter übernimmt so eine utopische Funktion. Im realen Fall soll der Dichter sein Volk auf neuere, bessere, demokratische, schönere Zeit vorbereiten.

Dieser Roman ist eine schrecklich moderne Geschichte. Hyperion war ein jung Grieche, gebildet, der um die Zeit 1770 lebte. Dieses Jahr (1770) ist eine wichtige Zeit für die Griechen. In diesem Jahr haben die Griechen den Krieg mit den Türken

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geführt. Die Griechen kämpften gegen die Türken, um sich von ihnen zu befreien, aber sie verlieren den Krieg.

Hölderlin macht daraus seinen Roman. Er hat die Figur Hyperion geschafft. Hyperion ist jung und verliebt in Diotima. Er hat Freunde, ist patriotisch und er nimmt an diesen Krieg aktiv teil. Aber Hyperion ist irgendwie eine dichterische Figur. Nach seiner und Diotimas Überzeugung hat er eine große Aufgabe. Er sollte das Volk erst geistig auf den Krieg und auf die Demokratie, die nach dem Sieg herrschen wird vorbereiten. Die Demokratie anzunehmen ist aber ein Lernprozess, man muß sich darauf vorbereiten, dran arbeiten, pflegen, sich selbst erziehen. Und das war das Problem in diesem Roman: Wie sollen sie alle auf neuere Zeiten vorbereitet sein? Diese Aufgabe erfüllt aber Hyperion nicht. Der Krieg kommt zu schnell und er wird verloren. Hyperion hat die Funktion des Erziehers nicht wahrgenommen. Er hat mit seinem Freund Alabama ins Krieg eingetreten. Aber dieser Freund hatte ein gescheftlichen Interesse an dem Krieg und wollte aus dem Krieg Gewinn machen. Das hat aber Hyperion zu spät gemerkt und als er das merkte gehen sie auseinander. Hyperion hat also drei Mal gescheitert: 1. als Erzieher, 2. als Revolutionär, 3. als Mensch (falsche Freunde Hyperions Vater sagte, daß er nicht mehr sein Sohn wäre. Und als er selbst sieht, daß alles scheitert sagt er sich von Diotima los, was aber eine unedle Tat war. Er wurde zum Stadtfeind kundgegeben (javno razglasiti), wurde auch verfolgt. Sein ganzes Leben war im Gefahr. Dann stirbt Diotima, weil sie ohne Liebe nicht leben kann. Ihr Ziel ist weg: die Liebe und das freie Griechenland. So steht jetzt Hyperion ohne irgend etwas da, ohne Vaterliebe, ohne Heimat und ohne Liebe und dazu kann er nicht in Griechenland bleiben. Er geht in Exil nach Deutschland. Hier hat er in Ruhe gelebt, obwohl nicht unter seinen Leuten. Von hier aus, mit der Idee, daß er gescheitert ist, versucht er sich die Rechenschaft geben über diese seinen Ereignisse. Aber wie? - Goethes Werther z.B. ist eine Liebesgeschichte, eine Sozialgeschichte. Werther ist ein Bürger und hatte seiner Ausbildung geeignete Stelle. Werther schrieb die ganze Zeit Briefe an seinen Freund und so erfahren die Leser über seinen Ereignissen unmittelbar. Bei Hölderlin ist es anders. Hyperion dagegen berichtet in den Briefen über eine Geschichte, die in der Vergangenheit abgeschlossen zurückliegt. Der Versuch der Demokratie ist gescheitert. Die Hauptgeschichte ist schon vorbei, er ist im Exil. Die Realität dieses Exils ist in Deutschland. Hyperion ist aus Griechenland nach Deutschland gekommen. Er berichtet hier in den Briefen über etwas, was nicht direkt passierte.

Hier hat Hölderlin naturgemäß auch über die Rolle als Prophet berichtet. Der Dichter kann im Idealfall ein Prophet sein. Die Macht des Wortes ist sehr groß, aber meistens im negativen Sinn. Die Dichter haben eine wichtige Funktion, aber sie können Vieles mehr anrichten als ausrichten.

Hölderlin ist ein Dichter, der zwischen die Zeiten steht: zwischen Klassik und Romantik. In seinem Hyperion finden wir aber auch Merkmale des Sturm und Drangs. Der Alabama, der Freund von Hölderlin, ist ein selbstherrlicher Mensch. Er

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denkt von sich selbst, er sei ein Kraftgenie. Hyperion macht eine Entwicklung durch. Er strebt nach Höherem. Er sah aber ein, daß das nicht funktionieren wird. Hyperion ist von der Sehnsucht nach der Einheit mit der Natur und mit dem Unendlichen erfüllt. Das ist etwas ganz Romantisches. Hyperion lebt in Deutschland und hier kennt er den Nützlichkeitssinn. In Deutschland fehlt aber nach Schönheitsempfinden. Er merkt, daß die Menschen vereinzelt (posamični) sind, da' sie herumrennen als

Die Menschen bilden keine Einheit. Alle haben die

Rollen: Bauern, Handwerker,

Ideale der Humanität vergessen. Diese Ideale, diese Maßlose sind nicht zu verwirklichen, deswegen geht Hyperion den umgekehrten Weg. Und das ist etwas, daß zwischen Klassik und Romantik liegt.

Hölderlin hat neben seinen Gedichten, neben dem Roman, noch ein Drama geschrieben: EMPEDOKLES. Im Grunde genommen ist das eine Tragödie und im Fragment geblieben. Empedokles war ein Arzt, Politiker, Philosoph, der 490-440 v. C. in der Tat gelebt hat. Er hat in einem Moment seines Lebens einen Selbstmord begonnen, indem er sich in Vulkan Etna gestürzt hat. Auch Empedokles bei Hölderlin bringt sich um. Aber wie soll Hölderlin den Selbstmord von Empedokles begründen? Er konnte sich den Selbstmord nicht erklären, er versteht ihn selbst nicht. Empedokles geht in den Freitod nicht nur deswegen, weil das Volk dumm war und ihn nicht verstanden hat. Das Volk wollte die Demokratie nicht empfangen. Er geht in den Tod auch deswegen, weil er sich in der Natur beleidigt und verletzt fühlt. In der Natur sah Hölderlin immer den Gott. In den Naturgesetzen gibt es Harmonie und als solche hat sich Empedokles als Vorbild genommen. Der Staat sollte so sein, wie die Natur. Die Natur sieht er in diesem Drama vergewaltigt und ausgenützt, deswegen bringt er sich um.

HEINRICH VON KLEIST (1777-1811)

Kleist war für sich selbst und auch für seine Freunde ein großes Rätsel. Alles bei ihm (z.B. Das Bettelweib von Locarno) ist rätselhaft. Es gibt keine Antwort auf warum. Das ist dasjenige, daß bei ihm im Leben und im Schaffen am festesten steht. Es gibt viele Briefe von Kleist, die den Lesern einen Blick in die innere Biographie, Entwicklung von ihm geben. Aber die Antwort gibt es nicht. Er hat sich selbst als "unbegreiflichste aller Menschen" genannt.

Er war ein praktischer Mensch im Vergleich mit Hölderlin. Er hat sich mit der Wirklichkeit konkreter abgegeben als Hölderlin. Für Kleist war diese Welt freundlicher als für Hölderlin.

Kleist war Offizier. Aber im Grunde genommen, war er ein junger Mann, der von Innen gehetzt (preganjan) wurde. Er ging ruhelos durch das Leben. Am Ende begeht er Selbstmord.

27.10.1998

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Kleist wurde am 18.10.1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Seine Familie stammt aus Polen und war slawischer Herkunft.

In der deutschen Literatur gibt es zwei Kleist-e: EWALD von Kleist war ein guter Freund Lessings. Heinrich und Ewald von Kleist haben ein ähnliches Leben gehabt. Ewald war ein Dichter, war verlobt, hat nie geheiratet und ist an Kriegswunden gestorben (sehr jung gestorben). HEINRICH von Kleist war auch Dichter, war auch verlobt und hat nie geheiratet und auch er ist sehr jung gestorben.

Heinrich von Kleist stamme aus einer bedeutenden Offiziersfamilie (bis Ende des 18.Jh. hatte diese Familie 20 Generals) in Deutschland. Auch der junge Kleist soll Offizier werden. Als 15-jähriger Knabe ging er zu Armee und diente ziemlich lang. Als 20-jähriger war er schon Offizier. Zwei Jahre nach dem (1799) nahm er Abschied von der Armee. Er widmete sich den Wissenschaften zu. Er studierte Mathematik und er stoß unglücklicher Weise auch an die Philosophie. Sein großer Problem war, daß er kein Mensch von Kompromissen war (er war kompromißlos). Er hatte auch eine Verlobte-Wilhelmine, die Tochter eines Generals. Sie war sehr gebildet, konnte Französisch, Latein, Englisch, aber Deutsch war nicht ihre stärke. Kleist hat Wilhelmine Fragen gestellt. Diese waren Denkübungen genannt. Sie sahen z.B. so aus: "Was ist wünschenswerter, auf eine kurze Zeit oder nie glücklich gewesen zu sein?" Er hat auch Aufsätze geschrieben, die er ihr geschickt hat. Er hat ihr auch eine deutsche Grammatik geschickt: Hauptregeln der deutscher Sprache, damit sie Deutsch lernt.

Für Kleist ist etwas typisch, was für alle Genies typisch war. Sie sind Stellvertreter von allen großen geistigen Krisen. Sie leiden diese meistens im voraus (vnaprej). Das war die Flug und Gabe des Genies. Kleist hat die Französische Revolution erlebt, die Unordnung, den Chaos, die Krise. Das war aber eine Normalität in der Gesellschaft.

Kleist haben drei Erlebnisse zu triefst erschüttert:

1. Das Kant-Erlebnis (Immanuel Kant):

Er hat Kant Philosophie studiert. Nach dem Studium kantischer Philosophie mußte er feststellen, daß die Wahrheit den Menschen unerreichbar bleibt. Kleist hat die Kritik der reinen Vernunft, die Kritik der praktischen Vernunft studiert und er hat nach diesem Studium erkennt, daß wir die Welt nicht an sich erkennen, sondern eben so, wie sich diese Welt uns zeigt auf Grund der Struktur unseres Geistes. Das Ergebnis, daß er die Wahrheit nie erreichen kann, schrieb er in einem Brief an die Wilhelmine: "Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen; die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün - und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzu tut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört." Erkenne ich die Welt so, wie sie ist, oder so, wie sie mir

Wir können nicht entscheiden ob

beigebracht wurde (durch Vorfahren, Schule, das die objektive Wahrheit ist.

)?

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Die grünen Gläser sind ein Symbol für unseren Verstand. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es

Wenn die Augen grüne Gläser sind, dann weiß man nicht, ob

die Milch (z.B.) grün in Wirklichkeit ist oder ist sie grün wegen Gläser. Den Menschen bleibt die Wahrheit unerreichbar! Kleist fühlt sich als ein junger Mensch durch diese Erkenntnis vernichtet, verraten und verlassen. Er ist ein Mensch mit einem großen Drang zu Absolutem.

uns nur so scheint

2. Das Problem des Zufalls:

Das war das zweite Erlebnis, das Kleist und sein Schaffen geprägt hat. Weil Kant von der Philosophie so enttäuscht war, reiste er in jenes Land, wo Ratio zu Hause ist, nach Frankreich (Paris). Er reiste mit seiner Halbschwester Ulrike. Sie war eine sehr wichtige Person für Kleist. Sie war lange Zeit die einzige Person, die zu ihm hielt und die ihm immer half (finanziell). Sie war, wie die zweite Mutter für Kleist. Aber Ulrike war vom Leben, vom Schicksal gezeichnet. Sie war eine sehr sensible Frau. Sie war ein Wesen zwischen Mann und Frau (sie war Mann und Frau gleichzeitig). Sie war ein Mensch, der die menschliche Zuwendung sehr brauchte und Kleist gab ihr auch das. Kleist reiste also mit ihr nach Paris. Sie reisten mit einer Kutsche mit Pferden. Aber es passierte ein Unfall. Die beiden verunglückten sich fast tödlich. Ein Esel produzierte seine Laute, die Pferde bekamen Angst, galoppierten herum und die Kutsche kippte um. Kleist sagte zu diesem Unfall nicht Gott sei dank, ich lebe noch, sondern er schrieb wiederum ein Zitat: "Also an einem Eselgeschrei hing ein Menschenleben " Dieser Unfall war für ihn ein Zufall - das menschliche Leben hängt von einem Zufall ab. Trotz dessen kam er nach Paris.

3. Paris hat Kleist total enttäuscht.

Paris, Frankreich war damals das Land der Aufklärung: Rosseau, Enzyklopädisten, Racine. Das war das Mutterland der Wissenschaften. Dort begann die Weltrevolution. Ganz Europa setzte Hoffnungen ins Frankreich. Diese Revolution verlangte Freiheit,

Brüderlichkeit und Gleichheit für alle. Paris gilt für die Stadt der Geistigen, für die Stadt der Schönheit. Aber es war alles andere als das. Man köpfte den Königspaar,

alle haben nur gemordet untereinander, guillotiniert,

Napoleon. Er krönte sich selbst, führte Krieg mit der ganzen Welt weiter und verlor. Napoleon wollte sich ganz Europa unterwerfen und deshalb haßte ihn Kleist. Kleist konnte gut Französisch. Er hat die Franzosen bewundert, aber wegen Napoleon haßte er Frankreich. Er schrieb einen Brief an seine Braut, der voll von Enttäuschungen war. Er schrieb, daß das geistige Zentrum Europas unmoralisch ist. Wohin führt dieses Schicksal die französische Nation? Sie ist die reifste Nation für unterzugehen.

An die Macht kam dann

Kleist hatte endgültig satt vom Leben, Kultur und beschloß Landmann (kmet) zu werden. Er geht in die Schweiz, wo er ein Häuschen mietete. Montesquieu [monteski] - französischer Schriftsteller und Philosoph - hat Kleist in einem Brief inspiriert, den er an seine Braut aus der Schweiz geschrieben hat. Aber sie wollte nicht in die Schweiz kommen und weil Kleist ein kompromißloser Mensch war, löst er die Verlobung auf. Später hat Wilhelmine einen anderen geheiratet. Sie beschrieb Kleist als einen sehr melancholischen und frustrierten Menschen.

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Kleist begann so mit 23 Jahren zu dichten. Aus Paris bringt er seine erste Tragödie mit: DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN. Er bringt aus Paris auch die erste Fassung der Novelle: DIE VERLOBUNG IN ST.

DOMINGO.

Er bringt auch Teile eines Theaterstücks mit dem Titel: ROBERT GUISKARD.

Als Bern von Frankreich belagert (oblegan) wurde, reiste Kleist (1802) mit L. Wieland nach Weimar. Der alte Wieland zeigte sehr viel Verständnis für Kleists Arbeit. Aber Kleist konnte in Weimar nicht bleiben und deshalb reiste er zwei Jahre ruhelos durch Europa - meisten Weg zu Fuß. Er geht wieder in die Schweiz und schreibt aus Genf einen Brief an Ulrike. Er schreibt, daß er große Schwierigkeiten zu schreiben hat. " Liebevoll. Ich kann nicht mehr." Kleist hat das, was er gearbeitet hat, sehr intensiv getan. Er war ein sehr ruheloser Mensch. Er befand sich am Rande seiner Gesundheit, immer wenn er dichtete. Aus der Schweiz reiste er nach Italien und dann nach Frankreich. Hier verbrennt er das Stück (Manuskript) ROBERT GUISKARD. Er wollte in diesem Stück Shakespeare und Sofokles erreichen und übertreffen, aber er glaubte da zu scheitern. Der alte Wieland war erschüttert wegen dies. Er hat das Stück gelesen und es hat auf ihn einen großen Eindruck gemacht. Er findet diesen Stück besser als alles, was Goethe oder Schiller geschrieben haben und er hat gemeint, daß wenn alle großer Dichter sich in diesen Stück geeinigt hätten, wäre dies von Kleist immer noch das Beste.

Kleist hat aufgehört zu studieren. Er befindet sich in einer großen seelischen Nöte. Ihm war der seelische Körperbruch sehr nahe. Ein paar Mal wäre er wegen seiner Gesundheit fast gestorben. Er hat auch Geldprobleme, er verfügt über kein Geld. Er ist schon so weit, daß er zu Napoleon gehen wollte, um in seiner Armee zu kämpfen, obwohl er ihn haßte. Er erkrankt, stirbt fast, aber er kam aus der Krise wieder heraus. Er begann weiter zu schreiben.

In seinen qualvollsten Monaten des Leides schrieb er in einem Bad (toplice) eine

schöne Novelle: DIE MARQUISE VON O

und die Novelle MICHAEL KOHLHAAS.

Er beendete dort auch sein Lustspiel: DER ZERBROCHENE KRUG. In dieser Zeit macht er eine der schönsten Lustspiele, die es gibt AMPHITRYON. Er arbeitet in dieser Zeit auch an einer Tragödie PENTHESILEA und er schließt auch eine erschütternde Novelle ab ERDBEBEN IN CHILI [hili].

Kleist hat große Geldsorgen. Er mußte in seinem Leben verdienen, aber seine Theaterstücke wurden nicht gezeigt und seine Novellen wurden nicht gedrückt Deshalb tut er das, was damals noch in der Luft lag. Er war 31 Jahre alt und er gründete eine Zeitschrift. Das war schwierig, weil man für so etwas viel Geld brauchte, aber er hat es geschafft. Er war in Dresden, wo er im Kreis mit dem Dichter Tieck verkehrte. Tieck hat Werke von Lenz, Hölderlin, Novalis, herausgegeben. Weil Kleist so viele Kontakte zu Dichtern hatte, gründete er in Dresden die Zeitschrift PHOEBUS (1808-1809). Damals war eine Zeitschrift nicht so einfach zu gründen. Das erste Problem war das Geld, das zweite die Mitarbeiter, das dritte die Zensur. Man mußte immer um Erlaubnis bitten, ob man die Zeitschrift überhaupt herausgeben kann. Es gab fünf

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Stufen von Genehmigungen (dovoljenje, odobritev). Phoebus war kein großer Erfolg. Kleist trug sich mit den Gedanken (ukvarjati se z mislijo) sich umzubringen.

Von Dresden ging er nach Prag, wo damals Deutsch gesprochen wurde. Hier wollte er die Zeitschrift GERMANIA gründen, aber er hat keine Erlaubnis bekommen. 1810 gründete er in Berlin eine berühmte Zeitschrift BERLINER ABENDBLÄTTER. Damals gab es noch keine Zeitschrift, die jeden Tag erschien wurde. Berliner Abendblätter waren eine Novität. Sie sind jeden Tag erschienen, von Montag bis Samstag. Sie sind immer am Abend erschienen und zwar wegen der Rubrik

»Schwarze Chronik«.

Kleist hatte einen Freund (Polizist), der am Polizeiministerium arbeitete und der ihm jeden Tag am Nachmittag Polizeiberichte gegeben hat. Diese Berichte waren sehr sensationell. Diese Berichte hat Kleist abgedruckt. Das war das erste Boulevardblatt (bulvarski list/časopis). Kleist hat fast alles für diese Zeitschrift alleine geschrieben. Er hatte keine sonstige Arbeiter. So mußte er um die Wette schreiben um alles zu schaffen. Diese Zeitschrift hatte das Format eines Buches. Das war auch eine Novität. Kleist hatte ein ausgesprochenes Sinn für direktes Marketing. Er hat Werbung gemacht. Er hat Plakate an Litfaßsäulen (reklamni steber) geklebt. Litfaß war der Erfinder dieser Säulen. Er hatte auch eine Zeitung gegründet und mit dieser Zeitung machte Litfaß

Konkurrenz den Berliner Abendblätter.

Kleist hat die erste Nummer der Berliner Abendblätter an den Menschen als Reklame verschenkt. Das war ein neuer merkantilistischer Griff (uspeh). Er hatte wirklich einen Sinn für das Verdienen. Als aber sein Freund, der Kleist die Polizeiberichte gab, nicht mehr tätig war, war die Zeitschrift nicht mehr interessant. Im Jahr 1811 wurden zwei Theaterstücke von Kleist inszeniert:

1. DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN - Uraufführung: Wien, 1810

2. DER ZERBROCHENE KRUG - Uraufführung: Weimar, 1808 - das wurde von Goethe inszeniert. Aber Kleist wurde von Goethe gehaßt. Goethe hat diesen Stück zerhackt und vernichtet.

Kleist hatte keine Aufführung von seinen Stücken gesehen.

Kleist hat sich mit Ulrike zerstritten (spreti se). Marie von Kleist war eine Tante von Kleist, die er sehr gemocht hat. Sie half Kleist finanziell weiter. Sie schickte ihm Geld durch List. Er wußte nicht, daß das Geld von ihr kam. Er hat gedacht, daß das Geld von einer Berlinerprinzessin kam. Aber als diese Prinzessin starb, hatte Kleist wieder Selbstmordgedanken. Er wollte aber nicht alleine sterben. An einem Empfang fand er eine Frau - Henriette Vogel, die erfuhr, daß sie Krebs hat. Weil sie Angst vor Schmerzen hatte, war sie bereit mit Kleist zu sterben. Eines Tages zogen sie sich zurück in ein Gasthaus bei Berlin. Sie waren gut gelaunt. Am Abend haben sie noch sehr gut gegessen, dann gingen sie noch ins Zimmer und haben Briefe geschrieben. Am nächsten Morgen gingen sie an einen schönen Ort in die Natur. Kleist hat hier zuerst Henriette erschossen und dann noch sich selbst. Kleist starb am 21.11.1811 am Wannsee bei Potsdam (heute Berlin). Warum konnte man nie mit Sicherheit sagen. Seine Stücke wurden nicht gespielt. Iffland, einer der berühmtesten Regisseure, ein Schauspieler, wollte das Stück DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN nicht inszenieren, obwohl das ein sehr schönes Stück war.

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PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Dieses Stück machte einen großen Skandal beim Hof, weil ein General in die Ohnmacht fiehl und das darf kein General.

In dieser Zeit hat er sich mit seiner Schwester Ulrike zerstritten. Er hatte auch kein

Geld, seine Berliner Abendblätter verkauften sich nicht mehr

Mißerfolg. Er verfaßte einen Abschiedsbrief an Ulrike, in dem er sich mit ihr versöhnt und in dem er eventuell angibt, warum er den Freitod gewählt hat: Ihm war auf Erden nicht zu helfen. Als Mensch hat er in seinem Leben gescheitert. Er wußte sich nicht weiter zu helfen.

Alles war ein

Deutsches Lesebuch, S. 47:

Sein Abschiedsbrief an Ulrike: » Ich kann nicht sterben, ohne mich, zufrieden und heiter, wie ich bin, mit der ganzen Welt, und somit auch, vor allen anderen, meine teuerste Ulrike, mit Dir versöhnt zu haben. Laß sie mich, die strenge Äußerung, die in dem Briefe an die Kleisten enthalten ist, laß sie mich zurücknehmen; wirklich, Du hast an mir getan, ich sage nicht, was in Kräften einer Schwester, sondern in Kräften eines Menschen stand, um mich zu retten: die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war. Und nun lebe wohl; möge Dir der Himmel einen Tod schenken, nur halb an Freude und unaussprechlicher Heiterkeit dem meinigen gleich: das ist der herzlichste und innigste Wunsch, den ich für Dich aufzubringen weiß.

- am Morgen meines Todes.

Dein Heinrich.

Heinrich Kleist ist ein großartiger Dichter gewesen. Er war 34 Jahre alt, als er starb. Zehn Jahre seines Lebens hat er mit Dichten verbracht. Er hat ein großartiges Werk geschaffen und deshalb wurde er zu den größten deutschen Dichter gezählt (G. Büchner, Goethe, Schiller, H. von Kleist). Er ist auch der größte deutsche Dramatiker. Sein Pech war es, daß er keine Aufführung von seinen 3 Dramen gesehen hat. Heute sind seine Stücke aber sehr gespielt.

28. 10. 1998

Kleist war einer der Besten im 19. Jh. In erster Linie war er Dramatiker. In seiner Zeit wurden seine Theaterstücke nicht gespielt, weil vor allem französische Stücke gespielt wurden. Kleist war in der Tat ein Außenseiter. Er hat ganz anders geschrieben als die Klassiker. Er hat Theaterstücke geschrieben, die auf ungewöhnliche Weise dargestellt waren. Er war ein Autor zwischen Klassik und Romantik. Klassisch waren bei ihm einige Themen und der Satzbau (zgradba stavka). Seine Sätze waren nicht eindeutig. Romantisch waren die Themen, die Motive, das Dunkle, das Rätselhafte. Er hat die Stoffe aus anderen Literaturen bearbeitet. Er hat Psychologisiert. Und das alles sind romantische Merkmale. Romantiker interessieren sich für die seelischen Abgründe (brezno, prepad). Kleist ist eventuell mehr außerhalb seiner Zeit ein Romantiker. Kleist hatte alle seine Stücke im Kopf. Er war ultra modern, ultra ungewöhnlich für seine Zeit.

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Sein erstes Stück war eine Tragödie mit dem Titel:

DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN (1803).

Das ist ein Stück, das fast eher unter Merkmalen der Romantik steht. Es behandelt einen mittelalterlichen Stoff. Kleist hat Romeo und Julia Thema bearbeitet. Das Stück erzählt eine Geschichte über zwei verfeindeten Familien, über unglückliche Liebe zwischen Kindern aus diesen Familien, die am Ende den Tod finden.

Das Stück ist gut, gewaltig, es weist auf fast alle zentralen Motive aus dem Schaffen von Kleist: uneheliches Kind, voreheliches Kind, Wasser, Taufe, Sinnentrug (čutna prevara), Zufall, Verhör, Argwohn (sum), das blinde Vertrauen, auch die Nacht spielt eine große Rolle (die Nacht ist der Ort der Geborgenheit der Liebenden), der Kranz (Symbol der Vollendung des Lebens). In dieser Tragödie ist der Sinnentrug besonders fatal, tragisch. Die Verliebenden entschließen sich, daß sie ihre Kleider tauschen. Als sie nach Hause kamen, erkennt sie der eigene Vater nicht. Eer denkt, daß das Kind von verfeindeten Familie sei und tötet es. Die Väter töten eigene Kinder.

ROBERT GUISKARD

Das ist eine Tragödie, die Kleist in Paris geschrieben hat. Wieland hat dieses Stück gelesen. Für ihn war dieses Werk etwas Phantastisches, es war das beste Stück, was er je gelesen hat. Aber Kleist hat es verbrannt. Kleist hat dann aus seinem Gedächtnis den ersten Akt rekonstruiert. In Robert Guiskard wollte Kleist drei Gegensätze bearbeiten:

1. Gegensatz zwischen Intuition des Gefühls und Erkenntnis des Verstandes.

2. Gegensatz zwischen Willkür und Gesetz.

3. Gegensatz zwischen Schein (Welt), die wir mit Hilfe von Sinnen wahrnehmen und Wirklichkeit; also zwischen Schein und Sein.

® immer wieder die gleichen großen Themen. Er schrieb auch eine tolle Komödie:

DER ZERBROCHENE KRUG.

Entstanden ist sie zwischen Jahren 1803-1806. Uraufführung war im Weimar, am 2.3.1808 inszeniert von Goethe, der die Regie geführt hat. Gedruckt wurde sie 1811.

Die Entstehungsgeschichte ist sehr ungewöhnlich. Kleist war in der Schweiz zusammen mit Freunden L. Wieland und Heinrich Zschokke [čoke]. In der französischen Schweiz und in Frankreich war ein Kupferstich sehr berühmt mit dem

Titel: Le juge ou la cruche cassee (Der Richter oder der zerbrochene Krug).

Dieser Kupferstich hatte eine erstaunte Entstehungsgeschichte:

Einen Maler besuchte ein Dichter. Der Dichter sah das Dienstmädchen von dem Maler durch das Fenster, wie sie um Wasser zu holen ging. Dieses junge Mädchen war sehr schön. Sie stellte den Krug unter das Wasser und ging weg. Inzwischen traf sie sich mit ihrem Liebsten. Sie küßten sich.

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Dann sagt der Dichter dem Maler, daß er selbst diese Szene in einem Gedicht beschreiben kann, daß aber er (der Maler) diese Szene nicht malen kann, weil er nicht zwei Menschen, die sich küßten, zeichnen dürfte. Aber der Maler sagt, daß er diese Szene indirekt malen kann und das tat er. Er malte einen zerbrochenen Krug. So kann man sich denken, was passiert ist. Er hat also diese Szene gemalt und das Bild wurde sehr berühmt, populär. Ein niederländischer Maler hat dann diese Szene mit dem Titel Le juge ou la cruche cassee gemalt. Er hat ein Mädchen mit gebrochenem Krug gemalt und dazu noch ihre Mutter, die sehr geschimpft hat. Und die beiden gingen dann zum Richter.

Kleist, Wieland und Zschokke haben dieses Bild gesehen und haben gewettet, wer jetzt die beste Geschichte dazu schreiben wird. Einer schrieb eine Novelle, einer ein Drama und einer ein Gedicht. Die beste Geschichte hat Kleist geschrieben.

Die Protagonisten haben biblische Namen: Adam und Eva (der Sündenfall - izvirni

greh).

In einem Dorf im Niederlande war Adam der Richter. Dort lebte auch ein schönes, junges Mädchen mit dem Namen Eva. Sie ist mit Ruprecht verlobt. Sie sind glücklich, aber dann kam zu einem Krieg und ihr Verlobter Ruprecht muß in die Armee. Wenn man in den Krieg geht, kommt man erst nach 7 Jahren zurück oder auch nie. Eva ist total verzweifelt und sie sieht die Möglichkeit einer Hilfe in der Person des Richters Adam. Er soll eine Bitte schreiben für Ruprecht, daß er nicht in den Krieg gehen soll. Adam hat gesagt, daß sie das geheim halten sollen und deshalb kommt er in der Nacht zu ihr um dieses Schreiben zu verfassen. Aber als Gegenleistung verlangt er etwas so schändliches, was kein Mädchen annehmen kann. Für diesen Abend hat sich Eva herausgelogen (z lažmi pomagati si iz težav), daß sie müde sei und das sie schlafen gehe. Aber Ruprecht kam es merkwürdig vor, daß sie nicht mit ihm spazieren gegangen sei. Er entschließ sich, sie besuchen zu gehen. Als er zu Eva herrein kam, sieht er einen Menschen, der versucht durch das Fenster zu springen. Ruprecht geht auf ihn los, schmeißt ihm Sand in die Augen und ein paar Mal schlug er ihn auf die Birne. Adam kippte den Krug um, aber er konnte fliehen ohne das ihn Ruprecht identifizieren konnte. Ruprecht und Eva zerstritten sich und er löst die Verlobung auf. Später sieht die Mutter den zerbrochenen Krug. Der war ein sehr wichtiger Krug für sie. Er war das Symbol für die Unschuld ihrer Tochter. Es geht hier auch um die Ehre ihrer Tochter, deshalb geht sie auch vors Gericht. Am nächsten Morgen gehen sie alle vors Gericht. Aber das Unglück kommt selten alleine. Adam sieht fürchterlich aus. Er müßte eine Perücke haben, aber er hatte keine: eine war beim Friseur und die andere verlor er, als er durch das Fenster sprang. Und deshalb sollte Adams Dienstmädchen eine besorgen. Dann kommt noch ein Gerichtsinspektor, weil die Gerichte eine Anarchie haben. Die Richter sollten auch die Gelder veruntreuen (poneverjati). Dieser Inspektor kommt, als gerade die Verhandlung begann. Adam weiß nicht mehr, was er jetzt machen soll. Adam muß jetzt die Verhandlung so führen, daß der Täter gefunden wird, der soll aber nicht er sein. Am Ende stellt sich heraus, daß der Täter Adam selbst war. Adam flieht weg. Er hingt und deshalb sieht er so aus als wäre er leibhaftiger (živi, sam)

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Teufel. Aber der Gerichtsinspektor entschließt, wenn er keine Gelder veruntreut habe, dann wird ihm nichts passieren. So war das auch nicht rechtlich. Am Ende sind alle zufrieden. Ruprecht bekommt Eva zurück. Evas Unschuld ist bewiesen. Nur ihre Mutter ist unzufrieden. Der Krug ist noch immer zerbrochen. Ihre Tochter soll offiziell für unschuldig gesprochen werden, deshalb geht sie noch einmal vors Gericht.

Das ist eins der schönsten Theaterstücke in der deutschen Sprache. Ist ein Meisterwerk. Eine große Rolle in dieser Situationskomödie spielt die Sprache. Die Sprache ist wichtig als gesprochenes Wort. Durch die Sprache hindurch charakterisieren sich die Figuren und sie ist jeder Situation angemessen. Die Dialoge, die sehr humorvoll und komisch sind, zeigen, wie die Figuren sind, wie sie denken, was sie über Wahrheit halten

Lustspiel: AMPHITRYON (1807)

Das ist ein wunderschönes Werk und ist eigentlich das wichtigste Werk zum Verständnis von Kleist. Es ist sehr komisch. Hier hat Kleist einen alten Stoff von Platon und Moliere bearbeitet. Das ist ein romantisches Merkmal. Die Grundsituation: es geht um die Frage: Was ist die Wahrheit? Der Gegensatz zwischen Schein und Sein.

Amphitryon ist ein Tebaner, er ist ein Krieger. Er ist verheiratet mit schöner Alkmene. Sie lieben sich und alles ist wunderschön. In die Alkmene verliebt sich auch der Jupiter, der höchste Gott. Er will mit ihr ins Bett, aber sie will nicht. Doch die Götter erreichen, was sie wollen. Jupiter greift zur List. Er nimmt die Gestalt des Ehemanns an. Weil der Amphitryon im Krieg ist, macht Jupiter so, als wäre er der Ehemann, der bereits aus dem Krieg kam. Er verbringt eine heiße Nacht mit Alkmene. Die Nacht ist vorüber und der Ehemann geht wieder in den Krieg. Später kommt aber der richtige Ehemann zurück und es stellt sich heraus, daß nicht er, sondern der Jupiter die letzte Nacht bei ihr war. Und Allkemene ist jetzt noch schwanger. Der Jupiter sagt dem Amphitryon, daß er glücklich sein kann, daß er einen Halbgott zu Sohn hat.

3.11.1998

Verwirrung der Gefühlen, die Vernunft hat Kleist immer wieder gestaltet. Man sagte, daß diese Geschichte ein Gemisch zwischen irrenvoll und weniger irrenvoll ist. Kleist hat diese Geschichte dann auf eine höhere Ebene gestaltet. Die Geschichte des Dreiecks hat er auf der Ebene der gewöhnlichen Menschen wiederholt.

Jupiter kommt auf die Erde in Begleitung eines anderen Gottes Merkur, der sich in eine sterbliche Dame verliebte. Diese Dame war die Ehefrau des Dieners Amphitryon. Sie ist aber nicht mild und freundlich, sie ist eine energische Dame, die auch mit Menschen energisch umgeht. Der Merkur rennt ihr weg, weil sie zu anspruchsvoll ist. Dieses Spiel hat man damals sehr geschätzt. (Es lohnt sich dieses Stück zu lesen).

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Im 1807 vollendete Kleist 2 Stücke:

Das Kätchen von Heilbronn oder die Feuerprobe; der Untertitel: Ein großes historisches Ritterschauspiel

und das andere Stück Penthesilea.

Das romantischste Werk von Kleist ist DAS KÄTCHEN VON HEILBRONN. Der Stoff ist ein mittelalterlicher, Ritter, Gott, Freulein, biedere (pošten), gehorsame Stadtbürger mit schönen Tochter, das Gericht der heiligen Feme (zarotniški, tajni - tajno

sodišče).

Romantisch ist der Ausgang des Stücks der eher glücklich ist. Uraufgefuhrt wurde es im Theater an der Wien 1810. 1811 wurde es gezeigt in Bamberg. Das Szenenbild/Bühnenbild hat für diese Inszinierung ein wichtiger, deutscher Romantiker entworfen: E.T.A. Hoffmann. Im 1844 wurde das Stück in Ljubljana zum ersten mal gezeigt. Das Stück beginnt mit einem Satz von M.Luther: "I had a dream."

Ein Femegericht (von kaiserlichen Räten und Rittern gebildet) muß den Grafen Friedrich Wetter vom Strahl von der Anklage des Heilbronner Waffenschmieds (orožar) freisprechen. Die 15-jährige Tochter Kätchen hat aber den Graf mit teuflischer Zauberkunst an sich gefesselt. Das Kätchen hat einen Traum gehabt von ihrem künftigen Ehemann - einem Graf. Den kennt sie aber noch nicht. Einmal begegnen sie sich und Kätchen erkennt im Graf ihren künftigen Ehegatten. Der Graf merkt sie aber gar nicht. Als sie ihn einmal auf der Straße gesehen hat, springt sie aus dem Fenster an die Straße um den mann zu verfolgen. Der Graf hatte nicht verhindern können, daß ihm das Mädchen aus unergründlichem Drang auf Schritt und tritt in blinder Ergebenheit gefolgt war. Der Graf war aber schon verlobt mit einer bösen Frau seines Standes (eine Edelfrau), einer alten Hexe. Kätchen ist schön, mild, ohne bösen Gedanken, sie will nur dem Grafen dienen, sie ist verliebt in ihn und sie verfolgt ihn einfach. Der Graf kann aber Kätchen erst dann akzeptieren, als er erfuhr, daß sie eine königliche Tochter ist uns so den Grafen würdig ist. Es gibt also ein glückliches Ende. (ein Text im Lesebuch)

Das zweite Stück PENTHESILEA ist ein Frauenstück, aber ganz anders geartet als Das

Kätchen von Heilbronn.

- Die erste Idee für dieses Stück hat Kleist durch seine Schwester Ulrike bekommen:

" In

"Es gibt kein Wesen auf dieser Welt, den ich so ehre als meine Schwester,

diesem Zitat zeigt sich ein Widerstreit zwischen Willen und Kraft.

- Die zweite Idee ist eine Historische. - In grauer Vorzeit fielen Äthiopierstämme in das Skytherland ein, töteten alle Männer und bemächtigten (polastiti si) sich ihrer Frauen. Diese Frauen ermordeten dann aus Rache in einer Nacht die

Eindringlinge und gründeten einen Frauenstaat. Diese Frauen durften sich einmal im Jahr zur Zweck der Vortpflanzung mit Männern treffen. Wenn aus diesem Treffen ein Knabe geboren wurde, wurde er dem Vater zurückgeschickt, wenn es aber kein Knabe war, dann töteten sie es oder diesem Kind wurden die beiden Busen weggeschnitten - die Busenlosen. Nach der griechischen Sage wurde die Penthesilea von Achilles getötet. Die Dichter haben diese Sage für ihren Gebrauch umformiert. Und zwar die Geschichte von dem Zusamenstoß des Achill und Penthesilea.

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Penthesilea hatte einen Traum und sie ging zu einem Propheten - das war Orakel. Dieser Orakel hat ihr den Mann, den sie in ihrem Traum liebt in Voraus gezeigt. Das war Achilles. Die Penthesilea durfte sich aber nicht verlieben. Sie durfte keinen Mann öfter als ein Mal im Jahr treffen. Kätchen verbot keiner ihr Glück zu verfolgen. Pentesilea darf das aber nicht wahrnehmen, weil Orakel diese Macht die Wahrheit zu sagen hatte. Man versucht aber gegen diese Macht zu kämpfen. Penthesilea wurde durch die Orakel Prophezierung verwirrt. Sie wurde in ihrem innersten Gefühl zum Wahnsinn verwirrt.

Während des Kriegs um Troja greifen nun die Amazonen unter der Führung ihrer Königin Pentehesilea in das Kampfgeschehen ein, ohne sich zu einer der beiden Parteien zu bekennen. Obwohl es nach dem Gesetz der Amazonen verboten ist, daß sich Jungfrauen bestimmte Männer auswählen, sucht Penthesilea in Schlachtgewühl (bojni metež) immer wieder den Griechen Achilles. Auch er verliebt sich in sie. Achilles weiß, was für Penthesilea das bedeutet. Er bedenkt sich eine List, wie er zu Penthesilea kommen könnte. Er wußte, das sie nur den lieben darf, den sie mit dem Schwert überwunden (premagati) hat. Er will sich ihr nur zum Scheine stellen und freiwillig unterliegen, er läßt sich also von ihr besiegen, daß sie ihn als Gefangenen nehmen könnte und so könnten sie diese Liebe realisieren. Penthesilea mißversteht diese List. Sie meint, daß der tapfere Kämpfer sich lustig aus ihr macht und wurde von einer Wut umfasst und bringt ihn um. Penthesilea stirbt ihm nach.

Das Stück ist in 24 Szenen geschrieben ziemlich brutal in einem gewissen Tempo. Die Dinge nahmen pausenlos den Gang, rasend. Die Schlacht von Troja löst Kleist in einer sogenannten "verdeckten Handlung", die durch Teichoskopie und Berichtsformen reportiert wird. Wie gesagt, es gibt 2 bühnerischen Mitteln:

1. DAS BOTEBERICHT (ein Bote berichtet über die Schlacht)

2. DIE TEICHOSKOPIE (griechisch: Schau-Großschau von der Mauer - schauen = sehen)

Durch die bühnen-technischen Kunstgriffen erweitert man die Geschichte, die nicht genau gezeigt werden kann. Der Bote steht höher auf der Bühne und berichtet von dort, er sagt, was er sieht. Er ist eine direkte Spiegelung des Beobacheten.

Im Jahr 1809 hat Kleist ein Stück geschrieben DIE HERMANNSSCHLACHT. Eine Geschichte wird bearbeitet aus der römischen Zeit. Es geht um die legendäre Schlacht in Teutoburger Wald, wo ein germanischer Feldherr 3 römische Legionen vernichtet. Es geht nicht um ein lustiges Stück, sondern um ein Tendenzstück um die Deutsche zu mobilisieren zu einem Kampf gegen Frankreich (Napoleon). Auf der anderen Seite ist das ein Schlüsselwerk. Es gibt verschiedene Figuren, die verschieden dargestellt sind, weil man wegen der Zensur nicht direkte Tendenzstücken schreiben konnte. Kleist wollte aber eine offene Meinung zu mobilisieren, deswegen ist das kein gutes Theaterstück.

Ein Jahr vor seinem Tod (1821) hat er ein schönes Schauspiel geschrieben: PRINZ

FRIEDRICH VON HOMBURG. Bad-Homburg bei Frankfurt

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Es geht um eine listige Begebenheit aus der preusischen Geschichte, wo die Deutsche gegen Schweden gekämpft haben. Prinz Freidrich von Homburg hat eine Schlacht gegen 5 Welten gewonnen. Schlimm war es, weil er das gewonnen hat, obwohl der König es verboten hat. Der König wollte den Sieg aus strategischem Grund nicht. Der Prinz war ein hoher Offizier, aber andersseits ein Mensch, der verliebt war und dazu noch somnambul (mesečen). Als man diesen Plan von der Schlacht besprochen hat, schlief er ein und hatte den Befehl vom König nicht wahrgenommen. Und weil er die Schlacht gewonnen hat, wurde er vor Gericht gezogen und er soll sterben. Er wehrt sich dagegen, aber er sieht ein, daß man dem Befehl gehorchen muß. Als er das einsieht und sich mit dem Schicksal abfindet, die Befehle und die Hierarchie anerkennt, wurde er vom König begnadigt (pomiloščen). Er heiratete,

Dieses Werk hat eine große Empörung hervorgerufen wegen:

- Das modische Somnombolismus wurde an einem Prinzen behandelt. Ein Prinz ist mondsüchtig!!! Ein Prinz, General fällt in Ohnmacht und wird dadurch von einer sehr menschlichen Seite gezeigt. Deswegen verbot der Hof dieses Stück. Dieses Tiefschlaf ist ein Symbol - der Mensch kann Nichts wissen und bleibt über sich den anderen ein Rätsel.

Kleist war eine große Macht in Gestalten, er beschäftigt sich mit keiner Psychologie und erklärt auch nicht, warum Menschen so sind, wie er sie zeigt. Kleist zeigt die Menschen immer in einer Tätigkeit, nichts wird erzählt, nur gezeigt und das war etwas sehr Großes!!!

Kleist ist noch heute sehr modern. Er hatte in seiner Zeit eine sehr gescheitene (pameten) Wirkung als Dramatiker an die Zeitgenossen. Er hat 8 Theaterstücke geschrieben und nur 2 wurden in seiner Lebenszeit vorgeführt. Der Zebrochene Krug wurde von Goethe in Weimar insziniert. Goethe war aber sehr merkwurdig. Er hat eine große Begabung entdeckt, hat ihn aber nicht so unterstützt, wie er die anderen Dichter hat. Der zerbrochene Krug hat er absolut mißdeutet. Kleist schrieb ein Stück in einem Akt, der ganz präzis gebaut wurde. Goethe hat es in 3 Stücke zerbröckelt und hat dem Kleist damit schreklich geschadet. Das Kätchen von Heilbronn wurde zweimal gezeigt. Dieses Stßck hat Kleist nicht gesehen. Formal und sprachlich betrachtet hat Kleist zu viel verlangt und wurde deswegen nicht angenommen.

Kleist war in erster Linie Dramatiker, weil seine Stücke nicht gezeigt wurden, hatte er nichts verdient. Er hat auch Novellen, Erzählungen geschrieben. Diese Erzählingen zählen deswegen zum Höhepunkt der deutschen Prosa. Das waren die schönste Erzählungen, die je in Deutschland geschrieben sind.

Und warum schreibt Kleist Novellen und nicht kleine Romane?

1. Das größte Problem in seinem Leben und Schaffen war die Wahrheit, die den Menschen unerreichbar ist. Er bleibt sich selbst und den anderen ein Rätsel. Er hat

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nicht einmal sich selbst verstanden, er war aber ein absoluter Mensch und suchte das Absolute - es gibt nur eine Wahrheit, an die er aber nicht heran kann. Damals schreiben Romane die "allwissende Erzähler". Das erste Versuch hat Jean Paul gemacht, der Fragmente geschrieben hat. J. Paul hat gesagt, daß seien kaotische, dicke Romane, wir überschauen (imeti pregled nad) die Welt nicht. Aber er meinte, er wurde die Wahrheit noch erreichen, wobei Kleist diese Hoffnung nicht mehr hatte. Kleist kennt sich selbst nicht, wie soll er dann andere Figuren kennen. 2. Eine Novelle ist ein Ausschnitt von dem Leben, es wird nicht das ganze Leben geschildert. Es gibt viele Definitionen der Novelle. Das Wort kommt aus Italien: Nowela - Neuigkeit. Eine Novelle bedeutet immer etwas Neues, eine Neiugkeit. Als J. Paul Romane geschrieben hat und noch vor seiner Zeit (Wieland, Klopstock, Goethe, ) galt, daß Roman eine lange Erzählung ist und die Novelle ist eine kurze Erzählung.

Goethe hat formuliert, was ein Roman und eine Novelle ist. Er hat eine Werk mit dem Titel Novelle geschrieben. Hier geht es um Zähmung (ukrotitev) der Natur, um die Kultivierung der Natur. Es war zuerst als Epos geschrieben und erst dann als eine Novelle. Kleine Geschichte, die er in einem Ton erzählt, als wäre es Roman. Wie schon gesagt, geht es in einer Novelle um Zähmung der Natur auf verschiedenen Ebenen. Ein Ehepaar zähmt die Natur in eine Landschaft, die Lebensmittel bringt. Man kann aber auch das eigene Innere zu Kultivierung bringen. Das wurde an dem Leben eines Ritters gezeigt. Ein Diener des Herrn rettete eine junge Frau aus einer Situation, die von Löwen (Zirkusmenschen) gefangen wurde. Er verliebt sich in sie und zeigt ihr die Liebe so, daß er vor ihr auf die Knie fällt. Sie interessiert sich auch für ihn. Aber der Mann muß zur Schulung weg. Das zeigt, daß die beiden sich kultiviert haben, sie haben ihre Natur besiegt. Trotz der Liebe geht der Mann weg von seiner Geliebten. Auf der 3. Ebene wird noch einmal gezeigt, wie die Tiger die Macht der Musik kultiviert haben. Man zeigt die Kultivierung der Natur in Menschen und in Tieren und in der Macht des Feuers. Wenn man nämlich nicht bewacht (nicht kultiviert), wird diese Natur eine Kraft, was ein großen Schaden bedeutet würde. Sonst kann man aber mit Feuer sich ein schönes Leben machen: Wärme, Licht, Wie soll jetzt Goethe diese Geschichte benennen? - Da kam er mit seinem Sekräter zu einem Ergebnis, daß das eine Novelle ist. In diesem Geschpräch mit seinem Sekretär Eckermann, der ein intelligenter Mensch war (er machte sich heimlich Notizen von Goethe), hat Goethe ein Versuch einer Definition der Novelle gegeben. Diese Definition von Goethe ist die beste, weil sie die toleranteste ist und umfasst den Kern.

Novelle sei: "Eine sich ereignete und unerhörte Begebenheit". (Zitat von Goethe).

Begebenheit - Ereignis unerhört - kaum zu fassen, daß es etwas solches gibt; etwas Neues, daß man noch nie gehört hat (es muß eine extra Geschichte sein) eine sich ereignete - es ist geschehen

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Die Novelle ist eine Begebenheit, die sich schon ereignet hat und keine Verbindung mehr zu dieser Welt hat, außer, das sie geschehen ist. Die Novelle muß neu sein, unfassbar sein, passiert gewesen sein und das it etwas, was in den Kontext von

Kleist passt. Diese Begebenheit ist eine, von der man behaupten kann, daß sie wäre. Wie Das Bettelweib von Locarno. Als Leser: Es geht darum, daß der Spuk stimmig (skladno) gezeigt wird und das ist die innere Wahrheit des Werkes. Goethe meinte, wenn es nicht so war, ist es möglich, daß es so wäre, wenn die

Geschichte so erzählt wird

immer auf der Seite der Wahrheit liegt. Kleist hat die Novelle auch geschrieben, weil sie überraschend sind, sind genau durchkomponiert durch das Leitmotiv. Es gibt einen Moment auf welchen sich das Geschriebene umkippt und in Das Bettelweib von

Locarno zeigt sich das erst in der Nacht, wo der Herr in dem Zimmer überlebte. Es sind die Fühlen (čutenje, občutenje) der verschiedenen Elementen bearbeitet. 3. Das dritte Grund warum Kleist Novelle geschrieben hat - Die Novelle ist als Gattung wesensverwandt (po naravi soroden) mit dem Dichter und die beiden sind mit der Ballade verwandt. Alles das hat den dramatischen Bau. Novelle ist eine Erzählform mit einer dramatischen Struktur. Und so schreibt auch Kleist seine Novellen. Er zeigt sie so, wie das die Leute es meinen, als sie es gesehen hätten. Es ist eine szenische Darstellung, als wäre es mit der Filmtechnik geschrieben. Es wird immer alles in Szenen gezeigt. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Novelle und Drama. In der Novelle sprechen nicht die Personen selbst, sondern es spricht der Erzähler über sie. Bei Kleist, der selbst ein Rätsel war, war das sehr merkwürdig. Dieses widerspricht dem Rätsel, deswegen verwendet hier Kleist eine Technik, wo er alles szenisch zeigt und die Dialoge werden berichtet. Man berichtet über Geschehen. Die Novelle wurde von ihm und auch von dem Publikum sehr lange unterschätzt (podcenjena).

Kleist selbst sagt aber, daß die Wahrhaftigkeit nicht

Kleists Novellen:

- MICHAEL KOLHAAS (Sau)

- DIE VERLOBUNG IN ST. DOMINGO

- DIE MARQUISE VON O

- DAS ERDBEBEN IN CHILI

- DER FINDLING (jemand, der gefunden wurde)

- DER ZWEIKAMPF

- DIE HEILIGE CÄCILIE

- DAS BETTELWEIB VON LOCARNO

Das sin die reinsten Novelle in der deutschen Sprache von der Gattung her gesehen. Sie behandeln durchschnittliche Menschen, die ein ungewöhnliches Schicksal erlebten und deswegen für uns interessant sind. Es gibt einen Vorfall (pripetljaj, dogodek) in diesen Figuren, die sie aus der gewöhnten Lebensart gerissen werden. Beispiel für das ist die Die Marquise von O

4.11.1998

Folgen in der Die Marquise von O

:

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Der Bericht von einer Novelle ist ein ungewöhnlicher Vorfall, der die Marquise aus ihrer gewöhnlichen Lebensart harausrisst. In diesem Zusammenprall (trk, trčenje) der Welt, die sie nicht verstehen, werden sie sie rätselhaft zunehmen müssen. Das Ende in der Die Marquise von O ist ein glückliches, manchmal gibt es in einer Novelle aber auch ein unglückliches. Das Ende ist immer ein gerechtes Ende, es ist glücklich für einen und unglücklich für die anderen.

Die Stoffe in den Novellen:

Die Marquise von O ist eine kriegerische Geschichte, die ein Privatleben einer Dame behandelt. Michael Kolhaas ist eine Geschichte aus der Reformation und ist teilweise eine private Geschichte, sonst ist es eine offene, politische Geschichte. Die Verlobung in St.Domingo behandelt ein Rassenproblem, aber ist eine private Geschichte. Das Erdbeben in Chili ist eine private Geschichte, es geht um die Einmischung der Kirche in das Leben der Menschen.

Die Schauplätze: Italia, Süd-Amerika, Deutschland. Die Zeit in der diese Geschichte spielen ist unterschiedlich. Sie spielen meistens in der Vergangenhaeit oder nicht weit von der Gegenwart entführt. Manchmal erinnern diese Geschichten an Kitsch.

Was zeigt hier Kleist? - Er darstellt die Menschheit. Die Existenz als solche und dadurch ist die menschliche Erzählung weder an Zeit noch Ort gebunden. Was der Leser zuerst in Kenntnis nimmt sind die sinnlosen Begebenheiten (Das Bettelweib von Locarno), eine sinnlose Welt, nichtsagende Begebenheit. Man fragt sich, was ist das, daß so ein erschreckendes Gedächtnis hat, daß es so etwas gibt für menschliche Taten. Eine edle Tat war in der Novelle Das Bettelweib von Locarno das Bettelweib in das Haus zu nehmen. Und was für eine Tat war es, als der Marchese dem Bettelweib befiehl hinter den Ofen zu gehen?

Das Erdbeben in Chili: 2 junge Menschen dürfen sich nicht lieben. Das Mädchen wurde ins Kloster geschickt. Das Kind wurde ihr genommen. Es gab entsetzlich viele Toten, die aber ihre Rettung bedeuteten. Die beiden Verliebten bleiben am Leben und es wurde ihnen erzählt, warum es zum Erdebeben gekommen sei. Wegen ihrer Sünde, die sie bekehren hat. Es gab eine Familie, die bereit war ihnen zu helfen. So kam es zu einem Austausch der Kinder und das falsche Kind wurde getötet. Die Familie war bereit für das Kind als ein Kind des Staats anzunehmen und es groß zu ziehen. Es wird ein Funken der Humanität in diesem Werk gesehen.

Michael Kohlhaas ist die meist besprochene Novelle von Kleist. Das Thema: das Recht an die juridische Sprache. Hier erzählt Kleist in den ersten Sätzen den Inhalt der Geschichte und verlegt die Spannung des Lesers an WAS und WIE und wie Kleist die Geschichte komponiert und geschrieben hat. Das ist eine Chronik. In dem ersten Absatz wird der Inhalt erzählt: Es geht um einen Roßhandler. Seine Roße wurden ihm unrechtmäßig weggenommen von jungen Adeln und wurden

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mißhandelt. Er will jetzt Schadenersatz bekommen. Er geht vors Gericht und sagt, daß die zwei jungen Preußer gegen ihn, Sachsen und der ganzen Österreich sind.

Auch seine Frau versucht zu vemitteln, aber sie wurde umgebracht. Dann sammelt er

seine Freunde und Knechte und auch Kriegsgewinnlere, wie Räuber, usw

legt Feuer. Das geschah in der Zeit von Luther - Bauernkriege und auch Luther half dabei. Kohlhass kommt wieder vors Gericht. Da gab ihm ein Zigeuner einen Zettel, wo die Zukunft seines Hauses drauf geschrieben war. M. Kohlhaas wußte, daß dieser Zettel ihn retten würde. Er wußte aber auch. daß das Adel ihm unrecht getan hat und daß auch er nicht ohne Sünden in dieser Sache ist, deswegen verlangte er das Recht für alle. Er wird zu Tode beurteilt, bekommt aber auch den Schadenersatz für seine Roße. Er ist jetzt mit der Welt versöhnt und verabschiedet sich von seiner Familie. Dann liest er den Zettel von dem Zigeuner, verschluck ihn und starb. Seine Söhne wurden später als Ritter ausgebildet.

Er tötet,

Kleist hat sein eigenes Bestreben darangegegeben, das war die Gerechtigkeit für alle. Michael Kohlhaas war in der Lage für sich das eigene Leben zu verhandeln (pogajati se) - Zettel - aber er wußte, daß er auch getötet hat, die Menschen unglücklich gemacht und wurde bereit dafür zu büsen. Das ist die Gerechtigkeit für alle Taten und auf alle Weise.

DAS BETTELWEIB VON LOCARNO

Diese Novelle hat an einen großen Meister der Romantik einen großen Eindruck gemacht. Man hat Kleist Gespenstermann gesagt. Zu Das Bettelweib von Locarno hat er gesagt, daß das das Entsetzlichste sei, was er gelesen hat.

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ROMANTIK

Bei der Romantik gibt es das Problem der Eingrenzung der Zeit. Schon vor der Romantik gab es Merkmale der Romantik und auch danach. Viele litararische Bewegungen sind eigentlich zur gleichen Zeit gelaufen. Sie wird chronologisch eingeteilt in die ältere oder Frühromantik 1795 - 1820 und die jüngere, Hoch- oder Spätromantik 1798 - 1835.

Schiller und Goethe zählt man auch zu Romantik. Jean Paul, Hölderlin und Kleist haben zu gleicher Zeit geschaffen. Es gab auch die Vormärzdichter. An der Revolution 1848 in der Österreich nahmen politisch-angagierte Dichter teil. Zu dieser Zeit war Heinrich Heine bekannt. Es gab auch noch zwei Romantiker zu dieser Zeit, die sich außerhalb dieser Richtung bewegten: GRABBE und BÜCHNER. All diese Dichter waren vorallem romantisch. Sie waren aber auch etwas anders:

Kleist Sprache z.B. erinnert an Juristendichtung (genau, präzise). Die Stoffe sind aber in der Art und Weise, wie er sie behandelt hat romantisch. Er hatte kein Interesse für Psychologie, für das Unbewußte, für die Vergangenheit, was romanrische Elemente sind. Die Romantiker haben die Stoffe aus der Antike und aus dem Mittelalter entnommen. Man hat auch Interesse für exotische Länder, die Offenheit der Werke ist wichtig. Man fragt sich bei romantischen Werken, wie war es weiter?

Was ist Romantik?

Die Romantik hat alle Bewegunge danach befrüchtet. Lange Zeit war Romantik abgelehnt. Es gab aber ein Problem, weil das eine Bewegung ist, die gegen Systematische, Definitionen, Regeln und gegen Vorschriften ist. Sie will nicht etwas Kleines, Schönes, Abgerundetes, sie will das Unendliche, Unabgeschlossene, Uneingeschrenkte; das Offene will sie!!!

Romantisch bedeutet ursprunglich romanhaft, abenteuerlich. Der Begriff der Romantik wurde an ein Bild der Landschaft bezogen. Und zwar wurde sie an die Landschaft bezogen, die Gefühle besprochen hat. Die romantische Bilder schauen dunkel, düster aus. Sie malen die bewegte Landschaft: stürmisches Wasser, große, gewaltige Bäume. Kaspar David FRIEDRICH ist der bedeutendste deutsche Maler. Die Landschaft, die gezeigt wird, ist der englische Park im Unterschied des farnzösischen Parks. Im farnzösischen Park ist alles zusammengestürzt, alles gleich, geordnet, geometrisch. Der englische Park ist eine kultivierte Wildheit - Wasserfälle, Wasserbrunnen werden gezeigt. Die Natur ist kultiviert, daß man dort eine unerwartete Sicht an eine schöne Landschaft sehen kann (wie im Plečnik Haus). Es ist weitläufig (obsežen, obširen), es gibt mächtige Bäume, es ist geheimnisvoll, es gibt überraschende, abwechslungsreiche Durchblicke in die Ferne. Zu der Romantik bekommen wir also einen optischen Eindruck durch den englischen Park. Sie hat etwas für die Auge angeboten, die Erfindungen angeregt, die Gefühle wurden gewacht - und das war eine romantische Landschaft.

10.11.1998

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Die romantische Dichtung hat ein schottischer Balladendichter beeinflußt - OSSIAN. Die romantische Bewegung hat aber ein Französe sehr angeret und das war Jean Jacques ROUSSEAU mit dem Roman La Nouvelle Heloise. Auch Goethe hat die Romantik beeinflußt mit seinem Drama Götz von Berlichingen. Alle diese haben die

Romantik beeinflußt indem sie die romantische Themen und Anschauungen behandelt haben: das Gefühl, das Leiden und die Liebe. Götz ist ein Kraftgenie, der leidenschaftlich ist. Auch das Sturm und Drang gibt so eine Anregung der Romantik. Es gibt da eine Affinität zum Irregulären, zum Nicht-ordentlichen, zum Wunderbaren, Phantastischem, zum Gespenstern, zum Flehen (rotenje), zum Schauerlichen, Schauderhaftem, Angst-machendem, zu allen dem, was man als naturhaft betrachtet, zu allem Volkstümlichen. Die Bruder Grimm haben die Märchen in der Romantik gesammelt, weil das ein Naturgut war. Man sammelt auch die Volkslieder,

Volksmärchen, wo die Stiefmütter, gute Könige,

beschrieben wurden. Das ist der

Hang zur Romantik, das Hang zu Vergangenem, Dunklem, Erfundenem, Mytologischem, zur Phantasie. Wenn die Aufklärung zu Fortschritt glaubte und optimistisch war, so glaubt die Romantik an das noch mehr. Die Technisierung hat ein Mißt gebracht. Die Romantik wendet sich zu iherer eigenen Vergangenheit hin, sie denkt historisch. Die eigene Vergangenheit ist die Geschichte, die Volksdichtung:

Volkslieder, Volksmärchen, man interessiert sich für die Kriege aus der Vergangenheit, Mythologie. Sie gründen historische wissenschafliche Dichter, die Politik, auch das Recht, Jurastudium wird historisch betrieben.

Die Romantik nimmt einige Elemente des Sturm und Drang auf, einige Momente der Empfindsamkeit, aber vor allem bedeutet sie einen neuen Ansatz. Sie ist philosophisch begründet und hat als echte Romantik nichts zu tun mit der damals auch entstandenen Trivialliteratur/Unterhaltungsliteratur. Diese Literatur verfolgt die Ritterromantik, die Räuberromantik, die schöne Romantik (Konsalik).

Parallel zu der Hochromantik hat sich auch die Trivialliteratur entwicklet. Im 18.Jh. haben wir die Lesegesellschaften, die eine Möglichkeit war, billig an die Bücher zu kommen. Viele haben Zeit zum Lesen gehabt, aber hatten kein Geld für die Bücher gahabt. Deswegwn sind sie zu Lesegesellschaften gegangen und haben dort die Bücher gelesen. Einige, die reich waren, konnten ins Theater gehen. Es gab damals das Bürgerlichetheater und das Nationaltheater, das eine große Aufgabe hatte, die nationale Stücke aufzuführen. Das Stadttheater konnte aber auch die Aufführungen aus dem Ausland zeigen, die das Publikum unterhalten. Das Vorstadttheater wurde aber verpönt. Dieses hatte andere Aufgaben übernommen. Man gab in der Romantik noch keinen TV, Kino, Radio und in das Theater konnten alle nicht gehen. Was übrig blieb, waren Bücher. In der Trivialliteratur hat das Publikum bekommen, was es verlangte. Wegen der Miterscheinung der Trivialliteratur wurde die Romantik mißachtet. Die Trivialliteratur war schlecht geschrieben, hat aber mit den Gefühlen des Lesers gespielt. Die Trivialliteratur war also ein Medium der Flucht, sich vor dem alltäglichen Leben zu verstecken, aus ihm zu fluchen. Sie ist raffiniert gebaut und verständlich. Was schlimm daran ist, ist die Gesellschaftbezogenheit, wo man die Gesellschaft ausbeutet (izkoriščati). Sonst wird in der Trivialliteratur ein Problem behandelt, was schlecht gemacht wird, die Ausführung (izvedba) ist schlecht! Wenn

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sich das Interesse des Publikums und das Interesse des Autors vereinigen, dann haben wir Bestseller. Diese Butzenscheibenromantik hat das Traurige, Tragische, die Liebe, das Gespenster, den Tod und das Leid verstehen. Man hat die Probleme von gestern gezeigt und an heute hervorgebracht.

Was ist das Wesen der Romantik?

Die Romantik ist eine europäische Geistesbewegung. Sie ist eine Bewegung, die im Kopf passiert, in der Philosophie der Menschen. Die Romantik ist eine deutsche Bewegung, die aus Deutschland ausgehend alle Länder des Kontinents erfasste. (Prešern war der größte Romantiker in Slowenien). Die Romantik hat alle Gebiete des Lebens und des Geistes eines Menschen beeinflußt: die Philosophie, die Dichtung, die Malerei, die Religion, die Wissenschaft auch die Politik und alle Formen des Zusammenlebens der Menschen.

Was hat die Romantik auf dem Gebiet der Politik gemacht?

Die Wurzeln jeder Nation liegt in der Roamntik. Nationalstaaten wurden in der Zeit der Romantik, im 19.Jh. begründet. Diese Idee kam von Frankreich - das soziale Vertrag, aber das größte Ereignis war die bürgerliche Revolution 1889. Diese Revolution macht Schluß mit dem Absolutizmus, der König wurde enthauptet. Dann kam Napoleon, der eine Adlige - Josephine hairatete, wurde König und wollte auch etwas von den Nachbarn haben. Er ließ sich von dem Papst krönen, wurde ein Rojalist. Als er sich von Josephine scheiden ließ, heiratete er eine österreichische Prinzessin. Später kam er in eine schwedische Familie und die Deutschen haben ein Nationalstaat zu gründen begonnen. Das war ein Staat nach dem Vorbild Frankreichs gemacht. Da hatte man die Idee von einem deutschen Bund gehabt, wo auch die österreichische habsburgische Monarchie beikam. Aber die Österreich hatte ein Problem, sie war ein Vielvölkerstaat. Deswegen hatte man sich gefragt, wie sollte man patriotisch sein, ohne daß dabei auch die Nicht-Deutschen selbstständig zu denken beginnen? In Österreich gab es damals Polen, Russen, Tschechen; Slovaken, Slowenen, Vojvodiner, Rumänen. Die jenige, die das sagten waren die deutschen Österreicher oder die jenigen, die das Deutsch als Muttersprache hatten. Österreich kann ein Mitglied des deutschen Bundes werden, wenn es ein Staatenbund wird, da hatten auch verschiedene Völker die Stimme. Deswegen war das 19.Jh. ein nationalistisches Jahrhundert. Die Entwicklung mit negativen Einflüßen ging weiter bis zum 2. Weltkrieg (Vernichtung anderen Rassen).

Anderseits ist die Megalomanie etwas Romantisches, etwas das nach Ungrenzendes greifen will. Die Romantik ist nach Unendlichkeit orientiert. Sie will alle Grenzen sprengen, die die Kalssik gestellt hat. Die Klassik will Vollendung, Ruhe, feste Ordnung, Klarheit, Maß, Hermonie - Festes, Genaueres abgrenzen. Und die Romantik ist genau das Gegenteil davon. Romantik ist das Drang nach Unendlichkeit, Drang nach der Leidenschaft, nach dem Bewegten, Dunklem, Maßlosem, Regellosem. Das charakteristischste für die Romantik ist das Sprengenwollen aus allen Grenzen. Im Vergleich mit der Romantik, beschränkt sich die Klassik auf alles, was man mit Gefühlen, Verstand erfassen kann.

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Das bedeutet, sie beschränkt sich auf alles, was man mit Sinnesorganen und mit Hilfe der Vernunft erkennt. Das bedeutet auch, daß Klassik nach Objektivem sterbt. Sie strebt nach Typisierung, nach Gesetz, Regel, Vernunft, sie sterbt nach Gleichgewicht, Maß. Die Klassik will eine geschlossene, gültige Form. Sie will Epik, Lyrik, Dramatik ganz genau von einender trennen. Was die Klassik verlangt, ist die Entsagung, sie verlangt Selbstbeschränkung, Kultivierung, Verzicht und sittliche, moralische Willensstärke. Klassik lehnt alles Phantastische ab, alles Verworrene (zmedenost), Unklare ab. Was die Klassik will? Sie will sich um eine Harmonie zwischen Gefühl und Verstand bemühen. Sie verlangt eine absolute Grenzsetzung zwischen Epik, Lyrik und Dramatik. Klassik ist darüber überzeugt, daß es keine Mischung zwischen Lyrik, Epik und Dramatik geben kann. Der Roman ist in der Klassik kein Tagebuch, kein Bericht. Man weiß ganz genau, was ein Roman ist. Klassik will nur das erforschen, was man erforschen kann, was unerforschlich ist, interessiert sie nicht.

Die Romantik ist genau das Gegenteil. Sie zerbricht die klassischen Grenzen. Romantik will eine Herrschaft der freischöpferischen Phantasie erforschen. Phantasie spielt in der Romantik eine große Rolle. Sie will auch im Leben alle Grenzen sprengen (razbiti). Und zwar die Grenzen, die dem Verstand gestellt sind, die Grenzen zwischen Wissenschaft und Dichtung, zwischen einzelnen dichterischen Gattunngen.

Wovon ist hier die Rede? In der Romantik kommt es zum ersten Mal, daß sich die Autoren auch zur Gattung teoretisch geäußert haben. Sie haben sich gfragt, wie sie z.B. zum Roman stehen, was sollen sie mit dieser Gattung erreichen? Z.B. ein Theaterstück Der gestiefelte Kater von Tick ist nicht nur ein Stück, es ist auch ein Märchen und ein Stück über einen mißglücktem Theaterabend. Alle Beteiligten auf der Bühne reden über den Theaterstück vor den Zuschauern. Die Schauspieler auf der Bühne fielen aus der Rolle. Sie beschwerten sich (pritoževati se) als Schauspieler über ihren Rollen, die sie spielen mussten. Auch die Zuschauer beschwerten sich, statt ein Theaterstück zu sehen, sagt man, daß Der gestiefelte Kater von Tick ein Märchen sei. Das bedeutet die Grenzen sprengen, weil so etwas hat es vorher noch nie gegeben. Aber auch damals war das noch unnormal.

Die romantischen Dichter sagten, daß die Litaraturtheorie ein Teil der Dichtung sei und zwar, wenn diese Kritik eine schöpferische Kritik sei. Kritiker ist in der Augen der romantischen Dichter auch ein Schöpfer. Er macht nämlich einen Teil der romantischen Dichtung aus, den man in das literarische Werk, das man gerade schreibt, einsetzen kann.

Die Romantik verlangt eine besondere Art der Dichtung. Diese Dichtung nennt sich die UNIVERSALPOESIE. Die Poesie steht hier für Dichtung, nicht für Lyrik. Die Dichtung ist alle Literatur, die sehr, sehr gut ist. Dichter ist derjenige Autor, der sehr gute

Prosa, Dramatik, Theaterstücke schreibt, das bedeutet, daß er sehr gut ist. Sonst ist aber der, der Prosa schreibt Erzähler. Alle zusammen sind Autoren oder Schriftsteller. Bei der Übersetzung soll man nie Kulturschafender verwenden!!!

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Diese Universaldichtung ist alles, das ist Dichtung und Wissenschaft und Religion. Die Universalpoesie ist sowohl lyrisch als auch episch, philosophisch und wissenschaftlich. Die Universalpoesie will die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit stellen, sie verlangt sie sogar.

Die Romantik will die ganze Welt romantisieren. Sie verlangt die völlige Subjektivität, die Individualisierung - das "Ich" (das Individuum) wird großgeschrieben. Sie verlangt Gesetzlosigkeit, Freiheit, Unabhengigkeit. Die Romantik verlangt Musikalität, eine weltoffene, ewig unfertige Dichtungsform. Romantik ist eine sehr veständliche, offene Bewegung. Das die Romantik offen, unabgeschlossen ist, ist das Wesen der Romantik. Deswegen ist die idealste Form der Romantik das Fragment - das Unabgeschlossene, das ewig Unfertige. In jedem Werk ist das wichtigste das, was nicht gesagt wird. Das anspannt den Leser zum Nachdenken. Kleist sagt nicht, was der höhere Sinn des Todes des Weibes und des Marcheses war. Wir müssen uns selbst damit auseinandersetzen. Als Erzähler muß man aber wissen, was man sagt und was man nicht sagt. Tanja BLITZEN (Dänerin; ist nach Afrika gezogen, hat sich scheiden lassen) hat verschiedene Geschichten in verschiedenen Sprachen geschrieben. Sie hat eine wunderschöne Erzählung geschrieben mit dem Titel Die leere Seiten. Hier erzählt sie, wie sie gelernt hat, die Geschichten zu schreiben. Sie war eine alte Frau, die das von ihrer Großmutter lernte und die hat es von ihrer Großmutter gelernt. Immer gab es eine Großmutter, die die Geschichte an jenem Enkel, welcher der begabteste war, weitererzählt hat. Bei der Geschichte muß man aufpassen, wann und warum man etwas sagt, niemals darf man alles sagen. Es gab einen Kreuzritter, der nach Jerusalem gekommen ist. Er hat Leinensamen aus diesem heiligen Land mitgebracht. Das Samen hat er einem Frauenkloster gegeben, wo die Frauen das Samen gesäet (säen-sejati) haben. Die Pflanzen haben sie dann zum Leinen bearbeitet. Sie entwickeln eine ganze Produktion von Leinen. So bekam das Kloster auch das Vorrecht die Könige von Spanien mit Leinen zu beliefern. Somit hatten sie auch das Vorrecht den spanische Prinzessinen die Bettwäsche zu machen. Sie haben diese Bettlaken von der Hochzeitsnacht zurückbekommen. Als die Nonnen die Bettlaken zurückbekamen, haben sie diese eingerahmt als Bilder und im Klosterkorridor aufgehangen. Unter diesen Bildern standen auch die Namen von den verheirateten Prinzessinen. Nach Jahren kamen alle Prinzessinen, einige als Wittwen, verarmte in das Kloster, haben sich die Bilder angesehen und die Namen besprochen. Das war wie ein geselliges Beisammensein. Sie sind aber am längsten und wortlos vor einem Bild stehen geblieben, wo unter eine Goldtaffel hink, drauf stand aber kein Namen. Das Bild war ganz weiß, ganz leer. Das bedeutet, daß sie keine Jungfrau war, als sie heiratete. Hier wußte man nicht, we das war, wann das geschehen ist und auch nicht, was die Folgen waren, was ist mit ihr passiert. Als Erzähler muß man genau wissen, wie man die Erzählung beginnt (wenn der Beginn nicht gut ist, lesen wir es nicht wieter) und wie man sie aufschließt. Wichtig ist der offene Schluß, die leere Seite, das Richtige im gewissen Moment nicht zu sagen. Auch in Volksmärchen gibt es den offenen Schluß. Die Entgrenzung ist der Verlang der Romantik.

24.11.1998

DAS LEBENSGEFÜHL DER ROMANTIK

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In erster Linie war das Lebensgefühl der Romantik ein Protest gegen das Zeitalter der Aufklärung. Die Romantiker waren sehr verschiedenen Meinungen, Anschauungen und Konfessionen (veroizpoved, vera), aber sie haben alle gegen die Macht der Aufklärung protestiert. Aus dieser Anschauung heraus verteidigen die Romantiker alles, was Naturgewachsen/Ursprunglich ist. Das sei das Volkslied, das Volksbrauch, der Volksgeist. Das alles war nur weil es volkstümlich ist auch gut und schön. Die Romantiker waren in dieser Ansicht sehr echt, sie haben an alles, was dem Volke ursprunglich ist, geglaubt.

Auch ein Romantiker kennt Spott (posmeh), aber Spott gegenüber sich selbst. Sein Spott ist nicht zynisch. Aus diesem Hang, was volkshaft ist, wird bei den Romantiker gepflegt und sie finden Niederschlag (izraziti se) auch in den literarischen Werken. Wenn sie gute Autoren waren, war dieses Volksstammende in Ordnung und man konnte es akzeptieren. Wenn sie aber schlecht waren, war das als Kitsch beachtet.

Die Romantiker als solche teilt man in verschiedenen Epochen:

1. ÄLTERE, JENAER oder FRÜHROMANTIK

2. JÜNGERE, HEIDELBERGER, HOCH- oder SPÄTROMANTIK

Die Romantik ist schwer zu definieren, weil eine eindeutige Bestimmung des Begriffs Romantik nicht möglich ist. Sie ist die letzte Entwicklungsstuffe des deutschen Idealismus. Sie stellt gleichzeitig den Höhepunkt der deutschen Bewegung, die den Sturm und Drang einsetzte.

DIE FRÜHROMANTIK

Die Frühromantiker haben alle ein gemeinsames Erlebnis gehabt, obwohl sie verschieden alt waren und obwohl sie aus verschiedenen Familien stammten

(Beamtesöhne, Pfarrersöhne,

, manchmal waren sie auch adliger Herkunft).

— Das war ein gemeinsames Erlebnis, das ihre Ideale und ihr Leben gepregt hat. Dieses Erlebnis war die Französische Revolution im Jahr 1789 (bis 1795).

— Ein gemeinsames Erlebnis literarischer Art war für sie alle der Roman von Goethe

WILHELM MEISTER.

— Und eine gemeinsame Erfahrung der Frühromantikgeneration war die Philosophie von Fichte - sein subjektiver Idealismus. Das bedeutet, daß man das "Ich" zum Schöpfer und zum Herrn der Welt erhebt.

— Ein weiteres Merkmal, das charakteristisch war, ist eine relative Geschlossenheit der Geistesgemeinschaft. In dieser Gemeinschaft sammeln sich junge Menschen, die gleiche Dinge erlebt haben und den gleichen Einfluß geübt haben. Relativ viele junge, gleichgesinnte Menschen pflegten Umgang miteinander und werden zu den Anfänger der deutschen Romantik gezählt. Sie waren aber eher Theoretiker (haben Theorieschrifte geschrieben) als Praktiker (haben wenig literarische Werke geschrieben). Sie haben eher Ideen gegeben, als daß sie diese Ideen gestalltet hätten.

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DIE HOCH- oder SPÄTROMANTIK

Während der Französischen Revolution 1789 einsetzte, versucht man die Spätromantik markieren mit dem Jahr 1805. Dieses Jahr markiert Schillers Tod und unabhängig von dem Todesjahr des Schillers, gibt es in diesem Jahr (1805) in der Stadt Heidelberg eine Gruppe von jungeren Menschen, die man als Romantiker bezeichnete: GÖRRES, BRENTANO, ARNIM. Sie alle hatten einiges Gemeinsamen:

- den Hang zum Irrationalen, Organischen, den Hang zum Leben in seiner Unmessbarkeit, Unbegreiflichkeit. Die Spätromantiker schätzen das Unbewußte, Traumhafte, Erdbezogene, die Natur und das Volkstum (alle Kultur, daß im Volk entstanden ist) und im Anschluß daran wenden sie sich an den Wissenschaften zu. Die Spätromantiker erforschen die wissenschaftliche literarische Tradition. Sie erarbeiten wissenschaftlich historische, juristische, sprachliche, mythologische Zeugnisse des Mittelalters. Sie entwickeln dann auch die wissenschaftliche Arbeit, neue wissenschaftliche Disziplinen.

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ALLGEMEINE MERKMALE DER ROMANTIK

- Das ganze Leben soll poetisch werden. Das ganze Leben bedeutet den Geist und

die Natur, die Endlichkeit, Unendlichkeit, Vergangenes, Urgegenwertiges, die Religion und die Kunst, die Wissenschaft und die Poesie. All diese Gebiete und das ganze Leben als solches sollen sie vereinigen in der sogenannten Gesamtenkunst.

- Die Romantiker waren grenzenlos, sehr großzügig. Sie haben aber genau gewußt,

das alles zu vereinen in ein gesamtes Kunstwerk unmöglich ist. Deswegen machen sie aus diesem eine Tugend. Sie entschlossen sich für das Fragmentarische, d.h. für

die offene Form. Und wenn man diese Maßlose, Offene anstrebt und weiß, daß so etwas als Perfektion nicht zu erreichen ist, gehört zu diesen Werken auch eine Portion der romantischen Irronie, welche die spielerische Freiheit des schöpferischen Geistes zu bestätigen hilft.

Der geistige Vater der frühromantischen Bewegung FRIEDRICH SCHLEGEL sagt, daß Poesie (Dichtung) eine Universalpoesie seien soll. Und er sagt noch, daß die Universalpoesie für ihr führendes, wichtigstes Gesetz anerkennt werden solle, daß die Willkür, d.h. der schöpferische Geist, das schöpferische Individuum kein Gesetz über sich leidet. Das ist ein Widerspruch. Man beugt sich keinen Vorschriften, keinen Regeln, was die Kunst betrifft.

- Romantik ist eine Bewegung, die von Deutschland ausgegangen ist und die alle

europäische Literatur erfasst hat. In Europa sprach man im späten 19./20. Jh., wenn

man von deutschem Nationalcharakter gesprochen hat, von romantischem Charakter. D. h. das Romantische sei eine deutsche Wesenseigenschaft.

Die Romantik war in Deutschland viel mehr als eine literarische Bewegung, sie war auch eine Kulturbewegung und eine historische Bewegung. Viele historische Wissenschaften waren damals gegründet. Das war ein kulturelles Phänomen und ein gesellschaftlich - politisches Phänomen, aber nicht nur für Deutschland. Angefangen hat alles in der Aufklärung, als man begann selbstständig zu denken. Man hatte den Mut selbstsändig zu denken und als man begann mit seinem eigenen Kopf zu denken, wollte man sein eigenes Leben umgestallten. Die Folge war die Französische Revolution: die Bürger sollten Bürger oder Menschen werden, so wie es die Adlige vorher waren; sie richten sich gegen die superpriviligierten Klassen. Die Französische Revolution war eine Bewegung für die Gleichheit, Brüderlichkeit und für die Freiheit unter allen Menschen.

Und die Folge der Französischen Revolution:

In Europa begannen die Deutschen, Italiener, Slowenen, Ungaren daran zu denken ihre eigenen Nationalstaaten zu gründen. Diese Idee von Nationalstaaten (z.B. alle Deutsche in einem Land) ist eine romantische Idee, weil sich die Romantik mit der eigenen Kultur von jetzt und früher (mit der historischen Grammatik, Linguistik, sie hat Wörterbücher geschrieben, sie hat Volkslieder und Volksmärchen gesammelt) beschäftigt hat. Das alles weckte das nationale Bewußtsein.

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Leider wurden aus vielen romantischen Patrioten romantische Chauvinisten. D. h., daß die Romantik später nicht weltbürgerlich orientiert war, sondern betont "national" (chauvinistisch). Und das ist dieses eine Merkmal, was Goethe an der Romantik so mißfallen hat. Goethe war ein Kosmopolit, ein Weltbürger und hat mit der ganzen Welt korrespondiert (Napoleon, Jernej Kopitar, Vuk Karadžič kommen zu ihm). Auch Volkslieder waren in Goethes Zeit zusammengesetzt, gesammelt. Was Goethe haßte in der deutschen Romantik ist das, daß sie nach all dem nationalistisch wurde. Gerade dieses Streben nach dem Nationalstaat des einzelnen Volken ist ein romantisch - politisches Phänomen.

Deswegen haben wir in dem 20. Jh. zu hören, daß die Gründung eines Nationalstaates eine überlebte Sache ist (eine Sache des 19.Jh.) - jetzt soll man Europa bauen !!!

EINIGE BESONDERHEITEN DER DEUTSCHEN ROMANTIK

1. Es ist einmal passiert, daß es eine Bewegung innerhalb der deutschen Kultur

eingenommen wurde. Sie setzt früher an, als die italienische, slowenische (Prešern

hat in 30./40. Jahren des 19. Jh. geschrieben - in dieser Zeit war die deutsche Romantik schon vorbei). Das war ein Phänomen, daß sich andere romantische Bewegungen von der deutschen Romantik inspiriren ließen.

2. Ihre sehr, sehr enge Beziehung zur Philosophie. Alle bisher Erwähnten waren

befreundete Menschen: Fichte, Schelling und andere Literate. Die Philosophie von Fichte und Schelling ist nicht zu denken ohne einem kritischen Philosophen aus der Aufklärung - Imannuel Kannt. Von Kannt aus geht die Entwicklung in die romantische Richtung Fichtes uns Schellings. Es gab Zeitgenossen, die gemerkt haben, daß die romantische Bewegung im Einfluß von der zeitgenössischen deutschen Philosophie steht. Die erste hat das bemerkt die Mme de Stael (1766 - 1817), die ein wichtiges Buch geschrieben hat De l` Allemagne. Diese Dame war eine sehr intelligente und kritische. Ihr Werk ist ein Buch über Deutschland. Sie war eine große Gegnerin von Napoleon. Hier sprach sie über eine Symbiose der deutschen Dichter und Denker.

3. Nicht nur die Philosophie als solche war für Romantiker wichtig. Die Philosophie

war auch ein Teil der Poesie (Dichtung). Der andere Teil war die Musik (Schubert, Schuman, später Wagner, Hugo Wolf). Diese haben in der Tat dieses Wort von Dichtung und Musik verwirklicht. Diese Verbindung war bei den Deutschen viel stärker als bei anderen europäischen Völker. Sie war wichtig, weil man dadurch die Grenzen eines Bereichs (das nur Literarische) sprengen konnte. Die Musik in der Literatur bedeutete, daß man die literarische Werke vertont, es entstanden Lieder. Man singt diese Lieder vor dem Publikum begleitet mit Klaviermusik. Die Literatur ist nicht nur für das leise Lesen. Wagner, der 1883 in Venedig gestorben ist, hat versucht ein romantisches Kunstwerk zu gestallten. Er versuchte das Konzept des Gesamtkunstwerkes zu realisieren. Das versucht man heute noch im Theater. Er hat die hervorragendste Literaturtexte genommen und hat sie kommponiert. Er hat mit eigener mystischen Vergangenheit gearbeitet. Der Tanz/Ballett spielte eine

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große Rolle. Man sang die Oper, d.h., daß die Szenerei gestalltet werden mußte (Malerei). Auch die Innen- und Außenarchitektur hatte eine große Rolle. Wagner hat im Bayreuth ein Opernhaus bauen lassen, wo man seine Oper aufführte. Das alles war ein Wunsch der Universalpoesie.

4. Für alle Romantiker war ein Erlebnis sehr wichtig. Das war das Erlebnis der Französischen Revolution. Im politischen Sinn war das etwas Revolutionäres. Alle Romantiker waren davon beeinflußt, sie hebten die Hoffnung. In dieser Zeit sollte sich auch ein großer Nationalstaat gründen. Es kam aber nicht dazu, weil Deutschland hoffnungslos zersplittert war. Die Revolution findet in der deutschen Kultur/Literatur statt. Die napoleonische Kriege gingen voran, ihn folgte die allmächtige Zensur. Sie hatte eine unerfreuliche Folge, daß viele Frühromantiker ganz reaktionär wurden, antiliberal wurden und daß viele Romantiker dann die feudalsten, unrückständigsten Reiche jener Zeit unterstützten. Aus progressiven Menschen entstanden restaurative, klerikale Kreise. Klerikal - weil es im 1848 eine Märzrevolution gab und weil sich die Frühromantiker, soweit einige noch am Leben blieben, gegen diese revolutionäre Bewegung gestellt haben. Im Mainz wurde Anfang des 19. Jh. eine europäische Zensurstelle gegrundet - MAINZER INFORMATIONSBÜRO. Der geistige Vater war Fürst METTERNICH (der später Kanzler von Österreich). Alles wurde zensuriert, was zum Druck bestimmt war und den Umgang hatte von höchstens 12 Bogenen. 1 Bogen (tiskarska pola) ist 16 Seiten. Das bedeutet alles, was 320 Seiten oder weniger umfasste, mußte einer Zensur vorstellen worden eher es gedruckt wurde (Theaterstücke, Lieder, Sonette, Novellen, ). Warum ? - Weil der 19. Jh. die Zeit der Zeitungen war. Eine Zeitung herauszugeben fordert viel Geld, aber als die Zeitung sich verkauft, bekommt man auch viel Geld. Was gedruckt werden durfte bestimmten aber die Zensurstellen.

Im Wien gab es eine Zensurhochstelle. Als Prešern eine Poesie geschrieben hat, mußte er zwei Exemplare des Manuskriptes (rokopis) in Wien vorlegen. Die Zensur hat dann Miklošič und Jernej Kopitar gelesen. J. Kopitar hat auch verhindert die Ausgabe der Kranjska čebelica. Weil er damals der Meinung war, dar die Volksdichtung gut ist und eine Kunstdichtung ist eine schlechte Dichtung. Die Zensur haben sie dann noch einem dritten gegeben und das eine Manuskript schicken sie dann dem Dichter, der die korrektiren mitberücksichtigen muß. Jedes Werk, das geschrieben wurde, war mit Noten bestempelt: z. B.: Imprimatum - es darf erscheinen und von allen gelesen werden; andere Schriften wurden teilweise verboten, die andere wurden total verboten, und wieder einige wurden nur für wissenschaftliche Zwecken erlaubt.

Es war schwierig die Politik irgendwie kritisch zu bedenken. Alles war kontroliert. Man wußte, wer etwas gelesen hat. Metternich war als ein ganz junger Mensch schon österreichischer Botschafter in Paris (obwohl er ein Deutscher war). Dort hat er in Ruhe studiert und die Schlauheit Napoleons im Umgang mit der Presse beobachtet. Napoleon erkannte damals die Macht der Zeitungen. Er ließ Artikel erscheinen in verschiedenen Zeitungen, die das Patriotismus verbreiteten und so konnte er leichter seine Kriege führen. Als er nach Paris zurückgekommen ist, begann er Kriege in Europa tz führen. Auf Slowenen hat er einen guten Einfluß gemacht, weil er die slowenische Sprache als eine Amtsprache

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Napoleon führte Kriege in Deutschland, Österreich,

Italien, in Moskau, weil er die breite Offentlichkeit bzw. die offentliche Meinung für

sich mobilisieren konnte. Die Menschen waren auf seiner Seite wegen seiner Propaganda. In Österreich wurde aber diese Propaganda belächelt. Metternich lernte wie wichtig ist es zu kanalisieren und was für eigene Politik gut ist, zu nutzen wichtig ist. Er lernte alles das zu veröffentlichen. Er hat viele Artikel geschrieben und hatte einen brillianten Stil. Er hat das Polizeispitzelzensursystem ausgeübt, ausgeführt. Es gab Listen von verbotenen Bücher.

eingeführt hat (Schulen,

).

Folgen der Zensur:

1. - Man ist nicht richtig informiert.

2. - Man hat ständig Angst von Lehrer, Polizei, Beamten, Nachbarn, Freunden. Man

weiß nie, wer der Spitzel (ovaduh) ist.

Es kam aber zur Auswachsen der Folgen der Zensur. Man began selbst zu Zensurieren aus Angst, daß man eingespert, gefoltert oder umgebracht wurde.

"Die Revolution frißt ihre Kinder."

25.11.1998

Viele Romantiker sind nicht nur politisch effektiv geworden. Sie sind auch Katholiker geworden. Sie haben ihre Konfessionen verändert von Protestanten zu Katholiker. Wichtige Rolle in der Romantik hatte auch die Mobiltät der Ehe. Eine sehr wichtige Rolle, daß zum ersten mal in dem Maß zu sehen wurde, haben die Frauen gehabt. Große Frauengesellschaften wurden gegründet, wo die Frauen beim Teetrinken diskutiert haben. Diese Frauen waren nicht nur Gattinen von reichen Männern und sie waren nicht nur Ideegeberinnen, sondern sie waren auch selbst aktiv, waren klug und haben auch selbst geschrieben. Ihre Kreativität erschöpfte sich nicht darin, daß sie eine Kreativität war, sondern hat einen direkten Einfluß ausgeübt und zwar dadurch, daß sie einen Salon hatten, selbst geschrieben und übersetzt haben.

Die Romantiker haben auch einen Hang zu Idealisierung der Wirklichkeit und haben keine Autonomie in der Gesellschaft, weil das nicht möglich war. Deswegen haben sie diese Autonomie in der Literatur geschaft. Diese war im Prinzip eine ersatzweise (namesto tega) Freiheit. Anderer Seits gab es Dichter, die sich anders benehmen haben - es gab nämlich eine Vergöttlichung von Dichter und Priester (der Kunst und Kunsteltum). Der Dichter war schon in der Antike ein Seher, Profet, Visionär und so eine Aufgabe hat auch der romantische Dichter gehabt. Das ist das Göttliche in der Dichtung. Wenn die Kunst göttlich ist und Gott der Schöpfer, ist die Kunst eine schöpferische Sache. Der Dichter ist immer Gott und zwar der Gott in seinem Buch, er ist der Schöpfer seines Buches. Dem Dichter soll man verboten Politiker zu werden.

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Die Romantik ist auch eine elitäre Bewegung, d.h. ein bischen realitätsfern: sie war eine Dichtung um Dichtungs Willen (Dichtung wegen der Dichtung selbst), es gab die Freisetzung der Phantasie. Die Romantiker waren damals die intellektuelle Opposition, das bedeutet, daß sie die kritische Einstellung hervorgehoben haben.

5. Wichtig für die Romantiker ist Pluralismus der Themen und der Stilrichtung. Die Romantiker vertreten ein ästhetisches Program, eine literarische Erfahrungsweise, wo man alles will: viele Themen behandeln zu lassen. Es geht nicht mehr um die reine, abstrakte Eindeutigkeit. Man läßt sich vor allem von dem Dichter zugengliche Literatur dieser Welt, von Themen und Stoffen inspirieren. Das war eine sehr fruchtbare Zeit zwischen 1700 bis 1789 während der Französischen Revolution und

im 1815 - Wiener Kongreß, wo man Europa neu konsolidieren (utrditi, postaviti na zdrave temelje) wollte. Man zementierte Europa bis 1830 - sie hatten den Ziel der Monarchie eine Verfassung zu konstruieren. Im Jahr 1821 - der Ljubljana Kongreß (der

Damals hatte man aus Ljubljana aus verhindert,

daß Italien sich vereinigt. Im Wien wollte man nicht mehr kongressieren, weil die Leute dort lieber ins Theater gegangen sind.

Heinrich Kosta hat ein Tagebuch geschrieben von dem laibacher Kongreß, konnte es aber nicht herausgeben wegen der Zensur. In diesem Tagebuch hat er eine Ode an den russischen Car geschrieben. Der russische Car nahm die Ode entgegen (sprejeti) und gab ihm viele Dukate dafür. Der Manuskript Kostas Tagebuch ist verschwunden, nur noch seine Tochter hat dieses Manuskript gehabt, das sie den Slowenen und später auch den Croaten angeboten hat. Sie wollten es aber nicht abkaufen. Dieses Tagebuch erschien dann zum ersten mal vor zwei Jahren, geschrieben wurde es aber schon im 19.Jh. In diesem Tagebuch sind Wetterberichte zu lesen, wer die Ljubljana besucht hatte. Es war ein völlig ungefährliches Werk, absolut kaisertreu.

russische Car, Fürst Metternich,

).

Es gibt noch Erzählungen und Romanen von diesen Geschichten. Janez Trdina hat von dem russischen Car geschrieben, Ivan Tavčar: Izza Kongresa (ein Roman). Mira Mihelič in den 80. Jahren des 20. Jh. hat einen Roman geschrieben Cesta dveh cesarjev.

In diesen 26 Jahren wurde sehr viel in der Literatur geschrieben. Das war eine reiche Zeit in der Qualität und Quantität. Schiller und Goethe haben in dieser Zeit sehr lustig gedichtet. Damals dichteten auch die Außenseiter, die Romantiker und die Trivialautoren und Journalisten. Es gab Aufsätze politisch angagierten Literaten (die Vormärz Zeit zwischen 1830 - 1848).

In dieser Zeit kam es wegen der starken Produktion zu einer Trennung in der deutschen Literatur und zwar kam es zur Kunstliteratur und Trivialliteratur. Das war aber eine Zeit, wo die Menschen noch lesen wollten. Die Geschmacksrichtungen waren verschieden und diesen Lesensbedarf konnte man decken. Deswegen wurden alle mögliche Kategorien zum Lesen geschrieben. Diesen Unterschied zwischen Kunst- und Trivialliteratur gab es in der Aufklärung nicht. Die Aufklärung hatte die Aufgabe zu unterhalten und unterrichten, zu bilden; da sprach man von guten und wenig guten Literatur. Jetzt gibt es aber einen Grundgesetzt in der Gesellschaft. Man will nicht mehr unterrichten und belehren, man ist Prophet, man schreibt eine anspruchsvolle Dichtung. Alles anders ist die Trivialliteratur.

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Dabei haben die Klassiker geholfen, Goethe und Schiller, die diese Richtung eingeführt haben.

In der Trivialliteratur gibt es aber auch die Hohemoral, es wurden die Gedanken der Klassik trivialisiert. Diese Themen wurden aufgestalltet, aber auf einem niedrigeren Niveau. Man wollte das Publikum einführen in ein Leben, an das man selber gar nicht glaubt.

6. Die Herkunft der Dichter der deutschen Romantik war uneinheitlich. Das heißt, die

führende Dichter und Kritiker stammten aus verschiedenen Familien und das bedeutet: einige waren die Söhne von Adligen, die anderen waren Pfarrersöhne, Beamtensöhne, Handwerkersöhne, Benkersöhne, Proffessorensöhne. Diese Herkunft ist sehr wichtig. Dafür waren sie aber ziemlich gleichaltrig. Die Einflüssee waren gleich prägend. Sie haben die Französische Revolution noch teilweise selbst erlebt. Das bedeutet auch eine Veränderung des gesellschaflichen System, des bürgerlichen Denkens. Als junge, wachsende Menschen haben sie den Krieg, das Chaos, die regellose Gesellschaft erlebt und somit auch, daß Unisicherheit im Leben normal ist. Sie haben nichts anderes gekannt. Das war für ihre Bildungentwicklung prägend. Für sie war die Kriese also eine Normalität und das waren Kriesen des politischen, gesellschaftlichen Systems und auch Kriesen in der Literatur. Diese Kriese des Normalzustandes war der Ausgangspunkt iherer eigenen Reflexion. Die Kriese entspricht auch den Lebensläufen dieser romantischen Dichter.

1.12.1998

Die Romantiker sind viel gereist, und sind aus der einen Stadt in die andere umgezogen. Sie sind mobil gewesen auch was die Liebesbeziehungen angeht. Verursacht wurde die Mobilität durch das Studium der Romantiker. Die Studenten

produzierten ihre eigene Literatur und sie sind nach Leipzig, nach Jena, umgezogen. Meist waren das Studenten, die ihr Studium nicht zu einem formalen Abschluß gebracht haben. Weil sie nicht fertig waren mit dem Studium, mit seinen geschriebenen Werken, setzen sie die Wanderung fort. Sie suchen ihr Lebensverhalt

zu verdienen. Sie waren als Professoren, Lehrer, Schreiber, Dramaturgen,

Beim Theater hatten sie am wenigsten verdienen können, weil ihre Produktion nicht kontinuierlich war. Ludvig Tick hat z.B. sehr diskontinuierlich produziert, so daß er weder größeres regelmäßiges Geld verdienen konnte. Viele haben Zeitschrifte gegründet, für was man aber viel Geld haben mußte und erst später verdient man aus dieser Produktion auch etwas Geld. Manchmal fand man sogar Mäzene (wie Žiga Zois).

tätig.

7. BOHEME - das ist eine besondere Lebensform der Romantiker in Jena, Dresden,

Heidelberg, Berlin. Diese Boheme war typisch für die Freiberufler - Schriftsteller, von welchen sie auch gepfelgt wurde. Das war eine exzentrische, eine schokierende Opposition zu der bürgerlichen Normalität (es gab viel Alkohol, Freundschaften wurden gepflegt, Geld war wichtig). Die Wurzel hatte diese Boheme aus den französischen Zigeuner - Boheme; das waren Leute die frei, regellos lebten.

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8. Später als die Romantiker alt geworden sind, kam es zu einer Konversion (spreobrnitev k drugi veri) und zwar gegen Katholizismus. Einige Romantiker waren Lutherane, die anderen Juden und sind konvertiert - übergetreten zu den

Katholizismus (Dorothea Mendelson - Schlegel war eine Judin, Brentano,

Die Romantik hatte später einen Hang zur Mythenbildung, sie haben sich schon früher für ihre Vergangenheit interessiert. Goethe hat noch zum Zeit der Romantik gelebt. Seine Werke sind von der Romantik nicht unbeeinflüßt geblieben, so wie auch nicht die Werke von Schiller. Goethe hat ganz speziell die deutsche Romantik kritisiert. Die romantische Bewegungen in anderen Ländern störten ihn nicht so wie die deutsche Romantik. Es ist immer schöner etwas von außen zu schauen, aber Goethe war ein Deutscher und er hat die Fehler und die Schwächen bemerkt. Wenn man im 19. Jh. noch patriotisch war, dann kommt es im 20. Jh. schon zum Nationalismus, zur Überbetonung Deutschlands (Hitler). Das waren manche Züge, die in eine extreme Form traten und das hat Goethe gesehen und kritisiert bei der deutschen Romantik. Auch der übertrieben Hang zu der eigenen Geschichte, die Frömmelei (pobožnjakarstvo), den Kult des Gemüts hat er kritisiert. Er hat den Übertrieb des Subjektivismus und die Neigung zu übertriebenen süßen Phrasen abgelehnt.

).

Die wichtigste Philosophen der Romantik waren: Fichte, Schelling und Schleiermacher. FICHTE unterscheidet in seiner Philosophie das "Ich". Das "Ich" ist die schöpferische menschliche Persönlichkeit. Das "Nicht - Ich" umfasst alles, was außerhalb des Ich liegt und das ist die gesamte Natur. Aus Fichte und Schelling hat sich Schlegel entwickelt.

Der Kreis der Frühromantiker in Jena

Die Stadt Jena war für die Entwicklung der Romantik wichtig und zwar in den letzten 5 Jahren des 18. Jh. Denn in dieser Universitätsstadt gab es einen Kreis von Litaraten, Dichter, Philosophen und schönen geistigen Frauen, die eine enge Freundschaft miteinander pflegten und das war im Prinzip eine geistige Bewegung. Diese Leute waren gleichaltrig, gebildet, hatten viel gelesen, geschreiben. Sie tauschten Gedanken, Ideen, Überlegungen, Einfälle aus. Sie lasen sich gegensetig ihre Arbeiten vor und diskutierten sie. Diese Gruppe von jüngen Menschen, die alle frühreife Talente waren, haben viel nachgedacht und geschrieben. Die literarische Werke dieser Generation sind wichtig, aber abgesehen von der literarischen Qualität sind sie nicht besonders hoch zu schätzen. Warum sind dann diese Werke so wichtig? - Weil es in diesen Werken so wimmelt (mrgoleti) von theoretischen Überlegungen, Impulsen, Ideen, die sich heute noch realisieren lassen. Diese Bewegung ist dadurch so überzeugend, wirkungsvoll, weil man in ihren Werken viele Anregungen findet für das eigene Schaffen. Sie waren formliche Ideenspender.

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Diese Leute haben sehr schnell viel produziert und als sie 40 wurden, haben sie schon alles Wichtigste gesagt oder getan. Die Brüder Schlegel als alte Menschen haben keinen Einfluß mehr auf unsere Kultur, was sie als junge Menschen aber hatten. Diese ungeheuerlich neue, moderne Generation voller Ideen, haben die romantischen Werke hochgebracht parallel zu Werken Goethes und Weimars. Also, die Frühromantiker haben ihre Werke auch zur Zeit des Höhepunkts von Schaffen Jean Pauls, Hölderlins und Kleists hervorgebracht.

Warum? - Sie

ATHENÄUM.

ATHENÄUM ist eine Zeitschrift, die um den Jahr 1798 - 1800 in Jena erscheinen ist. Sie wurde von Brüder Schlegel herausgegeben. Sie hat die höchste Leistungen auf dem Gebiet der Theorie, Kritik und Organisation hervorgebracht.

hatten ein Organ dafür, ein Sprachrohr und das nannte sich

Diese Generation äußerte sich weniger in der Literatur, in seinen Werken und viel mehr in den Briefen, Artikeln, Vorlesungen und Zeitschriften. Sie haben auch viel geredet und analysiert. Gerade diese Gespräche waren die wichtigsten Ausgangspunkte der Bewegung. Bei der mündlichen Überlieferung dieser Idee, die durch ihre Persönlichkeit wirkte, war es schwierig ihr Auftritt zu erreichen. Sie haben sich so miteinander angeregt. Das ist ein enormer Einfluß gewesen.

Wichtig waren die geistige Väter dieser Bewegung: die Brüder Friedrich und August Willhelm Schlegel. Noch heute wurden sie als die Begründer der romantischen Bewegung gehalten.

FRIEDRICH SCHLEGEL (1772 - 1829)

Er wurde in Hanover geboren und ist in Dresden gestorben. Er war der jüngere, aber der wichtigste Brüder. Er hat Rechtswissenschaften, Philosophie, Kunstgeschichte in Leipzig, Altphilologie studiert. Er hat in Paris und in Köln studiert. Er wollte eine Geschichte des deutschen Altertums verfassen. Im Jahr 1796 ist er nach Jena umgezogen, wo sein Bruder August Willhelm lebte. Mit Schiller hat sich Friedrich sehr auseinandergesetzt, weil er seine Gedichte kritisierte. Friedrich war ein Freund von Fichte, Herder, Novalis,

Er ist übergetreten, wurde Hofsekretär in Wien, wo er Vorlesungen über die neue Geschichte gehalten hat und er hat am Wienerkongreß teilgenommen. Der Kongreß bedeutete die politische Restavration der alten Zuständen in Europa. Friedrich war auch ein österreichischer Gesandter im Bundestag in Frankfurt.

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Er war verheiretet mit Dorothea Mendelson, geschiedene Feit.

AUGUST WILHELM SCHLEGEL (1767 - 1845)

Er wurde in Hanover geboren und starb in Bonn. Er studierte Theologie und Philosophie in Göttingen. Er war ein guter Freund von Bürger.

Im Jahr 1795 kommt er nach Jena. Als Kritiker, Professor, Privatlehrer arbeitet er in Wien. Da hat er Mme. De Stael (de stal) kennengelernt. Diese Dame war eine französische intellektuelle Autorin, die ein Buch über Deutschland geschrieben hat. August Wilhelm war ihr Reisebegleiter.

Im Jahr 1808 hat er in Wien Vorlesungen gehalten und hat die Kariere in Schweden gemacht. Er war Geheimsekretär des Prinzen Bernadotte, der ein französischer General war und ein Kollege von Napoleon. Napoleon hat ihn sehr hoch geschätzt. Später hat Bernadotte die große Liebe von Napoleon geheiratet. Der schwedische König, der kinderlos war, adoptierte Bernadotte. Bernadotte war damals schon älter. Und als der König gestorben ist, ist Bernadotte der König geworden und damit ein Gegner von Napoleon. Die Familie Bernadotte regiert heute noch in Schweden.

Ab 1818 war August Wilhelm Professor für Kunst- und Literaturgeschichte in Bonn. Er hat eine Frau geheiratet, die Caroline Böhmer, geborene Michaelis. Der Böhme war ein Soldat, von dem sich Caroline scheiden ließ und heiratet den Schlegel. Später lief sie von August Wilhelm weg und hat den Philosoph Schelling geheiratet. Caroline war auch an mehreren Arbeiten ihres Mannes beteiligt, auch an seiner ersten Shakespearerischen Übersetzungen. Das war mehr als nur eine Ehegemeinschaft.

Beide Brüder hatten einen Vater der Generalsuperintendant war. Das ist der höchste Rang in der evangelischen Kirche gewesen. Sie waren sehr romantischer Natur, sehr unendlich gesellig (družaben). Sie waren beide große Ideenspender und hatten immer wieder neue Ideen. Sie haben sich beide am besten geäußert in Fragmenten. Vor allem war Friedrich großartig, der immer wieder seinen Kollegen Anregungen gegeben hat. Sie waren im Stande neue Verbindunge zwischen Menschen einzugehen und herzustellen. Sie waren in der Gabe auch die Werke anderen Nationen und Zeiten zu verstehen und zu vermitteln. Ihr Wissen und ihre Meinung haben sie weiterempfohlen und haben somit die Brücke erschlagen von Epochen, Nationen, Kunsten,

Friedrich hat auch Sanskrit studiert und hat auf diesem Gebiet geschrieben: Über die Sprache und Weisheit der Indien. Er wurde für den Begründer der Indologie und der vergleichender Linguistik in Deutschland gehalten. Die Linguistik stammt aus der Romantik.

Die literaturkritischen Leistungen der Brüder Schlegel

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Sie haben als ersten den dichterischen Rang von Goethe begriffen. Die Entwicklung, die Goethe dichterisch gemacht hat, nachdem er aus Italien zurückgekehrt hat, haben sie als erste erkannt. Bis zu Brüder Schlegel wurden sie kritisch bedacht und Goethe galt soviel wie die Dichter des Sturm und Drangs. Die Brüder Schlegel hatten vollen Verständinis für die Literatur gezeigt, die nicht ohne Richtung war, deswegen hat Goethe sie gelobt. Als Goethe die Romische Elegien verfasst hat, hat er Friedrich konfrontiert als einen Experten für die klassische Literatur und Sprache. Besonders berühmt war Friedrich Schlegels Essey zu Goethes Wilhelm Meister.

Es war eine ganz neue Art der Kritik, die sie eingeführt haben in die deutsche Literatur. Lessing und Schiller waren, als sie Kritik geschrieben haben, ästhetische Thematiker. Sie entwickelten eine ausführliche ästhetische Theorie. Herder hat den persönlichen Eindruck hervorgehoben. Friedrich Schlegel und auch die anderen nach ihm, heben die Individualität des besprochenen Werkes hervor. Die Individualität des besprochenen Werkes, der man mit Hilfe des Genetischen (entstehensgeschichtlichen Erklärens) bis ins letzte Detail nahe kommt. Man versucht hier den Sinnzusammenhang aufdecken. Schlegel hat die neue Form der Kritik Charakteristik genannt. Dabei war er von Fichte beeinflüßt (die eigene Individualität). Friedrich hat sich für Fichtes Leben und Schaffen interessiert.

Und zwar interessierte sich Friedrich Schlegel für:

1. Für die griechische Welt.

Die Schönheit ist etwas Ideales, Göttliches. Sie sei vom Himmel herabgestiegen und habe die Realisierung im klassischen Griechenland erfahren, sagte Friedrich Schlegel.

Für ihn war Griechheit (grškost) ein Bild volendeten Menschheit. Die griechische klassische Literatur war für ihn das Höchste der natürlichen Poesie.

2. Er interessierte sich für die Philosophie.

Aber er war anders als die damaligen Philosophen. Er glaubte nicht daran, daß sich der Inhalt seines philosophischen Nachdenkens in einem geschlossenen System darstellen läßt. Für ihn war das Philosophieren eine bewegliche und persönliche Angelegenheit. Er hat philosophische Häfte geschrieben (20), wo er die wichtigsten Epochen seiner philosophischen Lehrjahren festgehalten hat. Warum wollte er kein geschlossenes System? - Weil das gegen die Romantik und gegen ihn selbst und sein Denken war. Er hatte so viele kühne (drzne) Einfälle und die ließen sich in kein System zwängen. Deswegen war die beste Ausdrücksform das APHORISMUS und das FRAGMENT.

Friedrich Schlegel hat diese Leistung, die Form des Fragments in die deutsche Literatur einzubringen, vollbracht. Das war für ihn Not und Tugend. Ein Fragment, weil das etwas unabgeschlossenes war.

Das wichtigste Fragment war DAS 160. ATHÄNEUM FRAGMENT. In diesem Fragment hat Friedrich Schlegel versucht die Definition der romantischen Poesie als progressive Universalpoesie zu erfassen. Diese progressive Universalpoesie

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hat er verstanden als eine Verbindung des Schönen im antiken Sinn - das ist das Poetische - mit dem Interessanten im modernen Sinne - das ist das Kritische. Es geht also um die Verbindung des Poetischen mit dem Kritischen. Er sagt, daß der Autor seinen Stoff gegenüber eine absolute Freiheit besitzt, daß der Autor über alle von der Weltliteratur hervorgebrachten Gestaltungsmöglichkeiten verfügt. Und auch, daß er in seiner Dichtung Dichtung und Philosophie, Gestaltung (Roman, Novelle) und Reflexion (das Überlegen, wie man den Roman schreibt) verbindet. Das heißt, daß er vollbewußt beim schreiben war, er war sich seiner Verfahrensweise (način ravnanja) vollbewußt.

2.12.1998

Das 160. Athäneum Fragment war ein Versuch einer Definition, eines Umrißes einer Universalpoesie. Das Wesen der Romantik war aber gegen die Definitionen zu formulieren und sie war absolut dagegen, daß man sich an sie hielt. Weil die Romantik war eine Bewegung gegen die Regeln. Sie wollte alles in die Literatur einschließen. Dieser Versuch ist aber ein sehr offener, er ist ein Fragment, der sehr vieles erlaubt, deswegen ist er legitim.

Die großen Aufgaben der neuen Poesie war es, die Natur und die Kunst zu verbinden, die Realität und die Idealität. Vieles erschien unter dem Aspekt der Ironie. Auch zu Ironie, was sie ist, was sie soll, hat man sich in dieser Zeit der Romantik am verschiedensten geäußert und man sagte ihr - Die romantische Ironie. Sie hat über die Nachahmung gesprochen. Diese Ironie ist im romantischen Sinne das Objektive, das Natürliche. Man ahmt das nach, was man sieht und man spicht von der Manier - dem Stil. Und das ist das Subjektiv-Künstliche. Das ist das, was der Autor in das künstlerische Werk hineinlegt.

Die Romantiker haben versucht Realität hauptsächlich, vorwiegend im Medium der Kunst darzustellen und zu reflektieren. Romantisch bedeutete eine ästhetische Einstellung zu Leben. Die Ideen der Romantik lassen sich bei den meisten Autoren des 20. Jh. nachweisen (T. Mann, H. Broch, Französe Andre Gide, B, Brecht, P. Handke).

Die wichtigste Zeitschrift war ATHÄNEUM und das war das bedeutndste literarische Manifest der frühromantischen Bewegung. Hier wurden alle Gebiete der Kunst und der Wissenschaft vom Geist der Romantik aus behandelt. So daß diese Zeitschrift im Grunde genommen einen enzyklopädischen Charakter hatte.

Im Jahr 1799 hat Friedrich Schlegel einen Roman geschrieben mit dem Titel

LUCINDE.

Das ist ein dicker Roman, aber er ist ein Fragment und gleichzeitig sehr autobiographisch. Es ist ein verschlüßeltes Werk, weil verschiedene Figuren in diesem Roman reale Menschen verkörpern. Das Buch ist im Sinne des Wortes romantisch. Es besteht aus verschiedenen Gesprächen, verschiedenen Kapiteln, deren Titel eigentlich Gattungsbezeichnungen sind. Dieses Buch ist sehr uneinheitlich, es ist schwierig den Inhalt nachzuerzählen.

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Das Vorbild dieses Romans war Wilhelm Meister von Goethe. Aber der besitzt noch eine epische Kontinuität, hier gibt es das nicht. Der Roman Lucinde ist voller wilder Phantasie, der Autor bleibt nicht bei gleichen Themen, er ist sprunghaft, was die Motivik und die Gedanken betrift und gerade das ist sehr romantisch. Die Einheit ist kein Ideal mehr.

Das wichtigste Motiv ist, daß der Hauptheld Julius ein Spiegelmensch ist. Ein Mensch, der nicht nur etwas tut, sondern sich dabei auch selbst zuschaut. Er schaut zu, wie er bei seiner Arbeit genießt, beschreibt das Gefühl. Er ist ein Voyeur, ein Selbstbeobachter (wie Jean Paul).

Dieser Roman ist auch ein Roman der Ehe. Es gibt ganze Kapitel über die Institution der Ehe, über die lockenen Ehen, die in der Romantik geführt wurden. Dieser Roman ist auch ein Roman des Romans, d. h. daß der Autor selbst im Roman über die Gattung des Romans reflektiert, er macht sich Gedanken darüber, wie ein Roman sein soll und was er soll. Das ist dieses Sprengen des Gattungsgrenze. Es gibt Briefe in diesem Roman, theoretische Auseinandersetzungen, kürzere Erzählungen. Alles das war auch ein Teil des romantischen Romans. Und diese Teile sollen den romantischen Roman komponieren. Es ist in dem 160. Athäneum Fragment schon gesagt worden, daß die romantische Poesie alle Gattungen vereinigen soll. Sie soll die Poesie, die Rethorik und die Philosophie aneinander bringen. Auch die Werke wurden kritisiert. Und die Kritik war auch ein Teil der Poesie.

Anderer Seits ist die Rede von der Liebe groß. Die Sexualität wird in diesem Roman beim Namen genannt. Die Erotik spielte eine große Rolle. Andere Dichterkollegen haben Traktate von Schlegels Roman geschrieben, um ihn zu verteidigen.

Der Roman hat viele Selbstbekentnnisse (izpoved) von Formen beinhaltet, die uns helfen die Romantik besser zu verstehen.

Für die Frühromantiker war der Roman die wichtigste, adekvateste, perfekteste literarische Form. Darin konnte man alles Mögliche vereinen. Später haben sich schon für das Märchen eingesetzt und das war die Idealste romantische Form. Eine neue Güte war sowohl das Volksmärchen als auch das Kunstmärchen. Beiden Arten wurden gepflegt und die Lyrik wurde auch später ganz großgeschrieben.

Damals hat man sich politische Gedanken gemacht, was soll aus Europa werden und seinen kleinen Nationalstaaten. Sollen Europäer ein Volk werden oder soll jede Nation nur ganz sie selber sein? Oder soll es so wie im Mittelalter sein, wo man Mitglied einer Nation war als auch einer größeren Übernationalgebildes (naddržavna

tvorba).

Schlegel war schon damals dafür, daß sich die Deutschen und die Französen annähern. Es sollte eine Einheitliche Staat geben und dieser Zusammenschluß soll der Anfang von Europa bedeuten. Schlegel, der auch in Paris lebte, hat sich mit diesem Gedanke sehr vertraut gemacht mit den französischen Intellektuelen. Heute,

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nach dem 2. Weltkrieg haben Deutsche und Französen wieder Freundschaft geschließen. Schon damals war Europa eine pluralistische Nation und war so ein idealer Geburtsstaat der deutschen Kultur und Politik.

Friedrich Schlegel war ein reger Kopf. Später hat er eine interessante Wende (preobrat) gemacht. Er hat eine Zeitschrift in Wien herausgegeben (1812-13):

DEUTSCHES MUSEUM. Diese war eine interssante Zeitschrift, weil dort Jernej Kopitar gearbeitet hat und weil diese Zeitschrift die Entwicklung von Formen widerspiegelt. Athäneum war eine kosmopolitische Zeitung. Deutsches Museum war aber eine deutsche Zeitschrift. Alles was Deutsch war, wurde hochgehoben, Einzementierung der deutschen Romantik. Man schreibt Beiträge zu dem Niebelungenlied, zur nordischen Dichtungskunst. Die Tendenz war, weg von Kosmopolitischen zum Nationalen zu gehen. Deutsches Museum war also die wichtigste Zeitschrift jener Zeit.

Friedrich Schlegel hat auch eine schöne Äußerung gemacht, er hat gesagt: "Ein Kunstwerk muß nie vollständig werden." Die Frühromantik ist eine Bewegung von ganz jüngen Leuten. Das beste haben sie in ihrem 2./3. Lebensjahrzehnt geschaft.

8.12.1998

AUGUST WILHELM SCHLEGEL war der ätere Bruder von Friedrich, aber er hat länger gelebt als Friedrich. August Willhelm war so wie Friedrich verheiratet. Er hat eine Zeit eine sehr wichtige Frau zu Ehefrau gehabt. Das war die Caroline Schlegel. Die Caroline Schlegel hat man so bezeichnet: Eine der größen Frauen der Geschichte, ein Wesen volles Zauber und Verderben. Sie hat sich in Briefen, Gesprächen geäußert. Sie gab Anregung, war eine sehr intelligente und sinnliche Dame. Sie war sehr einfalsreich und unkonvenzionell, unberechenbar. "Die Dame Luzifer", nannte sie Schiller.

August Wilhelm Schlegel war ein berühmter Literaturhistoriker. Er hat Vorlesungen mit dem Titel: Zur Geschichte der Weltliteratur in Berlin, Wien gehalten. Er hat sich für die indische Dichtung und Sprache fortgesetzt. Er hat die großen Dichtungen der Indier herausgegeben in der Originalsprache und -Schrift (indisch).

August Wilhelm war der Begleiter der Mme. De Stael. Er wurde für einen literarischen und pädagogischen Berater auf ihrer Reise durch Europa gehalten. Er wurde dadurch als ein Mann hinter der Frau, ein richtiger Vermittler zwischen der deutschen und französischen Literatur und Kultur. Das Werk über Deutschland hat sie unter dem Einfluß von August Wilhelm geschrieben. Die erste Auflage wurde auf Befehl von Napoleon vernichtet. So mußte die zwiete Auflage in London erscheinen.

Die allegrößte Leistung von Wilhelm August sind seine Übersetzunge von Shakespeare. Er hat 17 Dramen von Shakespeare übertragen im Versmaß des Originals. Die Sprache des Verses hat er übereingehalten. Das war eine sogenannte Nachschrift von Shakespeare.

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Dadurch hat er auch die großen Verehrer von Shakespeare, die Sturm und Dränger (Lenz, Goethe, Herder), die sich nur theoretisch auseinandergesetzt haben, angeregt. Shakespeare wurde durch August Wilhelm im Bewußt zum wichtigsten deutschen Dichter. Er gehört dadurch zu einem der meistgespielten Autoren auf der deutschen Bühne und ist wichtig für die deutsche theaterwissenschaftliche Entwicklung. Neben Goethe und Schiller ist er der dritte "deutsche" Klassiker auf der Bühne.

Was August Wilhelm Schlegel nicht übersetzt hat, hat unter der Anleitung durch Tieck, seine Tochter Dorothea übersetzt und auch Baudisier. August Wilhelm hat den größten Teil von den Stücken des Spanier Calderon übersetzt.

Einer der repräsentativsten Dichter der frühromantischen Bewegung ist LUDVIG TIECK (1773 - 1853)

Er hat eine Zeit lang in Jena gelebt. Wurde in Berlin geboren als Sohn eines

Seilermeisters (vrvar). Er selbst studierte Philosophie und Literatur in Halle, Göttingen. Tieck war ein guter Freund von Wackenroder. Mit ihm ist Tieck durch Deutschland gewandert und hat die Malerei studiert.

1794

- 1799 war er in Berlin.

1799

- 1802 war er in Jena, wo er mit Brüder Schlegel befreundet war und auch mit

Novalis, Brentano und ab und zu hat er in Weimar auch Schiller und Goethe getroffen. Er reiste viel nach Italien, Frankreich. Seit 1819 blieb er in Dresden und wurde Dramaturg des Hoftheaters. Dann wurde er

nach Berlin berufen.

Für uns hat er einige unvergeßliche Märchen geschrieben. Er hat ein berühmtes Theaterstück verfasst und hat 3 Nachläße herausgegeben von Wackenroder, H. von Kleist und er hat einen großen Sturm und Drang Dichter entdeckt J.M. Lenz. Sein Literaturwerk hat Tieck auch herausgegeben. Lenz hat nicht nur 2 Dramen und 1 Gedicht geschrieben, er hat auch Theaterstücke geschrieben, hat übersetzt aus Latein, Französisch, Englisch. Er hat viele Gedichte geschrieben und hat Shakespeares Aufsatz verfasst.

Tieck ist auch Mitherausgeber von dem Roman von Novalis HEINRICH VON

OFTERDINGEN.

Novalis starb an der Arbeit dieses Romans und Tieck hat ihn teilweise zu Ende geführt mit Hilfe Novalis Themenschriften.

Tieck war auch ein fleißiger Mitarbeiter des Athäneums. Aber er war eher ein Erzähler als ein Philosoph.

Ludwig Tieck ist auch aus einem anderen Grund sehr wichtig. Er wurde von den ersten deutschen Schriftstellern der erste Städter, ein echter Großstädter in der Deutschland. Er hatte landliche Lebensforme beschrieben. Später kommt es zu einem großen Zuwachs der Bevölkerung. Die Landarbeiter waren immer mehr pleite und

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gingen in die Stadt. Die Zunftordnung (cehovski pravilnik) geht kapput. In Berlin gab es damals auch 30 000 Soldaten. Das waren Männer, die man nicht kannte und zum ersten Mal kommt es zu einer Art Kollektivierung und Anonymisierung. Das waren die Tendenzen der wahren Wirklichkeit und das hat Ludwig Tieck bearbeitet. Die Kollektivierung und die Anonymisierung waren für Tieck prägend. Der Mensch war ausgeliefert, als Individuum hat man nichts mehr zu sagen. Das war eine neue Konstelation.

Ludwig Tieck hat versucht eine Literatur zu schaffen, wobei er sich nach Shakespeare und seinen Werken orientiert hat. Für ihn war Shakespeare prägend, die Dichtung von Serwantes (als Erzähler), der junge Goethe (als Sturm und Dränger) und Novalis (als ein Zeitgenosse). Ludwig Tieck beschäftigt sich mit dem Minnesang, mit Volksbücher und barocker Texten - mit der Kulturvergangenheit Europas.

Tieck war ein Denker. Er hat sich mit dem Begriff Poesie verfasst. Die Poesie verwendete er auch als eine besondere Hochschätzung für Malerei, Musik, Naturerscheinungen und für die Form des religiösen und gesellschaftlichen Lebens.

Der junge Tieck war vom Theater besessen. Er hat gehofft auch zu spielen, aber das gelang ihm nicht. Er hat sich versucht in der Anlehnung an das deutsche bürgerliche Trauerspiel und in der Anlehnung an Shakespeare und an der Commedie dell` Arte, auch in sogenannten Schicksaldramen im ritterlichen Milieu. Das heißt, Tieck hat sich an fremden Vorbilder und an der eigenen Vergangenheit gehalten. Man versucht so eine Art von Symbiose und das ist es Tieck gelungen in diesen Schicksaldramen. Tieck hat auch grusliche Geschichte und Liebesgeschichte geschrieben. Er war ein begnadender Erzähler.

Mit 21 Jahren hat Ludwig Tieck einen dicken Briefroman geschrieben:

GESCHICHTE DES HERRN WILLIAM LOVELL.

In diesem Roman wird so wie in Goethes Werther eine Geschichte eines jungen Mannes beschrieben. Dieser Mann ist ein moderner Mensch, der Sohn seiner Zeit, er ist ein Nihilist, Verführer, Bösewicht. William Lovell hat mit einem Zeitphänomen zu tun: mit der Langeweile. Das ist nicht die Langeweile, wie wir sie heute kennen. Hier geht es um das Phänomen der sogenannten Zeitangst. Das bedeutet eine scharfe Diagnose der Gegenwart in welcher dieser Held William Lovell situiert ist und er muß mit diesem Phänomen fertig werden. Die Langeweile war ein Phänomen mit dem sich die ganze Weltliteratur auseinandergesetzt hat und sie behandelt hat.

Dieses Buch ist als Gegenpol von Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahren konzipiert worden und die beiden kontrastieren sich. Sie erschienen aber in der gleichen Zeit, weil die nihilistische Dimension des Romans in beiden Romanen vergegenständlich wird. Goethe hat einen Bildungsroman geschrieben im Geiste der Positivität der Versohnung, was der William Lovell nicht ist. Der William Lovell ist ein Briefroman der auf einer Art und Weise und unter anderem Aspekt als Goethe eine andere erzählerische Bilanz der sozialen Prozessen des 18. Jh. ist.

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Dieser Briefroman ist ein romantischer Roman, der volle Reiseberichte, Reflexionen, Geständnissen ist. Die Welt ist eine bunte Welt von englischen Aristokraten, Diener, parieser Kokotten und italiänischen Mädchen - es ist ein bunter Roman. Nur diese Gesellschaft ist schon eine diferenzierte.

Bei Goethe denken Menschen nach, sie reflektieren und sind irgendwie herausgehoben. Tieck kannte aber andere Lebensschichte. Goethe war ein Großbürger und kommunizierte mit Adligen. Tieck dagegen war ein Kleinbürger, die mit anderen Ständen kommunizierte. Bei ihm denken alle Menschen nach, sie machen sich Gedanken zu ihr selbst und zu der Welt. Damals war das etwas Neues, wie Tieck geschrieben hat. Deswegen ist William Lovell ein negativer Mensch, ein Bösewicht, ein Mensch, der nicht im Stande ist, seine eigene Identität zu finden. Er wird ein Verbrecher, hat viele Feinde und läßt sich am Ende von einem Rächer erschießen.

William Lovell ist auch ein Reiseroman. Das Reisen vermittelt ihn das Gefühl der Flüchtigkeit aller Situationen. Das ist ein Gefühl wie im Zeitalter des Barocks. Die Lebensordnung ist kompiliziert und dazu gibt es noch das Phänomen der Langeweile.

Ludwig Tieck hat das Buch genannt "Ein Archiv meiner Irrtümer". Für uns ist es interessant als ein Spegelbild jener Gesellschaft. Es informiert über die Gesellschaft, welche Figuren wurden dargestellt.

Ludwig Tieck hat ein weiteres Prosawerk, einen Roman geschrieben:

PETER LEBRECHT. EINE GESCHICHTE OHNE ABENTEUERLICHKEITEN. (1785)

Das ist ein humoristisches Werk, ein reflektierendes Erzählwerk. Hier hat sich Tieck der humoristischen Muse ausgetan (auf den Teller tun). Er hat versucht mit verschiedenen Gattungen zu spielen. Er hat diese Gattungen nicht ernst genommen, hat verschiedene Stile parodiert (wie eine historische Kronik).

Ludwig Tieck war ein großer Verehrer von Volksbücher. Diese hat er massenweise (množično) entdeckt. Einer der sowohl Volksbücher und Puppentheater in Anspruch nahm, war Goethe und sein Faust. Dieses Werk Faust ist im Anlehnung an einem Volksbuch Die Historia von Dr. Johannes Faustes entstanden und an der Anlehnung an das Puppenspiel Dr. Johannes Faustes, das Goethe in seiner Kindheit besuchte. In seinem Werk speist Goethe von der Antike: Faust, Grätchen Motiv (Oidipus Komplex). Obwohl Goethe Klassiker war, hat er durchaus (povsem) auch die Dichtung anderer Zeit verstanden und in Anspruch genommen. Wie z. B. in Ifigenie, Torquatto Tasso. Er hat schon versucht romantisch vorzugehen, aber anders als die Romantiker. Ludwig Tieck hat das Volksbuch geschätzt als eine wahre Quelle der Poesie.

Wie schon gesagt, war L. Tieck ein Freund von Wackenroder und so ist er viel zu Fuß durch Deutschland gewandert und unter diesem Aspekt soll noch ein dritter Roman betrachtet werden. Das ist Tiecks Roman FRANZ STERNBALDS WANDERUNGEN. EINE ALTDEUTSCHE GESCHICHTE. Dieser Roman ist bekannt mit dem Titel FRANZ

STERNBALD (1798).

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Das ist im Grunde genommen kein Roman, es ist ein Fragment. Ein Roman, eine fragmentarische Bildungsgeschichte von Franz Strenbald, der ein Kunstler ist. Das war einer der ersten Kunstromanen in der Romantik. Die Romantik war jene Bewegung, die sich für die Kunst interessierte nicht nur als Objekt, aber auch als Dichtung. Kunstler - Kunsteltum, das war die Problematik der Romantik. Es gab viele Reflexionen zur Kunst und es stellte sich die Frage, wie steht der Kunstler in der Politik.

Franz Sternbald ist ein Kunstler, ein Schüler von Dürer, der eine Bildungsetwicklung in der Sache der Kunst / Malerei gamacht hat. Er reiste viel durch Deutschland, Holland, Straßburg, Florenz, Rom. Er besuchte also alle Kunstzentren des 16. Jh. Er reiste zu Fuß und traf Menschen, mit denen er sich unterhiel über die Malerei, Musik und über die Landschaftseindrücke, Lebensbedingungen, Nöte und Freude der Künstler. Die Wanderung sollte Franz am Dürers Schloß in Nürnberg enden.

Das ist ein Buch, das in der gleichen Zeit wie Wilhelm Meister von Goethe erschien. Es gibt Fragen nach der Suche der wahren Schönheit, nach der Geliebten, die nur in einem Augenblick erscheinen ist. Es geht auch um eine Suche nach dem echten Vater, das bedeutet die Suche nach seiner eigenen Identität. Aber das Buch ist ein Fragment geblieben und deswegen gab es keine Antwort auf diese Fragen.

Für die künstlerische Breite des Werkes ist bedeutend, daß nicht nur Raffaelo und andere fremde Künstler wichtig sind, aber auch die alldeutsche Malerei. Es geht um eine Wiederentdeckung der deutschen Malerei. Zum ersten Mal wurde ein Kunstler so dargestellt, wie er ist, er wird zum Inbegriff (utelešenje) des Menschen. Die Künstler werden zum Gegenstand der Kunst. Hier gibt es außer der äußerlichen Verbindung zur Malerei auch die innere Verbindung. Tieck hat die Landschaften beschrieben, das war eine einsame Landschaft. Sparchlich hat er das auf dem gleichen Niveau gezeigt, wie es Kaspar Friedrich das verstanden hat. Auf seiner Reise trifft Franz Sternbald viele schöne Gärten und Schlösse.

Bei Firedrich Schlegel machen wir uns bekannt mit einer romantischen Ironie, die eine gegenseitige Aufhebung aller Standpunkte ist. Die Ironie bezeichnet er als die Flucht ohne Ende. Sie ist eher eine Haltung, sie hat man oder sie hat man es nicht, man verträgt sie oder man verträgt sie nicht. Friedrich Schlegel hat über sie nur gesprochen und Ludwig Tieck hat sie verwirklicht in einem schönen Märchen, daß zwar kein Märchen ist, sonder ein Theaterstück und hat einen märchenhaften Titel:

DER GESTIEFELTE KATER (1797). Etwas ähnliches hat L. Tieck auch in einem anderen Drama versucht: DIE VERKEHRTE WELT.

DER GESTIEFELTE KATER kommt nicht von Tieck. Er kommt direkten Weges aus dem französischen Märchen. Da gibt es einen Autor Charles Perrault Contes De Ma

Mere L`oie [čarl pero kont de ma mer lua]: Erzählungen meiner Mutter, der Gans. Das ist

eine berühmte französische Märchensammlung, wo der gestiefelte Kater vorkommt. Diese Geschichte macht den Grund / die Basis dieses Theaterstücks aus. Es geht um eine Geschichte des 3 Söhnen (wie damals das üblich war), der Vater stirbt. Alle 3 Söhne bekommen etwas. Der junge Sohn bekommt aber gar nichts außer einen

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Kater. Und was soll er mit dem machen? Der Kater war ein ausgebildeter, er konnte sprechen, denken wie ein Mensch, und sagte, sein Besitzer solle ihm ein paar Stiefel machen lassen. Der junge Sohn ließ ihm sie anfertigen. Der Kater begann dann aus Dankbarkeit zu handeln und verhilft so seinem Besitzer zu einem großen Vermögen zu kommen und zu einer Geliebten, einer reichen Prinzessin. Es gibt wunderschönen Szenen da. Es gibt aber auch einen bösen König, der allen schaden will. Dieser König soll zaubern können und der Kater fragte ihn ob er sich auch in eine Maus verwandeln kann und dann frißt der Kater ihn als eine Maus.

L. Tieck versuchte daraus ein Theaterstück zu machen, es geht in der Romantik sowieso um eine Strebung nach der Entgrenzung aller literarischen Grenzen. Auf der Bühne sitzen Zuschauer und dann kommen noch der Regisseur, der

Thaterdirektor, der Dichter,

fragte sich, was da gezeigt werde. Der gestiefelte Kater ist ja ein Märchen und die Märchen sind nicht für die Erwachsene geschrieben. Was ist jetzt das - wir sitzen auf der Bühne und sollen uns ein Märchen ansehen? Auch die Schauspieler auf der Bühne beginnen zu streiten. Es kommt zu einen allgemeinen Konfusion auf der Bühne. Es wird über die Gattung des Theaterstücks nachgedacht - ist die Illusion erlebt oder nicht? Kann ein Stück märchenhaft sein oder nicht? Das Publikum muß jetzt besänftigt (pomiriti) werden und so zeigen sie ihnen Die Kulisse der Flote. Es wurde überlegt, was soll die Kunst? Was sollen ein Autor, ein Schauspieler, ein Dichter dazu? Die Kunst wird zum Thema des jeweiligen (konkretnega) kunstlerischen Objekts. Bei Tieck ist das nicht irgendein Theaterstück auf der Bühne. Es wurde ein mißglücktes Theater gezeigt. Alle wurden ausgepfifft, alle sind unglücklich, weil sie das alles nicht verstanden haben. Dieses Theaterstück ist ein Spiel im Spiel, ein Stück im Stück. Wo gibt es, daß die Schauspieler aus sienen Rollen fallen und mit den Kollegen auf der Bühne über das Stück streiten? Das hat man Verfremdung genannt, die B. Brecht in dem epischen Theater witergeführt hat. Das ist ein Stück, wo die romantische Ironie das größte Getriebe (gonilo) hat, ein Stück im Stück. Es ist ein Spiel mit der Illusion, wo eine fiktive Theatergruppe aufzuführen versucht wird. Fiktiv bedeutet, daß die echten Schauspieler eine Theatergruppe spielen, die eine fiktive ist, weil sie sich nicht an den Rollen halten und vermittelten so keine Illusion, behalten keine Unterhaltung vor. Man macht zörnig. Das ist eine wahre Widerspiegelung (odsev) des Theaters gewesen, etwas Schockantes.

vorbei. Das Publikum unterhiel sich miteinander und

Dieses Stück ist ein sehr kritisches Stück. Es kritisiert den platten (plehek) Rationalismus des Publikums, seine Erwartungen. Es zeigt die eitle (domišljavo) Versammlung der Schauspieler. Es wird die enorme Prunksucht (zaljubljenost v blišč, nečimrnost) gezeigt sowohl der Religion und des Publikums. Es ist andererseits auch eine Demaskierung. Alle Schleier fallen unter und somit zeigt sich die nüchterne (stvaren) Realität. Man sieht einen realen Zuschauer und Schauspieler auf der Bühne.

Ludwig Tieck war auch ein großer Verehrer der Volksbücher und die hat er für eine wichtige Quelle der romantischen Dichtung gehalten. Er hat sie gesammelt,

bearbeitet und herausgegeben: Haymonskinder, Die Schildbürger, Die schöne Magelone.

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Märchendichter. Das ist sein wertvollster Beitrag zur

romantischen Dichtung. Es ist eine Begründung der modernen Gattung - das

moderne Kunstmärchen.

Tieck war berühmt als

DER BLONDE ECKBERT, wo er mit der Illusion bricht, wo es um Mord, Inzest geht. Da gibt es keine heile Welt mehr. Es gibt keine Belohnung für das Gute, es geht um eine kleine märchenhafte Welt, die da dargestellt wird.

Ludwig Tieck hat lange gelebt. Nachdem Goethe tot war, war Tieck für den größten Dichter seiner Zeit gehalten. Vorallem Bettina Brentano (eine sozial angagierte Frau, Frau eines Dichters, eine romantische Autorin, mit Goethe verwandt) hat ihn aber nicht gemocht und hat sich nach Goethes Tod über Tieck geäußert, er wäre nur ein Däumling (palček) im Vergleich zu Goethe.

WILHELM HEINRICH WACKENRODER (1773 - 1798)

Wackenroder war ein Freund von Ludwig Tieck. Auch er war Berliner, in Berlin geboren, und war wie Tieck ein Städter. Seine Familie war streng pietistisch und preußisch. Das war für Wackenroder fatal, weil er auf Vaters Befehl Jura studieren mußte, in was er aber nicht interessiert war. Er mochte Kunst, die er auch dann studierte und er hat vile deutsche Texte gelesen. Wackenroder hat viel zu Fuß gewandert durch Franken (Nord Bayern), wo er die Malerei Dürers und Raffaels entdeckte. Er hat die deutsche Arhitektur und Musik studiert. Als Zeichner war er sehr begabt, hatte ein sehr angeborenes Verhältnis zu Musik. Deswegen konnte er alle 3 Kunstbereiche: Musik, Malerei und Literatur beherrschen und hat in diesem Sinne Erzählunge geschrieben. So hat er ein erzählerisches Werk geschrieben mit dem Titel:

HERZENSERGIEßUNGEN EINES KUNSTLEBENDEN KLOSTERBRUDERS (1797).

Dieses Werk wurde nach seinem Tod von Tieck herausgegeben mit dem Titel:

Phantasien über die Kunst.

Das ist im Grunde genommen ein autobiographisches Werk, daß entstanden ist als Frucht seiner Wanderungen durch Bamberg, Franken, wo er sich mit der deutschen Malerei und barocker Architektur und Musik bekannt gemacht hat.

Diese beiden Werke sind literarische Früchte der literarischen Erlebnissen. Für die Kunstanschauung (umetniški nazor) von Romantik haben sie eine ähnliche Bedeutung wie die Kunstanschauungen von Lessing für die Aufklärung. Wackenroder ist ein großer Kunsttheoretiker der Romantik. Er war einer der ersten, der gesagt hat, daß die alldeutsche Kunst gleichwertig ist mit der Kunst der Antike, Renaissance. Dürer ist für Wackenroder und für Tieck als Raffaelo gewesen. Er hat das auch in seinen Werken sehr schön formuliert. Daher hat er in Anschluß an Herder (Sturm und Drang) die Idee von der prinzipellen Gleichwertigkeit aller Epochen und aller Stile der Kunst weiterentwickelt. Natürlich ist das ein historisches Denken, das in der Romantik lebendig wurde. Da begann man sich auch in der Kunst für die Geschichte zu interessieren.

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Ein Teil der HERZENSGIEßUNGEN ist auch eine Geschichte: Das merkwürdige

musikalische Leben des Tonkünstlers Joseph Berlinger. Dieser Teil ist vor allem

wichtig, weil Wackenroder hier zum ersten Mal von der Geschichte der Kunsttheorie

die Musik an allen anderen Künstler als gleichberechtigte Kunst postuliert (zahtevati). Sie wurde genau so ernst genommen wie alle andere Künste. Wackenroder hat in dieser Zeit die ungeheuere Werde eine absolute Musik zu komponieren (zu schaffen)

erkannt. Diese Musik ist von Mozart, Heide,

den Rahmen der Kirche, des Theaters gebunden, sondern sie haben eine simphonische Misik komponiert, die absolut alleine da steht - Musik als Musik. Das war eine große Wende in der Musik und auch in der Malerei gab sie es.

, eingetretten. Sie war nicht mehr an

Da hat Wackenroder noch etwas erkannt, was seit dem auch wieder in der Romantik thematisiert wurde und das war die andere Seite der Kunst (die eine Seite war: Kunst ist zu Trösten da und zu Unterhalten). Die Kunstliteratur wird erhoben, aber Wackenroder sagt, daß die Kunst auch zerstörerisch sein kann. Die Kunst ist von den Produzenten her zerstörerisch. Thomas Mann und sein Faustus, ein Komponist, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat um Schaffen zu können. Dann wurde er krank, er hat sich mit Sifilis angesteckt. Er wußte, daß er nicht mehr lange leben wird, deswegen wollte er den Pakt mit dem Teufel abbrechen, aber das ginge nicht, weil dieser Pakt 24 Jahre dauern soll. Nicht nur, daß Faust sterben mußte, er wollte sterben. Faust hatte die Vision des Todes und des Teufels gesehen. Er schreibt und schaft weiter aus Leiden an seiner Krankheit. Zum ersten Mal wird es offen ausgesprochen, daß Sterben ein Leiden ist. Das war auch zum ersten Mal, daß die dunkle Seite der Kunst gezeigt wurde.

Den Text im Deutschen Lesebuch lesen, S. 69 (Abschnitt rechts)

FRIEDRICH VON HARDENBERG - NOVALIS (1772 - 1801)

Die Familie von Hardenberg ist eine berühmte deutsche Familie, die viele Politiker gegeben hat. Ein Freund von Kleist stammt aus dieser Familie. Novalis war ein sehr begabter junger Mann. Er hat vieles studiert: Philosophie, Rechtwissenschaften und Montanistik (Bergwissenschaft). Diese sehr verschiedenen Studien hat er zu einem Abschluß geführt. Er interessierte sich wennig für die Literatur, sie beschäftigte ihn so wenig als er sich selbst als Dichter beschäftigte.

Er war mit Fichte, Schiller, Brüder Schlegel bekannt. Im Jahr 1795 verlobte Novalis sich mit der 13-jährigen Sophie von Kühn, deren Tod (1797) ihn schwer erschütterte. Bald danach ist auch ihr Bruder gestorben, mit dem Novalis sehr befreundet war. Aus diesem Impuls heraus hat er die unvergesslichen Gedichte geschrieben:

HYMNEN AN DIE NACHT (1797). Diese wurden 1800 herausgegeben im Athenäum.

Novalis war wissenschaftlich sehr interessiert, hat mathematische Studien betrieben. Er war auch sehr, sehr religiös, fast so, daß man bei ihm von einer religiösen Anlage

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gesprochen hat. Er hat sich versprochen, daß er seiner Verlobten nachsterben will. Naturgemäß (naravno, skladno z naravo) hat er sich wieder gefangen können und hat sich den zweiten Mal verlobt (1798) mit Julie von Charpentier. Bald danach ist er gestorben und zwar an der gleichen Krankheit wie Sophie von Kühn.

Novalis war ein sehr origineller Denker und hat sich sehr oft in Fragmenten geäußert

- Blütenstaub und auch im Athenäum.

(einige von seinen Gedanken im Deutschen Lesebuch lesen - von der Literaturkritik)

Novalis hat nicht nur Gedichte geschrieben, sondern hat sich auch an Romanen versucht. Den ersten Ansatzt hat er geschrieben als er 26 Jahre alt war. Damals hat er einen unvollendeten Roman geschrieben DIE LEHRLINGE ZU SAIS.

Seinen zweiten Roman hat Tieck herausgegeben und der war HEINRICH VON OFTERDINGEN. Dieser Roman ist ähnlich konzipiert wie Tiecks Franz Sternbalds

Wanderungen, wie Wilhelm Meister von Goethe. Er sollte den Wilhelm Meister

überbieten. Heinrich ist ein beispielhafter (zgleden, značilen) Kunstler, ein Dichter und als solcher ein einziger wahrer Mensch. Er versteht die Sprache aller Dinge und ist im Stande die Gleichnisse (podoba, metafora) der Welt zu enträtseln. Hier wollte er zeigen, daß die Poesie der alten Einheit vorhergehen soll. Nach dieser alten Einheit ist der Sänger gleich wie ein Priester und gleich wie ein Prophet. So hat ein Dichter die Aufgabe die alten Griechen zu verstehen und auch Novalis will sie so verstehen. Dieser Roman ist nicht fertig und das merkt man. Es ist ein Roman von der Dichtung, von der Liebe, von der Kunst. Es ist ein Roman, der durch orientalische, astralle (wo

der Inhalt die astralle Welt ist - Sterne) Märchen durchsetzt (prepreden, prepleten) ist und

durch Erzählungen. Das ist ein Werk in dem es Sagen, Novellen, Erzählungen, Reflexionen und Gedichte gibt. Diese Gedichte sind besonders merkwürdig, weil in ihnen der Inhalt des Buches programatisch wiedergegeben wird. Es ist eine Geschichte von Heinrich von Ofterdingen, der gut gebildet war und auf eine Reise mit seiner Mutter zu ihrem Vater (Großvater von Heinrich) geht. Auf dieser Reise bildete er sich noch durch Mitreisenden, fremden Ritter aus. Wir kommen in Kontakt mit einer ganz anderen Welt. Seine Reisegefährten (sopotniki) sagten ihm, ein Aufenthalt auf einer fränkischen Ritterburg bringt ihm die kriegerische Welt der Kreuzzüge nahe. Dort traf er eine Morgenländerin Zulima, die ihm erzählte, wie Kreuzritter in ein gelobtes Land (obljubljena dežela) gingen und dort Christen zu bekehren wollten. Die Zulima ist eine Arabin, eine Muslin, die ihm gleichzeitig auch ihr Leiden entdeckte. Sie hat die Kreuzzüge überlebt und sehnt sich nach der Sonne, nach ihrer Religion und nach ihrer Heimat. Heinrich lehnt dieses arabischen Mädchen nicht ab, er ist sich bewußt, daß sie ein Mensch ist. Dann kommt Heinrich mit einem böhmischen Bergmann in Kontakt. Er erklärt ihm die Bedeutung der Geschichte, der Tradition. Jeder Mensch braucht nicht alles zu empfinden - man soll sich aber der Überlieferung der Zivilisation bewußt sein. Am Schluß kommt Heinrich zu seinem Großvater in Augsburg, der ein Lebemann (lahkoživec, uživač) ist und die Künstler unterstützte. Heinrich erwartet jetzt noch die letzte Erbildungsstuffe eines Dichters. Der Vater von Heinrich war auch schon

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künstlerisch begabt, aber er unterdrückt die Gabe in sich. Bei Heinrich kommt sie aber zu vollem Ausdruck. In Augsbur lernte Heinrich im Freundekreis des Großvaters den Dichter Klingsohr und dessen anmutige (ljubek, mil) Tochter Mathilde kennen, zu der er eine tiefe Zuneigung faßt. Träumend wird ihm bewußt, daß jenes Mädchensgesicht, zu dem der Kelch der blauen Blume sich zusammenschloß, das Mathildes war. Der selbe Traum kündigt ihm jedoch an, daß er sie verlieren, später aber erneut und für immer gewinnen werde. Auch Mathilde liebt Heinrich, aber sie stirbt wirklich. Er erkennt sie dann wieder in Träumen, in der blauen Blume. Diese blaue Blume ist seit dem ein fester Begriff für die Romantik. Sie ist zu einem Symbol der romantischen Dichtung und ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen geworden. Der Tod der Mathilde erschütert ihn, aber das ist für ihn nicht das Ende und keine Trennung.

Der Tod hat daher für Novalis auch eine erotische Färbung, der Tod bedeutet den Schoß der Geliebten und so bedeutet es für ihn die Möglichkeit die Geliebte wieder zu treffen in der anderen Welt.

Die Bedeutung der romantischen Bewegung in Jena

1. - Ihre größte Bedeutung ist die Anregung, die Idee nach ??Auge?? die alle Romantiker und die Dichter bis zu heutigem Tag geprägt hat. Durch sie üben sie immer noch einen großen Einfluß auf die Kunst und Literatur.

2. - Die Schwäche der Romantik war, daß sie immer sehr viel gewollt hat, aber wenig

ausgeführt hat. Sie hatte großartige Pläne und kleinere künstlerische und literarische Resultate.

3. - Sie hat den historischen Sinn postuliert, begründet, geweckt und weiter geführt.

Es gab viele historische Denker. Die Bedeutung der Geschichte in der Literatur und Kunst.

Die Rheinische oder die Heidelberger Romantik

Der Mittelpunkt ist der Heidelberg. Zwei Dichter machten diesen Mittelpunkt aus:

BRENTANO und ARNIM. Zu dieser Romantik gehört ein Kreis von jünger Menschen, der sich von 1805 aufhielt. Diese Romantiker waren dort zu Hause, sie sind auch aus Jena und Berlin gekommen.

Der erste wichtige Dichter der Heidelberger Romantik ist CLEMENS BRENTANO (1778 - 1842)

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Er wurde bei Koblenz geboren. Er war ein Sohn des oberitalienischen Kaufmannes und Enkel von Sophie von La Roche. Seine Mutter war Maximiliane La Roche, eine Jugendfreundin von Goethe. Brentano war ein begabter junger Mann, der gut erzogen war und hat große Hoffnungen bezüglich seines Werdegangs gemacht. Trotz seiner Begabung und Arbeit, die er geleistet hat, war er zu disziplinlos, zu impulsiv, zu stürmisch und konnte sich in keiner Lebenslage halten. Er war außer Stande sein Charakter zu zähmen.

Seine Freunde nannten ihn "ein Gedichter" und nicht Dichter. Er war ein guter Lyriker. Jede seine nächste Strophe war besser. Was er zu perfektion beherrschte waren zwei Formen und zwar das Lied und die Romanze. Er war ein Sprachmeister und ein sehr guter Improvisator. Brentano schrieb mit so einer Leichtigkeit, er war sehr virtuell (miselno močen). Er war aber kein großer Planer - ein echter Romantiker.

Brentano hat den letzten volkstümlich gewordenen Mytos von Lorelei erfunden. Er ist Erfinder der Ballade Lorelei. In der deutschen Literatur gibt es Nachfolge zahlreichen Balladen von Lorelei. Die berühmteste entstand von Heine (Deutsches Lesebuch, S. 88). Lorelei ist eine würdige Figur. Sie soll eine Nonne werden.

Die größten Werke Brentanos blieben alle Fragmente, so auch ein episches Zyklus von geistlichen Gedichten:

ROMANZEN VOM ROSENKRANZ - unvollendet gebliebendes Versepos (1805 - 1811) GODWI (1801) - Ein verwildeter Roman von Maria; aus 2 Teilen (der 1. Teil als Briefroman angelegt)

Brentano hat unter den Romantiker viele Freunde gehabt. Er verkehrte mit Brüder Schlegel, Tieck, Herder, Jean Paul, Goethe. Er hat zwei Mal geheiratet, aber unglücklich.

Neben Gedichte schrieb er auch Märchen, er war ein Märchenmeister des Kunstmärchens. Er hat 2 Märchenzyklen geschrieben:

1. - RHEINMÄRCHEN

Diese basieren auf alten Volkssagen von dem Fluß Rhein: die Melusine-Sage, die

Sage vom Rattenfänger von Hameln. Mit Hilfe diesen Volkssagen ist das eine mytische Geschichte von Rhein. Diese Märchen sind grotesk, hier vermischte er Seiensbereiche. Die Vergangenheit wirkt so verführerisch.

2. - Zyklus: DIE ITALIENISCHEN MÄRCHEN

Diese berühren auf Brentanos italienischen Erfahrungen. Sie sind sehr berühmt und bekannt geworden.

Als Buch zu Brentanos Lebzeiten nur GOCKEL, HINKEL UND GACKELEIA. (1838) erschienen. Diese Märchen stehen als freie Spiele der Phantasie.

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Ein guter Freund und später der Schwager von Brentano war ACHIM VON ARNIM (1781 - 1831

Achim von Arnim war im Grunde genommen nicht romantischer Natur. Er ist in die romantische Bewegung miteingeraten. Obwohl er ein verirrter (zaiti) Romantiker war, sind ihm einige der besten romantischen Gedichten gelungen. Diese Gedichte waren männlich und stimmungsvoll.

Seine Begabung war Epik - Prosa. Er hat historische Romane geschrieben unter dem Einfluß Walter Scott (ein englischer Dichter). Er hat auch Novelle geschrieben:

DER TOLLE (verückte) INVALIDE AUF DEM FORT (Festung) RATONNEAU (1818).

Das war eine sehr berühmte Novelle, sehr ruhig, anmutig, elegant, wie nicht von dieser Welt kommende Novelle. Es ist eine Liebesgeschichte, wie zwei, eine Deutsche und ein Französe heiraten zu einer Zeit als die Deutschen und Französen miteinander Kriege führten. Das war eine Zeit der komplizierten politischen Situation. Der Französe wurde im Krieg verwundet und dann gepflegt von dem deutschen Mädchen. Das Mädchen wird aber von nun an vom Teufel besessen. Sie befreit sich später von dem Teufel, der aber an den Geliebten von dem Mädchen ging.

DIE MAJORACHEREN (1822) - das sind 2 Novellen

ISABELLA VON ÄGYPTEN

Diese Novelle ist wie ein Roman konzipiert. Sehr anmutig (ljubek, mil) sind seine Novellen, obwohl sie von schrecklichsten Dingen handeln. Schön, ruhig, sehr episch ist alles geschrieben.

Zusammen mit Brentano hat Achim von Arnim noch ein Buch herausgegeben, eine Sammlung von Volksliedern: DES KNABEN WUNDERHORN (1805) In dieser Sammlung gibt es nicht nur Volkslieder, da sind auch Gedichte von namhaften, beliebten, größten deutschen und fremden Dichter. Mit diesen Gedichten sind die beiden aber sehr eigenwillig herumgegangen. Sie haben sie bearbeitet, gekürzt. Dieses Buch haben sie dem alten Goethe gewidmet, der damals schon 56 war. Er hat es angenommen und weiter empfohlen. Goethe hat in der Jenaischen literarischen Zeitung eine Kritik über das Buch veröffentlicht und obwohl Brentano und Arnim die Gedichte verkürzt und manchmal auch geändert haben, hat Goethe sie als gut befindet. Dieses Buch ist so wichtig, kostbar und einverständlich, daß es in jede Familie passte.

BETTINA BRENTANO - VON ARNIM (1785 - 1859)

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Sie hatte mehr als 25 Jahre ihren Mann Achim von Arnim überlebt. Sie gehört dem Jenaischen Kreis an und ist die Schwester von Brentano. Sie war die Seele eines literarischen Salons, war sehr begabt und angagiert. Bettina war die reinste Verkörperung des romantischen Wesens. Das zeigte sich schon von ihrer Kindheit an. Sie fühlte sich so eins mit der Natur als wäre sie ein Teil der Natur. Sie reagierte sehr ruhig auf die Naturgewalten und hatte keine Angst vor Gewitter. Sie hat gerne auf die Bäume geklettert. Im Gewitter ist sie regelmäßig ins Freie gelaufen. Sie ließ sich an einer Eisscholle herunter einem Fluß treiben. Diese Erlebnisse mit der Natur hat sie auch selbst in einem Buch beschrieben.

Bettina von Arnim war eine Autorin und hat sich am besten in Briefen ausgedrückt. Sie hat sich auch sehr oft zu der Rheinlandschaft geäußert. Wie ihr Bruder zeigt sie sich bezaubert vom Rhein.

Sie hat viele berühmte Briefwechsel mit Goethe gepflegt, auch mit ihrem Bruder Brentano und mit einer zu früh verstorbenen Freundin Günderode. Sie hat ihren Briefwechsel mit Goethe herausgegeben aus merkantilischen (trgovskih) Grunden unter dem Titel:

GOETHES BRIEFWECHSEL MIT EINEM KINDE (1835)

Sie ist mit diesen Briefen aber genau so umgegangen wie Brentano und Arnim in ihrer Sammlung Des Knaben Wunderhorn. Sie hat vieles weggelassen aus diesen Briefen oder zugeschrieben. Sie war mit der Originalität der Briefen nicht besessen.

Sie hat sich in die literarische und in die sozial Geschichte Deutschlands hereingeworfen. Sie war eine geborene Brentanin. Sie stammte aus einem reichen Haus, hatte eine gute Ausbildung. Nach dem Tote ihres Mannes hat sie sich eingesetzt für die Sozialunterdruckten. Sie war politisch und sozial sehr angagiert. Sie hat sich sehr viele Sorgen gemacht über diesen Elend auf dem deutschen Land. Sie wollte die Mächtigen daran erinneren. Das war eine großartige Leistung, weil sie als eine reiche Frau Gehör (posluh) leistete. Sie hat sich für nicht persönliche Probleme angagiert. Sie war genau so angagiert wie die Vertreter des jungen Deutschlands.

(ihre Texte im Deutschen Lesebuch lesen)

In diesem Sinne hat sie 2 Bücher geschrieben. Das eine hat sie sogar dem König gewidmet:

DIESES BUCH GEHÖRT DEM KÖNIG (1843)

Das zweite Buch hat den Titel: GESPRÄCHE MIT DÄMMONEN (1852)

KAROLINE VON GÜNDERODE (1780 - 1806)

Sie war eine romantische Dichterin. Sie hat es aber viel schwerer gehabt als Bettina von Arnim. Sie war vom Leid umschatette, ziemlich trüb. In ihren Werken war die Grundstimmung eine heitere (veder, jasen), wenn sie schon fröhlich waren.

Karoline von Günderode war die Angehörige des Adels. Obwohl sie atraktiv und klug war, konnte sich keiner von ihren 2 Männern für sie entscheiden. Der eine war

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Creuzer, der sich mit den Symbolen und mit der Mythologie der alten Völker (Griechen) befasst hat. Der andere war Souvignie, welcher der berühmteste Rechtswissenschaftler in Deutschland war.

Die Familie Günderode war verarmt und da sie niemandem geheiratet hat, hatte sie keine Wahl. Sie ist ins Kloster gegangen und lebte dort als eine Stiftsdame. In ihrer Kreisen war es unmöglich zu Dichten. Sie spürte aber in sich eine große Begabung, ein großes Bedürfnis, deswegen gab sie ihre Werke unter einem männlichen Pseudonym TIAN aus. Sie hat Gedichte, Prosa und dramatische Versuche herausgegeben.

Sie hat etwas sehr Romantisches getan. Sie war eine Freundin von Bettina und anderen Romantiker und wurde in die Salons eingeladen. Sie lief in diesen Salons immer mit einem kleinen Messer herum. Mit diesem Messer hat sie sich später einmal auch umgebracht. Das war ein sehr romantischer Tod.

Sonst war Karoline sehr begabt und genial.

Es gibt ein schönes Buch von der ehemaligen DDR von einer Autorin geschrieben:

Christa Wolf (1930). Sie hat einen wunderschönen Roman geschrieben: KEIN ORT.

NIRGENDS.

Da hat sie eine einfache Geschichte geschrieben von 2 Menschen, die sie vorstellen versucht hat. Diese beiden hatten keinen Erfolg beim Schreiben und beide haben durch Selbstmord ihr Leben beendet. Das waren H. Kleist und Karoline von Günderode. Sie schrieb, als sie sich kennen gehabt hätten. Es gab aber keine Beweise dafür, auch im Buch gab sie es nicht. Christa Wolf hat die beiden zusammengeführt in einem literarischen Salon an einem literarischen Nachmittag im Hause von Brentano, wo die ganze Welt da war. Kleist und Karoline haben die Wesensverwandschaft gespürt, sie waren aber zu scheu miteinander zu kommunizieren. Christa Wolf hat alles sehr gut litararisch bearbeitet.

JOSEPH GÖRRES (1776 - 1848)

Er wurde in Koblenz geboren. Er war ein Freund von Brentano und Achim von Arnim, ein Freund als Mensch und auch als ein Literat. Die alle drei haben eine große Neigung zu älterer Literatur gespürt. So besonders für sie war dieses Verhältnis zu der Zeit. Genau so wie Brentano, war die Zeit für Görres die Entfernung von Geheimnissen der Welt. Je mehr die Völker in der Vergangenheit liegen, je unvorstelbarer war ihr Verhältnis zu der Natur und zu früheren Völkern und Kriegen. Es gab ein Phänomen, das man beginnt zu verklagen. Und zwar verklagt man das Verhältnis zu der Natur, die Ganzheit, die Totalität. Diese Bindung geht den Romantiker entgültig verloren. Es hat keine Einheit mehr gegeben. Das war ein Zustand, den die früheren Menschen noch kannten. Jetzt kommt aber dieses Fragmentarische daher.

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Joseph Görres hat sich mit der Vergangenheit wissenschaftlich auseinandergesetzt und hat geschrieben: DIE DEUTSCHEN VOLKSBÜCHER. Hier hat er das obengennante Phänomen beschrieben.

Dann hat er noch etwas geschrieben: MYTHENGESCHICHTEN DER ALTEN WELT. Hier hat er sich als einer der größten Prosaisten und Erzähler der deutschen Sprache gezeigt.

Er war Publizist. Er war Europaweit gefürchtet als Herausgeber der ersten bedeutenden politischen Zeitung in Deutschland: DAS RHEINISCHE MERKUR. Diese Zeitung ist in den Jahren von 1814 - 1816 erschienen und zwar 3 - mal wöchentlich. Die Zeitung hat naturgemäß die Deutschen im Kampf gegen Napoleon mobilisiert. Napoleon hat die 5 Großmachten Europas niedergeschlagen. Diese waren England, Frankreich, Russland, Österreich und die Zeitung: Das rheinische Merkur. Deswegen war er unbeliebt in Deutschland.? Joseph Görres hat sich für eine freicheitliche Verfassung und für einiges Deutschland eingesetzt.

BRÜDER GRIMM:

JAKOB GRIMM (1785 - 1863) und WILHELM GRIMM (1786 - 1859)

Es gab aber 3 Brüder Grimm. Den dritten haben Jakob und Wilhelm unterdrückt. Er war Maler. Jakob und Wilhelm Grimm waren Wissenschaftler, Universitätsprofessoren und wurden aus Göttingen entfernt. Sie waren auch Mitglieder der Akademie in Berlin und Sprachwissenschaftler. Im Jahr 1805 haben sie einen formalen Entschluß zusammen zu leben und zu wirken getroffen. Sie haben als Bibliothekare in Göttingen gearbeitet. Aber einer von den beiden mußte heiraten und das war Wilhelm. Seine Frau hat dann für alle gesorgt auch für den Schwager.

Auf der Suche nach Volksmärchen wurden Jakob und Wilhelm von einem romantischen Maler animiert. Dieser Maler hat ein Märchen von einem Fischer und seiner Frau gemahlt. Diese Geschichte war auch eine Anregung für den Dichter Günther Gras (Der Butt - ploščata riba). Nach diesem Märchen von dem Fischer und seiner Frau haben die Brüder Grimm eine Sammlung herausgegeben, mit dem Titel: KINDER - UND HAUSMÄRCHEN (1812 - 15). Das ist eine Sammlung von Volksbüchern, von Märchen mündlicher Überlieferung und aus Schriften aus dem 14. Jh. Diese Sammlung gehört zu den meist gedruckten Werken der deutschen Sprache nach der Bibel vom Luther. Die sprachliche Hauptarbeit hat Wilhelm geleistet. Er hat die Sprache bearbeitet, er hat sie aus den Dialekten umgeschrieben. Der Stil in diesem Werk ist die Sprache von Wilhelm und nicht die Sparche von den Märchen. Dieses Werk gehört zu den klassischen Werken der deutschen Prosa (lese es).

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Es gab 2 Methoden zur Festhalten der mündlich überlieterten Dichtung:

1. - so ausgeben, wie sie mündlich überliefert wurden 2. - was man bekennt, soll man auf den neulichen sprachlichen Stand bringen Heutzutage werden immer noch diese Sagen gesammelt, aber sie werden auf ein Tonband aufgenommen.

Wilhelm Grimm hat noch ein Buch herausgegeben:

DIE DEUTSCHEN HELDENSAGEN (1829).

Dieses Werk war nicht so populär als Die Kinder- und Hausmärchen.

Jakob Grimm hat auch 3 Sammlungen herausgegeben.

DIE DEUTSCHE MYTHOLOGIE

Das

germanischen Götter).

ist

die

erste

Darstellung

der

germanischen

Götterlehre

(spricht

über

Sonst war Jakob Sprachwissenschaftler. Sein Lebenswerk ist ein den größten, das ein Wissenschaftler je hinterlassen hat. Dieses Werk ist bis zu heutigen Tagen das umfangsreichste. Das ist DIE DEUTSCHE GRAMMATIK (1819 - 1837).

Ein Riesenwerk begonnen Jakob und Wilhelm Grimm im Jahr 1838 unter dem Titel

DAS DEUTSCHE WÖRTERBUCH zu schreiben.

In dieser Zeit wurden die Brüder als Professoren der Universität in Göttingen entlassen und waren ohne feste Tätigkeit. Ein Leipziger Verleger schlug den beiden vor, ein großes deutsches Wörterbuch zu schaffen und das taten sie. Hier wollten sie alle Wörter des deutschen Wortschatzes sammeln, von Luther bis Goethe, der ein Zeitgenosse von Jakob war. Jakob Grimm hat 25 Jahre selbst daran gearbeitet. Seine Bekannte, Verwandte, Freunde hat er gebeten Wörter für ihn zu sammeln und sie ihm zu schicken mit der Bitte auch zu schreiben, was die einzelnen Wörter bedeuten und aus welcher Gegend sie stammen. Das alles hat er versucht zu fixieren. Wie groß dieses Thema war, beweist, daß das Wörterbuch erst im Jahr 1961 beendet wurde. Es gibt 32 Bände.

Die Berliner Romantik

Es gibt sehr viele romantischen Bewegungen und da darf man nicht vergessen, daß die Romantiker sehr mobile Menschen waren. Viele von Romantikern waren in Berlin schon geboren, die anderen studierten in Berlin und sind dann noch nach Jena, Heidelberg gegangen. So daß die romantischen Bewegungen nicht isoliert zu betrachten sind. Die Romantiker sind ständig gereist und haben sich besucht.

Berlin war eine Großstadt, wo es viele literarischen Gesellschaften gab. Die Romantiker waren miteinander befreundet, wie z. B. Tieck, Wackenroder, Achim von Arnim, Hölderlin, Der Berliner Romantikkreis war weniger geschlossen als er sich vorstellt. Auch die Brüder Grimm sind nach Berlin gegangen.

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Der größte Romantiker aus Berlin war ERNST THEODOR (WILHELM) AMADEUS HOFFMAN (1776 - 1822) (E.T.A. HOFFMANN)

Er soll Rechtsanwalt aus Königsberg werden, später arbeitete er am Regierungsrat in Posen, Plotzk, Warschau. Er war ein Mann von vielen Talenten, er war Maler, Zeichner, Karikaturist, Bühnenbildner. Auch war er ein sehr breiter Komponist und Dirigent. 1808 nahm er eine Stelle als Theatermusikdirektor in Bamberg an, wo er einige musikalische Werke schrieb. Er war auch Erzähler. Persönlich war er am wenigsten beeindrückt von seiner erzählerischen Begabung. Er hat lange nichts über sie geschrieben, erst letzten 10 bis 15 Jahre seines Lebens. Sonst hat er vor allem als Komponist, Maler und Jurist gearbeitet. Er war sehr fleißig. Man nannte ihn auch Gespenster Hoffmann, weil er vil getrunken hat und in dem betrunkenen Zustand hat er Gespenster gesehen.

Er konnte mit großer Leichtigkeit schreiben, produzieren. Deswegen hat er gerne mehrere Geschichten zu verschiedenen Zyklen zusammengefasst. Ein berühmtes Zyklus von Hoffmann ist:

PHANTASIEN IN CALLOTS MANIER

Manieren - wie man sich benimmt. Callot - Hoffmann war ein Maler, der die Kunstgeschichte gekannt hat. Callot war ein Zeichner, Maler aus dem 16./17. Jh., der so gezeichnet hat, daß er dem Hoffmann in die Augen gesprungen hat. Das hat Callot in einer eigenartigen Mischung getan. Seine Zeichnungen sahen aus einer Seite sehr realistisch aus, von der anderen Seite aber waren das seltsame Karikaturen.

Hoffmann hat gesagt, daß so wie Callot zeichnet, auch er zeichnen möchte. Er wollte in die Sprache Phantasie bringen. Er wollte irreal, aber doch sehr realistisch bleiben.

Das ist Hoffmann in einem Meisterwerk gelungen, in einem Zyklus:

DER GOLDENE TOPF. Ein Märchen aus der neuen Zeit.

Erschienen im Jahr 1814 als dritter Band der Phantasiestücke in Callots Manier.

Das ist eine Erzählung eines Studentens Anselmus. Er ist ein irrer Kopf, interessiert sich für alles Mögliche und hat sich in ein jünges Mädchen verliebt. Das Mädchen war aber eine Schlange: schöne, kleine, winzige, goldene, liebliche. Hoffmann hat in der

Er

Geschichte dargestellt, wie Anselmus dieses Mädchen vermißte, suchte,

überschreitet diese Seiensbereiche, geht in die Phantasie hinein, da, in der realen

Welt. Wenn man beim Lesen nicht allzusehr mit dem Kopf ist, kann man diese Geschichte sehr genießen, weil sie mit großartiger Souverenität geschrieben ist.

Hoffmann

Festtheaters steht:

DIE ELIXIERE DES TEUFELS (1815).

(das Elixier - "življenjski napoj"; pijača, s katero so hoteli podaljševati življenje)

hat

auch

einen

Roman

geschrieben,

der

ganz

im

65

Nachfolge

des

Es geht um eine Geschichte eines Mönches, der einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Er genießt einen Zaubertrank und wurde zu einem Wüstling (razuzdanec), Verbrecher. Im Laufe der Geschichte wurde sein böses Ich als Doppelgänger (dvojnik). Das Ich als Doppelgänger ist ein Thema, zu dem sich Hoffmann immer wieder äußert, weil das die Gespaltenheit des modernen Menschen ist - Dualismus innerhalb des Menschen.

Die besten Erzählungen sind gesammlet in dem nächsten Zyklus von Hoffmann:

DIE SERAPIONS - BRÜDER (1819 - 21)

Erschienen ist dieses Zyklus ein Jahr nach seinem Tode.

Hoffmanns berühmteste Geschichte ist DAS FRÄULEIN VON SCUDERI Das ist eine Detektivgeschichte. In ihrer Zeit war diese Geschichte eine der wenigen guten Detektivgeschichten von dichterischem Rang. Es geht darum, daß man den Mörder entdeckt. Es geht hier auch um eine Kunsterzählung. 2 Künstler, die miteinander nichts zu tun brauchten, sondern kommen miteinander in Kontakt. Die Fräulein ist eine sehr berühmte Dichterin in ihrer Zeit. Der andere Kunstler ist ein Goldschmied (zlatar), der so einen guten Schmuck anfertigt, daß man ihn einen guten Kunstler nannt. Hier wird die gute und die böse Seite der Kunst gezeigt, auch das Zerstörerische, das Dämonische.

Noch ein wichtiger Roman von Hoffmann:

DER KATER MURR. Lebens-Ansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler. (1819 - 1821)

Das ist ein autobiographischer Roman, der mindestens 2 Figuren betrifft:

- den Kater Murr (ein sehr beliebter Kater von Hoffmann, der freundlich und nett

war) Über diesen Kater hat Hoffmann eine Geschichte erfunden, die er nicht zu Ende gebracht hat. Sie ist ein Fragment geblieben, weil der historische, lebendige Kater gestorben ist, was den Hoffmann sehr erschüttert hat. Er hat sogar eine Todesanzeige seinen Freunden geschrieben, bald später starb auch Hoffmann.

- Die andere Figur, die eine Rolle in diesem Roman spielt, ist Hoffmann selbst.

- Noch Julia ist eine Figur in dem Roman, die in Kreisler verliebt ist. Das ist auch eine reale Julia gewesen. In Hoffmanns Bamberger Zeit hat er sich in Julia verliebt. Er war damals aber schon verheiratet, aber die beiden haben trotzdem geheiratet. Die Folgen waren fatal.

Es geht da um die berüchtigten (razvpit, zloglasen) 2 Seiten des Katers:

- die tröstende, unterhaltende Seite des Katers

- die zerstörerische Seite (Krankheit, Existenz)

Hier spielen 2 Künstler in dem Roman:

- Kater Murr, der ein Autor ist - schreibt Trivialliteratur, er ist ein sprechender Kater (er ist mit dem Gestiefelten Kater von Tieck verwandt)

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- Der Kapellmeister, der ein Dirigent ist, ein Komponist - Johannes Kreisler. Er lebt an einem Hoff und ist sehr sensibel, von Dämonen besessen. Deswegen ging er ins Kloster, er ist eine zerissene, gespaltene Figur. Am Hoff spielt er einen Menschen, wie eine Art Clown, der die anderen animiert. Er spielt einen Kasperl. Und was komponiert er? - Das wovon sein Herz schwärmt. Auch im Privatleben ist Kreisler zerissen, er hat 2 Frauen. Julia, das ein ruhiges Mädchen ist, das ihn zu seinem Schaffen inspiriert. Dann verliebt er sich noch in eine Frau, in die Fürstentochter, die aber auch zerspalten (razklana) ist. Julia kann sich nicht entscheiden zwischen dem Bürgerlichen und Künstlerischen. Was für eine Vergangenheit Kreisler hatte, ist ein Geheimnis. Es entsteht eine Frage: - Wie ist die Position eines Kunstlers in der Gesellschaft als einen Kunstler des höchsten Rangen? Was ist seine Aufgabe? Diese Frage ist ähnlich wie bei Torquato Tasso, auch Thomas Mann hat diese Frage gern behandelt.

Dieser Roman ist etwas Besonderes, weil Hoffmann den Einfall (domislica) von Jean Paul bekommen hat. Der Roman besteht aus 2 Teilen, die immer mehr nebeneinander gehen. Auf einer Seite gibt es einen Kater, der sehr beliebt ist, der ausgebildet ist und entschloß sich Dichter zu werden. Er wird aber ein Trivialautor. Deswegen macht sich Kreisler lustig über ihn. Einmal setzt sich der Kater am Tisch seines Besitzers, des Komponisten Kreislers, hin und schreibt eine Biographie. Da auf dem Tisch entdeckt er die Notizen von Kreisler, der auch eine Biographie schrieb.

Der Roman besteht aus zwei deutlich voneinander abgesetzten Geschichten: der Lebensgeschichte des Katers Murr, die von ihm selbst erzählt wird, sowie den Bruchstücken aus der Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler, die Murr als Konzeptpapier verwandte und die der Setzer (stavec) versehentlich mit abdruckte. So

gibt es im Buch zuerst 20 Seiten vom Kater, dann 10-20 Seiten des Kreislers,

und

so bis zum Ende. Das ist ein sehr genau durchdachtes, komponiertes Buch. Man ist beim Lesen dieses Buches sehr irritiert. Die Biographie vom Kater wird seinem Kopf gemäß presentiert von Anfang bis zum Ende.

Die Handlung endet dort, wo sie begann. Das erste Kapitel des Romans beginnt mit dem Kapitel, das am Ende des Romans vorgeführt wird. Und zwar mit einem Fest, daß man nicht als Geschenk des Fürsten Irenäus sehen soll. Dieses Fest hat Meister Abraham, ein Freund von Kreisler aus dem Kloster, organisiert. Abraham ist auch der einzige, der alles über allen weiß, auch über den Fürsten. Der Teil des Kreisler in dem Roman zeigt immer mehr Sachen aus dem Leben als er Kapellmeister war und zwar bis zu dieser Zeit in seinem Leben, an der er sich noch erinnern kann. In diesem Teil ist die Rede vor allem von der politischen Situation in Deutschland. Dem Spott auf die Bürgerwelt folgen im Kreisler-Teil die satirischen Angriffe auf die aristokratischen Gepflogenheiten (običaji) am Hof des Duodezfürsten (vladar male državice) Irenäus; er greift auch die Prinzen und Prinzessinen an. Der Prinz, der den Stab weiter führen (den Stab führen - dirigirati) soll, ist ein Dummkopf (er sammelte Tassen, er schießt die Vögel. Er hat die Intrigen (spletka) der Prinzessinen geschildert.

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Deswegen hatte Hoffmann Schwierigkeiten mit der Zensur. Das Publikum hat diesen Roman gern gelesen, aber vornemlich (predvsem) den "katrischen" Teil.

Hoffmann hat mit dem Roman einen großen Einfluß auf verschiedenen Literaten ausgeübt, weil man ihn unter den Künstlerkreisen sehr genoßen und gelesen hat. Den Roman beginnt Hoffmann mit vielen Anspiegelungen (namigovanja) und verschtrikten Zitaten von fremden Literaten.

Hoffmann war ein Autor, der seine Zeitgenossen und uns beruhigen wollte, weil die Menschen in dieser Zeit sehr zerspalten waren. Es gab kein Zwischending, meinte er. Er hat die alltägliche Wirklichkeit der gebildeten Menschen, der Priviligierten und Unpriviligierten dargestellt. Das alles hat er sehr genau beschrieben, sehr realistisch, aber unmerklich hat er geschaffen ins Phantastische zu gehen, wo er das Innere zu schildern versuchte. Im Inneren zeigte sich das Unterbewußtsein, die Träume. Oft hat er den Spuk, den Zauber, das Groteske geschildert. Da erreicht er die gelungene Vermischung des Seiensbereiche (die Tiere sprechen wie die Menschen). Dieser Roman ist eine Erzählung, wo sich herausstellt, daß eine Figur zu einem Automaten wird. Das unheimliche der Industrie, die Menschenentwicklung wurde thematisiert, so daß es wenig gibt, worüber er nicht gesprochen hat. Er war ein Seher, ein Visionär, ein großer Erzähler, auch ein guter Komponist in seinen Erzählungen. Alles war unterdacht. Er hat auch auf die Musiker einen Einfluß ausgeübt. Jacques Offenbach (1819 - 1880) - ein französischer Opernkomponist hat Die Hoffmanns Erzählungen komponiert. Auch anderen französischen Autoren haben sich sehr von Hoffmann beeinflußt gezeigt.

Wie schon gesagt, hatte er große Schwierigkeiten mit der Zensur. Seine Geschichte mußte er zurückziehen. Er hat sich mit 2 Erzählungen in der Politik angagiert: 1822 in Ljubljana am Leibacher Kongreß, wo die Bemühungen aller fortschrittlichen Geister niedergeschlagen wurden. Hier wurden alle Bemühungen der Griechen im Kampf gegen die Türken unterdrückt und das hat Hoffmann in 2 Erzählungen geschrieben.

ADELBERT VON CHAMISSO (1781 - 1838)

Er wurde in Frankreich geboren, kam mit 8/9 Jahre nach Deutschland, als seine Familie vor der Französischen Revolution nach Berlin flüchtete um am Leben bleiben zu können. Die deutsche Sprache hat er virtuos beherrscht, aber nie ohne Akzent.

Er hat Lyrik geschrieben, die im 19. Jh. hoch geschätzt war. Er hat elegant, virtuos, phantastisch geschrieben, seine Sprache war ziemlich sentimental. Deswegen war diese Lyrik auch so beliebt.

Ein Zykel hat er geschrieben: FRAUENLIEBE UND FRAUENLEBEN

Er hat auch ein berühmtes klassisches Prosawerk geschrieben, das zu den besten gehört, was die Romantik hat. Das ist:

PETER SCHLEMIHLS WUNDERSAME GESCHICHTE (1814)

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Das ist ein Fauststoff, es geht um einen Pakt mit dem Teufel. Peter war ein junger Mann, der nichts hatte. Der Teufel möchte aber etwas gegen Geld von ihm haben. Was wollte der Teufel haben? -"Ich will deinen Schatten." Peter verkauft ihm seinen Schatten gegen einen Geldsack. Der junge Mann lebt jetzt glücklich, hatte viel Geld, sogar einen Diener. Alle Menschen mögen ihn zuerst, später aber erschrecken sie und wollten nichts mehr von ihm haben. Das passierte immer, wenn Peter keinen Schatten hatte. Denn der Mensch, der keinen Schatten hat, ist teuflisch. Alle Menschen haben einen Schatten und die Menschen hatten Angst. Das war für Peter fatal, als er sich verliebte. Er mußte die Geliebte meiden, weil er keinen Schatten hatte.

Diesen Schatten hat man verschieden versucht zu deuten. Chamisso war ein Mensch, der kein Vaterland hatte. Das war aber nicht so schlimm. Chamisso ist nach Deutschland gegangen, weg von dem Krieg. Die kriegerischen Auseinandersetzunge sind später aber auch nach Deutschland gekommen. Hier mußten jungen Menschen gegen Napoleon kämpfen. Chamisso, der aus Frankreich stammte, hat das aber nicht getan. Er hat weder auf der Seite der Französen, noch auf der Seite der Deutschen gekämpft. Er hat keine Position eingenommen. Das haben ihm die Menschen sehr übel genommen. Er hat aber viel wissenschaftlich gearbeitet, auch als Arzt und hat den Menschen so viel geholfen.

Der Sohn von alten Goethe, konnte auch nicht in den Krieg gehen, weil der Vater ihm das nicht erlaubte. Goethe ist dann selbst in den Krieg gegangen. Das war aber noch nichts Schlimmes, schlimm war daß ein Sohn seinem Vater zu sehr gehorcht hat.

FRIEDRICH FREIHERR DE LA MOTTE FOUQUE (1770 - 1843)

Er war ein Sohn eines schreibseeligen Mannes. Auch er war sehr schreibseelig und hat mit Hilfe seiner Ehefrau geschrieben. Zusammen haben sie um die Wette historische Dramen und Ritterromane verfasst. Diese Werke waren damals bei den Bürgertümer sehr beliebt. Das alles haben sie in einer Mischung von germanischen Helden, mittelalterlichen Rittern und von pseudo(lažni)romantischer Geisterwelt und Wunderwelt verfasst.

Ihre

Brizenscheinroman.

Werke

gehörten

in

die

sogenannten

Populärromane,

Trivialliteratur

und

UNDINE

Ein Prosamärchen. Fouque erzählt im Ton von Märchen und Volksbüchern, betont schlicht und naiv. Fouque entdeckte die Dämonie des Wassers. Die Nixe (vodna vila, morska deklica) Undine verlangt nach Beseelung durch Vereinigung mit einem Menschen. Den Ritter Huldbrand aber treibt es aus der Ehe mit Undine wieder fort zu einem menschlichen

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Weibe. Seine Untreue wird nach dem Gesetz der Elementargeister mit dem Tode bestraft.

Dieses Werk hatte eine Wirkung bis zu Heine und Walter Scott. Es machte eine große Kariere in den künstlerischen Kreisen. Bald nach dem Erscheinen des Werks komponierte E.T.A. Hoffmann eine Undinen-Oper (1815) nach einem Szenarium von Fouque.

22.12.1998

JOSEPH VON EICHENDORFF (1788 - 1857)

Dieser Dichter wurde auf einem Schloß geboren. Aber den Besitz verlor die Familie im Laufe der Zeit, weil es da Kriege gegeben hat. Seine Familie war nicht nur reich, aber auch immer klüger, so daß sie die Söhne studieren lassen haben. Joseph hat Jura studiert und war Beamter, strenggläubig (dosledno veren) katholisch und arbeitete im preußischen Staatsdienst (državna služba). Die Preußen waren aber Protestanten.

Er war ein großer Dichter, wie Stifter, C.F.Meyer. Ein Dichter von der Art, der aus seinem eigenen Leben geschöpft hat. Er hat über eine Möglichkeit des Lebens gedichtet, über das jenige, was er in seinem Leben nicht ermöglichen konnte. Er hat seine Wünsche in die Literatur transportiert. In sienen Themen und in seiner Dichtung war er unvollkommen. Er hat sich nicht viel vorgenommen, aber das, was er machte war perfekt. Er war ein disziplinierter, gewissenhafter Mensch. Das ermöglicht ihm das Höchste zu erreichen aus seiner Begabung.

Man hatt ihn Poet genannt. Seine Poesie verstand er als seine Verschönung des Lebens. Trotz seinem Adeltitel, seiner Abstammung (poreklo), hat er bärgerlich gelebt. Das war eine Anschauung (nazor), mit der er sich eine große Beliebtheit erfreut hat und hatte wenig Trivialisierung der bildenden Künsten (likovna umetnost) und Architektur.

Joseph Eichendorff war ein großer Meister von Lieder und Romanzen. Diese sind eher arm an Formen, Motiven, Stimmungen, aber sind in dieser Beschränkung vollkommen. Er hat in seinen Liedern und Romanzen die Natur rein und unverfälscht (nepopačeno) gezeigt. Seine Landschaft ist von der Industrie und dem Verkehr unberührt. Er zeigt Menschen, Schlösse, Hütten - eine romantische Natur. Die Landschaft ist schön, echt in einer natürlichen Dichtung verklemmt. Er besingt den Wald, den Fluß, den Mond, die Morgenfrühe, die Dämmerung (Lichtverhältnisse) - die Naturphänomene. Er zeigt immer wieder dieses ewige Motiv des Wanderers, der von einer ewigen Sensucht zu Wandern betrieben wird. Ein Wanderer sucht nämlich immer etwas.

Seine Gedichte sind nicht sentimental und nicht zu sehr kitschig. Es gibt schöne Gedichte, ein ursprungliches Verhältnis zur Natur wird zum Ausdruck gebracht. Die

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Natur spielt hier ihre wahre Rolle. Sie beseelt die Menschen oder sie zieht sie als Dämonie (usodnost) in ihren Kreis.

Als Erzähler ist er hevorgetreten mit seinem Roman:

AHNUNG UND GEGENWART (1815)

Das ist ein romantischer Roman, wo Eichendorff sich als ein großer Meister der Landschaftschilderung zeigt. Er beschreibt solche Landschaft, wie Kaspar sie gemahlt hat - eine schöne Szenerie: Wolken, Bäume, Wiesen, das Meer. Das waren Stimmungsbilder der Landschaft, die ein Gefühl der Lieblichkeit (ljubkost) vermitteln. Dieses Werk war bereits unter dem romantischen Prinzip geschrieben. Die Szenen sind locker einander gereiht. Es ist unruhig in der Bewegung begriffen. Es zeigt sich das Fragmentarische darin, ein Licht schwebt über den Menschen.

Die Vorbilder waren Goethe und Jean Paul. Er beschreibt alles, nur das Bügertum (meščanstvo) nicht. Er beschreibt die Stadt, das Dorf, die Schlösser, die Waldgasthäuse, die Hütten. Die Menschen sind Adlige, Studenten, Künstler, Jäger und fahrendes (potujoči) Volk (Spielleute, Menschen, die Kunststücke vor den Zuschauern vorspielten und so die Menschen belustigten).

Joseph Eichendorffs Meisterwerk ist eine Novelle:

AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS (1826)

Das ist eine lustige Liebesgeschichte, operettenhaft, unverständlich wegen des Tons, daß man das Ganze nicht so ernst nimmt. Es geht um die schöne weite Welt. Der Taugenichts ist beseelt von dem Wandertrieb, ihn schiebt es zu wandern. Auch sein Vater ist damit einverstanden, weil er sowieso ein Taugenichts (pridanič) ist. So nimmt der Taugenichts seine Geige und geht in die weite Welt. Dort trifft er schöne Frauen. In eine verliebt er sich. Die schöne Dame ist eine gnädige Frau (milostiva) von der er in seinen Gedichten singt. Er war auf dieser Reise alles, vom Gärtner bis zum Zollbeamter. Er konnte aber das Schicksal, daß sich die schöne Frau für ihn nicht interessierte, nicht vertragen. Deswegen reiste er ab und ging nach Italien. Dort trifft er 2 Menschen - 2 junge Maler. Der jüngere Maler scheint ihn zu mögen. Der Taugenichts hat aber Angst gekriegt und ging nach Rom und von dort weiter wieder nach Wien, auf den Schloß, wo er als Gärtner gearbeitet hat und erfährt, daß die schöne Frau keine Prinzessin (gnädige Frau) war. Er heiratete aber nicht, sondern geht wieder nach Italien, usw.

Das war ein Werk, das alle bewundert haben. Der beste Ausdruck des deutschen Wesens wird hier überhebt.

Der Taugenichts ist ein romantisches Wesen, das keine Ruhe und Zufriedenheit kennt und hat die Sensucht nach dem Wandern, Musik zu machen und schön zu leben. Er bewundert junge Menschen, die eine normale Familie gründen. Er hält sich an seinen Gedichte, die ihn in die Welt treiben.

Joseph Eichendorff hat noch 2 Novelle geschrieben, die aber nicht künstlerisch überzeugend sind:

DAS MARMORBILD SCHLOßDÜRANDE

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Er hat auch Lustspiele geschrieben: DIE FREIER (1833) die Freier (snubači) - sie werben voller Lebenslust nach einer Dame

Das schwäbische Dichterkreis (Spätromantik)

LUDWIG UHLAND (1781 - 1862)

Uhland wurde sehr geachtet und respektiert, er war eine große Persönlichkeit. Er wurde als Mensch, als Dichter und auch als ein Intelektueller sehr geschätzt, denn alles, was er geschaffen hat, hat er für sein Volk getan. Deswegen wurde er auch "das Gewissen (vest) Deutschlands" genannt.

Er hat Rechte studiert, war Dr. Jura, Advokat, Professor für deutsche Literatur in Tübingen und ein Freund von Chamisso. Er war so sehr beliebt und geschätzt, daß im Jahr 1947 ein deutscher Überseedampfer (prekooceanski partnik) nach ihm genannt wurde. Uhland war auch ein Politiker, der eine große Zivilcourage (državljanski pogum) zeigte. Er war aufgrund seines Wissens bestimmt Staatsbeamte (državni uradnik) zu werden. Aber der König hat das schwäbische Parlament aufgelöst und Ludwig Uhland hat gesagt, daß er so einem König keinen Treueid (vdanostna zaprisega) schwören könne. Deswegen wurde er schief angeschaut, kam später zwar in das Parlament, aber bekam kein Mandat und legte die Professur nieder.

Ludwig Uhland hat 2 Zeitungen herausgegeben:

SONTAGSBLATT FÜR UNGEBILDETE STÄNDE (ein Blatt, daß es die unbewußte

Polemik konzipiert)

MORGENSBLATT FÜR UNGEBILDETE STÄNDE

- Hier versuchte Uhland die öffentliche Meinung zu geben. Er wollte den Liberalenblick in die Politik hinensetzen.

Er war Abgeordnete im deutschen Bund, der 1848/49 in der Paulskirche tagte. Dort vertrit er die liberale Gruppe.

Als Lyriker war er sehr populär. Viele seine Gedichte sind zur Volkslieder geworden. Er hat Balladen, Romanzen geschrieben, die sehr wohlklingend und schön sind. Wenn wir uns aber seine Gedichte anschauen, sind sie nicht so selbstverständlich klar, wie sie wirken. Er hat die Gedichte ganz genau komponiert. Trotz dieser strengen Komposition muten sich an (dozdevati se, zdeti se) als Volkslieder. Volkslieder sind sie auch aus dem Grund, weil sie ganz bestimmte Orte der schwäbischen Landschaft besingen.

Seine Gedichte waren die populärsten in dieser Zeit. Als er gestorben ist, wurde bereits die 43. Auflage gedruckt. Populär waren seine Balladen. Er wurde als der dritt größte Balladendichter nach Goethe und Schiller gehalten. Er hat nicht solche Balladen geschrieben wie Goethe, wo die Natur harmonisiert wird, sondern er hat Balladen gedichtet, die sich an das

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Volkslied und an Bänkelsängen (sejmarske pesmi) anknüpfen. Deren Stoff hat er den germanischen Sagen und Geschichten entnommen.

Uhland hat auch 26 Dramen geschrieben. Den Stoff für seine Dramen hat er aus germanischen Geschichten und Sagen genommen. Viele seine Dramen bleiben unvollendet.

Er hat sowohl theoretische Schrifte verfasst (er war Literaturprofessor). Eine Schrift über alten hoch- und niederdeutschen Volkslieder hat er verfasst mit Abhandlungen (razprava) und Anmerkungen (opomba). Darin hat Uhland versucht die Bemühungen von Brentano und Arnim weiter zu führen auf einer wissenschaftlichen Basis. Er hat sie aber nicht sprachlich geglättet. In diesem Sinne hat er sehr viel getan.

NIKOLAUS NIEMBSCH, EDLER VON STREHLENAU - LENAU (1802 - 1850)

Als Dichter hat er sich Nikolaus Lenau genannt. Er wurde in Banat (Banat gehört heute Serbien.) geboren einer deutschen ungarischen Adelsfamilie.

Lenau war ein sehr sensibler Mensch, der als junger Mann Philosophie, Rechte und Medizin studierte. Durch die Herkunft bedingte er, daß er sich zu Europa Skeptiker entwickelt hat.

Lenau hat viel gedichtet. Er war ein guter Freund von Anasthasius Grün (Zelenec, ein Lehrer von Prešern). Er wollte mit A. Grün nach Amerika gehen. Lenau war auch politisch verfolgt. Er hat sich sehr viel von Amerika erhofft, dann war er aber enttäuscht und entsetzte sich (prestrašiti se), weil er auf solche Umstände gestoßen ist, wie sie in Europa waren. In Amerika war er sehr unglücklich, er hoffte an freie Menschen, aber die waren genau so eng, wie die europäischen Menschen. Er kehrte nach Europa zurück und ließ sich in Stuttgart nieder.

Bald nach seinem 40 -sten Lebensjahr wurde er wahnsinnig und ist im 1850 gestorben als ein Wahnsinniger.

Seine Gedichte - die Lyrik ist noch heute sehr geschätzt. Diese Gedichte haben seine Zeit überdauert (preživeti), sehr viele wurden auch vertan (izgubljene, zapravljene). Sie sind ein Ausdruck seiner Melancholie, einsamen Winterschaften (zimsko spanje). Er hat in sich einen entsetzlichen Satz formuliert: "Mich regiert eine Art Gravitation nach dem Unglücklichen." Diese Grundstimmung hat er beherrscht: Langeweile als Weltmüdigkeit. Das war ein Gefühl, das er mit vielen Menschen in dieser Zeit geteilt hat. Dadurch - durch sein Lebensgefühl des Weltschmerzes - wurde er ein guter Dichter.

2 Gedichtsammlungen hat er geschrieben, die in einem Band vereinigt sind:

- GEDICHTE

- NEUERE GEDICHTE

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Im 1836 hat Nikolaus Lenau noch einen Faust - Text geschrieben. Auch er hat sich mit dieser Figur der deutschen Literatur verfasst. Da hat er versucht das Erzählerische und das Dialogische zu vermischen. In seinem Werk ist so bezeichnet, daß Faust weder vom Teufel noch vom Gott gerettet wird. Er endet durch Selbstmord. Lenau hat die andere Seite vom Faust interessiert. Er hat ein Don Juan Fragment, wie Grabbe geschrieben.

AUGUST GRAF VON PLATEN - HALLERMOND (1796 - 1835)

Als Dichter war er bekannt als August von Platen. Er ist nicht alt geworden. Er stammt aus einer adligen Offiziersfamilie. Auch August von Platen war ein Offizier. Obwohl er eher klein war, so wie Lenz und das war ein Problem. Dazu war er noch ein Dichter und noch Homoseksueller. Das waren die 3 schlimmensten Sachen. All das hat er nicht besonders verheimlicht. Er hatte eine sehr unglückliche Konstelation (položaj) und hat es im Leben gar nicht leicht gehabt.

Als Dichter war August von Platen ein großer Formalist. Er hat die strengsten Formen phantastisch beherrscht: das Ghasel (gazela), die Ode und Sonett.

Im 1825 hat er die berühmtesten Sonetten in Venedig verfasst. Mit diesen hat er ein Topos förmlich in die deutsche Dichtung eingeführt. Venedig erscheint zum ersten Mal bei ihm als eine stehengebliebene, melanholische, schöne Kulise einer Kultur, die bereits seit Langem erschwunden ist. Das war ein Fluch (prekletstvo), der auf August von Platen lastete.

Er schrieb Gedichte, die formal sehr streng formuliert sind. Er war ein Virtuose; ein Fremdling auf dem Gebiet der Kultur; ein Spätling einer Kultur, die schon zu Ende war.

Die Sonetten gründeten eine Tradition in der deutschen Kultur.

Viele große Dichter haben über Venedig geschrieben:

- Hugo von Hofmannsthal, der Begründer der Spanischen Festspielen hat ein französischen Roman geschrieben: ANDREAS oder DIE VEREINIGTEN. Der Schauplatz dieses Romans war teilweise auch Venedig und Kärnten mit Slowenien.

- Thomas Mann: DER TOD IN VENEDIG

- Peter Rosaei hat auch einen Roman geschrieben, der in Venedig spielt: WER WAR

EDGAR ELLEN?

- Alle Casanovageschichten, z.B. CASANOVAS HEIMFAHRT von Schnitzler, wo die Venedig teilweise erwähnt ist. (Casanova ist ein Venezianer).

Thomas Mann DER TOD IN VENEDIG

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ist ein mitteleuropäisches Buch, das in München beginnt, eine Station auf Insel Brioni und in Venedig machte. August von Platen hat ein Gedicht geschrieben, von dem sich Thomas Mann inspirieren ließ und schrieb danach den Roman Der Tod in Venedig. Thomas Mann war ein Dichter, der sehr jung zu schreiben begann. Als ein junger Mann hat er Goethe bewundert. Er wünschte sich Einfälle, wie Goethe sie gehabt hat, zu haben. Das ist ihm in Erfüllung gegangen. Ursprunglich wollte er von Goethe schreiben, der sich als 68 -jähriger in ein 17 -jähriges Mädchen verliebt hat. Das Mädchen wollte ihn aber nicht, weil es behauptete, daß er kein guter Ehemann geworden wäre.

Thomas Mann interessierte, was passierte mit einem Mann, der scheinbar sicher ist von dem Leben. Ein Mensch, der alles erreicht hat und jetzt kommt ein plötzlicher Einbruch einer unvorhergesehenen Leidenschaft in sein scheinbar gesichertes Leben. Im Roman Der Tod in Venedig ist die Hauptfigur ein verheirateter Mann, wem die Frau starb und hatte eine Tochter. Er ist berühmt, kennt alles, alles im Leben ist ihm widerfahren (pripetiti se), nur den Tod kennt er noch nicht. Jetzt lebt er mit sich und mit der Welt in Ruhe.

Thomas Mann diente als Vorbild noch eine andere Figur neben Goethe und das war Wagner, der in Venedig gestorben ist.

Ein drittes Vorbild für Thomas Mann beim Verfassen dieses Werkes waren seine eigenen Erfahrungen. Thomas Mann war ein unpraktizierter Homoseksuelle, deswegen hatte er noch ein Vorbild und das war August von Platen als ein großer Dichter und als Homoseksueller. August von Platen hat ein schönes Gedicht geschrieben, dessen Thema im Prinzip Der Tod in Venedig ist. Das war ein Gedicht mit dem Titel TRISTAN (1825). Es wurde nach der Sage von Tristan und Isolde geschrieben. Die beiden haben einen Liebestrank getrunken, daß sie sich unsterblich lieben wurden, obwohl sie nicht füreinander geschafen waren. In diesem Gedicht wurde das besungen, was Thomas Mann dann später in seinem Tod in Venedig formuliert hat. Aber als Gustav von Aschenbach (die Hauptfigur) den Jungen sieht, ist er dem Tode schon gegeben.

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Die Bedeutung der Romantik als europäische Geistesbewegung

Die Romantik hatte einige sehr gute Dichter und sie hatte viele große Menschen. Ihre Stärke war nicht die Gestalt, nicht die Vollbringung von Werken, aber die Bewegung selbst, das Suchen und Planen. Viele Romantiker haben sich in Fragmenten, Esseys geäußert. Deswegen wird behauptet, daß die Romantik eine Bewegung war, die viele Ideen weiter geleitet hat. Sie ist keine tote Epoche, sie ist jene Geistesbewegung, dichterische Bewegung, literarische Bewegung, Kunstbewegung und philosophische Bewegung, die als Ideenspender auf die heutige Künste den größten Einfluß ausübte. Es gab

Diese Bewegung ist verspätet in die

Spitzenwerke in der Musik, Philosophie, Literatur eingetreten.

Die Leistungen der Romantik sind sehr wichtig in der Philosophie und in der Wissenaschaft. Die Romantiker haben die Grundlagen für moderne Wissenschaft, wie tiefe Psychologie gelegt (um die verborgenen Tiefe des Unterbewußtseins zuerst in der Literatur auszulaufen). Ausgehend von Herder hat die Romantik die historische Wissenschaft begründet. Diese Forschungen der literarischen Wissenschaft hat die Romantik vorgehoben innerhalb der Philosophischen Fakultät.

Die Romantik hat geprägt, ausformuliert und die Bedeutung des historischen Sinns hervorgehoben. Die neue Literaturwissenschaft, die Sprachwissenschaft geht auf die Romantik zurück. In der Politik, in der Geschichte, in der Gesellschaft wurde alles volkstümlich vorgeschrieben. Die negativen Seiten sind die Romantisierung des Lebens. Die Romantik hat nicht die erste Geschichte der deutschen Literatur, sondern sie hat die erste Geschichte der deutschen Nationalliteratur. Und das ist dasjenige, daß zur Ausartung (izroditev) führt, zum schovinistischen Denken. Die Romantik ging von germanischen Ländern aus, von Deutschland, England, weiter nach Frankreich, Italien und noch weiter in die slawischen Länder.

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REALISMUS

Im Jahr 1815 wurde Napoleon besiegt und auf die Insel St. Ellein hingeschickt. Dort ist er auch später gestorben. Nach dem Sieg über Napoleon hat es im Europa fast

100 Jahre Frieden gegeben. Dieser Frieden wurde nur mit kleineren

Auseinandersetzungen unterbrochen (1830, 1848, 1866, 1870/71).

Was in der Politik zu dieser Zeit geschah? - Nach dem Sieg über Napoleon 1815 hat es den Wiener Kongreß gegeben. Wo man die alte Ordnung einzuführen versuchte. Es ging um eine Restauration, um die Wiederetablierung der alten Zuständen. Wien war aber zu groß, zu gesellig, deswegen zog der Kongreß nach Tropau (1815/16). Diese Stadt war ein Nest, nicht zu sehr gesellig und das war wieder zu langweilig. Man sucht dann die 3. Stadt und man dachte an Görz (Stara Gorica). Außerdem war dort das Klima gut, aber es war wieder zu nestisch. So kam man nach Laibach - der Laibacher Kongreß. Da wurden die alten Zustände hergestellt. Die Stände (erreichter Zustand) in Italien und Griechenland wurden niedergemetzelt (pokositi). Von da ist Metternich größer ausgegangen als er je war.

Die Zensur war immer strenger, es gab immer weniger Freiheiten, deswegen gab es Unruhen:

1830

- in Frankreich (Junirevolution)

1848

- der Frühling der Nation in der Schweiz, in Italien, in Österreich; der Kaiser ist

aus Wien geflohen bis nach Innsbruck.

1866 - ein Krieg in Italien; da kam Franz Joseph an die Macht. (Metternich wurde

nachgejagt.) 1870/71 - ein Krieg zwischen Frankreich und Preußen (wo das zweite deutsche Reich gegründet wurde)

An dem Laibacher Kongreß wurde die Idee von vereinten Slowenien artikuliert, wo die Slowenen innerhalb der Österreich in einem Land leben sollen. Sie lebten bisher nämlich in Steiermarkt, Kärnten, Kustenland, Istiren, Görz, Triest - in vielen Ländern. Die Slowenen lebten in vielen politischen Gebilden (tvorba) der österreichischen Monarchie.

Das Bürgertum wurde immer mehr entwickelt und verlangte die gleichen Rechte. Man setzte sich für Pressefreheit ein. Die Französische Revolution dauerte nicht lange. Sie verlangte eine Verfassung (Ordnung). Das Bürgertum versuchte seine politische Macht zu erlangen (pridobiti, doseči). In der Revolution von 1830 - 48 hat das Bürgertum noch an der Seite der Studenten und Arbeiter gekämpft. Aber das Bürgertum entwickelte sich jetzt in zwei Richtungen: in das Großbürgertum des Weltadels und in das Kleinbürgertum, das sich proletarisierte. Das große Bürgertum hat die Arbeiter bedenkenlos ausgenutzt.

Periodisierung:

Das Zeitalter des Realismus, sagt man, hat gedauert von 1830 bis 1840. Aber dieses Zeitalter muß mit Vorsicht genießen werden, weil es schon in dieser Zeit den Naturalismus und auch die Vormärzdichtung gegeben hat. Die Vormärzdichtung ist

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eine politisch angagierte Dichtung, was kein poetischer Realismus war, wie er von anderen deutschen Dichtern gepflegt wurde.

In der Zeit des Realismus gab es noch 2 Dichter, von denen einer, der besten Dichter aller Zeit war. Dieser Dichter heißt Georg Büchner.

Im Realismus hat es noch DIE BIEDERMEIER gegeben. Dieser Ausdruck bedeutet einen Möbelstil und ist aus dem Kunstgewerbe (umetna obrt) bekannt. Der Biedermeierdichter besingt alles Kleine, das Unsichtbare. Es besingt kleine Menschen, kleine Welt, wenig Sonne, wenig Glück, wenig Licht. Es zeigt sich eine zurückgezogene Weltexistenz, sie lebten im Armut.

Die Zeit des Realismus ist ein Zeitalter vom Sieg über Napoleon (1815) bis zu dem ersten Weltkrieg. Diese 100 Jahre nach dem Sieg des Napoleons war eine Zeit der Industrialisierung der Westeuropa. Es kam zur Technisierung, zu vielen Erfindungen. Das war die Zeit der Vernunft, der Wissenschaft, der Naturwissenschaft. Auf der einen Seite blütet sich die Romantik aus und die historische Wissenschaft, gleichzeitig parallel dazu noch die Naturwissenschaft, die technische Wissenschaft (Motore, Rakete, Telefone, )

Was wird für wahr und wirklich gehalten? - Das, was man mit dem Sinne und mit Hilfe des Verstandes beweisen kann. Das heißt, der Positivismus wird großgeschrieben. Atheismus (Freigesiertum), Feuerball, Büchner, dialektischer Materialismus (Marx und Engels) - das sind neue Seelen der Gesellschaft, das sind Väter der neuen Philosophie, der neuen Anschauung. Materialismus - vor allem das 19. Jh. war ein Jahrhundert, wo man noch an Fortschritt glaubte. Man verstand Fortschritt als die Entwicklung von Industrie, Technik. Man begann in dieser Zeit den ersten Eisenbahn zu bauen. Das war die Südbahn: von Wien bis Triest. Eine wichtige Erneuerung war Gaslicht. Es ist im 19. Jh. auch zur Entwicklung der Börse gekommen. Im 1851 gab es die erste große Weltausstellung in London. Das war ein Schau, wo man zeigte, was alles schon im 19. Jh. entwickelt wurde.

Wie waren die Dichter in der Zeit des Realismus? Die Bevölkerung setzte große Hoffnungen an die Entwicklung, an die Technik. Der durchschnittliche Bürger hatte, was die Industrie und Technik angeht, ein optimistisches Denken. Aber die Dichter waren da anderer Meinung. Ein Teil der Dichter wollte sich nicht auflösen von Goethes Zeit. Sie schauten in die Vergangenheit zurück. Der andere Teil schaute aber in sich hinen und waren Weltfremd. Es kam zu einem Phänomen, daß die Dichter an einander vorbei redeten. Fast alle Dichter dieser Zeit stammen aus dem Bürgertum. Sie waren nicht mehr die Sprecher ihrer Zeit, sie waren isoliert, einsam. Sie lebten ein provinzielles Leben, außerhalb der Gesellschaft. Sie waren bescheiden (skromni), vegetierten (lebten unbewußt). Diese Dichter erreichten aber das Höchste in der Literatur. Sie waren gebildet, lebten aber alleine, ehelos und kinderlos. Sie wollten in der Literatur das erreichen, was sie

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im realen Leben nicht konnten. Die Technik haben sie nicht mit Begeisterung empfangen, weil sie die unverstellte (nehlinjeno) Natur wollten. Die Natur ist der Kult des Schönes. Die Dichter verstanden die technische Entwicklung nicht mehr. Sie wollten damit nichts zu tun haben. Die Technik war kein Gegenstand der Poesie !!! Der Realismus in der Literatur war ein bürgerlicher Realismus - ein poetischer Realismus. Das ist eine Richtung, die zur vollen Blüte (razcvet) in der Mitte des 19. Jh. kam.

Wie schon gesagt, ist es sehr schwierig dieses Zeitalter zu bestimmen.

politischen

Arrangement des Dichters. Sie wollte die Leser über die freiheitlichen Ideen zu informieren. Diese politisch engagierte Autoren hatten es im Leben sehr schwer gehabt. Sie mußten ins Exil gehen, dürften nicht veröffentlichen, wurden verfolgt,

Diese Revolution hat in Deutschland nur in der Literatur stattgefunden. Die Bevölkerung

- Vormärzdichtung.

Die

Vormärzdichtung

war

im

Dienste

des

war eingeschüchtert (zastrašeni) und huschte (smukniti, huškniti).

- Restauration - Versuch der Wiedereinführung der alten Zuständen in Europa (die Zustände, die vor 1789 herrschten). Große Nationalstaaten zu gründen (vereintes Italien). Die Folgen: Märzrevolution 1848 (Metternich wurde gefeuert; man dachte, daß es vorwärts ginge).

- Um 1830 Bewegung des Biedermeiers - Vorliebe für kleine Dinge (kleine

Der

Begriff Biedermeier wurde erst im 20. Jh. erfunden - er kommt von Möbelkultur.

Menschen, einfache, leidende Menschen, ein enger Garten, wenig Sonne

).

In der Literaturwissenschaft wird er für ein Teil der Epoche.

- 1880 kam in die deutsche Literatur auch noch Naturalismus.

Drei Merkmale, die den Realismus rechtfertigen:

1. Die Psychologisierung der Charaktere - jetzt werden Individuen in die Literatur geschafft. Die Figuren sind Abbilder der wirklichen Menschen oder möglichen Menschen. Die Figuren sind keine Symbole, sie sind echte Menschen.

2. Die Entgöttlichung der Natur (für Hölderlin war die Natur noch göttlich). Jetzt ist die Natur ganz "real". Eine ganz bestimmte Landschaft wird beschrieben, die meist die Heimat des Dichters ist. Das ist eine echte Landschaft, nicht die Poesielandschaft. Eichendorff ist ein Dichter des deutschen Walds. Diese Landschaft ist aber die allgemeine Landschaft, sie ist keine charakterisierte Landschaft. Seine Landschaft kann man nicht festlegen (bestimmen). Im poetischen Realismus ist aber die Landschaft eine ganz bestimmte Landschaft.

3. Illusionismus

(Illusionen)

ist

eine

philosophische

Auffassung.

Die

Wahrheit,

Schönheit ist nur eine Illusion, ein Schein, eine Täuschung.

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Wie war das Publikum?

Das bürgerliche Publikum trennte die zwei Bereiche: das Leben und die Kunst sehr auseinander. Die Handwerker (Kleinbürger) proletarisieren sich - sie wurden von der Industrialisierung kaputt gemacht. Sie wurden Arbeiter in den Fabriken, wo sie 10-12 Stunden arbeiten mußten. Gearbeitet haben Männer, Frauen und Kinder. Sie mußten viele Stunden arbeiten um zwei Pfund Brot kaufen zu können. Die hygienischen Verhältnisse waren auch sehr, sehr schlecht. Es war ein Leben, das für das Gemüt des Menschen nicht viel zu bieten hatte.

Was erwartete man von der Kunst?

Weil das Leben der Menschen so anstrengend war, erwartete man von der Kunst die Unterhaltung. Die Kunst war ein Ersatz fürs Leben, das man nicht leben konnte. Die Funktion der Kunst war:

1. zu unterhalten

2. Erhebung aus dem banalen Alltag, aus der banalen Welt

Die Kunst sollte ein Ersatz für die Gefühle sein, die man in der Wirklichkeit nicht ausleben konnte - die Heimatsverherrlichung, Verherrlichung (poveličanje) des

Vaterlands, Kriege, Heldentum (junaštvo), man versüßlicht alles (die Liebe, die Religion, das ganze Leben). Man wollte sich vom realen Leben erholen

Aber die größten Dichter dieser Zeit waren zu kompliziert, zu sentimental. Sie waren nicht "gut" für dieses Publikum. Dafür gab es zwei Grunde:

1. Das Denkniveau und das Gefühlsniveau des Dichters war zu kompliziert. Die Menschen waren nicht so gebildet und die Dichter wollten sich nicht verdümmern lassen wegen der Umstände.

2. Es gab damals zwei großartige Dichter: Grabbe und Büchner, die überhaupt nicht verstanden wurden. Büchner war einer der wichtigsten deutschen Dichter. Er ist heute noch ein moderner Autor (was wir bei Goethe und Schiller nicht sagen können). Büchner war frühreif (prezgodaj dozorel). Gestorben ist er bei 23 Jahren. Grabbe und Büchner haben neue Themen behandelt, haben neue Formen erfunden und sie in die Literatur etabliert. Die beiden Dichter sind völlig unverstanden gestorben. (Büchnerpreis ist der größte Literaturpreis.) Der große Publikumrefolg wurde den größten Dichter in der Zeit vorenthalten. Sie hatten keinen Erfolg zu ihren Lebzeiten. Erfolg hatten Banalisierung und Trivialisierung.

CHRISTIAN DIETRICH GRABBE (1801 - 1836)

Er war Sohn eines Zuchthausverwalters (Gefängnisaufpasser - upravnik kaznilnice).

Grabbe fühlte sich sehr verengt, er spricht aus Zuchthausperspektive, aus Gefängnisperspektive. Was soll aus einem Menschen werden, dessen erste Erinnerung war, wie er einen alten Mörder an die frische Luft geführt hatte. Eben das

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war Grabbes erste Erinnerung. Er war ein sehr sensibler Mensch. Alles, was er fühlte, war diese Enge. Er versuchte sich, irgendwie davon zu befreien. Als Sudent hat er ein verwildestes Leben geführt. Er hat auch eine Dame verheiratet, welche die Tochter seines Gönners (mecen, pokrovitelj, podpornik) war. Aber die beiden haben sich nicht verstanden. Sie hat ihn aus der Wohnung herausgeschmissen. Dann hat er zu trinken begonnen und ist wegen des Alkohols auch gestorben.

Er war ein zügelloser (razuzdan), undisziplinierter Mensch, was teilweise sein Werk beeinflußt, beeinträchtigt hat. Er war aber trotzdem ein großartiger Dichter, der viele neue Wege eingeschlagen hat und hat viele neue Themen ausprobiert.

Grabbe war ausschließlich ein Dramatiker. Das erste Werk stammt aus seiner Gymnasialzeit und trägt den Titel: HERZOG THEODOR VON GOTHLAND (1822). Dieses Werk ist ein fikzionales Drama. Es geht um eine erfundene Geschichte, um eine erfundene Handlung, von der er Greuel (grozota) geschildert hat. Er hat versucht das Satanische im Menschen darzustellen, als Möglichkeit eines und jedes Menschen, das jede Zeit aus einem Menschen erbrechen kann.

Grabbe hat auch die historische Geschichte bearbeitet. Ein solches Stück, wo er die Stoffe aus der Geschichte nahm, war MARIUS UND SULLA (ein Fragment, Drama). Es gibt aber noch 2 Fassunge (verzija), wo Grabbe die Stoffe aus der Geschichte entnommen hat:

- NAPOLEON oder DIE HUNDERT TAGE (1831)

- HANNIBAL (1835)

Diese Stücke sind inhaltlich und in der Darstellungsweise neu. Wie hat er sie gebaut? - aus Szenen, Bilden, Akten. Die Szenen sind manchmal lang, manchmal sind sie sehr kurz. Sie ziehen an den Zeitschriften vorüber, als wären sie in einem Film montiert. Grabbe bedient sich einer Technik, die später für einen Film typisch ist. Interessant und neu ist das Verhältnis zwischen einzelnen Figuren und der Masse. Grabbe bietet das Schicksal und die Handlung von großen Handlungsfiguren der Masse. Das Große bewegt sich im Hintergrund der Masse. Das bedeutet, daß der Einzelne als eine Marionette im Hintergrund erscheint. Die Marionetten werden gelenkt, d. b. - die Einzelfiguren werden gezogen und geschoben von dem objektiven Gang der Weltgeschichte. Von dieser Perspektive aus erschienen die guten und die bösen Taten ganz sinnlos.

Grabbe war ein Mensch, der in der Literatur auf dem Gebiet der Dramatik das Größte erreichen wollte. Für ihn war der größte Dramatiker wichtig - Shakespeare. Shakespeare war sein Vorbild. In dem Sinne wie Shakespeare wollte auch Grabbe Komödien schaffen. Das hat Grabbe in zwei Dramen versucht:

DIE HOHENSTAUFEN (1829/30) - ein Doppeldrama:

- Kaiser Friedrich Barbarossa und Kaiser Heinrich VI.

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Hier zeigt es sich, wie Grabbe und sein Kunstschaffen uneinheitlich (neenoten) waren - gut und schlecht zugleich. Es gab sehr gute Szenen und daneben Szenen, die an eine schlechte Unterhaltung erinnern.

In der literarischen Komödie SCHERZ, SATIRE, IRONIE UND TIEFERE BEDEUTUNG

(1827), spricht Grabbe von verschiedenen Gattungen, Haltungen. Thematisiert werden Klopstock, Goethe und Grabbe selbst. Das ist ein Lustspiel in 3 Akten mit einer Geschichte, die ganz durcheinander ist. Und zwar wird in der Hölle geputzt und so kommt der Teufel auf die Erde. Er friert aber im August. Die Geschichte geht weiter mit Liebesgeschichten, Scherz, Satire und Ironie. Es ist vor allem ein ironisches Werk in Bezug auf die zeitgenossische, modische Literatur. Im Werk gibt es Sprachkomik, Sprachsatire, groteske Szenen.

Grabbe hat noch ein Werk geschrieben, das wichtig ist als ein Versuch. Das ist eine Tragödie, in der er sich mit dem einigen Thema der deutschen Litaratur befasst hat.

DON JUAN UND FAUST

Grabbe versucht hier das Sinnliche, das Sündliche, das Unbeschwerte, das Genießerische zu verbinden mit dem Unedlichen und Grüblerischem. Don Juan, der berühmte Konsumierer von Frauen, ist in Wirklichkeit gelebt. Im Unterschied zu Casanova, hat Don Juan nicht gescheut (bati se) zu töten, wenn es ihm gerade danach war. Die Faustgeschichte: Faust möchte so viel wie möglich zu wissen. Um das Wissen zu genißen schließt er einen Pakt mit dem Teufel. Faust gibt dem Teufel die Seele nach seinem Tod. Faust ist ein Sinnbild (prispodoba, simbol) des nordlichen Menschen, er ist ein Grübler (tuhtač), ein Wissenschaftler. Alles, was er tut, tut er mit wenig Humor.

Wenn sich Antipole in einer Geschichte treffen, passiert das sicher im Bezug auf eine Frau. Auch Faust möchte Liebe. Er ist alles, hat alles, nur verheiratet ist er nicht. Es geschah, daß sich Don Juan und Faust in die selbe Frau verlibten. Don Juan will sie besitzen, aber sie ist verheiratet und ist ihrem Mann treu. Aber das stört Don Juan nicht, er hat nur eine Sache zu überwinden und das ist die Abneigung dieser Frau. Deswegen tötet er den Ehemann dieser Frau und auch noch ihren Vater. Don Juan tötete zwei Menschen, die diese Frau geliebt hat. Faust meinte deswegen Hoffnung bei ihr zu haben. Er wendete sich an den Teufel, wer die Frau in die Obhut in ein Schloß auf Mont Blanc brachte. Die Frau will sich aber dem Faust nicht geben und will auch nichts von ihm hören. Außerdem ist sie in Don Juan verliebt, obwohl sie keinen freien Lauf dieser Liebe lassen kann. Faust dachte so bei sich, sie sollte sterben und sie stirbt auch, weil der Teufel alle seine Wünsche erfüllte. Faust ist jetzt untröstlich. Er rief Don Juan auf den Schloß, aber er tröstete Faust nicht.

In diesem Werk werden 2 Lebenserwartungen, Lebenseinstellungen (odnos do življenja), Lebensanschauungen (življenjski nazor) dargestellt und gezeigt. Das Stück ist zweiteilig geblieben. Die Zusammenführung ist nicht gelungen.

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GEORG BÜCHNER (1813 - 1837) !!!

Büchner ist der grüßte deutscher Dichter. Nach ihm ist das wichtigste Preis in Deutschland genannt - Georg Büchner Preis. Büchner war ein Genie. Er war 23 Jahre alt und 2 Monate als er starb. Er wurde in dem berühmten Jahr 1813 in Goddelau geboren, in welchem auch viele wichtigen Dichter geboren wurden: Bach (Politiker), Friedrich Hebbel, Otto Ludwig, Richard Wagner und Johan Grün (Guiseppe Verdi).

Guiseppe Verdi war ein Komponist, der aber auch sozial entwickelt war. Er hatte keine Kinder und gründete mit seinem Geld ein Stift für alte Künstler. Wagner gelang die beste Forderung der Romantik zu erfüllen in seiner Dichtung und in seiner Oper.

Das Jahr 1813 ist auch in der Geschichte sehr wichtig wegen der berühmten Völkerschlacht (bitka narodov) gegen Napoleon.

Büchners Vater war Bezirksarzt. Er hatte noch 2 Brüder und eine Schwester. Ludwig Büchner war ein berühmter Philosoph und Alexander Büchner war ein berühmter Literaturprofessor in Frankreich, der auch sehr viel übesetzt hat aus Deutschem in die französische Sprache (auch den Faust). Die Schwester Luise war eine berühmte Sozialkritikerin in ihrer Zeit (wie Bettina von Arnim). Sie hat auch Bücher, die sich auf Frauenproblematik bezogen, geschrieben. Ein Werk von ihr ist sehr berühmt geworden: DIE FRAUEN UND IHR BERUF (1855). Das war der erste Versuch die Frauen dazu zu bringen, daß sie lernen sollen, und sie im Beruf zu fördern. So konnte eine unverheiratete Frau selbst für sich sorgen. Das waren damals großartige Dinge. Georg Büchner war ein Genie. Er hat das Gymnasium absolviert und mußte nach Wunsch seines Vaters Medizin studieren, obwohl er sich selbst für die Naturwissenschaft interessierte. Zuerst wurde er in Gießen inskribiert. Später hat er auch in Straßburg Medizin studiert, kehrte aber zurück nach Gießen, wo er das Studium beendet hat. Wegen des Landesgesetzes (deželni zakon) mußte Büchner nach Straßburg gehen. Da kam er in Kontakt mit der Gesellschaft der Menschenrechte. In der Zeit war die Französische Revolution noch sehr lebendig. Die Einflüsse der Französischen Revolution, die Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit waren nicht nur eine Parolle, aber die Wirklichkeit. Die Mitglieder dieser Gesellschaft waren junge Männer, die eine politische Position besprochen haben: es solle eine soziale Revolution in Deutschland geben, wie in Frankreich, daß ein einheitliches Deutschland geben würde. 21-jährig mußte aber Büchner wieder nach Gießen zurück, wo der Vater ihn ständig kontrolliert hat.

In Straßburg hat sich Büchner verliebt in eine Frau, die wichtig ist. Das war Wilhelmine Jaegle. Sie war eine Pastorentochter (ohne Mutter), ihr Vater hat den Haushalt geführt und da hat Georg Büchner, als er in Straßburg studierte, gewohnt. Wilhelmine war eine sensible, kluge Frau. Büchner hat in Straßburg schöne Zeiten verbracht, hat Bergwanderungen unternommen und hat auch studiert. Jetzt mußte er aber zurück nach Gießen.

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In Gießen gab es aber die Zensur, das Polizeisystem. Aber Büchner wollte trotzdem die Idee von sozialer und politischer Gerechtigkeit (pravičnost) unter den Menschen verbreiten.

Als 21-jähriger Mann hat er sein erstes Werk verfasst: DER HESSISCHE LANDBOTE. Das ist eine politische Flugschrift (letak, propagandna brošura). Es ist eine leidenschaftliche Anklage gegen die politischen Mißstände, gegen die Koruption. Das Motto dieser politischen Schrift war: Frieden den Hütten! Krieg den Alesten! Das richtet sich nicht gegen die politischen Machthaber, aber gegen die Reichen. Büchner versuchte seine Landsleute, die Armen politisch zu mobilisieren. Er verlangte in der Schrift Gleichheit für alle und die politische Koruption zu verändern.

Büchner brauchte einen Drucker, der dieses Werk ausdrucken wollen wird. Er gab es so einem Freund, der 14 Jahre älter war und ein Pfarrer war. Er hieß Weidig und war sozialorientiert. Er hatte eine Familie und eine Druckpresse. Weidig wäre die richtige Person, die dieses Werk drucken würde und Büchner war sich sicher, daß Weidig ihn nicht verraten wird. Weidig druckte dieses Werk wirklich, aber vorher hat er es aber noch stark zensuriert, vermildert. Das Original zu dieser Schrift gibt es nicht mehr. Es gibt nur die korrigierte Schrift.

Georg Büchner hat auch in Gießen die Gesellschaft der Menschenrechte gegründet, aber in Gießen gab es viele Verräter. Und so passierte es: alle Mitarbeiter dieser Schrift wurden verhaftet. Als das Büchner hörte, floh er aus seiner Wohnung in Gießen und ging zu seinen Freunden um sie zu warnen. Auch Weidig wurde in den Kerker geworfen. Büchner hatte Angst zurückzukehren und ging zu seinem Vater nach Goddelau. Der Vater wußte nicht, was passierte. Gegen Büchner hat man einen Steckbrief (tiralica) hinterlassen. Seine Freunde wurden gefoltert. Einige Freunde haben sogar ihre Freunde verraten. Sie wurden verurteilt und für viele Jahre in Haft genommen. Weidig wurde so sehr gefoltert, daß er gestorben ist. Er konnte alles das nicht ertragen und hat sich im Gefängnis aufgehängt. Büchner sitzt aber zu Hause, hatte Angst, daß wenn er zu Hause blieb, die Eltern erfahren wurden, daß er verfolgt ist. In dieser Zeit, wo der reale Druck so groß war, entschloß er, ein Drama zu schreiben. Er schaft es in weniger als 5 Wochen.

Das war seine erste Tragödie:

DANTONS TOD.

Dantons Tod ist ein historisches Drama. In dieser Zeit war Büchner ein politisch- angagierter Student. Er brauchte dringend Geld, so schickte er dieses Drama zum einzigen Mensch, von dessen Ruf er überzeugt war. Das war Karel Gutzkow. Er war Redakteur einer Zeitung und war selbst ein Autor (hat Romane geschrieben). Später wurde er politisch verfolgt und ins Gefängnis gesetzt. Büchner schickte ihm das Drama mit der Bitte, es einem Verleger zu geben und ihm dann Geld zu schicken, weil er sich im Lebensnot befindet. Karel Gutzkow wollte das machen, aber so viel Zeit hatte Büchner nicht. Georg Büchner mußte sich der einzigen vertraulichen Person anvertrauen - dem Bruder Alexander. Büchner erzählte ihm alles, was passierte und bat ihn, ob er ihm

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Geld leihen möchte. Alexander hat alle Ersparnisse seinem Bruder gegeben und hat das Geheimnis niemandem geliefert. Büchner ist mit dem Geld nach Straßburg geflohen, zu seinem Mädchen. In Straßburg hat er ohne väterliche Unterstützung die Naturwissenschaft absolviert und hat auch eine Doktorarbeit geschrieben über den Schädelnerv der Barbel (der Karpfen - krap).

Inzwischen hat er einige Theaterstücke von V. Igo übersetzt, seine Doktorarbeit geschrieben und auch das Trauerspiel WOYZEK, das Lustspiel LEONCE UND LENA, noch ein Theaterstück PIETRO ARETINO (ein berühmetr italiänischer Künstler). Eine der besten Erzählungen, die er geschrieben hat, war LENZ.

Von Straßburg ist er nach Zürich gegangen. Dort hat er eine Probevorlesung an der Universität gehalten, wo er mit frischen Präparaten gearbeitet hat. Später wurde er zu Dozenten genannt und starb an Tifus. Büchner hat sich immer Gedanken darüber gemacht, daß er wegen seiner politischen Schrift Der Hessische Landbote geflohen ist. Aber er wurde vielleicht auch zum Tode verurteilt. Die Bauern wurden gefordert diese Schrift ungelesen zurückzubringen, der Polizei. Sogar zwei Menschen wurden von der Polizei bezahlt um Büchners Freunde zu verraten.

Georg Büchner hat in seiner Zeit schon so modern geschrieben, so zeitgenössisch, daß alles noch heute sehr modern, zeitgenössisch ist. Das waren klassische Werke, aber sehr modern geschrieben. Modern war, wie er die Themen behandelt hat, die Denkweisen seiner Figuren waren etwas Besonderes. Auch andere Autoren waren von ihm begeistert. Er war eine andere Größe, wie Goethe. Goethe hat z. B. auch Kitsch geschrieben, unter seinen Werken sind auch einige schlechte Werke zu finden. Aber Büchner hat einmalig geschrieben!!!

DANTONS TOD (1835)

- eine Tragödie in 4 Akten Diese Tragödie stellt eine absolute Neuigkeit in der deutschen Literatur bis dahin dar. Das Drama schildert die letzen beiden Wochen vor der Hinrichtung Dantons in Paris.

Büchner war ein sehr literarisch gebildeter Mensch. Auch seine Mutter hatte einen großen Hang zur Volkspoesie. Sein Vater war Arzt und hatte eine große Heimbibliothek, er war für alle Wissenschaften sehr begabt, auch literarisch, künstlerisch, so daß Georg auch sehr gebildet war.

Die Geschichte war für Büchner ein Begriff. Als er zu schreiben began, hat er ganz grundlich die Französische Revolution zu studieren begonnen, und zwar aus zwei originalen französischen Werken. In der Französischen Revolution hat man sich an

gerechtigt. In diesen zwei Werken wurde das ganze Protokoll

von Dantons Verhör vor Gericht wiedergegeben.

Königen, Prinzen,

Danton gehörte zusammen mit Roberspierre zu den führenden Köpfen der Revolution und waren für viele Morde an klerikalen und royalistischen Abgeordneten und Häftlingen (zaporniki) verantwortlich. In der Folgezeit kommt es zu Fraktionskämpfen zwischen den Anhängern Dantons und den Jakobinern, denen Robespierre und St.Just vorstehen.

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Danton ist bei Büchner müde dieses Totens und des Lebens. Er hat es satt, er ist von der Philosophie, die man Weltschmerz nannte oder Langeweile, geplegt (plagen - mučiti, nadlegovati). Danton will sich nicht mehr anstrengen und brauchte sich nicht mehr zu erklären. Während Danton für das Ende des Terrors plädiert, ist für Robespierre die Revolution noch nicht abgeschloßen.

Später verabredeten Robespierre und St.Just die Verhaftung Dantons. Danton war in dieser Zeit an den Höhen seines Ruhms, aber hatte leider keine Macht. Jetzt werden die beiden aus engstigen Freunden Feinden. Robespierre war ehrgeiziger als Danton, er will die Macht. Die Richter, Staatsanwälte, alle waren auf der Seite des Robespierre. Danton wollte sich nicht verteidigen, er hat eine Todessensucht. Danton wurde dann zum Tode verurteilt und guillotiniert. Einige Jahre danach geschah Robespierre genau so von anderen Gegnern.

Einen fatallen Eindruck oder Erlebnis wie Kleist es beim Kant hatte, hatte Büchner beim Studieren der Geschichte. Was er aus diesem gesehen hat, war es, daß der Mensch nichts zählte, daß er nichts Wert war. Warum kämpfte ein Mensch, wenn er nichts erreichen konnte? Büchner war von der Gräßlichkeit der Geschichte sehr überzeugt und hat viel dagegen geschrieben, was auch sehr bezeichnend (značilno) für ihn war.

Aus der Geschichte hat er etwas Nützliches für sein Schreiben gelernt: keine Dichtung ist besser als die Realität. Er hat eine neue Praxis beim Schreiben gelernt. Er hat sich einer neuen Technik bedient. Diese Technik wurde nach ihm wieder von den Expressionisten und den Generationen danach verwendet. Auch Thomas Mann übernahm später Büchners Technik der Montage. Büchner hat in Dantons Tod und überall anders die Wirklichkeit und die Fiktion montiert. Die Wirklichkeit bei Dantons Tod war Dantons Verhör. Büchner hat die Antworte von Danton so gut einmontiert, daß wir gar nicht merken, welche Sätze von Büchner sind und welche aus Dantons historischer Geschichte. Seit dann nennt man das die Technik der Montage.

Als Gutzkow das Stück bekam, war er überzeugt, daß es ein großartiges literarisches Werk ist. Aber er hatte ein Problem mit dem Dantons Tod - daß es ihm zu gruselig, zu direkt, zu revolutionär war. Gutzkow war ein Zeitungsmann und er wußte, was zu drucken ist und was nicht. Dantons Tod, das wir heute haben ist auch ein zensuriertes Werk. Als das Werk in der Zeitung/Zeitschrift erschienen ist, hat Gutzkow dieser Tragödie

einen Untertitel verpasst (na silo/proti volji dati): AUS DER ZEIT DER FRANZÖSISCHEN

SCHRECKENSHERRSCHAFT. Das hat er gemacht, damit er die Leser auf das, worauf es kommen wird, vorbereitet hat und daß sich die Leute dann weniger empören (biti

ogorčen).

Die zweite Sache, die Büchner hart getroffen hat, war folgende. Diejenige Menschen, die Dantons Tod gelesen haben, waren gebildet und haben gleich bemerkt, daß viele Dialoge im Werk authentisch sind, daß sie nicht von Büchner waren. Deswegen haben die Leute Büchner vorgeworfen zu plagieren. Wenn man das Werk mit seinen benutzten Quellen vergleichen wäre, hätte man gewußt, daß das nicht war ist.

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In dieser Sache der Kunst zählt aber allein der ästhetische Wert. Was großartig ist, ist nicht die Montage als solche, nicht die Idee eigene Dialoge zu erfinden, wenn es doch schon so gute historische gibt, sondern daß Büchner den Rest seiner Dialogen im Zusammenklang mit den echten Dialogen geschrieben hat. Es gibt nämlich keinen Bruch zwischen den echten und erfundenen Dialogen, es wirkt alles wie eine Kunst.

Büchners Bruder hat ein Gesamtwerk von Büchner herausgegeben. Aber auch dieses war verfälscht. Er hat nur das herausgegeben, für was er meinte, daß es moralisch ist.

Wie schon gesagt - Büchner hat für jene Zeit so modern geschrieben und so anders, daß man seine Werke nicht so wahrgenommen hat, wie Büchner es meinete in ihnen. Mit der Interpretation wurde alles anders gesagt.

Büchner hat immer eine Anklage gegen die Zustände erhoben. Er hat so viel gehandelt, wie es ihm gegönnt war zu handeln. Büchner konnte das menschenliche Leiden nicht akzeptieren, obwohl er soziale Ader hatte. Er war ein Atheist, er klagt den Gott, wie kann er das Leiden der Menschen zulassen. Er meinte, daß Gott mit seiner Schöpfung der Welt das Leid mildern müsste. Das ist in seinem literarischen Werk ein Beweis, daß es den Gott nicht gibt.

6.1.1999

WOYZECK (1836)

Woyzeck ist die 2. Tragödie, die Büchner geschrieben hat. Das ist eine Tragödie, die wir in einer ungewöhnlichen Form besitzen. Es gibt 4 Fassungen (verzija, varianta) dieses Stücks. Das ist eine ungewöhnliche Tragödie vom Verständnis der Poetik hergesehen, sie ist unvollendet.

Zum ersten Mal wurde diese Tragödie im Theater gezeigt. Im Jahr 1913 gab es eine Uraufführung in München Residenztheater.

Es gibt 2 verschiedene Schlüße. Den Schluß dieser Tragödie verfasste Hugo von Hofmansthal (ein berühmter Dichter der Wiener Moderne), er wollte aber als Dichter des Schlüßes nicht genannt werden. Vieles liegt in Dunklem und ist geheimnisvoll umwittert (obdajati).

Worum geht es? Für die damaligen Verhältnisse ist das eine ungewöhnliche Tragödie. Die Geschichte berüht auf einer wirklichen Begebenheit. Es gab einen Soldat und Barbier (brivec), der in schwäbischen Diensten als bezahlter Soldat diente und später zu den deutschen Truppen überwechselte. Er verdiente also nicht viel Geld. Er war 40 Jahre alt, als er sich in eine lebenslustige Witwe verliebte. Sie hatte nämlich neben Woyzek noch andere Männer. Woyzeck konnte sich nicht damit abfinden. Der historische Woyzeck konnte diesen Zustand bei der Frau nicht mehr dulden und er brachte sie um, er erstoch sie. Er wurde danach gefangen und vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Kurz bevor seiner Verrichtung bekam das Gericht eine

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anonyme Schrift, die verkundet, daß Woyzeck bei der Tat nicht geistesgegewärtig (priseben) war. Eine Stimme solle ihm sagen, er soll die Frau umbringen. Er sollte schisophren sein. Es wurde entschieden, daß Woyzeck ärtzlich untersucht werden soll. Man soll erfahren, ob Woyzeck zurechungsunfähig (neprišteven) war am Tag des Todes der Frau. Dr. Klarus untersuchte dann Woyzeck. Woyzek hat dem Doktor erzähl, daß ihm wirklich eine Stimme zugeredet habe die Frau zu ermorden. Dr. Klarus kam aber zu dem Ergebnis, daß Woyzeck am Tag der Tat nicht zurechungsunfähig war und daß man ihn hinrichten (usmrtiti) kann. Woyzek hatte einen Verteidiger, der eine Beschwerde (pritožba) dagegen eingelegt hat. Dann kam ein zweiter Arzt zum Ergebnis, daß Woyzeck offensichtlich schisophren sei und daß er am Tag der Tat zurechungsunfähig war. Er sagte, ihn soll man nicht hinrichten lassen. Dann waren wieder die Staatanwälte dagegen und da kam noch der dritte Gutachter (izvedenec) und man hat Woyzeck in der Tat öffentlich hingerichtet. Das war die letzte öffentliche Hinrichtung in Leipzig. Diese Streitereien um Woyzeck herum haben 3 Jahre lang gedauert. Der gerichtliche medizinische Gutachter war auch unterdrückt, weil das Problem Woyzeck (Schisophrenie) auch ein medizinisches Problem war. Diese Gutachter und ihre Kommentare waren in medizinischen Zeitungen veröffentlicht, die Vater von Büchner herausgab. Büchner hat sich mit diesem Woyzeck Schicksal aus der familiaren Bibliothek bekannt gemacht.

Das Ungewöhnliche an Büchners Woyzeck ist:

1. - Büchner hat sich in seinem Werk eine historische Figur vorgenommen, die ein

armer Mensch war mit kleinem Verstand und großer Seele. Er hat ein Trauerspiel geschrieben, wo er die alten Regel der Ständeklausel gebrochen hat. Diese besagt, daß in einer Tragödie nur die höhen Stände, Adlige auftreten können. Er hat aber ein Trauerspiel geschrieben, dessen Held ein Proletarier und Soldat ist, der besitzlos ist, nichts hat und ihm etwas Trauriges zustoßt. Das kann man nicht in Einklang mit der klassischen Tragödie bringen.

2. - Woyzeck ist kein Held. Er ist auch kein Antiheld. Er ist lediglich (zgolj) die

Hauptfigur. Woyzeck handelt nicht, außer in dem Fall, wo er seine Geliebte tötet. Er

erleidet sein Schicksal und kann ihm nicht entrinnen. Er ist ein Mann, der unsere Sympathie hat und dessentwegen man immer zu tief erschüttert ist, aber man möchte sich trotzdem nicht mit ihm identifizieren und es auch nicht tut.

3. - Büchner hat etwas Neues gemacht, was vor ihm noch kein Dichter in einem

Trauerspiel praktiziert hat. Seine Tragödie besteht nur aus Szenen, Bilder, es gibt keine Akten. Genau so wenig wie Kleist, kennt auch Büchner keine Kausalität !!! Alle seine Szenen sind autonom, jede Szene ist eine Einheit über sich. Jede Szene kann stehen wo sie gerade will. Die eine Szene bereitet keine nächste Szene vor. Die Szenen sind also autonom, selbstständig. Sie sind eine kleine Geschichte, die aber nicht abgerundet sind.

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4. - Die Sprache: Wir wissen seit Gottsched, daß in einer Tragödie eine erhobene Sprache gesprochen werden soll. Eine Sprache, die hochpoetisch, hochdeutsch ist und in Versen geschrieben. Diese Regel haben aber sowohl Lessing als auch Schiller schon gebrochen, so weit wie Büchner sind sie aber nicht gegangen. Bei Büchner sprechen die Figuren den hessischen Dialekt. Sie sprechen so, wie sie immer sprechen. Er wußte, daß die Menschen verschieden sprechen: die Gebildeten und Ungebildeten z. B. Einige Figuren: Arzt, Offizier, Unteroffizier, die gebildet sind und aus dem Bürgertum stammen, reden alle hochdeutsch und gebildet. Merkwürdig ist, daß diese sprachliche Trennungslinie zwischen Hochdeutsch und dem Dialekt auch die Trennungslinie zwischen positiven und negativen Charaktere bedeutet. Woyzeck ist ein Mörder. Er hat das Einzige, was er geliebt hat, umgebracht; aber er gehört zu positiver Gestalt. Alle positive Gestalte sprechen Dialekt und alle negative Gestalte sprechen Hochdeutsch.

DIE GESCHICHTE DES WOYZECK TRAUERSPIELS

Diese Geschichte ist auch viel traurugere als die Geschichte des historischen Woyzeck. Büchner hat sich eine Figur vorgenommen, die bei den Juristen und Mediziner bekannt war. Er mußte aber die Realität für dichterische Zwecke umformen. Er machte aus Woyzeck den Soldaten, nur daß er etwas jünger war. Aus seiner älteren Geliebten machte er eine schöne junge Frau und gab ihr den Namen Marie. Die Marie hatte ein Kind mit Woyzeck. Die Situation war also solche: Die Marie bleibt zu Hause mit dem Kind. Damals gingen die meisten Frauen nicht zur Arbeit. Woyzeck ist Soldat. Woyzeck kann Marie nicht heiraten, weil er Soldat ist und weil er auch kein Geld hatte. Das wenig Geld, die sie hatten, reichte nicht um Marie und das Kind zu ernehren. Deswegen rasierte er ab und zu jemandem. Er macht aber auch etwas Entsetzliches - er verkauft seinen Körper einem Arzt für medizinische Versuche. Das bedeutet, daß es einen Arzt gab, der beweisen wollte, daß der Mensch einen freien Wille besaß. Woyzeck dürfte Monate lang nichts anderes essen als Erbsen, außerdem dürfte er nicht immer urinieren, wenn er mußte. Hier tritt aber der freie Wille ein - ein Mensch kann das nicht so machen. Es entscheidet sein Körper, wann er urinieren muß und wann nicht. Der Arzt notirete sich alles, was mit Woyzeck passierte, auf. Er notierte sich, wie sich Woyzeck verändert hat, ob es ihm schlechter geht, usw. Er führt Woyzeck vor seinen Studenten wie einen Affen vor. Woyzeck kam in einen Vortragssaal und der Arzt hat sich zu Woyzeck geäußert und seinen Studenten vorgeführt.

12.1.1999

Was ist in dem Woyzeck so sensationell? - Daß Büchner einen widerlichen Mordfall zum Thema eines Theaterstücks macht, zum Thema einer Tragödie. Angesichts (vpričo, spričo) des Charakters der Hauptfigur wird es klar, daß es nicht um eine traditionelenhafte Tragödie geht. Woyzeck ist Soldat, ein Angehöriger des 4. Standes (die Armen). Er ist in vielen Abhängigkeiten

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verwickelt und und ist wegen seiner sozialen Situation und des Charakters ein durch und durch passiver Held.

- Wie gesagt, befindet er sich in verschiedenen Abhängigkeiten:

* von seinem Hauptmann - Da

Anfällen seines Hauptmanns.

ist er als Objekt der Laune, der melancholischen

* von wissenschaftlichen Bedürfnissen eines Arztes - Woyzeck hat sich einem Doktor verkaufen müssen. So überlässt er noch das Einzige, was er hat - seinen Körper.

* von dem Einzigen auf der Welt mit dem er durch Liebe verbunden ist - von Marie.

Marie hat mit Woyzeck ein Kind. Woyzek ist von ihrer Sinnlichkeit (čutnost), von ihrer Sexualität abhängig. Marie läßt sich aber von einem Unteroffizier verführen. Der Woyzeck hat so das Einzige, was er besessen hat, verloren.

* von seinem schlechten Gesundheitszustand. Deswegen redet er mit sich selbst und

haluziniert. Er ist im Begriff der menschlichen Unfreicheit und damit kommt es zu einem Gegenteil zu der Tragödie im Schillerschen Sinne. Schiller sagt nämlich, daß der Held ein freier Mensch ist, mit freiem Willen, der frei entscheidet; der aber, egal, was er tut, immer schuldig ist. Über diese Freiheit verfügt Woyzeck nicht!!!

Büchner hat sein Stück so geschrieben, daß es zwischen verschiedenen Szenen keine Kausalität gibt. Keine Szenen steht in enger Verbindung mit einer Vorhergegangenen. Man kann sie beliebig zeigen.

Wir haben uns einige Abschnitte aus Woyzeck angehört:

1. In der Gemeinschaft (skupnost) von Maria und Woyzek gibt es noch eine

"Großmutter" - eine alte Frau, die den Kindern als Großmutter dient. Sie unterhält

und belehrt, daß das Böse gestraft wird und das Gute belohnt wird. Diese Großmutter erzählt den Kindern Märchen über die armen Menschen. Da heißt es: Ein Kind hat sich gewünscht zu der Sonne zu kommen, da merkt er aber, daß der Mond tot ist, genau so die Sonne und die Sterne. Deswegen geht er zurück auf die Welt, wo es aber keinen Mensch mehr gab, weil alle gestorben sind.

2. Eine Szene über die Abhängigkeit Woyzecks vom Doktor. Woyzeck darf nicht

urinieren, aber er hat das getan und der Doktor hat es gesehen.

3. Die Szene mit dem Hauptmann und Woyzeck. Der Hauptmann beginnt zu reden, daß Woyzeck ein uneheliches Kind hat, weil es nicht getauft ist. Eine Anspielung (namigovanje), daß dieses Kind gar nicht von Woyzeck ist. Woyzeck antwortet darauf mit der Bibel: die göttliche Liebe ist gerecht, er will nicht schauen, ob das Kind ehelich ist oder nicht. "Was soll der Mensch ohne Geld mit der Moral?" - sagt Woyzeck. Der Hauptmann antwortet, daß Woyzeck keine Tugend hat. Hier sieht man, daß sich auch der Hauptmann nicht fabelhaft äußern kann - Tugend ist etwas, was man hat oder hat man nicht.

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Der Satz von Hauptmann: "Wie soll ich die Zeit todschlagen?", kommt immer wieder vor. Woyzeck sagt: "Wenn ich ein Herr wär und hätte Geld; ich würde schon tugendhaft sein. Das Einzige schöne, was sich Woyzeck in diesem Leben noch leisten kann, ist die Sexualität. Hier kommen auch die Atributte eines Herrn vor: ein Hut, eine Uhr, eine Ängles (ein Herrnmantel) und wenn Woyzeck noch reden könnte, dann wäre er auch tugendhaft sein, eben er sei ein armer Kerl.

4. Die Szene mit Marie (jede Szene ist voller Inhalt, jede ist selbstständig; das Gemeinsame der Szenen: sie spielen über den selben Mensch) Marie hat ein Stück Spiegel in der Hand und versucht das Kind mit dem Schrecken in den Schlaf zu wiegen. Als Woyzeck nach Hause kommt, fragt er sie woher sie die Ohringe habe???

der Mensch = der Mensch das Mensch = eine Hure, eine Prostituierte

Büchner hat noch etwas anderes getan, einen Strich zwischen Gut und Böse. Das war eine Technik, die später erfolgreich von B. Brecht praktiziert wurde. B. Brecht ging aber noch weiter. Büchner hat festgestellt, daß der eine Mensch gut und böse ist. Innerhalb eines Individuums zieht er die Trennungslinie. Das hat er in seinem Werk gezeigt:

GUTER MENSCH VON SEZUAN.

- Das ist eine Geschichte von 3 Göttern, die auf die Welt kamen und eine Wette schließen. Sie haben gewettet, daß es sicher noch gute Menschen auf der Welt gibt. Jetzt suchen sie diesen Mensch in China. Sie haben in der Nacht um Obdach gebeten, aber niemand wollte sie aufnehmen. Der einzige Mensch, der Mittleid mit ihnen hatte, war eine Prostituierte. Das war ein Mensch, der in den Augen des Anderen ein verdorbener Mensch ist. Die Götter sagen aber, daß es doch noch gute Menschen gebe. Dann erzählte ihnen die Prostituierte, daß sie in der Tat schlecht ist. Die Götter geben ihr also eine Chance und zwar sie geben ihr viel Geld. Die Prostituierte hatte dann aber auch Mittleid mit einem Menschen auf der Straße und gab ihm alles. Sie hat einen Mann kennengelernt, der sie nur wegen ihres Geldes haben möchte. Sie durchschaut ihn durch eine List. Die Prostituierte arbeitete als Tabakladenbesitzerin. Später holte sie sich Hilfe und zwar ihren Vetter, der aber gemein war und hat alle Arbeiter entlassen. Dann verschwindet er und sie verliert alles. Dieser Vetter kommt wieder zurück, arbeitet schlecht, verschwindet dann wieder. Der Cousin kommt noch das dritte Mal zurück und sagte, daß er nicht mehr so weiter machen kann - immer zurück zu kommen und die Dinge in Ordnung zu bringen. Er will alles rücksichtslos fertig bringen. Er fällt in Krampfen zusammen. Man erkennt jetzt, daß die Prostituierte und der Cousin die selbe Person waren. Die Prostituierte wollte sich somit die Existenz sichern und sich beschützen. Sie schlüpfte in die Rolle des gemeinen Cousin. Später gebar sie ein Kind und will nur noch nach dem Kind schauen.

Die Trennung zwischen Gut und Böse läuft innerhalb einer Figur. Wenn ein Mensch sieht, daß es ihm besser gehen kann, wird er gut und auch umgekehrt.

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LEONCE UND LENA (1836)

Das ist ein Lustspiel, eine Komödie. Sie ist aber ungewöhnlich, weil Büchner hier die Regel einer Komödie gebrochen hat, indem die Hauptfiguren allesamt Könige, Prinzen und Prinzessinen sind. LEONCE ist ein Prinz aus dem Reich PIPI. LENA ist eine Prinzessin aus dem Reich POPO. Die Heirat diesen beiden wurde von den Väter bestimmt, obwohl sich die beiden noch nie gesehen haben. Weil so eine, wie der andere nicht heiraten möchten, gehen sie ins Exil jeder mit seinem Gefährten (tovariš, drug, sopotnik). Sie treffen sich über die Grenze völlig unerwarteter Weise an einer Wiese. Da verlieben sie sich in einander und möchten heiraten gegen des Willes ihrer Eltern. Sie gehen mit Masken in ihre He