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Netzwerkfähiger Infrarot-Transceiver

NIRT2

Konfigurationshandbuch
NIRT2_KD_D280313
Hersteller:

DSA – Daten- und Systemtechnik GmbH


Pascalstraße 28
D-52076 Aachen
Tel.: +49 (0)2408-9492-0
Fax: +49 (0)2408-949292
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(Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmi-
gung der DSA - Daten- und Systemtechnik GmbH reproduziert oder unter Verwen-
dung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Copyright © 2008 by DSA - Daten- und Systemtechnik GmbH, Aachen


Inhalt

Inhalt

1 Vorwort ..........................................................................................................5

1.1 Hinweise zum Handbuch ................................................................................5


1.2 Dokumentationsverweise ................................................................................5
1.3 Piktogramme...................................................................................................5

2 Einleitung ......................................................................................................6

3 Begriffe und Abkürzungen ...........................................................................7

4 Inbetriebnahme .............................................................................................8

4.1 Übersicht.........................................................................................................8
4.2 Netzzugriff auf den NIRT2...............................................................................9

5 Verzeichnisstruktur.....................................................................................15

5.1 Zugriffsrechte ................................................................................................19


5.2 Schutz der Systempartition ...........................................................................20
5.3 Datei /modas/config ......................................................................................20
5.4 Datei /modas/nirtreset...................................................................................24
5.5 Bedeutung der control-Dateien .....................................................................24
5.6 Das data-Verzeichnis ....................................................................................35

6 Steuerung des Kommunikationsverhaltens .............................................37

6.1 Polling Mode .................................................................................................37


6.2 Immediate Mode ...........................................................................................38
6.3 Einlaufsignalgeber ........................................................................................39
6.4 Ein- und Auslaufsignalgeber .........................................................................39
6.5 Polling ohne Verriegelung .............................................................................40
6.6 Virtueller Lesebereich ...................................................................................40
6.7 Unterstützung Protokoll DS48.......................................................................41

7 Anlaufverhalten und Reset-Mechanismen................................................45

7.1 Booten des NIRT2 ........................................................................................45


7.2 Neuaufsetzen der Verbindung zum FTP-Client.............................................46
7.3 Neuaufsetzen der MODAS-Kommunikation..................................................47
7.4 Timeserver ....................................................................................................47

8 Anhang ........................................................................................................48

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

8.1 Implementierte FTP-Kommandos .................................................................48


8.2 MTI-Utility......................................................................................................49
8.3 MODAS-relevante FTP-Meldungen ..............................................................51
8.4 Liste der Fehlermeldungen ...........................................................................52
8.5 Benutzernamen.............................................................................................59
8.6 LOG-Dateien.................................................................................................60
8.7 Software-Versionsnummern..........................................................................60
8.9 Programmieren des optionalen Codiersteckers ............................................60
8.10 Notfallzugriff ..................................................................................................61

4 NIRT2_KD_D280313
Vorwort

1 Vorwort

1.1 Hinweise zum Handbuch


Dieses Handbuch beschreibt die Konfiguration des NIRT2.
Es richtet sich an die Systemadministratoren.

1.2 Dokumentationsverweise
Hinweise zu Installation, Betrieb und Instandsetzung des NIRT2 finden Sie
im Technischen Handbuch zum NIRT2.

1.3 Piktogramme

Sicherheitshinweis!
Hier werden Sie auf eine Unfall- bzw. Verletzungsgefahr hingewiesen.
Gefahr!

Hier werden Sie auf Zusammenhänge hingewiesen, die einen wesentli-


chen Einfluss auf die reibungslose Funktion des Systems haben.

Dieses Zeichen macht Sie auf einen Sachverhalt aufmerksam, der ei-
nen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Arbeitsergebnisses hat.

Ausstattung
DSA-Prüfsysteme und ihre Komponenten werden von den Prüfsystem-
Administratoren in den Werken an die jeweilige Prüfaufgabe angepasst.
Die im Handbuch dargestellten Details aus dem Prüfablauf sind als
Beispiele zu verstehen.

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

2 Einleitung

Das vorliegende Dokument beschreibt, wie mit dem Netzwerk-Infrarot-


Transceiver (NIRT) der Zugriff auf die mobilen Datenspeicher (MODAS)
realisiert wird.

Der NIRT2 ist gemäß Abbildung 1 an ein Netzwerk angeschlossen und


stellt das Verbindungsglied zwischen dem Anwender und dem Datenspei-
cher her.
Für den Zugriff über das Netzwerk wird der FTP-Dienst verwendet, der un-
ter fast allen Netzwerkbetriebssystemen verfügbar ist und für den es darin
implementierte Programmierschnittstellen gibt. Ferner stellen die Betriebs-
systeme Anwendungsprogramme mit Benutzerinterface zur Verfügung (z.
B. ftp.exe unter Windows).

Die Geräte, die mittels FTP über das Netzwerk auf den NIRT2 zugreifen,
werden FTP-Clients genannt; der NIRT2 arbeitet also als FTP-Server. Die
verschiedensten Geräte können als FTP-Client dienen; so kann ein Zugriff
mit FTP über den NIRT2 auf den Datenträger MODAS sowohl mit Win-
dows- oder UNIX-Rechnern erfolgen als auch mit SPS, die über Netz-
werkschnittstellen und über das Netzwerkprotokoll TCP/IP verfügen.

Neben dem reinen Datenzugriff werden vom NIRT2 diverse Servicefunkti-


onen über den FTP-Zugang realisiert, z. B. Konfigurationsmanagement
und Wartungsaufgaben. Der netzwerkfähige Infrarot-Transceiver ermög-
licht den gleichzeitigen Zugriff mehrerer FTP-Clients.

6 NIRT2_KD_D280313
Begriffe und Abkürzungen

3 Begriffe und Abkürzungen

FTP File Transfer Protocol


Teil der Internet Protocol Suite zum Übertragen von Dateien,
benutzt TCP/IP für die einzelnen Datenpakete
IP Internet Protocol Suite
Definition einer Reihe von Standardprotokollen für Netzwerke
MODAS Mobiler Datenspeicher
Datenträgersystem der Firma DSA
MTI MODAS Test und Init
NIRT Netzwerkfähiger Infrarot-Transceiver zum Beschreiben und Auslesen
von MODAS
SPS Speicherprogrammierbare Steuerung
In diesem Dokument steht der Begriff SPS stellvertretend für alle Steue-
rungs-, Daten- und Informationssysteme, die über den NIRT2 auf die
mobilen Datenträger zugreifen.
TCP Transmission Control Protocol
Teil der Internet Protocol Suite,
wird von FTP als Übertragungsprotokoll benutzt
telnet Terminal-Programm zum Zugriff auf IP-fähige Rechner über Netzwerk
vi Editor-Programm auf dem NIRT2

NIRT2_KD_D280313 7
NIRT2 Konfigurationshandbuch

4 Inbetriebnahme

4.1 Übersicht

Abbildung 1: NIRT2 Installation

Der NIRT2 dient als MODAS-Lese-/Schreibstation und bietet für andere


Systeme mit FTP ein Standardverfahren für den Zugriff auf die MODAS-
Daten. Voraussetzung für diese Systeme ist die Unterstützung von TCP/IP
sowie des Dienstes FTP, der auf diesem Protokoll aufsetzt. Geeignet sind
beispielsweise: PC mit Windows 95/98/NT/2000/2003/XP/Vista, Linux/Unix
Rechner, SPS S7-400, DOS-PC mit PC/TCP. Im Folgenden werden diese
Systeme als Hostrechner bezeichnet.

8 NIRT2_KD_D280313
Inbetriebnahme

4.2 Netzzugriff auf den NIRT2

4.2.1 Netzkonfiguration für Windows 9x

Auf die folgenden Punkte sollte geachtet werden, wenn ein Windows 9x-
Rechner für den Zugriff auf den NIRT2 verwendet wird:

• Auf dem Windows-Rechner ist über


Start/Einstellungen/Systemsteuerung/Netzwerk/Konfiguration
zu prüfen, ob ein Eintrag TCP/IP -> Netzwerkkarte vorhanden ist.

• Unter Start/Ausführen bitte das Programm winipcfg starten und


prüfen, ob der Rechner eine gültige IP-Adresse erhalten hat.

4.2.2 Netzkonfiguration von Windows NT, 2000, 2003, XP

Die Netzkonfiguration kann eingestellt werden unter:

• Start/Einstellungen/Systemsteuerung/Netzwerk/Protokolle/TCP-
IP-Protokoll/Eigenschaften

Die aktuelle Netzwerkeinstellung kann abgefragt werden durch:

• Öffnen einer Eingabeaufforderung

• ipconfig /all

4.2.3 Netzwerkkonfiguration des NIRT2

Der NIRT2 besitzt bei Auslieferung die Netzkonfiguration:

• IP-Adresse: 192.168.1.1

• Netzmaske: 255.255.255.0

• kein Gateway

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

4.2.4 Ändern der Netzkonfiguration auf dem NIRT2

Die Netzkonfiguration kann geändert werden, indem man sich auf dem
NIRT2 einloggt

• per serieller Konsole (siehe Kapitel 8.10) oder

• per TELNET

Bei TELNET handelt es sich um einen Dienst, der wie FTP auf TCP/IP
aufsetzt. Ein Windows-PC auf dem das TCP/IP-Protokoll installiert ist, hat
automatisch auch die Dienste TELNET und FTP.

Bei Verwendung von TELNET sollte als erster Test zur Netzanbindung des
NIRT2 von einem Hostrechner ein

• ping 192.168.1.1

(nicht erforderlich bei Einloggen über eine serielle Konsole) ausgeführt


werden. Ein erfolgreicher ping ist Mindestvoraussetzung für die Verwen-
dung von TELNET oder FTP.

Per TELNET auf dem NIRT2 einloggen:

• telnet 192.168.1.1

(nicht erforderlich bei Verwendung einer seriellen Konsole)

• User: root, Password: sysadm


(voreingestelltes Password)

Die Datei /modas/config mit dem auf dem NIRT2 vorhandenem Editor vi
bearbeiten, vorher eine Kopie von config anlegen:

• cd /modas

• cp config config.bak

• vi config

Bitte nur die in der folgenden Beispielkonfiguration unter [network] aufge-


führten Zeilen verändern.
Eine gültige IP-Adresse sowie die dazugehörige Netzmaske sind vom
Netzadministrator vor Ort zu erfragen:

10 NIRT2_KD_D280313
Inbetriebnahme

# Konfiguration fuer NIRT2

# allgemeine Netzwerkeinstellungen

[network]

ipaddr=172.29.17.4

netmask=255.255.0.0

gateway=172.29.1.4

# DPR-Hardwareeinstellungen

[hardware]

mem=0xD0000

irq=11

port=0x300

# Einstellungen fuer die einzelne Station

[station]

stationnr=26

start=0 # 0 : Immediate/direkter Modus

# 1 : Polling

# 2 : Einlaufsignalgeber

# 3 : Ein/Auslaufsignalgeber

# Konfiguration der Verzeichnisse

[config]

controldir=/modas/op01/control

datadir=/modas/op01/data

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

Der Eintrag Gateway kann optional leer bleiben. Ein Gateway wird benö-
tigt, falls NIRT2 und Hostrechner in physikalisch getrennten Netzen liegen,
die über ein Gateway bzw. einen Router verbunden sind.

Sind NIRT2 und Hostrechner in logisch getrennten Netzen (sie haben also
IP-Adressen aus verschiedenen Bereichen), so wird auf dem NIRT2 kein
Gateway benötigt, da dort eine so genannte Default-Route existiert. Ob ein
Gateway eingetragen werden muss, sollte ebenfalls mit dem Netzadmi-
nistrator vor Ort geklärt werden.

Hinweis:

Wenn der ping-Test vom Windows-Rechner fehlschlägt, so ist häufig die


Ursache, dass NIRT2 und Windows-Rechner sich in unterschiedlichen lo-
gischen Netzen befinden. Das logische Netz ist durch IP-Adresse und
Netzmaske bestimmt. Damit ein ping trotzdem möglich ist, muss entweder
die Netzwerk-Konfiguration auf NIRT2 und Windows-Rechner so ange-
passt werden, dass sie sich in einem logischen Netzwerk befinden oder
auf dem Windows-Rechner eine Default-Route gesetzt werden. Um auf
dem Windows-Rechner eine Default-Route zu setzen, muss in den Eigen-
schaften zum TCP/IP-Protokoll als Gateway die eigene IP-Adresse einge-
tragen werden.

Prüfen Sie, ob die neue Konfiguration in der Datei gespeichert wurde:

• less /modas/config

Zur Übernahme der Konfiguration muss im Rahmen einer TELNET-


Session der Befehl

• cd /

• nirtconfig

ausgeführt werden. Anschließend den NIRT2 rebooten und ausloggen mit:

• init 6

• exit (sofern noch möglich)

Der NIRT2 benötigt ca. 27 Sekunden zum Booten; mit ping <neue IP-
Adresse> prüfen, ob die Konfiguration erfolgreich war. Falls der NIRT2
aufgrund fehlerhafter Netzkonfiguration nicht mehr über Netz ansprechbar
ist, besteht die Möglichkeit des seriellen Zugriffs, wie in Kapitel 8.10 be-
schrieben.

Fehlt in der Datei /modas/config der Abschnitt [network] oder ist dieser
formal falsch konfiguriert, dann bootet der NIRT2 ohne Netzunterstützung
und ein Zugriff ist nur noch wie in Kapitel 8.10 beschrieben möglich.

12 NIRT2_KD_D280313
Inbetriebnahme

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, über DHCP die Netzwerk-


Hardware-Adresse (MAC-Adresse) des NIRT2 in eine IP-Adresse aufzulö-
sen (Kapitel 7.1). Von dieser Möglichkeit kann Gebrauch gemacht werden,
wenn sich im Netzwerk ein DHCP-Server befindet.

Ein erster MODAS-Zugriff kann im Rahmen einer TELNET-Session oder


eines seriellen Logins mit dem Befehl

• mdsdir

erfolgen. Es wird das MODAS-Inhaltsverzeichnis ausgegeben oder eine


Fehlermeldung angezeigt. Bitte beachten Sie, dass MODAS-Zugriffe im-
mer an das FTP-Protokoll gebunden sind. Das Script mdsdir führt eine
„lokale“ FTP-Verbindung aus.

Hinweis:

Mit einem beliebigen MODAS kann im Allgemeinen sofort kommuniziert


werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, einen MODAS nach er-
folgter Kommunikation zu "verriegeln", so dass eine anschließende Kom-
munikation von dieser Station aus mit dem soeben verriegelten MODAS
nicht mehr möglich ist.

Diese Verriegelung dient dazu, eindeutig ohne zusätzliche Kommunikation


einen neu eintreffenden MODAS zu identifizieren.

Durch die Benutzung des Verriegelungsmechanismus wird der Verbrauch


der Batterieladung minimiert, da der verriegelte MODAS keine IR-
Kommunikation mehr herstellt.

4.2.5 Testzugriff mittels Web-Browser

Über einen Web-Browser, wie z. B. Firefox, MS Internet Explorer oder


KDE Konqueror kann auf den MODAS zugriffen werden, indem folgende
URL angegeben wird:

ftp://modas:modas@192.168.1.1/modas/op01/data

Dabei muss ggf. eine im Browser voreingestellte Proxy-Konfiguration de-


aktiviert werden.

NIRT2_KD_D280313 13
NIRT2 Konfigurationshandbuch

14 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5 Verzeichnisstruktur

Über das FTP-Protokoll wird der Zugriff auf das gesamte Dateisystem des
NIRT2 ermöglicht. Der Systembereich des NIRT2 ist schreibgeschützt.

Der mit den eingeschränkten Rechten erreichbare Teil des Dateisystems


ist das Verzeichnis /modas. Hier befinden sich die allgemeine Konfigurati-
onsdatei config sowie die Verzeichnisse opXX für die verschiedenen Inf-
rarot-Kommunikationsstrecken. Zurzeit ist nur eine Kommunikationsstre-
cke in der Hardware realisiert, so dass auch nur ein Verzeichnis mit dem
Namen op01 vorliegt.

Jedes opXX-Verzeichnis verzweigt in zwei Unterverzeichnisse:


opXX/control mit Dateien für Steuerfunktionen dieser Kommunikations-
strecke und opXX/data mit Dateien, die ein direktes Abbild des MODAS
darstellen, der sich innerhalb dieser Kommunikationsstrecke befindet.

Im Folgenden ist der für den Betrieb des NIRT2 relevante Teilbaum des
Dateisystems dargestellt. Für den Datentransfer vom und zum MODAS ist
nur ein Teilbaum des Dateisystems relevant.

Anmerkung:
Die Dateien im data-Verzeichnis stellen „virtuelle“ Dateien dar, d. h. der In-
halt dieses Verzeichnisses unterscheidet sich je nach Inhalt des MODAS,
der sich in der Kommunikationsstrecke befindet. Ist kein MODAS im
Kommunikationsbereich, so werden alle Schreib- oder Leseversuche in
diesem Verzeichnis mit Zugriffsfehlern quittiert.

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

Unterhalb des Verzeichnisses /modas werden alle


MODAS-relevanten Zugriffe ausgeführt.
/modas
Eine SPS erhält keine Zugriffsrechte auf andere Ver-
zeichnisse des NIRT2.
config In dieser Datei wird die für den NIRT2 erforderliche Kon-
figuration abgelegt.
nirtreset Mittels dieser Datei kann ein Reset des kompletten
NIRT2 herbeigeführt werden.
Unterhalb des Verzeichnisses /modas/op01 liegen alle
Dateien für den Zugriff über das 1. IR-Auge. Die Abkür-
/op01 zung op steht für operation point.

Dateien im Unterverzeichnis /modas/op01/control


steuern das Verhalten des NIRT2, z. B. die Verriegelung
/control oder enthalten das Resultat eines Zugriffs.

Nach einer Kommunikation MODAS-NIRT2 enthält die-


se Datei die Nummer des gerade anwesenden MODAS.
modasnr
Wenn nach einem Kommunikationsversuch festgestellt
wird, dass kein MODAS anwesend ist, so wird die Datei
gelöscht.
Falls von der SPS-Datei von/zu einem bestimmten
MODAS gelesen/geschrieben werden soll, so ist diese
mdtarget Datei mit der "gewünschten" MODAS-Nummer anzule-
gen.
Über diese Datei wird auch die Verriegelung abgewi-
ckelt.
mdsreset Durch Anlegen dieser Datei wird die Verbindung NIRT2-
MODAS initialisiert.
Durch Anlegen dieser Datei wird der MODAS initialisiert.
Der Inhalt dieser Datei beschreibt die Initialisierungspa-
init rameter – bei ungültigem Inhalt wird eine Initialisierung
mit Default-Parametern durchgeführt.
Durch Lesen dieser Datei kann das MODAS-Verzeichnis
gelesen werden. Ein per FTP ausgeführtes dir oder
dir ls liefert das MODAS-Verzeichnis zurück.

list

Durch Schreiben in die Datei können Dateien im


MODAS vordefiniert werden. Die Dateien werden auch
makedir implizit definiert, wenn auf eine nicht vorhandene Datei
geschrieben wird – siehe nachfolgende Detailbeschrei-
bung.

16 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

battery Durch Lesen dieser Datei kann der Batteriestatus eines


sich im IR-Bereich befindlichem MODAS ausgelesen
werden – „einfacher Batterietest“.
battmin Mit dieser Datei werden die Batteriewerte für den
„erweiterten“ Batterietest ausgelesen.
battinit Durch Schreiben dieser Datei werden die EEPROM-
Werte im MODAS für den „erweiterten“ Batterietest initi-
alisiert.
status enthält auslesbare Statusinformationen zum Betriebszu-
stand des NIRT2 (optional auch die des MODAS)
relais ermöglicht den Zugriff auf die 8 digitalen Ausgänge

input enthält den Status der beiden ersten digitalen Eingänge


(gepuffert)
inputclr Mit dieser Datei können die digitalen Eingänge zurück-
gesetzt werden.
insig enthält den Status der acht digitalen Eingänge
(ungepuffert)
errorfifo Diese Dateien sind mit anwendungsbezogenen Funktio-
nen belegt und sollten von der SPS nicht gelesen oder
commandfifo verändert werden.

error.tmp

Dateien im Unterverzeichnis /modas/op01/data sind


ein direktes Abbild des MODAS. Jede Datei, die hier
/data beschrieben wird, wird auf den MODAS geschrieben,
jede gelesene Datei wird vom MODAS oder aus dem
MODAS-Cache geholt. Es können Dateinamen zwi-
schen 2 und 26 Zeichen Länge verwendet werden. Das
folgende Beispiel zeigt einige typische Dateien:
A1 Fahrzeug-Kennnummer

NJ Skidnummer

N4 Sorte

...

NIRT2_KD_D280313 17
NIRT2 Konfigurationshandbuch

modas

Für Geräte mit mehreren IR-Augen kann die Verzeich-


nisstruktur später erweitert werden.
/op02

/control Steuerung des Verhaltens für das 2. IR-Auge

/data MODAS-Daten für das 2. IR-Auge

18 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5.1 Zugriffsrechte
Die Zugriffsrechte der verschiedenen Benutzer (siehe 8.5) auf die einzel-
nen Dateien werden in folgender Tabelle beschrieben:

Benutzer: mdsrd mdsrdwr mdsfull


/modas/config r r r
/modas/nirtreset - - rw
Verzeichnis /modas/opxx/control rw rw rw
error.log r r r
init rw rw rw
modasnr rw rw rw
mdtarget rw rw rw
dir rw rw rw
makedir rw rw rw
mdsreset rw rw rw
status rw rw rw
battery rw rw rw
battmin rw rw rw
battinit rw rw rw
relais rw rw rw
input rw rw rw
inputclr rw rw rw
insig rw rw rw
Verzeichnis modas/opxx/data r rw rw
alle Dateien im Verzeichnis
/modas/opxx/data r rw rw

rw (z. B.
Zugriff auf
Verzeichnisse und Dateien außerhalb
– – Systemda-
des Verzeichnisses /modas/opxx
teien mög-
lich)

r: Leserechte; w: Schreib-/Löschrechte

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

5.2 Schutz der Systempartition


Die Systempartition ist schreibgeschützt („readonly gemountet“). Dadurch
werden unbeabsichtigte Schreibzugriffe auf das System verhindert und
außerdem kann so ausgeschlossen werden, dass Ausschaltvorgänge das
Dateisystem beschädigen. Das Dateisystem auf nicht schreibgeschützten
Partitionen wird bei Beschädigung automatisch rekonstruiert.

Das Verzeichnis /modas ist nicht schreibgeschützt.

Ein Schreibzugriff auf die Systempartition muss explizit freigeschaltet wer-


den mit dem Befehl:

• remount rw

Dies ist beispielsweise zum Einspielen eines Updates erforderlich. Nach


einem Reboot ist der Schreibschutz wieder aktiv oder er wird manuell akti-
viert mit:

• remount ro

Der Schreibschutz bedingt, dass nach einer Änderung der zentralen Kon-
figurationsdatei /modas/config die Befehle

• cd /

• nirtconfig

ausgeführt werden müssen. Dadurch wird eine Übernahme in den ge-


schützten Bereich bewirkt. Wird dieser Befehl nicht ausgeführt, so wird für
den nächsten Bootvorgang die alte Konfiguration verwendet.

5.3 Datei /modas/config


Diese zentrale Datei enthält die gesamte Konfiguration des NIRT2. Dazu
zählt insbesondere auch die Steuerung des Einlaufverhaltens (siehe Kapi-
tel 6). Beim Booten liest der NIRT2 die Datei aus. Befindet sich ein (optio-
naler) Codierstecker am NIRT2 und ist in der config-Datei in der Sektion
[network] der Eintrag dongle=yes vorhanden, so wird die im Codierstecker
gespeicherte Netzkonfiguration verwendet. Diese besitzt dann Priorität
gegenüber der Netzkonfiguration in der config-Datei. Ist beim Booten kein
Codierstecker vorhanden, jedoch dongle=yes gesetzt, so wird gemäß den
Einstellungen in der config-Datei gebootet (siehe Kapitel 7.1).

20 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

Die Datei kann manuell auf dem NIRT2 mittels TELNET + Editor verändert
werden oder auf einem PC erstellt und anschließend mit FTP auf den
NIRT2 übertragen werden. Hierfür sind root-Rechte erforderlich. Um eine
komplett neue Konfiguration zu übernehmen, muss der NIRT2 dann neu
gebootet werden (siehe 5.4). Werden nur Änderungen vorgenommen, die
die NIRT2-Applikation betreffen (alles außer der [network]-Konfiguration),
so ist ein Reset der NIRT2-Applikation ausreichend (siehe 5.5.3).

Fehlt diese Datei teilweise oder komplett, so wird eine Default-


Konfiguration angenommen. Diese stimmt im Allgemeinen nicht mit der
vom Endanwender gewünschten Konfiguration überein (siehe auch 4.2.3).

Bei Änderung der Pfade controldir oder datadir müssen die Verzeichnis-
se, falls noch nicht existent, manuell angelegt werden.

Beispiel: Anmerkungen:

# Konfiguration fuer NIRT2 # am Anfang einer Zeile: Kommentar

# DPR-Hardwareeinstellungen Darf nicht vom Endanwender geändert werden!

[hardware]

mem=0xDC000

irq=11

port=0x310

voltage1=2632 Mindestwert für iO-Bewertung beim Batterietest


für Batterie-3er-Block im MODAS
Voltage2=2778 Mindestwert für iO-Bewertung beim Batterietest
für Einzel-Batterie im MODAS

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NIRT2 Konfigurationshandbuch

# allgemeine Netzwerkeinstellungen Beginn der Sektion "Netzwerk"

[network]

ipaddr=172.29.17.4

Diese Einträge müssen unbedingt mit dem zu-


netmask=255.255.0.0
ständigen Netzwerkadministrator abgestimmt
werden!
gateway=172.29.1.4

dongle=no Mit dongle=yes wird die Netzkonfiguration aus


dem optionalen Codierstecker gelesen; default:
no.
bootp=no Mit bootp=yes wird die IP-Netzkonfiguration von
einem DHCP-Server abgefragt, weitere erforder-
liche Daten werden aus der Config-Datei gele-
sen; default: no.
media=auto Hier wird die Art der Netzadaption konfiguriert,
möglich sind „auto“ und „none“; default: auto.
windowsize=560 TCP-Fenstergröße – default:0 (keine Vorgabe),
siehe auch Kapitel 7.1
timeserver=172.29.1.4 IP-Adresse eines Timeservers

# Einstellungen fuer die einzelne Station siehe auch Kap. 6

[station]

stationnr=10 Die Stationsnummern werden bei der Verriege-


lung vom MODAS verwendet und müssen
werksweit eindeutig sein. Wertebereich: 1 – 255
timeout=60 Polldauer in Sekunden für die Einlaufmodi 1 bis
4, default: 60
cachetimeout=0 Definition, wie lange der Lesecache seine Daten
halten darf
asyncread=no vordefinierten Lesecache nach Einlaufsignal
anlegen (Kap. 6.6)
modasstatus=no Statusanzeige ohne/mit MODAS-Status

batterycheck=no zur Deaktivierung/Aktivierung des erweiterten


Batterietests
protocolds48=no Unterstützung DS48-Protokoll

22 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

protocolds48nl8=no Dateinamen mit Leerzeichen auf Länge 8 Byte


ergänzen
start=0 # 0 : direkter Modus Für jeden Befehl wird versucht, einen MODAS
direkt (sofort) anzusprechen.
# 1 : MODAS-polling Es wird mit der Befehlsausführung gewartet, bis
sich ein MODAS im Kommunikationsbereich
befindet.
# 2 : Einlaufsignalgeber Die IR-Kommunikation wird erst nach Auslösen
des Einlaufsignalgebers begonnen
# 3 : Ein-/Auslaufsignalgeber Betriebsart mit Ein- und Auslaufsignalgeber
sollte nicht vom Endanwender geändert werden
# 4 : Polling-no-lock wie Mode 1, jedoch ohne Verriegelung

# Konfiguration der Verzeichnisse

[config]

controldir=/modas/op01/control Definition des Verzeichnisses mit Steuerbefeh-


len
datadir=/modas/op01/data Definition des Verzeichnisses mit Daten

filestructure=0 Einstellungen abweichend von 0 sind für Spezi-


alanwendungen reserviert.
datalogging=0 Mit datalogging=1 werden Nutzdaten mitproto-
kolliert. (Leistungsverlust !)

[msl]

mslsupport=no Starten eines globalen MSL-Scripts

mslglobalscript=/usr/msl/main.msl Definition eines globalen MSL-Scripts

Die Einträge im obigen Beispiel hardware, station und config kön-


nen bei Verwendung von mehreren IR-Augen um die Nummer 01, 02 usw.
erweitert werden. Eine Angabe ohne Nummer entspricht der 01.

NIRT2_KD_D280313 23
NIRT2 Konfigurationshandbuch

5.4 Datei /modas/nirtreset


Durch Anlegen dieser Datei wird ein Reset des NIRT2 ausgelöst. Der In-
halt der Datei ist irrelevant. Ein Reset dauert ca. 10 bis 15 Sekunden.

Das Vorhandensein dieser Datei wird durch die NIRT2-Applikation geprüft.


Sollte beispielsweise durch eine nicht passende Konfiguration in
/modas/config die NIRT2-Applikation nicht in Betrieb sein, so kann auf
dem NIRT2 durch ein Einloggen per TELNET als User root mit dem Be-
fehl:

• init 6

ein Reset des NIRT2 herbeigeführt werden. Besteht nicht die Möglichkeit
TELNET auszuführen (Dienst nicht vorhanden), so kann ein Reset nur
noch über ein Abklemmen der Stromversorgung herbeigeführt werden.

5.5 Bedeutung der control-Dateien

5.5.1 Datei /modas/op01/control/modasnr

Die SPS kann diese Datei lesen, um festzustellen, ob und welches


MODAS sich im Kommunikationsbereich befindet. Solange dies nicht der
Fall ist, sendet der NIRT2 auf jeden Leseversuch durch die SPS den FTP-
Fehler 554 (No Modas) zurück. Ein FTP-Zugriff auf diese Datei löst eben-
falls eine IR-Kommunikation aus, da diese Datei erst aktualisiert wird.
Zugriffe auf andere Dateien im control-Verzeichnis lösen keine
IR-Kommunikation aus.

Der Inhalt der Datei besteht aus der 6-stelligen, ASCII-lesbaren MODAS-
Nummer sowie einem LINEFEED.

Sobald ein MODAS-Zugriff z. B. durch einen dateibasierten FTP-Befehl im


Verzeichnis /modas/op01/data ausgeführt wird und ein nicht verriegel-
ter MODAS im Bereich des IR-Auges ist (siehe auch Kapitel 7), wird diese
Datei aktualisiert.

Befindet sich kein oder nur ein verriegelter MODAS vor dem IR-Auge, so
wird bei einem MODAS-Zugriff die Datei modasnr gelöscht. Die Kontrolle
über diese Datei liegt bei der NIRT2-Applikation.

24 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5.5.2 Datei /modas/op01/control/mdtarget

Die Steuerung auf der Client-Seite hat die Möglichkeit, Dateitransfers auf
ein bestimmtes MODAS zu beschränken. Des Weiteren kann über diese
Datei eine Verriegelung des MODAS bewirkt werden (siehe auch Kapitel
6.1).

Über die Datei mdtarget im control-Verzeichnis können drei verschiedene


Kommunikationsabläufe eingestellt werden:

• mdtarget enthält eine MODAS-Nummer (als 6-stellige, ASCII-lesbare


Zahl, evtl. nachfolgende Zeichen werden nicht ausgewertet): Alle
Zugriffe auf ein MODAS werden nur ausgeführt, wenn die aktuelle
MODAS-Nummer mit der Zahl in mdtarget übereinstimmt. Ansons-
ten wird eine FTP-Fehlermeldung 453 (wrong MODAS) generiert.

• mdtarget enthält das Schlüsselwort „NEW“: Sobald diese Datei an


den NIRT2 übermittelt wird, erfolgt eine Verriegelung des im IR-
Bereich befindlichen MODAS. Weitere Zugriffe auf diesen verriegelten
MODAS werden abgewiesen, so als wäre kein MODAS im IR-Bereich.
Auch die Datei modasnr wird dann gelöscht. Erst wenn ein neuer
MODAS in den IR-Bereich einläuft, können wieder MODAS-Zugriffe
erfolgen. Nach dem ersten Zugriff auf einen neuen MODAS, wird au-
tomatisch die neue MODAS-Nummer in die Datei mdtarget geschrie-
ben.

Dieser Modus sollte gewählt werden, wenn ein vorzeitiger MODAS-


Wechsel nicht ausgeschlossen werden kann und zwingend zu einer
Fehlermeldung führen soll (das Schreiben von "NEW" entspricht dem
IIRT-Kommando NEXT mit Laufnummer ungleich Null).

• mdtarget enthält das Schlüsselwort „ANY“: In diesem Fall ist grund-


sätzlich eine Kommunikation mit einem beliebigen im IR-Bereich be-
findlichen MODAS möglich. Es erfolgt keine Verriegelung. Eine even-
tuell zuvor erfolgte Verriegelung wird umgangen. (Das Schreiben von
"ANY" entspricht dem NIRT2-Key NEXT mit Laufnummer Null).

Die Kontrolle der Datei mdtarget liegt bei der SPS – lediglich im Falle
„NEW“ schreibt auch die NIRT2-Applikation in diese Datei.

Existiert diese Datei nicht, wird als Standardverhalten „ANY“ verwendet, d.


h. es wird ohne Verriegelung gearbeitet.

NIRT2_KD_D280313 25
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Beispiel 1:
cd /modas/op01/control
get modasnr mdsnr Nummer des aktuellen Datenträgers lokal in SPS
als Datei mdsnr ablegen
put mdsnr mdtarget genau dieser MODAS soll beschrieben/gelesen
werden
mget A1 A2 A3 Dateien von MODAS lesen
put NN Datei NN auf diesen MODAS schreiben

Beispiel 2:

Die Datei mdtarget auf SPS-Seite enthalte das Schlüsselwort „NEW“

ftp> cd /modas/op01/control

ftp> put mdtarget Der aktuelle im Komm.-Bereich befindliche


MODAS wird verriegelt.
ftp> cd /modas/op01/data
ftp> get a1

554: No Modas verriegelter MODAS antwortet nicht

Jetzt laufe ein neuer MODAS ein...

ftp> get a1

226: Transfer complete Datei von neuem MODAS gelesen

ftp> cd /modas/op01/control

ftp> put mdtarget MODAS verriegeln

Im Kommunikationsbereich eines IR-Auges darf immer nur ein MODAS


sein. Auch wenn sich ein verriegelter und ein nicht verriegelter MODAS vor
dem IR-Auge befinden, ist keine Kommunikation möglich.

5.5.3 Datei /modas/op01/control/mdsreset

Durch Übertragen dieser Datei per FTP wird ein Reset der NIRT2-
Applikation ausgelöst. Der Inhalt der Datei ist irrelevant. Dieser Reset
dauert ca. zehn Sekunden. Erst danach kann wieder auf den MODAS zu-
gegriffen werden. Der Reset der NIRT2-Applikation bewirkt u. A. ein Neu-

26 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

einlesen der applikationsrelevanten Teile der Datei /modas/config, so-


wie ein Löschen des Lesecaches.

Diese Funktion hat den Verlust der Verriegelungs- und Einlaufinformation


zur Folge und sollte daher nur ausgeführt werden, wenn kein MODAS im
IR-Bereich ist. Auch die für die Kommunikation relevante Datei mdtarget
wird gelöscht. Im Bedarfsfall ist diese vom Kommunikationspartner neu
anzulegen.

5.5.4 Datei /modas/op01/control/init

Durch Übertragen dieser Datei per FTP wird der MODAS initialisiert. Eine
MODAS-Initialisierung beinhaltet das komplette Löschen aller bis dato auf
dem MODAS vorhandenen Files.

Die Datei sollte alle für die Initialisierung des MODAS notwendigen Infor-
mationen enthalten und ist im Format einer ini-Datei aufgebaut.

Am Anfang steht [init] zur Kennzeichnung der Sektion, anschließend kön-


nen Variablen folgen, die die Default-Werte überschreiben.

Die verwendeten Variablen sind im Einzelnen:

initsize Größe des zu formatierenden MODAS

Wert Wert Bedeutung


hex dezimal

0x1FFF 8191 8kB MODAS


0x3FFF 16383 16kB MODAS
0x7FFF 32767 32kB MODAS
0xFFFF 65535 64kB MODAS

Initfiles Anzahl der Dateien, die auf dem MODAS angelegt werden
können (maximal 200)

Im folgenden Beispiel werden die Default-Werte angegeben, die auch


verwendet werden, falls die jeweilige Variable nicht vorhanden ist:

[init]

initsize=0x7FFF

initfiles=60

NIRT2_KD_D280313 27
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Ist die Datei vorhanden, aber fehlerhaft, so werden ebenfalls die oben be-
schriebenen Default-Werte verwendet. Die Einträge in der init-Datei müs-
sen in Kleinbuchstaben geschrieben werden.

5.5.5 Datei /modas/op01/control/dir

Durch einen lesenden Zugriff der SPS auf diese Datei kann das gesamte
Directory des MODAS in eine lokale Datei übertragen werden.
Die Datei ist zeilenweise aufgebaut, wobei jede Zeile einem Verzeichnis-
eintrag für eine Datei im MODAS entspricht. Eine Zeile hat folgenden Auf-
bau:
Benutzte Länge in Byte, Dateiname, jeweils getrennt durch zwei Leerzei-
chen (ASCII 32), die Zeile wird abgeschlossen durch Carriage Return
(ASCII 13) und Line Feed (ASCII 10). Die beiden Längenangaben sind je-
weils 8-stellig ohne führende Nullen.

12345678 <SP> <SP> Dateiname <CR> <LF>

Das Directory endet entweder mit dem Dateiende oder mit dem folgenden
Eintrag:

#enddirectory

Alle auf diesen Eintrag folgenden Zeilen in der Datei können ein anderes
Format haben und dürfen nicht mehr als Directory-Einträge interpretiert
werden. Diese zusätzlichen Zeilen können weitere Informationen enthal-
ten, die zurzeit noch nicht festgelegt werden und auch künftig noch erwei-
tert werden können (z. B. Bytesumme über alle Dateien, Zyklusstatistik
etc.).

Die Verwendung dieser Datei ist nicht zwingend erforderlich. Das MODAS-
Verzeichnis kann auch durch den FTP-Befehl dir gelesen werden, über
diesen Befehl wird jedoch nicht die definierte Dateilänge zurückgegeben.

Die Anzeige bei einem dir oder ls ist abhängig von dem jeweiligen FTP-
Client. Je nach FTP-Client werden ls oder dir auf FTP-
Kommandoebene in „DIR“, „LIST“ oder „NLST“ umgesetzt und führen so-
mit zu unterschiedlichen Ausgaben.

Hinter den Befehlen ls oder dir darf nur ein absoluter Pfad oder kein Pa-
rameter übergeben werden. Andere Parameter führen zu nicht gewünsch-
ten Ausgaben.

28 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5.5.6 Datei /modas/op01/control/makedir

Durch einen schreibenden Zugriff der SPS wird auf dem MODAS ein Ver-
zeichnis entsprechend den Vorgaben aufgebaut. Dabei werden jedoch die
Werte für die benutzte Länge ignoriert, d. h. alle Dateien werden leer an-
gelegt.

Zum Erstellen des Verzeichnisses ist die Verwendung dieser Datei nicht
zwingend erforderlich. Dateien können im MODAS auch durch einen ein-
fachen „put“-Befehl angelegt werden, durch den Daten in die Datei ge-
schrieben werden. Dieses Verfahren hat jedoch einen Nachteil für Dateien,
die an späteren Stationen am Band erweitert werden. Wenn eine solche
Datei (durch Verwendung von /modas/op01/control/makedir ) mit ihrer
voraussichtlichen Maximalgröße vordefiniert wird, so verbraucht sie im
MODAS nur einen Zuordnungsblock. Wird eine Datei auf den MODAS
durch einfaches Schreiben angelegt und anschließend mehrfach verlän-
gert, so wird für jede Verlängerung ein Zuordnungsblock verbraucht. Da
die Anzahl an Zuordnungsblöcken beschränkt ist, werden dadurch wertvol-
le Ressourcen verschwendet. Des Weiteren ist ein Dateitransfer in eine
bereits auf dem MODAS vorhandene Datei schneller, als wenn diese erst
noch angelegt werden muss.

Zu beachten ist, dass Groß-/Kleinschreibung der Dateinamen relevant ist.


Das Format in dieser Datei ist: <Dateiname> <Space oder Tab> <vordefi-
nierte Länge in Byte>. Die maximal erlaubte Größe einer MODAS-Datei
beträgt 6000 Byte.

Beispiel:

A1 100

MA 4000

MB 2050

5.5.7 Logging in /var/log/messages

Die Datei enthält eine nähere Spezifizierung der letzten Fehler bei der
MODAS-Kommunikation. Es werden hierbei chronologisch die Fehler der
letzten Aktionen angezeigt. Nach Erreichen einer vordefinierten Größe
werden alte LOG-Einträge gelöscht, es bleiben jedoch immer mehrere
neue Fehlermeldungen erhalten.

NIRT2_KD_D280313 29
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Der Inhalt der Datei wird über den unter Unix-üblichen syslog-Dienst gene-
riert und verwendet üblicherweise das Format:

<mmm tt> <hh:mm:ss> <Systemname> <Fehlermeldungstext>

Beispiel:
Aug 14 12:53:34 (none) mdsd[59]: N: mdsd.main, mdsd started

Aug 14 12:55:43 (none) mdsd[59]: E: mdsd.SIGhandler, received Signal 1 !

Aug 14 12:55:43 (none) mdsd[59]: N: mdsd.main, Ende mdsdMainLoop !

5.5.8 Datei /modas/op01/control/status

Diese Datei ist für alle Benutzer lesbar und enthält Statusinformationen
des NIRT2. Nach derzeitigem Stand werden hier nur der Lebenszähler des
Kommunikationsprozessors und der Zustand des Einlaufflags (siehe Kap.
6.3) angezeigt.
Diese Datei wird durch einen Lesevorgang per FTP aktualisiert.

Der FTP-Befehl „get status“ läuft auch dann nicht auf einen Fehler,
wenn zuvor die Datei nicht vorhanden war. Sie wird dann neu generiert.

Technisch bedingt wird das Einlaufflag nicht automatisch bei Auslösen ei-
nes Signalgebers umgesetzt, sondern erst nach Auslösen des Signalge-
bers und einem nachfolgenden MODAS-Befehl.

Beispiel status-Datei:

Lifecounter: 27748

Come-In-Flag: TRUE

Es besteht die Möglichkeit in der zentralen Konfigurationsdatei


/modas/config mit dem Parameter „modasstatus=yes“ die Statusanzeige
um diverse MODAS-Parameter zu erweitern. Die korrekte Ausführung die-
ses Befehls setzt dann jedoch ein MODAS im IR-Bereich voraus.

30 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

Beispiel:

Lifecounter: 52541

Come-In-Flag: FALSE

MODAS-nr.: 010001

Blocksize: 30

Dir. Startsector: 10

Data Startsector: 32

Dir.entr. used/max: 21/65

Initial Timestamp: 12/15/01

Last poss. Sector: 2042

MDS-Prog.Version: 138

Station-nr. old: 10

Station-nr. new: 10

Counter Switch On: 24

Counter Switch Off: 24

Blocks send ok: 0

Blocks send nok: 0

Blocks received ok: 57

Blocks received nok:0

Status last Command:0 0

Cycle Counter: 0

Der "Lifecounter" signalisiert, dass der Kommunikationsprozessor (KP) auf


dem NIRT2 läuft. Dieser Lifecounter zählt ständig fortlaufend weiter und ist
unabhängig von MODAS-Initialisierungen oder anderen MODAS-
Operationen. Dieser Lifecounter besteht aus 2 Byte und zählt bei einem
Überlauf bei 0 weiter - ansonsten wird der Zähler nur bei einem Reset des
KP auf 0 gesetzt.

NIRT2_KD_D280313 31
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Come-In-Flag: In den Modi mit Ein- bzw. Auslaufsignalgeber (start > 1)


wird hier der Status angezeigt.

Die folgenden Parameter werden aus dem MODAS gelesen:

• Blocksize: Anzahl der nutzbaren Byte eines MODAS-Sektors

• Dir.Startsector: Sektoradresse auf dem MODAS, an der das directory


beginnt

• Data Startsector: Sektoradresse auf dem MODAS, an der der Daten-


bereich beginnt

• Dir. entr.: benutzte und maximal mögliche Directoryeinträge (= Anzahl


Dateien + Appends)

• Initial Timestamp: Datum der letzten Initialisierung

• Last poss. Sector: Sektoradresse auf dem MODAS, an der der Daten-
bereich endet

• MDS-Prog: MODAS-Software-Release

• Station-nr. old: Stationsnummer mit der zuletzt der MODAS abgeschal-


tet wurde

• Station-nr. new: Stationsnummer mit der zuletzt der MODAS einge-


schaltet wurde

• Counter Switch On/off: Zähler für Ein- und Ausschaltvorgänge, die per
IR an den MODAS übertragen wurden

• Blocks send/received ok/nok: Zähler für erfolgreiche/fehlerhafte IR-


Transfers

Die beiden folgenden Parameter werden von der aktuellen MODAS-


Firmware nicht unterstützt. Sie waren als Alternative zu verstehen - das
heißt "Status last Command" und "Cyclecounter" zeigen auf die gleiche
MODAS-Adresse:

• Status last Command: Fehlercode des zuletzt ausgeführten Befehls (2


Byte)

• Cyclecounter: NIRT2-seitig les-/schreibbarer Speicher (2 Byte)

32 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5.5.9 Datei /modas/op01/control/battery

Durch „get battery“ im Control-Verzeichnis wird der aktuelle Batteriesta-


tus des sich im IR-Bereich befindenden MODAS ausgelesen. Zurückgelie-
fert werden die MODAS-Nummer, eine Bewertung (o=okay, n=not okay)
und zwei Spannungswerte (für die beiden Batterieblöcke im MODAS, Ach-
tung: die Spannungswerte sind keine Millivolt-Werte).

Beispiel einer battery-Datei:

Modasno: 10002

Battery:o Voltage1:3249 Voltage2:3255

Die Grenzwerte für die Bewertung der Batteriespannungswerte können in


der zentralen Konfigurationsdatei /modas/config im Abschnitt [hard-
ware] parametriert werden (siehe Kap. 5.3).

5.5.10 Datei /modas/op01/control/battmin

Auf dem NIRT2 steht ein erweiterter Batterietest zur Verfügung. Durch den
erweiterten Batterietest ist es möglich, die minimalen Batteriespannungs-
werte im EEPROM des MODAS zu speichern und zu einem späteren
Zeitpunkt auszuwerten.

Um die Ermittlung und Aktualisierung der Minimalwerte zu aktivieren,


muss in der zentralen Konfigurationsdatei /modas/config in der Sektion
[station] der Parameter batterycheck=yes gesetzt werden. Vor dem
Ende der MODAS-Kommunikation wird dann der NIRT2 die aktuellen Bat-
teriewerte abfragen, sie mit den bereits im MODAS gespeicherten Mini-
malwerte vergleichen und ggf. diese gespeicherten Minimalwerte aktuali-
sieren. Diese Prüfung und Aktualisierung der Minimalwerte erfolgt automa-
tisch

• bei Verriegelung des MODAS durch Schreibzugriff auf die Datei


mdtarget

• oder bei Abbau der FTP-Verbindung, wenn sich zu diesem Zeitpunkt


ein MODAS im Kommunikationsbereich befindet.

Folgt auf den Schreibvorgang der mdtarget-Datei ein Ausloggen, so wird


der erweiterte Batterietest nur einmal ausgeführt

Durch „get battmin" im Control-Verzeichnis können die so gespeicher-


ten Minimalwerte jederzeit abgefragt werden. Das Format der Datei und
die Grenzwerte für die Bewertung sind identisch mit der Datei
/modas/op01/control/battery (siehe Kapitel 5.5.9).

NIRT2_KD_D280313 33
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Um nach einem Batterietausch die im EEPROM gespeicherten Minimal-


werte neu zu initialisieren, muss die Datei /modas/op01/control/battinit
beschrieben werden (siehe Kap. 5.5.11).

5.5.11 Datei /modas/op01/control/battinit

Durch Schreibzugriff auf diese Datei werden die im EEPROM des MODAS
gespeicherten Minimalwerte der Batteriespannungen neu initialisiert mit
den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Batteriespannungswerten (siehe Kap.
5.5.10).
Für diese Funktion muss in der zentralen Konfigurationsdatei
/modas/config in der Sektion [station] der Parameter battery-
check=yes gesetzt werden.

Diese Funktion sollte immer dann angewendet werden, wenn die Batterien
des MODAS getauscht wurden. Die Anwendung des MTI-Utilities führt
zum Überschreiben der gespeicherten Batteriewerte.

5.5.12 Datei /modas/op01/control/relais

Die digitalen Ausgänge können über die Datei „relais“ gesetzt und abge-
fragt werden. Bei „get relais“ wird ein fünfstelliger dezimaler Wert (0 bis
65535) zurückgeliefert, der binär den Zustand der Ausgänge beschreibt.
Relevant sind zurzeit nur die unteren 8 Bit, die oberen 8 Bit sind für evtl.
spätere Anwendungen reserviert.

Beispiel: Ein Wert von 17 (hex 11, binär 0001 0001) bedeutet: die Aus-
gänge 0 und 4 sind gesetzt, die anderen Ausgänge sind „low“.

Die Ausgänge können gesetzt werden durch „put relais“ im Control-


Verzeichnis. „relais“ kann dabei folgenden Inhalt haben:

• dump <Zahl>

• set <Zahl>

• clear <Zahl>

Wobei <Zahl> wieder binär die Ausgänge widerspiegelt und einen Wert
von 0 bis 65535 haben kann. Relevant sind zurzeit nur die unteren 8 Bit.
Mit „dump“ wird der Zustand der Relais absolut gesetzt. Vom Befehl „set“
und „clear“ werden dagegen nur die Ausgänge betroffen, die durch die fol-
gende Zahl kodiert werden. Mit „set“ werden Ausgänge gesetzt, mit „clear“
zurückgesetzt. Die Datei „relais“ darf immer nur eine Zeile enthalten.

Bei einem Neustart des MODAS-Prozesses oder Reset des NIRT2 wer-
den alle Ausgänge auf 0 gesetzt.

34 NIRT2_KD_D280313
Verzeichnisstruktur

5.5.13 Datei /modas/op01/control/input

Mit dieser Datei kann der Status der beiden ersten digitalen Eingänge ab-
gefragt werden.

Der binär dargestellte Status wird in eine Dezimalzahl konvertiert und fünf-
stellig ausgegeben.
Beispiel: Signal 0 und Signal 1 sind gesetzt → der Status ist 11, eine binä-
re 11 ist eine dezimale 3 → der Rückgabewert ist 00003.

Um das Signal auszulösen, muss für mindestens 80 ms ein High-Pegel an


dem entsprechenden Eingang anliegen. Diese Datei wird bei Abfrage per
FTP neu generiert oder aktualisiert. Der Status wird gepuffert, das heißt,
dass der Status nicht auf 0 zurückgeht, wenn die Signale zurück auf 0 ge-
schaltet sind, sondern erst, wenn ein explizites Rücksetzen mittels der Da-
tei „inputclr“ – siehe 5.5.14 – erfolgt ist. Dadurch können Ein- und Auslauf-
signalgeber realisiert werden, ohne dass ständiges Pollen auf die „input“-
Datei erforderlich wäre.

5.5.14 Datei /modas/op01/control/inputclr

Um die Eingangssignale zurückzusetzen muss die Datei „inputclr“ per FTP


geschrieben werden. Ihr Inhalt ist als ASCII-Text eine binär kodierte Zahl,
die die zurückzusetzenden Eingangssignale enthält. Das heißt, enthält
diese Datei eine „1“, so wird Signal 0, bei einer „3“ werden die Signale 0
und 1 zurückgesetzt. Wenn die Signale von voneinander unabhängigen
Applikationen zurückgesetzt werden sollen, dann sollte „inputclr“ mit
„chmod 400 inputclr“ vor unbeabsichtigtem Überschreiben geschützt wer-
den. Die NIRT2-Software löscht „inputclr“ nach Ausführung des Befehls.

Das data-Verzeichnis

5.6.1 Dateitransfers mit „put“ und „get“

Im Verzeichnis /modas/op01/data werden bei FTP-Zugriffen auf dem


NIRT2 alle Dateien, die auf dem MODAS gespeichert sind, eingeblendet,
falls sich ein MODAS vor dem IR-Auge befindet. Ist kein MODAS vor dem
IR-Auge, so wird bei Zugriff auf dieses Verzeichnis eine Fehlermeldung
generiert.

Die Länge der einzelnen Dateien auf dem MODAS ist auf 6000 Byte be-
schränkt. Die Anzahl der Dateien ist abhängig von der Initialisierung des
MODAS-Datenträgers. Maximal sind 200 Dateien möglich.

NIRT2_KD_D280313 35
NIRT2 Konfigurationshandbuch

In den Standardversionen von NIRT2 und MODAS werden nur Dateina-


men aus genau 2 Zeichen unterstützt. Bei einem Einloggen per TELNET
auf dem NIRT2 sind in diesem Verzeichnis nur die im Lesecache vorhan-
denen Dateien zu finden.

Die FTP-Befehle „put“, „get“, „mput“, „mget“, „delete“ und „mdelete“


dürfen nicht mit relativen Pfadangaben verwendet werden, z. B. put
../../A1 . Gültig sind die Formate:
put <Dateiname>
put <absoluter Pfad>/<Dateiname>
put <Quelldateiname> <Zieldateiname>
put <absoluter Pfad>/<Quelldateiname> <Zieldateiname>
put <Quelldateiname> <absoluter Pfad>/<Zieldateiname>
put <absoluter Pfad>/<Quelldateiname> <absoluter Pfad>/<Zieldateiname>

Analog können „mput“, „get“, „mget“, „delete“ und „mdelete“ verwen-


det werden. Bei den m-Befehlen können die Sonderzeichen „*“ und „?“
verwendet werden.

5.6.2 FTP-Befehl „append“

Der APPEND-Befehl dient zum Anhängen von Daten an eine auf dem
MODAS bereits vorhandene Datei. Es ist empfehlenswert die Datei bereits
beim Anlegen mit ihrer voraussichtlichen maximalen Größe vorzudefinie-
ren (siehe Kapitel 5.5.6).

Der Befehl darf im data-Verzeichnis nur in der Form

append <Datei>

verwendet werden – nicht möglich ist: append <Datei1> <Datei2> !

Bei obiger Anwendung sollte auf dem NIRT2 bereits eine Datei mit dem
Namen <Datei> vorhanden sein; die anzuhängenden Daten sollten auf
dem Quellsystem ebenfalls in einer Datei namens <Datei> gespeichert
sein.

Zwecks Erhaltung der Performance findet keine Prüfung der maximalen


Dateilänge statt – Dateien, die auf über 6000 Byte verlängert werden,
können nicht mehr gelesen werden.

36 NIRT2_KD_D280313
Steuerung des Kommunikationsverhaltens

6 Steuerung des Kommunikationsver-


haltens

Der NIRT2 kennt unterschiedliche Betriebsarten zur Steuerung des Kom-


munikationsaufbaus mit MODAS. Das Einlaufverhalten kann über die Da-
tei /modas/config durch einen FTP-Zugriff oder mittels einer TELNET-
Session verändert werden. Die Änderung des Einlaufverhaltens wird erst
nach einem Reset der NIRT2-Applikation aktiv.

Für die pollenden Modi kann die Polldauer in der config-Datei konfiguriert
werden. Der entsprechende Eintrag lautet timeout= . Die Angabe erfolgt
in Sekunden. Der maximale Timeout sollte nicht größer als 890 Sekunden
gewählt werden, da nach 900 Sekunden die FTP-Verbindung abgebaut
wird, sofern keine Daten transferiert werden.

6.1 Polling Mode


Der Polling Mode wird üblicherweise dort eingesetzt, wo nicht über Initiato-
ren festgestellt werden kann, ob sich ein MODAS im Kommunikationsbe-
reich befindet. Das „Polling“, also das zyklische Nachsehen, ob ein
MODAS da ist, wird vom NIRT2 automatisch betrieben. Der Begriff „Pol-
ling“ bezieht sich also auf die MODAS-Suche via Infrarot und nicht auf die
Schnittstelle zur SPS. Eingestellt wird dieser Mode durch den Eintrag
start=1 in der Config-Datei.

Gepollt wird nur nach einer Verriegelung (siehe Kapitel 5.5.2), solange bis
ein neuer MODAS erkannt wird. Weitere Befehle werden nicht-pollend
ausgeführt bis über control/mdtarget eine neue Verriegelung ausgelöst
wird. Wenn ohne Verriegelungen gearbeitet wird, unterscheidet sich dieser
Modus nicht von einer direkten Befehlsausführung (siehe Kapitel 6.2).

• SPS sendet das erste Kommando (z. B. Lies Datei mit Fzg-
Kennnummer)

• Der NIRT2 versucht zyklisch, eine Kommunikation mit MODAS aufzu-


bauen. Gelingt dies nicht innerhalb von 60 Sekunden (bzw. der in der
config-Datei eingestellten Dauer), so antwortet er der SPS mit FTP-
Fehler 554 (No Modas). Die SPS sollte ihre Anfrage dann wiederho-
len.

NIRT2_KD_D280313 37
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Anmerkung: Entgegen der Implementierung über 8E41 kann bei einer


FTP-Schnittstelle aus folgenden Gründen nicht beliebig lange gewartet
werden, ob ein MODAS da ist:

(1) Viele FTP-Clients erwarten eine Antwort innerhalb einer vorgege-


benen Zeit, sonst wird die TCP/IP-Verbindung abgebaut.

(2) Falls der NIRT2 so konfiguriert ist, dass er nach einem Ausfall und
Neustart keine Hochlaufmeldung schickt, kann die SPS nicht feststel-
len, ob der NIRT2 zwischenzeitlich neu gestartet wurde (und damit
den Auftrag vergessen hat).
Die Default-Antwortzeit des NIRT2 wurde mit 60 Sekunden bewusst
so hoch gewählt, dass die Pollrate der SPS über Netzwerk in einem
vernünftigen Rahmen bleibt.

• Wenn sich ein MODAS im IR-Bereich einschalten lässt, sendet der


NIRT2 die Anfrage weiter an den MODAS. Wurde die Datei gelesen,
so wird ihr Inhalt unmittelbar an die SPS zurückgesendet. Falls die Da-
tei nicht vorhanden ist, so antwortet der NIRT2 der SPS mit FTP-
Fehler 550 (No such File or directory).

• Die SPS sendet weitere Kommandos an den NIRT2. Wenn während


der Befehlsbearbeitung der MODAS den IR-Bereich verlässt, erfolgt
eine sofortige Fehlermeldung (554) an die SPS.

• Die SPS legt die Datei /modas/op01/control/mdtarget an mit Inhalt


„NEW“. Der NIRT2 verriegelt den MODAS; der dann durch den nächs-
ten Befehl nicht angesprochen wird. Eine Kommunikation ist nur mit
einem neuen MODAS möglich.

Zu beachten ist in diesem Mode, dass die Funktionsdatei mdtarget nach


einem Reset des NIRT2 oder einem Neustart des MODAS-Prozesses auf
dem NIRT2 gelöscht wird. Soll die Pollfunktion erhalten bleiben, so muss
die Funktionsdatei mdtarget von der SPS neu geschrieben werden.

6.2 Immediate Mode


Der Immediate Mode wird in der Regel verwendet, wenn die SPS über Ini-
tiatoren feststellen kann, dass sich ein neuer MODAS im Kommunikati-
onsbereich befinden muss.

Jeder Befehl der SPS wird sofort vom NIRT2 ausgeführt. Befindet sich
kein MODAS im Kommunikationsbereich, so erfolgt sofort eine Fehlermel-
dung (554) an die SPS. Die Verriegelung muss nicht verwendet werden
(durch Belegen von /modas/op01/control/mdtarget mit „ANY“), kann je-
doch verwendet werden (durch Belegen von

38 NIRT2_KD_D280313
Steuerung des Kommunikationsverhaltens

/modas/op01/control/mdtarget mit „NEW“). Wird sie verwendet, so rea-


giert auch in diesem Mode ein verriegelter MODAS nicht auf weitere Be-
fehle desselben NIRT2. Für diesen Mode ist start=0 zu konfigurieren.

6.3 Einlaufsignalgeber
Die Kommunikation zwischen SPS und NIRT2 läuft genauso ab wie im
Kapitel 6.1 beschrieben. Der NIRT2 versucht jedoch nicht zyklisch, einen
MODAS einzuschalten, sondern erst dann, wenn an einem an den NIRT2
angeschlossenen Signalgeber ein Einlaufsignal ausgelöst wurde. Das
Einlaufsignal wird zurückgesetzt, wenn über die Datei
/modas/op01/control/mdtarget eine Verriegelung veranlasst wird.

Ein sinnvolle Verwendung dieses Modus setzt also eine Verwendung von
Verriegelungen voraus.

Auch in diesem Modus wird nur nach einer Verriegelung gepollt – hier auf
das Einlaufsignal. Der Signalgeber ist so anzuordnen, dass zum Zeitpunkt
des Auslösens der MODAS im Kommunikationsbereich des IR-Auges ist.

Das Einlaufsignal wird auf dem Signal-Eingang 0 erwartet (25-polige


Buchse). Als Einlaufsignal gilt ein High-Puls von einer Mindestdauer von
80 ms. Dieser Modus wird mit start=2 in der Config-Datei eingestellt.

6.4 Ein- und Auslaufsignalgeber


Die Kommunikation zwischen SPS und NIRT2 läuft ab wie in 6.3. Zusätz-
lich verfügt der NIRT2 über einen Auslaufsignalgeber, der ein Rücksetzen
des Einlaufsignals bewirkt.

In diesem Modus ist eine Verriegelung nicht mehr zwingend erforderlich.


Falls sie doch gewünscht ist, kann sie mittels
/modas/op01/control/mdtarget erreicht werden.

Das Einlaufsignal wird auf dem Signal-Eingang 0 erwartet (25-polige


Buchse). Als Einlaufsignal gilt ein High-Puls von einer Mindestdauer von
80 ms. Das Auslaufsignal wird auf dem Signal-Eingang 1 erwartet (25-
polige Buchse) und sollte ebenfalls ein High-Puls von mindestens 80 ms
Dauer sein. Dieser Modus wird mit start=3 eingestellt.

NIRT2_KD_D280313 39
NIRT2 Konfigurationshandbuch

6.5 Polling ohne Verriegelung


Dieser Modus wird in der Datei /modas/config in der Sektion [station] mit
dem Parameter start=4 eingestellt. Dieser Modus (start=4) arbeitet im
Vergleich zum bisherigen Polling-Modus (start=1) unabhängig von Verrie-
gelungen. Die Verriegelungen werden über die Datei
/modas/opxx/control/mdtarget ermöglicht.

Während beim Polling (start=1) nur nach einer erfolgten MODAS-


Verriegelung für eine Dauer von 60 Sekunden versucht wird, den folgen-
den FTP-Befehl im MODAS-Verzeichnis /modas/opxx/data abzusetzen,
so wird die Dauer von 60 Sekunden beim Polling (start=4) bei jedem FTP-
Befehl (Dateitransfer) im MODAS-Verzeichnis /modas/opxx/data ange-
wendet. Betroffen sind auch die Funktionsdateien im Control-Verzeichnis
/modas/opxx/control. Das Abfragen der Datei
/modas/opxx/control/modasnr geschieht ebenfalls gepollt. Zu beachten
ist insbesondere, dass der Befehl zur MODAS-Initialisierung mit
/modas/opxx/control/init, während sich kein MODAS im IR-Bereich be-
findet, weiterhin für 60 Sekunden oder bis zum Einlauf eines MODAS in
der Wartestellung bleibt, auch bei nachträglich von der SPS gelöschter
Datei init.

Der Polling-Mode (start=4) ist für den Fall gedacht, dass die SPS die Ein-
und Auslaufkontrolle für die Datenträger übernimmt. Es ist weiterhin die
Verwendung von Verriegelungen mittels der Datei mdtarget möglich.

Wird weder eine Ein-/Auslaufkontrolle vorgenommen noch der Verriege-


lungsmechanismus verwendet, so besteht grundsätzlich das Problem,
dass die SPS einen Neueinlauf eines MODAS nicht erkennt. Auf keinen
Fall darf die SPS, während sich ein MODAS im IR-Bereich befindet, durch
ständiges Abfragen der Datei modasnr oder durch „Dummy-FTP-Befehle“
versuchen einen Neueinlauf zu erkennen, da durch die ständige Infrarot-
Kommunikation die Batterie des MODAS in kürzester Zeit geleert würde.

6.6 Virtueller Lesebereich


Es besteht die Möglichkeit, vordefinierte Dateien aus einem MODAS per
Einlaufsignal zu lesen, diese zwischenzuspeichern und auch zum Lesen
zur Verfügung zu stellen, wenn der MODAS den Infrarot-Bereich bereits
verlassen hat.

Dazu wird in der /modas/config in der Sektion [station] der Parameter


asyncread=yes gesetzt. Auf dem NIRT2 ist im Verzeichnis
/modas/op01/control eine Datei fetchlist anzulegen, die im ASCII-

40 NIRT2_KD_D280313
Steuerung des Kommunikationsverhaltens

Format die Namen der Dateien enthält, die vom MODAS gelesen und auf
dem NIRT2 zwischengespeichert werden sollen. Die Dateinamen sind in
fetchlist per Zeilenumbruch zu trennen; das Zeichen Raute (#) wird als
Kommentar interpretiert. Nachdem das Einlaufsignal ausgelöst wurde,
werden die in fetchlist definierten Dateien vom MODAS gelesen. Sie ste-
hen nun zur Verfügung bis entweder das Auslaufsignal auslöst oder ein
neuer MODAS erkannt wird – in diesen Fällen wird der gesamte Cache
auf dem NIRT2 gelöscht.

Für diesen Mode sollte mit Ein- und Auslaufsignal gearbeitet werden.
Wenn der Cache nicht gelöscht wird und ein get <filename> auf einen
neu eingelaufenen MODAS stattfindet, wird die Datei aus dem Cache ge-
holt, die nicht der aktuellen Datei im MODAS entspricht!

Ein- und Auslaufsignale werden in diesem Modus durch LEDs im IR-


Fenster angezeigt. Die Dauer der Anzeige kann systembedingt variieren.

6.7 Unterstützung Protokoll DS48

6.7.1 Protokoll DS48 aktivieren

Zur Unterstützung von Dateinamen bis zu einer Länge von 8 Zeichen ist
das Protokoll DS48 implementiert. Die Unterstützung des DS48-Protokolls
wird auf dem NIRT2 durch Eintrag protocolds48=yes aktiviert. In diesem
Modus wird eine spezielle Mapping-Datei mitgeführt, die eine Zuordnung
von Dateinamen enthält.
Die Aktivierung des Protokolls ermöglicht einen Gemischtbetrieb von
NIRT2s und den älteren DS48-IIRTs.

6.7.2 MODAS-Initialisierung

Auf dem NIRT2 sind folgende Initialisierungs-Modi möglich:


Mode 0x11 0x12 0x15

entspricht IIRT- T - K, L
Init

Funktion Init und Taufe ohne Init ohne Zählerer- Init mit Zählerer-
Zählererhalt halt halt

NIRT2_KD_D280313 41
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Der Initialisierungsmodus wird in der Datei init übergeben – siehe auch


5.5.4 :
[init]

initmode=0x15

initsize=0xFFFF

initfile=60

Bei älteren MODAS (MODAS-B, schwarzes, längliches Gehäuse) sollte für


eine Initialisierung der Mode initmode=0x15 explizit in der init-Datei an-
gegeben werden. Fehlt die Angabe, dann wird eine Default-Initialisierung
im initmode=0x12 durchgeführt. Dabei würden die Zähler überschrie-
ben, die für den Batterietest notwendig sind.

6.7.3 Batterietest

Der Batterietest von MODAS-B (schwarzes, längliches Gehäuse) und


MODAS-C (oranges Gehäuse) wird mit dem NIRT2 mit unterschiedlichen
Verfahren durchgeführt.

Während bei MODAS-C die Batterierestladung durch Batteriespannungs-


messung ermittelt wird, liegt bei MODAS-B eine Statistik zugrunde. In die-
se Statistik fließen folgende Parameter ein:

• Einschaltzähler

• Initialisierungsdatum

• aktuelles Datum

• Konstanten (bei Taufe übergeben)

Es ist daher darauf zu achten, dass die Uhrzeit auf dem NIRT2 korrekt ge-
setzt ist – siehe auch 7.4 .

Der Batterietest wird durch das Lesen der Datei battery aus dem Control-
Verzeichnis angestoßen. Da bei MODAS-B keine Spannungswerte ge-
messen werden, werden Dummy-Werte zurückgeliefert – entscheidend ist
die Bewertung hinter dem Schlüsselwort Battery :

42 NIRT2_KD_D280313
Steuerung des Kommunikationsverhaltens

• MODAS-Batterie okay:

Modasno: 10001

Battery:o Voltage1:9999 Voltage2:9999

• MODAS-Batterie nicht okay:

Modasno: 10001

Battery:n Voltage1:0000 Voltage2:0000

Damit bei einer Initialisierung von MODAS-B die Zähler nicht überschrie-
ben werden, sollte der initmode=15 gewählt werden. Dieser INIT-Mode
setzt die Zähler nicht zurück. Bei einer Taufe werden die Zähler grundsätz-
lich zurückgesetzt.

Bei einem Batterietest mit IIRT wird grundsätzlich die Statistik als Bewer-
tungsgrundlage verwendet. Es kann daher passieren, dass Batterietests
mit NIRT2 und IIRT bei MODAS-C zu unterschiedlichen Ergebnissen füh-
ren, da unterschiedliche Verfahren angewendet werden.

Für den Batterietest von MODAS-C ist das auf dem NIRT2 realisierte Ver-
fahren (Batteriespannungsmessung) zu bevorzugen. Im Gegensatz zum
IIRT wird das Ergebnis eines Batterietests beim NIRT2 nicht auf dem
MODAS gespeichert.

6.7.4 MODAS-Taufe

Für eine vollständige MODAS-Taufe sollte eine INIT-Datei mit folgenden


Werten übergeben werden:

[init]

initmode=0x11

initsize=0xFFFF

initdate=26.05.06

initfiles=90

ds48name=MODAS123

ds48option=1

ds48const=0002001e00c80018000a1459

NIRT2_KD_D280313 43
NIRT2 Konfigurationshandbuch

initmode siehe Tabelle 6.7.2 (Default: 0x12)


initsize 0xFFFF für 64kByte-MODAS,
0x7FFF für 32kByte-MODAS (Default: 0x7FFF)
initdate das aktuelle Datum (fehlt die Angabe, wird die NIRT2-Uhrzeit eingesetzt)
initfile maximale Anzahl an Dateien, bei DS48: 96 Dateien,
sonst 254 Dateien – die Mapping-Datei muss mitgezählt werden
ds48name MODAS-Name
ds48option 0: Mapping-Datei wird immer komplett gelesen
1: Mapping-Datei wird nur bei veränderter Prüfsumme gelesen
ds48const enthält Konstanten zur Berechnung der Batterierestladung
(Default: siehe oben)

6.7.5 Dateinamenlänge 8 Zeichen

Der NIRT2 unterstützt Leerzeichen in Dateinamen. Bedingt durch unter-


schiedliche SPS-Applikationen, die teils Leerzeichen in Dateinamen unter-
stützen und teils nicht, kann in der zentralen Konfigurationsdatei config in
der Sektion [station] mit dem Eintrag protocolds48nl8=yes eine Verlänge-
rung von Dateinamen auf 8 Zeichen Länge bewirkt werden. Die Verlänge-
rung erfolgt mit Leerzeichen. Auf dem MODAS haben mit dieser Einstel-
lung alle Dateinamen eine Länge von 8 Zeichen.

44 NIRT2_KD_D280313
Anlaufverhalten und Reset-Mechanismen

7 Anlaufverhalten und Reset-


Mechanismen

7.1 Booten des NIRT2


Beim Booten des NIRT2 wird diesem eine Netzkonfiguration zugewiesen.
Zur Auswahl stehen drei Möglichkeiten, um eine Netzkonfiguration zuzu-
weisen:

• Konfiguration komplett aus der /modas/config übernehmen

• Konfiguration aus dem optionalen Codierstecker lesen

• IP-Konfiguration per bootp abfragen

Welche Möglichkeit verwendet wird, wird in der zentralen Konfigurations-


datei /modas/config festgelegt – in der Sektion [network] mit den Einträ-
gen „dongle“ und „bootp“. Fehlen diese Einträge, so werden die unten be-
schriebenen Default-Werte angenommen:
# allgemeine Netzwerkeinstellungen

[network]

ipaddr=192.168.1.1

netmask=255.255.255.0

gateway=

dongle=no

bootp=no

media=auto

windowsize=0

timeserver=

NIRT2_KD_D280313 45
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Beim Booten wird zuerst die /modas/config ausgelesen. Bei „dongle=yes“


wird diese Konfiguration ersetzt durch die im Codierstecker gespeicherte,
sofern dieser adaptiert ist. Default: no. /modas/config wird überschrieben.

Bei „bootp=yes“ versucht der NIRT2 über DHCP seine Hardware-Adresse


in eine IP-Adresse aufzulösen. Hierfür muss im Subnetz des NIRT2 ein
entsprechend konfigurierter DHCP-Server zur Verfügung stehen. Wenn
kein DHCP-Server reagiert, werden dreimal DHCP-Anfragen in das Netz
gesendet mit einem TIMEOUT von je 10 Sekunden. Wurde innerhalb der
30 Sekunden nicht geantwortet, so verwendet der NIRT2 die zuletzt per
DHCP zugewiesene IP-Konfiguration. Wenn diese noch nicht existiert,
bootet der NIRT2 mit den Einstellungen aus der Datei /modas/config;
fehlt auch diese, bootet der NIRT2 ohne Netzwerkunterstützung! Default:
no.

Die gleichzeitige Verwendung von „dongle=yes“ und „bootp=yes“ ist nicht


sinnvoll.

Der Eintrag „media“ beschreibt die Art der Netzanbindung. Zurzeit stehen
nur die Einstellungen „auto“ für automatische Suche oder „none“ für keine
Netzanbindung zur Verfügung. Die Einstellung „none“ ist nur bei Spezial-
anwendungen sinnvoll – default: auto.

Zur Verbesserung der Performance der TCP-Kommunikation kann hier ei-


ne maximale TCP-Windowsize eingestellt werden. Dies ist sinnvoll, falls
die SPS eine sehr kleine Windowsize verwendet. Per default ist 0 vorein-
gestellt, was „keine Vorgabe“ bedeutet und zurzeit einer maximalen Größe
von 16 kByte entspricht.

7.2 Neuaufsetzen der Verbindung zum FTP-Client


Der FTP-Client sollte bei Problemen mit der FTP-Verbindung diese ab-
bauen und wieder neu aufbauen.

Der Server überwacht die einzelnen FTP-Verbindungen auf Aktivität. Nach


einem Inaktivitäts-Timeout wird die Verbindung vom Server abgebrochen.
Dieser Timeout ist auf 15 Minuten voreingestellt, kann jedoch bis zu einem
Limit von 2 Stunden konfiguriert werden.

Zu beachten ist auch eine Obergrenze von 40 Verbindungsaufnahmen pro


Minute. Bei einer Überschreitung dieser Grenze lässt der NIRT2 für 5 Mi-
nuten keine neue Verbindung zu. Als Verbindungsaufnahme gilt ein „Ein-
loggen“ per FTP oder TELNET.

46 NIRT2_KD_D280313
Anlaufverhalten und Reset-Mechanismen

7.3 Neuaufsetzen der MODAS-Kommunikation


Das Neuaufsetzen der MODAS-Kommunikation ist zum Einen dem Admi-
nistrator über TELNET möglich, zum Anderen kann der Benutzer
"mdsfull" auch über die FTP-Schnittstelle durch schreibenden Zugriff
bzw. ein Neuanlegen der Datei mdsreset im control-Verzeichnis diese
Rücksetzung anstoßen.

7.4 Timeserver
Es besteht die Möglichkeit, die Systemzeit an einen im Netz erreichbaren
Timeserver anzugleichen. Der Timeserver muss das Network-Time-
Protocol (NTP) unterstützen (RFC1305). Voraussetzung ist, dass in der
Datei /modas/config ein Timeserver angegeben wird. Der Abgleich wird
beim Booten und kontinuierlich im laufenden Betrieb durchgeführt. Ein
Logging findet bezüglich des Uhrzeitabgleichs nicht statt.

Bitte beachten Sie, dass Timeserver und NIRT2 sich in einem logischen
Netz befinden müssen, also ein Zeitabgleich über ein Gateway nicht mög-
lich ist.

NIRT2_KD_D280313 47
NIRT2 Konfigurationshandbuch

8 Anhang

8.1 Implementierte FTP-Kommandos


Befehl FTP- Parameter Bedeutung spezielle Interpretation
am Komman- im NIRT2
Client do an den
Server
open <IP-Adresse> oder Aufbau einer FTP- –
<DNS-Name> Verbindung von einem
Client zu einem NIRT2
close LOGOUT Abbau einer FTP- –
/ bye (QUIT) Verbindung
user USER <Benutzername> Einloggen eines Benut- –
zers
pass PASS <Passwort> Authentifizierung eines –
Benutzers
PORT <h1,h2,h3,h4,p1,p2> Request zum Aufbau ei- –
ner Dateiverbindung unter
Angabe von IP-Adresse
und Portnummer
get RETRIEVE <Dateiname> Übertragen einer Datei im Verzeichnis data:
(RETR) vom NIRT2 zum FTP- falls Datei nicht im Cache
Client vorhanden, Holen der
entsprechenden Datei
vom MODAS und Ablage
im Cache vor Übertra-
gung zum Client
mget NLST <Datei1> <Datei2> ... Übertragen mehrerer Da- im Verzeichnis data:
RETRIEVE teien vom NIRT2 zum Lesen von mehreren Da-
FTP-Client. teien vom MODAS oder
dem Lesecache
Bei Fehlen einer Datei
wird eine Fehlermeldung
darüber vom FTP-Client
ausgegeben.
put STORE <Dateiname> Übertragen einer Datei im Verzeichnis data:
(STOR) vom FTP-Client zum Ser- direktes Schreiben von
ver (falls Benutzer Dateien über das IR-Auge
Schreibrechte besitzt) auf den MODAS
mput NLST <Datei1> <Datei2> ... Übertragen mehrerer Da- im Verzeichnis data:
STORE teien vom Client zum Übertragen von mehreren
NIRT2 Dateien vom Quellrechner
zum MODAS

48 NIRT2_KD_D280313
Anhang

Befehl FTP- Parameter Bedeutung spezielle Interpretation


am Komman- im NIRT2
Client do an den
Server
append APPEND <Dateiname> Verlängern einer Datei im Verzeichnis data:
(APPE) Verlängern einer bereits
vorhandenen Datei auf
dem MODAS
delete DELETE <Dateiname> Löschen einer Datei (falls im Verzeichnis data:
(DELE) Benutzer Schreibrechte Löschen der Datei auf
besitzt) dem MODAS-Datenträger
cd CWD <Directory-Name> Ändern des aktuellen Ar-
beitsverzeichnisses
pwd PWD – Angabe des aktuellen
Verzeichnisses
dir, LIST – Anzeige des Directory- im Verzeichnis data:
ls Inhaltes Auslesen der Dateiliste
des MODAS-
Datenträgers im Format
der dir-Datei
(siehe Kapitel 5.5.5)
type, TYPE – Auswahl des Übertra-
bin, gungstyps
ascii
– NOOP – Keine Aktion auf dem
Server außer einer positi-
ven Antwort

8.2 MTI-Utility
Das MTI-Utility (MODAS-Test und Init) ermöglicht über den NIRT2
MODAS zu testen. Im Rahmen mehrerer Testphasen werden typische
MODAS-Funktionen ausgeführt und deren Ergebnis geprüft. Des Weiteren
kann eine MODAS-Nummer programmiert werden, wobei unbedingt dar-
auf zu achten ist, dass niemals zwei gleiche MODAS-Nummern für ver-
schiedene Datenträger vergeben werden. Abschließend wird der MODAS
initialisiert – evtl. vorhandene Daten werden gelöscht.

Das MTI-Utility sollte nur von sehr erfahrenem Personal eingesetzt wer-
den, das einen MODAS-Fehler interpretieren kann.

Mit „mti -?“ kann ein Hilfstext abgefragt werden:

NIRT2_KD_D280313 49
NIRT2 Konfigurationshandbuch

MTI - Utility fuer NIRT (MODAS Test and INIT)

-t <Trace-Level> set >0 for Debug reasons

-s <MODAS-size in kByte> default 64kByte

-n <MODAS-number> default: old number

-? print this help-text

-V print version

Die MODAS-Nummer darf Werte von 1 bis 65535 annehmen. Bei Nicht-
angabe dieses Parameters wird, sofern vorhanden, die alte MODAS-
Nummer erneut geschrieben. Die maximale MODAS-Kapazität hängt vom
MODAS-Typ ab – bei MODAS-C beträgt sie 64 kByte.

***** mtiPhase1: Start Phase 1 Switch on and abs. write

***** mtiPhase2: Start Phase 2 abs. read

***** mtiPhase3: Start Phase 3 long read for Watchdog-check

a b c d e f

***** mtiPhase4: Start Phase 4 initialize MODAS with Parameters

***** mtiPhase5: Start Phase 5 check Revision-number

Version: 4.0d

***** mtiPhase6: Start Phase 6 define File

***** mtiPhase7: Start Phase 7 write File

***** mtiPhase8: Start Phase 8 execute program

***** mtiPhase9: Start Phase 9 set SNR, read MDSnr

MODAS-nr.: 10001

***** mtiPhase10: Start Phase 10 batterytest

***** mtiPhase11: Start Phase 11 test long-filenames

***** mtiPhase12: Start Phase 12 initialize MODAS

OKAY - MODAS: 10001 - All test-phases finished sucessfully

50 NIRT2_KD_D280313
Anhang

Hinweis:

Durch Ausführung des MTI-Utilities wird das MODAS initialisiert. Das


heißt, es wird eine Formatierung für defaultmäßig 64kB und 250 Dateien
durchgeführt. Theoretisch kann eine Formatierung bis 254 Dateien erfol-
gen – sinnvoll sind jedoch maximal 200 Dateien. Dieser Wert ergibt sich
aus maximaler Blockgröße 6000 Byte durch maximale Dateinamenlänge
30 Byte.

Außerdem werden die Werte für den „erweiterten“ Batteriespannungstest


überschrieben.

8.3 MODAS-relevante FTP-Meldungen


Es können alle für FTP (gem. RFC959) definierten Antwortcodes vom
NIRT2 an die SPS gesendet werden. Folgende Fehlercodes haben eine
besondere Bedeutung für die Kommunikation mit MODAS:

Nummer FTP-Bedeutung gem. RFC959 Bedeutung beim NIRT2


226 Transfer complete
positive Quittung

452 File too long


maximale Dateilänge wurde überschritten

453 Wrong Modas aktuelle MODAS-Nummer weicht vom Inhalt von


mdtarget ab
500 General failure Ein Fehler wurde auf KP-Ebene festgestellt und wird
durch einen Fehlercode genauer spezifiziert.
522 File busy Beim Start des FTP-Prozesses fehlen in der
/modas/config-Datei die Pfadangaben.
550 No such File or directory MODAS im Kommunikationsbereich,
Datei nicht vorhanden
552 No Space left kein freier Speicherplatz
Speicherkapazität des MODAS wurde erreicht.
553 Permission denied
User hat nicht die erforderlichen Rechte.

554 No Modas kein MODAS im Kommunikationsbereich (oder


MODAS verriegelt, oder Kommunikationsfehler, oder
Synchronisationsfehler, s. Anmerkung 1).
556 Invalid Filename Für einen filebasierten MODAS-Zugriff wurde ein
ungültiger Dateiname angegeben.
557 No modas-daemon Auf dem NIRT2 läuft der MODAS-Prozess nicht (evtl.
wegen falscher Konfiguration in /modas/config ).

NIRT2_KD_D280313 51
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Anmerkung 1: Wird versucht, auf einen MODAS unter Version C eine Da-
tei mit langem Dateinamen anzulegen, liefert der NIRT2 Fehler 554, da
aufgrund unterschiedlicher Infrarot-Protokolle keine IR-Synchronisation
möglich ist.

Anmerkung 2: Bei allen FTP-Antworten, die vom NIRT2 kommen, sollte


grundsätzlich nur der Zahlencode interpretiert werden, keinesfalls die
nachfolgende Klartextmeldung. Diese Klartextmeldung dient der besseren
Verständlichkeit für Benutzer und erfolgt weder in einem fest definierten
noch in einem unveränderlichen Format. Dies gilt auch für alle hier abge-
druckten Beispiele.

Anmerkung 3: Da sich die Vielzahl möglicher MODAS-


Kommunikationsfehler nicht einzeln auf FTP-Fehler abbilden lässt, sollten
die oben stehenden Fehlernummern als Sammelfehler verstanden wer-
den. Bei Bedarf kann eine detaillierte Fehlerinformation durch Lesen der
Datei /modas/op01/config/error.log abgeholt werden.

8.4 Liste der Fehlermeldungen

8.4.1 Fehlercodes MODAS:

MODAS 50 --> Ungültiger Dateiname

MODAS 51 --> Datei bereits definiert

MODAS 53 --> Datei nicht definiert

MODAS 55 --> ungenügend zusammenhängender


(Rest-)Speicherplatz

MODAS 56 --> Datei leer

MODAS 57 --> Dateiverzeichnis (Directory) voll

MODAS 58 --> Datei schreib- oder lesegeschützt

MODAS 60 --> Datei-Datenbereich voll

MODAS 66 --> Programm nicht ausführbar

MODAS 67 --> Ungültige Parameter (im Vorblock)

MODAS 68 --> MODAS nicht initialisiert (Systemfehler


im Kopfsektor)

52 NIRT2_KD_D280313
Anhang

MODAS 70 --> Positionsfehler (Positionierung hinter


Dateiende)

MODAS 71 --> Datei fehlerhaft

MODAS 73 --> nicht genug Speicherplatz

MODAS 75 --> Datei zugriffsgeschützt

MODAS 80 --> Datei CRC Fehler

MODAS 82 --> EPROM Fehler (MODAS-Programmspeicher-


Fehler)

MODAS 99 --> fataler Fehler in der internen Daten-


struktur

MODAS 101 --> Sektor-Nummer zu groß

MODAS 103 --> Datei schreibgeschützt

MODAS 218 --> BitMap-CRC Fehler

MODAS 219 --> Directory-CRC Fehler

Fehlercodes nur im LOG-File sichtbar.

8.4.2 Schnittstellenfehler MODAS

MODAS 1 --> Vorblock-Fehler

MODAS 2 --> Timeout bei VBL-Quittungsempfang

MODAS 3 --> CRC-Fehler beim VBL-Quittungsblock

MODAS 4 --> Timeout bei Endblock

MODAS 5 --> Endblock-CRC-Fehler

MODAS 6 --> Endblock-Kennung fehlerhaft

MODAS 7 --> Timeout Synchronisations (A4-) Empfang

MODAS 8 --> Timeout beim Daten-Lesen

MODAS 9 --> Dateiinhalt fehlerhaft v. MODAS empf.


(Daten-Schreiben)

MODAS 10 -- Empfangs-Speicherbereich KP zu klein

MODAS 81 --> Befehl nicht definiert / erlaubt

NIRT2_KD_D280313 53
NIRT2 Konfigurationshandbuch

MODAS 100 --> Ungültige Stationsnummer (>0x8000)

MODAS 102 --> MODAS nicht erkannt

MODAS 104 --> falsche Synchronisation (A1) beim Komm.-


Aufbau

MODAS 110 --- MODAS bleibt nach Ausschaltbefehl einge


schaltet

MODAS 217 --> MODAS meldet Vorblock-CKS Fehler

MODAS 220 --> CKS-Fehler (IR-Übertragung)

MODAS 221 --> CRC-Fehler (Daten-Lesen)

MODAS 222 --> CRC- und CKS-Fehler (Daten-Lesen)

MODAS 252 --> Interner Fehler im Treiber

MODAS 253 --> Warnung: MODAS Batterie erschöpft

MODAS 254 --> fataler MODAS-RAM-Fehler

MODAS 255 --> Interner Fehler im Interface

8.4.3 Fehlercodes KP:

KP -1 --> Falsche Schnittstellennummer

KP -2 --> I/O-Port nicht gefunden

KP -3 --> Falsche IRQ-Nummer

KP -4 --> Schnittstelle ist bereits geoeffnet

KP -5 --> Schnittstelle ist nicht geoeffnet

KP -6 --> Ungueltiges Handle

KP -7 --> Sende-Timeout comPutc()

KP -8 --> Empfangs-Timeout comGetc()

KP -9 --> comStrOpen(): COM mehrfach definiert

KP -10 --> Datenbits mehrfach angegeben

KP -11 --> Stopbits mehrfach angegeben

KP -12 --> Paritaet mehrfach angegeben

54 NIRT2_KD_D280313
Anhang

KP -13 --> Baudrate mehrfach angegeben

KP -14 --> Handshake mehrfach angegeben

KP -15 --> COM nicht angegeben

KP -16 --> Datenbits nicht angegeben

KP -17 --> Stopbits nicht angegeben

KP -18 --> Paritaet nicht angegeben

KP -19 --> Baudrate nicht angegebenKP

KP -20 --> unzulaessiges Zeichen

KP -21 --> Overrun

KP -22 --> Parity

KP -23 --> Overflow + Parity

KP -24 --> Framing

KP -25 --> Overflow + Framing

KP -26 --> Parity + Framing

KP -27 --> Overflow + Parity + Framing

KP -28 --> Break empfangen

KP -29 --> Serieller Fehler aus Betriebssystem

KP -30 --> kein IRQ angegeben

KP -31 --> kein IRQ gefunden

KP -32 --> unzulaessiger Teiler angegeben

KP -33 --> unzulaessige Vorgabe fuer Datenbits

KP -34 --> unzulaessige Vorgabe fuer Stopbits

KP -35 --> unzulaessige Vorgabe fuer Paritaet

KP -36 --> Speicherplatzmangel

KP -37 --> Dual Ported Memory not found

KP -38 --> unbekanntes Protokoll

NIRT2_KD_D280313 55
NIRT2 Konfigurationshandbuch

KP -39 --> unbekannte Hardware

KP -40 --> unbekanntes Signal

KP -41 --> NULL-Pointer nicht zulaessig

KP -42 --> Timeout, kann Semaphor nicht bekommen

KP -43 --> Fehler bei Semaphor-Freigabe

KP -44 --> Versionsfehler

KP -45 --> Mikrocontroller kommt nicht aus dem Re-


set

KP -99 --> ALLGEMEINER Fehler

KP -101 --> Sendepuffer zu klein

KP -102 --> Sendepuffer belegt

KP -103 --> Sendepuffer leer

KP -104 --> Sendetimeout

KP -105 --> Gegenstelle antwortet nicht

KP -106 --> Kollision beim Senden

KP -107 --> Quittungs-Timeout

KP -108 --> NAK erhalten beim Senden

KP -109 --> Gegenstelle hat meine Sendung abgewuergt

KP -110 --> Gegenstelle nicht bereit

KP -111 --> Empfangenes Tlg zu gross/klein

KP -112 --> Empfangspuffer belegt

KP -113 --> Empfangspuffer leer

KP -114 --> Empfangstimeout

KP -115 --> Empfangsfehler (Overrun/Parity/Framing)

KP -116 --> Empfangsfehler falsche Checksumme

KP -117 --> Protokollfehler

KP -118 --> Telegramm fuer Gegenstelle zu lang

56 NIRT2_KD_D280313
Anhang

KP -119 --> fehlender Parameter

KP -120 --> Timeout

KP -121 --> Speichermangel

KP -122 --> Parameter Master/Slave nicht abgegeben

KP -123 --> Puffer voll / belegt

KP -124 --> Puffer leer

KP -125 --> Tlg gelesen, aber weitere im Puffer

KP -126 --> Schnittstelle nicht unterstuetzt

KP -127 --> 1. Empfangstelegramm unterbrochen

KP -128 --> Falsche Laenge

KP -129 --> ALLGEMEINE Protokoll-Verletzung

KP -130 --> kein freies Handle mehr verfuegbar

KP -131 --> fehlende Wertangabe

KP -132 --> Funktion nicht implementiert

KP -133 --> Applikation-Timeout

KP -134 --> Unerwarteter Empfang

KP -135 --> Gegenstelle sendet NAK

KP -136 --> Sequenzfehler

KP -137 --> Rahmen verloren

KP -138 --> Rahmen Timeout

KP -139 --> Puffer belegt

KP -140 --> Protokoll kann nur als

KP -141 --> Protokoll unterstützt keine überlagerten

KP -142 --> Protokoll kann nicht auf andere

KP -150 --> CPWACON: Stamp-Fehler

KP -151 --> CPWACON: Cmd-Fehler

NIRT2_KD_D280313 57
NIRT2 Konfigurationshandbuch

KP -152 --> Empfangenes Tlg zu kurz

KP -153 --> Empfangenes Tlg zu lang

KP -160 --> Fehler der Gegenstelle

KP -161 --> Falscher Datenblock

KP -162 --> Falsche Datenblock-Groesse

KP -164 --> es laueft gerade ein GET

KP -165 --> Adresse in Datenblock-Struktur fehlt

KP -166 --> Adresse in Datenblock-Struktur falsch

KP -167 --> Luecke im Datenblock

KP -168 --> Datenwort in mehreren Bloecken

KP -169 --> Tlg.typ hier nicht unterstuetzt

KP -170 --> Falsche Stationsnummer

KP -171 --> Fehler vom Betriebssystem

KP -172 --> (VCI:) Parameter Task nicht angegeben

KP -190 --> interne Programmierfehler

Fehlercodes nur im LOG-File sichtbar.

8.4.4 Fehlercodes NIRT2:

NIRT 245 #557 no Modas-daemon (bis C11)

NIRT 246 #454 no incoming-signal (bis C11)

NIRT 247 #455 no file to write

NIRT 248 #453 wrong modas

NIRT 249 #452 file too long

NIRT 250 #522 Timeout fuer Antwort vom MODAS-


Daemon

NIRT 251 #450 neuer MODAS, obwohl alter MODAS


nicht verriegelt - Sequenzbruch

KP 102 #554 MODAS nicht erkannt

58 NIRT2_KD_D280313
Anhang

MODAS 60 #552 MODAS Dateibereich voll

MODAS 53 #550 Datei nicht definiert

MODAS 50 #556 Ungültiger Dateiname

* * #500 allgemeiner Fehler

Erläuterung: Der Fehlercode wird nur im LOG-File angezeigt. Die #-


Nummer in der obenstehenden Tabelle sind FTP-Fehlermeldungen, die je
nach FTP-Client, von diesem mit oder ohne Text angezeigt werden.

Hier sind nur die FTP-Meldungen aufgeführt, die nicht zum FTP-Standard
gehören, sondern von der DSA-Applikation generiert werden. Fehlermel-
dungen, wie z. B.

• 530 Login incorrect oder


• 421 Timeout (900 seconds): closing control connection oder
• 226 Transfer complete.
gehören zum Standard.

Der Fehler #500 kann nur über die zugehörige Meldung im LOG-File inter-
pretiert werden.

8.5 Benutzernamen
Über den Benutzernamen, der beim Login über FTP übermittelt werden
muss, können die Rechte der SPS, bestimmte Aktionen auf dem MODAS
auszuführen, eingeschränkt werden.

User Password 1 Rechte


mdsrd mdsrd nur Lesezugriffe auf MODAS Dateien
mdsrdwr mdsrdwr Lese- und Schreibzugriffe.
mdsfull mdsfull Alle Befehle im Verzeichnis /modas sind erlaubt.
modas modas wie mdsfull
root sysadm Superuser für das gesamte System mit allen Rechten.
Wartungs- und Konfigurationsmöglichkeiten per TELNET.

1
In Konfiguration änderbar. Angegeben ist das Standard-Passwort bei Auslieferung.

NIRT2_KD_D280313 59
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Bei der Rechtevergabe muss berücksichtigt werden, dass das Anlegen


oder Löschen von Dateien unter Linux/UNIX von den Verzeichnisrechten
abhängt und nicht von den jeweiligen Dateirechten. Ein User hat somit das
Recht, in einem Verzeichnis entweder alle Dateien zu löschen oder gar
keine (siehe auch Kapitel 5.1).

8.6 LOG-Dateien
Fehlermeldungen, die im Zusammenhang mit der Kommunikation NIRT2 –
MODAS oder SPS – NIRT2 auftreten, werden in var/log/messages mit-
geschrieben.

Diese Datei enthält, sofern aufgetreten, jeweils mehrere Fehlermeldungen.

Software-Versionsnummern
Für die Kommunikation mit den MODAS sind auf dem NIRT2 zwei Pro-
zesse erforderlich. Die ausführbaren Dateien sind unter /usr/sbin zu fin-
den. Die jeweiligen Versionsnummer können bei einer TELNET-Session
folgendermaßen abgefragt werden:

• /usr/sbin/mdsd –V

• /usr/sbin/in.ftpd –V

8.9 Programmieren des optionalen Codiersteckers


Der optionale Codierstecker kann mit der auf dem NIRT2 vorhandenen
Software beschrieben und zu Testzwecken ausgelesen werden. Das er-
forderliche Programm dazu heißt mdsdongle und befindet sich auf dem
NIRT2 im Verzeichnis /usr/local. Der Codierstecker wird an die serielle
Schnittstelle des NIRT2 angeschlossen; die Verwendung der seriellen
Konsole ist dann nicht möglich. Bei Verwendung des Programms
mdsdongle ist ein Anhalten des MODAS-Prozesses auf dem NIRT2 oder
ein anschließendes Rebooten des NIRT2 nicht erforderlich.

Mit mdsdongle -? kann eine Übersicht der möglichen Parameter abge-


fragt werden. Der Befehl mdsdongle –r 2>/dev/null liest den Codierste-
cker aus und zeigt die Konfiguration an, die beispielhaft wie folgt aussieht:
IPADDR=192.168.1.1

60 NIRT2_KD_D280313
Anhang

NETMASK=255.255.255.0

NETWORK=192.168.1.0

BROADCAST=192.168.1.255

GATEWAY=0.0.0.0

DONGLE=0

BOOTP=0

MEDIA=0

WINDOWSIZE=0

STATIONNR=10

TIMEOUT=60

CACHETIMEOUT=0

START=0

FILESTRUCTURE=0

CONTROLDIR=/modas/op01/control

DATADIR=/modas/op01/data

Bei den Einträgen DONGLE und BOOTP bedeutet 0 = no und 1 = yes.


MEDIA=0 bedeutet „auto“, MEDIA=1 bedeutet „none“. Für CONTROLDIR
und DATADIR sind Pfade bis maximal 32 Byte Länge erlaubt.

Zur Programmierung des Codiersteckers werden die Daten aus der con-
fig-Datei verwendet. Als User root auf dem NIRT2 einloggen (per
TELNET) und die Befehlszeile

/usr/local/nirtconfig

ausführen. Zur Kontrolle kann der Codierstecker mit mdsdongle –r aus-


gelesen werden.

8.10 Notfallzugriff
Wenn über das Netz-Interface kein Zugriff auf den NIRT2 mehr besteht,
also die /modas/config-Datei ungültige Angaben in der [network]-

NIRT2_KD_D280313 61
NIRT2 Konfigurationshandbuch

Konfiguration enthält, so besteht die Möglichkeit, eine serielle Konsole (z.


B. Windows Hyperterm) über ein „gedrehtes“ serielles Kabel an den 9-
poligen seriellen Stecker des NIRT2 anzuschließen.

Die Einstellung für die serielle Schnittstelle des NIRT2 lautet 38400 Baud,
8 Datenbits, keine Parität, ein Stoppbit (38400,8n1) und kein Protokoll –
weder Hardware, noch Software. Eine Konfiguration der seriellen Parame-
ter auf dem NIRT2 ist nicht vorgesehen.

62 NIRT2_KD_D280313