Sie sind auf Seite 1von 8

RA J.

Küpperfahrenberg Seite 1 Stand September 2004

Übersicht über Gesellschaftsformen


mit Vor - und Nachteilen

Mit der Idee fängt alles an. Oder einem Angebot? Sie wollen Unternehmer werden und wissen nicht, we l-
che Unternehmensform für Sie am besten ist?

Es gibt hierbei einer Reihe von wirtschaftlichen, rechtlichen und steuerrechtlichen Fragen zu beantworten.
Es ist nicht immer leicht, sich hierbei richtig zu e ntscheiden.

Schon die Wahl der Rechtsform, die für die Gründung ins Auge gefasst wird, hat weit reichende Kons e-
quenzen für die Zukunft des Unternehmens. Obwohl die Entscheidung für eine Unternehmensform nicht
endgültig ist, d.h. der Unternehmer kann sie d urchaus an geänderte Rahmenbedingungen anpassen,
muss der Unternehmensgründer sorgfältig die richtige Entscheidung fällen.

Für eine erste Orientierung werden sowohl die Vor - als auch die Nachteile einzelner Unternehmensformen
vorgestellt.

I. II. III.
Einzelkaufmänn i- Personengesell- Kapitalg esellschaf-
sches Unternehmen schaften ten

Vorabinformation:

Der Begriff “
Eingetragener Kaufmann / eingetragene Kauffrau”(e.K., e. Kfm. / e.Kfr.)

Grundsätzlich gilt jedes gewerbliche Unternehmen als Handelsgewerbe, wobei jeder, der ein Handelsg e-
werbe betreibt, ein Kaufmann ist. Jeder kann sich in der Rechtsform der Einzelfirma, OHG oder KG, in das
Handelsregister, ohne, dass eine bestimmte Betriebsgröße vorhanden sein muss.

Die Namensgebung:

Eine Einzelfirma kann sich zum Beispiel "Sultan e.K.", "Sultan e.Kfm." oder "Sultan e.Kfr." nennen. Der Vor -
und Zuname des Inhabers muss nicht im Firmennamen erscheinen. [Gleiches gilt für die OHG und KG.] Der
Hinweis e.K. weist den Außenstehenden auf Ihre Eigenschaft als eingetragenen Kaufmann hin.

Die Geschäftsbriefe müssen neben der Firma den Ort der Niederlassung, auch die Handelsregister -
Eintragungsnummer und das Registergericht enthalten. Dagegen können die Inh aber und auch die Gesel l-
schafter anonym bleiben.

Die Rechtsformzusätze, wie "e.K." müssen ins Handelsregister eingetragen werden, entsprechendes gilt für
die "OHG". Übrigens: Ein kaufmännisches Gewerbe muss eingetragen werden.

Einzelkaufleute und Hande lsgesellschaften haben einen besonderen Namen, unter dem Sie am Rechts-
verkehr teilnehmen. Der Name ist die Firma. Die Firma muss nicht den Namen des Inhabers verwenden,
auf den Unternehmensgegenstand hinweisen. Sie kann eine Fantasiebezeichnung darstellen. Entschei-
dend ist vielmehr der Rechtsformzusatz. Dieser zeigt an, dass hinter" Sultan Kfr. " eine eingetragene (Ei n-
zel-) Kauffrau und hinter" Sultan GmbH " eine Gesellschaft mbH steht.

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 2 Stand September 2004

Die Industrie und Handelskammer gibt hierzu Hinweise, ob eine Firma z ulässig ist. Wer nicht rechtzeitig
nachfragt, muss gegebenenfalls sein Briefpapier, sein Schilder und die Firmenunterlagen neu drucken
lassen, was erhebliche Kosten verursachen kann!

I. Einzelkaufmännisches Unternehmen

Der einfachste Einstieg ist, das Unternehmen als Kaufmann oder Kauffrau selbst zu führen. Kaufmann
wird jeder Gewerbetreibende - außer bei Kleinstbetrieben - automatisch. Einzelunternehmen entsteht
somit automatisch, wenn mit einer Geschäftstätigkeit begonnen wird. Ein besondere r Gründungsakt ist
nicht notwendig. Ebenfalls ist keine notarielle Eintragung oder Beurkundung erforderlich. Der Alleininha-
ber führt die Geschäfte als Einzelunternehmer unter seinem Namen.

Vorteil Nachteil
§ Die Gründung geht schnell und unkompliziert. § Grundsätzlich haftet der Gesellschafter
persönlich.
§ Volle Kostenkontrolle
§ 100 % der Gewinne an Unternehmer (nach
Abzug aller Kosten)
§ Leichter Einstieg, geringe Startkosten

Wer kraft Gesetzes Kaufmann ist, muss sich, seine Firma und genauer seiner Handelsniederlassung zum
Handelsregister anmelden.

II. Personengesellschaften

Die wichtigsten Personengesellschaft sind:

1. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)


2. die offene Handelsgesellschaft (OH G)
3. die Kommanditgesellschaft (KG)

1. Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die GbR, auch BGB -Gesellschaft genannt, ist ein vertraglicher Zusammenschluss mindestens zweier Per-
sonen. Sie verfolgen einen gemeinschaftlichen Zweck (Verkauf von Computerhardware).
Den Vertrag regeln Sie am besten schriftlich. Schreiben Sie dort alles hinein, was im Innenverhältnis (zw i-
schen den Gesellschaftern) geregelt werden muss: wie Gesellschaftszweck, Gesellschafter, Verteilung des
Gewinns/Verlust, Beteiligungen und Kündigungs -, Ausscheidungs - und Abfindungsregeln.

Bei der Gemeinde bzw. Stadt ist eine Gewerbeanmeldung (Vorteil evtl. notwendige Erlaubnis) zu tätigen.
Die GbR kann nicht im Handelsregis ter eingetragen werden.

Vorteil Nachteil
§ Die Gründung ist schnell und unkompliziert. § Grundsätzlich haften die Gesellschafter
persönlich.
§ Es besteht handelsrechtlich keine Verpflic h- § Die GbR hat keinen Firmenamen, nur eine
tung zur doppelten Buchführung, steuerrech t- Geschäftsbezeichnung ist möglich.
lich nur, sofern der Jahresumsatz über
260.000 EUR oder der Ertrag über 25.000
EUR liegt.
§ Es besteht weitgehende Vertragsfreiheit bei § Die GbR ist r egelmäßig vom persönlichen

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 3 Stand September 2004

Abfassung des Gesellschaftsvertrages. Engagement geprägt.


§ Keine Mindesteinlage bzw. Stammkapital ist § Ein hohes gegenseitiges Vertrauen der G e-
vorgeschrieben. sellschafter ist erforderlich.
§ Die GbR verfügt über eine gewisse Rechtsf ä-
higkeit
§ Leichte Kreditaufnahme aufgrund persönl i-
cher Haftung.
§ Bei der Gewerbesteuer hat die GbR einen
Freibetrag von 24.500,00 Euro.

2. Die Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die OHG ist quasi der kaufmännische Bruder der GbR und wird im Handelsregister eingetragen. Die A n-
meldung muss in notariell, beglaubigter Form beim Registergericht erfolgen. Die Erstellung des Gesell-
schaftsvertrages muss in der Regel nicht notariell erfolgen (außer Grundstücke oder das nahezu gesamte
Vermögen eines Gesellschafters w erden eingebracht). Im Gesellschaftsvertrag sollten folgende Dinge
geregelt sein: Firmenname , der Geschäftsgegenstand , die Einlagen der Gesellschafter, die Geschäftsfü h-
rungs- und Befugnisse der Gesellschafter, die Gewinn - und Verlustverteilung sowie die Be endigung der
Gesellschaft.

Neben der Handelsregistereintragung der Firma beim Registergericht ist die Gewerbeanmeldung bei der
Gemeinde bzw. Stadt erforderlich (Vorteil eventuelle gewerberechtliche Genehmigung).

Vorteil Nachteil
§ Die OHG fü hrt einen Firmennamen, der aus § Die Gesellschafter haften unmittelbar, unb e-
einem Sachzusatz und dem Rechtsformz u- schränkt und solidarisch.
satz gebildet sein kann.
§ Es ist keine Mindesteinlage vorgeschrieben. § Der Gründungs - und Zeitaufwand ist durch
die Handelsregistereintragung größer.
§ Die OHG ist besonders geeignet für gleic h- § Die OHG ist verpflichtet handelsrechtliche
berechtigte und verpflichtete, in der Gesel l- Bücher zu führen.
schaft tätige Partner.
§ Die OHG genießt hohe Kreditwürdigkeit. § Ein hohes gegenseitiges Vertrauen der G e-
sellschafter ist unabdingbar.
§ Jeder Gesellschafter kann die Gesellschaft § Die OHG muss auf den Geschäftsbriefen die
einzeln vertreten. Firma, den Sitz des Unternehmens, die Ha n-
delsregisternummer und den Sitz des Regis-
tergerichts angeben.
§ Die OHG verfügt über Grundbuch -, Prozess- § Die OHG unterliegt den Vorschriften des Ha n-
und Deliktsfähigkeit. delgesetzbuches (HGB)
§ Bei der Gewerbesteuer hat die OHG einen § Die OHG ist unter Nic htlaufleuten eher unb e-
Freibetrag von 24.500,00 EUR. kannt

3. Die Kommanditgesellschaft (KG)

Die KG ist wie die OHG eine eintragungspflichtige Personengesellschaft, die mindestens einen Teilhafter
(Kommanditist) und einen Vollhafter (Komplementär) aufweisen muss. Wie die Namen bereits aussagen:
Sie unterscheiden sich in der Verteilung der Haftungsrisiken –mit dem vollen und dem eingebrachten
Vermögen. Der Kommanditist haftet nur mit seiner beliebig hohen Kommanditeinlage. ( § 164 HGB).

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 4 Stand September 2004

Die Kommanditisten sind zunä chst von der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ausgeschlossen ( au-
ßer sie sind z.B. als Prokurist gem. § 116 Abs. 3 HGB bestellt). Der Komplementär haftet mit seinem ge-
samten Vermögen . Die Anmeldung zum Registergericht muss notariell beglaubigt werden. Die Vorschri f-
ten der OHG gelten mit Verweisen auch für die KG .

Vorteil Nachteil
§ Der Kommanditist haftet nur mit seiner Ei n- § Der Komplementär haftet mit seinem pe r-
lage. sönlichen Vermögen.
§ Die Einlagen können in Geld, aber auch in § Der Kommanditist ist steuerrechtlich Mi t-
Sachwerten gel eistet werden. unternehmer, d.h. dass das Gehalt des
Kommanditisten nicht als Personalkosten
anerkannt wird.
§ Die KG führt einen Firmennamen. § Die KG muss handelsrechtlich Bücher fü h-
ren.
§ Die Geschäftsführung kann vertraglich b e- § Der Gründungsaufwand ist durch die Ha n-
liebig geregelt werden. delsregistereintragung relativ hoch.
§ Bei der Gewerbesteuer hat die KG einen
Freibetrag von 24.500,00 EUR.

III. Kapitalgesellschaften

1. Gesellschaft mit beschrä nkter Haftung (GmbH)


2. Aktiengesellschaft (AG)

1. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, d.h. eine juristische Person , die
erst mit der Eintragung in das Handelsregister entsteht. Die Kapitalgesellschaft ist somit selbst Träger
eigener Rechte und handelt selbständig im Rechtsverkehr durch ihren Geschäftsführer.
Die GmbH kann durch eine Person (Ein -Mann-GmbH s.u.) oder durch mehrere Personen gegründet we r-
den. Der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden. Zu den Mindestanforderungen an den
Gesellschaftsvertrag gehören Regelungen wie:

• Firma und Sitz der Gesellschaft


• Gegenstand des Unternehmens
• Betrag des Stammkapitals
• Stammeinlagen d er Gesellschafter

Eintragung ins Handelsregister

Wirksamkeit erlangt die GmbH erst durch die Eintragung ins Handelsregister, die durch einen Notar in
notarieller Form beim Amtsgericht des Sitzes der Gesellschaft angemeldet werden muss.

Sämtliche Geschäf tsführer , auch die stellvertretenden Geschäftsführer, müssen die Anmeldung vorne h-
men. Sie brauchen nicht alle gleichzeitig anzumelden, müssen aber die Anmeldung in öffentlich begla u-
bigter Form einreichen.

Anmeldung
Die Anmeldung muss von den Geschäftsführe rn persönlich vorgenommen werden (hier auch Einzahlung
der Stammeinlagen / Versicherung).

Dabei ist auch der Gesellschaftsvertrag einzureichen nebst evtl. Gründungsvollmachten (beides in U r-
schrift, als Ausfertigung oder beglaubigte Abschrif t), sowie die Legitimation der Geschäftsführer (Beste l-

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 5 Stand September 2004

lung zum Geschäftsführer), Liste der Gesellschafter (=Namen, Stand, Wohnort und das Geburtsdatum der
einzelnen Gesellschafter u. Stammeinlage), die Vertretungsbefugnis der Geschäftsführer, bzw. dass bei
Bestellung eines einzigen Geschäftsführers dieser die Gesellschaft allein vertritt.

Sondernachweise
Betreibt die GmbH ein Handwerk, so ist der Nachweis der Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich
und muss nachgewiesen werden.

Gleiches gilt beim Einz elhandelsgeschäft (Einzelhandelserlaubnis). Die abzugebende Versicherung der
Geschäftsführer muss enthalten, dass die bezeichneten Leistungen bewirkt worden sind.
Einlagen / Kapital

Ferner ist die Anmeldung beizufügen, die unter anderem die Geschäftsführ erregelung enthält. Das Mi n-
deststammkapital der GmbH beträgt 25.000,00 EUR . Bei zwei oder mehr Gesellschaftern müssen z u-
nächst nur 12.500,00 EUR Bareinlage eingezahlt werden, die restlichen 12.500,00 EUR können später,
spätestens bei der Liquidation, an di e GmbH geleistet werden. Der Mindestbetrag pro Einlage beträgt
100,00 EUR. Sacheinlagen sind möglich, müssen dann jedoch in voller Höhe der Stammeinlage erbracht
werden und erfordern die Vorlage eines Sachgründungsberichts . Ist die Eintragung der GmbH im H andels-
register erfolgt, darf die Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde bzw. Stadt nicht vergessen werden. Auf
allen Geschäftsbriefen der GmbH müssen die Rechtsform und der Sitz der Gesellschaft, das Registerg e-
richt und die Handelsregisternummer sowie alle Gesc häftsführer angegeben werden. Die Stammeinlage ist
Startkapital. Mit diesem Geld darf die Gesellschaft arbeiten.

[Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in seinem Urteil vom 26.6.2002 zum Aktenzeichen II ZR 300/00 fes t-
gestellt, dass die Gesellschafter einer Gm bH persönlich für die Verbindlichkeiten der GmbH haften, wenn
sie der Gesellschaft systematisch Kapital entzogen haben.]

Vorteil Nachteil
§ Die GmbH gewährleistet als Kapitalgesel l- § Die Gründungskosten der GmbH (Notar,
schaft eine weitgehende Trennung zum pr i- Registergericht, Veröffentlichungskosten)
vaten Bereich. belaufen sich je nach Umfang des Gesel l-
schaftsvertrages zwischen 1.000,00 EUR
und 2.000,00 EUR.
§ Die GmbH haftet nur mit ihrem Geschäft s- § Die GmbH besteht erst mit der Eintragung,
vermögen für betriebliche Verbindlichke i- vorher haften die Gesellschafter mit ihrem
ten. Achtung: Ausnahme besteht bei priv a- persönlichen Vermögen.
ten Einlagen (Schuldübernahmen/ Verm ö-
gen/ Vermögensgegenstände) in die GmbH
(z.B. Grundschulden; auch Bürgschaften) zur
Sicherung der Ansprüche Dritter (z.B. Ba n-
ken)
§ Die Gründung und Führung der Gesellschaft § Das (Mindest-) Stammkapital beträgt
durch nur einen Gesellschafter ist möglich. 25.000,00 EUR.
§ Die Gesellschafter können gleichzeitig G e- § Steuerrechtliche Fragen und die Buchfü h-
schäftsführer d er GmbH sein und die Ste l- rung sollten durch einen Steuerberater e r-
lung des Unternehmers wie eines Arbei t- folgen.
nehmers (steuerrechtlich) verbinden.
§ Die Gesellschafter können nicht nur natürl i- § Die Körperschaftssteuer muss im voraus
che Personen sondern auch Gesellschaften gezahlt werden (Liquiditätsabgeschöpfung).
wie KG, OHG, GmbH etc. sein.
§ Mit dem Ausscheiden eines oder mehrerer § Bilanzaufstellung durch Gewinn - und Ver-
Gesellschafter ändert sich nach außen (B e- lustrechnung + Anhang.
zeichnung der Gesellschaft, Geschäftsb rie-
fe) nichts (wichtig bei häufigem Gesel l-
schafterwechsel), außer der Ausscheidende
ist Geschäftsführer.
§ Die Geschäftsführer/ Gesellschaftergehä l- § Jahresabschluss muss innerhalb von 6 M o-
ter können als Personalkosten steuerlich naten erstellt sein.
Vorteilhaft verrechnet werden.
§ Die Bildung von Pensionsrückstellungen § Die Bilanz muss beim Registerge richt ein-

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 6 Stand September 2004

und der Abschluss einer Direktversicherung gereicht werden (bei größeren Gesellscha f-
für die Geschäftsführer der GmbH sind mö g- ten Publizitätspflicht).
lich.
§ Miet- und Pachtzinsen sind als Betriebsau s- § Die GmbH ist verpflichtet, Insolvenz anme l-
gaben abzugsfähig. den nicht, erst bei Zahlungsunfähigkeit,
sondern bereits bei Überschuldun g (§ 19
InsO).
§ Die Unternehmensnachfolge ist in der Regel § Häufig werden weitere Sicherheiten, wie
einfach zu handhaben. Bürgschaften oder Grundschulden von den
Banken verlangt.

Ein-Mann-GmbH

Ein Einzelunternehmer kann seinen Betrieb durch eine notariell beurkundete Erklärung in eine GmbH
umwandeln. In dieser sogenannten Ein -Mann-GmbH sind die Vorteile eines Einzelunternehmers mit denen
der GmbH vereint.

Vorteil Nachteil
§ Gesellschafter ist Angestellter der GmbH § Gründungsformalitäten aufwendig und
§ Vielfältige Einsatzmöglichkeiten kostspielig
§ hohe Stammeinlage
§ Keine persönliche Haftung § Schlechte Liquidität, da kaum Sicherhe i-
§ Vorteile der GmbH, s.o. ten
§ Schlechtes Ansehen bei Banken und G e-
schäftspartnern ( fehlende Kreditwürdi g-
keit)

Beachten Sie bitte:

Wer eine persönliche Sorgfaltspflicht verletzt und andere schädigt, haftet selbst. Gegen diese Haftung hilft
keine GmbH! Hier kann eine Versicherung schützen. Sein Sie auch bei den Bürgschaften und Schuldübe r-
nahmen für Ihre Gesellschaft vorsichtig. Durch solche Unterschriften setzen Sie auch Ihr Privatvermögen
dem Gläubigerzugriff aus .

2. Kleine Aktiengesellschaft (kleine AG )

Kurzbeschreibung

Die kleine AG ist im Gegensatz zur großen ( bekannten) AG eine Aktiengesellschaft mit einer kleinen
Zahl von Anteilseignern . Sie ist jedoch keine kleine Gesellschaft, gemessen an Umsatz oder Arbeitne h-
merzahl. Vorteil ist die Mö glichkeit der Einpersonengründung. Das Grundkapital muss mindestens
50.000 Euro betragen.

Vorteil Nachteil
§ Formalitätserleichterungen gegenüber "gr o- § Relativ komplizierte Gründung (Satzung
ßer" AG muss notariell erfolgen, Gründungsb e-
richt, Vorstand Auf sichtsrat bestellen,
u.a.)
§ Leichte Übertragbarkeit der Aktie § hohe Gründungskosten (Stammeinlage/
Notar/ Anmeldungen,..)
§ Beteiligung der Mitarbeiter am Erfolg des U n- § viele Formvorschriften (siehe Aktieng e-
ternehmens setz)
§ AG hat eigene Rechtspersönlichkeit
§ Für Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet
man den Gläubigern nur mit dem Gesel l-
schaftsvermögen
§ Imagegewinn –hohes Ansehen
§ Leichte Aufnahme externen Kapitals

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 7 Stand September 2004

IV. Kombination von Kapitalgesellschaft und Personengesellschaft:

Die GmbH & Co. KG

Es handelt sich um eine KG, bei der statt einer natürlichen Person eine GmbH persönlich haftende Gesel l-
schafterin (Komplementärin) ist. Die Haftung wird im Ergeb nis durch die GmbH beschränkt , denn die
Komplementärin haftet ansonsten mit dem gesamten Vermögen.

Die Gesellschafter der GmbH sind meist gleichzeitig die Kommanditisten der KG.
Von der Höhe der Vermögenseinlage der GmbH (Komplementärin) und der jeweilige n Kommanditisten
hängen die jeweiligen Entscheidungsbefugnisse und natürlich auch die Verteilung der Gewinne und Ve r-
luste ab

Vorteil Nachteil
Haftung auf das Gesellschaftsvermögen der Kompl e- Gründungsformalitäten für die GmbH (s.o.)
mentär-GmbH beschränkt

Schlussbemerkung:

Häufig werden Nachfolger von Unternehmen gesucht, weil z. B. der bisherige Unternehmer seinem Sohn,
seiner Tochter oder anderen Verwandten das Unternehmen nicht übertragen kann. Informationen hierzu
finden Sie über das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unter der Marke “nexxt”
, www.nexxt.org .

Beachten Sie bitte , dass jede Entscheidung sorgfältig überdacht werden muss. Nicht jedes Unternehmen
eignet sich für eine Gmb H oder für ein Einzelunternehmen. In vielen Fällen macht es Sinn eine GbR zu
gründen, in anderen eher eine OHG. Alle Rechtsformen haben Vor - und Nachteile. Steuern, Haftung, Mi t-
spracherechte und Ansehen sind wichtige Faktoren bei der Entscheidung. Wer klug ist, lässt sich beraten,
wägt ab und nutzt den Gestaltungsspielraum, den ihm das Gesetz lässt.

Es gibt jedoch keine Rechtsform, bei der keine Steuern zu zahlen sind, bei der die Haftung ausgeschlo s-
sen ist und kein Verwaltungsaufwand benötigt wird.

Überlegen Sie bitte genau, was und wen Sie mit Ihrem Unternehmen erreichen wollen und wie Sie gege n-
über Ihren Geschäftspartnern auftreten wollen.

Dieses Infoblatt ersetzt nicht eine individuelle Rechtsberatung und kann nicht abschließend sein. Bitte
halten Sie vor Gründung Ihres Unternehmens Rücksprache mit Ihrem Rechtsanwalt, dem Steuerberater
und Ihrer Unternehmensberatung.

Viele (Jung-) Unternehmer begehen den Fehler, erst bei oder nach Schadenseintritt Rücksprache mit dem
Rechtsanwalt zu halten! Dann ka nn es meistens schon zu spät sein.

Der Königsweg heißt Prävention! Erst beraten lassen und dann entscheiden.

Sprechen Sie Ihren Rechtsanwalt / Steuerberater an. Lassen Sie bitte auch alle übrigen Verträge prüfen
oder individuell erstellen: Insbesondere muss dies gelten für

• Mietverträge,
• Arbeitsverträge,

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com


RA J. Küpperfahrenberg Seite 8 Stand September 2004

• Gesellschafterverträge,
• Verträge mit Geschäftspartnern u.a.

Eine gute Beratung ist wie eine Versicherung. Diese schließt man sicherlich auch nicht erst nach dem
Schadenseintritt ab!

Ihre Kanzlei Küpperfahrenberg

RA Jörg Küpperfahrenberg - Zweigertstr. 17 - 45130 Essen - 0201/79 888 99 - info@die-kanzlei.com