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Bernhard Schlink ( 6.

Juli 1944 in Großdornberg, heute zu Bielefeld) ist deutscher Jurist und


Schriftsteller. Sein Roman Der Vorleser wurde zu einem internationalen Bestseller.

Bernhard Schlinks Vater Edmund Schlink war Theologieprofessor in Heidelberg, seine Tante Basilea
Schlink war evangelische Ordensgründerin, sein Großvater Wilhelm Schlink Professor für Mechanik.
Sein Bruder Wilhelm Schlink (1939–2018) war Professor für Kunstgeschichte an der Universität
Freiburg. Seine Schwester Dorothea (* 1935) ist mit Klaus Engelhardt, dem früheren Landesbischof
von Baden, verheiratet.
Kurz nach seiner Geburt zog Schlinks Familie nach Heidelberg; dort verbrachte er seine Kindheit und
besuchte das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium. Er hat einen Sohn, der Zahnarzt ist. Heute lebt Schlink in
New York[1] und Berlin.

1987 erhielt Bernhard Schlink eine Einladung an die Universität in Aix-en-Provence. Er wohnte drei
Monate bei seinem dort ansässigen Freund Walter Popp. Beide waren begeisterte Leser von
Kriminalromanen und beschlossen, selbst einen solchen zu schreiben. Ihr gemeinsamer Roman Selbs
Justiz handelt vom 68-jährigen Privatdetektiv Gerhard Selb, den ein Auftrag zurück in die eigene
Vergangenheit als Staatsanwalt während der Zeit des Nationalsozialismus führt.[4]
Nach dem Erfolg des Erstlings folgten die nächsten Bücher Schlinks ohne Co-Autoren, so der
Kriminalroman Die gordische Schleife, der 1989 den Friedrich-Glauser-Preis erhielt. Auch hier ist der
Protagonist ein ehemaliger Jurist, Georg Polger, der als Übersetzer nach Südfrankreich aussteigt und
durch die Übersetzung von Konstruktionsplänen für Kampfhubschrauber in das Visier eines
Spionagerings gerät. Mit Selbs Betrug, ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimipreis, und Selbs Mord
schloss Schlink die Trilogie um den Privatdetektiv Gerhard Selb ab.
Der 1995 erschienene erste Nicht-Kriminalroman Schlinks, Der Vorleser, wurde zu einem viel
beachteten internationalen Bestseller. Der Roman wurde in über 50 Sprachen übersetzt,[6] die
amerikanische Ausgabe erreichte Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times.[7] Der Vorleser
erhielt den Hans-Fallada-Preis (1998), den italienischen Literaturpreis Grinzane Cavour (1997) und
den Prix Laure Bataillon (bestdotierter französischer Preis für übersetzte Literatur) (1997). 2008
wurde der Roman unter der Regie von Stephen Daldry als Der Vorleser verfilmt.
2009 schenkte Schlink seine literarischen Manuskripte und Korrespondenzen dem Deutschen
Literaturarchiv Marbach.[10] Das Manuskript zu Der Vorleser ist im Literaturmuseum der Moderne in
Marbach in der Dauerausstellung zu sehen. Schlink ist Mitglied in der Schriftstellervereinigung PEN-
Zentrum Deutschland.

1989: Friedrich-Glauser-Preis der „Autorengruppe deutschsprachige Kriminalliteratur“ – Das Syndikat


für Die gordische Schleife
1993: Deutscher Krimi Preis für Selbs Betrug.
1995: Stern des Jahres der Münchner Abendzeitung für Der Vorleser
1997: Grinzane-Cavour-Preis (Italien) für Der Vorleser
1997: Prix Laure Bataillon (Frankreich) für Der Vorleser (Auszeichnung für den Autor sowie für den
Übersetzer Bernard Lortholary)
1998: Hans-Fallada-Preis für Der Vorleser
1999: WELT-Literaturpreis für sein literarisches Werk
2000: Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft
2000: Evangelischer Buchpreis für Der Vorleser
2000: Sonderkulturpreis der japanischen Tageszeitung Mainichi Shimbun, der jedes Jahr an einen
japanischen Buchbestseller vergeben wird, für Der Vorleser
2004: Bundesverdienstkreuz (I. Klasse)
2014: Park Kyŏng-ni Literaturpreis