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Erfolgs-Geschichten

Die Idee kam im Bett


Die Idee kam Heiner S.ganz spantan an einem scönen Sonntagmorgen, als der arbeitslose
Fernsehen mechaniker neben seiner Freundin aufwachte. „Wenn uns jetzt ein richtiges
Luxusfrühstück ans Bett gebracht würde – das wäre toll!“ dachte er. Aber natürlich kam niemand
und sein Kühlschrank war leider auch leer.
Hungrig, aber mit einem verruckten Plan im Kopf weckte er seine Freundin. Sie war sofort von
seiner Idee begeistert. In den folgenden Wochen besuchten sie zusammen Bäckereien und
Lebensmittelmärkte, entwarfen Anzeigen und beantragten einen Kredit bei der Bank.
Ein halbes Jahr später war es so weit: Heiner S. und Petra F. eröffneten ihren Frühitücksservice.
Anruf genügt – und nach ca. einer halben Stunde wird ein ausgezeichnetes Frühstück bis ans Bett
geliefert. Zwischen vier Angeboten können die Kunden wählen: „Romantisch“ (mit Kerzen und
kleinen Törtchen), „Englisch“ (mit Eiern und Schinken), „Gesund“ (mit frischem Obst und Säften)
und „Luxuriös“ (mit Champagner und Kaviar), Die Nachfrage ist groß und das Geschäft blüht. „An
Feiertagen, wenn die Leute lange im Bett bleiben können, haben wir die meiste Arbeit,“ sagt
Heiner S. „Viele Kunden leisten sich das Luxusfrühstück zum Geburtstag oder als Überraschung
zum Hochzeitstag. Wenn es gewünscht wird, bringen wir auch einen Blumenstrauß mit.“
Viele junge Leute träumen davon, ihr eigener Chef zu sein. Manche versuchen es und haben Pech.
Einige schaffen den Sprung in die Selbstständigkeit. Was dazu gehört? – Eine gute Idee, ein
bisschen Mut, ein bisschen Glück. Während in der Industrie immer mehr klassische Arbeitsplatze
verloren gehen, haben ungewöhnliche Geschäftsideen
 für Dienstleistungen gute Aussichten
auf Erfolg.
Wer sucht, der findet
Ein typischer Tag für Angela vi.: Während das Telefon zum ersten Mal klingelt, ist das erste
Fax des Tages schon angekommen und der Computer hat die elektronische Post
heruntergeladen. Anrufe, Faxe und E-Mails kommen von Menschen, die ungewöhnliche
Gegenstände suchen. Für diese Fälle bietet Angela M. ihre Dienste an: Sie vermittelt
Sachen, die schwer zu finden sind.
Zuerst sucht sie die einfachen Aufgaben heraus: Ein junger Mann braucht eine Nadel für
einen Plattenspieler, der schon seit Jahren nicht mehr produziert wird. – Ein
Geschäftsmann sucht ein originelles Geschenk für seilen japanischen Partner. – Eine
Hausfrau hätte gerne eine Gebrauchsanweisung für die Küchenmaschine, die sie auf dem
Flohmarkt gekauft hat.
Kein Problem. Für solche Dinge hat Angela ihre Quellen. Schwieriger wird es schon bei
den folgenden Anfragen: Ein Architekt sucht den Plan eines Gebäudes, das im Krieg
zerstört worden ist. – Ein Autosammler sucht ein wertvolles VW-Modell, von dem
insgesamt nur 15 Stück hergestellt worden sind. – Eine Dame möchte gern ein Paar
Schuhe haben, das schon von der englischen Königin getragen wurde.
Wie und wo findet man solche Sachen? „Meine wichtigsten Werkzeuge sind Telefon und
Computer“, sagt Angela M. Inzwischen besitzt sie eine riesige Datenbank mit Adressen
von Spezial-Geschäften rund um die ganze Welt. Und ihre Regale enthalten zahlreiche
Sondern Kataloge aus Handel und Industrie.
Normalerweise werden die Waren, die sie findet, von Ihr nicht gekauft, sondern nur
vermittelt. Deshalb braucht sie wenig eigenes Kapital. Ihre Honorare berechnet sie nach
der Schwierigkeit des Auftrags. Zunächst zahlt der Kunde eine Gebühr. Sobald sie eine
Anfrage befriedigen kann, bekommt der Kunde eine Rechnung.
Wenn er einverstanden ist, kann das Geschäft vermittelt werden.
Allerdings kommt es schon mal vor, dass sie einen Auftrag ablehnen muss: „Eine Dame
wollte, dass ich für sie den idealen Lebenspartner finde“, erzählt sie. Aber so etwas gehört
nicht zu ihren Aufgaben: „Dafür gibt es schließlich besondere Institute!“
Nicht nur der Umwelt zuliebe
Das Geld für sein Studium der Betriebswirtschaft verdiente sich Gero von W. als Praktikant
in verschiedenen Unternehmen der Metallindustrie. Dabei wunderte er sich oft, wie viel
Strom und Wasser von den Betrieben verbraucht wurde und wie viele giftige Stoffe in der
Produktion verwendet wurden. Die Ausgaben für Energie und für den Schutz der
Arbeitnehmer vor gefährlichen Materialien betrugen teilweise bis zu 20 Prozent der
gesamten Kosten einer Firma.
Nach dem Studienabschluss fand Gero von W zunächst eine Stelle in der
Planungsabteilung einer Fabrik für elektrische Haushaltsgeräte. Allmählich kam der
Wunsch in ihm auf, sich selbstständig zu machen. Eines Tages kündigte er und machte
seine eigene Firma auf. Mit seinen Kenntnissen war das kein Problem. Seine Geschäftsidee:
ein Umwelt-Beratungs-Service für kleine und mittlere Unternehmen.
„Auch kleinere Firmen haben Bedarf auf diesem Gebiet“, erklärt er. „Seit in Deutschland
die Ökologie-Steuer eingeführt worden ist, haben sie ein großes Interesse daran, dass ihre
Energiekosten sinken und die Sicherheit erhöht wird.“ Dafür hat er verschiedene
technische Verfahren entwickelt, die er den Firmen zu günstigen Preisen anbieten
kann. Sein größter Erfolg bisher: In einer Möbelfabrik ist der Wasserverbrauch beinahe um
die Hälfte gesenkt worden und giftige Farben werden auch nicht mehr verwendet. Gero
von W. – ein „Öko-Spinner“? „Unsinn!“, sagt er. „Es macht ganz einfach Spaß, Geld zu
verdienen und dabei auch noch etwas für die Umwelt zu tun.“ Und das scheint zu
funktionieren: Aufträge hat er genug.