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Große Meister , Kleine Schwächen

Ludwig van Beethoven betrat ein Wiener Gasthaus, in dem er schon oft zu Mittag gegessen hatte.
Er nahm an einem freien Tisch Platz und rief nach der Kellnerin. Nachdem er eine Weile
geNachdem er eine Weile gevartet hatte, zog er sein Notenpapier aus der Tasche und begann
eine Melodie aufzuschreiben, die ihm gerade eingefallen war. Schließich kam die Kellnerin. Als
sie jedoch sah, dass der Gast ganz mit dem Komponieren Deschäftigt war, wollte sie ihn nicht
stören und entiernte sich wieder. Beethoven schrieb und schrieb. Die Bedienung schaute immer
wieder zu ihm hinüber, doch er schien weder etwas zu sehen noch zu hören. Nachdem schließlich
mehr als eine Stunde vergangen war, sah Beethoven zufrieden von einen Noten auf und rief:„Ich
möchte zahlen. Die Rechnung, bitte! Georg Hellmesberger war dafür bekannt, dass er gern Süßes
aß. Häufig wurde er deshalb zu Kaffee und Kuhen eingeladen. Eines Nachmittags saß er wieder
einmal an einem gemütlichen Kaffeetisch. Die schönsten Torten wurden serviert und :s
schmeckte ihm vorzügich. Nachdem er sein drittes Stück gegessen hatte, fragte lie
Gastgeberin:
 Ach, verehrter Meister, warum haben Sie denn heute ihr wunderDares
Instrument nicht mitgebracht?“ Der antwortete höflich: „Meine Geige lässt sich
entschuldigen. Sie mag weder Kaffee noch Kuchen.“ In der Öffentlichkeit trat Gustav
Mahler zwar stets souverän und selbstbewusst mf, aber in den praktischen fingen des
Lebens war er meistens hilflos und von seiner Frau abhängig. Eines Morgens wachte er
mit Zahnschmerzen auf. Diese wurlen schließlich so stark, dass eine Frau ihn zum Zahnarzt
brachte. Nachdem Mahler m Behandlungsraum verschwunden war, trat sie ins
Wartezimmer. Kaum hatte sie sich hingesetzt, da ging die Tür auf und ihr Mann stand
wieder vor ihr. „Alma!“, frage er, „welcher Zahn tut mir eigentlich weh?
Leo Slezak wollte mit seiner Frau ans Meer fahren. Als sie am Bahnhof angekommen
waren, schaute er nachdenklich die viele Gepäcktücke an, die der Taxifahrer ausgeladen
hatte. Dann drehte er sich zu seiner Frau um und sagte: „Wir haben sieben Koffer, drei
Reisetaschen und fünf Hutschachteln dabei. Wir haben nur vergessen, den Schreibtisch
mitzunehmen.“ Sie sah ihn verwundert an: ‘Wieso den Schreibtisch?“ – „Weißt du“, sagte
er, „ich habe nämlich unsere Fahrkarten darauf liegen lassen.

Mit seiner Köchin hatte Anton Brückner ständig Streit. Vor allem fand er ihre Speisen stets
zu wenig gewürzt. Eines Morgens brachte sie ihm zum Frühstück ein weich gekochtes Ei.
Als Brückner es aufgeschlagen und probiert hatte, beschwerte er sich: „Das hab’ ich mir
doch gleich gedacht. Schon wieder nicht gesalzen!
Für Herbert von Karajan hatte man ein Taxi zur Wiener Oper bestellt. Der Fahrer
musste über eine halbe Stunde warten, bevor er den Meister schließlich mit eiligen
Schritten aus dem Opernhaus kommen sah. Rasch stieg er aus und riss ihm die Wagentür
auf. Nachdem der Dirigent auf dem Rücksitz Platz genommen hatte, startete der
Taxifahrer den Motor und sah seinen prominenten Fahrgast fragend an. Aber der
brummte nur ungeduldig. ‚• Mann worauf warten Sie noch?“ – „Ja, wohin woll’n S’ denn,
Herr Direktor?“, erkundigte sich der Taxifahrer höflich. „Ganz egal!“, rief Karajan nervös.
„Zum Dirigieren erwartet man mich überall!“