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Das Wörterbuch für das

Verstehen und Schreiben von


Texten
쮿 verzeichnet rund 20 000
Stichwörter und Wendungen 10

Das Bedeutungs-
Das Bedeutungs-

wörterbuch
쮿 enthält den gesamten
Wortschatz des „Zertifikats
Deutsch“
쮿 zeigt zu allen Stichwörtern die
wörterbuch
Aussprache und die grammati-
schen Merkmale Wortschatz und Wortbildung
쮿 erklärt die Bedeutung der
Rund 20 000 Stichwörter und
Stichwörter und zeigt Beispiele, Wendungen mit grammatischen
wie das Wort verwendet wird und phonetischen Angaben.
Alle Stichwörter mit Definitionen
쮿 Das Bedeutungs- 쮿 führt zu vielen Stichwörtern
und Beispielen. Mit Synonymen und
wörterbuch für alle Synonyme und Zusammen- Wortbildungen sowie Infokästen
Muttersprachler setzungen auf zu leicht verwechselbaren Wörtern
und alle, die Deutsch 쮿 enthält rund 450 Artikel zu
lernen. Wortbildungselementen

www.duden.de
ISBN 978-3-411-04104-6
21,95 1 (D) · 22,60 1 (A)
,!7ID4B1-aebaeg! 4.
Auflage 10
D10_Vor-Nachsatz_ok:2010 29.12.2009 11:07 Uhr Seite 2

Aal [al], der; -[e]s, -e: Grammatische Angaben


in Flüssen lebender, schlangen-
förmiger Fisch mit schlüpfriger
bei Substantiven: Es
Jedes Stichwort werden das Genus und die
Haut: Aal blau (gekochter Aal,
beginnt mit einer dessen Haut sich durch bergie- Endungen des Genitivs
neuen Zeile ßen mit heißem Essigwasser blau
Singular und des Nomina-
gefärbt hat); Aal grün ( frisch
gedünsteter Aal). Zus.: Flussaal, tivs Plural angegeben
Wortbildungen mit Räucheraal.
dem Stichwort aa|len [aln] 〈+ sich〉 (ugs.):
sich wohlig strecken, sich behag-
Angabe von Wort-
lich ausgestreckt ausruhen: sie trennungsmöglichkeiten
aalte sich in der Sonne. mit dem Zeichen |
Angaben zur Phonetik Aas [as], das; -es, -e und Äser
[z]:
(internationale 1. 〈Plural: Aase〉 [verwesender]
Lautschrift IPA) toter Körper eines Tieres;
Kadaver: das Aas liegt auf der
Straße. Leicht verständliche
Stichwörter in 2. 〈Plural: Äser〉 (ugs. abwer- und sachlich korrekte
halbfettem Druck tend) Person, über deren Verhal-
ten man sich ärgert, auf die man Definition
wütend ist: dieses verdammte
Aas hat mir alles weggenom-
men. Zus.: Rabenaas; * kein
Feste Wendungen Aas: überhaupt niemand: kein
erscheinen halbfett Aas hat mich im Krankenhaus
besucht. Angaben zur Stilschicht
aa|sen [azn] 〈itr.; hat〉 (ugs.):

verschwenderisch umgehen: mit Grammatische Angaben
dem Geld aasen. Syn.: durch- bei Verben
bringen (ugs.), vergeuden, verju-
beln (ugs.), verschwenden. Angaben von
Gehört ein Stichwort 1
ab [ap] 〈Präp. mit Dativ〉:
synonymen Stichwörtern
zwei oder mehreren von ... an, von: ab [unserem]
Werk; ab Hamburg; 〈bei einer
Wortarten an, wird mit Angabe zur Zeit auch mit Akk.〉
hochgestellten Ziffern ab erstem/ersten Mai; Jugendli-
unterschieden che ab 18 Jahren/Jahre; ab kom-
mendem/kommenden Montag;
〈bei einer Angabe zur Reihen-
folge auch mit Akk.〉 ab nächs-
ter/nächste Ausgabe.
2
ab [ap] 〈Adverb〉:
1. a) weg, fort, entfernt: rechts ab
von der Station; keine drei
Schritte ab. b) (ugs.) hinweg, fort:
ab nach Hause!
Unterscheidung ver-
2. 〈elliptisch〉 a) herunter, hinun- schiedener Bedeutungen
Angaben von typischen ter: Mützen ab! (absetzen!). durch arabische Ziffern
b) abgetrennt: der Knopf war
Wendungen und schon ab.
und/oder Kleinbuchstaben
Wortverbindungen 3. * ab und an (bes. nordd.):
gelegentlich; von Zeit zu Zeit: er
kommt ab und an, um nach
dem Rechten zu sehen; * ab
und zu: manchmal; von Zeit zu
Zeit: jmdn. ab und zu besuchen.
Wortbildungselemente ab- [ap] 〈trennbares, betontes ver-
als Stichwörter bales Präfix〉:
1. weg: abbröckeln; abbürsten;
abreisen; abschalten; abwin-
keln. Syn.: weg-.
D10_Vor-Nachsatz_ok:2010 29.12.2009 11:07 Uhr Seite 8

ab|ar|tig [ap|at c] 〈Adj.〉:


1. (emotional abwertend)
¸ (in
sexueller Hinsicht) vom als nor-
mal Empfundenen abweichend:
etwas als sexuell abartig anse-
hen. Syn.: abnorm, abnormal
regionale und (bes. österr. u. schweiz.), absei-
nationale Zuordnung tig, anormal, außergewöhnlich,
krankhaft, pervers, unnatür-
lich.
2. (ugs., oft emotional) (auf
absurde Weise) unangemessen;
merkwürdig: überfüllte Kauf-
häuser sind einfach abartig; sie
hatte eine abartig hohe Gage
verlangt. Syn.: haarsträubend
(emotional), kriminell (ugs.),
pervers (ugs., oft emotional
übertreibend).

Agen|tur [a ntu], die; -, -en:


a) (bes. Wirtsch.) Institution, die Bereichsangaben
jmdn. , etwas vertritt, jmdn. ,
etwas vermittelt: sie hat eine
Agentur für Öffentlichkeitsar-
beit. Zus.: Reiseagentur, Versi-
cherungsagentur. b) Geschäfts-
stelle, Büro eines Agenten, einer
Agentin: die Agentur hat heute
geschlossen. Syn.: Filiale, Nie-
derlassung, Zweigstelle.

Aggression/Aggressivität
Mit Aggressivität wird eine feste
[Charakter]eigenschaft bezeich-
net, die einen Menschen, ein Tier
oder eine bestimmte Sache (z. B.
ein Spiel) auszeichnet:
Kästchenartikel
– Kampfhunde zeichnen sich
zu leicht verwechsel- durch gesteigerte Aggressivität
baren Wörtern aus.
– Das Fußballspiel war von einem
hohen Maß an Aggressivität ge-
prägt.
Im Unterschied dazu wird Aggres-
sion meist verwendet, um eine vo-
rübergehende, stärker spontane
feindselige Haltung auszudrü-
cken. In vielen Fällen lässt sich für
Aggression(en) Zorn oder Wut ein-
setzen:
– Seine Stimmung kann schnell in
Aggression umschlagen.
– Dieses Thema löst in mir immer
Aggressionen aus.
– Sie entwickelte ihr gegenüber
starke Aggressionen.
Zypresse – Zypresse

Z
Zypr
1152
Duden Band 10
Der Duden in zwölf Bänden
Das Standardwerk zur deutschen Sprache

Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Rat


der Dudenredaktion:
Dr. Matthias Wermke (Vorsitzender)
Dr. Kathrin Kunkel-Razum
Dr. Werner Scholze-Stubenrecht

1. Rechtschreibung
2. Stilwörterbuch
3. Bildwörterbuch
4. Grammatik
5. Fremdwörterbuch
6. Aussprachewörterbuch
7. Herkunftswörterbuch
8. Synonymwörterbuch
9. Richtiges und gutes Deutsch
10. Bedeutungswörterbuch
11. Redewendungen und sprichwörtliche Redensarten
12. Zitate und Aussprüche
Duden
Das Bedeutungswörterbuch
4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage

Herausgegeben von der Dudenredaktion

Duden Band 10

Dudenverlag
Mannheim x Leipzig x Wien x Zürich
Projektleitung
Dr. Kathrin Kunkel-Razum

Redaktionelle Bearbeitung
Anja Konopka, Ursula Kraif
unter Mitwirkung von
Christine Beil (Nürnberg),
Prof. Dr. Mechthild Habermann (Erlangen) und
Prof. Dr. Stefanie Stricker (Bamberg)

Herstellung Tina Vogel, Monika Schoch

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Das Wort Duden ist für den Verlag Bibliographisches Institut AG
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in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren),
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verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

X 2010 Bibliographisches Institut AG, Mannheim


Typografisches Konzept Iris Farnschläder, Hamburg
Satz Bibliographisches Institut AG, Mannheim
Druck und Bindearbeit Druckerei C. H. Beck, Nördlingen
Printed in Germany
ISBN 978-3-411-04104-6
www.duden.de
Vorwort

Mit der jetzt vorliegenden 4. Auflage des Duden-Bedeutungswörterbuchs


haben sich Verlag und Redaktion das Ziel gesetzt, den Benutzern ein nützli-
ches Instrument zum richtigen und effizienten Umgang mit der deutschen
Sprache zur Verfügung zu stellen. Dies gilt zum einen für das korrekte Verste-
hen eines gesprochenen oder geschriebenen Textes, zum andern für den rich-
tigen produktiven Gebrauch der deutschen Sprache in Wort und Schrift.
Mit diesem Anspruch wendet sich die neue Auflage des Duden-Bedeu-
tungswörterbuchs sowohl an Benutzer mit Deutsch als Muttersprache als
auch an Deutsch Lernende anderer Herkunftssprachen, die bereits über eine
gewisse Kompetenz in der deutschen Sprache verfügen. Das Wörterbuch ver-
zeichnet unter seinen rund 20 000 Stichwörtern auch den gesamten Wort-
schatz des »Zertifikats Deutsch«.
Um beiden Zielsetzungen und Zielgruppen zu entsprechen, werden die
Bedeutungserklärungen in einem leicht verständlichen Grundvokabular
gegeben. Zusätzlich stellen authentische Anwendungsbeispiele die Stich-
wörter und ihre Bedeutungen in typischen Kontexten vor. Grundlage für
die möglichst exakte Darstellung der Wortbedeutungen sind das umfangrei-
che Dudenkorpus sowie die nahezu unbegrenzten Recherchemöglichkeiten
des Internets.
Neben den Grundbedeutungen werden bedeutungsgleiche und -ähnliche
Wörter ebenso berücksichtigt wie Wortbildungen mithilfe der jeweiligen
Stichwörter. So findet man beim Eintrag Angst die synonymen Wörter Ängst-
lichkeit, Beklemmung, Furcht, Panik und als mögliche Zusammensetzungen
(Komposita) die Wörter Berührungsangst, Todesangst.
Rund 75 Infokästen enthalten Informationen zu leicht verwechselbaren
Wörtern (z. B. anscheinend / scheinbar). Dieses Element soll dazu beitragen,
gerade dort Sicherheit im Umgang mit der Bedeutungsvielfalt der deutschen
Sprache zu erlangen, wo die Bedeutungen unscharf werden bzw. sich mit
benachbarten Bedeutungen überschneiden.
Viele Wörter entfalten ihre volle Bedeutungsdimension erst dann, wenn
sie zusammen mit anderen Wörtern idiomatische Wendungen bilden, deren
Bedeutung über die ursprüngliche Bedeutung der Einzelwörter hinausreicht.
Im Vorspann werden hierzu Beispiele aus dem Bereich von Redewendungen,
die Zahlen enthalten, gegeben.
Für die Verbesserung der passiven (textverstehenden) wie aktiven (text-
produzierenden) Sprachkompetenz ist der sichere Umgang mit Wortbil-
dungselementen unerlässlich. Dies gilt selbstverständlich auch für die
Erschließung von Neuwörtern, die im Zuge veränderter wirtschaftlicher,
gesellschaftlicher, kultureller etc. Entwicklungen in der Zukunft aus beste-
hendem Sprachmaterial gebildet werden.
Dabei handelt es sich nicht nur um die bekannten Präfixe wie be-, ent-, un-,
ver- oder Suffixe wie -bar, -heit, -keit, -ung, sondern auch um Wortbildungs-
elemente, die selbstständige Stichwörter mit eigenständiger Bedeutung dar-
stellen und gleichzeitig produktiv an der Bildung neuer zusammengesetzter
Begriffe und semantischer Wortfelder beteiligt sind: Öko-: Ökobauer, Ökola-
den, Ökopartei; multi-, Multi-: multifunktional, multimedial, Multimillionär,
Multitalent etc.
Es werden aber nicht nur die traditionellen Wortbildungsmittel inhaltlich
erläutert und vorgeführt (z. B.: herbei-: herbeizaubern; -bar: maschinenles-
bar), sondern auch die Wortbildungsmittel, die man als Affixoide – als Halb-
präfixe (Präfixoide) bzw. Halbsuffixe (Suffixoide) – bezeichnet.
Unter Affixoiden werden in diesem Buch die produktiven Wortbildungs-
mittel verstanden, mit denen man – wie mit den Affixen – in Analogie ganze
Reihen neuer Wörter für den Augenblicksbedarf bilden kann, die aber noch
immer – trotz inhaltlicher Entkonkretisierung oder Verblassung – die Bedeu-
tung des selbstständigen Wortes erkennen lassen. Aus diesem Grund kann
man unterscheiden zwischen einem Kompositum, das aus zwei selbstständi-
gen Wörtern besteht (Marathon-lauf, Papier-fabrik, frühjahrs-müde), und
einer affixoiden Wortbildung, die aus einem selbstständigen Wort und einem
Affixoid besteht (Marathon-sitzung, Ideen-fabrik, ehe-müde).
Die Affixoide sind für die deutsche Gegenwartssprache besonders charak-
teristisch; aber gerade sie finden sich in den Wörterbüchern in der Regel
nicht oder nur in Ansätzen verzeichnet. Bei der Bearbeitung wurde diesen
sprachlichen Ausdrucksmitteln besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Alle
in den Artikeln aufgeführten Beispiele stammen aus dem umfangreichen
Dudenkorpus, sind also belegte und keine erfundenen Wortbildungen. Diese
Artikel zur Wortbildung verschaffen dem Benutzer Zugang zu vielen Wör-
tern, die in den Wörterbüchern nicht zu finden sind und auch nicht zu finden
sein können, weil diese Wörter (noch) nicht lexikalisiert, (noch) nicht wörter-
buchreif sind.
In der Gebrauchsprosa finden sich solche Bildungen besonders häufig. Auf
einer Speisekarte werden – beispielsweise – kutterfrische Krabben angeboten,
und eine Firma beschreibt ihre Ventilatoren mit Attributen wie einbaufertig,
drehzahlsteuerbar, anpassungsfähig, wartungsfrei, geräuscharm, leistungs-
stark, bedarfsgerecht, betriebssicher, anschlussfertig. Aber auch emotionale
Wertungen kann man mit den Mitteln der Wortbildung ausdrücken:
Chef ideologe, saudumm, hundemüde, topaktuell, karrieregeil, gesundheits-
bewusst.
Jeder einzelne Wortbildungsartikel erschließt eine oder mehrere Reihen
gleich gebildeter Wörter. So finden sich unter -in beispielsweise: Anwältin,
Bewunderin, Hündin, Seniorin; unter Bilderbuch-: -ehe, -ehemann, -familie,
-karriere, -landung, -start; unter-intern: anstalts-, fach-, firmen-, haus-, partei-.
Dabei werden gleichzeitig die unterschiedlichsten Bildungsweisen – mit
Fugenelement, Umlaut, Ausfall der Endung, mit pluralischem oder singulari-
schem Basiswort – deutlich.
Besonders in der – meist gesprochenen – Alltagskommunikation findet
man eine praktisch unbegrenzte Kombinationsvielfalt, die oft zu Ad-hoc-
Bildungen führt, die zwar unter Umständen in keinem Wörterbuch ver-
zeichnet werden, deren Verstehen jedoch Voraussetzung für das Gelingen
von Kommunikation ist. Die durch die Kombination mehrerer sprachlicher
Elemente entstandene Bedeutung wird vom Sprachbenutzer nur erfasst,
wenn er auch fähig ist, ähnliche Wortbildungen voneinander zu unterschei-
den.
Mithilfe der Wortbildung werden oft ganze Sätze oder Satzteile zu einem
einzigen Wort verdichtet. Solch ein Gebilde ist zwar für den Sprecher/Schrei-
ber oft recht griffig, doch für den Hörer/Leser manchmal schwer oder gar
nicht verständlich oder auch mehrdeutig. Die Bedeutung wird erst – aber
auch nicht immer – aus dem Textzusammenhang oder aus der Situation
erkennbar. Die Auflösung mancher Wortbildungen erfordert oftmals eine
umständliche längere Umschreibung, so ist zum Beispiel »eine kinofähige
Wirklichkeit« eine Wirklichkeit, die sich auch für den Film, das Kino eignet,
und »brieftaschenfreundliche Preise« sind Preise, die nicht zu hoch, also
akzeptabel sind, die die »Brieftasche« (als den Auf bewahrungsort für Geld)
nicht so sehr belasten.
Die Produktivität der Sprache liegt in der Wortbildung. Daher gehören die
Wortbildungsmittel auch in ein Bedeutungswörterbuch; aber nicht nur, um
Gegenwartstexte verstehbar zu machen, sondern auch, um sprachliche Krea-
tivität zu fördern und anzuregen. Mit der ausführlichen Berücksichtigung der
Wortbildung einerseits und mit der Einarbeitung des Ergänzungswortschat-
zes, der Synonyme und Zusammensetzungen, andererseits wurde in diesem
Buch der Versuch unternommen, dem traditionellen Bedeutungswörterbuch
eine neue Qualität zu geben und durch unmittelbare, lebendige Einblicke in
die Vielfalt und Produktivität der Sprache die Lust an der Sprache und an eige-
ner sprachlicher Gestaltung zu wecken.

Mannheim, im Januar 2010


Die Dudenredaktion
Inhalt

Die Behandlung der Stichwörter 11


Die einzelnen Wortarten 16
Die Lautschrift 18
Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen und Zeichen 20
Liste der Wortbildungselemente 22
Zahlen 25
Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache 27
bersicht über die sprachwissenschaftlichen Fachausdrücke 33
Auflistung der Sachgebiete und deren Fach- und Sondersprachen 39
Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben 40
Wörterbuch 45
o
11 Die Behandlung der Stichwörter

Die Behandlung der Stichwörter

1. Die Anordnung der Stichwörter

Die Stichwörter sind streng alphabetisch angeordnet. Dabei werden die Umlaute ä, ö
und ü – anders als in Telefonbüchern – wie die Vokale a, o und u behandelt.
dämlich ...
Damm ...
dämmen ...
dämmern ...
Dämmerung ...
dämmrig ...
Es gilt der Grundsatz: Jedes Stichwort beginnt mit einer neuen Zeile. Damit vermei-
det das Wörterbuch umfangreiche »Nester«, die wegen ihrer Komplexität das Auf-
finden des gesuchten Wortes erschweren:
abklappern ...
abklingen ...
abklopfen ...
abknallen ...
abknicken ...
abknöpfen ...
Die Infofenster zu leicht verwechselbaren Wörtern werden nach dem im Alphabet zu-
erst stehenden Wort eingefügt, also anscheinend/scheinbar nach dem Eintrag zu
anscheinend.

2. Aussprache und Lautschrift

Zu den Hauptstichwörtern wird in diesem Wörterbuch die Lautschrift mit den Zei-
chen der International Phonetic Association (IPA) angegeben. Eine Liste der verwen-
deten Zeichen und der Laute, die sie repräsentieren, befindet sich auf Seite 18.
o Die Behandlung der Stichwörter 12

3. Darstellung und Aufbau der Stichworteinträge

Ab|bau1 [ apbau]2, der; -[e]s3 : Die Stichwörter1 erscheinen halbfett.


1.4 a) Zerlegung von Aufgebautem in seine Mögliche Worttrennstellen werden
Einzelteile5 : der Abbau von Tribünen ist beson- durch den vertikalen Strich | markiert. Es
ders schwierig6. Syn.:7 Abriss. b) allmähliche folgt die Lautschrift2. Angaben zur
Beseitigung: Abbau von Privilegien6. Zus.:8 Wortart und zur Grammatik3 sind der
Subventionsabbau, Truppenabbau. nächste Bestandteil des Artikels. Die
2.4 Verringerung des Bestandes oder der Gliederung eines Eintrags nach Bedeu-
Personenzahl 5 : Abbau von Arbeitsplätzen, tungen erfolgt durch halbfette arabi-
Lehrstellen, Personal6. Zus.:8 Arbeitsplatzab- sche Ziffern4. Die Definitionen erschei-
bau, Personalabbau. nen in kursiver Schrift5. Sie werden
3.4 Förderung oder Gewinnung von Erzen durch Anwendungsbeispiele6 illustriert.
und Mineralien5 : der Abbau der Steinkohle Synonyme7 und Zusammensetzungen8
wird hier eingestellt6. beschließen einen Stichworteintrag bzw.
4.4 Rückgang von Kräften5 : biologisch eine Bedeutungskategorie.
bedingter Abbau von Knochenmasse6. Zus.:8
Leistungsabbau.

ab|bau|en1 [ apbau n]2, baute ab, abgebaut9 : Bei bestimmten Verben (siehe unten,
1.4 〈tr.; hat〉10 a)11 (Aufgebautes) in seine S. 16) werden nach dem Stichwort die
Bestandteile zerlegen [und wegbringen]5 3. Person Präteritum und das Partizip
/Ggs. aufbauen/ 12 : ein Gerüst, Zelt, Tribünen Perfekt9 angegeben. Danach bzw. bei
abbauen6. Syn.:7 abbrechen, demontieren. jeder weiteren Unterbedeutung folgen
b)11 allmählich beseitigen5 : Zölle abbauen6. Angaben zu Transitivität bzw. Intransi-
Syn.:7 senken. tivität sowie zum Hilfsverb10. Innerhalb
2.4 〈tr.; hat〉10 in der Personenzahl verrin- einer Bedeutungskategorie erfolgt ge-
gern5 : die Verwaltung, Beamte abbauen6. gebenenfalls die weiter gehende Bedeu-
Syn.:7 abschießen (ugs.)13, abservieren tungsdifferenzierung mithilfe von
(ugs.)13, auf die Straße setzen (ugs.)13, auf die Kleinbuchstaben11. Zur Eingrenzung der
Straße werfen (ugs.)13, entlassen, feuern Bedeutung können gegensätzliche
(ugs.)13, in den einstweiligen Ruhestand ver- Wörter (Antonyme)12 angegeben werden.
setzen, in die Wüste schicken (ugs.)13, kaltstel- In runden Klammern stehen die Mar-
len (ugs.)13, kündigen, seines Amtes entheben kierungen der Sprachebene13.
(geh.)13, seines Amtes entkleiden (geh.)13,
über die Klinge springen lassen (ugs.)13, zum
alten Eisen werfen (ugs.)13.
3.4 〈tr.; hat〉10 (Erze, Mineralien) fördern,
gewinnen5 : heute wird immer weniger Kohle
abgebaut6.
4.4 〈itr.; hat〉10 (ugs.)13 in der Leistung schwä-
cher werden5 : von der zehnten Runde an
baute die Europameisterin [körperlich] ab6.
Syn.:7 nachlassen.
o
13 Die Behandlung der Stichwörter

1
aus1 [aus]2 〈Präp. mit Dativ〉14 : Die grammatischen Angaben stehen in
1.4 a)11 gibt die Richtung, die Bewegung von Winkelklammern14.
innen nach außen an15 : aus dem Zimmer Manchmal wird die Bedeutung nicht als
gehen6. b)11 gibt die räumliche oder zeitliche Definition, sondern als Erklärung15
Herkunft, den Ursprung, den ursprünglichen angegeben.
Bereich an15 : ein Werk aus dem vorigen Jahr-
hundert; aus der Nähe; aus drei Meter Entfer-
nung; aus Berlin stammen6 ...

1
Ball [bal]2, der; -[e]s, Bälle3 [ b l ]2 : Wörter mit gleicher Schreibung, aber
a)4 [mit Luft gefüllter] Gegenstand zum Spie- völlig unterschiedlicher Bedeutung ...
len, Sporttreiben5 .. .
2
Ball [bal]2, der; -[e]s, Bälle3 [ b l ]2 :
festliche Veranstaltung5 ...

1
Te|nor [te no ]2, der; -s, Tenöre3 [te nø r ]2 : ... oder Wörter mit unterschiedlicher
a)11 Männersingstimme in hoher Lage5 ... Aussprache oder Betonung ...
2
Te|nor [ te no ], der; -s:
grundlegender Gehalt5 ...

1
Band [bant]2, das; -[e]s, Bänder3 [ b nd ]2 : ... oder mit unterschiedlichem Genus und
a) schmaler Streifen aus Stoff o. Ä.: ein bun- unterschiedlicher Deklination ...
tes Band; ein Band im Haar ...
2
Band [b nt]2, die; -, -s3 :
Gruppe von Musikern ...
3
Band [bant]2, der; -[e]s, Bände3 [ b nd ]2 :
gebundenes Buch [das zu einer Reihe
gehört]: ein dicker Band ...

1
hän|gen [ h n]2, hing, gehangen3 〈itr.; ... oder Verben mit unterschiedlicher
hat〉10 : Konjugation werden durch vor dem
1. oben, an seinem oberen Teil an einer Stichwort stehende Hochzahlen unter-
bestimmten Stelle [beweglich] befestigt schieden.
sein5 ...
2
hän|gen [ h n]2, hängte, gehängt3 :
1. 〈tr.; hat〉10 etwas oben, an seinem oberen
Teil ... befestigen5 ...
o Die Behandlung der Stichwörter 14

4. Handhabung der Stilangaben

Es ist eine Wertung des individuellen Sprachgefühls, in welcher Qualität Wörter wie
»Scheiße«, »blöd«, »Drecks-«, »saukalt« oder »affengeil« wahrgenommen werden.
Was manchen Benutzern normalsprachlich, weil dem eigenen vertrauten Lebens-
und Sprachalltag entstammend, erscheint, ist für andere schon »ugs.« (= umgangs-
sprachlich), ja gar »derb«. Ähnlich verhält es sich mit Bewertungen wie »geh.«
(= gehoben) oder »Jargon«.
Angaben zum Sprachstil, zur Sprachebene sind immer wertend und damit oft sub-
jektiv. Dies gilt bis zu einem gewissen Grad auch für dieses Wörterbuch, auch wenn es
sich auf Analysen des Dudenkorpus stützen kann und so mit empirisch abgesicher-
ten Daten die Ebene der rein subjektiven Bewertung hinter sich lässt.
Zum Gebrauch und Stil werden folgende Angaben gemacht:
geh. = gehoben Nicht alltägliche bzw. im alltäglichen Sprachgebrauch feierlich
oder übertrieben wirkende Wörter wie Affront, Antlitz oder sich
befleißigen.
ugs. = umgangs- Hier handelt es sich um eine zwanglose Ausdrucksweise im
sprachlich sprachlichen Alltag, die man vor allem hört, bzw. dort liest, wo in-
dividuelle Abweichungen von der Norm der Hochsprache üblich
sind, etwa in persönlichen Briefen, E-Mails oder SMS-Texten, z. B.
drauflosgehen, dazwischenfunken, flitzen oder pennen. Zu der
Gruppe gehören auch Bildungen unter Verwendung von intensi-
vierenden Präfixen wie mega- oder super-.
derb Mit »derb« markierte Wörter werden im Allgemeinen als negativ
und im alltäglichen Sprachgebrauch als anstößig empfunden.
Dazu gehören Wörter wie Arsch oder Visage.
abwertend Als »abwertend« empfundene Wörter oder Wortbildungsele-
mente transportieren oft ein ablehnendes Urteil, eine persönliche
Kritik an der Person, auf die sich das Wort bezieht, etwa Chauvi,
Drecks-, Pöbel oder Rowdy.
emotional Damit wird eine Ausdrucksweise markiert, die eine emotionale
Anteilnahme an dem Bezeichneten wiedergibt, z. B. bei Wörtern
oder Wortbildungselementen wie Barbar, Drecks- oder super-.
Jargon Einem »Jargon« zugehörende Begriffe entstammen meist sozial
oder beruflich definierbaren Gruppen. Dort wird der »Jargon«
dann zum umgangssprachlichen Kommunikationsmittel, etwa
Stoff unter Rauschgiftsüchtigen für das jeweilig konsumierte
Rauschmittel.
o
15 Die Behandlung der Stichwörter

5. Die Verwendung von »Syn.« und »Zus.«

Am Ende der Stichworteinträge bzw. am Ende der verschiedenen Bedeutungskate-


gorien finden sich nach den Abkürzungen Syn.: bzw. Zus.: Aufstellungen von Wör-
tern, die in einer semantischen Beziehung zum Stichwort stehen.
Nach der Abkürzung Syn. folgen bedeutungsgleiche oder -ähnliche Wörter oder
Wortgruppen (Synonyme) in alphabetischer Reihenfolge. Ist das Synonym ein Ein-
zelwort, so ist es fast immer selbst wieder Stichwort im Buch und kann an der ent-
sprechenden Stelle nachgeschlagen werden. Unter Umständen sind Einzelwörter er-
gänzt um »sich« und/oder eine Präposition. Außerdem werden die Sprachebenen an-
gegeben.
Fach|mann ... Syn.: Ass, Autorität, Experte, Größe, Kapazität, Kenner, Könner,
Meister, Phänomen, Profi, Spezialist.
Li|ai|son ... Syn.: Affäre, Liebelei (abwertend), Techtelmechtel (ugs.), Verhältnis.
be|trü|gen ... Syn.: anscheißen (salopp), anschmieren (ugs.), aufs Glatteis führen,
aufs Kreuz legen (salopp), bluffen, einwickeln (ugs.), hereinlegen (ugs.), hinters
Licht führen, leimen (ugs.), linken (ugs.), neppen (ugs.), prellen, über den Löffel
balbieren (ugs.), überfahren (ugs.), überlisten, übers Ohr hauen (ugs.), übertöl-
peln, übervorteilen, verraten.
Nach Zus. werden zusammengesetzte Wörter (Komposita) aufgeführt, deren zweiter
Bestandteil dem Stichwort entspricht; dies schließt auch Ableitungen ein.
Attraktion ... Zus.: Hauptattraktion, Touristenattraktion.

6. Produktive Wortbildungselemente

Präfixe, Suffixe, Suffixoide und auch selbstständige Wörter, mit denen Reihen neuer
Wörter gebildet werden können, erscheinen als selbstständige Stichwörter an ihrem
alphabetischen Ort:
be- <verbales Präfix> ... beackern, befummeln; bekotzen; bekritzeln ...
hin- <trennbares, betontes verbales Bestimmungswort >: ... hingehen; hinlau-
fen ...
-muffel ... Bewegungsmuffel; Ehemuffel; Gurtmuffel ...
-tüchtig ... fahrtüchtig; flugtüchtig; funktionstüchtig ...
o Die einzelnen Wortarten 16

Die einzelnen Wortarten

1. Substantive

a) Bei Substantiven stehen der Artikel, der Genitiv Singular und der Plural. Der bei
diesen Angaben verwendete Strich »-« steht für das Stichwort:
Mann [man], der; -[e]s, Männer [ m n ]: ...
b) Hat ein Substantiv keine Pluralform, wird als Form nur der Genitiv Singular ange-
geben:
Hunger [ h ], der; -s: ...
c) Ausschließlich im Plural vorkommende Substantive erhalten die Angabe <Plu-
ral>:
Ferien [ fe:rien], die <Plural> ...
d) Tritt ein Substantiv in einer bestimmten Bedeutung nur im Singular auf, dann
wird dies durch den Zusatz <ohne Plural> gekennzeichnet:
Andacht [ andaxt], die; -, -en 1. <ohne Plural> Zustand, in dem sich jmd. befindet, wenn er sich
in etwas versenkt ... 2. kurzer Gottesdienst ...

2. Verben

a) Verben mit regelmäßiger Konjugation erhalten keine weiteren Angaben. Als


regelmäßig gelten die schwachen Verben, bei denen keine Trennung von Präfixen
erfolgt, die im Präteritum in der 3. Person Singular auf -te enden und deren Hilfsverb
im Perfekt ausschließlich »haben« ist:
aas/en, aas/te, hat geaas/t
absolvier/en, absolvier/te, hat absolvier/t
niesel/n, niesel/te, hat geniesel/t
opfer/n, opfer/te, hat geopfer/t
Bei Verben, die davon abweichende Formen aufweisen, werden die 3. Person Präteri-
tum und die 3. Person Perfekt angegeben. Die 3. Person Präsens wird nur aufgeführt,
wenn eine zusätzliche lautliche und/oder orthografische Abweichung auftritt:
fallen, fällt, fiel, ist gefallen
messen, misst, maß, hat gemessen
o
17 Die einzelnen Wortarten

Die Formen werden in folgenden Fällen angegeben:


* starke Verben: beißen, biss, hat gebissen
* schwache Verben mit trennbarer Vorsilbe: auftrennen, trennte auf, hat aufge-
trennt
* schwache Verben, bei denen in der Konjugation noch ein -e- zwischen Wortstamm
und Endung tritt:
fast/en, fast/ete, hat gefast/et
* schwache Verben, deren Hilfsverb im Perfekt ausschließlich (oder zusammen mit
»haben«) »sein« ist: filzen, filzte, hat/ist gefilzt.
b) Verben, die ein Akkusativobjekt haben und ein persönliches Passiv bilden (tran-
sitive Verben), erhalten die Kennzeichnung <tr.>. Es gibt Verben mit Akkusativ-
objekt, die aber trotzdem nicht als transitiv gelten, da sie kein Passiv bilden, z. B.
»bekommen« (er bekommt das Buch; nicht möglich jedoch: das Buch wurde von ihm
bekommen). Verben mit reflexivem oder reziprokem Pronomen erhalten die Kenn-
zeichnung <+ sich>, alle übrigen Verben die Kennzeichnung <itr.> = intransitiv.
c) Mit der Bezeichnung »Funktionsverb« werden Verben dann versehen, wenn sie
neben ihrem Gebrauch als bedeutungtragendes Vollverb in bestimmten Verbindun-
gen mit Substantiven auftreten, in denen ihre eigentliche Bedeutung verblasst ist und
in denen sie nur Teil einer festen Wendung sind, z. B. »gelangen« in den Wendungen
»zur Aufführung gelangen« (= aufgeführt werden) oder »zur Auszahlung gelangen«
(= ausgezahlt werden).

3. Adjektive

a) Adjektive können als nähere Eigenschaftsbestimmung vor ein Substantiv treten:


die schöne Rose. Hier spricht man vom attributiven Gebrauch des Adjektivs.
b) In Verbindung mit »sein« können Adjektive als nähere Eigenschaftsbestimmung
nach dem Substantiv stehen: die Rose ist schön. Dann spricht man vom prädikativen
Gebrauch des Adjektivs.
c) Adjektive können auch ein Verb näher bestimmen: die Rose blüht schön. Man
spricht dann vom adverbialen Gebrauch des Adjektivs.
d) Steigerungsformen werden nur dann angegeben, wenn sie unregelmäßig gebildet
werden oder wenn ein Umlaut auftritt:
gut, besser, beste
groß, größer, größte
o Die Lautschrift 18

Die Lautschrift

Zeichen der Lautschrift für deutsche Aussprache

Die unten stehende Tabelle zeigt Lautzeichen und Lautzeichenkombinationen, wie


sie bei deutscher Aussprache im Wörterverzeichnis verwendet werden. In der ersten
Spalte steht das Lautzeichen oder die Lautzeichenkombination, in der zweiten Spalte
ein Wortbeispiel dazu und in der dritten Spalte das Beispiel in Lautschrift.

a hat hat i: viel fi l y Heu h y


˙
a: Bahn ba n i Studie tu di p Pakt pakt
˙
Ober ob bist b st pf Pfahl pfa l
˙
Uhr u j ja ja: r Rast rast
˙
ã Pensee pã se k kalt kalt s Hast hast
˙ ˙
ã: Gourmand r mã l Last last schal al
˙
ai weit v ai t l Nabel na bl t Tal ta l
au Haut h au t m Mast mast ts Zahl tsa l
˙
b Ball bal m großem ro sm t Matsch mat
˙ ˙
c ich c n Naht na t u kulant ku lant
¸ ˙ ¸ ˙
d dann dan n baden ba dn u: Hut hu t
˙
d Gin d n lang la u aktuell ak tu l
˙ ˙ ˙
e Methan me ta n o Moral mo ra l Pult p lt
˙
e: Beet be t o: Boot bo t ui pfui! pfui
hätte h t o loyal loa ja l v was vas
˙ ˙
: wähle v l õ Fondue fõ dy x Bach bax
˙
˜ timbrieren t˜ bri r n õ: Fond fõ y Mykene my ke n
˜: Timbre t˜ br Post p st y: Rübe ry b
˙
halte halt ø Ökonom øko no m y̆ Tuilerien ty̆il ri n
˙ ¯
f Fass fas ø: Öl øl füllt f lt
˙ ˙
Gast ast œ göttlich œtl c z Hase ha z
˙ ˙ ¸
h hat hat œ̃ Lundist lœ̃ d st Genie e ni
˙ ˙
i vital vi ta l œ̃: Parfum par fœ̃ | beamtet b |amt t
˙
o
19 Die Lautschrift

Sonstige Zeichen der Lautschrift

| Stimmritzenverschlusslaut (Glottalstop, »Knacklaut«) im Deutschen,


z. B. beacht! [b |axt]; wird vor Vokal am Wortanfang weggelassen,
˙
z. B. Ast [ast], eigentlich [|ast].
˙
Längezeichen, bezeichnet Länge des unmittelbar davor stehenden Lautes
(besonders bei Vokalen), z. B. bade [ ba d ].
˜ Zeichen für nasale (nasalierte) Vokale, z. B. Fond [fõ ].
Hauptbetonung, steht unmittelbar vor der hauptbetonten Silbe,
z. B. Affe [ af ], Apotheke [apo te k ].
˙
Nebenbetonung, steht unmittelbar vor der nebenbetonten Silbe,
wird selten verwendet; z. B. Bahnhofstraße [ ba nho f tra s ].
Zeichen für silbischen Konsonanten, steht unmittelbar unter dem Konsonanten
z. B. Büffel [ b fl].
˙
˘ Halbkreis, untergesetzt oder übergesetzt, bezeichnet unsilbischen Vokal,
z. B. Studie [ tu di ].
kennzeichnet im Deutschen die Affrikaten sowie Diphthonge,
z. B. Putz [p ts], weit [vait].
˙
- Bindestrich, bezeichnet Silbengrenze, z. B. Gastrospasmus [ as-tro- spas-m s].
˙
o Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen 20

Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen und Zeichen

Abk. Abkürzung jmd. jemand


Adj. Adjektiv jmdm. jemandem
Akk. Akkusativ jmdn. jemanden
amtl. amtlich jmds. jemandes
Amtsspr. Amtssprache Jugendspr. Jugendsprache
Attr. Attribut
kath. katholisch
bayr. bayrisch Kauf- Kaufmannssprache
bes. besonders mannsspr.
bildl. bildlich Kfz-T. Kfz-Technik
bildungsspr. bildungssprachlich Konj. Konjunktion
Börsenw. Börsenwesen
BRD Bundesrepublik landsch. landschaftlich
Deutschland
Med. Medizin
bzw. beziehungsweise
mitteld. mitteldeutsch
DDR Deutsche Milit. Militär
Demokratische
nicht amtl. nicht amtlich
Republik
Nom. Nominativ
dgl. dergleichen
nordd. norddeutsch
dichter. dichterisch
nordostd. nordostd.
EDV elektronische
Datenverarbeitung o. ä.; o. Ä. oder ähnlich[e]; oder
ev. evangelisch Ähnliche[s]
österr. österreichisch
fachspr. fachsprachlich
Fachspr. Fachsprache Präp. Präposition
fam. familiär Psych. Psychologie

geh. gehoben Rechtsspr. Rechtssprache


Gen. Genitiv Rel. Religion
Ggs. Gegensatz
scherzh. scherzhaft
hist. historisch schweiz. schweizerisch
Seemanns- Seemannssprache
Inf. Infinitiv spr.
Interj. Interjektion südd. süddeutsch
itr. intransitiv südwestd. südwestdeutsch
o
21 Im Wörterbuch verwendete Abkürzungen

Syn. Synonym[e] usw. und so weiter

tr. transitiv westd. westdeutsch


Wirtsch. Wirtschaft
u. a. und andere[s]
u. ä.; u. Ä. und ähnlich[e]; z. B. zum Beispiel
und Ähnliche[s] Zus. Zusammensetzung
ugs. umgangssprachlich

* Das Sternchen kennzeichnet feste Verbindungen (* kein Aas).


o Liste der Wortbildungselemente 22

Liste der Wortbildungselemente,


die in der alphabetischen Stichwortliste erscheinen
a- -bezogen -ell -geil
ab- bi-, Bi- -(e)ln -gemäß
-abel Bilderbuch- empor- -gen
-abhängig Bio- End- general-, General-
-ade bitter- ent- -gerecht
affen-, Affen- -blind entgegen- -geschehen
-aktiv blitz-, Blitz- er- -getreu
-al/-ell blut- -er grund-
Alibi- -bold -[er]ei Grund-
Allerwelts- -bolzen erz-, Erz- -günstig
Amateur- bomben-, -esk -gut
Amok- Bomben- -eur -haft
an- brand- -euse -hai
-and Brot- Ex- -halber
-anfällig -bulle extra- -haltig
-ant bullen-, Bullen- Extra- Haupt-
anti-, Anti- Chef- -fabrik Heiden-
-arm -chen -fähig heim-
-artig -chinesisch fehl-, Fehl- -heini
-ation/-ierung co-, Co- -feindlich -heit/-ung
-(at)or Dampf- Feld-Wald-und- her-
-(at)ur de-, De- Wiesen- herab-
auf- -denken -fern heran-
-aufkommen des-, Des- -fertig herauf-
aus- -dicht -fest heraus-
außer- -dick -förmig herbei-
-bar dis-, Dis- fort- herein-
-bar/-lich Drecks- -frage herum-
be- durch- -frau herunter-
-bedingt Durchschnitts- -frei hervor-
-bedürftig -durstig -frei/-los -hilfe
-(be)gierig -ebene -fremd hin-
bei-, Bei- -echt -freudig hinab-
-bereit Eck- -freundlich hinauf-
-berg Edel- -frisch hinaus-
-beständig -ei -fritze hinein-
-betont -eigen Ge...[e] hinter-
-bewegt ein- -gebunden hinunter-
-bewusst elektro-, Elektro- Gegen- hinzu-
o
23 Liste der Wortbildungselemente

Hobby- -isierung -lustig nieder-


hoch- -ismus -mache -nis
Hoch- -ist -macher Nobel-
Höllen- -ität -mafia non-, Non-
homo-, Homo- -itis makro-, Makro- -nudel
Horror- -iv Mammut- Null-
hunde-, Hunde- -iv/-orisch -mane Nullacht-
-hungrig -jahr -mann fünfzehn-
hyper-, Hyper- Jahrhundert- -männer/-leute -o
hypo-, Hypo- Jungfern- Marathon- ober-, Ober-
-i -keit -marathon -oid
-iade Killer- -maschine Öko-
-ical -killer Massen- -okratie
-id Klasse- -maßen -omane
-ier knall- -mäßig -onaut
-ieren ko-, Ko- -material Operetten-
-ierung/-ation kontra-, Kontra- mega-, Mega- -orientiert
-ig -kräftig -meier -orisch/-iv
-ig/-lich -kratie Meister- -os, -ös
-igkeit -kreis meta-, Meta- -ose
-ik kreuz- mikro-, Mikro- -othek
-iker Kult- Mini- pan-, Pan-
il- Kunst- misch-, Misch- -papst
im- -lastig miss-, Miss- para-, Para-
-imperium -latein mit- -pflichtig
in- -lawine Mit- -phil
-in -leer -mittel -phob
ineinander- -leicht Möchtegern- Pilot-
inner- -lein mono-, Mono- Polit-
-inski -ler Monster- -politisch
-intensiv -leute mords-, Mords- poly-, Poly-
inter-, Inter- -leute/-männer -müde post-, Post-
-intern -lich -muffel prä-, Prä-
intra- -lich/-bar multi-, Multi- pro-, Pro-
-ion -lich/-ig nach- Problem-
ir- Lieblings- -nah -protz
irgend- -ling -naut pseudo-, Pseudo-
-isch los- neo-, Neo- quasi-, Quasi-
-isch/- -los -ner Rahmen-
-isch/-lich -los/-frei -neutral -rahmen
-isieren -lüstern nicht-, Nicht- ran-
o Liste der Wortbildungselemente 24

Raub- -seitig tod- -voll


rauf- -seits top- Vollblut-
raus- -sel Top- vor-, Vor-
re-, Re- Selbst- -tourismus Wahnsinns-
-reich -selig -trächtig weg-
-reif semi-, Semi- -träger Wegwerf-
rein- -sicher trans-, Trans- -weise
Riesen- -silo traum-, Traum- -welle
Risiko- Sonder- -treu -welt
Routine- Sonntags- -tüchtig -werk
rüber- -spezifisch -tum -wert
rück-, Rück- Spitzen- über- -wesen
rum- -stark ber- Westentaschen-
runter- stein- ultra-, Ultra- -widrig
-sache -stel um- -willig
-salat -sterben umher- -wirksam
-sam stink- un- Wunsch-
sau-, Sau- stock- Un- -würdig
-schaft sub-, Sub- -ung/-heit -wut
Schand- -süchtig unter- -wütig
schein-, Schein- super-, Super Unter- -zar
scheiß-, Scheiß- supra-, Supra- ur- -zentriert
Schlüssel- syn-, Syn- Ur- zer-
-schwach -täter ver- -zeug
-schwanger -tätigkeit -verdächtig Ziel-
schwarz-, -technisch -verhalten zu-
Schwarz- -tel -verschnitt zurück-
-schwemme tele-, Tele- Video- zusammen-
-schwer -thek Vize-
Seiten- tief- voll-, Voll-
o
25 Zahlen

Zahlen

Kardinalzahlen Ordinalzahlen
0 null
1 eins, ein der, die, das erste
2 zwei der, die, das zweite
3 drei der, die, das dritte
4 vier der, die, das vierte
5 fünf der, die, das fünfte
6 sechs der, die, das sechste
7 sieben der, die, das siebte, siebente
8 acht der, die, das achte
9 neun der, die, das neunte
10 zehn der, die, das zehnte
11 elf der, die, das elfte
12 zwölf der, die, das zwölfte
13 dreizehn der, die, das dreizehnte
14 vierzehn der, die, das vierzehnte
15 fünfzehn der, die, das fünfzehnte
16 sechzehn der, die, das sechzehnte
17 siebzehn der, die, das siebzehnte
18 achtzehn der, die, das achtzehnte
19 neunzehn der, die, das neunzehnte
20 zwanzig der, die, das zwanzigste
21 einundzwanzig der, die, das einundzwanzigste
22 zweiundzwanzig der, die, das zweiundzwanzigste
30 dreißig der, die, das dreißigste
40 vierzig der, die, das vierzigste
50 fünfzig der, die, das fünfzigste
60 sechzig der, die, das sechzigste
70 siebzig der, die, das siebzigste
80 achtzig der, die, das achtzigste
90 neunzig der, die, das neunzigste
100 hundert, einhundert der, die, das hundertste, einhundertste
101 hunderteins, hundertundeins, der, die, das hunderterste, hundertunderste,
einhunderteins, einhunderterste,
einhundertundeins einhundertunderste
200 zweihundert der, die, das zweihundertste
555 fünfhundertfünfundfünfzig, der, die, das fünfhundertfünfundfünfzigste,
fünfhundertundfünfundfünfzig fünfhundertundfünfundfünfzigste
1 000 tausend, eintausend der, die, das tausendste, eintausendste
1 001 tausendeins, tausendundeins, der, die, das tausenderste, tausendunderste,
eintausendeins, eintausend- eintausenderste,
undeins; tausendein..., eintausendunderste
tausendundein..., eintau-
sendein..., eintausendundein...
o Zahlen 26

1 200 tausendzweihundert, der, die, das tausendzweihundertste,


eintausendzweihundert eintausendzweihundertste
2 000 zweitausend der, die, das zweitausendste
3 000 dreitausend der, die, das dreitausendste
10 000 zehntausend der, die, das zehntausendste
100 000 hunderttausend, einhunderttausend der, die, das hunderttausendste,
einhunderttausendste
1 000 000 eine Million der, die, das millionste
1 000 000 000 eine Milliarde der, die, das milliardste
o
27 Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache

Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache

Zahlen spielen im menschlichen Leben eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, in be-
stimmten Lebensbereichen Ordnung herzustellen, berschaubarkeit zu schaffen,
Orientierungspunkte zu bieten, indem mit ihrer Hilfe etwas zählbar, messbar wird.
Kinder müssen das durch Zahlen repräsentierte Ordnungssystem erst lernen. Für
einen Dreijährigen ist der Satz: »Ich bin in fünf Minuten wieder zurück« ebenso
abstrakt wie der Satz: »Der Fernseher hat 600 Euro gekostet«. Im Laufe ihrer Ent-
wicklung lernen Kinder, die durch Zahlen repräsentierten Größen- und Mengen-
verhältnisse richtig zu erkennen bzw. auszudrücken.
Das Medium, das ihnen diese Kompetenz vermittelt, ist die Sprache, in der es unab-
lässig um Zahlen geht: »Aufstehen – es ist schon fünf vor sechs.« »Du bist schon zehn
Minuten im Bad.« »Wir müssen in zwei Minuten fahren.« »Herr Müller sitzt in Zim-
mer 112.« »Wir nehmen die S 8.« »Ich habe Reihe 9, Sitz 18.« »Das Filetsteak kostet
14 Euro.« »Ich will mit 60 in Rente gehen.« »Sie feiern ihren 50. Hochzeitstag.«
Zahlen beeinflussen unsere Lebensqualität, was jeder mit einem Blick auf den Kon-
toauszug oder die Waage selbst überprüfen kann. Zahlen können uns teuer zu stehen
kommen, etwa wenn sie bei der Geschwindigkeitskontrolle über dem erlaubten Wert
liegen.
Es ist bei dieser Allgegenwart von Zahlen nicht verwunderlich, dass sie in unserer
Sprache ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen. Die folgende Auswahl an Redewen-
dungen soll dies veranschaulichen.

1 Er war eins, zwei, drei fertig. Sehr schnell; so schnell, wie man braucht,
um von eins bis drei zu zählen
eins a: Die Pommes schmecken eins a. Aus der Kaufmannssprache: höchste
Qualitätsstufe.
Eins zu null für dich. Du bist momentan im Vorteil; eine
Wendung aus dem Bereich des Sports, wo,
etwa beim Fußball, trotz einer 1 0-Führung
der Ausgang des Spiels noch lange nicht
feststeht.
o Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache 28

2 Jedes Ding hat seine zwei Seiten. Man soll alle Aspekte einer Angelegenheit
betrachten.
Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einer Aktion zwei Ziele realisieren.
Das ist so sicher, wie zwei mal zwei vier ist. Absolut sicher.
Das ließ er sich nicht zweimal sagen. Ein verlockendes Angebot sofort
annehmen.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Aus einem Konflikt profitiert ein daran
Unbeteiligter, der »lachende Dritte«.

3 der lachende Dritte Siehe »Wenn zwei sich streiten...«.


Der kann wirklich nicht bis drei zählen. Der ist sehr dumm.
Aller guten Dinge sind drei. Gehört zu den Floskeln, mit denen jemand
zu einer bestimmten Handlung überredet
werden soll; hier: wenn etwas schon
zweimal geschehen ist.
Du machst ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Wenn jemand schlechte Laune ausstrahlt;
die Zahl drei ist dabei gegen größere
Zahlen austauschbar.
Dreimal darfst du raten. Je nach Kontext: a) du errätst es nicht;
b) das ist doch sonnenklar.

4 Alle viere von sich strecken. Aus Erschöpfung oder zum Entspannen
Arme und Beine im Liegen von sich
strecken.
Vier Augen sehen mehr als zwei. Zwei Personen nehmen mehr wahr als eine.
Kann ich dich unter vier Augen sprechen? Privat, ohne Zeugen.
In meinen vier Wänden fühle ich mich am In meiner gewohnten Umgebung;
wohlsten. vier Wände können also ein Zimmer,
aber auch ein ganzes Haus bedeuten.
o
29 Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache

5 Fünf(e) gerade sein lassen. Es mit etwas nicht so genau nehmen.


Es ist fünf Minuten vor zwölf. Es ist allerhöchste Zeit, etwas Negatives
zu verhindern bzw. eine negative
Entwicklung zu stoppen.
Das kannst du dir an deinen fünf Fingern abzählen. Etwas ist ganz offensichtlich, leicht
einzusehen, vorhersehbar.
das fünfte Rad am Wagen sein In Bezug auf eine Anzahl anderer Menschen
überflüssig und nur geduldet sein.
seine fünf Sinne zusammennehmen Sich konzentrieren; die fünf Sinne sind
Hören, Sehen, Schmecken, Riechen,
Tasten.
Hast du deine fünf Sinne nicht (richtig) Spinnst du? Bis du nicht bei Verstand?
beisammen?

6 Sie hat einen sechsten Sinn für so etwas. Etwas im Voraus spüren; die Wendung
bezieht sich darauf, dass die Menschen
fünf Sinne haben (siehe »fünf Sinne«).
Das wäre wie ein Sechser im Lotto. Das wäre ein unwahrscheinlicher
Glücksfall.

7 die sieben fetten/mageren Jahre Bezieht sich auf die alttestamentarische


Geschichte, in der einem Pharao sieben
Jahre mit reichen Ernten und sieben Jahre
mit Missernten vorausgesagt werden.
Die sieben fetten Jahre der Autoindustrie sind Metapher für eine wirtschaftlich
vorbei erfolgreiche Zeit.
Viele Gebrauchsanleitungen sind für mich ein Buch Völlig unverständlich, rätselhaft; nach
mit sieben Siegeln. einer neutestamentarischen Geschichte,
in der von einem mit sieben Siegeln
verschlossenen Buch erzählt wird.
seine Siebensachen packen Zusammenpacken, was man für einen
bestimmten Zweck benötigt.
mit Siebenmeilenstiefeln Sehr schnell; geht auf »Peter Schlemihls
wundersame Geschichte« von Adelbert
von Chamisso zurück.
sich wie im siebten Himmel fühlen Sich sehr wohl fühlen, sehr glücklich sein;
geht auf eine alte, in vorchristlichen
Religionen zu findende Vorstellung zurück,
wonach es verschiedene »Abstufungen«
des Paradieses gebe.
o Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache 30

9 ach du grüne Neune Ausruf des Schrecks, der unangenehmen


berraschung; geht möglicherweise auf
ein Berliner Lokal zurück, das im Volks-
mund »die grüne Neune« genannt wurde.

10 sich alle zehn Finger nach etwas ablecken Etwas gerne haben wollen, auf etwas
»scharf« sein; kommt aus der Zeit, als
man noch ohne Besteck aß und sich – vor
allem wenn etwas schmeckte – nach dem
Essen die Finger ableckte.
zehn an jedem Finger haben Viele Beziehungen, Verhältnisse gleich-
zeitig haben.
Du machst ein Gesicht wie zehn Tage Regenwetter. Vgl. »drei Tage«.
keine zehn Pfennige wert sein Nichts wert sein – man wird sehen, ob die
Einführung des Euros langfristig diese
Redewendung verändert.
Keine zehn Pferde bringen mich in die Oper etc. Unter keinen Umständen werde ich in die
Oper etc. gehen; nicht einmal die Kraft
von zehn Pferden ist so stark wie die
Abneigung gegen die Oper etc.

12 Du denkst nicht von zwölf bis Mittag. Da es sich dabei um zweimal die gleiche
Uhrzeit handelt, wird mit der Wendung
ausgedrückt, dass man jemanden für sehr
dumm hält.
Es ist fünf Minuten vor zwölf. Vgl. 5.
Von diesem Restaurant gehen zwölf auf ein Es ist nichts Besonderes.
Dutzend.

13 Jetzt schlägts (aber) dreizehn. Das geht zu weit! Jetzt reicht es aber! Dieser
spontane Ausruf der Empörung geht
darauf zurück, dass Uhren früher höchstens
zwölfmal schlugen, dreizehn Schläge also
nicht der Norm entsprachen.

14 ein Gesicht machen wie vierzehn Tage Vgl. »drei Tage« und »zehn Tage«.
Regenwetter
o
31 Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache

15 Fuffzehn machen Besonders in Berlin zu hören: bei der Arbeit


eine Pause (von 15 Minuten) einlegen.
kurze Fuffzehn machen Nicht lange fackeln, nicht zögern, etwas zu
Wenn er mir blöd kommt, mach ich kurze Fuffzehn tun.
und rufe die Polizei.

17 Trick siebzehn Eine rhetorische Floskel, mit der ausge-


drückt wird, dass etwas ganz einfach
war – man muss nur wissen, wie es gemacht
wird,
Wie hast du das nur geschafft? – Tja, Trick bzw. man will nicht verraten, wie man etwas
siebzehn. geschafft hat.

50 So ein falscher Fünfziger/Fuffziger. Meint einen scheinheiligen, unaufrichtigen,


unehrlichen Menschen. Der Ursprung
liegt in einer gefälschten 50-Pfennig-
Münze.

80 auf achtzig kommen Die drei Wendungen bedeuten wütend wer-


auf achtzig sein den, wütend sein, wütend machen und
jemanden auf achtzig bringen stammen aus einer lange zurückliegenden
Zeit, der ersten Hälfte des 20. Jahrhun-
derts, als 80 km/h die Höchstgeschwindig-
keit war, die ein Auto erreichen konnte
(siehe unten: hundert, hundertachtzig)
zwischen achtzig und scheintot Sehr alt – die Wendung ist gegenüber
Senioren abfällig. Ebenso abfällig, aber im
übertragenen Sinne kann sie auch auf
einen jüngeren, geistig unbeweglichen
Menschen gemünzt werden.
o Zahlen – Ordnungsfaktor im Leben und in der Sprache 32

99 auf neunundneunzig sein Äußerst aufgebracht, wütend sein. Die


jemanden auf neunundneunzig bringen Wendung bedient sich der Temperatur, in
Celsius gemessen. Da Wasser bei 100 Grad
Celsius zu kochen beginnt, drückt die
Wendung den gemeinten Gemütszustand
recht treffend aus.
der Kandidat hat neunundneunzig Punkte Beifälliger Kommentar, wenn jemand etwas
sehr gut (wenn auch nicht perfekt,
vgl. 100) gemacht hat. Stammt aus diversen
Quizshows aus der Frühzeit des Fern-
sehens in den 50er- und 60er-Jahren des
20. Jahrhunderts.

100 jemanden auf hundert bringen Vgl. 80.


auf hundert kommen
der Kandidat hat hundert Punkte Vgl. 99.

180 Jemanden auf hundertachtzig bringen Vgl. 80.


auf hundertachtzig sein

1000 vom Hundertsten ins Tausendste Sich völlig verzetteln, abschweifen, vom
kommen eigentlichen Thema abkommen – die
Wendung geht auf alte Rechenvorrich-
tungen zurück. Es geschah häufiger, dass
jemand beim Auflegen der Marken
(Rechenpfennige) auf die Rechenbänke
auf 100 gleich 1 000 folgen ließ, also 200, 300,
400 etc. übersprang. Die Wendung meinte
also ursprünglich einen Fehler beim
Rechnen.
o
33 bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke

bersicht über die im Wörterbuch verwendeten


sprachwissenschaftlichen Fachausdrücke

Abstraktum: Substantiv, mit dem etwas Nicht- Artangabe: Umstandsangabe oder freie Um-
gegenständliches bezeichnet wird. Bsp.: standsangabe, die die Art und Weise (Qua-
»Liebe«, »Hoffnung«. Vgl. Konkretum. lität, Quantität, Intensität usw.) angibt und
Adjektiv: deklinier- und komparierbares Wort, mit »wie?« (»wie viel?«, »wie sehr?« usw.)
das eine Eigenschaft, ein Merkmal bezeich- erfragt wird. Umstandsbestimmung, ad-
net. Es drückt aus, wie jemand oder etwas verbiale Bestimmung der Art und Weise.
ist, wie etwas vor sich geht oder geschieht. Bsp.: »Karl singt laut.« »Er peinigte mich
Eigenschaftswort. Bsp.: »Das ist ein großes bis aufs Blut.« »Die Figur ist aus Holz.«
Haus.« »Das Haus ist groß.« »Er läuft Artikel: deklinierbares Wort, das Geschlecht,
schnell.« Fall und Zahl eines Substantivs angibt; Be-
adjektivisch: das Adjektiv betreffend, als Ad- gleiter des Substantivs. Man unterscheidet
jektiv gebraucht. den bestimmten Artikel (»der«, »die«,
Adverb: unflektierbares Wort, das näher be- »das«) und den unbestimmten Artikel
zeichnet, wo, wie oder warum etwas ist/ (»ein«, »eine«, »ein«).
geschieht, das die räumlichen, zeitlichen attributiv: (von Adjektiven) als nähere Bestim-
Beziehungen kennzeichnet. Umstandswort. mung bei einem Substantiv stehend. Bsp.:
Bsp.: »Ich komme bald.« »Er läuft sehr »Das ist eine schöne Rose«. Vgl. adverbial,
schnell.« »Ich möchte das Buch dort.« prädikativ.
»Hoffentlich geht alles gut.« Basiswort: Wort, das die Basis für ein neues
adverbial: (von Adjektiven) ein durch ein Verb Wort bietet, das mithilfe eines Präfixes,
ausgedrücktes Geschehen kennzeichnend. Suffixes, Präfixoids oder Suffixoids gebildet
Bsp.: »Die Rose blüht schön.« Vgl.: attribu- wird. Bsp.: Das Substantiv »Beitrag« ist
tiv, prädikativ. Basiswort in »beitragsfrei«, das Adjektiv
adversativ: einen Gegensatz kennzeichnend; »kalt« ist das Basiswort in »eiskalt«, das
entgegensetzend. Bsp.: »Er kommt nicht Verb »tanzen« ist Basiswort in «ertanzen«.
heute, sondern morgen.« Bestimmungswort: erster (am Anfang stehen-
Affixoid: Oberbegriff für Präfixoid/Suffixoid. der) Bestandteil eines zusammengesetzten
Akkusativ: der vierte Fall. Wenfall. Bsp.: »Ich Wortes, der das Grundwort näher be-
grüße den Lehrer.« »Ich lese ein Buch.« stimmt. Bsp.: »Regenschirm«, »Regen-
Akkusativobjekt: s. Objekt. schirmständer«, »handgemalt«.
Aktiv: Blickrichtung beim Verb, bei der ein Bezugswort: Wort, auf das sich ein anderes
Geschehen im Hinblick auf den Täter, Ur- Wort bezieht. Bsp. : In dem Satz »Sie hat
heber gesehen wird (Gegensatz: Passiv). viele Länder bereist« ist »Länder« das »Be-
Tatform, Tätigkeitsform. Bsp.: »Fritz strei- zugswort zu »bereisen«.
chelt den Hund.« »Die Rose blüht.« »Sie Dativ: der dritte Fall. Wemfall. Bsp.: »Das Buch
leidet.« gehört meinem Freund.«
aktivisch: mit aktivischer Bedeutung. Bsp.: Dativobjekt: s. Objekt.
-fähig in: »Sie ist lernfähig« (= Sie ist fähig Deklination: Formabwandlung von Substantiv,
zu lernen, kann lernen), »Das Modell ist Artikel, Pronomen und Adjektiv. Beugung.
f lug fähig« (= ist fähig zu fliegen, kann flie- Bsp.: »der nette Vater, des netten Vaters,
gen). Vgl. passivisch. die netten Väter« usw.
o bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke 34

Demonstrativpronomen: Pronomen, das auf tes, nach dem sich Wortart, Geschlecht und
etwas Bekanntes [nachdrücklich] hinweist. Zahl des ganzen Wortes richten. Bsp. :
Hinweisendes Fürwort. Bsp. : »Dieses Buch »handgemalt« (Wortart = Adjektiv), »der
gefällt mir besser.« Bahnhof«, »die Glückssträhne«, »das Kin-
elliptisch: eine Ellipse, d. h. eine Auslassung derzimmer«.
von Rede-, Satzteilen, enthaltend. Bsp.: Hilfsverb: haben, sein oder werden als Be-
»Betreten des Platzes verboten!« (= Das standteil einer zusammengesetzten Verb-
Betreten des Platzes ist verboten.) »Licht form. Bsp.: »Sie ist ins Kino gegangen.«
an!« (= Licht anmachen!), »brieftaschen- Imperativ: Aussageweise (Modus) des Verbs,
freundliche Preise« (= Preise, die die Brief- die einen Befehl, eine Bitte, Aufforderung,
tasche, d. h. das darin befindliche Geld, Warnung o. Ä. kennzeichnet. Befehlsform.
schonen und daher »freundlich« sind). Bsp.: »Komm[e] schnell!« Vgl. Indikativ,
flektiert: je nach Fall, Geschlecht oder Zahl in Konjunktiv.
der Wortform verändert (Gegensatz: un- Indefinitpronomen: Pronomen, das eine Per-
flektiert); gebeugt. son, Sache oder Zahl in ganz allgemei-
final: den Zweck, eine Absicht kennzeichnend. ner und unbestimmter Weise bezeichnet.
Bsp.: »Sie fährt zur Kur, damit sie sich er- Unbestimmtes Fürwort. Bsp. : »Alle wa-
holt.« ren gekommen.« »Er hat etwas mitge-
Fugenzeichen: Verbindungselement zwischen bracht.«
Wortbildungsbestandteilen. Bsp.: »Bi- indeklinabel: sich nicht deklinieren lassend.
schofsmütze«, »Hosenanzug«. Bsp.: »Am liebsten mag er Schweizer
Funktionsverb: Verb, das als Teil eines festen Käse.«
Gefüges seine ursprüngliche, volle Bedeu- Indikativ: Aussageweise (Modus) des Verbs,
tung weitgehend verloren hat, verblasst ist die ein Geschehen als tatsächlich oder
und nur noch eine grammatische Funktion wirklich hinstellt; Wirklichkeitsform.
hat. Bsp.: »zum Druck gelangen« (= ge- Bsp.: »Sie kommt morgen.« Vgl. Imperativ,
druckt werden), »eine Vereinbarung tref- Konjunktiv.
fen« (= etwas vereinbaren), »zur Anwen- Infinitiv: Form des Verbs, die nach Person,
dung bringen« (= anwenden). Zahl, Aussageweise und Zeit unbestimmt
Futur I: Zeitform des Verbs mit Zukunftsbe- ist. Grundform, Nennform. Bsp.: »kom-
zug. Erste, unvollendete Zukunft. Bsp.: men«, »laufen«, »sehen«.
»Meine Frau wird ins Kino gehen.« »Mor- instrumental: das Mittel oder Werkzeug kenn-
gen wird es regnen.« zeichnend. Bsp.: »Er öffnete das Paket,
Futur II: Zeitform des Verbs, das den Vollzug indem er die Schnur zerschnitt.«
oder Abschluss eines Geschehens als (ver- Interjektion: unflektierbares Wort, das eine
mutete) Tatsache für den Sprech- bzw. ei- Empfindung, ein Begehren, eine Aufforde-
nen zukünftigen Zeitpunkt feststellt. Zwei- rung ausdrückt oder mit einem Laut nach-
te, vollendete Zukunft, Vorzukunft, Fu- geahmt wird. Empfindungswort, Ausrufe-
turum exactum. Bsp.: »Meine Frau wird wort. Bsp.: »ach!«, »hallo!«, »pst!«
ins Kino gegangen sein.« »Bis morgen wird Interrogativadverb: Adverb, das zur Kenn-
es geregnet haben.« zeichnung einer Frage verwendet wird. Fra-
Genitiv: der zweite Fall. Wesfall. Bsp.: »Das geumstandswort. Bsp.: »Woher kommst
Haus der Tante.« du?«
Genitivobjekt: s. Objekt. Interrogativpronomen: Pronomen, das eine
Grundwort: zweiter (am Ende stehender) Be- Frage kennzeichnet. Bsp.: »Was hast du ge-
standteil eines zusammengesetzten Wor- sagt?«
o
35 bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke

intransitiv: (von Verben) nicht zu einem per- männlich: Bezeichnung des Geschlechts, das
sönlichen Passiv fähig (Gegensatz: transi- bei Substantiven durch den Artikel »der«,
tiv). Bsp. : »Ich arbeite.« »Wir bekommen bei Pronomen durch die Form »er« gekenn-
einen Hund.« zeichnet ist. Bsp.: »Der Mann (er) ist be-
Kardinalzahl: Zahlwort, das eine bestimmte rühmt.«
Anzahl oder Menge bezeichnet. Grund- modal: die Art und Weise kennzeichnend.
zahl. Bsp.: Die Hand hat fünf Finger. Vgl. Bsp.: »Wir taten, als ob wir nichts gehört
Ordinalzahl. hätten.«
kausal: einen Grund oder eine Ursache kenn- Modalverb: Verb, das in Verbindung mit dem
zeichnend; begründend. Bsp. : »Ich konnte Infinitiv eines anderen Verbs dessen Inhalt
nicht kommen, weil ich krank war.« modifiziert (»dürfen, »können«, »müs-
Komparativ: Vergleichsform des Adjektivs sen«, »mögen«, »sollen«, »wollen«). Vgl.
(und einiger Adverbien) zum Ausdruck des Hilfsverb, Vollverb.
ungleichen Grades. Erste Steigerungsstufe. Nominativ: der erste Fall. Werfall. Bsp.: »Der
Bsp.: »Tim ist größer als Lukas.« Vater kommt nach Hause.«
konditional: die Bedingung kennzeichnend, un- Objekt: Satzglied, das von einem Verb als Er-
ter der ein Geschehen eintritt; bedingend. gänzung gefordert wird. Man unterschei-
Bsp.: »Ich komme, wenn ich Zeit habe.« det vier Arten von Objekten: Genitiv-
Konjunktion: unflektierbares Wort, das zwi- objekt (Ergänzung eines Verbs im Genitiv,
schen Wörtern, Wortgruppen oder Sätzen z. B.: »Ich bedarf nicht seines Rates«);
eine (räumliche, zeitliche, kausale o. Ä.) Be- Dativobjekt (Ergänzung eines Verbs im
ziehung kennzeichnet. Bindewort. Bsp.: Dativ, z. B.: »Sie misstraute diesen Wor-
»Er und sie kamen zum Fest.« »Die Kinder ten«); Akkusativobjekt (Ergänzung eines
weinten und wir mussten sie trösten.« »Ich Verbs im Akkusativ, z. B.: »Wir besuchen
hoffe, dass es gelingt.« unsere Mutter«); Präpositionalobjekt
Konjunktiv: Aussageweise (Modus) des Verbs, (Objekt mit einer bestimmten, vom Verb
die ein Geschehen oder Sein nicht als wirk- geforderten Präposition, z. B. »Maria denkt
lich, sondern als erwünscht, vorgestellt, an ihre Schwester«).
von einem anderen nur behauptet darstellt. Ordinalzahl: Zahlwort, das angibt, an welchem
Möglichkeitsform. Bsp.: »Sie sagte, sie Punkt einer Reihenfolge oder Rangordnung
komme« (Konjunktiv I). »Sie käme, wenn eine Person oder Sache steht. Ordnungs-
sie Zeit hätte« (Konjunktiv II). Vgl. Impera- zahl. Bsp. : »Er wohnt im zweiten Stock.«
tiv, Indikativ. »Beim Hochspringen wurde sie Erste.« Vgl.
Konkretum: Substantiv, mit dem etwas Gegen- Kardinalzahl.
ständliches bezeichnet wird. Bsp. : »Topf«, Partikel: unflektierbares Wort ohne eigentli-
»Stuhl«. Vgl. Abstraktum. che lexikalische Bedeutung und ohne
konsekutiv: eine Folge kennzeichnend; fol- grammatische Funktion. Partikeln erfüllen
gernd. Bsp.: »Er sprach so laut, dass ihn vielfältige Aufgaben: Sie geben den Grad
alle hörten.« oder die Intensität an, dienen der Hervor-
konzessiv: einen Umstand kennzeichnend, der hebung, drücken die innere Einstellung des
einem Geschehen eigentlich entgegen- Sprechers aus und spielen eine wichtige
wirkt, es aber nicht verhindert. Bsp.: »Sie Rolle bei der Gesprächsführung. Bsp.: »ja«,
ging spazieren, obwohl es regnete.« »nein«, »sogar«, »gefälligst«.
lokal: einen Ort kennzeichnend; räumlich. Partizip: Form des Verbs, die eine Mittelstel-
Bsp.: »Das ist die Stelle, wo der Unfall pas- lung zwischen Verb und Adjektiv ein-
sierte.« nimmt. Mittelwort. Man unterscheidet:
o bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke 36

erstes Partizip (Partizip Präsens, Mittel- Positiv: Vergleichsform des Adjektivs, die eine
wort der Gegenwart), Bsp.: »der lobende Eigenschaft einfach nur nennt oder die
Lehrer«, und zweites Partizip (Partizip Per- Gleichheit zweier (oder mehrerer) Wesen
fekt, Mittelwort der Vergangenheit), Bsp.: oder Dinge feststellt. Grundform. Bsp. :
»der gelobte Schüler«. »Tim ist groß.« »Tim ist so groß wie Karin.«
Passiv: Blickrichtung beim Verb, bei der das Vgl. Komparativ, Superlativ.
Geschehen im Vordergrund steht und der Possessivpronomen: Pronomen, das Besitz
Täter, Urheber nicht oder nur nebenbei ge- oder Zugehörigkeit ausdrückt. Besitzan-
nannt wird (Gegensatz: Aktiv). Leideform. zeigendes Fürwort. Bsp.: »Das ist mein
Bsp. : »Der Hund wird gestreichelt.« »Es Buch.« »Sie besucht ihre Freundin.«
wurde viel gelacht.« Prädikat: ein- oder mehrteiliges Verb, das die
passivisch: das Passiv betreffend, mit passivi- Struktur des Satzes bestimmt. Es drückt ei-
scher Bedeutung. Bsp. : »-fähig« in »ab- nen Zustand oder ein Geschehen aus oder
zugsfähige Ausgaben« (= Ausgaben, die teilt mit, was mit dem Subjekt geschieht.
[von der Steuer] abgezogen werden kön- Satzaussage. Bsp.: »Petra hat sich gestern
nen). ein Kleid gekauft.« »Die Rosen blühen.«
Perfekt: Zeitform des Verbs, das den Vollzug prädikativ: (von Adjektiven) in Verbindung mit
oder Abschluss eines Geschehens als gege- den Verben »sein«, »werden« oder »blei-
bene Tatsache für den Sprechzeitpunkt ben« stehend. Bsp.: »Die Rose ist schön«.
feststellt. Vollendete Gegenwart, Vorgegen- »Das Wetter bleibt gut.«
wart, zweite Vergangenheit. Bsp.: »Meine Präfix: sowohl nicht trennbarer Wortteil als
Frau ist ins Kino gegangen.« »Gestern hat auch trennbares Wort, das vor ein Wort ge-
es den ganzen Tag geregnet.« setzt wird, wodurch ein neues Wort ent-
persönlich: in Verbindung mit allen Formen steht. Bsp.: »be-« (»beraten«), »er-« (»erar-
des Personalpronomens – zumindest aber beiten«), »herein-« (»hereintragen«).
in der 3. Person – oder eines entsprechen- Präfixoid: Wortbildungsmittel, das sich aus
den Substantivs möglich (Gegensatz: un- einem selbstständigen Wort zu einer Art
persönlich). Bsp.: laufen (»ich laufe«, »du Präfix entwickelt hat und das sich von
läufst«). dem selbstständigen Wort durch Reihen-
Personalpronomen: Pronomen, das angibt, bildung (Analogiebildung) unterscheidet.
von welcher Person oder Sache die Rede ist; Halbpräfix. Bsp.: »Bilderbuch-« (= wie im
von der Person, die spricht (ich, wir), von Bilderbuch): »Bilderbuchehe«, »Bilder-
der Person, die angesprochen wird (du, ihr) buchsommer«; »Problem-« (= was proble-
oder von der Person oder Sache, über die ge- matisch ist): »Problemfamilie«, »Problem-
sprochen wird (er, sie, es; sie [Plural]). Per- kind«.
sönliches Fürwort. Bsp. : »Ich lese es (das Präposition: unflektierbares Wort, das in Ver-
Buch) dir vor.« bindung mit einem anderen Wort, meist
Plural: Mehrzahl (Gegensatz: Singular). Bsp.: einem Substantiv, ein (räumliches, zeit-
»Die Kinder spielen.« liches, kausales o. ä.) Verhältnis kenn-
Plusquamperfekt: Zeitform des Verbs, das den zeichnet. Verhältniswort. Bsp. : »Er geht in
Vollzug oder Abschluss eines Geschehens das Zimmer.« »Sie tut es aus Liebe.« »Er
als gegebene Tatsache für einen Zeitpunkt schlägt mit dem Hammer.«
der Vergangenheit feststellt. Vollendete Ver- präpositional: mit einer Präposition gebildet.
gangenheit, Vorvergangenheit, dritte Ver- Bsp.: »Meine Freude über den Sieg« (prä-
gangenheit. Bsp.: »Meine Frau war ins Kino positionales Attribut). »Maria denkt an ih-
gegangen.« »Gestern hatte es geregnet.« re Schwester« (präpositionales Objekt).
o
37 bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke

Präpositionalobjekt: s. Objekt. einen Gegenstand oder einen Begriff


Präsens: Zeitform des Verbs, das ein Gesche- bezeichnet. Nomen, Hauptwort, Dingwort.
hen oder Sein als gegenwärtig kennzeich- Bsp.: »Mutter«, »Stuhl«, »Schönheit«,
net. Gegenwart. Bsp.: »Meine Frau geht »Freude«, »Drehung«.
ins Kino.« »Heute regnet es den ganzen substantivisch: das Substantiv betreffend, als
Tag.« Substantiv gebraucht.
Präteritum: Zeitform des Verbs, das ein Ge- Suffix: Wortteil, der an ein Wort (Besitz-tum)
schehen oder Sein als vergangen kenn- oder einen Wortstamm (vernachlässig-bar)
zeichnet. Erste Vergangenheit; Imperfekt. angehängt werden kann, wodurch ein
Bsp.: »Meine Frau ging ins Kino.« »Gestern neues Wort gebildet wird. Bsp.: »-chen«
regnete es den ganzen Tag.« (»Türchen«), »-in« (»Verkäuferin«), »-lich«
Pronomen: unflektierbares Wort, das in einem (»pflanzlich«).
Satz statt eines Substantivs stehen kann. Suffixoid: Wortbildungsmittel, das sich aus
Fürwort. Bsp.: »Der Vater kam nach Hau- einem selbstständigen Wort zu einer Art
se. Er brachte mir ein Buch mit.« »Holt Suffix entwickelt hat und das sich von dem
schnell eure Taschen!« selbstständigen Wort durch Reihenbil-
Pronominaladverb: Adverb, dass statt einer dung (Analogiebildung) und Entkonkreti-
Fügung Präposition + Pronomen steht und sierung (durch übertragenen oder bildli-
aus den Adverbien »da«, »hier« oder »wo« chen Gebrauch) unterscheidet. Halbsuffix.
und einer Präposition besteht. Bsp.: »Wo- Bsp.: »-müde« (»ehemüde« [= der Ehe
rüber (= über was) lachst du?« müde], »fernsehmüde« [= des Fernsehens
relativ: einen Bezug zu einem Wort des über- müde], nicht aber: »altersmüde« [= vom
geordneten Satzes herstellend; bezüglich. Alter müde]; »-muffel« (Gurtmuffel,
Bsp.: »Er soll wieder dorthin gehen, woher Sexmuffel; nicht aber: »Morgenmuffel«
er gekommen ist.« »Der Junge, der den [= jmd., der am Morgen ein Muffel, muff-
Preis gewonnen hat.« lig ist]).
Relativpronomen: Pronomen, das den Bezug Superlativ: Vergleichsform des Adjektivs, die
eines Gliedsatzes zu einem Substantiv oder den höchsten Grad feststellt. Meist-,
Pronomen des übergeordneten Satzes Höchststufe. Bsp. : »Tim ist der größte un-
herstellt. Bezügliches Fürwort. Bsp.: »Das ter den Schülern.« »Der Betrieb arbeitet
ist der Mann, den ich gestern gesehen mit modernsten Maschinen.«
habe.« Synonyme: Wörter mit annähernd gleicher Be-
sächlich: Bezeichnung des Geschlechts, das bei deutung, die (in bestimmten Zusammen-
Substantiven durch den Artikel »das«, bei hängen) gegeneinander ausgetauscht wer-
Pronomen durch die Form »es« gekenn- den können. Bsp. : »Samstag« – »Sonn-
zeichnet ist. Bsp.: »Das Kind (es) ist leb- abend«, »abbekommen« – »abkriegen«.
haft.« temporal: eine Zeitangabe kennzeichnend;
Singular: Einzahl (Gegensatz: Plural). Bsp.: zeitlich. Bsp. : »Als sie mich sah, kam sie auf
»Das Kind spielt.« mich zu.«
Subjekt: Teil des Satzes, der etwas Seiendes, transitiv: (von Verben) ein Akkusativobjekt
Vorhandenes benennt, über das im Satz et- verlangend und zu einem persönlichen Pas-
was ausgesagt wird. Satzgegenstand. Bsp.: siv fähig (Gegensatz: intransitiv). Bsp.:
»Die Rosen blühen.« »Meine Freundin »Ich schreibe den Brief« – »Der Brief wird
spielt Tennis.« von mir geschrieben«.
Substantiv: deklinierbares, mit dem Artikel unflektiert: in Fall, Geschlecht und Zahl nicht
verbindbares Wort, das ein Lebewesen, verändert; ungebeugt (Gegensatz: flek-
o bersicht sprachwissenschaftlicher Fachausdrücke 38

tiert). Bsp.: Welch kluger Mann (flektiert: zu bilden. Bsp.: »gehen«, »kaufen«, »sit-
welcher kluge Mann). zen«. Vgl. Hilfsverb, Modalverb.
unpersönlich: in Verbindung mit »es« ge- weiblich: Bezeichnung des Geschlechts, das
braucht (Gegensatz: persönlich). Bsp.: »Es bei Substantiven durch den Artikel »die«,
schneit.« »Es singen alle Vögel.« bei Pronomen durch die Form »sie« ge-
Verb: konjugierbares Wort, das ein Geschehen, kennzeichnet ist. Bsp. : »Die Frau (sie) ist
einen Vorgang, Zustand oder eine Tätigkeit schön.« Vgl. männlich, sächlich.
bezeichnet und mit dem das Prädikat des Zahlwort: Wort, das eine Zahl bezeichnet, et-
Satzes gebildet wird. Zeitwort, Tätigkeits- was zahlenmäßig näher bestimmt. Nume-
wort. Bsp.: »gehen«, »helfen«, »liegen«, rale. Man unterscheidet bestimmte Zahl-
»sich verändern«. wörter (z. B. »eins«, »drei«) und unbe-
verbal: das Verb betreffend, als Verb ge- stimmte Zahlwörter (z. B. »manche«,
braucht. »mehrere«, »viele«).
Vergleichsform: Form (Positiv, Komparativ Zusammensetzung: Unter »Zusammenset-
und Superlativ) des Adjektivs – manchmal zung« werden in diesem Wörterbuch zwei
auch des Adverbs – durch die Beziehungen Arten von Wortbildungen zusammenge-
und Verhältnisse bestimmter Art zwischen fasst: Komposita (Wörter, die sich aus zwei
mindestens zwei Wesen oder Dingen ge- oder mehr selbstständigen Wörtern zu-
kennzeichnet werden. sammensetzen, wie z. B. »Glückwunsch«,
Verlaufsform: sprachliche Fügung, die aus- »Kauf haus«) und Präfigierungen (Verben,
drückt, dass eine Handlung, ein Geschehen die durch die Erweiterung eines Ausgangs-
gerade abläuft. Bsp.: »Sie war gerade beim verbs durch Präfixe wie »be-«, »ent-«,
Lesen (= war gerade dabei zu lesen). »ver-« entstanden sind).
Vollverb: Verb mit einer lexikalischen Bedeu-
tung und der Fähigkeit, allein das Prädikat
o
39 Sachgebiete und deren Fach- und Sondersprachen

Auflistung der in diesem Wörterbuch vorkommenden


Sachgebiete und deren Fach- und Sondersprachen

o Bergbau
o Börsenwesen
o Chemie
o EDV
o Jugendsprache
o Kaufmannssprache
o Kraftfahrzeugtechnik
o Medizin
o Militär
o Politik
o Psychologie
o Rechtssprache
o Religion
o Seemannssprache
o Sport
o Technik
o Wirtschaft
o Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben 40

Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben


Verben mit Vorsilbe werden nur in Ausnahmefällen aufgeführt; in der Regel sind ihre
Formen unter dem entsprechenden einfachen Verb nachzuschlagen. Bei der
1. Stammform wird die 2. Person Singular Präsens hinzugesetzt, wenn Umlaut oder
e/i-Wechsel auftritt; bei der 2. Stammform wird der Konjunktiv II angegeben, wenn er
Umlaut aufweist; bei der 3. Stammform wird deutlich gemacht, ob das Perfekt mit
haben oder sein gebildet wird.

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

backen backte/buk hat gebacken brennen brannte hat gebrannt


du bäckst/ backte/büke brennte
backst
bringen brachte hat gebracht
befehlen befahl hat befohlen brächte
du befiehlst befähle/
beföhle denken dachte hat gedacht
dächte
beginnen begann hat begonnen
begänne/ dringen drang hat/ist
begönne gedrungen

beißen biss hat gebissen dürfen durfte hat gedurft


dürfte
bergen barg hat geborgen
du birgst bärge empfangen empfing hat
du empfängst empfangen
bersten barst ist geborsten
du birst bärste empfehlen empfahl hat
du empfiehlst empfähle/ empfohlen
bewegen bewog hat bewogen empföhle
bewöge
erlöschen erlosch ist erloschen
biegen bog hat/ist du erlischst erlösche
böge gebogen
erschrecken erschrak ist
bieten bot hat geboten du erschrickst erschräke erschrocken
böte
essen aß hat gegessen
binden band hat gebunden du isst äße
bände
fahren fuhr hat/ist
bitten bat hat gebeten du fährst führe gefahren
bäte
fallen fiel ist gefallen
blasen blies hat geblasen du fällst
du bläst
fangen fing hat gefangen
bleiben blieb ist geblieben du fängst
braten briet hat gebraten fechten focht hat gefochten
du brätst du fichtst föchte
brechen brach hat/ist finden fand hat gefunden
du brichst bräche gebrochen fände
o
41 Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

flechten flocht hat haben hatte hat gehabt


du flichtst flöchte geflochten hätte
fliegen flog hat/ist halten hielt hat gehalten
flöge geflogen du hältst
fliehen floh ist geflohen hängen hing hat gehangen
flöhe
hauen hieb hat gehauen
fließen floss ist geflossen heben hob hat gehoben
flösse höbe
fressen fraß hat gefressen heißen hieß hat geheißen
du frisst fräße
helfen half hat geholfen
frieren fror hat gefroren du hilfst hälfe/hülfe
fröre
kennen kannte hat gekannt
gären gor/gärte hat/ist kennte
göre/gärte gegoren
klingen klang hat geklungen
gebären gebar hat geboren klänge
du gebierst gebäre
kneifen kniff hat gekniffen
geben gab hat gegeben
du gibst gäbe kommen kam ist gekommen
käme
gedeihen gedieh ist gediehen
können konnte hat gekonnt
gehen ging ist gegangen könnte
gelingen gelang ist gelungen kriechen kroch ist gekrochen
gelänge kröche
gelten galt hat gegolten laden lud hat geladen
du giltst gälte/gölte du lädst lüde
genießen genoss hat genossen lassen ließ hat gelassen
genösse du lässt
geschehen geschah ist geschehen laufen lief ist gelaufen
es geschieht geschähe du läufst
gewinnen gewann hat gewonnen leiden litt hat gelitten
gewänne/
gewönne leihen lieh hat geliehen
gießen goss hat gegossen lesen las hat gelesen
gösse du liest läse
gleichen glich hat geglichen liegen lag hat gelegen
läge
gleiten glitt ist geglitten
lügen log hat gelogen
glimmen glomm hat
löge
glömme geglommen
mahlen mahlte hat gemahlen
graben grub hat gegraben
du gräbst grübe meiden mied hat gemieden
greifen griff hat gegriffen messen maß hat gemessen
du misst mäße
o Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben 42

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

misslingen misslang ist misslungen schießen schoss hat/ist


misslänge schösse geschossen
mögen mochte hat gemocht schlafen schlief hat geschlafen
möchte du schläfst
müssen musste hat gemusst schlagen schlug hat geschlagen
müsste du schlägst schlüge
nehmen nahm hat genommen schleichen schlich ist geschlichen
du nimmst nähme
schleifen schliff hat geschliffen
nennen nannte hat genannt
schließen schloss hat
nennte
schlösse geschlossen
pfeifen pfiff hat gepfiffen
schlingen schlang hat
preisen pries hat gepriesen schlänge geschlungen
quellen quoll ist gequollen schmeißen schmiss hat
du quillst quölle geschmissen
raten riet hat geraten schmelzen schmolz ist
du rätst du schmilzt schmölze geschmolzen
reiben rieb hat gerieben schneiden schnitt hat geschnitten
reißen riss hat/ist gerissen schreiben schrieb hat
geschrieben
reiten ritt hat/ist geritten
schreien schrie hat geschrien
rennen rannte ist gerannt
rennte schreiten schritt ist geschritten
riechen roch hat gerochen schweigen schwieg hat
röche geschwiegen
ringen rang hat gerungen schwimmen schwamm hat/ist
ränge schwämme/ geschwommen
schwömme
rinnen rann ist geronnen
ränne/rönne schwinden schwand ist
schwände geschwunden
rufen rief hat gerufen
schwingen schwang hat
saufen soff hat gesoffen
schwänge geschwungen
du säufst söffe
schwören schwor hat
schaffen schuf hat geschaffen
schwüre/ geschworen
schüfe
schwöre
scheiden schied hat/ist
sehen sah hat gesehen
geschieden
du siehst sähe
scheinen schien hat geschienen
sein war ist gewesen
scheißen schiss hat geschissen wäre
schelten schalt hat gescholten senden sandte hat gesandt
du schiltst schölte sendete
schieben schob hat geschoben singen sang hat gesungen
schöbe sänge
o
43 Die gebräuchlichsten unregelmäßigen Verben

1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform 1. Stammform 2. Stammform 3. Stammform


(Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II) (Infinitiv) (Präteritum) (Partizip II)

sinken sank ist gesunken trinken trank hat getrunken


sänke tränke
sinnen sann hat gesonnen trügen trog hat getrogen
sänne tröge
sitzen saß hat gesessen tun tat hat getan
säße täte
sollen sollte hat gesollt verderben verdarb hat/ist
du verdirbst verdürbe verdorben
spalten spaltete hat gespalten
vergessen vergaß hat vergessen
speien spie hat gespien du vergisst vergäße
sprechen sprach hat verlieren verlor hat verloren
du sprichst spräche gesprochen verlöre
sprießen spross ist gesprossen verlöschen verlosch ist verloschen
sprösse du verlischst verlösche
springen sprang ist gesprungen wachsen wuchs ist gewachsen
spränge du wächst wüchse
stechen stach hat gestochen waschen wusch hat gewaschen
du stichst stäche du wäschst wüsche
stecken stak hat gesteckt weben wob hat gewoben
(=sich in etwas stäke wöbe
befinden)
weichen wich ist gewichen
stehen stand hat gestanden
stände/stünde weisen wies hat gewiesen

stehlen stahl hat gestohlen wenden wandte hat gewandt


du stiehlst stähle/stöhle wendete

steigen stieg ist gestiegen werben warb hat geworben


du wirbst würbe
sterben starb ist gestorben
du stirbst stürbe werden wurde ist geworden
du wirst würde
stinken stank hat gestunken
stänke werfen warf hat geworfen
du wirfst würfe
stoßen stieß hat/ist
du stößt gestoßen wiegen wog hat gewogen
wöge
streichen strich hat gestrichen
winden wand hat gewunden
streiten stritt hat gestritten wände
tragen trug hat getragen wissen wusste hat gewusst
du trägst trüge wüsste
treffen traf hat getroffen wollen wollte hat gewollt
du triffst träfe
ziehen zog hat/ist
treiben trieb hat getrieben zöge gezogen
treten trat hat/ist zwingen zwang hat
du trittst träte getreten zwänge gezwungen
o 44
a- – abbekommen

Aa
Schritte ab. b) (ugs.) hinweg, fort:
ab nach Hause!
2. Verringerung des Bestandes
oder der Personenzahl: Abbau A
2. 〈elliptisch〉 a) herunter, hinun- von Arbeitsplätzen, Lehrstellen,
ter: Mützen ab! (absetzen!). Personal. Zus.: Arbeitsplatzab- abbe
b) abgetrennt: der Knopf war bau, Personalabbau.
schon ab. 3. Förderung oder Gewinnung
3. * ab und an (bes. nordd.): von Erzen und Mineralien: der
gelegentlich; von Zeit zu Zeit: er Abbau der Steinkohle wird hier
kommt ab und an, um nach eingestellt.
dem Rechten zu sehen; * ab 4. Rückgang von Kräften: biolo-
a- [a] 〈adjektivisches Präfix〉: und zu: manchmal; von Zeit zu gisch bedingter Abbau von Kno-
schließt den Inhalt des meist Zeit: jmdn. ab und zu besuchen. chenmasse. Zus.: Leistungsab-
fremdsprachlichen Basiswortes ab- [ap] 〈trennbares, betontes ver- bau.
aus, verneint ihn; nicht: ahisto- bales Präfix〉: ab|bau|en [ apbau n], baute ab,
risch; amusisch; apolitisch; are- 1. weg: abbröckeln; abbürsten; abgebaut:
ligiös; asexuell; atypisch. Syn.: abreisen; abschalten; abwin- 1. 〈tr.; hat〉 a) (Aufgebautes) in
nicht-, pseudo-, un-. keln. Syn.: weg-. seine Bestandteile zerlegen [und
Aal [a l], der; -[e]s, -e: 2. a) zu Ende, ganz und gar: den wegbringen] /Ggs. auf bauen/:
in Flüssen lebender, schlangen- Stapel abarbeiten; das Geld ein Gerüst, Zelt, Tribünen
förmiger Fisch mit schlüpfriger abtelefonieren. b) die im Basis- abbauen. Syn.: abbrechen,
Haut: Aal blau (gekochter Aal, wort genannte Sportart zum letz- demontieren. b) allmählich
dessen Haut sich durch bergie- ten Mal in der Saison ausüben beseitigen: Zölle abbauen. Syn.:
ßen mit heißem Essigwasser blau /Ggs. an-/: abrudern; absurfen. senken.
gefärbt hat); Aal grün ( frisch 3. nach unten: a) /räumlich/ 2. 〈tr.; hat〉 in der Personenzahl
gedünsteter Aal). Zus.: Flussaal, absinken. b) /in der Anzahl verringern: die Verwaltung,
Räucheraal. weniger/ abrüsten. Beamte abbauen. Syn.: abschie-
aa|len [ a l n] 〈+ sich〉 (ugs.): 4. ein wenig: abändern; abwan- ßen (ugs.), abservieren (ugs.),
sich wohlig strecken, sich behag- deln. auf die Straße setzen (ugs.), auf
lich ausgestreckt ausruhen: sie 5. rückgängig machen: abbestel- die Straße werfen (ugs.), entlas-
aalte sich in der Sonne. len; absagen. sen, feuern (ugs.), in den einst-
Aas [a s], das; -es, -e und Äser 6. versehen mit: abpolstern. weiligen Ruhestand versetzen,
[ z ]: ab|ar|bei|ten [ ap|arbaitn], arbei- in die Wüste schicken (ugs.),
1. 〈Plural: Aase〉 [verwesender] tete ab, abgearbeitet 〈tr.; hat〉: kaltstellen (ugs.), kündigen, sei-
toter Körper eines Tieres; durch Arbeit tilgen, wieder aus- nes Amtes entheben (geh.), sei-
Kadaver: das Aas liegt auf der gleichen: wir mussten unsere nes Amtes entkleiden (geh.),
Straße. Schulden regelrecht abarbeiten. über die Klinge springen lassen
2. 〈Plural: Äser〉 (ugs. abwer- ab|ar|tig [ ap|a t c] 〈Adj.〉: (ugs.), zum alten Eisen werfen
tend) Person, über deren Verhal- ¸
1. (emotional abwertend) (in (ugs.).
ten man sich ärgert, auf die man sexueller Hinsicht) vom als nor- 3. 〈tr.; hat〉 (Erze, Mineralien)
wütend ist: dieses verdammte mal Empfundenen abweichend: fördern, gewinnen: heute wird
Aas hat mir alles weggenom- etwas als sexuell abartig anse- immer weniger Kohle abgebaut.
men. Zus.: Rabenaas; * kein hen. Syn.: abnorm, abnormal 4. 〈itr.; hat〉 (ugs.) in der Leistung
Aas: überhaupt niemand: kein (bes. österr. u. schweiz.), absei- schwächer werden: von der
Aas hat mich im Krankenhaus tig, anormal, außergewöhnlich, zehnten Runde an baute die
besucht. krankhaft, pervers, unnatür- Europameisterin [körperlich]
aa|sen [ a zn] 〈itr.; hat〉 (ugs.): lich. ab. Syn.: nachlassen.
verschwenderisch umgehen: mit 2. (ugs., oft emotional) (auf ab|bei|ßen [ apbaisn], biss ab,
dem Geld aasen. Syn.: durch- absurde Weise) unangemessen; abgebissen 〈tr.; hat〉:
bringen (ugs.), vergeuden, verju- merkwürdig: überfüllte Kauf- (ein Stück von etwas) mit den
beln (ugs.), verschwenden. häuser sind einfach abartig; sie Zähnen abtrennen: einen Bissen
1
ab [ap] 〈Präp. mit Dativ〉: hatte eine abartig hohe Gage [vom Brot] abbeißen; sie hat
von ... an, von: ab [unserem] verlangt. Syn.: haarsträubend den Faden abgebissen; 〈auch
Werk; ab Hamburg; 〈bei einer (emotional), kriminell (ugs.), itr.〉 lass mich mal abbeißen!
Angabe zur Zeit auch mit Akk.〉 pervers (ugs., oft emotional ab|be|kom|men [ apb k m n],
ab erstem/ersten Mai; Jugendli- übertreibend). bekam ab, abbekommen 〈itr.;
che ab 18 Jahren/Jahre; ab kom- Ab|bau [ apbau], der; -[e]s: hat〉:
mendem/kommenden Montag; 1. a) Zerlegung von Aufgebautem 1. (einen Teil von etwas) bekom-
〈bei einer Angabe zur Reihen- in seine Einzelteile: der Abbau men: viel [von dem Vermögen]
folge auch mit Akk.〉 ab nächs- von Tribünen ist besonders abbekommen; jeder bekommt
ter/nächste Ausgabe. schwierig. Syn.: Abriss. b) all- sein[en] Teil ab. Syn.: abkriegen
2
ab [ap] 〈Adverb〉: mähliche Beseitigung: Abbau (ugs.), erhalten.
1. a) weg, fort, entfernt: rechts ab von Privilegien. Zus.: Subventi- 2. bei einem Geschehen o. Ä. von
von der Station; keine drei onsabbau, Truppenabbau. etwas in Mitleidenschaft gezogen

45
abbestellen – abdanken

A werden: einen Schlag abbekom-


men. Syn.: abkriegen (ugs.).
was einem leidtut: [jmdm.]
Abbitte schulden, tun, leisten.
abknicken, abmachen, abtren-
nen.
3. (etwas Festhaftendes, Festsit- ab|bit|ten [ apb tn], bat ab, abge- 2. 〈itr.; ist〉 sich brechend von
abbe zendes) lösen, entfernen können: beten 〈tr.; hat〉: dem brigen trennen [und
ich habe den Rost [vom Messer] jmdn. ( für ein zugefügtes dadurch nicht mehr richtig zu
abbekommen; der Deckel ist Unrecht) um Verzeihung bitten: gebrauchen sein]: die Nadel
schwer abzubekommen. Syn.: ich habe ihr viel abzubitten; brach ab; die Spitze vom Blei-
abkriegen (ugs.). im Stillen bat ich den Eltern stift, der Griff, der Stiel ist abge-
ab|be|stel|len [ apb t l n], ab, dass ich sie als die Urheber brochen; der Ast ist unter der
bestellte ab, abbestellt 〈tr.; hat〉: meiner Leiden angesehen Last des Schnees abgebrochen.
eine Bestellung, ein Abonnement hatte. Syn.: sich entschuldi- 3. 〈tr.; hat〉 a) niederreißen: sie
rückgängig machen: die Zeitung gen. hatten das Haus abgebrochen.
abbestellen. Syn.: abmelden. ab|bla|sen [ apbla zn], bläst ab, b) (etwas Aufgebautes) abbauen:
ab|bie|gen [ apbi gn], bog ab, blies ab, abgeblasen 〈tr.; hat〉 sie haben das alte Haus, die Tri-
abgebogen: (ugs.): büne abgebrochen. Syn.:
1. 〈itr.; ist〉 eine andere Rich- etwas, was angekündigt war, demontieren.
tung – seitlich von der ursprüngli- absagen und die Vorbereitungen 4. 〈tr.; hat〉 unvermittelt beenden,
chen – nehmen: er ist falsch dazu einstellen: ein Unterneh- mit etwas auf hören: diplomati-
abgebogen; hier musst du men abblasen; die Veranstal- sche Beziehungen, eine Diskus-
[nach] links abbiegen. Syn.: tung ist abgeblasen worden. sion, Unterhaltung, ein Experi-
abdrehen, abgehen, abschwen- Syn.: absetzen. ment, Gespräch, Training, Ver-
ken, abzweigen, biegen um, die ab|blät|tern [ apbl t n], blätterte handlungen abbrechen; er hat
Richtung ändern, einbiegen, ab, abgeblättert 〈itr.; ist〉: das Studium abgebrochen. Syn.:
einen Bogen machen, schwen- sich blattweise, in Blättchen lösen aufgeben, aufkündigen, aufste-
ken. und abfallen: die Farbe ist abge- cken (ugs.), aussteigen aus
2. 〈tr.; hat〉 (ugs.) einer unange- blättert. Syn.: abgehen, sich (ugs.), begraben, bleiben lassen,
nehmen Sache [geschickt] eine ablösen. einstellen.
andere Wendung geben und sie Ab|blend|licht [ apbl ntl ct], das; 5. 〈itr.; hat〉 (in einer Tätigkeit,
auf diese Weise verhindern: -[e]s: ¸ mit etwas) plötzlich auf hören: er
unangenehme Fragen abbiegen; (bei Kraftfahrzeugen) Scheinwer- hatte mitten im Satz abgebro-
das konnte sie gerade noch ferlicht, das so eingestellt ist, chen. Syn.: aussetzen, stehen
abbiegen. Syn.: abblocken, dass ein entgegenkommendes bleiben.
abwehren, abwenden, aufhal- Fahrzeug nicht geblendet wird: Ab|bruch [ apbr x], der; -[e]s,
ten, ausschalten, begegnen, ver- mit Abblendlicht fahren; vom Abbrüche [ apbr c ]:
hindern. Standlicht auf Abblendlicht 1. a) das Abbrechen¸ (3 a), das
ab|bil|den [ apb ldn], bildete ab, umschalten; Scheinwerfer für Abreißen, Niederreißen: der
abgebildet 〈tr.; hat〉: Fern- und Abblendlicht. Abbruch des Hauses steht
bildlich darstellen: auf der ab|blit|zen [ apbl tsn], blitzte ab, unmittelbar bevor. Syn.: Abbau.
Ansichtskarte war eine Burg abgeblitzt 〈itr.; ist〉 (ugs.): b) das Zerlegen in einzelne Teile:
abgebildet. Syn.: aufnehmen, bei jmdm. mit etwas keine Gegen- der Abbruch der Tribüne. Syn.:
nachbilden, reproduzieren, wie- liebe finden: er ist [bei ihr] mit Abbau.
dergeben, zeigen. seinem Vorschlag abgeblitzt; 2. plötzliche, unerwartete oder
Ab|bil|dung [ apb ld ], die; -, -en: * jmdn. abblitzen lassen: jmds. vorzeitige Beendigung: der
1. das Abbilden: dieses Motiv Werben, Bemühungen kein Gehör Abbruch der Probe irritierte
eignet sich nicht für eine Abbil- schenken, jmdn. abweisen: sie alle; den Abbruch seines Studi-
dung. hat mich einfach abblitzen las- ums hat er später bitter bereut.
2. das Abgebildete, bildliche Dar- sen. Zus.: Schwangerschaftsabbruch.
stellung: ein Lexikon mit vielen ab|blo|cken [ apbl kn], blockte ab, 3. * keinen Abbruch tun: nicht
Abbildungen. Syn.: Bild. abgeblockt 〈tr.; hat〉: beeinträchtigen, nicht schaden:
ab|bin|den [ apb ndn], band ab, bewirken, dass jmds. Bemühun- das Regenwetter tat der Super-
abgebunden 〈tr.; hat〉: gen um etwas abgewehrt, blo- stimmung keinen Abbruch.
1. etwas, was um- oder angebun- ckiert, verhindert werden: eine ABC-Waf|fen [abe tse vafn], die
den worden ist, wieder abneh- Diskussion, Initiative, Kritik, 〈Plural〉:
men, losbinden: die Krawatte, Fragen, Reformen abblocken; atomare, biologische u. chemi-
das Kopftuch abbinden. Syn.: sie blockt ab: »Tut mir leid, sche Waffen.
ablegen, abmachen, ausziehen, mehr kann ich nicht sagen.« ab|dan|ken [ apda kn], dankte ab,
entfernen, streifen von. Syn.: abbiegen (ugs.), abschla- abgedankt 〈itr.; hat〉:
2. abschnüren: binde das Bein gen, abweisen. von einem Amt, Posten zurücktre-
[mit einem Tuch] ab, damit ab|bre|chen [ apbr cn], bricht ab, ten: die Ministerin dankte ab;
das Blut nicht aus der Wunde ¸
brach ab, abgebrochen: nach vielen Jahren hatte der
rinnt. 1. 〈tr.; hat〉 durch Brechen von Vorsitzende des Gesangsvereins
Ab|bit|te [ apb t ], die; -, -n: etwas entfernen: er hat den Ast plötzlich abgedankt. Syn.: abge-
Bitte um Verzeihung für etwas, [vom Baum] abgebrochen. Syn.: hen, abtreten, aufhören, aus-

46
Abdankung – Abendland
scheiden, aussteigen (ugs.),
gehen, kündigen.
terlassene Spur: wir hinterließen
beim Gehen schöne Abdrücke
kennzeichnet eine Eignung,
Fähigkeit, Verwendungsmög- A
Ab|dan|kung [ apda k ], die; -, im Sand. Zus.: Daumenabdruck, lichkeit:
-en: Fingerabdruck. 1. 〈passivisch〉 so geartet, dass Aben
Rücktritt; Niederlegung eines ab|dru|cken [ apdr kn], druckte es ... werden kann; -bar, -fähig:
Amts: der König erklärte seine ab, abgedruckt 〈tr.; hat〉: justiziabel; kritikabel; reparabel;
Abdankung. in einer Zeitung o. Ä. gedruckt transportabel.
ab|drän|gen [ apdr n], drängte erscheinen lassen: einen Roman 2. 〈aktivisch〉 -fähig, neigend zu:
ab, abgedrängt 〈tr.; hat〉: [in Fortsetzungen], einen Vor- blamabel; funktionabel.
von einer Stelle weg [und woan- trag, eine Rede [in einer Zeit- Abend [ a bnt], der; -s, -e:
dershin] drängen: die Polizei schrift] abdrucken. Syn.: 1. Tageszeit zwischen Nachmittag
drängte die Demonstrierenden bekannt machen, bringen, und Nacht /Ggs. Morgen/: der
[in eine andere Straße] ab. Syn.: herausbringen, herausgeben, heutige Abend; eines Abends
verdrängen. publizieren, unter die Leute (an einem nicht näher bestimm-
ab|dre|hen [ apdre n], drehte ab, bringen (ugs.), veröffentlichen. ten Abend); heute, gestern, mor-
abgedreht: ab|drü|cken, [ apdr kn], drückte gen Abend; guten Abend!
1. 〈tr.; hat〉 /Ggs. andrehen/: ab, abgedrückt: /Grußformel/; zu Abend essen
a) (durch Drehen an einem Knopf, 1. 〈tr.; hat〉 durch Drücken oder (die Abendmahlzeit einnehmen).
Schalter o. Ä.) erreichen, dass Zudrücken im Zustrom hemmen: Zus.: Dienstagabend, Sommer-
etwas nicht mehr f ließt, hervor- die Erregung drückte ihr die abend, Weihnachtsabend; * der
tritt: er hat das Wasser, Licht, Luft ab. Heilige Abend: der Abend oder
Gas abgedreht. b) (durch Drehen 2. 〈itr.; hat〉 drückend von etwas der Tag vor dem ersten Weih-
an einem Knopf, Schalter o. Ä.) entfernen; wegdrücken: die nachtstag; der 24. Dezember.
erreichen, dass die Funktion Schwimmerinnen drücken sich 2. gesellschaftliche Veranstaltung
unterbunden ist: sie hat den am Startblock ab. Syn.: absto- am Abend: ein anregender
Wasserhahn, das Radio abge- ßen. Abend; ein literarischer Abend.
dreht. Syn.: abschalten, abstel- 3. a) 〈tr.; hat〉 einen Schuss (an Zus.: Abschiedsabend, Eltern-
len, ausdrehen, ausknipsen einer Handfeuerwaffe) auslösen: abend, Tanzabend, Theater-
(ugs.), ausmachen, ausschalten. er drückte [das Gewehr, den abend, Vortragsabend.
2. 〈tr.; hat〉 durch Drehen (von Revolver] ab; 〈auch itr.〉 auf Abend|brot [ a bntbro t], das; -[e]s
etwas) trennen: vor Nervosität jmdn. abdrücken. Syn.: abschie- (bes. nordd.):
hat er den Knopf [von seiner ßen, feuern, schießen. b) den [einfachere] Mahlzeit, meist mit
Jacke] abgedreht. Syn.: ablösen, Auslöser am Fotoapparat betäti- Brot, die man abends isst: zum
abmachen, abreißen, abtrennen, gen: bei dieser Kamera brauchst Abendbrot gab es Vollkornbrot
entfernen. du einfach nur abzudrücken. und Käse. Syn.: Abendessen,
3. 〈tr.; hat〉 (in Bezug auf einen Syn.: auslösen. Essen.
Kinofilm) zu Ende drehen: wir 4. 〈tr.; hat〉 [heftig] liebkosen, an Abend|es|sen [ a bnt| sn], das;
haben den Film abgedreht. Syn.: sich drücken und küssen: die -s, -:
fertigstellen. Mutter schloss das gerettete Mahlzeit, die man am Abend isst:
4. 〈itr.; hat/ist〉 (von einem in Kind in ihre Arme und drückte bleibst du zum Abendessen?
Bewegung befindlichen Flugzeug, es ab. Syn.: Abendbrot, Essen.
Schiff) eine andere Richtung ein- 5. 〈tr.; hat〉 durch Eindrücken in Abend|gym|na|si|um [ a bnt m-
schlagen: das Flugzeug hat/ist eine weiche Masse nachbilden: na zi m], das; -s, Abendgymna-
abgedreht. Syn.: abbiegen, für die Zahnprothese wurde das sien [ a bnt mna zi n]:
abschwenken, biegen um, den Gebiss zuerst in Kunststoff Schule, in der berufstätige
Kurs ändern, die Richtung abgedrückt. Erwachsene das Abitur ablegen
ändern, einbiegen, einen Bogen 6. 〈tr.; hat〉 (ugs.) (eine Geld- können: sie hat ihr Abitur auf
machen, schwenken. summe) bezahlen: für dieses Abo dem Abendgymnasium abge-
1
Ab|druck [ apdr k], der; -[e]s: musst du viel Geld abdrücken. legt.
das Abdrucken, das Abgedruckt- ab|eb|ben [ ap| bn], ebbte ab, Abend|kas|se [ a bntkas ], die;
werden: der Abdruck des abgeebbt 〈itr.; ist〉: -, -n:
Romans beginnt in der nächs- allmählich in der Intensität abends vor der Vorstellung (z. B.
ten Ausgabe. Zus.: Faksimileab- geringer werden und schließlich beim Theater) geöffnete Kasse:
druck, Sonderabdruck, Textab- ganz auf hören /Ggs. anschwel- die Karten wurden für Sie an
druck, Wiederabdruck. len/: die Erregung, Begeiste- der Abendkasse hinterlegt.
2
Ab|druck [ apdr k], der; -[e]s, rung, Unruhe, der Aufruhr, Abend|kleid [ a bntklait], das;
Abdrücke [ apdr k ]: Lärm ist abgeebbt. Syn.: -[e]s, -er:
1. 〈ohne Plural〉 das Abdrü- abflauen, abklingen, sich legen, festliches Kleid, das man am
cken (5): beim Zahnarzt wird nachlassen, schwinden (geh.), Abend trägt: für den Ball würde
zuerst ein Abdruck in Wachs zurückgehen. ich mir gern ein Abendkleid
erzeugt. Zus.: Wachsabdruck. -a|bel [a bl] 〈adjektivisches Suffix; kaufen.
2. durch Eindrücken oder Berüh- als Basiswort in der Regel ein Abend|land [ a bntlant], das; -[e]s:
ren auf etwas oder in etwas hin- Verb auf -»ieren«〉: kulturelle Einheit der europäi-

47
Abendmahl – Abfahrt

A schen Völker; die westliche Welt:


das Abendland nennt man auch
aber ich habe keine Lust; er ist
streng, aber gerecht; das Unter-
Syn.: entziehen, sperren, ver-
weigern, wegnehmen.
Okzident. nehmen war schwierig, aber es aber|mals [ a b ma ls] 〈Adverb〉:
Aben Abend|mahl [ a bntma l], das; glückte/es glückte aber; es ist vorher, früher schon einmal und
-[e]s: aber so!; aber das stimmt doch nun wieder, ein weiteres Mal: sie
Sakrament, bei dem zur Erinne- gar nicht! ; da es aber dunkel siegte, klopfte abermals; aber-
rung an das letzte Mahl Christi wurde, rasteten sie; im Winter mals überfiel ihn Angst; der
mit seinen Jüngern Brot und Wein reise ich nicht gern, wohl aber Erlös kommt abermals bedürfti-
geweiht und ausgeteilt werden: im Sommer; Zeit hätte ich gen Personen zugute.
das Abendmahl empfangen, schon, aber keine Lust; sie hat ab|fah|ren [ apfa r n], fährt ab,
nehmen. Syn.: Kommunion, zwar Zeit zum Reisen, aber kein fuhr ab, abgefahren:
Konfirmation. Geld. Syn.: allein (geh.), dabei, 1. 〈itr.; ist〉 einen Ort fahrend ver-
Abend|rot [ a bntro t], das; -s: dennoch, doch, freilich, gleich- lassen /Ggs. ankommen/: er ist
rote Färbung des Himmels bei wohl, immerhin, indes[sen] mit dem letzten Zug abgefah-
Sonnenuntergang: die Urlauber (geh.), schließlich, trotzdem. ren. Syn.: abreisen.
am Meer fotografieren das 2
aber [ a b ] 〈Partikel〉: 2. 〈itr.; ist〉 auf Skiern den Berg
Abendrot und den Sonnenun- 1. dient dazu, einer Äußerung, hinunterfahren: sie ist glänzend
tergang. besonders einer Erwiderung, abgefahren.
abends [ a bnts] 〈Adverb〉: Nachdruck zu verleihen: aber 3. 〈itr.; hat; oft in Verbindung
jeden Abend, am Abend /Ggs. ja! ; aber gern! ; aber natürlich!; mit »lassen«〉 (ugs.) abgewiesen
morgens/: abends [um] 8 Uhr; aber dalli! werden: er ist bei ihr ganz schön
von morgens bis abends. 2. dient in Ausrufen dazu, Miss- abgefahren; er hat sie abfahren
Aben|teu|er [ a bnt y ], das; -s, -: billigung [u. Entrüstung] auszu- lassen.
1. nicht alltägliches, spannendes drücken: aber meine Damen!; 4. 〈tr.; hat〉 mit einem Fahrzeug
[nicht ganz gefahrloses] Unter- aber Herr Balzer!; aber ich bitte abtransportieren: sie hatten
nehmen, Erleben, Geschehen Sie! (das geht doch nicht!); aber, Schutt, Müll abgefahren.
[dessen Ausgang zuerst noch aber! (nicht doch!). 5. 〈tr.; hat/ist〉 zur Kontrolle ent-
nicht abzusehen ist]: ein gefährli- 3. dient besonders in Ausrufe- lang fahren: er hat/ist die ganze
ches Abenteuer; das Abenteuer sätzen dazu, auszudrücken, Strecke abgefahren.
lockt; ein Abenteuer suchen, dass man den genannten Sach- 6. 〈tr.; hat/ist〉 mit dem Fahrzeug
erleben, bestehen; sich in ein verhalt besonders bemerkens- aufsuchen: sie hatte/war einige
Abenteuer einlassen, stürzen. wert findet: du hast aber viele Dörfer abgefahren.
Zus.: Reiseabenteuer. Bücher! ; der ist aber groß!; da 7. 〈tr.; hat〉 durch berfahren
2. kurze [romantische] Liebesbe- hat er aber Glück gehabt!; hast abtrennen: der Zug hatte ihm
ziehung: ein amouröses Aben- du aber ein Glück! beide Beine abgefahren.
teuer; sie ist sich zu schade für 4. dient mit folgendem »auch« 8. a) 〈tr.; hat〉 durch Fahren
ein bloßes Abenteuer. Syn.: dazu, Unverständnis, Unmut abnutzen: sie hat die Reifen
Affäre. Zus.: Liebesabenteuer. auszudrücken: du bist aber auch schnell abgefahren. b) 〈+ sich〉
aben|teu|er|lich [ a bnt y l c] stur!; er ist aber auch immer zu durch Fahren abgenutzt werden:
〈Adj.〉: ¸ leichtsinnig; wie kann man sich die Hinterreifen haben sich
einem Abenteuer ähnlich: eine aber auch so blöde anstellen? schnell abgefahren.
abenteuerliche Reise; das klingt Aber|glau|be [ a b laub ], der; 9. 〈tr.; hat〉 (ugs.) (den Anspruch,
höchst abenteuerlich. Syn.: aus- -ns: mit einem Verkehrsmittel o. Ä.
gefallen, außergewöhnlich, als irrig angesehener Glaube, befördert zu werden) ganz aus-
außerordentlich, einmalig, ein- dass überirdische Kräfte in nutzen: er hatte seinen Fahr-
zigartig, erstaunlich, gefährlich, bestimmten Menschen und Din- schein abgefahren.
gewagt, interessant, riskant, gen wirksam sind: es ist ein 10. 〈itr.; ist〉 (ugs.) auf jmdn. ,
unwahrscheinlich. Aberglaube, dass die Dreizehn etwas (spontan) sehr ansprechen;
Aben|teu|er|spiel|platz [ a bnt y - eine Unglückszahl ist. von jmdm. , einer Sache sehr
pi lplats], der; -es, Abenteuer- aber|gläu|bisch [ a b l yb ] angetan sein: auf diese Musik
spielplätze [ a bnt y pi l- 〈Adj.〉: bin ich früher voll abgefahren.
pl ts ]: a) im Aberglauben befangen: er Ab|fahrt [ apfa t], die; -, -en:
Spielplatz, auf dem die Kinder ist extrem abergläubisch. b) aus 1. Beginn der Fahrt /Ggs.
mit zur Verfügung gestelltem Aberglauben entstanden: beson- Ankunft/: die Abfahrt [des
Material selbstständig bauen ders auf dem Land herrschen Zuges] erfolgt um 8.11 Uhr.
usw.: nächste Woche wird der noch viele abergläubische Vor- Syn.: Abreise.
neue Abenteuerspielplatz end- stellungen. 2. (Skisport) a) Fahrt den Berg
lich eröffnet. ab|er|ken|nen [ ap| k n n], hinunter: eine rasende Abfahrt.
1
aber [ a b ] 〈Konj.〉: erkannte ab, aberkannt 〈tr.; b) Hang (zum Abfahren): eine
dagegen; jedoch, doch, allerdings: hat〉: steile Abfahrt. Syn.: Piste.
er schlief, aber sie wachte/sie durch einen [Gerichts]beschluss 3. Ausfahrt von einer Autobahn:
aber wachte; heute nicht, aber absprechen: jmdm. die bürgerli- bei Stau bitte die nächste
morgen; du kannst ja mitgehen, chen Ehrenrechte aberkennen. Abfahrt benutzen.

48
Abfahrtslauf – Abgabe
Ab|fahrts|lauf [ apfa tslauf], der;
-[e]s, Abfahrtsläufe [ apfa ts-
oder an den Zielpunkt gelangt:
einen Stoß, Schlag, den Regen,
Lärm, die Spannung flaute ab.
Syn.: abbauen, abebben, abklin- A
l yf ] (Skisport): die Gefahr abfangen; er fing die gen, sich legen, nachlassen,
Abfahrt (2 a) als Disziplin im Ski- ausholende Hand ab. Syn.: auf- schwinden (geh.), zurückgehen. Abga
sport: sie gewann den Abfahrts- fangen. c) unter Kontrolle brin- ab|flie|gen [ apfli n], flog ab,
lauf souverän. gen, in die Gewalt bekommen: abgeflogen:
Ab|fall [ apfal], der; -s, Abfälle einen schleudernden Wagen 1. 〈itr.; ist〉 a) weg-, davonf liegen:
[ apf l ]: abfangen. die Singvögel sind schon abge-
1. Reste, die bei der Zubereitung 2. eine Person, die irgendwohin flogen. b) (in Bezug auf ein Flug-
oder Herstellung von etwas übrig unterwegs ist und auf die man zeug) den Ort verlassen /Ggs.
bleiben und nicht mehr weiter zu gewartet hat, auf halten, weil ankommen/: das Flugzeug ist
verwerten sind: der Abfall vom man etwas von ihr will: das Mäd- um 9 Uhr abgeflogen. Syn.:
Gemüse wird getrennt gesam- chen hatte den Briefträger auf abheben, starten.
melt; radioaktiver Abfall. Syn.: der Treppe abgefangen. 2. 〈tr.; hat/ist〉 zur Kontrolle
Müll, Unrat. ab|fer|ti|gen [ apf rt n], fertigte überf liegen: er hat/ist das
2. 〈ohne Plural〉 (bes. Religion, ab, abgefertigt 〈tr.; hat〉: Gelände abgeflogen.
Politik) das Sichlösen aus einem 1. bewirken, dass jmd. , etwas ab|flie|ßen [ apfli sn], floss ab,
Bündnis o. Ä. : ein Abfall vom nach den entsprechenden Forma- abgeflossen 〈itr.; ist〉:
Glauben. litäten usw. weitergeleitet, -beför- a) sich f ließend entfernen, weg-
Ab|fall|ei|mer [ apfal|aim ], der; dert werden kann, dass man wei- f ließen: das Wasser in der Bade-
-s, -: tergehen, weiterfahren kann: Rei- wanne fließt schlecht ab. b) sich
Eimer, in dem Abfall (1) gesam- sende [am Gepäckschalter], leeren (indem etwas daraus
melt wird: den Abfalleimer säu- Pakete, Waren abfertigen. Syn.: herausf ließt): die Badewanne
bern. Syn.: Mülleimer. bedienen, durchschleusen fließt gut ab. Syn.: ablaufen.
ab|fal|len [ apfal n], fällt ab, fiel (ugs.), kontrollieren. Ab|flug [ apflu k], der; -[e]s,
ab, abgefallen 〈itr.; ist〉: 2. (ugs.) sich mit jmdm. und des- Abflüge [ apfly ]:
1. sich lösen und herunterfallen: sen Anliegen in wenig freundli- Start des Flugzeugs, Beginn des
Blüten, Früchte fallen ab. cher, wenig verbindlicher Weise Fluges /Ggs. Ankunft/: Abflug
2. für jmdn. als Gewinn, Vorteil beschäftigen und die Angelegen- ist um 6.30 Uhr; der Abflug hat
bei etwas übrig bleiben: mancher heit auch auf diese Weise erledi- sich verzögert.
gute Bissen fällt dabei ab. gen: einen Bettler kurz, schroff Ab|fluss [ apfl s], der; -es,
3. jmdm. , einer Sache abtrünnig, abfertigen; in dem Laden wur- Abflüsse [ apfl s ]:
untreu werden: von Gott, vom den wir regelrecht abgefertigt. 1. 〈ohne Plural〉 das Ab-, Weg f lie-
Glauben abfallen. Syn.: sich los- Syn.: abtun, abweisen. ßen: für Abfluss sorgen.
sagen. ab|fin|den [ apf ndn], fand ab, 2. Stelle (Öffnung, Rohr), wo
4. schräg nach unten verlaufen, abgefunden: etwas abf ließt: der Abfluss [der
sich neigen: der Berg fällt steil, 1. 〈tr.; hat〉 durch eine einmalige Badewanne] ist verstopft. Syn.:
sanft ab. Zahlung, Sachleistung für etwas Ausfluss, Ausguss.
5. a) (im Vergleich zu jmdm. , entschädigen: er bekam das ab|fra|gen [ apfra n], fragte ab,
etwas) schlechter sein oder wer- Grundstück, und seine Schwes- abgefragt 〈tr.; hat〉:
den: die Sängerin fiel [gegen die ter wurde abgefunden. Syn.: jmds. Kenntnisse durch Einzel-
Sänger, neben den Sängern, am ausbezahlen, auszahlen, befrie- fragen überprüfen: der Lehrer
Ende des zweiten Aktes] stark digen. fragte [die Kinder/den Kindern]
ab. b) an Kraft, Intensität abneh- 2. 〈+ sich〉 sich in etwas fügen: die Vokabeln ab; die Schülerin-
men, nachlassen, weniger wer- sich mit den Gegebenheiten, nen abfragen. Syn.: abhören.
den: die [Strom]spannung, der Tatsachen, mit der Situation ab|füh|ren [ apfy r n], führte ab,
Druck des Wassers fällt rasch abfinden; du musst dich damit abgeführt:
ab. abfinden[, dass du kein Geld 1. 〈tr.; hat〉 eine Person, die man
ab|fäl|lig [ apf l c] 〈Adj.〉: hast]. Syn.: sich anfreunden, ergriffen, festgenommen hat, weg-
¸
von Verächtlichkeit und Ableh- sich anpassen, sich aussöhnen, führen, in polizeilichen Gewahr-
nung zeugend: eine abfällige Kri- sich gewöhnen an. sam bringen: er wurde gefesselt
tik, Geste; sich abfällig [über Ab|fin|dung [ apf nd ], die; -, -en: abgeführt. Syn.: verhaften.
jmdn., etwas] äußern. Syn.: a) das Abfinden (1) (z. B. mit 2. 〈tr.; hat〉 vom Geld, das man
abschätzig, despektierlich Geld): die Abfindung der Gläu- eingenommen hat, besitzt, einen
(geh.), geringschätzig, verächt- biger. b) die zur Abfindung (1) Teil an jmdn./eine Institution
lich. bestimmte Geldsumme: er zahlen: Steuern [ans Finanzamt]
ab|fan|gen [ apfa n], fängt ab, musste seiner Frau eine einma- abführen. Syn.: abliefern.
fing ab, abgefangen 〈tr.; hat〉: lige Abfindung zahlen. Syn.: 3. 〈itr.; hat〉 für Stuhlgang sorgen:
1. a) verhindern, dass etwas, jmd. Abstand, Entschädigung. Rhabarber führt ab.
ans Ziel gelangt: einen Brief, ab|flau|en [ apflau n], flaute ab, Ab|ga|be [ ap a b ], die; -, -n:
einen Kurier abfangen. b) verhin- abgeflaut 〈itr.; ist〉: 1. das Abgeben (1): gegen Abgabe
dern, dass etwas, was sich auf allmählich in der Intensität des Bons erhalten Sie an der
etwas hinbewegt, weiterkommt schwächer werden: der Wind, Kinokasse eine Tüte Chips.

49
Abgang – abgehen

A 2. das Abgeben (4): Abgabe von


Angeboten bitte bis übermor-
Geld zu Hause nichts abzuge-
ben; sie hat mir etwas [von
brannt. Syn.: bankrott, blank
(ugs.), pleite (ugs.).
gen. Zus.: Angebotsabgabe. ihrem Gewinn] abgegeben. Syn.: ab|ge|brüht [ ap bry t] 〈Adj.〉
Abga 3. das Abgeben (6): er verzögerte ablassen, darbringen (geh.), dar- (ugs.):
immer wieder die Abgabe des reichen (geh.), geben, schenken, seelisch unempfindlich: ein abge-
Balls. Zus.: Ballabgabe. übereignen, überlassen, zur Ver- brühter Bursche; auch nach vie-
4. das Abgeben (7): nach der fügung stellen, zuteilwerden len Jahren als Krankenschwester
Abgabe des Schusses geriet sie lassen, zuwenden. b) sich von bin ich noch nicht abgebrüht.
in Panik. Zus.: Schussabgabe. etwas, jmdm. trennen, es nicht ab|ge|dro|schen [ ap dr n]
5. einmalige oder laufende Geld- mehr weiter haben wollen, sollen: 〈Adj.〉 (ugs.):
leistung an ein Gemeinwesen: die den Vorsitz, die Leitung abge- (als Wort o. Ä.) so oft gebraucht,
Abgaben sind sehr hoch. Syn.: ben; sie musste ihre zweite dass es inhaltlich leer ist, keine
Gebühr, 1 Steuer. Zus.: Energie- Assistentin abgeben. Aussagekraft mehr hat: das ist
abgabe, Ergänzungsabgabe, 4. 〈tr.; hat〉 (in Bezug auf eine doch nur so eine abgedroschene
Fehlbelegungsabgabe, Sonder- persönliche Meinungsäußerung) Redensart; er warf mit lauter
abgabe, Umweltabgabe, Vermö- verlauten lassen, von sich geben: abgedroschenen Phrasen um
gensabgabe. ein Versprechen, eine Erklä- sich. Syn.: abgenutzt, alt, banal,
Ab|gang [ ap a ], der; -[e]s, rung, ein Urteil abgeben. erstarrt, flach, formelhaft,
Abgänge [ ap ]: 5. 〈tr.; hat〉 etwas, was man nicht gewöhnlich, leer, nichtssagend,
1. 〈ohne Plural〉 das Verlassen [mehr] für sich selbst braucht, stereotyp, trivial.
eines Wirkungskreises, Schau- einem anderen gegen Bezahlung ab|ge|feimt [ ap faimt] 〈Adj.〉:
platzes: seit seinem Abgang von geben, überlassen: Brautkleid in allen Schlechtigkeiten erfah-
der Schule ist er arbeitslos. preiswert abzugeben; ein Zim- ren; durchtrieben: ein abgefeim-
2. Person, die aus einem Lebens-, mer abgeben. Syn.: veräußern, ter Lügner; das war eine abge-
Tätigkeitsbereich ausscheidet: im verkaufen. feimte Bosheit.
Krankenhaus gab es heute 20 6. 〈tr.; hat〉 (den Ball o. Ä.) an ab|ge|hackt [ ap hakt] 〈Adj.〉:
Zugänge und 11 Abgänge. einen Mitspieler geben: der Ver- (vom Sprechen) stockend, nicht
3. (Med.) Fehlgeburt: nach dem teidiger gab den Ball ab und f ließend: abgehackt sprechen.
Unfall hatte sie einen Abgang. stürmte vor; 〈auch itr.〉 du ab|ge|hen [ ap e n], ging ab,
4. Nachgeschmack, besonders am musst zuerst abgeben und dann abgegangen:
Gaumen: der Abgang des Weins ohne Ball nach vorne stürmen. 1. 〈itr.; ist〉 den bisherigen Wir-
ist aromatisch, lang anhaltend. Syn.: zuspielen. kungsbereich (besonders die
Ab|gas [ ap a s], das; -es, -e: 7. 〈tr.; hat〉 (einen Schuss) abfeu- Schule) verlassen: er ist [vom
bei bestimmten Prozessen, beson- ern: einen Schuss abgeben. Syn.: Gymnasium] abgegangen. Syn.:
ders bei Verbrennungen, entste- abschießen. ausscheiden.
hendes, meist nicht mehr nutzba- 8. 〈tr.; hat〉 aus seiner Substanz 2. 〈itr.; ist〉 a) einen Platz, Ort,
res Gas: viele antike Bauwerke freisetzen, nach draußen gelan- eine Stelle [ fahrplangemäß] ver-
werden von Abgasen zerfressen. gen lassen: der Ofen gibt nur lassen (um irgendwohin zu gelan-
Zus.: Autoabgas, Industrieab- mäßig Wärme ab; Kohlendioxid gen): das Schiff, der Zug ist vor
gas. wird beim Ausatmen abgege- einer Stunde abgegangen. Syn.:
ab|ge|ar|bei|tet [ ap |arbait t] ben. Syn.: absondern, ausschei- abfahren. b) abgeschickt werden:
〈Adj.〉: den. der Brief, die Ware ist gestern
a) durch vieles Arbeiten 9. 〈tr.; hat〉 geeignet sein, jmd. abgegangen.
erschöpft: ein hagerer, abgear- oder etwas zu sein; darstellen: sie 3. 〈itr.; ist〉 an etwas nicht mehr
beiteter Mann; sie kam abgear- gibt eine gute Rednerin ab; weiter festhalten: sie ist von ihrer
beitet nach Hause. b) starke, von mangelnde Einnahmen gaben Gewohnheit, ihrem Grundsatz
körperlicher Arbeit herrührende den Grund für die Einsparungen abgegangen.
Spuren aufweisend: abgearbei- ab. 4. 〈tr.; hat/ist〉 an etwas, jmdm.
tete Hände; ein derbes, abgear- 10. 〈+ sich〉 (meist abwertend) zum Zwecke der Besichtigung,
beitetes Gesicht. Interesse für jmdn. , etwas zeigen, Kontrolle entlanggehen; bei
ab|ge|ben [ ap e bn], gibt ab, gab Zeit dafür aufwenden und sich einem Rundgang besichtigen: die
ab, abgegeben: mit dem Betreffenden beschäfti- Offizierin hat/ist die Front
1. 〈tr.; hat〉 dem zuständigen gen: mit solchen Kleinigkeiten abgegangen.
Empfänger [oder jmdm. , der es gibt er sich nicht ab; sie gibt 5. 〈itr.; ist〉 (beim Turnen) ein
an den Empfänger weiterleitet] sich mit merkwürdigen Leuten Gerät mit einem Schwung,
geben: einen Brief bei der Sekre- ab. Syn.: sich befassen, sich Sprung verlassen und damit die
tärin abgeben. Syn.: abliefern. beschäftigen, sich einlassen, bung beenden: er ist mit einer
2. 〈tr.; hat〉 zur Auf bewahrung sich widmen. Grätsche [vom Reck] abgegan-
geben: den Mantel an der Garde- ab|ge|brannt [ ap brant] 〈Adj.〉 gen.
robe abgeben. (ugs.): 6. 〈itr.; ist〉 a) von etwas ausge-
3. 〈tr.; hat〉 a) jmdm. von einer kein Geld mehr habend (weil hen, abzweigen: von dieser
Sache einen Teil abtreten: er man alles ausgegeben, ver- Straße ist früher eine Passage
brauchte von dem verdienten braucht hat): ich bin total abge- abgegangen. Syn.: abbiegen.

50
abgeklärt – abhalten
b) in anderer als der bisherigen
Richtung verlaufen: der Weg ist
ches Mitglied eines Parlaments:
die Abgeordnete stellt sich zur
halb nicht ohne Weiteres zugäng-
lich): eine abgeschlossene Woh- A
nach links abgegangen. Syn.: Wiederwahl. Syn.: Funktionä- nung.
abbiegen. rin, Parlamentarierin, Vertrete- 3. durchgestaltet, vollendet: ein abha
7. 〈itr.; ist〉 sich loslösen: hier ist rin. Zus.: Bundestagsabgeord- abgeschlossenes Werk.
die Farbe, der Putz, der Knopf nete, Europaabgeordnete, Kreis- ab|ge|spannt [ ap pant] 〈Adj.〉:
abgegangen. Syn.: sich ablösen, tagsabgeordnete, Landtagsab- nach größerer Anstrengung
sich lösen. geordnete, Parlamentsabgeord- müde, erschöpft: einen abge-
8. 〈itr.; ist〉 abgezogen, abgerech- nete. spannten Eindruck machen;
net werden: von dem Gewicht ist Ab|ge|ord|ne|ter [ ap | rdn t ], abgespannt aussehen, sein.
noch die Verpackung abgegan- der Abgeordnete/ein Abgeord- ab|ge|wöh|nen [ ap vø n n],
gen; bei Barzahlung gehen drei neter; des/eines Abgeordneten, gewöhnte ab, abgewöhnt 〈tr.;
Prozent vom Preis ab. die Abgeordneten/zwei Abge- hat〉:
9. 〈itr.; ist〉 jmdm. fehlen, man- ordnete: ( jmdn. , sich) dazu bringen, eine
geln: ihm ist Taktgefühl schon gewählter Volksvertreter; Mit- [schlechte] Gewohnheit abzule-
immer abgegangen; was ihr an glied eines Parlaments: die Abge- gen: es dauerte lange, dem Kind
Begabung abgeht, ersetzt sie ordneten stimmen über das diese Unart abzugewöhnen; sie
durch Fleiß. Syn.: fehlen an, Gesetz ab. Syn.: Funktionär, will sich endlich das Rauchen
gebrechen an, hapern an, man- Parlamentarier, Vertreter. Zus.: abgewöhnen.
geln an (geh.). Bundestagsabgeordneter, Euro- ab|gra|sen [ ap ra zn], graste ab,
10. 〈itr.; ist〉 in einer bestimmten paabgeordneter, Kreistagsabge- abgegrast 〈tr.; hat〉 (ugs.):
Weise ablaufen, vonstattengehen, ordneter, Landtagsabgeordne- in einem bestimmten Bereich an
ausgehen: es ist noch einmal ter, Parlamentsabgeordneter. allen dafür infrage kommenden
glimpflich abgegangen; ohne ab|ge|ris|sen [ ap r sn] 〈Adj.〉: Stellen etwas oder jmd. Bestimm-
Geschrei geht es nie ab. Syn.: 1. (in Bezug auf Kleidung) durch tes systematisch suchen, sich dort
verlaufen. vieles Tragen zum Teil zerrissen erkundigen, nachfragen: ich habe
ab|ge|klärt [ ap kl t] 〈Adj.〉: und daher schäbig-ungepf legt die ganze Gegend nach einer
aufgrund von Lebenserfahrungen aussehend: abgerissene Klei- neuen Stelle abgegrast; sie hat
ausgeglichen, besonnen: ein dung; er läuft sehr abgerissen alle Buchläden abgegrast, aber
abgeklärter Mensch; sie ist sehr herum. diese alte Ausgabe nicht gefun-
abgeklärt. Syn.: ausgeglichen, 2. unzusammenhängend: seit sie den. Syn.: abklappern (ugs.),
bedacht, bedächtig, bedacht- krank ist, produziert sie nur ablaufen.
sam, beherrscht, besonnen, noch abgerissene Sätze. Ab|grund [ ap r nt], der; -[e]s,
gelassen, gemessen, gesetzt, reif, Ab|ge|sand|te [ ap zant ], die/ Abgründe [ ap r nd ]:
1
ruhig, sicher, 2 überlegen, eine Abgesandte; der/einer große [gefährliche] Tiefe (z. B.
umsichtig. Abgesandten, die Abgesandten/ einer Schlucht): in den Abgrund
ab|ge|le|gen [ ap le n] 〈Adj.〉: zwei Abgesandte: stürzen. Syn.: 1 Kluft, Krater,
recht weit vom Zentrum o. Ä. ent- weibliche Person, die mit einem Spalte.
fernt gelegen: eine abgelegene bestimmten Auftrag, mit einer ab|grün|dig [ ap r nd c] 〈Adj.〉
Gegend; ein abgelegenes Haus; [offiziellen] Botschaft zu jmdm. (geh.): ¸
der Ort ist sehr abgelegen; sie geschickt wird: sie ist eine Abge- 1. a) von rätselhafter, geheim-
wohnen sehr abgelegen. Syn.: sandte der amerikanischen nisvoller Unergründlichkeit:
einsam, entfernt, entlegen, gott- Regierung. Syn.: Bevollmäch- ein abgründiges Lächeln.
verlassen, öde. tigte, Botin, Botschafterin, b) (in unergründlicher Weise)
ab|ge|neigt [ ap naikt]: Kurierin, Vertreterin. unermesslich tief, groß:
in der Wendung jmdm./einer Ab|ge|sand|ter [ ap zant ], der abgründige Verachtung, Hin-
Sache abgeneigt sein: jmdm. , Abgesandte/ein Abgesandter; terhältigkeit.
einer Sache gegenüber ablehnend des/eines Abgesandten, die 2. 〈verstärkend bei Adjektiven〉
eingestellt sein: sie war einem Abgesandten/zwei Abgesandte: sehr: abgründig hässlich, tief,
Kompromiss nicht abgeneigt Person, die mit einem bestimm- gemein.
(stand ihm positiv gegenüber); er ten Auftrag, mit einer [offiziellen] ab|ha|ken [ apha kn], hakte ab,
war nicht/zeigte sich nicht Botschaft zu jmdm. geschickt abgehakt 〈tr.; hat〉:
abgeneigt, ihr den Koffer zu tra- wird: sie sind Abgesandte des mit einem Haken versehen, um zu
gen; ihre Erfahrungen hatten sie Königs. Syn.: Bevollmächtigter, markieren, dass etwas erledigt
allem Neuen abgeneigt Bote, Botschafter, Kurier, Ver- ist: die Namen auf der Liste
gemacht; sie waren ihm persön- treter. abhaken; damit war das Thema
lich abgeneigt (mochten ihn ab|ge|schlos|sen [ ap l sn] abgehakt (es wurde nicht länger
nicht). 〈Adj.〉: diskutiert).
Ab|ge|ord|ne|te [ ap | rdn t ], 1. von der Welt getrennt; isoliert: ab|hal|ten [ aphaltn], hält ab, hielt
die/eine Abgeordnete; der/einer ein abgeschlossenes Leben füh- ab, abgehalten 〈tr.; hat〉:
Abgeordneten, die Abgeordne- ren; wir leben sehr abgeschlos- 1. nicht durchdringen, herankom-
ten/zwei Abgeordnete: sen. men lassen: die Wände halten
gewählte Volksvertreterin; weibli- 2. in sich geschlossen (und des- den Lärm ab. Syn.: abblocken,

51
abhandenkommen – abheben

A abwehren, aufhalten, fernhal-


ten.
Wand ab-, herunternehmen:
nach der Scheidung hängte sie
itr.〉 kalte Duschen härten ab.
Syn.: stählen.
2. (von etwas) zurückhalten; das Hochzeitsbild ab. ab|hau|en [ aphau n], haute ab,
abha ( jmdn.) daran hindern, etwas zu 2. von der Kupplung trennen abgehauen:
tun: sie hielt ihn von der Arbeit /Ggs. anhängen/: einen Eisen- 1. 〈tr.; hat〉 durch Schlagen ent-
ab; von dieser unüberlegten bahnwagen abhängen. fernen, trennen von etwas: einer
Handlung müssen wir ihn 3. (ugs.) hinter sich lassen: beim giftigen Schlange den Kopf
abhalten. Wettlauf hängt sie ihren kleinen abhauen; er hat einen Ast vom
3. eine Veranstaltung, Zusam- Bruder locker ab. Baum abgehauen; 〈Prät. veral-
menkunft stattfinden lassen, ab|hän|gig [ aph c] 〈Adj.〉: tend auch: hieb ab〉 auf ihr
durchführen: die Versammlung ¸ (als Mög-
a) durch jmdn. , etwas Geheiß hieb man ihm den Kopf
wurde am Mittwoch abgehalten. lichkeit erst) zustande gekom- ab. Syn.: ablösen, abmachen,
Syn.: arrangieren, aufziehen, men, bedingt: der Ausflug ist abtrennen.
ausrichten, austragen, durch- vom Wetter abhängig; das 2. 〈itr.; ist〉 (ugs.) sich entfernen:
führen, geben, halten, organisie- Urlaubsziel ist vom Geldbeutel sie haute heimlich ab; seine
ren, unternehmen, veranstalten. abhängig. Zus.: saisonabhängig, Frau ist ihm abgehauen; er ist in
4. (ein Kind) so halten, dass es temperaturabhängig, wetterab- die Schweiz, nach Frankreich,
seine Notdurft verrichten kann: hängig. b) auf jmdn. , etwas ange- zur Fremdenlegion, mit der Ver-
der Vater hielt die Kleine ab. wiesen: er ist finanziell von den einskasse abgehauen. Syn.:
ab|han|den|kom|men [ap handnk - Eltern abhängig; sie ist seit Jah- abschwirren (ugs.), sich abset-
m n], kam abhanden, abhan- ren [von Kokain] abhängig. zen, das Weite suchen, sich
dengekommen 〈itr.; ist〉: Zus.: alkoholabhängig, drogen- davonmachen (ugs.), die Flatter
verloren gehen: mir ist meine abhängig, medikamentenab- machen (salopp), die Fliege
Brieftasche abhandengekom- hängig, tablettenabhängig; machen, die Flucht ergreifen,
men; die abhandengekommene * etwas von etwas abhängig sich dünnmachen (ugs.), durch-
Brieftasche. machen: etwas zur Bedingung brennen (ugs.), sich empfehlen,
Ab|hand|lung [ aphandl ], die; -, von etwas machen: sie machte enteilen, fliehen, Reißaus neh-
-en: ihre Zustimmung von einer Ent- men, sein Heil in der Flucht
schriftliche [wissenschaftliche] scheidung ihres Freundes suchen, sich auf Französisch
Darlegung, längerer Aufsatz: eine abhängig. empfehlen (ugs.), sich aus dem
umfangreiche Abhandlung; eine -ab|hän|gig [aph c] 〈adjektivi- Staub[e] machen, stiften gehen
Abhandlung über den Exis- sches Suffixoid〉: ¸ (ugs.), sich verdrücken (ugs.),
tenzialismus. Syn.: Arbeit, Bei- 1. durch das im substantivischen sich verflüchtigen, sich verfügen
trag, Schrift. Basiswort Genannte bedingt, (Papierdt., auch scherzh.), sich
Ab|hang [ apha ], der; -[e]s, darauf beruhend, darauf zurück- verziehen (ugs.), von der Bildflä-
Abhänge [ aph ]: zuführen: fallabhängig; leis- che verschwinden (ugs.), wegge-
schräge Fläche im Gelände: ein tungsabhängig; temperaturab- hen.
bewaldeter Abhang; das Haus hängig; verbrauchsabhängig; ab|he|ben [ aphe bn], hob ab,
stand am südlichen Abhang; sie wetterabhängig; zeitabhängig. abgehoben:
ist mit ihren neuen Skiern den 2. von dem im substantivischen 1. 〈tr.; hat〉 anheben und abneh-
Abhang hinuntergefahren. Syn.: Basiswort Genannten psychisch men: den Deckel, den Hörer des
Anhöhe, Berg, Böschung, abhängend, davon im Verhalten Telefons abheben.
Buckel, Erhebung, Hang, Hügel, bestimmt, geprägt: alkoholab- 2. 〈itr.; ist〉 (besonders von Flug-
Neigung. hängig; drogenabhängig; zeugen) sich in die Luft erheben,
1
ab|hän|gen [ aph n], hing ab, rauschgiftabhängig; tabletten- sich von dem Ausgangspunkt
abgehangen 〈itr.; hat〉: abhängig. lösen und in Bewegung setzen:
1. a) (durch jmdn. , etwas) bedingt Ab|hän|gig|keit [ aph ckait], die; die Maschine hebt schnell, vom
sein: das hängt letztlich von ihr, -, -en: ¸ Boden, nach Berlin ab; von der
vom Wetter ab; für mich hängt a) das Abhängigsein (a): die Startrampe abheben. Syn.:
viel davon ab ( für mich ist es Abhängigkeit der Arbeitsplätze abfliegen, starten.
sehr wichtig). Syn.: abhängig von der Konjunktur. Zus.: 3. 〈tr.; hat〉 sich (Geld vom Konto)
sein von. b) (von jmdm. , etwas) Exportabhängigkeit, Importab- auszahlen lassen /Ggs. einzah-
abhängig sein: viele Studierende hängigkeit, Temperaturabhän- len/: an immer mehr Automa-
hängen finanziell von ihren gigkeit. b) das Abhängigsein (b): ten kann man kostenlos Geld
Eltern ab. finanzielle Abhängigkeit; abheben.
2. durch längeres Hängen Abhängigkeit von Alkohol und 4. 〈+ sich〉 a) sich abzeichnen; in
mürbe werden: das Fleisch Drogen. Zus.: Alkoholabhängig- den Umrissen o. Ä. im Kontrast
muss noch abhängen; 〈häufig keit, Drogenabhängigkeit. zum Hintergrund, Untergrund
im 2. Partizip〉 gut abgehange- ab|här|ten [ aph rtn], härtete ab, erkennbar sein: die Türme
nes Fleisch. abgehärtet 〈tr.; hat〉: hoben sich vom/gegen den
2
ab|hän|gen [ aph n], hängte ab, gegen Infekte o. Ä. widerstandsfä- Himmel ab. Syn.: abstechen,
abgehängt 〈tr.; hat〉: hig machen: er härtete seinen kontrastieren. b) sich von ande-
1. von einem Haken, Nagel an der Körper, sich frühzeitig ab; 〈auch ren durch etwas deutlich unter-

52
abheilen – abknöpfen
scheiden: sie hob sich von ande-
ren durch ihre ruhige Art ab; er
oder Hörrohr prüft: das Herz, die
Patientin abhören.
klapperten alle Straßen nach
ihm ab; er klapperte die ganze A
hob sich von seinen Freunden 3. heimlich überwachen, mit Gegend nach Rucola ab.
ab, weil er unrasiert war. anhören: Telefone, ein Gespräch ab|klin|gen [ apkl n], klang ab, abkn
5. 〈itr.; hat〉 (geh.) etwas zum abhören. Syn.: anzapfen, aus- abgeklungen 〈itr.; ist〉:
Zielpunkt einer Erörterung kundschaften, lauschen, zuhö- a) (in der Lautstärke) abnehmen,
machen, auf etwas (als etwas ren. immer leiser werden: der Lärm
Bemerkenswertes) hinweisen: sie 4. (etwas Gesprochenes usw.) [zur klingt ab. b) (in der Intensität)
hob auf die Notwendigkeit einer berprüfung, Information oder nachlassen, schwächer werden:
kritischen Distanz ab; er hob zum Vergnügen] sich anhören: der Sturm, die Krankheit, die
darauf ab, dass die Probleme die Audiodateien abhören. Begeisterung ist abgeklungen.
nicht gelöst seien. Abi|tur [abi tu ], das; -s, -e: ab|klop|fen [ apkl pfn], klopfte ab,
ab|hei|len [ aphail n], heilte ab, Abschlussprüfung an einer höhe- abgeklopft:
abgeheilt 〈itr.; ist〉: ren Schule; Reifeprüfung: das 1. a) 〈tr.; hat〉 durch Klopfen ent-
allmählich [ver]heilen [und ver- Abitur machen; unsere Tochter fernen: Staub [von der Jacke]
schwinden]: der Ausschlag ist macht gerade Abitur. Syn.: Prü- abklopfen. b) 〈tr.; hat〉 durch
ganz abgeheilt. Syn.: abklingen, fung. Zus.: Einserabitur, Fach- Klopfen säubern: das Kind, sich,
heilen, zurückgehen. abitur. die Jacke abklopfen. Syn.:
ab|het|zen [ aph tsn], hetzte ab, Abi|tu|ri|ent [abitu ri nt], der; -en, abputzen, abstauben, befreien
abgehetzt 〈+ sich〉: -en, Abi|tu|ri|en|tin [abitu ri n- von, reinigen, sauber machen.
sich hastig (bis zum Erschöpft- t n], die; -, -nen: 2. 〈tr.; hat〉 durch Klopfen unter-
sein) um die Erledigung von a) Schüler bzw. Schülerin nach suchen, prüfen: die Wand, den
etwas bemühen: ich habe mich Ablegung der Reifeprüfung: nach Boden abklopfen; der Kranke
abgehetzt, um pünktlich fertig der letzten Prüfung feiern die wurde abgeklopft.
zu sein; hetz dich nicht ab, lass Abiturienten ausgelassen. 3. 〈tr.; hat〉 durch Klopfen mit
dir Zeit! Syn.: sich beeilen, sich b) Schüler bzw. Schülerin der letz- dem Taktstock unterbrechen: der
dranhalten (ugs.), einen Schritt ten Klasse an einer höheren Dirigent klopfte das Konzert ab;
zulegen, einen Zahn zulegen Schule: die Abiturienten in 〈auch itr.〉 während der Probe
(ugs.), fix machen (ugs.), sich Latein unterrichten. wurde häufig abgeklopft.
hetzen, keine Zeit verlieren, kei- ab|kap|seln [ apkapsln], kapselte ab|knal|len [ apknal n], knallte ab,
nen Augenblick verlieren, rasch ab, abgekapselt 〈+ sich〉: abgeknallt 〈tr.; hat〉 (ugs.):
machen, schnell machen, sich sich isolieren und den Kontakt 1. ohne Skrupel durch Schießen
sputen (veraltend, noch mit anderen meiden: sich wirt- töten: sie haben die Feinde wie
landsch.), Tempo machen, sich schaftlich abkapseln; du solltest Hasen abgeknallt. Syn.: abschie-
überstürzen. dich nicht abkapseln; sie haben ßen, beseitigen (verhüllend),
ab|ho|len [ apho l n], holte ab, sich von allen anderen, gegen ermorden, erschießen, kaltma-
abgeholt 〈tr.; hat〉: alles Neue abgekapselt. Syn.: chen (salopp), killen (salopp),
1. an eine bestimmte Stelle gehen sich absondern, sich verkrie- liquidieren, meucheln (veral-
und etwas, was dort bereitliegt, chen. tend), morden, über die Klinge
in Empfang nehmen, sich geben ab|kau|fen [ apkaufn], kaufte ab, springen lassen (ugs.), um die
lassen: ein Paket [von der Post] abgekauft 〈tr.; hat〉: Ecke bringen (ugs.), umbringen,
abholen; sie können die Thea- von jmdm. etwas [was er angebo- umlegen (ugs.), ums Leben brin-
terkarten an der Kasse abholen. ten hat] kaufen: sie kaufte dem gen, unter die Erde bringen
Syn.: holen. kleinen Mädchen einen Strauß (ugs.), vernichten.
2. an einen [vereinbarten] Ort, wo ab; diese Geschichte kauft dir 2. durch Schießen die Bewegungs-
sich die betreffende Person befin- niemand ab (ugs.; diese und Funktionsfähigkeit von
det, gehen und mit dieser wegge- Geschichte glaubt dir niemand). etwas zerstören: Panzer abknal-
hen: jmdn. zum Spazierengehen, Syn.: erstehen. len. Syn.: abschießen.
am Bahnhof, von zu Hause Ab|kehr [ apke ], die; -: ab|kni|cken [ apkn kn], knickte ab,
abholen. Abwendung von etwas oder abgeknickt:
3. (ugs. verhüllend) verhaften: jmdm: die Abkehr vom Weg- 1. 〈tr.; hat〉 a) durch Knicken ent-
man hatte ihn nachts abge- werfprinzip; eine innere Abkehr fernen: ich habe die Spitze abge-
holt. vom Katholizismus. knickt. Syn.: ablösen, abma-
ab|hö|ren [ aphø r n], hörte ab, ab|klap|pern [ apklap n], klap- chen, abtrennen. b) nach unten,
abgehört 〈tr.; hat〉: perte ab, abgeklappert 〈tr.; hat〉 abwärts knicken: die Blumen
1. etwas Gelerntes ohne Vorlage (ugs.): waren nur abgeknickt.
aufsagen lassen, um festzustellen, auf der Suche nach etwas, jmdm. 2. 〈itr.; ist〉 einen Knick bilden:
ob der Betreffende es beherrscht: nacheinander dafür infrage kom- sie ist in der Hüfte abgeknickt.
die Mutter hörte [ihn/ihm] die mende Stellen aufsuchen und ab|knöp|fen [ apknœpfn], knöpfte
Vokabeln ab; die Schülerin sich dort danach erkundigen, ab, abgeknöpft 〈tr.; hat〉:
abhören. Syn.: abfragen. danach fragen: wir haben alle 1. Angeknöpftes abnehmen /Ggs.
2. untersuchen, indem man die Hotels, Adressen, die ganze anknöpfen/: die Kapuze [vom
Körpergeräusche mit dem Gehör Umgebung abgeklappert; sie Mantel] abknöpfen.

53
abkochen – ablassen

A 2. (ugs.) eine Person dazu brin-


gen, dass sie etwas zahlt, hergibt
Moment] nicht abkömmlich.
Syn.: entbehrlich, überflüssig,
den/: Holz, Steine abladen; wo
soll ich dich abladen? (scherzh.;
(ohne dass sie sich richtig dage- überzählig, übrig. wo soll ich dich aussteigen las-
abko gen wehren kann): er hat mir ab|krat|zen [ apkratsn], kratzte ab, sen?). Syn.: ausladen. b) durch
beim Spielen fünf Euro abge- abgekratzt: Herunternehmen der Ladung leer
knöpft; jmdm. Geld für einen 1. 〈tr.; hat〉 a) durch Kratzen ent- machen: den Lkw abladen;
guten Zweck abknöpfen. Syn.: fernen: die alte Farbe mit einem 〈auch itr.〉 ich muss noch abla-
abluchsen (ugs.), abnehmen, Spachtel [von der Wand] abkrat- den. c) etwas (eine Last o. Ä.) los-
abschwatzen (ugs.). zen. Syn.: abmachen. b) durch werden, abwälzen, sich von etwas
ab|ko|chen [ apk xn], kochte ab, Kratzen reinigen: kratz dir bitte befreien und es einer anderen
abgekocht: die Schuhe ab. Syn.: säubern. Person übertragen: Arbeit auf
1. 〈tr.; hat〉 a) durch Kochen keim- 2. 〈itr.; ist〉 (derb) sterben: er jmdn. abladen; er ging zu ihr, in
frei machen: das Trinkwasser sieht so aus, als ob er bald die Kneipe, um seinen Kummer
abkochen. b) durch Kochen einen abkratzen würde. abzuladen.
Extrakt (aus etwas) gewinnen: ab|krie|gen [ apkri n], kriegte ab, Ab|la|ge [ apla ], die; -, -n:
[Heil]kräuter abkochen. c) (sel- abgekriegt 〈tr.; hat〉 (ugs.): 1. 〈ohne Plural〉 das Ablegen: er
ten) bis zum Garsein kochen: abbekommen: ich habe [von dem war mit der Ablage der erledig-
Eier, Kartoffeln abkochen. Kuchen] nichts abgekriegt. ten Post beschäftigt.
2. 〈itr.; hat〉 im Freien kochen: ab|küh|len [ apky l n], kühlte ab, 2. Raum, Vorrichtung, wo etwas
hier haben die Pfadfinder abge- abgekühlt: abgelegt wird: die Kleiderbürste
kocht. Syn.: Essen bereiten, 1. 〈tr.; hat〉 kühl[er] machen: das liegt auf der Ablage in der Gar-
Essen machen, Essen zuberei- Gewitter hat die Luft [etwas] derobe; Akten in die Ablage
ten. abgekühlt; er sprang in den bringen. Zus.: Hutablage.
ab|kom|man|die|ren [ apk man- Pool, um sich abzukühlen. ab|la|gern [ apla n], lagerte ab,
di r n], kommandierte ab, 2. 〈itr.; ist〉 kühl[er] werden: lass abgelagert:
abkommandiert 〈tr.; hat〉: den Tee erst mal etwas abküh- 1. a) 〈tr.; hat〉 sich absetzen,
dienstlich (besonders beim Mili- len; 〈auch + sich〉 das Wasser ansammeln lassen, anschwem-
tär zur Erfüllung einer bestimm- hat sich abgekühlt; 〈auch men: der Fluss lagert Schlamm
ten Aufgabe) entsenden: der unpers.; hat〉 es hat abgekühlt ab. b) 〈+ sich〉 sich absetzen,
Hauptmann hat den Gefreiten (die Lufttemperatur ist gesunken, ansammeln: der Kalkstein lagert
zur Kampfgruppe X abkom- es ist kühler geworden). sich [an den Wänden] ab.
mandiert. Syn.: abordnen, dele- Ab|kunft [ apk nft], die; -: 2. 〈itr.; hat〉 durch Lagern reifen:
gieren, schicken. gesellschaftliche Herkunft: sie ist der Wein muss noch ablagern;
ab|kom|men [ apk m n], kam ab, von bürgerlicher Abkunft. Syn.: gut abgelagertes Holz.
abgekommen 〈itr.; ist〉: Abstammung. 3. an einen bestimmten Ort brin-
a) sich ungewollt (von einer einge- ab|kür|zen [ apk rtsn], kürzte ab, gen und dort liegen lassen: der
schlagenen Richtung) entfernen: abgekürzt 〈tr.; hat〉: Restmüll wird in einer Deponie
vom Weg, Kurs abkommen. a) kürzer machen: den Weg abgelagert.
Syn.: abweichen. b) etwas, was abkürzen. b) in seiner Zeitdauer ab|las|sen [ aplasn], lässt ab, ließ
man früher, ursprünglich als Ziel, beschränken; vorzeitig beenden: ab, abgelassen:
Aufgabe gehabt hat, nicht mehr sie hatte ihren Besuch abge- 1. 〈tr.; hat〉 a) herauslaufen, aus-
tun, wollen, anstreben: davon, kürzt. c) (in Sprache und Schrift) strömen lassen: das Wasser aus
von diesem Plan bin ich wieder kürzer ausdrücken: einen der Badewanne, Gas ablassen.
abgekommen. Syn.: ablassen, Namen, ein Wort abkürzen; b) durch Herauslaufenlassen der
sich abschminken (salopp), »zum Beispiel« kürzt man [mit] Flüssigkeit leer machen: den
abschreiben (ugs.), absehen von, »z. B.« ab. Tank ablassen.
aufgeben, aufstecken (ugs.), ent- Ab|kür|zung [ apk rts ], die; -, 2. 〈tr.; hat〉 aus Gefälligkeit
sagen (geh.), fallen lassen, las- -en: [preiswert] verkaufen, abgeben:
sen, sich lossagen, preisgeben, 1. das Abkürzen: eine Abkür- ich würde Ihnen das Buch für
verzichten, zurücktreten. zung des Verfahrens ist leider acht Euro ablassen; sie ließ ihm
Ab|kom|men [ apk m n], das; -s, -: nicht möglich. die Hälfte ihrer Portion ab. Syn.:
Vereinbarung (besonders zwi- 2. Weg, auf dem man einen ande- abtreten, geben, hergeben, über-
schen Institutionen): ein gehei- ren, längeren Weg abkürzen eignen, überlassen, zur Verfü-
mes Abkommen. Syn.: Abma- kann: eine Abkürzung kennen, gung stellen, zuteilwerden las-
chung, Vertrag. Zus.: Geheimab- nehmen, fahren. sen.
kommen, Handelsabkommen, 3. abgekürztes Wort, abgekürzte 3. 〈tr.; hat〉 einen Rabatt ge-
Kulturabkommen, Militärab- Folge von Wörtern: »usw.« ist die währen: der Verlag lässt [der
kommen, Wirtschaftsabkom- Abkürzung für, von »und so Agentur] 15 % ab. Syn.: nachlas-
men. weiter«. sen.
ab|kömm|lich [ apkœml c] 〈Adj.〉: ab|la|den [ apla dn], lädt ab, lud 4. 〈itr.; hat〉 a) (von etwas)
(an seinem Platz) nicht¸unbedingt ab, abgeladen 〈tr.; hat〉: Abstand nehmen, (etwas) aufge-
gebraucht werdend und daher a) von einem Transportmittel ben, nicht weiter verfolgen: von
frei für anderes: sie ist [im herunternehmen /Ggs. aufla- einem Plan, der Verfolgung

54
Ablauf – ablehnen
Ablauf/Verlauf
Da sowohl Ablauf als auch Verlauf einen zeitlichen Dagegen wählt man bevorzugt Verlauf, wenn der
A
Prozess bezeichnen, können beide Wörter oft gegen- Blick mehr auf das Ergebnis als auf die Abfolge ge- able
einander ausgetauscht werden: richtet ist:
– Die Polizei sorgte für einen reibungslosen Ablauf/ – Mit diesem Verlauf des Spiels hatte keiner gerech-
Verlauf der Demonstration. net.
Vorzugsweise Ablauf wird verwendet, wenn ein kon- – Die Entwicklung nahm einen ganz anderen Verlauf
kreter, oft auch geregelter und organisierter Prozess als erwartet.
beschrieben wird: Für das Ende eines Prozesses/einer Frist selbst kann
– Aus aktuellem Anlass ändern wir den Ablauf des jedoch nur Ablauf stehen:
heutigen Programms. – Nach Ablauf dieser Frist können keine Änderun-
– Bitte stören Sie auf der Tagung nicht den geplanten gen mehr vorgenommen werden.
Ablauf ! – Die Kosten erhöhen sich nach Ablauf von drei Mo-
naten.

ablassen; sie ließen nicht ab (sie online. Syn.: abgrasen (ugs.), 4. 〈tr.; hat〉 als Funktionsverb:
hörten nicht auf) zu feuern. abklappern (ugs.). eine Prüfung ablegen (sich prü-
Syn.: abkommen, sich 4. 〈tr.; hat〉 durch vieles Gehen fen lassen); einen Eid ablegen
abschminken (salopp), abschrei- abnutzen: du hast die Absätze (schwören); ein Geständnis able-
ben (ugs.), absehen, entsagen schon wieder ganz abgelaufen. gen (etwas gestehen); ein
(geh.), verzichten. b) jmdn. nicht 5. 〈itr.; ist〉 zu Ende laufen und Bekenntnis ablegen (etwas
mehr bedrängen, verfolgen: sie dann stehen bleiben: die Uhr ist bekennen). Syn.: absolvieren.
schlugen auf ihn ein und ließen abgelaufen. 5. 〈itr.; hat〉 (von Schiffen oder
erst von ihm ab, als er reglos am 6. 〈itr.; ist〉 in bestimmter Weise Personen an Bord eines Schiffes)
Boden lag. vonstatten-, vor sich gehen: die von der Anlegestelle weg fahren
Ab|lauf [ aplauf], der; -s, Abläufe Diskussion lief glatt ab; das ist /Ggs. anlegen/: die Fähre hatte
[ apl yf ]: noch einmal gut abgelaufen. gerade abgelegt, als wir eintra-
1. [vom Anfang bis zum Ende Syn.: über die Bühne gehen fen; gleich legen wir ab.
geregelter, organisierter] Verlauf: (ugs.), verlaufen. ab|leh|nen [ aple n n], lehnte ab,
für einen reibungslosen Ablauf 7. 〈itr; ist〉 zu Ende gehen; zu abgelehnt 〈tr.; hat〉:
[der Arbeiten] sorgen; die tech- bestehen, zu gelten auf hören: die a) (etwas Angebotenes) nicht
nischen, politischen Abläufe. Frist, seine Amtszeit ist abge- annehmen, nicht entgegenneh-
Syn.: Reihenfolge. Zus.: Arbeits- laufen; der Pass ist abgelaufen. men /Ggs. annehmen/: ein
ablauf, Handlungsablauf, Pro- Syn.: auslaufen, verfallen. Angebot, einen Vorschlag, eine
grammablauf, Tagesablauf. Ab|le|ben [ aple bn], das; -s (geh.): Einladung, ein Geschenk ableh-
2. das Ablaufen (7): nach Ablauf Tod: seit dem Ableben seiner nen. Syn.: ausschlagen, ver-
des Quartals; vor Ablauf der Frau lebt er allein. schmähen, zurückweisen.
gesetzten Frist; das Medika- ab|le|gen [ aple n], legte ab, abge- b) einer Forderung o. Ä. nicht
ment darf man nach Ablauf der legt: nachgeben, nicht genehmigen
Haltbarkeitsdauer nicht mehr 1. 〈tr.; hat 〉 a) fort-, niederlegen, /Ggs. annehmen/: eine Forde-
verwenden. irgendwohin legen: den Hörer rung, einen Antrag ablehnen.
Ablauf / Verlauf: ablegen; eine Last ablegen. Syn.: abschlagen, abweisen, ver-
s. Kasten. b) etwas (wie Post o. Ä.) nach der sagen (geh.). c) nicht mögen,
ab|lau|fen [ aplaufn], läuft ab, lief Bearbeitung, Erledigung zur Auf- nicht gut, richtig, schön finden: er
ab, abgelaufen: bewahrung weglegen: Briefe able- lehnt Popmusik ab; sie lehnen
1. 〈itr.; ist〉 abf ließen (a): das gen. jede Gewalt gegen Menschen
Badewasser ablaufen lassen. 2. 〈tr.; hat〉 (ein Kleidungsstück ab; so etwas lehne ich [ganz ent-
2. 〈itr.; ist〉 a) herunterf ließen: o. Ä.) ausziehen: die Jacke able- schieden] ab; jmdn. ablehnen;
der Regen läuft von dem Cape gen; 〈auch itr.〉 legen Sie bitte 〈häufig im 1. Partizip〉 jmdm. ,
ab; die Teller ins Trockengestell ab! einer Sache ablehnend gegen-
stellen, damit das Wasser ablau- 3. 〈tr.; hat〉 a) nicht mehr tragen: überstehen; ablehnend reagie-
fen kann. b) durch Abf ließen die Trauerkleidung ablegen; sei- ren. Syn.: abweisen, missbilli-
anhaftenden Wassers trocken nen Namen ablegen (nicht län- gen, scheißen auf (derb). d) von
werden: die Teller ablaufen las- ger führen); 〈häufig im 2. Parti- sich weisen; nicht anerkennen: er
sen. zip〉 sie trägt abgelegte Schuhe lehnt jede Verantwortung für
3. 〈tr.; ist/hat〉 a) zur Kontrolle (Schuhe, die eine andere Person das Unglück ab; einen Richter
entlanglaufen, besichtigen: eine getragen hat, aber nicht mehr als parteiisch ablehnen. Syn.:
Strecke ablaufen. b) der Reihe weiter tragen will). b) sich von abweisen, negieren. e) sich wei-
nach, einen nach dem andern etwas frei machen: eine gern, etwas zu tun: ich lehne die
aufsuchen: statt zig Läden abzu- Gewohnheit, seine Scheu able- Zahlung des Bußgeldes ab; sie
laufen, bestelle ich doch lieber gen. lehnte es ab, an der Vorberei-

55
ableiten – abmühen

A tung der Veranstaltung mitzu-


wirken. Syn.: versagen (geh.),
erkennen: er liest ihr jeden
Wunsch von, an den Augen ab.
ckeln, ausführen, durchführen,
machen, tun, verrichten.
verweigern. b) (aus etwas) erschließen: die Ab|ma|chung [ apmax ], die; -,
able ab|lei|ten [ aplaitn], leitete ab, große Bedeutung dieser Ereig- -en:
abgeleitet: nisse kann man daraus/daran Vereinbarung: eine bindende
1. 〈tr.; hat〉 in eine andere Rich- ablesen, dass ... Abmachung; eine Abmachung
tung leiten: den Fluss ableiten. ab|leug|nen [ apl y n n], leugnete treffen (etwas vereinbaren).
Syn.: ablenken. ab, abgeleugnet 〈tr.; hat〉: ab|ma|gern [ apma n], magerte
2. a) 〈tr.; hat〉 herleiten, entwi- mit Nachdruck leugnen, nicht ab, abgemagert 〈itr.; ist〉:
ckeln: eine Formel aus Versu- zugeben: die Mitschuld, ein Ver- mager werden: er ist in letzter
chen ableiten. b) 〈+ sich〉 sich brechen ableugnen. Syn.: Zeit stark abgemagert. Syn.:
ergeben, folgen: das eine leitet abstreiten, bestreiten, demen- abnehmen, schlank werden,
sich aus dem anderen ab. tieren, in Abrede stellen vom Fleische fallen (ugs.).
3. a) 〈tr.; hat〉 auf seinen (Papierdt.), negieren, nicht ab|ma|len [ apma l n], malte ab,
Ursprung zurückführen: seine wahrhaben wollen, sich verwah- abgemalt 〈tr.; hat〉:
Herkunft von den Arabern ren gegen (geh.), verneinen, nach einer Vorlage malen: Pflan-
ableiten. Syn.: herleiten. zurückweisen. zen, Tiere abmalen. Syn.:
b) 〈+ sich〉 aus etwas stammen: ab|lie|fern [ apli f n], lieferte ab, abzeichnen.
das Wort leitet sich aus dem abgeliefert 〈tr.; hat〉: Ab|marsch [ apmar ], der; -[e]s:
Niederländischen ab. Syn.: nach Vorschrift übergeben, aus- das Abmarschieren: Vorberei-
abstammen, entstammen, sich händigen: er hat die Tasche tungen für den Abmarsch tref-
herleiten. beim Fundbüro abgeliefert; den fen. Syn.: Abzug.
Ab|lei|tung [ aplait ], die; -, -en: Rest des Geldes lieferte sie der ab|mar|schie|ren [ apmar i r n],
1. das Ableiten: die Ableitung Mutter ab. Syn.: abgeben, marschierte ab, abmarschiert
der Formel war dann einfach. überbringen, überreichen, vorle- 〈itr.; ist〉:
2. (Sprachwiss.) von einem ande- gen. sich marschierend auf den Weg
ren Wort abgeleitetes Wort: »Hei- ab|lö|sen [ aplø zn], löste ab, abge- machen: die Soldaten sind heute
terkeit« ist eine Ableitung (von löst: aus Neustadt abmarschiert.
»heiter«). 1. a) 〈tr.; hat〉 vorsichtig von sei- Syn.: abrücken, abziehen, weg-
ab|len|ken [ apl kn], lenkte ab, nem Untergrund lösen, entfernen: gehen.
abgelenkt: die Briefmarken [von dem ab|mel|den [ apm ldn], meldete
1. 〈tr.; hat〉 in eine andere Rich- Papier] ablösen. Syn.: abma- ab, abgemeldet 〈tr.; hat〉:
tung bringen, lenken: den Ball chen, abnehmen, abtrennen. einer offiziellen Stelle den Ab-,
[zur Ecke] ablenken; die Licht- b) 〈+ sich〉 sich (von etwas) loslö- Weggang, das Ausscheiden o. Ä.
strahlen werden abgelenkt; sen: die Farbe, Haut löst sich ab. mitteilen /Ggs. anmelden/: ein
jmds. Aufmerksamkeit ablen- Syn.: abblättern, abgehen, Kind in der Schule, sich polizei-
ken ( jmdn. ablenken). Syn.: abreißen, sich lösen. lich abmelden; das Radio abmel-
ableiten. 2. 〈tr.; hat〉 die Tätigkeit, die den (mitteilen, dass man es nicht
2. a) 〈tr.; hat〉 auf andere Gedan- Arbeit (von jmdm.) übernehmen, mehr benutzt).
ken bringen; zerstreuen: jmdn., an jmds. Stelle treten: eine Kolle- ab|mes|sen [ apm sn], misst ab,
sich durch Musik ein wenig gin ablösen; sie soll den derzei- maß ab, abgemessen 〈tr.; hat〉:
ablenken. b) 〈tr.; hat〉 dazu brin- tigen Vorsitzenden ablösen (soll 1. nach einem Maß bestimmen:
gen, sich mit etwas anderem zu seinen Posten übernehmen); der sie hat die Strecke abgemessen.
beschäftigen: jmdn. [von der Frühling löst den Winter ab Syn.: ermitteln, feststellen, mes-
Arbeit] ablenken. c) 〈itr.; hat〉 ( folgt auf den Winter). sen.
das Gesprächsthema wechseln: ab|luch|sen [ apl ksn], luchste ab, 2. (einen Teil von etwas) messen
er will nur [vom Thema] ablen- abgeluchst 〈tr.; hat 〉 (ugs.): [und vom Ganzen abschneiden]:
ken. mit List und Schlauheit abneh- einen Meter Stoff [vom Ballen]
ab|le|sen [ aple zn], liest ab, las ab, men: er hat mir viel Geld abge- abmessen.
abgelesen 〈tr.; hat〉: luchst. Syn.: abknöpfen (ugs.), Ab|mes|sung [ apm s ], die; -,
1. nach einer schriftlichen Vor- abschwatzen (ugs.). -en:
lage sprechen: sie hat ihre Rede ab|ma|chen [ apmaxn], machte ab, Maß (2): der Herd hat die vorge-
abgelesen; der Sprecher liest die abgemacht 〈tr.; hat〉: schriebenen Abmessungen.
Nachrichten vom Teleprompter 1. loslösen und entfernen /Ggs. Syn.: Ausmaß, Größe.
ab. anmachen/: einen Aufkleber, ab|mü|hen [ apmy n], mühte ab,
2. (den Stand eines Messinstru- ein Schild von der Tür abma- abgemüht 〈+ sich〉:
ments o. Ä.) feststellen: den Zäh- chen. sich sehr, bis zur Erschöpfung
lerstand, Kilometerstand able- 2. a) vereinbaren: wir hatten das anstrengen, sich große Mühe
sen; das Thermometer (auf dem so abgemacht; abgemacht! (ein- geben: vergeblich mühte er sich
Thermometer die Temperatur) verstanden!). Syn.: absprechen, damit ab, sein Auto zu reparie-
ablesen; den Strom (den Stand ausmachen, festlegen, verabre- ren. Syn.: sich abplagen, sich
des Stromzählers) ablesen. den. b) erledigen: die Sache war abquälen, sich abrackern (ugs.),
3. a) durch genaue Beobachtung schnell abgemacht. Syn.: abwi- sich abschinden (ugs.), sich

56
abmurksen – abpacken
anstrengen, sich aufreiben, sich
bemühen, das Menschenmögli-
8. 〈tr.; hat〉 (ugs.) für wahr hal-
ten, glauben: diese Geschichte
a) 〈tr.; hat〉 durch längeren
Gebrauch in Wert und Brauch- A
che tun, sich herumschlagen, nimmt uns niemand ab. Syn.: barkeit mindern: die Möbel sind
nichts unversucht lassen, sich abkaufen (ugs.), für bare Münze schon sehr abgenutzt. Syn.: abpa
plagen, sich quälen, rackern nehmen, für wahr halten. abnützen, verbrauchen.
(ugs.), sich schinden (ugs.), sein 9. 〈tr.; hat〉 von einem Original b) 〈+ sich〉 durch längeren
Bestes tun, sein Möglichstes übertragen, nachbilden: die Fin- Gebrauch an Wert und Brauch-
tun, sich etwas abverlangen, gerabdrücke, die Totenmaske barkeit verlieren: die Messer
sich strapazieren. abnehmen. haben sich im Laufe der Zeit
ab|murk|sen [ apm rksn], murkste 10. 〈itr.; hat〉 /Ggs. zunehmen/ abgenutzt.
ab, abgemurkst 〈tr.; hat〉 (ugs.): a) an Gewicht verlieren: er hat ab|nüt|zen [ apn tsn], nützte ab,
brutal töten: der Kerl wollte [stark, sehr viel, drei Pfund] abgenützt 〈tr.; hat; + sich〉 (bes.
mich abmurksen. abgenommen. Syn.: abmagern, südd.):
Ab|nah|me [ apna m ], die; -, -n: schlank werden, vom Fleische abnutzen.
das Abnehmen: die Abnahme fallen (ugs.). b) an Größe, Sub- Abon|ne|ment [ab n mã ], das;
des neuen Schiffs. stanz, Stärke o. Ä. verlieren; klei- -s, -s:
ab|neh|men [ apne m n], nimmt ner, geringer werden: ihre Kräfte für längere Zeit vereinbarter [und
ab, nahm ab, abgenommen: nehmen ab; die Geschwindig- daher verbilligter] Bezug von
1. 〈tr.; hat〉 a) von einer Stelle keit nimmt ab; die Tage nehmen Zeitschriften, Büchern, Eintritts-
weg-, herunternehmen: das ab (werden kürzer). Syn.: sich karten, Mittagessen o. Ä.: etwas
Tischtuch, den Hut abnehmen; abschwächen, absterben, ausge- im Abonnement beziehen; das
den Hörer, das Telefon abneh- hen, fallen, nachgeben, nachlas- Abonnement verlängern. Zus.:
men; ich habe mir den Bart sen, sich neigen (geh.), sich Jahresabonnement, Konzert-
abgenommen (habe mir den reduzieren, schrumpfen, abonnement, Theaterabonne-
Bart abrasiert); 〈auch itr.〉 sie schwinden (geh.), sinken, sich ment, Zeitschriftenabonne-
nimmt nicht ab (geht nicht ans verkleinern, sich vermindern, ment, Zeitungsabonnement.
Telefon). Syn.: abmachen, ent- sich verringern, weniger wer- Abon|nent [ab n nt], der; -en, -en,
fernen. b) amputieren: das Bein den, zur Neige gehen (geh.), Abon|nen|tin [ab n nt n], die; -,
musste [ihm] abgenommen zusammenschrumpfen. -nen:
werden. 11. 〈tr.; hat〉 (Maschen) beim Stri- Person, die etwas abonniert hat:
2. 〈tr.; hat〉 a) jmdm. aus der cken in ihrer Zahl verringern unsere Abonnenten und Abon-
Hand nehmen und selbst tragen: /Ggs. zunehmen/: du musst am nentinnen.
einer alten Frau den Koffer Kragen noch ein paar Maschen abon|nie|ren [ab ni r n] 〈tr.; hat〉:
abnehmen. b) (eine Mühe o. Ä.) abnehmen; 〈auch itr.〉 jetzt muss zum fortlaufenden Bezug bestel-
an jmds. Stelle übernehmen: ich abnehmen. len: eine Zeitung abonnieren,
jmdm. eine Arbeit, einen Weg Ab|nei|gung [ apnai ], die; -, abonniert haben. Syn.: bezie-
abnehmen. Syn.: aushelfen, bei- -en: hen.
springen, beistehen, entlasten, bewusste Empfindung, jmdn. , ab|ord|nen [ ap| rdn n], ordnete
helfen, unterstützen. etwas nicht zu mögen /Ggs. ab, abgeordnet 〈tr.; hat〉:
3. 〈tr.; hat〉 entgegennehmen: da Zuneigung/: eine große Abnei- dienstlich entsenden: jmdn. zu
sie nicht zu Hause war, hat ihre gung gegen jmdn., etwas haben. einer Versammlung abordnen.
Nachbarin das Paket abgenom- Syn.: Abscheu, Antipathie (bil- Syn.: abkommandieren, delegie-
men. dungsspr.), Aversion (geh.), ren, kommandieren, schicken.
4. 〈tr.; hat〉 nach Fertigstellung Ekel, Feindschaft, Feindselig- Ab|ord|nung [ ap| rdn ], die; -,
prüfend begutachten: die neue keit, Gräuel, Hass, Widerwille. -en:
Autobahnbrücke abnehmen. ab|norm [ap n rm] 〈Adj.〉: 1. dienstliche Entsendung:
Syn.: einer Revision unterzie- von der Norm abweichend, das seine Abordnung erfolgt zum
hen, inspizieren, kontrollieren, normale Maß übersteigend; nicht 1. Juni.
nachprüfen, prüfen, überprüfen, normal: ein abnormes Verhal- 2. Gruppe von abgeordneten Per-
überwachen. ten; ein abnorm kalter Winter. sonen: eine Abordnung schi-
5. 〈tr.; hat〉 wegnehmen: sie Syn.: abartig (emotional abwer- cken. Syn.: Delegation, Deputa-
haben ihn zusammengeschla- tend), abnormal (bes. österr. u. tion.
gen und ihm die Brieftasche schweiz.), anormal, außerge- Ab|ort [a b rt], auch [ ab rt], der;
abgenommen; die Polizei hat ihr wöhnlich, krankhaft, pervers, -[e]s, -e (veraltend):
den Führerschein abgenommen. unnatürlich. Toilette.
Syn.: abknöpfen (ugs.). ab|nor|mal [ apn rma l] 〈Adj.〉 ab|pa|cken [ appakn], packte ab,
6. 〈tr.; hat〉 (ugs.) [abverlangen (bes. österr., schweiz.): abgepackt 〈tr.; hat〉:
und] (von jmdm.) nehmen: sie nicht normal: sie hat ein abnor- für den Verkauf in bestimmte
hat mir dafür 10 Euro abgenom- males Kind zur Welt gebracht; kleinere Mengen aufteilen und
men; der Arzt hat ihm Blut sich abnormal verhalten. Syn.: verpacken: Zucker in Tüten
abgenommen. anormal. abpacken; abgepackter Käse,
7. 〈tr.; hat〉 abkaufen: jmdm. eine ab|nut|zen [ apn tsn], nutzte ab, Schinken. Syn.: einpacken,
Ware abnehmen. abgenutzt (bes. nordd.): packen.

57
abpfeifen – Abriss

A ab|pfei|fen [ appfaifn], pfiff ab,


abgepfiffen 〈tr.; hat〉:
Tisch abräumen; 〈auch itr.〉 sie
können abräumen.
Ab|rei|se [ apraiz ], die; -, -n:
das Abreisen: ich habe seit sei-
durch Pfeifen unterbrechen oder ab|re|a|gie|ren [ aprea i r n], rea- ner [überstürzten] Abreise nach
abpf beenden /Ggs. anpfeifen/: der gierte ab, abreagiert: Paris nichts mehr von ihm
Schiedsrichter pfiff das Spiel ab; 1. 〈tr.; hat〉 (eine seelische Span- gehört. Syn.: Abfahrt.
〈auch itr.〉 sie müsste langsam nung) durch eine ableitende ab|rei|sen [ apraizn], reiste ab,
abpfeifen. Reaktion vermindern oder zum abgereist 〈itr.; ist〉:
ab|pla|gen [ appla n], plagte ab, Verschwinden bringen: seine eine Reise antreten: er ist gestern
abgeplagt 〈+ sich〉: Wut, seinen Frust, seine Aggres- nach Paris abgereist; die franzö-
sich abmühen: ich habe mich sionen [an jmdm.] abreagieren. sische Delegation reiste aus Pro-
mein ganzes Leben lang abge- Syn.: auslassen. test [vorzeitig] ab; unser Besuch
plagt. 2. 〈+ sich〉 durch eine ableitende reist morgen [wieder] ab. Syn.:
ab|pral|len [ appral n], prallte ab, Reaktion ruhiger, ausgeglichener, abfahren, fortfahren.
abgeprallt 〈itr.; ist〉: gelassener werden: beim Fuß- ab|rei|ßen [ apraisn], riss ab, abge-
federnd zurückspringen: die ballspielen können sie sich rissen:
Kugel prallte von/an der Wand abreagieren. Syn.: sich beruhi- 1. 〈tr.; hat〉 durch Reißen abtren-
ab. gen, sich besänftigen, sich erho- nen, lösen: ein Kalenderblatt
ab|put|zen [ app tsn], putzte ab, len, sich fassen, sich trösten, zur abreißen; reiß doch die schönen
abgeputzt 〈tr.; hat〉: Ruhe kommen. Blumen nicht ab! Syn.: abma-
a) putzend entfernen: den ab|rech|nen [ apr cn n], rechnete chen, entfernen.
Schmutz [von der Wand] abput- ab, abgerechnet:¸ 2. 〈tr.; hat〉 niederreißen: das
zen. b) putzend säubern: sich die 1. 〈tr.; hat〉 abziehen: die Unkos- Haus, die Brücke wird abgeris-
Schuhe abputzen. ten vom Gewinn abrechnen. sen. Syn.: abbrechen.
ab|quä|len [ apkv l n], quälte ab, 2. 〈itr.; hat〉 a) die Schlussrech- 3. 〈itr.; ist〉 durch [ruckartiges]
abgequält 〈+ sich〉: nung aufstellen: er schloss den Ziehen abgerissen werden: mir
sich abmühen: er quälte sich ver- Laden und rechnete ab. ist ein Knopf abgerissen. Syn.:
geblich damit ab, den Motor in b) Rechenschaft über die Ausga- abgehen, sich ablösen, abtren-
Gang zu bringen. ben ablegen; Schulden und Forde- nen, sich lösen.
ab|qua|li|fi|zie|ren [ apkvalifi- rungen verrechnen: ich muss 4. 〈itr.; ist〉 plötzlich unterbro-
tsi r n], qualifizierte ab, abqua- nachher noch mit dir abrech- chen werden, auf hören: den Kon-
lifiziert 〈tr.; hat〉: nen. takt nicht abreißen lassen; die
in der Qualität, im Ansehen o. Ä. 3. 〈itr.; hat〉 ( jmdn.) zur Rechen- Funkverbindung riss plötzlich
abwertend beurteilen: einen Film schaft ziehen, sich (an jmdm.) ab; der Flüchtlingsstrom wollte
[als billiges Machwerk] abquali- rächen, es ( jmdm.) heimzahlen: nicht abreißen.
fizieren; jmdn. [als Stümper] mit seinen [politischen] Geg- ab|rich|ten [ apr ctn], richtete ab,
abqualifizieren. Syn.: diffamie- nern abrechnen. abgerichtet 〈tr.; ¸ hat〉:
ren, diskriminieren (bildungs- Ab|rech|nung [ apr cn ], die; -, (ein Tier) bestimmte Fertigkeiten
spr.), herabsetzen, herunterma- -en: ¸ lehren: einen Hund [als Blinden-
chen (ugs.), herziehen über 1. das Abrechnen, Abzug: nach hund] abrichten. Syn.: ausbil-
(ugs.), in den Schmutz ziehen, Abrechnung der Unkosten. den, disziplinieren, dressieren,
in ein schlechtes Licht setzen, 2. a) Rechenschaft über Einnah- erziehen, schulen, trainieren.
madigmachen (ugs.), miesma- men u. Ausgaben, Schlussrech- ab|rie|geln [ apri ln], riegelte ab,
chen (ugs. abwertend), mit nung: er macht jeden Abend die abgeriegelt 〈tr.; hat〉:
Schmutz bewerfen, schlechtma- Abrechnung. b) Blatt mit einer 1. mithilfe eines Riegels verschlie-
chen, verleumden, verteufeln Abrechnung (2 a): die Abrech- ßen: das Zimmer, die Tür abrie-
(abwertend). nung abzeichnen. geln. Syn.: abschließen, absper-
ab|ra|ckern [ aprak n], rackerte ab, 3. Vergeltung, Rache: der Tag der ren (bes. österr. , südd.), schlie-
abgerackert 〈+ sich〉 (ugs.): Abrechnung kommt bestimmt. ßen, versperren (bes. österr.,
sich abmühen. ab|rei|ben [ apraibn], rieb ab, südd.), zumachen, zuschlie-
ab|ra|ten [ apra tn], rät ab, riet ab, abgerieben 〈tr.; hat〉: ßen, zusperren (bes. österr. ,
abgeraten 〈itr.; hat〉: 1. a) durch Reiben entfernen: südd.).
empfehlen, etwas nicht zu tun einen Fleck abreiben. Syn.: 2. absperren, durch eine Sperre
/Ggs. zuraten/: ich habe ihr abputzen. b) durch Reiben reini- unzugänglich machen: die Poli-
[von der Reise] dringend ab- gen, trocknen: sich die schmutzi- zei riegelte den Tatort [herme-
geraten. Syn.: ausreden, warnen gen Hände mit einem Tuch tisch] ab. Syn.: blockieren, sper-
vor. abreiben; sie rieb das Kind mit ren.
ab|räu|men [ apr ym n], räumte einem Handtuch ab. Syn.: Ab|riss [ apr s], der; -es, -e:
ab, abgeräumt 〈tr.; hat〉: abputzen, abtrocknen, abtup- 1. das Abreißen eines Bauwerks:
a) (von einer Oberf läche) wegneh- fen, abwischen, rein machen, der Abriss dauerte einen Monat.
men: die Teller abräumen. Syn.: sauber machen. 2. knappe bersicht, Darstellung:
abservieren, abtragen, beiseite- 2. mit einer Reibe (von etwas) die ein Abriss der deutschen Gram-
räumen. b) durch Wegnehmen äußerste Schicht entfernen: eine matik. Syn.: Fazit, Grundriss,
von etwas leer, frei machen: den Zitrone abreiben. Resümee, Zusammenfassung.

58
abrücken – abschalten
ab|rü|cken [ apr kn], rückte ab,
abgerückt:
schroff, überraschend, unerwar-
tet, unverhofft, unvermittelt,
zusagen/: sie sagte ihren Besuch
ab; 〈auch itr.〉 ich musste [ihr] A
1. 〈tr.; hat〉 von seinem Platz unvermutet, unversehens, leider absagen. Syn.: abschrei-
rücken: den Schrank [von der unvorhergesehen. ben, widerrufen, zurückneh- absc
Wand] abrücken. Syn.: abschie- ab|rüs|ten [ apr stn], rüstete ab, men, zurückziehen.
ben. abgerüstet 〈itr.; hat〉: ab|sah|nen [ apza n n], sahnte ab,
2. 〈itr.; ist〉 sich von seinem Platz Waffen abschaffen, die militäri- abgesahnt 〈tr.; hat〉 (ugs.):
rückend ein wenig entfernen: ich sche Stärke verringern /Ggs. auf- (etwas Wertvolles) [zum Schaden
rückte [ein wenig] von ihm ab. rüsten/: die Großmächte sollten anderer] sich aneignen: die Spe-
3. 〈itr.; ist〉 sich distanzieren: wir noch weiter abrüsten. Syn.: ent- kulanten sahnten einen großen
können doch jetzt nicht von den militarisieren. Gewinn ab; 〈auch itr.〉 bei jmdm.
Positionen abrücken, mit denen Ab|rüs|tung [ apr st ], die; -: absahnen. Syn.: sich bemächti-
wir die Wahl gewonnen haben. das Abrüsten: Verhandlungen gen (geh.), erbeuten, erobern,
Syn.: aufheben, brechen, wider- über eine weitere [atomare] greifen, nehmen, schnappen
rufen, sich zurückziehen. Abrüstung. (ugs.), sich unter den Nagel rei-
4. 〈itr.; ist〉 in einer Gruppe oder ab|rut|schen [ apr t n], rutschte ßen (salopp), wegnehmen,
[militärischen] Formation sich ab, abgeruscht 〈itr.; ist〉: zusammenraffen (abwertend).
entfernen, abfahren, abmarschie- 1. unabsichtlich, versehentlich Ab|satz [ apzats], der; -es, Absätze
ren: er ließ die Kompanie [in die abwärts- oder seitwärtsrutschen: [ apz ts ]:
Kaserne] abrücken. ich rutschte von dem Stamm ab; 1. unter der Ferse befindlicher
ab|ru|fen [ apru fn], rief ab, abge- das Messer ist mir abgerutscht. Teil des Schuhs: hohe Absätze.
rufen 〈tr.; hat〉: 2. (ugs.) nachlassen und immer Zus.: Gummiabsatz, Lederab-
1. veranlassen, auffordern, von schlechter werden: er rutscht [in satz, Stiefelabsatz.
einem Ort, einer Stelle wegzuge- Mathematik] immer mehr ab; 2. kleinere waagerechte Fläche,
hen (und sich woandershin zu ihre Leistungen rutschten stark von der eine Treppe unterbrochen
begeben): jmdn. aus einer Sit- ab. Syn.: auf Abwege geraten, wird: auf dem Absatz haltma-
zung, von der Arbeit abrufen. auf Abwege kommen, auf den chen. Zus.: Treppenabsatz.
2. (Bereitstehendes, für einen Hund kommen (ugs.), auf die 3. a) mit einer neuen Zeile begin-
bestimmten Zweck Vorbereitetes schiefe Bahn kommen, auf die nende Unterbrechung in einem
o. Ä.) anfordern, sich geben, lie- schiefe Ebene kommen, in der fortlaufenden Text: einen Absatz
fern lassen: den Rest einer Ware Gosse enden (abwertend), in der machen. b) einer von mehreren
abrufen. Gosse landen (abwertend), Abschnitten eines Textes: er las
ab|run|den [ apr ndn], rundete ab, unter die Räder kommen (ugs.), den vorletzten Absatz. Syn.:
abgerundet 〈tr.; hat〉: verfallen, verkommen, vom Passage, Stück, Teil.
1. (etwas Spitzes, Scharfes, rechten Weg abkommen, vor die 4. 〈ohne Plural〉 das Verkauft-,
Scharf kantiges) rund machen: Hunde gehen (ugs.). Abgesetztwerden: der Absatz der
das Brett mit Schleifpapier an ab|sä|beln [ apz bln], säbelte ab, Waren stockte; reißenden
den Kanten abrunden; ein Wür- abgesäbelt 〈tr.; hat〉 (ugs.): Absatz finden (sehr gut verkauft
fel mit abgerundeten Ecken und [ohne besondere Sorg falt] werden). Syn.: Verkauf, Vertrieb.
Kanten; Zahnbürsten mit abge- abschneiden: jeder kann sich so ab|sau|gen [ apzau n], saugte ab,
rundeten Borsten. viel von der Wurst absäbeln, wie abgesaugt 〈tr.; hat〉:
2. (eine Zahl) durch Abziehen er will. Syn.: abmachen, abtren- a) durch Saugen entfernen: den
oder Hinzufügen in die nächst- nen. Staub absaugen; das Blut absau-
kleinere oder -größere runde ab|sa|cken [ apzakn], sackte ab, gen. b) durch Saugen reinigen:
Zahl verwandeln: 85 auf 80 oder abgesackt 〈itr.; ist〉 (ugs.): den Teppich absaugen.
90 abrunden; ich habe die a) im Wasser versinken: das Boot ab|schaf|fen [ ap afn], schaffte ab,
Summe nach unten, nach oben ist plötzlich abgesackt. Syn.: abgeschafft 〈tr.; hat〉:
abgerundet. sinken, untergehen. b) an Höhe a) (etwas bisher Bestehendes,
3. a) (einer Sache) eine ausgewo- verlieren: das Flugzeug sackte bliches) auf heben, außer Kraft
gene, ausgefeilte Form geben: ab. Syn.: sinken. setzen, beseitigen, nicht mehr
einen Bericht mit etwas abrun- Ab|sa|ge [ apza ], die; -, -n: stattfinden lassen: die Todes-
den; ein abgerundetes Pro- 1. ablehnender Bescheid /Ggs. strafe, einen Feiertag abschaf-
gramm. b) (eine Speise, ein Zusage/: er bekam eine Absage fen. Syn.: für null und nichtig
Getränk) abschmecken: eine auf seine Bewerbung. erklären, für ungültig erklären.
Soße mit Sahne abrunden. 2. völliges Ablehnen, Zurückwei- b) (etwas, was man besitzt) weg-
ab|rupt [ap r pt] 〈Adj.〉: sen: eine Absage an totalitäre geben, beseitigen: sein Auto, sei-
ohne bergang, Zusammenhang, Politik. nen Fernseher abschaffen.
ohne dass damit zu rechnen war, ab|sa|gen [ apza n], sagte ab, ab|schal|ten [ ap altn], schaltete
eintretend, erfolgend: ein abrup- abgesagt 〈tr.; hat〉: ab, abgeschaltet:
tes Ende; sie brach das 1. nicht stattfinden lassen: ein 1. 〈tr.; hat〉 a) durch Betätigung
Gespräch abrupt ab. Syn.: jäh, Fest absagen. Syn.: absetzen. eines Schalters unterbrechen: der
Knall auf Fall (ugs.), Knall und 2. (eine Zusage, etwas Vereinbar- Strom wurde [drei Stunden
Fall (ugs.), plötzlich, schlagartig, tes) rückgängig machen /Ggs. lang] abgeschaltet. b) ausschal-

59
abschätzig – abschinden

A ten: den Motor, den Fernsehap-


parat abschalten. Syn.: abdre-
2. (ugs.) a) sehr unangenehm,
widerwärtig: ein abscheuliches
Ab|schie|bung [ ap i b
-en:
], die; -,

hen, abstellen, ausdrehen, aus- Wetter; die Kälte ist abscheu- das Abschieben: den Flüchtlin-
absc machen. lich. b) 〈verstärkend bei Adjekti- gen droht die Abschiebung [in
2. 〈itr.; hat〉 (ugs.) a) den Vorgän- ven und Verben〉 sehr, überaus: ihr Heimatland].
gen um sich herum nicht folgen; es ist abscheulich kalt; abscheu- Ab|schied [ ap i t], der; -[e]s, -e:
der Umgebung keine Aufmerk- lich wehtun. das Sichtrennen [und Sichverab-
samkeit mehr schenken, sie kaum ab|schi|cken [ ap kn], schickte ab, schieden] von jmdm. , etwas: ein
noch wahrnehmen: einige Zuhö- abgeschickt 〈tr.; hat〉: tränenreicher Abschied; der
rer hatten bereits abgeschaltet. a) zur Beförderung, zum bersen- Abschied von den Eltern, von zu
b) sich ganz entspannen und den an einen Empfänger abge- Hause fiel ihm schwer;
Abstand gewinnen: im Urlaub ben: einen Brief, das Geld * Abschied nehmen: sich verab-
einmal richtig abschalten. Syn.: abschicken. Syn.: absenden, schieden: schweren Herzens
ausspannen, sich erholen, rela- schicken, übermitteln, überwei- müssen sie Abschied voneinan-
xen (ugs.), ruhen. sen, zuleiten. b) veranlassen, sich der nehmen.
ab|schät|zig [ ap ts c] 〈Adj.〉: mit einem bestimmten Auftrag ab|schie|ßen [ ap i sn], schoss ab,
von Geringschätzung, ¸ Abwertung, irgendwohin zu begeben: einen abgeschossen 〈tr.; hat〉:
Ablehnung zeugend: abschätzige Boten abschicken. Syn.: abkom- 1. a) schießend, durch einen
Bemerkungen; abschätzig von mandieren, abordnen, absen- Schuss in schnelle Bewegung ver-
jmdm. sprechen. Syn.: abfällig, den, delegieren, entsenden, setzen: eine Rakete, einen Tor-
despektierlich (geh.), gering- schicken. pedo, eine Leuchtkugel abschie-
schätzig, verächtlich. ab|schie|ben [ ap i bn], schob ab, ßen. b) (eine Schusswaffe) auslö-
Ab|schaum [ ap aum], der; -[e]s abgeschoben: sen, betätigen: eine Pistole
(abwertend): 1. 〈tr.; hat〉 a) von seinem Platz, abschießen. Syn.: abdrücken,
als minderwertig betrachteter seiner Stelle schiebend entfer- feuern, schießen.
Teil von einer Gesamtheit nen: sie hat die Couch [von 2. a) [ohne Skrupel] durch Schie-
(gewöhnlich von Menschen): der der Wand] abgeschoben. Syn.: ßen töten, erledigen: Vögel, Wild
Abschaum der Menschheit, der abrücken. b) einem anderen abschießen; jmdn. aus dem Hin-
menschlichen Gesellschaft. zuschieben: er hat die Arbeit, terhalt abschießen. Syn.:
Syn.: Brut (salopp abwertend), die Verantwortung, die Schuld abknallen (ugs.), erschießen,
Gesindel (abwertend), 2 Pack schon immer gern [auf schießen. b) durch Schießen zum
(salopp abwertend), Pöbel andere] abgeschoben. Syn.: Absturz bringen, zerstören: einen
(abwertend). abwälzen, sich vom Halse Panzer, ein Flugzeug abschie-
Ab|scheu [ ap y], der; -s, seltener: schaffen (ugs.). ßen. Syn.: abknallen (ugs.).
die; -: 2. 〈tr.; hat〉 a) gerichtlich des Lan- 3. mit einem Schuss wegreißen:
a) physisches Angeekeltsein: des verweisen: man hat ihn als im Krieg wurden ihm beide
Abscheu vor Knoblauch, vor unerwünschten Ausländer [in Beine abgeschossen.
Spinnen haben. Syn.: Ekel, sein Heimatland, über die 4. (ugs.) (durch Intrigen o. Ä.) aus
Widerwille. b) mit Empörung, Grenze] abgeschoben. Syn.: aus- seiner Stellung entfernen, um
Unwillen o. Ä. verbundene starke bürgern, aussiedeln, ausweisen, seine Stellung bringen: den Vor-
Abneigung, Ablehnung: [vor verbannen, vertreiben. b) seines sitzenden abschießen. Syn.:
jmdm., gegen jmdn., gegen Wirkungsbereichs, seines Einf lus- abschieben, abservieren (ugs.),
jmds. Tat] Abscheu empfinden; ses berauben [und woanders ein- absetzen, auf die Straße setzen
bei/in jmdm. Abscheu erregen. setzen]: sie hat ihn auf einen (ugs.), auf die Straße werfen
Syn.: Antipathie, Aversion untergeordneten Posten abge- (ugs.), ausbooten (ugs.), entlas-
(geh.), Ekel, Feindschaft, Feind- schoben. Syn.: abschießen sen, feuern (ugs.), in die Wüste
seligkeit, Hass, Widerwille. (ugs.), abservieren (ugs.), abset- schicken (ugs.), kaltstellen
ab|scheu|lich [ap yl c] 〈Adj.〉: zen, ausbooten (ugs.), entfer- (ugs.), kündigen, seines Amtes
¸
1. a) ekelhaft: ein abscheuliches nen, entmachten, in die Wüste entheben (geh.), seines Amtes
Tier; ein abscheulicher Geruch. schicken (ugs.), kaltstellen entkleiden (geh.), stürzen, über
b) wegen seiner Niederträchtig- (ugs.), seines Amtes entheben die Klinge springen lassen
keit, Schändlichkeit o. Ä. empö- (geh.), seines Amtes entkleiden (ugs.).
rung-, abscheuerregend: eine (geh.). ab|schin|den [ ap ndn], schindete
abscheuliche Tat. Syn.: arg 3. 〈itr.; ist〉 (ugs.) weggehen: er ab, abgeschunden 〈+ sich〉
(geh., veraltet), böse, elend schob enttäuscht ab. Syn.: (ugs.):
(emotional), erbärmlich, garstig, abhauen (ugs.), sich absetzen sich längere Zeit und bis zum
gemein, hässlich, niedrig, per- (ugs.), abziehen, das Weite Erschöpftsein schinden: du hast
fid[e] (bildungsspr.), schäbig suchen, sich davonmachen dich für die Kinder abgeschun-
(abwertend), schandbar, (ugs.), seines Weges gehen den. Syn.: sich abmühen, sich
schändlich, schmählich (geh.), (geh.), sich trollen (ugs.), sich abplagen, sich abquälen, sich
schmutzig, schnöde (geh. verdrücken (ugs.), sich verzie- abrackern (ugs.), sich aufreiben,
abwertend), übel, verächtlich, hen (ugs.), von dannen gehen sich plagen, sich quälen, rackern
verwerflich. (veraltet). (ugs.), sich strapazieren.

60
abschirmen – abschneiden
ab|schir|men [ ap rm n], schirmte
ab, abgeschirmt 〈tr.; hat〉:
gebeten wurde) ablehnend: ein
abschlägiger Bescheid; sein
Ab|schluss [ ap l s], der; -es,
Abschlüsse [ ap l s ]: A
durch schützende, sichernde o. ä. Antrag wurde abschlägig 1. 〈ohne Plural〉 Beendigung, das
Maßnahmen vor jmdm. , etwas beschieden (abgelehnt). Syn.: Abschließen: ein schneller absc
bewahren: die Sicherheitsbe- abweisend, negativ. Abschluss; nach Abschluss der
amten schirmten den Politiker Ab|schlepp|dienst [ ap l pdi nst], Verhandlungen. Syn.: Ausgang,
gegen bergriffe, vor Demons- der; -[e]s, -e: Ausklang (geh.), Ende, Schluss;
tranten, von der Außenwelt ab. Unternehmen zum Abschleppen, * etwas zum Abschluss brin-
Syn.: beschützen, decken, Abtransportieren beschädigter, gen: etwas beenden: die
schützen. nicht mehr fahrbereiter Autos: Entwicklungsarbeiten zum
ab|schlach|ten [ ap laxtn], schlach- den Abschleppdienst rufen. Abschluss bringen. Syn.: etwas
tete ab, abgeschlachtet 〈tr.; hat〉: ab|schlep|pen [ ap l pn], schleppte abschließen, etwas ad acta legen
a) [vorzeitig, notgedrungen] ab, abgeschleppt: (bildungsspr.), etwas einstellen,
schlachten: ein Schwein 1. 〈tr.; hat〉 ziehend fortbewegen: etwas fertig machen, etwas fer-
abschlachten. b) (emotional) ein falsch geparktes Auto tigstellen, etwas schließen,
grausam umbringen: bei den abschleppen lassen. Syn.: weg- etwas über die Bühne bringen
Unruhen wurden Hunderte von ziehen. (ugs.), etwas unter Dach und
Menschen abgeschlachtet. Syn.: 2. 〈+ sich〉 (ugs.) sich mit dem Fach bringen.
abmurksen (ugs.), beseitigen Schleppen von etwas Schwerem 2. abschließender, oft verzieren-
(verhüllend), ermorden, kaltma- abmühen: sie hat sich mit dem der Teil an etwas: der obere
chen (salopp), liquidieren, meu- Koffer abgeschleppt. Syn.: Abschluss des Kleides, der
cheln (veraltend), morden, sich abplagen, sich abrackern Tapete. Syn.: Besatz, Borte.
töten. (ugs.). 3. a) das Abschließen (5): zum
Ab|schlag [ ap la k], der; -[e]s, 3. 〈tr.; hat〉 (ugs.) jmdn. [wider Abschluss eines Vertrages ist es
Abschläge [ ap l ]: dessen Willen] irgendwohin noch nicht gekommen. Syn.:
1. Minderung eines Preises um bringen: einen Betrunkenen Abmachung, Absprache, Arran-
einen bestimmten Betrag: [einem abschleppen; er wollte sie [in gement, bereinkunft, Verabre-
Käufer] einen Abschlag gewäh- seine Wohnung] abschleppen. dung. b) geschäftliche Vereinba-
ren. Syn.: Ermäßigung, Nach- ab|schlie|ßen [ ap li sn], schloss rung, abgeschlossenes Geschäft:
lass, Prozente 〈Plural〉 (ugs.), ab, abgeschlossen: einen Abschluss tätigen, feiern.
Rabatt. 1. 〈tr.; hat〉 (einen Raum o. Ä.) mit Syn.: Abkommen, Abmachung,
2. Teil einer zu leistenden Zah- einem Schlüssel zuschließen: das Absprache, Arrangement, ber-
lung: jmdm. einen Abschlag [auf Zimmer, den Koffer abschlie- einkunft, Verabredung, Vertrag.
sein Gehalt] zahlen. ßen. Syn.: abriegeln, absperren, ab|schme|cken [ ap m kn],
3. (Fußball) das Schlagen des schließen, verschließen, ver- schmeckte ab, abgeschmeckt
Balls aus dem Strafraum ins sperren (bes. österr., südd.), 〈tr.; hat〉:
Spielfeld, bei dem der Torwart zumachen, zusperren. den Geschmack einer zubereite-
den Ball aus der Hand fallen 2. a) 〈tr.; hat〉 von anderen streng ten Speise prüfen und danach
lässt und ihn dann mit dem Fuß trennen, fernhalten: die Kranken würzen: die Soße abschmecken;
tritt: seine Abschläge sind zu von den Gesunden abschließen. der Tee ist mit Rum abge-
kurz. Syn.: abschneiden, absondern, schmeckt. Syn.: 1 kosten, probie-
ab|schla|gen [ ap la n], schlägt isolieren, scheiden (geh.). ren, versuchen.
ab, schlug ab, abgeschlagen: b) 〈+ sich〉 sich absondern: sich ab|schmie|ren [ ap mi r n],
1. 〈tr.; hat〉 durch Schlagen von von der Umwelt abschließen. schmierte ab, abgeschmiert 〈tr.;
etwas trennen, lösen: den Ast Syn.: sich isolieren. hat〉:
abschlagen. Syn.: abhauen, 3. 〈tr.; hat〉 zum Abschluss brin- [an den dafür vorgesehenen Stel-
abspalten, abtrennen. gen, zu Ende führen: eine Unter- len] mit Fett versehen, einreiben:
2. 〈tr.; hat〉 nicht gewähren, ver- suchung abschließen; 〈häufig die Achsen, den Wagen
weigern: eine Bitte abschlagen. im 1. und 2. Partizip〉 abschlie- abschmieren lassen. Syn.: fet-
Syn.: ablehnen, abweisen, versa- ßend möchte ich noch bemer- ten, ölen, schmieren.
gen (geh.). ken, dass ...; ein abgeschlosse- ab|schnei|den [ ap naidn], schnitt
3. 〈tr.; hat〉 abwehren: einen nes Studium. Syn.: beenden, ab, abgeschnitten:
Angriff, den Feind abschlagen. fertig machen, fertigstellen. 1. 〈tr.; hat〉 a) durch Schneiden
Syn.: sich erwehren (geh.), 4. 〈itr.; hat〉 (mit etwas) seinen von etwas trennen, lösen: einen
1
parieren, sich wehren gegen. Abschluss, sein Ende finden, auf- Zweig [von einem Strauch]
4. 〈tr.; hat〉 (Fußball) (den Ball) hören: das Fest schloss mit abschneiden; schneid dir doch
mit einem Abschlag (3) ins Spiel einem Feuerwerk ab. Syn.: aus- noch eine Scheibe Wurst ab.
bringen: er schlug den Ball weit klingen, enden, schließen. Syn.: abmachen, abspalten,
und genau ab; 〈auch itr.〉 der 5. 〈tr.; hat〉 [vertraglich] verein- abtrennen. b) (bis zum Ansatz-
Torwart schlug ab. baren: ein Geschäft, Bündnis punkt o. Ä.) durch Schneiden ent-
ab|schlä|gig [ ap l c] 〈Adj.〉: abschließen. Syn.: abmachen, fernen, beseitigen: sich die
¸
(einer Bitte, einem Gesuch) eine aushandeln, ausmachen, verab- Haare, den Bart abschneiden
Absage erteilend, (etwas, worum reden. lassen. Syn.: beschneiden, kür-

61
Abschnitt – abschwören

A zen, schneiden, 2 stutzen


(scherzh.).
2. 〈tr.; hat〉 sofort nach dem
Kochen mit kaltem Wasser rasch
von etwas befreien: die Zeltbahn
abschütteln.
2. 〈tr.; hat〉 abkürzen: den Weg abkühlen: gekochte Eier ab|schwä|chen [ ap v cn],
Absc abschneiden; * jmdm. den Weg abschrecken. ¸
schwächte ab, abgeschwächt:
abschneiden: jmdm. , den man ab|schrei|ben [ ap raibn], schrieb 1. 〈tr.; hat〉 schwächer machen:
verfolgt, stellen, indem man eine ab, abgeschrieben: den Einfluss, einen Eindruck
Abkürzung nimmt: der Polizist 1. 〈tr.; hat〉 a) (etwas, was abschwächen. Syn.: begrenzen,
schnitt ihm den Weg ab. bereits schriftlich oder beschneiden (geh.), dämmen,
3. 〈tr.; hat〉 völlig von jmdm. , gedruckt vorliegt) noch einmal dämpfen, eindämmen, lindern,
etwas trennen: das Dorf war schreiben: eine Stelle aus mäßigen, mildern, mindern,
durch die berschwemmung einem Buch abschreiben. reduzieren, schmälern, verklei-
tagelang von der Außenwelt Syn.: abtippen (ugs.), kopie- nern, vermindern, verringern.
abgeschnitten. Syn.: abschlie- ren. b) (einen Text, einen Teil 2. 〈+ sich〉 schwächer werden:
ßen, absondern, isolieren. eines Textes) von jmd. anderem das Hoch über Russland
4. 〈itr.; hat〉 (ugs.) zu einem übernehmen und für eigene schwächt sich ab. Syn.: abneh-
bestimmten Erfolg kommen: sie Zwecke verwenden, ohne auf men, nachlassen, schwinden
hat bei der Prüfung gut, die Urheberschaft hinzuweisen: (geh.), sich verkleinern, sich ver-
schlecht abgeschnitten. das hat er bestimmt irgendwo mindern, sich verringern.
Ab|schnitt [ ap n t], der; -[e]s, -e: abgeschrieben; 〈auch itr.〉 die ab|schwat|zen [ ap vatsn],
1. [durch Absätze kenntlich Schülerin hat von/bei ihrem schwatzte ab, abgeschwatzt 〈tr.;
gemachter] Teil von etwas Nachbarn abgeschrieben. hat〉 (ugs.):
Geschriebenem oder Gedruck- 2. 〈itr.; hat〉 schriftlich absagen: durch berredung bewirken, dass
tem: der erste Abschnitt des hast du ihr schon abgeschrie- man von jmdm. etwas Bestimm-
Textes. Syn.: Absatz, Aus- ben? Syn.: absagen. tes erhält: er hat ihr 100 Euro
schnitt, Paragraf, Passage, 3. 〈tr.; hat〉 (einen Betrag) strei- abgeschwatzt.
Stück. chen, abziehen: 5 000 Euro für ab|schwei|fen [ ap vaifn],
2. in sich abgegrenzter Teil einer die Abnutzung der Maschine schweifte ab, abgeschweift 〈itr.;
zeitlichen Erstreckung: ein abschreiben. Syn.: absetzen. ist〉:
Abschnitt der Geschichte; ein 4. 〈tr.; hat〉 (ugs.) für verloren vorübergehend [vom eigentlichen
entscheidender Abschnitt im halten, (mit jmdm. , etwas) nicht Ziel] abweichen: der Redner
Leben. Syn.: Ära (geh.), Epoche, mehr rechnen: sie hatten ihn, schweifte vom Thema ab. Syn.:
Etappe, Periode, Phase, Zeit- das Geld schon abgeschrieben. abkommen.
raum. Zus.: Lebensabschnitt, Syn.: aufgeben, entsagen (geh.), ab|schwen|ken [ ap v kn],
Zeitabschnitt. fahren lassen, preisgeben, sich schwenkte ab, abgeschwenkt
3. abtrennbarer Teil eines Formu- aus dem Kopf schlagen, verloren 〈itr.; ist〉:
lars, einer Eintrittskarte o. Ä.: der geben. mit einer leichten Drehung,
Abschnitt der Eintrittskarte, Ab|schrift [ ap r ft], die; -, -en: Schwenkung die zunächst einge-
Paketkarte. Zus.: Kontrollab- etwas Abgeschriebenes, abge- schlagene Richtung verlassen: die
schnitt. schriebener Text: eine beglau- Kolonne ist [nach] links abge-
ab|schnü|ren [ ap ny r n], bigte Abschrift des Zeugnisses schwenkt. Syn.: abbiegen,
schnürte ab, abgeschnürt 〈tr.; liegt bei; [von etwas] eine abdrehen, schwenken.
hat〉: Abschrift anfertigen, machen. ab|schwir|ren [ ap v r n],
durch festes Zusammenziehen Syn.: Doppel, Duplikat, Kopie, schwirrte ab, abgeschwirrt 〈itr.;
einer Schlinge o. Ä. zusammen- Zweitschrift. ist〉:
drücken und so undurchlässig Ab|schuss [ ap s], der; -es, 1. [schwirrend] weg f liegen: die
machen: eine Schlagader Abschüsse [ ap s ]: Stare schwirrten plötzlich ab.
abschnüren; jmdm. die Luft 1. das Abschießen (1 a): beim Syn.: abfliegen, abziehen.
abschnüren ( jmdm. keine Mög- Abschuss eines Torpedos. 2. (ugs.) sich [schnell,
lichkeit mehr zum Atmen lassen). 2. das Abschießen (2 a): der beschwingt] entfernen: sie ist
Syn.: zusammenpressen, Abschuss eines Rehbocks. eben abgeschwirrt. Syn.:
zusammenziehen. 3. das Abschießen (2 b): der abhauen (ugs.), sich absetzen
ab|schre|cken [ ap r kn], schreckte Abschuss der Maschine geht auf (ugs.), das Weite suchen, sich
ab, abgeschreckt: das Konto der Separatisten. davonmachen (ugs.), die Kurve
1. 〈tr.; hat〉 durch bestimmte ab|schüs|sig [ ap s c] 〈Adj.〉: kratzen (salopp), sich dünnma-
negative Umstände, Eigenschaf- ein [starkes] Gefälle¸ aufweisend: chen (ugs.), sich auf die Socken
ten, durch drohende, Angst ein- eine abschüssige Straße; der machen (ugs.), sich aus dem
f lößende Verhaltensweisen o. Ä. Weg ist abschüssig. Syn.: jäh, Staub[e] machen (ugs.), stiften
von etwas abhalten: der weite schroff, steil. gehen (ugs.), sich trollen (ugs.),
Weg schreckte ihn ab; 〈auch itr.〉 ab|schüt|teln [ ap tln], schüttelte verschwinden, sich verziehen
die hohe Strafe soll abschre- ab, abgeschüttelt 〈tr.; hat〉: (ugs.).
cken; 〈häufig im 1. Partizip〉 ein a) durch Schütteln entfernen: ich ab|schwö|ren [ ap vø r n], schwor
abschreckendes Beispiel. Syn.: schüttelte den Schnee [vom ab, abgeschworen 〈itr.; hat〉:
hindern, lähmen, zurückhalten. Mantel] ab. b) durch Schütteln sich [mit einem Schwur] (von

62
absegnen – absitzen
jmdm. , etwas) lossagen: dem
Teufel, dem Alkohol, einem Las-
denden: Absender nicht verges-
sen!
seines Amtes entkleiden (geh.),
stürzen. A
ter abschwören. Syn.: entsagen Ab|sen|de|rin [ apz nd r n], die; -, 7. 〈tr.; hat〉 [eine größere Anzahl
(geh.). -nen: von etwas] verkaufen: dieses absi
ab|seg|nen [ apze n n], segnete weibliche Form zu ↑ Absen- Sonderangebot wurde glänzend
ab, abgesegnet 〈tr. V.; hat〉 (ugs.): der (1). abgesetzt. Syn.: an den Mann
billigen, genehmigen: das Projekt ab|ser|vie|ren [ apz rvi r n], ser- bringen (ugs.).
muss noch vom Chef abgeseg- vierte ab, abserviert 〈tr.; hat〉: 8. 〈tr.; hat〉 a) (etwas Angekündig-
net werden. Syn.: gutheißen. 1. a) vom Tisch abräumen: wür- tes o. Ä.) absagen, nicht stattfin-
ab|se|hen [ apze n], sieht ab, sah den Sie bitte das Geschirr abser- den lassen: einen Punkt von der
ab, abgesehen: vieren; 〈auch itr.〉 sie serviert Tagesordnung absetzen; das
1. 〈tr.; hat〉 durch genaues Beob- gerade ab. Syn.: abtragen. b) von Theaterstück ist abgesetzt wor-
achten lernen: sie hat ihm diesen Geschirr frei machen: ich muss den. b) nicht weiterführen: eine
Trick abgesehen. noch den Tisch abservieren. Therapie, Behandlung absetzen.
2. 〈tr.; hat〉 voraussehen: ich 2. (ugs.) eine Person, die als Syn.: abbrechen, beenden.
kann im Moment noch nicht unbequem o. Ä. empfunden wird, c) nicht weiter einnehmen: ein
absehen, wie lange es dauern von ihrem Posten entfernen: die Medikament, die Pille absetzen.
wird; das Ende ist abzusehen. Abteilungsleiterin wurde abser- 9. 〈tr.; hat〉 für die Berechnung
3. 〈itr.; hat〉 (auf etwas) verzich- viert. Syn.: abschieben, abschie- als Minderung einer Summe gel-
ten; (etwas, was man eigentlich ßen (ugs.), absetzen, ausbooten tend machen: die Kosten für
vorhat) doch nicht tun: von (ugs.), entlassen, in die Wüste etwas (von der Steuer) absetzen.
einem Besuch, einer Strafe abse- schicken (ugs.), kaltstellen Syn.: abschreiben.
hen. Syn.: abkommen, ablassen, (ugs.), über die Klinge springen 10. 〈+ sich〉 (ugs.) sich [heimlich,
Abstand nehmen. lassen (ugs.). unauffällig] woandershin bege-
4. 〈itr.; hat〉 (etwas) außer ab|set|zen [ apz tsn], setzte ab, ben, entfernen: er hat sich recht-
Betracht lassen: wenn man von abgesetzt: zeitig ins Ausland abgesetzt.
der Entfernung absieht; 〈häufig 1. 〈tr.; hat〉 (etwas auf dem Kopf Syn.: abhauen (ugs.), abschwir-
im 2. Partizip〉 abgesehen von oder der Nase Getragenes) herun- ren (ugs.), ausreißen (ugs.), das
der Entfernung. Syn.: ausklam- ternehmen: die Brille absetzen. Weite suchen, sich davonma-
mern, ausnehmen. Syn.: ablegen, abnehmen, abzie- chen (ugs.), sich dünnmachen
5. * es auf jmdn., etwas abgese- hen, ausziehen. (ugs.), durchbrennen (ugs.), sich
hen haben: jmdn. , etwas gern 2. 〈tr.; hat〉 etwas [Schweres] auf empfehlen, sich auf die Socken
für sich haben wollen: die Frau den Boden an eine Stelle setzen: machen (ugs.), sich auf Franzö-
hat es auf ihn, [nur] auf sein das Gepäck absetzen. Syn.: sisch empfehlen (ugs.), sich aus
Geld abgesehen. Syn.: auf abstellen, hinstellen. dem Staub[e] machen (ugs.),
jmdn., etwas abzielen. 3. 〈tr.; hat〉 ( jmdn.) bis an eine sich stehlen, stiften gehen
ab|sei|tig [ apzait c] 〈Adj.〉: bestimmte Stelle fahren und (ugs.), sich verdrücken (ugs.),
a) dem allgemein¸ blichen nicht dann aussteigen lassen: ich setze sich verflüchtigen, sich verfügen
entsprechend: abseitige Interes- Sie am Bahnhof ab. (Papierdt., auch scherzh.), sich
sen; diese Idee halte ich für 4. 〈tr.; hat〉 von einer Stelle weg- verziehen (ugs.).
abseitig. Syn.: ausgefallen, exo- nehmen und dadurch eine Tätig- Ab|sicht [ apz ct], die; -, -en:
tisch, ungewöhnlich. b) in den keit beenden: den Geigenbogen ¸
fest beabsichtigtes Wollen: sie hat
Bereich der Perversion gehörend: absetzen; er trank, ohne das die Absicht, zu kommen; das
abseitige Neigungen haben. Glas vom Mund abzusetzen; hat sie mit [voller] Absicht
Syn.: abartig (emotional abwer- 〈auch itr.〉 sie trank, ohne abzu- (absichtlich, vorsätzlich, willent-
tend), anormal, pervers. setzen. lich) getan. Syn.: Bestreben,
1
ab|seits [ apzaits] 〈Präp. mit Gen.〉: 5. a) 〈tr.; hat〉 [langsam] sinken Bestrebungen 〈Plural〉, Plan,
(ein wenig) entfernt von: abseits lassen und sich lagern, nieder- Vorhaben, Vorsatz, Ziel.
des Weges steht ein Haus. schlagen lassen: der Fluss setzt ab|sicht|lich [ apz ctl c] 〈Adj.〉:
2
ab|seits [ apzaits] 〈Adverb〉: Sand ab. Syn.: ablagern. mit Absicht, mit ¸Willen,
¸ vorsätz-
beiseite, außerhalb: der Hof liegt b) 〈+ sich〉 [langsam] sinken und lich: eine absichtliche Täu-
abseits vom Dorf. sich lagern, sich niederschlagen: schung; du hast mich absicht-
ab|sen|den [ apz ndn], sandte/ Schlamm setzt sich ab. Syn.: lich falsch informiert. Syn.:
sendete ab, abgesandt/abgesen- sich ablagern. beabsichtigt, bewusst, geflis-
det 〈tr.; hat〉: 6. 〈tr.; hat〉 verfügen, beschließen, sentlich, gewollt.
abschicken: ich muss den Brief dass jmd. , der für die Leitung, ab|sit|zen [ apz tsn], saß ab, abge-
heute noch absenden. Syn.: Führung von etwas zuständig ist, sessen:
1
senden, schicken. dieses Amt aufgeben, verlassen 1. 〈itr.; ist〉 vom Pferd steigen
Ab|sen|der [ apz nd ], der; -s, -: muss: die Präsidentin absetzen. /Ggs. aufsitzen/: sie ist im Hof
1. männliche Person, die etwas Syn.: abschießen (ugs.), abser- abgesessen. Syn.: absteigen.
abschickt: er ist der Absender vieren (ugs.), ausbooten (ugs.), 2. 〈tr.; hat〉 (ugs.) a) (eine Zeit als
des Briefes. entmachten, kaltstellen (ugs.), Strafe) im Gefängnis verbringen:
2. Name und Adresse des Absen- seines Amtes entheben (geh.), er hat drei Monate abgesessen.

63
absolut – Abstammung

A Syn.: sitzen (ugs.), verbüßen.


b) widerwillig, nur durch Anwe-
ten: die kranken Tiere von den
gesunden absondern. Syn.:
ab|sper|ren [ ap p r n], sperrte ab,
abgesperrt 〈tr.; hat〉:
sendsein (eine bestimmte Zeit) abschließen, abschneiden, 1. durch eine Sperre unzugäng-
abso hinter sich bringen: sie hat acht abtrennen, isolieren, scheiden lich machen: die Straße absper-
Stunden im Büro abgesessen. (geh.), trennen. b) 〈+ sich〉 für ren. Syn.: abriegeln, blockieren,
1
ab|so|lut [apzo lu t] 〈Adj.〉: sich bleiben; den Kontakt mit sperren.
1. in höchster Weise ideal, ohne andern meiden: sich von den 2. (bes. österr., südd.) abschlie-
Trübung, Einschränkung; unein- andern absondern. Syn.: sich ßen: das Haus, die Schublade
geschränkt, ungestört: absolute abkapseln, sich abschließen, absperren. Syn.: abriegeln,
Glaubensfreiheit; eine Stim- sich ausschließen, sich fernhal- schließen, verschließen, ver-
mung von absolutem Frieden. ten, sich isolieren, sich verkrie- sperren (bes. österr. , südd.),
Syn.: vollkommen. chen. zumachen, zuschließen, zusper-
2. nicht mehr steigerbar, nicht 2. 〈tr.; hat〉 ausscheiden: die ren.
mehr zu überbieten: eine abso- Pflanze sondert einen dunklen Ab|spra|che [ ap pra x ], die; -, -n:
lute Grenze erreichen; der abso- Saft ab; Schweiß absondern Vereinbarung: eine geheime
lute Rekord dieses Tages. (schwitzen, transpirieren). Syn.: Absprache treffen. Syn.:
3. allein herrschend, souverän: abgeben. Abkommen, Abmachung,
ein absoluter Monarch. Syn.: ab|sor|bie|ren [apz r bi r n] 〈tr.; Arrangement, Pakt, berein-
uneingeschränkt. hat〉: kunft, Verabredung. Zus.:
2
ab|so|lut [apzo lu t] 〈Adverb〉: 1. aufsaugen: der Filter absor- Geheimabsprache, Wahlabspra-
ganz und gar: absolut keine biert die Strahlung. Syn.: che.
Ahnung haben; er macht abso- annehmen, aufnehmen. ab|spre|chen [ ap pr cn], spricht
lut alles; das ist absolut unmög- 2. (geh.) stark in Anspruch neh- ¸
ab, sprach ab, abgesprochen 〈tr.;
lich. Syn.: ganz, ganz und gar, men: das Spiel absorbierte völlig hat〉:
gänzlich (emotional), hundert- meine Aufmerksamkeit. Syn.: 1. sich über etwas einigen und
prozentig (ugs.), komplett, rest- beanspruchen, in Beschlag neh- gemeinsam beschließen: ein
los (ugs.), total, völlig, vollkom- men, mit Beschlag belegen, stra- Zusammentreffen absprechen;
men, vollständig, zur Gänze. pazieren. sie haben ihre Aussagen mitein-
Ab|so|lu|ti|on [apzolu tsio n], die; ab|spal|ten [ ap paltn], spaltete ander abgesprochen.
-, -en: ab, abgespaltet/abgespalten: 2. erklären, dass jmd. etwas nicht
Freisprechung von Sünden: 1. 〈tr.; hat〉 durch Spalten tren- hat, dass jmdm. etwas fehlt:
jmdm. [die] Absolution erteilen. nen: er hat die Späne mit dem jmdm. alles Talent absprechen.
Ab|so|lu|tis|mus [apzolu t sm s], Messer abgespaltet. Syn.: bestreiten, verneinen.
der; -: 2. 〈+ sich〉 sich von etwas [durch Ab|sprung [ ap pr ], der; -[e]s,
Form der Regierung, bei der die Spaltung] lösen: eine radikale Absprünge [ ap pr ]:
ganze Macht in der Hand des Gruppe hat sich von der Partei 1. das Springen von, aus etwas:
Monarchen liegt: die Hochzeit abgespaltet/abgespalten. Syn.: der Absprung vom Barren, aus
des Absolutismus war die frühe sich trennen. dem Flugzeug. Zus.: Fallschirm-
Neuzeit. ab|spa|ren [ ap pa r n], sparte ab, absprung.
Ab|sol|vent [apz l v nt], der; -en, abgespart 〈tr.; hat〉: 2. Loslösung von etwas: der
-en, Ab|sol|ven|tin [apz l v nt n], in der Wendung sich (Dativ) Absprung ist ihr nicht leichtge-
die; -, -nen: etwas [vom Mund] absparen: fallen; den Absprung wagen.
Person, die die Ausbildung an durch längeres Sparen mühsam ab|spu|len [ ap pu l n], spulte ab,
einer Schule, Hochschule o. Ä. erlangen: ich hatte mir diese abgespult 〈tr.; hat〉:
erfolgreich abgeschlossen hat: sie Reise buchstäblich vom Mund von einer Spule [ab]wickeln: sie
ist Absolventin des Goethe- abgespart. spulte den Faden ab.
Gymnasiums, der Humboldt- ab|spei|sen [ ap paizn], speiste ab, ab|spü|len [ ap py l n], spülte ab,
Universität. Zus.: Hochschulab- abgespeist 〈tr.; hat〉: abgespült 〈tr.; hat〉:
solvent, Hochschulabsolventin. mit weniger als erhofft oder a) durch Spülen reinigen: das
ab|sol|vie|ren [apz l vi r n] 〈tr.; erwartet abfertigen; kurz abwei- Geschirr abspülen. Syn.: abwa-
hat〉: sen: jmdn. mit allgemeinen schen, spülen. b) durch Spülen
a) bis zum Abschluss durchlau- Redensarten abspeisen. Syn.: entfernen: den Schmutz, die
fen, erfolgreich beenden: einen vertrösten. Seife abspülen. Syn.: abwa-
Lehrgang absolvieren. Syn.: ab|spens|tig [ ap p nst c]: schen.
durchmachen, hinter sich brin- in der Wendung jmdm. ¸ ab|stam|men [ ap tam n],
gen (ugs.). b) verrichten, ableis- jmdn. , etw. abspenstig stammte ab 〈itr.; ohne Perfekt〉:
ten: ein Training absolvieren. machen: jmdn. einem anderen Nachfahre, Nachfahrin einer Per-
Syn.: ausführen, durchführen. wegnehmen und für sich gewin- son, eines Lebewesens sein: der
c) bestehen: das Examen absol- nen: jmdm. den Freund, die Mensch soll vom Affen abstam-
vieren. Syn.: ablegen. Kunden abspenstig machen. men. Syn.: entstammen, sich
ab|son|dern [ apz nd n], sonderte Syn.: jmdm. jmdn. abwerben, herleiten, stammen.
ab, abgesondert: jmdm. jmdn. ausspannen Ab|stam|mung [ ap tam ], die; -,
1. a) 〈tr.; hat〉 von andern fernhal- (ugs.). -en:

64
Abstand – abstoppen
Herkunft, Abkunft: von vorneh-
mer Abstammung.
Ziel: auf unserer Fahrt nach
Österreich machen wir noch
1. mit einem Stempel versehen:
den Ausweis, die Briefmarke A
Ab|stand [ ap tant], der; -[e]s, einen Abstecher nach München. abstempeln. Syn.: stempeln.
Abstände [ ap t nd ]: Syn.: Trip (ugs.). 2. zu etwas Negativem erklären: abst
1. a) räumliche Entfernung zwi- ab|ste|cken [ ap t kn], steckte ab, jmdn. zum/als Außenseiter
schen zwei Punkten: die Autos abgesteckt 〈tr.; hat〉: abstempeln; sie wurde als zickig
hielten weiten Abstand. Syn.: mit in den Boden gesteckten abgestempelt. Syn.: charakteri-
Distanz, Zwischenraum. Zus.: Pfählen, Pf löcken abgrenzen: ein sieren als, darstellen als, hinstel-
Sicherheitsabstand, Zeilenab- Spielfeld abstecken. len als.
stand. b) Spanne zwischen zwei ab|ste|hen [ ap te n], stand ab, ab|ster|ben [ ap t rbn], stirbt ab,
Zeitpunkten: sie starteten in abgestanden 〈itr.; hat; südd., starb ab, abgestorben 〈itr.; ist〉:
einem Abstand von zwei Stun- österr., schweiz.: ist〉: 1. allmählich auf hören zu leben
den. Zus.: Altersabstand, Zeit- 1. in einem bestimmten Abstand (von Teilen eines Organismus):
abstand. von etwas stehen: der Schrank das Gewebe stirbt ab; abgestor-
2. 〈ohne Plural〉 Abfindung: für steht zu weit von der Wand ab. bene Äste.
die übernommenen Möbel hatte 2. vom Ansatzpunkt wegstehen, 2. durch Einwirkung von Kälte
sie damals einen Abstand von nicht anliegen: die Zöpfe stehen o. Ä. gefühllos werden: meine
5 000 Euro gezahlt. Syn.: Aus- steif ab; 〈häufig im 1. Partizip〉 Füße sind [vor Kälte] abgestor-
gleich, Entschädigung. abstehende Ohren. ben. Syn.: einschlafen, taub
ab|stat|ten [ ap tatn], stattete ab, ab|stei|gen [ ap tai n], stieg ab, werden.
abgestattet 〈tr.; hat〉: abgestiegen 〈itr.; ist〉: Ab|stieg [ ap ti k], der; -[e]s, -e
in den Wendungen jmdm. sei- 1. (von etwas) heruntersteigen; /Ggs. Aufstieg/:
nen Dank abstatten: jmdm. nach unten steigen /Ggs. aufstei- a) das Abwärtssteigen: den
[ förmlich] danken: er stattete gen/: vom Fahrrad, Pferd abstei- Abstieg vom Berg beginnen.
ihr seinen Dank ab. Syn.: jmdm. gen. Syn.: absitzen. b) abwärts führender Weg: ein
Dank sagen, jmdm. seinen Dank 2. sich vorübergehend einquartie- steiler Abstieg.
aussprechen, jmdm. seinen ren: in einem Hotel absteigen. ab|stim|men [ ap t m n], stimmte
Dank bekunden (geh.), sich bei Syn.: nächtigen (geh.), Quartier ab, abgestimmt:
jmdm. bedanken; jmdm. einen nehmen (geh.), sein Lager auf- 1. 〈itr.; hat〉 durch Abgeben der
Besuch abstatten: jmdn. besu- schlagen, Wohnung nehmen Stimmen eine Entscheidung her-
chen: ich muss meiner alten (geh. veraltend). beiführen: die Abgeordneten
Tante noch einen Besuch 3. in eine niedrigere Klasse einge- stimmten über das neue Gesetz
abstatten. Syn.: einen Besuch stuft werden /Ggs. aufsteigen/: ab. Syn.: wählen.
bei jmdm. machen, jmdn. aufsu- die Mannschaft wird absteigen. 2. 〈tr.; hat〉 in Einklang bringen:
chen, zu jmdm. zu Besuch kom- ab|stel|len [ ap t l n], stellte ab, verschiedene Interessen aufein-
men. abgestellt 〈tr.; hat〉: ander abstimmen. Syn.: anglei-
ab|stau|ben [ ap taubn], staubte 1. a) (etwas, was man trägt) für chen an, anpassen an, koordi-
ab, abgestaubt 〈tr.; hat〉: kürzere Zeit irgendwo hinstellen: nieren mit.
1. vom Staub befreien: ein Bild eine Tasche, das Tablett auf dem Ab|stim|mung [ ap t m ], die; -,
abstauben. Syn.: abwischen. Regal abstellen. Syn.: absetzen. -en:
2. (ugs.) sich so nebenher, beiläu- b) vorübergehend an einen geeig- 1. das Abstimmen (1): zur
fig in den Besitz von etwas brin- neten Platz stellen: das Fahrrad Abstimmung gehen. Syn.: Wahl.
gen: er wollte bei seiner Mutter im Hof, das Moped unter der Zus.: Volksabstimmung.
ein paar Euro fürs Kino abstau- Brücke abstellen. Syn.: parken. 2. das Abstimmen (2): die
ben. Syn.: abnehmen, sich unter c) (etwas, was man nicht [mehr] Abstimmung der Farben ist
den Nagel reißen (salopp), weg- benutzt) in einen entsprechenden gelungen. Zus.: Farbabstim-
nehmen. Raum stellen: alte Möbel, Kisten mung.
ab|ste|chen [ ap t cn], sticht ab, im Keller abstellen. Syn.: aufbe- abs|ti|nent [apsti n nt] 〈Adj.〉:
¸
stach ab, abgestochen: wahren, deponieren, lagern, auf bestimmte Genüsse völlig ver-
1. 〈itr.; hat〉 einen Kontrast bil- 1
unterstellen, verwahren. zichtend: sie lebt abstinent.
den: durch ihr Äußeres stach sie 2. ausschalten /Ggs. anstellen/: Syn.: enthaltsam.
von den anderen ab; die beiden den Motor, das Radio, die Hei- ab|stop|pen [ ap t pn], stoppte ab,
Farben stechen sehr voneinan- zung abstellen. Syn.: abdrehen, abgestoppt:
der ab. Syn.: sich abheben, abschalten, ausdrehen, ausknip- 1. 〈tr.; hat〉 a) jemanden, etwas
abweichen, kontrastieren mit, sen (ugs.), ausmachen. zum Stoppen veranlassen: die
sich unterscheiden. 3. (Störendes) unterbinden, behe- Polizei stoppte das Auto, den
2. 〈tr.; hat〉 durch Durchstechen ben: einen Missbrauch abstel- Motorradfahrer ab. Syn.: anhal-
der Halsschlagader töten: ein len; das bel abstellen. Syn.: ten, stoppen. b) eine Bewegung
Schwein abstechen. Syn.: abschaffen, aufheben, aufräu- [bis zum völligen Stillstand] ver-
abschlachten, erstechen. men mit, ausräumen, beseiti- ringern : die Geschwindigkeit,
Ab|ste|cher [ ap t c ], der; -s, -: gen. den Vormarsch des Feindes
kleinerer Ausf lug¸zu einem ab|stem|peln [ ap t mpln], stem- abstoppen. Syn.: aufhalten,
abseits der Reiseroute liegenden pelte ab, abgestempelt 〈tr.; hat〉: stoppen. c) (vom Fahrer) ein

65
abstoßen – abtragen

A Fahrzeug anhalten: er stoppte


den Wagen ab. Syn.: bremsen,
etwas, was einem vorgeworfen,
zur Last gelegt wird, in Abrede
eitriges Geschwür: der Arzt öff-
net einen Abszess.
stoppen, zum Halten bringen, stellen: eine Tat, die Schuld Abt [apt], der; -[e]s, Äbte [ pt ]:
abst zum Stehen bringen, zum Still- abstreiten. Syn.: ableugnen, Vorsteher eines Mönchsklosters:
stand bringen. bestreiten, nicht wahrhaben die Mönche wählen einen neuen
2. 〈tr.; hat〉 mit der Stoppuhr mes- wollen, sich verwahren gegen Abt.
sen: die Zeit, den Läufer abstop- (geh.), zurückweisen. ab|tau|en [ aptau n], taute ab,
pen. Syn.: stoppen. Ab|strich [ ap tr c], der; -[e]s, -e: abgetaut:
3. 〈itr.; hat〉 halten: der Fahrer, 1. Maßnahme, ¸durch die etwas a) 〈tr.; hat〉 von Eis befreien: sie
der Wagen stoppte plötzlich ab. (geplante Ausgaben o. Ä.) gestri- hat den Kühlschrank abge-
Syn.: anhalten, bremsen, halt- chen, gekürzt wird: man nahm taut. Syn.: auftauen. b) 〈itr.;
machen, stehen bleiben, stop- Abstriche am Haushaltsplan ist〉 von Eis frei werden: die
pen, zum Halten kommen, zum vor. Fenster sind abgetaut. Syn.:
Stehen kommen, zum Stillstand 2. Entnahme von Sekreten: die auftauen, tauen.
kommen. Ärztin ließ einen Abstrich von Ab|teil [ap tail], das; -s, -e:
ab|sto|ßen [ ap to sn], stößt ab, den Mandeln machen. abgeteilter Raum im Wagen eines
stieß ab, abgestoßen 〈tr.; hat〉: abs|trus [ap stru s] 〈Adj.〉: Zuges: ein Abteil für Raucher.
1. a) mit einem kräftigen Stoß unklar, verworren: abstruse Zus.: Eisenbahnabteil, Schlaf-
wegbewegen: sie hat das Boot Ideen; reichlich abstrus wirken. wagenabteil.
vom Ufer abgestoßen. b) eine Syn.: konfus, kraus, wirr. Ab|tei|lung [ap tail ], die; -, -en:
bestimmte Kraft, Wirkung aus- ab|stu|fen [ ap tu fn], stufte ab, 1. relativ selbstständiger Teil
üben und dadurch etwas von sich abgestuft 〈tr.; hat〉: einer größeren Organisationsein-
wegbewegen, fernhalten /Ggs. stufenförmig gestalten: der Hang heit (Unternehmen, Warenhaus,
anziehen/: der Stoff stößt Was- ist in verschiedenen Terrassen Bank, Behörde, Krankenhaus,
ser ab. abgestuft. Museum u. a.): die chirurgische
2. nicht mehr behalten wollen, ab|stump|fen [ ap t mpfn], Abteilung; Abteilung für Haus-
können und daher verkaufen: sie stumpfte ab, abgestumpft: haltswaren. Syn.: Bereich, Sach-
haben alle Aktien, Waren abge- 1. 〈tr.; hat〉 stumpf machen: sie gebiet, Sektion, Sektor, Sparte,
stoßen. Syn.: abgeben, veräu- hat die Kanten abgestumpft. Zweig. Zus.: Kreditabteilung,
ßern. 2. a) 〈tr.; hat〉 gefühllos, teil- Möbelabteilung.
3. ( jmdm.) unsympathisch, nahmslos, gleichgültig machen: 2. (Militär) geschlossene Gruppe
widerwärtig sein: dieser Mensch, die Not hat sie abgestumpft; von Soldaten o. Ä.: marschie-
sein Verhalten stößt mich ab. 〈auch itr.〉 diese Arbeit stumpft rende Abteilungen. Syn.: Ein-
Syn.: anekeln, anwidern, ekeln. ab. b) 〈itr.; ist〉 gefühllos, teil- heit, Kolonne, Trupp, Zug. Zus.:
ab|stot|tern [ ap t t n], stotterte nahmslos, gleichgültig werden: er Panzerabteilung, Vorausabtei-
ab, abgestottert 〈tr.; hat〉 (ugs.): ist durch Gewöhnung abge- lung.
in kleineren Beträgen abzahlen: stumpft. ab|tip|pen [ apt pn], tippte ab,
die Möbel abstottern; sie hat Ab|sturz [ ap t rts], der; -es, abgetippt 〈tr.; hat〉 (ugs.):
von ihren Schulden 1 000 Euro Abstürze [ ap t rts ]: auf der Schreibmaschine
abgestottert. Syn.: abzahlen, in Sturz aus großer Höhe: beim abschreiben: ein Manuskript
Raten zahlen. Absturz des Flugzeugs kamen abtippen.
abs|tra|hie|ren [apstra hi r n]: 200 Menschen ums Leben. Syn.: Äb|tis|sin [ p t s n], die; -, -nen:
1. 〈tr.; hat〉 (geh.) (aus dem Fall. Zus.: Flugzeugabsturz. Vorsteherin eines Nonnenklos-
Besonderen das Allgemeine) ent- ab|stür|zen [ ap t rtsn], stürzte ters: die Äbtissinnen treffen sich
nehmen: sie versuchte aus den ab, abgestürzt 〈itr.; ist〉: zu ihrer Besprechung.
zahllosen Einzelfällen Normen aus großer Höhe herunterstür- ab|tö|ten [ aptø tn], tötete ab,
zu abstrahieren. Syn.: verallge- zen: das Flugzeug stürzte ab. abgetötet 〈tr.; hat〉:
meinern. ab|stüt|zen [ ap t tsn], stützte ab, (sehr kleine Lebewesen, Zellen
2. 〈itr.; hat〉 (von etwas) absehen, abgestützt: o. Ä.) gänzlich vernichten: Bak-
(auf etwas) verzichten: ihre a) 〈tr.; hat〉 gegen Einsturz stüt- terien abtöten. Syn.: ausmer-
Theorie abstrahiert völlig von zen, durch eine Stütze Halt zen.
den realen Bedingungen. geben: einen Stollen mit Bal- ab|tra|gen [ aptra n], trägt ab,
ab|strah|len [ ap tra l n], strahlte ken abstützen. Syn.: verstei- trug ab, abgetragen 〈tr.; hat〉:
ab, abgestrahlt 〈tr.; hat〉: fen. b) 〈+ sich〉 sich auf einer 1. vom Esstisch wegtragen /Ggs.
(Strahlen, Wellen) aussenden: die festen Grundlage Halt verschaf- auftragen/: die Speisen, Teller
Sonne strahlt Wärme ab. Syn.: fen: ich stützte mich ein wenig abtragen. Syn.: abräumen,
ausstrahlen. ab. abservieren.
abs|trakt [ap strakt] 〈Adj.〉: ab|surd [ap z rt] 〈Adj.〉: 2. etwas [nach und nach] besei-
nicht greif bar; nur gedacht: abs- der Vernunft widersprechend: ein tigen; dafür sorgen, dass es
traktes Denken; abstrakte absurder Gedanke. Syn.: sinn- nicht mehr da ist: einen Hügel,
(gegenstandslose) Malerei. los, unsinnig, widersinnig. Ruinen abtragen; eine Schuld
ab|strei|ten [ ap traitn], stritt ab, Abs|zess [aps ts s], der, österr. abtragen.
abgestritten 〈tr.; hat〉: auch: das; -es, -e: 3. (ein Kleidungsstück) so lange

66
abträglich – abwandern
tragen, bis es unansehnlich, nicht
mehr brauchbar ist: sie muss die
Matte oder Rost zum Entfernen
des Schmutzes von den Schuh-
sich durch den Kopf gehen las-
sen, überdenken, 1 überlegen. A
Kleider ihrer älteren Schwester sohlen: den Abtreter benut-
abtragen; abgetragene Schuhe. zen. Syn.: 1 Rost. Zus.: Fußab- abwägen/erwägen abwa
Syn.: auftragen. treter.
Abwägen bedeutet, dass man bei
ab|träg|lich [ aptr kl c] 〈Adj.〉: ab|trock|nen [ aptr kn n], trock-
einer berlegung Vor- und Nach-
nachteilig, schädlich¸/Ggs. nete ab, abgetrocknet:
teile einander gegenüberstellt und
zuträglich/: diese Äußerung war 1. a) 〈tr.; hat〉 trocken machen:
miteinander vergleicht:
ihrem Ansehen abträglich; das der Vater hat dem Kind, hat sich
der Haut abträgliche Sonnen- das Gesicht abgetrocknet. Syn.: – Wir müssen Vor- und Nachteile
licht. Syn.: negativ, schlecht, abreiben, abtupfen, frottieren, genau abwägen.
schlimm, übel, ungünstig, trocknen. b) 〈itr.; hat〉 mit dem – Der Arzt musste bei dieser Ope-
ungut. Handtuch das Wasser von ration zwischen Risiko und Aus-
ab|trans|por|tie|ren [ aptransp r- gespültem Geschirr entfernen: sicht auf Erfolg abwägen.
ti r n], transportierte ab, könntest du heute abtrocknen?; Im Unterschied dazu gebraucht
abtransportiert 〈tr.; hat〉: 〈auch tr.〉 er hat das Geschirr man erwägen im Sinne von genau
mit einem Fahrzeug wegbringen: abgetrocknet. überlegen. Wer eine Sache erwägt,
einen Kranken [im Auto] 2. 〈itr.; ist〉 (in Bezug auf eine f lä- denkt gründlich nach und zieht
abtransportieren; Möbel chenhafte Ausdehnung) nach- alle Aspekte dieser Angelegenheit
abtransportieren. dem etwas nass geworden war, in Betracht:
ab|trei|ben [ aptraibn], trieb ab, wieder trocken werden: die Fahr-
abgetrieben: bahn ist abgetrocknet. Syn.: – Sie erwägt ernsthaft, nächstes
1. a) 〈tr.; hat〉 in eine andere, trocknen. Jahr ins Ausland zu gehen.
nicht gewünschte Richtung brin- ab|trün|nig [ aptr n c] 〈Adj.〉 – Die Familie erwägt nun sogar,
gen; von der Bahn abbringen: die (geh.): ¸ den früheren Freund zu verkla-
Strömung hat das Schiff abge- (von jmdm. , etwas) abgefallen (3): gen.
trieben. b) 〈itr.; ist〉 in eine ein abtrünniger Verwandter;
andere, nicht gewünschte Rich- jmdm. abtrünnig werden (von ab|wäh|len [ apv l n], wählte ab,
tung geraten; von der Bahn jmdm. abfallen). Syn.: untreu. abgewählt 〈tr.; hat〉:
abkommen: der Ballon ist lang- ab|tun [ aptu n], tat ab, abgetan 1. durch Abstimmung aus dem
sam abgetrieben. 〈tr.; hat〉: Amt entfernen: die Vorsitzende
2. 〈itr.; hat〉 die Schwangerschaft einer Sache keinerlei Bedeutung einer Partei abwählen.
abbrechen lassen: sie hat abge- beimessen, sie als unwichtig 2. (durch die Entscheidung für
trieben; 〈auch tr.〉 den Embryo ansehen und beiseiteschieben: ein bestimmtes Fach ein anderes)
abtreiben. einen Einwand mit einer Hand- nicht mehr als Unterrichtsfach
Ab|trei|bung [ aptraib ], die; -, bewegung abtun; sie hat unse- haben: ich habe Musik abge-
-en: ren Protest als unbegründet wählt.
das Abbrechen einer Schwanger- abgetan. Syn.: abfertigen (ugs.), ab|wäl|zen [ apv ltsn], wälzte ab,
schaft: eine Abtreibung vorneh- abweisen, abwinken, erledigen, abgewälzt 〈tr.; hat〉:
men. verwerfen. (etwas Lästiges, Unangenehmes)
ab|tren|nen [ aptr n n], trennte ab|tup|fen [ apt pfn], tupfte ab, von sich schieben und einen
ab, abgetrennt 〈tr.; hat〉: abgetupft 〈tr.; hat〉: anderen Menschen damit belas-
durch Trennen von etwas entfer- a) durch Tupfen entfernen: das ten: seine Pflichten, die Verant-
nen [und es selbstständig für sich Blut abtupfen. Syn.: abwischen. wortung für etwas auf einen
bestehen lassen]: einen Knopf, b) durch Tupfen reinigen, trock- andern abwälzen. Syn.: abschie-
Zettel abtrennen. Syn.: ablösen, nen: [sich, dem Kind] die nasse ben.
abmachen, abnehmen. Stirn abtupfen. Syn.: abreiben, ab|wan|deln [ apvandln], wandelte
ab|tre|ten [ aptre tn], tritt ab, trat abtrocknen, abwischen. ab, abgewandelt 〈tr.; hat〉:
ab, abgetreten: ab|ver|lan|gen [ apf la n], ver- (teilweise) anders machen: das
1. 〈itr.; ist〉 die Stelle, wo man langte ab, abverlangt 〈tr.; hat〉: alte Thema in immer neuen
steht, verlassen: die Schauspiele- (von einer Person) verlangen, for- Variationen abwandeln. Syn.:
rin ist [von der Bühne] abgetre- dern, dass sie etwas [her]gibt: ändern, modifizieren (bil-
ten. Syn.: abgehen, weggehen. jmdm. Geld für etwas abverlan- dungsspr.), umändern, umbil-
2. 〈itr.; hat〉 durch festes Auftre- gen; die Strecke verlangt den den, umformen, variieren, ver-
ten (mit dem Fuß) beseitigen: sie Läufern nicht allzu viel ab. ändern, verwandeln.
hat den Schnee von den Schu- ab|wä|gen [ apv n], wog, auch: ab|wan|dern [ apvand n], wan-
hen abgetreten. wägte ab, abgewogen, auch: derte ab, abgewandert:
3. 〈tr.; hat〉 (auf jmdn.) übertra- abgewägt 〈tr.; hat〉: 1. 〈tr.; hat/ist〉 wandernd abge-
gen: sie hat ihre Rechte an uns vergleichend und prüfend genau hen (4): sie wanderten den gan-
abgetreten. Syn.: abgeben, bedenken: das Pro und Kontra zen Schwarzwald ab. Syn.:
geben, übereignen, überlassen, einer Sache abwägen. Syn.: brü- 2
durchlaufen, durchstreifen.
überschreiben. ten über (ugs.), 2 durchdenken, 2. 〈itr.; ist〉 in einen anderen
Ab|tre|ter [ aptre t ], der; -s, -: grübeln über, nachdenken über, Lebens- oder Berufsbereich über-

67
Abwart – abwerfen

A wechseln: die jungen Leute wan-


dern in die Stadt ab. Syn.: wech-
itr.〉 die Farben der Beleuchtung
wechselten ständig ab. Syn.:
2. 〈itr.; hat〉 ablehnend reagieren:
erschrocken wehrte sie ab, als
seln, weggehen, wegziehen. wechseln. man ihr diese Aufgabe übertra-
Abwa 3. 〈itr.; ist〉 seinen Verein wech- Ab|wechs|lung [ apv ksl ], die; -, gen wollte. Syn.: ablehnen,
seln: der Nationalspieler will -en: abweisen, abwinken, ausschla-
abwandern. Syn.: weggehen. unterhaltsame, angenehme gen, zurückweisen.
Ab|wart [ apvart], der; -s, -e Unterbrechung (im sonst gleich- ab|wei|chen [ apvaicn], wich ab,
(schweiz.): förmigen Ablauf): der Theater- abgewichen 〈itr.;¸hat〉:
Hausmeister: er ist Abwart an besuch war eine schöne a) sich (von seinem Weg, seiner
einer Schule. Abwechslung; ich brauche Richtung) entfernen: vom Weg,
ab|war|ten [ apvartn], wartete ab, Abwechslung. vom Kurs abweichen; sie wich
abgewartet 〈tr.; hat〉: ab|wechs|lungs|reich [ apv ksl s- von ihren Gewohnheiten nicht
a) (auf das Eintreffen, Eintreten raic] 〈Adj.〉: ab (hielt an ihnen fest). Syn.:
von jmdm. , etwas) warten: sie ¸ an Abwechslung, nicht ein-
reich abbiegen, abkommen, ablassen,
hat das Ende des Spiels nicht tönig: ein abwechslungsreiches aufgeben, fallen lassen. b) sich in
mehr abgewartet und ist gegan- Programm. Syn.: bunt, kunter- bestimmten Punkten (voneinan-
gen; 〈auch itr.〉 warte doch ab! ; bunt (emotional), vielfältig. der) unterscheiden: unsere
〈häufig im 1. Partizip〉 eine ab|we|gig [ apve c] 〈Adj.〉: Ansichten weichen voneinander
abwartende Haltung. Syn.: aus- ¸
sich von der eigentlich zur Dis- ab. Syn.: kontrastieren mit,
harren, durchhalten, sich gedul- kussion stehenden Sache entfernt variieren.
den, harren auf (geh.). b) auf das befindend, gar nicht mehr dazu ab|wei|sen [ apvaizn], wies ab,
Ende (von etwas) warten: den passend, gehörend: ein abwegi- abgewiesen 〈tr.; hat〉:
Regen abwarten. Syn.: entge- ger Gedanke; ich finde diesen a) nicht zu sich lassen, nicht vor-
gensehen. Plan abwegig. Syn.: abstrus, lassen; zurückweisen: einen Bett-
Ab|war|tin [ apvart n], die; -, -nen: ausgefallen, falsch, irrig, unsin- ler abweisen. Syn.: abblitzen
weibliche Form zu ↑ Abwart. nig. lassen (ugs.), abfahren lassen,
ab|wärts [ apv rts] 〈Adverb〉: Ab|wehr [ apve ], die; -: abfertigen (ugs.), abwehren,
nach unten /Ggs. aufwärts/: der 1. Verteidigung gegen einen abwimmeln (ugs.), fernhalten.
Weg abwärts. Syn.: bergab, Angriff oder Widerstand: sich auf b) ablehnen: jmds. Angebot,
herunter, hinunter. Zus.: berg- [die] Abwehr des Gegners einen Antrag abweisen. Syn.:
abwärts, flussabwärts, stromab- beschränken. Syn.: Gegenwehr, ausschlagen, verschmähen,
wärts. Verteidigung, Widerstand. Zus.: zurückweisen.
ab|wärts|ge|hen [ apv rts e n], Fliegerabwehr, Raketenabwehr, ab|wen|den [ apv ndn] 〈tr.; hat〉:
ging abwärts, abwärtsgegangen Spionageabwehr. 1. 〈wandte/wendete ab, abge-
〈itr.; ist〉 (ugs.): 2. a) ablehnende Haltung, innerer wandt/abgewendet〉: von etwas,
schlechter werden /Ggs. auf- Widerstand: sie spürte seine jmdm. weg-, nach der Seite wen-
wärtsgehen/: es geht abwärts stumme Abwehr; auf Abwehr den: den Blick, die Augen von
mit ihr, ihrer Gesundheit. Syn.: stoßen. Syn.: Abneigung. b) das jmdm. abwenden; 〈auch + sich〉
bergab gehen. Abwehren von etwas; Zurückwei- bei diesem Anblick wandte sie
ab|wa|schen [ apva n], wäscht ab, sung: die Abwehr staatlicher sich schnell ab. Syn.: sich
wusch ab, abgewaschen 〈tr.; Eingriffe. umdrehen, wenden.
hat〉: 3. Gesamtheit der zur Verteidi- 2. 〈wendete ab, abgewendet〉
a) mithilfe von Wasser säubern: gung eingesetzten Spieler bzw. (etwas Schlimmes von jmdm.)
wir müssen noch [das] Geschirr Spielerinnen einer Mannschaft: fernhalten, verhindern: ein
abwaschen; 〈auch itr.〉 heute die Abwehr hat heute versagt. Unglück, eine Niederlage
wasche ich nicht mehr ab. Syn.: 4. Organisation zur Verteidigung abwenden; er wendete die
abspülen, ausspülen, sauber gegen feindliche Spionage: die Gefahr von uns ab. Syn.: abbie-
machen, spülen. b) mithilfe von deutsche Abwehr kam den bei- gen, abwehren, vereiteln, verhü-
Wasser [und Seife] beseitigen: den Agenten auf die Spur. ten.
Schmutz [vom Auto] abwa- ab|weh|ren [ apve r n], wehrte ab, ab|wer|ben [ apv rbn], wirbt ab,
schen. Syn.: abspülen, abwi- abgewehrt: warb ab, abgeworben 〈tr.; hat〉:
schen, entfernen, wischen. 1. 〈tr.; hat〉 sich mit Erfolg gegen durch entsprechende Angebote
Ab|was|ser [ apvas ], das; -s, etwas wehren, sodass die Gefahr o. Ä. jmdn. dazu bringen, seine
Abwässer [ apv s ]: o. Ä. nicht mehr besteht, vor- Stelle bei einer Firma, in einer
durch Gebrauch verschmutztes handen ist, den Betreffenden Mannschaft zu verlassen, um zu
abf ließendes Wasser: die Abwäs- nicht erreicht: einen Verdacht, der überzuwechseln, die das
ser der Stadt fließen in den See. Vorwurf, eine Gefahr, einen Angebot gemacht hat: Arbeits-
Zus.: Industrieabwasser. Angriff, das Schlimmste, Flie- kräfte abwerben. Syn.: ausspan-
ab|wech|seln [ apv ksln], wech- gen abwehren. Syn.: abbiegen nen (ugs.).
selte ab, abgewechselt 〈+ sich〉: (ugs.), abblocken, abschlagen, ab|wer|fen [ apv rfn], wirft ab,
eine Tätigkeit im gegenseitigen aufhalten, sich erwehren (geh.), warf ab, abgeworfen:
Wechsel ausführen: sie wechsel- fernhalten, verscheuchen, 1. 〈tr.; hat〉 aus größerer Höhe
ten sich bei der Arbeit ab; 〈auch zurückschlagen. herabfallen lassen: die Flugzeuge

68
abwerten – abzielen
warfen Bomben [auf die Stadt]
ab. Syn.: werfen.
kosten«, wiegelte die Intendan-
tin ab. Syn.: beschwichtigen.
steckt werden kann: ein Abzei-
chen tragen. Syn.: Plakette. A
2. 〈tr.; hat〉 (etwas, was als lästig ab|wie|gen [ apvi n], wog ab, Zus.: Parteiabzeichen.
empfunden wird) von sich wer- abgewogen 〈tr.; hat〉: ab|zeich|nen [ aptsaicn n], zeich- abzi
fen: das Pferd warf den Reiter so viel von einer größeren Menge nete ab, abgezeichnet: ¸
ab. Syn.: sich befreien von. wiegen, bis die gewünschte 1. 〈tr.; hat〉 zeichnend genau wie-
3. 〈itr.; hat〉 (ugs.) Gewinn brin- Menge erreicht ist: das Mehl für dergeben, genau nach einer Vor-
gen: das Geschäft wirft nicht den Kuchen abwiegen. lage zeichnen: ein Bild abzeich-
viel ab. Syn.: bringen, einbrin- ab|wim|meln [ apv mln], wimmelte nen. Syn.: abmalen.
gen, eintragen, erbringen. ab, abgewimmelt 〈tr.; hat〉 2. 〈tr.; hat〉 mit dem [abgekürz-
ab|wer|ten [ apve tn], wertete ab, (ugs.): ten] Namen versehen; als gesehen
abgewertet 〈tr.; hat〉: (etwas Lästiges oder jmdn. , der kennzeichnen: ein Protokoll
1. eine Währung im Wert herab- einem lästig ist) mit Beredsam- abzeichnen.
setzen /Ggs. aufwerten/: den keit, durch Vorwände, Ausreden 3. 〈+ sich〉 a) in den Umrissen
Dollar abwerten. Syn.: entwer- o. Ä. abweisen: einen Auftrag [deutlich] erkennbar sein: in
ten. abwimmeln; der Vertreter der Ferne zeichnet sich der
2. in seinem Wert, in seiner wurde an der Haustür abgewim- Gipfel des Berges ab. Syn.:
Bedeutung herabsetzen: er wer- melt. Syn.: abblitzen lassen sich abheben, abstechen, kon-
tet alles ab; eine abwertende (ugs.), abfahren lassen, abferti- trastieren. b) sichtbar, spürbar,
Kritik. gen (ugs.), zurückweisen. erkennbar werden: eine
ab|we|send [ apve znt] 〈Adj.〉: ab|win|ken [ apv kn], winkte ab, bestimmte Tendenz zeichnet
1. nicht an dem erwarteten Ort abgewinkt 〈itr.; hat〉: sich schon jetzt ab. Syn.: sich
befindlich; nicht zugegen, vor- [mit einer Handbewegung] seine andeuten, anklingen, sich
handen /Ggs. anwesend/: der Ablehnung zu verstehen geben: ankündigen.
abwesende Vorsitzende wurde als man sie aufs Podium holen ab|zie|hen [ aptsi n], zog ab,
wieder gewählt; sie ist schon wollte, winkte sie ab. Syn.: abgezogen:
länger von zu Hause abwesend. ablehnen, abwehren. 1. 〈tr.; hat〉 a) weg-, herunterzie-
Syn.: ausgeflogen (ugs.), feh- ab|wi|schen [ apv n], wischte ab, hen und so entfernen: die Bett-
lend, fort, nicht greif bar, weg. abgewischt 〈tr.; hat〉: wäsche abziehen; sie hat den
2. geistig nicht bei der Sache; in a) durch Wischen entfernen: ich Ring vom Finger abgezogen.
Gedanken mit etwas anderem wischte den Staub [von der Syn.: abnehmen. b) durch Weg-,
beschäftigt: er war ganz abwe- Lampe] ab. Syn.: abwaschen, Herunterziehen von einer Hülle
send. Syn.: abgelenkt, geistesab- wischen. b) durch Wischen reini- o. Ä. befreien: Tomaten abzie-
wesend, unaufmerksam, zerfah- gen: den Tisch abwischen. Syn.: hen; einen Hasen abziehen (sein
ren, zerstreut. abputzen, abwaschen, auswi- Fell entfernen); die Betten abzie-
Ab|we|sen|heit [ apve znhait], schen, sauber machen, säubern. hen (die Bezüge von den Betten
die; -: ab|wür|gen [ apv r n], würgte ab, entfernen).
das Abwesendsein /Ggs. Anwe- abgewürgt 〈tr.; hat〉 (ugs.): 2. a) 〈itr.; ist〉 sich wieder entfer-
senheit/: das wurde in seiner im Entstehen unterdrücken: Kri- nen: die Truppen ziehen ab; das
Abwesenheit besprochen. tik abwürgen; den Motor Gewitter ist abgezogen. Syn.:
ab|wi|ckeln [ apv kln], wickelte ab, abwürgen (durch ungeschicktes, abmarschieren, abrücken, entei-
abgewickelt 〈tr.; hat〉: falsches Bedienen zum Stillstand len (geh.), sich verziehen, von
1. von etwas wickeln /Ggs. aufwi- bringen). dannen gehen (veraltend), weg-
ckeln/: er hat den Draht [von ab|zah|len [ aptsa l n], zahlte ab, ziehen, weichen. b) 〈tr.; hat〉
der Rolle] abgewickelt. Syn.: abgezahlt 〈tr.; hat〉: zurückziehen: die Truppen wur-
abspulen. a) in Raten zurückzahlen, bis es den aus der Stadt abgezogen.
2. in einer von der Sache her bezahlt ist: ein Darlehen abzah- Syn.: abkommandieren.
gegebenen Abfolge erledigen: len. Syn.: abstottern (ugs.). 3. 〈tr.; hat〉 aus etwas ziehend
Aufträge, Geschäfte [rasch, ord- b) die Raten für etwas zahlen: das entfernen: den Zündschlüssel
nungsgemäß] abwickeln. Syn.: Auto abzahlen. abziehen.
arrangieren, ausführen, durch- ab|zäh|len [ apts l n], zählte ab, 4. 〈tr.; hat〉 (einen Teil von einer
führen, 1 durchziehen, ins Werk abgezählt 〈tr.; hat〉: Summe oder einem Betrag) in
setzen (geh.), verrichten. durch Zählen die Anzahl (von einem rechnerischen Vorgang
3. liquidieren (1): ihre Firma in etwas) bestimmen: er zählte ab, wegnehmen: sie hat mir [davon]
Jena wurde abgewickelt. Syn.: wie viel Personen gekommen fünf Euro abgezogen. Syn.: sub-
auflösen, schließen, zumachen. waren; das Fahrgeld abgezählt trahieren.
ab|wie|geln [ apvi ln], wiegelte (passend) in der Hand halten. ab|zie|len [ aptsi l n], zielte ab,
ab, abgewiegelt 〈itr.; hat〉: Syn.: zählen. abgezielt 〈itr.; hat〉:
bestimmte Annahmen, Erwar- Ab|zei|chen [ aptsaicn], das; -s, -: etwas zum Ziel haben, anstreben;
tungen dämpfen, als nicht so ¸
etwas, was als Kennzeichen für auf etwas hinzielen, gerichtet
schlimm, groß, bedeutungsvoll die Zugehörigkeit zu einer Partei sein: auf das Mitgefühl der
o. Ä. hinstellen: »Diese Inszenie- oder einem Verein, für eine Leis- Zuschauer abzielen; diese Maß-
rung wird gar nicht sehr viel tung o. Ä. (an der Kleidung) ange- nahmen zielen auf die Steige-

69
Abzug – achtzig

A rung der Produktion ab. Syn.:


ausgehen, bezwecken, zielen.
cken, dass man plötzlich ver-
steht: »Das Konzert fällt doch
anerkennen, respektieren,
schätzen.
Ab|zug [ aptsu k], der; -[e]s, aus. « – »Ach so! [Das wusste 2. 〈tr.; hat〉 Rücksicht auf etwas
Abzu Abzüge [ aptsy ]: ich nicht.]«; ach so, das ist nehmen: jmds. Gefühle achten.
1. 〈ohne Plural〉 das Abziehen (2): natürlich was anderes! 3. 〈tr.; hat〉 sich nach etwas, was
der Abzug der Truppen aus dem 2. dient in Wunschsätzen dazu, befolgt werden soll, richten: die
besetzten Land. Syn.: das darin ausgedrückte Verlan- Gesetze achten.
Abmarsch. Zus.: Truppenabzug. gen zu unterstreichen: ach, 4. 〈itr.; hat〉 a) einer Sache Beach-
2. Öffnung, durch die etwas hätte ich ihm nur geglaubt! ; tung, Aufmerksamkeit schenken:
abziehen, entweichen kann: ein ach, wäre ich doch schon bei er achtete nicht auf ihre Worte.
Abzug über dem Herd. Zus.: ihr! Syn.: achtgeben, berücksichti-
Rauchabzug. 2
ach [ax] 〈Partikel〉: gen, hören. b) aufpassen: auf das
3. das Abziehen (4): der Abzug dient in Verbindung mit folgen- Kind achten. Syn.: beaufsichti-
von Steuern. Zus.: Gehaltsab- dem »so« dazu, auszudrücken, gen, hüten, sehen nach, sich
zug, Lohnabzug. dass die im folgenden Wort ent- kümmern um. c) auf etwas Wert,
4. 〈Plural〉 etwas, was von Ein- haltene Bewertung auf einem Gewicht legen; zu halten, einzu-
nahmen, vom Gehalt usw. [z. B. bekannten, aber nicht zutref- halten streben: auf Sauberkeit
als Steuer] abgezogen wird: fenden Vorurteil beruht: aber achten. Syn.: bedacht sein, hal-
monatliche, einmalige Abzüge. darauf wollte seine ach so ten.
5. Hebel zum Auslösen eines bescheidene Schwester natür- äch|ten [ ctn], ächtete, geächtet
Schusses: den Finger am Abzug lich auch nicht verzichten. 〈tr.; hat〉:¸
halten. Ach|se [ aks ], die; -, -n: a) aus einer Gemeinschaft aussto-
6. Bild von einem entwickelten 1. Teil einer Maschine, eines ßen: die anderen Häftlinge äch-
Film: weitere Abzüge machen Wagens o. Ä. , an dessen Enden teten ihn. Syn.: ausschließen,
lassen. Räder sitzen: die Achse ist bannen (Geschichte), boykottie-
ab|züg|lich [ aptsy kl c] 〈Präp. mit gebrochen; der Wagen hat zwei ren, verstoßen. b) verdammen:
Gen.〉: ¸ Achsen. Zus.: Radachse. Atomwaffen ächten; eine Mei-
nach Abzug, abgerechnet /Ggs. 2. [gedachte] Linie in der Mitte nung als Verrat ächten. Syn.:
zuzüglich/: abzüglich der Zin- von etwas: die Erde dreht sich anprangern, brandmarken, ver-
sen, aller unserer Unkosten; um ihre Achse. Zus.: Erdachse, urteilen.
〈aber: starke Substantive im Symmetrieachse. Ach|ter|bahn [ axt ba n], die; -,
Singular bleiben ungebeugt, Ach|sel [ aksl], die; -, -n: -en:
wenn sie ohne Artikel und ohne 1. Schulter: ratlos zuckte er mit Berg-und-Tal-Bahn (mit Schleifen
adjektivisches Attribut stehen; den Achseln. in Form der Ziffer Acht): Achter-
im Plural stehen sie dann im 2. Stelle unterhalb des Schulterge- bahn fahren.
Dativ〉 abzüglich Rabatt; abzüg- lenks, wo Oberarm und Oberkör- acht|ge|ben [ axt e bn], gibt acht,
lich Beträgen für Transporte. per eine Art Grube bilden: das gab acht, achtgegeben 〈tr.; hat〉,
Syn.: minus, 1 ohne. Fieber in/unter der Achsel mes- Acht ge|ben:
ab|zwei|gen [ aptsvai n], zweigte sen. vorsichtig sein, aufpassen: auf
ab, abgezweigt: acht [axt] 〈Kardinalzahl〉 (als Zif- die Kinder achtgeben; sie hat
1. 〈itr.; ist〉 von einer bestimmten fer: 8): auf die Tasche gut achtgegeben.
Stelle an seitlich abgehen, nach acht Personen. Syn.: achten, beaufsichtigen, ein
der Seite hin weiterverlaufen: der Acht [axt]: Auge haben, hüten, Obacht
Weg zweigt dann 100 Meter in den Wendungen etwas außer geben (südd.), sein Augenmerk
weiter nach rechts ab. Syn.: Acht lassen: etwas nicht beach- richten, überwachen.
abbiegen. ten: sie hat die Sicherheitsbe- acht|los [ axtlo s] 〈Adj.〉:
2. 〈tr.; hat〉 von einer zur Verfü- stimmungen außer Acht gelas- ohne jmdm. , einer Sache Beach-
gung stehenden Menge einen Teil sen. Syn.: etwas ignorieren, tung zu schenken: sie ließ die
wegnehmen: Waren aus dem etwas links liegen lassen (ugs.), Blumen achtlos liegen. Syn.:
Lager für sich abzweigen; sie etwas missachten, etwas ver- gedankenlos, unachtsam.
hat von ihrem Gehalt jeden nachlässigen; sich in Acht neh- Ach|tung [ axt ], die; -:
Monat 200 Euro für das Auto men: vorsichtig sein, sich vorse- 1. hohe Meinung, die man von
abgezweigt. hen: vor ihm musst du dich in jmdm. , etwas hat: mit Achtung
1
ach [ax] 〈Interjektion〉: Acht nehmen. Syn.: achtgeben, von jmdm. sprechen. Syn.:
1. dient dazu, Schmerz, Betrof- auf der Hut sein, aufpassen, sich Anerkennung, Bewunderung,
fenheit, Mitleid, Bedauern, Ver- hüten, sich vorsehen. Hochachtung, Respekt. Zus.:
wunderung, Erstaunen, Freude, acht... [axt...] 〈Ordinalzahl〉 (als Nichtachtung, Selbstachtung.
Unmut auszudrücken: ach je!; Ziffer: 8.): 2. Warnruf, warnende Auf-
ach, die Armen! ; ach, wie der achte Mann. schrift: Achtung, Stufen! Syn.:
schade!; ach, das ist mir neu!; ach|ten [ axtn], achtete, geachtet: Vorsicht.
ach, ist das schön! ; ach, dieser 1. 〈tr.; hat〉 jmdm. gegenüber acht|zig [ axts c] 〈Kardinalzahl〉
alte Miesepeter!; * ach so: dient Achtung empfinden: ich achte sie ¸
(in Ziffern: 80):
(im Gespräch) dazu, auszudrü- sehr wegen ihrer Toleranz. Syn.: achtzig Personen.

70
ächzen – Affen-
äch|zen [ ctsn] 〈itr.; hat〉:
¸
(bei Schmerz, Anstrengung) aus-
2. (geh.) mit Adel (2) ausstatten:
diese Gesinnung adelt ihn.
einen Brief falsch adressieren.
Syn.: beschriften. A
atmend einen kehlig-gepressten, Ader [ a d ], die; -, -n: 2. an jmds. Adresse (1) richten:
wie »ach« klingenden Laut von Röhre, die den Körper oder ein der Brief ist an dich adressiert. affe
sich geben: sie ächzte, als sie die Organ durchzieht und in der das adrett [a dr t] 〈Adj.〉:
Treppe hinaufging. Syn.: seuf- Blut weiterbefördert wird: die durch ordentliche, sorg fältige,
zen, stöhnen. Adern schwellen an. gepf legte Kleidung und entspre-
Acker [ ak ], der; -s, Äcker [ k ]: Ad|ler [ a dl ], der; -s, -: chende Haltung äußerlich
mit dem Pf lug bearbeitetes, für großer Greifvogel mit kräftigem ansprechend: ein adrettes Mäd-
den Anbau bestimmter Nutz- Hakenschnabel und starken Kral- chen; sie ist immer adrett
pf lanzen genutztes Stück Land: len: Adler sind beliebte Wap- gekleidet. Syn.: gefällig,
ein fruchtbarer, ertragreicher pentiere. Syn.: König der Lüfte geschmackvoll, proper (ugs.).
Acker; die Äcker liegen brach; (dichter.). Ad|vent [at v nt], der; -[e]s, -e:
zehn Acker Land. Syn.: Boden, Ad|ler|na|se [ a dl na z ], die; -, -n: a) die vier Sonntage einschlie-
Feld, Land. Zus.: Kartoffelacker, große, gebogene Nase: er hat eine ßende Zeit vor Weihnachten: vor,
Rübenacker. Adlernase. nach [dem] Advent; im Advent.
Adams|ap|fel [ a dams|apfl], der; ad|lig [ a dl c], (geh.:) adelig b) einer der vier Sonntage in der
-s, Adamsäpfel [ a dams| pfl]: ¸
[ a d lic] 〈Adj.〉: Zeit vor Weihnachten: erster,
[stark] hervortretender Knorpel dem Adel ¸ angehörend: eine zweiter Advent.
am Hals (besonders bei Män- ad[e]lige Dame. Syn.: von Adel, Af|fä|re [a f r ], die; -, -n:
nern): sein Adamsapfel hüpfte. von hoher Abkunft (geh.). 1. unangenehme Angelegenheit;
Adams|kos|tüm [ a damsk sty m]: Ad|mi|ral [atmi ra l], der; -s, -e, peinlicher, skandalöser [Vor-,
in der Wendung im Adamskos- auch: Admiräle [atmi r l ]: Zwischen]fall: eine dunkle, pein-
tüm (ugs. scherzh.): nackt: im Offizier der Marine im Rang liche Affäre; die Affäre um den
Adamskostüm herumlaufen. eines Generals: dem Admiral Vorsitzenden; jmdn. in eine
Syn.: ausgezogen, barfuß bis unterstellt sein. Affäre hineinziehen, verwickeln.
zum Hals (ugs. scherzh.), ent- Ado|nis [a do n s], der; -, -se (bil- Syn.: Vorkommnis. Zus.: Be-
blößt, entkleidet, im Evaskos- dungsspr.): stechungsaffäre, Korruptions-
tüm, wie Gott jmdn. schuf/ge- schöner junger Mann: er ist ein affäre, Parteispendenaffäre,
schaffen hat. Adonis. Staatsaffäre.
adä|quat [ad kva t] 〈Adj.〉 (bil- adop|tie|ren [ad p ti r n] 〈tr.; hat〉: 2. Liebesbeziehung: hattest du
dungsspr.): als eigenes Kind, an Kindes statt mit ihm eine Affäre? Syn.:
angemessen, entsprechend: ein annehmen: sie haben das Mäd- Abenteuer, Flirt, Liaison (bil-
adäquater Ausdruck; etwas ist chen vor zwei Jahren adoptiert. dungsspr. veraltend), Liebelei
jmdm. , einer Sache nicht Ad|res|sat [adr sa t], der; -en, -en, (abwertend), Techtelmechtel
adäquat. Syn.: gebührend, Ad|res|sa|tin [adr sa t n], die; -, (ugs.), Verhältnis. Zus.: Liebes-
geziemend (geh.), passend. -nen: affäre.
ad|die|ren [a di r n] 〈tr.; hat〉: Person, an die etwas gerichtet, für Af|fe [ af ], der; -n, -n:
zusammenzählen, hinzufügen die etwas bestimmt ist (z. B. Post): a) menschenähnliches Säugetier,
/Ggs. subtrahieren/: Zahlen der Adressat ist hier unbekannt. das in den Tropen vorwiegend
addieren. Syn.: Empfänger, Empfängerin. auf Bäumen lebt: die Umwelt der
Ad|di|ti|on [adi tsio n], die; -, -en: Ad|res|se [a dr s ], die; -, -n: Affen ist immer mehr bedroht.
das Addieren, Zusammenzählen 1. Anschrift: die Adresse ist, lau- b) (derb) dummer, blöder Kerl
/Ggs. Subtraktion/: eine Addi- tet ...; jmds. Adresse notieren, (oft als Schimpfwort): blöder
tion durchführen, ausführen. ausfindig machen. Zus.: Affe!
-a|de [a d ]: ↑ -iade. Geschäftsadresse, Heimat- Af|fekt [a f kt], der; -[e]s, -e:
Adel [ a dl], der; -s: adresse, Internetadresse, Privat- als Reaktion auf etwas entstan-
1. ( früher aufgrund der Geburt adresse. dener Zustand außerordentlicher
oder durch Verleihung) mit 2. (bildungsspr.) Schreiben einer seelischer Erregung, die Kritikfä-
besonderen Rechten ausgestatte- Gruppe an hochgestellte Persön- higkeit, Urteilskraft und Selbstbe-
ter Stand der Gesellschaft: bei lichkeiten, politische Institutio- herrschung mindert oder ganz
dieser Hochzeit war der ganze nen o. Ä. , das ein politisches Ziel, ausschaltet: im Affekt handeln.
Adel des Landes anwesend; dem einen Glückwunsch, Dank o. Ä. Syn.: Erregung.
Adel angehören. Syn.: Aristo- zum Inhalt hat: eine Adresse an af|fek|tiert [af k ti t] 〈Adj.〉 (bil-
kratie. die Regierung richten. Syn.: dungsspr.):
2. vornehme Würde: der Adel Anfrage, Antrag, Bittschrift (in Bezug auf die Art der Äuße-
des Herzens. Syn.: Hoheit, (veraltend), Eingabe, Ersuchen, rungsform) geziert, gekünstelt:
Majestät. Gesuch. Zus.: Glückwunsch- ein affektiertes Lachen; sich
ade|lig [ a d l c]: ↑ adlig. adresse, Grußadresse, Solidari- affektiert benehmen. Syn.: affig
¸ hat〉:
adeln [ a dln] 〈tr.; tätsadresse. (ugs.), theatralisch.
1. (früher) in den Adelsstand ad|res|sie|ren [adr si r n] 〈tr.; af|fen-, Af|fen- [ afn] 〈Präfixoid,
erheben: die Königin adelte den hat〉: auch das Basiswort wird betont〉
bürgerlichen Dichter. 1. mit einer Adresse (1) versehen: (ugs. emotional verstärkend):

71
Affenschande – ähneln

A betont den hohen Grad des im


Basiswort Genannten: a) 〈sub-
an ihren Agenten! Syn.: Mana-
ger, Managerin.
aggressiv; aggressiv reagie-
ren. Syn.: giftig (ugs.), grim-
stantivisch〉 Affengeschwindig- Agen|tur [a n tu ], die; -, -en: mig, heftig, rabiat, streitbar
Affe keit; Affenhitze; Affenkälte; a) (bes. Wirtsch.) Institution, die (geh.).
Affenliebe; Affenspektakel; jmdn. , etwas vertritt, jmdn. , Ag|gres|si|vi|tät [a r sivi t t],
Affentanz (heftige Auseinander- etwas vermittelt: sie hat eine die; -, -en:
setzung); Affentempo; Affen- Agentur für Öffentlichkeitsar- a) 〈ohne Plural〉 aggressive Hal-
theater (übertriebenes Tun, Rea- beit. Zus.: Reiseagentur, Versi- tung: seine Aggressivität beim
gieren in Bezug auf etwas, jmdn.); cherungsagentur. b) Geschäfts- Sport ausleben. b) aggressive
Affenzahn (sehr hohe Geschwin- stelle, Büro eines Agenten, einer Handlung: die Aggressivitäten
digkeit). Syn.: Bomben- (ugs. Agentin: die Agentur hat heute nehmen kein Ende.
emotional verstärkend), Heiden- geschlossen. Syn.: Filiale, Nie- Aggressivität / Aggression:
(ugs. emotional verstärkend), derlassung, Zweigstelle. s. Kasten Aggression/Aggres-
Höllen- (ugs. emotional verstär- Ag|gres|si|on [a r sio n], die; -, sivität.
kend), Mords- (ugs. emotional -en: agie|ren [a i r n] 〈itr.; hat〉:
verstärkend), Riesen- (ugs. emo- 1. feindselige, ablehnende Ein- handeln, tätig sein, wirken:
tional verstärkend). b) 〈adjekti- stellung, Haltung: jmd. ist voller selbstständig agieren; auf der
visch〉 affengeil (besonders groß- Aggressionen; jmdm. gegenüber politischen Bühne, gegen
artig); affenstark. Syn.: sehr, Aggressionen haben, entwi- jmdn. , mit unlauteren Mitteln
überaus. ckeln. agieren. Syn.: vorgehen.
Af|fen|schan|de [ afn and ]: 2. 〈Plural〉 rechtswidriger militä- agil [a i l] 〈Adj.〉 (bildungsspr.):
in der Wendung eine Affen- rischer Angriff auf ein fremdes von großer Beweglichkeit zeu-
schande sein (ugs.): unerhört, Staatsgebiet: feindliche, militäri- gend; regsam und wendig: ein
empörend, unglaublich sein: sche Aggressionen gegen Nach- agiler Geschäftsmann; sie ist
das ist ja eine Affenschande! barstaaten. Syn.: Attacke, trotz ihres Alters körperlich
Syn.: haarsträubend sein Feindseligkeiten 〈Plural〉, Offen- und geistig noch sehr agil.
(emotional), kriminell sein sive, berfall. Syn.: beweglich, geschickt,
(ugs.), skandalös sein, unge- gewandt.
heuerlich sein. Aggression/Aggressivität Agi|ta|ti|on [a ita tsio n], die; -,
af|fig [ af c] 〈Adj.〉 (ugs. abwer- -en:
Mit Aggressivität wird eine feste
tend): ¸ Tätigkeit, bei der andere über
[Charakter]eigenschaft bezeich-
[eitel und] geziert: ein affiger etwas aufgeklärt und gleichzei-
net, die einen Menschen, ein Tier
Typ. Syn.: affektiert (bil- tig für etwas gewonnen oder
oder eine bestimmte Sache (z. B.
dungsspr.), theatralisch. beeinf lusst werden sollen: poli-
ein Spiel) auszeichnet:
Af|front [a frõ ], der; -s, -s (geh.): tische Agitation; Agitation
[schwere] Beleidigung: darin sehe – Kampfhunde zeichnen sich betreiben. Syn.: Hetze (abwer-
ich einen Affront gegen mich; durch gesteigerte Aggressivität tend), Propaganda.
etwas als einen Affront betrach- aus. agi|tie|ren [a i ti r n]:
ten. Syn.: Kränkung, üble Nach- – Das Fußballspiel war von einem a) 〈itr.; hat〉 (abwertend) Agita-
rede. hohen Maß an Aggressivität ge- tion betreiben: für eine Partei,
Af|ter [ aft ], der; -s, -: prägt. eine Idee agitieren; gegen
Ende, Ausgang des Darms: einen Im Unterschied dazu wird Aggres- jmdn. agitieren. Syn.: aufbrin-
Abszess am After haben. sion meist verwendet, um eine vo- gen, aufputschen, aufstacheln,
Agent [a nt], der; -en, -en, Agen- rübergehende, stärker spontane aufwiegeln, sich einsetzen,
tin [a nt n], die; -, -nen: feindselige Haltung auszudrü- propagieren, Reklame
1. Person, die im geheimen Auf- cken. In vielen Fällen lässt sich für machen, werben, Werbung
trag einer Regierung, einer mili- Aggression(en) Zorn oder Wut ein- machen. b) 〈tr.; hat〉 auf jmdn.
tärischen oder politischen Orga- setzen: durch Agitation einwirken: die
nisation bestimmte, meist illegale werktätigen Massen agitieren.
Aufträge ausführen soll: sie ist – Seine Stimmung kann schnell in Ahn [a n], der; -[e]s und -en, -en:
Agentin im Dienst des BND. Aggression umschlagen. Vorfahr: meine Ahnen lebten
Syn.: Spion, Spionin, Spitzel. – Dieses Thema löst in mir immer in der Schweiz.
Zus.: Geheimagent, Geheim- Aggressionen aus. ahn|den [ a ndn], ahndete,
agentin. – Sie entwickelte ihr gegenüber geahndet 〈tr.; hat〉 (geh.):
2. a) (Wirtsch. veraltend) Person, starke Aggressionen. (begangenes Unrecht) bestra-
die Geschäfte vermittelt und fen: ein Vergehen [streng]
abschließt; [Handels]vertreter, ag|gres|siv [a r si f] 〈Adj.〉: ahnden; etwas mit einer Geld-
[Handels]vertreterin: der Agent geneigt, bereit, andere anzu- buße ahnden. Syn.: bestrafen,
hat das Geschäft eingefädelt. greifen, seine Absichten direkt vergelten.
b) Person, die berufsmäßig Künst- und ohne Rücksicht auf andere Ah|ne [ a n ], die; -, -n:
lern Engagements vermittelt: zu verfolgen; gegen andere weibliche Form zu ↑ Ahn.
wenn Sie die Künstlerin inter- gerichtet: ein aggressiver äh|neln [ nln] 〈itr.; hat〉:
viewen wollen, wenden Sie sich Mensch; seine Frau war sehr Ähnlichkeit mit jmdm. , etwas

72
ahnen – Akt
haben: er ähnelt seinem Bru-
der; die beiden Kinder ähneln
nichts [Böses] ahnend: der
ahnungslose Betrachter; sie
sich assimilieren, sich einfü-
gen, sich eingewöhnen, sich A
sich/einander sehr. Syn.: ähn- ist völlig ahnungslos. Syn.: einleben, sich einordnen.
lich sein, anklingen an, ausse- unwissend. Ak|kord [a k rt], der; -[e]s, -e: Akt
hen wie, erinnern an, geraten Ahorn [ a h rn], der; -s, -e: 1. Zusammenklang von min-
nach, gleichen, grenzen an, Laubbaum mit meist gelappten destens drei verschiedenen
nachschlagen. Blättern und zweigeteilten Tönen: einen Akkord auf dem
ah|nen [ a n n] 〈tr.; hat〉: gef lügelten Früchten: der Klavier anschlagen.
gefühlsmäßig mit etwas rech- Ahorn blüht zeitig im Früh- 2. Arbeitsverhältnis, in dem
nen, etwas erwarten, was jahr. jmd. nach Stückzahlen entlohnt
geschehen, eintreten wird: ein Äh|re [ r ], die; -, -n: wird; Leistungslohn (im Unter-
Unglück, nicht das Mindeste Teil des Getreidehalms, der die schied zum Zeitlohn): im
ahnen; ich konnte ja nicht Samen trägt: die reifen Ähren Akkord arbeiten.
ahnen, dass es so schnell bewegen sich im Wind. Zus.: Ak|kor|de|on [a k rde n], das;
gehen würde. Syn.: anneh- Kornähre, Roggenähre, Wei- -s, -s:
men, fühlen, schätzen (ugs.), zenähre. Musikinstrument, bei dem die
schwanen (ugs.), spüren, 2 tip- Aids [e ts], das; - 〈meist ohne Töne durch Betätigung von
pen (ugs.), vermuten, wähnen Artikel〉 (Med.): Tasten und Knöpfen bei gleich-
(geh.). Erkrankung, die zu schweren zeitigem Auseinanderziehen
Ah|nin [ a n n], die; -, -nen: Störungen im Abwehrsystem und Zusammendrücken eines
weibliche Form zu ↑ Ahn. des Körpers führt und meist Balges entstehen: Akkordeon
1
ähn|lich [ nl c] 〈Adj.〉: tödlich verläuft: er hat, leidet spielen.
in bestimmten ¸ Merkmalen an Aids. 1
ak|ku|rat [aku ra t] 〈Adj.〉:
übereinstimmend: ähnliche Aka|de|mie [akade mi ], die; auf ordentliches Aussehen von
Interessen, Gedanken; auf -, Akademien [akade- etwas bedacht und daher
ähnliche Weise; sie sieht ihrer mi n]: besonders sorg fältig, genau:
Schwester täuschend, zum zentrale Einrichtung für For- ein akkurater Mensch; sie ist
Verwechseln ähnlich; es schung, Bildung: die Akademie immer sehr akkurat gekleidet.
erging mir ähnlich wie der Wissenschaften, Künste. Syn.: 1 genau, gewissenhaft,
damals. Syn.: analog, entspre- Syn.: Hochschule, Institut. gründlich, pedantisch (abwer-
chend, verwandt. Zus.: Kunstakademie, Militär- tend), peinlich genau, penibel,
2
ähn|lich [ nl c] 〈in Funktion akademie. sorgfältig.
¸ dem Dativ〉:
einer Präp. mit Aka|de|mi|ker [aka de mik ], 2
ak|ku|rat [aku ra t] 〈Adverb〉
dem nachfolgend Genannten der; -s, -, Aka|de|mi|ke|rin [aka- (landsch.):
vergleichbar: ähnlich dem Vor- de mik r n], die; -, -nen: dient der Bekräftigung; ganz
bild Thomas Mann; ähnlich Person, die ein Studium an genau: akkurat das habe ich
einer Stilistik/einer Stilistik einer Universität absolviert gemeint; es ist akkurat zwölf
ähnlich, gibt dieses Buch gute [und mit einem Examen abge- Uhr.
sprachliche Tipps. Syn.: wie. schlossen] hat: die Zahl der Akro|bat [akro ba t], der; -en,
Ähn|lich|keit [ nl ckait], die; -, Akademiker steigt zu lang- -en, Akro|ba|tin [akro ba t n],
-en: ¸ sam. die; -, -nen:
ähnliches Aussehen, ähnlicher aka|de|misch [aka de m ] Person, die (z. B. in Zirkus oder
Zug: eine große, verblüffende, 〈Adj.〉: Varieté) turnerische, gymnasti-
auffallende Ähnlichkeit; er hat 1. auf die Universität, Hoch- sche, tänzerische bungen aus-
[in seinem Wesen] viel Ähn- schule zurückgehend, bezogen: führt, die besonders körperliche
lichkeit mit ihm; zwischen akademische Bildung; akade- Beweglichkeit und Gewandtheit
ihnen besteht keine Ähnlich- mischer Grad. erfordern: die Akrobaten
keit. Syn.: Analogie, Gemein- 2. unlebendig-abstrakt: der kamen aus China.
samkeit, Verwandtschaft. Vortrag war sehr akademisch. Akt [akt], der; -[e]s, -e:
Ah|nung [ a n ], die; -, -en: Syn.: abstrakt, theoretisch, 1. durch bestimmte Umstände
gefühlsmäßige Erwartung (in trocken. gekennzeichnete, hervorgeho-
Bezug auf etwas, was gesche- Aka|zie [a ka tsi ], die; -, -n: bene Handlung: ihr Selbst-
hen, eintreten wird): eine Baum oder Strauch mit gefie- mord war ein Akt der Ver-
Ahnung des kommenden derten Blättern: die Akazie zweiflung. Syn.: Aktion, Tat.
Unheils; meine Ahnung hat blüht schon. 2. größerer Abschnitt eines
mich nicht getrogen. Syn.: ak|kli|ma|ti|sie|ren [aklimati- Schauspiels, einer Oper o. Ä. :
Annahme, Gefühl, innere zi r n] 〈+sich〉 (bil- ein Schauspiel in fünf Akten;
Stimme, sechster Sinn. Zus.: dungsspr.): Pause nach dem zweiten Akt.
Todesahnung; * keine sich (an eine neue Umwelt) Syn.: Aufzug.
Ahnung haben (ugs.): nicht gewöhnen, anpassen: ich hatte 3. künstlerische Darstellung
wissen: ich habe keine mich nach einigen Tagen [in eines nackten menschlichen
Ahnung, wo sie ist. der fremden Umgebung] Körpers: der Maler arbeitete
ah|nungs|los [ a n slo s] 〈Adj.〉: bereits akklimatisiert. Syn.: an einem weiblichen Akt.

73
Akte – akut

A Ak|te [ akt ], die; -, -n:


[Sammlung von] Unterlagen zu
nur geschehen lassend /Ggs.
passiv/: er war an diesem Ver-
cher, brennender Aktualität;
etwas verliert an Aktualität.
einem geschäftlichen oder brechen aktiv beteiligt. ak|tu|ell [ak tu l] 〈Adj.〉:
Akte gerichtlichen Vorgang: eine 3. (in Bezug auf einen Verein der gegenwärtigen Situation o. Ä.
Akte anlegen, einsehen, bear- o. Ä.) an den Aktivitäten teil- entsprechend, sie widerspiegelnd:
beiten. Syn.: Dokument, nehmend, nicht nur nominell ein aktuelles Problem, Thema,
Schriftstück, Unterlagen 〈Plu- dazugehörend /Ggs. passiv/: Theaterstück; das ist heute nicht
ral〉, Urkunde. Zus.: Geheim- ein aktives Mitglied des Sport- mehr aktuell. Syn.: augenblick-
akte, Personalakte, Prozess- vereins. lich, gegenwärtig, heutig,
akte. -ak|tiv [akti f] 〈adjektivisches 2
modern, momentan, zeitgemäß.
Ak|ten|ta|sche [ aktnta ], die; Suffixoid〉:
-, -n: 1. 〈mit verbalem und substan- aktuell/akut
größere Tasche mit Griff zum tivischem Basiswort〉 (Wer-
Was der gegenwärtigen Situation,
Tragen: er kauft sich eine neue bespr.) verweist auf die hohe
dem neuesten Kenntnisstand und
Aktentasche. Qualität des im Basiswort
den augenblicklichen Interessen
Ak|teur [ak tø ], der; -s, -e, Ak- Genannten; gut ... : atmungs-
entspricht, nennt man aktuell:
teu|rin [ak tø r n], die; -, -nen: aktiver Stoff (ein Stoff, der gut
Person, die an einem Gesche- »atmet«, also luftdurchlässig – Weil das Buch ein aktuelles
hen aktiv und unmittelbar ist); waschaktive Seife (eine Thema behandelte, verkaufte es
beteiligt ist: die an dem Coup Seife, die gut wäscht); stoff- sich sehr gut.
beteiligten Akteure und wechselaktiv (gut für den Stoff- – Im Internet können Sie aktuelle
Akteurinnen. Syn.: Beteiligte, wechsel). Syn.: -freudig, Informationen über unsere
Beteiligter, Teilnehmer, Teil- -intensiv, -stark. Firma abrufen.
nehmerin. 2. drückt aus, dass etwas, jmd. Das Adjektiv akut wird häufig in
Ak|tie [ aktsi ], die; -, -n: zu/in dem im Basiswort Bezug auf Gefahren, Probleme
Urkunde über den Anteil am genannten Zeitpunkt oder oder Fragen verwendet. Es drückt
Kapital eines Unternehmens, Bereich tätig oder wirksam aus, dass man sich mit diesen so-
das an der Börse geführt wird: ist: dämmerungsaktive, fort beschäftigen muss, dass
die Aktien steigen, fallen, wer- nachtaktive Tiere; 〈mit fremd- deren Lösung im Vordergrund
den in Frankfurt notiert, wur- sprachigem Wortstamm〉: ein steht:
den mit 15 Dollar bewertet; bioaktives (auf biologischer
sein Vermögen in Aktien anle- Basis wirksames) Waschmit- – Trinkwassermangel ist ein aku-
gen. tel; radioaktive (Radioaktivität tes Problem in vielen Ländern
Ak|ti|on [ak tsio n], die; -, -en: aufweisende) Elemente. der Dritten Welt.
häufig unter Beteiligung meh- ak|ti|vie|ren [akti vi r n] 〈tr.; – 300 Arbeitsplätze sind akut ge-
rerer Personen nach Plan hat〉: fährdet.
durchgeführte Unternehmung: zu einer [verstärkten] Tätigkeit
eine gemeinsame Aktion zur bewegen: die Jugend politisch Akus|tik [a k st k], die; -:
Unterstützung der Arbeitslo- aktivieren. Syn.: ankurbeln, 1. Lehre vom Schall: in ihrem
sen starten; zu gewaltfreien anregen, beleben, in Schwung Physikstudium hat sie sich auf
Aktionen aufrufen. Syn.: bringen (ugs.), mobilisieren. Akustik spezialisiert.
Coup, Feldzug, Kampagne, Ak|ti|vi|tät [aktivi t t], die; -, 2. klangliche Verhältnisse, Wir-
Tat, Unterfangen, Unterneh- -en: kung des Klangs, Schalls (inner-
men, Versuch, Vorhaben. Zus.: das Aktivsein, aktives Verhal- halb eines [geschlossenen] Rau-
Hilfsaktion, Rettungsaktion. ten, rege Tätigkeit: politische mes): das Theater hat eine gute
Ak|ti|o|när [aktsio n ], der; -s, Aktivität entfalten; seine Akustik.
-e, Ak|ti|o|nä|rin [aktsio- Aktivität verstärken. Syn.: akus|tisch [a k st ] 〈Adj.〉:
n r n], die; -, -nen: Energie, Tatendrang, Tatkraft. den Ton, Klang, die Akustik
Person, die eine oder mehrere ak|tu|a|li|sie|ren [aktuali zi r n] betreffend: akustische Signale;
Aktien besitzt: die Aktionäre 〈tr.; hat〉 (bildungsspr.): die akustischen Verhältnisse
treffen sich zu ihrer Hauptver- a) auf die Gegenwart beziehen, dieses Saales sind gut.
sammlung. Zus.: Mehrheits- in die gegenwärtige Wirklich- akut [a ku t] 〈Adj.〉:
aktionär, Mehrheitsaktionä- keit überführen: einen alten 1. im Augenblick herrschend,
rin. Film wieder aktualisieren. unmittelbar anstehend: eine
ak|tiv [ak ti f] 〈Adj.〉: b) auf den neuesten Stand brin- akute Gefahr bekämpfen; diese
1. sich ( für etwas Bestimmtes) gen: ein Lehrbuch, Daten Fragen, Probleme werden jetzt
tatkräftig einsetzend, rege aktualisieren. Syn.: erneuern, akut. Syn.: dringend, dringlich,
dafür tätig: ein aktiver Teil- in Ordnung bringen, moderni- eilig, keinen Aufschub duldend,
nehmer; sie ist [politisch] sehr sieren. vordringlich.
aktiv. Syn.: betriebsam, eifrig, Ak|tu|a|li|tät [aktuali t t], die; -: 2. (Med.) unvermittelt [auftre-
emsig (geh., oft iron.), aktuelle Bedeutung für die tend], schnell und heftig [verlau-
geschäftig, rührig, tatkräftig. Gegenwart: das Thema, der fend]: eine akute Erkrankung;
2. selbst ausführend und nicht Film ist von außerordentli- akut auftreten.

74
akut – Alibi
akut / aktuell:
s. Kasten aktuell/akut.
suizidal. b) in der Art von, wie:
genial; kollegial; kolossal; opti-
2. Zeit der Gefahr, vom Signal bis
zur Entwarnung: der Alarm hat A
Ak|zent [ak ts nt], der; -[e]s, -e: mal; pastoral; phänomenal. nur zehn Minuten gedauert.
1. a) Betonung einer Silbe, eines 2. a) Beziehung, Zugehörigkeit: alar|mie|ren [alar mi r n] 〈tr.; hat〉: Alib
Wortes, eines Satzes: der Akzent akzidentiell; experimentell; 1. zum Einsatz, zu Hilfe rufen: die
liegt auf der zweiten Silbe; die konfessionell; konversationell; Polizei, die Feuerwehr alarmie-
zweite Silbe trägt den Akzent. ministeriell; proportionell; ren.
Syn.: 2 Ton; * den Akzent auf sequenziell; situationell; textu- 2. in große Unruhe, Sorge verset-
etwas (Akk.) legen: etwas ell. b) charakterisierend: infor- zen und warnend wirken: der
besonders betonen: sie legt den mell; oppositionell. Vorfall hatte uns alarmiert; alar-
Akzent besonders auf die Wein- 2-al [a l]/-ell [ l] 〈adjektivische Suf- mierende Nachrichten. Syn.:
auswahl. b) Zeichen über einem fixe; meist substantivisches 2
aufschrecken, aufhorchen las-
Buchstaben, das Aussprache oder Basiswort〉: sen, beunruhigen, warnen.
Betonung angibt: den [französi- 1. als konkurrierende Formen 1
al|bern [ alb n] 〈itr.; hat〉:
schen] Akzent richtig setzen; oft ohne inhaltlichen Unter- sich albern benehmen: ich albere
* [neue] Akzente setzen: zei- schied: emotional/emotionell; ein bisschen; er kann nichts als
gen, worauf das Gewicht gelegt funktional/funktionell; kon- albern. Syn.: scherzen (geh.),
werden muss; richtungweisend textual/kontextuell; struktural/ Späße machen, spaßen.
für die Zukunft sein: mit ihrer strukturell; universal/universell. 2
al|bern [ alb n] 〈Adj.〉:
Doktorarbeit setzt sie neue 2. als konkurrierende Formen von unernst-einfältiger, oft kin-
Akzente bei der Erforschung mit inhaltlichem Unterschied; disch wirkender Art: ein albernes
dieses Themas. -»al« drückt in der Regel die Benehmen; du bist heute albern.
2. bestimmte Art des Artikulie- Zugehörigkeit zu dem im Basis- Syn.: dümmlich, infantil
rens, Betonens o. Ä. : mit ameri- wort Genannten aus, während (abwertend), kindisch (abwer-
kanischem Akzent sprechen. -»ell« eine Eigenschaft bezeich- tend), läppisch (abwertend),
ak|zep|ta|bel [akts p ta bl] 〈Adj.〉: net, charakterisiert: existenzial/ töricht (abwertend).
annehmbar: ein akzeptables existenziell; formal/formell; ori- Alb|traum [ alptraum], der; -[e]s,
Angebot; akzeptable Preise. ginal/originell; personal/perso- Albträume [ alptr ym ], Alp-
Syn.: leidlich, passabel. nell; rational/rationell; real/ traum:
ak|zep|tie|ren [akts p ti r n] 〈tr.; reell; traditional/traditionell; mit einem bedrückenden Gefühl
hat〉: -»al« kann aber auch eine der Angst verbundener Traum:
a) mit etwas so, wie es vorgeschla- Eigenschaft und -»ell« die Zuge- Albträume haben; von Albträu-
gen, angeboten o. Ä. wird, einver- hörigkeit ausdrücken, z. B. bei men geplagt werden.
standen sein: ein Angebot, einen ideal/ideell: ein ideales (ideal = Al|bum [ alb m], das; -s, Alben
Preis, eine Entscheidung, eine Eigenschaft) Ehepaar; die ideel- [ alb n]:
Strafe akzeptieren; der Vor- len (die Ideen betreffenden) einem Buch ähnlicher Gegen-
schlag wurde von allen akzep- Grundlagen; in Zusammenset- stand mit leeren Blättern zum
tiert. Syn.: absegnen (ugs.), zungen treten nur die die Zuge- Einkleben, Einlegen o. Ä. von
annehmen, bejahen, billigen, hörigkeit kennzeichnenden Briefmarken, Fotografien o. Ä. :
einwilligen, für richtig halten, -»al«-Adjektive als Bestim- Bilder in ein Album kleben.
gutheißen, legitimieren, respek- mungswort auf: Generalanwei- Zus.: Briefmarkenalbum, Foto-
tieren, richtig finden, tolerieren, sung (aber: generelle Anwei- album.
zugestehen. b) jmdn. in seiner sung); Idealvorstellung; Konven- Al|ge [ al ], die; -, -n:
persönlich geprägten Art gelten tionalstrafe; Kriminalroman, (in vielen Arten vorkommende)
lassen, anerkennen: die Klassen- Realeinkommen; Spezialverfah- meist im Wasser lebende niedere
sprecherin wurde von allen ren. Syn.: -artig, -haft, -ig, -lich. Pf lanze ohne Blüten: die Mole
akzeptiert; jmdn. als Vorgesetz- à la carte [a la kart]: war schwarzgrün von Algen.
ten akzeptieren; auch Behin- so, wie es auf der Speisekarte Al|ge|bra [ al ebra], die; -:
derte wollen von der Gesell- steht: à la carte essen. Teilgebiet der Mathematik, das
schaft akzeptiert werden; ich Alarm [a larm], der; -[e]s, -e: sich besonders mit Gleichungen
akzeptiere, dass ... 1. [akustisches] Zeichen, das eine und mit den Verknüpfungen
1
-al [a l]/-ell [ l] 〈adjektivische Suf- Gefahr signalisiert: der Alarm mathematischer Strukturen
fixe; meist substantivisches kam zu spät. Zus.: Feueralarm, befasst: eine Eins in Algebra
Basiswort〉: Fliegeralarm, Probealarm; haben.
kennzeichnen die Beziehung, * blinder Alarm: [versehentlich ali|as [ a lias] 〈Adverb〉:
Zugehörigkeit zu dem im Basis- ausgelöste] grundlose Aufregung, mit anderem Namen, auch ...
wort Genannten oder charakte- Beunruhigung: zum Glück war genannt: die Affäre Dr. Heyde
risieren, kennzeichnen die Art: das blinder Alarm! ; * Alarm alias Sawade. Syn.: anders auch,
1. a) Beziehung, Zugehörigkeit; schlagen: auf eine Gefahr auf- auch ... geheißen, oder.
was ... betrifft, hinsichtlich: bron- merksam machen: wegen der Ali|bi [ a libi], das; -s, -s:
chial; dialektal; embryonal; vielen neuen Infektionen 1. [Nachweis der] Abwesenheit
gymnasial; ödipal; orchestral; schlägt das Gesundheitsamt vom Tatort zur Tatzeit: ein
präsidial; prozedural; saisonal; Alarm. lückenloses Alibi für etwas

75
Alibi- – allemal

A haben; für die Tatzeit besitzt er


kein Alibi; das Alibi überprüfen.
in mir sträubt sich dagegen;
nach allem, was man hört; was
al|le|go|risch [ale o r ] 〈Adj.〉:
die Allegorie betreffend, in der
2. Ausrede, Entschuldigung, soll das alles? Syn.: sämtlich; Art einer Allegorie: allegorische
Alib Rechtfertigung: sie suchten nach * vor allem: hauptsächlich, Figuren, Szenen; etwas allego-
einem Alibi für ihr Vorgehen. besonders: vor allem musst du risch darstellen. Syn.: bildlich,
Syn.: Vorwand. wieder gesund werden; * alles symbolisch.
Ali|bi- [ a libi] 〈Präfixoid〉: in allem: im Ganzen gesehen: 1
al|lein [a lain] 〈Adj.〉:
a) drückt aus, dass das im Basis- alles in allem gefällt ihr die neue a) ohne die Anwesenheit eines
wort Genannte in vordergründi- Arbeit. anderen, ohne Gesellschaft:
ger Weise als Alibi für etwas, 2. a) alle; 〈unflektiert〉 all 〈Plural〉 allein sein; jmdn. allein lassen;
jmdn. dienen soll oder kann, um bezieht sich auf eine Gesamt- die Kinder sind allein zu Hause;
eventuelle Kritik zu entkräften: heit von einzelnen Gliedern, auf allein leben, wohnen, reisen, ins
Alibidezernat; Alibifrau. die einzelnen Glieder einer Kino gehen. Syn.: einzeln, für
b) besagt, dass das im Basiswort Gesamtheit: alle schönen Mäd- sich, solo. b) einsam: sie ist sehr
Genannte in vordergründiger chen; all[e] seine Hoffnungen; allein; in der Großstadt kann
Weise im Hinblick auf etwas ein alle beide; sie alle; alle miteinan- man sich sehr allein fühlen.
Alibi darstellen soll: Alibi- der; alle Polizeibeamten sind c) ohne Hilfe, ohne fremdes
charakter; Alibifunktion. bemüht zu helfen; alle in den Zutun: kannst du das allein?;
Al|ko|hol [ alkoho l], der; -s: Süden reisenden/(seltener:) rei- das habe ich ganz allein
1. brennbarer, f lüssiger, farbloser sende Urlauber; ein Kampf aller gemacht; sie will [ganz] allein
Stoff, der wesentlicher Bestand- gegen alle; die Beteiligung aller damit fertigwerden; das Kind
teil bestimmter Getränke ist, die interessierten/(seltener:) inte- kann schon allein stehen; ein
einen Rausch verursachen kön- ressierter Personen; für alle allein stehendes Haus. Syn.:
nen: der Schnaps enthält 40 Pro- Magenkranken/(seltener:) selbstständig.
zent Alkohol. Syn.: Spiritus. Magenkranke; alle waren da, 2
al|lein [a lain] 〈Adverb〉:
2. alkoholische Getränke: er bloß du nicht; sind alle gekom- kein anderer, keine andere, nichts
trinkt keinen, zu viel Alko- men, die eingeladen waren?; wir anderes als; nur: allein er, dieser
hol. Syn.: geistige Getränke gehen jetzt alle nach Hause. Umstand ist schuld daran. Syn.:
〈Plural〉. Syn.: jeder, jedermann, sämtli- ausschließlich, bloß.
al|ko|hol|frei [ alkoho lfrai] 〈Adj.〉: che. b) 〈alle + Zeit- oder Maß- 3
al|lein [a lain] 〈Partikel〉:
a) (von Getränken) ohne Alkohol- angabe〉 bezeichnet eine dient dazu, etwas Bestimmtes
gehalt: alkoholfreies Bier. b) ohne bestimmte regelmäßige Wieder- hervorzuheben und auszudrü-
Ausschank von Alkohol: ein alko- holung: alle fünf Minuten ( jede cken, dass dessen Qualität aus-
holfreies Gasthaus; ein alkohol- fünfte Minute) fährt ein Bus; alle reicht, um die gemachte Aus-
freies Fest feiern. vier Schritte steht ein Pfahl. sage als gerechtfertigt, als nicht
Al|ko|ho|li|ker [alko ho lik ], der; 3. 〈Neutrum Singular〉 alles übertrieben erscheinen zu las-
-s, -, Al|ko|ho|li|ke|rin [alko ho li- (ugs.) alle [Anwesenden]: alles sen: der Gedanke allein ist
k r n], die; -, -nen: aussteigen! ; alles hört auf mein schrecklich; [schon] allein der
Person, die gewohnheitsmäßig Kommando! Turm des Schlosses ist sehens-
trinkt, alkoholabhängig ist: die All [al], das; -s: wert. Syn.: bereits, schon.
Alkoholikerin macht eine Ent- Weltall: das weite, unermessli- 4
al|lein 〈Konj.〉 (geh.):
ziehungskur. Syn.: Säufer che All; das All erforschen. Syn.: aber, jedoch, indes: sie rief um
(derb abwertend), Säuferin Kosmos, Raum, Universum, Hilfe, allein es war zu spät. Syn.:
(derb abwertend), Trinker, Trin- Weltraum. doch, indes (geh.), indessen
kerin. al|le [ al ] 〈Adverb〉 (ugs.): (geh.).
al|ko|ho|lisch [alko ho l ] 〈Adj.〉: aufgebraucht, zu Ende [gegangen, al|lei|nig [a lain c] 〈Adj.〉:
Alkohol enthaltend: alkoholische gebraucht]: die Milch ist, wird allein vorhanden,¸ berechtigt,
Getränke. Syn.: geistig. alle; du kannst die Suppe alle geltend o. Ä. : die alleinige
all [al] 〈Indefinitpronomen und machen (ganz aufessen). Syn.: Erbin; der alleinige Vertreter;
unbestimmtes Zahlwort〉: aufgegessen, ausgetrunken, ver- das alleinige Recht. Syn.: aus-
1. aller, alle, alles; 〈unflektiert〉 braucht. schließlich.
all 〈Singular〉 bezeichnet eine Al|lee [a le ], die; -, Alleen [a le n]: al|lein|ste|hend [a lain te nt]
Gesamtheit, etwas in seinem breite Straße, breiter Weg mit 〈Adjektiv〉:
ganzen Umfang: aller erwiesene Bäumen zu beiden Seiten: Kasta- allein lebend, nicht verheiratet:
Respekt; alles Fremde; alles nienbäume säumen die Allee. er ist alleinstehend. Syn.: ledig,
Glück dieser Erde; die berwin- Al|le|go|rie [ale o ri ], die; -, Alle- unverheiratet.
dung alles Trennenden; trotz gorien [ale o ri n]: al|le|mal [ al ma l] 〈Adverb〉:
alles/allen guten Willens; trotz bildliche Darstellung eines abs- (ugs.) auf jeden Fall: das Geld
allem Schönen; trotz allem trakten Begriffs (besonders in reicht allemal; bis morgen schaf-
guten Willen; in aller Öffent- Dichtung und bildender Kunst): fen wir das noch allemal/alle-
lichkeit; mit allem Nachdruck; die Gestalt auf diesem Bild ist mal noch. Syn.: 2 bestimmt,
alles, was; all[e] seine Habe; all eine Allegorie der Gerechtigkeit. gewiss, mit Sicherheit, ohne
die Zeit; alles in Ordnung; alles Syn.: Sinnbild. Frage, ohne Zweifel, sicher,

76
allenfalls – Allüren
sicherlich, zweifellos, zweifels-
ohne.
allerlei Gutes; man munkelt so
allerlei. Syn.: vielerlei.
Gesamtheit, Leute 〈Plural〉,
Menschen 〈Plural〉, Öffentlich- A
al|len|falls [ al n fals] 〈Adverb〉: Al|ler|welts- [al v lts] 〈Präfixoid〉 keit.
a) im besten Fall; höchstens: das (ugs.): 2. 〈ohne Plural〉 das Unbe- Allü
reicht allenfalls für zwei Perso- 1. drückt aus, dass das im Basis- stimmt-, Ungenau-, Unverbind-
nen; es dauert allenfalls noch wort Genannte nichts Außerge- lichsein: Erklärungen von [zu]
zwei Stunden. Syn.: wenn es wöhnliches, sondern nur das großer Allgemeinheit.
hoch kommt. b) gegebenenfalls: bliche ist: Allerweltsge- 3. 〈Plural〉 allgemeine, oberf läch-
wir müssen warten, was allen- schmack; Allerweltsgesicht; liche Redensarten, Bemerkungen:
falls noch zu tun ist. Syn.: even- Allerweltsname. Syn.: Feld- sich in Allgemeinheiten erge-
tuell, unter Umständen, viel- Wald-und-Wiesen- (ugs.), Null- hen; seine Rede erschöpfte sich
leicht, womöglich. achtfünfzehn- (ugs.). in Allgemeinheiten. Syn.: Bin-
al|ler- [al ] 〈adjektivisches Präfix 2. drückt aus, dass der, die oder senwahrheit, Binsenweisheit,
mit einem Superlativ als Basis- das im Basiswort Genannte Gemeinplatz, Klischee.
wort〉: bewundert, anerkennend Al|li|anz [a liants], die; -, -en:
drückt eine Verstärkung des genannt wird: Allerweltskerl; Bündnis, besonders zwischen
Superlativs aus: am allerschöns- Allerweltsmaterial. zwei oder mehreren Staaten: eine
ten; am allerliebsten; das Aller- Al|ler|wer|tes|te [ al ve t st ], Allianz zwischen zwei Staaten;
beste. der; -n, -n (ugs. scherzh.): eine Allianz bilden. Syn.: Block,
al|ler|dings [ al d s] 〈Adverb〉: Gesäß: jmdm. seinen blanken 1
Bund, Koalition, Verband, Ver-
1. freilich, jedoch (drückt eine Allerwertesten zeigen. Syn.: einigung.
Einschränkung aus): ich muss Arsch (derb), Hintern (ugs.), Po all|mäch|tig [al m ct c] 〈Adj.〉:
allerdings zugeben, dass ...; sie (ugs.), Popo (fam.), vier Buchsta- höchste Macht, Macht¸ ¸ über
hat es versucht, allerdings ohne ben (ugs. scherzh.). alles besitzend: der allmäch-
Erfolg. Syn.: aber, 1 immerhin, all|ge|mein [ al main] 〈Adj.〉: tige Gott.
indes[sen] (geh.). 1. a) allen gemeinsam, überall all|mäh|lich [al m l c] 〈Adj.〉:
2. aber gewiss, natürlich (als verbreitet: die allgemeine Mei- 1. langsam erfolgend, ¸ sich vollzie-
nachdrückliche Bejahung nung; auf allgemeinen Wunsch; hend: das allmähliche Nachlas-
einer Frage): »Hast du das im allgemeinen Sprachge- sen der Kräfte; der allmähliche
gewusst?« – »Allerdings!«. Syn.: brauch. Syn.: generell. b) bei bergang. Syn.: kaum merklich,
gewiss, ja, jawohl, sicher, sicher- allen, von allen: allgemein langsam, nach und nach, Schritt
lich. beliebt, geachtet sein; so wird für Schritt, schrittweise.
Al|ler|gie [al r i ], die; -, Allergien allgemein erzählt. Syn.: durch- 2. [erst] nach einer gewissen Zeit:
[al r i n]: weg, generell, überall. jetzt begreift sie allmählich, was
überempfindliche Reaktion des 2. a) alle angehend; für alle gel- es heißt, allein zu sein; sich all-
Organismus auf bestimmte Stoffe tend: das allgemeine Wohl; die mählich beruhigen. Syn.: im
(z. B. Blütenpollen, Nahrungsmit- allgemeine Wehrpflicht. Syn.: Lauf[e] der Zeit, mit der Zeit.
tel): eine Allergie gegen Katzen- generell. b) von allen ausgehend: All|tag [ alta k], der; -[e]s, -e:
haare; das Eiweiß von Fischen der allgemeine Aufbruch. Syn.: 1. Werktag: die Feier fand an
ruft bei ihr eine Allergie hervor; gemeinsam, gemeinschaftlich. einem Alltag statt.
an einer Allergie leiden. 3. a) nicht speziell; nicht auf Ein- 2. 〈ohne Plural〉 gleichförmiges
al|ler|gisch [a l r ] 〈Adj.〉: zelheiten eingehend und daher tägliches Einerlei: der graue All-
an einer Allergie leidend, auf ihr oft zu unbestimmt, unverbind- tag; nach den Ferien in den All-
beruhend, von ihr herrührend: lich: allgemeine Redensarten; tag zurückkehren.
allergische Krankheiten; sie rea- wenige, ganz allgemeine Grund- all|täg|lich [ al t kl c] 〈Adj.〉:
giert allergisch auf Erdbeeren. sätze; etwas ganz allgemein 1. nichts Besonderes ¸ aufweisend,
al|ler|hand [ al hant]: schildern. Syn.: pauschal; * im ohne Besonderheiten: alltägliche
1. 〈unbestimmtes Zahlwort〉: Allgemeinen: ohne Beachtung Ereignisse; ein alltäglicher
ziemlich viel: er weiß allerhand kleinerer Unterschiede, im Gro- Mensch; ihre Gesichter waren
[Neues]; allerhand Bücher lagen ßen und Ganzen, für gewöhnlich, sehr alltäglich. Syn.: banal (bil-
auf dem Tisch; 100 Euro ist/sind generell: im Allgemeinen kommt dungsspr.), durchschnittlich,
allerhand Geld. Syn.: allerlei, sie gut mit ihren neuen Aufga- gewöhnlich, normal, profan (bil-
eine Menge, mancherlei, vieler- ben klar. b) [alles] umfassend: dungsspr.), üblich, vertraut.
lei. ihre allgemeine Bildung ist 2. jeden Tag [wiederkehrend]: ihr
2. * das ist allerhand! (ugs.): erstaunlich. Syn.: global. alltäglicher Spaziergang.
das ist unerhört! : das ist aller- All|ge|mein|heit [ al mainhait], Al|lü|ren [a ly r n], die 〈Plural〉
hand, was er sich da geleistet die; -, -en: (bildungsspr., oft abwertend):
hat. 1. 〈ohne Plural〉 die anderen (die aus dem Rahmen fallende
al|ler|lei [ al lai] 〈unbestimmtes auch an etwas teilhaben, davon Umgangsformen; auffallendes
Zahlwort〉: Nutzen haben sollen): damit Benehmen, Gehabe: die Allüren
[von] ziemlich verschiedener Art, diente er der Allgemeinheit am einer Diva haben, annehmen; er
mancherlei, so manches, so man- besten; etwas für die Allgemein- ist ein Mensch ohne Allüren.
che: allerlei Ausgaben, Pflanzen; heit tun. Syn.: Gemeinschaft, Syn.: Gehabe (abwertend).

77
allwissend – alt

A all|wis|send [ al v snt] 〈Adj.〉:


alles wissend: der allwissende
traf, [da] hatten die anderen
bereits einen Entschluss gefasst;
danach, demnach, deshalb, des-
wegen, folglich, infolgedessen.
Gott; ich bin auch nicht allwis- in Verbindung mit einer näher 2
al|so [ alzo] 〈Partikel〉:
allw send. erläuternden Zeitangabe: 1. dient dazu, auszudrücken,
all|zu [ altsu ] 〈Adverb〉 (emotional damals, als sie noch klein war; dass man an etwas früher
verstärkend): zu der Zeit, als seine Eltern Gesagtes anknüpft: also, ich
〈vor Adjektiven und Adverbien〉 noch lebten. Syn.: da, nachdem, habe mir das noch einmal über-
zu: der allzu frühe Tod des Dich- während. legt; also, kommst du nun mit
ters; ein allzu gewagtes Unter- 2
als [als] 〈Konj.; modal in Satztei- oder nicht?; du kannst dich also
nehmen; das weiß er nur allzu len und Gliedsätzen〉: nicht daran erinnern?; wann
gut; sie war allzu geschäftig. 1. drückt Ungleichheit aus: meldest du dich also bei mir?;
Syn.: übermäßig, übertrieben. a) nach einem Komparativ: also dann bis morgen!; bis dann
Alm [alm], die; -, -en: mehr rechts als links; lieber also!; also, dann lass uns jetzt
Wiese, Weideplatz im Hoch- oder heute als morgen; sie ist gehen!; also los!
Mittelgebirge: eine Alm bewirt- geschickter als ihr Bruder; das 2. dient dazu auszudrücken,
schaften; die Kühe auf die Alm ist mehr als traurig. b) nach dass man ein Thema als erledigt
treiben. Syn.: Weide. ander[s], nichts, kein o. Ä.: das ansieht und es gern abschließen
Al|mo|sen [ almo zn], das; -s, -: ist nichts als Unsinn (nur möchte: also gut!; also schön! ;
1. (Bedürftigen gewährte) klei- Unsinn); das ist alles andere als also von mir aus! ; also bitte! ;
nere Gabe: einer Bettlerin ein schön (es ist nicht schön); entge- also, ich kann dazu jedenfalls
Almosen geben; um ein Almo- gengesetzt, als ich [es] erwartet nichts weiter sagen.
sen bitten. hatte. alt [alt], älter, älteste 〈Adj.〉:
2. (abwertend) etwas, was jmdm. 2. drückt Gleichheit aus, in Ver- 1. a) in vorgerücktem Alter,
(z. B. als Geschenk) gegeben wird, gleichssätzen: sie tat, als habe bejahrt /Ggs. jung/: ein altes
was aber nur wenig ist: in sie nichts gehört; er tat, als ob/ Mütterchen; ein alter Baum; ein
meinen Augen ist das keine wenn er hier bleiben wollte. älterer (nicht mehr junger) Herr;
gerechte Entlohnung, sondern 3. schließt eine nähere Erläute- * Alt und Jung: jedermann:
ein Almosen; für ein Almosen rung an: er fühlt sich als Held; beim Volksfest trifft sich Alt
arbeiten. ich rate dir als guter Freund und Jung. b) Merkmale des Alters
Al|pha|bet [alfa be t], das; -[e]s, -e: dazu; sie war als Schriftstellerin aufweisend: ihre alten, zittrigen
in einer festgelegten Reihenfolge erfolgreich; ihr als leitender Hände. Syn.: ältlich, bejahrt
angeordnete Buchstaben einer Ärztin; das Wirken dieses Herrn (geh.), betagt (geh.), greis (geh.
Schrift: das deutsche Alphabet als Führer der Opposition, als veraltend), in die Jahre gekom-
hat 26 Buchstaben; Namen nach des eigentlichen Führers der men (verhüllend).
dem Alphabet ordnen. Opposition; etwas als ange- 2. a) ein bestimmtes Alter
al|pha|be|tisch [alfa be t ] 〈Adj.〉: nehm empfinden. habend: wie alt ist sie?; ein drei
nach dem Alphabet [aufgeführt]: 4. in bestimmten Verbindungen Wochen altes Kind. b) eine
in alphabetischer Reihenfolge; oder Korrelationen: so schnell bestimmte Zeit vorhanden: ein
eine Kartei alphabetisch ord- als (wie) möglich; so viel als drei Jahre altes Auto.
nen. (wie) ein Eid; doppelt so groß als 3. nicht mehr neu, schon längere
al|pha|be|ti|sie|ren [alfabeti zi r n] (wie); sowohl ... als [auch]; der Zeit benutzt o. Ä. /Ggs. neu/: alte
〈tr.〉: Gedanke ist zu schwierig, als Kleider, Schuhe; alte Häuser; sie
1. nach dem Alphabet ordnen: dass man ihn in einem Satz aus- hat das Auto alt (gebraucht)
Karteikarten, Namen für eine drücken könnte; diese Reise gekauft. Syn.: gebraucht, getra-
Liste alphabetisieren. nach China ist für sie insofern gen, schäbig (abwertend).
2. (Analphabeten) lesen u. schrei- problematisch, als sie die Spra- 4. a) seit längerer Zeit vorhanden;
ben lehren: sie sind nicht zu alt, che nicht beherrscht; sie akzep- vor längerer Zeit hergestellt o. Ä.
um alphabetisiert zu werden. tierte diese Antwort insoweit, und daher nicht mehr frisch
al|pin [al pi n] 〈Adj.〉: als sie die Aufrichtigkeit des /Ggs. frisch/: altes (altbackenes)
die Alpen, das Gebirge betreffend, Sprechers bewies; dieser Tag Brot; alte und frische Spuren im
dafür charakteristisch, dort statt- war umso geeigneter für den Schnee; der Fisch ist schon alt,
findend, verbreitet: alpine Ski- Ausflug, als das Wetter gut war. schmeckt alt. b) vom letzten Jahr
gebiete; alpine Pflanzen; die 5. (geh.) dient der Einleitung stammend /Ggs. neu/: die alte
Landschaft ist fast alpin. einer Aufzählung: ihre Werke, Ernte; die alten Kartoffeln.
Alp|traum [ alptraum]: ↑ Albtraum. als [da sind] Gedichte, Erzäh- 5. a) seit Langem vorhanden,
1
als [als] 〈Konj.; temporal, in Glied- lungen, Romane. bekannt: eine alte Tradition,
sätzen〉: 1
al|so [ alzo] 〈Adverb〉: Erfahrung; ein alter (lang jähri-
drückt die Vor-, Gleich- oder dient dazu, eine Aussage als Fol- ger, bewährter, erfahrener) Mitar-
Nachzeitigkeit aus: als (nach- gerung zu kennzeichnen: ihr beiter. b) schon lange überall
dem) die Polizei ihn eingekreist habt keine Fragen mehr, also bekannt und daher langweilig,
hatte, erschoss er sich selbst; als habt ihr alles verstanden; ich überholt: ein alter Witz; ein altes
(während) sie telefonierte, komme, wenn ich fertig bin, Thema. Syn.: abgedroschen
klopfte es an die Tür; als sie ein- also bald/bald also. Syn.: (ugs.).

78
Alt – am
6. a) einer früheren Zeit angehö-
rend; eine vergangene Zeit betref-
Münze, eines Gemäldes schät-
zen.
alt|klug [ altklu k] 〈Adj.〉:
(als Kind, Jugendlicher in seinen A
fend: eine alte Chronik; alte 3. alte Leute /Ggs. Jugend/: Ehr- Äußerungen) sich erfahren
Meister; die alten Griechen (die furcht vor dem Alter haben. gebend, klug tuend: er ist gut am
Griechen der Antike). b) durch al|ter|na|tiv [alt rna ti f] 〈Adj.〉: erzogen, aber sehr altklug; »Es
Alter wertvoll geworden: alte 1. eine Alternative [zum allge- ist leichter wegzufahren als
Münzen, Drucke, Bücher. Syn.: mein blichen] darstellend: eine zurückzubleiben«, sagte die
antik, antiquarisch. alternative Lösung; alternative Kleine altklug. Syn.: frühreif,
7. a) unverändert, schon [von frü- Energien, Verlage. vorlaut.
her] bekannt, vertraut [und daher 2. wahlweise; zwischen zwei Mög- ält|lich [ ltl c] 〈Adj.〉:
lieb geworden]: es bot sich ihnen lichkeiten die Wahl lassend: die schon etwas ¸ alt aussehend: eine
das alte Bild; es geht alles seinen CD-ROM gibt es als Ergänzung ältliche Dame; ein ältlicher
alten Gang. b) schon früher in oder alternativ zum Buch. Herr. Syn.: alt, bejahrt (geh.),
der gleichen Eigenschaft, Funk- Al|ter|na|ti|ve [alt rna ti v ], die; betagt (geh.), in die Jahre
tion o. Ä. für jmdn. vorhanden: -, -n: gekommen (verhüllend).
die alten Plätze wieder einneh- 1. andere Möglichkeit: das ist alt|mo|disch [ altmo d ] 〈Adj.〉:
men; seine alten Kollegen besu- eine echte Alternative; zu dieser nicht mehr der herrschenden
chen. Syn.: ehemalig, einstig, Lösung, Politik gibt es keine Mode, dem augenblicklichen
früher. Alternative. Geschmack entsprechend; einer
8. a) (fam.) in vertraulicher 2. Wahl zwischen zwei Möglich- früheren Zeit zugehörend,
Anrede: na, alter Junge, wie keiten: er wurde vor eine Alter- damals zeitgemäß /Ggs.
gehts? b) (ugs.) verstärkend bei native gestellt. Syn.: Entschei- modern/: ein altmodisches
abwertenden Personenbezeich- dung. Kleid; ihre Ansichten sind alt-
nungen: ein alter Schwätzer; der Al|ters|heim [ alt shaim], das; modisch. Syn.: altertümlich, alt-
alte Geizkragen. -[e]s, -e: väterlich, antiquiert, konserva-
Alt [alt], der; -s, -e: Altenheim: sie zieht ins Alters- tiv, rückständig, überholt,
1. tiefe Singstimme (einer Frau, heim. unmodern.
eines Knaben): sie singt Alt; sie Al|ter|tum [ alt tu m], das; -s: Alt|pa|pier [ altpapi ], das; -[e]s:
hat einen weichen Alt. älteste historische Zeit eines Vol- [zum Recycling vorgesehenes]
2. Person, die Alt (1) singt: das kes, besonders der Griechen und gebrauchtes Papier: das Altpa-
Lied wurde von einem Alt Römer: das klassische Altertum. pier zur Tonne bringen.
gesungen. Syn.: Antike. Alt|stadt [ alt tat], die; -, Altstädte
Al|tar [al ta ], der; -[e]s, Altäre Al|ter|tü|mer [ alt ty m ], die 〈Plu- [ alt t t ]:
[al t r ]: ral〉: älterer, ältester Teil einer Stadt:
erhöhter, einem Tisch ähnlicher [Kunst]gegenstände, Denkmäler die Sanierung der Altstädte; sie
Auf bau für gottesdienstliche aus dem Altertum: Altertümer wohnt in der [Heidelberger] Alt-
Handlungen: an den, vor den sammeln. Syn.: Antiquitäten stadt.
Altar treten. Syn.: Tisch des 〈Plural〉. alt|vä|ter|lich [ altf t l c] 〈Adj.〉:
Herrn (geh.). al|ter|tüm|lich [ alt ty ml c] 〈Adj.〉: ¸ groß-
[ehr]würdig, altertümlich,
alt|ba|cken [ altbakn] 〈Adj.〉: aus früherer Zeit stammend ¸ (was väterlich: eine altväterliche
(von Backwaren) nicht [mehr] sich in Art und Aussehen aus- Schrift. Syn.: altmodisch, anti-
frisch: altbackene Brötchen. drückt): eine altertümliche Fes- quiert, konservativ, rückständig,
Al|ten|heim [ altnhaim], das; tung; eine altertümliche Lampe; überholt, unmodern, veraltet.
-[e]s, -e: ein altertümliches Maß. Syn.: Alt|wei|ber|som|mer [alt vaib -
Heim (2) für alte Menschen: sie alt, altmodisch, rückständig. z m ], der; -s, -:
wohnt in einem/im Altenheim. Äl|tes|te [ lt st ], die/eine 1. schöne, warme Tage im frühen
Syn.: Seniorenheim. Älteste; der/einer Ältesten, die Herbst: den Altweibersommer
Al|ter [ alt ], das; -s: Ältesten/zwei Älteste: an der Ostsee genießen.
1. a) Zustand des Altseins; letzter 1. ältestes weibliches Mitglied 2. 〈ohne Plural〉 (veraltet) im frü-
Abschnitt des Lebens /Ggs. einer Gemeinschaft [als Ober- hen Herbst in der Luft schwe-
Jugend/: das Alter macht sich haupt o. Ä.]: sie ist Älteste in bende Spinnweben.
bemerkbar; viele Dinge begreift unserer Kirchengemeinde. am [am] 〈Verschmelzung von
man erst im Alter (wenn man alt 2. älteste Tochter: Claudia ist »an« + »dem«〉:
ist). b) lange Dauer des Beste- unsere Älteste. 1. a) 〈die Verschmelzung kann
hens, Vorhandenseins: man sieht Äl|tes|ter [ lt st ], der Älteste/ein aufgelöst werden〉 die am Pro-
diesem Mantel sein Alter nicht Ältester; des/eines Ältesten, die jekt beteiligten Personen. b) 〈die
an (er sieht noch recht neu aus). Ältesten/zwei Älteste: Verschmelzung kann nicht auf-
2. a) bestimmter Abschnitt des 1. ältestes Mitglied einer Gemein- gelöst werden〉 eine Stadt am
Lebens: im kindlichen, im mitt- schaft; Vorsteher, Oberhaupt Meer, am Rhein; am ersten Mai;
leren Alter sein. b) Zeit, Anzahl einer [Kirchen]gemeinde; Presby- am Abend; am Ziel sein; eine
der Jahre des Lebens, des Beste- ter: der Rat der Ältesten. Verletzung am Knie; mit seinen
hens, Vorhandenseins: im Alter 2. ältester Sohn: der Älteste hat Kräften am Ende sein; ich
von 60 Jahren; das Alter einer jetzt geheiratet. zweifle nicht am Gelingen.

79
Amateur – Amsel

A 2. 〈die Verschmelzung kann


nicht aufgelöst werden〉 dient
1. nicht an einen festen Ort
gebunden; umherziehend, wan-
fen: in einem Anfall krankhafter
Verwirrung [mit einer Waffe]
dazu, den Superlativ des unde- dernd: ambulanter Handel; ein umherlaufen und töten: er ist
Amat klinierten Adjektivs zu bilden: Gewerbe ambulant betreiben. Amok gelaufen; Amok fahren:
er ist am schnellsten; sie fährt 2. nicht stationär (2): einen Ver- in einem Anfall krankhafter Ver-
am besten. letzten, Kranken ambulant wirrung wild umherfahren und
3. 〈die Verschmelzung kann behandeln. Zerstörungen anrichten: er fuhr
nicht aufgelöst werden〉 (ugs.) Amei|se [ a maiz ], die; -, -n: Amok. Syn.: rasen, toben,
dient in Verbindung mit einem kleineres, rotbraunes bis wüten.
substantivierten Infinitiv und schwärzliches, meist in Nadel- Amok- [ a m k] 〈Präfixoid〉:
»sein« zur Bildung der Verlaufs- wäldern vorkommendes Insekt, kennzeichnet eine Person, die
form: am Telefonieren sein das in Staaten lebt und dessen das im Basiswort genannte Tun
(dabei sein zu telefonieren). Bau oft die Form eines Haufens in einem Affekt- und Verwirrt-
Ama|teur [ama tø ], der; -s, -e: hat: die Ameisen krabbeln über heitszustand mit aggressiver
a) Sportler, der seinen Sport regel- den Waldboden; sie ist fleißig Zerstörungswut und Mordlust
mäßig, aber nicht gegen Entgelt wie eine Ameise. ausführt; blindwütig-aggressi-
betreibt /Ggs. Profi/: er spielt amen [ a m n] 〈Interjektion〉: ver ...: Amokfahrer; Amokläufer;
Basketball als Amateur. b) männ- dient dazu, ein christliches Amokschützin.
liche Person, die sich mit etwas Gebet, einen Segen, eine Predigt Am|pel [ ampl], die; -, -n:
Bestimmtem aus Liebhaberei o. Ä. abzuschließen und das 1. Verkehrsampel: an der roten
beschäftigt: der Fotograf ist ein darin Gesagte zu bekräftigen: in Ampel halten.
Amateur; dieses Bild wurde von Ewigkeit, amen. 2. [schalenförmige, kleinere] Hän-
einem Amateur gemalt. Syn.: Amen [ a m n], das; -s, -: gelampe: die Ampel gibt schö-
Laie, Liebhaber. dient als Bekräftigung beson- nes Licht.
Ama|teur- [amatø ] 〈Präfixoid〉: ders eines christlichen Gebets, Am|phi|bie [am fi bi ], die; -, -n,
drückt aus, dass die im Basis- eines Segens, einer Predigt. * zu Am|phi|bium [am fi bi m], das;
wort durch eine bestimmte allem Ja und Amen sagen -s, Amphibien [am fi bi n]:
Tätigkeit gekennzeichnete Per- (ugs.): sich allem fügen, sich mit Kriechtier, das sowohl auf dem
son diese Tätigkeit nicht berufs- allem abfinden: sie hat keine Land als auch im Wasser lebt:
mäßig betreibt: Amateurdetek- eigene Meinung, sie sagt zu viele Amphibien sind gefährdet.
tiv; Amateurentdeckerin; Ama- allem Ja und Amen. Syn.: allem Am|phi|the|a|ter [am fi tea t ],
teurfilmer; Amateurforscherin; zustimmen, alles akzeptieren, das; -s, -:
Amateurfotograf; Amateurfun- alles hinnehmen, mit allem ein- in meist elliptischer Form ange-
kerin; Amateurhistoriker; Ama- verstanden sein, zu allem Ja legtes [antikes] Theater mit stu-
teurköchin; Amateurmusiker; sagen. fenweise ansteigenden Sitzen:
Amateurpianistin; Amateur- Am|mann [ aman], der; -[e]s, das römische Amphitheater
sportler. Syn.: Hobby-, Laien-. Ammänner (schweiz.): besichtigen.
Ama|teu|rin [ama tø r n], die; -, Vorsteher einer Gemeinde, Regie- Am|pul|le [am p l ], die; -, -n:
-nen: rungschef eines Kantons. Zus.: kolbenartiges Röhrchen aus Glas
weibliche Form zu ↑ Amateur. Gemeindeammann, Landam- für f lüssige Arzneien, sterile
Ama|zo|ne [ama tso n ], die; -, -n: mann, Stadtammann. Lösungen oder kosmetische Pro-
1. Angehörige eines sagenhaften Am|ne|sie [amne zi ], die; -, Amne- dukte : die Ampullen in den
Volkes kriegerischer Frauen: sien [amne zi n] (Med.): Schrank schließen.
angeblich hatten Amazonen nur (auf einen bestimmten Zeitraum Am|pu|ta|ti|on [amputa tsio n],
eine Brust. begrenzter) Ausfall des Erinne- die; -, -en:
2. sportliche Frau von knaben- rungsvermögens: eine partielle Abtrennung eines Körperteils
haft[-maskulin]er Erscheinung: Amnesie; an einer Amnesie lei- (besonders einer Gliedmaße)
einige Marathonläuferinnen den. durch eine Operation: eine
sind wahre Amazonen. Am|nes|tie [amn s ti ], die; -, Amputation vornehmen müs-
3. Reiterin, besonders als Teilneh- Amnestien [amn s ti n]: sen.
merin an einem Reitturnier. Erlass oder Milderung der Strafe am|pu|tie|ren [ampu ti r n] 〈tr.;
Am|bi|ti|on [ambi tsio n], die; -, -en (besonders für politische Verge- hat〉:
(geh.): hen): eine Amnestie fordern, durch eine Operation vom Körper
auf ein bestimmtes Ziel gerichte- erlassen, gewähren; unter die trennen: nach dem Unfall
tes Streben: künstlerische, beruf- Amnestie fallen. musste ihr ein Bein amputiert
liche Ambitionen; in der Außen- am|nes|tie|ren [amn s ti r n] 〈tr.; werden.
politik hat er keine Ambitionen. hat〉: Am|sel [ amzl], die; -, -n:
Syn.: Ehrgeiz. durch Gesetz begnadigen, in den größerer Singvogel (mit beim
Am|boss [ amb s], der; -es, -e: Genuss einer Amnestie kommen Männchen schwarzem Gefieder
eiserner Block, auf dem das Eisen lassen: zahlreiche politische und gelbem Schnabel und beim
geschmiedet wird: Amboss und Häftlinge wurden amnestiert. Weibchen dunkelbraunem Gefie-
Hammer. Amok [ a m k]: der und braunem Schnabel): die
am|bu|lant [ambu lant] 〈Adj.〉: in den Wendungen Amok lau- Amsel singt wunderschön.

80
Amt – an-
Amt [amt], das; -[e]s, Ämter
[ mt ]:
Syn.: Abwechslung, Unterhal-
tung, Zerstreuung.
verloren. Syn.: beinah[e], fast,
gegen. A
1. a) offizielle Stellung (in Staat, amü|sie|ren [amy zi r n]: 2. in Betrieb, eingeschaltet: das
Gemeinde, Kirche o. Ä.): ein 1. 〈+ sich〉 sich auf angenehme, Licht, der Ofen, die Maschine, an-
hohes, weltliches Amt beklei- unterhaltsame Weise die Zeit der Motor ist an; 〈elliptisch als
den; das Amt des Bürgermeis- vertreiben: das Publikum hat Teil eines Verbs〉 Licht an!
ters übernehmen. Syn.: Posi- sich dabei großartig amüsiert. (andrehen!, anschalten!).
tion, Posten, Stelle. Zus.: Ehren- Syn.: sich gut unterhalten, 3. 〈elliptisch als Teil eines Verbs〉
amt, Lehramt, Staatsamt. sich vergnügen, sich zer- rasch den Mantel an (anziehen)
b) Tätigkeit, zu der jmd. ver- streuen. und weg von hier; ohne etwas
pf lichtet ist, zu der sich jmd. ver- 2. a) 〈tr.; hat〉 vergnügt machen, an (ugs.; ohne etwas anzuhaben;
pf lichtet hat: in dieser Woche heiter stimmen, angenehm unter- unbekleidet).
war es sein Amt, Kaffee für alle halten: seine Neugier amüsierte 1
an- [ an] 〈trennbares, betontes
zu kochen. Syn.: Aufgabe, Auf- uns; sie hörte amüsiert zu. Syn.: verbales Präfix〉:
trag, Funktion, Geschäft, Oblie- belustigen, erheitern, zer- 1. drückt Annäherung aus; auf
genheit (geh.), Pflicht. streuen. b) 〈+ sich〉 belustigt das Objekt hin/zu: a) auf/gegen
2. offizielle amtliche Stelle: Amt sein: sie amüsierten sich über jmdn. , etwas gerichtet sein (vom
für Statistik; Auswärtiges Amt die Antwort des Kindes. Sprecher, von der Sprecherin
(Ministerium für auswärtige Poli- 1
an [an] 〈Präp.〉: weg): anbellen; anbrüllen;
tik). Syn.: Behörde, Ministe- 1. a) 〈mit Dativ; Frage: wo?〉 anfauchen; angrinsen; anlügen;
rium, Organ, Verwaltung. Zus.: dient dazu, auszudrücken, dass ansehen. b) einen Zielpunkt
Arbeitsamt, Einwohnermelde- etwas ganz in der Nähe von durch eine bestimmte Art der
amt, Finanzamt, Forstamt, etwas ist, etwas berührt: die Lei- Fortbewegung zu erreichen
Gesundheitsamt, Postamt, ter lehnt an der Wand; Trier suchen: eine Stadt anfahren,
Rechtsamt. liegt an der Mosel; sie standen anfliegen, ansteuern. c) durch
am|tie|ren [am ti r n] 〈itr.; hat〉: Schulter an Schulter ([in großer ein Tun Widerstand gegen jmdn. ,
a) vorübergehend, stellvertre- Zahl] dicht nebeneinander); sie etwas leisten: ankämpfen; ansin-
tend jmds. Amt versehen: der wohnen Tür an Tür (unmittelbar gen; anstürmen. d) die Oberf lä-
amtierende Bürgermeister. nebeneinander); 〈in der Verbin- che von jmdn. , etwas berühren:
b) im Amt sein: der Minister dung »an ... vorbei«〉 er hat sich anfühlen; antippen. e) auf jmdn. ,
amtiert seit Gründung der an dem Portier vorbei hineinge- etwas auftreffen: ein Kind anfah-
Republik. schlichen. b) 〈mit Akk.; Frage: ren; anprallen. f) drückt eine
amt|lich [ amtl c] 〈Adj.〉: wohin?〉 dient dazu, eine Bewe- Intensivierung aus: anhäufen;
von einem Amt, ¸ einer Behörde gung auf etwas zu, in eine ansammeln.
stammend [und daher zuverläs- bestimmte Richtung zu kenn- 2. drückt Annäherung aus; an
sig, glaubwürdig]: ein amtlicher zeichnen: die Leiter an die jmdn. , etwas heran (zum Spre-
Bericht; eine amtliche Genehmi- Wand stellen; sie trat an die cher, zur Sprecherin hin)
gung; in amtlichem Auftrag Brüstung. a) anbranden; anbrausen;
handeln; die Untersuchung 2. 〈mit Dativ; Frage: wann?〉 ankommen; anmarschieren;
stützt sich auf amtliche Unterla- dient dazu, einen Zeitpunkt zu anrollen; anrücken. b) anekeln;
gen; ist das amtlich? (offiziell?). bezeichnen: an Ostern; an ankotzen; annerven; anwidern.
Syn.: dienstlich, offiziell. einem Sonntag. c) anfordern; anheuern; anwer-
Amu|lett [amu l t], das; -[e]s, -e: 3. 〈mit Dativ und Akk.; in ben. d) durch das im Basiswort
kleiner, oft als Anhänger getrage- Abhängigkeit von bestimmten genannte Tun das als Bezugswort
ner Gegenstand, der Unheil Wörtern〉 an jmdn., etwas den- Genannte bekommen: andressie-
abwenden und Glück bringen ken; an Krebs sterben; ich habe ren; anfressen; (sich jmdn.)
soll: ein Amulett soll magische keinen Zweifel an seiner Auf- anlachen; (sich etwas) anlesen,
Kräfte haben. Syn.: Maskott- richtigkeit; reich an Mineralien; antrainieren. e) durch das im
chen, Talisman. du hast versucht, es an dich zu Basiswort genannte Tun etwas
amü|sant [amy zant] 〈Adj.〉: bringen; ich konnte nicht an jmdm. zuschreiben, zuordnen:
belustigend-heiter, Vergnügen mich halten; (ugs.) ich mag die andichten.
bereitend: ein amüsanter Abend; Tapete nicht, aber ich werde 3. drückt aus, dass Kontakt, eine
amüsante Geschichten erzäh- mich schon an sie (daran) feste Verbindung hergestellt
len; amüsante Unterhaltung; gewöhnen; (ugs.) weißt du, an wird: a) anbauen; anbinden;
jmdn. amüsant finden; er hat was (woran) mich das erinnert?; anhäkeln; ankleben; anknöpfen;
sehr amüsant erzählt. Syn.: lus- * an [und für] sich: eigentlich; ankoppeln. b) anquirlen; anrüh-
tig, spaßig, unterhaltsam. im Grunde genommen; gewisser- ren.
Amü|se|ment [amyz mã ], das; maßen: an [und für] sich ist er 4. a) jmdn. in einen bestimmten
-s, -s (bildungsspr.): ein netter Junge, aber manch- Zustand versetzen: jmdn. anma-
unterhaltsam-belustigendes Ver- mal nervt er uns auch. chen; anstecken; antörnen.
gnügen, vergnüglicher Zeitver- 2
an [an] 〈Adverb〉: b) mit etwas versehen: anfeuch-
treib: für Amüsement sorgen; zu 1. nahezu, annähernd, nicht ten; ankreuzen.
jmds. Amüsement beitragen. ganz: sie hat an [die] 20 Euro 5. drückt einen Beginn aus:

81
an- – anbehalten

A a) mit einer bestimmten Tätigkeit


beginnen: anfahren; anstimmen;
eine Analogie zwischen beiden
Fällen; eine Analogie aufweisen;
anarchische Zustände, Verhält-
nisse. Syn.: chaotisch.
anziehen. b) durch ein bestimm- dieses Wort ist in Analogie zu Anar|chist [anar c st], der; -en, -en,
an- tes Tun etwas in Gang setzen: einem anderen gebildet worden. ¸ c st n], die; -,
Anar|chis|tin [anar
anblasen; andrehen; anfachen; Syn.: Ähnlichkeit. -nen: ¸
anmachen. c) durch das im An|al|pha|bet [an|alfa be t], der; Person, die der Anarchie (1)
Basiswort genannte Tun etwas -en, -en, An|al|pha|be|tin [an- anhängt: er war zeitlebens ein
beginnen lassen: das Spiel |alfa be t n], die; -, -nen: Anarchist.
anpfeifen. d) die im Basiswort Person, die nicht lesen und Ana|to|mie [anato mi ], die; -:
genannte Sportart erstmals in schreiben kann: in Deutschland a) Lehre, Wissenschaft von Form
der Saison ausüben /Ggs. ab-/: leben rund 4 Millionen funktio- und Auf bau des Körpers: Anato-
anrudern; ansurfen. e) durch ein nale Analphabeten. mie studieren. b) Auf bau, Struk-
Tun jmds. Willen zu etwas stei- Ana|ly|se [ana ly z ], die; -, -n: tur des Körpers: die Anatomie
gern: anfeuern; anspornen; systematisches Untersuchen, Prü- des menschlichen Körpers.
antreiben. fen von etwas hinsichtlich der an|bah|nen [ anba n n], bahnte an,
6. nur ein wenig: anbeißen; einzelnen bestimmenden Kompo- angebahnt:
anbraten; andenken; andisku- nenten und Faktoren: eine Was- 1. 〈+ sich〉 sich zu entwickeln
tieren; anknabbern; anlesen; serprobe zur Analyse ins Labor beginnen: zwischen den beiden
anrösten; ansägen. geben; eine gründliche Analyse bahnte sich eine Freundschaft
7. über eine gewisse Zeit hin: des Stils vornehmen. Syn.: Prü- an. Syn.: aufkommen, sich aus-
anbehalten; andauern; anhören; fung, Untersuchung. Zus.: bilden, sich ausprägen, sich
ansehen. Bodenanalyse, Satzanalyse, Stil- bilden, sich entfalten, sich ent-
8. in die Höhe: anheben; anstei- analyse, Textanalyse. spinnen (geh.), entstehen, sich
gen. ana|ly|sie|ren [analy zi r n] 〈tr.; entwickeln, erwachen, sich
2
an- [ an]: hat〉: regen.
〈in Verbindung mit Formen des sehr genau, auf seine Merkmale 2. 〈tr.; hat〉 vorbereiten und in
2. Partizips〉 ein wenig: ange- hin betrachten und so in seiner die Wege leiten: Handelsbezie-
gammelt; angegraut; angejazzt; Beschaffenheit, seiner Zusam- hungen, eine Verständigung
angeschimmelt; angeschrägt; mensetzung, seinem Auf bau o. Ä. anbahnen. Syn.: anknüpfen,
angestaubt; angetaut; antail- zu erkennen suchen: eine Boden- einleiten.
liert. probe, die politische Lage, einen an|bän|deln [ anb ndln], bän-
1
ana|log [ana lo k] 〈Adj.〉: Text, einen Satz analysieren. delte an, angebändelt 〈itr.; hat〉
1. sich (mit etwas Entsprechen- Syn.: prüfen, untersuchen, zer- (ugs.):
dem) vergleichen lassend; in legen. a) (mit jmdm.) Kontakt aufneh-
gleicher, ähnlicher Art vor sich Ana|nas [ ananas], die; -, - und -se: men, eine [nicht ernsthafte] Lie-
gehend: analoges Handeln; große, zapfenförmige, gelbe bis besbeziehung anknüpfen: er ver-
analoge Veränderungen; eine orangefarbene Frucht einer tropi- suchte an der Haltestelle mit ihr
analoge Erscheinung; das schen Pf lanze mit saftigem, süß- anzubändeln. Syn.: flirten,
Wort »Hausmann« ist analog säuerlich schmeckendem, hellgel- schäkern. b) (mit jmdm.) Streit
zu »Hausfrau« gebildet. Syn.: bem Fruchtf leisch: eine Ananas anfangen: mit ihm würde ich lie-
ähnlich, entsprechend, gleich- schälen. ber nicht anbändeln. Syn.: anei-
artig. Anar|chie [anar ci ], die; -, Anar- nandergeraten, sich anlegen.
2. (im Unterschied zum digitalen chien [anar ci¸ n]: An|bau [ anbau], der; -s, -ten:
System) einen kontinuierlichen ¸ gesellschaftlicher
1. 〈ohne Plural〉 1. 〈ohne Plural〉 das Anbauen:
Vorgang, Ablauf von etwas auch Zustand, in dem eine minimale der Anbau eines Stalles war
auf kontinuierliche Weise darstel- Gewaltausübung durch Institu- nötig geworden.
lend, z. B. die Temperatur durch tionen und maximale Selbstver- 2. Gebäude, das an ein größe-
die Ausdehnung der Quecksilber- antwortung des Einzelnen vor- res angebaut ist: im Anbau
säule; Geschwindigkeit, Gewicht herrscht: Anarchie heißt nicht wohnen.
z. B. durch Zeiger: Messinstru- Unordnung, sondern Ordnung an|bau|en [ anbau n], baute an,
mente mit analoger Anzeige; ohne Zwang. angebaut:
digital und analog arbeitende 2. Zustand der Gesetzlosigkeit, 1. 〈tr.; hat〉 unmittelbar an etwas
Geräte. politische Wirren: es herrschte bauen: eine Garage [ans Haus]
2
ana|log [ana lo k] 〈Präp. mit Anarchie; einen Staat, die Wirt- anbauen; 〈auch itr.〉 wir müssen
Dativ〉: schaft an den Rand der Anar- anbauen.
in Entsprechung zu, entspre- chie bringen. Syn.: Chaos, 2. 〈tr.; hat〉 systematisch, auf gro-
chend: analog diesem Fall. Syn.: Gesetzlosigkeit. ßen Flächen anpf lanzen:
gemäß, nach. anar|chisch [a narc ] 〈Adj.〉: Gemüse, Wein anbauen. Syn.:
Ana|lo|gie [analo i ], die; -, Ana- ¸ der Anar-
1. herrschaftsfrei, pflanzen, ziehen, züchten.
logien [analo i n]: chie (1) entsprechend: ein anar- an|be|hal|ten [ anb haltn], behält
das Sichentsprechen, Sich-ähn- chisches Gemeinwesen. an, behielt an, anbehalten 〈tr.;
lich-, Sich-gleich-Sein in bestimm- 2. gesetzlos, ohne gesetzliche Ord- hat〉 (ugs.):
ten Verhältnissen: es besteht nung, einem Chaos ähnlich: (etwas, was man anhat) nicht

82
anbei – -and
ablegen, nicht ausziehen: ich
behalte die Jacke lieber an. Syn.:
an|bie|ten [ anbi tn], bot an, ange-
boten:
angehen (ugs.), anlaufen, aus-
brechen, beginnen, einsetzen, A
anlassen. 1. a) 〈tr.; hat〉 zur Verfügung stel- kommen, starten.
an|bei [an bai] 〈Adverb〉 len: jmdm. einen Platz, [seine] an|bren|nen [ anbr n n], brannte -and
(Amtsspr.): Hilfe anbieten; jmdm. eine an, angebrannt:
(einer Briefsendung) beigelegt, Tasse Tee anbieten; jmdm. eine 1. a) 〈tr.; hat〉 anzünden: eine
beigefügt: anbei [schicken wir Zigarette anbieten (zum Zugrei- Kerze, ein Streichholz anbren-
Ihnen] das gewünschte Foto; fen reichen). Syn.: aufdrängen, nen. b) 〈itr.; ist〉 anfangen zu
Porto anbei; anbei ein Antrags- aufnötigen, bereitstellen, bieten, brennen: das nasse Holz wollte
formular. Syn.: als Anlage, darbieten (geh.). b) 〈+ sich〉 sich nicht anbrennen.
anliegend, beiliegend, in der zu etwas bereit erklären: sie bot 2. 〈itr.; hat〉 sich beim Kochen
Anlage. sich an, die Summe zu bezahlen. oder Braten im Topf ansetzen
an|bei|ßen [ anbaisn], biss an, Syn.: sich anheischig machen und zu dunkel werden, schwarz
angebissen: (geh.). werden: etwas anbrennen las-
1. 〈tr.; hat〉 (in etwas) beißen 2. 〈tr.; hat〉 a) als Möglichkeit, sen; Milch brennt sehr leicht an;
[und das erste Stück davon abbei- Anregung, Angebot unterbreiten: die Suppe ist angebrannt.
ßen]: einen Apfel anbeißen; jmdm. eine Lösung, neue Ver- an|brin|gen [ anbr n], brachte
(ugs.) die Kleine sieht heute wie- handlungen anbieten; jmdm. an, angebracht 〈tr.; hat〉:
der zum Anbeißen (ugs.; beson- einen Job, ein Engagement, 1. (ugs.) an einen bestimmten Ort
ders anziehend) aus. einen Vertrag, den Posten eines bringen: die Katze haben die
2. 〈itr.; hat〉 den an der Angel Ministers anbieten. Syn.: bie- Kinder gestern angebracht; was
befestigten Köder schnappen ten, vorschlagen. b) zum Kauf, bringst du denn da schon wie-
[und auf diese Weise gefangen Tausch vorschlagen, vorlegen: der an? Syn.: beibringen, mit-
werden]; dem Angler an die eine neue Kollektion Mäntel bringen.
Angel gehen: heute beißt kein anbieten. Syn.: anpreisen, auf 2. an einer bestimmten Stelle fest-
Fisch an. den Markt bringen. machen: eine Lampe an der
an|be|rau|men [ anb raum n], 3. 〈+ sich〉 besonders nahelie- Wand anbringen. Syn.: anma-
beraumte an, anberaumt 〈tr.; gend, besonders geeignet sein: chen (ugs.), befestigen, installie-
hat〉 (Amtsspr.): das bietet sich [als Lösung] an; ren, montieren.
( für etwas) einen Termin, Ort der Ort bietet sich dafür gera- 3. (etwas, was man gern sagen
bestimmen: eine Versammlung dezu an. Syn.: sich bieten, sich will) bei sich bietender Gelegen-
für 16 Uhr anberaumen. Syn.: darbieten (geh.), naheliegen. heit sagen, erzählen: eine
ansetzen, auf das Programm an|bin|den [ anb ndn], band an, Beschwerde bei jmdm. anbrin-
setzen, einberufen. angebunden 〈tr.; hat〉: gen; einen Witz, sein Wissen
an|be|ten [ anbe tn], betete an, (an etwas) binden, um auf diese anbringen. Syn.: anführen,
angebetet 〈tr.; hat〉: Weise zu verhindern, dass sich äußern, fallen lassen, mitteilen,
a) betend verehren: die Götter jmd. , etwas von der Stelle wegbe- vorbringen.
anbeten. Syn.: beten zu. b) über- wegt: den Hund anbinden; das An|bruch [ anbr x], der; -[e]s
trieben verehren: sie betet den Boot am Ufer anbinden; ich (geh.):
Star an. Syn.: anhimmeln (ugs.), lasse mich nicht anbinden (lasse (von einem Zeitabschnitt) das
schwärmen für. mir meine Freiheit nicht neh- Anbrechen: der Anbruch einer
An|be|tracht [ anb traxt]: men). Syn.: festbinden, festma- neuen Zeit; bei/mit, vor
in der Wendung in Anbetracht chen. Anbruch des Tages, der Dunkel-
einer Sache (Gen.): ange- An|blick [ anbl k], der; -[e]s, -e: heit. Syn.: Anfang, Beginn.
sichts (b) einer Sache: in Anbe- etwas, was sich dem Auge darbie- an|brül|len [ anbr l n], brüllte an,
tracht der neuen Situation wer- tet: ein erfreulicher Anblick; der angebrüllt 〈tr.; hat〉:
den wir den Plan fallen lassen. Anblick der Landschaft begeis- anschreien: der Trainer brüllte
Syn.: bei etwas, im Hinblick auf terte sie; sie erschrak beim die Spieler an; brüll mich nicht
etwas, mit Rücksicht auf etwas, Anblick der Schlange. Syn.: so an!
wegen etwas. Ausblick, Aussicht, Bild, Blick, -and [ant], der; -en, -en 〈Suffix〉:
an|bet|teln [ anb tln], bettelte an, Eindruck, Panorama. 〈passivische Bedeutung;
angebettelt 〈tr.; hat〉: an|bre|chen [ anbr cn], bricht an, Basiswort meist ein Verb auf
bettelnd ansprechen: jmdn. [um ¸
brach an, angebrochen: -»ieren«〉 drückt aus, dass die
etwas] anbetteln. 1. 〈tr.; hat〉 zum Verbrauch öff- im Basiswort genannte Tätig-
an|bie|dern [ anbi d n], biederte nen; zu verbrauchen, zu verwen- keit an der so bezeichneten
an, angebiedert 〈+ sich〉 (abwer- den beginnen: eine neue Schach- männlichen Person vollzogen
tend): tel Zigaretten anbrechen. Syn.: wird /Ggs. -ant/: Diplomand;
sich [durch devotes o. ä. Verhal- angreifen, anreißen (ugs.), Konfirmand; Informand (der
ten] (bei jmdm.) einschmeicheln: anschneiden, antasten. zu Informierende; jmd. , der
sie versuchte sich [mit kleinen 2. 〈itr.; ist〉 (geh.) (von einem über etwas informiert wird);
Geschenken] bei ihm anzubie- Zeitabschnitt) seinen Anfang Maturand ( jmd. , der die
dern. Syn.: sich lieb Kind nehmen: eine neue Epoche ist Matura ablegt; Abiturient),
machen (ugs.). angebrochen. Syn.: anfangen, Proband. Syn.: -(at)or, -end,

83
Andacht – anders

A ändern/verändern
Beide Verben, ändern und verändern, geben an, dass Ändern bedeutet etwas anders machen, als es geplant
Anda etwas anders gemacht wird, dass etwas eine andere oder bereits gemacht wurde, es ist also mit einer be-
Form, ein anderes Aussehen erhält. In vielen Kontex- stimmten Absicht verbunden, schließt Willen und
ten lassen sich beide Wörter gegeneinander austau- Ziel mit ein:
schen. – Hör auf zu schimpfen! Ich kann es doch auch nicht
Wenn der Wandel jedoch ohne Absicht, ohne Willen ändern!
und Ziel geschieht, darf nur verändern verwendet – Der Doktor änderte seinen Plan.
werden: – Die Flotte hat ihren Kurs geändert.
– Die Blätter haben sich verändert (ein anderes Aus- – Die Hose ist zu lang! Geh zum Schneider und lass
sehen erhalten). sie ändern!
– Die Geburt unseres Sohnes hat unser Leben verän-
dert.

-er, -eur, -ier, -ling (ironisch Andenken an ihre verstorbene nicht jetzt, sondern später: diese
oder abschätzig). Mutter; sie brachte von der Arbeit machen wir lieber ein
An|dacht [ andaxt], die; -, -en: Reise ein Andenken mit. Syn.: andermal.
1. 〈ohne Plural〉 Zustand, in dem Souvenir. Zus.: Reiseandenken. än|dern [ nd n]:
sich jmd. befindet, wenn er sich an|der... [ and r...] 〈Indefinitpro- 1. 〈tr.; hat〉 a) anders machen,
in etwas versenkt, in einen nomen und unbestimmtes verändern, modifizieren: ich
Anblick o. Ä. versunken ist: sie Zahlwort〉: muss den Text doch noch mal
betrachtete das Gemälde voller 1. a) der Zweite, Weitere; nicht ändern; den Mantel ändern las-
Andacht; in tiefer Andacht diese Person oder Sache, sondern sen; sie sah sich gezwungen,
standen sie vor dem Altar. Syn.: eine davon verschiedene: der ihren Plan zu ändern; das
Aufmerksamkeit, Konzentra- eine kommt, der and[e]re geht; ändert nichts an der Tatsache,
tion, Sammlung. alles and[e]re ( brige) später. dass ...; das ändert die Sache;
2. kurzer Gottesdienst: die b) der nächste, folgende: von daran ist nichts/das ist nicht zu
Andacht beginnt um fünf Uhr. einem Tag zum ander[e]n. ändern; alte Menschen kann
Syn.: Gottesdienst. Zus.: 2. nicht gleich: er hat in der man nicht mehr ändern (von
Abendandacht, Morgenan- Schule eine andere Fremdspra- ihren Gewohnheiten abbringen).
dacht. che gelernt als ich; sie war ande- Syn.: abwandeln, modifizieren
an|däch|tig [ and ct c] 〈Adj.〉: rer Meinung [als ich]. (bildungsspr.), überarbeiten,
überaus aufmerksam ¸ ¸ und kon- 3. (vom Bestehenden, blichen, umändern, umarbeiten, umbil-
zentriert: andächtig lauschen, Gewohnten) sich grundlegend, den, umformen, umfunktionie-
zusehen. Syn.: aufmerksam, wesentlich unterscheidend: die ren, umkrempeln (ugs.),
gesammelt, konzentriert. Fundamentalisten wollen eine 1
umschreiben, variieren.
an|dau|ern [ andau n], dauerte an, andere Republik. b) durch etwas anderes Gleichar-
angedauert 〈itr.; hat〉: an|de|ren|falls [ and r nfals], an- tiges ersetzen; wechseln: den
noch nicht aufgehört haben: die dern|falls [ and nfals] 〈Ad- Kurs, die Richtung, den Ton,
Stille, das schöne Wetter dauert verb〉: seine Pläne, seine Meinung,
an. Syn.: anhalten, 1 dauern, sich wenn dies nicht der Fall ist: ich seine Einstellung ändern. Syn.:
hinausziehen, von Dauer sein, ließ ihr den Vortritt, weil sie wechseln.
weiter bestehen, sich ziehen. anderenfalls zu spät gekommen 2. 〈+ sich〉 anders werden: das
an|dau|ernd [ andau nt] 〈Adj.〉: wäre; die Anweisungen müssen Wetter ändert sich; sie hat sich
ohne Unterbrechung, ständig wie- befolgt werden, anderenfalls im Laufe der letzten paar Jahre
derkehrend, immer wieder: die können Schwierigkeiten auftre- sehr geändert. Syn.: umschla-
andauernden Störungen ärger- ten. Syn.: ansonsten (ugs.), im gen, umspringen, sich verwan-
ten sie; andauernd fragt er das- anderen Fall[e], sonst, wenn deln, sich wandeln (geh.).
selbe. Syn.: beständig, dauernd, nicht. ändern / verändern:
ewig, fortgesetzt, fortwährend, an|de|rer|seits [ and r zaits], and- s. Kasten.
laufend, permanent, ständig, rer|seits [ andr zaits] 〈Adverb〉: an|dern|falls [ and nfals]: ↑ ande-
unablässig, unaufhörlich, von der anderen Seite aus gese- renfalls.
unausgesetzt (veraltend), hen, gleichzeitig aber auch: es an|ders [ and s] 〈Adverb〉:
unentwegt, ununterbrochen. kränkte sie, andererseits 1. (im Vergleich zu jmd. , etwas
An|den|ken [ and kn], das; -s, -: machte es sie hochmütig; 〈oft in anderem) nicht so, sondern
1. 〈ohne Plural〉 Gedanken des Verbindung mit »einerseits«〉 abweichend (in Aussehen, Gestalt
Sicherinnerns an jmdn. , etwas: einerseits machte es Freude, usw.): er sieht anders aus als
jmdn. in freundlichem An- andererseits Angst. Syn.: auf sein Vater; in der neuen Umge-
denken behalten. Syn.: Erinne- der anderen Seite. bung war alles anders ( fremd,
rung, Gedenken. an|der|mal [ and ma l]: ungewohnt); hier muss vieles
2. Gegenstand, Geschenk zur in der Wendung ein andermal: anders werden (muss sich vieles
Erinnerung: die Brosche ist ein bei einer anderen Gelegenheit; ändern); gut gewürzt schmeckt

84
andersartig – Anerkennung
die Suppe gleich ganz anders
(viel besser).
o. Ä.) zum Fließen, Hervortreten
bringen: das Licht, Gas andre-
an|ei|n|an|der [an|ai nand ]
〈Adverb〉: A
2. sonst: wer anders als sie hen; die Nachrichten im Radio a) einer an den andern: aneinan-
könnte das getan haben?; hier andrehen. b) (durch Drehen an der denken. b) einer am andern: Aner
und nirgendwo anders. einem Knopf, Schalter o. Ä.) in aneinander vorbeigehen.
an|ders|ar|tig [ and s|a t c] Betrieb, in Gang setzen: den an|ei|n|an|der|ge|ra|ten [an-
〈Adj.〉: ¸ Wasserhahn, die Lampe, das |ai nand ra tn] 〈itr.; ist〉:
von anderer Art: sie hat jetzt Radio andrehen. Syn.: anknip- in Streit geraten: mit jmdm. an-
eine ganz andersartige Beschäf- sen, anmachen, anschalten, einandergeraten; sie sind
tigung. anstellen, aufdrehen, einschal- wegen des Erbes aneinanderge-
an|dert|halb [ and t halp] 〈Zahl- ten, einstellen. raten; die beiden Kolleginnen
wort〉: 2. (ugs.) jmdn. (durch berre- sind heftig aneinandergeraten.
eineinhalb: anderthalb Stunden; dung oder Täuschung) dazu brin- Syn.: anbändeln (ugs.), sich
anderthalb Liter Milch. gen, etwas Minderwertiges, für anlegen, Krach kriegen (ugs.),
an|der|wei|tig [ and vait c] 〈Adj.〉: ihn berf lüssiges o. Ä. zu kaufen, sich in die Haare kriegen (ugs.),
anders, ander... , sonstig:¸ ander- zu akzeptieren: jmdm. Falsch- sich in die Wolle kriegen (ugs.),
weitige Verpflichtungen; mit geld, eine Fälschung andrehen; Streit kriegen, zusammensto-
anderweitigen Dingen beschäf- sie hat ihm ein mieses Zimmer ßen.
tigt sein; etwas anderweitig ( für in der Altstadt angedreht; was Anek|do|te [an k do t ], die; -, -n:
einen anderen Zweck) verwen- hast du dir denn da für einen kurze, oft witzige Geschichte, die
den; sich anderweitig (an ande- Schund, Schrott andrehen las- eine Persönlichkeit, eine Epoche
rer Stelle, aus einer anderen sen?; im Basar wollte man ihr o. Ä. charakterisiert: über die
Quelle) mit etwas versorgen. einen Teppich andrehen. Syn.: Sängerin werden viele Anekdo-
an|deu|ten [ and ytn], deutete an, 1
anhängen (ugs.), aufschwatzen. ten erzählt. Syn.: Erzählung,
angedeutet: and|rer|seits [ andr zaits]: ↑ ande- Schwank, Story (ugs.).
1. 〈tr.; hat〉 a) in wenigen Grund- rerseits. an|ekeln [ an|e kln], ekelte an,
zügen darstellen, nicht ausfüh- an|dro|hen [ andro n], drohte an, angeekelt 〈tr.; hat〉:
ren; nur f lüchtig kennzeichnen: angedroht 〈tr.; hat〉: in jmdm. Ekel hervorrufen: das,
mit ein paar Strichen eine Figur (als Strafe, Gegenmaßnahme) er ekelt mich an; angeekelt das
andeuten; sie deutete mit ein drohend ankündigen: jmdm. Gesicht verziehen. Syn.: anwi-
paar Worten an, worum es ging. Schläge androhen; sie drohte dern, ekeln, entsetzen.
b) durch einen Hinweis, vorsichtig ihm an, ihn zu entlassen. Syn.: an|er|kannt [ an| kant] 〈Adj.〉:
zu verstehen geben: sie deutete drohen mit. (in seiner Rolle, Position, Autori-
ihm an, er könne gehen. Syn.: An|dro|hung [ andro ], die; -, tät, Kompetenz usw.) nicht
bedeuten (geh.). -en: infrage gestellt: ein [staatlich]
2. 〈+ sich〉 sichtbar, spürbar, das Androhen: auch durch die anerkannter Sachverständiger;
erkennbar werden: eine Wen- Androhung einer Strafe war er eine anerkannte Wissenschaft-
dung zum Besseren deutete sich nicht dazu zu bewegen, das Ver- lerin. Syn.: angesehen, berühmt,
an. Syn.: sich abzeichnen, bot zu respektieren; jmdn. unter geachtet, geehrt, geschätzt,
anklingen, sich ankündigen, Androhung von Gewalt zu namhaft, renommiert.
erscheinen, in Sicht kommen, in etwas zwingen. an|er|ken|nen [ an| k n n],
Sicht sein, sich bemerkbar an|ecken [ an| kn], eckte an, ange- erkannte an, auch: anerkannte,
machen, sich zeigen. eckt 〈itr.; ist〉 (ugs.): anerkannt 〈tr.; hat〉:
An|deu|tung [ and yt ], die; -, Missfallen, Anstoß erregen: mit 1. für rechtmäßig, gültig erklären:
-en: seinem Benehmen eckte er eine neue Regierung, die Vater-
Bemerkung, durch die etwas überall, bei vielen an; sie machte schaft, einen Anspruch aner-
angedeutet (1 b) werden soll: das nicht aus berzeugung, kennen. Syn.: bestätigen.
[geheimnisvolle, dunkle] sondern um nicht anzuecken. 2. lobend bestätigen, hervorhe-
Andeutungen über etwas Syn.: ins Fettnäpfchen treten ben: sie erkannte seinen Fleiß
machen. (ugs. scherzh.). an; ich erkenne dankbar an,
An|drang [ andra ], der; -[e]s: an|eig|nen [ an|ai n n], eignete dass ihr mir immer geholfen
Gedränge an einer bestimmten an, angeeignet 〈+ sich〉: habt; sie musste anerkennen,
Stelle, das durch eine Menge von 1. zu eigen machen: du musst dir dass sich ihre Mitarbeiter
Menschen entsteht: es war, erst einmal die wichtigsten immer große Mühe gaben.
herrschte großer Andrang an Grundkenntnisse aneignen. Syn.: achten, ehren, loben,
der Kasse des Theaters. Syn.: Syn.: sich erarbeiten, erlernen, respektieren, schätzen, würdi-
Ansturm, Run, Sturm, Zulauf. erwerben, lernen. gen.
Zus.: Besucherandrang, Mas- 2. unrechtmäßig in Besitz neh- An|er|ken|nung [ an| k n ], die;
senandrang. men: du hast dir das Buch ein- -, -en:
an|dre|hen [ andre n], drehte an, fach angeeignet. Syn.: absahnen 1. das Anerkennen (1): einem
angedreht 〈tr.; hat〉: (ugs.), sich bemächtigen, sich Staat die [völkerrechtliche]
1. /Ggs. abdrehen/: a) (durch einverleiben, erbeuten, nehmen, Anerkennung verweigern.
Drehen an einem Knopf, Schalter wegnehmen. 2. das Anerkennen (2): keine

85
anfahren – anfassen

A Anerkennung finden; mit Aner-


kennung von jmdm. sprechen.
ren, herfallen über, sich stürzen
auf, überfallen.
in (ugs.), eintreten in, eröffnen,
herangehen an, in Angriff neh-
an|fah|ren [ anfa r n], fährt an, 2. 〈itr.; ist〉 entstehen: in letzter men. b) 〈itr.; hat〉 seinen Anfang
anfa fuhr an, angefahren: Zeit ist hier viel Arbeit angefal- nehmen: der Winter fängt am
1. 〈itr.; ist〉 zu fahren beginnen: len; der in den Haushalten 21. Dezember an; morgen fängt
das Auto fuhr langsam an. Syn.: anfallende Sondermüll; die im die Schule, das neue Schuljahr
anrollen, anziehen, starten. letzten Jahr angefallenen Kos- an; hier fängt die Toskana an
2. * angefahren kommen (ugs.): ten, Zinsen, Verluste. Syn.: auf- (hier ist die Grenze zur Toskana).
mit einem Fahrzeug heran-, kommen, auftauchen, auftreten, Syn.: anbrechen (geh.), angehen
ankommen: sie kam mit ihrem sich einstellen, entstehen, sich (ugs.), sich anlassen (ugs.),
Moped angefahren. 1
ergeben, erscheinen, fällig wer- anlaufen, ausbrechen, beginnen,
3. 〈tr.; hat〉 mit einem Fahrzeug den, sich herausstellen, sich zei- einbrechen, einsetzen, in Gang
heranbringen: das Baumaterial gen. kommen, ins Rollen kommen
wurde mit Lastwagen angefah- an|fäl|lig [ anf l c] 〈Adj.〉: (ugs.), starten.
ren. zum Krankwerden ¸ neigend, in 2. a) 〈tr.; hat〉 [in bestimmter
4. 〈tr.; hat〉 beim Fahren auf Bezug auf Krankheiten nicht Weise] in Angriff nehmen,
jmdn. , etwas auftreffen: sie hat widerstandsfähig: sie ist sehr machen, handhaben: wie sollen
das Kind angefahren. Syn.: über anfällig [für Erkältungen]. Syn.: wir das anfangen?; eine Sache
den Haufen fahren (ugs.), empfindlich, labil, schwach. richtig anfangen. Syn.: anfas-
1
umfahren, zusammenfahren -an|fäl|lig [anf l c] 〈adjektivisches sen, angehen, machen. b) 〈itr.;
(ugs.). Suffixoid〉: ¸ hat〉 zu etwas gebrauchen: mit
5. 〈tr.; hat〉 als Ziel einer Fahrt a) leicht von dem im Basiswort sich, seiner Freizeit etwas, nicht
haben und erreichen: die S-Bahn Genannten beeinträchtigt, davon viel anzufangen wissen; ich
fährt den Ort nur noch viermal ergriffen: bakterienanfällig; kann mit dem Buch, dem Bild,
täglich an. frostanfällig; krisenanfällig; dem Film, der Musik nichts
6. 〈tr.; hat〉 in heftigem Ton stressanfällig. b) in nachteiliger anfangen (es, er, sie sagt mir
zurechtweisen: sie hat ihn grob Weise zu dem im Basiswort nichts, spricht mich nicht an).
angefahren. Syn.: anbrüllen, Genannten neigend: fehleranfäl- An|fän|ger [ anf ], der; -s, -, An-
anherrschen, anscheißen lig; korruptionsanfällig; fän|ge|rin [ anf r n], die, -,
(salopp), anschnauzen (ugs.), stör[ungs]anfällig; reparaturan- -nen:
anschreien, heruntermachen fällig. Person, die am Beginn einer Aus-
(ugs.), in den Senkel stellen An|fang [ anfa ], der; -[e]s, bildung oder Tätigkeit steht:
(ugs.), rüffeln (ugs.), schelten Anfänge [ anf ]: Anfänger und Fortgeschrittene;
(geh. , landsch.), zur Sau machen das Erste, der erste Teil, das erste er ist kein Anfänger mehr; sie
(derb), zur Schnecke machen Stadium von etwas /Ggs. Ende/: ist noch eine blutige Anfängerin
(ugs.). ein neuer Anfang; der Anfang (hat noch überhaupt keine Erfah-
An|fahrt [ anfa t], die; -, -en: des Romans; am/zu Anfang rung). Syn.: Neuling. Zus.:
1. das Heranfahren, Herankom- (anfangs); Anfang Februar (in Berufsanfänger, Berufsanfänge-
men mit einem Fahrzeug: die den ersten Tagen des Monats rin, Schulanfänger, Schulanfän-
Anfahrt dauerte lange. Syn.: Februar); der Anfang (Ursprung) gerin, Studienanfänger, Studien-
Anreise. der Welt; sie kam über die anfängerin.
2. kürzeres Stück einer Straße, Anfänge (ersten Versuche) nicht an|fäng|lich [ anf l c] 〈Adj.〉:
eines Weges, auf dem man mit hinaus. Syn.: Anbruch (geh.), ¸
zu Beginn noch vorhanden: nach
einem Fahrzeug zu einem Auftakt, Ausbruch, Beginn, anfänglichem Zögern; ihr
Gebäude gelangt: die Anfahrt Start. anfänglicher Erfolg.
zum Haus war versperrt. an|fan|gen [ anfa n], fängt an, an|fangs [ anfa s] 〈Adverb〉:
An|fall [ anfal], der; -[e]s, Anfälle fing an, angefangen: am Anfang: ich glaubte es
[ anf l ]: 1. a) 〈tr.; hat〉 mit einer Hand- anfangs nicht. Syn.: anfänglich,
plötzliches, heftiges Auftreten lung, einem Vorgang einsetzen erst, zu Anfang, zuerst,
einer Krankheit o. Ä. : einen /Ggs. beenden/: eine Arbeit, ein zunächst.
schweren Anfall bekommen; ein Gespräch, [einen] Streit anfan- an|fas|sen [ anfasn], fasste an,
Anfall von Fieber. Syn.: Attacke gen; eine Affäre mit jmdm. angefasst:
(Med.), Kolik (Med.), Kollaps anfangen; einen Brief anfangen 1. 〈tr.; hat〉 a) mit den Fingern,
(Med.). Zus.: Herzanfall, Schlag- (zu schreiben anfangen); ein mit der Hand jmdn. , etwas
anfall, Wutanfall. Buch anfangen (zu lesen anfan- berühren, etwas ergreifen: er
an|fal|len [ anfal n], fällt an, fiel gen); 〈auch itr.〉 mit der Arbeit lässt sich nicht gerne anfassen;
an, angefallen: anfangen; bei einer Firma sie fasste das Tuch mit spitzen
1. 〈tr.; hat〉 plötzlich, in einem anfangen (eine Stelle antreten); Fingern an. Syn.: anfühlen,
berfall gewaltsam vorgehen jetzt fang nicht wieder davon an angreifen, anrühren, fassen,
(gegen jmdn.): sie wurde plötz- ( fang nicht wieder an, davon zu greifen, in die Hand nehmen.
lich von einem Mann, Hund reden); sie fing an zu singen/zu b) bei der Hand nehmen: die
angefallen. Syn.: angehen, singen an. Syn.: angehen, auf- Mutter fasste das Kind an und
angreifen, anspringen, attackie- nehmen, beginnen, einsteigen ging mit ihm über die Straße.

86
anfechten – Anführer
2. a) 〈itr.; hat〉 bei etwas zupa-
ckend helfen: der Korb ist
gen: ein Flugzeug, ein Vogel, ein
Ball kam angeflogen.
müsse. Syn.: sich erkundigen,
fragen, nachfragen. A
schwer, fass doch mal [mit] an. 2. 〈tr.; hat〉 in Richtung (auf ein an|freun|den [ anfr yndn], freun-
b) 〈tr.; hat〉 [in bestimmter Weise] bestimmtes Ziel) f liegen: das dete an, angefreundet 〈+ sich〉: Anfü
in Angriff nehmen, handhaben: Flugzeug hat den nächsten 1. eine Freundschaft beginnen:
eine Arbeit, ein Problem klug, Flughafen angeflogen; Berlin sich leicht, schwer mit jmdm.
geschickt anfassen. Syn.: anfan- wird von vielen Fluggesellschaf- anfreunden. Syn.: sich befreun-
gen, angehen, machen. ten angeflogen. den, Freundschaft schließen.
3. 〈tr.; hat〉 auf bestimmte Art An|flug [ anflu k], der; -[e]s, 2. sich allmählich mit etwas, was
und Weise behandeln: jmdn. ver- Anflüge [ anfly ]: für die Zukunft wahrscheinlich
ständnisvoll, zart, grob anfas- 1. a) Annäherung im Flug, das als Faktum gegeben ist, vertraut
sen. Syn.: 1 umgehen mit, Heranf liegen: beim ersten machen: sich mit einem Gedan-
umspringen mit (ugs. abwer- Anflug glückte die Landung. ken, einer Idee anfreunden; er
tend). Zus.: Landeanflug. b) Weg, der konnte sich mit der Vorstellung,
an|fech|ten [ anf ctn], ficht an, beim Heranf liegen an ein Ziel in Zukunft Weihnachten ohne
¸
focht an, hat angefochten 〈tr.; zurückgelegt werden muss: ein Geschenke zu feiern, nicht so
hat〉: weiter Anflug. recht anfreunden. Syn.: sich
1. die Richtigkeit, Rechtmäßigkeit 2. 〈ohne Plural〉 nur leicht sicht- gewöhnen.
von etwas nicht anerkennen: ein bares, spürbares Vorhandensein an|füh|len [ anfy l n], fühlte an,
Urteil, ein Testament, einen von etwas: ein Anflug von Iro- angefühlt:
Vertrag anfechten. Syn.: ange- nie, Feierlichkeit; auf ihrem 1. 〈tr.; hat〉 prüfend betasten,
hen gegen. Gesicht zeigte sich ein Anflug anfassen: einen Stoff anfühlen.
2. (geh.) beunruhigen, mit Sorge von Röte. Syn.: Hauch, Schim- Syn.: anfassen, angreifen,
erfüllen: Verdächtigungen foch- mer, Spur. berühren.
ten ihn nicht an; ich lasse es an|for|dern [ anf rd n], forderte 2. 〈+ sich〉 beim Berühren ein
mich nicht anfechten; was ficht an, angefordert 〈tr.; hat〉: bestimmtes Gefühl vermitteln: du
dich an (was ist mit dir?). Syn.: dringend verlangen, bestellen, fühlst dich, deine Hand fühlt
bedrücken, bekümmern, betrü- erbitten: Bewerbungsunterlagen, sich heiß an; das Zeug fühlt sich
ben, quälen. einen Katalog, ein Gutachten, wie Leder an.
an|fer|ti|gen [ anf rt n], fertigte Unterlagen, Zeugnisse anfor- an|füh|ren [ anfy r n], führte an,
an, angefertigt 〈tr.; hat〉: dern; zusätzliche Arbeitskräfte angeführt 〈tr.; hat〉:
etwas mit Sorg falt machen, her- anfordern. Syn.: bitten um, 1. a) einer Gruppe o. Ä. führend
stellen: ein Protokoll, eine kommen lassen. vorangehen, sie leiten: einen
Zeichnung, einen Ring anferti- An|for|de|rung [ anf rd r ], die; Festzug, eine Mannschaft
gen; sich ein Kleid, einen Anzug -, -en: anführen. Syn.: führen, herr-
anfertigen lassen. Syn.: arbei- 1. das Anfordern: die Anforde- schen über, lenken, regieren.
ten, basteln, bauen, bereiten, rung von Prospekten. Syn.: b) auf Platz eins einer Liste,
erschaffen, fabrizieren, fertigen, Bestellung. Tabelle o. Ä. stehen: das Buch
formen, gestalten, hervorbrin- 2. das, was man von jmdm. , führt seit Monaten die Bestsel-
gen, machen, meißeln, produ- etwas als [Arbeits]leistung lerlisten an; der Verein führt die
zieren, schaffen, zubereiten. erwartet, von ihm verlangt: den Tabelle an.
an|feu|ern [ anf y n], feuerte an, Anforderungen entsprechen, 2. a) wörtlich wiedergeben: eine
angefeuert 〈tr.; hat〉: gerecht werden, nicht genü- Stelle aus einem Buch anfüh-
antreiben, anspornen: die Kämp- gen; die Anforderungen, die ren. Syn.: zitieren. b) nennen,
fer, jmds. Mut anfeuern; jmdn. an das Unternehmen gestellt angeben: etwas als Argument,
zu immer größeren Leistungen wurden, waren zu hoch; sie Beispiel, Grund anführen für
anfeuern; die Zuschauer feuer- hält solch eine dauernde etwas; etwas zu seiner Ent-
ten die Spieler durch Zurufe an; Anforderung an ihre Wider- schuldigung anführen; hier
wir feuerten sie an, ihr Bestes zu standskraft nicht aus. Syn.: ließen sich noch viele weitere
geben; von dem/durch den Anspruch, Forderung. Beispiele anführen. Syn.:
Erfolg angefeuert, versuchte er An|fra|ge [ anfra ], die; -, -n: anbringen, aufführen, aufzäh-
... Syn.: anreizen, anstacheln. Bitte um Auskunft oder Auf klä- len, erwähnen, ins Feld füh-
an|fle|hen [ anfle n], flehte an, rung: eine telefonische, schriftli- ren, vorbringen. c) jmdn.
angefleht 〈tr.; hat 〉: che Anfrage an jmdn. richten. benennen, der eine Tatsache,
sich f lehend an jmdn. wenden: Syn.: Frage, Nachfrage. eine Aussage o. Ä. bestätigt:
sie flehte ihn [weinend] um an|fra|gen [ anfra n], fragte an, jmdn. als Zeugen anführen;
Hilfe an. Syn.: anrufen, bedrän- angefragt 〈itr.; hat〉: jmdn. als Gutachter anführen.
gen, beschwören, bestürmen, um Auskunft bitten: sie hat brief- 3. (ugs.) [zum Scherz] irreführen:
bitten, drängen, ersuchen. lich, telefonisch, höflich bei ihr sie haben ihn schön angeführt.
an|flie|gen [ anfli n], flog an, angefragt, ob sie kommen Syn.: an der Nase herumführen,
angeflogen: könne; er hatte vorher beim foppen, zum Besten halten, zum
1. * angeflogen kommen: f lie- Rathaus angefragt, ob er tat- Narren halten.
gend herankommen; heranf lie- sächlich die Gebühr zahlen An|füh|rer [ anfy r ], der; -s, -, An-

87
Angabe – angehen

A füh|re|rin [ anfy r r n], die; -,


-nen (oft abwertend):
aufplustern (ugs.), aufschnei-
den, sich aufspielen, sich brüs-
angebracht; bei diesem Vor-
schlag ist Vorsicht durchaus
1. Person, die eine Gruppe oder ten, große Reden schwingen angebracht. Syn.: angemessen,
Anga eine Unternehmung anführt (1): (ugs.), große Töne spucken (ugs. sinnvoll, vernünftig, zweckdien-
wer ist denn der Anführer dieser abwertend), großtun, prahlen, lich, zweckmäßig.
Gruppe?; die Anführer des Auf- protzen, prunken, renommieren an|ge|gos|sen [ an g sn]:
standes. (bildungsspr.), sich in Szene set- in der Wendung sitzen, passen
2. Person, die andere zu etwas zen, sich rühmen; eine Schau wie angegossen (ugs.): sehr gut
anstiftet: der mutmaßliche abziehen (ugs.), sich wichtigma- sitzen, passen: der Rock passt
Anführer der Rebellen; die chen (ugs., oft abwertend), [dir], sitzt wie angegossen.
Anführerin dieser Räuberbande. Wind machen (ugs.). an|ge|grif|fen [ an r fn] 〈Adj.〉:
Syn.: Boss (ugs.), Chef, Chefin, An|ge|ber [ an e b ], der; -s, -, An- geschwächt: sie wirkte angegrif-
Führer, Führerin, Haupt (geh.), ge|be|rin [ an e b r n], die; -, fen; ihre Gesundheit ist etwas
Rädelsführer (abwertend), -nen: angegriffen. Syn.: abgespannt,
Rädelsführerin (abwertend). Person, die angibt: du bist ein erschöpft.
An|ga|be [ an a b ], die; -, -n: alter Angeber!; sie hielten sie an|ge|hei|ra|tet [ an haira t t]
1. Mitteilung über einen bestimm- für eine Angeberin. Syn.: Auf- 〈Adj.〉:
ten Sachverhalt: falsche, genaue, schneider (ugs. abwertend), durch Heirat Mitglied einer Fami-
unvollständige, wichtige Anga- Aufschneiderin (ugs. abwer- lie geworden: eine angeheiratete
ben zu/über etwas machen; wir tend), Maulheld (ugs. abwer- Tante von mir.
werden Ihre Angaben überprü- tend), Maulheldin (ugs. abwer- an|ge|hei|tert [ an hait t] 〈Adj.〉:
fen; ich richte mich nach seinen tend). durch Genuss von Alkohol
Angaben. Syn.: Auskunft, Aus- an|geb|lich [ an e pl c] 〈Adj.〉: beschwingt, in gehobene Stim-
sage, Info (ugs.), Information, ¸ (doch
a) wie behauptet wird mung versetzt: in angeheitertem
Mitteilung. bestehen daran Zweifel): ein Zustand. Syn.: angetrunken,
2. 〈ohne Plural〉 das Angeben (3): angeblicher Augenzeuge; sie beschwipst (ugs.), besoffen
diese Geschichte ist reine schrieb das Buch angeblich in (salopp), betrunken, blau.
Angabe. Syn.: bertreibung. nur drei Monaten. b) vermeint- an|ge|hen [ an e n], ging an,
an|ge|ben [ an e bn], gibt an, gab lich, nur behauptet (aber nicht angegangen:
an, angegeben: wirklich): der angebliche Täter; 1. 〈tr.; hat〉 sich mit einer Bitte an
1. 〈tr.; hat〉 a) Auskunft über sie war angeblich krank. jmdn. wenden: jmdn. um seinen
etwas geben; nennen (2): seine an|ge|bo|ren [ an bo r n] 〈Adj.〉: Rat angehen; sie wird von den
Adresse, seinen Namen ange- von Geburt an vorhanden: ange- Mitarbeitern oft um Hilfe ange-
ben; etwas als Grund angeben; borene Eigenschaften; die gangen; er hat seinen Vater um
den Preis für eine Ware ange- Krankheit ist angeboren. Geld angegangen. Syn.: bitten.
ben. Syn.: anführen, ansagen, An|ge|bot [ an bo t], das; 2. 〈tr.; hat〉 gegen jmdn. vorgehen,
bekannt geben, erwähnen, mel- -[e]s, -e: sich ihm in feindlicher Absicht
den, mitteilen, preisgeben, 1. a) das Anbieten (2) von etwas, nähern: der Bär hat den Jäger
sagen, verraten. b) bestimmen: Vorschlag: ein Angebot anneh- angegangen. Syn.: anfallen,
das Tempo, den Takt, die Rich- men, ablehnen, ausschlagen; er angreifen, anspringen, attackie-
tung angeben. Syn.: diktieren, machte mir das Angebot, wäh- ren, herfallen über, sich stürzen
festlegen, festsetzen, verordnen, rend der Ferien in seinem Land- auf, überfallen.
vorschreiben. haus zu wohnen. Zus.: Frie- 3. 〈itr.; ist〉 Maßnahmen gegen
2. 〈tr.; hat〉 Mitteilung über uner- densangebot, Kulturangebot. etwas ergreifen: sie ist gegen
laubte Handlungen anderer b) Kaufangebot, Offerte: jmdm. das Urteil, gegen seinen Wil-
machen: seinen Mitschüler beim ein günstiges, unverbindliches len angegangen. Syn.:
Direktor angeben. Syn.: denun- Angebot machen; ein Angebot ankämpfen, anrennen, Front
zieren, verraten. erhalten, ablehnen. Zus.: Kauf- machen, protestieren, zu
3. 〈itr.; hat〉 (ugs.) sich durch ent- angebot, Stellenangebot, Ver- Felde ziehen (geh.).
sprechendes Verhalten (Reden, handlungsangebot. 4. 〈tr.; hat〉 in Angriff nehmen, zu
Tun) den Anschein von Bedeut- 2. 〈ohne Plural〉 angebotene bewältigen suchen: er hat die
samkeit, Wichtigkeit zu geben Ware, Auswahl an Waren: ein Schwierigkeiten zielstrebig
versuchen: wer seiner selbst großes Angebot an Kleidern, an angegangen. Syn.: anfangen,
sicher ist, braucht nicht anzuge- Obst; den Kaffee haben wir aufnehmen, beginnen, einstei-
ben; er gab mit dem an, was er heute im Angebot (Sonderange- gen in (ugs.), eröffnen, herange-
miterlebt hatte; sie gaben an, bot); Angebot und Nachfrage. hen an, sich machen an.
um den Mädchen zu imponie- Syn.: Auswahl, Kollektion, Sor- 5. 〈itr.; ist〉 sich auf jmdn. , etwas
ren; sie hatte vor ihnen damit timent. Zus.: Billigangebot, beziehen, jmds. Sache sein: diese
angegeben, dass ihr Vater Bezie- Warenangebot. Frage ist uns alle angegangen;
hungen zum Minister habe; gib an|ge|bracht [ an braxt] 〈Adj.〉: das geht dich nichts an. Syn.:
doch nicht so an!; der gibt aber für einen bestimmten Fall pas- berühren, betreffen, sich drehen
an mit seinem neuen Auto! send: eine nicht angebrachte um, sich handeln um, tangieren,
Syn.: sich aufblasen (ugs.), sich Bemerkung; das ist, halte ich für zusammenhängen mit.

88
angehend – angespannt
6. 〈itr.; ist〉 (ugs.) a) beginnen: die
Schule geht morgen wieder an;
hörigen besuchen. Syn.: Ver-
wandter. Zus.: Familienangehö-
An|gel|punkt [ a lp
-[e]s, -e:
kt], der;
A
das Kino war bereits um 8 Uhr riger. das, was die Hauptsache, den
angegangen. Syn.: anfangen, 2. Person, die einer bestimmten Kern von etwas bildet, aus- ange
anlaufen, ausbrechen, einset- Gruppe angehört; Mitglied: er ist macht: Berlin als Angelpunkt
zen, starten. b) zu brennen, zu Angehöriger der Berufsfeuer- weltpolitischer Interessen; er
leuchten beginnen /Ggs. ausge- wehr. Syn.: Mitarbeiter. Zus.: war der Dreh- und Angel-
hen/: die Lampe, das Feuer war Firmenangehöriger, Staatsange- punkt des Spieles; dieses
angegangen. höriger. Ereignis hat der Schriftsteller
7. 〈itr.; ist〉 (ugs.) in anderer Erde An|ge|klag|te [ an kla kt ], die/ zum Angelpunkt seiner
Wurzeln schlagen und zu wach- eine Angeklagte; der/einer Geschichte gemacht.
sen beginnen: die Ableger, Pflan- Angeklagten, die Angeklagten/ an|ge|mes|sen [ an m sn] 〈Adj.〉:
zen sind alle angegangen. Syn.: zwei Angeklagte: den gegebenen Umständen ent-
anwachsen. weibliche Person, die vor Gericht sprechend: eine [der Tätigkeit]
8. 〈itr.; ist〉 zulässig, vertretbar, angeklagt ist: die Angeklagte angemessene Bezahlung; sich
erträglich o. Ä. sein: das mag wurde freigesprochen, zu zehn der Situation angemessen ver-
noch angehen; die Hitze ist Jahren Gefängnis verurteilt; die halten. Syn.: adäquat (bil-
gerade noch angegangen. Angeklagte bekam, erhielt acht dungsspr.), gebührend, passend,
an|ge|hend [ an e nt] 〈Adj.〉: Monate Haft auf Bewährung; als 1
richtig, vernünftig, zweckmä-
(in Bezug auf eine sich entwi- Angeklagte vor Gericht stehen. ßig.
ckelnde, noch in der Ausbildung Syn.: Beschuldigte. an|ge|nehm [ an ne m] 〈Adj.〉:
befindliche oder bald in eine An|ge|klag|ter [ an kla kt ], der eine positive Empfindung auslö-
bestimmte Position gelangende Angeklagte/ein Angeklagter; send: ein angenehmer Geruch;
Person) künftig: ein angehender des/eines Angeklagten, die eine angenehme Nachricht; eine
Arzt; eine angehende Schau- Angeklagten/zwei Angeklagte: angenehme berraschung; ein
spielerin; meine angehende Person, die vor Gericht angeklagt angenehmer Mensch; dieses
Schwiegertochter. Syn.: zukünf- ist: der Angeklagte hat ein Parfüm riecht angenehm. Syn.:
tig. umfassendes Geständnis abge- behaglich, bequem, erfreulich,
an|ge|hö|ren [ an hø r n], legt; einen Angeklagten verneh- günstig, gut, lauschig, nett,
gehörte an, angehört 〈itr.; hat〉: men. Syn.: Beschuldigter. schön, wohlig, wohltuend.
als Glied, Bestandteil zu etwas An|gel [ a l], die; -, -n: an|ge|regt [ an re kt] 〈Adj.〉:
(einer Gruppe o. Ä.) gehören: der 1. Gerät zum Fangen von Fischen, (besonders von Gesprächen o. Ä.)
Regierung, einem Verein ange- das aus einem langen, biegsamen lebhaft: eine angeregte Diskus-
hören; solche Methoden werden Stock besteht, an dem eine sion; sich angeregt unterhalten.
bald der Vergangenheit angehö- Schnur mit einem Haken befestigt Syn.: lebendig, munter.
ren (wird es bald nicht mehr ist: die Angel auswerfen; mit der an|ge|se|hen [ an ze n] 〈Adj.〉:
geben). Syn.: zählen zu. Angel Fische fangen; einen Ansehen genießend: sie ist eine
An|ge|hö|ri|ge [ an hø r ], die/ dicken Fisch an der Angel angesehene Politikerin, stammt
eine Angehörige; der/einer haben; ihr war ein großer Fisch aus einer angesehenen Familie;
Angehörigen, die Angehörigen/ an die Angel gegangen. er ist im Dorf sehr angesehen.
zwei Angehörige: 2. Zapfen, an dem eine Tür, ein Syn.: anerkannt, bewundert,
1. weibliche Person, die dem Fenster o. Ä. beweglich aufge- geachtet, geehrt, geschätzt,
engsten Kreis der Familie ange- hängt ist: die Tür hängt schief in renommiert, respektiert.
hört; nächste Verwandte: sie ist den Angeln. an|ge|sichts [ an z cts] 〈Präp. mit
seine nächste Angehörige. Syn.: An|ge|le|gen|heit [ an le nhait], Gen.〉 (geh.): ¸
Verwandte. Zus.: Familienange- die; -, -en: a) beim, im Anblick: angesichts
hörige. etwas, womit sich jmd. befasst, des Todes; angesichts der Berg-
2. weibliche Person, die einer befassen muss: eine wichtige welt geraten wir immer ins
bestimmten Gruppe angehört; Angelegenheit; sich in jmds. Schwärmen. b) bei Betrachtung,
Mitglied: die Angehörige einer Angelegenheiten mischen. Syn.: Berücksichtigung von: angesichts
Firma, einer Nation. Syn.: Mit- Affäre, Fall, Geschichte (ugs.), dieser Situation. Syn.: bei,
arbeiterin, Mitglied. Zus.: Fir- Sache. bezüglich, hinsichtlich, in Anbe-
menangehörige, Staatsangehö- an|geln [ a ln] 〈tr.; hat〉: tracht, wegen.
rige. a) mit der Angel fangen, zu fan- an|ge|spannt [ an pant] 〈Adj.〉:
An|ge|hö|ri|ger [ an hø r ], der gen suchen: Forellen angeln; a) angestrengt /Ggs. entspannt/:
Angehörige/ein Angehöriger; 〈auch itr.〉 am Sonntag gehen sie wirkte müde und ange-
des/eines Angehörigen, die wir angeln. Syn.: fischen. spannt; er war gereizt und ange-
Angehörigen, zwei Angehörige: b) (ugs.) als (Heirats)partner, spannt. Syn.: aufgerieben, stra-
1. Person, die dem engsten Kreis Mitarbeiter o. Ä. gewinnen: er paziert. b) konzentriert: die
der Familie angehört; nächster will sich eine reiche Witwe Zuhörer folgten angespannt
Verwandter: ein naher Angehö- angeln; die Firmen versuchen, dem Vortrag des Redners. Syn.:
riger; die nächsten Angehörigen sich die besten Absolventen zu aufmerksam. c) kritisch, schwie-
des Verstorbenen; seine Ange- angeln. rig: die Lage, die Situation ist

89
Angestellte – angst

A angespannt. Syn.: bedrohlich,


ernst, gefährlich.
komische, lächerliche oder
anstoßerregende Art, die man
ren: jmdn. öffentlich angreifen.
Syn.: anschießen (ugs.), atta-
An|ge|stell|te [ an t lt ], die/ erworben hat; (schlechte) ckieren.
Ange eine Angestellte; der/einer Gewohnheit: eine dumme, gräss- 2. mit dem Verbrauch von etwas,
Angestellten; die Angestellten/ liche, gute, scheußliche, was man bis jetzt nicht ange-
zwei Angestellte: schlechte, schreckliche Ange- rührt, sondern als Reserve o. Ä.
weibliche Person, die in einem wohnheit; eine Angewohnheit angesehen hat, beginnen: ich
Betrieb, bei einer Behörde ange- annehmen; sie hatte die Ange- musste schon meine Vorräte
stellt ist und Gehalt bezieht: eine wohnheit, alles musikalisch zu angreifen.
höhere, leitende, kaufmänni- umrahmen, die Briefe von ande- 3. a) schädlich auf jmdn. wirken:
sche, kleine Angestellte. Zus.: ren zu lesen, sich auf dem Kopf diese Arbeit wird ihre Gesund-
Bankangestellte, Büroange- zu kratzen. Syn.: Brauch, Eigen- heit sehr angreifen. Syn.: schä-
stellte. art, Eigenheit, Gepflogenheit, digen, schwächen, zehren an.
An|ge|stell|ter [ an t lt ], der Marotte, Spleen, Unart. b) durch Zersetzung o. Ä. beschä-
Angestellte/ein Angestellter; An|gi|na [a i na], die; -, Anginen digen: die Säure greift den Stoff,
des/eines Angestellten, die [a i n n]: die Haut an. Syn.: böse zurich-
Angestellten/zwei Angestellte: Infektion des Rachens und der ten, in Mitleidenschaft ziehen,
Person, die in einem Betrieb, bei Schleimhaut des Gaumens: sie lädieren, ramponieren, übel
einer Behörde angestellt ist und hat ständig Anginen. zurichten.
Gehalt bezieht: Arbeiter und an|glei|chen [ an laicn], glich an, 4. berühren: sie greift mich
Angestellte. Zus.: Bankange- angeglichen: ¸ immer an. Syn.: anfassen,
stellter, Büroangestellter. a) 〈tr.; hat〉 etwas einer Sache anfühlen, anrühren, antippen,
an|ge|trun|ken [ an tr kn] gleichmachen, anpassen: den fassen an, fummeln an (ugs.),
〈Adj.〉: Wert des Goldes dem Markt- greifen an, nesteln an.
leicht betrunken: nach drei Glä- preis/an den Marktpreis anglei- An|grei|fer [ an raif ], der; -s, -,
sern Schnaps waren sie alle chen. Syn.: gleichmachen. An|grei|fe|rin [ an raif r n], die;
angetrunken. Syn.: angeheitert, b) 〈+ sich〉 einander ähnlich wer- -, -nen:
beschwipst (ugs.). den: die Einkommen in Ost und a) Person, die jmdn. in feindlicher
an|ge|wie|sen [ an vi zn]: West werden sich angleichen; Absicht angreift: ein bewaffne-
in der Wendung auf jmdn., die Gesetze sollen sich anglei- ter, gefährlicher, unbekannter
etwas angewiesen sein: nicht chen. Angreifer; die Angreiferin ent-
selbstständig, unabhängig, son- Ang|ler [ a l ], der; -s, -, Ang|le|rin kam. b) (Sport) Person, die im
dern an andere gebunden sein; [ a l r n], die; -, nen: sportlichen Wettkampf (beson-
jmdn. , jmds. Hilfe, Unterstützung Person, die angelt: der Angler ders im Ballsport) gegenüber dem
o. Ä. brauchen: er ist auf dich, wirft seine Angel aus; die Angler Gegner die Initiative ergreift: die
deine Hilfe angewiesen; viele benötigen einen Fischerei- eingewechselte, flinke Angreife-
Kinder sind auf Schulbusse schein. rin; der Trainer schickte nach
angewiesen. Syn.: von jmdm., an|grei|fen [ an raifn], griff an, der Halbzeit den neuen Angrei-
etwas abhängen; von jmdm., angegriffen 〈tr.; hat〉: fer aufs Spielfeld. Syn.: Stürmer,
etwas abhängig sein. 1. a) in feindlicher Absicht vorge- Stürmerin.
an|ge|wöh|nen [ an vø n n], hen (gegen jmdn. , etwas): den An|griff [ an r f], der; -[e]s, -e:
gewöhnte an, angewöhnt: Feind angreifen; 〈auch itr.〉 die 1. a) das Angreifen /Ggs. Vertei-
a) 〈+ sich〉 bestimmte Fähigkei- feindlichen Truppen griffen digung/: einen Angriff abweh-
ten, Verhaltensweisen, Gewohn- plötzlich an. Syn.: anfallen, ren. Syn.: Aggression, Anschlag,
heiten (durch selbstständiges angehen, anrennen gegen, atta- Attacke, Offensive, Sturm,
Lernen oder Nachahmen) erwer- ckieren, herfallen über, sich her- berfall. b) das Ergreifen der Ini-
ben, sich zu eigen machen: sich machen über (ugs.), sich stürzen tiative im sportlichen Wettkampf,
Pünktlichkeit, schlechte Manie- auf, überfallen. b) im sportlichen um dem Gegner Vorteile abzuge-
ren angewöhnen; ich habe mir Wettkampf die Initiative ergreifen winnen: einen Angriff starten.
im Urlaub das Rauchen ange- gegenüber dem Gegner: erst auf 2. heftige, aggressive Kritik: per-
wöhnt. Syn.: sich aneignen. den letzten dreihundert Metern sönliche Angriffe gegen jmdn.
b) 〈tr.; hat〉 bei jmdm. durch ent- griff die favorisierte Läuferin richten. Syn.: Anpfiff (ugs.),
sprechende Einf lussnahme ihre Konkurrentin an; die Läufe- Anschiss (salopp), Feindselig-
bewirken, dass er sich eine rin versucht, den Weltrekord keit, Rüffel (ugs.), Rüge, Tadel,
bestimmte Verhaltensweise zu anzugreifen (den Weltrekord zu Verweis, Vorwurf.
seiner Gewohnheit macht: er hat brechen); 〈auch itr.〉 in der Rück- 3. * etwas in Angriff nehmen:
seinen Kindern früh Selbststän- runde will der Fußballklub mit etwas beginnen: eine Arbeit
digkeit angewöhnt/früh ange- angreifen. c) (Wirtsch.) jmdm. , in Angriff nehmen. Syn.: an
wöhnt, selbstständig zu sein. einer Sache Konkurrenz machen: etwas herangehen, etwas anfas-
Syn.: anhalten zu, beibringen, das Unternehmen will im sen, etwas angehen, etwas auf-
erziehen zu. Bereich Multimedia den bisheri- nehmen.
An|ge|wohn|heit [ an vo nhait], gen Marktführer angreifen. d) zu angst [a st]:
die; -, -en: widerlegen suchen, heftig kritisie- in der Wendung jmdm. ist,

90
Angst – anhand
wird [es] angst [und bange]:
jemand hat, bekommt Angst:
Gesicht machen; er blickte sich
ängstlich in dem dunklen Raum
Sache haften: ein Nachteil haftet
dieser Sache an; ihr haftet kein A
wenn ich an die morgige Prü- um. Syn.: bang[e], beklommen, guter Ruf an. Syn.: 1 anhängen,
fung denke, wird mir angst und besorgt, eingeschüchtert, innewohnen (geh.). anha
bange. furchtsam, mutlos, scheu, ver- an|hal|ten [ anhaltn], hält an, hielt
Angst [a st], die; -, Ängste ängstigt, zaghaft. c) übertrieben an, angehalten:
[ st ]: genau, gewissenhaft: sie war 1. a) 〈tr.; hat〉 zum Stehen, Still-
beklemmendes, banges Gefühl, ängstlich darauf bedacht, kei- stand bringen: ein Auto anhal-
bedroht zu sein: wachsende, nen Fehler zu machen. Syn.: ten; den Atem anhalten (zurück-
große, bodenlose Angst quält gründlich, sorgsam. halten). b) 〈itr.; hat〉 stehen blei-
jmdn; das Kind hat Angst vor Ängst|lich|keit [ stl ckait], die; -, ben, zum Stillstand kommen: das
dem Hund; lass dir doch durch -en: ¸ Auto hielt an der Ecke an. Syn.:
ihre Drohungen keine Angst a) 〈ohne Plural〉 ängstliche abstoppen, bremsen, halten,
einjagen!; mit großer Angst Wesensart: er neigte schon seit stoppen, zum Halten kommen,
erwartete sie seine Rückkehr; in seiner frühesten Kindheit zu zum Stehen kommen.
Angst um jmdn. sein. Syn.: großer, übertriebener Ängstlich- 2. 〈itr.; hat〉 andauern: der Win-
Ängstlichkeit, Beklemmung, keit. Syn.: Angst, Beklemmung, ter hielt noch lange an. Syn.:
Furcht, Panik. Zus.: Berüh- Furcht, Panik. b) ängstliches Ver- 1
dauern, sich hinausziehen, von
rungsangst, Todesangst; halten: ihre Ängstlichkeit gegen- Dauer sein, weiter bestehen,
* jmdm. Angst [und Bange] über Hunden nahm immer sich ziehen.
machen: jmdn. in Angst verset- mehr zu; während des ganzen 3. 〈tr.; hat〉 jmdn. wiederholt auf
zen: eine unsichere Zukunft Prozesses war bei dem Ange- etwas hinweisen und dadurch
macht vielen Menschen Angst; klagten kein Zeichen von bewirken, dass er sich in einer
* es mit der Angst [zu tun] Ängstlichkeit oder Reue zu bestimmten Weise verhält; jmdn.
bekommen/kriegen: plötzlich sehen. ermahnen: jmdn. zur Ordnung,
ängstlich werden, in Panik gera- an|gu|cken [ an kn], guckte an, Arbeit anhalten. Syn.: anleiten,
ten: als er in die Tiefe schaute, angeguckt 〈tr.; hat〉 (ugs.): drängen, mahnen, nötigen.
bekam er es plötzlich mit der ansehen (1): jmdn. von der Seite 4. (veraltet) die Eltern eines Mäd-
Angst zu tun. angucken; ich habe mir das chens bitten, ihre Tochter heira-
Angst|ha|se [ a stha z ], der; neue Bild angeguckt. Syn.: ten zu dürfen: um die Hand der
-n, -n (ugs.; häufig als Schimpf- anschauen (bes. südd., österr., Tochter anhalten.
wort): schweiz.), betrachten, blicken An|hal|ter [ anhalt ], der; -s, -:
ängstlicher Mensch, Feigling: du auf, mustern. 1. Person, die am Straßenrand
alter Angsthase!; ich bin ein an|gur|ten [ an rtn], gurtete an, (durch Handzeichen) Autos
großer Angsthase, sobald es angegurtet: anhält, um mit ihnen mitzufah-
gefährlich wird, renne ich weg. mit einem Sicherheitsgurt am ren; Tramper: sie nimmt grund-
Syn.: Drückeberger (ugs. abwer- Sitz eines Autos, Flugzeugs fest- sätzlich keine Anhalter mit.
tend), Feigling (abwertend), schnallen: das Kind angurten; er 2. * per Anhalter: als Anhalter,
Memme (veraltend abwertend). wurde schwer verletzt, weil er Anhalterin: sie reisten per
ängs|ti|gen [ st n]: sich nicht angegurtet hatte, weil Anhalter durch Süddeutsch-
1. 〈tr.; hat〉 in Angst, Sorge, er nicht angegurtet war; beim land.
Unruhe versetzen; jmdm. Angst Autofahren angegurtet sein. An|hal|te|rin [ anhalt r n], die; -,
einjagen: ein unheimlicher Syn.: anschnallen. -nen:
Traum ängstigte ihn. Syn.: an|ha|ben [ anha bn], hat an, hatte weibliche Form zu ↑ Anhalter.
2
erschrecken. an, angehabt: An|halts|punkt [ anhaltsp kt],
2. 〈+ sich〉 Angst haben, sich Sor- 1. 〈itr.; hat〉 (ugs.) (ein Kleidungs- der; -[e]s, -e:
gen machen: ich ängstige mich stück) auf dem Körper tragen, etwas, worauf man sich zur
zu Tode! ; die Mutter ängstigte angezogen haben: einen Mantel, Begründung einer Vermutung,
sich um ihren kranken Sohn; ein Kleid anhaben; es war ihm einer Ansicht stützen kann: ein
das Kind ängstigt sich vor der unangenehm, weil er nichts erster, grober, sicherer Anhalts-
Dunkelheit. Syn.: Angst haben, anhatte. Syn.: auf dem Leib[e] punkt für diese Vermutung; bis-
Bammel haben (salopp), Blut tragen, aufhaben (ugs.). her keinen, nicht einen einzigen
und Wasser schwitzen (ugs.), 2. * jmdm., einer Sache nichts Anhaltspunkt haben, besitzen;
die Hosen voll haben (salopp), anhaben können: gegen jmdn. , die Zeugenaussage gibt, liefert
sich fürchten. etwas nichts machen können, uns einen wichtigen Anhalts-
ängst|lich [ stl c] 〈Adj.〉: was ihm schaden oder Schaden punkt dafür, dass sie die Täterin
¸
a) leicht Angst empfindend: ein zufügen kann: sie hat keine war. Syn.: Anzeichen, Hinweis,
ängstliches Kind; sie machte auf Beweise und kann dir nichts Indiz (bes. Rechtsspr.).
mich einen ängstlichen Ein- anhaben. 1
an|hand [an hant] 〈Präp. mit
druck. Syn.: furchtsam, scheu, an|haf|ten [ anhaftn], haftete an, Gen.〉:
verängstigt. b) von einem Gefühl angehaftet 〈itr.; hat〉: mithilfe: anhand eines Buches
der Angst, Unsicherheit, Besorg- (als Unangenehmes, Negatives, lernen; Materialien, anhand
nis erfüllt: ein ängstliches Belastendes) an jmdm. , einer deren sich erkennen lässt,

91
anhand – anheuern

A was ... Syn.: durch, mittels


(Papierdt.).
angehängt wird, das ihn mit-
zieht: Straßenbahn, Lastkraft-
duktion um 5 % anheben; die
Zinsen allmählich, langsam,
2
an|hand [an hant] 〈Adverb in Ver- wagen mit Anhänger. Zus.: erheblich, deutlich, drastisch,
anha bindung mit »von«〉: Fahrradanhänger, Wohnwagen- weiter anheben. Syn.: aufbes-
mithilfe: anhand von Beweisen anhänger. sern, steigern.
wurde er rasch überführt. 2. Schmuckstück, das an einer 3. 〈itr.; hat; Prät. veraltet: hub
An|hang [ anha ], der; -[e]s, Kette, einem Band getragen wird: an〉 (geh.) [mit einer Tätigkeit
Anhänge [ anh ]: sie trug ein Kettchen um den o. Ä.] anfangen: zu sprechen
1. etwas, was ergänzend an ein Hals mit einem Anhänger aus anheben; der Gesang hebt an.
Buch, an ein Schriftstück o. Ä. Bernstein. Syn.: beginnen, einsetzen.
angefügt ist: der Anhang zu 3. mit Namen oder Nummer ver- an|hei|meln [ anhaimln], heimelte
einem Vertrag; das Buch glie- sehenes Schild, das an einem an, angeheimelt 〈tr.; hat〉:
dert sich in einen Hauptteil und Gepäckstück befestigt wird: den ( jmdm.) vertraut, gemütlich vor-
einen Anhang; die Anmerkun- Anhänger am Koffer festma- kommen: die Atmosphäre hei-
gen stehen im Anhang. Syn.: chen. Zus.: Gepäckanhänger. melte mich an.
Anlage, Beilage, Nachtrag, 4. männliche Person, die jmdm. an|heim|stel|len [an haim t l n],
Nachwort, Zusatz. ergeben ist, einer Lehre oder stellte anheim, anheimgestellt
2. 〈ohne Plural〉 a) Anhänger- Anschauung folgt: ein treuer, 〈tr.; hat〉 (geh.):
schaft, Freundes-, Bekannten- überzeugter, fanatischer, aufge- überlassen: er stellte ihr die
kreis: diese Mannschaft hat kei- brachter Anhänger; die Anhän- Entscheidung anheim; sie hat
nen großen Anhang; mit etwas ger der Partei, Regierung; viele es dem Ermessen des Exper-
Anhang gewinnen. b) Verwandt- Anhänger finden, um sich scha- ten anheimgestellt, die
schaft, Angehörige: ohne Anhang ren. Syn.: Fan, Freak, Jünger. Gefährlichkeit des Stoffes zu
sein. Syn.: Clan, Familie, Sippe An|hän|ge|rin [ anh r n], die; -, beurteilen; seine Zukunft dem
(meist scherzh. oder abwer- -nen: Zufall anheimstellen. Syn.:
tend), Sippschaft (meist abwer- weibliche Form zu ↑ Anhän- freistellen.
tend). Zus.: Familienanhang. ger (4). an|hei|schig [ anhai c]:
1
an|hän|gen [ anh n], hängte an, an|häng|lich [ anh l c] 〈Adj.〉: in der Wendung sich ¸ anhei-
angehängt 〈tr.; hat〉: ein enges Verhältnis¸suchend: schig machen (geh.): sich erbie-
1. an etwas hängen: einen Zettel Hunde sind anhängliche Tiere; ten, etwas, was von andern für
[an ein Paket] anhängen. Syn.: sie ist treu, zuverlässig und schwierig gehalten wird, zu tun:
anbringen, anmachen (ugs.), anhänglich. Syn.: 2 ergeben, loyal sie machte sich anheischig, die
befestigen. (bildungsspr.), treu. Beweise zu liefern. Syn.: sich
2. a) ein Fahrzeug an ein anderes An|häng|lich|keit [ anh l ckait], anbieten.
hängen /Ggs. abhängen/: einen die; -: ¸ an|hei|zen [ anhaitsn], heizte an,
Anhänger, einen Eisenbahnwa- anhängliche Art, Haltung: das angeheizt 〈tr.; hat〉:
gen anhängen. b) 〈+ sich〉 (ugs.) Kind entwickelte eine starke 1. ein Feuer entfachen, zu heizen
sich jmdm. beim Laufen, Fahren Anhänglichkeit an seine Großel- beginnen: den Ofen anheizen.
usw. unmittelbar anschließen: tern. Syn.: Treue. 2. (ugs.) durch entsprechendes
sich an den Vordermann anhän- an|häu|fen [ anh yfn], häufte an, Tun weiter steigern, verstärken,
gen. angehäuft: zu einem Höhepunkt treiben: die
3. am Schluss, Ende anfügen: ein a) 〈tr.; hat〉 in Mengen zusam- Diskussion, Inflation, einen
Kapitel, ein Nachwort anhän- mentragen, sammeln und auf be- Kampf gegen etwas (weiter)
gen. Syn.: anschließen. wahren: Vorräte, Geld, Reich- anheizen; die Jazzkapelle heizte
4. 〈tr.; hat〉 (ugs.) ( jmdm. bles) tum, Verlust anhäufen. Syn.: die Stimmung im Saal rasch an.
nachsagen, zuschreiben: sie hat auftürmen (geh.), hamstern, Syn.: anfeuern, ankurbeln, anre-
ihrem Nachbarn allerlei häufen, horten, speichern, sta- gen, anstacheln, beleben, in
Schlechtes angehängt. peln. b) 〈+ sich〉 immer mehr Gang bringen, in Schwung brin-
5. 〈tr.; hat〉 (ugs.) andrehen (2): werden, sich ansammeln: die gen (ugs.).
jmdm. schlechte Ware anhän- Vorräte häufen sich im Lager an|herr|schen [ anh r n], herrschte
gen. Syn.: andrehen (ugs.), auf- an. Syn.: auflaufen, zusammen- an, angeherrscht 〈tr.; hat〉:
schwatzen. kommen. in herrischem, heftigem Ton
2
an|hän|gen [ anh n], hing an, an|he|ben [ anhe bn], hob an, zurechtweisen: sie herrschte ihn
angehangen 〈itr.; hat〉: angehoben: wütend an, weil er zu spät
1. ergeben sein, Anhänger sein 1. 〈tr.; hat〉 (etwas) ein wenig in gekommen war. Syn.: anfahren,
(von jmdm. , etwas): sie hing ihm die Höhe heben: sie mussten den anscheißen (salopp), anschnau-
treu an; einer Lehre anhängen. Schrank anheben, um den Tep- zen (ugs.), donnern, in den Sen-
2. mit jmdm. , einer Sache ver- pich darunterschieben zu kön- kel stellen (ugs.), poltern, zur
knüpft sein; jmdm. , einer Sache nen. Syn.: stemmen. Sau machen (derb), zusammen-
anhaften: seine Vergangenheit 2. 〈tr.; hat〉 (etwas, was zahlen- stauchen (ugs.).
hängt ihm an. Syn.: belasten. mäßig ausgedrückt werden kann) an|heu|ern [ anh y n], heuerte an,
An|hän|ger [ anh ], der; -s, -: erhöhen: Steuern, Gehälter, das angeheuert:
1. Wagen, der an ein Fahrzeug Grundkapital, Abgaben, die Pro- 1. (Seemannssprache) a) 〈itr.;

92
Anhieb – anklagen
anhören/zuhören
Sowohl anhören als auch zuhören bedeutet darauf Nur sich anhören, nicht aber zuhören wird verwendet
A
achten, was jemand sagt, aufmerksam verfolgen, was für ankl
gesagt, gesungen oder gespielt wird: a) [von der Stimme oder von der Art der Äußerungen
– Ich möchte (mir) ein Konzert (Akk.) im Radio an- her] in einer bestimmten Weise klingen:
hören./Ich möchte einem Konzert (Dativ) im Radio – Du hörst dich traurig an.
zuhören. – Sie hörte sich erkältet an.
b) einen bestimmten Eindruck vermitteln:
– Das hört sich wirklich gut an.
– Das hört sich sehr vielversprechend an.

hat〉 (auf einem Schiff) Dienst Pläne meines Freundes geduldig meist ein größeres Objekt oder
annehmen: ich hatte auf einem an; der Ausschuss hörte zu die- eine größere Menge gleicher
Fischdampfer angeheuert. Syn.: ser Frage Befürworter und Geg- oder verschiedener, aber
sich verpflichten. b) 〈tr.; hat〉 für ner des Projekts an. Syn.: hören. zusammengehörender Dinge
den Dienst auf einem Schiff c) zufällig, unfreiwillig [mit]hö- durch Kaufen in seinen Besitz
anwerben: der Kapitän heuerte ren: sie hat das Gespräch der bringen oder mit in den bereits
einen neuen Matrosen an; der beiden Männer mit angehört; er vorhandenen Besitz ziehen: 10
20-Jährige lässt sich als Matrose musste sich harsche Kritik Gemälde ankaufen; wilde
anheuern. Syn.: anstellen, ein- anhören; ich kann das nicht Tiere für den Zoo, 26 Folgen
stellen, heuern. mehr mit anhören (es regt mich einer Fernsehserie ankaufen;
2. 〈tr.; hat〉 (ugs.) einen neuen auf, wird mir lästig o. Ä.). Syn.: ein Grundstück ankaufen.
Mitarbeiter, Mitspieler o. Ä. hören. Syn.: anschaffen, erstehen,
suchen, anwerben: der Chef will 2. 〈+ sich〉 bei einem Hörer erwerben, käuflich erwerben,
neue Mitarbeiter anheuern; sie einen bestimmten Eindruck sich zulegen (ugs.).
lässt sich als Privatdetektivin hervorrufen: dein Vorschlag An|ker [ a k ], der; -s, -:
anheuern; der Trainer will den hört sich gut an. Syn.: anmu- schweres eisernes Gerät, das vom
Fußballprofi sofort anheuern. ten, erscheinen, klingen, Schiff an einer Kette oder einem
Syn.: anstellen, 1 berufen, scheinen, wirken. Tau auf den Grund eines Gewäs-
beschäftigen, einstellen, enga- 3. 〈tr.; hat〉 jmdm. an der Stimme, sers hinabgelassen wird und das
gieren, in Lohn und Brot neh- an den Äußerungen oder deren Schiff an seinem Platz festhält:
men (veraltend), verpflichten. Art etwas anmerken: man hörte den Anker auswerfen, einholen;
An|hieb [ anhi p]: ihr die Verzweiflung an. den Anker lichten; * vor Anker
in der Wendung auf Anhieb: anhören / zuhören: liegen: mit dem Anker am Grund
gleich zu Beginn, beim ersten Ver- s. Kasten. festgemacht haben: das Schiff
such: etwas glückt auf Anhieb. Anis [a ni s], der; -es, -e: liegt im Hafen vor Anker; * vor
Syn.: direkt, gleich, sofort. 1. a) Heil- und Gewürzpf lanze: Anker gehen: den Anker aus-
an|him|meln [ anh mln], himmelte die Blüten des Anises. b) 〈ohne werfen: wir gehen vor Gibraltar
an, angehimmelt 〈tr.; hat〉 (ugs.): Plural〉 aus den Samen der vor Anker.
a) mit schwärmerischem, vereh- gleichnamigen Pf lanze bereitetes An|kla|ge [ ankla ], die; -, -n:
rendem Blick ansehen: der junge Gewürz: nach Anis schmecken. 1. a) Beschuldigung eines Tatver-
Mann himmelte den Künstler 2. auf der Grundlage von Anis (1) dächtigen (durch die Staatsan-
an, als er vor ihm stand. hergestellter Branntwein: einen waltschaft) bei Gericht: die
b) schwärmerisch verehren: sie Anis trinken. Anklage lautet auf Mord; eine
wurde von Millionen jungen an|kämp|fen [ ank mpfn], kämpfte Anklage wegen Betrug; unter
Menschen angehimmelt. Syn.: an, angekämpft 〈itr.; hat〉: Anklage stehen; gegen jmdn.
anbeten, schwärmen für. (einer Sache) Widerstand entge- Anklage erheben ( jmdn. ankla-
An|hö|he [ anhø ], die; -, -n: gensetzen: gegen Wind und gen). Syn.: Klage. Zus.: Mordan-
landschaftliche Erhebung: eine Regen ankämpfen; sie kämpfte klage. b) Vertretung der Anklage
kleine, felsige, steile Anhöhe; vergeblich gegen den Schlaf an. vor Gericht: das Plädoyer der
die Anhöhe hinaufsteigen; auf Syn.: angehen, begegnen (geh.), Anklage.
einer Anhöhe stehen. Syn.: bekämpfen, entgegentreten, 2. anklagende Äußerung, schwe-
Höhe, Hügel. Front machen, torpedieren. rer öffentlicher Vorwurf: eine lei-
an|hö|ren [ anhø r n], hörte an, An|kauf [ ankauf], der; -[e]s, denschaftliche Anklage gegen
angehört: Ankäufe [ ank yf ]: den Krieg; das Buch erhebt
1. 〈tr.; hat〉 a) aufmerksam zuhö- das Ankaufen: der Ankauf eines Anklage gegen Gewalt und Ter-
ren: wir hörten zusammen das kleinen Gutes; Ankauf von ror. Syn.: Kritik, Protest. Zus.:
Konzert an. Syn.: hören. Aktien. Syn.: Anschaffung, Selbstanklage.
b) bereitwillig, aufmerksam dem Erwerb, Kauf. an|kla|gen [ ankla n], klagte an,
zuhören, was jmd. als Anliegen an|kau|fen [ ankaufn], kaufte an, angeklagt 〈tr.; hat〉:
o. Ä. vorträgt: ich hörte mir die angekauft 〈tr.; hat〉: 1. vor Gericht zur Verantwortung

93
Ankläger – ankreiden

A ziehen, beschuldigen: jmdn. des


Diebstahls, wegen Diebstahl
an|klin|gen [ ankl n], klang an,
angeklungen 〈itr.; ist/hat〉:
nähern: das Auto kam in/mit
großem Tempo an. Syn.: auftau-
anklagen; der Staatsanwalt 1. andeutungsweise zum Aus- chen, erscheinen, kommen.
Ankl klagte sie wegen Totschlag an. druck kommen, hörbar, sichtbar, b) (ugs.) sich [wiederholt, in lästi-
2. wegen etwas beschuldigen, für spürbar sein: das Motiv, der ger Weise] mit etwas an jmdn.
etwas verantwortlich machen: er Gedanke der Freiheit klingt wenden: er kam immer wieder
klagte sich als der Schuldige/ immer wieder an; in den Dis- mit seinen Fragen bei mir an; in
(seltener:) den Schuldigen an; kussionen war öfter dieser Vor- der Mittagspause kam sie an
soziale Missstände anklagen wurf angeklungen; in seiner und wollte etwas von mir wis-
(öffentlich als unverantwortlich Rede hat der Gedanke ange- sen. Syn.: behelligen.
herausstellen, anprangern). Syn.: klungen, das begangene 3. (ugs.) eine Stellung, einen
anprangern, attackieren, kriti- Unrecht zu vergessen. Syn.: sich Arbeitsplatz o. Ä. finden: sie kam
sieren. abzeichnen, sich andeuten, [als Redakteurin] bei einem Ver-
An|klä|ger [ ankl ], der; -s, -, erscheinen, sich bemerkbar lag an.
An|klä|ge|rin [ ankl r n], die; machen, sich zeigen. 4. (ugs.) Erfolg haben, Anklang,
-, -nen: 2. Anklänge an etwas aufweisen, Widerhall finden: die Schauspie-
Person, die vor Gericht Anklage Erinnerungen an etwas wecken: lerin kam [mit dem ersten Film]
erhebt: der Ankläger ruft die der Stil klingt an [den von] Fon- gut beim Publikum an; mit sei-
Zeugen auf. Syn.: Kläger, Kläge- tane an. Syn.: ähneln, erinnern ner Bitte kam er bei ihr nicht
rin, Staatsanwalt, Staatsanwäl- an, gleichen. an. Syn.: Beifall finden, gefallen,
tin. an|klop|fen [ ankl pfn], klopfte an, Zustimmung finden.
an|klam|mern [ anklam n], klam- angeklopft 〈itr.; hat〉: 5. sich (gegen jmdn. , etwas)
merte an, angeklammert: an die Tür klopfen (damit jmd. durchsetzen [können], jmdm. ,
1. 〈+ sich〉 sich mit klammern- öffnet): sie klopfte laut [an einer Sache beikommen: sie kam
dem Griff festhalten: ängstlich die/an der Tür] an. gegen die Vorurteile, gegen ihn
klammerte er sich [an die an|knip|sen [ ankn psn], knipste nicht an. Syn.: ankönnen gegen
Mutter] an. Syn.: sich klam- an, angeknipst 〈tr.; hat〉 (ugs.): (ugs.), fertigwerden mit.
mern an. durch Knipsen, Drücken des 6. (geh.) von etwas innerlich
2. 〈tr.; hat〉 mit Klammern fest- Schalters an-, einschalten /Ggs. ergriffen, davon erfüllt werden:
machen: die Wäsche an der ausknipsen/: das Licht anknip- Angst, Furcht, Lust, Wissbe-
Leine anklammern. Syn.: sen. Syn.: anmachen (ugs.), gierde kam ihn an; etwas
anbringen, befestigen. anstellen. kommt jmdn. hart an ( fällt
An|klang [ ankla ], der; -[e]s, an|knöp|fen [ anknœpfn], knöpfte jmdm. schwer). Syn.: befallen,
Anklänge [ ankl ]: an, angeknöpft 〈tr.; hat〉: beschleichen, erfassen, ergrei-
1. gewisse Ähnlichkeit (die an an etwas knöpfen /Ggs. abknöp- fen, überkommen.
Vergleichbares erinnert): der fen/: die Kapuze [an den Man- 7. a) jmd. , etwas ist wichtig, von
Anklang an Bilder von Kan- tel] anknöpfen. Syn.: anbringen, Bedeutung: es kommt [ihr] auf
dinsky ist ganz deutlich. anmachen (ugs.), befestigen, die gute Behandlung an. b) es
2. * Anklang finden: mit festmachen. hängt von jmdm. , etwas ab: es
Zustimmung, Beifall aufgenom- an|knüp|fen [ ankn pfn], knüpfte kommt aufs Wetter an, ob wir
men werden: der Vorschlag fand an, hat angeknüpft: morgen abreisen können; auf
bei den Zuhörern großen 1. 〈itr.; hat〉 an etwas anschließen ein paar Euro kommt es nicht
Anklang. Syn.: ankommen (und es dann fortführen): sie an; es kommt allein auf dich
(ugs.), ansprechen, behagen, knüpfte in ihrer Rede an die an.
Beifall finden, gefallen, zusagen, Worte ihrer Kollegin an; an die 8. * es auf etwas (Akk.) ankom-
Zustimmung finden. Tradition, an die Erfolge, die men lassen: es riskieren, nicht
an|kle|ben [ ankle bn], klebte an, guten Leistungen des Vorjahres davor zurückschrecken, dass es
angeklebt: anknüpfen. Syn.: aufgreifen, zu etwas kommt: er lässt es auf
1. 〈tr.; hat〉 mit Klebstoff (an aufnehmen. einen Prozess ankommen. Syn.:
etwas) befestigen: sie hat die Pla- 2. 〈tr.; hat〉 (Kontakt zu jmdm.) etwas wagen.
kate an die Wand/an der Wand aufnehmen, herstellen: geschäft- an|kön|nen [ ankœn n], konnte an,
angeklebt; er hat sich, dem Jun- liche Beziehungen anknüpfen. angekonnt 〈itr.; hat〉 (ugs.):
gen einen falschen Bart ange- Syn.: anbahnen, einfädeln, ein- sich (gegen jmdn. , etwas) durch-
klebt. Syn.: anbringen, anma- leiten. setzen können, etwas (gegen
chen (ugs.), aufkleben. an|kom|men [ ank m n], kam an, jmdn.) ausrichten können: 〈meist
2. 〈itr.; ist〉 an etwas festkleben, angekommen 〈itr.; ist〉: verneint〉 er kann gegen mich
haften: der Teig ist an der Schüs- 1. einen Ort erreichen: sie kamen nicht an. Syn.: ankommen
sel angeklebt. Syn.: festsitzen, gegen 14 Uhr [in Berlin] an; mit gegen, beikommen, fertig wer-
1
haften, kleben. der Bahn, mit dem Flugzeug den mit.
an|klin|geln [ ankl ln], klingelte ankommen; das Päckchen kam an|krei|den [ ankraidn], kreidete
an, angeklingelt 〈tr.; hat〉 (ugs.): gestern mit der Post an. Syn.: an, angekreidet 〈tr.; hat〉 (ugs.):
( jmdn./bei jmdm.) anrufen: ich anlangen, eintreffen, kommen. ( jmdm. etwas) übel nehmen und
werde dich morgen anklingeln. 2. a) sich fahrend, laufend als nachteilig anrechnen, ( jmdm.

94
ankreuzen – anlasten
etwas) zur Last legen: jmdm. ein
Versäumnis ankreiden. Syn.:
beschleunigen, forcieren, för-
dern, in Gang bringen, nachhel-
Syn.: anliegend, beigefügt, bei-
liegend. A
anlasten, krumm nehmen (ugs.), fen. an|lan|gen [ anla n], langte an,
nachtragen, verübeln, vorhalten, an|la|chen [ anlaxn], lachte an, angelangt: anla
vorwerfen. angelacht: 1. 〈itr.; ist〉 an einem Ziel ankom-
an|kreu|zen [ ankr ytsn], kreuzte 1. 〈tr.; hat〉 lachend ansehen: sie men: wir sind glücklich am Ziel
an, angekreuzt 〈tr.; hat〉: lachte ihn an; der Schokoladen- angelangt. Syn.: eintreffen.
(in einem Text o. Ä.) durch ein kuchen hat mich so angelacht 2. * was jmdn., etwas anlangt:
Kreuz hervorheben: einen (hat auf mich so appetitlich was jmdn. , etwas betrifft, anbe-
Namen in einer Liste, eine Stelle gewirkt), dass ich ihn gleich langt. : was Ihren Urlaub
in einem Buch ankreuzen. Syn.: gegessen habe. anlangt, müssen wir uns noch
anstreichen, kennzeichnen, 2. 〈+ sich〉 (ugs.) mit jmdm. ein einmal verständigen.
markieren. Liebesverhältnis beginnen: hast An|lass [ anlas], der; -es, Anlässe
an|kün|di|gen [ ank nd n], kün- du dir eine Freundin angelacht? [ anl s ]:
digte an, angekündigt: Syn.: anbändeln mit (ugs.), 1. etwas, wodurch eine Handlung
a) 〈tr.; hat〉 das Kommen, Statt- angeln (ugs.). ausgelöst wird; äußerer Beweg-
finden, Erscheinen o. Ä. (von An|la|ge [ anla ], die; -, -n: grund: der Anlass des Streites,
etwas) im Voraus mitteilen: eine 1. a) 〈ohne Plural〉 das Anlegen, für seine Beschwerde blieb
Veranstaltung, ein neues Buch das Schaffen und Gestalten: die unklar; es besteht kein Anlass
ankündigen; jmdm. seinen Anlage des Sportplatzes dauerte zur Besorgnis. Syn.: Grund,
Besuch ankündigen. Syn.: längere Zeit. b) Gelegenheit, Geld Ursache, Veranlassung.
anmelden, ansagen, ausrufen, anzulegen; Form des Anlegens 2. Gelegenheit, Ereignis: ein
bekannt machen. b) 〈+ sich〉 (als von Geld: eine sichere, steuerbe- besonderer, festlicher, willkom-
Sache) durch bestimmte Anzei- günstigte Anlage. Syn.: Investi- mener Anlass; * aus Anlass:
chen das Herannahen erkennen tion. Zus.: Geldanlage, Kapital- anlässlich: aus Anlass ihres
lassen: ein Verhängnis, Unheil anlage, Vermögensanlage. Geburtstages gab sie eine Runde
kündigt sich an. Syn.: sich 2. a) öffentliche Grünf läche mit aus.
abzeichnen, sich anbahnen, sich Blumen, Sträuchern o. Ä. : städti- an|las|sen [ anlasn], lässt an, ließ
andeuten, in Sicht sein, seine sche Anlagen; die Anlagen am an, angelassen:
Schatten vorauswerfen. Ufer des Sees. Syn.: Park. Zus.: 1. 〈tr.; hat〉 (einen Motor) in Gang
An|kün|di|gung [ ank nd ], Gartenanlage, Kuranlage, Park- setzen: den Motor, Wagen, die
die; -, -en: anlage. b) nach einem Plan für Triebwerke anlassen. Syn.:
mündliche oder schriftliche einen bestimmten Zweck ange- anstellen, anwerfen, in Betrieb
Äußerung, mit der etwas ange- legte Flächen, Bauten o. Ä.: mili- setzen, in Bewegung setzen, in
kündigt wird: eine überra- tärische Anlagen; die Anlagen Schwung setzen, starten.
schende, offizielle Ankündi- der Fabrik; eine Anlage bauen, 2. 〈+ sich〉 (ugs.) sich gleich zu
gung; eine Ankündigung begrü- einweihen, errichten, betreiben, Beginn in bestimmter Weise ent-
ßen, wahrmachen; auf eine stilllegen. Syn.: Bau, Bauwerk. wickeln, erweisen: das Geschäft
Ankündigung reagieren. Syn.: Zus.: Fabrikanlage, Gleisanlage, lässt sich gut an. Syn.: anfan-
Meldung, Mitteilung, Nachricht. Hafenanlage, Industrieanlage, gen, in Gang kommen, in
An|kunft [ ank nft], die; -, Sportanlage. c) Vorrichtung, Ein- Schwung kommen (ugs.), ins
Ankünfte [ ank nft ]: richtung: eine komplizierte Rollen kommen (ugs.).
a) das Eintreffen, Ankommen Anlage bauen, bedienen. Syn.: 3. 〈tr.; hat〉 (ugs.) anbehalten,
eines Fahrzeugs bzw. mit einem Apparatur. Zus.: Alarmanlage, nicht ausziehen: seinen Mantel
Fahrzeug am Ziel /Ggs. Bewässerungsanlage, Entlüf- anlassen; du kannst die Schuhe
Abfahrt/: die Ankunft des Zuges tungsanlage, Heizungsanlage, ruhig anlassen.
erwarten; die Gäste waren nach Kläranlage, Versuchsanlage, 4. 〈tr.; hat〉 (ugs.) eingeschaltet,
ihrer Ankunft im Hotel völlig Waschanlage. brennen lassen: das Radio, Licht
erschöpft. Syn.: Einfahrt. b) das 3. 〈ohne Plural〉 Plan, Auf bau: anlassen; die Scheinwerfer, die
Eintreffen, Ankommen eines die Anlage eines Romans. Syn.: Lampe anlassen.
Flugzeugs bzw. mit einem Flug- Entwurf, Gliederung, Struktur. An|las|ser [ anlas ], der; -s, -:
zeug am Ziel /Ggs. Abflug/: die 4. Veranlagung, Begabung: das Vorrichtung zum Anlassen eines
Ankunft der Maschine aus Kind hat gute Anlagen; er hat Motors: heute werden Anlasser
Madrid verzögert sich um eine eine Anlage zu dieser Krankheit. auch Starter genannt.
halbe Stunde. Syn.: Landung. Syn.: Disposition, Fähigkeit, an|läss|lich [ anl sl c] 〈Präp. mit
an|kur|beln [ ank rbln], kurbelte Hang, Neigung, Tendenz. Gen.〉: ¸
an, angekurbelt 〈tr.; hat〉: 5. Beilage zu einem Schreiben: aus Anlass: anlässlich des
(etwas) in seinem Ablauf beleben; die Anlage umfasst drei Tabel- Geburtstages fand eine Feier
in Schwung bringen: den Absatz, len. Syn.: Anhang, Nachtrag, statt. Syn.: aufgrund, wegen.
die Industrie, den Konsum, die Zusatz; * in der Anlage/als an|las|ten [ anlastn], lastete an,
Produktion, die Wirtschaft Anlage: anbei: in der Anlage/als angelastet 〈tr.; hat〉:
ankurbeln. Syn.: anheizen Anlage übersenden wir Ihnen die Schuld an etwas zuschreiben:
(ugs.), anleiern (ugs.), anregen, die gewünschten Unterlagen. dieses Versäumnis darf der

95
Anlauf – Anleitung

A Autorin nur zum Teil angelastet


werden. Syn.: ankreiden (ugs.),
Pferd legt die Ohren an (legt die
Ohren an den Kopf). Syn.: anset-
2. 〈+ sich〉 zum Vorbild nehmen;
sich beziehen (auf etwas): sie
krumm nehmen (ugs.), nachtra- zen. b) 〈itr.; hat〉 das Gewehr in lehnte sich in ihrer Rede eng an
Anla gen, übel nehmen, verübeln, Anschlag bringen; mit dem den Aufsatz der Kollegin an.
vorhalten, vorwerfen, zur Last Gewehr auf jmdn. zielen: sie legte Syn.: folgen, sich halten, sich
legen. professionell an und schoss; er richten nach.
An|lauf [ anlauf], der; -[e]s, legte auf den Flüchtenden an. 3. 〈tr.; hat〉 nicht ganz schlie-
Anläufe [ anl yf ]: 2. 〈itr.; hat〉 festmachen, landen ßen, einen Spalt offen lassen: er
1. das Anlaufen; Lauf, der einen /Ggs. ablegen/: das Schiff legte hatte die Tür nur angelehnt,
Sprung einleitet: beim Anlauf ist am Kai an. sodass sie alles mit anhören
sie noch zu langsam. 3. 〈tr.; hat〉 a) (etwas) um den konnte.
2. * einen [neuen] Anlauf neh- Körper, um einen Körperteil legen an|lei|ern [ anlai n], leierte an,
men/machen: einen Anfang, (sodass es anliegt): jmdm. einen angeleiert 〈tr.; hat〉 (ugs.):
neuen Versuch machen: sie ist Verband, Fesseln anlegen. in Gang setzen: die regelmäßi-
durch die Fahrprüfung gefallen b) (geh.) anziehen; sich (mit gen Treffen hat sie angeleiert.
und kann erst in sechs Wochen etwas) schmücken: eine Uniform, Syn.: ankurbeln, in Gang brin-
einen neuen Anlauf nehmen/ ein festliches Gewand anlegen; gen.
machen. Syn.: ansetzen zu, Schmuck anlegen. An|lei|he [ anlai ], die; -, -n:
starten, unternehmen. 4. 〈tr.; hat〉 planvoll erstellen, a) größere lang fristige Geldauf-
an|lau|fen [ anlaufn], läuft an, lief gestalten: einen Spielplatz anle- nahme besonders durch Gemein-
an, angelaufen: gen; hinter ihrem Haus haben den, Länder o. Ä. , aber auch
1. 〈itr.; ist〉 a) durch Laufen einen sie einen wunderbaren Garten durch Banken und Unternehmen:
Sprung einleiten: ihr Trainer angelegt; ein Verzeichnis anle- öffentliche Anleihen; eine sie-
erinnerte sie noch einmal daran, gen. Syn.: einrichten, schaffen. benprozentige Anleihe. Syn.:
beim Sprung richtig anzulaufen; 5. 〈tr.; hat〉 a) von vorhandenem Darlehen, Kredit. b) * bei jmdm.
er war bereits angelaufen, als Kapital, Vermögen bestimmte eine Anleihe machen: jmds.
seine Verletzung wieder auftrat. Werte erwerben, die als sicher vor geistiges Eigentum verwenden: in
b) in Gang kommen, zu laufen Wertverlust oder als gewinnbrin- seiner Rede machte er eine
beginnen: der Motor, die gend gelten: sein Geld in Aktien, Anleihe bei dem bekannten Phi-
Maschine ist angelaufen. Syn.: Schmuck anlegen; immer mehr losophen. Syn.: etwas von
anspringen. c) seinen Anfang Leute legen ihr Geld an der jmdm. übernehmen.
nehmen, abzulaufen beginnen; Börse an. Syn.: investieren. an|lei|nen [ anlain n], leinte an,
einsetzen: die Fahndung ist b) (weil es als angebracht oder angeleint 〈tr.; hat〉:
bereits angelaufen. Syn.: anfan- lohnend angesehen wird, einen (einen Hund) an die Leine neh-
gen, beginnen, einsetzen, in größeren Betrag für etwas) men: hast du den Hund ange-
Gang kommen, ins Rollen kom- bezahlen: für solch eine Reise leint?; größere Hunde müssen
men (ugs.). muss man schon 4 000 Euro stets angeleint werden. Syn.:
2. 〈tr.; hat〉 (von Schiffen) anlegen. Syn.: aufbringen, auf- anbinden.
ansteuern und einfahren (in wenden, ausgeben, blechen an|lei|ten [ anlaitn], leitete an,
etwas): das Schiff hat den (ugs.), investieren, lockerma- angeleitet 〈tr.; hat〉:
Hafen angelaufen. chen (ugs.), zahlen. a) in eine Arbeit einführen; unter-
3. 〈itr.; ist〉 a) (z. B. von Fenster- 6. ein bestimmtes Ziel verfolgen: weisen: zu ihren Aufgaben
scheiben) sich mit einer dünnen er hat es regelrecht darauf ange- gehört es, die Auszubildenden
Schicht überziehen: die Fenster legt, dich zu täuschen; das Inse- [bei der Arbeit] anzuleiten.
sind angelaufen; wenn es drau- rat war darauf angelegt, die Syn.: anlernen, anweisen, einar-
ßen kalt ist, laufen meine Bril- Neugierde des Lesers zu beiten, einweisen in, lehren,
lengläser immer an. b) eine wecken. Syn.: abzielen, aus sein, schulen, unterweisen in (geh.),
bestimmte (vorübergehende) Fär- ausgehen, es auf etwas abgese- vertraut machen mit. b) (zu
bung annehmen: das Silber ist hen haben. etwas) anhalten: Kinder sollten
angelaufen; er ist vor Wut rot 7. 〈+ sich〉 sich auf einen Streit zur Selbstständigkeit angeleitet
angelaufen (rot geworden). mit jmdm. einlassen: ich habe werden. Syn.: anhalten zu,
4. 〈itr.; ist〉 zunehmen, sich stei- mich mit meinem Kollegen ermahnen zu, mahnen zu, ver-
gern: die Kosten sind beträcht- angelegt. Syn.: mit jmdm. anei- anlassen.
lich angelaufen. Syn.: anwach- nandergeraten, mit jmdm. An|lei|tung [ anlait ], die; -, -en:
sen, sich vermehren. zusammenstoßen. 1. Anweisung, Unterweisung:
5. * angelaufen kommen: her- an|leh|nen [ anle n n], lehnte an, etwas unter [der] Anleitung
beilaufen: als er rief, dass es angelehnt: eines anderen tun.
Schokolade gebe, kamen die 1. 〈tr.; hat〉 lehnen (an etwas, 2. der Anleitung dienendes
Kinder alle angelaufen. jmdn.): er lehnte das Fahrrad [an Schriftstück: bitte lesen Sie
an|le|gen [ anle n], legte an, die Wand] an; das Kind lehnte zuerst die beiliegende Anlei-
angelegt: sich an sie an. Syn.: anschmie- tung. Syn.: Gebrauchsanwei-
1. a) 〈tr.; hat〉 an etwas legen: sie gen, anstellen, lehnen an/gegen, sung. Zus.: Arbeitsanleitung,
legte das Lineal sauber an; das stellen an/gegen. Bedienungsanleitung,

96
anlernen – anmerken
Gebrauchsanleitung, Kochanlei-
tung, Waschanleitung.
puter anmachen; jeden Abend
um acht wird bei uns der Fern-
herausnehmen, sich unter-
stehen, sich 1 vermessen (geh.). A
an|ler|nen [ anl rn n], lernte an, seher angemacht. Syn.: andre- an|ma|ßend [ anma snt] 〈Adj.〉:
angelernt 〈tr.; hat〉: hen, anknipsen (ugs.), anstellen, auf herausfordernde und verlet- anme
1. für eine bestimmte beruf liche anwerfen, einschalten, in zende Weise [vermeintliche]
Tätigkeit ausbilden: Auszubil- Betrieb setzen, starten. berlegenheit zum Ausdruck
dende anlernen. Syn.: anleiten, 3. mischend bereiten, anrüh- bringend: er ist sehr anmaßend;
ausbilden, einarbeiten, einwei- ren: Gips, Mörtel anmachen; sie tritt meistens ziemlich
sen in, schulen. den Salat mit Essig und Öl anmaßend auf. Syn.: arrogant,
2. 〈+ sich〉 (ugs.) sich (etwas) anmachen. Syn.: ansetzen, aufgeblasen (ugs.), blasiert, ein-
durch bung aneignen: diese mischen. gebildet, herablassend, hochmü-
Gesangstechnik habe ich mir 4. (ugs.) a) ansprechen und tig, hochnäsig, überheblich.
mühsam angelernt. Syn.: sich unmissverständlich zeigen, dass an|mel|den [ anm ldn], meldete
erarbeiten, erlernen. man [sexuelles] Interesse an an, angemeldet 〈tr.; hat〉:
an|lie|gen [ anli n], lag an, ange- jmdm. hat: er ging nur in die 1. a) jmds. Kommen ankündigen:
legen 〈itr.; hat〉: Disco, um Frauen anzumachen. sich beim Arzt, zur Untersu-
dicht am Körper liegen: das Tri- Syn.: aufreißen (salopp). b) zu chung anmelden. Syn.: ansagen.
kot lag eng [am Körper] an. etwas animieren, mitreißen: b) bei einer zuständigen Stelle
Syn.: sich anschmiegen. diese Musik macht mich ja total melden, registrieren lassen /Ggs.
An|lie|gen [ anli n], das; -s, -: an. Syn.: anregen, reizen. c) sich abmelden/: Radio und Fernse-
Angelegenheit, die jmdm. am jmdm. gegenüber aggressiv hen müssen bei der GEZ ange-
Herzen liegt: ihr Anliegen war, benehmen [und Streit mit ihm meldet werden; Konkurs anmel-
die Anwesenden von seiner anfangen]: die Mitglieder des den; sich polizeilich anmelden.
Unschuld zu überzeugen; ein Vereins haben den Vorsitzenden c) die Teilnahme an etwas, den
Anliegen vortragen; sich mit angemacht, weil er zu lasch war; Eintritt in etwas vormerken las-
einem Anliegen an jmdn. wen- mach mich nicht an, Alter! Syn.: sen: das Kind in der Schule
den. Syn.: Bitte, Wunsch. Zus.: anpöbeln (ugs. abwertend), auf anmelden; sich zu einem Kurs
Hauptanliegen. die Palme bringen (ugs.), in der Volkshochschule anmel-
an|lie|gend [ anli nt] 〈Adj.〉: bedrängen, behelligen, belästi- den. Syn.: einschreiben, imma-
1. angrenzend, benachbart: die gen, beleidigen, beschimpfen, trikulieren.
anliegenden Grundstücke herausfordern, in Rage bringen 2. vorbringen; geltend machen:
waren auch betroffen. (ugs.), provozieren, reizen, seine Ansprüche anmelden; am
2. beigefügt, beiliegend: Rech- wütend machen, zusetzen. Schluss der Besprechung mel-
nung anliegend. Syn.: als an|mah|nen [ anma n n], mahnte dete sie starke Bedenken an.
Anlage, anbei (Amtsspr.), in der an, angemahnt 〈tr.; hat〉: Syn.: anbringen, bekunden, dar-
Anlage. daran erinnern, dass man etwas legen, mitteilen, unterbreiten.
An|lie|ger [ anli ], der; -s, -, An- zu bekommen hat, was man nun An|mel|dung [ anm ld ], die; -,
lie|ge|rin [ anli r n], die; -, haben möchte: eine Ratenzah- -en:
-nen (bes. Fachspr.): lung, ein ausgeliehenes Buch 1. a) das Anmelden (1 a): seit der
Person, die in unmittelbarer anmahnen; bitte zahlen Sie Anmeldung bei der Ärztin geht
Nähe von etwas wohnt: die umgehend den angemahnten es ihr schon viel besser. Syn.:
Straße darf nur von den Anlie- Betrag. Syn.: auffordern zu, Ankündigung. b) das Anmel-
gern benutzt werden; als Anlie- erinnern an, mahnen. den (1 b): die Anmeldung des
gerin darf ich in dieser Straße an|ma|len [ anma l n], malte an, Fernsehers. c) das Anmel-
parken. Syn.: Anrainer, Anrai- angemalt 〈tr.; hat〉: den (1 c): Anmeldung spätestens
nerin, Anwohner, Anwohnerin. a) (ugs.) (eine Fläche) mit Farbe 14 Tage vor Beginn.
an|lo|cken [ anl kn], lockte an, versehen: die Kiste müsste man 2. das Anmelden (2): Anmeldung
angelockt 〈tr.; hat〉: noch anmalen; sie hat sich mal von Regressansprüchen.
(aufgrund seiner reizvollen wieder total angemalt (stark 3. Raum, Schalter zum Anmel-
Beschaffenheit) an einen geschminkt). Syn.: anstreichen, den: bitte gehen Sie zuerst zur
bestimmten Ort locken, ziehen, bemalen, lackieren, pinseln Anmeldung.
anziehende Wirkung auf jmdn. (ugs.), streichen, tünchen. an|mer|ken [ anm rkn], merkte an,
ausüben: das farbenprächtige b) (etwas) auf etwas malen: sie angemerkt 〈tr.; hat〉:
Schauspiel lockte viele Fremde hat ein Zeichen (an die Tafel) 1. (etwas) an jmdm. , einer Sache
an. Syn.: anziehen. angemalt. feststellen, spüren: jmdm. die
an|ma|chen [ anmaxn], machte an, an|ma|ßen [ anma sn], maßte an, Anstrengung anmerken; lang-
angemacht 〈tr.; hat〉: angemaßt 〈+ sich〉: sam merkt man der Oma das
1. (ugs.) an etwas befestigen, ohne Berechtigung für sich in Alter an; sie ließ sich ihren
anbringen /Ggs. abmachen/: Anspruch nehmen: sich Kritik Ärger nicht anmerken (zeigte
Gardinen anmachen. Syn.: fest- anmaßen; darüber solltest aus- ihn nicht). Syn.: ansehen,
machen. gerechnet du dir kein Urteil bemerken, erkennen, merken,
2. (ugs.) anschalten /Ggs. aus- anmaßen. Syn.: sich erdreisten wahrnehmen.
machen/: das Licht, den Com- (geh.), sich erlauben, sich 2. (etwas) zu einer Sache äußern:

97
Anmerkung – anormal

A dazu möchte ich Folgendes


anmerken. Syn.: bemerken, dar-
geben, billigen /Ggs. ablehnen/:
der Antrag wurde einstimmig
einen Vertrag, ein Gerichtsurteil
annullieren; seine Ehe mit der
legen, erklären, feststellen, mit- angenommen. Syn.: absegnen minderjährigen Frau wurde
Anme teilen, sagen, vorbringen, zum (ugs.), akzeptieren, bewilligen, annulliert. Syn.: aufheben,
Ausdruck bringen. billigen, einwilligen in, zustim- außer Kraft setzen.
An|mer|kung [ anm rk ], die; -, men. an|öden [ an|ø dn], ödete an,
-en: 2. 〈tr.; hat〉 a) für möglich, wahr- angeödet 〈tr.; hat〉 (ugs.):
erläuternde, ergänzende Bemer- scheinlich halten: ich nahm an, langweilen: die immer gleiche
kung [zu einem Text]: ich möchte dass ihr mitkommen wolltet. Landschaft ödete uns schließ-
ein paar Anmerkungen machen; Syn.: denken, erwarten, meinen, lich an; sein Gerede ödet mich
einen Text mit Anmerkungen rechnen mit, schätzen (ugs.), an.
versehen. Syn.: Kommentar. vermuten, wähnen (geh.). ano|nym [ano ny m] 〈Adj.〉:
An|mut [ anmu t], die; -: b) voraussetzen: wir nehmen an, ohne Nennung des Namens: ein
zarte natürliche Schönheit der dass seine Angaben stimmen. anonymer Brief (Brief, dessen
Gestalt, Bewegung, Haltung: sie Syn.: ausgehen von. Verfasser seinen Namen nicht
bewegte sich mit natürlicher 3. 〈tr.; hat〉 ( jmdn.) in einen nennt); das Buch ist anonym
Anmut. Syn.: Grazie. bestimmten Bereich, Kreis, in den erschienen; die Spenderin
an|mu|ten [ anmu tn], mutete an, er aufgenommen werden wollte, möchte anonym bleiben. Syn.:
angemutet 〈itr.; hat〉: nehmen: sie wurde am Gymna- ungenannt.
auf jmdn. einen bestimmten Ein- sium angenommen; sie haben Ano|ny|mi|tät [anonymi t t],
druck machen, in bestimmter ihn bei der Firma angenommen; die; -:
Weise wirken: sein Verhalten ein Kind annehmen (adoptie- das Anonymsein: die Anonymi-
mutete [mich] höchst merkwür- ren); die Mutter hat ihr Junges tät wahren; schließlich musste
dig an. Syn.: dünken (geh. veral- nach der Geburt nicht ange- sie ihre Anonymität aufgeben.
tend), erscheinen, scheinen, vor- nommen; einen anderen Namen Ano|rak [ anorak], der; -s, -s:
kommen. annehmen (den alten Namen Windjacke mit Kapuze: zieh den
an|mu|tig [ anmu t c] 〈Adj.〉: ablegen und nun einen neuen Anorak über, es soll regnen.
Anmut zeigend, voll ¸ Anmut: eine haben). Syn.: Jacke, Parka.
anmutige Erscheinung; sie 4. 〈+ sich; mit Gen.〉 sich um an|ord|nen [ an| rdn n], ordnete
lächelte anmutig. Syn.: graziös. jmdn. , etwas kümmern: sie nahm an, angeordnet 〈tr.; hat〉:
an|nä|hen [ ann n], nähte an, sich der kranken Kinder an. 1. bestimmen, dass etwas durch-
angenäht 〈tr.; hat〉: Syn.: sorgen für. geführt, gemacht werden soll:
durch Nähen [wieder] befestigen: 5. 〈tr.; hat〉 (als Sache) in sich eine Untersuchung anordnen;
er musste noch schnell einen aufnehmen, eindringen lassen: der Chef ordnete berstunden
Knopf annähen. das Material nimmt die Farbe an. Syn.: anweisen, auferlegen,
An|nah|me [ anna m ], die; -, -n: gut an; das Papier nimmt keine befehlen, diktieren, erlassen,
1. 〈ohne Plural〉 a) Entgegen- Tinte, kein Wasser an. Syn.: gebieten (geh.), veranlassen,
nahme: sie hat die Annahme des absorbieren, aufsaugen. verfügen, verhängen, verordnen,
Pakets verweigert. Syn.: Emp- An|nehm|lich|keit [ anne ml ckait], vorschreiben.
fang. Zus.: Reparaturannahme, die; -, -en: ¸ 2. in eine bestimmte Folge brin-
Warenannahme. b) Schalter, an angenehme Gegebenheit; Vorteil: gen; nach einem bestimmten
dem etwas angenommen wird: das Leben in der Stadt hat viele Plan zusammenstellen: die
ein Paket an der Annahme abge- Annehmlichkeiten. Syn.: Bücher neu anordnen; auf dem
ben. Zus.: Gepäckannahme, Bequemlichkeit, Komfort, Tisch war alles sehr hübsch
Paketannahme. Wohltat. angeordnet. Syn.: aufstellen,
2. Billigung: die Annahme eines An|non|ce [a nõ s ], die; -, -n: einteilen, gliedern, gruppieren,
Vorschlags von etwas abhängig Anzeige in einer Zeitung oder hinstellen, legen, ordnen, plat-
machen. Syn.: Einverständnis, Zeitschrift: eine Annonce aufge- zieren, postieren, stellen.
Zustimmung. ben; meine Annonce erscheint An|ord|nung [ an| rdn ], die; -,
3. Vermutung: die Annahme, morgen in der Zeitung. Syn.: -en:
dass sie bereits abgereist sei, Inserat. Zus.: Heiratsannonce, 1. Äußerung, mit der etwas ange-
war falsch. Zeitungsannonce. ordnet, verfügt wird: es erging
an|neh|men [ anne m n], nimmt an|non|cie|ren [anõ si r n]: eine dienstliche Anordnung.
an, nahm an, angenommen: a) 〈itr.; hat〉 eine Annonce aufge- Syn.: Auftrag, Befehl, Bestim-
1. 〈tr.; hat〉 a) in Empfang neh- ben: in der Zeitung annoncie- mung, Direktive (geh.), Gebot,
men: ein Paket, ein Geschenk ren. Syn.: inserieren. b) 〈tr.; hat〉 Weisung. Zus.: Haftanordnung.
annehmen. b) auf etwas (z. B. ein durch eine Annonce bekannt 2. das Anordnen (2): die Anord-
Angebot) eingehen, davon machen [und anbieten]: ein Zim- nung der Kapitel ist nicht sinn-
Gebrauch machen /Ggs. ableh- mer annoncieren. Syn.: ankün- voll. Syn.: Arrangement, Auf-
nen/: einen Vorschlag anneh- digen, anzeigen, bekannt geben, bau, Gliederung, Komposition.
men; sie nimmt nicht gern Hilfe inserieren, mitteilen. Zus.: Versuchsanordnung.
an; Ihre Einladung nehmen wir an|nul|lie|ren [an li r n] 〈tr.; hat〉: anor|mal [ an rma l] 〈Adj.〉:
gern an. c) seine Zustimmung amtlich für ungültig erklären: von einer Norm abweichend

98
anpassen – anregen
/Ggs. normal/: ich finde dein
Verhalten anormal; anormal
an|pran|gern [ anpra n], pran-
gerte an, angeprangert 〈tr.; hat〉:
Kamera rechne ich [mit 25
Euro] an (25 Euro werden vom A
reagieren. Syn.: abnorm, abnor- auf jmdn. , auf jmds. Verhalten Kaufpreis für die neue Kamera
mal (bes. österr. u. schweiz.), oder auf etwas, was als Unrecht abgezogen); die Untersu- anre
ausgefallen, krankhaft, unnatür- o. Ä. angesehen wird, öffentlich chungshaft wurde [auf die
lich. in scharfen Worten hinweisen: Strafe] angerechnet. Syn.:
an|pas|sen [ anpasn], passte an, die Unterbringung von Lege- berechnen, berücksichtigen,
angepasst: hennen in engsten Käfigen gutschreiben, in Rechnung
1. 〈+ sich〉 sich angleichen; sich anprangern; jmdn. als Verrä- stellen; * jmdm. etwas hoch
(nach jmdm. , etwas) richten: sich ter anprangern. Syn.: ächten, anrechnen: jmds. Verhalten
der Zeit, den Umständen anpas- an den Pranger stellen, ankla- besonders anerkennen, würdi-
sen; er ist sehr angepasst (ver- gen, brandmarken, verdam- gen: ich rechne dir hoch an,
meidet eigenes abweichendes men, verurteilen. dass du mich damals nicht
Verhalten, um den allgemeinen an|prei|sen [ anpraizn], pries an, verraten hast.
Erwartungen zu entsprechen). angepriesen 〈tr.; hat〉: An|recht [ anr ct], das; -[e]s, -e:
Syn.: sich akklimatisieren (bil- mit beredten Worten als gut, ¸ auf etwas (was
Recht, Anspruch
dungsspr.), sich assimilieren, nützlich usw. hinstellen und einem zusteht): sie hat ein
sich einfügen in, sich einordnen [zum Kauf ] empfehlen: ein Anrecht auf Unterstützung.
in, sich einstellen auf. Lokal, eine Sehenswürdigkeit Syn.: Anwartschaft, Berechti-
2. 〈tr.; hat〉 (etwas) den Umstän- anpreisen; der Händler preist gung.
den, Gegebenheiten entsprechend lautstark seine Waren an; oft An|re|de [ anre d ], die; -, -n:
wählen, darauf abstimmen: die wird den Käufern Schund Bezeichnung, mit der jmd. ange-
Kleidung der Jahreszeit anpas- angepriesen. redet wird: die Anrede »Fräu-
sen. Syn.: abstimmen auf, An|pro|be [ anpro b ], die; -, -n: lein« ist nicht mehr gebräuch-
angleichen. das Anprobieren eines [in Arbeit lich.
an|pfei|fen [ anpfaifn], pfiff an, befindlichen] Kleidungsstückes: an|re|den [ anre dn], redete an,
angepfiffen: sie hatte einen Termin zur angeredet 〈tr.; hat〉:
1. 〈tr.; hat〉 durch einen Pfiff das Anprobe bei ihrer Schneiderin; a) sich mit Worten (an jmdn.)
Zeichen zum Beginn des Spiels man sollte nie ein Kleidungs- wenden; das Wort (an jmdn.)
oder Spielabschnitts geben /Ggs. stück ohne vorherige Anprobe richten: die Nachbarin redete
abpfeifen/: der Schiedsrichter kaufen. mich an; sie wollte sich nicht
pfiff das Spiel an; 〈auch itr.〉 an|pro|bie|ren [ anprobi r n], pro- länger dumm anreden lassen
nach längerer Diskussion bierte an, anprobiert 〈tr.; hat〉: und ging. Syn.: ansprechen. b) in
konnte die Schiedsrichterin (ein Kleidungsstück o. Ä.) anzie- einer bestimmten Form, mit einer
endlich anpfeifen. hen, um zu sehen, ob es passt: die bestimmten Bezeichnung anspre-
2. 〈tr.; hat〉 (ugs.) scharf zurecht- Schuhe, den Mantel anprobie- chen: an der Uni ist es üblich,
weisen: die Chefin hat ihn ren. sich ohne Titel anzureden; es
mächtig angepfiffen. Syn.: an|pum|pen [ anp mpn], pumpte dauerte lange, bis sie ihre
anfahren, anherrschen, anschei- an, angepumpt 〈tr.; hat〉 (ugs.): Schwiegereltern mit Du anreden
ßen (salopp), anschnauzen sich (von jmdm.) Geld leihen: durfte.
(ugs.), in den Senkel stellen wenn er kein Geld mehr hat, an|re|gen [ anre n], regte an,
(ugs.), rüffeln (ugs.), zusammen- pumpt er seine Freunde an. angeregt 〈tr.; hat〉:
stauchen (ugs.). An|rai|ner [ anrain ], der; -s, -, An- 1. a) jmdn. zu etwas veranlassen,
An|pfiff [ anpf f], der; -[e]s, -e: rai|ne|rin [ anrain r n], die; -, inspirieren: aggressives Verhal-
1. Pfiff als Zeichen für den -nen: ten regt leider viele zur Nachah-
Beginn des Spiels oder Spielab- Person, deren Grundstück an das mung an; diese Eindrücke
schnitts: nach dem Anpfiff des einer anderen Person grenzt: die haben sie zu einem neuen
spanischen Schiedsrichters. Anrainerinnen und Anrainer Roman angeregt. Syn.: anrei-
Zus.: Wiederanpfiff. mussten sich an den Straßen- zen, anspornen, ermutigen,
2. (ugs.) scharfe Zurechtweisung: baukosten beteiligen. Syn.: inspirieren, motivieren, veran-
wegen dieser Sache hat sie einen Anlieger (bes. Fachspr.), Anlie- lassen. b) den Anstoß (zu etwas)
Anpfiff vom Chef bekommen. gerin (bes. Fachspr.), Anwohner, geben: eine Arbeit anregen; er
Syn.: Anschiss (salopp), Rüffel Anwohnerin. hat angeregt, jedes Jahr dieses
(ugs.). an|rech|nen [ anr cn n], rechnete Fest zu feiern. Syn.: vorschla-
an|pö|beln [ anpø bln], pöbelte an, angerechnet¸〈tr.; hat〉: gen.
an, angepöbelt 〈tr.; hat〉 (ugs. [bei einem zu bezahlenden 2. (als Sache) bewirken, dass
abwertend): Betrag] mit berücksichtigen: eine organische o. ä. Funktion
durch beleidigende, unf lätige o. ä. diesen Calvados rechne ich stärker in Tätigkeit gesetzt
Äußerungen oder entsprechende nicht an (er braucht nicht wird: Aperitifs regen den
Handlungen belästigen: er bezahlt zu werden); die Ausla- Appetit an; 〈auch itr.〉 Kaffee
pöbelte sie auf der Straße an. gen für die Fahrt muss ich regt an; 〈im 1. Partizip〉 der
Syn.: anmachen (ugs.), beleidi- aber anrechnen (sie müssen Vortrag war anregend. Syn.:
gen, beschimpfen. bezahlt werden); die alte aktivieren, ankurbeln, bele-

99
Anregung – anrühren

A ben, in Schwung bringen


(ugs.).
Kauf an. Syn.: locken, reizen,
verführen, verleiten, verlocken
zur Startbahn an. b) sich rol-
lend, auf Rollen nähern: Bierfäs-
An|re|gung [ anre ], die; -, (geh.). ser rollen an.
Anre -en: an|rem|peln [ anr mpln], rem- an|rü|chig [ anr c c] 〈Adj.〉:
1. a) 〈ohne Plural〉 das Anre- pelte an, angerempelt 〈tr.; hat〉 in schlechtem Ruf¸ ¸ stehend, von
gen (1), Angeregtwerden: die (ugs.): sehr zweifelhaftem Ruf: ein
Anregung von Diskussionen; im Vorübergehen [mit Absicht] anrüchiges Lokal; eine ziem-
die Anregung zu dem neuen heftig anstoßen: die Passanten lich anrüchige Person. Syn.:
Werk holte sie sich bei einem anrempeln. Syn.: rempeln dubios, fragwürdig, nicht ganz
Besuch der Messe. b) Impuls, (ugs.), stoßen. astrein (ugs.), nicht ganz
Denkanstoß: eine Anregung an|ren|nen [ anr n n], rannte an, hasenrein (ugs.), obskur (bil-
befolgen, aufgreifen; sich wert- angerannt 〈itr.; ist〉: dungsspr.), übel beleumdet,
volle Anregungen für ein neues 1. (ugs.) ohne Absicht (an, gegen verrufen, zweifelhaft.
Projekt holen. Syn.: Hinweis, etwas) rennen: ich bin an den an|rü|cken [ anr kn], rückte an,
Idee, Impuls. Pfosten angerannt. Syn.: pral- angerückt 〈itr.; ist〉:
2. 〈ohne Plural〉 das Beleben, len. in einer Gruppe oder [militäri-
Anregen: ein Mittel zur Anre- 2. sich rennend (gegen jmdn. , schen] Formation näher rücken,
gung des Appetits. etwas) wenden: der Feind rennt herankommen, anmarschieren:
an|rei|chern [ anraic n], reicherte gegen unsere Stellungen an. Pioniere rückten an und
an, angereichert ¸〈tr.; hat〉: 3. * angerannt kommen: sprengten die Brücke; am
gehaltvoll[er] machen: Lebens- 1) rennend, laufend herankom- Wochenende rückt die Familie
mittel mit Vitaminen anrei- men: da kommen die beiden ja an (ugs.; kommt die Familie zu
chern; angereichertes Uran. schon angerannt! 2) (ugs.) zu Besuch). Syn.: kommen, nahen
Syn.: bereichern. jmdm. , der darüber ärgerlich ist, (geh.), sich nähern.
An|rei|se [ anraiz ], die; -, -n: kommen: alle zwei Minuten An|ruf [ anru f], der; -[e]s, -e:
a) Hinfahrt zu einem bestimm- kommt sie angerannt und fragt 1. Telefongespräch: einen Anruf
ten Ziel: die Anreise dauert mich was. erwarten; durch einen Anruf
10 Stunden. Syn.: Anfahrt, An|rich|te [ anr ct ], die; -, -n: bei der Firma klärte sich der
Fahrt, Reise. b) Ankunft, [erwar- ¸
Tisch oder Schrank mit entspre- Fall. Zus.: Telefonanruf.
tetes] Eintreffen: wir erwarten chender Fläche zum Anrichten 2. Zuruf: er blieb auf den Anruf
die Anreise einer größeren Rei- und zum Bereitstellen von Spei- der Wache nicht stehen.
segesellschaft. sen: die Teller aus der Anrichte An|ruf|be|ant|wor|ter [ anru fb -
an|rei|sen [ anraizn], reiste an, nehmen; sie hat die alte |antv rt ], der; -s, -:
angereist 〈itr.; ist〉: Anrichte von ihrer Oma geerbt. Gerät, das es Anrufenden
von weit her (mit einem Ver- Syn.: Büfett, Buffet (bes. ermöglicht, telefonisch eine
kehrsmittel) ankommen, eintref- schweiz. u. österr.). Nachricht zu hinterlassen: den
fen: die Teilnehmer reisten aus an|rich|ten [ anr ctn], richtete an, Anrufbeantworter anstellen;
allen Himmelsrichtungen an; angerichtet 〈tr.;¸ hat〉: jmdm. etwas auf den Anruf be-
morgen reist das Orchester an. 1. zum Essen fertig machen: das antworter sprechen.
an|rei|ßen [ anraisn], riss an, Mittagessen [hübsch] anrich- an|ru|fen [ anru fn], rief an, ange-
angerissen 〈tr.; hat〉: ten. Syn.: zubereiten. rufen:
1. (ugs.) zu verbrauchen begin- 2. (etwas bles) [ohne Absicht] 1. 〈tr.; hat〉 mit jmdm. telefo-
nen (nachdem man die Verpa- verursachen: Unheil anrichten; nisch Verbindung aufnehmen:
ckung aufgerissen hat): ich riss das Gewitter hat große Schä- einen Freund anrufen; 〈auch
meine letzte Schachtel Zigaret- den angerichtet; was hast du itr.〉 ich muss noch anrufen; ruf
ten an. Syn.: anbrechen, denn nun schon wieder ange- doch mal an! Syn.: telefonie-
angreifen, antasten. richtet! Syn.: anstellen, aus- ren.
2. gesprächsweise berühren: fressen (ugs.), auslösen, herauf- 2. 〈tr.; hat〉 jmdn. bitten, vermit-
soziale Probleme anreißen; das beschwören, herbeiführen, telnd, helfend einzugreifen: sie
Thema wurde leider nur ange- machen, 1 tun. rief ihren Gott an; ein höheres
rissen. Syn.: andeuten, an|rol|len [ anr l n], rollte an, Gericht anrufen. Syn.: ange-
anschneiden, antippen (ugs.), angerollt 〈itr.; ist〉: hen, bemühen (geh.), sich wen-
erwähnen. 1. a) zu fahren beginnen: der den an.
An|reiz [ anraits], der; -es, -e: Zug rollte an. Syn.: anfahren. an|rüh|ren [ anry r n], rührte an,
etwas, was jmds. Interesse b) seinen Anfang nehmen, angerührt 〈tr.; hat〉:
erregt, ihn motiviert, etwas zu abzurollen beginnen, anlaufen, 1. a) leicht berühren, anfassen:
tun: einen Anreiz zum Kauf einsetzen: die Suchaktion ist du darfst hier nichts anrühren;
bieten. Syn.: Reiz. Zus.: Kauf- angerollt. Syn.: anheben sie haben das Essen nicht
anreiz, Leistungsanreiz. (geh.), beginnen, in Gang angerührt (sie haben nichts
an|rei|zen [ anraitsn], reizte an, kommen, ins Rollen kommen davon gegessen). Syn.: angrei-
angereizt 〈tr.; hat〉: (ugs.). fen. b) rührend auf jmdn. wir-
den Anreiz zu etwas geben: die 2. a) auf jmdn. , etwas zufahren, ken, Rührung bei jmdm. bewir-
bunte Reklame reizte viele zum zukommen: das Flugzeug rollte ken: sein Weinen rührte sie an.

100
ans – anscheinend
Syn.: berühren, bewegen, an|schal|ten [ an altn], schaltete
A
1
kommen: viele Neugierige sam-
erschüttern. melten sich an der Unglücks- an, angeschaltet 〈tr.; hat〉:
2. (verschiedene Bestandteile) stelle an. (Licht, Radio, eine Maschine
durch Rühren, Verrühren zu An|samm|lung [ anzaml ], die; -, o. Ä.) durch Betätigen eines ansc
etwas Bestimmtem machen: -en: Hebels, Schalters in Betrieb set-
Farben anrühren; einen Hefe- a) etwas, was sich angesammelt zen: das Radio, das Licht
teig anrühren. Syn.: anmachen, hat: eine Ansammlung von anschalten; schalten Sie jetzt
ansetzen, mischen, rühren. Gerümpel. Syn.: Haufen, den Computer an. Syn.: andre-
ans [ans] 〈Verschmelzung von Sammlung, Stapel, Stoß. Zus.: hen, anknipsen (ugs.), anma-
»an« + »das«〉: Flüssigkeitsansammlung, Was- chen, anstellen, anwerfen, ein-
a) 〈die Verschmelzung kann seransammlung. b) größere schalten, starten.
aufgelöst werden〉 sie stellte ihr Anzahl von Menschen, die sich an|schau|en [ an au n], schaute
Fahrrad ans Haus. b) 〈die Ver- an einer Stelle angesammelt hat: an, angeschaut 〈tr.; hat〉 (bes.
schmelzung kann nicht aufge- die Ansammlung auflösen. südd. , österr. , schweiz.):
löst werden〉 jmdm. etwas ans Syn.: Auflauf, Gewühl, Menge, a) ( jmdn. ausdrucksvoll) anse-
Herz legen. Pulk, Volk (ugs.). Zus.: Massen- hen: jmdn. nachdenklich
An|sa|ge [ anza ], die; -, -n: ansammlung, Menschenan- anschauen; das Kind hat mich
a) das Ansagen (a): auf die sammlung. mit großen fragenden Augen
Ansage der Ergebnisse des an|säs|sig [ anz s c] 〈Adj.〉: angeschaut. Syn.: angucken
Länderkampfes warten. Syn.: ¸
an einem bestimmten Ort dau- (ugs.), betrachten, mustern.
Meldung, Mitteilung. Zus.: ernd wohnend, den [Wohn]sitz b) aufmerksam, interessiert,
Telefonansage, Zeitansage. habend: die ansässige Indus- beurteilend betrachten: willst
b) am Anfang einer Sendung trie; in München ansässig sein. du dir noch das Schloss
erfolgende Bemerkungen eines Syn.: beheimatet, eingesessen, anschauen? Syn.: angucken
Sprechers, einer Sprecherin einheimisch, heimisch. Zus.: (ugs.), ansehen, besichtigen,
/Ggs. Absage/: die Ansage ortsansässig. betrachten, in Augenschein
einer Sendung. An|satz [ anzats], der; -es, nehmen.
an|sa|gen [ anza n], sagte an, Ansätze [ anz ts ]: an|schau|lich [ an aul c] 〈Adj.〉:
angesagt 〈tr.; hat〉: 1. etwas, was andeutungsweise ¸ sich
so beschaffen, dass man
a) (etwas, was als Ergebnis vor- zu bemerken, sichtbar ist; erstes eine Vorstellung von dem
liegt oder als Darbietung o. Ä. Zeichen (von etwas): sie hat Genannten machen kann: eine
in Kürze zu erwarten ist) mit- einen leichten Ansatz eines anschauliche Darstellung; sie
teilen: den Punktestand, das Doppelkinns; an den Bäumen kann sehr anschaulich erzäh-
Programm ansagen. Syn.: zeigten sich Ansätze von zar- len; die Vergangenheit durch
ankündigen, bekannt geben, tem Grün. Zus.: Bauchansatz, Bilder anschaulich machen.
verkünden (geh.), verkündi- Fettansatz. Syn.: bildlich, drastisch, plas-
gen (geh.). b) (einen Besuch) 2. Stelle, an der ein Körperteil tisch.
ankündigen: seinen Besuch bei o. Ä. ansetzt: der Ansatz des An|schau|ung [ an au ], die; -,
jmdm. ansagen; 〈auch + sich〉 Halses. Zus.: Haaransatz. -en:
sie sagte sich bei ihr [zu 3. zugrunde gelegter Gedanke, 1. subjektive Ansicht, Meinung:
Besuch, für morgen] an. Syn.: angesetzte Formel als Ausgangs- zu einer bestimmten Anschau-
anmelden. punkt für weitere berlegungen, ung gelangen; ich kenne seine
An|sa|ger [ anza ], der; -s, -, An- Rechnungen o. Ä.: der ganze politischen Anschauungen
sa|ge|rin [ anza r n], die; -, Ansatz ist falsch. Syn.: These nicht. Syn.: Auffassung, Ein-
-nen: (bildungsspr.). Zus.: Denkan- stellung, Standpunkt, Urteil,
Person, die beim Rundfunk oder satz, Lösungsansatz. Vorstellung. Zus.: Grundan-
im Fernsehen die Sendungen an|schaf|fen [ an afn], schaffte schauung, Weltanschauung.
ansagt: die Ansagerin hat sich an, angeschafft 〈tr.; hat〉: 2. 〈ohne Plural〉 das Anschauen:
heute zweimal versprochen. ( für längere Dauer) käuf lich aus eigener Anschauung urtei-
Zus.: Fernsehansager, Fernseh- erwerben: ich werde [mir] eine len.
ansagerin, Rundfunkansager, Spülmaschine anschaffen. An|schein [ an ain], der; -[e]s:
Rundfunkansagerin. Syn.: erstehen, kaufen, sich Art und Weise, wie etwas aus-
an|sam|meln [ anzamln], sam- leisten (ugs.), sich zulegen. sieht oder zu sein scheint: mit
melte an, angesammelt An|schaf|fung [ an af ], die; -, einem Anschein von Ernst;
〈+ sich〉: -en: allem Anschein nach ist sie
a) (als Sache) immer mehr wer- a) das Anschaffen: die Anschaf- verreist; es hat den Anschein,
den, in großen Mengen zusam- fung eines Autos. Syn.: Erwerb, als wollte es regnen; er erweckt
menkommen und sich anhäufen: Kauf. Zus.: Neuanschaffung, den Anschein (den Eindruck),
im Lager haben sich die Vor- Wiederanschaffung. b) etwas, als wäre ihm die Sache gleich-
räte angesammelt. Syn.: auf- was angeschafft worden ist: die- gültig. Syn.: Schein.
laufen, zusammenkommen. ses Tafelsilber ist eine Anschaf- an|schei|nend [ an ain nt]
b) nach und nach an einer fung fürs Leben. Syn.: Errun- 〈Adverb〉:
bestimmten Stelle zusammen- genschaft. wie es scheint: sie hat sich

101
anscheinend – anschließen

A anscheinend verspätet. Syn.:


allem Anschein nach, offenbar,
zugehen. Syn.: ansetzen,
Anstalten machen, Miene
einem Körperteil an etwas stoßen
[und sich dabei verletzen]: ich
offensichtlich, wohl. machen, sich rüsten (geh.). habe mir das Knie angeschla-
ansc an|schie|ßen [ an i sn], schoss an, gen. Syn.: sich stoßen.
anscheinend/scheinbar angeschossen 〈tr.; hat〉: 2. 〈tr.; hat〉 durch Anstoßen
1. durch einen Schuss verletzen: beschädigen: beim Geschirrspü-
Mit anscheinend wird die Ver-
ein Tier anschießen. len einen Teller anschlagen;
mutung zum Ausdruck gebracht,
2. (ugs.) heftig kritisieren: man angeschlagene Tassen. Syn.:
dass etwas so ist, wie es er-
hat in der Versammlung den ramponieren (ugs.).
scheint.
Bürgermeister angeschossen. 3. 〈tr.; hat〉 a) (die Tasten eines
– Herr Maier ist anscheinend Syn.: angreifen, attackieren, rüf- Computers o. Ä.) durch Druck
krank. feln (ugs.), rügen, schelten nach unten betätigen: bei dieser
Dies bedeutet also: Es sieht so (geh.), schimpfen auf/über, wet- alten Schreibmaschine müssen
aus/hat den Anschein, als ob Herr tern gegen/über. die Tasten kräftig angeschlagen
Maier krank wäre; vermutlich ist An|schiss [ an s], der; -es, -e werden. b) durch Tastendruck
er es tatsächlich. (derb): auf einem Klavier, Cembalo o. Ä.
Das Adjektiv scheinbar besagt, Tadel, Zurechtweisung: jmdm. erklingen lassen: einen Akkord
dass etwas nur dem Schein nach, einen Anschiss verpassen. Syn.: [auf dem Klavier] anschlagen.
nicht aber in Wirklichkeit so ist, Anpfiff (ugs.), Rüffel (ugs.), c) (ein Verhalten insbesondere bei
wie es sich darstellt. Dieses Wort Rüge, Verweis, Vorwurf. der Fortbewegung) in bestimmter,
steht im Gegensatz zu »wirklich«, An|schlag [ an la k], der; -[e]s, veränderter Weise gestalten, fort-
»wahr«, »tatsächlich«: Anschläge [ an l ]: setzen: eine schnellere Gangart
1. a) 〈ohne Plural〉 das Anschla- anschlagen.
– Die meisten Abstürze passieren gen: der weiche Anschlag der 4. 〈tr.; hat〉 (als Bekanntma-
in scheinbar harmlosem Ge- Pianistin; im Schwimmverein chung, Ankündigung, Inserat
lände. üben wir den Anschlag am o. Ä.) zur allgemeinen Kenntnis-
– Er ist scheinbar krank. Beckenrand. b) das einzelne nahme irgendwo anbringen, aus-
Anschlagen, Niederdrücken einer hängen: sie hat eine Bekanntma-
an|schei|ßen [ an aisn], schiss Taste (auf dem Computer oder chung, ein Plakat angeschlagen.
an, angeschissen 〈tr.; hat〉 der Schreib- oder Rechenma- Syn.: befestigen.
(derb): schine): sie schreibt 300 5. 〈itr.; hat〉 einen bestimmten
1. grob zurechtweisen, Anschläge in der Minute. Erfolg haben, eine Wirkung zei-
beschimpfen: der Chef hat 2. gewalttätiger Angriff (auf gen: das Medikament hat bisher
mich angeschissen. Syn.: jmdn. , etwas): auf die Botschaf- bei Krebspatientinnen gut ange-
anfahren, anherrschen, terin wurde ein Anschlag ver- schlagen; das Essen schlug bei
anpfeifen (ugs.), anschnauzen übt; der Anschlag ist gelungen, ihm an (machte ihn dick). Syn.:
(ugs.), heruntermachen (ugs.), missglückt. Syn.: Attentat, sich auswirken, fruchten, wir-
in den Senkel stellen (ugs.), berfall. Zus.: Bombenan- ken.
rüffeln (ugs.), zusammenstau- schlag, Brandanschlag, Giftgas- an|schlie|ßen [ an li sn], schloss
chen (ugs.). anschlag, Mordanschlag, an, angeschlossen:
2. betrügen: die Marktfrau hat Sprengstoffanschlag, Terroran- 1. 〈tr.; hat〉 an etwas anbringen
mich bestimmt angeschissen. schlag. und dadurch eine Verbindung
Syn.: anschmieren (ugs.), aufs 3. Bekanntmachung, die herstellen: einen Schlauch [an
Glatteis führen, aufs Kreuz irgendwo öffentlich angeschla- die/der Leitung] anschließen.
legen (salopp), hereinlegen gen, ausgehängt ist: ich möchte Syn.: befestigen, installieren,
(ugs.), hinters Licht führen, lei- noch die Anschläge an der Lit- montieren.
men (ugs.), linken (ugs.), über faßsäule lesen; etwas durch 2. a) 〈tr.; hat〉 folgen lassen: sie
den Löffel balbieren (ugs.), über- [einen] Anschlag am Schwarzen schloss [an ihre Rede] einige
listen, übers Ohr hauen (ugs.), Brett bekannt geben. Syn.: Aus- Worte des Dankes an. Syn.:
übertölpeln. hang. 1
anhängen, hinzufügen.
3. * angeschissen kommen: (zu 4. 〈ohne Plural〉 Stelle, bis zu der b) 〈+ sich〉 (auf etwas) unmittel-
jmdm. , der darüber ärgerlich ist) ein Teil einer Maschine o. Ä. bar folgen: an die Fahrt schloss
kommen: alle fünf Minuten kam bewegt werden kann: einen sich ein Besuch im Museum an.
er angeschissen und fragte, was Hebel bis zum Anschlag nieder- Syn.: nachfolgen.
er machen solle. Syn.: angelau- drücken. 3. 〈itr.; hat〉 unmittelbar dane-
fen kommen, angerannt kom- an|schla|gen [ an la n], schlägt benliegen: die Terrasse schließt
men, ankommen. an, schlug an, angeschlagen: an die Veranda an. Syn.: gren-
an|schi|cken [ an kn], schickte an, 1. a) 〈itr.; ist〉 gegen etwas stoßen zen.
angeschickt 〈+ sich〉 (geh.): [und sich dabei verletzen]: ich 4. 〈+ sich〉 a) (zu jmdm.) in
anfangen, im Begriff sein (etwas bin mit dem Kopf [an die Wand] engere Beziehung treten: sie hat
Bestimmtes zu tun, entspre- angeschlagen. Syn.: anstoßen, sich in letzter Zeit wieder mehr
chende Vorbereitungen dafür bumsen (ugs.), krachen (ugs.), ihren alten Freunden, an ihre
treffen): sie schickte sich an weg- prallen, schlagen. b) 〈tr.; hat〉 mit alten Freunde angeschlossen;

102
anschließend – anschwellen
sich leicht anschließen (leicht
Kontakt zu anderen Menschen
kuscheln (fam.), lehnen an/ge-
gen. b) 〈+ sich〉 dicht am Körper
etwas) wenden: sie hat verschie-
dene Hotels angeschrieben, aber A
finden). Syn.: sich anfreunden liegen: das Kleid schmiegt sich noch keine Antwort bekommen.
mit, sich verbinden mit. b) einer den Formen des Körpers an, Syn.: schreiben an. ansc
Meinung o. Ä. zustimmen: willst schmiegt sich eng an den Kör- 4. * bei jmdm. gut/schlecht
du dich nicht seinem Vorschlag per an. Syn.: anliegen. angeschrieben sein (ugs.): von
anschließen? c) sich (an einem an|schmie|ren [ an mi r n], jmdm. sehr/nicht geschätzt wer-
Unternehmen) beteiligen; (mit schmierte an, angeschmiert den: seit ihrer etwas abfälligen
jmdm.) mitgehen: sich einem (ugs.): Bemerkung ist sie beim Chef
Streik anschließen; darf ich 1. 〈+ sich〉 (an der Haut, Klei- schlecht angeschrieben.
mich Ihnen anschließen?; sich dung) mit Farbe oder Schmutz an|schrei|en [ an rai n], schrie an,
einer Partei anschließen (Mit- versehentlich in Berührung kom- angeschrien 〈tr.; hat〉:
glied einer Partei werden). men: du hast dich am linken ( jmdn.) wütend und mit lauter
an|schlie|ßend [ an li snt] Ärmel angeschmiert. Syn.: Stimme beschimpfen: der Chef
〈Adverb〉: beschmutzen, verschmutzen, hat die ganze Mannschaft ange-
(in Bezug auf eine zeitliche verunreinigen (geh.). schrien; die beiden schreien sich
Abfolge) danach: wir waren im 2. 〈tr.; hat〉 übervorteilen, täu- gegenseitig an. Syn.: anbrüllen,
Theater und gingen anschlie- schen: mit diesem angeblich anfahren, anherrschen,
ßend essen. Syn.: dann, darauf, echten Pelz hat man dich ange- anschnauzen (ugs.).
hinterher, im Anschluss daran, schmiert. Syn.: aufs Kreuz legen An|schrift [ an r ft], die; -, -en:
nachher, später. (salopp), betrügen, hereinlegen Angabe [des Namens und] der
An|schluss [ an l s], der; -es, (ugs.), hinters Licht führen, lei- Wohnung einer Person: die
Anschlüsse [ an l s ]: men (ugs.), linken (ugs.), prellen, Anschrift notieren. Syn.:
1. Verbindung (mit etwas), beson- über den Löffel balbieren (ugs.), Adresse. Zus.: Geschäftsan-
ders in Bezug auf Strom, Gas, überlisten, übers Ohr hauen schrift, Heimatanschrift, Privat-
Wasser, Telefon: das Dorf hatte (ugs.), übertölpeln. anschrift, Urlaubsanschrift.
noch keinen Anschluss an an|schnal|len [ an nal n], schnallte an|schul|di|gen [ an ld n], schul-
Strom und Wasser; einen an, angeschnallt 〈tr.; hat〉: digte an, angeschuldigt 〈tr.;
Anschluss für den Telefonappa- mit Riemen, Gurten o. Ä. festma- hat〉:
rat legen lassen; sie wollte ges- chen: die Skier anschnallen; im ( jmdm. , einer Sache) Schuld
tern bei ihm anrufen, bekam Flugzeug muss man sich geben: er wird angeschuldigt, die
aber keinen Anschluss (keine anschnallen. Syn.: angurten. Frau ermordet zu haben. Syn.:
telefonische Verbindung). Zus.: an|schnau|zen [ an nautsn], beschuldigen, bezichtigen, ver-
Gasanschluss, Gleisanschluss, schnauzte an, angeschnauzt dächtigen.
Hauptanschluss, Internetan- 〈tr.; hat〉 (ugs.): An|schul|di|gung [ an ld ],
schluss, Kabelanschluss, Neben- laut und grob tadeln: der Chef die; -, -en:
anschluss, Netzanschluss, Tele- hat mich angeschnauzt. Syn.: Äußerung, durch die jmd. ange-
fonanschluss, Wasseranschluss. anfahren, anherrschen, anschei- schuldigt wird: eine schwere, fal-
2. Möglichkeit, in ein Verkehrs- ßen (derb), anschreien. sche Anschuldigung; die
mittel umzusteigen, mit dem man an|schnei|den [ an naidn], schnitt Anschuldigungen zurückwei-
seine Reise fortsetzen kann: in an, angeschnitten 〈tr.; hat〉: sen.
Köln musste sie eine Stunde auf 1. zu verbrauchen beginnen, an|schwär|zen [ an v rtsn],
den Anschluss warten. indem man das erste Stück schwärzte an, angeschwärzt 〈tr.;
3. a) 〈ohne Plural〉 Kontakt (mit abschneidet: das Brot, die Torte hat〉 (ugs.):
etwas), Beziehung, Verbindung anschneiden. über jmdn. hinter dessen Rücken
(zu etwas/jmdm.): den An- 2. (über etwas) zu sprechen bei einer [maßgebenden, ein-
schluss an das tägliche Leben beginnen; zur Sprache bringen: f lussreichen] Person Schlechtes
finden; in der neuen Umgebung eine Frage anschneiden; das sagen : man schwärzte sie bei
fand sie sofort Anschluss. Syn.: Problem wurde leider nur kurz ihrem Vorgesetzten an. Syn.:
Fühlung. Zus.: Familienan- angeschnitten. Syn.: anreißen, denunzieren, madigmachen
schluss. b) * im Anschluss an ansprechen, antippen (ugs.), (ugs.), schlechtmachen (ugs.).
etwas (Akk.): unmittelbar nach aufwerfen, berühren, erwähnen. an|schwel|len [ an v l n], schwillt
etwas: im Anschluss an den Vor- an|schrei|ben [ an raibn], schrieb an, schwoll an, angeschwollen
trag findet eine Diskussion an, angeschrieben 〈tr.; hat〉: 〈itr.; ist〉:
statt. Syn.: anschließend an 1. für alle sichtbar auf eine senk- 1. (als Folge eines nicht normalen
etwas. rechte Fläche schreiben: welcher organischen Prozesses) dick wer-
an|schmie|gen [ an mi n], Schüler schreibt den Satz [an den: der Fuß ist nach dem Unfall
schmiegte an, angeschmiegt: die Tafel] an? Syn.: schreiben. stark angeschwollen. Syn.: sich
a) 〈itr.; hat〉 (an jmdn. , etwas) 2. (eine Geldsumme, die jmd. aufblähen, aufquellen, sich aus-
schmiegen: das Tier schmiegte schuldig bleibt) für die spätere dehnen.
den Kopf an mich an; das Kind Bezahlung notieren: schreiben 2. in der Intensität o. Ä. stärker
schmiegte sich an die Mutter Sie den Betrag bitte an! werden /Ggs. abebben/: der
an. Syn.: anlehnen, sich 3. sich schriftlich (an jmdn. , Lärm schwoll immer mehr an.

103
anschwindeln – Ansinnen

A Syn.: ansteigen, anwachsen,


sich ausweiten, eskalieren, stei-
an|sehn|lich [ anze nl c] 〈Adj.〉:
¸ machend,
einen starken Eindruck
men: Rost, Grünspan, [eine]
Patina ansetzen. Syn.: bilden,
gen, sich vergrößern, sich ver- gut aussehend, durch gutes Aus- entwickeln, zeigen. b) 〈+ sich〉
ansc mehren, sich verstärken, zuneh- sehen oder Größe auffallend: von als Schicht an etwas entstehen:
men. ansehnlicher Größe sein; eine an den Wänden des Gefäßes hat
an|schwin|deln [ an v ndln], ansehnliche Zahl von Abbildun- sich Kalk angesetzt. Syn.: sich
schwindelte an, angeschwindelt gen; Marburg ist eine ansehnli- bilden, sich entwickeln, sich zei-
〈tr.; hat〉 (ugs.): che Stadt; sie hat ein ansehnli- gen.
( jmdm.) die Unwahrheit sagen; ches Vermögen; ein ganz 8. 〈tr.; hat〉 (bei der Zubereitung
beschwindeln: sie hat ihn oft ansehnlicher Haufen (viel) von etwas) bestimmte Zutaten
angeschwindelt. Syn.: belügen. Papier lag vor der Tür. Syn.: vorbereitend mischen: eine
an|se|hen [ anze n], sieht an, sah außerordentlich, beachtlich, Bowle, den Teig ansetzen. Syn.:
an, angesehen 〈tr.; hat〉: bedeutend, bemerkenswert, anmachen (ugs.), anrühren,
1. a) (auf jmdn./etwas) den Blick besonder..., beträchtlich, mischen, rühren, vorbereiten,
richten: sie sah ihn an und enorm, erheblich, erstaunlich, zubereiten.
lächelte. Syn.: angucken, gewaltig (emotional), 1 groß, An|sicht [ anz ct], die; -, -en:
anschauen (bes. südd., österr., imposant, namhaft, nennens- 1. persönliche ¸ Meinung: sie hat
schweiz.), anstarren, betrach- wert, stattlich. ihre Ansicht über ihn geändert;
ten, blicken auf, fixieren, mit an|set|zen [ anz tsn], setzte an, nach meiner Ansicht/meiner
Blicken durchbohren, mit Bli- angesetzt: Ansicht nach hat er recht. Syn.:
cken messen (geh.), mit den 1. 〈tr.; hat〉 an etwas anbringen: Anschauung, Auffassung, Ein-
Augen verschlingen (ugs.), mus- einen Streifen Stoff an einen stellung, Standpunkt, Urteil,
tern. b) aufmerksam, interessiert, Rock ansetzen; wir müssen hier Vorstellung.
beurteilend betrachten: ich muss noch ein Stück Rohr ansetzen. 2. Bild, Abbildung (einer Stadt,
[mir] den Patienten, die Wunde 2. 〈tr.; hat〉 zu einem bestimmten eines Gebäudes, einer Land-
erst mal genau ansehen; willst Zweck an eine bestimmte Stelle schaft): sie zeigte mir einige
du [dir] in Köln auch den Dom bringen: du musst den Hebel Ansichten von Berlin. Syn.: Dar-
ansehen? c) als Besucher, genau an diesem Punkt anset- stellung, Zeichnung. Zus.:
Zuschauer etwas sehen: den zen; sie setzte das Glas an Schlossansicht, Stadtansicht.
Film, die Aufführung musst du ( führte es an den Mund) und 3. Bild, das etwas von einer
dir unbedingt ansehen. Syn.: trank es aus. Syn.: anlegen, bestimmten Seite aus bietet;
angucken, anschauen (bes. anstellen. sichtbarer Teil: die hintere
südd., österr., schweiz.), gucken 3. 〈tr.; hat〉 mit etwas beauftra- Ansicht des Schlosses. Zus.:
(ugs.). d) vom Gesicht ablesen gen: jmdn. als Bearbeiter auf ein Gesamtansicht, Hinteran-
können; an der äußeren Erschei- neues Projekt ansetzen. Syn.: sicht, Seitenansicht, Vorder-
nung erkennen: man sieht dir an, betrauen mit. ansicht.
dass du lügst; man sieht ihr den 4. 〈itr.; hat〉 sich anschicken, 4. * zur Ansicht: vorerst nur
Kummer an. Syn.: anmerken. etwas zu tun: zum Sprung anset- zum Ansehen, ohne dass man es
2. für etwas Bestimmtes hal- zen; die Rednerin setzte noch kaufen muss: einige Muster zur
ten (16 a): jmdn. als seinen einmal [zum Sprechen] an. Syn.: Ansicht bestellen.
Freund ansehen; etwas als sich rüsten (geh.). An|sichts|kar|te [ anz ctskart ],
Pflicht ansehen. Syn.: auffassen, 5. 〈tr.; hat〉 a) ( für eine bestimmte die; -, -n: ¸
betrachten, beurteilen, ein- Zeit) anordnen, (auf eine Postkarte mit der Ansicht einer
schätzen, erachten für (geh.). bestimmte Zeit) festsetzen: eine Stadt, Landschaft o. Ä.: sie sam-
3. beurteilen: sie sieht den Fall Verhandlung [auf neun Uhr] melt historische Ansichtskar-
ganz anders an als er. Syn.: ansetzen. Syn.: anberaumen ten. Syn.: Karte.
bewerten, einschätzen, werten. (Amtsspr.), auf das Programm an|sie|deln [ anzi dln], siedelte an,
An|se|hen [ anze n], das; -s: setzen, planen für, vorsehen. angesiedelt:
1. hohe Meinung, die man von b) veranschlagen: wir haben die 1. 〈+ sich〉 an einem Ort ansässig
jmdm./etwas hat: ihr Ansehen in Kosten zu niedrig, mit 500 Euro werden, sich an einem Ort nie-
der Bevölkerung ist groß; das angesetzt; für diese Arbeit muss derlassen, um dort zu wohnen:
Ansehen der Partei ist gesun- man drei Tage ansetzen. Syn.: sich in München ansiedeln.
ken. Syn.: Achtung, Autorität, berechnen, beziffern, schätzen, Syn.: seine Zelte aufschlagen
Bedeutung, Ehre, Einfluss, Gel- überschlagen. (meist scherzh.), seinen Wohn-
tung, Gewicht, Größe, guter 6. 〈tr.; hat〉 hervorzubringen, zu sitz nehmen, sesshaft werden,
Name, Image, Leumund, Name, bilden beginnen: die Pflanzen zuziehen.
Prestige (bildungsspr.), Profil setzen Knospen an; Fett anset- 2. 〈tr.; hat〉 an einem Ort ansässig
(bildungsspr.), Rang, Respekt, zen (dick werden); 〈auch itr.〉 die machen: man versuchte, diese
Ruf, Ruhm, Stellung, Würde. Bäume setzen schon an (bekom- Tiere in Europa anzusiedeln.
2. * jmdn. nur vom Ansehen men Knospen). Syn.: bilden, ent- An|sin|nen [ anz n n], das; -s, -
kennen: jmdn. nur vom Sehen, wickeln, hervorbringen, zeigen. (geh.):
nicht persönlich bzw. mit Namen 7. a) 〈itr.; hat〉 (eine Schicht, die Forderung, etwas Bestimmtes zu
kennen. sich allmählich bildet) bekom- tun [was als Zumutung empfun-

104
ansonsten – anstacheln
den, als unvereinbar mit der Per-
son des Ausführenden angesehen
Syn.: Referat, Toast, Vortrag.
Zus.: Begrüßungsansprache,
Motor sprang nicht an. Syn.:
anlaufen. A
wird]: sie wies das Ansinnen, die Festansprache. 2. * angesprungen kommen:
Wohnung zu räumen, entrüstet an|sprech|bar [ an pr cba ] [springend] herbeieilen: als es Eis anst
zurück. Syn.: Vorschlag. 〈Adj.〉: ¸ gab, kamen die Kinder alle
an|sons|ten [an z nstn] 〈Adverb〉 bereit und in der Lage, auf Äuße- angesprungen. Syn.: anrücken,
(ugs.): rungen, Fragen anderer zu rea- kommen.
a) sonst, im brigen: sie hat gieren, darauf einzugehen: der 3. 〈tr.; hat〉 a) an jmdm. hoch-
einen Schnupfen, aber ansons- Patient ist noch nicht wieder springen: der Hund sprang sie
ten geht es ihr gut. Syn.: dane- ansprechbar; ich bin jetzt nicht vor Freude an. b) sich mit einem
ben. b) anderenfalls: die Anwei- ansprechbar, ich muss mich zu Sprung (auf jmdn./etwas) stür-
sung muss befolgt werden, sehr konzentrieren. zen: der Tiger hat den Domp-
ansonsten gibt es Ärger. an|spre|chen [ an pr cn], spricht teur angesprungen. Syn.: anfal-
an|spie|len [ an pi l n], spielte an, ¸
an, sprach an, angesprochen: len, angreifen, attackieren, her-
angespielt: 1. 〈tr.; hat〉 a) das Wort an jmdn. fallen über, sich hermachen
1. 〈tr.; hat〉 ( jmdm.) den Ball, die richten: jmdn. auf der Straße über.
Scheibe zuspielen: einen Stürmer ansprechen und ihn nach dem An|spruch [ an pr x], der; -[e]s,
anspielen. Weg fragen. Syn.: anreden. b) in Ansprüche [ an pr c ]:
2. 〈itr.; hat〉 auf etwas einen ver- bestimmter Weise, mit einer ¸ sich]
1. etwas, was jmd. [ für
steckten, verhüllten Hinweis bestimmten Anrede das Wort an beansprucht, fordert: berech-
geben: sie spielte mit der Bemer- jmdn. richten: jmdn. in der drit- tigte, bescheidene, persönliche
kung auf sein Alter, auf den Vor- ten Person, mit seinem Namen Ansprüche; seine Ansprüche
fall von gestern an. ansprechen. Syn.: anreden. anmelden; große Ansprüche an
An|spie|lung [ an pi l ], die; -, 2. 〈tr.; hat〉 sich mit einer Frage in das Leben stellen. Syn.: Anfor-
-en: einer bestimmten Angelegenheit derung, Forderung, Wunsch;
versteckter, verhüllter Hinweis: an jmdn. wenden: jmdn. um * Anspruch auf etwas erhe-
eine zweideutige, freche Anspie- Hilfe ansprechen; sie sprach ihn ben/machen: etwas verlangen,
lung machen, überhören. auf den Vorfall von gestern an. fordern, beanspruchen: sie erhob
an|spit|zen [ an p tsn], spitzte an, Syn.: angehen, anrufen, bemü- keinen Anspruch auf Schaden-
angespitzt 〈tr.; hat〉: hen (geh.), bitten, ersuchen. ersatz; * etwas in Anspruch
1. vorn spitz machen: einen Blei- 3. 〈tr.; hat〉 zur Sprache bringen, nehmen: von etwas Gebrauch
stift anspitzen. behandeln: ein Thema, Problem machen, etwas benutzen; etwas
2. (ugs.) dazu bringen, antreiben, ansprechen. Syn.: andeuten, erfordern, brauchen: jmds. Hilfe
etwas Bestimmtes [was für den anführen, anreißen, anschnei- in Anspruch nehmen; diese
Erfolg einer Sache nötig ist] zu den, antippen (ugs.), aufrühren, Arbeit nimmt viel Zeit, alle ihre
tun: du musst ihn mal anspit- aufwärmen (ugs.), aufwerfen, Kräfte in Anspruch.
zen, dass er sich darum küm- berühren, erwähnen, nennen. 2. Anrecht: sie hat den Anspruch
mert; wenn ich sie nicht ange- 4. 〈tr.; hat〉 von jmdm./etwas als auf das Haus verloren. Zus.:
spitzt hätte, wäre die Arbeit einer Person oder Sache spre- Besitzanspruch, Rechtsan-
nicht pünktlich fertig geworden. chen, die einer bestimmten Vor- spruch.
Syn.: anfeuern, anregen, stellung entspricht, einen an|spruchs|los [ an pr xslo s]
anspornen, anstacheln, anstif- bestimmten Anspruch erfüllt: 〈Adj.〉:
ten, antreiben. jmdn. als seinen Freund anspre- a) keine großen Ansprüche stel-
An|sporn [ an p rn], der; -[e]s: chen; diese Bilder kann man lend: ein anspruchsloser
etwas, was jmdn. (zu etwas nicht als Kunstwerke anspre- Mensch; sie ist sehr anspruchs-
Bestimmtem) anspornt: die chen. Syn.: ansehen, auffassen, los. Syn.: bedürfnislos, beschei-
Belohnung sollte ein Ansporn betrachten, beurteilen, bezeich- den, einfach, genügsam.
für die weitere Arbeit sein. Syn.: nen, einschätzen, erachten für b) schlichten, nur geringen
Anregung, Anreiz, Antrieb. (geh.), halten für, hinstellen. Ansprüchen genügend:
an|spor|nen [ an p rn n], spornte 5. 〈itr.; hat〉 eine bestimmte Wir- anspruchslose Lektüre. Syn.:
an, angespornt 〈tr.; hat〉: kung, Reaktion zeigen: die bescheiden, einfach, karg,
Antrieb, Anreiz geben: ihr Lob Patientin sprach auf das Medi- niveaulos, schlicht.
spornte ihn zu noch größeren kament nicht an. Syn.: reagie- an|spruchs|voll [ an pr xsf l]
Leistungen an. Syn.: anfeuern, ren. 〈Adj.〉:
anregen, anreizen, anstacheln, 6. 〈tr.; hat〉 (vor allem von künst- große Ansprüche stellend: sie ist
antreiben, beflügeln (geh.), lerischen Gegenständen) (auf eine sehr anspruchsvolle Frau;
befruchten (geh.), begeistern, jmdn.) in besonders positiver ein anspruchsvolles (kritisches)
beseelen (geh.), ermutigen, Weise wirken: das Bild sprach Publikum. Syn.: hochtrabend
motivieren, veranlassen. ihn nicht besonders an. Syn.: (emotional), wählerisch.
An|spra|che [ an pra x ], die; -, -n: behagen, gefallen. an|sta|cheln [ an taxln], stachelte
meist kürzere Rede: sie hielt aus an|sprin|gen [ an pr n], sprang an, angestachelt 〈tr.; hat〉:
Anlass des Jubiläums eine an, angesprungen: zur Steigerung, zu einer höheren
Ansprache vor den Gästen. 1. 〈itr.; ist〉 in Gang kommen: der Leistung treiben, zu treiben

105
Anstalt – anstellen

A suchen: das hat sie zu neuen


Anstrengungen angestachelt;
(ugs.), reichlich, schön (ugs.),
tüchtig (ugs.), viel.
1. in einer Schlange warten, bis
man an die Reihe kommt: an der
jmds. Eifer, Ehrgeiz durch Lob an|stands|hal|ber [ an tantshalb ] Kasse, nach Eintrittskarten
Anst anstacheln. Syn.: 2 bewegen, 〈Adverb〉: anstehen. Syn.: Schlange ste-
anfeuern, anregen, anreizen, um die Form zu wahren; nur aus hen, warten.
anspitzen (ugs.), anspornen, Höf lichkeit: du musst sie 2. (geh.) angemessen sein; zu
anstiften, antreiben, aufwiegeln, anstandshalber fragen, ob sie einer Person oder Sache in
beflügeln (geh.), befruchten mitgehen will. Syn.: aus bestimmter Weise passen:
(geh.), ermutigen, motivieren, Anstand, der Form halber. Bescheidenheit stünde ihm gut
reizen, treiben, veranlassen. an|stands|los [ an tantslo s] an.
An|stalt [ an talt], die; -, -en (veral- 〈Adverb〉: 3. * nicht anstehen, etwas zu
tend): ohne Schwierigkeiten zu machen, tun (geh.): etwas ohne Weiteres,
1. öffentliche Einrichtung, Institu- ohne zu zögern: sie haben mir ohne Bedenken tun; nicht zögern,
tion o. Ä. , die der Ausbildung, das Kleid anstandslos umge- etwas zu tun: ich stehe nicht an,
Erziehung, Heilung o. Ä. dient: sie tauscht. Syn.: bereitwillig, gern, das zu tun.
kam in eine Anstalt für schwer ohne Weiteres, unbesehen, 4. auf Erledigung warten: diese
erziehbare Kinder; der Trinker widerspruchslos. Arbeit steht noch an.
wurde in eine Anstalt gebracht. an|star|ren [ an tar n], starrte an, an|stei|gen [ an tai n], stieg an,
Syn.: Heim, Institut, Stätte. angestarrt 〈tr.; hat〉: angestiegen 〈itr.; ist〉:
Zus.: Badeanstalt, Heilanstalt, starrend ansehen: jmdn. [unver- 1. aufwärtsführen: die Straße,
Justizvollzugsanstalt, Lehran- wandt] anstarren; die Wände das Gelände steigt an.
stalt, Strafvollzugsanstalt, Tier- anstarren; sie starren sich 2. a) höher werden: das Wasser
körperbeseitigungsanstalt, Ver- [gegenseitig]/(geh.:) einander steigt an; ansteigende Tempe-
suchsanstalt, Vollzugsanstalt. an. raturen, Preise. Syn.: anziehen
2. * [keine] Anstalten machen: an|statt [an tat]: (Börsenw., Kaufmannsspr.),
sich [nicht] zu etwas vorbereiten, 1
statt. aufschlagen, sich verteuern.
anschicken; etwas [nicht] tun an|ste|cken [ an t kn], steckte an, b) immer größer, umfangrei-
wollen: sie machten keine angesteckt: cher werden: der Umsatz, Ver-
Anstalten zu gehen. 1. 〈tr.; hat〉 a) mit einer Nadel kehr stieg rapide, sprunghaft
An|stand [ an tant], der; -[e]s: o. Ä. an etwas stecken: sie steckte an; die Zahl der Besucher ist
gutes Benehmen, gute Sitten: sie ihm eine Blume an. Syn.: im letzten Jahr stark angestie-
hat keinen Anstand, kein anbringen, fixieren. b) an den gen. Syn.: anlaufen, anschwel-
Gefühl für Anstand. Syn.: Erzie- Finger stecken: er steckte ihr len, anwachsen, sich auf blä-
hung, Höflichkeit, Kinderstube, einen Ring an. hen, sich ausdehnen, sich aus-
Kultur, Schliff, Takt, Taktgefühl, 2. 〈tr.; hat〉 anzünden: eine Kerze weiten, explodieren, steigen,
Zartgefühl. anstecken; du steckst dir eine sich vergrößern, sich vermeh-
an|stän|dig [ an t nd c] 〈Adj.〉: Zigarette nach der anderen an. ren, sich verstärken, sich ver-
1. dem Anstand, der¸Sitte, einem 3. a) 〈tr.; hat〉 eine Krankheit (auf vielfachen, zunehmen.
guten und fairen Verhalten ent- jmdn.) übertragen: sie hat mich 1
an|stel|le [an t l ] 〈Präp. mit
sprechend: sie ist ein anständi- [mit ihrem Schnupfen] ange- Gen.〉, an Stelle:
ger Mensch; sich anständig steckt. Syn.: infizieren. stellvertretend für; statt: sie fuhr
benehmen; das war sehr anstän- b) 〈+ sich〉 durch Kontakt (mit anstelle ihrer Schwester mit.
dig (anerkennenswert) von dir. einem Kranken selbst) krank wer- 2
an|stel|le [an t l ] 〈Adverb in Ver-
Syn.: ehrlich, fair, korrekt, loyal den: er hat sich bei ihr, in der bindung mit »von«〉, an Stelle:
(bildungsspr.), moralisch, recht- Schule angesteckt. Syn.: sich 2
statt: anstelle von (statt) Wor-
schaffen (veraltend), reell, sitt- infizieren, sich etwas holen ten werden Taten erwartet.
lich, sittsam (veraltend). (ugs.), sich etwas zuziehen. Syn.: anstatt.
2. (ugs.) durchaus genügend: sie c) 〈itr.; hat〉 sich auf andere Orga- an|stel|len [ an t l n], stellte an,
spricht ein anständiges Eng- nismen übertragen: diese Krank- angestellt:
lisch. Syn.: ordentlich (ugs.), heit steckt nicht an; 〈häufig im 1. 〈tr.; hat〉 an etwas stellen: eine
tüchtig, zufriedenstellend. 1. Partizip〉 ansteckende Krank- Leiter [an die Wand] anstellen.
3. (ugs.) ziemlich groß, viel: sie heiten. Syn.: ansetzen, lehnen.
haben eine ganz anständige An|ste|ckung [ an t k ], die; -, 2. 〈+ sich〉 sich einer wartenden
Summe verdient; sie muss -en: Reihe von Personen anschließen:
anständig draufzahlen; ich bertragung einer Krankheit auf sich an der Kasse des Theaters
werde jetzt erst mal anständig einen anderen Organismus: anstellen.
essen (mich richtig satt essen). Ansteckung durch Berührung; 3. 〈tr.; hat〉 /Ggs. abstellen/:
Syn.: ausgiebig, ausreichend, sich vor Ansteckung [mit a) zum Fließen, Strömen bringen:
beachtlich, beträchtlich, gebüh- Geschlechtskrankheiten] schüt- das Gas, Wasser anstellen.
rend, gehörig, gewaltig (emotio- zen. b) durch Schalten in Betrieb set-
nal), in Massen, in rauen Men- an|ste|hen [ an te n], stand an, zen: die Maschine, das Radio
gen, massenhaft (oft emotio- angestanden 〈itr.; hat; südd., anstellen. Syn.: andrehen,
nal), nicht zu knapp, ordentlich österr., schweiz.: ist〉: anknipsen (ugs.), anlassen,

106
Anstellung – anstrengend
anmachen, anschalten, anwer-
fen, aufdrehen (ugs.), einschal-
Werk setzen: Unfug, Intrigen
anstiften.
an|stö|ßig [ an tø s c] 〈Adj.〉:
anstoßerregend: sie¸ sangen A
ten, in Gang setzen. 2. verleiten; (zu etwas blem) anstößige Lieder. Syn.: anrü-
4. 〈tr.; hat〉 a) durch einen Vertrag überreden: jmdn. zu einem Ver- chig, derb, doppeldeutig, nicht anst
in ein Arbeitsverhältnis aufneh- brechen anstiften. Syn.: anfeu- salonfähig, nicht stubenrein
men; als Arbeitskraft verpf lich- ern, anregen, anreizen, anspit- (scherzh.), obszön, schamlos,
ten: jmdn. als Verkäufer anstel- zen (ugs.), anstacheln, antrei- schlüpfrig (abwertend), schmut-
len; sie ist bei einer Behörde ben, aufputschen, aufstacheln, zig, schweinisch (ugs. abwer-
angestellt. Syn.: anheuern aufwiegeln, treiben, veranlas- tend), unanständig, unflätig,
(ugs.), beschäftigen, einstellen, sen. ungebührlich (geh.), ungehörig,
engagieren. b) (ugs.) mit einer an|stim|men [ an t m n], stimmte verrufen, wüst, zweifelhaft.
Arbeit beauftragen: jmdn. zum an, angestimmt 〈tr.; hat〉: an|strei|chen [ an traicn], strich
Schuheputzen anstellen. zu singen beginnen: ein Lied, an, angestrichen 〈tr.; ¸ hat〉:
5. 〈tr.; hat〉 a) tun, machen, unter- einen Choral anstimmen. 1. Farbe streichend an eine Flä-
nehmen: sie hat schon alles An|stoß [ an to s], der; -es, che bringen: ein Haus anstrei-
Mögliche angestellt, aber nichts Anstöße [ an tø s ]: chen. Syn.: anmalen, bemalen,
hat gegen diese Krankheit 1. erstes Spielen des Balls beim lackieren, pinseln (ugs.), strei-
geholfen. b) anrichten: was hast Beginn eines Fußballspiels oder chen, tönen, tünchen.
du da wieder angestellt? Syn.: nach einer Unterbrechung: den 2. durch einen Strich [am Rand]
ausfressen (ugs.), machen, 1 tun, Anstoß haben, ausführen. hervorheben, kenntlich machen:
verursachen. c) in bestimmter 2. auslösende Wirkung: sie hat eine Stelle in einem Buch
Weise machen, einrichten: wie den Anstoß zu dieser Samm- anstreichen; die Fehler rot
soll ich das anstellen?; das hat lung gegeben. Syn.: Anregung, anstreichen. Syn.: abhaken,
er wieder geschickt angestellt. Anreiz, Antrieb, Hinweis, Idee, ankreuzen, anzeichnen, kenn-
Syn.: bewerkstelligen Impuls, Vorschlag, Wink. Zus.: zeichnen, markieren.
(Papierdt.). Denkanstoß. an|stren|gen [ an tr n], strengte
6. 〈+ sich〉 sich bei etwas in 3. * Anstoß erregen: Ärger, an, angestrengt:
bestimmter Weise verhalten: jmds. Unwillen hervorrufen: mit 1. a) 〈+ sich〉 seine Kräfte mehr
sich bei einer Arbeit dumm, dieser Bemerkung hat er Anstoß als gewöhnlich einsetzen; sich
geschickt anstellen. [bei ihr] erregt; * an etwas große Mühe geben: du musst
7. 〈tr.; hat〉 als Funktionsverb: Anstoß nehmen: etwas missbil- dich in der Schule mehr
berlegungen anstellen (überle- ligen; Ärger, Unwillen über etwas anstrengen. Syn.: sich abmü-
gen); Beobachtungen anstellen empfinden: er nahm Anstoß an hen, sich abplagen, sich abquä-
(etwas beobachten); mit jmdm. ihrem Benehmen. len, sich abrackern (ugs.), sich
ein Verhör anstellen ( jmdn. ver- an|sto|ßen [ an to sn], stößt an, abschinden (ugs.), sich aufrei-
hören). stieß an, angestoßen: ben, sich bemühen, das Men-
An|stel|lung [ an t l ], die; -, -en: 1. a) 〈tr.; hat〉 einen kleinen Stoß schenmögliche tun, nichts
a) das Aufnehmen in ein Arbeits- geben: er hat mich beim Schrei- unversucht lassen, sich plagen,
verhältnis; das Anstellen: die ben versehentlich angestoßen; sich quälen, rackern (ugs.), sich
Anstellung weiterer Mitarbeite- jmdn. freundschaftlich ansto- schinden (ugs.), sein Bestes tun,
rinnen. b) Arbeitsplatz (2): eine ßen. Syn.: anrempeln (ugs.), sein Möglichstes tun, sich etwas
feste Anstellung haben, suchen. rempeln (ugs.). b) 〈itr.; ist〉 in der abverlangen, sich strapazieren.
Syn.: Arbeit, Job (ugs.), Position, Bewegung gegen, an etwas sto- b) 〈tr.; hat〉 zu besonderer Leis-
Posten, Stelle, Stellung, Tätig- ßen: das Kind ist mit dem Kopf tung steigern: seinen Verstand,
keit. an den Tisch angestoßen. Syn.: seine Stimme anstrengen.
An|stieg [ an ti k], der; -[e]s, -e: anschlagen, bumsen (ugs.), kra- 2. 〈tr.; hat〉 übermäßig beanspru-
1. das Ansteigen, Aufwärtsfüh- chen (ugs.), prallen, schlagen. chen; eine Belastung, Strapaze
ren: der Anstieg der Straße. c) 〈itr.; hat〉 (bei einem Fußball- sein: das viele Sprechen strengte
2. das Größer-, Umfangreicher-, spiel) den Anstoß ausführen: wel- die Kranke sehr an; 〈auch itr.〉
Höherwerden: der Anstieg der che Mannschaft stößt an? Turnen, Laufen strengt an. Syn.:
Temperaturen; ein Anstieg der 2. 〈itr.; hat〉 lispeln: er stößt angreifen, aufreibend sein,
Kosten. Syn.: Ausweitung, etwas [mit der Zunge] an. beschwerlich sein, mühselig
Eskalation, Explosion, Wachs- 3. 〈itr.; hat〉 die Gläser aneinan- sein, schlauchen (ugs.), strapa-
tum, Zunahme, Zuwachs. Zus.: derstoßen, um auf etwas zu trin- zieren, strapaziös sein.
Druckanstieg, Kursanstieg, ken: sie stießen auf ihre Gesund- 3. 〈tr.; hat〉 (ein gerichtliches Ver-
Preisanstieg, Temperaturan- heit, auf den Erfolg des Buches fahren) veranlassen: einen Pro-
stieg. an. zess, eine Klage [gegen jmdn.]
3. das Hinaufsteigen: ein 4. 〈itr.; ist〉 ( jmds.) Unwillen her- anstrengen.
beschwerlicher Anstieg. Syn.: vorrufen; Anstoß erregen: er ist an|stren|gend [ an tr nt] 〈Adj.〉:
Aufstieg. bei seinem Chef angestoßen. mit Anstrengung verbunden, die
an|stif|ten [ an t ftn], stiftete an, Syn.: anecken (ugs.), beleidigen, Kräfte stark beanspruchend: eine
angestiftet 〈tr.; hat〉: brüskieren, ins Fettnäpfchen anstrengende Arbeit; der Tag
1. (etwas bles) veranlassen, ins treten (ugs.), kränken. war sehr anstrengend [für sie].

107
Anstrengung – Antiquariat

A An|stren|gung [ an tr
-en:
], die; -, Teil eines Ganzen, der jmdm.
gehört oder zukommt: seinen
den Widerpart des im Basiswort
Genannten, etwas Entgegenge-
1. das Sichbemühen, Sicheinset- Anteil fordern; sie verzichtete setztes dar: Antikathode; Anti-
Anst zen für ein Ziel: vergebliche auf ihren Anteil [an der Erb- materie; Antitheater.
Anstrengungen; seine Anstren- schaft]. Syn.: Bestandteil, 2
an|ti-, An|ti- [anti] 〈adjektivisches
gungen verstärken; mit letzter Hälfte, Portion, Ration, Stück, und substantivisches Präfix〉:
Anstrengung. Syn.: Aktivität, Zulage. Zus.: Arbeitgeberanteil, drückt aus, dass jmd./etwas
Arbeit, Bemühung, Mühe. Arbeitnehmeranteil, Eigenan- alles andere oder ganz anders ist
2. starke, übermäßige Beanspru- teil, Kapitalanteil, Löwenanteil, als das, was man mit dem Basis-
chung der Kräfte: sich von den Marktanteil. wort üblicherweise inhaltlich
Anstrengungen einer Arbeit, An|teil|nah|me [ antailna m ], verbindet: Antifußball (es war
Reise erholen. Syn.: Bürde die; -: ein schlechtes Spiel); Antiheld;
(geh.), Mühsal (geh.), Plage, inneres, gefühlsmäßiges Beteiligt- Antikünstler; Antistar. Syn.: a-,
Strapaze, Stress. Zus.: Kraftan- sein: menschliche Anteilnahme; in-, nicht-, pseudo-, un-.
strengung, beranstrengung. ein Ereignis mit lebhafter An|ti|ba|by|pil|le [anti be bip l ],
An|strich [ an tr c], der; -[e]s, -e: Anteilnahme verfolgen; jmdm. die; -, -n:
¸ mit Farbe: mit
1. das Anstreichen seine Anteilnahme aussprechen. empfängnisverhütende Pille, Tab-
dem Anstrich beginnen. Syn.: Beileid, Interesse, Mitge- lette: sich die Antibabypille ver-
2. angestrichene Farbe: das Haus fühl, Teilnahme. schreiben lassen. Syn.: Pille
kriegt einen neuen Anstrich. An|ten|ne [an t n ], die; -, -n: (ugs.).
Zus.: Außenanstrich, Grundan- [an einem erhöhten Punkt ange- an|tik [an ti k] 〈Adj.〉:
strich, Innenanstrich, Rost- brachte, hoch aufragende] Vor- 1. die Antike betreffend, aus ihr
schutzanstrich, Schutzanstrich, richtung zum Ausstrahlen oder stammend: das antike Rom; ein
Tarnanstrich. Empfangen von Sendungen des berühmtes antikes Bauwerk.
An|sturm [ an t rm], der; -[e]s, Rundfunks, Fernsehens o. Ä.: eine Syn.: alt, klassisch.
Anstürme [ an t rm ]: Antenne auf dem Dach anbrin- 2. im Stil vergangener Epochen
a) das Heranstürmen: dem gen. Zus.: Außenantenne, Auto- hergestellt, sie nachahmend: ein
Ansturm des Feindes, Gegners antenne, Dachantenne, Emp- antiker Leuchter; antik (mit
nicht gewachsen sein. b) großer fangsantenne, Fernsehantenne, Möbeln einer früheren Stilperi-
Andrang: es begann ein großer Funkantenne, Gemeinschafts- ode) eingerichtet sein. Syn.: alt.
Ansturm auf die Kasse des antenne, Hausantenne, Parabol- antik / antiquarisch / antiquiert:
Theaters, nach Karten. Syn.: antenne, Richtantenne, Sende- s. Kasten Seite 109.
Run, Zulauf. Zus.: Massenan- antenne, Stabantenne, Tele- An|ti|ke [an ti k ], die; -:
sturm. skopantenne, UKW-Antenne, das klassische, griechisch-römi-
-ant [ant], der; -en, -en 〈Suffix〉: Zimmerantenne. sche Altertum und seine Kultur:
besagt, dass das im Basiswort 1
an|ti-, An|ti- [anti] 〈adjektivisches die Welt der Antike; in der
Genannte von der so bezeichne- und substantivisches Präfix〉: Antike.
ten männlichen Person ausge- gegen, wider: An|ti|pa|thie [antipa ti ], die; -,
führt, ausgeübt wird: 〈aktivi- 1. drückt einen ausschließenden Antipathien [antipa ti n] (bil-
sche Bedeutung; Basiswort ist Gegensatz, eine gegnerische dungsspr.):
meist ein Verb auf -»ieren«〉 Einstellung zu dem im Basis- dem Gefühl entspringende Abnei-
/Ggs. -and/: a) 〈verbale Basis〉 wort Genannten aus: a) 〈adjekti- gung gegen jmdn. , etwas /Ggs.
Diskutant ( jmd. , der diskutiert); visch〉 antiamerikanisch; anti- Sympathie/: er hat eine Anti-
Informant (der Informierende); autoritär; antibürgerlich; anti- pathie gegen alles, was mit
Sympathisant. b) 〈substantivi- demokratisch; antiklerikal; Militär zusammenhängt. Syn.:
sche Basis〉 Arrestant ( jmd. , der antikommunistisch. b) 〈substan- Abscheu, Aversion (geh.), Ekel,
einen Arrest verbüßt); Asylant tivisch〉 Antialkoholiker; Antifa- Widerwille.
( jmd. , der um Asyl nachsucht). schist; Antimilitarismus; Anti- an|tip|pen [ ant pn], tippte an,
Syn.: -(at)or, -end, -er, -eur, -ier, semit. angetippt 〈tr.; hat〉:
-ling (meist ugs. abwertend). 2. drückt aus, dass dem im 1. leicht und kurz berühren: er
an|tas|ten [ antastn], tastete an, Basiswort Genannten entgegen- tippte seine Nachbarin an und
angetastet 〈tr.; hat〉: gewirkt wird, dass es verhindert flüsterte ihr etwas ins Ohr; ein
1. beeinträchtigen, beschädigen, wird: a) 〈adjektivisch〉 antialler- heikles Thema antippen (ugs.;
schmälern: mit dieser Äußerung gisch; antibakteriell. b) 〈substan- nur andeuten). Syn.: anfassen,
hat er meine Ehre angetastet; tivisch; oft dreigliedrig, wobei angreifen, anrühren, streifen.
ihre Unabhängigkeit ist nie das dritte Glied in Verbindung 2. (ugs.) vorsichtig anfragen: ich
angetastet worden. Syn.: ein- mit »Anti-« das als zweites werde bei ihm einmal [deswe-
schränken, in Mitleidenschaft Glied Genannte verhindern o. Ä. gen] antippen. Syn.: anspre-
ziehen, missachten, ramponie- soll〉 Anti-Ausländer-Parole; chen, befragen, sich erkundigen,
ren, untergraben, verletzen. Antibabypille; Anti-Hitler-Ko- fragen, sich informieren, kon-
2. zu verbrauchen beginnen: das alition; Antikriegsfilm. sultieren.
gesparte Geld nicht antasten. 3. bildet einen komplementären, An|ti|qua|ri|at [antikva ria t], das;
An|teil [ antail], der; -[e]s, -e: ergänzenden Gegensatz, stellt -[e]s, -e:

108
antiquarisch – Antrieb
antik/antiquarisch/antiquiert
Antik wird in zwei Bedeutungen gebraucht: die nicht mehr im normalen Buchhandel, sondern
A
a) das klassische griechisch-römische Altertum (die nur noch im Antiquariat gekauft werden können: Antr
Antike) betreffend und zu seiner Kultur gehörend: – Das Museum hat eine antiquarische Bibel aus dem
– antike Statuen 16. Jahrhundert erworben.
– antike Mythologie, Philosophie – Ich habe diesen Duden von 1907 antiquarisch ge-
b) (in Bezug auf Möbel) aus einer vergangenen Epoche kauft.
stammend bzw. in deren Stil gemacht: Antiquiert wird genannt, was nicht mehr unserer
– Die Wohnung ist voll von antiken Möbeln, die wohl heutigen Anschauung enspricht und deshalb als
mindestens hundert Jahre alt sind. nicht mehr zeitgemäß, altmodisch, veraltet empfun-
– Sie hatte sich antik eingerichtet. den wird:

Antiquarisch wird meist in Bezug auf ältere (unter – Dieser Film wirkt hoffnungslos antiquiert.
Umständen schon gebrauchte) Bücher verwendet, – Der Fortschrittsglaube der 1960er- und 1970er-
Jahre wirkt heute antiquiert.

Geschäft, Laden, in dem [wert- Ant|litz [ antl ts], das; -es, -e halten: früher wurde die Mühle
volle] gebrauchte Bücher o. Ä. (geh.): vom Wind angetrieben. Syn.:
verkauft werden: immer mehr Gesicht: das Antlitz des Toten. betreiben.
Antiquariate müssen schließen. Syn.: Fratze, Visage (derb 4. a) 〈tr.; hat〉 ans Ufer treiben:
Syn.: Buchhandlung. abwertend). die Wellen haben das Boot [an
an|ti|qua|risch [anti kva r ] 〈Adj.〉: An|trag [ antra k], der; -[e]s, den Strand] angetrieben; die
(von Büchern o. Ä.) gebraucht, Anträge [ antr ]: Leiche wurde [an der Südspitze
alt [und wertvoll]: neue und 1. an eine Behörde gerichtete der Insel] angetrieben. Syn.: an
antiquarische Bücher; das schriftliche Bitte: einen Antrag Land spülen, ans Ufer spülen.
Buch habe ich antiquarisch auf Gewährung eines Zuschus- b) 〈itr.; ist〉 ans Ufer getrieben
gekauft. ses stellen; ihr Antrag wurde werden: das Boot ist erst nach
antiquarisch / antik / antiquiert: abgelehnt. Syn.: Anfrage, Bitt- Wochen an der/an die Küste
s. Kasten antik/antiquarisch/ schrift (veraltend), Eingabe, angetrieben.
antiquiert. Ersuchen, Gesuch. Zus.: Asyl- an|tre|ten [ antre tn], tritt an, trat
an|ti|quiert [anti kvi t] 〈Adj.〉: antrag, Kreditantrag. an, angetreten:
nicht mehr den zeitgemäßen, 2. zur Abstimmung eingereichter 1. 〈tr.; hat〉 festtreten: die Erde
modernen Vorstellungen, Gege- Entwurf: gegen einen Antrag um die Pflanzen herum antre-
benheiten entsprechend, veraltet stimmen. Syn.: Empfehlung, ten.
[und daher nicht mehr ernst zu Vorschlag. Zus.: Strafantrag. 2. 〈itr.; ist〉 sich in einer bestimm-
nehmen]: eine antiquierte Aus- an|tref|fen [ antr fn], trifft an, traf ten Ordnung hinstellen: die
drucksweise. Syn.: altertümlich, an, angetroffen 〈tr.; hat〉: Schüler waren der Größe nach
altmodisch, konservativ, rück- an einem bestimmten Ort, in angetreten. Syn.: sich auf bauen
ständig, überholt, unmodern. einem bestimmten Zustand tref- (ugs.), sich aufstellen, aufziehen,
antiquiert / antik / antiquarisch: fen, finden: ich habe sie nicht zu sich gruppieren, sich postieren.
s. Kasten antik/antiquarisch/ Hause angetroffen; er war froh, 3. 〈itr.; ist〉 a) sich zum Wett-
antiquiert. sie gesund anzutreffen. Syn.: kampf stellen: sie will gegen die
An|ti|qui|tät [antikvi t t], die; -, begegnen, entdecken, erreichen, Weltmeisterin antreten. b) sich
-en: vorfinden. zu etwas an einem bestimmten
altertümlicher Gegenstand aus an|trei|ben [ antraibn], trieb an, Ort einfinden: pünktlich zum
dem Kunsthandwerk: englische, angetrieben: Dienst antreten. Syn.: ankom-
wertvolle Antiquitäten; Antiqui- 1. 〈tr.; hat〉 zu rascherer Fortbe- men, sich einstellen, eintreffen,
täten sammeln. wegung veranlassen: er trieb die erscheinen, kommen.
An|ti|se|mit [antize mi t], der; -en, Pferde [mit der Peitsche] an. 4. 〈tr.; hat〉 mit etwas (z. B. einer
-en, An|ti|se|mi|tin [antize- Syn.: vorwärtstreiben. Reise, dienstlichen Tätigkeit)
mi t n], die; -, -nen: 2. 〈tr.; hat〉 zu höherer Leistung beginnen: eine Reise, ein Amt,
antisemitisch eingestellte Person: drängen, treiben: sie hat ihn zur den Dienst antreten.
man kennt ihn schon lange als Eile angetrieben; der Ehrgeiz An|trieb [ antri p], der; -[e]s, -e:
Antisemiten. hat ihn [dazu] angetrieben. 1. innere Kraft, die jmdn. zu
an|ti|se|mi|tisch [antize mi t ] Syn.: 2 bewegen, anfeuern, anre- einem bestimmten Verhalten
〈Adj.〉: gen, anreizen, anspitzen (ugs.), treibt: Ehrgeiz und Egoismus
feindlich gegenüber den Juden anspornen, anstacheln, anstif- waren die Antriebe seines Han-
[eingestellt], gegen das Judentum ten, beflügeln (geh.), befruchten delns. Syn.: Anlass, Anregung,
gerichtet: antisemitische Propa- (geh.), ermutigen, motivieren, Anreiz, Ansporn, Anstoß,
ganda; antisemitische Äußerun- reizen, treiben, veranlassen. Beweggrund, Grund, Impuls,
gen, Gewalttaten; antisemitisch 3. 〈tr.; hat〉 (eine Maschine o. Ä.) Motiv, Ursache, Veranlassung.
eingestellt sein. in Gang setzen und in Bewegung 2. Kraft, die eine Maschine o. Ä.

109
antrinken – Anweisung

A in Gang bringt und in Bewe-


gung hält: ein Fahrzeug mit
wissen lassen: jmdm. seine
Pläne, ein Geheimnis anver-
befiel ihn. Syn.: Einfall, Grille,
Laune.
elektrischem Antrieb. Zus.: All- trauen. Syn.: erzählen, hinter- an|wär|men [ anv rm n], wärmte
antr radantrieb, Atomantrieb, bringen, mitteilen, nennen, an, angewärmt 〈tr.; hat〉:
Dampfantrieb, Dieselantrieb, preisgeben, verraten, zutragen. ein wenig wärmen: das Bett, die
Düsenantrieb, Frontantrieb, b) 〈+ sich〉 sich im Vertrauen an Suppe anwärmen. Syn.: aufwär-
Heckantrieb, Hinterradantrieb, jmdn. wenden und ihm Persönli- men, erwärmen, wärmen.
Raketenantrieb, Riemenantrieb, ches mitteilen: ich habe mich An|wär|ter [ anv rt ], der; -s, -, An-
Turbinenantrieb, Vierradan- nur meiner Freundin anver- wär|te|rin [ anv rt r n], die; -,
trieb, Vorderradantrieb. traut. Syn.: sich offenbaren. -nen:
an|trin|ken [ antr kn], trank an, an|wach|sen [ anvaksn], wächst an, Person, die einen Anspruch, die
angetrunken 〈itr.; hat〉: wuchs an, angewachsen 〈itr.; Aussicht auf etwas hat: sie ist
durch Trinken von Alkohol erlan- ist〉: einer der Anwärter / eine der
gen: trink dir bloß keinen 1. stetig zunehmen: seine Schul- Anwärterinnen auf dieses Amt.
[Rausch] an! ; sich Mut antrin- den wachsen immer mehr an; Syn.: Aspirant, Aspirantin, Kan-
ken. der Tumult wuchs an. Syn.: didat, Kandidatin. Zus.: Amts-
An|tritt [ antr t], der; -[e]s, -e 〈Pl. anschwellen, ansteigen, sich anwärter, Amtsanwärterin,
selten〉: ausdehnen, sich ausweiten, sich Beamtenanwärter, Beamtenan-
das Antreten, Beginn: vor Antritt breitmachen, explodieren, stei- wärterin, Lehramtsanwärter,
der Reise; nach Antritt ( ber- gen, sich vergrößern, sich ver- Lehramtsanwärterin, Offiziers-
nahme) des Amtes. mehren, sich verstärken, sich anwärter, Offiziersanwärterin,
an|tun [ antu n], tat an, angetan vervielfachen, zunehmen. Thronanwärter, Thronanwärte-
〈tr.; hat〉: 2. sich wachsend (mit etwas) rin, Titelanwärter, Titelanwärte-
a) zuteilwerden lassen: jmdm. fest[er] verbinden: die Sträucher rin.
etwas Gutes, eine Ehre antun. sind gut angewachsen; die An|wart|schaft [ anvart aft], die; -:
Syn.: erweisen. b) (etwas Nach- transplantierte Haut wächst Recht, Aussicht auf einen künfti-
teiliges, Unangenehmes) zufügen: langsam an. Syn.: angehen gen Besitz o. Ä. : sie hatte, besaß
jmdm. Unrecht, Schande, etwas (ugs.). eine Anwartschaft auf dieses
Böses, Gewalt antun. Syn.: bei- An|walt [ anvalt], der; -[e]s, Amt, diesen Titel. Syn.:
bringen; * sich etwas antun: Anwälte [ anv lt ], An|wäl|tin Anrecht, Berechtigung.
sich umbringen. [ anv lt n], die; -, -nen: an|wei|sen [ anvaizn], wies an,
Ant|wort [ antv rt], die; -, -en: 1. Person, die jmdn. in rechtlichen angewiesen 〈tr.; hat〉:
Äußerung, die auf die Frage oder Angelegenheiten berät oder (z. B. 1. für jmdn. aussuchen, bestim-
die Äußerung eines andern folgt: bei Prozessen) vertritt: sie will men, festlegen und ihm zeigen:
sie bekam [auf ihre Frage] nur Anwältin werden; sich einen jmdm. einen Platz, ein Zimmer,
eine kurze Antwort; die Mutter Anwalt nehmen. Syn.: Bevoll- eine Arbeit anweisen. Syn.:
rief, aber die Kinder gaben keine mächtigte, Bevollmächtigter, zuteilen, zuweisen.
Antwort (antworteten nicht). Jurist, Juristin, Vertreter, Vertre- 2. ( jmdm.) einen bestimmten
Syn.: Auskunft. terin. Zus.: Patentanwalt, Auftrag erteilen, ( jmdm.) etwas
ant|wor|ten [ antv rtn], antwor- Patentanwältin, Rechtsanwalt, befehlen: ich habe ihn angewie-
tete, geantwortet 〈itr.; hat〉: Rechtsanwältin, Scheidungsan- sen, sofort die Chefin zu
sich auf eine Frage hin äußern; walt, Scheidungsanwältin, benachrichtigen; sie war ange-
eine Antwort, Auskunft geben: sie Staatsanwalt, Staatsanwältin, wiesen, nicht darüber zu spre-
antwortete [mir] höflich auf Staranwalt, Staranwältin. chen. Syn.: auferlegen, auftra-
meine Frage; 〈auch tr.〉 er 2. Person, die etwas verficht, für gen, beauftragen, gebieten
wusste nicht, was er darauf ant- jmdn. , etwas eintritt: als Anwalt (geh.), veranlassen.
worten sollte. Syn.: einwenden, einer guten Sache auftreten. 3. anleiten (a): einen Auszubil-
einwerfen, entgegnen, erwidern, Syn.: Fürsprecher, Fürspreche- denden [bei der Arbeit] anwei-
kontern, Kontra geben (ugs.), rin. sen.
versetzen, zur Antwort geben. an|wan|deln [ anvandln], wandelte 4. aufs Konto überweisen: den
an|ver|trau|en [ anf trau n], ver- an, angewandelt 〈tr.; hat〉 (geh.): Angestellten das Gehalt anwei-
traute an, anvertraut: erfassen, befallen, überkommen: sen. Syn.: schicken, zugehen
1. 〈tr.; hat〉 vertrauensvoll in die eine Stimmung, Laune hat sie lassen, zuleiten.
Obhut, Fürsorge eines anderen angewandelt. Syn.: beschlei- An|wei|sung [ anvaiz ], die; -,
geben: während seiner Reise ver- chen, erfüllen, ergreifen, über- -en:
traute er die Kinder seiner fallen, übermannen, überwälti- 1. das Anweisen: die Anweisung
Schwester an; jmdm. ein Amt, gen. für die Woche erfolgt immer
eine Geldsumme anvertrauen; An|wand|lung [ anvandl ], die; -, montags.
wir haben uns seiner Fürsorge -en: 2. a) Anordnung, Befehl: eine
anvertraut. Syn.: überantworten plötzlich auftretende Stimmung: Anweisung befolgen; Anwei-
(geh.), übergeben, überlassen, sie folgte einer [plötzlichen] sung haben, etwas zu tun.
übertragen. Anwandlung und reiste ab; eine b) [gedruckte] Anleitung: bitte
2. a) 〈tr.; hat〉 jmdn. im Vertrauen Anwandlung von Heimweh lesen Sie diese Anweisung vor

110
anwenden – Anzeige
Inbetriebnahme des Geräts
genau durch.
lich, zugegen, vorhanden /Ggs.
abwesend/: alle anwesenden
2. sich die Möglichkeit zum heim-
lichen Abhören einer Telefonlei- A
an|wen|den [ anv ndn], wandte/ Personen waren einverstanden; tung o. Ä. verschaffen: jmds.
wendete an, angewandt/ange- als dies beschlossen wurde, war Telefon, Telefonleitung anzap- Anze
wendet 〈tr.; hat〉: er nicht anwesend. Syn.: dabei, fen. Syn.: abhören.
1. zu einem bestimmten Zweck gegenwärtig. An|zei|chen [ antsaicn], das; -s, -:
verwenden, gebrauchen: bei einer An|we|sen|heit [ anve znhait], Zeichen, Merkmal,¸ das etwas
Arbeit ein bestimmtes Verfah- die; -: Vorhandenes oder Kommendes
ren, eine bestimmte Technik das Anwesendsein /Ggs. Abwe- anzeigt, erkennen lässt: sie
anwenden; sie musste eine List senheit/: man sollte in ihrer waren nach dem langen Marsch
anwenden. Syn.: ausnutzen Anwesenheit nicht davon spre- ohne jedes Anzeichen von
(bes. nordd.), ausnützen (bes. chen. Syn.: Gegenwart. Erschöpfung; die Anzeichen
südd.), sich bedienen, benutzen an|wi|dern [ anvi d n], widerte an, eines drohenden Krieges. Syn.:
(bes. nordd.), benützen (bes. angewidert 〈tr.; hat〉: Anhaltspunkt, Hinweis, Indiz
südd.), brauchen, einsetzen, in (bei jmdm.) Ekel hervorrufen: (bes. Rechtsspr.), Symptom (bil-
Benutzung haben, in Benutzung dieser Mensch, sein Benehmen dungsspr.), Vorzeichen.
nehmen, nutzen, nützen (bes. widert mich an; er fühlte sich an|zeich|nen [ antsaicn n], zeich-
südd.). von dem Gestank angewidert. ¸ 〈tr.; hat〉:
nete an, angezeichnet
2. (eine Regel o. Ä.) auf etwas Syn.: anekeln, ekeln. 1. an eine Wandtafel zeichnen:
Bestimmtes beziehen und im An|woh|ner [ anvo n ], der; -s, -, ein Quadrat anzeichnen.
Umgang damit verwenden: einen An|woh|ne|rin [ anvo n r n], die; 2. durch ein Zeichen bezeichnen,
Paragrafen auf einen Fall -, -nen: kenntlich machen: der Korrektor
anwenden. Person, die an einer bestimmten hat alle Fehler gefunden und
An|wen|dung [ anv nd ], die; -, Straße wohnt: die Anwohner der angezeichnet; ich habe die
-en: Straße, des Seeufers; als Anwoh- Bäume, die gefällt werden müs-
1. das Anwenden: die Anwen- nerin darf sie hier parken. Syn.: sen, angezeichnet. Syn.: ankreu-
dung der neuen Richtlinien. Anlieger, Anliegerin, Anrainer, zen, anstreichen, kennzeichnen,
Syn.: Einsatz, Gebrauch, Nut- Anrainerin, Nachbar, Nachbarin. markieren, zeichnen.
zung. Zus.: Gewaltanwendung, An|zahl [ antsa l], die; -, -en: An|zei|ge [ antsai ], die; -, -n:
Nutzanwendung. Zahl von (vorhandenen) Perso- 1. a) private, geschäftliche, amtli-
2. therapeutische medizinische nen oder Sachen: das hängt von che Mitteilung in einer Zeitung,
Maßnahme besonders bei einer der Anzahl der Teilnehmer ab; Zeitschrift: eine Anzeige aufge-
Kur: mehrere Anwendungen eine ganze Anzahl Kinder/von ben, schalten; auf die Anzeige
verschreiben. Kindern kam/(seltener:) kamen hin meldeten sich fünf Bewer-
an|wer|ben [ anv rbn], wirbt an, uns entgegen. Syn.: Menge, berinnen. Syn.: Annonce, Inse-
warb an, angeworben 〈tr., hat〉: Reihe. rat. Zus.: Kleinanzeige, Kon-
für eine bestimmte Arbeit, für Anzahl / Zahl: taktanzeige, Suchanzeige,
einen Dienst werben: Arbeits- s. Kasten Seite 1109. Tauschanzeige, Todesanzeige,
kräfte, Fachleute, Beamte, an|zah|len [ antsa l n], zahlte an, Traueranzeige, Verlustanzeige,
Rekruten, Söldner, Truppen angezahlt 〈tr.; hat〉: Vermisstenanzeige, Werbean-
anwerben; jmdn. als Lehrer beim Kauf als ersten Teil des gan- zeige, Zeitungsanzeige.
anwerben. Syn.: anheuern zen Betrags zahlen: zahlen Sie b) gedruckte Bekanntgabe eines
(ugs.), anstellen, 1 berufen, bitte 300 Euro an, und zahlen privaten Ereignisses: wir haben
beschäftigen, einstellen, enga- Sie den Rest der Summe bei Lie- die Anzeige ihrer Vermählung
gieren, heuern, in Lohn und ferung der Ware. erhalten. Zus.: Geburtsanzeige,
Brot nehmen (veraltend), ver- An|zah|lung [ antsa l ], die; -, Heiratsanzeige, Verlobungsan-
pflichten. -en: zeige.
an|wer|fen [ anv rfn], wirft an, 1. das Anzahlen: der Auftrag 2. offizielle Meldung besonders
warf an, angeworfen 〈tr.; hat〉: wird nach Anzahlung von 100 einer straf baren Handlung an die
(einen Motor o. Ä.) in Gang set- Euro sofort ausgeführt. Polizei oder an eine entspre-
zen: den Motor, den Wagen, den 2. angezahlter Betrag: die chende Behörde: jmdm. mit
Rasenmäher anwerfen. Syn.: Anzahlung wird später mit dem einer Anzeige drohen; gegen
ankurbeln, anlassen, anstellen, Kaufpreis verrechnet. jmdn. [bei der Polizei, der
in Betrieb setzen, starten. an|zap|fen [ antsapfn], zapfte an, Staatsanwaltschaft] Anzeige
An|we|sen [ anve zn], das; -s, - angezapft 〈tr.; hat〉: erstatten ( jmdn. anzeigen). Zus.:
(geh.): 1. zur Entnahme des ( f lüssigen) Selbstanzeige, Strafanzeige.
[größeres] Grundstück mit Haus, Inhalts öffnen und teilweise ent- 3. Vorrichtung, Teil eines Geräts
Gebäude: sie haben ein großes leeren: ein Fass, einen Tank, eine o. Ä. zum Anzeigen von Daten:
Anwesen auf dem Land erwor- Pipeline anzapfen; eine Strom- ich brauche einen Taschenrech-
ben. Syn.: Bauernhof, Farm, leitung anzapfen (an einer ner mit einer großen Anzeige.
Gehöft, Gut, Hof. Stromleitung Strom entnehmen); Zus.: Analoganzeige, Digitalan-
an|we|send [ anve znt] 〈Adj.〉: 〈auch itr.〉 der Wirt hat noch gar zeige, Flüssigkristallanzeige,
an einem bestimmten Ort befind- nicht angezapft. Kraftstoffanzeige, LED-Anzeige.

111
anzeigen – Apothekerin

A an|zei|gen [ antsai n], zeigte an,


angezeigt 〈tr.; hat〉:
6. 〈itr.; hat〉 [das Tempo vom
Stand an] in bestimmter Weise
Zweifel (an etwas) äußern, zwei-
felnd infrage stellen: die Glaub-
1. dem Betrachter den Stand von beschleunigen: der Wagen zieht würdigkeit des Zeugen, die
anze etwas angeben: das Barometer gut an. Echtheit eines Bildes anzwei-
zeigt schönes Wetter an; der an|zie|hend [ antsi nt] 〈Adj.〉: feln. Syn.: bezweifeln, in Zweifel
Zähler zeigt den Stromver- durch sein reizvolles, attraktives ziehen, zweifeln an.
brauch an. Syn.: zeigen. Äußeres, sein angenehmes Wesen apart [a part] 〈Adj.〉:
2. [durch eine Anzeige] bekannt für sich einnehmend: ein anzie- durch seine Besonderheit ange-
geben, wissen lassen, mitteilen, hendes Äußeres; sie wirkte sehr nehm auffallend; ungewöhnlich,
ankündigen o. Ä.: die Geburt anziehend auf ihn. Syn.: anspre- nicht alltäglich und dadurch reiz-
eines Kindes in der Zeitung chend, attraktiv, einnehmend. voll: ein apartes Kleid, Ausse-
anzeigen; der Trainer zeigte der An|zie|hungs|kraft [ antsi s- hen, Gesicht; dieser Hut ist
Mannschaft die restliche Spiel- kraft], die; -, Anziehungskräfte: besonders apart. Syn.: ästhe-
zeit an. Syn.: anmelden, annon- 1. magnetische Kraft: die Anzie- tisch, gefällig, geschmackvoll,
cieren, ansagen, inserieren. hungskraft eines Magnets; die smart.
3. der Polizei oder einer entspre- Anziehungskraft der Erde. Apart|ment [a partm nt], das;
chenden Behörde melden: jmdn. 2. 〈ohne Plural〉 für sich einneh- -s, -s:
wegen Betrugs, eines Diebstahls mende, in seinen Bann ziehende (oft nur aus einem Zimmer beste-
anzeigen. Syn.: denunzieren. Wirkung: eine unwiderstehliche hende) komfortable Kleinwoh-
an|zet|teln [ ants tln], zettelte an, Anziehungskraft besitzen; sie nung: ein Apartment mieten.
angezettelt 〈tr.; hat〉 (abwer- übt eine große Anziehungskraft Syn.: Wohnung.
tend): auf ihn aus. Apartment / Appartement:
(etwas Negatives) [heimlich] vor- An|zug [ antsu k], der; -[e]s, s. Kasten Seite 113.
bereiten und in die Wege leiten: Anzüge [ antsy ]: Ap|fel [ apfl], der; -s, Äpfel [ pfl]:
einen Aufstand, Streik, einen 1. aus Jacke und Hose [sowie rundliche, aromatische Frucht
Krieg, Intrigen, Krawalle anzet- Weste] bestehende Kleidung: ein mit hellem, festem Fleisch und
teln. Syn.: anstiften. eleganter, sportlicher, zweireihi- einem Kerngehäuse: einen grü-
an|zie|hen [ antsi n], zog an, ger Anzug; der neue Anzug sitzt nen, rotbäckigen, sauren, safti-
angezogen: gut; er trug einen dunklen gen Apfel essen; Äpfel pflücken,
1. 〈tr.; hat〉 /Ggs. ausziehen/: Anzug. Zus.: Abendanzug, [vom Baum] schütteln, schälen.
a) den Körper mit etwas beklei- Arbeitsanzug, Flanellanzug, Zus.: Bratapfel, Frühapfel, Win-
den: die Mutter zog sich, die Hausanzug, Konfirmandenan- terapfel.
Kinder rasch an; eine gut ange- zug, Nadelstreifenanzug, Som- Ap|fel|si|ne [apfl zi n ], die; -, -n:
zogene Frau. b) (ein Kleidungs- meranzug, Trainingsanzug. rötlich gelbe, runde Zitrusfrucht
stück) überziehen, überstreifen: 2. * im Anzug sein: herankom- mit saftigem, wohlschmecken-
einen Mantel, Handschuhe men, bevorstehen, sich nähern: dem Fruchtf leisch und dicker
anziehen. Syn.: anlegen (geh.), ein Gewitter ist im Anzug. Syn.: Schale: süße, saftige Apfelsinen;
umlegen. aufkommen, aufziehen, drohen, Apfelsinen schälen, auspressen.
2. 〈tr.; hat〉 a) Anziehungskraft kommen, nahen (geh.), sich Syn.: Orange, Südfrucht.
(auf etwas) ausüben und an sich nähern, sich zusammenbrauen. Apos|tel [a p stl], der; -s, -:
heranziehen /Ggs. abstoßen/: an|züg|lich [ antsy kl c] 〈Adj.〉: 1. Jünger Jesu: die zwölf Apostel.
der Magnet zieht Eisen an. ¸
1. auf etwas Unangenehmes 2. (bildungsspr.; oft iron.) Per-
b) viel Anziehungskraft haben anspielend: anzügliche Fragen son, die [in einer auf andere
und zum Kommen veranlassen; stellen; er lächelte anzüglich. etwas penetrant wirkenden
in seinen Bann ziehen: die Aus- 2. anstößig, zweideutig: anzügli- Weise] eine [Art] Lehre vertritt,
stellung zog viele Besucher an; che Witze erzählen. Syn.: dop- einer Lehre anhängt: die Apostel
er fühlte sich von dem Fremden peldeutig, nicht salonfähig, des Liberalismus; ein Apostel
angezogen. Syn.: anlocken. nicht stubenrein (scherzh.), obs- der Gewaltlosigkeit, Enthalt-
c) aus der Luft der Umgebung zön, schamlos, schlüpfrig samkeit. Syn.: Anhänger,
aufnehmen: Salz zieht Feuchtig- (abwertend), schmutzig (abwer- Anhängerin, Eiferer, Eiferin,
keit an. tend), schweinisch (ugs. abwer- Jünger, Jüngerin. Zus.: Freiheits-
3. 〈tr.; hat〉 an den Körper ziehen: tend), unanständig, unflätig, apostel, Friedensapostel,
ein Bein anziehen. ungebührlich (geh.), ungehörig, Gesundheitsapostel, Moralapos-
4. 〈tr.; hat〉 straffer spannen; unmoralisch. tel, Naturapostel.
durch Ziehen, Drehen fester an|zün|den [ ants ndn], zündete Apo|the|ke [apo te k ], die; -, -n:
machen: das Seil, die Schraube an, angezündet 〈tr.; hat〉: Geschäft, in dem Medikamente
anziehen. zum Brennen bringen: eine verkauft, zum Teil auch herge-
5. 〈itr.; hat〉 (Börsenw., Kauf- Kerze, ein Streichholz anzün- stellt werden: ich muss noch
mannsspr.) [im Preis] höher wer- den; darf ich dir die Zigarette schnell in die Apotheke gehen.
den, steigen: die Aktien ziehen anzünden? Syn.: anbrennen, Apo|the|ker [apo te k ], der; -s, -,
an; Baumwolle hat angezogen. anstecken. Apo|the|ke|rin [apo te k r n],
Syn.: ansteigen, aufschlagen, an|zwei|feln [ antsvaifln], zweifelte die; -, -nen:
sich verteuern. an, angezweifelt 〈tr.; hat〉: Person, die die Berechtigung zur

112
Apparat – Arbeit
Apartment/Appartement
Die beiden Wörter unterscheiden sich nicht nur in Dagegen stammt Appartement aus dem Französi-
A
der Schreibung, sondern auch in der Aussprache und schen, wird [apart mã , schweiz. auch: ... m nt] aus- Arbe
in der Bedeutung. gesprochen und bedeutet Zimmerf lucht in einem grö-
Das aus dem Englischen entlehnte Apartment wird ßeren Hotel.
[a partm nt, engl.: p tm nt] ausgesprochen und
bedeutet kleinere Wohnung (in einem komfortablen
Mietshaus).

Leitung einer Apotheke erworben richten; mit einem Appell zur tem, scharf kantigem Stein: ein
hat: die Apothekerin hat mich Toleranz seine Rede beschlie- Kilo Aprikosen kaufen; Apriko-
gut beraten. ßen. Syn.: Mahnung. sen entkernen.
Ap|pa|rat [apa ra t], der; -[e]s, -e: 2. (Militär) Aufstellung, Antreten April [a pr l], der; -[s], -e:
1. technisches Gerät, das aus zur berprüfung, Entgegennahme vierter Monat des Jahres: der
mehreren Teilen zusammenge- einer Nachricht, eines Befehls diesjährige April war zu kalt.
setzt ist und bestimmte Funktio- o. Ä. : zum Appell antreten. Aqua|rell [akva r l], das; -s, -e:
nen erfüllt: ein kleiner, kompli- ap|pel|lie|ren [ap li r n] 〈itr.; hat〉: mit Wasserfarben gemaltes Bild:
zierter Apparat; du wirst am sich nachdrücklich mit einer Auf- zarte, leuchtende Aquarelle.
Apparat (ugs.; am Telefon) ver- forderung oder Mahnung (an Aqua|ri|um [a kva ri m], das; -s,
langt; stell doch bitte den Appa- jmdn.) wenden: er appellierte an Aquarien [a kva ri n]:
rat (ugs.; Fernseh-, Radioapparat die Bewohner, Ruhe zu bewah- Behälter aus Glas zur Pf lege und
o. Ä.) ab; sie musste den Apparat ren; an jmds. Einsicht appellie- Züchtung von kleinen Tieren,
auseinandernehmen, weil er ren. Syn.: auffordern, aufrufen, besonders Fischen, und Pf lanzen,
nicht mehr funktionierte. Syn.: mahnen. die im Wasser leben: ein Aqua-
Anlage, Apparatur, Maschine, Ap|pe|tit [ape ti t], der; -[e]s: rium anlegen; Goldfische im
Vorrichtung. Zus.: Fernsehappa- Lust, Verlangen [etwas Bestimm- Aquarium halten.
rat, Fernsprechapparat, Filmap- tes] zu essen: der Appetit ist mir Äqua|tor [ kva to ], der; -s:
parat, Fotoapparat, Radioappa- vergangen; einen guten, unbän- größter Breitenkreis auf der Erde,
rat, Rasierapparat. digen Appetit haben; sie bekam der die Erdkugel in die nördliche
2. Gesamtheit der Personen und auf einmal großen Appetit auf und die südliche Halbkugel teilt:
Hilfsmittel, die für eine Fisch. Syn.: Hunger, Kohldampf das Schiff überquert, passiert
bestimmte größere Aufgabe benö- (ugs.); * guten Appetit!: den Äquator.
tigt werden: ein technischer, Wunschformel vor dem Essen. Ära [ ra], die; - , Ären [ r n]
militärischer Apparat; der ap|pe|tit|lich [ape ti tl c] 〈Adj.〉: (geh.):
schwerfällige Apparat der Ver- ¸
a) (durch die Art der Zubereitung, unter einem bestimmten Aspekt
waltung. Zus.: Beamtenapparat, durch das Aussehen) den Appetit gesehener zeitlicher Abschnitt;
Behördenapparat, Parteiappa- anregend: appetitlich angerich- durch eine Person oder Sache
rat, Polizeiapparat, Regierungs- tete Speisen; die Brötchen sehen geprägte, gekennzeichnete Epo-
apparat, Staatsapparat, Verwal- sehr appetitlich aus. Syn.: deli- che: eine neue Ära einleiten; die
tungsapparat. kat, köstlich, lecker. b) hygie- Ära der Raumfahrt; die Ära de
Ap|pa|ra|tur [apara tu ], die; -, nisch einwandfrei und dadurch Gaulle (die Amtszeit de Gaulles).
-en: ansprechend: etwas ist appetit- Syn.: Periode, Phase, Zeit, Zeit-
gesamte Anlage von Apparaten lich verpackt. alter, Zeitraum.
und Instrumenten, die einer ap|plau|die|ren [aplau di r n] 〈itr.; Ar|beit [ arbait], die; -, -en:
bestimmten Aufgabe dient: eine hat〉: 1. körperliches oder geistiges
komplizierte, automatische Beifall spenden und so sein Gefal- Tätigsein mit einzelnen Verrich-
Apparatur. Syn.: Maschine, Vor- len an etwas kundtun: nach ihrer tungen; Ausführung eines Auf-
richtung. Rede applaudierten die Zuhörer trags: eine leichte, anstren-
Ap|par|te|ment [apart mã ], das; lebhaft. Syn.: Applaus spenden, gende, mühsame, zeitraubende,
-s, -s: Beifall klatschen, klatschen. langweilige Arbeit; eine neue,
zusammenhängende Reihe von Ap|plaus [a plaus], der; -es: interessante Arbeit beginnen; er
Zimmern in einem größeren, Beifall, der sich durch Klatschen, hat als Lehrling jeden Tag
meist luxuriösen Hotel: für den Zurufe o. Ä. äußert: nach dem bestimmte Arbeiten zu verrich-
Urlaub haben wir ein Apparte- Konzert setzte stürmischer ten; eine Arbeit übernehmen,
ment gebucht. Applaus ein; es gab viel Applaus ausführen, erledigen. Syn.:
Appartement / Apartment: für die Künstler. Syn.: Jubel, Beschäftigung, Dienst, Erwerb,
s. Kasten Apartment / Apparte- Ovation. Geschäft, Tätigkeit. Zus.: Büro-
ment. Apri|ko|se [apri ko z ], die; -, -n: arbeit, Frauenarbeit, Gartenar-
Ap|pell [a p l], der; -[e]s, -e: rundliche, samtig behaarte, gelbe beit, Gemeinschaftsarbeit,
1. dringliche Aufforderung, bis orangefarbene, oft rotwangige Halbtagsarbeit, Instandhal-
beschwörender Aufruf: einen Frucht mit [saftigem] wohlschme- tungsarbeit, Kinderarbeit,
Appell an die Öffentlichkeit ckendem Fruchtf leisch und glat- Küchenarbeit, Männerarbeit,

113
arbeiten – Arbeitsloser

A Nachtarbeit, Pionierarbeit, Räu-


mungsarbeit, Straßenarbeit,
arbeitet an einem Roman, über
den Expressionismus; sie arbei-
arbeiterin, Hafenarbeiter,
Hafenarbeiterin, Saisonarbeiter,
Teilzeitarbeit. tet für den Frieden (setzt sich Saisonarbeiterin, Straßenarbei-
arbe 2. 〈ohne Plural〉 a) das Beschäf- dafür ein); für, gegen Geld (gegen ter, Straßenarbeiterin.
tigtsein mit etwas: du störst Bezahlung) arbeiten; im Akkord, Ar|beit|ge|ber [ arbait e b ], der;
mich bei der Arbeit; an die unter schlechten Bedingungen -s, -, Ar|beit|ge|be|rin [ arbait-
Arbeit gehen; sich an die Arbeit arbeiten. Syn.: sich befassen, e b r n], die; -, -nen:
machen; sie hat viel Arbeit (hat sich beschäftigen, beschäftigt Firma o. Ä. , Person, die andere
viel zu tun); * in Arbeit sein: sein, sich betätigen, schaffen gegen regelmäßige Bezahlung
gerade hergestellt werden: das (bes. südd.), werken, wirken. beschäftigt: sie hat einen ver-
Präparat ist gerade in Arbeit. b) 〈itr.; hat〉 beruf lich tätig, ständnisvollen Arbeitgeber; die
b) anstrengendes, beschwerliches, beschäftigt sein: halbtags arbei- Firma als größte Arbeitgeberin
mühevolles Tätigsein: es war eine ten; auf dem Bau, bei der Bahn, in der Region. Syn.: Unterneh-
ziemliche Arbeit, die Bücher in einer Fabrik arbeiten; er mer, Unternehmerin.
neu zu ordnen; du hast dir viel arbeitet als Monteur, fürs Fern- Ar|beit|neh|mer [ arbaitne m ],
Arbeit gemacht mit der Vorbe- sehen. Syn.: in Lohn und Brot der; -s, -, Ar|beit|neh|me|rin
reitung des Festes. Syn.: stehen (veraltend), schaffen [ arbaitne m r n], die; -, -nen:
Anstrengung, Bürde (geh.), (bes. südd.). c) 〈+ sich〉 durch Person, die von einem Arbeitge-
Mühe, Mühsal (geh.), Plage, Arbeit in einen bestimmten ber, einer Arbeitgeberin beschäf-
Strapaze, Stress. c) beruf liche Zustand gelangen: sich müde, tigt wird: die Arbeitnehmer
Tätigkeit, Ausübung des Berufs: krank arbeiten. haben viele Zugeständnisse
sie sucht eine neue Arbeit; er 2. 〈itr.; hat〉 in Tätigkeit, in gemacht, um die Arbeitsplätze
hat zurzeit keine Arbeit (ist Betrieb, in Funktion sein: die zu erhalten.
arbeitslos); einer [geregelten] Maschine arbeitet Tag und ar|beit|sam [ arbaitza m] 〈Adj.〉
Arbeit nachgehen (berufstätig Nacht; sein Herz arbeitet wieder (veraltend):
sein); von der Arbeit kommen; normal. Syn.: an sein (ugs.), stets bemüht, seine Arbeit gut
zur Arbeit gehen, fahren. Syn.: angestellt sein, funktionieren, und schnell zu verrichten: ein
Beruf, Gewerbe, Job, Metier, gehen, in Gang sein, laufen. arbeitsamer Mensch; die neue
Tätigkeit. 3. 〈tr.; hat〉 in einer bestimmten Kollegin ist sehr arbeitsam.
3. a) als Ergebnis einer Betätigung Art oder Gestaltung, Ausführung Syn.: beflissen (geh.), betrieb-
entstandenes Erzeugnis, Produkt: anfertigen: ein Kostüm auf sam, eifrig, emsig (geh. , oft
sorgfältige, grundlegende, Taille, eine Vase in Ton arbeiten; iron.), fleißig, tüchtig.
handgefertigte Arbeiten; die wer hat diesen Anzug gearbei- Ar|beits|kraft [ arbaitskraft], die; -,
Künstler stellten ihre Arbeiten tet? Syn.: bilden, erschaffen, fer- Arbeitskräfte [ arbaitskr ft ]:
aus; eine wissenschaftliche tigen, gestalten, hervorbringen, 1. 〈ohne Plural〉 Fähigkeit, etwas
Arbeit (Abhandlung) veröffentli- machen. zu leisten, zu arbeiten: die
chen; der Lehrer sammelte die 4. 〈+ sich〉 einen Weg [zu einem menschliche Arbeitskraft durch
Arbeiten (schriftlichen Aufgaben) Ziel] mühevoll zurücklegen: es Maschinen ersetzen.
ein. Syn.: Denkmal, Schöpfung, dauerte einige Zeit, bis er sich 2. Mensch, der Arbeit leistet: der
Werk. Zus.: Bastelarbeit, Flecht- durch den Schnee gearbeitet Betrieb hat neue Arbeitskräfte
arbeit, Goldschmiedearbeit, hatte. Syn.: sich fortbewegen, eingestellt. Syn.: Kraft.
Häkelarbeit, Lederarbeit, sich schleppen. ar|beits|los [ arbaitslo s] 〈Adj.〉:
Metallarbeit, Silberarbeit, Stick- 5. 〈itr.; hat〉 (Sport) sich körper- trotz Arbeitsfähigkeit ohne beruf-
arbeit, Webarbeit. b) Gestaltung, lich auf bestimmte Leistungen liche Beschäftigung; keinen
Art der Ausführung: eine tadel- vorbereiten: mit den Hanteln, Arbeitsplatz habend: sie ist
lose Arbeit; dieser Schrank ist am Sandsack arbeiten. Syn.: schon seit einem halben Jahr
eine alte, solide Arbeit; eine trainieren. arbeitslos. Syn.: erwerbslos.
Arbeit aus Silber, in Marmor. Ar|bei|ter [ arbait ], der; -s, -, Ar- Ar|beits|lo|se [ arbaitslo z ], die/
c) Klassenarbeit: die Lateinlehre- bei|te|rin [ arbait r n], die; -, eine Arbeitslose; der/einer
rin ließ eine Arbeit schreiben; er -nen: Arbeitslosen, die Arbeitslosen/
hat die Arbeit in Deutsch nicht a) Person, die arbeitet, [geistig zwei Arbeitslose:
mitgeschrieben. oder] körperlich tätig ist: er ist weibliche Person, die arbeitslos
4. 〈ohne Plural〉 (Sport) körperli- ein gewissenhafter Arbeiter; sie ist: die Arbeitslose hat finan-
che Vorbereitung auf bestimmte ist eine schnelle Arbeiterin. zielle Unterstützung bean-
Leistungen: die Arbeit mit der Syn.: Arbeitskraft, Kraft. b) Per- tragt.
Hantel, am Sandsack. Syn.: son, die gegen Lohn körperliche Ar|beits|lo|ser [ arbaitslo z ], der
Training. Arbeit verrichtet: er ist ein Arbeitslose/ein Arbeitsloser;
ar|bei|ten [ arbaitn], arbeitete, gelernter Arbeiter; sie ist eine des/eines Arbeitslosen, die
gearbeitet: ungelernte Arbeiterin. Syn.: Arbeitslosen/zwei Arbeits-
1. a) 〈itr.; hat〉 Arbeit leisten, ver- Arbeitnehmer, Arbeitnehmerin. lose:
richten; tätig sein: körperlich, Zus.: Akkordarbeiter, Akkordar- Person, die arbeitslos ist: die
geistig, gewissenhaft, fleißig, beiterin, Bauarbeiter, Bauarbei- Zahl der Arbeitslosen ist im Juni
am Schreibtisch arbeiten; sie terin, Bühnenarbeiter, Bühnen- leicht gesunken.

114
Arbeitslosigkeit – ärgern
Ar|beits|lo|sig|keit [ arbaitslo z c-
kait], die; -: ¸
ein architektonisches Meister-
werk.
furchtbar (ugs.), fürchterlich
(ugs.), kolossal (ugs. emotional), A
1. das Arbeitslossein; Zustand, Ar|chi|tek|tur [arcit k tu ], die; -: schrecklich (ugs.), ungeheuer,
arbeitslos zu sein: seine Arbeits- ¸
1. Kunst des Bauens, Errichtens ungemein, unglaublich (ugs.), ärge
losigkeit dauert schon ein Jahr. von Bauwerken; sachgerechtes, unheimlich (ugs.), unwahr-
2. das Vorhandensein von künstlerisches Bauen [einer Epo- scheinlich (ugs.), wahnsinnig
Arbeitslosen: es gab kaum, keine che, eines Volks]: Architektur (ugs.).
Arbeitslosigkeit. studieren; Zeugnisse der mauri- Är|ger [ r ], der; -s:
Ar|beits|platz [ arbaitsplats], der; schen Architektur. 1. durch Missfallen an etwas,
-es, Arbeitsplätze [ arbaits- 2. Gestaltung, Stil eines Bauwer- durch Unzufriedenheit, Enttäu-
pl ts ]: kes: die Architektur einer schung o. Ä. hervorgerufenes
1. Platz, an dem jmd. seine beruf- Schlossruine betrachten. Zus.: Gefühl des Unwillens: etwas
liche Arbeit verrichtet: sie hat Innenarchitektur. erregt jmds. Ärger; ihr Ärger
einen schönen, sonnigen Ar|chiv [ar ci f], das; -s, -e verflog; sie konnte ihren Ärger
Arbeitsplatz. [ar ci v ]:¸ über das Missgeschick nicht
2. beruf liche Tätigkeit, Beschäfti- ¸
1. Sammlung von Dokumenten, verbergen; seinen Ärger an
gung: ein gut bezahlter Arbeits- Urkunden o. Ä.: ein Archiv anle- jmdm. , etwas auslassen. Syn.:
platz; den Arbeitsplatz wech- gen. Empörung, Groll, Unmut,
seln, verlieren. Syn.: Anstellung, 2. Ort für die Auf bewahrung von Unwille, Verdruss, Verstim-
Beruf, Job, Posten, Stelle, Stel- Dokumenten, Urkunden o. Ä. : die mung, Wut, Zorn.
lung. alten Urkunden liegen im 2. etwas, worüber man sich
Ar|beits|stel|le [ arbaits t l ], die; Archiv. Zus.: Bildarchiv, Filmar- ärgert: viel Ärger [mit jmdm. ,
-, -n: chiv, Geheimarchiv, Staatsar- etwas, wegen einer Sache]
beruf liche Tätigkeit, Arbeitsplatz: chiv. haben; heute gab es im Büro
sie hat die Arbeitsstelle gewech- Are|al [are a l], das; -s, -e: wieder Ärger. Syn.: Ärgernis,
selt. 1. Bodenf läche: der Park bedeckt Unannehmlichkeiten 〈Plural〉.
Ar|beits|ver|trag [ arbaitsf tra k], ein Areal von mehreren Qua- är|ger|lich [ r l c] 〈Adj.〉:
der; -[e]s, Arbeitsverträge dratkilometern. Syn.: Gebiet. ¸
1. voll Ärger, Verdruss: etwas in
[ arbaitsf tr ]: 2. abgegrenztes Gebiet, Gelände, ärgerlichem Ton sagen; sie ist
Vertrag, der zwischen einem Stück Land, Grundstück: das ärgerlich auf/über mich; er war
Arbeitgeber und einem Arbeit- Areal [des Sportplatzes] ist von sehr ärgerlich über die Störung.
nehmer/einer Arbeitnehmerin Wald umschlossen. Syn.: böse, empört, entrüstet,
abgeschlossen wird und der das Are|na [a re na], die; -, Arenen erbittert, erbost, erzürnt (geh.),
Arbeitsverhältnis begründet: den [a re n n]: gereizt, grimmig, missmutig,
neuen Arbeitsvertrag aushan- Sportplatz, Wettkampfstätte mit rabiat, sauer (ugs.), ungehalten,
deln, unterschreiben. ringsum steigend angeordneten unwillig, unwirsch, verärgert,
Ar|beits|zeit [ arbaitstsait], die; -, Zuschauersitzen: die Stierkämp- wütend, zornig.
-en: fer ziehen in die Arena ein. 2. Ärger, Verdruss verursachend:
1. für die Arbeit vorgesehene oder arg [ark], ärger, ärgste 〈Adj.〉: eine ärgerliche Angelegenheit;
festgelegte Zeitspanne: die 1. a) (geh.; veraltet) von nieder- er fand es sehr ärgerlich, so
Arbeitszeit[en] in der Textilin- trächtiger, böser Gesinnung lange warten zu müssen. Syn.:
dustrie wurden verkürzt. [erfüllt]: die arge Welt; arge blöd[e], dumm (ugs.), fatal,
2. Zeit, die für eine bestimmte Gedanken; arg denken, handeln. unangenehm, unerfreulich,
Arbeit benötigt wird: ich lasse Syn.: abscheulich, böse, elend unerquicklich (geh.), uner-
mir die Arbeitszeit bezahlen. (emotional), erbärmlich, garstig, sprießlich (geh.).
Ar|chi|tekt [arci t kt], der; -en, -en, gemein, hässlich, niedrig, per- är|gern [ r n]:
Ar|chi|tek|tin¸ [arci t kt n], die; -, fid[e] (bildungsspr.), schäbig 1. 〈tr.; hat〉 a) ( jmdm.) Ärger, Ver-
-nen: ¸ (abwertend), schändlich, druss bereiten: er hat sie mit sei-
Person, die auf dem Gebiet der schmutzig, schnöde (geh. ner Bemerkung geärgert; es
Baukunst ausgebildet ist, die abwertend), übel, verwerflich. ärgerte sie, dass er alles falsch
Bauwerke entwirft und gestaltet, b) (landsch.) schlimm: es war gemacht hatte. Syn.: auf die
Baupläne ausarbeitet und deren eine arge Zeit; ein arges Schick- Palme bringen (ugs.), aufbrin-
Ausführung einleitet und über- sal; ihr treibt es zu arg; man hat gen, aufregen, empören, erbo-
wacht: der Entwurf des Herrn ihr arg mitgespielt. Syn.: übel, sen, erzürnen, in Wut bringen,
Architekten Schulze; mit Archi- unangenehm, unerfreulich. verärgern, verstimmen, wütend
tekt Schulze/mit dem Architek- 2. (landsch.) a) sehr groß, heftig, machen. b) aufziehen (6): er hat
ten Schulze; sie wollte Architek- stark: arge Schmerzen; eine arge es darauf abgesehen, sie zu
tin werden. Syn.: Baumeister, Enttäuschung. Syn.: fürchter- ärgern. Syn.: auf den Arm neh-
Baumeisterin. lich (ugs.), schlimm, schrecklich, men (ugs.), auf die Schippe neh-
ar|chi|tek|to|nisch [arcit k to n ] unerträglich. b) 〈verstärkend bei men (ugs.), durch den Kakao
〈Adj.〉: ¸ Adjektiven und Verben〉 sehr: ziehen (ugs.), foppen, frotzeln
die Architektur, die Gesetze der der Koffer ist arg schwer; er hat (ugs.), hänseln, necken, sticheln
Baukunst betreffend: der Bau ist arg gespottet. Syn.: entsetzlich, gegen, verulken, witzeln über.

115
Ärgernis – Ärmel

A 2. 〈+ sich〉 Ärger, Verdruss emp-


finden; ärgerlich, erregt sein: ich
feindselige, unredliche Absichten
zu vermuten: Argwohn [gegen
3. mitleiderregend: der arme
Mann hat nur ein Bein. Syn.:
ärgere mich darüber, dass sie jmdn., etwas] hegen, schöpfen; bedauernswert, herzzerreißend,
Ärge nicht die Wahrheit gesagt hat; etwas mit Argwohn, voller Arg- jämmerlich (emotional).
hast du dich über ihn geärgert? wohn betrachten. Syn.: Miss- Arm [arm], der; -[e]s, -e:
Syn.: sich aufregen, böse sein, trauen, Skepsis, Verdacht. 1. der Teil des menschlichen Kör-
sich empören, sich erregen, sich arg|wöh|nen [ arkvø n n] 〈tr.; hat〉: pers, der von der Schulter bis zur
erzürnen, geladen sein (salopp), ( jmdm. gegenüber) misstrauisch Hand reicht: kräftige Arme; die
grollen, in Fahrt sein (ugs.), sein und befürchten, vermuten: er Arme aufstützen; jmdn. im
sauer sein (salopp). argwöhnte eine Falle; sie arg- Arm, in den Armen halten; den
Är|ger|nis [ r n s], das; -ses, -se: wöhnte, dass er sie belog. Syn.: Mantel über den Arm nehmen;
etwas, worüber sich jmd. ärgert, fürchten, misstrauen. er nahm, packte ihn am/beim
woran jmd. Anstoß nimmt, was arg|wöh|nisch [ arkvø n ] 〈Adj.〉: Arm; ein Kind auf den Arm neh-
für jmdn. ärgerlich, unangenehm, voll Argwohn, Misstrauen: ein men. Syn.: Gliedmaße. Zus.:
anstößig, skandalös ist: seine argwöhnischer Mensch; jmdn. Oberarm, Unterarm.
häufige Abwesenheit war ein argwöhnisch beobachten. Syn.: 2. armartiger abzweigender Teil:
Ärgernis für die Chefin. Syn.: misstrauisch, skeptisch, zwei- die beiden Arme einer Waage;
Ärger, Unannehmlichkeit, Ver- felnd. ein Kronleuchter mit acht
druss. Arie [ a ri ], die; -, -n: Armen; der Fluss teilt sich an
arg|los [ arklo s] 〈Adj.〉: Sologesangsstück mit Instrumen- der Mündung in drei Arme.
a) nichts Böses vorhabend, ohne talbegleitung [in Oper oder Ora- Zus.: Flussarm, Hebelarm, Mee-
böse Absicht: eine arglose Bemer- torium]: eine Arie singen. Zus.: resarm, Wasserarm.
kung. Syn.: harmlos, unschuldig. Konzertarie, Opernarie. 3. (Fachspr.) Ärmel: ein Kleid mit
b) nichts Böses ahnend, ohne Arg- Aris|to|krat [ar sto kra t], der; -en, kurzem Arm.
wohn: ein argloses Kind; er ging -en: -arm [arm] 〈adjektivisches Suffi-
völlig arglos darauf ein. Syn.: 1. Angehöriger des adligen Stan- xoid〉:
blauäugig, einfältig, gutgläubig, des. 1. kaum etwas, wenig von dem im
leichtgläubig, naiv, sorglos, un- 2. Mensch von vornehmer Gesin- substantivischen Basiswort
bekümmert, unbeschwert, unbe- nung und kultivierter Lebensart: Genannten habend: fettarm;
sorgt, vertrauensselig. er ist ein ausgesprochener Aris- gefühlsarm; ideenarm; kalkarm;
Ar|gu|ment [ar u m nt], das; tokrat. kalorienarm; verkehrsarm.
-[e]s, -e: Aris|to|kra|tie [ar stokra ti ], die; -, 2. kaum etwas, wenig von dem im
etwas, was zur Rechtfertigung, Aristokratien [ar stokra ti n]: substantivischen Basiswort
Begründung oder als Beweis vor- 1. a) 〈ohne Plural〉 Staatsform, bei Genannten entwickelnd, verursa-
gebracht wird: ein stichhaltiges, der die Herrschaft im Besitz des chend: abgasarm; geräuscharm;
schlagendes Argument; dieses Adels ist: die Aristokratie in die- störungsarm; wartungsarm.
Argument überzeugt mich; sem Land abschaffen. b) Staat, 3. kaum, nur wenig das im verba-
Argumente für, gegen etwas Gemeinwesen, in dem der Adel len Basiswort Genannte tun:
anführen, vorbringen, vortra- herrscht. a) 〈aktivisch〉 knitterarm;
gen. Zus.: Gegenargument, 2. adlige Oberschicht, Gesamtheit rauscharm. b) 〈passivisch〉 bügel-
Hauptargument. der Adligen: zur Aristokratie arm (braucht kaum, nur wenig
Ar|gu|men|ta|ti|on [ar um nta- gehören. Syn.: Adel. gebügelt zu werden).
tsio n], die; -, -en: 3. 〈ohne Plural〉 vornehme Gesin- Arm|band [ armbant], das; -[e]s,
Darlegung der Argumente, nung, edle Würde: die Aristokra- Armbänder [ armb nd ]:
Gründe für etwas; Ausführungen, tie seiner Gesinnung, seines am Arm über dem Handgelenk zu
die dazu dienen, etwas zu Wesens. Syn.: Adel, Hoheit, tragendes [kettenähnliches,
begründen: ihre Argumentation Majestät. schmückendes] 1 Band (a): sie
für, gegen den Plan stützt sich Aris|to|kra|tin [ar sto kra t n], die; trägt gerne Armbänder; ein
auf Erfahrung. -, -nen: Armband geschenkt bekommen.
ar|gu|men|tie|ren [ar um n ti r n] weibliche Form zu ↑ Aristokrat. Ar|mee [ar me ], die; -, Armeen
〈itr.; hat〉: arm [arm], ärmer, ärmste 〈Adj.〉: [ar me n]:
Argumente vorbringen: er hat 1. nur sehr wenig Geld zum Leben 1. a) Gesamtheit der Soldaten
ganz anders, unsinnig argumen- habend /Ggs. reich/: eine arme oder Truppen eines Staates: eine
tiert; sachlich, schlagend [für, Familie; ihre Eltern waren arm Armee aufstellen; in der Armee
gegen etwas] argumentieren; sie und konnten sie nicht studieren dienen. Syn.: Heer, Militär.
argumentierte, dass dies keinen lassen. Syn.: ärmlich, bedürftig, b) Abteilung eines Heeres: die
Einfluss mehr auf die Entwick- mittellos, Not leidend, unbemit- zweite Armee.
lung habe. telt; * Arm und Reich (veraltet): 2. sehr große Anzahl: eine Armee
Arg|wohn [ arkvo n], der; -[e]s: jedermann: Arm und Reich von Arbeitslosen; eine Armee
das Zweifeln an der redlichen spendete für die Opfer. eifriger/(selten) eifrige Helfer
Absicht, der Vertrauenswürdig- 2. * arm an etwas sein: nur stand/standen bereit. Syn.:
keit eines andern; Neigung, hinter wenig von etwas haben: diese Heer, Masse, Menge.
dem Tun, Verhalten anderer Frucht ist arm an Vitaminen. Är|mel [ rml], der; -s, -:

116
ärmlich – Art
Teil eines Kleidungsstückes, der
den Arm bedeckt: die Ärmel
einem Hotel oder einem Reisever-
anstalter zusammengestellter
Mensch; er benahm sich sehr
arrogant. Syn.: anmaßend, auf- A
hochkrempeln; ein Kleid mit Vorschlag für einen Aufenthalt : geblasen (ugs.), blasiert, dünkel-
langen, kurzen Ärmeln, ohne ein Arrangement in dem neuen haft (geh. abwertend), eingebil- Art
Ärmel. Syn.: Arm. Hotel buchen. det, herablassend, hochfahrend,
ärm|lich [ rml c] 〈Adj.〉: 2. Bearbeitung eines Musikstücks hochmütig, hochnäsig, selbstge-
[im Äußeren] ¸von Armut zeu- für andere Instrumente: ein fällig (abwertend), überheblich.
gend: eine ärmliche Wohnung; Arrangement für Klavier. Ar|ro|ganz [aro ants], die; -:
die Verhältnisse, in denen sie 3. das bereinkommen, Sichar- arrogante Art, arrogantes Wesen:
lebte, waren sehr ärmlich; ärm- rangieren: ein Arrangement mit er ist von unglaublicher Arro-
lich gekleidet sein. Syn.: arm, seinen Gläubigern treffen; ein ganz. Syn.: Dünkel (geh. abwer-
armselig, dürftig, elend, jäm- Arrangement zwischen zwei tend), Hochmut, berheblich-
merlich (emotional), kärglich, Staaten. Syn.: Abkommen, keit.
kümmerlich. Abmachung, Abschluss, Abspra- Arsch [ar ], der; -[e]s, Ärsche
arm|se|lig [ armze l c] 〈Adj.〉: che, Kompromiss, Kontrakt, [ r ] (derb):
a) (emotional) sehr,¸ in mitleider- Pakt, bereinkunft, Verabre- 1. Gesäß: auf den Arsch fallen;
regender Weise arm: armselige dung, Vereinbarung, Vertrag. jmdm. in den Arsch treten.
Kleider, Wohnungen; er war ar|ran|gie|ren [arã i r n]: 2. Trottel, Dummkopf (Schimpf-
armselig angezogen. Syn.: ärm- 1. 〈tr.; hat〉 a) für das Zustande- wort): dieser Arsch hat mir alles
lich, dürftig, elend, kärglich, kommen, die Gestaltung, Durch- verdorben!
kümmerlich, mittellos. b) als zu führung, den Ablauf von etwas Art [a t], die; -, -en:
wenig, als wertlos, unzulänglich sorgen: ein Fest, eine Reise 1. 〈ohne Plural〉 angeborene,
o. Ä. empfunden: ein armseliger arrangieren; etwas geschickt jmdm. innewohnende Eigenart,
Stümper; eine armselige Spende. arrangieren. Syn.: abhalten, Beschaffenheit: ihre frische Art
Syn.: erbärmlich, jämmerlich abwickeln, auf die Beine stellen, gefiel allen; es war nicht ihre
(emotional), kläglich. aufziehen, austragen, bewerk- Art, voreilig Schlüsse zu ziehen;
Ar|mut [ armu t], die; -: stelligen (Papierdt.), deichseln das entspricht nicht seiner Art.
a) das Armsein, materielle Not: in (ugs.), durchführen, 1 durchzie- Syn.: Charakter, Individualität,
dieser Familie herrschte bit- hen (ugs.), fertigbringen (ugs.), Natur, Naturell, Temperament,
terste Armut; in Armut leben, geben, halten, hinbringen (ugs.), Typ, Veranlagung, Wesen. Zus.:
geraten. Syn.: Elend, Mangel. hinkriegen (ugs.), inszenieren, Gemütsart, Sinnesart, Wesens-
b) Dürftigkeit, Kümmerlichkeit, organisieren, realisieren, unter- art.
Kargheit: innere Armut; diese nehmen, veranstalten, verwirkli- 2. Weise des Sichverhaltens,
Schrift verrät Armut des Aus- chen, zustande bringen, zuwege Gewohnheit im Handeln: er hat
drucks; die Armut (der Mangel) bringen. b) (ein Musikstück) für eine unangenehme Art zu fra-
eines Landes an Bodenschätzen. andere Instrumente bearbeiten: gen; es gibt verschiedene Arten,
Syn.: Leere, Mangel. einen Schlager neu arrangieren. darauf zu reagieren; auf diese
Aro|ma [a ro ma], das; -s, -s und 2. 〈+ sich〉 sich [mit jmdm.] ver- Art kommst du nie ans Ziel; sie
Aromen [a ro m n]: ständigen und eine Lösung für tat dies in ihrer gewohnten Art.
1. angenehmer, stärker ausge- etwas finden: du musst dich [mit Syn.: Benehmen, Form, Gehabe
prägter Geschmack und/oder ihr] arrangieren. Syn.: abma- (abwertend), Haltung, Manier.
würziger Duft; kräftiger, intensi- chen, absprechen, aushandeln, Zus.: Lebensart.
ver [Wohl]geruch: ein starkes, ausmachen (ugs.), ein berein- 3. a) durch bestimmte Merkmale,
[un]angenehmes Aroma haben; kommen treffen, eine Eini- Eigenschaften gekennzeichnete
die Zigarette hat ein volles gung erzielen, eine berein- Qualität, Beschaffenheit, durch
Aroma. Syn.: Würze. kunft treffen, sich einigen, über- die sich jmd./etwas von anderen
2. aromatisches Mittel, aromati- einkommen, verabreden, verein- gleicher Sorte unterscheidet: jede
sche Essenz für Lebensmittel, baren. Art von Gewalt ablehnen; alle
Speisen: ein Fläschchen Aroma; Ar|rest [a r st], der; -[e]s, -e: Arten von Blumen; er ist ein
natürliche, künstliche Aromen. Haft, leichter Freiheitsentzug Verbrecher übelster Art; Anti-
Syn.: Gewürz. Zus.: Backaroma. (besonders als Strafe innerhalb quitäten aller Art. Syn.: Gat-
Ar|ran|ge|ment [arã mã ], das; bestimmter Gemeinschaften): der tung, Genre, Kaliber (ugs.),
-s, -s: Gefreite musste drei Tage stren- Kategorie, Spezies (geh.; iro-
1. a) vorbereitende Gestaltung, gen Arrest absitzen; die Schüle- nisch), Zweig. Zus.: Machart,
organisierendes Vorbereiten: das rin bekam zwei Stunden Arrest Sportart, Wortart, Zuberei-
Arrangement [einer Veranstal- (musste zwei Stunden nachsit- tungsart. b) (Biol.) Einheit im
tung] übernehmen. b) etwas zen). Syn.: Freiheitsstrafe, System der Tiere und Pf lanzen, in
geschmackvoll Zusammengestell- Gefangenschaft, Gewahrsam, der Individuen zusammengefasst
tes, künstlerisch Angeordnetes: Knast (ugs.). sind, die in allen wesentlichen
jmdm. ein Arrangement [aus ar|ro|gant [aro ant] 〈Adj.〉: Merkmalen übereinstimmen und
Blumen] überreichen. Syn.: in einer Weise, die als anmaßend, untereinander fruchtbare Nach-
Anordnung, Komposition. Zus.: herausfordernd und überheblich kommen hervorbringen können:
Blumenarrangement. c) von empfunden wird: ein arroganter diese Art ist ausgestorben. Syn.:

117
Arterie – Ass

A Spezies. Zus.: Getreideart,


Pflanzenart, Tierart.
drücken, aussagen, äußern, aus-
sprechen, behaupten, bekunden,
ärzt|lich [ tstl c] 〈Adj.〉:
¸
a) zum Arzt gehörend: die ärztli-
Ar|te|rie [ar te ri ], die; -, -n: darlegen, dokumentieren, for- che Praxis. b) vom Arzt [ausge-
Arte Schlagader: die Arterie ist ver- mulieren, in Worte fassen, in hend]: eine ärztliche Untersu-
schlossen. Syn.: Ader. Worte kleiden, mitteilen, offen- chung; ein ärztliches Attest;
ar|tig [ a t c] 〈Adj.〉: baren, preisgeben, sagen, ver- unter ärztlicher Aufsicht; sich
¸ benehmend, verhal-
1. sich so gut künden (geh.), verkündigen ärztlich behandeln lassen.
tend, wie es Erwachsene von (geh.). b) 〈+ sich〉 zum Ausdruck Arzt|pra|xis [ a tstpraks s], die; -,
einem Kind erwarten: ein artiges kommen, deutlich erkennbar wer- Arztpraxen [ a tstpraksn]:
Kind; die Mutter ermahnt die den: der Meinungsumschwung Räume, in denen ein Arzt arbei-
Kinder, artig zu sein; sich artig artikuliert sich im Wahlergeb- tet: die Arztpraxis war im drit-
verhalten. Syn.: brav, folgsam, nis. Syn.: sich zeigen. ten Stockwerk. Syn.: Praxis.
fügsam, gehorsam, lieb. Ar|til|le|rie [ art l ri ], die; -, Artil- Asche [ a ], die; -, -n:
2. (veraltend) höf lich: mit einer lerien [ art l ri n]: das, was von verbranntem Mate-
artigen Verbeugung; er fragte sie mit Geschützen ausgerüstete rial in Form von Pulver übrig
artig nach ihrem Befinden. Syn.: Truppe: die Artillerie rückt auf bleibt: heiße, kalte, glühende
aufmerksam, galant (veraltend). die Stadt zu. Asche; die Asche [von der
-ar|tig [a t c] 〈adjektivisches Suf- Ar|tist [ar t st], der; -en, -en, Ar|tis- Zigarre] abstreifen, abklopfen.
fix〉: ¸ tin [ar t st n], die; -, -nen: Zus.: Zigarettenasche.
in der Art (z. B. Aussehen, Künstler, Künstlerin im Zirkus Aschen|be|cher [ a nb c ], der;
Beschaffenheit) wie das im Basis- oder im Varieté: sie wollte schon -s, -: ¸
wort Genannte, damit vergleich- als Kind Artistin werden. schalenförmiger Gegenstand für
bar; so wie das im Basiswort ar|tis|tisch [ar t st ] 〈Adj.〉: die Asche von Zigaretten o. Ä.:
Genannte: blitzartig; breiartig; 1. die Kunst der Artisten betref- den Aschenbecher leeren.
explosionsartig; fluchtartig; fend, zu ihr gehörend: im Varieté Ascher|mitt|woch [a m tv x], der;
gummiartig; lawinenartig; wurden mehrere artistische Vor- -[e]s, -e:
panikartig; ruckartig; schlagar- führungen gezeigt. Mittwoch nach Fastnacht (an
tig; sintflutartig; überfallartig, 2. a) äußerst geschickt, gewandt: dem die Fastenzeit beginnt): am
wolkenbruchartig. Syn.: -ähn- das mutet geradewegs artistisch Aschermittwoch Buße tun.
lich, -al/-ell, -esk, -haft, -ig. an. b) in der technischen oder äsen [ zn] 〈itr.; hat〉:
Ar|ti|kel [ar ti kl], der; -s, -: künstlerischen Durchführung (von bestimmtem Wild) Nahrung
1. schriftlicher Beitrag, Aufsatz in vollendet, perfekt: ein Instru- aufnehmen: Hirsche, Rehe äsen.
einer Zeitung o. Ä. : einen Artikel ment artistisch beherrschen. Syn.: fressen.
über etwas schreiben. Syn.: Arz|nei [a ts nai], die; -, -en (veral- As|ket [as ke t], der; -en, -en, As|ke-
Abhandlung, Arbeit. Zus.: Zei- tend): tin [as ke t n], die; -, -nen:
tungsartikel. Heilmittel: eine Arznei verord- enthaltsam lebende Person: wie
2. in sich abgeschlossener nen, verschreiben. Syn.: Medi- ein Asket leben.
Abschnitt innerhalb eines Textes: kament, Medizin, Mittel, Präpa- aso|zi|al [ azotsia l] 〈Adj.〉:
das steht im Artikel 3 der Ver- rat. unfähig zum Leben in der
fassung. Syn.: Absatz, Aus- Arz|nei|mit|tel [a ts naim tl], das; Gemeinschaft, sich nicht in die
schnitt, Kapitel, Paragraph, Pas- -s, -: Gemeinschaft einfügend: eine
sage, Stück, Teil. Zus.: Gesetzes- Medikament: ein wirksames Arz- asoziale Lebensweise; ein aso-
artikel. neimittel; neue Arzneimittel zialer Charakter; asozial sein.
3. als Ware gehandelter Gegen- entwickeln. As|pekt [as p kt], der; -[e]s, -e:
stand: dieser Artikel ist im Arzt [a tst], der; -es, Ärzte Art der Betrachtung oder Beurtei-
Augenblick nicht am Lager. [ tst ], Ärz|tin [ tst n], die; lung von etwas: die verschiede-
Syn.: Erzeugnis, Fabrikat, Kon- -, -nen: nen Aspekte eines Problems;
sumgut, Produkt, Ware. Zus.: Person, die Medizin studiert hat etwas unter einem bestimmten
Büroartikel, Exportartikel, und die staatliche Erlaubnis hat, Aspekt sehen, betrachten. Syn.:
Geschenkartikel, Haushaltsarti- Kranke zu behandeln: der behan- Gesichtspunkt.
kel, Sportartikel. delnde Arzt; den Arzt aufsu- As|phalt [as falt], der; -[e]s; -e:
4. Wortart, die besonders der chen, holen, rufen lassen, kon- teerähnliche, zähf lüssige Masse,
Kennzeichnung des grammati- sultieren; zum Arzt gehen; ich die zur Beschichtung von Straßen
schen Geschlechts eines Substan- muss noch meine Ärztin anru- verwendet wird: den Asphalt
tivs dient: der bestimmte, unbe- fen. Syn.: Doktor (ugs.), Dokto- erneuern.
stimmte Artikel. rin (ugs.). Zus.: Augenarzt, As|pi|rant [aspi rant], der; -en, -en,
ar|ti|ku|lie|ren [artiku li r n]: Augenärztin, Frauenarzt, Frau- As|pi|ran|tin [aspi rant n], die; -,
1. 〈tr.; hat〉 aussprechen: die enärztin, Hals-Nasen-Ohren- -nen:
Worte, Silben deutlich, klar, Arzt, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin, Anwärter, Anwärterin: ein Aspi-
schlecht artikulieren. Hautarzt, Hautärztin, Kinder- rant, eine Aspirantin für/auf
2. a) 〈tr.; hat〉 in Worte fassen, arzt, Kinderärztin, Nervenarzt, einen Posten.
zum Ausdruck bringen: seinen Nervenärztin, Tierarzt, Tierärz- Ass [as], das; -es, -e:
Willen artikulieren. Syn.: aus- tin, Zahnarzt, Zahnärztin. 1. Spielkarte mit dem höchsten

118
Assessor – Atem
Wert: kein Ass, alle vier Asse in
der Hand haben. Zus.: Herzass,
fender, begeisterter Kinogänger;
zu Kino); Dynast (Machthaber;
nauten. Syn.: Kosmonaut, Kos-
monautin. A
Karoass, Kreuzass, Pikass, zu Dynastie); Enthusiast; Fan- As|t|ro|no|mie [astrono mi ],
Trumpfass. tast; Gymnasiast. Syn.: -er, -eur, die; -: Atem
2. Person, die auf ihrem, einem -iker, -ist. Wissenschaft von den Himmels-
bestimmten Gebiet hervorragend As|ter [ ast ], die; -, -n: körpern: er hat Astronomie stu-
ist: sie ist ein Ass in Mathematik; (von Sommer bis Herbst) in ver- diert.
diese beiden Spielerinnen sind schiedenen Farben blühende Astronomie / Astrologie:
die großen Asse ihrer Mann- Pf lanze, deren [gefüllte] Blüte s. Kasten Astrologie/Astrono-
schaft. Syn.: Größe, Kanone strahlenförmig angeordnete, mie.
(ugs.), Könner, Könnerin, Meis- schmale, längliche Blätter auf- as|t|ro|no|misch [astro no m ]
ter, Meisterin, Phänomen. weist: einen Strauß bunte[r] 〈Adj.〉:
As|ses|sor [a s so ], der; -s, Asses- Astern kaufen. Zus.: Herbst- 1. die Astronomie betreffend, zu
soren [as so r n], As|ses|so|rin aster, Sommeraster, Winteras- ihr gehörend, mit ihren Mitteln
[as so r n], die, -, -nen: ter. erfolgend: eine astronomische
1. Person, die die zweite juristi- Äs|thet [ s te t], der; -en, -en, Uhr.
sche Staatsprüfung bestanden Äs|the|tin [ s te t n], die; -, 2. die Vorstellung von der Größe
und die Befähigung zum Richter- -nen: einer Menge, die Höhe eines Be-
amt erworben hat. Person, die einen stark ausge- trages o. Ä. übersteigend; überaus
2. (früher) Anwärter, Anwärterin prägten Sinn für Schönheit, kulti- groß: astronomische Summen,
der höheren Beamtenlauf bahn. vierte Gepf legtheit, für Künstleri- Preise. Syn.: außergewöhnlich,
as|si|mi|lie|ren [asimi li r n] sches besitzt: als Ästhet hat er außerordentlich, beträchtlich,
〈+ sich〉 (bildungsspr.): sein Büro sehr geschmackvoll enorm, gewaltig (emotional), im-
sich den vorhandenen, vorgefun- eingerichtet. mens, riesig, ungeheuer, unvor-
denen Verhältnissen o. Ä. anglei- äs|the|tisch [ s te t ] 〈Adj.〉: stellbar.
chen: ich habe mich rasch assi- a) die Gesetze der Schönheit und Asyl [a zy l], das; -s, -e:
miliert. Syn.: sich akklimatisie- der Kunst betreffend: etwas vom 1. Heim, Unterkunft für obdach-
ren (bildungsspr.), sich anpas- ästhetischen Standpunkt aus lose Menschen: in einem Asyl
sen, sich einfügen, sich einge- betrachten. b) durch seine Schön- übernachten. Zus.: Obdachlo-
wöhnen, sich eingliedern, sich heit, Kultiviertheit, seinen Stil senasyl.
einleben, sich gewöhnen an. angenehm [wirkend], anspre- 2. Aufnahme und Schutz (beson-
As|sis|tent [as s t nt], der; -en, -en, chend: ein ästhetischer Anblick. ders für politisch Verfolgte in
As|sis|ten|tin [as s t nt n], die; -, Syn.: apart, geschmackvoll, einem anderen Land): um politi-
-nen: schön. sches Asyl bitten; jmdm. Asyl
Person, die die Aufgabe hat, eine As|t|ro|lo|gie [astrolo i ], die; -: zusichern, bieten, gewähren.
andere (z. B. einen Professor) bei Lehre, die um eine Beurteilung Syn.: Zuflucht.
deren Arbeit zu unterstützen, ihr irdischer Gegebenheiten, beson- Asy|lant [azy lant], der; -en, -en,
bestimmte Arbeiten abzunehmen: ders eine Deutung des mensch- Asy|lan|tin [azy lant n], die; -,
sie hat drei [wissenschaftliche] lichen Schicksals aus bestimm- -nen:
Assistenten. Syn.: Gehilfe (geh.), ten Gestirnstellungen bemüht Person, die sich um politisches
Gehilfin (geh.), Helfer, Helferin. ist. Asyl bemüht oder dieses bereits
Zus.: Regieassistent, Regieassis- erhalten hat (wird gelegentlich
tentin. Astrologie/Astronomie als diskriminierend empfun-
as|sis|tie|ren [as s ti r n] 〈itr.; hat〉: den): der Asylant sollte abge-
Die Astrologie befasst sich mit
jmdm. [nach dessen Anweisun- schoben werden. Syn.: Asylbe-
dem angeblichen Einfluss der
gen] bei einer Arbeit o. Ä. behilf- werber, Asylbewerberin.
Sterne auf das menschliche
lich sein, zur Hand gehen: die Asyl|be|wer|ber [a zy lb v rb ],
Schicksal. Aus der Konstellation
junge Ärztin assistierte der Pro- der; -s, -, Asyl|be|wer|be|rin
der Sterne werden spekulative
fessorin bei der Operation. Syn.: [a zy lb v rb r n], die; -, -nen:
Aussagen über die Zukunft abge-
helfen, unterstützen. Person, die [politisches] Asyl
leitet.
Ast [ast], der; -[e]s, Äste [ st ]: beantragt: der Asylbewerber lebt
Die Astronomie gehört zu den Na-
stärkerer Zweig eines Baumes: in einem Heim.
turwissenschaften und befasst
ein dicker Ast; das Eichhörn- Ate|li|er [ate lie ], das; -s, -s:
sich mit der exakten wissen-
chen hüpft von Ast zu Ast. Raum für künstlerische o. ä.
schaftlichen Erforschung der
-ast [ast], der; -en, -en 〈Suffix, das Arbeiten: ein Atelier [an]mieten.
Himmelskörper und des Weltalls.
sich mit fremdsprachigen, nur Syn.: Studio. Zus.: Filmatelier.
gebunden vorkommenden Sub- Atem [ a t m], der; -s:
stantiven verbindet〉: As|t|ro|naut [astro naut], der; -en, 1. das Atmen: der Atem setzte
kennzeichnet eine männliche -en, As|t|ro|nau|tin [astro nau- aus.
Person in Bezug auf Beruf, t n], die; -, -nen: 2. Luft, die ein- oder ausgeatmet
Tätigkeit, berzeugung, Hal- Person, die an einem Flug in den wird: Atem holen; sie ist außer
tung durch das im Basiswort Weltraum teilnimmt: die Raum- Atem; nach Atem ringen. Syn.:
Genannte: Cineast (Filmschaf- fahrtbehörde sucht neue Astro- Puste (ugs.).

119
atemlos – Attentäterin

A atem|los [ a t mlo s] 〈Adj.〉:


1. außer Atem, keuchend: sie
Häufig stehen beide Bildungen
ohne Bedeutungsunterschied
2. auf der Energie des Atoms
beruhend, durch Kernenergie: ein
kamen atemlos am Bahnhof an. nebeneinander, doch zeichnen atomarer Antrieb; atomar ange-
atem Syn.: schnaufend. sich insofern Bedeutungsnuan- trieben werden.
2. schnell, ununterbrochen: ein cen ab, als die Wörter auf 3. die Ausrüstung mit Kernwaffen
atemloses Tempo; in atemloser -»ation« stärker das Ergebnis betreffend, mit Kernwaffen durch-
Folge. Syn.: rasant. einer Handlung bezeichnen, geführt: der atomare Holocaust;
3. voller Spannung, Erregung: während die Parallelbildung auf ein Schiff atomar bewaffnen.
atemlose Stille; atemlos lau- -»ierung« mehr das Geschehen, Atom|bom|be [a to mb mb ], die;
schen. Syn.: gespannt. die Handlung betont: Explika- -, -n:
Atem|pau|se [ a t mpauz ], die; tion/Explizierung; Isolation/ mit einem atomaren oder ther-
-, -n: Isolierung; Kodifikation/Kodifi- monuklearen Sprengsatz ausge-
kurze Pause der Ruhe, Erholung: zierung; Kombination/Kombi- rüstete, höchste Vernichtung
eine kleine Atempause einlegen. nierung; Kompensation/Kom- bewirkende Bombe: Atombom-
Syn.: Unterbrechung. pensierung; Konfrontation/ ben bauen, abwerfen.
Athe|ist [ate st], der; -en, -en, Konfrontierung. Syn.: -heit. -(a|t)or [(a t)o ], der; -s, -en 〈Suf-
Athe|is|tin [ate st n], die; -, -nen: At|las [ atlas], der; - und -ses, fix, das sich mit fremdsprachi-
Person, die die Existenz Gottes Atlanten [at lantn] und -se: gen Verben (meist auf -»ieren«)
verneint: er ist überzeugter ˙
zu einer Art Buch zusammenge- oder Substantiven verbindet, die
Atheist. fasste geografische, historische meist gebunden vorkommen〉:
Äther [ t ], der; -s: o. ä. Karten: er sammelt alte 1. bezeichnet eine männliche
1. (geh.) Weite, Raum des Him- Atlanten/Atlasse. Person, die das im Basiswort
mels: das tiefe Blau des Äthers. at|men [ a tm n], atmete, geatmet: Genannte beruflich, gewohn-
Syn.: Firmament (geh.). 1. 〈itr.; hat〉 Luft einziehen [und heitsmäßig oder nur zeitweilig
2. den Weltraum durchdringen- ausstoßen]: durch die Nase tut: Auktionator; Editor; Illus-
des feines Medium, durch dessen atmen; tief atmen. Zus.: durch- trator; Korrektor; Reformator;
Schwingung sich die elektrischen atmen. Repetitor; Restaurator; Senator;
Wellen ausbreiten: eine Nach- 2. 〈tr.; hat〉 einatmen: frische Zensor. Syn.: -and, -ant, -ar/-är,
richt durch den Äther schicken. Luft atmen. -ast, -ent, -er, -eur, -ier, -ist, -ler,
3. chemisches Mittel besonders At|mo|sphä|re [atmo sf r ], die; -: -ling (meist ugs. abwertend),
zur Betäubung: einen Watte- 1. Luft, die die Erde als Hülle -ner.
bausch mit Äther tränken. umgibt: der Satellit verglüht 2. bezeichnet ein Gerät, einen
äthe|risch [ te r ] 〈Adj.〉: beim Eintritt in die Atmo- Stoff oder eine Maschine, die
1. a) ätherhaltig: ätherisches Öl. sphäre. Zus.: Erdatmosphäre. einem bestimmten Zweck dient:
b) ätherartig [daher f lüchtig] und 2. a) von bestimmten Gefühlen, Emulgator; Generator; Katalysa-
angenehm riechend: ein äthe- Emotionen, bestimmten Umstän- tor; Oszillator; Reaktor. Syn.:
rischer Duft. den, Gegebenheiten geprägte Art -apparat, -er, -gerät.
2. (geh.) wie vom irdischen Kör- und Weise des Zusammenseins, At|ta|cke [a tak ], die; -, -n:
per gelöst, zart, rein und geistig: Zusammenlebens von Menschen: direkt gegen jmdn. , etwas gerich-
eine ätherische Erscheinung; sie es herrschte eine gespannte teter Angriff, Feldzug: eine hef-
ist ein ätherisches Wesen. Syn.: Atmosphäre; eine Atmosphäre tige Attacke gegen die Regie-
fein, grazil, zerbrechlich. von Behaglichkeit schaffen. rung, gegen die Konvention; zur
Ath|let [at le t], der; -en, -en: Syn.: Klima, Stimmung. b) in Attacke übergehen. Syn.:
1. muskulöser, kräftiger Mann: einer bestimmten Umgebung, Anschlag, Offensive, bergriff.
durch das viele Laufen ist er ein durch die gegebenen Umstände at|ta|ckie|ren [ata ki r n] 〈tr.; hat〉:
Athlet geworden. bestimmtes, durch bestimmte [mit Worten] heftig angreifen,
2. männliche Person, die an Faktoren beeinf lusstes eigenes tadeln: er hat mich zu Unrecht
einem sportlichen Wettkampf Gepräge : eine fremde, die attackiert; sie attackierte immer
teilnimmt: die Athleten sind gewohnte Atmosphäre; die wieder diese Zustände. Syn.:
schon im Stadion. Syn.: Sport- Atmosphäre einer Wohnung, anschießen (ugs.), kritisieren.
ler. einer Stadt. Syn.: Flair, Fluidum At|ten|tat [ atnta t], das; -[e]s, -e:
Ath|le|tin [at le t n], die; -, -nen: (geh.), Milieu, Umgebung, Versuch, eine im öffentlichen
weibliche Form zu ↑ Athlet (2). Umwelt. Leben stehende Person zu töten:
ath|le|tisch [at le t ] 〈Adj.〉: Atom [a to m], das; -s, -e: das Attentat auf den Präsiden-
wie ein Athlet gebaut, sehr mus- kleinstes, mit chemischen Mitteln ten missglückte. Syn.: Anschlag,
kulös und stark: ein athletischer nicht weiter zerlegbares Teilchen berfall. Zus.: Bombenattentat,
Körper, Typ. Syn.: kräftig, sport- eines chemischen Grundstoffes: Sprengstoffattentat.
lich. Atome sind elektrisch neutral. At|ten|tä|ter [ atnt t ], der; -s, -,
-a|ti|on [atsio n], /-ie|rung [i r ], Zus.: Wasserstoffatom. At|ten|tä|te|rin [ atnt t r n], die;
die; -, -en: ato|mar [ato ma ] 〈Adj.〉: -, -nen:
oftmals konkurrierende Suffixe 1. das Atom betreffend, sich Person, die ein Attentat begeht,
an Substantiven, die von Verben darauf beziehend: auf atomaren begangen hat: der Attentäter
auf -»ieren« abgeleitet sind. Vorgängen beruhen. sprengte sich selbst in die Luft.

120
Attest – auf
Syn.: Täter, Täterin, Verbrecher,
Verbrecherin.
2. bildet Bezeichnungen für
Ämter, Dienststellen, Büros:
zutrifft: auch die kleinste Gabe
hilft den Armen; das war auch A
At|test [a t st], das; -[e]s, -e: Agentur; Kommandantur; Nun- mir zu viel; auf diese Weise wirst
ärztliche Bescheinigung (beson- tiatur; Prälatur. du auch nicht (nicht einmal) auf
ders über jmds. Gesundheitszu- ät|zen [ tsn] 〈tr.; hat〉: einen Euro sparen. Syn.: selbst,
stand): jmdm. ein Attest ausstel- 1. a) mit einer scharfen Flüssigkeit sogar.
len; ein Attest beibringen, vorle- behandeln: die Wunde ätzen. 5. dient in Verbindung beson-
gen. Zus.: Gesundheitsattest. b) (von einer scharfen Flüssigkeit) ders mit Relativpronomina
At|trak|ti|on [atrak tsio n], die; -, zerstörend auf etwas einwirken: dazu, Beliebigkeit auszudrü-
-en: diese Lösung ätzt die Haut. cken: wer es auch getan hat ...
1. etwas, was große Anziehungs- Syn.: zerfressen, zersetzen, zer- (gleichgültig, wer es getan hat ...);
kraft ausübt, gespanntes Interesse stören. Zus.: wegätzen. was auch [immer] geschieht ...
auf sich zieht: auf dem Fest gab 2. mittels Säuren auf der Oberf lä- (gleichgültig, was geschieht ...);
es einige Attraktionen; der Fern- che von etwas erzeugen: ein Bild wie dem auch sei (es ist gleich-
sehturm ist eine besondere auf eine Kupferplatte ätzen. gültig, wie es sich verhält); es
Attraktion. Syn.: Clou (ugs.), Hit 1
auch [aux] 〈Adverb〉: meldete sich niemand, sooft ich
(ugs.), Knüller (ugs.), Sehens- 1. dient dazu, auszudrücken, auch anrief.
würdigkeit, Sensation. Zus.: dass sich etwas in gleicher 1
auf [auf] 〈Präp. mit Dativ oder
Hauptattraktion, Touristenat- Weise verhält, dass Gleiches Akkusativ〉:
traktion. Geltung hat: alle schwiegen, 1. 〈räumlich; mit Dativ; Frage:
2. Anziehung, Anziehungskraft: auch ich war still; ja, das war wo?〉 a) kennzeichnet die Berüh-
von jmdm., etwas geht eine dumm von mir, aber du hast rung von oben: das Buch liegt
Attraktion aus. auch einen Fehler gemacht; das auf dem Tisch. b) gibt den Auf-
at|trak|tiv [atrak ti f] 〈Adj.〉: gilt nicht nur für ihn, sondern enthalt in einem Raum, [öffent-
a) anziehend durch besondere auch für euch. Syn.: ebenfalls, lichen] Gebäude usw. oder einen
Vorteile oder Gegebenheiten; ebenso, genauso, gleicherma- Seins-, Geschehens-, Tätigkeits-
einen Anreiz bietend: der Dienst ßen, gleichfalls. bereich an: auf dem Gymnasium
in der Verwaltung ist noch 2. dient dazu, auszudrücken, sein; er ist auf (in) seinem Zim-
immer attraktiv. Syn.: begehrt, dass zusätzlich noch etwas der mer; er arbeitet auf (in, bei) der
gefragt, zugkräftig. b) anziehend Fall ist, zu etwas Genanntem Post; auf dem Bau arbeiten.
aufgrund eines ansprechenden etwas Weiteres hinzutritt: ich c) gibt die Teilnahme an etwas,
Äußeren; hübsch und voller Reiz: kann nicht, und ich will auch das Sichaufhalten bei einer
eine attraktive Frau, Erschei- nicht; nun muss ich auch noch Tätigkeit an: auf dem Parteitag
nung. Syn.: anmutig, aufregend, die Kosten tragen. Syn.: außer- sein; auf einer Hochzeit sein.
fesselnd, gut aussehend, schön, dem, darüber hinaus, im bri- 2. 〈räumlich; mit Akkusativ;
sexy (ugs.), verführerisch. gen, obendrein, überdies, über- Frage: wohin?〉 a) bezieht sich
At|tri|but [atri bu t], das; -[e]s, -e: haupt. auf eine Stelle, Oberfläche, auf
a) Gegenstand o. Ä. , der zu 2
auch [aux] 〈Partikel〉: einen Erstreckungsbereich,
jmdm. , etwas (zufälliger- oder 1. dient dazu, auszudrücken, einen Zielpunkt: er geht schon
charakteristischerweise) gehört: dass ein bestimmter Sachverhalt auf die achtzig zu (wird bald
die Attribute der Heiligen. Syn.: in Einklang mit einer bestimm- achtzig); sie legte das Buch auf
Charakteristikum, Kennzeichen, ten Erwartung oder Annahme den Tisch. b) bezeichnet den
Merkmal. b) charakteristische steht: ich dachte, sie sei verreist, Gang zu einem/in einen Raum,
Eigenschaft, charakteristisches und sie war es [tatsächlich] zu einem/in ein [öffentliches]
Wesensmerkmal: dem Papst wird auch; ich habe auch nichts Gebäude, gibt die Richtung in
das Attribut der Unfehlbarkeit anderes erwartet; was man ver- einem Seins-, Geschehens-,
zugeschrieben. spricht, muss man auch tun; Tätigkeitsbereich an: er geht auf
1
-(a|t)ur [(a t)u ], die; -, -en 〈Suffix; »Das klingt nach Mozart.« - »Ist sein Zimmer; sie schickte den
verbales Basiswort, meist auf es auch.«. Jungen auf die Post; sie geht auf
-»ieren«〉: 2. dient dazu, Unmut oder Ärger die Universität (sie studiert); auf
bildet Verbalsubstantive, die oft auszudrücken: der ist auch einen Ball gehen.
ein Ergebnis, eine Einrichtung überall dabei; warum kommst 3. 〈zeitlich; mit Akkusativ〉 a) zur
bezeichnen; häufig zur Sach- du auch so spät! Angabe der Zeitspanne: auf
oder Gegenstandsbezeichnung 3. dient in Fragen dazu, Zweifel, zwei Jahre ins Ausland gehen;
weiterentwickelt: Abbreviatur; Unsicherheit o. Ä. auszudrü- auf eine Tasse Tee zu jmdm.
Judikatur; Justifikatur; Kolora- cken: darf sie das auch?; hast du kommen. b) drückt ein zeitliches
tur; Makulatur; Quadratur; dir das auch gut überlegt? Nacheinander aus: auf Regen
Registratur; Stuckatur. 4. dient dazu, etwas Bestimmtes folgt Sonnenschein. c) 〈in Ver-
2
-(a|t)ur [(a t)u ], die; -, -en 〈Suffix; hervorzuheben und auszudrü- bindung mit zwei gleichen Sub-
substantivisches Basiswort〉: cken, dass das Hervorgehobene stantiven; zur Angabe der Wie-
1. bildet Kollektiva: Klaviatur; überraschenderweise zu den derholung, der direkten Aufei-
Lineatur; Muskulatur; Tabula- Dingen bzw. Menschen gehört, nanderfolge〉 Welle auf Welle;
tur; Titulatur. für die die gemachte Aussage Schlag auf Schlag.

121
auf – aufbauen

A 4. 〈Art und Weise; mit Akkusa-


tiv〉 auf elegante Art; sich auf
aufbocken; aufhelfen; aufrich-
ten; Rauch steigt auf. b) sich
auf|ar|bei|ten [ auf |arbaitn], arbei-
tete auf, aufgearbeitet 〈tr.; hat〉:
Deutsch unterhalten. nach oben ausdehnen: aufsta- 1. (etwas, was schon einige Zeit
auf 5. 〈vor dem Superlativ; mit peln; auftürmen. c) vom Boden auf Bearbeitung wartet) erledi-
Akkusativ〉 jmdn. auf das/aufs weg: aufpicken; aufsammeln. gen: die liegen gebliebene Post
Herzlichste begrüßen. d) in eine bestimmte Höhe brin- aufarbeiten. Syn.: aufholen,
6. 〈in Abhängigkeit von gen und dort festmachen: auf- nachholen.
bestimmten Wörtern〉 auf etwas hängen; aufknüpfen. e) auf 2. erneuern, (einem Gegenstand)
jagen; auf etwas trinken; eine etwas höher Gelegenes: auf das ein neues Aussehen geben: den
Hoffnung auf etwas hegen; auf Pferd aufsitzen; aufsteigen. alten Tisch aufarbeiten. Syn.:
Veranlassung von Herrn f) besagt, dass eine Person, die aufmöbeln (ugs.).
Schmidt. sich in einer Ruhelage o. Ä. auf|at|men [ auf |a tm n], atmete
2
auf [auf] 〈Adverb〉: befunden hat, aus dieser durch auf, aufgeatmet 〈itr.; hat〉:
1. a) 〈elliptisch als Teil eines etwas herausgebracht wird: erleichtert sein, sich befreit füh-
Verbs〉 empor, in die Höhe: auf durch einen Schreck auffahren; len: als er hörte, dass sie das
Leute, erhebt euch! b) 〈elliptisch aufhetzen; aufrütteln; aufschre- Unglück gesund überstanden
als Teil eines Verbs〉 los, vor- cken; aufstacheln. g) besagt, hatte, atmete er auf.
wärts! : auf zur Stadt! c) 〈ellip- dass etwas, jmd. aus der Verbor- auf|bah|ren [ auf ba r n], bahrte
tisch als Teil eines Verbs〉 geöff- genheit herausgeholt wird: auf- auf, aufgebahrt 〈tr.; hat〉:
net: die Tür ist auf; Fenster auf !; spüren; aufstöbern. h) in Bezug (einen Verstorbenen, den Sarg mit
Augen auf im Straßenverkehr! auf die körperliche Entwick- dem Verstorbenen) auf eine
d) geöffnet haben: hat der Laden lung: aufpäppeln; aufziehen. Bahre, ein Gestell legen, stellen:
schon auf ? 2. nach allen Seiten umfangrei- einen Toten auf bahren.
2. nicht mehr, noch nicht im Bett: cher werden [lassen]: aufblähen; Auf|bau [ auf bau], der; -s, -ten:
früh auf sein; bist du noch auf ? aufblasen; aufpumpen; aufquel- 1. 〈ohne Plural〉 das Auf bauen;
Syn.: auf den Beinen, wach. len. Errichtung: der Auf bau der Tri-
3. 〈in Wortpaaren〉 auf und ab/ 3. kennzeichnet das unvermit- bünen. Zus.: Neuauf bau, Wie-
nieder (nach oben und nach telte Einsetzen: aufblitzen; auf- deraufbau.
unten). glühen; aufkreischen; auf- 2. 〈ohne Plural〉 das Schaffen,
4. 〈in Verbindung mit »von« in schreien. Organisieren, Zustandebringen
bestimmten Wendungen〉: von 4. kennzeichnet die Richtung von etwas: der Aufbau des
klein auf; von Grund auf. auf einen Gegenstand, eine Per- Sozialismus; das Geschäft ist
son hin und die Erreichung des noch im Aufbau. Syn.: Organi-
auf/offen Ziels, den Kontakt: aufkleben; sation, Schaffung.
aufprallen; aufstampfen; auf- 3. 〈ohne Plural〉 Art der Anlage,
Während auf in Verbindung mit
treffen. des Gegliedertseins, der Anord-
Verben den Vorgang des Ausei-
5. kennzeichnet den Zustand nung: der Aufbau des Dramas;
nandergehens, Sichöffnens oder
des Unveränderten: aufbehal- den Aufbau einer Zelle darstel-
die Tätigkeit des Öffnens aus-
ten; aufbleiben; auflassen. len. Syn.: Form, Gefüge, Gliede-
drückt (»aufgehen«, »aufplatzen«,
6. besagt, dass etwas durch ein rung, Struktur, Zusammenset-
»auf brechen«, »aufdrehen«), be-
Tun o. Ä. nicht mehr geschlos- zung.
deutet offen geöffnet, nicht ge-
sen ist: aufbrechen; auffalten; 4. (auf einen Untergrund, auf
schlossen oder verschlossen; es
aufgehen; aufklappen; aufkna- andere vorhandene Teile) aufge-
drückt das Ergebnis des Öffnens
cken; aufreißen; aufscheuern; bautes, aufgesetztes Teil: ein
aus und steht dementsprechend
aufschnüren; auftrennen. bühnenartiger Aufbau; der Auf-
bei Zustandsverben (»offen ste-
7. an einer Stelle zusammenbrin- bau auf einem Haus; der Auf bau
hen«, »offen bleiben«, »offen las-
gen: auffangen; aufkaufen; auf- (die Karosserie) eines Autos.
sen«, »offen sein«).
listen; aufmarschieren; aufrei- auf|bau|en [ auf bau n], baute auf,
In der Umgangssprache ist diese
hen. aufgebaut:
Unterscheidung allerdings weitge-
8. drückt aus, dass etwas durch 1. 〈tr.; hat〉 zu einem Ganzen
hend aufgegeben worden. Neben
das im Basiswort Genannte zusammenfügen und aufrichten
»aufgehen« und »aufmachen«
nicht mehr vorhanden ist: auf- /Ggs. abbauen/: ein Haus wie-
werden auch »aufstehen«, »auf-
brauchen; aufessen; aufrauchen. der aufbauen; ein Zelt auf-
bleiben«, »auflassen«, »auf sein«
9. drückt aus, dass jmd., etwas bauen. Syn.: aufrichten, auf-
usw. gebraucht, in denen »auf«
zu dem im Basiswort Genann- schlagen, bauen, erbauen,
wie »offen« den bleibenden Zu-
ten wird: aufheitern; aufhellen; errichten.
stand bezeichnet.
aufklären; aufmuntern. 2. 〈tr.; hat〉 organisierend gestal-
10. drückt aus, dass etwas durch ten, nach und nach schaffen: eine
auf- [auf] 〈trennbares, betontes das im Basiswort Genannte wie- Partei zentralistisch auf bauen;
verbales Präfix〉: der in einen frischeren o. ä. ich habe mir eine neue Existenz
1. kennzeichnet die Richtung; Zustand gebracht wird: aufba- aufgebaut. Syn.: gründen.
nach oben, in die Höhe: a) sich cken; aufbügeln; aufforsten; 3. 〈tr.; hat〉 planmäßig auf eine
von unten in die Höhe bewegen: auffrischen; aufpolieren. Aufgabe vorbereiten: eine Sänge-

122
aufbäumen – aufbrauchen
rin, einen Politiker auf bauen.
Syn.: fördern, herausbringen,
reiten, geeignet machen: Minera-
lien, Trinkwasser aufbereiten.
tigmachen (ugs. , oft abwer-
tend), sich wichtigtun (ugs. , oft A
managen, protegieren, sich ein- Syn.: bearbeiten, behandeln. abwertend).
setzen für. auf|bes|sern [ aufb s n], besserte auf|bla|sen [ auf bla zn], bläst auf, aufb
4. 〈tr.; hat〉 mit einer bestimmten auf, aufgebessert 〈tr.; hat〉: blies auf, aufgeblasen:
Struktur, Gliederung versehen; in in der Qualität oder Quantität 1. 〈tr.; hat〉 durch Blasen prall
bestimmter Weise anordnend, steigern, erhöhen: die Verpfle- werden lassen: einen Ballon auf-
gliedernd gestalten: seinen Vor- gung, die alten Möbel, das blasen. Syn.: aufpumpen.
trag gut aufbauen; das Musik- Gehalt aufbessern. Syn.: anhe- 2. 〈+ sich〉 (ugs.) sich wichtigma-
stück ist kunstvoll aufgebaut. ben, ausbauen, bessern, erneu- chen: blas dich nicht so auf !
Syn.: gliedern. ern, restaurieren, sanieren, ver- Syn.: angeben, sich auf blähen
5. 〈itr.; hat〉 etwas zur Grundlage bessern, verfeinern. (abwertend), sich aufplustern
nehmen: auf den neuesten auf|be|wah|ren [ aufb va r n], (ugs.), aufschneiden, sich auf-
Erkenntnissen aufbauen. bewahrte auf, aufbewahrt 〈tr.; spielen, sich brüsten, das große
6. 〈+ sich〉 (ugs.) sich an einer hat〉: Wort führen, den Mund voll
bestimmten Stelle hinstellen: er in Verwahrung nehmen: jmds. nehmen (ugs.), dick auftragen
baute sich vor ihm, an der Schmuck sorgfältig aufbewah- (ugs.), große Reden schwingen
Mauer auf. Syn.: sich aufstellen, ren; Fotos als/zum Andenken (ugs.), große Töne spucken
sich postieren. aufbewahren. Syn.: aufheben, (ugs.), großtun, prahlen, prot-
auf|bäu|men [ aufb ym n], behalten, bewahren (geh.), ver- zen, prunken, renommieren
bäumte auf, aufgebäumt wahren. (bildungsspr.), sich in den Vor-
〈+ sich〉: auf|bie|ten [ aufbi tn], bot auf, dergrund stellen, sich in Szene
1. sich auf die hinteren Beine stel- aufgeboten 〈tr.; hat〉: setzen, sich spreizen, sich wich-
len und aufrichten: das Pferd 1. a) zur Erledigung einer Aufgabe tigtun (ugs. , oft abwertend).
bäumte sich auf. Syn.: sich auf- einsetzen: die Polizei gegen Aus- auf|blei|ben [ aufblaibn], blieb auf,
richten, sich erheben. schreitungen aufbieten. b) auf- aufgeblieben 〈itr.; ist〉:
2. entschieden, empört Wider- wenden, einsetzen: seinen gan- 1. nicht ins Bett gehen, sich nicht
stand leisten: sich gegen die zen Einfluss aufbieten. Syn.: schlafen legen: die ganze Nacht,
Ungerechtigkeit aufbäumen. aufwenden, einsetzen, verwen- bis 24 Uhr aufbleiben. Syn.: auf
Syn.: ankämpfen, auf begehren den. sein, wach bleiben, wach sein,
(geh.), sich auflehnen, aufmu- 2. eine beabsichtigte Heirat amt- wachen.
cken (ugs.), sich entgegenstel- lich bekannt geben: sie sind auf- 2. geöffnet bleiben, nicht
len, meutern (ugs.), mucksen geboten worden. geschlossen werden: die Tür soll
(ugs.), opponieren, protestieren, auf|blä|hen [ aufbl n], blähte aufbleiben.
rebellieren, revoltieren, sich auf, aufgebläht: auf|bli|cken [ auf bl kn], blickte
widersetzen. 1. a) 〈tr.; hat〉 durch Wind, Gas auf, aufgeblickt 〈itr.; hat〉:
auf|bau|schen [ auf bau n], o. Ä. rund, prall machen, 1. den Blick nach oben, in die
bauschte auf, aufgebauscht: anschwellen lassen: der Wind Höhe richten: kurz von seiner
1. a) 〈tr.; hat〉 auf blähen (1 a): der blähte die Hemden auf der Arbeit aufblicken.
Wind bauscht die Segel auf. Leine auf. Syn.: aufbauschen, 2. jmdn. bewundernd verehren:
b) 〈+ sich〉 auf blähen (1 b): der aufplustern, aufschwemmen, ein Mensch, zu dem man aufbli-
Rock bauschte sich auf. auftreiben, bauschen, blähen, cken kann. Syn.: achten, anhim-
2. 〈tr.; hat〉 etwas übertrieben 2
schwellen (geh.). b) 〈+ sich〉 meln (ugs.), bewundern.
oder schlimmer darstellen, als es durch Wind, Gas o. Ä. rund, prall auf|blü|hen [ auf bly n], blühte
in Wirklichkeit ist: einen Vorfall werden: die bunten Röcke bläh- auf, aufgeblüht 〈itr.; ist〉:
aufbauschen. Syn.: hochspielen, ten sich auf. Syn.: anschwellen, 1. sich blühend entfalten, zu blü-
übertreiben. sich aufbauschen, sich aufplus- hen beginnen: die Rosen sind
auf|be|geh|ren [ auf b e r n], tern, sich bauschen, sich blähen. aufgeblüht. Syn.: auf brechen,
begehrte auf, aufbegehrt 〈itr.; 2. 〈+ sich〉 (abwertend) sich aufgehen, aufspringen, erblühen
hat〉 (geh.): wichtigmachen: bläh dich nicht (geh.).
heftigen Widerspruch erheben, so auf ! Syn.: angeben, sich auf- 2. sich entfalten, Aufschwung
sich empört wehren: keiner blasen (ugs.), sich aufplustern nehmen: Wissenschaft und Han-
wagte aufzubegehren; gegen (ugs.), aufschneiden, sich auf- del blühten auf. Syn.: sich ent-
sein Schicksal auf begehren. spielen, sich brüsten, das große falten, gedeihen, reifen, wach-
Syn.: ankämpfen, sich aufleh- Wort führen, den Mund voll- sen.
nen, aufmucken (ugs.), sich ent- nehmen (ugs.), dick auftragen 3. auf leben (a): seitdem sie den
gegenstellen, meutern (ugs.), (ugs.), große Reden schwingen Arbeitsplatz gewechselt hat,
mucksen (ugs.), opponieren, (ugs.), große Töne spucken blüht sie auf.
protestieren, rebellieren, revol- (ugs.), großtun, prahlen, prot- auf|bo|cken [ auf b kn], bockte auf,
tieren, sich widersetzen. zen, prunken, renommieren aufgebockt 〈tr.; hat〉:
auf|be|rei|ten [ aufb raitn], berei- (bildungsspr.), sich in den Vor- auf ein Gestell setzen: ein Auto
tete auf, aufbereitet 〈tr.; hat〉: dergrund stellen, sich in Szene zur Reparatur auf bocken.
zur weiteren Verwendung vorbe- setzen, sich spreizen, sich wich- auf|brau|chen [ auf brauxn],

123
aufbrausen – Aufenthalt

A brauchte auf, aufgebraucht 〈tr.;


hat〉:
4. a) zornig machen, in Wut brin-
gen: diese Bemerkung brachte
schmücken, sich in Schale wer-
fen (ugs.).
völlig, bis auf den letzten Rest sie auf; sie war sehr aufgebracht. auf|drän|gen [ aufdr n], drängte
aufb verbrauchen: seine Ersparnisse Syn.: ärgern, aufregen, erregen, auf, aufgedrängt:
aufbrauchen. Syn.: auf den Kopf erzürnen (geh.), in Fahrt brin- 1. 〈tr.; hat〉 ( jmdn.) dazu bringen,
hauen (ugs.), durchbringen gen (ugs.), in Rage versetzen. etwas zu nehmen oder zu über-
(ugs.), konsumieren, verjubeln b) aufwiegeln: er versuchte, die nehmen, was er anfänglich nicht
(ugs.). Mitarbeiter gegen sie aufzubrin- annehmen wollte: jmdm. eine
auf|brau|sen [ aufbrauzn], brauste gen. Syn.: agitieren, anstacheln, Ware, ein Amt aufdrängen.
auf, aufgebraust 〈itr.; ist〉: anstiften, aufputschen, aufsta- Syn.: andrehen (ugs.), aufnöti-
1. schäumend, brausend nach cheln. gen, aufschwatzen (ugs.), über-
oben steigen, zu wallen beginnen: 5. (ein Schiff) zwingen, in einen reden zu.
das kochende Wasser braust bestimmten Hafen einzulaufen: 2. 〈+ sich〉 jmdm. seine Hilfe o. Ä.
auf. Syn.: blubbern, brodeln, ein Schiff aufbringen. in aufdringlicher Weise, unaufge-
sprudeln. Auf|bruch [ aufbr x], der; -[e]s: fordert anbieten: ich will mich
2. zornig hochfahren, schnell zor- das Auf brechen, Weggehen: es nicht aufdrängen. Syn.: sich
nig werden und seinen Zorn sah nach einem übereilten Auf- anbiedern (abwertend), bedrän-
erregt äußern: als sie das hörte, bruch aus; zum Aufbruch drän- gen, belästigen.
brauste sie gleich auf. Syn.: sich gen, treiben. 3. 〈+ sich〉 sich unwillkürlich in
ärgern, auffahren, sich aufregen, auf|brü|hen [ aufbry n], brühte jmds. Bewusstsein einstellen, sich
außer sich geraten, sich erregen, auf, aufgebrüht 〈tr.; hat〉: zwangsläufig ergeben: es drängt
explodieren, in Rage geraten (Kaffee oder Tee) durch bergie- sich die Frage auf, ob dies nötig
(ugs.), rasen, toben, wüten. ßen mit kochendem Wasser zube- war; ein Gedanke drängt sich
auf|bre|chen [ auf br cn], bricht reiten: ich brühe dir neuen Tee mir auf. Syn.: sich 1 ergeben.
¸
auf, brach auf, aufgebrochen: auf. auf|dre|hen [ aufdre n], drehte
1. 〈tr.; hat〉 gewaltsam öffnen: auf|bür|den [ aufb rdn], bürdete auf, aufgedreht:
den Tresor auf brechen. Syn.: auf, aufgebürdet 〈tr.; hat〉: 1. 〈tr.; hat〉 a) durch Drehen öff-
knacken (ugs.). als Last auf jmdn. übertragen: er nen: den Hahn aufdrehen.
2. 〈itr.; ist〉 sich [platzend] öff- hat ihr die ganze Arbeit, die Ver- b) durch Öffnen eines Ventils o. Ä.
nen: die Knospe ist aufgebro- antwortung aufgebürdet. Syn.: die Zufuhr von etwas ermögli-
chen; die Eisdecke brach auf. abschieben, abwälzen, auferle- chen: das Gas, das Wasser auf-
Syn.: aufgehen, aufplatzen, auf- gen, aufhalsen (ugs.), überlas- drehen. Syn.: andrehen, anma-
reißen, platzen. sen, zuschieben. chen, anschalten, anstellen, ein-
3. 〈itr.; ist〉 beginnen, den Ort, an auf|de|cken [ aufd kn], deckte auf, schalten. c) durch Drehen
dem man sich befindet, zu verlas- aufgedeckt: lockern: eine Schraube aufdre-
sen; sich auf den Weg machen: 1. 〈tr.; hat〉 a) die Decke (von hen. d) durch Betätigen eines
die Klasse bricht gerade zu einer jmdm. , etwas) wegnehmen: das Knopfes o. Ä. laut[er] werden las-
Wanderung auf; wir müssen Kind, die Betten aufdecken. sen: das Radio aufdrehen.
langsam auf brechen. Syn.: sich b) (von Spielkarten) mit der Seite 2. 〈itr.; hat〉 (ugs.) Gas geben, die
aufmachen, sich empfehlen, des Bildes nach oben hinlegen: Geschwindigkeit beschleunigen:
sich auf die Socken machen du kannst die letzte Karte jetzt auf der Autobahn mächtig auf-
(ugs.). auch noch aufdecken. Syn.: drehen. Syn.: auf die Tube drü-
auf|brin|gen [ aufbr n], brachte umdrehen, wenden. cken (ugs.), beschleunigen,
auf, aufgebracht 〈tr.; hat〉: 2. 〈tr.; hat〉 (etwas Verborgenes) einen Zahn zulegen (ugs.).
1. durch gewisse Anstrengungen andern zur Kenntnis bringen, ans auf|dring|lich [ aufdr l c] 〈Adj.〉:
oder Bemühungen (eine Licht bringen: ein Verbrechen, sich ohne Hemmung [mit ¸ einem
bestimmte Menge von etwas) zur Widersprüche aufdecken. Syn.: Anliegen] an einen anderen wen-
Verfügung haben: sie konnte das dahinterkommen (ugs.), enthül- dend und ihm lästig werdend: ein
Geld für die Reise nicht aufbrin- len, entlarven, enträtseln, ent- aufdringlicher Vertreter; sehr
gen; das nötige Verständnis für schlüsseln, recherchieren, aufdringlich sein. Syn.: pene-
die Jugend auf bringen (haben). zutage bringen. trant, zudringlich.
Syn.: aufbieten, auftreiben 3. a) 〈tr.; hat〉 (als Decke) auf den auf|ei|n|an|der [auf |ai nand ]
(ugs.), aufwenden, 1 beschaffen, Tisch legen: ein Tischtuch aufde- 〈Adverb〉:
besorgen, zusammenbringen, cken. Syn.: auflegen. b) 〈itr.; hat〉 1. einer auf dem andern, einer
zusammenkratzen. den Tisch decken: kann ich auf den andern: aufeinander auf-
2. (ugs.) nur mit Mühe öffnen schon aufdecken? fahren.
[können]: die Tür kaum auf brin- auf|don|nern [ aufd n n], don- 2. auf sich gegenseitig, einer auf
gen. nerte auf, aufgedonnert 〈+ sich〉 den andern: aufeinander war-
3. Urheber (von etwas) sein: ein (ugs.): ten; aufeinander angewiesen
neues Schlagwort aufbringen; sich stark und recht auffallend sein.
wer hat denn dieses Gerücht zurechtmachen: du hast dich Auf|ent|halt [ auf | nthalt], der;
aufgebracht? Syn.: einführen, in wieder furchtbar aufgedonnert. -[e]s, -e:
die Welt setzen (ugs.). Syn.: sich aufmachen, sich 1. das Verweilen, Bleiben an

124
Aufenthaltserlaubnis – aufflackern
einem Ort ( für eine bestimmte
Zeit): sie verlängerte ihren Auf-
auftischen, auftragen, reichen,
servieren.
5. etwas, was nur f lüchtig, kurz
wahrzunehmen ist, wahrnehmen: A
enthalt in der Stadt; der Zug hat 4. 〈itr.; ist〉 sich erschrocken eine Bemerkung, einen bösen
nur fünf Minuten Aufenthalt. schnell in die Höhe richten: aus Seitenblick auffangen. Syn.: auf- auff
Syn.: Halt, Unterbrechung. Zus.: dem Schlaf auffahren. Syn.: schnappen (ugs.), mitbekom-
Erholungsaufenthalt, Kurauf- 1
aufschrecken, aufspringen, in men, registrieren.
enthalt. die Höhe fahren. auf|fas|sen [ auffasn], fasst auf,
2. Ort, an dem sich jmd. auf hält: 5. 〈itr.; ist〉 (auf etwas) zornig rea- fasste auf, aufgefasst 〈tr.; hat〉:
die Insel ist ein angenehmer gieren: bei dieser Bemerkung ist 1. in einer bestimmten Weise deu-
Aufenthalt. Syn.: Domizil, sie gleich aufgefahren. Syn.: auf- ten, verstehen: er hatte ihre
Stätte. brausen, sich aufregen, außer Bemerkung als Kritik aufge-
Auf|ent|halts|er|laub|nis [ auf - sich geraten, durchdrehen, sich fasst; sie hatte seine Frage
| nthalts| laupn s], die; -: ereifern, sich erregen, explodie- falsch aufgefasst. Syn.: ansehen,
offizielle Erlaubnis für Auslände- ren, in Rage geraten (ugs.). auslegen, betrachten, beurtei-
rinnen und Ausländer, sich in auf|fal|len [ auffal n], fällt auf, fiel len, deuten, einschätzen, erach-
einem Land aufzuhalten: eine auf, aufgefallen 〈itr.; ist〉: ten für (geh.), halten für, inter-
Aufenthaltserlaubnis beantra- a) durch besondere Art, Größe pretieren.
gen; die Verwaltung hat ihr die o. Ä. Aufmerksamkeit erregen: er 2. mit dem Verstand aufnehmen,
Aufenthaltserlaubnis erteilt. fiel wegen seiner Größe auf; ihre geistig erfassen: die Zusammen-
auf|er|le|gen [ auf | le n], erlegte Höflichkeit fiel angenehm auf; hänge schnell auffassen; 〈auch
auf, auferlegt 〈tr.; hat〉: eine auffallende Ähnlichkeit. itr.〉 das Kind fasst leicht auf.
als Pf licht (von jmdm.) verlan- Syn.: Aufsehen erregen, die Bli- Syn.: begreifen, durchblicken
gen, als Verpf lichtung auftragen: cke auf sich ziehen, hervorste- (ugs.), sich durchfinden, 2 durch-
mit diesem Amt wurde ihr eine chen, in die Augen fallen, in die schauen, erkennen, fassen,
große Verantwortung auferlegt. Augen springen, ins Auge fallen, kapieren (ugs.), mitbekommen,
Syn.: auf bürden, aufhalsen ins Auge springen. b) von jmdm. realisieren, verstehen.
(ugs.), überlassen, übertragen, bemerkt werden: ist dir nichts Auf|fas|sung [ auffas ], die; -,
zumuten, zuschieben. aufgefallen an ihm?; das ist mir -en:
auf|er|ste|hen [ auf | te n], gleich aufgefallen. Syn.: aufsto- 1. Anschauung von etwas: unter-
erstand auf, auferstanden 〈itr.; ßen (ugs.). schiedliche Auffassungen
ist〉: auf|fäl|lig [ auff l c] 〈Adj.〉: haben. Syn.: Ansicht, Einstel-
wieder zum Leben erwachen: die Aufmerksamkeit ¸ auf sich zie- lung, Meinung, Standpunkt,
Christus ist von den Toten auf- hend: ein auffälliges Kleid, Urteil, Vorstellung. Zus.:
erstanden. Benehmen; es war sehr auffällig Arbeitsauffassung, Dienstauf-
Auf|er|ste|hung [ auf | te ], (verdächtig), dass er schwieg. fassung, Lebensauffassung.
die; -, -en: Syn.: auffallend, markant, 2. Fähigkeit zu begreifen: eine
das Auferstehen: die Auferste- unübersehbar. gute Auffassung haben. Syn.:
hung der Toten. Zus.: Wieder- auf|fan|gen [ auffa n], fängt auf, Verstand.
auferstehung. fing auf, aufgefangen 〈tr.; hat〉: auf|fin|den [ auff ndn], fand auf,
auf|es|sen [ auf | sn], isst auf, aß 1. in einer Bewegung, im Fallen aufgefunden 〈tr.; hat〉:
auf, aufgegessen 〈tr.; hat〉: fassen: einen Ball auffangen. ( jmdn. , etwas, was gesucht oder
essen, ohne etwas übrig zu las- Syn.: erwischen (ugs.), fangen. vermisst wird) [zufällig] entde-
sen; alles, was vorhanden oder 2. a) am Weiterbewegen hindern cken: jmdn. erfroren auffinden;
auf dem Teller ist, essen: sie und in einen Behälter o. Ä. leiten: meine Brille war nirgends mehr
haben das ganze Brot aufgeges- das Wasser [mit Eimern] auf- aufzufinden (blieb unauffind-
sen. Syn.: auffressen (derb), ver- fangen. b) an einem Ort zusam- bar). Syn.: auflesen, aufspüren,
drücken (ugs.), vertilgen (ugs.), menfassen und vorläufig unter- aufstöbern, auftreiben, auftun
verzehren (geh.). bringen: die Flüchtenden in (ugs.), ausfindig machen, aus-
auf|fah|ren [ auffa r n], fährt auf, Lagern auffangen. machen, finden, vorfinden.
fuhr auf, aufgefahren: 3. a) in seiner Bewegung, Wucht auf|fla|ckern [ aufflak n], flackerte
1. 〈itr.; ist〉 während der Fahrt abstoppen: einen Stoß, Schlag auf, aufgeflackert 〈itr.; ist〉:
gegen bzw. auf ein Auto fahren, auffangen. Syn.: abfangen. a) [von Neuem oder von Zeit zu
das vor einem fährt: auf einen b) auf halten und zum Stehen Zeit] schwach auf leuchten: Lich-
Lastwagen auffahren. Syn.: bringen: einen Vorstoß auffan- ter flackerten auf. Syn.: auflo-
anfahren, aufprallen, prallen an/ gen. dern, sich entzünden, flackern,
gegen, rammen, stoßen. 4. (in seinen negativen Auswir- glimmen, glühen, leuchten,
2. 〈itr.; ist〉 an jmdn. , der vor kungen) mildern, ausgleichen: lodern, scheinen, schwelen,
einem fährt, nahe heranfahren: die Preissteigerungen durch strahlen. b) sich zu regen begin-
sie war ganz dicht aufgefahren. Steuererleichterungen auffan- nen: Hoffnungen flackerten auf;
3. 〈tr.; hat〉 (ugs.) sehr reichlich gen. Syn.: abschwächen, lin- die Kämpfe waren wieder aufge-
und gut zu essen vorsetzen: als dern, mindern, schmälern, ver- flackert. Syn.: sich anbahnen,
wir bei ihnen zu Gast waren, ist kleinern, vermindern, verrin- aufkommen, ausbrechen, ent-
viel aufgefahren worden. Syn.: gern. stehen.

125
auffliegen – aufgedreht

A auf|flie|gen [ auffli n], flog auf,


aufgeflogen 〈itr.; ist〉:
renovieren, reparieren, restau-
rieren, sanieren.
1. das Aufgehen, Erscheinen über
dem Horizont: beim Aufgang der
1. nach oben, in die Höhe f liegen: 2. 〈itr.; hat〉 stärker wehen: der Sonne. Zus.: Sonnenaufgang.
auff als wir vorbeigingen, flog der Wind frischte auf; 〈auch 2. a) Treppe, die nach oben führt:
Vogel auf. Syn.: aufsteigen, sich unpers.〉 es hat aufgefrischt. dieses Haus hat zwei Aufgänge.
erheben, steigen. auf|füh|ren [ auffy r n], führte auf, Zus.: Bühnenaufgang, Hinter-
2. sich plötzlich durch einen aufgeführt: aufgang, Vorderaufgang. b) Weg,
Druck öffnen: der Deckel flog 1. 〈tr.; hat〉 einem Publikum dar- der nach oben führt: der Aufgang
auf. Syn.: aufgehen, aufsprin- bieten: ein Schauspiel aufführen. zur Burg.
gen, sich auftun. Syn.: auf die Bühne bringen, auf|ge|ben [ auf e bn], gibt auf,
3. (ugs.) [entdeckt werden und] darbieten (geh.), geben, heraus- gab auf, aufgegeben:
ein jähes Ende nehmen: eine bringen, spielen, vorführen, zei- 1. 〈tr.; hat〉 als Aufgabe übertra-
Konferenz auffliegen lassen; der gen, zur Aufführung bringen. gen: jmdm. ein Rätsel aufgeben;
Schmuggel ist aufgeflogen. Syn.: 2. 〈+ sich〉 sich in bestimmter der Lehrer hat den Schülern ein
danebengehen (ugs.), fehlschla- (meist schlechter) Weise beneh- Gedicht zu lernen aufgegeben.
gen, missglücken, missraten, men: sich anständig aufführen; Syn.: auferlegen, auftragen,
platzen (ugs.), scheitern, schief- sie führten sich wie die Herren beauftragen, betrauen, verhän-
gehen (ugs.), sich zerschlagen. auf. Syn.: auftreten, sich beneh- gen, verordnen.
auf|for|dern [ auff rd n], forderte men, sich geben, sich zeigen. 2. a) 〈tr.; hat〉 auf etwas verzich-
auf, aufgefordert 〈tr.; hat〉: 3. 〈tr.; hat〉 (in einem Text o. Ä.) ten, von etwas Abstand nehmen,
[nachdrücklich] bitten oder ver- nennen: sie war namentlich in mit etwas auf hören: seinen
langen, etwas Bestimmtes zu tun: dem Buch aufgeführt. Syn.: Widerstand aufgeben; seinen
jmdn. zur Mitarbeit auffordern; anbringen, anführen, angeben, Beruf, seine Pläne aufgeben.
sie wurde aufgefordert, ihren aufzählen, erwähnen, ins Feld Syn.: abkommen von, ablassen
Ausweis zu zeigen; der junge führen, vorbringen, zitieren. von, abschreiben (ugs.),
Mann forderte sie [zum Tanz] Auf|füh|rung [ auffy r ], die; -, abschwören von, absehen von,
auf (bat sie, mit ihm zu tanzen). -en: aufstecken (ugs.), entsagen
Syn.: anflehen, angehen, appel- 1. das Aufführen eines Stückes; (geh.), fallen lassen, kapitulieren
lieren, aufmuntern, bedrängen, Vorführung, Vorstellung: eine vor, lassen, preisgeben, sich aus
beschwören, betteln, drängeln, rundweg gelungene Aufführung dem Kopf schlagen, sich lossa-
drängen, erbitten (geh.), ermun- der »Meistersinger«. Zus.: Erst- gen von, verzichten auf, zu Grabe
tern, ersuchen, flehen (geh.), aufführung, Theateraufführung. tragen (geh.), zurücktreten von.
zuraten, zureden. 2. Betragen, Verhalten. b) 〈itr.; hat〉 nicht weitermachen:
Auf|for|de|rung [ auff rd r ], die; 3. Nennung: die Aufführung der sie gibt nicht so leicht auf; nach
-, -en: Ausgaben. zehn Runden gab der Boxer auf.
mit Nachdruck vorgebrachte Auf|ga|be [ auf a b ], die; -, -n: Syn.: aufhören, aufstecken
Bitte: eine freundliche Aufforde- 1. 〈ohne Plural〉 das Aufgeben, (ugs.), resignieren, schlappma-
rung erhalten; wir können Ihrer das Auf hören (mit etwas): die chen (ugs.), zurückstecken.
Aufforderung leider nicht nach- Aufgabe des Widerstandes, sei- 3. 〈tr.; hat〉 (in Bezug auf jmdn.)
kommen. Syn.: Appell, Ersu- ner Pläne; dies bedeutete die keine Hoffnung mehr haben: die
chen, Forderung, Verlangen. Aufgabe all ihrer Ehrenämter; Ärzte hatten ihn schon aufgege-
Zus.: Zahlungsaufforderung. sie entschloss sich zur Aufgabe ben; du darfst dich nicht aufge-
auf|fres|sen [ auffr sn], frisst auf, des Geschäftes. Syn.: Abbruch, ben.
fraß auf, aufgefressen 〈tr.; hat〉: Auflösung, Verzicht. Zus.: 4. 〈tr.; hat〉 zur Beförderung oder
1. ganz und gar fressen: die Ziege Geschäftsaufgabe. weiteren Bearbeitung übergeben:
fraß die Blätter auf; (derb von 2. a) etwas, was jmdm. zu tun auf- den Koffer bei der Bahn, einen
Menschen) du hast den ganzen gegeben ist: eine unangenehme Brief auf/bei der Post aufgeben.
Kuchen aufgefressen. Syn.: auf- Aufgabe übernehmen, bewälti- Auf|ge|bot [ auf bo t], das;
essen, verdrücken (ugs.), vertil- gen. Syn.: Amt, Arbeit, Auftrag, -[e]s, -e:
gen (ugs.), verzehren (geh.). Berufung, Bestimmung, Mis- 1. amtliche Bekanntgabe einer
2. (ugs.) völlig, bis zur Erschöp- sion, Obliegenheit (geh.), beabsichtigten Heirat: das Auf-
fung in Anspruch nehmen: die Pflicht, Rolle, Sendung (geh.), gebot aushängen. Syn.: Ankün-
Arbeit frisst mich noch auf. Soll. b) dem Denken aufgegebenes digung, Aushang, Meldung, Mit-
Syn.: beanspruchen, belasten, Problem: eine verwickelte Auf- teilung, Nachricht.
einnehmen, in Beschlag halten, gabe; Aufgaben (Rechenaufga- 2. 〈ohne Plural〉 etwas, was auf-
in Beschlag nehmen, mit ben) lösen. Syn.: Frage, Rätsel. geboten, für etwas eingesetzt
Beschlag belegen, strapazieren. Zus.: Abituraufgabe, Rechenauf- worden ist: ein starkes Aufgebot
auf|fri|schen [ auffr n], frischte gabe, Textaufgabe, bungsauf- an/von Menschen und Material.
auf, aufgefrischt: gabe. c) Hausaufgabe: statt ihre Syn.: Aufwand, Einsatz.
1. 〈tr.; hat〉 wieder frisch machen: Aufgaben zu machen, sah Lena auf|ge|dreht [ auf dre t] 〈Adj.〉
die Möbel müssten aufgefrischt fern. Syn.: Schularbeit. (ugs.):
werden. Syn.: aktualisieren, auf- Auf|gang [ auf a ], der; -[e]s, Auf- übertrieben lustig und gesprä-
möbeln (ugs.), aufpolieren, gänge [ auf ]: chig: du bist heute ja ganz auf-

126
aufgedunsen – aufhalten
gedreht. Syn.: aufgekratzt
(ugs.), ausgelassen, fidel (ugs.),
gut gelaunt und lustig: du bist
heute so aufgekratzt. Syn.: auf-
durch Aufgießen, Auf brühen
bereitete Flüssigkeit: ich werde A
fröhlich, heiter, locker, lustig, gedreht (ugs.), ausgelassen, fidel von dem Tee noch einen zwei-
munter, vergnügt. (ugs.), fröhlich, heiter, locker, ten Aufguss machen. aufh
auf|ge|dun|sen [ auf d nzn] munter, vergnügt. auf|ha|ben [ aufha bn], hat auf,
〈Adj.〉: auf|ge|legt [ auf le kt] 〈Adj.〉: hatte auf, aufgehabt 〈itr.; hat〉
in ungesunder Weise aufgequol- (in bestimmter Weise) gelaunt, (ugs.):
len: ein aufgedunsenes Gesicht. sich (in einer bestimmten Stim- 1. aufgesetzt haben: die Mütze
Syn.: dick, schwammig. mung) befindend: ein glänzend aufhaben; eine Brille aufhaben.
auf|ge|hen [ auf e n], ging auf, aufgelegter Star; schlecht, gut Syn.: anhaben.
aufgegangen 〈itr.; ist〉: aufgelegt sein. Syn.: gelaunt; 2. als Hausaufgabe machen müs-
1. am Horizont erscheinen /Ggs. * zu etwas aufgelegt sein: in sen, aufgetragen bekommen
untergehen/: die Sonne geht der Stimmung sein, etwas zu tun: haben: in Deutsch haben wir
auf. ich bin zum Tanzen aufgelegt. heute nichts auf.
2. sprießend hervorkommen: die auf|ge|schlos|sen [ auf l sn] 3. a) geöffnet haben: am Sonntag
Saat geht auf. Syn.: ausschlagen, 〈Adj.〉: hat der Bäcker, der Laden nicht
austreiben, sich entwickeln, kei- (Vorschlägen, Anregungen o. Ä.) auf. b) offen stehen haben: sie
men, sprießen. zugänglich, nicht abgeneigt; am hatten die Tür auf.
3. a) sich öffnen: das Fenster ist geistigen Leben interessiert: er ist auf|hal|sen [ aufhalzn], halste auf,
durch den Wind aufgegangen. sehr aufgeschlossen [für neue aufgehalst 〈tr.; hat〉 (ugs.):
Syn.: aufspringen, sich auftun Ideen]; sie ist Neuerungen auf bürden: da hast du mir ja
(geh.), sich öffnen. b) sich öffnen gegenüber stets aufgeschlossen. eine schöne Aufgabe aufgehalst!
lassen: die Tür geht nur schwer Syn.: tolerant, verständnisvoll. Syn.: abschieben, abwälzen,
auf. c) nicht ordnungsgemäß auf|ge|weckt [ auf v kt] 〈Adj.〉: auferlegen, überlassen, zuschie-
zubleiben: der Knoten, Reißver- (von einem Kind) für sein Alter ben.
schluss geht immer wieder auf. von erstaunlich rascher Auffas- auf|hal|ten [ aufhaltn], hält auf,
d) aufplatzen: sie drückte das sungsgabe und geistiger Regheit: hielt auf, aufgehalten:
Geschwür, bis es aufging. Syn.: ein aufgewecktes Kind. Syn.: 1. 〈tr.; hat〉 a) [ für eine Weile]
aufbrechen, aufreißen, aufsprin- begabt, clever, gescheit, intelli- daran hindern, seinen Weg fort-
gen, sich öffnen, platzen. e) sich gent, klug, schlau, verständig, zusetzen, weiterzukommen:
entfalten: die Knospen gehen wach. einen Fliehenden, scheuende
auf. Syn.: auf blühen, aufbre- auf|grei|fen [ auf raifn], griff auf, Pferde, den Vormarsch aufhal-
chen, aufspringen, erblühen aufgegriffen 〈tr.; hat〉: ten. Syn.: abstoppen, anhalten,
(geh.). 1. (einen Verdächtigen o. Ä.) fest- bremsen, stoppen. b) von einer
4. quellend in die Höhe gehen: nehmen: die Polizei hatte einen anderen Tätigkeit abhalten, nicht
der Hefeteig geht auf. Syn.: auf- Mann aufgegriffen, der keinen zum Arbeiten o. Ä. kommen las-
quellen. Ausweis bei sich hatte. Syn.: sen: er hat mich eine Stunde
5. (ugs.) ( jmdm.) zum Bewusst- auffliegen lassen, ausheben, aufgehalten. Syn.: behindern,
sein kommen, deutlich werden: beim Wickel kriegen (ugs.), dazwischenfunken (ugs.), stö-
erst später ging mir auf, dass ergreifen, ertappen, erwischen ren, unterbrechen.
ihre Bemerkung eine Frechheit (ugs.), fangen, fassen, festset- 2. 〈tr.; hat〉 daran hindern, in sei-
war. Syn.: wie Schuppen von zen, hochgehen lassen (ugs.), ner Entwicklung fortzuschreiten,
den Augen fallen. kriegen (ugs.), schnappen (ugs.), sich zu entwickeln: eine Kata-
6. ohne Rest verteilt oder geteilt verhaften. strophe aufhalten. Syn.: abbie-
werden können; keinen Rest las- 2. als Anregung nehmen und gen (ugs.), abblocken, abstellen,
sen [und in sich stimmen]: die darauf eingehen: einen Vor- abwehren, abwenden, begegnen
Karten gehen auf; diese Aufgabe schlag, Gedanken aufgreifen. (geh.), blockieren, 2 durchkreu-
ging nicht auf (ließ sich nicht Syn.: anknüpfen an, anschlie- zen, sich entgegenstellen, entge-
lösen). Syn.: stimmen. ßen an, aufnehmen, ausgehen gentreten, hindern, im Keim
7. mit etwas eins werden, darin von, sich beziehen auf. ersticken, sabotieren, unmög-
verschwinden, sich auf lösen; in 1
auf|grund [auf r nt] 〈Präp. mit lich machen, unterbinden, verei-
etwas übergehen: viele Betriebe Gen.〉, auf Grund: teln, verhindern, verhüten.
gingen in den Konzernen auf; begründet, veranlasst durch: auf- 3. 〈+ sich〉 sich mit jmdm. , etwas
sie wollte nicht in der Masse grund der Berichte; Beweise, sehr ausführlich befassen, sodass
aufgehen. Syn.: verschmelzen aufgrund deren er verurteilt Zeit für anderes verloren geht:
mit. wurde. ich habe mich bei/mit diesen
8. sich ganz einer Sache hingeben 2
auf|grund [auf r nt] 〈Adverb in Fragen zu lange aufgehalten.
und darin seine Erfüllung finden: Verbindung mit »von«〉, auf Syn.: sich abgeben, sich ausei-
er geht in seinem Beruf auf. Grund: nandersetzen, behandeln, sich
Syn.: sich einsetzen für, sich begründet, veranlasst von: auf- beschäftigen, eingehen auf, sich
widmen. grund von Berichten. einlassen auf, sich widmen.
auf|ge|kratzt [ auf kratst] 〈Adj.〉 Auf|guss [ auf s], der; -es, Auf- 4. 〈tr.; hat〉 ( für jmdn.) geöffnet
(ugs.): güsse [ auf s ]: halten: sie hielt [ihm] die Tür

127
aufhängen – aufklären

A auf; die Hand aufhalten (mit der


Innenf läche nach oben halten
o. Ä. wie etwas Entgegengesetztes
vorhanden sein und es dadurch
den Namen vernahm; ein
Geräusch ließ sie aufhorchen.
[um etwas hineingelegt zu ausgleichen: der Verlust hebt Syn.: aufmerksam werden, hell-
aufh bekommen]). den Gewinn wieder auf; 〈auch hörig werden, stutzig werden.
5. 〈+ sich〉 irgendwo vorüberge- + sich〉 + 2 und — 2 heben sich auf|hö|ren [ aufhø r n], hörte auf,
hend leben: sich im Ausland auf- auf. Syn.: aufholen, aufwiegen, aufgehört 〈itr.; hat〉:
halten. Syn.: sich befinden, gleichmachen, gleichziehen, 1. nicht länger dauern; zu Ende
1
sein, sitzen, weilen (geh.), woh- wettmachen. gehen: der Regen hörte endlich
nen. Auf|he|ben [ aufhe bn]: auf. Syn.: abbrechen, ausgehen,
auf|hän|gen [ aufh n], hängte in den Wendungen viel Aufhe- ausklingen, auslaufen, ausset-
auf, aufgehängt: ben[s] von jmdm., etwas zen, ein Ende haben, ein Ende
1. 〈tr.; hat〉 auf etwas hängen: die machen: jmdn. , etwas übertrie- nehmen, enden, sich legen, sich
Wäsche [zum Trocknen], das ben wichtig nehmen und zu viel neigen (geh.), schließen, verge-
Bild [an einem Nagel] aufhän- über ihn, darüber sprechen: er hen, zu Ende gehen, zum Erlie-
gen. macht viel Aufheben[s] um sein gen kommen.
2. (emotional) a) 〈tr.; hat〉 durch neues Auto. Syn.: etwas aufbau- 2. mit etwas nicht fortfahren;
Hängen töten: sie hatten den schen, etwas hochspielen, etwas etwas nicht weiterführen, nicht
Verräter an einer Laterne aufge- übertreiben; kein Aufheben[s] mehr tun: mit der Arbeit aufhö-
hängt. b) 〈+ sich〉 sich erhängen: von jmdm., etwas machen: ren; sie hörte nicht auf zu pfei-
er wollte sich aufhängen. einer Person oder Sache keine fen. Syn.: abbrechen, abschlie-
Auf|hän|ger [ aufh ], der; -s, -: große Bedeutung beimessen: sie ßen, aufgeben, aufkündigen,
1. kleines Band o. Ä. an der ist sehr bescheiden und macht aufstecken (ugs.), aussteigen
Innenseite des Kragens von kein Aufheben[s] von ihren (ugs.), beenden, einstellen, ent-
Jacken, Mänteln o. Ä. , an dem guten Leistungen. sagen (geh.), fallen lassen, fertig
diese aufgehängt werden: der auf|hei|tern [ aufhait n], heiterte machen, fertigstellen, schließen,
Aufhänger ist gerissen. auf, aufgeheitert: stilllegen, unterbrechen.
2. besonderer aktueller Umstand, 1. 〈tr.; hat〉 eine Person, die trau- auf|kau|fen [ aufkaufn], kaufte auf,
der als Anlass für eine allge- rig ist, in heitere Stimmung ver- aufgekauft 〈tr.; hat〉:
meine Darstellung, für die [ jour- setzen: ich hatte große Mühe, den gesamten Bestand, noch vor-
nalistische] Behandlung eines ihn nach der Niederlage aufzu- handene Bestände [von einer
Themas dient: der Skandal heitern. Syn.: auf andere Gedan- bestimmten Sache] kaufen: sie
erwies sich als geeigneter Auf- ken bringen, aufmuntern, auf- kaufte alle Aktien auf. Syn.:
hänger für weitere Kritik an der richten, erbauen, erheitern, ergattern (ugs.), erstehen,
Regierung. Syn.: Anlass, Anreiz, stärken, trösten, zerstreuen. erwerben, käuflich erwerben,
Impuls. 2. 〈+ sich〉 heiter, freundlich wer- sich zulegen.
auf|he|ben [ aufhe bn], hob auf, den: ihre Miene, ihr Gesicht hei- auf|klap|pen [ aufklapn], klappte
aufgehoben 〈tr.; hat〉: terte sich bei dieser freudigen auf, aufgeklappt 〈tr.; hat〉:
1. ( jmdn. , etwas, was liegt) in die Nachricht auf; das Wetter hei- a) (etwas, was auf etwas liegt und
Höhe heben: das Papier [vom tert sich auf (wird schön und nur an einer Seite befestigt ist) in
Boden] aufheben. Syn.: aufle- sonnig). Syn.: aufklaren. die Höhe heben, nach oben klap-
sen, aufnehmen, aufraffen, auf- auf|ho|len [ aufho l n], holte auf, pen: den Deckel einer Kiste auf-
sammeln. aufgeholt: klappen. Syn.: auf brechen, auf-
2. rückgängig machen, wieder 1. 〈tr.; hat〉 durch besondere reißen, aufziehen, öffnen.
abschaffen: eine Verordnung, ein Anstrengungen (einen Rück- b) (etwas) durch Bewegen, Anhe-
Urteil aufheben. Syn.: annullie- stand) [wieder] ausgleichen: die ben, Hochklappen eines dafür
ren, auflösen, ausräumen, außer Mannschaft holte den Vor- vorgesehenen Teiles öffnen: den
Kraft setzen, beseitigen, entfer- sprung des Gegners nicht mehr Koffer aufklappen; das Messer
nen, für nichtig erklären, für auf; der Zug konnte die Verspä- blitzschnell aufklappen.
null und nichtig erklären, für tung nicht aufholen. Syn.: ein- auf|kla|ren [ aufkla r n], klarte
ungültig erklären. holen, gleichziehen, wettma- auf, aufgeklart 〈itr.; hat〉:
3. (etwas) offiziell beenden: sie chen. klar, schön werden (vom Wetter
hob die Sitzung auf; sie hob die 2. 〈tr.; hat〉 den Vorsprung eines o. Ä.): das Wetter, der Himmel
Tafel auf (beendete [ feierlich] die anderen [um ein bestimmtes klarte auf; 〈auch unpers.〉 es
Mahlzeit). Maß] durch eigene Leistung ver- klart auf. Syn.: aufheitern.
4. auf bewahren: alte Briefe auf- mindern: die Läuferin hat fünf auf|klä|ren [ aufkl r n], klärte
heben (nicht wegwerfen); sie Meter aufgeholt; 〈auch itr.〉 auf, aufgeklärt:
hatte mir ein Stück Kuchen auf- noch sind wir im Rückstand, 1. a) 〈tr.; hat〉 Klarheit in etwas
gehoben ( für mich zurückgelegt). aber wir holen mächtig auf. bringen: einen Mord aufklären.
Syn.: aufsparen, behalten, Syn.: Boden gutmachen. Syn.: dahinterkommen (ugs.),
bewahren (geh.), in Gewahrsam auf|hor|chen [ aufh rcn], horchte enthüllen, entlarven, enträtseln,
haben, in Gewahrsam halten, auf, aufgehorcht 〈itr.;¸ hat〉: entschlüsseln, recherchieren,
verwahren (geh.), zurücklegen. plötzlich interessiert hinzuhören zutage bringen. b) 〈+ sich〉 sich
5. in gleicher Größe oder Höhe beginnen: ich horchte auf, als ich auf lösen und nicht mehr rätsel-

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Aufklärung – Auflage
haft o. ä. sein, sich völlig klären:
die Sache hat sich aufgeklärt.
auf|ko|chen [ aufk xn], kochte auf,
aufgekocht:
rung sein, sich aufrappeln (ugs.),
genesen, gesunden, sich auf A
2. 〈tr.; hat〉 jmdn. über etwas, von a) 〈itr.; hat〉 zum Kochen kommen dem Weg[e] der Besserung
der er/sie bisher nur unzurei- und kurz aufwallen: die Suppe, befinden, wieder auf den Damm Aufl
chende Kenntnisse besaß, umfas- das Wasser aufkochen lassen; kommen, wieder auf die Beine
send informieren (besonders in die aufkochende Milch. Syn.: kommen.
Bezug auf sexuelle Fragen): sie aufquellen, blubbern, brodeln, 5. (besonders nach einem
klärte ihn über den wahren kochen, sieden, sprudeln, wal- Sprung) auf den Boden a