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VSVI-Seminar, Friedberg 20.03.

2019

Sichere Radwege
VSVI-Seminar
Friedberg, 20. März 2019
Jörg Ortlepp, Leiter Infrastruktur

Bedeutung des Radverkehrs


Radverkehr gehört zum Stadtbild

Jörg Ortlepp, VSVI-Seminar, Friedberg

Datum: 20.03.19

Jörg Ortlepp
Unfallforschung der Versicherer 1
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Herausforderungen
mehr, weiter, schneller, älter

Trends
• Steigende Anteile des Radverkehrs
und höhere Fahrleistung1)

• Höhere Geschwindigkeiten im
Radverkehr
Durchschnitt bei rund 19 km/h
Unterschiede nach Alter,
Fahrradtyp und Führungsform2)

• Immer mehr ältere


Verkehrsteilnehmer3)
(auch mit schnelleren Rädern)

Jörg Ortlepp, VSVI-Seminar, Friedberg

1) Verkehr in Zahlen 2014/2015, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2014
2) Einfluss von Radverkehrsaufkommen und Radverkehrsinfrastruktur auf das Unfallgeschehen, 5/15, UDV Datum: 20.03.19
3) Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsstand, 2014

Entwicklung des Unfallgeschehens im Radverkehr


Der Radverkehr profitiert nicht vom allgemeinen Trend des Rückganges
der Unfälle mit Personenschaden

Verunglückte Deutschland innerorts, ab 2000


Verunglückte Fußgänger Verunglückte Radfahrer Sonstige Verunglückte

120%
111 %
110%

100% 82 %

90% 75 %

80%

70%

60%

50%

Quelle: Statistisches Bundesamt 2018, Fachserie 8 Reihe 7 Verkehr Verkehrsunfälle 2017, Tab 5.1.1

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Datum: 20.03.19

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Radverkehrsunfälle in Deutschland
Verunglückte Radfahrer 2017

Alle 23 Stunden ein getöteter Radfahrer

Alle 37 Minuten ein schwerverletzter Radfahrer

Alle 8 Minuten ein leichtverletzter Radfahrer

Insgesamt 79.728 verunglückte Radfahrer

91% davon innerhalb von Ortschaften

Jörg Ortlepp, VSVI-Seminar, Friedberg

Statistisches Bundesamt 2018 Verkehrsunfälle Fachserie 8 Reihe 7 2017


Datum: 20.03.19

Wo geschehen Radverkehrsunfälle?
Nahezu überall: 2/3 an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten; 1/3 auf Strecke

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Unfälle beim Einbiegen oder Kreuzen


2/3 der Kreuzungsunfälle

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Datum: 20.03.19

Unfälle beim Abbiegen


1/3 der Kreuzungsunfälle
© Dan Race - Fotolia.com, UDV

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Unfälle an Kreuzungen
Typische Defizite

− Fehlverhalten
kein Schulterblick
Radfahrer auf falschen Flächen
Falschparker
Rotlichtverstoß
− Infrastruktur
Geometrie ungünstig
Schlechte Erkennbarkeit
Schlechte Begreifbarkeit

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So viel Sicht muss sein


An Knotenpunkten, Einfahrten, Zufahrten etc.

30m

5m
Vzul.= 50 km/h

3m

70m 70m

RASt 06:
Innerhalb der Sichtfelder darf weder die Sicht auf Kinder noch die Sicht von Kindern auf
Fahrzeuge beeinträchtigt werden.
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Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen, RASt 06, Kapitel 6.3.9.3, FGSV 2006
Datum: 20.03.19

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So viel Sicht muss sein


An Knotenpunkten, Einfahrten, Zufahrten etc.

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Datum: 20.03.19

Vor Abbiegern schützen


Infrastrukturelle Maßnahmen

− Furtmarkierungen
− Vorgezogene Haltlinien oder zeitliche Vorläufe
− Aufgeweiteter Radaufstellstreifen (ARAS)
− Radfahrstreifen in Mittellage
− Gesonderte Abbiegephasen

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Vor Abbiegern schützen


Gesicherter Abbieger

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Aufmerksamkeit erhöhen
Schutzblinker, Markierung

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Erkennbarkeit und Begreifbarkeit


Betonung der Radverkehrsführung

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Fahrräder sind vielfältig

Fahrrad ≠ Fahrrad
aktivshop.de

Handycap-wheels.de
Dpdhl.com

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Gestaltung von Radverkehrsanlagen


Wunsch…

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Gestaltung von Radverkehrsanlagen


…und Wirklichkeit

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So viel Platz gehört Radfahrern!

1,50 0,60 0,50

3,50 3,50

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Grafikelemente: Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen, RASt, FGSV 2006
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So viel Platz wird gelassen…

0,4 0,6 0,3

3,50 3,50

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rafikelemente: Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen, RASt, FGSV 2006
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So viel Platz wird geplant!

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Grafik: Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen, RASt, FGSV 2006
Datum: 20.03.19

Markierte Radverkehrsführung
Oft zu schmal
Fehlende Sicherheitsabstände zu fließendem und ruhendem Verkehr
Induzieren geringe Überholabstände

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Sicherheit markierter Führungen


Hohes Unfallrisiko neben Parkstreifen und bei schmalen Streifen
Mehr als jeder Vierte Radfahrer durch Halten/Parken auf markierten Anlagen behindert
Fehlverhalten der Kfz-Führer trägt zum Großteil zu Konfliktentstehung bei
27 % der Konflikte gehen auf Fehlverhalten der Radfahrer zurück,
oft als Reaktion auf ein Fehlverhalten der Kfz-Führer

Jörg Ortlepp, VSVI-Seminar, Friedberg

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Rechtsgutachten zu markierten Führungsformen


Prof. Dr. jur. Dieter Müller

Überfahren von Schutzstreifen


Ein Bedarf zum Überfahren eines
Schutzstreifens durch andere Fahrzeuge im
Längsverkehr besteht ausschließlich bei der
Begegnung mit Fahrzeugen im Gegenverkehr.
Abstände beim Überholen von Radfahrern
Beim Vorbeifahren oder Überholen von
Radfahrern muss unabhängig von der
Radverkehrsführung ein Mindestseitenabstand
von 1,5 Metern eingehalten werden.
Kann dieser nicht eingehalten werden, besteht
für Fahrzeugführer gem. § 5 Abs. 4 Satz 2 StVO
ein so genanntes „faktisches Überholverbot“.

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Sicherheit braucht Platz

Abstand zu parkenden Fahrzeugen

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Sicherheit braucht Platz


Radfahrstreifen gemäß VwV-StVO

Werden Radfahrstreifen an Straßen mit starkem Kraftfahrzeugverkehr angelegt, ist ein


breiter Radfahrstreifen oder ein zusätzlicher Sicherheitsraum zum fließenden Verkehr
erforderlich.

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Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO), zu §2 Absatz 4 Satz 2 I. , Randnummer 10


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Gefühlte Sicherheit braucht mehr Platz


Geschützte Radfahrstreifen (Protected Bikelane)

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Baulicher Radweg
Radweg kann sicher und komfortabel sein

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Baulicher Radweg
Radweg nicht immer sinnvoll

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Benutzungspflicht aufheben?
Radverkehr nutz Flächen i.d.R. weiter
Auch nicht benutzungspflichtige Radwege müssen Regelwerk entsprechen!

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Mischverkehr
Im Nebennetz üblich
Im Hauptnetz nur bei geringen Geschwindigkeiten und/oder Belastungen

Jörg Ortlepp, VSVI-Seminar, Friedberg

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Fahrradstraßen als Alternative?


Wenn breit genug und wenig Behinderung durch Kfz-Verkehr!

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Komfortable Radwege
Überarbeitung der Regelwerke

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Radschnellwege
Großzügig dimensioniert
getrennt von Fußgängern
content/uploads/2012/08/radschnellweg-ruhr-plakat-nrw.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Radschnellweg

http://www.zukunft-mobilitaet.net/wp-

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Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur


Regelwerkskonforme Verkehrsanlagen herstellen!

− Sichtbeziehungen herstellen
− Komplexität reduzieren
− Vor Abbiegern schützen

− Radverkehrsbelange bei jedem Entwurf gleichwertig berücksichtigen


− Radverkehr immer „mitplanen“
− Attraktive und sicherere Angebote schaffen
Abstand zu ruhendem und fließendem Verkehr
anforderungsgerechte Dimensionierung

− Konsequente Verkehrssicherheitsarbeit im Bestand


(Unfallkommission, Bestandsaudit, Verkehrsschau)

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Sicheres Verkehrsverhalten
Aufklärung, Überwachung und Ahndung

− Kampagnen zum sicheren Verkehrsverhalten


− Überwachung und Ahndung von Verstößen
− Risikogruppe „Ältere“ : Etablieren von
Fahrtrainings
− Konsequente Nutzung des Fahrradhelms

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UDV-Publikationen zum Thema


Verfügbar auf unserer Webseite:
www.udv.de/publikationen

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Datum: 20.03.19

Danke für Ihre


Aufmerksamkeit

Unfallforschung der Versicherer www.udv.de


Wilhelmstraße 43 / 43G E-Mail: unfallforschung@gdv.de
10117 Berlin facebook.com/unfallforschung
Tel.: 030-2020 5821 Twitter.com/unfallforschung
Fax: 030-2020 6633 youtube.com/unfallforschung
Datum:

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