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Anlage 1

Ankauf von Ansprüchen auf Arbeitsentgelt für den Monat / die Monate Januar 2019,
Februar 2019, März 2019
Zwischen

_________________________________________________________
[Name Arbeitnehmer] und [Adresse]
- nachfolgend „Arbeitnehmer“ -

und der

HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Königsallee 21/23, 40212 Düsseldorf - nachfolgend „Bank“ -

(A) Über das Vermögen der Germania Fluggesellschaft mbH (nachfolgend „Firma“) wurde ein Antrag auf Eröffnung eines gestellt. Das zuständige
Insolvenzgericht hat mit Beschluss vom 05.02.2019 Herrn RA Rüdiger Wienberg als vorläufige(n) Insolvenzverwalter(in) bzw. vorläufige(n)
Sachwalter(in) (nachfolgend „Verwalter“) bestellt.
(B) Der Arbeitnehmer ist bei der Firma angestellt. Die Bank ist bereit, das insolvenzgeldfähige Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers vorzufinanzieren. Sie wird
zu diesem Zweck Entgeltansprüche des Arbeitnehmers ankaufen. Der Ankauf dient der Vorfinanzierung des Insolvenzgelds und steht daher unter dem
Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Bundesagentur für Arbeit (nachfolgend „Bundesagentur“) zu dieser Vereinbarung.
Der Arbeitnehmer und die Bank vereinbaren daher:
1. Der Arbeitnehmer verkauft seine nach Ziffer 3 zu bestimmenden Entgeltansprüche aus den oben genannten Monaten.
2. Der Ankauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Bundesagentur nach § 170 Abs. 4 SGB III.
3. Das anzukaufende Nettoarbeitsentgelt ergibt sich unter Berücksichtigung der Regelungen der §§ 165 ff. SGB III, insbesondere der
Beitragsbemessungsgrenze für die Zahlung von Insolvenzgeldern. Der Kaufpreis ist demnach der Höhe nach begrenzt auf das Nettoarbeitsentgelt, das
nach § 167 SGB III als Insolvenzgeld gezahlt würde (insolvenzgeldfähiges Arbeitsentgelt). Bis zu dieser Höhe tritt der Arbeitnehmer hiermit das
Nettoarbeitsentgelt an die Bank aufschiebend bedingt durch die Zahlung des Kaufpreises ab. Der Verwalter oder Sanierungsberater veranlasst die
Zahlung des Kaufpreises im Auftrag der Bank mit schuldbefreiender Wirkung auf folgendes Konto:

Kontoinhaber:_________________________________
IBAN:________________________________________
BIC(nur bei ausländischen Kreditinstituten):_________
Bank:________________________________________
4. Kommt es zu einer Rücknahme des Insolvenzantrages oder aus anderen Gründen dazu, dass für die angekauften Nettoarbeitsentgelte vermutlich kein
Insolvenzgeld seitens der Bundesagentur ausgezahlt werden wird, so ist die Bank nicht verpflichtet, weitere Zahlungen auf den Kaufpreis zu entrichten.
Soweit an die Bank bereits Nettoarbeitsentgelte, auf die die Bank keine Kaufpreiszahlung geleistet hat, abgetreten wurden, wird die Bank diese an den
Arbeitnehmer auf Anforderung zurückabtreten. Weiterhin ist die Bank nicht verpflichtet, Zahlungen zu leisten, bevor die gemäß der
Rahmenvereinbarung zur Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes zu erfüllenden Auflagen erfüllt sind.
5. Soweit der Arbeitnehmer dieses nicht ausdrücklich und schriftlich vor Unterzeichnung dieser Ankaufsvereinbarung anderweitig angezeigt hat, versichert
der Arbeitnehmer und steht der Bank verschuldensunabhängig dafür ein, dass
5.1 der o.g. Anspruch in der nach Ziffer 3 zu bestimmenden Höhe einredefrei besteht und sich in seinem rechtlichen Bestand nicht
zwischenzeitlich, beispielsweise durch Aufrechnung oder eine Aufhebungsvereinbarung, ändert;
5.2 sein Arbeitsverhältnis beispielsweise im Rahmen einer Elternzeit in dem o.g. Vorfinanzierungszeitraum nicht ruht und er sich in diesem
Zeitraum nicht arbeitslos gemeldet und keinen Antrag auf Arbeitslosengeld oder Grundsicherung („Hartz IV“) gestellt hat oder stellen wird;
hiervon ausgenommen sind sogenannte „Aufstocker“ (erwerbstätige Arbeitslosengeld I oder Arbeitslosengeld II Bezieher).
Er wird auch keine Fürsorgemittel in Anspruch nehmen und für diesen Zeitraum kein anderes neues Arbeitsverhältnis antreten. Der
gleichzeitige Bezug von Elterngeld, von Arbeitslosengeld, Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung, Rente wegen Berufsunfähigkeit bzw.
von Fürsorgemitteln und von Insolvenzgeld ist unzulässig;
5.3 er bislang keinen Antrag auf Insolvenzgeld gestellt hat. Andernfalls tritt er etwaige Ansprüche auf Insolvenzgeld hiermit an die Bank ab;
5.4 der Anspruch auf Arbeitsentgelt für die o.g. Monate weder verpfändet, gepfändet noch abgetreten ist.
5.5 er in dem oben angegebenen Zeitraum sozialversicherungsrechtlicher Arbeitnehmer im Sinne des § 165 Abs.1 SGB III ist.
6. Im Falle einer wahrheitswidrigen Zusicherung des Arbeitnehmers bzw. des Bestehens von Einreden gegen den angekauften Anspruch bzw. im Falle der
Abtretung, Pfändung oder Verpfändung des Arbeitsentgeltes oder im Falle des Bezuges von Arbeitslosenunterstützung für den genannten vorfinanzierten
Zeitraum wird der Arbeitnehmer der Bank den Betrag ersetzen, um den sich das Insolvenzgeld aus den vorgenannten Gründen gegebenenfalls reduziert.
Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, die Bank von einem Eintritt der vorgenannten Umstände unverzüglich zu unterrichten.
7. Sollte sich die Höhe der angekauften Entgeltsansprüche infolge einer Korrekturabrechnung verändern, ist die Bank bzw. in ihrem Namen der Verwalter
zur Verrechnung der Kaufpreise bezüglich weiterer angekaufter Ansprüche berechtigt. Bei Zahlung eines überhöhten Kaufpreises ist der Arbeitnehmer
der Bank zur Erstattung der Überzahlung verpflichtet. Im Falle der Unterzahlung entrichtet die Bank an den Arbeitnehmer einen Betrag in Höhe der
Differenz der Zahlung der Bundesagentur an die Bank und des von der Bank bereits gezahlten Kaufpreises.
8. Die Bank weist den Arbeitnehmer darauf hin, dass die angekauften Nettoarbeitsentgelte in der Einkommensteuererklärung anzugeben sind und bei der
steuerlichen Progression Berücksichtigung finden.
9. Der Arbeitnehmer verzichtet auf die schriftliche Annahmeerklärung der Bank (§ 151 Abs.1 Satz 1 BGB). Die Bank kann die Annahme der
Ankaufsvereinbarung noch bis zu zwei Monate nach Insolvenzeröffnung ganz oder teilweise erklären. In der Zahlung des Kaufpreises für
Lohnforderungen eines Monats liegt eine teilweise Annahme der Bank bezüglich der Lohnforderungen für die der Kaufpreis bezahlt wurde. Eine weitere
Bindungswirkung für die Bank besteht nicht.

........................... , den ........................ _____________________________


Ort, Datum - Arbeitnehmer/in -

Ankaufsvereinbarung - Version 01/2015