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Fundaufnahme

19.1

19.1 Einzelfundaufnahme, Fund- aufnahme nach Befunden, Fundaufnahme nach Horizonten

19.1.1 Einmessen nach Lage und Höhe

Datensätze

Venvaltung

Suchen

Ende

ORT

Erztal

GEMARKUNG

M"h1,veiler

 

KREIS

ODW

FLUR

Galgenherg

 

FLURST~CK

5112

E-NR

1995117.

FLÄCHE

3

PLANUM

2

PROFIL

17/30

BEFUNDNR

269

FZ-NR

00531

FuNDuMsTA

schnitt durch

33

GEGENSTA

Dechsel

MATERIAL

Fiint

 

BK,,ung

DATUM

28.09.95

BEARBEIT

Bodis

NEG-NR

9861 13

DIA-NR

12529

REST-NR

951 135

NOTIZ

Unversehrt

Satz IC:\~~~~~\FUNDVERW1Satz 991829

Zahlenwerte der Lagendokumentation (Rechts-und Hoch- werte, X- und Y-Koordinaten) und Höhendokurnentation

(relative oder absolute Höhen, Z-Koordinaten) eines Fun- des sind exakte, aber unspezifische Beschreibunqen. Sie erlauben Rekonstruktionen der Fundsituation in einem dreidimensionalen Modell, ermöglichen jedoch nicht au- tornatisch die Zuordnung zu Einzelbefunden. Durch dreidimensionales Einmessen größerer Fundmen- gen können Hinweise auf Befunde gewonnen werden, die nicht mehr oder noch nicht sichtbar sind. Stellvertre- tend für viele denkbare Umstände seien zwei praktische Möglichkeiten genannt. Sedimente des Paläolithikums weisen nicht mehr die fei- nen Farbabstufungen auf, die nacheiszeitliche anthropo- gen beeinflusste Sedimente durch unterschiedliche Hu- rnusgehalte kennzeichnen. Was geologisch als ein Se- diment erscheint, kann durchaus verschiedene Bege- h~n~shorizontefrüher Menschen enthalten. Dreidimen- sionale Dokumentation bis in den Makrobereich errnög- licht nach der Grabung das Herausfiltern solcher Hori-

zonte. ~hnlicheVerhältnisse können in Lössgebieten das Erken- nen nacheiszeitlicher Kulturspuren in Sonderfällen er- 19.1 .4 Streufunde schweren. Mächtige Parabraunerdehorizonte löschen

fein abgestufte ~rdierfärbun~enaus. Nur intensiv farbi- ges Material wie Holzkohle und Brandlehm bleiben sicht-

.,

1) Datei Exkliisiv I

Num

1 Datensatz eines Grabungsfundes (dbase).

tion für solche Fälle entsteht bei Fundanfall ohne erkenn- bare Einzelbefunde. Verhindert Zeitdruck die zu fordern- de Einzelrnessung, muss ein feinmaschigeres Registrieren nach Flächen, Quadranten oder Quadratmetern die Do- kumentati~nsla~everbessern helfen. Gut datierbares Ma- terial sollte, wann immer es sich einrichten lässt, durch dreidimensionale Einmessung gewürdigt werden

Funde ohne nähere Zuweisungsmöglichkeit nennen wir Streufunde. Wie bereits angesprochen, bestehen ver-

bar. Dann können bei Untersuchung einer bandkerarni- schiedene Wertungsklassen. Aus dem Pflughorizont nach

schen Siedlungsstelle Gruben etwa nur über dreidimen- sionale Modelle nachvollzogen werden.

Datensatzforinat der d~-~atei : C: \DBASE\FUNDVERUI.DBF

Anzahl der Datensäize

Datum der letzen Aktualisierung

:

829

: 13.10.1995

19.1.2 Gezielte Entnahme aus Straten

oder Einzelbefunden

Derart gewonnene und dokumentierte Funde begünstigen spätere Auswertungen, weil über Befundlisten, Konkor-

danzlisten, Profil- und Planurnsbeschreibungen jederzeit Zuweisungen möglich sind. Sind irn Idealfall zusätzlich

Zahlenangaben zur Lage und Höhe notiert worden,

sen sich in der Auswertung Beziehungen erkennen, die

las-

während der Ausgrabung noch nicht zu fassen waren.

19.1.3 Aufsammeln nach künstlichen

Horizonten

Fur die Auswertung stellt dies die unbefriedigendste Form der Funddokumentation dar Ledigllzh Streufundc haben

noch wenlger Aussagekraft Die ty -I,-

t - 5rqbu ,?-itu:

Feld Feldname

TVP

--

Länge

Dez

Index

1 ORT

Zeichen

20

N

Fundort

2 GEMARKUNG

Zeichen

20

N

Ortstefl

3 KREIS

Zeichen

3

N

Autokennzeicheii

4 FLUR

Zeichen

20

N

I~ame/ Numiier

5 FLURST~CK

Zeichen

N

Nummer

6 EV-NR

Zeichen

N

Eingangsverzeich.

7 FLÄCHE

Zeichen

N

ZahlIBuchstabe

8 PLANUM

Zeichen

N

ZahllBuchstabe

9 PROFIL

Zeichen

N

ZahlIRichtung

10 BEFUNDNR

Zeichen

N

Befundnummer

11 FZ-NR

Zeichen

N

Fundzettelnr.

12 FUNDUMSTA

Zeichen

N

Fundumstände

13 GEGENSTAN

Zetchen

N

Gegenstand

14 MATERIAL

Zeichen

N

Materialart

15 ZEITSTELL

Zeichen

N

Zettstellung

16 DATUM

Zeichen

N

Datum

17 BEARBEIT

Zeichen

N

Bearbeiter

18 NEG-NR

Zeichen

N

Negativnummer

19 DIA-NR

Zeichen

N

Dianummer

20 REST-NR

Zeichen

N

Restaurier.Nr.

21 NOTIZ

Memo

N

Bemerkungen

' Gesaiiit*

2 Charakterisierung der Datensätze. Wenige Zeichen =

schneller Zugriff.

19.1

Quadratmetern aufgesammelte Funde können in der Ge- samtschau großer Flächen sehr wohl Hinweise auf tiefer- liegende Befunde geben. Kommt auf einer größeren Grabungsstelle Fundmaterial nach einem Regen im Baggeraushub ans Tageslicht, lässt sich häufig nachvollziehen, aus welcher Fläche die Stücke stammen. Handelt es sich im ungünstigsten Fall um Streufunde aus vermischtem Aushub, sind sie dennoch keine Objekte für den Restmüll, sondern gehen in die Fundstatistik des Fundplatzes ein.

19.1.5 Nach zeitlicher Verzögerung

entdeckte Funde

Führt die Bearbeitung der für naturwissenschaftliche Zwecke geborgenen Proben zur späteren Entdeckung von Funden, sind diese nach ihrer Herkunft genau defi- niert, weil jede Probennahme registriert werden muss. Gleiches gilt für Funde aus en blocßergungen und Schlämmfraktionen.

19.1.6 Fundzettel

19.1.6.1 Einfachfundzettel

Jeder Fund oder Fundkomplex benötigt einen Fundzettel mit den Herkunftsangaben. Während das Original beim Fund verbleibt, ist das Duplikat Bestandteil der schriftli- chen Grabungsdokumentation. Gesamtschau und Wei- terverarbeitung bis hin zur späteren Eingabe in Daten- banken eröffnen sich somit.Je nach Grabung~or~anisati- on können Fundbeutel aus Plastik mit wasserfesten und lichtechten (!) Stiften direkt beschriftet werden. Hier emp- fehlen sich ,,MINIGRIPU-Beutelmit Schnellverschluss. Die Schimmelgefahr verbietet allerdings eine Weiterverar- beitung in allzu weiter Ferne. Offene Eimer oder Kästen mit beständigen Aufschriften nehmen große Fundkomple- xe auf.

19.1.6.2 Mehrfachfundzettel

Gute Grabungslogistik ermöglicht vor Ort Waschen, Be- schriften und Sortieren. Zur Unterstützung dieser MaB- nahmen verwenden manche Ausgräber Fundzettel mit mehreren Durchschlägen, wenn Materialströme zu einem festen Spezialistenkreis gelenkt werden können. Osteo- logen und Anthropologen befinden sich häufig unter den Adressaten. Unter solchen Gegebenheiten verbleibt das Fundzetteloriginal bei der Keramik, das erste Duplikat bei den Knochen, das nächste bei Metallobiekten und das letzte wird gebunden der schriftlichen Grabungsdoku- mentation beigefügt. Papiereigenschaften und Belastungs- fähigkeit der Schreibhand setzen enge Grenzen für die

Fundzettelvervielfältigung.Weitergehende Ansprüche cin

eine Zergliederung der Fundkomplexe werden diirch zu-

Fundaufnahme

Landesarnt für DenkmalpflegeHessen Archäologische Denkmalpflege Darrnstadt / Marburg / Wiesbaden

Fundort

Kreis

EV-Nr.

Fundzettel-Nr.:

000293

Fundstelle

:

Fundurnstände :

Gegenstand

:

[ Unterschrift

:

I Bearb.-Nr:

3 Muster eines vorgedruckten Fundzettels. Die EDV erlaubt

die Bereitstellung von für stimmten Formularen.

iede Grabung individuell abge-

sätzliche Plastikschilder mit Kurzangaben wie Fundnum- mer, Befund, Koordinaten, Planum, Objektnummer befrie- digt.

19.1.6.3. Datenbanken

Die zeit- und kräftesparendste Lösung stellt die Eingabe in eine elektronische Datenbank auf der Grabungsstel- le dar. In vorbereitete Masken fügt man alle zur Ver- fügung stehenden Daten ein und lässt in Zeitintervallen oder zum Feierabend Fundzetiel ausdrucken. Wiederho- lungen zählen zu den Stärken der EDV. Viele gut lesbare Fundzettel für zahlreiche Materialgruppen erfordern nur das Drücken einiger Tasten. Die gespeicherten Daten ste- hen zur Weiterverarbeitung in der Datenbank ständig zur Verfügung. Konsequente Datensicherung sei angemahnt!

Norbert Fischer Landesamt für Denkmalpflege Hessen Schloss Biebrich/Ostflügel 65203 Wiesbaden

Literatur

Lothar Klappauf: Grabungsdokumentationund -aufarbeitung mit Hilfe des PC - ein Erfahrungsbericht. Hamrnaburg NF 9,

1089.