Sie sind auf Seite 1von 13

Hochschule für Musik und Tanz Köln

Abteilung Aachen

BACHELORARBEIT

GROßE WERKE FÜR KLARINETTE

Vorgelegt von Miguel Moreira Mata,


am 29. September 2016
Konzert A-Dur KV 622 für
Wolfgang Klarinette und Orchester
Amadeus
Mozart 1. Satz: Allegro
(1756-1791) 2. Satz: Adagio
3. Satz: Rondo. Allegro

Tiberiu Olah Sonate für Klarinette solo


(1928–2002)

PAUSE

Klarinettensonate Es-Dur, op.


120, Nr. 2
Johannes
Brahms
(1833-1897) 1. Allegro amabile
2. Allegro appassionato
3. Andante con moto; Allegro

Claude
Debussy “Première Rhapsodie” für
(1862-1918) Klarinette und Klavier
Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert in A-Dur KV 622 für Klarinette und
Orchester

Das Konzert für Klarinette und Orchester in A­Dur Kv 662 wurde 1791 in Wien komponiert.
Es ist eines der letzten vollendeten Werke Mozarts und wurde für seinen guten Freund, den
Klarinettisten   Anton   Stadler   komponiert.   Noch   im   selben   Jahr   wurde   das   Konzert
uraufgeführt, mit Stadler als Solisten. 

Das Konzert wurde zwischen dem 28. September und dem 7. Oktober 1791 komponiert, also
zwei  Monate vor Mozarts  Tod. Das Allegro  wurde  aber schon  1787  komponiert und  stand
damals nicht in A Dur, sondern in G Dur und war auch nicht für die Klarinette, sondern für
Bassetthorn   und   Orchester   geschrieben.   Mozart   schrieb   dann   später   den   ersten   Satz   für
Bassettklarinette um und 1791 entstanden schließlich auch der zweite und der dritte Satz. 

Das Orchester besteht aus zwei Flöten, zwei Fagotten, zwei Hörnern und Streichern. 

Das Konzert besteht aus drei Sätzen, so wie alle damaligen Solokonzerte: 1. Satz: Allegro (A­
Dur), 2. Satz: Adagio (D­Dur), 3. Satz: Rondo: Allegro (A­Dur). 
 
1. Satz: Allegro (A­Dur)  

Das Stück beginnt mit der Orchesterexposition bis zum Takt 56 und ab dem Takt 57 setzt die
Klarinette  mit der Solostimme ein bis zum Takt 157. Die Exposition endet mit einem Tutti
des Orchesters Tk.154­171.  

Die Durchführung (Tk. 172­227) ist ein bisschen komplizierter. Mozart benutzt Motive vom
Orchester als Solomotive und moduliert nach Fis Moll als Zwischentonart, die zur Reprise
führt,   welche   wieder  in   A­dur   steht.  Das   zweite  Thema   in   der  Reprise   ist   auch   in   A­Dur
anstatt auf der Dominante wie am Anfang. Es endet mit einem Tutti vom Orchester ( Tk. 343­
359) 

2. Satz: Adagio (D­Dur)  

Der zweite Satz ist eine dreiteilige Form mit der Struktur A­B­A (Liedform). Das Hauptthema
von   A   wird   gleich   am   Anfang   von   der   Klarinette   vorgestellt   und   direkt   vom   Orchester
wiederholt,   danach   geschieht   dasselbe   mit   dem   zweiten   Thema   von   A.   Der   B   Teil
(Durchführung) beginnt ab dem Takt 33 und endet im Takt 59. Am Ende der Durchführung
spielt die Klarinette eine Kadenz. Die Reprise (Tk. 60­83) ist eine Wiederholung des Teils A
mit kleinen Variationen. Mit der Coda (Tk. 83­98) wird der Satz abgeschlossen. 

3. Satz: Rondo: Allegro (A­Dur)  

Der dritte Satz steht in einer Rondoform mit der Struktur A­B­Á­C­B´­A­CODA. 

Das Haupthema in A­Dur (Tk.1­56) wird von der Klarinette mit Begleitung des Orchester
vorgestellt. Direkt danach beginnt das zweite Thema, das zum dritten Thema (Tk. 114­137) in
Fis moll führt. Dann kommt wieder das zweite Thema (Tk 188­246) und der Satz endet mit
dem ersten Thema und einer kleinen Coda am Ende (tk. 247­301).  

Das Konzert wurde am 21 März 1794 in Riga uraufgeführt mit Mozarts Freund Anton Stadler
als Solisten.  
Tiberiu Olah
Sonate für Klarinette solo

Der   Komponist   Tiberiu   Olah   wurde   am   26.12.1927   in   Arpăşel   geboren,   einem   Dorf   im
Nordwesten Rumäniens, nur wenige Kilometer von der Stadt Salonta entfernt. Tiberiu wuchs
in   einer   warmen,   liebevollen   Familie   auf.   Sein   Vater   John   Olah,   war   sanft   und   brav   –
Qualitäten, die der zukünftige Komponist erben würde. Seine Mutter, Maria Olah, liebte die
Natur und hatte einen angeborenen Sinn für die Ästhetik. Er absolvierte die Grundschule in
seinem Heimatdorf (1934­1938), danach studierte er zwei Jahre an der "König Carol II" in
Salonta (1938­1940), wo er mit dem nationalen "König Carol II" Preis ausgezeichnet wurde.  

Er entwickelte seiner Leidenschaft für die Musik, mit Klavierunterricht , Harmonielehre und
Kontrapunkt am städtischen Konservatorium,unter anderem bei E. Szalay. In 1946 wurde er
Student an der Hochschule für Musik in Cluj. Die Kurse von den Professoren Max Eisikovits
(Harmonie   und   Kontrapunkt   )   und   George   Halm   (Klavier)   markierten   einen   großen
Fortschritt   in   seiner   Karriere.   Bald   zeichnete   er   sich   durch   seine   außergewöhnlichen
musikalischen Qualitäten aus. Er war so gut, dass er bald für ein Stipendium vorgeschlagen
wurde, zunächst in Paris, dann wegen der politischen Situation in Moskau.
So studierte Tiberiu Olaham im renommierten "Tschaikowsky“ Konservatorium (1949­1954)
und wurde zum Glück nur oberflächlich von dem politischen Kontext beeinflusst.  

Trotz   des   politischen   Klimas   und   der   Zensur,   die   die   Musik   großer   Komponisten   wie
Prokofjew, Strawinsky oder Schostakowitsch getroffen hat, gab es noch Meister, mit denen er
lernen konnte, und junge Komponisten, die später auch berühmt wurden: Edison Denisov,
Yuri Holopov, Gennady Rojdestvenski, Andrei Volkonski, Anatol Vieru.  

1953   erzielte   er   den   ersten   großen   Erfolg:   Internationaler   Kompositionspreis   an   den


Weltfestspielen der Jugend (Bukarest, 1953). 

Jahre später ist  er in einer Zeit extremer Kreativität, in der er gute Kritiken und zahlreiche
Preise erhielt: Preis beim Weltjugendfestival, für die Kantate Tschango (Moskau, 1957); Preis
"George Enescu" Rumänischen Akademie ­ 1965, für die Sonatine für Violine und Klavier;
mehrere Preise für Filmmusik (ACIN White Pelican­Preis ­ 1966 1971 Musikfilm­Festival­
Preis ­ Moskau, 1972). Im Jahr 1967 gewann er den Internationalen Preis "Koussevitzky“.  

Trotz  der  zahlreichen  Auszeichnungen,  hörte Tiberiu Olah nie auf, sich zu verbessern, zu


lernen, die Werke seiner europäische Kollegen zu hören.  

Sonate für Klarinette solo

Inspiriert von Brâncușș i’s Skulptur "Pasărea măiastră ­ Majestic Bird", wurde die Sonate für
Klarinette   Solo   dem   renommierten   rumänischen   Klarinettisten   Aurelian   Octav   Popa
gewidmet und ist das zweite Werk aus dem Zyklus unter dem Titel „Omagiu lui Brâncuşi“ ­
Hommage an Brancusi.  

Mit dem Begriff Sonate meint der Komponist nicht den musikalischen Diskurs innerhalb der
klassischen   Form,   sondern   die   kontinuierliche   Entwicklung   von   musikalischen   Ideen   mit
Ethos als gemeinsames Merkmal und auch durch die Abwechslungen ausgedrückt zwischen
den Gegensätzen statisch­dynamisch, polyphon­monophon.  

Zitat von Razvan Metea: "Es ist ein Stück immenser innerer Unruhe, eine Erforschung der
extremen   ­   und   die   scheinbar   erst   jetzt   entdeckten   ­   Grenzen   der   Expressivität   des
Instruments".  

Und   zum   Schluss:   Roman   Vlad   hält   dieses   Werk   für   "eine   der   besten   Kompositionen   für
Klarinette in der Welt".
Johannes Brahms
Klarinettensonaten op. 120 für Klavier und
Klarinette

Die   Sonaten   op.   120   für   Klarinette   und   Klavier   von   dem   großen   deutschen   Komponisten
Johannes   Brahms,   sind   die   letzten   Werke   des   genialen   Komponisten.   Brahms   hatte   kurz
davor angekündigt, dass er in den Ruhestand treten wollte.  

Was   ist   passiert,   das   ihn   davon   überzeugte,   trotzdem   wieder   zu   komponieren   und
monumentale Werke für Klarinette zu schreiben wie sein Quintett op. 115?  

Die Antwort ist, dass er einen außergewöhnlichen Musiker kennengelernt hatte,der Brahms
überrascht hat. Das war der Klarinettist Richard Mühlfeld. 
                                  Richard Mühlfeld

Richard   Mühlfeld   wurde   am   28.   Februar     1856   in   der   Stadt   Salzungen   in   Deutschland
geboren. Er war das letzte von vier Kindern. Sein Vater, Leonhard Mühlfeld, brachte ihm
seine ersten musikalischen Kenntnisse bei. Als er 10 Jahre alt war, spielte Richard in  einem
kleinen   Ensemble,   das   sein   Vater   leitete.   Da   spielte   er   erst   Geige   und   schließlich   die
Klarinette. 

Ein wichtiger Schritt in seiner Karriere als Musiker war, dass er in 1873  im Orchester von
Meinigen als Geiger eine Stelle erhielt. Richard trat in 1877 als Solist mit dem Orchester auf,
und   erst   in   1879   wurde   ihm   die   Stelle   als   Soloklarinettist   angeboten,   weil   der   damalige
Klarinettist, Wilhelm Reig, aus gesundheitlichen Gründen in Ruhestand trat. 

In 1876 und 1879 leistete Richard Militärdienst und spielte Klarinette in der Militärkapelle.
Ab und zu wurde er gerufen, für andere Orchester zu spielen und es geschah, dass er 1876  an
den   Bayreuther   Festspielen   teilnahm,   wo   er   Richard   Wagner   kennenlernte.   Nach   dem
Konzert,   in   dem   Mühlfeld   die   Egmont­Ouvertüre   spielte,   sagte   Wagner   zu   ihm:   "junger
Freund, folgen Sie diesem Weg und die ganze Welt wird sich Ihnen öffnen". Brahms machte
auch seine Meinung über Mühlfeld in einem Brief an Clara Schumann am 17. März 1891
deutlich: "Niemand kann Klarinette schöner als Mühlfeld spielen." Brahms hielt Mühlfeld für
den besten Bläser, den er gehört hatte, und nannte ihn "den Alptraum des Orchesters." 

Richard Mühlfeld wurde als außerordentlicher Virtuose angesehen, vor allem seit 1880. In
der   Zeitschrift   "Die   Klarinette"   No.   23   (1956),   beschreibt   George   Toenes   seine   Eindrücke,
nachdem er ein Konzert von Richard gehört hat, wo er das Quintet für Klarinette spielte.  

Dieser  dynamische  Klarinettist  inspirierte die Großen,   wie den  Komponisten  Brahms  und


dank ihm haben wir heute viele Werke mit historischem und musikalischem Wert. Darüber
hinaus   inspirierte   er   auch   andere   zeitgenössische   Komponisten   wie   Theodor   Verhey
("Klarinettenkonzert " op. 57 ­ 1901), Carl Reichecke ("Introduzione ed Allegro Appassionata"
op 256 ­. 1902), Gustav Jenner ("Sonata" Op. 5 ­ 1900), Stephan Krehl ("Klarinettenquintett "
­ 1902) und Henri Marteau ("Klarinettenquintett "). Richard Mühlfeld starb am 1. Juni 1907
an einer Gehirnblutung .

Uraufführung der Sonaten

Beide   Sonaten   wurden   am   selben   Abend   uraufgeführt,   am   7.   Januar   1895   im


Tonkünstlerverein  , Wien. Sie wurden  von  den Musikern Richard Mühlfeld und Johannes
Brahms selbst am Klavier gespielt. 

Die  Sonaten  wurden   auch  am   10.  und   11.  Januar  (1896)  und   27.  des   gleichen  Monats   in
Berlin aufgeführt, am 17. Februar in Frankfurt. Die Sonaten wurden wenige Tage später in
Meiningen (21. Februar) gemeinsam mit dem Quintett gespielt. 

Es gibt frühere Termine, wo diese beiden Werke interpretiert wurden. Mühlfeld spielte zwei
Sonaten mit dem Pianisten F. Franz, in einem privaten Konzert für den Komponisten am 10.
November 1984. Am 12. des gleichen Monats wurden die beiden Sonaten in der Wohnung der
Familie Sommerhoff gespielt, wo das musikalische Programm mit dem Trio für Klarinette von
Mozart   abgeschlossen   wurde.   Am   nächsten   Tag,   auf   einer   Party   im   Haus   von   Clara
Schumann,   wurden   die   beide   Werke   gespielt,   zusammen   mit   den   "Fantasiestücken"   von
Robert   Schumann.   Der   letzte   Termin   war   am   19.   November,   wo   Mühlfeld   die   neuen
Kreationen von Brahms bei Herzog Georg und Baron von Heldburg spielte. Dieses Konzert
fand in der Burg Altenstein statt. 
Claude Debussy
Première Rhapsodie für Klarinette und
Klavier

­­

Claude Debussy wird im Jahr 1909 Mitglied des Pariser Konservatoriums. Ihm wurden zwei
Werke   für   Klarinette   in   Auftrag   gegeben,   die   in   den   Klassenwettbewerben   im   Jahr   1910
gespielt   werden   sollten.   Dies   war   der   Ursprung   des   Ersten   Rhapsodie   für   Klarinette   von
Debussy.  

Was ist eine Rhapsodie? 

Eine   Rhapsodie   war   ursprünglich   ein   von   griechischen   Wandersängern,   den   Rhapsoden,
vorgetragenes  Gedicht  oder Teil einer Dichtung.  Heute versteht  man unter  Rhapsodie ein
Vokal­ oder Instrumentalwerk, das an keine spezielle Form in der Musik gebunden ist. Die
musikalischen   Themen   der   Rhapsodie   sind   regelmäßig   lose   miteinander   verbunden,   sie
können   in   flüchtigen,   unzusammenhängenden   musikalischen   Gedanken   gegeben   sein,   die
nicht   unbedingt  aufeinander aufbauen oder Bezug nehmen.  Insofern dient  der Begriff des
'Rhapsodischen' mitunter als ein leicht abschätziges Werturteil, wo dieser auf den Mangel
eines großen Formzusammenhangs in einem Satzganzen hinweisen soll.  

Première Rhapsodie

Im Dezember 1909 begann Debussy die Rapsodie für das Pariser Conservatoire zu schreiben.
Was als ein Teil des Wettbewerbs für das Ende des Schuljahres begonnen hat, wird später ein
großes Werk in der Klarinettenliteratur.  

Im Januar 1910 vollendete er die Version für Klarinette und Klavier und im folgenden Jahr
das Arrangement, das er für Klarinette und Orchester geschrieben hat. 

Die Premiere Rhapsodie für Klarinette in B und Klavier von Claude Debussy gehört zum
Impressionismus.   Es   ist   nicht   in   einem   klar   erkennbaren   tonalen   System   geschrieben;
eigentlich könnten wir sie als eine Mischung von Modalität und Tonalität erklären. 

Es wurde in einem einzigen Satz geschrieben; Wir können die Form in folgendem Schema
zusammenfassen : A­B­A mit Einführung und Coda. Die Ereignisse in dieser dreiteilige Form.

Die   modale   Harmonie   und   Ganztonleitern   werden   im   Stück   am   meisten   benutzt.   Die
musikalische Farbe wird durch die Textur, die Harmonie und die Dynamik bestimmt. Dies ist
ein Merkmal der meisten Werke in der Zeit des Impressionismus. 

Analyse

Teil A (Exposition)
Einführung A (1. Thema) + B (2. Thema) + begleitete Kadenz

Teil B (Durchführung)

A + Zwischenspiel + C (c b c’) + Zwischenspiel +


D (d e d) + B’

Teil A (Reprise)
A + B + Schlussthema Schlussteil Coda

/
/ Coda