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Die Atmung als Rhythmus des Lebens

Viele Kulturen verbinden die Atmung mit der


Seele des Menschen und sind der Überzeugung,
dass mit dem letzten Ausatmen, auch die Seele
des Menschen den Körper verlässt. Die Griechen
nennen Pneuma daher die Atemseele oder den
Geist.
Vielen Kulturen setzen Lebenskraft und Vitalität
mit der Atmung gleich. Es ist das Prana des
indischen Sanskrits oder das Qi des Daoismus,
das Atmung und Energie gleichermaßen
bedeutet.

Johann Wolfgang v. Goethe schrieb:


„Im Atem holen sind zweierlei Gnaden,
die Luft einziehen, sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt, dieses erfrischt,
so wunderbar ist das Leben gemischt.“

Die Atmung ist auch ein Symbol unserer Polarität, wie der stete Wechsel von Tag und Nacht,
Ebbe und Flut und so ist auch der Atem ein Ausdruck unseres rhythmisch geprägten Lebens.
Die Lunge ist unsere Verbindung zur Umwelt. Wir atmen die gleiche Luft ein, die die Menschen
unserer Erde unzählige Male ein und wieder ausgeatmet haben und die von Generationen von
Bäumen wieder und wieder gefiltert wurde. So bilden gesunde Atemwege die erste Barriere, die
mit darüber entscheidet, ob die mit der Atemluft aufgenommenen Viren und Bakterien einen
Infekt auslösen, oder ob starke Abwehrkräfte den Keimen Paroli bieten.

Eine Erkältung, beginnt in der Regel mit einer Entzündung der Bronchialschleimhaut, die einen
trockenen, schleimlosen Reizhusten. auslöst und rasch auch auf die Schleimhäute von Hals und
Rachen übergreifen kann.

1. Pflanzen, die selbst Schleime enthalten, sind so genannte „Antitussiva“. Sie können bei
trockenem, unproduktiven Husten helfen, einen heilenden Schutzfilm auf den gereizten
Bronchien zu bilden.

Hat sich eine Bronchitis entwickelt, geht der Reizhusten in einen produktiven Husten mit viel
zähem Schleim über, der die feinen Flimmerhärchen verklebt und in ihrer Beweglichkeit
behindern, sodass der Husten festsitzt. Nun benötigt man Pflanzen, die vermehrt dünnflüssigen
Schleim erzeugen, der die festsitzenden Sekrete ablöst und ein leichteres Abhusten ermöglicht.

2. Saponinhaltige Pflanzen: Saponine sind seifenartige Substanzen, die reflektorisch über die
Magenschleimhaut auf die Schleimhäute der Bronchien einwirken.

3. Pflanzen mit ätherischen Ölen, können sowohl innerlich als Sirup oder Hustentropfen
angewendet werden, als auch äußerlich als Inhalation, Einreibung oder Badezusatz.
Sie wirken über die flüchtigen, verdampfenden Substanzen auf die Atemwege und reizen so die
Becherzellen der Bronchien vermehrt dünnflüssigen Schleim zu produzieren.

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13.1 Heilpflanzenliste: Atemwege

Antitussiva - Hustenreizstiller:
13.2 Pflanzen mit Schleimstoffen:
Eibisch................................................................................................ Seiten: .... 262
Huflattich ............................................................................................................ 263
Isländisch Moos .................................................................................................. 264
Königskerze ........................................................................................................ 265
Malve .................................................................................................................. 266
Spitzwegerich ..................................................................................................... 267
Stockrose (im Text)............................................................................................. 261
Vogelknöterich ................................................................................................... 268
Expektorantien - Auswurffördernde Heilpflanzen:
13.3 Pflanzen mit Saponinen:
Bibernelle ........................................................................................................... 270
Efeu..................................................................................................................... 271
Hohlzahn ............................................................................................................ 272
Klapperschlangenwurzel (im Text) ..................................................................... 269
Lungenkraut ....................................................................................................... 273
Sanikel ................................................................................................................ 274
Schlüsselblume ................................................................................................... 275
Seifenkraut ......................................................................................................... 276
Süßholz ............................................................................................................... 277
Veilchen .............................................................................................................. 278
13.4 Pflanzen mit ätherischen Ölen:
Alant ................................................................................................................... 280
Andorn ................................................................................................................ 281
Anis ½ ................................................................................................................ 282
Engelwurz (im Text) ............................................................................................ 279
Eukalyptus .......................................................................................................... 283
Fenchel ½ ........................................................................................................... 282
Gundermann ...................................................................................................... 284
Kampfer .............................................................................................................. 285
Myrte .................................................................................................................. 286
Nadelbäume (Fichte - Kiefer) ............................................................................. 287
Pfefferminze ....................................................................................................... 288
Ysop .................................................................................................................... 289
13.5 Pflanzen bei spastischer Bronchitis, Keuchhusten, Asthma:
Brechwurzel........................................................................................................ 291
Meerträubel ....................................................................................................... 292
Pestwurz (im Text).............................................................................................. 290
Quendel / Thymian............................................................................................. 293
Sonnentau .......................................................................................................... 294

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13.2 Antitussiva - Heilpflanzen mit Schleimstoffen
Eine Erkältung kündigt sich oft durch ein trockenes, gereiztes Gefühl in Hals und Rachen an. Die
Atemwege sind angegriffen, der Hals wird rau, die Schleimhäute entzündet, gefolgt von erstem
Hustenreiz oder auch einem trockenen, quälenden Reizhusten.

Diesen schleimlosen Husten, der sich oft schmerzhaft bis tief in die Brust bemerkbar macht,
können Heilpflanzen, die selbst Schleimstoffe enthalten, sog. „Mucilaginosa“, lindern. Sie legen
sich schützend über die gereizte Bronchialschleimhaut und verringern die Empfindlichkeit der
Hustenrezeptoren in Hals und Rachen.
So kann sich der quälende Hustenreiz schnell beruhigen und die Entzündungen abklingen.
Heilpflanzen, die den Hustenreiz stillen:

Eibisch - Huflattich - Isländisch Moos - Königskerze - Malve - Spitzwegerich


Stockrose - Vogelknöterich
Der Hustenreiz wird in Räumen mit trockener Heizungsluft verstärkt, deshalb sollte man für
ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen.

Tee-Drogen aus obigen Heilpflanzen darf man nicht kochen, da die empfindlichen Schleimstoffe
leicht zerstört werden können. Besser ist es, sie nur mit heißem Wasser anzusetzen oder einen
Kaltauszug zu bereiten, bei dem man Blüten ca. 1-2 Std., Wurzelteile ca. 3 Std. unter Rühren
ausziehen lässt und das Getränk dann leicht erwärmt.

Stockrose - Alcea rosea - Malvengewächse / Malvaceae - „Käsepappel“


Sie gehört ebenso zu den schleimhaltigen
Malvengewächsen, wie Eibisch und Malve.

Die Stockrose ist die Stattlichste der Malven.


Mit ihren schönen Blüten von weiß, hellrosa,
purpurn bis zu einem schwärzlichen Rot, ist sie
eine Zierde vieler Bauerngärten.

Meistens werden ihre Blüten für Hustentees


genutzt, aber auch ihre Wurzel enthält
heilsame Schleime.

Verwendung: Blüten - Alceae flos.


Eigenschaften: hustenreizlindernd,
beruhigend, entzündungshemmend.
Anwendung:
 Bei Atemwegskatarrhen, Reizhusten,
 entzündlichen Beschwerden
von Hals und Rachen.

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Eibisch - Althaea officinalis
Malvengewächse / Malvaceae „Heilwurz“

Signatur: Ausdauernde Staude bis 1,50 m,


mit aufrechten, behaarten Stängeln, drei- bis
fünflappigen, grob gezahnten Blättern mit
filziger Oberfläche.
Die weißen oder rosafarbenen Blüten
wachsen in den Blattachseln. Verwendung
findet die kräftige, schleimhaltige Wurzel.

Astrologische Zuordnung: Venus.


Verwendung: die Wurzel, (Blätter, Blüten).
Droge: Althaeae radix, folium.
Dosis: 6 g Wurzeldroge, 5 g Blätter / Tag.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Rohrzucker,
Pektin, etwas ätherisches Öl.
Eigenschaften: hustenreizlindernd,
schleimlösend, entzündungshemmend, abwehrsteigernd.

Anwendung: Der feine Schleim aus der Eibischwurzel lindert den Hustenreiz, beruhigt gereizte
Bronchien und erleichtert das Abhusten. Malvengewächse wurden bereits in der Antike für
medizinische Zwecke verwendet, sie gehören zu den ältesten bekannten Heilpflanzen.

 Bei Husten, besonders bei trockenem Reizhusten,


 Erkältung, Hals- und Rachenentzündung, Heiserkeit,
 begleitend auch bei Asthma oder Staublunge hilfreich.

Ein altes Hausmittel war früher das Kauen von Wurzelstücken, bei Husten und Heiserkeit.
Sonstige Anwendungen: Eibisch ist wohltuend bei allen Reizungen und Entzündungen.
Im Magen-Darmtrakt: bei Reizmagen, Reizdarm, Ulkus sowie bei Blasenentzündung.
Äußerlich: bei Geschwüren, Verletzungen und Verbrennungen der Haut.

Tee: Eibischtee sollte man nicht kochen, da dadurch die Schleimstoffe zerstört werden.
Als Kaltauszug anwenden: 1-2 TL zerkleinerte Wurzel mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen und
ca. 3 Std. ausziehen lassen, mehrmals umrühren und leicht erwärmt trinken.
Kommission E: trockener Reizhusten, Schleimhautentzündungen in Mund und Rachen sowie
leichte Entzündungen der Magenschleimhaut.
Sonstiges: Der Kräuterarzt Maurice Mességué schrieb: „An ihr gibt es nichts Auffallendes, nichts
Schillerndes; sie ist bescheiden, ganz in zurückhaltende Farben gekleidet. Malve verkörpert
deswegen Sanftheit und Milde.”

Firmenpräparate: Heumann Bronchialtee Solubifix, Weleda Hustenelixier, Sirup von Weleda,


Phytohustil Hustenreizstiller Sirup von Steigerwald, Biotuss N Hustensaft für Kinder,
Silomat, Eibisch/Honig-Sirup von Boehringer, Imupret N Dragees, Tropfen von Bionorica,
enthalten in: Solunat Nr. 15 von Soluna mit Andorn, Bittersüß, Sonnentau u.a.

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Huflattich - Tussilago farfara
Korbblütengewächse / Asteraceae
Tussilago: „Ich vertreibe Husten“.

Signatur: Kleine, krautige Pflanze von


10-20 cm, mit schuppigen Stängeln,
herzförmigen, grob gezähnten Blättern
mit grauer Unterseite.
Die goldgelben Blüten erscheinen im
zeitigen Frühjahr, noch vor den Blättern.
An Wegrändern, auf Ödland.
Verwendung: die Blätter, getrocknet.
Droge: Farfarae folium.
Dosis: 4,5 g - 6 g Droge / Tag.
Inhaltsstoffe: Schleim, Gerbstoffe,
Inulin, Bitterstoffe, Phytosteroide,
Flavonoide, wenig Pyrrolizidinalkaloide.
Eigenschaften: hustenreizlindernd, schleimlösend, entzündungshemmend, antibakteriell.

Anwendung: Traditionelle Heilpflanze bei Erkrankungen der Atmungsorgane. Verwendet


werden die Blätter mit niedrigem Pyrrolizidingehalt. Die Blüten sind mittlerweile obsolet.
Die Schleimstoffe des Huflattichs beruhigen und schützen die gereizte Bronchialschleimhaut und
lindern den Hustenreiz.

 Bei trockenem Husten, Reizhusten,


 chronischer Bronchitis mit zähem, festsitzenden Schleim,
 Entzündungen von Mund, Rachen, Kehlkopf, Heiserkeit,
 begleitend bei Lungenerkrankungen wie: Emphysem, Silikose, Staublunge.

Tee: 1 TL Droge mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 5 Minuten bedeckt ziehen lassen,
mehrmals täglich 1 Tasse. Oder in Teemischungen mit Königskerze, Süßholz und Eibisch.
Kommission E: akute Katarrhe der Luftwege mit Husten und Heiserkeit, leichte Entzündungen
der Mund- und Rachenschleimhaut.
Kommission D - Homöopathie: Altershusten.
Vorsicht: Nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden! Die Droge darf nicht überdosiert
oder länger als 2-3 Wochen in Folge, bzw. 4-6 Wochen im Jahr angewendet werden.
Pyrrolizidin-Alkaloide gelten bei Überdosierung als krebserregend und lebertoxisch. Neue
Züchtungen enthalten allerdings oft keine PA`s mehr!

Firmenpräparate: Naturreiner Heilpflanzensaft Huflattich von Schoenenberger (PA-frei),


Tussilago farfara spagyrische Dilution von Spagyros, Farfara Dilution von DHU,
enthalten in: Roth`s Pulmonaria classic-Tropfen von Infirmarius,
Tussilago F Komplex Nr. 100, Dilution von Nestmann mit Königskerze u.a.,
RD Bronch 16 Tropfen von RD-Pharma.

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Isländisch Moos - Cetraria islandica (Lichen)
Schüsselflechten / Parmeliaceae

Signatur: Flechte von 4-12 cm, aus dem Norden


Islands und Norwegens, die auf Felsen und auf
dem Erdboden wächst.
(Die Pflanze gehört nicht zu den Moosen.)
Bei den Einheimischen wird die Pflanze sowohl
als Nahrungsergänzung als auch als Heilmittel
verwendet.

Verwendung: Flechten.
Droge: Lichen islandicus / Cetrariae lichen.
Dosis: 4 - 6 g / Tag.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe: Lichenin,
bittere Flechtensäuren, Enzyme, Vitamine.
Eigenschaften: hustenreizstillend,
entzündungswidrig, leicht antimikrobiell,
immunstimulierend, appetitanregend.
(Köhler‘s Medizinalpflanzen)
Anwendung: Isländisch Moos ist eine altbewährte Heilpflanze aus Island und Norwegen.
Neben ihrer Heilwirkung auf gereizte Bronchien, ist die Pflanze auch als bitteres Tonikum bei
Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit bekannt. Bei Husten werden hauptsächlich Pastillen,
Hustensäfte, Sirups oder Tabletten verwendet.

 Bei Katarrhen der Luftwege, trockenem Reizhusten,


 Erkältung, Hals- und Rachenentzündung, Heiserkeit.

Sonstige Anwendungen:
 Magen-Darmbeschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit.
Tee-Kaltauszug: 1-2 TL (1,3 g) der Droge mit 150 ml kaltem Wasser ansetzen, 3-5 Std. ausziehen
lassen und abseihen. Die Flüssigkeit bis zum Kochen erhitzen und lauwarm trinken. Mehrmals
täglich 1 Tasse.
Kommission E: Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum, trockener Reizhusten sowie
bei Appetitlosigkeit.

Firmenpräparate (Mischungen): Abtei Hustensaft akut von Omega, Kräutersirup Hanosan,


Aspecton Isländisch Moos Hustentabletten, Hustensaft, Aspecton Junior Hustenstiller,
Bad Heilbrunner Tee Salbei / Isländisch Moos, Cefabronchin Tropfen von Cefak,
Broncholind Isländisch Moos Halstabletten, Hustensaft von Klosterfrau,
Isla med hydro Pastillen, diverse Ausführungen von Engelhard.

Sonstiges: Der Name der Pflanze stammt aus einer Zeit, als man alle blättrigen „Kryptogamen“
zur Pflanzenfamilie der Moose zusammenfasste. Sie ist in den arktischen Gebieten weit
verbreitet, soll aber von den Isländern zuerst verwendet worden sein.

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Königskerze, großblütige / filzige
Verbascum densiflorum / phlomoides
Braunwurzgewächse / Scrophulariaceae

Signatur: Krautige Pflanze von 80-180 cm, mit


grundständigen, filzig behaarten Blättern,
stattlichen, aufrechten Stängeln und leuchtend
gelben, duftenden Blüten in den Blattachseln.
Auf Schutthalden, sonnigen Plätzen.

Astrologische Zuordnung: Sonne, Jupiter.


Verwendung: Blüten, (Blätter).
Droge: Verbasci flos, (folium).
Dosis: 3 - 4 g Droge / Tag.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Saponine,
Iridoidglykoside: Aucubin, Flavonoide.
Eigenschaften: hustenreizlindernd,
schleimlösend, auswurffördernd, krampflösend,
entzündungshemmend.

Anwendung: Die Königskerze ist eine bewährte


Heilpflanze bei Entzündungen der oberen Luftwege und bei Erkältungskrankheiten. Als Tee,
Tinktur, Mischpräparat. Die filzige Königskerze wird auch „Wollblume“ genannt.

 Bei Katarrhen der Luftwege, Husten, Bronchitis, Verschleimung,


 Erkältungskrankheiten, Halsschmerzen.

Sonstige Anwendungen:
innerlich: bei Magenschleimhautentzündung,
äußerlich: Salben, Öle „Königsöl“,
bei Hautleiden, Furunkel, Ekzemen, Neuralgien,
Ohrenschmerzen, Hämorrhoiden.
Tee: 1 TL Blüten mit 150 ml heißem Wasser aufgießen,
5-10 Minuten bedeckt ziehen lassen und abseihen.
In vielen Hustentee-Mischungen enthalten.
Kommission E: Katarrhe der Luftwege.
Kommission D - Homöopathie: Entzündungen der
oberen Atemwege und der Nasennebenhöhlen.

Firmenpräparate: Yogi Tea: Atem Tee Bio,


Königskerzenblüten geschnitten von Aurica,
Verbascum Dilution, Tabl. von DHU, Gudjons,
Mischungen: Solunat Nr. 15 von Soluna,
Pulmo Hevert Bronchial comp. Tabletten.

(Verbascum nigrum).

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Malve - Malva silvestris
Malvengewächse / Malvaceae

Signatur: Krautige Pflanze von 40-100 cm,


mit rundlichen, 5-7fach gelappten, behaarten
Blättern, rosa / violetten, dunkler gestreiften
Blüten in den Blattachseln und
spindelförmiger Wurzel.
An Wegrändern, auf Schuttplätzen.

Astrologische Zuordnung: Mond, Venus.


Verwendung: Blüten und Blätter.
Droge: Malvae flos, folium.
Dosis: 4 - 6 g Droge / Tag.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe,
Flavonglykoside, Anthocyane.
Eigenschaften: reizmildernd, antioxydativ,
schleimlösend, entzündungswidrig,
adstringierend, wundheilend.

Anwendung: Die Malve und der Eibisch


gehören zur Familie der Malvengewächse und wirken durch den hohen Schleimgehalt besonders
reizlindernd. Als Tee, Sirup, Tinktur.

 Bei Katarrhen der Atemwege mit trockenem Reizhusten,


 Erkältung, Bronchitis, Heiserkeit,
 Entzündungen im Mund- Hals- und Rachenbereich.

Sonstige Anwendungen:
 Bei Reizmagen, Entzündungen oder Geschwüren im Magen- Darmtrakt.
 Äußerlich: Haut- und Schleimhautentzündungen, juckende Hämorrhoiden, Ausschläge
und Ekzeme der Haut.
Tee: 2 TL Blüten/Blätter mit 150 ml heißem Wasser ansetzen und 5-7 Minuten ziehen lassen.
Oder als Kaltauszug um die Schleimstoffe zu schonen, die Droge 2-3 Std. ausziehen lassen.
Kommission E: Katarrhe der Luftwege mit trockenem Reizhusten sowie Schleimhautreizungen
im Mund-und Rachenraum.

Firmenpräparate: Malvenblättertee von Bombastus, Weltecke,


Spagyrische Essenz Malva silvestris nach Zimpel von Pylak,
Malva 84 Komplex-Dilution von Nestmann, Malva silvestris Dil. D2 von DHU.

Historie: Die Malve und der Eibisch zählen zu den ältesten bekannten Heilkräutern.
Im 1. Jhd. nach Chr., empfahl der griechische Arzt Dioskurides, die Malve bei Gebärmutterleiden,
Darmträgheit, Brandwunden und Insektenstichen.
Die Malve galt in früherer Zeit als ein Symbol der Sanftheit, Milde und Gerechtigkeit. Wer in der
Antike Malvenblätter überreichte, bat damit um Nachsicht und Vergebung.

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Spitzwegerich - Plantago lanceolata
Wegerichgewächse / Plantaginaceae

Signatur: Krautige Pflanze v. 20-30 cm,


mit aufrechten Stängeln und schmal
lanzettlichen Blättern in grundständiger
Blattrosette. Die unscheinbaren Blüten
bilden Ähren mit herausstehenden
Staubfäden.

Verwendung: Blätter, Kraut.


Droge: Plantaginis lanceolatae herba.
Dosis: 3 - 6 g Droge.
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe,
Iridoidglykoside: Aucubin, Catapol,
Phenolcarbonsäuren, Kieselsäure.
Eigenschaften: hustenreizlindernd,
schleimlösend, antimikrobiell, entzündungshemmend, bronchospasmolytisch, adstringierend,
wundheilend.

Anwendung: Der Spitzwegerich ist eine der bekanntesten Lungenheilpflanzen.


Seine Schleimstoffe bilden eine schützende Schicht auf den gereizten Atemwegen, lindern den
Hustenreiz und fördern das Abhusten des zähen Schleims. Die enthaltene Kieselsäure kräftigt
das Lungengewebe.
Plantago ist auch für Kinder gut geeignet, als Tee, Sirup, Frischsaft, Fluidextrakt.

 Bei Katarrhen der Atemwege, Reizhusten,


 akuter / chronischer Bronchitis, begleitend bei Asthma, Keuchhusten,
 bei Entzündungen von Mund, Hals und Rachen.

Sonstige Anwendungen äußerlich: bei Entzündungen von Haut und Schleimhaut.


Das frische, zerdrückte Blatt kann als „Erste Hilfe“, auf kleine Wunden gelegt werden. Bei
oberflächlichen Verletzungen, blauen Flecken, Schürfungen, Insektenstichen und Sonnenbrand.
Innerlich: Bei Bindegewebsschwäche, leichten Entzündungen der Magen-Darmschleimhaut.
Tee: 2 TL Droge mit 150 ml heißem Wasser aufgießen, 5-6 Minuten bedeckt ziehen lassen.
Mehrmals täglich eine Tasse.
Kommission E: Katarrhe der Atemwege, Entzündungen der Haut und der Mund- und
Rachenschleimhaut.
Paracelsus: Er verwendete Spitzwegerich als Wundarznei, bei Eiterbildung und Entzündungen,
bei Geschwüren, Mundfäule, entzündetem Zahnfleisch, bei Nierenproblemen, Migräne und bei
Magenbrennen.

Firmenpräparate-Mischungen: Plantago lanceolata Urtinktur von Ceres,


Plantago Hustensaft und Plantago Bronchialbalsam von Wala,
Florabio Heilpflanzensaft Spitzwegerich von Schoenenberger
Broncho-Sern Sirup von Truw, Solunat Nr.15 Tropfen von Soluna.

268
Vogelknöterich - Polygonum aviculare
Knöterichgewächse / Polygonaceae
„Blutkraut“, „Wegtritt“

Signatur: Niedrige, kriechende Pflanze von


20-30 cm, mit verzweigten, knotigen Stängeln,
schmalen, spitz zulaufenden Blättern und
kleinen, weiß-rosa Blüten in den Blattachseln.
An Wegrändern, Äckern.

Verwendung: die ganze Pflanze.


Droge: Polygoni avicularis herba.
Dosis: 4 - 6 g Droge / Tag.
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide,
Schleimstoffe, Cumarine, Kieselsäure.
Eigenschaften: hustenreizlindernd,
adstringierend, entzündungshemmend,
antimikrobiell, harntreibend.
Anwendung: Der Vogelknöterich ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen der
Volksheilkunde. Da die Heilwirkung relativ mild ist, wird der Vogelknöterich gerne mit anderen
Expektorantien kombiniert.
Polygonum lindert aufgrund der Schleimstoffe hartnäckigen Hustenreiz und stärkt gleichzeitig
mit Kieselsäure das empfindliche Lungengewebe.

 Als Expektorans bei Katarrhen der Luftwege, Husten, Bronchitis,


 bei Entzündungen der oberen Luftwege sowie von Mund u. Rachen,
 zur Stärkung der Lunge bei Anfälligkeit für Lungenbeschwerden.

Sonstige Anwendungen der Volksheilkunde:


 Zur Durchspülung der Harnwege, unterstützend bei Rheuma, Gicht,
 bei Blasen- und Nierenleiden sowie bei Harngrieß.
Die Wurzel des Schlangenknöterichs - Polygonum bistortae rhizoma - kann auch äußerlich
angewendet werden und bei Hautkrankheiten, Hämorrhoiden oder offenen Beinen versucht
werden.
Tee: 1-2 TL der Droge mit 150 ml heißem Wasser überbrühen, 15-20 Minuten ziehen lassen.
3 x tgl. 1 Tasse. Auch in Teemischungen mit Thymian, Spitzwegerich oder anderen
Hustenkräutern.
Kommission E: leichte Katarrhe der Luftwege, leichte Entzündungen der Mund- und
Rachenschleimhaut.

Firmenpräparate: enthalten in Kräutermischungen:


Salus Alpenkraft, Bronchial-Hustensirup von Salus,
Salus Bronchialtee, Kräutertee Nr. 8, Kräutersirup Hanosan mit Efeu,
Polygonum aviculare Urtinktur, Dilution von DHU.

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