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l idea

Spektrum
Nr. 1/2 9. Januar 2009 G 7405

Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt

Wenn es ausweglos scheint

Das Ende eines


Israel im Kreuzfeuer frommen Milliardärs
Neuer Dachverband

Die Atheisten in der


politischen Offensive
EKD-Ratsvorsitzender:

Deutsche-Bank-Chef
treibt Götzendienst
Eine Analyse zeigt:

Astrologen irrten
sich auch 2008 total
Promis zur SED-Diktatur

Alles gesamtdeutsch
2009 aufarbeiten!

Weihnachten in Medien

Die Sehnsucht
nach Sinn bleibt

Ist der Militärschlag berechtigt? www.idea.de


Thema der Woche
l Inhalt Was wird aus
Israel?
ideaSpektrum 1/2/2009

Allanzgebetswoche Am 27. Dezember hat die israelische Regie-


Gebet: Die wahre Ökumene leben .................. 15 rung die Militäroffensive „Gegossenes Blei“
gegen Stützpunkte der extremistischen Paläs-
tinenserorganisation Hamas gestartet. Israel
Israel möchte damit einen seit acht Jahren andau-
Die Offensive im Gaza: Pro & Kontra ............ 16 ernden Raketenbeschuss Südisraels durch die
Hamas beenden. Seither streitet die Welt
darum, ob die israelische Militäraktion be-
Theologie & Zeitgeist rechtigt ist. Dazu ein Pro & Kontra.
Wie die Presse Weihnachten feierte .............. 18 Seite 16

Christ & Leben


Alt werden – nichts für Weicheier ................ 20 Das Ende eines frommen Milliardärs
Der Selbstmord des schwäbischen Unternehmers Adolf Merckle hat viele
Christen geschockt. Der dem Pietismus nahestehende Milliardär war einer
idealisten.net der erfolgreichsten Wirtschaftsführer Deutschlands. Zuletzt war er wegen
Die Suche nach dem Willen Gottes .............. 22 hoher Verluste im Zusammenhang mit der Finanzkrise in die Kritik geraten.
Warum gab es für ihn keinen anderen Ausweg aus der Krise?
Seite 7, 44
Nachrichten
Jetzt wollen auch Atheisten politisch präsent sein ......... 6 „Die Sehnsucht nach Sinn bleibt“
Zu keiner anderen Zeit wird so viel über den christlichen Glauben berichtet
EKD-Vorsitzender erregt Unmut bei Deutscher Bank ...... 6 wie zu Weihnachten. Wie in den Vorjahren gab es auch diesmal Aussagen
Der Kritiker der Evangelikalen rudert zurück ..................... 8 zu lesen, die im Widerspruch zum christlichen Glauben stehen (so im „Spie-
gel“, in „Focus“ oder in der Tageszeitung „Die Welt“), aber es gab auch
Prominente fordern gesamtdeutsche Aufarbeitung ........ 9 ganz andere Stimmen. Das zeigt eine idea-Presseschau.
Seite 18
Evangelische Allianz: Betet für Dieter Althaus!................ 10
Lafontaine auf der Kanzel – das gibt Ärger...................... 10 Gebetswoche: Die wahre Ökumene leben
Astrologen und Hellseher irrten sich total ........................ 11 Vom 11. bis 18. Januar versammeln sich Christen aus Landes- und Freikir-
chen an vielen Orten zur Gebetswoche der Evangelischen Allianz. Einen
USA: Auch Obama will mit Gebet und Segen starten ..... 12 Schwerpunkt bildet der Wunsch, dass die verborgene geistliche Einheit der
Indien: Polizei verhindert Übergriffe auf Christen ......... 12 Christenheit auch äußerlich sichtbar werde. Welche Probleme gibt es dabei?
Dazu nimmt ein Fachmann Stellung: der Theologe Dr. Werner Neuer.
Weltweit wird für Frieden im Gazastreifen gebetet ........ 13
Seite 15
ProChrist im Wohnzimmer – dank ERF Medien .............. 14
Bekennende Gemeinschaften: Was Dreieinigkeit ist ..... 14
Was sich in Deutschlands Mitte ändert ............................. 30 Alt werden ist nichts für Weicheier
In der Serie „Generation
Kirche für eine Witwerrente für Homo-Paare? ................ 34 Gold“ stellt der Schwei-
zer Samuel Moser Ziele
und Gestaltungsmög-
lichkeiten für das soge-
Rubriken nannte dritte Lebensal-
ter vor. Im dritten Teil
Leserbriefe ..................................................................................... 4 geht es um die Bezie-
Kleine Kanzel .............................................................................. 24 hung zum Ehepartner
im Ruhestand. Wie kann
Medientipps ................................................................................. 14 man beispielsweise ver-
Von Personen 25
.............................................................................. meiden, dass es im Alter
zu immer mehr Schei-
Impressum ................................................................................... 42
dungen kommt?
Porträt ............................................................................................. 44
Seite 20
Titel-Montage: idea/Schmitt, Foto Explosion: dpa
Foto S. 3: idea/Kretschel
l idea 3
ideaSpektrum 1/2/2009

Wer betet, verschenkt Hoffnung


Die Gebetswoche der Evangelischen Allianz 2009: Beter sind Realisten

Liebe Leserin, lieber Leser,


„Allein den Betern kann es noch gelingen / auf ewig Frieden und Gerechtigkeit regiert!
das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten Beter bitten diese Wirklichkeit hinein in un-
/ und diese Welt den richtenden Gewalten / sere. Wer betet, hilft so mit, den Himmel
durch ein geheiligt Leben abzuringen …“ zur Welt zu bringen.
1936 schrieb der Schriftsteller Reinhold
Schneider (1903-1958) dieses Sonett, das Die Ärmel aufkrempeln
zur Zeit der Nazidiktatur und im Zweiten „… bis Gott aus unsern Opfern Segen
Weltkrieg ungezählten Menschen Mut und wirkt, / und in den Tiefen, die kein Aug’ ent-
Kraft gab. Die katholische Zeitung „Die Ta- schleiert, / die trocknen Brunnen sich mit
gespost“ (Würzburg) zitiert den Brief eines Leben füllen.“
JÜRGEN WERTH Soldaten aus dem Kessel von Stalingrad: Beter sind keine Fantasten, Beter sind Rea-
(Wetzlar), Vorsitzender „Viele von uns hier hält ein Gedicht auf- listen. Wer betet, überlässt das Tun nicht faul
der Deutschen Evan- recht, das von Hand zu Hand weitergegeben den anderen. Er wird selber die Ärmel auf-
gelischen Allianz und wird: Allein den Betern kann es noch gelin- krempeln und zupacken. Aber er weiß, dass er
Direktor des Evangeli- gen …!“ Viele Jahrzehnte später hat das allein eine schöne neue Welt nicht schaffen
ums-Rundfunks (ERF) kleine Meisterwerk nichts an Aktualität ein- kann und muss. Das kann allein der, der sie
gebüßt: „Denn Täter werden nie den Him- ins Dasein rief und der sie selbst da nicht auf-
mel zwingen. / Was sie vereinen, wird sich gegeben hat, wo sich die Menschen vom Be-
wieder spalten. / Was sie erneuern, über ten aufs Selbermachen verlegt haben. Beter
Nacht veralten./ Und was sie stiften, Not sind engagiert und gelassen. Weil sie wissen,
und Unheil bringen.“ sie stehen niemals allein gegen das Unheil des
Denn nicht nur bei den Nationalsozialisten Lebens. Wer betet, verschenkt Hoffnung.
wurde gezwungen und gewaltsam vereinigt.
Und nicht nur jene vielleicht finsterste Epoche Auch ihm fiel das Beten schwer
der deutschen Geschichte hat so Not und Un- Reinhold Schneider war alles andere als ein
heil geboren. Auch heute werden Menschen in Glaubens- und Gebetsheld. Er schrieb dieses
die Herrschaftssysteme anderer Menschen ge- Sonett wohl auch gegen die eigenen Ängste
zwungen. Auch heute wird gewaltsam verei- und Zweifel. Zeitlebens hatte der überzeugte
nigt, nicht zuletzt im Prozess der Globalisie- Christ mit Schwermut zu kämpfen. Manchmal
rung. Auch heute versprechen Ideologen fiel auch ihm das Beten schwer. Aber: „Wenn
Erneuerung, aber alles bleibt beim Alten. ich für mich bete, kommt nichts an, aber wenn
ich für andere bete, dann ist der Angebetete
Die Verhältnisse geraderücken wieder spürbar.“
„Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil ver-
birgt/ und Menschenhochmut auf dem Dass man nicht alleine betet
Markte feiert. / Indes im Dom die Beter sich Auch darum ist es gut, dass man nicht al-
verhüllen …“ leine betet. Zum Gebet im stillen Kämmer-
Aber damals wie heute fragen Menschen: lein gehört das gemeinsame Gebet in der
Warum soll ausgerechnet ihnen, den Betern, Gemeinde. Beter haben zu allen Zeiten Mit-
gelingen, was allen anderen scheinbar so beter gesucht und gefunden. Auch über den
gründlich misslingt? Weil Beter die Verhält- Tellerrand der eigenen Denomination hin-
nisse geraderücken! Weil Beter sich und an- aus. Das wird in diesen Tagen wieder be-
deren eingestehen, dass sie allein mit dieser sonders deutlich. An mehreren hundert Or-
Welt und ihren täglichen Katastrophen nicht ten in Deutschland lädt die Evangelische
zurechtkommen! Weil Beter entdeckt ha- Allianz zur alljährlichen Gebetswoche.
ben, dass diese Welt nicht die einzige und Diesmal unter dem Motto „Durch den Glau-
letzte Wirklichkeit ist, sondern dass sie um- ben ...“. Denn: „Allein den Betern kann es
schlossen ist vom Himmel Gottes, in dem noch gelingen!“

Es grüßt Sie herzlich Ihr


4 Leserbriefe ideaSpektrum 1/2/2009

ideaSpektrum freut sich über jede Zuschrift, auch wenn wir nicht jeden Leserbrief veröffentlichen
können. Bitte geben Sie immer Ihre vollständige Anschrift an (per E-Mail an: idea@idea.de, Fax
06441/915-118 oder: Postfach 1820, 35528 Wetzlar). Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe unter
Wahrung des Sinns zu kürzen. Die Briefe geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder.

Die Evangelikalen wollen mehr als eine halbherzige Entschuldigung!


Zur Meldung: „Evangelikale erwarten Wiedergutmachung“ für die Kritik an ihnen durch die Bundeszentrale für
politische Bildung (Nr. 52, S. 6).
Keine Auseinandersetzung Ideologische Haltung gemessen und nicht zutreffend! Der Begriff
Das Schlimme an der Diskriminierung Hat sich der Präsident der Bundeszentra- Fundamentalismus wird im heutigen
und Hetze ist nicht eine kritische inhaltli- le für politische Bildung, Thomas Krüger, Sprachgebrauch eher im Sinne von Extre-
che Auseinandersetzung mit evangelikalen wirklich von den verleumderischen Arti- mismus verstanden. Daher wird das
Positionen, sondern gerade der Verzicht keln der Zeitung Q-rage distanziert? Auf- Schlagwort christlicher Fundamentalismus
darauf. Dies führt nämlich zu schwerwie- grund der Protestschreiben vieler christli- von der antichristlichen Szene gern be-
genden Vorwürfen ohne inhaltliche Be- cher Organisationen, vor allem denen der nutzt. Uns ist allen bekannt, dass es keinen
gründungen und es werden Vorurteile auf- Evangelischen Allianz, hat sich die Bun- christlichen Extremismus gibt, das wider-
gebaut mit Sündenbockabstempelung. deszentrale für politische Bildung in einer spricht dem christlichen Glauben. Trotz-
Besonders der Versuch, den überfallenen Pressemitteilung halbherzig von dem Arti- dem vergleicht der Präsident der Bundes-
Teilnehmern des Christivals auch noch das kel in der Zeitung Q-rage distanziert. Das zentrale für politische Bildung christlichen
Randalieren ihrer Gegner anzulasten, erin- Empfehlungsschreiben des Präsidenten der Fundamentalismus mit dem real existieren-
nert schon an 1933. Wie kann es nur dazu Bundeszentrale für politische Bildung, in den radikalen Islamismus. Was versteht
kommen, dass von deutschen Behörden dem Islamisten und Evangelikale auf eine Thomas Krüger unter „christlichem Funda-
wieder solche Dinge ausgehen, noch dazu Stufe gestellt werden, wurde nicht zurück- mentalismus“? Wen spricht er hier an?
von links getragen? Wenn Hass gerechtfer- gezogen! Die ideologische Haltung des Meint er in Wirklichkeit doch alle beken-
tigt erscheint und eine Hetzstimmung auf- Präsidenten der Bundeszentrale für politi- nenden Christen, ob evangelisch oder ka-
gebaut wird, wie das seit einiger Zeit be- sche Bildung bleibt in der Pressemitteilung tholisch? Gegen solche Agitation müssen
trieben wird, dann setzt die vernünftige sichtbar. In der Pressemitteilung stellt der wir uns zu Wehr setzen!
Prüfung und Besonnenheit aus. Präsident fest: Eine Gleichstellung der Jürgen Steffan, Bezirksvorsitzender des
Michael Bretthauer, Diplom-Psychologe, evangelikalen Bewegung mit dem christli- Evangelischen Arbeitskreises der CSU
22844 Norderstedt chen Fundamentalismus halte ich für unan- München, 80638 München

Man soll in seiner Kirche auftreten, aber nicht aus ihr austreten
Zum Leserbrief von Gerhard Stammler „Landeskirchen verlassen“ wegen ihrer positiven Haltung zur Homose-
xualität (Nr. 51, S. 4)
Herr Stammler ruft indirekt zum Kirchen- bel zum Kirchenaustritt geraten? Wo sind Fehler – nur andere – als im alten Verein.
austritt auf, weil eine kontroverse Diskussi- alle Freikirchen hingekommen? Sie woll- Darum sollte man in seiner Kirche auftre-
on in der Kirche über die Homosexualität ten es durch einen eigenen Verein besser ten, aber nicht aus der Kirche austreten.
geführt wird. Doch wo wird uns in der Bi- machen. Das Ergebnis: Genau so viele Heinrich Dolle, 31595 Steyerberg

Will Gott auch in Deutschland durch Prophetien und Träume sprechen?


Zur Meldung „Führt Deutschland die Erweckung an?“ (Nr. 51, S. 10). Der ugandische Pastor Nuwasiima hatte er-
klärt, in einem Traum von Gott das Wort empfangen zu haben, die Christen in Deutschland müssten deutlich
mehr beten, um nicht anstelle einer Erweckung die „Bewegung des Antichristen weltweit zu unterstützen.“
Verzweifelt geglaubt Richtung gab. Ich frage mich: Warum Deutschlands an deutschen Propheten
Ich habe in einer bedrohlichen Lebens- glaubte man das nicht? Es ist doch völlig herumläuft, die es überall und immer
phase in mehreren Träumen Gottes Füh- logisch, dass nun eine deutliche Warnung besser wissen und gerne andere belehren.
rung erhalten. In meiner Verzweiflung an Deutschland ergeht! Auch die konkre- Wie oft sprechen Deutsche bei ihren Aus-
habe ich das geglaubt, was mir dort an ten und detaillierten Anweisungen, was zu landsaufenthalten prophetische Feststel-
Handlungsanweisungen gegeben wurde – tun sei, sind Gottes Handschrift. Deshalb lungen und Ermahnungen über das Gast-
und bin auf diese Weise aus existenziellen rate ich, diesem Ruf nach mehr Gebet in land aus. Erstaunlich, mit welcher
Schwierigkeiten gerettet worden. Nach- Deutschland unbedingt Folge zu leisten Geduld und Langmut sie meistens ertra-
dem mir meine Situation und das, was ge- und schnell zu handeln. gen werden. So viel zum Formalen. Zum
schehen sollte, gezeigt wurde, ist mir übri- Michael Schindler, 91126 Rednitzhembach Inhaltlichen: Sich gegen die Aussage ei-
gens auch eine Warnung gegeben worden. ner Prophezeiung zu sträuben, ist gerade-
Sie war für mich sehr deutlich und hilf- Kollektive Eitelkeit zu das klassische Zeichen der Verhärtung
reich. Davon ausgehend, kann ich nur be- Ein ugandischer Pastor spricht eine des Herzens. So hatte der Pharao von
stätigen, dass prophetische Träume von Prophezeiung über Deutschland aus und Ägypten über Moses Warnungen auch
Gott tatsächlich so aufgebaut sind. Man schon rufen aus allen Ecken die tief in ih- gedacht. Natürlich ist Deutschland nicht
kann sich darum ganz darauf verlassen, rer kollektiven Eitelkeit gekränkten Chris- Ägypten und auch unsere Zeit ist nicht
dass der Heilige Geist gerade in extrem ten aus Deutschland: „Das kann nicht diese Zeit; aber Gott ist derselbe und die
wichtigen Situationen absolut verständli- stimmen! Was hat denn so einer in Menschen sind von gleicher Art, damals
che Anweisungen an die betroffene Person Deutschland zu vermelden? Möge er wie heute.
gibt. idea berichtete, dass es in den letzten doch in seinem eigenen Land predigen!“ Gerhard Wagner,
Jahren schon mehrere Hinweise in dieser Ausgeblendet wird dabei, was außerhalb 510102 Alba Iulia, Rumänien
ideaSpektrum 1/2/2009
Leserbriefe 5

Die Schöpfung: Ein Streit um die Wahrheit oder den besseren Blickwinkel? ber 2008
G 7405

Spektrum
Nr. 51 17. Dezem

L idea

Zum Titelthema: „Wie hat Gott die Welt gemacht?“ (Nr. 51, S. 15-17). In einem Interview nahmen der Mitver- n aus der evan
gelischen Welt
und Meinunge
Nachrichten
fasser der Orientierungshilfe der Leitung der EKD, des Rates: „Weltentstehung, Evolutionstheorie und Schöp- Nach heftig
en Prote

Behörde zieht Kr
fungsglaube an der Schule“, Prof. Dr. Michael Beintker, und der Geschäftsführer der Studiengemeinschaft „Wort
t Gottht?
Evangelikalen z

Wie elhtage
Aktion
Debatte um

und Wissen“, Dr. Reinhard Junker, Stellung. Ein weiterer Beitrag informierte darüber, warum für den Informati- Bischof: Mitar

die W mac Ihr solltet loya

ker Professor Werner Gitt die „Sechs-Tage-Schöpfung“ überzeugend ist.


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Europäische

400 Politiker
Gebetsfrühst
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Die Bibel bei

Die 100 Ger


im Reichsta

Vieles ergänzt sich Wohltuender Austausch Leben war immer endlich Künftiger Pie

Der einzig

1. Der Begriff „Schöpfungsberichte“ Wohltuend ist der Austausch der Argu- Es ging ursprünglich um die Schöp- etzung um e

Zur Auseinandersd Evolution


Ex-Kirchens

Vier Tage

Schöpfung un
vor ihrem
lässt an die historisch-kritische Quellen- mente von Prof. Beintker und Dr. Junker. fungsberichte in Gen. 1 und 2. Herr Jun- Briefe
scheidung denken, wonach die beiden ers- Man hat den Eindruck, hier wird um Wahr- ker argumentiert mit dem Sündenfall –
ten Kapitel der Bibel späte und unter- heit gerungen. Bedrückend dagegen ist der beschrieben in Gen. 3. Aus angeblicher
schiedliche Deutungen der Schöpfung Beitrag von Prof. Gitt. Hier hat man den heilsgeschichtlicher Notwendigkeit leitet w

seien. Dr. Junker versteht jedoch unter Eindruck, er weiß alles und noch besser. er ein historisches Verständnis dieser Er-
„Schöpfungsberichte“ zwei sich ergänzen- Vor Jahren habe ich einem Kollegen, einem zählung ab. Das ist aber ein pragmati-
de, aber nicht widersprechende Schilderun- Biologielehrer, ein Buch von Prof. Gitt ge- sches Argument und damit historisch-
gen vom Anfang. Das zeigt z. B. der fol- geben. Nach einigen Tagen kam er zu mir wissenschaftlicher Unsinn. Ich sehe diese
gende Internet-Diskussionsbeitrag, der von und bedankte sich mit etwas folgenden Notwendigkeit nicht gegeben, denn der
Dr. Junker mitverfasst wurde: http://www. Worten: „Jetzt habe ich vorzügliches Mate- Tod gehörte von Anfang an zu dieser
wort-und-wissen.de/disk/d91/1/d91-1m. rial – es eignet sich gut, um meinen Gym- Welt dazu. Wie sonst ist dieser Vers zu
html 2. Selbst ein Teil der historisch-kriti- nasiasten zu demonstrieren, was keine wis- verstehen: „Nun aber, dass er nur nicht
schen Alttestamentler sieht heute in 1. senschaftliche Arbeit ist.“ Ich würde Herrn ausstrecke seine Hand und breche auch
Mose 2 eine thematische Weiterführung zu Prof. Gitt gerne den unvergessenen Karl von dem Baum des Lebens und esse und
1. Mose 1 (z. B. Prof. A. Schüle). 3. Prof. Heim empfehlen, wie er z.B. in „Welt- lebe ewiglich!“ (Genesis 3:22)? Das
Beintker beruft sich auf die nicht-histori- schöpfung und Weltende“, Bd. 1, mit die- menschliche Leben war demnach nicht
sche Sicht der Urgeschichte (1. Mose 1-11) sem Thema umgegangen ist. Möchte Herr auf ewig konzipiert, sondern endlich. Der
von Prof. C. Westermann. Doch gegen Prof. Gitt vielleicht auch Karl Heim den Sünde Sold ist der Tod. Und zwar der
Letzteren hat z. B. der ebenfalls histo- wahren Glauben absprechen? Gleichzeitig ewige Tod (Offenbarung 20). Christus
risch-kritische Alttestamentler Prof. L. empfehle ich ihm das Buch „Schöpfung, bringt das ewige Leben. Und durch
Ruppert darauf hingewiesen, dass es auch Wunder, Unsichtbare Welt“ von Dr. Paul Adam als Urtypus des Menschen kam die
Aussageabsicht der Urgeschichtstexte ist, Müller, was leider nur noch antiquarisch er- Sünde und damit der Tod in die Welt
wirkliche Geschichte darzustellen. 4. Die hältlich ist. Dr. Paul Müller – übrigens auch (Römer 5), denn der Mensch kann nicht
redaktionelle Einleitung zum anschließen- Verfasser eines lange verwendeten Che- anders als sündigen. Adam und Eva ha-
den Beitrag von Prof. W. Gitt über die miebuches für gymnasiale Oberschüler in ben gesündigt, weil sie es konnten. Des-
sechs Schöpfungstage kann man so mis- Baden Württemberg – hat als Naturwissen- halb ist durch „Adam“ die Sünde als not-
sverstehen, als würde nicht nur Prof. Beint- schaftler nicht an der Evolution gezweifelt. wendige Möglichkeit in dieser Welt
ker, sondern auch Dr. Junker und die Studi- Wer ihn kannte, konnte von seinem Wis- gekommen und damit auch der ewige
engemeinschaft Wort und Wissen die sen, seinem tiefen Glauben und seiner De- Tod – und nur durch Christus der einzige
Sechs-Tage-Schöpfung ablehnen. Das ist mut nur beeindruckt sein. Sein Versuch ei- Weg zur Erlösung. Was bedeutet dies für
jedoch nicht der Fall. ner Gesamtschau ist noch heute lesenswert. die Fragestellung? Nichts.
Manfred Stephan, Mitarbeiter der Erich Scheurenbrand, Stephan Achtermann,
Studiengemeinschaft Wort und Wissen, Studiendirektor a. D., Vikar, 30823 Garbsen
71394 Kernen 73734 Esslingen

l ideaAufgespießt

„Medium Religion“ – diese „Wenn Ab


lichen Hof p
raham a Sa
ncta Clara
redigte, dan (1644-1709
Ausstellung würde ich nie empfehlen! dern nahm
einen kleinen
n stieg er nic
ht allein auf
) vor dem ka
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iser-
Messdiener
Zum Bericht: „Die Religion als Irrenhaus“ (Nr. 50, S.
schlug der B
ub dort die mit hinauf. Vo anzel, son-
legte dann d Bibel auf ein r aller Augen
en Finger au er beliebigen
18). idea-Redakteur Karsten Huhn stellte die Ausstel- den er vorher f eine belieb Seite auf un
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nicht kannte ige Stelle. Ü
lung „Medium Religion“ im Zentrum für Kunst und dem Stegreif. , predigte A ber diesen Ve
braham a Sa rs,
Medientechnologie in Karlsruhe vor. Der Besuch sei Er predigte ncta Clara au
so spannend s
empfehlenswert, weil die „dunkle Seite der Mensch- dern, den W , dass er unte
iener August r den eigenen
heit“ hier in ihrem ganzen verheerenden Ausmaß dar- Clara, höhn inern, Neider Ordensbrü-
ten sie, kenn bekam. Abra
im Jahr 1679 e seinen Bib ham a Sanct
gestellt würde. , dass ein m elvers im Vo
raus. So ges
a
Sakristei vers issgünstiger chah es
teckte. Ohn Ordensbrud
Für mich ist es einfach nicht nachvollziehbar, wie idea – bei Sancta Clara e den präpar er die Bibel
sich bestimm ierten Vers w in der
aller Kritik, die in dem Artikel auch geübt wird – dennoch wohnt stieg t vor der gan ürde Abraham
eine so gotteslästerliche Ausstellung wie die Ausstellung dieser auf die ze n Welt blam a
rief er verblü Kanzel. ‚Hie ieren. Wie g
„Medium Religion“ in Karlsruhe als „empfehlenswert“ be- fft. ‚Doch hie r müsste mei e-
erschaffen!’ r ist nichts .. ne Bibel lieg
zeichnen kann. Es ist schlimm genug, dass in unserem Land Eine volle St . Aus nichts en’,
Clara aus dem unde predig hat Gott die
unter dem Deckmantel der „Freiheit der Kunst“ oder einer – Stegreif über te Abraham Welt
an seinem M nichts. Und a Sancta
an sich berechtigten – Gesellschaftskritik nahezu jegliche Art unde. Noch d ie Kaiserin h
von Blasphemie geduldet wird, aber dass eine christliche Zeit- danach, sei nie, sagte Kai ing
er so glänze ser Leopold
schrift wie idea den Besuch einer solcher Ausstellung – bei nd unterhal
ten worden.“
der insbesondere die Erlösungstat unseres Herrn Jesus Chri-
stus derart lächerlich gemacht wird – auch noch empfiehlt,
macht mich sprachlos! Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Angela Schneider, 35745 Herborn
6 Nachrichten ideaSpektrum 1/2/2009

Koordinierungsrat säkularer Organisationen: 1/3 der Deutschen sind konfessionslos

Jetzt wollen auch Atheisten politisch werden


Atheistische und freidenkerische Organisationen ha- Die bisherigen Mitglieder des Koordinierungsrates der Atheisten
ben einen „Koordinierungsrat säkularer Organisatio- Deutscher Freidenkerverband
nen“ gegründet. Gründungsmitglieder sind elf Verbän- Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften
de, Stiftungen und Akademien, berichtet die Humanistischer Verband Deutschlands
Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Internationaler Bund der Konfessionslosen und Atheisten
(EZW/Berlin) in ihrem Materialdienst. Vorsitzender Jugendweihe Deutschland
des Rates ist der Präsident der Humanistischen Akade- Giordano Bruno Stiftung
mie Deutschland, der Philosoph Frieder Otto Wolf Humanistische Akademie Deutschland
(Berlin). Als stellvertretender Vorsitzender fungiert Stiftung Geistesfreiheit Hamburg
der Politologe Carsten Frerk (Berlin), der zum Kurato-
Stiftung Unitates
rium der Giordano Bruno Stiftung gehört. Frerk sei
Humanismus Stiftung Berlin
durch Publikationen als „polemischer Kirchenkritiker“
Roter Baum Dresden
in Erscheinung getreten, so der Leiter der EZW, Pfar-
rer Reinhard Hempelmann. In einer Resolution zur
Gründung des Koordinierungsrates heißt es: „Mehr als
Das religiöse Deutschland
ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist derzeit kon- Evangelische Orthodoxe
fessionsfrei. Mehr als drei Viertel der Konfessionsfrei- Freikirchen 1,4 Mio.
en orientieren sich an humanistischen Lebensvorstel- 860.000 1,7% Muslime
lungen.“ Diese Menschen hätten bisher keine 1% 3,5 Mio.
Juden 4,2 %
angemessene Interessenvertretung. Der Koordinie- 270.000
rungsrat säkularer Organisationen wolle hier eine 0,3%
Wende herbeiführen.
Atheisten
EZW: Konfessionslose nicht vereinnahmen & Sonstige
Laut Hempelmann ist die Behauptung des Rates,
Katholische 25,9 Mio.
mehr als ein Drittel der Bevölkerung zu vertreten, eine
Kirche 31,5%
„realitätsferne Wunschvorstellung und Vereinnah-
mung“. Zwar gebe es zahlreiche Menschen, die keiner 25,5 Mio.
Religion oder Weltanschauung angehören. „Nur sehr 31% EKD
wenige von ihnen vertreten jedoch die weltanschauli- 24,8 Mio.
chen und ethischen Orientierungen der sogenannten 30,2%
säkularen Organisationen“, so Hempelmann. Konfes-
sionsfreie dürften nicht pauschal als „anonyme Huma-
nisten oder Atheisten“ im Sinne säkularer und freiden- © lideaGrafik 2009

kerischer Verbände angesehen werden.


82,2 Mio. Einwohner

Der EKD-Ratsvorsitzende Huber kritisiert Josef Ackermann: „Das Geld ist zum Gott geworden“

Bischof: Deutsche-Bank-Chef treibt Götzendienst


Unmut bei der Deutschen Bank haben Äußerungen des EKD-Rats- Deutsche Bank: Kritik des Bischofs ist unangebracht
vorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), hervorgerufen. In Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte, das Geldinstitut be-
der Berliner Zeitung hatte Huber Vorstandschef Josef Ackermann trachte die „persönliche Attacke von Bischof Huber“ auf Acker-
(Frankfurt a. M.) vorgeworfen, das überzogene Renditeziel von mann „sowohl in der Sache wie in der Form als unangebracht“.
25% vorgegeben und damit Gewinnvorstellungen Vorschub Bischof Huber erklärte daraufhin, er sei zur Diskussion über
geleistet zu haben, von denen klar sei, dass sie irgendwann zusam- seine Vorwürfe selbstverständlich bereit. Gleichzeitig bekräftig-
menbrechen müssten. Huber sagte, Vorgaben wie die Ackermanns te er aber seine Kritik an Ackermann. „Einzelne herauszugrei-
seien eine „Form des Götzendienstes“, der ihn an den alttestament- fen, ist immer problematisch. Aber je stärker der Einfluss Ein-
lichen „Tanz ums goldene Kalb“ erinnere: „In den aktuellen Zu- zelner ist, desto größer ist auch ihre Verantwortung. Sowohl der
sammenhängen ist das Geld zum Gott geworden.“ Nachhaltige Vorschlag, die zu erwartenden Bonuszahlungen für die Vorstän-
Wertsicherung müsse Vorrang vor dem kurzfristigen Gewinn und de auf die Mitarbeiter der Bank zu verteilen, statt sie zur Min-
der Bezahlung der Bankiers haben. Die Akteure auf dem Finanz- derung des eingetretenen Schadens zu verwenden, als auch das
markt müssten genauso für die Schäden haftbar gemacht werden Renditeziel von 25 % stammen nun einmal von Josef Acker-
können, die sie anrichteten, wie sie von den Gewinnen profitierten. mann.“ Als Vermittler zwischen Kirchen- und Wirtschaftsver-
Er wünsche sich von Managern mehr Bescheidenheit, so Huber. tretern hatte sich Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat
ideaSpektrum 1/2/2009 Worte
Merckle unterstützte die Weitergabe des christlichen Glaubens „Dass Banker, die ihn einst
hofiert hatten und ihn auf
Händen getragen hätten,
Das Ende eines frommen Milliardärs wenn er sie denn gelassen
hätte, Banker, die er in frü-
Er zählte nicht nur zu den er- Firma mit einer Andacht, in deren Ver- heren Jahren bei jedem Wi-
folgreichsten und reichsten Un- lauf 2.800 Mitarbeiter und Gäste das derspruch ignoriert hätte,
ternehmern in Deutschland, son- Vaterunser beteten. 2006 war die Kan- ihm plötzlich kalt sein Le-
dern war – was viele nicht tine von Ratiopharm in Blaubeuren benswerk aus den Händen
wissen – auch ein pietistisch ge- Übertragungsort für die Evangelisation winden wollten, das konnte
prägter Protestant: der Industri- ProChrist. Merckle nahm selbst mit Adolf Merckle wohl nicht
elle Adolf Merckle, dessen Le- seiner Frau Ruth an den Veranstaltun- verstehen, und noch weni-
ben am 5. Januar auf gen teil. 2005 erhielt er aus den Hän- ger konnte er es ertragen.
dramatische Weise endete. Der den des baden-württembergischen Mi- Seine Bitte um eine Landes-
74-Jährige, der durch Verluste nisterpräsidenten Günther H. Oettinger bürgschaft bei Ministerprä-
bei Spekulationen mit VW-Akti- (CDU) das Bundesverdienstkreuz 1. sident Günther Oettinger,
en in Bedrängnis geraten war, stürzte sich in der Klasse. In seinen Firmen habe Merckle vorbild- der ihm 2005 noch das Bun-
Nähe seines Wohnortes Blaubeuren bei Ulm vor liche Formen von familienfreundlichen Arbeits- desverdienstkreuz über-
einen Zug. „Die durch die Finanzkrise verur- zeitmodellen eingeführt, so Oettinger. Merckle reichte, wurde nicht nur ab-
sachte wirtschaftliche Notlage seiner Firmen unterstützte auch zahlreiche soziale Einrich- gewiesen, sondern als
und die damit verbundenen Unsicherheiten der tungen, darunter das Christliche Jugenddorf- unverschämter Bittgang ei-
letzten Wochen sowie die Ohnmacht, nicht werk Deutschlands und die Initiative für Ju- nes Börsenzockers öffent-
mehr handeln zu können, haben den leiden- gendhilfe und Kriminalprävention „Prisma“. lich gemacht.“
schaftlichen Familienunternehmer gebrochen, Der Unternehmer hinterlässt seine Frau Ruth, Die „Stuttgarter Zeitung“
zu den Hintergründen
und er hat sein Leben beendet“, heißt es in einer die von 1990 bis 1998 dem Rat der EKD ange-
der Finanzkrise des
persönlichen Erklärung der Familie. Merckle hörte, drei Söhne und eine Tochter. Unternehmens Merckle
hinterließ einen Abschiedsbrief. Die Unterneh-
men des Milliardärs, darunter der Pharmakon- Bischof: Der Gnade Gottes anbefehlen
zern Ratiopharm und der Baustoffkonzern Hei- Der württembergische Landesbischof Frank „Ich suche nur meinen
delbergCement, beschäftigen mehr als 100.000 Otfried July äußerte sich bestürzt über den Tod Sohn, niemanden sonst.“
Menschen. Der gesamte Jahresumsatz liegt bei Merckles. Er habe den Industriellen und seine Linkspartei-Chef Lothar Bisky
über 30 Milliarden Euro. Familie als Menschen kennengelernt, die ihr (67) auf die Frage der „Bild am
Unternehmen auf christlicher Wertebasis füh- Sonntag“, ob er nach dem
Bibelworte für die Mitarbeiter ren, sagte July dem Evangelischen Presse- plötzlichen Tod seines 23-
Die Familie Merckle ist überzeugt, dass die dienst. Er nannte es tragisch, dass die Merckle- jährigen Sohnes (Ursache noch
christliche Botschaft auch an den Arbeitsplatz Gruppe in geschäftliche Abgründe geraten sei unbekannt) jetzt die
gehört. 2002 stellte das Unternehmen eine Be- und der Firmenchef offenbar keinen anderen Zwiesprache mit Gott suche.
Bisky weiter: „Er war ein
triebsseelsorgerin ein, um den Mitarbeitern auch Ausweg aus dieser Situation gesehen habe. großer Darwin-Fan und hat
bei privaten Problemen zu helfen. Die Einwei- „Wir können ihn nur der Gnade Gottes anbe- immer zu mir gesagt: Dad, wir
hung einer Produktionsanlage 2002 verband die fehlen“, so der Bischof. beide müssen auf dem
Komposthaufen beerdigt
werden, damit die Natur
uns als Rohstoff
Frank-Walter Steinmeier angeboten. Er schlug vor, Bi- wiederbekommt.“
schöfe und einige führende Manager zum Gespräch zu
sich einzuladen. Allerdings stieß dieser Vorschlag bis- „Johannes Mario Simmel
her auf wenig Resonanz. hatte keine Hoffnung mehr.
Nicht für sich, nicht für die
Welt. ‚Wir gehören weg’, hat
er gesagt. Und dass die Men-
schen ein entsetzlicher Irr-
läufer der Geschichte seien.
Sein Leben lang habe er in
den Wind gesprochen und in
den Sand geschrieben. Nur
auf den Tod hat er sich noch
gefreut. Und er wusste: Es
wird nichts bleiben.“
Die Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung über den
DAS VERHALTEN des Chefs der Schriftsteller, der 75 Millionen
Deutschen Bank, Ackermann, Bücher verkauft hat und am 1.
nutzten die Sozialisten bereits Januar im Alter von 84 Jahren
2004 zur Wahlwerbung. in der Schweiz starb.

Fotos: dpa
8 Nachrichten ideaSpektrum 1/2/2009

Streit um Kritik: Jetzt gab es ein Gespräch zwischen Allianz und Bundeszentrale

Der Kritiker der Evangelikalen rudert zurück


genüber idea. Bei Minderheiten aufgestachelt worden,
dem Treffen kriti- was einen Verstoß gegen mehrere
sierte Steeb Krü- Paragrafen im Strafgesetzbuch na-
gers Entschuldi- helege, insbesondere Volksverhet-
gung als zung, Verleumdung und Beleidi-
halbherzig, weil gung, und damit den öffentlichen
In dieser Zeitung Die Debatte um die Kritik an den sich die von ihm geäußerte Distan- Frieden massiv störe. Der Vorsitzen-
für 20.000 Schu- deutschen Evangelikalen in einer zierung nur auf den Artikel in „Q- de, der CDU-Bundestagsabgeordne-
len in Deutsch- staatlich finanzierten Publikation rage“ und nicht auch auf sein Emp- te Ernst-Reinhard Beck, und sein
land gibt es dauert an. In der Kritik steht der fehlungsschreiben bezogen habe. Stellvertreter Dieter Grasedieck
schwere Vorwür- Präsident der Bundeszentrale für Krüger habe erwidert, dass er mit (SPD) erwarten von Krüger eine
fe gegen die
politische Bildung, Thomas Krü- seiner Entschuldigung auch das Be- „Distanzierung ohne Wenn und
evangelikale Be-
wegung
ger (Bonn). In einem von der Ein- gleitschreiben an die Schulen zu- Aber“ sowie eine ausführliche Rich-
richtung unterstützten Schülerma- rückgenommen habe und damit auch tigstellung.
gazin, von dem eine Million die parallele Verwendung der Begrif-
Exemplare an 20.000 Schulen ver- fe „Evangelikale“ und Islamisten“. Kritik von links: Eingeknickt
teilt wurden, hatte es über den Ju- Auch linksorientierte Medien,
gendkongress „Christival“ gehei- Wiedergutmachung durch die massive Vorwürfe gegen Evan-
ßen, Evangelikale verbreiteten neue Publikation? gelikale erheben, kritisierten Krü-
„erzkonservative, zum Teil verfas- Steeb schlug in dem Gespräch ger – aber aus anderem Grund.
sungsfeindliche Ideologien“. In ei- vor, dass die Bundeszentrale für Dieser rudere unter Druck zurück,
nem Empfehlungsschreiben für das politische Bildung zeitnah eine Pu- hieß es bei „Spiegel Online“. Sein
Magazin äußerte Krüger: „In der blikation herausgibt, in der diffe- Rückzug sei eine Reaktion „auf das
Zeitung finden sich interessante In- renziert dargestellt werden soll, was Wüten einer einflussreichen Lobby
formationen, wie islamistische und Christsein in einer demokratischen evangelikaler Gruppen, die Prinzi-
evangelikale Gruppen, die wichtige Gesellschaft bedeutet. Krüger habe pien eines fairen und demokrati-
Freiheitsrechte infrage stellen, Ju- zugestimmt. Dieser erklärte gegen- schen Meinungsstreits infrage stel-
gendliche umwerben.“ Diese An- über der links-alternativen „tages- len“, zitiert das Magazin den
griffe lösten bei der Deutschen zeitung“ (taz) über das Gespräch Koordinator von „Q-rage“, Eber-
Evangelischen Allianz Entrüstung mit Steeb: „Wir haben darüber ge- hard Seidel. Die linke „tageszei-
aus und stießen auch unter Parla- redet, wie man dem Wunsch nach tung“ (taz), die zu den Unterstüt-
Der Verantwortli-
che für die Kritik
mentariern auf Kritik. Daraufhin mehr Differenzierung Rechnung zern der Zeitschrift gehört, wirft
an den Evangeli- distanzierte sich Krüger von dem tragen kann.“ Eine eigene Publika- der Bundeszentrale vor, vor den
kalen, der Präsi- Artikel und erklärte, eine Gleich- tion der Bundeszentrale sei eine Evangelikalen eingeknickt zu sein.
dent der deut- setzung der evangelikalen Bewe- Möglichkeit. Darüber müsse deren Krüger habe einen „Kotau“ (Knie-
schen Bundes- gung mit dem christlichen Funda- Kuratorium im Laufe des Januar fall) vollführt, der Evangelikale er-
zentrale für poli- mentalismus sei unangemessen und entscheiden. muntern werde, ihren Einfluss in
tische Bildung, nicht zutreffend. Zu seinem Emp- Staat, Politik und an den Schulen
Thomas Krü- fehlungsschreiben erklärte Krüger, Dienstaufsichtsbeschwerde weiter auszudehnen. Dabei sei es
ger, und der Ge- wenn dadurch der Eindruck ent- Dennoch steht Krüger weiter in „aus Sicht von Experten freilich
neralsekretär der standen sein sollte, „die in dem Ar- der Kritik. Die Kirchliche Samm- völlig unstrittig, dass es innerhalb
ihn deshalb kriti-
tikel dargelegte Position werde von lung um Bibel und Bekenntnis in der evangelikalen Bewegung auch
sierenden Deut-
schen Evangeli-
mir oder der Bundeszentrale für Bayern reichte eine Dienstaufsichts- in Deutschland einen fundamenta-
schen Alianz, politische Bildung geteilt, so be- beschwerde gegen ihn ein. In einem listischen Kern gibt“. Als Kronzeu-
Hartmut daure ich das sehr und entschuldige Schreiben an Bundesinnenminister gin wird die Weltanschauungsbe-
Steeb, trafen mich ausdrücklich“. Wolfgang Schäuble (CDU) wirft die auftragte der evangelischen
sich zum Ge- theologisch konservative Organisa- Landeskirche in Württemberg, An-
spräch. Entschuldigung „halbherzig“ tion Krüger vor, gegen das Ziel der nette Kick, genannt, die rund
Im Streit zwischen der Evangeli- Bundeszentrale verstoßen zu haben, 300.000 Evangelikale in Deutsch-
schen Allianz und der Bundeszentra- die Entwicklung eines sich auf De- land als Fundamentalisten bezeich-
le für politische Bildung zeichnet mokratie, Toleranz und Pluralismus ne. Die sozialistische Tageszeitung
sich unterdessen eine Annäherung gründenden Bewusstseins zu för- „Neues Deutschland“ schrieb in ei-
ab. Am 23. Dezember trafen sich dern. Er habe einen Artikel in der nem Beitrag unter der Überschrift
Krüger und der Generalsekretär der Zeitschrift „Q-rage“ empfohlen, in „Leben wir denn in einem Kirchen-
Deutschen Evangelischen Allianz, dem behauptet wird, Evangelikale staat?“, kirchenkritische Kreise
Hartmut Steeb, in Stuttgart zu ei- verbreiteten „erzkonservative, zum werteten die Distanzierung von
nem Gespräch. Es sei „in guter At- Teil verfassungsfeindliche Ideologi- dem „Q-rage“-Artikel als „Kniefall
mosphäre“ verlaufen, sagte Steeb ge- en“. Damit sei zum Hass gegen vor rechten Christen“.
Fotos: PR, idea/Kretschel
ideaSpektrum 1/2/2009
Nachrichten 9

„Aktion Gemeinsinn“: Gedenkstätten besuchen und Zeitzeugen zu Vorträgen einladen

Prominente in Ost & West fordern eine


gesamtdeutsche Aufarbeitung der SED-Diktatur
Für eine angemessene Aufarbeitung Studie: Freude über Einheit bald man die Menschen nach einzel-
der SED-Diktatur setzen sich anläss- weitgehend verflogen nen Bereichen, wie Freiheitsrechten,
lich des 20-jährigen Jubiläums der Wie wichtig eine gemeinsame Gesundheitssystem oder Infrastruk-
friedlichen Revolution zahlreiche Aufarbeitung der jüngeren deut- tur befrage, fielen die Ergebnisse
prominente Vertreter aus Politik, schen Geschichte ist, zeigt eine von weit schlechter aus. Die Umfragen
Kirche und Wirtschaft ein. Persön- der „Berliner Zeitung“ in Auftrag zeigten aber, dass die Anstrengun-
lichkeiten wie der frühere Beauf- gegebene Umfrage. Demnach ist gen, die Erinnerung an die alltägliche
tragte für Stasi-Unterlagen, die Freude über die Wiedervereini- Wirklichkeit wachzuhalten, verstärkt
Joachim Gauck, gehören ebenso zu gung fast 20 Jahre nach dem Fall werden müssen. HAACK
den Unterstützern der „Aktion Ge- der Mauer bei vielen Deutschen
meinsinn e.V.“ (Bonn), die unter verflogen. Viele der rund 1.000 Be- Bischof: Erinnerung schärfen
der Schirmherrschaft von Bundes- fragten in Ost und West zeigten Der mecklenburgische Bischof,
präsident Horst Köhler steht, wie sich von den Entwicklungen seit Andreas von Maltzahn (Schwe-
der frühere bayerische Synodenprä- 1989 enttäuscht (siehe Kasten). rin), sagte in seiner Neujahrsbot-
sident, Bundesminister a. D. schaft, es gebe keinen Grund, das
Dieter Haack (SPD), oder der Prä- Thüringen: Für Sozialismus? Gesellschaftssystem der DDR nos-
sident des Instituts für Wirtschafts- In Thüringen sprachen sich bei ei- talgisch zu verklären. Diese Dikta-
forschung Halle, Prof. Ulrich Blum. ner Umfrage 22% der 1.000 Befrag- tur habe ihre Bürger bevormundet
Auch von kirchlicher Seite haben ten für eine Rückkehr zum Sozialis- und viele von ihnen mit einem
sich zahlreiche ranghohe Vertreter mus aus; 2007 waren es 16%. Mehr Heer von Spitzeln ausspioniert. Im EPPELMANN
hinter die Aktion gestellt, u. a. Rai- als die Hälfte (53%) konnten der Jubiläumsjahr gelte es, die Erinne-
ner Eppelmann, der frühere thü- DDR im Rückblick mehr gute als rung zu schärfen. Ehrliches Erin-
ringische Landesbischof Werner schlechte Seiten abgewinnen. Und nern sollte immun machen gegen
Leich, der Theologieprofessor rund ein Drittel der Befragten (33%) Parolen, die scheinbar einfache Lö-
Eberhard Jüngel, der Präsident war der Ansicht, die deutsche Wie- sungen propagieren. Mit Proble-
des Zentralkomitees der deutschen dervereinigung habe für Ostdeutsch- men wie wachsender Armut und
Katholiken, Prof. Hans-Joachim land mehr Nachteile als Vorteile ge- ungleichen Bildungschancen dürfe
Meyer, der Bevollmächtigte des bracht. Angesichts dieser Ergebnisse man sich nicht abfinden. Zu Recht
Rates der EKD bei der Bundesrepu- verweist die Beauftragte für Stasi- könne man von Politikern erwar-
blik und der EU, Prälat Stephan Unterlagen beim Freistaat Thürin- ten, für Gerechtigkeit zu sorgen,
Reimers, sowie die Pröpstin der gen, Hildigund Neubert, darauf, dass doch liege es auch an der Beteili- JÜNGEL
Evangelischen Kirche Berlin-Bran- die Sehnsucht nach der DDR sehr gung von Bürgern, wie sich die Ge-
denburg-schlesische Oberlau- diffus sei. So- sellschaft entwickle.
DER KOPF DER ANZEIGE:
sitz, Friederike von Kirchbach.
Die „Aktion Gemeinsinn“
wirbt dafür, das Jubiläumsjahr
2009 in Ost und West dafür zu
nutzen, um mehr übereinander zu Wie steht es um die deutsche Einheit?
erfahren. Besonders die Kenntnisse
1989 erwarteten eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse:
junger Leute seien erschreckend ge-
ring. 40 Jahre getrennte Geschichte 71% der Ostdeutschen und 52% der Westdeutschen
in Ost und West müssten deshalb Das ist eingetreten, sagen heute: REIMERS
endlich zu einem gemeinsam erar- 46% der Ostdeutschen und 40% der Westdeutschen
beiteten Geschichtsbild zusammen-
wachsen. Es gebe zahlreiche Mög- Nicht zufrieden mit dem politischen System in Deutschland sind:
lichkeiten, sich vor Ort für dieses 67% der Ostdeutschen und 53% der Westdeutschen
Anliegen zu engagieren, beispiels- Die Korruption hat seit 1989 zugenommen, glauben:
weise durch Besuche der Gedenk- 60% der Ost- und Westdeutschen
stätte Hohenschönhausen, durch
Gespräche mit Zeitzeugen oder In der DDR ging es den Menschen besser als heute, sagen:
durch Appelle an Schulen und in 25% der Ostdeutschen
Vereinen, das Thema ausführlicher Ich gehöre zu den Gewinnern der deutschen Einheit, sagen:
zu behandeln, heißt es in der Anzei-
39% der Ostdeutschen VON MALTZAHN
ge des Vereins.
Fotos: ideaBild, idea/Kretschel, PR (2), dpa, Godong
10 Nachrichten ideaSpektrum 1/2/2009

Deutsche Evangelische Allianz: Wir fühlen uns dem Ministerpräsidenten verbunden

Evangelische Allianz: Betet für Althaus!


Nach dem Skiunfall des thüringischen Ministerpräsi-
denten Dieter Althaus (CDU) am Neujahrstag hat die
Evangelische Allianz zum Gebet für ihn aufgerufen.
Der Politiker war am 1. Januar auf einer Skipiste in
Österreich mit einer 41-jährigen in den USA lebenden
Slowakin kollidiert; die Frau war noch auf dem Trans-
port ins Krankenhaus gestorben. Althaus überlebte den
Zusammenprall wahrscheinlich nur, weil er einen Helm
getragen hatte. Wegen Hirnblutungen hatten ihn die
Ärzte zunächst allerdings in ein künstliches Koma ver-
setzt. Wie Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb
(Stuttgart) schrieb, fühle sich die Allianz Althaus in be-
sonderer Weise verbunden. Er sei nicht nur Ministerprä-
sident des Freistaats Thüringen, wo die Allianz ihren Politikers gut. Was ihm dabei helfen könnte, ist sein
Sitz in Bad Blankenburg habe. „Ministerpräsident Alt- Glaube. Immer wieder hat sich der fromme Katholik
haus war verschiedentlich bei uns und hat uns immer auch öffentlich zu seinem christlichen Glauben be-
wieder seiner Verbundenheit mit der Evangelischen Al- kannt. In einem Interview kurz vor seinem Unfall hat-
lianz und dem Evangelischen Allianzhaus in Bad Blan- te er auf die Frage, was Hoffnung in seinem Leben
kenburg versichert.“ Steeb rief alle der Allianz verbun- heiße, geantwortet: „Hoffnung heißt für mich vor al-
denen Christen zum Gebet für den Politiker, seine lem, dass ich nicht alles von mir persönlich und von
Familie, die behandelnden Ärzte wie auch die Angehö- der aktuellen Situation abhängig mache, sondern
rigen der ums Leben gekommenen Mutter auf. mich auch auf das Leben und die Veränderung einlas-
se und gewiss bin, dass ich nicht allein zuständig bin,
Althaus: Durch den Glauben getragen sondern auch durch den katholischen Glauben getra-
Althaus haben die Ärzte mittlerweile aus dem gen in einer größeren Hoffnung eingewoben bin. Das
künstlichen Koma geholt. Ihren Angaben zufolge ste- gibt mir Gelassenheit und auch den Mut, mich auf
hen die Chancen auf eine vollständige Genesung des Neues einzulassen.“

Saarland: Evangelischer Superintendent lud den Mitvorsitzenden der Linkspartei ein

Lafontaine auf der Kanzel – das gibt Ärger


Oskar Lafontaine, Mitvorsitzender die Behandlung der Arbeit als Ware ge-
der hauptsächlich aus ehemaligen SED- wünscht. Laut Lafontaine hat Deutsch-
Mitgliedern bestehenden Partei „Die land inzwischen den größten Niedrig-
Linke“ und ihrer Bundestagsfraktion, lohnsektor aller Industriestaaten.
hat in der evangelischen Stadtkirche St.
Wendel (Saarland) eine politische Kan- Kritik von CDU-Politikern
zelrede gehalten. Auf Einladung des Die Einladung Lafontaines war im
Superintendenten des Kirchenkreises Vorfeld heftig kritisiert worden. So
St. Wendel, Gerhard Koepke, setzte hatten u. a. die CDU-Bundestagsab-
sich Lafontaine in seiner Rede mit der geordneten Anette Hübinger (Saar-
Jahreslosung („Was bei den Menschen brücken) und Hermann-Josef Scharf
unmöglich ist, das ist bei Gott mög- (Oberthal bei Saarbrücken) darauf
lich“) auseinander. Er kritisierte dabei verwiesen, dass unter der Vorgänger-
die Flexibilisierung der Arbeitsverhält- partei der Linkspartei in der DDR –
nisse und die Ökonomisierung aller Le- der SED – die Kirchen gegeißelt wor-
bensbereiche. Zudem beklagte er eine LAFONTAINE IN DER KIRCHE den seien. Die politischen
Werteorientierung in den letzten Jahr- Kanzelreden haben im Kirchenkreis
zehnten, die sich nur am Gewinn ausrichte. Dabei sei je- Tradition: Seit mehr als zehn Jahren werden Politiker
des Maß verloren gegangen. Diese Entwicklung kriti- zu den „Politischen Neujahrsandachten“ auf die Kan-
sierten die Kirchen zu Recht. Die Werte für das zel gebeten. Darunter war im Jahr 1999 der heutige
ökonomische Handeln hätten nur Bestand, wenn sie reli- Ministerpräsident des Saarlands, Peter Müller (CDU),
giös fundiert seien, sagte der Katholik. Von den Kirchen und 2005 der saarländische Partei- und Fraktionsvor-
hätte er sich allerdings schon zeitiger Widerstand gegen sitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Hubert Ulrich.
Foto oben: dpa, unten: Bildmaschine
ideaSpektrum 1/2/2009
Nachrichten 11

Analyse: Weder wurde ein Riesenkaninchen entdeckt, noch besuchten Außerirdische die Erde

Astrologen & Hellseher irrten sich auch 2008 „total“


„Voll daneben“ – mit diesen Worten kann ka Geiger sowie die Wahrsagerin Sofia britischen Wahrsagern und Kartenlegern
man die Vorhersagen von Astrologen, Sahir setzten zu Jahresbeginn auf den sei es nicht einmal gelungen, eine sie
Wahrsagern und Hellsehern für das Jahr Weltmeister Italien. Sie irrten sich ebenso selbst betreffende Gesetzesänderung vor-
2008 zusammenfassen. Das zeigt eine wie die Kartenlegerin Sabine Krause (sie herzusehen. Seit Mitte vergangenen Jah-
Auswertung der Gesellschaft zur wissen- tippte auf Tschechien), der Astrologe Ge- res muss in Großbritannien jeder, der ge-
schaftlichen Untersuchung von Parawis- org Stockhorst (Deutschland oder Grie- gen Geld die Zukunft voraussagt, seinen
senschaften (Roßdorf bei Darmstadt). Die chenland) und Lucia Francia – sie gilt als Kunden vorher mitteilen, dass seine
Bilanz der selbst ernannten Zukunftsex- Mutter der modernen Hexen –, die die Dienste „lediglich zu Unterhaltungszwek-
perten sei „katastrophal“, heißt es in einer Türkei als Sieger sah. Am Ende trium- ken dienen und bisher experimentell nicht
Mitteilung der Gesellschaft. Weder gab es phierte Spanien. Auch Heiratsprognosen nachzuweisen sind“.
einen Anschlag auf US-Präsident George zu Prominenten trafen nicht ein. So liefen
W. Bush – wie ihn die österreichische weder Fürst Albert II. von Monaco (pro- Ausreden bei Fehlprognosen
Hellseherin Rosalinde Haller und die ka- phezeit von Elisabeth Tessier und Nikki Werden Astrologen mit ihren Fehlpro-
nadische Wahrsagerin Nikki Pezaro pro- Pezaro), der britische gnosen konfrontiert,
gnostiziert hatten –, noch verweisen sie häufig
besuchten Außerirdi- darauf, dass sich nur
sche die Erde. Das hat- eine Minderheit ihrer

IST ENTGEGEN PROGNOSEN NOCH HABEN DIE EM NICHT GEWONNEN: Die deutsche Na- ER ERLEBTE KEIN ATTENTAT:
LEDIG: Fürst Albert von Monaco tionalelf nach der 0:1-Niederlage gegen Spanien US-Präsident George W. Bush

te das australische Medium Blossom Thronfolger Prinz William (Sofia Sahir) Zunft auf das dünne Eis der Zukunftsspe-
Goodchild für den 14. Oktober prophe- noch Ex-Beatle Paul McCartney (Pezaro) kulationen wagt. Sie selbst benutzten die
zeit. Mehrere angekündigte Weltunter- in den Hafen der Ehe ein. Die Sängerin Sterndeutung nur für die Analyse von
gänge – zum Teil tagesgenau datiert – Britney Spears nahm sich auch nicht das Charaktermerkmalen. Für den Skeptiker
blieben ebenfalls aus. Pezaros Prognosen Leben, wie Wahrsager Antonio Vazquez Kunkel ist das nicht mehr als eine Ausre-
waren teilweise besonders skurril: So hat- Alba angekündigt hatte. de: „Wissenschaftliche Untersuchungen
te sie vorhergesagt, dass in der südengli- haben gezeigt, dass Astrologen nicht ein-
schen Grafschaft Surrey ein Riesenkanin- Katastrophenprognosen so sinn- mal offensichtlichste Charaktermerkmale
chen entdeckt würde. voll wie: abends wird es dunkel aus den Horoskopdaten bestimmen kön-
Die Zukunftsdeuter sagten auch eine nen und dass Horoskopleser ihr eigenes
Fußball-Europameisterschaft: Reihe von Naturkatastrophen vorher. nicht von dem einer anderen Person un-
Keine „Treffer“ der Astrologen „Katastrophenprognosen sind der absolu- terscheiden können.“ Die Gesellschaft
Auch bei der Frage, wer Fußball-Euro- te Klassiker“, so der Mathematiker Mar- zur wissenschaftlichen Untersuchung von
pameister wird, lagen die Zukunftsdeuter tin Kunkel, der diese Prophezeiungen seit Parawissenschaften (GWUP) wendet sich
durchweg falsch: Der Astrologe Wolf- vielen Jahren auswertet. „Jedes Jahr sorgt gegen pseudowissenschaftliche Behaup-
gang Scheer war sich sicher: „Nur ein der Monsun für Hochwasser in Indien tungen und esoterische Heilslehren. Sie
Eingriff von außen wie ein Anschlag oder und Bangladesch, Japan liegt bekanntlich möchte durch fundierte Informationen die
ähnliches“ könne den Erfolg der deut- in einer Region, in der die Erde sehr häu- Anfälligkeit für solche Vorstellungen ab-
schen Mannschaft verhindern. Die Man- fig bebt, und in Kalifornien gibt es all- bauen. Die GWUP unterhält dazu in Roß-
nen um Bundestrainer Joachim Löw ge- jährlich Waldbrände.“ Vorhersagen sol- dorf bei Darmstadt das „Zentrum für Wis-
wannen trotzdem nicht, und auch ein cher Vorkommnisse seien „so sinnvoll senschaft und kritisches Denken“, dessen
Anschlag blieb glücklicherweise aus. Die wie die Prophezeiung einer drohenden Hilfe in Sachen Parawissenschaften jeder
Astrologen Hans Jürgen Butz und Moni- Dunkelheit in den Abendstunden“. Den in Anspruch nehmen kann.
Fotos oben: dpa, unten: NOKIAMISSIO
12 Nachrichten ideaSpektrum 1/2/2009

Atheisten klagen dagegen, dass bei der Einführung des neuen US-Präsidenten gebetet wird

Auch Obama will mit Gebet und Segen beginnen


Wenn US-Präsidenten ihr Amt und Anrufung Gottes gegen die in man Rights Campaign (Menschen-
antreten, geschieht dies traditio- der Verfassung verankerte Tren- rechtskampagne), die für Schwule,
nell mit Gebet. Der künftige Präsi- nung von Kirche und Staat. Initia- Lesben, Bisexuelle und Transse-
dent Barack Obama hat sich ent- tor ist der Kalifornier Michael A. xuelle eintritt, kritisierte Obama
schieden, dass bei seiner Newdow, der bereits 2001 und scharf. Indem er Warren zur Mit-
Amtseinführung am 20. Januar in 2005 bei den Amtseinführungen wirkung bei seiner Amtseinfüh-
Washington der Baptistenpastor von Präsident George W. Bush rung einlade, habe er sein Image
und Bestsellerautor Rick Warren vergeblich gegen Gebete und die befleckt.
BARACK OBAMA das Fürbittegebet und der schwar- Anrufung Gottes geklagt hatte.
ze Methodist und Bürgerrechtler Seit 1950 sprach Billy
Joseph E. Lowery den Segen Rick Warren erregt Anstoß Graham meist das Gebet
sprechen. Dagegen gibt es nun bei der Homo-Bewegung Der 87-jährige schwarze Pastor
Widerspruch: Atheisten wollen die Unmut bei Linksliberalen und Lowery, der den Segen über
religiösen Elemente bei der Ein- der Homosexuellen-Bewegung hat Obama sprechen soll, war ein Weg-
führung des neuen Präsidenten ge- Obama bereits zuvor wegen seiner gefährte des Bürgerrechtlers Martin
richtlich verhindern. Sie stoßen Einladung an Warren erregt. Der Luther King (1929-1968) und hat
sich an der Bekräftigung des Pastor leitet die 20.000 Mitglieder sich im jüngsten Präsidentschafts-
Amtseids mit der Formel „So zählende baptistische Saddleback- wahlkampf stark für Obama enga-
RICK WARREN wahr mir Gott helfe“ sowie an Gemeinde in Lake Forest (Bun- giert. Seit dem Zweiten Weltkrieg
Fürbitte und Segen für den neuen desstaat Kalifornien) und ist Autor hat meist der Evangelist Billy Gra-
Regierungschef. Deshalb haben 18 des 20 Millionen Mal verkauften ham (90) das Gebet bei Amtsein-
Atheisten und zehn Interessen- Buchs „Leben mit Vision“. In ei- führungen von US-Präsidenten ge-
gruppen Klage gegen den Obers- nigen ethischen Fragen liegt er mit sprochen. 2001 und 2005 konnte er
ten Verfassungsrichter John G. Obama über Kreuz. So hat sich aus Gesundheitsgründen nicht bei
Roberts sowie die Pastoren War- Warren gegen die Einführung der der Zeremonie für Präsident Bush
ren und Lowery beantragt. Roberts „Homo-Ehe“ in seinem Bundes- mitwirken. Er wurde 2001 durch
wird Obama den Amtseid abneh- staat starkgemacht. Der 54-Jährige seinen Sohn Franklin und 2005
men. Wie die Zeitung „Washing- vertritt auch in der Abtreibungs- vom Hauptpastor der anglikani-
JOSEPH E.
ton Post“ berichtet, verstoßen nach frage eine konservativere Meinung schen St.-Johannes-Kirche in Wa-
LOWERY
Ansicht der Kläger Gebet, Segen als Obama. Die Organisation Hu- shington, Luis Leon, vertreten.

Indien: Christliche Minderheit erlebte – unerwartet – friedliches Weihnachtsfest

Polizei verhindert Übergriffe auf Christen


Mit Furcht und Zittern sahen indi- schraubern. Sie verhinderten Über- tens 730 Häuser von Christen und
sche Christen besonders im Bun- 95 Kirchen niedergebrannt. Die
griffe militanter Hindus auf Christen.
desstaat Orissa Weihnachten entge- Viele Kirchen hatten aus Sorge um letzten Unruhen waren am 24. Au-
gen, waren doch in den Wochen die Sicherheit öffentliche Weih- gust nach der Ermordung des ex-
zuvor bei Übergriffen militanter nachtsanspiele abgesagt. Die zahlen-tremistischen Hindu-Führers und
Hindus rund 200 Christen ermor- mäßig größten Feiern der Geburt Christengegners Swami Laxma-
det, 18.000 verletzt und 53.000 Jesu Christi fanden in den vom Staatnananda Saraswati ausgebrochen
vertrieben worden. Tatsächlich eingerichteten Flüchtlingslagern und griffen auch auf andere Bun-
konnten sie dann ein friedliches statt. Mehr als 10.000 Christen wa- desstaaten über. Zu dem Attentat
Weihnachtsfest erleben – dank ren nach Übergriffen im August dort-hat sich die verbotene „Kommunis-
strenger Sicherheitsvorkehrungen hin geflüchtet. Im Distrikt Kandha- tische Partei Indiens – Maoisten“
der um das internationale Image In- mal sind 80 % der Christen aus ihrenbekannt. Hindu-Extremisten ma-
diens besorgten Behörden. Häusern und Dörfern geflohen. Die chen trotzdem Christen für die
meisten Kirchen der Region blieben Bluttat verantwortlich. Saraswati,
Schutz durch Hubschrauber deshalb an Heiligabend leer. lokaler Anführer der Hindu-Bewe-
So hatte die Regierung einen für den gung Vishwa Hindu Parishad
5. Dezember angekündigten Gene- 2007: Ein blutiges Fest (VHP), war seit 40 Jahren Draht-
ralstreik von Hindu-Extremisten un- Im vorigen Jahr hatten Christen in zieher von Übergriffen auf Chris-
tersagt. Die Polizei zeigte in der Öf- dem Bundesstaat ein blutiges ten. Von den 37 Millionen Einwoh-
fentlichkeit starke Präsenz. Dazu Weihnachtsfest erlebt. Damals wur- nern Orissas sind etwa 3%
gehörten auch Einsätze mit Hub- den fünf Pastoren ermordet, mindes- Christen.
Fotos: dpa, AP (2)
ideaSpektrum 1/2/2009
Nachrichten 13

Hilfsorganisationen warnen vor einer humanitären Katastrophe im Gazastreifen

Weltweit wird für Frieden in Israel gebetet


Weltweiten beten Christen dafür, Millionen Bewohnern des Gazast- dimir Pikman, mit. Er lädt auch an-
dass die Kämpfe im Gazastreifen reifens sind etwa 2.500 Mitglied ei- dere Christen ein, sich der Fürbitte
bald beendet werden. Zahlreiche ner Kirche. Das Haus, in dem sich anzuschließen. Gott wisse besser als
Gebetsinitiativen unterstützen die die einzige Baptistengemeinde des alle Politiker, was die richtige Lö-
politischen Bemühungen, einen Gazastreifens befindet, wurde stark sung für den Konflikt sei. Die sich
Waffenstillstand zwischen Israel beschädigt. Viele Fenster seien zer- ausbreitende Krise verstärke auch
und den palästinensischen Macht- brochen, als eine Polizeistation ge- die Gefahr antisemitischer Anschlä-
habern im Gazastreifen zu erzielen. genüber dem Gebäude von einer gen weltweit. Jeschua (Jesus) sei der
Als Reaktion auf deren Raketenan- Rakete getroffen wurde, berichtet
griffe auf Sderot und andere grenz- die Frau des Pastors der Baptisten-
nahe Städte in Israel begann die gemeinde und Leiterin der Palästi-
Armee des jüdischen Staates am nensischen Bibelgesellschaft in
27. Dezember, militärische und po- Gaza, Suhad Massad.
litische Einrichtungen im Gaza-
streifen zu bombardieren. Dabei Appell von 13 Kirchen
und bei der seit dem 3. Januar Unterdessen haben führende Kir-
andauernden Bodenoffensive star- chenvertreter im Heiligen Land die
ben bisher über 500 Menschen, Weltchristenheit aufgerufen, für
darunter viele Angehörige der als eine friedliche Beendigung des
Terrororganisation eingestuften Ha- Konflikts zu beten. „Wir verfolgen
mas-Bewegung. Diese radikal-isla- mit tiefer Betroffenheit, mit Bedau-
mische Partei, die Mitte 2007 die ern und Schock den Krieg, der zur- EINE PRO-ISRAEL DEMONSTRATION in Paris. In
Macht im Gazastreifen übernahm, zeit im Gazastreifen wütet, und in Deutschland soll am 11. Januar u. a. in Berlin und
strebt die Vernichtung Israels an. Konsequenz die Zerstörung, Mord Frankfurt a. M. für Israel demonstriert werden.
und Blutvergießen, ausgerechnet zu „Messias Israels und der Friede-
Weltkirchenrat: Israels Aktion einer Zeit, in der wir Weihnachten fürst“, so Pikman. Er steht der mehr
führt zu noch mehr Gewalt feiern, die Geburt des Königs von als 300 Mitglieder zählenden Ge-
Angesichts zahlreicher zerstörter Liebe und Frieden“, heißt es in der meinde Beit Sar Shalom vor, die der
Häuser, abnehmender Nahrungs- gemeinsamen Erklärung von Patri- Berliner Evangelischen Allianz an-
mittel und katastrophaler Verhält- archen, Oberhäuptern und Bischö- gehört und unter anderem ein jü-
nisse in den Krankenhäusern for- fen von 13 Konfessionen. disch-messianisches Zentrum unter-
dern internationale Organisationen hält. In Berlin findet am 11. Januar
einen sofortigen Waffenstillstand. Rheinischer Präses: Betet! eine Solidaritätskundgebung mit Is-
Einige Organisationen verlangen, In Deutschland hat der Präses der rael statt. Sie sei kein Aufruf zum
dass Israel seine Militäraktionen Evangelischen Kirche im Rhein- Führen eines Krieges, sondern un-
umgehend beende und an den Ver- land, Nikolaus Schneider (Düssel- terstütze das Selbstverteidigungs-
handlungstisch zurückkehre. Nach dorf), zum Gebet für die Menschen recht Israels, heißt es in der Ankün-
Ansicht des Generalsekretärs des im Gazastreifen und in Israel aufge-
Weltkirchenrates, Samuel Kobia rufen. „Das neuerliche Blutvergie-
(Genf), führen die israelischen Ak- ßen im Nahen Osten in der Ausein-
tionen nur zu noch mehr Gewalt. andersetzung zwischen Israel und
Andere Organisationen erwarten Palästina schreit zum Himmel: Es
von der Hamas, ihre andauernden schreit nach dem Geist Gottes, der
Raketenangriffe auf Israel einzu- Wege zum Frieden weist.“ Die Für-
stellen, damit es zu ernsthaften bitte gelte den Israelis und Palästi-
Friedensverhandlungen kommen nensern gleichermaßen.
könne. Hilfsorganisationen warnen
vor einer humanitären Katastrophe. Judenchristen: 3 Wochen
Israel hat inzwischen eine zeitlich lang Gebet um Frieden
begrenzte Öffnung der Grenzen zu- Das jüdisch-messianische Missi-
gesagt, damit Lastwagen Hilfsgüter onswerk Beit Sar Shalom (Berlin)
zu den leidenden Menschen bringen hat eine Gebetsbrücke für Frieden in
EINE DEMONSTRATION gegen den Militärschlag
können. Israel gestartet. In den nächsten drei
Israels am 3. Januar in Düsseldorf.
Wochen wollen die an den Messias
Baptistenhaus beschädigt Jesus glaubenden Juden täglich um digung. Es werde auf die
Auch die Christen in der Krisen- 9 und um 21 Uhr deutscher Zeit für Kriegsopfer auf beiden Seiten hin-
region setzen sich für einen soforti- Frieden im Krisengebiet beten, teilte gewiesen. (Ab 14 Uhr auf dem Ber-
gen Frieden ein. Von den rund 1,5 der Leiter des Missionswerks, Wla- liner Breitscheidplatz)
14 Nachrichten ideaSpektrum 1/2/2009

Die Evangelisation vom 29. März bis 5. April ist auch im privaten Rahmen möglich

ProChrist im Wohnzimmer – dank „ERF Medien“


Eine ProChrist-Evangelisation muss kei- ProChrist vorzusehen, sondern die ganze
ne Großveranstaltung sein. Man kann sie Woche. Die Erfahrung zeige, dass von
auch im Wohnzimmer mit Freunden und Abend zu Abend Vertrauen und Verständ-
Bekannten durchführen. Eine solche nis wüchsen. Hauskreise sollten sich
Hauskreis-Evangelisation biete sich dort formlos mit einer E-Mail an hauskreis@
an, wo kein Übertragungsort in der Nähe prochrist.de anmelden oder telefonisch
sei, teilt ProChrist-Geschäftsführer Mi- Kontakt aufnehmen (0561-937790). Dort
chael Klitzke (Kassel) mit. Die nächste könne man auch das Materialpaket „Pro-
ProChrist-Evangelisation wird vom 29. Christ im Hauskreis“ zum Sonderpreis
März bis 5. April von Chemnitz aus an Da ERF Medien (Evangeliums-Rund- von 15 Euro bestellen. Ein aufwendiges
über 1.000 Veranstaltungsorte in Europa funk) die Veranstaltungen über seinen di- Rahmenprogramm sei in Hauskreisen
übertragen. Aber es gibt noch weiße Fle- gitalen Medienkanal „ERF Eins“ erst- nicht nötig. Wichtig sei vielmehr eine
cken auf der ProChrist-Landkarte, so mals live überträgt, könnten auch gastfreundliche und offene Atmosphäre.
Klitzke, und dort könnten sich missiona- Einzelpersonen und Hauskreise Pro- Wenn allerdings ProChrist in der Nähe
risch ausgerichtete Hauskreise beteiligen. Christ zu Hause erleben. Wichtig für öffentlich veranstaltet werde, sollten
Der technische Aufwand sei sehr gering. Hauskreise sei, nicht nur einen Abend für Hauskreise diese Treffen besuchen.

Internationale Bekennende Gemeinschaften: Was Gottes Dreieinigkeit bedeutet


Die Bedeutung der Dreieinigkeit Gottes – Vater, Denkschrift „Unser trinitarischer Glaube“ dar, die als


Sohn und Heiliger Geist – für den christlichen Glau- Sonderausgabe der Zeitschrift Diakrisis im August er-
ben hebt die Internationale Konferenz Bekennender schienen war. Die Denkschrift und das acht Seiten
Gemeinschaften hervor. Zum Weihnachtsfest veröf- umfassende Faltblatt sollen einen Beitrag zur Neube-
Institut Diakrisis fentlichte sie eine Trinitarische Bekenntniserklärung. sinnung auf das „von vielen Christen kaum mehr ver-
Schulstr. 1 Gerade Christi jungfräuliche Geburt stelle ein heilsge- standene“ altkirchliche Bekenntnis zu Gott, dem Drei-
D-72810 schichtliches Ereignis dar, an dem alle drei Personen einen, leisten. Es sei für eine weite Verbreitung
Gomaringen der göttlichen Dreieinigkeit beteiligt waren. Das Do- bestimmt und eigne sich zum Gebrauch im Religions-
Fax: 07072- kument wurde auf einer Klausurtagung in der Advents- und Konfirmandenunterricht, in der Männer-, Frauen-
920344, E-Mail: zeit in Gomaringen bei Reutlingen verabschiedet. Es und Jugendarbeit der Gemeinden sowie in Hausbibel-
Institut-Diakri- stelle eine prägnante und allgemeinverständliche Zu- kreisen. Das Institut Diakrisis in Gomaringen gibt das
sis@t-online.de sammenfassung der ausführlicheren Rothenburger Faltblatt (auf Spendenbasis) ab.

FERNSEHEN
Fr., 9. Januar Sonntag, 11. Januar Mo., 12. Januar Di., 13. Januar
SWR Das Vierte WDR ZDF ERF eins ZDF
22.00-23.30: Nachtcafé: 9.00–9.30: Bibelstunde 16.25–16.55: Pfarrer 18.30–19.00: Karten, 18.00–18.30: Wert(h)e 22.15–22.45: 37 Grad:
In guten wie in schlech- mit Pastor Bayless Conley kontra Kardinal. Der Pendel, Horoskope. Gäste mit Hans-Georg Wunschkind von der
ten Tagen? Gesprächs- 9.30–10.00: „Der Kampf Konflikt in Meckenheim Echte Lebenshilfe oder Filker, Direktor der Berli- Samenbank
runde, Gast ist unter an- mit der Lust“ mit Pastor ARD nur Geschäft ner Stadtmission SWR
deren Hartmut Steeb, Wolfgang Wegert
17.30–18.00: Von klei- 23.00–23.30: Mittler
Generalsekretär der rheinmain tv nen Mönchen und bö- zwischen den Welten.
Deutschen Evangeli-
9.30–10.30: Stunde der sen Blicken, Glaube und Der Buddhist Wilfried
schen Allianz
Kraft mit Robert Schuller Aberglaube in Nepal Pfeffer
ZDF SF Info
9.30–10.15: Ev. Gottes- 18.05–18.30: „Umden-
dienst aus der Diakonis- ken hat Zukunft“, Ma-
senanstalt Speyer, Pre- gazin im Fenster zum
digt: Werner Schwartz Sonntag
HÖRFUNK
Sonntag, 11. Januar Mi., 14. Januar Do., 15. Januar
DRS 2 NDR Info/ WDR 5 ERF ERF

7.05–7.30 Kultur: Feier- 8.30-9.00: Perspektiven: 10.00–11.00 Evangeli- 10.00–10.30: Gottes- 19.42–19.57 (MW 1323 20.00-21.00 Bilanz „Da
tag: „Mit allen Wassern Das Wissen über das scher Gottesdienst aus dienstliche Morgenfei- kHz): Jesus lässt sich kann man nur stau-
gewaschen“. Es geht Gewissen Hildesheim, Predigt: er mit dem Generalse- taufen nen.“ Fritz Widmaier
um Jesu Taufe. 9.45–10.00: Ev.-ref. Meike Riedel kretär des Gnadauer (Mediziner) im Gespräch
Predigt, Pfrn. Pascale Verbandes: Theo Schnei- mit Horst Marquardt
Käser-Huber (Burgdorf) der
Wer reagieren möchte, kann dies unter folgenden Rufnummern tun: ARD: 089/5900-3344 • Bibel.TV: 040/4450660 • DLF: 0221/345-2170 • DRS 2: (0)1/3661369
• ERF: 06441/957-0 • Kabel 1: 0180/5011150 • Luth. Stunde: 04264/2436 • MDR: 0341/300-5401 • NDR: 0511/988-2393 • NBC-Europe: 0211/9300-665 •
Phoenix: 0180/28213 • SF 2: (0)62/2059050 • Südwest: 07221/929-0 • WDR (Radio): 0221/5678-333 • WDR (TV): 0221/5678888 • ZDF: 06131/702164
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ideaSpektrum 1/2/2009

Am Sonntag beginnt die Gebetswoche der Evangelischen Allianz


Das Jahr
fängt
Die wahre Ökumene leben himmlisch
Vom 11. bis 18. Januar versammeln sich Christen aus Landes- und
an!
Freikirchen an vielen Orten zur Gebetswoche der Evangelischen Alli-
anz. Einen Schwerpunkt bildet der Wunsch, dass die verborgene
geistliche Einheit der Christenheit auch äußerlich sichtbar werde.
Welche Probleme gibt es dabei? Dazu nimmt ein Fachmann Stel-
lung: Dr. Werner Neuer (57). Er unterrichtet am Theologischen Se-
minar St. Chrischona (bei Basel) Dogmatik, Ethik, Ökumenische
Theologie, Religionskunde und Theologie der Religionen. Mit ihm
sprach Klaus-Peter Grasse.

idea: Die Christenheit ist zurzeit in rund zur Förderung der Einheit der Christen, Kar-
40.000 Denominationen aufgesplittert. Ist der dinal Walter Kasper, hatte völlig recht, als er
Wunsch nach Wiederherstellung der ur- 2007 auf der Dritten Europäischen Versamm-
sprünglichen Einheit nicht ziemlich utopisch? lung im rumänischen Hermannstadt (Sibiu)
Neuer: Maßstab für Christen sind nicht beklagte: „Wir lieben uns noch zu wenig.“
menschliche Wünsche, sondern der Wille des idea: Was können einzelne Christen tun?
dreieinigen Gottes. Jesus Christus hat im Ho- Neuer: Die geistliche Einheit von Men-
hepriesterlichen Gebet unzweideutig klar ge- schen, die Jesus Christus nachfolgen, ist
start
macht, dass seine Jünger „eins“ sein sollen, wichtiger als die Einheit von Organisatio- Verkaufs
08
damit die Welt an ihn glaubt (Joh. 17,21). nen. Wahre Ökumene zeigt sich grundle-
6. Dezember 20
Dies haben wir allzu lange nicht genügend gend im gemeinsamen Beten und Hören auf 1 bereitun
g
e in Vor
beachtet. Spaltungen, Lieblosigkeit und Kon- die Bibel, im gemeinsamen Bekenntnis zu 2. Auflag
kurrenzdenken machen die christliche Bot- Christus, im öffentlichen Eintreten für den
Markus Spieker
schaft unglaubwürdig. Deshalb bemühen sich Glauben und die Gebote Gottes sowie bei
immer mehr Gemeindemitglieder und geistli-
che Bewegungen um ein größeres Miteinan-
diakonischen Aufgaben. Wir müssen zu ei-
nem globalisierten Denken finden, das die
faithbook
der der getrennten Christen. weltweite Dimension des Reiches Gottes in Ein Journalist sucht
den Blick bekommt, und dadurch den auf den Himmel
Positives zwischen den Kirchen die eigene Glaubensprägung oder Kirche 160 Seiten, gebunden, € 9.95
idea: Es gibt aber schon viele Bemühun- beschränkten Horizont aufbrechen. Dazu Bestell-Nr. 05 188
gen, etwa durch die Weltweite Evangelische verhilft beispielsweise die weltweite Alli- ISBN 978-3-501-05188-7
Allianz oder durch den Weltkirchenrat. Außer- anzgebetswoche.
Warum will keiner mehr in den Him-
dem finden seit Jahren zahlreiche Lehrge-
mel? Und wenn doch, warum sagt
spräche zwischen einzelnen Kirchenbünden Mit Katholiken beten
das keiner öffentlich? Der Haupt-
statt. Warum bringen sie keine erkennbaren idea: Manche Protestanten wollen nicht zu-
stadtjournalist Markus Spieker ist es
Fortschritte? sammen mit Katholiken beten, die neben Je- leid, nur über »moralische Orientie-
Neuer: Manch Positives, das wir nicht ge- sus Christus auch Maria verehren. Haben Sie rung«, »soziale Sicherheit« und »nach-
ring achten dürfen, ist bereits geschehen, etwa dafür Verständnis? haltige Politik« zu diskutieren. Er ge-
die von Lutheranern und Katholiken 1999 un- Neuer: Nein. Die Bedingung für ein ge- steht sich ein, was er vor allem
terzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur meinsames Gebet ist nicht die Zugehörigkeit anderen will: Glück auf Dauer, Liebe
Rechtfertigungslehre“, deren 10. Jubiläum wir zur gleichen Kirche oder Glaubensprägung, ohne Verfallsdatum, ewiges Leben.
in diesem Jahr feiern. Die Feststellung, dass sondern der Glaube an Jesus Christus als al- Mit dieser Sehnsucht beginnt seine
es zwischen der römischen Kirche und den leinigen Herrn und Erlöser. Im geistlichen Recherche. Er fragt: Existiert das Para-
dies wirklich? Wie sieht es aus? Wie
Reformationskirchen trotz bestehender Diffe- Miteinander sind sich Christen häufig viel nä-
komme ich dahin? Ein Buch nicht für
renzen etwa bei der Papstfrage oder bei der her als bei manchen theologischen Fragen.
Frömmler und Spießer, sondern für Ro-
Mariologie in einer zentralen Glaubensfrage Dies zeigt, dass es eine geistliche Einheit in mantiker und Revolutionäre.
keine trennenden Unterschiede mehr gibt, ist Christus gibt, die – Gott sei Dank! – tiefer
Anlass zu großer Dankbarkeit. Dies ist aber reicht als die dogmatischen Differenzen zwi-
nur eine von mehreren Voraussetzungen für schen Protestanten und Katholiken. Im Übri- Johannis-Verlag
das Zusammenrücken von Kirchen. Ebenso gen gibt es auch unter evangelischen Christen
wichtig ist es anzuerkennen, dass Jesus Chris- große Unterschiede, etwa bei der Tauffrage, 77922 Lahr, Postfach 5
tus alle Christen bedingungslos liebt und im Blick auf das Verständnis der Geistesga- info@johannis-verlag.de
Christen zur gegenseitigen Liebe ermahnt ben oder bei ethischen Fragen. www.johannis-verlag.de
(Joh. 17). Der Präsident des Päpstlichen Rates idea: Danke für das Gespräch. Tel.: 0 78 21 / 5 81-81
Foto: privat
Fax: 0 78 21 / 5 81-76
16 Israel ideaSpektrum 1/2/2009

Aktion „Gegossenes Blei“: Wie weit darf Israel bei der Selbstverteidigung gehen?

Israelische Offensive im Gazastreifen: Pro & Kontra


Am 27. Dezember hat die israelische Regierung die Militäroffensive „Gegossenes Blei“ gegen Stützpunkte der ex-
tremistischen Palästinenserorganisation Hamas gestartet. Israel möchte damit einen seit acht Jahren andauernden
Raketenbeschuss Südisraels durch die Hamas beenden. Inzwischen hat sich der Konflikt zu einem Bodenkrieg aus-
geweitet. Seither streitet die Welt darum, ob die israelische Militäraktion berechtigt ist. idea bat zwei Christen mit
unterschiedlichen Ansichten um eine Stellungnahme: den Nahost-Korrespondenten des Christlichen Medienver-
bundes KEP, Johannes Gerloff (Jerusalem), der die Militäraktion befürwortet, und den Baptistenpastor und Dekan
des Bethlehemer Bibel-Kollegs, Alex Awad (Bethlehem), der die israelische Reaktion verurteilt.

Pro: Warum ich für den Militärschlag


Israels gegen die Hamas bin
Von Johannes Gerloff Deshalb weiß ich aber auch, dass die Kritik an der israelischen Re-
eine Ungleichheit in diesem Krieg gierung, warum sie ihre Bürger im
DER JOURNA- Bevor meine Überlegungen die is- besteht, die nur wenig zur Sprache nördlichen Negev so lange im Stich
LIST JOHANNES raelische Operation „Gegossenes kommt: Eine Seite stellt ihr Leiden gelassen hat – noch dazu, wenn auf
GERLOFF aus Je- Blei“ verteidigen sollen, möchte schamlos vor der Weltöffentlichkeit der anderen Seite nicht etwa ge-
rusalem: „Ich bin ich unmissverständlich klarstellen: zur Schau – während die andere sprächs- und kompromissbereite
nicht ,für’ Krieg“, Ich bin nicht „für“ Krieg – und Seite die Würde der Kriegsopfer zu Verhandlungspartner stehen, son-
aber …
schon gar nicht „für“ diesen Krieg. wahren sucht. Aber ganz abgesehen dern die Hamas, die ein Existenz-
Ich kenne Menschen in Gaza – davon ist menschliches Leiden noch recht des jüdischen Staates grund-
Christen und Muslime –, die sich nie ein guter Ratgeber bei der Beur- sätzlich ausschließt. Der Angriff
jetzt angsterfüllt verkriechen, und teilung einer Sachlage gewesen. Ein auf Gaza war die längst überfällige
ich habe mit denen gesprochen, die Arzt, der sich vom Zustand seiner Pflicht des Staates Israel gegenüber
Raketen auf Israel schießen. Seit Patienten emotional zu sehr gefan- seinen Bürgern.
Jahren erlebe ich die Angst der Is- gen nehmen lässt, wird handlungs-
raelis. In Sderot gibt es eine kleine unfähig. Zudem ist der Nahostkon- „Nur wer für die Juden
Gemeinde von messianischen Ju- flikt ein Paradebeispiel dafür, wie schreit, darf auch
den, mit der wir eng verbunden die Fixierung auf Einzelschicksale gregorianisch singen.“
sind. Und jetzt bangen wir um mes- Kausalzusammenhänge von Ursa- Dietrich Bonhoeffer soll einmal
sianisch-jüdische Geschwister, die che und Wirkung verdrehen kann. gesagt haben: „Nur wer für die Ju-
in Uniform im Gazastreifen ihr Le- Wer ernst genommen werden will, den schreit, darf auch gregoria-
ben aufs Spiel setzen. muss historische und ideologische nisch singen.“ Dieser Satz ist heu-
Zusammenhänge verstehen. te so aktuell wie selten zuvor. Wer
Unfassbares Leid in den vergangenen acht Jahren
Unfassbares menschliches Leid ist Lebensmittel für die Peiniger zum Leiden der israelischen Be-
für mich in diesem Konflikt mit Na- Ganz nüchtern betrachtet ist die völkerung in den Gaza-Randge-
men und Gesichtern verbunden, die erste Priorität der israelischen Re- bieten geschwiegen hat, entlarvt
mir lieb sind – auf beiden Seiten! gierung und ihrer Armee das Wohl sich durch jede jetzt an Israel ge-
ihrer eigenen Bürger – nicht das äußerte Kritik als Heuchler. Wem
SCHWERE GESCHÜTZE: Israel darf sich aus Sicht der Palästinenser. Acht Jahre lang das Wohl der Palästinenser am
seiner Bevölkerung keine Niederlage gegen mussten israelische Gaza-Anrainer Herzen liegt, der sollte jetzt nicht
die Hamas erlauben. erdulden, wie ihre Regierung eine an Israel zeigen, wie gut er Kritik
ganze Palette von Maßnahmen aus- üben kann – sondern die palästi-
probierte, um dem Terror aus Gaza nensische Führung und die arabi-
Einhalt zu gebieten. Dabei müssen schen Politiker an ihre eigene Ver-
diese Menschen bis heute mit anse- antwortung zum Frieden erinnern.
hen, wie ihre Regierung denen Le- Israel wird nie mehr sein Existenz-
bensmittel liefert, die Raketen auf recht infrage stellen lassen. Wer
sie schießen. Wenn die israelische selbstverständlich annimmt, dass
Armee jetzt hart durchgreift, dann Juden sich terrorisieren lassen
deshalb, weil die israelische Füh- müssen, ist mitverantwortlich für
rung keine andere Möglichkeit die Folgen, die dadurch entstehen,
mehr sieht. Wirklich berechtigt ist dass Israel sich wehrt.
Fotos: dpa, privat
ideaSpektrum 1/2/2009
Israel 17

Kontra: Warum ich den Militärschlag ablehne


NUR NOCH TRÜMMER sind Teile des
Gazastreifens

Das Entsetzen, das diese schreckli-


chen Angriffe in der arabischen und
der islamischen Welt auslösen, wird
höchstwahrscheinlich dunkle Wolken
über den Himmel Israels und andere
Teile der Welt treiben. Israel sollte
lernen, mit seinen Nachbarn in gu- DEKAN AWAD
tem Glauben zu verhandeln. Das aus Bethlehem:
würde bedeuten, die UN-Resolutio- Israel hat Gaza
nen umzusetzen, die Besetzung des zum größten
Westjordanlandes zu beenden, die Freiluftgefängnis
der Welt ge-
Von Alex Awad raelis großen Schmerz und Leid zu. Grenzen des Gazastreifens zu öffnen
macht. Entspre-
Die meisten Menschen sind über- und militärische Einmärsche in das chend sind die
Mit hundert Tonnen Bomben zeugt, dass Israel – wie jedes andere Westjordanland und den Gazastrei- Reaktionen der
wünscht Israel den gefangenen Land – das Recht hat, sich gegen An- fen zu beenden. Das Emporkommen palästinensichen
Bürgern von Gaza ein glückliches griffe von außen zu verteidigen. der Hamas und der Militanten steht Bewohner.
neues Jahr. Diese „Geschenke“, von in direkter Verbindung mit dem Va-
F-16-Kampfbombern aus US-Pro- 40 Jahre israelische Besatzung kuum, das Israel und die Vereinigten
duktion abgeworfen, zerstörten Re- Aber in diesem ungleichen Kon- Staaten durch eine Verschleppungs-
gierungsgebäude, Moscheen, eine flikt zwischen Israel und der Hamas taktik hervorgebracht haben, indem
Universität, Hunderte Privathäuser hat es Israel wie üblich übertrieben. sie sich in end- und fruchtlosen Frie-
und löschten viele Menschenleben Im Umgang mit seinen Feinden neigt densverhandlungen mit gemäßigten
aus, darunter zahlreiche Kinder. Wie Israel zum Extremen. „Auge um Palästinensern ergehen. So lange wie
viele Menschen in diesem Teil der Auge“ ist nicht genug; es muss eher Israel weiterhin dem Friedensprozess
Welt und rund um den Erdball so „Hundert Augen um ein Auge“ sein. Hindernisse in den Weg stellt und die
schmerzt es auch mich, wenn ich von Als die Israelis den Libanon im Juni USA das zulässt, müssen wir mit Ge-
israelischen Bombardements des Ga- 2006 angriffen, warfen sie Millionen waltausbrüchen im Nahen Osten
zastreifens höre oder Bilder sehe; Streubomben (die international ge- rechnen, die auf beiden Seiten noch
ebenso geht es mir, wenn Israelis ächtet sind) ab; Blindgänger töten mehr Schrecken hervorrufen und
durch Kassam-Raketen getötet oder noch heute täglich unschuldige Men- noch mehr Leben aufs Spiel setzen.
verletzt werden. Doch ich empfinde schen. Was mich am meisten beküm-
besondere Zuneigung zu den Men- mert, ist, dass die meisten Opfer des
schen in Gaza. Vor der Abriegelung israelischen Einmarsches in Gaza
hatte das Bethlehemer Bibelkolleg ganz normale Menschen sind, die
dort eine Außenstelle. Jeden Don- ohnehin um ihr Überleben unter den
nerstag lehrte ich dort und bin oft extrem harten Bedingungen der is-
über Nacht geblieben. Im Klassen- raelischen Belagerung kämpfen. 40
raum, in der Gemeinde und in der Jahre ist der Gazastreifen bereits un-
Gesellschaft habe ich viel von der ter israelischer Besatzung, und ob-
Freundlichkeit und Gastfreundschaft wohl die Israelis ihre Truppen in den
der Menschen in Gaza gelernt, von vergangenen Jahren abgezogen ha-
Muslimen wie Christen. Die meisten ben, haben sie doch nie die Symbole
sind keine militanten Hamas-Anhän- ihrer Vorherrschaft und Besatzung
ger; sie sind Menschen wie Du und beseitigt. Sie kontrollieren weiterhin
ich, die sich danach sehnen, Tag für die Grenzen, das heißt die Lebens-
Tag in Frieden zu leben. Leider be- mittel, Medikamente, Treibstoff und
kommt jetzt jeder im Gazastreifen – andere Güter, die von oder nach
Männer, Frauen, Kinder, Zivilisten Gaza transportiert werden. Im Kern
und Kämpfer – die Einschläge und haben sie Gaza zum größten Freiluft-
die Zerstörung des jüngsten und töd- gefängnis der Welt gemacht.
lichsten israelischen Einmarsches
seit vielen Jahren zu spüren. In gutem Glauben verhandeln
Zweifellos fügen die Kassam-Ra- Falls die israelische Führung an-
keten, die von mit Hamas in Verbin- nehmen sollte, dass sie die Sicherheit
dung stehenden militanten Muslimen ihrer Bürger durch die Kraft ihrer
auf den westlichen Negev und Ash- überlegenen Armee und Luftwaffe
kelon abgefeuert werden, vielen Is- sicherstellen kann, so irrt sie sich.
18 Theologie & Zeitgeist ideaSpektrum 1/2/2009

Wie in der Presse in Deutschland und der Schweiz Weihnachten gefeiert wurde

„Die Sehnsucht nach Sinn bleibt“


Zu keiner anderen Zeit wird so viel über den christlichen Glauben berichtet wie zu Weihnachten. Wie in den Vorjahren gab es auch
diesmal Aussagen zu lesen, die im Widerspruch zum christlichen Glauben stehen (so im „Spiegel“, in „Focus“ oder in der Tageszei-
tung „Die Welt“), aber es gab auch ganz andere Stimmen. Das zeigt eine Presseschau von Karsten Huhn.

„Berliner Morgenpost“: Auf „Frankfurter Rundschau“: de. Die Ver-


Seite 1 die Weihnachtsgeschichte „Hölle auf Erden“ für Christen fassung lasse
Die „Berliner Morgenpost“ druckt als Die linksorientierte „Frankfurter Rund- diese Frage
„wichtigste Nachricht des Tages“ die schau“ berichtet über die „Hölle auf Er- offen. Die
Weihnachtsgeschichte auf ihrer Titelseite. den“, die Christen in vielen Ländern erlit- Weihnachtsge-
In einem Gastkommentar schreibt Bi- ten. Besonders bedrohlich sei die Lage im schichte „kip-
schof Wolfgang Huber über „das wahre Irak: „Christen werden auf dem Weg zur pe das irdisch-
Rettungspaket zu Weihnachten“. Nicht Arbeit oder zur Schule angegriffen, in ih- himmlische
um Merkels Milliarden geht es, sondern ren Wohnungen und Läden überfallen. Koordinatensy-
um die Geburt des Christus: „Das Kind in Hunderte werden ermordet, Mädchen und stem im Ganzen
der Krippe wird nicht nur die Macht des Frauen vergewaltigt, immer wieder wer- um. Gott erhöht
Goldes brechen und der Seele Flügel ver- den verstümmelte Leichen entführter nicht mehr nur
leihen; es wird den Tod besiegen, ein für Christen gefunden.“ Zitiert wird auch der Niedrige, er er-
alle Mal. Weil Gott uns Menschen an Leiter der Abteilung Weltkirche der (ka- niedrigt den Höchs-
Weihnachten mit der Geburt des Heilands tholischen) Deutschen Bischofskonfe- ten – sich selbst. Er
so überaus reich beschenkt, erhält unser renz. Er beklagt die Missionsarbeit der steigt vom Thron
Leben einen Sinn.“ Freikirchen im Irak, „die teils sogar Geld herab und wird
versprechen und so aggressiv auftreten, Mensch – aus Liebe
„Die Welt“: „Warum Maria dass sie in der muslimischen zu
wohl keine Jungfrau war“ Bevölkerung Ängste auslö- den
Die ebenfalls im Axel-Springer-Verlag sen, die dann in Gewalt mün- Men- schen und
erscheinende überregionale bürgerliche Ta- den.“
geszeitung „Die Welt“ (Berlin) spekuliert
darüber, dass „Maria wohl keine Jungfrau Sozialistische Tageszeitung: um ihretwillen. Er wird wahrer Mensch
war“. Wer die Weihnachtsgeschichte des Am Pavianfelsen im Zoo und bleibt doch wahrer Gott.“ Dies sei
Evangelisten Lukas als Kind gehört habe, Die sozialistische Tageszeitung „Neues das Wunder der Weihnacht: „Gott
den begleite ihr Zauber das ganze Leben. Deutschland“ (Berlin) druckt auf der Ti- macht sich zum Menschensohn und die
Doch nach genauer Lektüre müsse man an- telseite – wie an jedem Tag – ein Zitat aus Menschen zu Gotteskindern.“
geblich mit ein paar Legenden aufräumen. der heiligen Schrift der Kommunisten,
Dem Evangelisten Matthäus seien zwei dem „Kapital“ von Karl Marx. Diesmal „stern“: Das Heilige Land brachte
Fehler unterlaufen, behauptet der Autor: geht es um den maßlosen „Trieb der den Menschen kein Glück
„Das Jesaja-Zitat, das er zitiert, hatte er der Schatzbildung“ und die „Schrankenlosig- Die Illustrierte „stern“ (Hamburg)
‚Septuaginta’ entnommen. Das ist die erste widmet ihre Titelgeschichte dem „Hei-
keit des Geldes“. Eine Art Weihnachtsan-
griechische Version des Alten Testaments, ligen Land“. Geboten wird eine prächti-
dacht hält der Psychoanalytiker Wolfgang
etwa 300 Jahre vor Christus haben 72 Ge- Schmidbauer zur Frage: „Ist Friede Men-ge Bildstrecke, die Palästina vor 100
lehrte in 72 Tagen das Mammutwerk ge- schen möglich?“ Die Antwort fällt vage Jahren zeigt; dazu gibt es zahlreiche Bi-
schaffen. Im Jesaja-Zitat war aber das he- aus: „Menschen gehören zu den gruppen- belzitate. Der Artikel selbst bietet eine
bräische Wort ‚almah’ (junge Frau) lebenden Primaten; am Pavianfelsen im bündige Zusammenfassung der Ge-
versehentlich mit „parthenos“ (Jungfrau) schichte des Landes: „Die Römer mor-
Zoo gibt es wie im gut geführten Kinder-
übersetzt worden. Es gab also keinen Grund garten stets irgendwo Streit, irgendwo deten die Juden, weil die nicht an ihre
mehr, sich auf diese ‚Verheißung’ zu beru- Versöhnung und Zärtlichkeit.“ Götter glaubten. Es kamen die Christen.
fen. Joseph und Maria hätten sich als ganz Die verstießen fast alle Juden, weil sie
normales Ehepaar auf ihr Kind freuen kön- „Neue Zürcher Zeitung“: Woher nicht an Jesus glaubten. Es kamen die
nen. Zudem beweist Matthäus selbst mit kommt die Menschenwürde? Muslime. Die mordeten die Christen,
dem Stammbaum Josephs, den er wieder- Die „Neue Zürcher Zeitung“ macht in weil sie nicht an Mohammed glaubten,
gibt, dass nicht Maria, sondern Joseph von ihrer Weihnachtsausgabe mit einem die Christen kamen zurück und morde-
David abstammt. Als ‚Joseph, du Sohn Da- Leitartikel über „Menschensohn und ten die Muslime, weil die nicht an Jesus
vids’ spricht ihn der Engel an. Wie soll da Menschenwürde“ auf und stellt die Fra- glaubten, worauf die Muslime zurück-
aber ein Davidskind, das Maria ja gebären ge, „woher den Menschen die Men- kamen und die Christen mordeten, weil
soll, ganz ohne Zutun Josephs zustande schenwürde zuwächst: ob sie von einem die nicht an Mohammed glaubten. Zu-
kommen? Aber Logik hat keine Macht ge- Gott geschenkt, von der Natur gegeben letzt kehrten die Juden zurück und ver-
genüber der Wucht der Tradition.“ oder von der Vernunft gefordert“ wer- trieben die Araber, egal, ob Muslime
ideaSpektrum 1/2/2009
Theologie & Zeitgeist 19

Frieden in der Welt’. Die neue Heilsbot- einer Geißel Händler und Geldwechsler
schaft ist so überzeugend wie revolutio- aus dem Tempel trieb. Der Zorn gegen
när. Anstatt die Geschichte des Urvaters Ungerechtigkeit, etwa die des Kapitalis-
exklusiv für den eigenen Glauben zu mus, stehe in einer langen biblischen
deuten, fordern liberale Juden und Chri- Tradition: „Von Jesaja bis Maleachi ha-
sten, aber auch aufgeschlossene Musli- ben die Propheten Wirtschaftskriminali-
me die Besinnung auf das Verbindende tät und Korruption angeprangert, Gott
in der Abraham-Geschichte. ‚Abrahami- als den Gott der Armen und der kleinen
sche Ökumene’ heißt für den Tübinger Leute verkündet und die Verlogenheit ei-
Theologen Karl-Josef Kuschel das Zau- nes Kults angeprangert, der Gott be-
berwort. Der Professor, dessen Abra- nutzt, aber nicht ehrt: ‚Ich hasse eure Fe-
ham-Bücher heimliche Bestseller sind, ste, ich kann eure Feiern nicht riechen,
kann es auch plakativer formulieren: eure fetten Heilsopfer will ich nicht se-
‚Abraham ist der kostbarste Schatz unse- hen, euer Harfenspiel nicht hören.’ Fei-
rer gemeinsamen Religionsgeschichte.’ ern angesichts schreiender Ungerechtig-
Als wären sie plötzlich alle Nathan der keit findet der Prophet Amos als
Weise, erkennen Führer aller drei Reli- gotteslästerlich. Vor dem Feiern kommt
gionen, dass sie in Abraham mehr ge- anderes: ‚Das Recht ströme wie Wasser,
meinsam haben, als den meisten Gläubi- die Gerechtigkeit wie ein nie versiegen-
gen im Westen gegenwärtig ist.“ der Bach.‘ Das ist eine zornige, strenge
und tröstliche Weihnachtsbotschaft.“
„Focus“: Wir wahr
sind die Evangelien? Frankfurter Allgemeine: „Not
Das Nachrichtenmagazin „Focus“ lehrt beten“ gilt nicht mehr …
(München) widmet seine Weih- Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
nachtsausgabe Jesus und den ersten hat sich vor Weihnachten in zwei katho-
Christen. Die Verlässlichkeit der lischen Gemeinden in Frankfurt am
Evangelien sei noch immer umstrit- Main und einer evangelischen Kirchen-
ten: „Seit der Aufklärung stehen die gemeinde in Hamburg umgeschaut und
Bibeltexte vor dem Tribunal der Ver- stellt fest: „Die Kirchen bleiben trotz der
nunft. Der Prozess untersucht die Fra- Wirtschaftslage leer.“ Der Spruch „Not
ge: Wie wahr sind die Evangelien? De- lehrt beten“ gelte so nicht mehr. „Beide
ren Ruf ist während des Verfahrens Kirchen haben mittlerweile erkannt, dass
nicht unbedingt besser geworden. Sie sie aktiv auf die Menschen zugehen und
gelten als tendenziös, als religiöser sich noch weiter öffnen müssen – gerade
Agitprop. Ohne sie wüsste man freilich wegen des Mitgliederschwundes … Das
nichts vom Schicksal dieses Heilands, macht die katholische Gemeinde Maria
oder Christen, den seine urchristlichen Jünger als Mei- Hilf auch: So gibt es zum Beispiel eine
weil sie keine Juden waren. ster, Herr oder Menschensohn titulier- Messe für Homosexuelle.“
Weswegen derzeit nicht wenige Musli- ten.“ Wer entscheidet eigentlich über
me davon träumen, die Juden zu mor- den Wahrheitsgehalt der Bibel? „Focus“ „taz“: Atheisten betrachten
den, weil sie keine Muslime sind. Der schreibt: „Es obliegt den Philologen, die Gläubige mit gewissem Neid
einzigartige Status ihrer Heimat hat den Wahrheit der Evangelien genauer zu be- „Die Sehnsucht nach Sinn bleibt“, ti-
Menschen im Heiligen Land kein Glück stimmen. Dazu bedient man sich kom- telt die linksalternative „tageszeitung“
gebracht.“ plizierter Quellentheorien. Die älteste (taz) in ihrem Berlin-Teil und schreibt:
stammt von Gotthold Ephraim Lessing. „Die meisten Berliner sind konfessionell
„Spiegel“: Abraham gilt Bis heute wechseln sich die Hypothesen nicht gebunden, die Kirchen verlieren
als der neue Friedenstifter ab.“ Das gilt wohl auch für die im „Fo- Mitglieder. Aber so aufgeklärt man auch
Das Nachrichtenmagazin „Der Spie- cus“ vorgestellte These des Amerikaners ist – der verschwundene Glaube hat eine
gel“ (Hamburg) beschert seine Leser in Joseph Atwill. Er behauptet in seinem Lücke hinterlassen. Manche suchen nun
diesem Jahr mit einer Titelgeschichte Buch „Das Messias-Rätsel“, die römi- nach christlichen Wurzeln, andere wer-
über Abraham. Immer mehr Gläubige sche Kaiserdynastie habe sich die Evan- den Buddhisten.“ Auch die Nachfrage
entdeckten den Urvater der Religionen gelien ausgedacht, um den Widerstands- beim Humanistischen Verband, beim Is-
als neuen Friedensstifter: „Ausgerechnet willen der jüdischen Rom-Feinde zu lam oder bei Hexen und Schamanen stei-
in dieser Konfliktfigur sehen Vordenker brechen. ge. Atheisten betrachteten Gläubige mit
unter den mehr als drei Milliarden Ju- einem gewissen Neid, so das Fazit des
den, Christen und Muslimen die viel- „Süddeutsche Zeitung“: Der Zorn Artikels: „Es muss ein schönes Gefühl
leicht größte Chance, den Zusammen- Gottes und die Finanzkrise sein, auf eine gute Macht zu vertrauen,
prall der Zivilisationen abzuwenden. Der Leitartikel der „Süddeutschen die einen trägt – sei es ein christlicher,
Selbst eher zurückhaltende Theologen Zeitung“ (München) verbindet Finanz- muslimischer oder indianischer Gott.
wie der Mainzer Bischof Kardinal Karl marktkrise, Weihnachtsgeschichte und Aber selbst gläubig werden? Das funk-
Lehmann schreiben Abraham eine wach- den „Zorn Gottes“, der beispielhaft zum tioniert bei vielen so einfach nicht. Die
sende ‚politische Bedeutung’ zu ‚für den Ausdruck gekommen sei, als Jesus mit Sehnsucht nach Sinn bleibt.“ l
20 Christ & Leben ideaSpektrum 1/2/2009

„Generation Gold“ (III): Oft lernen sich Eheleute erst im Ruhestand richtig kennen

„Alt werden ist nichts für Weicheier“


Die Generation 50 plus ist – von Einzelfällen abgesehen – die reichste Generation, die es je gab. Deshalb wurde
sie auch schon „Generation Gold“ genannt. Das Risiko der Altersarmut ist bei ihr verschwindend gering. Sie ist
in den fetten Jahren reich geworden. Sie gibt mehr Geld aus als alle Generationen vor ihr. Und das alles bei
recht guter Gesundheit und der Aussicht auf ein langes Leben. Auf die Menschen der Generation Gold trifft zu,
was ein renommierter Glücksforscher gesagt hat: „Wenn man jung ist, ist man ziemlich glücklich, dann geht es
bergab; je älter man wird, desto glücklicher wird man.“ Trotzdem möchten die Menschen dieser Generation
nicht nur auf der Tribüne sitzen und sich amüsieren, sondern sich weiterhin in der Arena verausgaben – viel-
leicht in einem etwas gemächlicheren Tempo. In einer Serie stellt der Schweizer Samuel Moser (Belp/CH) Ziele
und Gestaltungsmöglichkeiten für das sogenannte dritte Lebensalter vor. Im Folgenden der dritte Teil.

„Das ältere Ehepaar tritt, obwohl nur richter. 10% der Scheidungen finden nen. Das Ziel, dem Feuer der Liebe
aus zwei Mitgliedern bestehend, gern nach 30 bis 40 Ehejahren statt, also in der dritten Lebensphase neue Nah-
im Gänsemarsch auf: Die Frau leitet um den Zeitpunkt der Pensionierung rung zu geben und sich in der Part-
die Entdeckungsreise in die Stadt, herum – Tendenz steigend. Man fragt nerschaft neu zu begegnen, ist keine
der Mann folgt gutwillig, entspannt – sich: Wozu dieser Stress? Utopie, aber man muss daran arbei-
und ein wenig verlegen. Denn nun ten. Da ist Loriot zuzustimmen: „Alt-
werden die Territorien aufgesucht, in Im Alter mehr Scheidungen werden ist nichts für Weicheier.“ Es
denen die Frau seit jeher Fachmann Wenn es zwei Menschen so lange gibt keine Garantie für ewige Liebe.
ist“ (Hannelore Schlaffer). Gemein- zusammen ausgehalten haben, wa- Die Paarbeziehung ist keine Ein-
sam alt werden ist für viele Paare rum schaffen sie es nicht, die ihnen bahnstraße, sondern immer ein ge-
über alle Stürme der Zeit hinweg verbleibenden Jahre zusammenzu- genseitiges Geben und Nehmen.
noch immer die Idealvorstellung. bleiben? Wer nie wirklich miteinan-
Wie wir wissen, haben wir das aber der sprach, sondern nur redete, wer Sex im Alter? Doofe Frage!
nicht in der Hand. Wenn es uns aber jahrelang mit seinem Partner nicht Um eine Liebe im umfassenden
DER AUTOR, geschenkt wird, den Weg ins dritte kommunizierte, sondern nur Tages- Sinn lebenslang lebendig zu erhal-
SAMUEL MOSER, Lebensalter gemeinsam zu beschrei- aktualitäten austauschte, steht zu Be- ten, dazu gibt es kein allgemeingül-
ist Präsident i. R. ten, dann muss uns bewusst sein, ginn des Rentendaseins mit leeren tiges Rezept, höchstens ein paar
der Vereinigung dass beim Übertritt ins Rentenalter Händen da. Mit wachsender Enttäu- Denkanstöße: Gegenseitiges Ver-
evangelischer die Karten neu gemischt werden. Für schung kann dann auch das Vertrau- trauen ist die Grundlage jeder ech-
Freikirchen und
Mann und Frau beginnt eine Lebens- te, das längst Selbstverständliche den ten Paarbeziehung – auch im Alter.
Gemeinden der
Schweiz.
phase, für die sie keinerlei Erfahrung Bach runter gehen. Plötzlich scheint Nichts killt die Liebe schneller als
besitzen. Denn Ehepartner lernen alles vorbei, fragwürdig und illuso- Langeweile. Abwechslung ist ge-
sich oft erst dann richtig kennen, risch zu sein. Die gemeinsamen Jah- fragt, Überraschung – nicht der
wenn einer oder beide nicht mehr re entpuppen sich – scheinbar oder gewohnte Trott. Kleine Gewitter
ganztags außer Haus ist. tatsächlich – als verlorene Jahre. Und können klärend wirken. Scheinhar-
Immer öfter landen Alt- die Frage ist berechtigt: Schaffen wir monie schürt Konflikte. Sex im Al-
ehen deshalb es noch, gemeinsam aufeinander zu- ter? Doofe Frage! Man fragt auch
vor dem zugehen? Schaffen wir es noch, ein nicht: Essen Sie noch mit siebzig?
Schei- Leben in echter Harmonie zu führen, Vielleicht verlagert sich der stark
dungs- oder ist das Äußerste nur noch ein genital bezogene Akt mehr zu einer
brüchiger Waffenstillstand? umfassenden Zärtlichkeit. Bezie-
hungen zu einem Freundeskreis mit
Zeit für Gespräche einplanen guter Altersdurchmischung berei-
Die Ehe ist ein lebenslanges Ge- chern den Alltag und erhalten das
spräch, sagen die Erfahrenen unter Denken jung. Nie vergessen: Keine,
uns. Da gilt es anzusetzen. Die Ehe keiner ist perfekt!
ist nicht ein starres Gebilde, sondern Im Alten Testament umschreibt
ein dynamischer Prozess. So wie sich der Prediger Salomo die lebenslan-
Mann und Frau im Verlauf der Jahre ge Paarbeziehung mit ermutigenden
individuell entwickeln, wandelt sich Hinweisen: „So ist’s besser zu zwei-
auch die Beziehung zueinander. Be- en als allein; denn sie haben guten
ziehungen bedürfen sorgfältiger Pfle- Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von
ge. Dazu gehören so banal scheinen- ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf.
de Sachen wie aufeinander Rücksicht Weh dem, der allein ist, wenn er
zu nehmen oder auch genügend Zeit fällt! Dann ist keiner da, der ihm
für gemeinsame Gespräche einzupla- aufhilft. Auch wenn zwei beieinan-
ideaSpektrum 1/2/2009
Christ & Leben 21

derliegen, wärmen sie sich; wie Baumstämmen gewor-


kann ein Einzelner warm werden? den, ihre Gesichter ein-
Einer mag überwältigt werden, aber ander zugeneigt, in un-
zwei können widerstehen, und eine aussprechlicher Liebe,
dreifache Schnur reißt nicht leicht wären allmählich versun-
entzwei“ (Prediger 4,9-12). ken in Wolken grünender
Zweige und ihre Stim-
Wie zwei alte Bäume men hätten nicht mehr
Philemon und Baucis waren zu- menschliche Worte ge-
sammen alt geworden, sie hatten eine sprochen, sondern nur
gute Ehe geführt, und in all den ge- noch wie das Rauschen
meinsam erlebten Jahren hatten sie und Flüstern windbeweg-
einen Schatz angesammelt, der nicht ter Zweige getönt. In eine
in greifbaren Dingen, sondern in gu- Eiche war Philemon, in
ten Worten und liebevollen Gedan- eine Linde Baucis ver-
ken bestand. Sie hatten keinen wandelt worden. In ih-
Grund, sich gegeneinander zu ver- rem Schatten aber ver-
härten, und jede Enttäuschung, jede weilen ruhend und
Sorge des äußeren Lebens, die der sinnend die neuen Men-
eine empfing, war von dem Liebesat- schen. So die Nacherzäh-
men des andern aufgelöst worden in lung einer griechischen
ein Lächeln der Geduld. Da begriffen Sage von Marie Luise
sie, dass es von nun an ihre Aufgabe Kaschnitz.
sein sollte, das verlassene Heiligtum
zu hüten und von ihm beschützt zu Single ist nicht
sein, und dass durch eine solche ge- gleich Ich-AG
meinsame Hingabe ihr Leben wun- Ja, eine Gesellschaft mit einem ledig, aber dann sagt er: „Jeder hat
derbar gekrönt werden sollte. Und festen Stock von alten Leuten wie seine eigene Gabe von Gott, der
weil es ihnen schien, als hätten sie Philemon und Baucis bekommt et- eine so, der andere so“ (1. Kor. 7.7).


nicht der Gastfreundschaft eines ein- was Gelassenes und Beruhigendes! Wer das Alleinsein als Gabe Gottes
zigen Abends, sondern der lebendi- Aber die Zahl der als Singles leben- begreift, hat es leichter. In keiner
gen Liebe all ihrer Jahre diese Gnade den Menschen nimmt zu. Dies aus Paarbeziehung leben, bedeutet aber
Wer die ersten
zu verdanken, wünschten sie in die- den unterschiedlichsten Gründen. nicht, eingeigelt in einer Ich-AG le-
beiden Teile die-
sem Augenblick nichts sehnlicher, Da haben wir die freiwillig oder un- ben. Im Gegenteil, tragfähige
ser Serie noch
als beieinanderzubleiben und dieses freiwillig Ledigen. Dann gibt es die Freundschaften mit Männern und
kostenlos nach-
neugeschenkte Leben in ein und der- zunehmende Zahl von Geschiede- Frauen unterschiedlichen Alters sind
geschickt bekom-
selben Stunde zu beschließen. Es er- nen. Schließlich sind auch die Ver- auch hier ein Muss. Gleichge-
men möchte,
zählt die Sage, dass jener Wunsch ih- witweten zu nennen – mehrheitlich schlechtliche Zweierschaften wie
bitte anrufen:
nen erfüllt wurde: Da sei mit einem sind es Frauen. Sie alle sollten ihr bei David und Jonathan (1. und 2.
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Mal durch ihre Glieder eine wunder- Schicksal nicht resignierend und Buch Samuel) können für Unverhei-
liche Bewegung gegangen, ein todunglücklich hinnehmen. Auch ratete eine große Hilfe sein – man
Wachsen und Erstarren zugleich. das Alleinsein hat seine Chance. muss nicht gleich an Homosexuali-
Langsam, langsam hätten sich ihre Paulus hätte am liebsten gehabt, alle tät denken! Gemeinsam alt werden
Leiber verwandelt und wären zu Menschen wären so wie er, nämlich ist auch für Singles ein Thema. l
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forum für junge christen
ideaSpektrum 1/2/2009

Die Suche nach


dem Willen Gottes
Manche müssen überlegen, wie es nach dem Schulabschluss weitergeht. Andere sind auf der Suche nach der ersten
Stelle, der ersten Freundin oder dem ersten Freund, der ersten eigenen Wohnung, etc. Unser größter Wunsch ist es
dabei, dem Willen Gottes zu folgen. Wir suchen nach dem Plan fürs Leben – oder zumindest für das kommende Jahr.
Doch wie finden wir ihn? idealist Tobias-Benjamin Ottmar (23) hat sich mit dieser Frage auseinandergesetzt.

Viele kennen die Geschichte: Der Israelit es klingt – die Bibel, das Gebet, ein(e) Gott sich intensivierte. Für unser heutiges
Mose hütet die Schafe, als plötzlich der Seelsorger(in) und das gemeinsame Le- Leben heißt das: Wenn du beispielsweise
Engel des Herrn in einem brennenden ben mit Christen in einer Gemeinde. Vie- eine wichtige Prüfung trotz vielem Lernen
Dornbusch erscheint. Mose – von der le Christen in meinem Umfeld (und auch nicht schaffst oder in der Jugendarbeit der
Neugier gepackt – tritt näher an den ich selbst) haben bereits erlebt, wie Gott Gemeinde dir die Mitarbeiter fehlen, be-
Busch heran und hört plötzlich, dass Gott vor allem durch die Bibel Hinweise gab, deutet das nicht automatisch, dass Gott dir
zu ihm spricht: „Geh zum Pharao und wie sie sich in einer bestimmten Situation einen Stein in den Weg gelegt hat, um dich
führe mein Volk aus Ägypten.“ So sein entscheiden oder welchen Weg sie ein- in eine andere Richtung zu führen. Aller-
Auftrag. Damit ist der Rest von Moses schlagen sollten. Eine 100%ige Gewis- dings können solche „Wegmarken“ dazu
Leben verplant. Anhand der folgenden sheit, ob man richtig „gehört“ hat, gibt es dienen, den Lebensweg zu hinterfragen.
Erzählungen, wie Gott die Israeliten allerdings nicht. Deshalb sind Seelsorger
durch die Wüste bis ins gelobte Land Ka- und Gemeinde eben auch so wichtig. 3. Umwege sind möglich
naan führt, kann man gut erkennen, wie Manchmal führt Gott auch über Um-
Gott seinen Willen offenbart: 2. Viele Herausforderungen wege zum Ziel. Ein Beispiel aus dem Le-
gehören einfach dazu ben: Als meine Frau sich an ihrem ersten
1. Gott führt von Tag zu Tag Haben wir – in der Gewissheit, dass Arbeitstag in diesem Jahr mit dem Auto
Am einfachsten wäre es wohl für uns, Gott dahintersteht –, eine Entscheidung durch das Schneechaos kämpfen musste,
wenn Gott laut und hörbar zu uns spre- getroffen, warten nicht selten Probleme bekam sie unterwegs den Eindruck, die
chen würde, wie er es bei Mose auf uns. Ein Beispiel: Als ich Autobahn – die sie sonst immer fährt –
tat. Doch solche klaren mich nach einigem Beten nicht zu nehmen und stattdessen die rest-
Aussagen sind die Aus- 2004 entschied, ein liche Strecke bis zur Arbeit über eine
nahme – andernfalls Studium fast 500 Landstraße zu fahren. Hinterher erfuhr
wäre diese spekta- Kilometer von sie, dass der betreffende Autobahnab-
kuläre Geschichte meiner damali- schnitt voll gesperrt war! Da ich zu Hau-
aus 2. Mose 3 gen Freundin se für eine sichere Fahrt gebetet hatte, ist
auch nichts Be- (und heutigen dies für mich ein praktisches Zeichen der
sonderes für Frau) entfernt Führung Gottes. Auch das Volk Israel
uns. Den zu beginnen, wurde von Gott einen Umweg geführt: In
Wunsch, dass kamen mir an- 2. Mose 13,17 ff wird davon berichtet,
Gott vor unse- gesichts der dass die Israeliten nicht auf direktem
rem geistigen schmerzhaften Wege – durch das Land der Philister –
Auge einen Plan für Trennung Zwei- aus Ägypten geführt wurde. Schließlich
die nächste Zeit ent- fel, ob die Wahl dachte Gott, das Volk könnte andernfalls
rollt, müssen wir ad des Studienortes einen Rückzieher machen, wenn es sieht,
acta legen. Schließlich richtig war. Heute bin dass es gegen dieses damals militärisch
geht es nicht darum, einen ich überzeugt, dass Gott gut ausgerüstete Volk ankämpfen müsste.
Plan zu befolgen, sondern sicher auch einen anderen
Gott zu folgen. Sein Wunsch ist es Weg gesegnet hätte, die Zeit der 4. Auf Kurs bleiben
nicht, dass wir mit einem göttlichen Rou- Fernbeziehung aber genutzt hat, um an mir Für uns als Christen gilt es, entgegen
tenplan in der Hand alleine losmarschie- zu arbeiten. Schon in der Bibel lesen wir dem Zeitgeist und auch bei Problemen
ren, sondern jeden Tag nach seinem Wil- von vielen Herausforderungen des Volkes immer die Abhängigkeit zu Gott zu su-
len fragen. Den Israeliten gab Gott Israel bei seiner Wanderung durch die Wü- chen und auf Kurs zu bleiben. Wenn wir
damals eine Wolke bzw. Feuersäule, die ste, an denen es oft verzweifelte. Dennoch nicht nur am Jahresanfang, sondern jeden
ihnen den Weg zeigte. Manchmal blieb war der Weg richtig! Egal, ob Mose, Abra- Tag nach seinem Willen fragen und die-
sie einige Tage am selben Ort, dann zog ham, David oder Paulus: Alle diese Leute sen befolgen, ist es seine Aufgabe, uns
sie plötzlich weiter. Genauso führt uns erlebten auf ihrem Weg mit Gott Krisen. zum Ziel – die vollkommene Heiligung in
auch Gott heute Tag für Tag. Als beste Am Ende führten diese Herausforderungen der Ewigkeit – zu bringen.
Navigationsinstrumente dienen – so banal aber immer dazu, dass die Beziehung zu
Fotos: photos.com, KNA (Taizé)
ideaSpektrum 1/2/2009
idealisten.net forum für junge christen 23

Taizé
Statt Party Gebete: 40.000 Christen feiern Silvester in
Statt Partys zu feiern, verbrachten rund sel. Ziel des Treffens, das seit 1979 jedes
40.000 junge Christen den Jahreswech- Jahr an einem anderen Ort stattfindet, ist
sel in Brüssel mit Gebeten für den Frie- es, einerseits den Glauben zu vertiefen
den. Anlass war das 31. europäische Ju- und anderseits die Teilnehmer darauf vor-
gendtreffen der ökumenischen zubereiten, Verantwortung in der Gesell-
Kommunität Taizé, das erstmals in der schaft zu übernehmen. So gab es in Brüs-
europäischen Hauptstadt stattfand. Im sel neben den gemeinsamen Gebeten,
Rahmen des fünftägigen Treffens ka- Gottesdiensten und Andachten auch poli-
men die Jugendlichen am Silvester- tische Gespräche über die Zukunft Euro- TAIZÉ-LEITER ALOIS LÖSER mit den jüng-
abend in Kirchengemeinden zusammen, pas. Der Leiter der Bewegung mit Sitz in sten Teilnehmern in Brüssel
um in Fürbitten, Gesängen und dem ge- Burgund (Südfrankreich), der aus Stutt-
meinsamen Vaterunser für die Versöh- gart stammende Katholik Alois Löser, er- tentats. Seitdem leitet der Katholik Löser
nung in der Welt einzutreten. mutigte die Teilnehmer des Treffens, den die Bewegung, deren Lieder und Gebete
Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stär- rund um den Globus Verwendung finden.
Christen, besucht ken: „Besuchen wir alle, die ausgeschlos-
Alleingelassene! sen oder allein gelassen werden!“ Zu dem Taizé als Ort zum Auftanken
Erst im Anschluss an diesen besinnlichen Taizé-Treffen hatte die katholische ge- Dem Männerorden gehören rund 100
Teil feierten Jugendliche aus ganz Europa meinsam mit den evangelischen und or- Brüder aus 25 Ländern an. Jedes Jahr
gemeinsam den Jahreswechsel. Die mei- thodoxen Kirchen Belgiens eingeladen. besuchen rund 200.000 meist junge
sten Teilnehmer (rund 10.000) kamen aus Die ökumenische Gemeinschaft Taizé Menschen den französischen Ort Taizé,
Polen. Aus Deutschland reisten rund wurde 1940 von dem Schweizer refor- um dort in mehreren über den Tag ver-
1.500, der Schweiz etwa 300 und aus mierten Theologen Roger Schutz gegrün- teilten Gebetszeiten, Bibelarbeiten und
Österreich ca. 100 Jugendliche nach Brüs- det. Er starb 2005 an den Folgen eines At- Gesprächsgruppen geistlich aufzutanken.

Führen lernen
Noch 50 Tage: Düsseldorf ist gespannt auf „20x09“
Noch fünfzig Tage, dann findet eines der außerge- Wer alles dabei ist
wöhnlichsten Ereignisse des Jahres statt: Als „20x09“-Präsentatoren dabei sind
„20x09“. Neun hochkarätige Referenten be- World Vision-Geschäftsführer Christoph
schreiben in je 20 Minuten wichtige Zu- Waffenschmidt, die Filmproduzentin Julia
kunftsfelder: Was wird passieren, welche Willmann, JU-Chef Philipp Missfelder, der
Chancen und Risiken entstehen, wie kön- Finanzexperte Hans-Joerg Naumer, die
nen christliche Führungskräfte kreativ damit Mode-Geschäftsfrau Sandra Trögl, der Kom-
Kongress
2009

umgehen? Anschließend gibt es für die mehreren munitätsleiter Dominik Klenk, der Wirtschaftswo-
hundert Teilnehmer die Chance, sich miteinander zu christlicher che-Ressortleiter und „Karrierebibel“-Autor Jo-
vernetzen: nach Branchen und nach Regionen. „Es Führungskräfte chen Mai, die Malteser-Projektleiterin Johanna
wird höchste Zeit, dass junge Christen, die in den Heereman und der Medizinethiker Stephan Sahm.
unterschiedlichsten Bereichen Verantwortung übernehmen, sich „20x09“ findet im Rahmen des „Kongresses für christliche
kennenlernen, sich gegenseitig motivieren, möglicherweise ge- Führungskräfte“ in Düsseldorf statt. Die Veranstaltung be-
meinsame Projekte starten“, sagen die „20x09“ Initiatoren, die ginnt am Freitag, 27. Februar, 14.30 Uhr, und läuft, mit kurzer
TV-Hauptstadtkorrespondenten Markus Spieker und Thorsten Unterbrechung bis in den späten Abend.
Alsleben und die Bank-Managerin Gaby Spieker. Die anvisierte
Altersgruppe ist „U40“. Getreu dem Motto „sich berühren las- Anmeldungen unter www.20x09.de
sen, sich begegnen, die Welt bewegen“ setzen die Veranstalter Eintritt 25 Euro
auf den Einsatz modernster audiovisueller Mittel: „Wir schrek- Anzeige
ken vor nichts zurück, um uns und die anderen Teilnehmer für Zieglersche Anstalten, Jugendhilfe Hoffmannhaus
10. bis 12. und Ev. Brüdergemeinde präsentieren: 60 Diakonie-Workshops,
die Zukunft heiß und fit zu machen.“ Besondes gespannt sind sie Juli 2009 Camp am See, Open-Air-
in w w w . j u g e n d Judy Bailey und Mr. Joy.
auf den „Begegnungsteil“: „Wir garantieren, dass jeder, der an Festival mit Claas P. Jambor,

20x09 teilnimmt, mit 50 Leuten aus seinem Fach oder seiner Wilhelmsdorf d i a k o n i e
Nähe in persönlichen Kontakt kommt.“ (Württemberg) festival.de Drei Tage für nur 35 Euro!
24 Theologie ideaSpektrum 1/2/2009

Kleine ERNST GÜNTER

&
„... Es ist über alle derselbe Herr, WENZLER
(Stuttgart), Inspek-
reich für alle, die ihn anrufen.“ tor des Süddeut-
Römer 10,12 schen Gemein-
Kanzel schaftsverbandes

Gott gibt uns, was wir brauchen


Sparen ist angesagt, auch wenn niemand Bei Gott keine Haushaltssperre Ende sind. Gut zu wissen, dass er uns
es mag. Nicht ansparen, um etwas auf die Glücklicherweise gibt es bei Gott keine auch dann hilft, wenn wir den eigenen
hohe Kante zu legen, sondern einsparen, Haushaltssperre. Für den Ewigen gibt es Bankrott erleben und vor ihm total über-
um mit dem, was da ist, über die Runden keinen Sparzwang. Seine Mittel und schuldet sind.
zu kommen. Seit dem Börsencrash wer- Möglichkeiten sind nicht von unserer
den allüberall Sparmöglichkeiten ge- Wirtschaftslage und den Börsendaten ab- Gott kürzt nicht
sucht, Sparpakete geschnürt und immer hängig. Sie sind und bleiben unbegrenzt. Gott ist reich an Barmherzigkeit und
neue Sparvorschläge kommen auf den Der Vater im Himmel hat keinen Ausga- gibt diese liebend gern weiter. Für sein
Tisch. Seit „Finanzkrise“ zum Wort des benstopp verhängt. Er gibt von Herzen Erbarmen gibt es keine Kürzungen. Für
Jahres geworden ist, wird der Rotstift an- gern das, was nur er geben kann: Freude, seine Liebe gibt es keine Einschränkun-
gesetzt und der Gürtel enger geschnallt. Vergebung, Liebe und Frieden. Vor fast gen. Für seine Gnade gibt es kein Kon-
Für den Sparkurs müssen schmerzliche 500 Jahren hat es ein Liederdichter so junkturtief. Gott ist der großzügigste Ge-
Einschnitte vorgenommen werden. ausgedrückt: „Den Leib, die Seel, das Le- ber, den man sich vorstellen kann. Reich
Nicht, weil man will, sondern weil man ben hat er allein uns geben, dieselben zu für alle, die ihn anrufen (Römer 10,12).
muss. Sowohl im öffentlichen als auch bewahren, tut er nie etwas sparen.“ Wenn er auch nicht immer das gibt, was
im privaten Bereich. Bei den Kirchen Zum Glück ist diese Aussage abgesi- wir wollen, schenkt er uns doch immer
und besonders bei freien Werken. Und chert durch Gottes ewig gültiges Wort. das, was wir brauchen. Wer sich heute an
ein Ende ist nicht in Sicht. Die Progno- Gott sei Dank gelten seine Zusagen auch ihn wendet, wird es erleben. Gott gibt
sen sind alles andere als ermutigend. dann, wenn wir mit unserem Latein am nicht knickerig, sondern großzügig.
2192

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Foto: privat
ideaSpektrum 1/2/2009
Von Personen
Christen im Blickpunkt
25

Gambia (Westafrika): Missionare bitten Präsidenten um Gnade


Ein britisches Missionarsehepaar, das im westafrikani- David Fulton arbeitete als Soldatenseelsorger in der
schen Gambia zu einem Jahr Gefängnis mit schwerer gambischen Armee und half, einen Zweig der interna- Missionskrankenhaus
Arbeit verurteilt wurde, hat ein Gnadengesuch an tionalen Gefangenenhilfsorganisation Prison Fellow-
Staatschef Yahya Jammeh gerichtet. Der 60-jährige ship aufzubauen. Seine Frau leitete die Flughafenseel- in Peru: Leiter knapp
Schotte David Fulton und seine 46-jährige Ehefrau sorge und betreute unheilbar kranke Patienten in
Fiona waren im November verhaftet worden. Man Gambia. dem Tod entronnen
warf ihnen vor, zum Hass gegen den seit
1994 amtierenden Präsidenten aufgerufen Gambia Zwei leitende Mitarbeiter des Missi-
zu haben. Ein Gericht des islamischen Staa- 1,5 Millionen Bürger onskrankenhauses Diospi Suyana
tes in der Hauptstadt Banjul verhängte am (Wir vertrauen auf Gott) in Peru
24. Dezember die Gefängnisstrafe wegen 85% Muslime sind bei einem Verkehrsunfall am
angeblichen Aufruhrs. Wie die Londoner 10% Christen 16. Dezember nur knapp dem Tod
Zeitung „Times“ berichtet, wurde im gam- entronnen. Darunter war auch der
bischen Staatsfernsehen ein Brief verlesen, Leiter und Gründer der Klinik, der
der von dem Missionarsehepaar stammen soll. Darin Wiesbadener Chirurg und Baptist
heißt es: „Wir sind dankbar, diese Gelegenheit zu ha- Klaus John. Er und der ihn beglei-
ben, uns bei seiner Exzellenz (Präsident Jammeh) öf- tende Arzt David Brady seien durch
fentlich zu entschuldigen und bitten ihn um Begnadi- SENEGAL „höhere Bewahrung gerettet“ wor-
gung.“ Gerne würden sie mit ihrer zweijährigen den, heißt es dazu auf der Internet-
ATLANTIK
Adoptivtochter Elisabeth nach Großbritannien ausrei- GAMBIA seite des vor einem Jahr eingeweih-
BANJUL Kerewan a
(Hauptstadt) Gambi
sen. Das Ehepaar, das sich seit zwölf Jahren in Gam- Brikama Basse Santa Su ten Krankenhauses. Den Angaben
bia aufhält, wird von einer Pfingstgemeinde in West- SENEGAL zufolge waren die beiden auf dem
houghton nahe Bolton (Nordengland) unterstützt. Rückweg von einem Besuch bei der
Regionalregierung. Im dichten Ne-
bel unterhalb eines Passes sei ihrem
Getränkehersteller Red Bull erregt Unmut: Strafanzeige Fahrzeug in einer Kurve ein Lastwa-
gen mit Anhänger entgegengekom-
Gegen den Getränkehersteller Red Lehren“ in einer Fernseh- Maria, auf deren Schoß das men. Dessen Fahrer hatte die Kon-
Bull (Fuschl am See bei Salzburg) ist werbung vor. In der Ad- Jesus-Kind mit Schnuller trolle über das Fahrzeug verloren, so
in Wien eine Strafanzeige eingereicht vents- und Weihnachtszeit zu sehen ist, reagiert auf ei- dass der Anhänger den beiden Ärz-
worden. Der Journalist Walter Egon strahlten Privatsender wie nen geschenkten Stier mit ten auf ihrer Spur entgegen kam.
Glöckel (Wien) wirft dem Unterneh- RTL und ProSieben eine dem Ausspruch: „Ich hab John versuchte zwar, nach rechts
men „Herabwürdigung religiöser Red-Bull-Werbung mit einer Krip- doch schon einen Ochsen!“ und deu- auszuweichen, doch dort wäre er in
penszene aus. Darin besuchen vier tet auf Josef. Kritik an dem Wer- den Abgrund gestürzt. Beim Zusam-
statt der üblichen drei Weisen das Je- bespot ist nicht neu. 2007 zog der Ge- menprall sei die linke Seite des Wa-
sus-Kind in Bethlehem. Der vierte tränkehersteller den Film in Italien gens der Ärzte aufgerissen und das
übergibt eine Palette mit Red-Bull- nach Protesten von katholischer Seite Dach eingedrückt worden. Der Wa-
Dosen (siehe Zeichnung). Außer- zurück. Auch in Polen, Kroatien und gen sei unmittelbar vor dem Ab-
dem werden Engel mit dem Slogan der Schweiz hatte die Ausstrahlung grund zum Stehen gekommen. Am
„Red Bull verleiht Flügel“ gezeigt. zu Protesten geführt. Fahrzeug entstand Totalschaden,
und es gab einige Schürfwunden bei
den Ärzten sowie ein gebrochenes
Bayern: Ehemaliger Landesbischof Hermann von Loewenich † Schlüsselbein. Der Bericht schließt
mit den Worten: „Ein anderer Win-
Der bayerische Altlandesbischof Hermann von che“. In seiner Bischofszeit kel des Aufpralls oder ein Sturz in
Loewenich ist am 18. Dezember nach langer Krank- wurde die Gleichstellung von die Tiefe hätte sechs Halbweisen
heit in seiner Heimatstadt Nürnberg im Alter von 77 Frauen in die Kirchenverfas- und zwei Witwen hinterlassen.“ In
Jahren gestorben. Der Theologe stand von 1994 bis sung aufgenommen und der dem Missionskrankenhaus sind 90
1999 an der Spitze der 2,6 Millionen Mitglieder zäh- Veto-Paragraf abgeschafft, mit Mitarbeiter beschäftigt, darunter
lenden Landeskirche. Zuvor war er Dekan von Kulm- dem konservative Gemeinde- die Hälfte Einheimische. Sie be-
bach und 18 Jahre lang Stadtdekan und Regionalbi- pfarrer Kolleginnen im Pfarr- handelten im ersten Jahr 16.000
schof von Nürnberg. In der Landessynode war er amt verhindern konnten. Als Patienten. In diesem Jahr rechnet
zeitweilig Sprecher des Arbeitskreises „Offene Kir- Erster sprach von Loewenich John mit 30.000 Patienten, später
vom Versagen sei- sollen es 100.000 sein. Das Kran-
Anzeige
nes Amtsvorgängers kenhaus ist eines der modernsten

LO
Hans Meiser (1881-1956) während des Perus. Es wurde allein aus Spenden
klicken Sie hier Dritten Reichs, der angeblich den Antise- finanziert. Rund 25.000 Einzel-
mitismus der Nationalsozialisten gebilligt spenden sind eingegangen, mehr
habe. Für die Vereinigte Evangelisch-Lu- als 100 Firmen, vor allem aus dem
www.irakhilfe.org therische Kirche Deutschlands (VELKD)
erarbeitete er die missionarische Konzepti-
Bereich der Medizintechnik, unter-
stützen das Projekt.
on „Öffnen und Verdichten“. 1996 erhielt
Reisen mit Tiefgang er den Bayerischen Verdienstorden. Die
letzten drei Lebensjahre verbrachte von
Loewenich in einem Nürnberger Pflege-
heim. Er litt an Alzheimer in schwerem
Stadium. Sein Nachfolger, Landesbischof
Christliche Kreuzfahrten Johannes Friedrich (München), würdigte
und Gruppenreisen den Verstorbenen als einen Mann, der sich
an allen Stationen seines Dienstes für die
Postfach 65 . 72222 Ebhausen . Tel. 07458 / 99 99-0 ganze Kirche verantwortlich gefühlt und
www.handinhandtours.de Seit 20 Jahren Reisen und Meer „viele notwendige Reformen“ vorange-
bracht habe. BRADY JOHN

Fotos: SWNS, ddp, privat; PR


Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum: Regionalseiten ideaSpektrum Regional 1/2/2009

l idea

Rhön: 120 Verantwortliche kamen in die Christlichen Gästehäuser


Bischofsheim

Bayreuth

Nürnberg
Woran Christen erkennbar sind
Ansbach
Christen sollten ihren Mitmenschen nicht nur
Regensburg
Gesundheit und Erfolg wünschen, sondern sie
auch segnen. Das sagte die Personalreferentin
Augsburg der bayerischen Landeskirche, Oberkirchen-
München rätin Dorothea Greiner, beim Neujahrsemp-
fang der Christlichen Gästehäuser Hohe Rhön
in Bischofsheim/Rhön. Nach ihrer Ansicht
Landeskirchenamt
braucht die Gesellschaft Menschen, die sich im
Sitz des Regionalbischofs Alltag als Christen zu erkennen geben. Der Se-
GREINER SCHROTH
genswunsch könne solch ein Erkennungszei-
chen sein. Beim Segnen gehe es nicht nur um Landrat: „Eine geistige Tankstelle“
„Fromme Wünsche“ erhoffte Wirkungen wie Wohlergehen, Wohl-
stand, Heilung oder Schutz, sondern vor allem
Zu dem von Schroth und Dekan Michael
Wehrwein (Lohr/Main) organisierten Emp-
Für meine Kirche habe ich „from- um den Zuspruch von Gottes Gegenwart, „die fang kamen rund 120 Persönlichkeiten aus
me Wünsche“. Im Blick auf ihre auch mit dem Tod nicht endet“. Außerdem Kirche, Politik und Gesellschaft. Der
Botschaft sollte sie zwischen Ver- führe das Wissen um Gottes Begleitung zur Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld,
heißungen des Herrn und Men- Dankbarkeit und stärke das Verantwortungsbe- Thomas Habermann (CSU), bezeichnete
schengemachtem unterscheiden, wusstsein. Die Bankenkrise zeige, wohin es die Gästehäuser als „geistige Tankstelle“,
und erkennen, was Begeisterung führe, wenn Geldgier und grenzenloses Er- aus der man Kraft und Energie für die Be-
weckt, aber nichts mit den Wir- folgsstreben vergöttert würden. Der Leiter der wältigung des Alltags schöpfen könne.
kungen des Geistes Gottes zu tun Gästehäuser, Fritz Schroth, nannte das Wort Nach Ansicht von Regionalbischof Helmut
haben muss. Zu unterscheiden ist Gottes ein „zeitloses Maß in maßloser Zeit“. Völkel (Ansbach) sind die Gästehäuser
zwischen dem, was bei den Men- Dass die Einführung eines wöchentlichen Ru- Hohe Rhön ein geistliches Zentrum für
schen „ankommt“, und dem, was hetags ein Segen für die Menschheit sei, habe Bayern, von dem zukunftsweisende Impul-
der von Christus gegebene Auftrag beispielsweise die Schlagzeile „Rettung aus se für die Gesellschaft ausgingen. Als Bei-
ist. Und die Aufträge Christi rei- der Krise kam am Sonntag“ unterstrichen. Ge- spiele nannte er Tagungen über die gesell-
chen über den Tellerrand der Le- meint war, dass das Rettungspaket für die Ban- schaftliche Bedeutung von Senioren und
bensverfehlungen („Christus ver- ken an dem Tag geschnürt wurde, als die Bör- zahlreiche Initiativen zur Stärkung des
gibt dir deine Sünden“) und dieses sen geschlossen hatten. ländlichen Raums.
vergehenden Lebens hinaus. Sie
tragen die Perspektive einer neuen
Welt Gottes in sich. Die Abkehr Worauf sich Bayerns Protestanten im neuen Jahr freuen können
vieler von der Kirche hat viel mit
einer innerweltlichen Selbstbe-
schränkung zu tun, die keine
Ewigkeitsperspektive kennt und
Familiengottesdienst beim Oktoberfest
die Menschen langweilt, weil Pro- Die bayerische Landeskirche wird in die- mit ihren „Talenten“ erzielen konnten. Be-
blembewusstsein noch lange nicht sem Jahr ganz im Zeichen des 200-jähri- sondere Höhepunkt werden an Pfingsten
zur Lösung von Problemen bei- gen Jubiläums stehen. Dabei wird an die auch der bayerische Kirchentag auf dem
trägt. Ich glaube, dass diese Wün- Edikte des bayerischen Königs Maximilian mittelfränkischen Hesselberg (1. Juni) und
sche realistisch sind. Als Christ I. Joseph (1756-1825) aus den Jahren 1808 die CVJM-Pfingsttagung in Bobengrün
rechne ich mit dem Wirken des und 1809 erinnert, die den Bürgern Gewis- (30. Mai bis 1. Juni) sowie das „Missio-
Auferstandenen in seiner Kirche sensfreiheit garantierten und die rechtliche Camp“ in der Hohen Rhön (31. Juli bis
und mit dem, was er an Neube- und finanzielle Existenz der protestanti- 14. August) sein. Einen kirchenpolitischen
ginn in seiner Kirche erreichen schen Kirche sicherten. Neben einem Kontrapunkt setzt die Kirchliche Samm-
kann. Pfarrer Albrecht I. Herzog Staatsempfang im April sind ein ökumeni- lung um Bibel und Bekenntnis am 26.
(Neuendettelsau), scher Familiengottesdienst zum „Tag des April in München mit der Verleihung des
Leiter des Freimund- Kindes“ am 20. September auf dem Okto- Walter-Künneth-Preises an fünf Hebam-
Verlags und 2. Vors. berfest und spezielle Erntedank-Gottes- men, die wegen ihres Einsatzes gegen Ab-
der Gesellschaft für dienste geplant. Dabei sollen Ehrenamtli- treibung berufliche Nachteile auf sich nah-
Innere und Äußere che, die zu Beginn des Festjahres mit 200 men. Vom 13. bis 18. April ist der Freistaat
Mission Euro ausgesandt wurden, berichten, wel- Gastgeber für rund 3.000 Teilnehmer des
chen Erfolg sie im Sinne des Evangeliums GemeindeFerienFestivals Spring.
ideaBayern: Klaus-Peter Grasse • Memmingerstr. 16 • 70374 Stuttgart • Tel.: 0711/5094463 • Fax: 0711/5094464 • E-Mail: klaus-peter.grasse@idea.de

Fotos: idea/Grasse, privat


ideaSpektrum Regional 1/2/2009 l ideaHessen 27

l idea Hessen und Nassau • Kurhessen-Waldeck


Neuer Kirchenpräsident: Den unmöglichen Möglichkeiten Gottes vertrauen

Ich will vor allem Pfarrer sein


Kassel

Bad
Marburg Hersfeld
Der neue hessen-nassauische Kirchenpräsi- Meistens ist es sehr bitter, an Grenzen zu Herborn
Gießen
Schmalkalden

dent Volker Jung (Darmstadt) will künftig stoßen.“ Jesus mache Mut, an diesen Grenzen
„deutlich als Pfarrer dieser Kirche erkenn- nicht zu verzweifeln. Es gelte, „jeden Tag auf
Frankfurt
bar“ sein. Das sagte er in einem Radiointer- die unmöglichen Möglichkeiten Gottes zu Wiesbaden Hanau
Mainz Rüsselsheim
view mit der Privatfunkagentur seiner Kir- vertrauen und grenzenlos zu hoffen“.
che. Sein Anliegen setzte er am Tag seines Darmstadt
Amtsantrittes am 1. Januar bereits um: Er
verbrachte den Neujahrstag nicht mit promi- Kirchenverwaltung der beiden Landeskirchen
nenten Auftritten, sondern mit 70 Jugendli- Sitz des Propstes (bzw. der Pröpstin)
chen seines früheren Dekanats Vogelsberg
bei einer Skifreizeit. Einen geistlichen Ak-
zent setzte er in einer Betrachtung zur Jah-
reslosung 2009 „Was bei den Menschen un-
Beten für Opel
möglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas Mitarbeiter des durch die Fi-
18,27), die in der Evangelischen Sonntags- nanzkrise ins Straucheln gerate-
Zeitung erschien. „Die Grenzen, an die wir nen Automobilherstellers Opel
stoßen, sind keine Grenzen für Gott“, so haben am Stammsitz in Rüssels-
Jung. Der Kirchenpräsident weiter: „Manch- heim für eine gute Zukunft des
mal werden wir den Ansprüchen nicht ge- Mutterkonzerns General Motors
recht, die wir an uns selber haben. Manchmal (GM) in den USA gebetet. Das
werden wir den Ansprüchen anderer Men- Gebetstreffen in der pfingst-
schen nicht gerecht. Es gibt Konflikte ohne FLOTTER KIRCHENPRÄSIDENT: Volker Jung ver- kirchlichen Josua-Gemeinde in
Ausweg. Es gibt Krankheit ohne Heilung. brachte den Neujahrstag bei einer Skifreizeit Rüsselsheim war von der über-
konfessionellen Initiative „Ge-
meinsam für Rhein-Main“ orga-
Information an Heiligabend: Ehepaar muss vorerst nicht ins Gefängnis nisiert worden. Sie wird von den
Evangelischen Allianzen der Re-

Gerichtlicher Erfolg für Hausschuleltern gion getragen. Unter den 26


Teilnehmern seien auch einige
Pastoren aus der Region gewe-
Das Ehepaar Jürgen lediglich über das sen sowie Christen, die bei an-
und Rosemarie Dudek Strafmaß verhandelt deren deutschen Automobilher-
(Herleshausen/Osthes- worden sei, die stellen tätig sind, teilte der
sen), das seinen Kindern Schuldfrage aber aus- Gebetsleiter der Frankfurter
aus Glaubensgründen geklammert wurde. Evangelischen Allianz, Pastor
Hausunterricht erteilt, Der Fall muss nun Bernd Oettinghaus, idea mit.
muss vorerst keine Haft- neu verhandelt wer- Die Beter hätten ihr Treffen als
strafe antreten. Das Ober- den. Dabei wird es „Schritt der Hoffnung“ verstan-
landesgericht in Frankfurt auch darum gehen, den. Als Opel vor einigen Jahren
am Main ist dem Ein- ob die Weigerung der schon einmal in einer Krise
spruch der Dudeks gegen Familie Dudek Eltern erlaubt ist, ihre steckte, habe man sich ebenfalls
ein Urteil des Landgerichts Kassel vom Juni Kinder zur Schule zu mit Beschäftigten zum Beten
gefolgt. Der Bescheid wurde den Eltern an schicken. Der älteste Sohn der Familie, Jona- getroffen. Anschließend habe es
Heiligabend zugestellt. Die Eheleute waren than (16), hatte fast ausschließlich Hausun- in Rüsselsheim einen Auf-
im Sommer zu jeweils drei Monaten Haft terricht. Das letzte halbe Jahr besuchte er schwung gegeben. Bei dem ak-
ohne Bewährung verurteilt worden, weil sie eine staatliche Realschule und erreichte den tuellen Treffen hätten die Chris-
ihre schulpflichtigen Kinder „dauernd und Abschluss als Klassenbester mit der Durch- ten zunächst Buße dafür getan,
hartnäckig“ vom Schulbesuch ferngehalten schnittsnote 1,1. Das Paar hat sieben Kinder, dass auch sie in den letzten Wo-
hätten. Zuvor waren die beiden Akademiker von denen drei im Alter von 8 bis 14 Jahren chen eine zu negative Haltung
in früheren Verfahren zu Geldstrafen von ins- zu Hause unterrichtet werden. Die Eltern be- gegenüber der Firmen- und
gesamt 1.050 Euro verurteilt worden. Die El- gründen ihre Haltung damit, dass der Unter- Werkleitung und teilweise sogar
tern hatten Revision eingelegt. Sie monier- richt an öffentlichen Schulen den christli- Hass auf GM entwickelt hätten.
ten, dass in dem Prozess im Sommer chen Glauben ihrer Kinder zerstören könnte.
ideaHessen: Klaus Rösler • Steinbühlstraße 3 • D-35578 Wetzlar • Telefon: 06441/915103 • Fax: 06441/915118 • E-Mail: hessen@idea.de

Foto oben: EKHN, unten: H. Sagawe


Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum: Regionalseiten ideaSpektrum Regional 1/2/2009

Braunschweig • Bremen • Evangelisch-reformierte Kirche (Leer)


l idea Hannover • Nordelbien • Oldenburg • Schaumburg-Lippe (Bückeburg)

Kiel
Gemeinde und Missionswerk werden evangelisch reformierte Freikirche

Leer
Hamburg

Lüneburg
„Arche“ sagt Pfingstkirche ade
Oldenburg Bremen
Das Gemeinde- und Missionswerk Arche in
Hannover Hamburg ist aus dem Bund Freikirchlicher
Bückeburg Pfingstgemeinden (BFP) ausgetreten. Seit
Wolfenbüttel dem 1. Januar firmiert es als evangelisch re-
formierte Freikirche. Wie das Werk mitteilte,
waren theologische Gründe ausschlagge-
Landeskirchenamt bend. Man wolle „eine Stimme für refor-
mierten und zugleich lebendigen Glauben“
sein. Die Arche glaube an das aktive Wirken
Kiel: Ein profilierter des Heiligen Geistes in heutiger Zeit, beken-
ne sich aber zu einem reformatorischen
Pastor tritt ab Heilsverständnis, das nicht den sogenannten
Einer der profiliertesten evan- „freien Willen“ des Menschen, sondern die
gelikalen Geistlichen Nord- Souveränität der Gnade Gottes in den Vor- Die Arche ist besonders durch die „Fernseh-
deutschlands ist am 1. Januar in dergrund stelle. Diese Grundüberzeugung kanzel“ mit Pastor Wolfgang Wegert bekannt
den Ruhestand getreten. vertrage sich nicht mit der Vielfalt charisma-
Wilfried Ahrens (64) war seit tischer Prägungen, wie sie im BFP gelebt Pastoren trafen, um zur Rückbesinnung auf
20 Jahren als Gemeindepastor werden. Die Führungen von BFP und Arche die Kernbotschaft des Evangeliums aufzubre-
in Kiel tätig. Am 28. Dezember hätten sich brüderlich ausgesprochen und chen. Die Arche, die eine ausgedehnte Missi-
wurden er und seine Frau von seien zu dem Ergebnis gekommen, „trotz ih- ons- und Sozialarbeit unterhält, ist besonders
der Apostel-Kirchengemeinde res unterschiedlichen Weges in gemeinsamer durch die „Fernsehkanzel“ mit Pastor Wolf-
verabschiedet. Wie es in einer Absicht das Reich Gottes zu fördern“. Diese gang Wegert bekannt. Die Gottesdienste wer-
Mitteilung heißt, habe Ahrens Umorientierung habe die Arche mit Gemein- den in Deutschland über die Sender „Das
Spuren hinterlassen, die weit den und Werken ähnlicher Ausrichtung in Vierte“ und rheinmaintv und in der Schweiz
über die Gemeinde hinausrei- Verbindung gebracht, etwa mit der Konfe- über U1TV und 3plus ausgestrahlt. Zum BFP
chen. Er gehörte von 1997 bis renz „Together for the Gospel“ (Zusammen gehören 720 Gemeinden mit rund 45.000 Mit-
2004 dem Hauptvorstand der für das Evangelium) in den USA, zu der sich gliedern. Als Präses amtiert Pastor Roman
Deutschen Evangelischen Alli- im letzten Jahr 5.500 meist junge reformierte Siewert (Norden-Norddeich).
anz an und leitete auch die Kie-
ler Ortgruppe dieser evangeli-
kalen Dachorganisation. Ferner Oldenburg: Kirchliches Leben ist wichtiger als Strukturen
steht er dem Trägerverein der
Christlichen Schule Kiel vor.
Vor allem liegen ihm die noch
nicht glaubenden und zweifeln-
Bischof: Kirchenfusion nicht hilfreich
den Menschen am Herzen - Gegen eine Fusion der Evange- doch weniger auf Strukturen und
nach dem Motto: „Wir Men- lisch-Lutherischen Kirche in Ol- mehr auf eine Veränderung des
schen brauchen Jesus Christus denburg mit benachbarten Kirchen kirchlichen Lebens an, etwa eine
wie der Fisch das Wasser.“ Ah- hat sich Landesbischof Jan Jans- stärkere Beteiligung ehrenamtli-
rens hat Glaubenskurse entwi- sen (Oldenburg) ausgesprochen. Er cher Mitarbeiter. Janssen -– mit 45
ckelt. In seiner Gemeinde initi- halte solche Vorschläge angesichts Jahren der jüngste Bischof
ierte er auch „andere einer seit 30 Jahren funktionieren- Deutschlands – steht seit dem 8.
Gottesdienste“, die auf Orgel- den Konföderation der Evangeli- September an der Spitze der ol-
musik und auf Außenstehende schen Kirchen in Niedersachsen für denburgischen Kirche. Zu Beginn
fremd wirkende Liturgie ver- „wenig hilfreich“, sagte er der JANSSEN seiner Amtszeit musste er sich mit
zichten. Nordwest-Zeitung. Das gelte auch den Auswirkungen der Finanzkrise
Mit seiner für ein Zusammengehen mit der Bremischen beschäftigen. Die oldenburgische Kirche hat
Frau enga- Evangelischen Kirche. Die oldenburgische rund 4,5 Millionen Euro verloren, vor allem
giert sich Kirche hat 463.000 Mitglieder, die bremische weil sie das Geld über eine Hausbank bei der
Ahrens fer- 242.000. In Mitteldeutschland haben am 1. zusammengebrochenen US-Investmentbank
ner eben- Januar die Thüringer Kirche und die Kirchen- Lehman Brothers angelegt hatte. Wie Janssen
falls in der provinz Sachsen fusioniert und im Norden jetzt sagte, hat die Krise zu einem umfassen-
Beratung steht ein Zusammenschluss von Nordelbien, den Nachfragen geführt: „Wofür steht Geld?
von Ehe- Mecklenburg und Pommern an. Nach Jans- Was ist der Gegenwert? Was ist die Währung
paaren. sens Ansicht kommt es für die Zukunft je- unseres Vertrauens?“
Fotos: Arche, idea/Kretschel, J. Köhler-Kaeß
ideaSpektrum Regional 1/2/2009 l ideaNord 29

Hannoversche Landesbischöfin für mehr Sinnlichkeit in der Kirche


Protest gegen Anschläge

Eine Kopf-Religion ist zu karg Mit einem Lichtermarsch ha-


ben rund 1.000 Menschen am
30. Dezember auf Anschläge
Mehr Sinnlichkeit und Lebenslust wünscht gebot. Das Christentum sei allerdings keine auf zwei evangelische und eine
sich die hannoversche Landesbischöfin Mar- „Wellness-Religion“. katholische Kirche im Hambur-
got Käßmann von der evangelischen Kirche. ger Stadtteil Poppenbüttel pro-
Die alleinige Betonung der Vernunft habe Käßmann als Ratsvorsitzende? testiert. Die lutherische Simon-
eine gewisse Kargheit ins Glaubensleben ge- Zurückhaltend äußerte sich die Landesbi- Petrus-Kirche war Anfang
bracht, und das sei nicht anziehend, sagte sie schöfin zur Frage, ob sie bei der EKD-Synode November Ziel einer Verwüs-
in einem Interview mit spiegel-online. Der Ende Oktober in Ulm als Ratsvorsitzende kan- tung. In derselben Nacht warfen
Protestantismus sei oft eine „Kopf-Religion“ didieren werde. Sie sei völlig ausgefüllt mit ih- Unbekannte an der nahen
gewesen; im Johannesevangelium heiße es rem Amt in der hannoverschen Landeskirche. Marktkirche Scheiben ein. In
aber: „Das Wort ward Fleisch.“ Da sei der Ihr fühle sie sich tief verbunden, nicht zuletzt, den Morgenstunden des 21. De-
ganze Mensch mit allen Sinnen angespro- weil sie ihre Scheidung mitgetragen habe. Sie zember wurden in der St.-
chen. Die Kirche befindet sich im Blick auf könne sich nicht vorstellen, zusätzliche Aufga- Bernard-Kirche Gesangbücher
die Seele im Wettbewerb mit anderen Anbie- ben zu übernehmen. Aber eine Ratswahl stecke und Bibeln in Brand gesteckt.
tern. Sie habe aber das bessere spirituelle An- auch immer voller Überraschungen.
Riesen-Adventskranz hilft
Rund 6.700 Euro hat eine
Neu: Andachtsraum im schleswig-holsteinischen Landtag Spendenaktion für Kinder im Zu-
sammenhang mit einem überdi-

„Raum der Stille“ für Volksvertreter mensionalen Adventskranz ein-


gebracht. Auf einem 56 Meter
hohen Wasserturm in Lüneburg
Ein „Raum der Stille“ für Abgeordnete, Mitar- worden. Der Raum richtet sich an Angehörige war der Kranz mit 13 Metern
beiter und Gäste des schleswig-holsteinischen aller Konfessionen, Religionen wie auch an Durchmesser aufgestellt worden.
Landtags ist im Kieler Landeshaus eingerichtet nicht-gläubige Menschen. Er soll der Besin- Die 25 Lichter konnten per Anruf
nung und Begegnung im hektischen Alltag die- bei einer Spendenhotline für 99
nen, erklärte Landtagspräsident Martin Kayen- Cent jeweils 30 Sekunden lang
burg (CDU). Der Raum enthält keine zum Leuchten gebracht werden.
religiösen Symbole. Ein Kreuz kann jedoch bei Erste Anruferin war die hanno-
Bedarf aufgestellt werden. Außer christlichen versche Landesbischöfin Margot
Konfessionen sind unter den Abgeordneten Käßmann. Die Spenden gehen an
keine weiteren Religionen vertreten. die Lüneburger Initiative „Frühe
Hilfen für Säuglinge“ und ein
Braunschweig: Viele suchten eine Alternative zum Konsum Projekt für Straßenkinder im
ostafrikanischen Tansania.

Zehntausende kommen zum Dom Kinder in Krisen


Hilfe für Kinder, die unter fa-
Starke Resonanz haben die Advents- und viele eine Alternative zum Konsum. Dies miliären Krisen leiden, bietet die
Weihnachtsveranstaltungen im Braunschwei- zeige sich nicht nur zur Weihnachtszeit; auch baptistische Albertinen-Kinder-
ger Dom gefunden. Zwischen dem 25. No- während der Kar- und Osterwoche und bei tagesstätte in Hamburg an. Aus-
vember und dem 1. Januar besuchten schät- anderen Anlässen sei der Dom gut besucht. einandersetzungen, die einer
zungsweise 40.000 bis 45.000 Trennung der Eltern vorausge-
Menschen die 84 Andachten, Gottes- hen können, belasten Kinder be-
dienste, Abendmahlsfeiern, Konzerte sonders, heißt es in einer Mittei-
und Singeveranstaltungen, teilte lung der Albertinen-Stiftung. In
Domprediger Joachim Hempel idea Zusammenarbeit mit der Evan-
auf Anfrage mit. Besonders beim gelisch-Freikirchlichen Bera-
Quempas-Singen sei der Dom mit tungsstelle bietet sie einen Kurs
1.500 Plätzen mehrfach überfüllt ge- „Kinder in Krisen“ an. Er be-
wesen. Aber auch bei Kurzandachten ginnt am 20. Januar und endet
stellten sich bis zu 300 Besucher ein. am 10. März. Die Gebühr für El-
Hempel führt dies unter anderem auf tern beträgt 55 Euro. Anmeldun-
den Standort des Doms zurück, in gen bis zum 15. Januar an die
dessen Umgebung der Weihnachts- Ev.-Freikirchliche Beratungsstel-
markt mit rund 900.000 Besuchern le, Tel. 040-55775590.
veranstaltet wird. Offenbar suchten
ideaNord: Wolfgang Polzer • Steinbühlstr. 3 • 35578 Wetzlar • Tel.: 06441/915102 • Fax: 06441/915118 • E-Mail: wolfgang.polzer@idea.de

Fotos: M. August, dpa


Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum: Regionalseiten ideaSpektrum Regional 1/2/2009

Anhalt • Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz


l idea Kirchenprovinz Sachsen • Mecklenburg • Pommern • Sachsen • Thüringen
Putt

Greifswald
Seit 1. Januar neu: die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland
Schwerin

Magdeburg
Berlin
Was sich in Deutschlands Mitte ändert
Dessau Ab sofort gibt es in Deutschland nur noch 22 die wichtigsten Lutherstätten. Der Bischof der
statt bisher 23 evangelische Landeskirchen. Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack (Mag-
Am 1. Januar haben sich die Evangelisch- deburg), warnte indes davor, den Zusammen-
Dresden
Eisenach Lutherische Landeskirche in Thüringen und schluss in Mitteldeutschland als Modell für
Chemnitz die unierte Kirchenprovinz Sachsen zur andere derartige Vorhaben anzusehen. Die
Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Voraussetzungen und Rahmenbedingungen
zusammengeschlossen. Die viel beachtete seien in jeder Kirche anders. Der thüringische
Landeskirchenamt
Fusion ist aber keinesfalls die erste ihrer Art Bischof Christoph Kähler (Eisenach) erhofft
seit der Wiedervereinigung: Bereits 2004 sich durch die Fusion vor allem eine Stärkung
war die damalige Evangelische Kirche der der Ortsgemeinden. Als großen Verlierer der
„Pro Reli“ in Berlin: schlesischen Oberlausitz an die Evangelische Vereinigung bezeichnete der Bischof Eise-
Wir schaffen es! Kirche Berlin-Brandenburg angegliedert
worden. Und es wird auch nicht die letzte
nach, das sowohl den Bischofssitz als auch
den Sitz des Kirchenamtes verloren habe. Ei-
Der Verein „Pro Reli“ ist zuver- gewesen sein: Im Norden verhandeln Nord- senach wird künftig lediglich Sitz eines Re-
sichtlich, dass er bis 21. Januar elbien, Mecklenburg und Pommern über die gionalbischofs sein.
die 170.000 Unterschriften zu- Bildung einer Nordkirche, die 2012 entste-
sammenbekommt, die für einen hen könnte. Wer wird neuer Bischof?
Volksentscheid zur Wiederein- Der neue gemeinsame Bischof, der am 20.
führung des Religionsunter- Eisenach ist der große Verlierer März gewählt und am 29. August in sein Amt
richts an Berliner Schulen nötig Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolf- eingeführt werden wird, wird seinen Sitz
sind. Das sagte Pressereferentin gang Huber (Berlin), würdigte den Zusam- künftig in Magdeburg haben. Das gemeinsa-
Julia Sebastian auf Anfrage ge- menschluss der Nachbarkirchen als „ermuti- me derzeit im Bau befindliche Kirchenamt
genüber idea. Der Verein setzt gendes Signal“ für den Reformprozess in der wird ab 2011 in Erfurt sein. Namen möglicher
sich für eine Gleichstellung des EKD. Die neue mitteldeutsche Kirche hat zu- Bischofskandidaten sind bisher noch nicht ge-
in der Hauptstadt freiwilligen sammen rund 910.000 Mitglieder und gehört nannt worden. Kähler und Noack werden ihr
Religionsunterrichts mit Ethik damit zu den größeren der EKD-Mitgliedskir- Amt im Juni niederlegen. Bischof Noack wird
ein. Der rot-rote Berliner Senat chen. Zudem verfügt sie mit Eisenach (Wart- ab dem Wintersemester 2009/2010 an der
hatte den Ethikunterricht zum burg), Eisleben (Geburts- und Sterbehaus), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Schuljahr 2006/2007 als ver- Wittenberg (Thesenanschlag) und Erfurt (Ein- unterrichten. Bischof Kähler wird in diesem
pflichtend für alle Schüler ab tritt ins Kloster und Theologiestudium) über Jahr mit 65 in den Ruhestand gehen.
der 7. Klasse eingeführt. Bisher
lägen 135.000 gültige Unter- Kirche in Mitteldeutschland
schriften vor, sagte Frau Sebas-
tian. Über Weihnachten seien
aber nochmals „sehr viele“ ge- Bundesland
sammelt worden, die nur noch Bundesland Brandenburg
Die neue Kirche besteht aus:
nicht gezählt seien. „Wir gehen Sachsen- Berlin
davon aus, dass wir die nötigen 38 Kirchenkreisen Anhalt
Bundesland
170.000 Unterschriften bis 21. 5 Propsteien Evangelische
Niedersachsen
3.315 Gemeinden Landeskirche Anha
Januar zusammenhaben.“ Sollte
3.862 Kirchen
das klappen, würde es voraus- Magdeburg
burg Desssau
1.091 Geistlichen
sichtlich im Juni zu einem ca. 900.000 Mitgliedern
Volksentscheid kommen. Dann aus den bis Ende 2008
hätten die Berliner zu entschei- existierenden Landeskirchen:
den, ob der Religionsunterricht 431.467 Mitglieder aus der
Leipzig
als Wahlpflichtfach neben dem Evangelisch- Lutherischen Kirche
Freistaat
in Thüringen Freistaat
Ethikunterricht an weiterführen- Thüringen
479.060 aus der Evangelischen Sachsen
den Schulen angeboten werden Kirche der Kirchenprovinz Erfurt Chemnitz
soll. Wenn mindestens ein Vier- Sachsen
E ena
Eisenach (Sitz des Kirche
henamts
he
(jeweils Stand Ende 2007)
tel der 2,4 Millionen Wahlbe- ab Frühjahrr 201
2011)
0
rechtigten teilnimmt und die Bundesland
Mehrheit der Teilnehmer dafür Hessen
ist, ist das Votum für den Senat Landeskirchenamt
bindend. Freistaat Bayern
ideaSpektrum Regional 1/2/2009 l ideaOst 31

Wichtige Veranstaltungen 2009: Von ProChrist bis Pfarrertag


Anhalt: Partnerschaft mit

Nicht nur 20 Jahre Revolution „Kirche von Irland“


In der Evangelischen Landes-
kirche Anhalts laufen die Vor-
In diesem Jahr gibt es einige hochkarätige Möglichkeiten zum Gespräch zeigen, was bereitungen für eine Partner-
Veranstaltungen in den östlichen Bundes- Kirche in der Gesellschaft zu bieten hat. schaft mit einer Diözese der
ländern. In allen Kirchen steht das Jahr Während des gesamten Frühjahrs und Som- anglikanischen „Kirche von Ir-
2009 ganz im Zeichen des Gedenkens an mers werden die Kirchen in Mecklenburg- land“. Dazu waren jetzt Vertre-
die friedliche Revolution und den Fall der Vorpommern mit zahlreichen Angeboten ter der „Vereinigten Diözese
Berliner Mauer vor 20 Jahren. Dazu wird es auf der Bundesgartenschau in Schwerin von Limerick, Killaloe und Ard-
im Oktober und November zahlreiche Ver- präsent sein. Im thüringischen Bad Blan- fert“ zu Gast in Anhalt. Ein Ge-
anstaltungen geben. Das Großereignis des kenburg startet die Allianzkonferenz in die- genbesuch von anhaltischer Sei-
Jahres wird neben dem Deutschen Evange- sem Jahr schon Ende Juli. Auch die pietisti- te ist für April geplant. Dabei
lischen Kirchentag sicherlich die Evangeli- schen Gemeinschaftsverbände laden 2009 sollen erste Gemeindepartner-
sation ProChrist, die vom 28. März bis 5. wieder zu zahlreichen Veranstaltungen ein. schaften auf den Weg gebracht
April von Chemnitz aus per Satellit nach So findet bereits Ende Januar in Chemnitz werden. Zur anglikanischen
ganz Europa übertragen wird. Mehrere ein Unternehmertag statt. Im Juni lädt der „Kirche von Irland“ gehören
zehntausend Teilnehmer werden vom 8. bis sächsische Gemeinschaftsverband wieder rund 90.000 Mitglieder, das sind
10. Mai zu einem Regionalen Kirchentag zum Gemeindebibeltag ein. Der Thüringi- 2% der Gesamtbevölkerung.
im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz er- sche Gemeinschaftsbund veranstaltet eben-
wartet. Wie Superintendent Michael Führer falls im Juni einen Jugend- und Gemein- Mitte: Regionalbischof-
sagte, wolle man mit Gottesdiensten, Kon- schaftstag mit dem neuen Inspektor Kandidaten benannt
zerten, Familienangeboten und zahlreichen Johannes Ott. Für das Amt des evangelischen
Regionalbischofs im Sprengel
Eine Auswahl der wichtigsten Veranstaltungen Stendal-Magdeburg haben sich
31. Januar 3. Unternehmertag des sächsischen Gemeinschaftsverbandes in Chemnitz
die Superintendentin des bran-
denburgischen Kirchenkreises
12. – 15. März Leipziger Buchmesse (idea ist mit einem Stand präsent)
Lübben, Ulrike Vogt, und Su-
28. März – 5. April ProChrist – europaweit übertragen aus Chemnitz
perintendent Christoph Hack-
23. April – 11. Oktober Bundesgartenschau Schwerin
beil aus Halberstadt beworben.
8. bis 10. Mai Regionaler Kirchentag Erzgebirge in Annaberg-Buchholz
Die Wahl ist für den 24. Januar
20. – 21. Juni Sächsischer Gemeindebibeltag Crimmitschau
bei der konstituierenden Tagung
29. Juli – 2. August Allianzkonferenz Bad Blankenburg der Synode der Evangelischen
23. August Zentraler sächsischer Kirchenvorstandstag in Dresden Kirche in Mitteldeutschland in
9. September Sächsischer Pfarrertag in Leipzig Bad Sulza geplant. Der bisheri-
ge Propst des Sprengels Sten-
dal-Magdeburg, Matthias Sens,
Erfolgreicher Pfarrer wollte eigentlich gerne im Osten bleiben, aber ... wird am 15. März nach 12-jäh-
riger Tätigkeit in den Ruhestand

Pommern: Rüß verlässt Rügen verabschiedet.

Chemnitz: 100. „Bonhoef-


Er wird Rügen fehlen, wie Rügen ihm fehlen tesdienste, darunter zahlreiche Touristen. In fers Abendschoppen“
wird. Nach acht Jahren als Gemeindepastor seiner Arbeit setzte er vor allem kirchenmu- Am 15. Januar findet in Leh-
auf Deutschlands größter Insel ist Pastor An- sikalische und geistliche Akzente. Im Som- manns Café in Chemnitz die 100.
dreas Rüß zum Jahres- merhalbjahr fanden in Ausgabe von „Bonhoeffers
ende in den Ruhestand seiner Gemeinde bis zu Abendschoppen“ statt. Zu einer
verabschiedet worden. 65 Konzerte statt. Seine Podiumsdiskussion über den Weg
Den wird er zusammen Arbeit auf Rügen sei, der Kirche im 21. Jahrhundert
mit seiner Frau in Hen- wie er selbst sagte, so werden diesmal die Oberbürger-
stedt-Ulzburg bei Ham- etwas wie Pioniermissi- meisterin Barbara Ludwig und
burg verbringen. Zu sei- on gewesen, da man Oberlandeskirchenrat Horst Sle-
nem letzten Gottesdienst kaum Wissen über die sazeck erwartet. Initiiert hatte die
am 31. Dezember war Bibel und die Kirche Reihe, die einmal im Monat statt-
die kleine Kapelle in Vitt habe voraussetzen kön- findet, vor zehn Jahren der Pfar-
bis auf den letzten Platz gefüllt. Das war nen. Gern hätte sich der Pastor auch über das rer Stephan Brenner. Lehmanns
häufig der Fall, wenn Rüß in einer der insge- 65. Lebensjahr hinaus ehrenamtlich im Ge- Café, Markersdorfer Straße 112;
samt fünf Kirchen predigte, für die er zustän- meindedienst auf Rügen engagiert. Doch das ab 18 Uhr Gastronomie, ab
dig war. In den Sommermonaten kamen stets hatte die pommersche Kirche mit Verweis 19.30 Uhr Podiumsdiskussion
zwischen 80 und 200 Personen in seine Got- auf das Pastorendienstrecht abgelehnt.
ideaOst: Matthias Pankau • Trufanowstraße 19 • 04105 Leipzig • Tel.: 0341/3373293 • Fax: 0341/3373294 • E-Mail: matthias.pankau@idea.de

Foto: idea/Kretschel
Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum: Regionalseiten ideaSpektrum Regional 1/2/2009

l idea Baden • Pfalz • Württemberg

Speyer
Aidlinger Diakonissen geben Antworten für suchende Menschen
Karlsruhe
Korntal
Stuttgart
Aidlingen
Hülben
Wo die Welt gut aufgehoben ist
Im christlichen Glauben sehen die Schwes-
tern des Diakonissenmutterhauses Aidlingen
die einzige tragfähige Antwort für Men-
schen, die einen festen Halt angesichts sich
häufender politischer Krisen suchen. „Wir
Landeskirchenamt
können die Probleme der Welt nicht lösen,
aber zeigen, warum wir nicht verzweifeln“,
sagte die Oberin, Schwester Renate Kraus, Schwester Zentgraf, Oberin Kraus, Pfarrer Schmid
Kommentar beim Jahrestreffen in Stuttgart gegenüber
idea. Sie bezeichnete das Gebet zu Gott als Schwesternschaft teilnahmen, wurde insbe-
Kraftquelle „in der Gewissheit, dass die Welt sondere für die Situation im Nahen Osten
Bitte Klartext reden in Gottes Händen gut aufgehoben“ sei. Auf- gebetet. Der Studienleiter des pietistischen
Es bleibt einem die Sprache
gabe der Christen sei es, Gott um Weisheit Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen, Pfar-
weg, wenn man im Neuen Testa-
ment liest, dass ein „Oberer“ – für Regierungen und andere gesellschaftliche rer Hartmut Schmid, forderte die Besucher
sprich ein Mitglied des Synago- Verantwortungsträger zu bitten. Bei der Ta- auf, nicht über innerweltliche Schwierigkei-
genrates – Jesus die Frage stellt: gung unter dem Motto „Gehalten“, an der ten zu klagen, sondern Gott als Herrscher der
Was muss ich tun, damit ich das rund 2.000 Freunde der 1927 gegründeten Welt zu loben.
ewige Leben erreiche? Diese
Schlüsselfrage kann er nicht be-
antworten! Württembergs Altpietisten: Traditionsbewusst am Jahresanfang
Die zentrale Frage
Ist es in unserer Kirche anders?
Gelegenheiten, zu antworten, gäbe
Mit Gottes Möglichkeiten rechnen
es viele. Kinder besuchen einen
Traditionsbewusst starteten Württembergs Alt- über die ungeahnten Möglichkeiten von Jesus
christlichen Kindergarten. Die Kir-
che bietet Krabbelgruppen an. Mi- pietisten in das neue Jahr: Die seit über 125 Christus auf. Wie in Hülben wurden auch bei
nigottesdienste für Kleinkinder Jahren durchgeführte Silvester-Konferenz in der Stuttgarter „Neujahrsstunde“ des Gemein-
boomen. In die Jugendarbeit wird Hülben bei Reutlingen zog mehr als 500 Besu- schaftsverbandes die internationale Finanzkri-
investiert. Der Schwerpunkt vieler cher aus dem gesamten Südwesten an. Kurz- se und die kriegerischen Auseinandersetzun-
Pfarrer ist Konfirmandenarbeit. botschaften sprachen 17 „redende Brüder“, gen im Nahen Osten angesprochen. Vor rund
Religionsunterricht gibt es fast darunter Prälat i.R. Rolf Scheffbuch (Korntal 80 Besuchern sagte der württembergische Re-
überall. Erwachsenenbildung steht bei Stuttgart), Prof. Siegfried Kullen (Ravens- gionalbischof Ulrich Mack (Stuttgart), dass
hoch im Kurs. Wir haben einen burg) und mehrere Laien, darunter ein Zahn- die weltweiten Entwicklungen zum Vertrauen
Reichtum an Angeboten, der fast arzt und ein Ölmüller. Sie riefen zum Staunen zu Gott herausforderten.
nicht zu überbieten ist. Aber be-
kommen die Menschen, die mit
den christlichen Netzwerken er-
reicht werden, auch die Antwort
Was das neue Jahr dem Südwesten bringen wird
auf die zentrale Frage nach ihrer
Rettung? Oder gehen wir davon
aus, dass alle bereits die Antwort
kennen und längst ihrer Rettung
Erinnerung und Orientierung
gewiss sind? Besonders rund ist der Geburtstag nicht, den nie-Pionier Gustav Werner, das von badi-
Seit Jesus kennen wir Gottes ein- die württembergische Landeskirche im kom- schen Pietisten vor 100 Jahren gebaute Bi-
ziges Rettungspaket: Nur der Glau- menden Jahr ausgiebig begeht: das 475-jäh- belheim „Bethanien“ in Langensteinbach
be an Christus führt zum ewigen rige Bestehen. Daran, dass am 16. Mai 1534 (Festtag am 1. Mai) und die Gründung der
Leben. Das muss unmissverständ- in der Stuttgarter Stiftskirche der erste öf- badischen Missionarischen Dienste vor 75
lich für Insider und Außenstehende
fentliche evangelische Gottesdienst gefeiert Jahren mit einem Symposium am 11. Juli in
gesagt werden.
Pfarrer Hermann wurde, erinnern u. a. ein im SWR-Fernsehen Karlsruhe. Geistliche Orientierung gibt es
Traub (Kraichtal), übertragener Festgottesdienst (16. Mai) und am 11. Juni bei 16 regionalen Christustagen
Vorsitzender der eine Jubiläumsausstellung (16. bis 24. Juli) zwischen Main, Rhein und Bodensee sowie
Evangelischen Verei- sowie zahlreiche Führungen, Vorträge, Semi- am 26. September beim badischen Henhöfer-
nigung für Bibel und nare und Exkursionen. Für die regionale Kir- tag in Mosbach und am 7. November in
Bekenntnis in Baden chengeschichte ebenso wichtig sind der am Speyer bei „Profil 2009“ des „Netzwerks be-
12. März 1809 geborene Reutlinger Diako- kennender Christen“ in der Pfalz.
Foto oben: idea/Grasse, unten: privat
ideaSpektrum Regional 1/2/2009 l ideaSüdwest 33

16.000 Päckchen Liebe


Korntal: Brüdergemeinde beklagt doppelten Werteverfall Bei der zum zehnten Mal durchge-
führten Sammlung „Ein Päckchen
Liebe schenken“ des evangelischen
Nach den Idealen jetzt die Milliarden Missionsbundes Licht im Osten
(Korntal bei Stuttgart) kamen knapp
Einen Werteverfall im doppelten Sinn te: „Es macht Sinn, es lohnt sich und es 16.000 Päckchen zusammen. Das
hat der Vorsteher der Evangelischen tut unserer Gesellschaft gut, wenn wir sind etwa 600 mehr als im Vorjahr.
Brüdergemeinde Korntal bei Stuttgart, wieder für christliche Grundüberzeu- Die Geschenkkartons mit Lebensmit-
Notar Dieter Messner, ausgemacht. Weil gungen einstehen und diese Werte im teln, Süßigkeiten, Spielsachen und
ideelle Grundwerte in der Gesellschaft Alltag umsetzen, um verloren gegange- Hygieneartikeln wurden an rund 120
nicht mehr hoch im Kurs stünden, wür- nes Vertrauen zurückzugewinnen.“ Vor- Orten vor allem in Württemberg ein-
den inzwischen auch materielle Werte in bild könne die 1819 gegründete Brüder- gesammelt. Empfänger sind Bedürfti-
Milliardenhöhe verfallen, sagte er beim gemeinde sein, die ihr seelsorgerliches ge in Rumänien, Bulgarien, Tschechi-
Neujahrsempfang der Gemeinde. Seiner und soziales Engagement bis heute an en, Moldawien, Kirgisien, der
Ansicht nach ist der Druck auf die Fi- den biblischen Leitbildern der Gottes- Ukraine und den baltischen Staaten.
nanz- und Geldmärkte eine Folge des und Nächstenliebe orientiere. Dies wer- Russland hat erstmals keine Einfuhr-
Verlustes an Ehrlichkeit und Maßhalten. de auch in einem Film dokumentiert, der genehmigung erteilt. Als die Aktion
Vor über 200 Gästen plädierte Messner innerhalb einer Woche bereits rund 200- 1998 startete, wurden 2.500 „Liebes-
für eine Belebung der christlichen Wer- mal verkauft wurde. päckchen“ gesammelt.

Kirchengemeinden, die wachsen wollen, können professionelle Unterstützung von


kirchlichen Einrichtungen und privaten Gemeindeberatern bekommen. Ein freiberuf-
Nachgefragt licher Anbieter ist der frühere Gemeindediakon Johannes Stockmayer (53) aus Metzin-
gen bei Reutlingen. Was empfindet er beim Wunsch nach „wachsender Kirche“?

Kirche muss aufwachen, damit sie wachsen kann


idea: Im April veranstaltete die diensten und interessanten Vorträgen. Dann kommt das Wachstum von allein.
württembergische Landeskirche einen Mangels langfristiger Perspektiven sind
Kongress „Wachsende Kirche“ mit vie- Nicht von Wachstum träumen
das meist kurzlebige Strohfeuer. Die Leu-
len Ideen, wie Kirchenferne mit dem te danken für einen abwechslungsreichen idea: Was können Gemeindeberater
Evangelium erreicht werden können. Abend und wenden sich dann wieder an-tun, damit es zum Bewusstseinswandel
Kennen Sie Gemeinden, die inzwischen deren Tätigkeiten zu. kommt?
gewachsen sind? Stockmayer: Der Bewusstseinswandel
Stockmayer: Geistliches Wachstum Verlorene aufnehmen kommt, wenn Christen auf Jesus Christus
lässt sich schwer beurteilen. Zahlenmäßig idea: Sollten Gemeinden erst Leitbil- hören. Das ist Aufgabe der Predigt. Die
beobachte ich eher eine Stagnation. Wenn der entwerfen, bevor sie ans Wachsen Beschäftigung mit der Bibel muss dazu
man davon ausgeht, dass alle Getauften denken? führen, dass die Gemeinde – haupt- und
im Einzugsbereich einer Gemeinde auto- Stockmayer: Nein. Ich plädiere für ehrenamtliche Mitarbeiter, Gruppenleiter
matisch dazugehören, ist es schwer, neue eine „aufwachende Kirche“. In der soge- und Gottesdienstbesucher – ihren Auftrag
Mitglieder gewinnen zu wollen. Zuwäch- nannten Kerngemeinde muss das Be- selbst erkennt. Erkennt sie nichts, sollte
se gibt es hauptsächlich bei freikirchli- wusstsein wachsen, dass Kirche kein Ver- sie nicht von Wachstum träumen. Ge-
chen Gemeinden. ein ist, für den man möglichst gut werben meinden müssen aufhören, um sich selbst
soll, sondern eine Gemeinschaft mit dem zu kreisen. Wenn sie beziehungsstark sind
Nur Strohfeuer? Auftrag, verlorene Menschen aufzuneh- und auf andere zugehen, werden sie
idea: Ist demnach die Absicht, landes- men. Es geht um materiell, sozial und wachsen, auch wenn sie erkennen, dass
kirchliche Gemeinden wachsen zu lassen, geistlich Notleidende. Oft ist es aber wie sie nicht aus Super-Christen bestehen.
ein hoffnungsloses Unterfangen? bei einem Ehepaar, das ein Kinderzimmer Gemeindeberater sind Helfer. Sie können
Stockmayer: Die Absicht, etwas gegen liebevoll einrichtet, aber keine Kinder dazu beitragen, dass sich Gemeindemit-
das abnehmende Interesse an der Kirche zeugen will. Das lässt sich nicht durch glieder ehrlich begegnen. Sie können die
zu tun, ist gut. Ich frage mich allerdings, Leitbilder ändern, sondern nur durch Vor- Bereitschaft fördern, Unnötiges aufzuge-
ob dieses Ziel immer mit der nötigen freude auf eine bessere Zukunft. Das ben, um Wesentliches zu tun. Wo eine
Konsequenz verfolgt wird. Häufig ent- langfristige Ziel aller Aktivitäten einer Gemeinde Gott neu als ihren Mittelpunkt
steht ein hektischer Aktionismus mit pep- Kirchengemeinde muss sein, Menschen entdeckt, wird sie auch wachsen.
pigen Einladezetteln zu modernen Gottes- zu Nachfolgern Jesu Christi zu machen. Infos: www.onesimus-dienste.de
ideaSüdwest: Klaus-Peter Grasse • Memmingerstr. 16 • 70374 Stuttgart • Tel.: 0711/5094463 • Fax: 0711/5094464 • E-Mail: klaus-peter.grasse@idea.de

Foto: privat
Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum: Regionalseiten ideaSpektrum Regional 1/2/2009

l idea Lippe • Rheinland • Westfalen

Porta Westfalica
Scharfe Kritik an einer Synoden-Vorlage der rheinischen Kirche
Bielefeld Lemgo
Münster
Detmold
Essen
idea-Redaktionsbüro

Düsseldorf
Dortmund
Wuppertal
Lippstadt

Witwerrente für Homo-Paare?


Köln Homosexuelle Kirchenbedien- Ein Beispiel für ein betroffenes
Siegen
Bonn stete, die sich zu einer Eingetra- Paar: Herbert Groh und Heiner
Wetzlar
genen Lebenspartnerschaft ent- Koppe (rechts) haben vor dem
Bad Neuenahr
schlossen haben, sollen im Standesamt und am Ersten Ad-
Rheinland beim Besoldungs- vent 2005 in der evangelischen
und Versorgungsrecht Ehepaa- Gnadenkirche von Bergisch Glad-
Trier
bach „Ja“ zueinander gesagt.
ren gleichgestellt werden. Das
Saarbrücken
Landeskirchenamt
sieht eine Vorlage der rheini- zeichnet worden war. Darin
schen Synode vor, die vom 11. heißt es: „Wir halten prakti-
bis 16. Januar in Bad Neuenahr zierte Homosexualität von
tagt. In den entsprechenden Ordnungen für Amtsträgern der Kirche für unvereinbar mit
Lippstadt: Drei Kirchenbeamte und Pfarrer soll ein Passus
eingefügt werden, der „Eingetragene Lebens-
ihrem Auftrag und Dienst in der Gemeinde.“
Der neue Vorstoß der Kirchenleitung doku-
Kirchen vor dem Aus? partnerinnen und -partner wie Ehegatten, mentiere ein weiteres Mal, dass in der rheini-
Die evangelische Kirchenge- Witwen und Witwer“ behandelt. Damit wür- schen Kirche den Geboten Gottes keinerlei
meinde Lippstadt (Kirchenkreis den beispielsweise die Partner homosexueller verbindliche Bedeutung mehr beigemessen
Soest) wird möglicherweise drei Pfarrer im Todesfall einen Anspruch auf Wit- wird, so der Evangelische Aufbruch.
ihrer acht Kirchen aufgeben. Das wen- bzw. Witwerrente haben. Derzeit gibt es
sieht ein Konzept vor, das eine laut der Landeskirche zwölf Kirchenbedien- Umstritten in Kirchenausschüssen
Arbeitsgruppe des Presbyteriums stete, die in einer Eingetragenen Lebenspart- Der Vorschlag ist auch in kirchlichen Gre-
erarbeitet hat. Wie Pfarrer Gis- nerschaft leben. Die Vorlage stößt besonders mien umstritten: Von den Ständigen Aus-
bert König gegenüber ideaWest bei theologisch konservativen Protestanten schüssen sprechen sich der Theologische so-
sagte, könnte nach den Plänen auf scharfe Kritik. Der stellvertretende Vorsit- wie der Innerkirchliche Ausschuss für die
eine Kirche in ein Bürgerhaus zende der Evangelischen Sammlung im Vorlage aus. Der Finanzausschuss sowie der
umfunktioniert werden. Die Jo- Rheinland, Pfarrer Wolfgang Sickinger Ausschuss für Kirchenordnung und Rechts-
hanneskirche im Lippstädter Sü- (Mülheim/Ruhr), sagte gegenüber ideaWest, fragen lehnen ihn dagegen ab. Im Vorfeld hat-
den solle die Funktion eines Ge- die Kirchenleitung setze damit den Weg der te sich die rheinische Kirche auch mit der
meindezentrums übernehmen, Anerkennung und Förderung homosexueller westfälischen und der Lippischen Landeskir-
wobei eine ökumenische Koope- Lebensgemeinschaften konsequent fort und che wegen der Vorlage in Verbindung gesetzt.
ration noch geprüft werden soll. fördere damit ein Verhalten, das laut der Bibel Beide wollen jedoch eine Entscheidung der
Die im 10. Jahrhundert erbaute Gott ein Gräuel sei. EKD abwarten. Zudem hält die westfälische
Stiftskirche könnte beispielswei- Kirche es nicht für sinnvoll, eine Änderung zu
se für eine touristische Nutzung Unvereinbar mit Auftrag der Kirche bewirken, „die dem Besoldungsrecht des
zur Verfügung gestellt werden. „Es bleibt ein entschei- Bundes, der Länder und aller Kirchen ange-
Das gemeindliche Leben solle dender Unterschied, ob sichts der höchstrichterlichen Rechtsprechung
sich künftig auf das Zentrum von man in der Kirche homo- widerspricht“, heißt es in einem Antwort-
Lippstadt konzentrieren. Ver- sexuell empfindenden schreiben an die rheinische Kirche.
stärkt werden soll das Angebot Menschen in seelsorger-
für junge Erwachsene sowie die licher Verantwortung be- Bundesbeamte ohne Anspruch
Kinder- und Jugendarbeit. Der- gegnet oder ob man eine Auf Bundesebene haben Beamte in einer
zeit gebe es einen Überhang der SICKINGER homosexuelle Lebenspra- Eingetragenen Lebenspartnerschaft bislang
Kirchenraumfläche, so König. xis beschlussmäßig be- keinen Anspruch auf Beihilfe, Familienzu-
Angesichts eines strukturellen jaht“, so der Pfarrer. Die klaren Aussagen schläge oder Hinterbliebenenversorgung. Ein
Defizits von 70.000 Euro und ei- der Bibel zum Thema würden von den lei- Entwurf der FDP-Bundestagsfraktion, der
ner um gut 20% geringeren Kir- tenden Gremien der rheinischen Kirche als dies ändern will, ist bislang nicht zur Abstim-
chensteuerzuweisung bis 2012 zeitbedingt und überholt beiseitegeschoben. mung gekommen. Bereits im Jahr 2000 zählte
seien acht Kirchen nicht zu fi- Auch der Evangelische Aufbruch in die rheinische Kirche bei der Anerkennung
nanzieren. Die Gemeindemitglie- Deutschland – der 1993 aus Protest gegen gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften
der sehen das Konzept zum Teil Bestrebungen der rheinischen Kirche, homo- zu den Vorreitern: Damals wurde der Weg frei
kritisch. Die Möglichkeit, Kir- sexuelle Paare zu segnen, entstand – übte gemacht für eine „gottesdienstliche Beglei-
chen mit eigenen Spenden zu er- heftige Kritik an dem Vorschlag. Er erinnerte tung“ solcher Paare, die sich allerdings von
halten, sei unzureichend berück- an die „Bonner Erklärung“ aus dem Jahr einer Trauung deutlich unterscheiden muss.
sichtigt worden, hieß es bei der 1994, die von über 20 Gruppierungen aus Erst ein Jahr später brachte der Bundestag das
Vorstellung der Pläne. dem Gebiet der rheinischen Kirche unter- Lebenspartnerschaftsgesetz auf den Weg.
Foto oben: U. Glaser, unten: idea/Kretschel
ideaSpektrum Regional 1/2/2009 l ideaWest 35

Kongresse, Jubiläen und Großveranstaltungen im Westen Präses Schneider zu


Spätabtreibungen

Die wichtigsten Termine 2009 Der rheinische Präses Niko-


laus Schneider (Düsseldorf) hat
Gesetzesinitiativen zur Ein-
Mehrere wichtige Großveranstaltungen ste- ihren 25. Geburtstag. Über das Himmelfahrts- dämmung von Spätabtreibun-
hen in diesem Jahr im Westen an: Am 21. Wochenende (21. bis 24. Mai) gibt es mehrere gen begrüßt. Es könne nicht
Februar widmet sich der Bund Freier evan- Großtreffen: Der Mülheimer Verband lädt zu sein, dass bei einer ärztlichen
gelischer Gemeinden (FeG) mit einem Im- dieser Zeit zum Gemeindefestival „MaiVesti- Diagnose, die auf eine Behin-
pulstag in Witten dem Thema „Missionari- val“ nach Stadtkyll (Eifel) ein. derung hinweist, die sofortige
sche Diakonie“. Gemeinden sollen dabei Abtreibung die unmittelbare
ermutigt werden, sich mit diakonischen Pro- An Pfingsten mehrere Großtreffen Folge sei. Zumindest eine Be-
jekten missionarisch zu engagieren. Auch am darauffolgenden Pfingstwo- denkzeit solle es geben. Zudem
chenende (30. Mai bis 1. Juni) gibt es zahl- sprach er sich für eine psycho-
Die Führungskräfte kommen reiche Veranstaltungen: In Bergneustadt soziale Beratung aus. Derzeit
Eine Woche später findet vom 26. bis 28. kommen Jugendliche auf Einladung des werden im Bundestag mehrere
Februar der Kongress Christlicher Führungs- Missionshauses Bibelschule Wiedenest zur Anträge beraten, die eine Redu-
kräfte (www.christlicher-kongress.de) in Düs- Pfingstjugendkonferenz zusammen. Im zierung der Spätabtreibungen
seldorf statt, zu dem sich bereits über 2.000 RuhrCongress Bochum feiern die FeGs das zum Ziel haben.
Teilnehmer angemeldet haben. Am 7. März Pfingstfest. Ein Höhepunkt bei den Westfa-
gibt es in Köln wieder das Missionale-Treffen len ist am 7. Juni sicherlich das Gemeinde- Reformierte: Calvin-
(www.missionale.de). Es steht in diesem Jahr ferienfestival „Maximale“ in Hamm, zu dem Ausstellung in Detmold
unter dem Motto „immer Jünger“. Am 24. das Amt für missionarische Dienste der Anlässlich des Calvin-Jahres
April begeht der Mülheimer Verband Frei- westfälischen Kirche einlädt. Nach der hat der Reformierte Bund eine
kirchlich-Evangelischer Gemeinden in Mül- Sommerpause feiert in Herne vom 9. bis 17. Wanderausstellung über den Re-
heim an der Ruhr mit einem Festgottesdienst September das evangelistische Projekt „Feu- formator Johannes Calvin (1509
sein 100-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum er und Flamme“ mit einer Großevangelisati- – 1564) konzipiert. Zum 500.
steht auch Anfang Mai an: Am 8. Mai feiert on mit Andreas Malessa als Hauptredner Geburtstag des Theologen sollen
die Juristen-Vereinigung Lebensrecht in Köln seinen vorläufigen Abschluss. fünf Exemplare der Ausstellung
durch die Republik reisen und in
Gemeinden und kirchlichen Ein-
Baptistengemeinde evangelisiert auf früherem Truppenübungsplatz richtungen über den Genfer Re-
formator informieren. Die erste

Aus Militärgelände wird Ferienzentrum Ausstellung wird am 9. Januar in


Detmold durch den Landessu-
perintendenten der Lippischen
Wo sich früher Bundes- Fußballfeldern – ge- Landeskirche, Martin Dutz-
wehrsoldaten im Schie- hört auch ein Cam- mann, sowie den Oberkirchenrat
ßen geübt haben, soll pingplatz. Die Ge- der EKD, Vicco von Bülow, er-
künftig die christliche meinde hatte vor öffnet. Die Lippische Landeskir-
Botschaft weitergegeben sechs Jahren mit ih- che als überwiegend reformierte
werden: Auf einem ehe- rer evangelistischen Kirche ist stark von der Theolo-
maligen Truppen- Freizeitarbeit begon- gie Calvins geprägt. Allerdings
übungsplatz in Nienburg nen. Weil sie auf- habe er auch für den gesamten
an der Weser errichtet grund des stetig stei- Protestantismus Bedeutung,
eine unabhängige Bap- genden Zuspruchs heißt es in einer Mitteilung der
tistengemeinde in Porta kaum noch geeigne- Landeskirche.
HIER GIBT ES BALD FROMME FREIZEITEN
Westfalica (Ostwestfa- te Plätze für ihre Fe-
len) ein Ferienzentrum. Geplant ist ein Haus rienangebote fand, entschied sie sich zu- „Prinzen“ singen in Kirche
mit einzelnen Appartements, das bis zu 130 nächst, das ehemalige Militärgelände zu Die Popgruppe „Die Prinzen“
Personen Platz bietet. Ein erster Teil des Ge- pachten. Zuletzt hatten im Sommer rund 120 wird im kommenden Sommer
bäudes sei bereits fertig, sagte Gemeindemit- Kinder und Jugendliche an den Freizeiten teil- wieder in der lippischen Kirche
arbeiter Jakob Tissen gegenüber idea. Er ist genommen, von denen etwa 20 % aus einem St. Nicolai in Lemgo auftreten.
für die missionarische Arbeit der rund 600 kirchenfernen Umfeld kamen, sagte Tissen. Die Karten kosten zwischen 15
Mitglieder zählenden Gemeinde zuständig, Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf und 43 Euro. Der Erlös geht an
die teilweise einen russlanddeutschen Hinter- etwa 1,5 Mio. Euro. Bereits jetzt verzeichne die Kirche. Bereits im vergan-
grund haben. Sie will in der Anlage evangelis- man viele Anfragen externer Gruppen: Bis genen Jahr hatten die Sänger
tische Freizeiten anbieten, aber auch anderen zum Herbst sei man in den Ferienwochen und zugunsten der 3,3 Millionen
Gruppen die Gelegenheit geben, dort ihre Fe- an Wochenenden ausgebucht. Dies betrachte teuren Kirchensanierung ein
rien zu verbringen. Zu dem etwa 7,2 Hektar man als eine Bestätigung Gottes für den ein- Konzert gegeben.
großen Gelände – das entspricht rund zehn geschlagenen Weg, so Tissen.
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Foto: privat
36 Anzeigen ideaSpektrum 1/2/2009

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sich zu einem erheblichen Teil aus christlichen Gemeinden und Werken
zusammen. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir daher

eine(n) Anwalt/Anwältin,
der/die die sich hieraus ergebenden besonderen Interessenslagen versteht
und vertreten kann. Ihr hohes, fachliches Interesse sollte die Bereiche
Gesellschaftsrecht, Franchiserecht, (gewerbliches) Mietrecht, Familien-
recht oder Arbeitsrecht umfassen.
Wir suchen eine Persönlichkeit, die sich durch Initiative, Selbständigkeit
und eine betriebswirtschaftliche Denkweise auszeichnet.
Weitere Informationen über unsere Kanzlei
erhalten Sie unter www.fzf.de.
Interessiert? Dann würden wir uns über Ihre aussagekräftige
Bewerbung – gerne auch per E-Mail – freuen:
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Die Evangelische Kirchengemeinde Dußlingen


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Sie sind eine fachlich überzeugende Person
- mit mehrjähriger Erfahrung in Kindergarten oder Gruppenleitung
- mit Teamleitungskompetenz
- die mit Eltern einen offenen und Vertrauen schaffenden Umgang pflegt.
Ihnen liegt es am Herzen, engagiert Gemeinde zu bauen und den Kindern den christ-
lichen Glauben nahe zu bringen. Wir arbeiten mit teilweise offener Arbeitsweise und
verlängerten Öffnungszeiten. Bezahlung: Nach der kirchlichen Anstellungsordnung
(KAO/ TVöD ).
Wir freuen uns über Ihre Bewerbung:
zur Gruppenleiter/in bis spätestens 26. Januar 2009,
zur Kindergartenleiter/in bis spätestens 16. Februar 2009,
an das Evangelische Pfarramt, Kirchstrasse 26, 72144 Dußlingen, Ihr Ansprechpartner
ist Herr Peter Klett, Tel. (0 70 72) 32 73.

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ideaSpektrum 50/2008
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eMail: urlaub@cvjm-bayern.de 'SàIC OTFSFLPTUF SEFSO
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Gesamtleitung: 4POEF
Hans-Martin Stäbler, CVJM-Generalsekretär

www.cvjm-bayern.de
Evangelisches Wochenmagazin ideaSpektrum 1/2/2009

Porträt

Foto: PR
Zum Tod eines der erfolgreichsten Unternehmer

„Er hat nimmer können“


Von Helmut Matthies Mitglied im Vorstand des
Arbeitskreises Evangeli-
Wer Dienstagnachmittag bei Internet- scher Unternehmer und so-
Suchmaschinen „Merckle“ eingab, be- gar 13 Jahre lang in der Lei-
kam die Nachricht „Merckle tot“ und tung der EKD (des Rates).
danach Meldungen, wonach sein Fir- Die ganze Familie steht dem Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H.
menverbund vor der Rettung stehe. Pietismus nahe. Das wirkt Oettinger (l) überreichte 2005 dem Unternehmer
Doch Letzteres wusste der 74-Jährige sich auch auf das Unterneh- Adolf Merckle (r) das Bundesverdienstkreuz 1. Klas-
nicht, als er sich am Montagabend in men aus. Es gibt vom Staat se. In der Mitte Merckles Ehefrau Ruth.
der Nähe seines Wohnortes Blaubeuren als beispielhaft gelobte fa-
bei Ulm vor den Zug warf. milienfreundliche Arbeitszeiten, vor al- habe sich verzockt“. Dass er so verun-
Der gebürtige Dresdener widersprach lem besondere Möglichkeiten für Müt- glimpft wurde, konnte der schwäbische
allen Vorurteilen gegenüber reichen ter. In der Firmenzentrale in Blaubeuren Milliardär nicht verwinden (die Tages-
Leuten. Er hatte nicht ein riesiges Ver- wurde die Großevangelisation Pro- zeitung „Die Welt“), denn die Situation
mögen geerbt, sondern übernahm 1967 Christ übertragen, zum Jahresanfang stellte sich für ihn ganz anders dar. Und
eine kleine Arzneimittelfirma seines Va- werden häufig an die Mitarbeiter die obwohl alles in den letzten Tagen nach
ters mit 80 Mitarbeitern und zwei Mil- Herrnhuter Losungsbücher verteilt. Die einer positiven Wende aussah, erreichte
lionen Euro Umsatz. Er baute sie aus zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszei- es nicht mehr das Herz des erfolgsge-
einer Firmengruppe mit rund 100.000 tung schrieb: „Selbst gefeuerte Mana- wohnten Unternehmers.
Mitarbeitern und einem Umsatz von 30 ger nehmen der Familie die entschieden Dabei hatte der öffentlichkeits-
Milliarden Euro. So etwas gelang kaum christliche Haltung ab, wenngleich sie scheue und wortkarge Unternehmer
einem anderen Deutschen in den letzten zweifeln, ‚ob damit ein Unternehmen in seit der großen Krise so offen über sei-
Jahrzehnten. Nach der Wiedervereini- schwierigen Zeiten zu führen ist’.“ Der nen christlichen Glauben gesprochen
gung engagierte er sich ganz besonders jüngste Sohn Tobias, ein Sozialpädago- wie nie zuvor, sagt seine Frau Ruth am
für seine alte Heimat, schuf tausende ge, führt seit Jahren ein Projekt – See- Tag nach der Katastrophe gegenüber
Arbeitsplätze in der ehemaligen DDR. haus Leonberg – in der Nähe von Stutt- idea. Ruth Merckle: „Er hat nimmer
Bei allem ist er bescheiden, sparsam, ja gart durch, wo straffällige Jugendliche können, obwohl das Gebet für ihn in
manche meinen, ein „Pfennigfuchser“ auf ein Leben in Freiheit vorbereitet der letzten Zeit eine große Stütze war.“
gewesen. Während Manager in großen werden. Die „Welt am Sonntag“ lobte Bibelleser kennen das. Wenn beispiels-
Limousinen vorfahren, zog der Famili- das christliche Modell für den Strafvoll- weise König David, der große Erfolge
enunternehmer das Fahrrad oder einen zug als beispielhaft. wie bittere Niederlagen erlebt hat, in
alten Mercedes vor. Er bekannte, mit Psalm 69 bekennt: „Gott hilf mir. Das
der Bahn zweiter Klasse zu fahren, fah- Wer wirft den ersten Stein? Wasser steht mir bis zum Hals.“ Und
re die erste doch auch nicht schneller. In den letzten Monaten gab es im manchmal steigt das Wasser noch hö-
Im Urlaub in den Bergen übernachtete Unternehmen Merckle Probleme. Im her. Ja, das gibt es – auch wenn davon
er oft mit seiner Frau in schlichten Herbst musste Adolf Merckle mit in evangelikalen Erfolgsbüchern aus
Berghütten. Die ganze Familie ist der Schlagzeilen leben, er habe sich im den USA kaum die Rede ist. Wer in
evangelischen Kirche eng verbunden. Rahmen der Finanzkrise verspekuliert seinem Leben noch kein schweres
Die Söhne spielten einst im örtlichen und hunderte Millionen verloren. In Leid erlebt hat, sollte sich hüten, den
Posaunenchor mit. Seine Frau Ruth war Jahresrückblicken hieß es, „der Zocker ersten Stein zu werfen.

Das Wort der Woche


„Jedes Wort der Bibel: ein Engel des Herrn! Auch die Gebote: ‚Du sollst nicht falsch Zeugnis reden
wider deinen Nächsten.’ Also nichts Falsches über andere sagen. Wem das Gebot in seinem ganzen
Ernst entgegentritt, den umleuchtet die Klarheit des Herrn. Und seine eigene Dunkelheit wird umso
finsterer. Unser leichtfertiger Umgang mit der Wahrheit macht uns Angst.“
Der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad (Speyer) in seiner Weihnachtspredigt