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Respekt, Respekt! Ideen für den Unterricht für die Klassenstufen 7 – 10 Ein Projekt der
Respekt, Respekt! Ideen für den Unterricht für die Klassenstufen 7 – 10 Ein Projekt der

Respekt, Respekt!

Ideen für den Unterricht für die Klassenstufen 7 – 10

Ein Projekt der

Unterricht für die Klassenstufen 7 – 10 Ein Projekt der mit freundlicher Unterstützung von EINE KULTURINITIATIVE

mit freundlicher Unterstützung von

EINE KULTURINITIATIVE DER AVENTIS FOUNDATION

Liebe LehreriNNen, liebe Lehrer, Respekt ist ein menschliches Grundbedürfnis und besitzt im jugendlichen Alltag eine
Liebe LehreriNNen, liebe Lehrer, Respekt ist ein menschliches Grundbedürfnis und besitzt im jugendlichen Alltag eine

Liebe LehreriNNen, liebe Lehrer,

Respekt ist ein menschliches Grundbedürfnis und besitzt im jugendlichen Alltag eine große Relevanz. Die persönliche Auseinandersetzung mit respektvollem bzw. respektlosem Verhalten findet täglich statt, ob zu Hause, in der Peergroup, in der Schule oder im Netz – und sie fordert Jugendliche heraus.

Respekt ist damit ein hochaktuelles Thema und der Begriff bietet eine große Band- breite an Bedeutungen wie Anerkennung, Fairness, Toleranz, Bestätigung, Höflich- keit oder Autorität. Das gesellschaftliche Miteinander von Jugendlichen unter- einander wird von Strukturen und Regeln des gegenseitigen Respektierens, des Ach- tens, aber auch des Ausgegrenztseins getragen. Ein Grund genauer hinzusehen, was Respekt konkret für Jugendliche heißt.

Im Zentrum des Projekts „Respekt, Respekt!“, das wir mit freundlicher Unterstützung von „eXperimente – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation“ realisieren, steht der wert- schätzende und respektvolle Umgang miteinander in allen Kommunikationsformen. Mit den vorliegenden Materialien möchten wir Sie dabei unterstützen, das Thema Respekt im Unterricht aus unterschiedlichen Perspektiven und mittels verschiedener Methoden zu erfassen. Die vorliegenden Anregungen bieten Ihnen einen niedrigschwelligen Ansatz, das Thema abwechslungsreich und alltagsnah im Unterricht aufzubereiten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern intensive und spannende Unterrichtsstunden!

Ihre Stiftung Lesen

Fächerbezug, Ziele und Methoden

Fächerbezug Das Material eignet sich für den fächerübergreifenden Projektunterricht. Die Themen sind vorrangig
Fächerbezug
Das Material eignet sich für den fächerübergreifenden Projektunterricht. Die Themen
sind vorrangig Lehrplaninhalte der Fächer Gemeinschaftskunde, Gesellschaftslehre, So-
zialkunde, Politische Bildung sowie des Religions- oder Ethikunterrichts. Im Fokus stehen
aber auch der kommunikative und sprachliche Aspekt von Respekt. Damit eignen sich die
Unterrichtsmaterialien ebenso für eine sachbezogene Argumentation und Diskussion im
Fach Deutsch.
Ziele Mit den Materialien sollen folgende Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern gefordert und gefördert
Ziele
Mit den Materialien sollen folgende Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern
gefordert und gefördert werden:
• Reflexion über persönliche und gesellschaftliche Sachverhalte
• Sensibilisierung für kommunikative Umgangsformen im Alltag
• Reflexion über kontextabhängige Bedeutungen von Wörtern
• Sachbezogene Diskussion und Argumentation anhand von Leitfragen
• Recherche in unterschiedlichen Medien
• Erarbeitung eigener Materialien zu sachbezogenen Themen
• Präsentation von Materialien in Gruppen und im Klassenverband
Methoden Die Arbeitsmaterialien fassen das Thema in den drei übergeordneten Einheiten „Bedeutung von Respekt“,
Methoden
Die Arbeitsmaterialien fassen das Thema in den drei übergeordneten Einheiten
„Bedeutung von Respekt“, „Kommunikation und Respekt“ sowie „Respekt im Netz“ zu-
sammen. Zu jeder Einheit bieten die Aufgabenstellungen verschiedene Zugänge zu dem
Thema sowie unterschiedliche Perspektiven der Bearbeitung. Grafiken, Plakate, Tabel-
len, Song-Texte oder Kommunikations- und Rollenspiele liefern methodisch abwechs-
lungsreiche Instrumente, um das Thema im Unterricht zu platzieren.
Instrumente, um das Thema im Unterricht zu platzieren. Inhaltsverzeichnis Thema I: Bedeutung von Respekt Respekt
Inhaltsverzeichnis Thema I: Bedeutung von Respekt Respekt – Was ist das?! Respekt und Menschenwürde gehören
Inhaltsverzeichnis
Thema I: Bedeutung von Respekt
Respekt – Was ist das?!
Respekt und Menschenwürde gehören zusammen
Respekt geht jeden persönlich an
Respekt in der Schule
4
4
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7
Thema II: Kommunikation und Respekt
Empathie und Respekt
Worte bewusst einsetzen
Selbstwahrnehmung und Respekt
Fairplay im Klassenraum
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8
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Thema III: Respekt im Netz
Mein digitales Ich
Respekt – auch im Netz!
Cybermobbing - ganz alltäglich?!
Im Visier von Mobbern
Zweifelhafte Kontakte im Chat
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Medien-, Link- und Lesetipps
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Impressum

Herausgeber und Verleger: Stiftung Lesen, Römerwall 40, 55131 Mainz, www.stiftunglesen.de; Verantwortlich:

Dr. Jörg F. Maas; Programme und Projekte: Sabine Uehlein; Redaktion: Birgitte Blähr, Miriam Holstein; Fachautoren:

Bernadette Boos und Reiner Engelmann, Neu-Bamberg; Lesetipps: Reiner Engelmann, Neu-Bamberg; Carina Janas, Nieder-Olm; Gestaltung: Harald Walitzek, Plugin Design, Undenheim; Bildnachweis: Fotolia.com (© Sergey Nivens

(S.

1), © Picture-Factory (S. 1), © grassy22 (S. 1), © william87 (S. 1), © amelaxa (S. 1), © olly (S. 2), © Abundzu (S. 3),

©

Porechenskaya (S. 4), © awx (S. 4), © X-M²-H (S. 5), © kotoyamagami (S. 5), © klickerminth (S. 6), © Barabas Attila

(S.

6), © tunedin (S. 16), © K.- P. Adler (S. 6, 8), © JiSign (S. 6), © Franz Pfluegl (S. 7), © mma23 (S. 7), © Teteline (S. 7),

©

digital vision (S. 7), © shootingankauf (S. 8, 15), © verkoka (S. 8), © asierromero (S. 9), © DR (S. 9), © grafikplusfoto

(S.

9), © BillionPhotos.com (S. 9, 10), © georgerudy (S. 11), © Nelos (S. 11), © yanlev (S. 12, 13), © kraphix (S. 12),

©

Dan Race (S. 13), © Focus Pocus LTD (S. 14), © ellagrin (S. 15), © Antonioguillem (S. 16), © bramgino (S. 16),

©

snyggg.de (S. 16), © Christian Müller (S. 17), © Aru˜nas Gabalis (S. 17), © Oculo (blaue Streifen)). Die Angaben

erfolgen seitenweise von links oben nach rechts unten. Die Arbeitsblätter dürfen für Unterrichtszwecke kopiert werden. Irrtümer und Preisänderungen vorbehalten. Eine Initiative der Stiftung Lesen mit freundlicher Unterstützung von „eXperimente – eine Kulturinitiative der Aventis Foundation“.

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Respekt – Was ist das?!

aber wie geht das? Respekt, Respektier` mich einfach. Klar … ist das so was wie
aber wie geht das? Respekt,
Respektier` mich einfach. Klar …
ist das so was wie
Toleranz? Akzeptanz? Oder etwa Verehrung?
Respekt ist ein menschliches Grundbedürf-
nis – jeder möchte in seiner Persönlichkeit
anerkannt und wertgeschätzt werden.
Ohne Respekt funktioniert keine Bezie-
hung, keine Familie, keine
Schulgemeinschaft, keine
Gesellschaft. Respectus, das
lateinische Wort, von dem
sich Respekt ableitet, heißt
wörtlich übersetzt „zurück-
blicken“, „nochmals hinse-
hen“. Das bedeutet in einem
weiteren Sinne: genau hin-
schauen, beachten, berück-
sichtigen. Jemand, der
Respekt zeigt,
setzt sich aktiv
mit seinem Ge-
genüber aus-
einander und
versucht zu ver-
stehen, wer der
andere wirklich ist.
und versucht zu ver- stehen, wer der andere wirklich ist. RESPEKT „Respekt ist ‘ne unsere Aufgabe
RESPEKT
RESPEKT
„Respekt ist ‘ne unsere Aufgabe und nicht falsche Maske, die aufhabe.“ (Die ich Fantastischen Vier)
„Respekt
ist
‘ne unsere
Aufgabe
und
nicht
falsche
Maske,
die
aufhabe.“
(Die ich
Fantastischen
Vier)

Arbeitsauftrag:

1. Was heißt eigentlich Respekt? Finde weitere Begriffe, die für dich die Bedeutung von Respekt umschreiben, und trage sie in die leeren Kleckse ein.

2. Überlegt dann zu zweit: Warum ist Respekt wichtig und was ist eigentlich der Sinn eines respekt- vollen Umgangs miteinander? Er- stellt eine Liste: „Zehn Gründe für Respekt untereinander“. Stellt euch eure Listen gegenseitig in der Klasse vor.

Stellt euch eure Listen gegenseitig in der Klasse vor. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von
Stellt euch eure Listen gegenseitig in der Klasse vor. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von
Stellt euch eure Listen gegenseitig in der Klasse vor. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Bedeutung von Respekt

4

Respekt und Menschenwürde gehören zusaMMen

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ (Grundgesetz, Artikel 1, Absatz 1)
„Die Würde des Menschen ist
unantastbar.“
(Grundgesetz, Artikel 1, Absatz 1)
ist unantastbar.“ (Grundgesetz, Artikel 1, Absatz 1) Dieser Satz steht an erster Stelle im Grundgesetz der

Dieser Satz steht an erster Stelle im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Die Würde des Menschen ist das oberste Gebot, eine Richtschnur für unser Zusam- menleben. Weder der Staat, noch seine Bürger dürfen Dinge tun, die gegen die Menschenwürde verstoßen. Dieser Artikel markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands nach dem Zweiten Welt- krieg. Denn während des Nazi-Regimes wurde die Würde des Menschen vielfach missachtet. Umso wichtiger war es nach Kriegsende 1945, die menschliche Würde zum obersten Grundsatz des Grundgesetzes zu machen. Denn jeder Mensch hat eine Würde, die es zu achten und zu schützen gilt. Jeder ist besonders, hebt sich vom anderen ab, unterscheidet sich von anderen und gerade trotzdem oder auch deswegen haben alle die gleiche Würde. Der Autor Erwin Koch hat das so formuliert: „Die Würde ist dem Menschen heilig, Res- pekt, der fehlt, ist unverzeihlich.“ Koch bringt damit den Begriff Respekt in einen Zusam- menhang mit der Würde des Menschen.

Respekt in einen Zusam- menhang mit der Würde des Menschen. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Die

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist
© Stiftung Lesen, Mainz 2015 Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist Die
Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist

Die Würde des Menschen ist

ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist

Die Würde des Menschen ist

ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist
ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist
Die Würde des Menschen ist

Die Würde des Menschen ist

ist Die Würde des Menschen ist Die Würde des Menschen ist Arbeitsauftrag: 1. Wie würdest du

Arbeitsauftrag:

1. Wie würdest du das Wort Menschenwürde für dich persönlich definieren?

2. Versuche, das Wort „unantastbar“ durch andere, passende Wörter zu ersetzen und trage sie oben in die Kästen ein.

3. Findet euch paarweise zusammen und schaut euch eure Wörter an. Wie könn- tet ihr eure neuen Sätze künstlerisch umsetzen? Gestaltet gemeinsam z. B. eine Collage, eine Foto-Reihe, ein szenisches Spiel oder denkt euch einen Beat aus, zu dem ihr eure Sätze rappen oder singen könntet. Wenn ihr möchtet, könnt ihr eure Werke in der Klasse vorstellen.

Bedeutung von Respekt

5

Respekt geht jeden persönlich an

3. Wie zeige ich meine Anerkennung anderen und meinen Respekt gegenüber?
3. Wie zeige ich meine Anerkennung
anderen
und meinen Respekt
gegenüber?

Eine Frage des Gebens und Nehmens: Wie sieht Respekt und respektvolles Verhalten für dich persönlich aus? Was ist dir dabei wichtig? Sicher spielen dabei folgende Fragen eine bedeutende Rolle:

2. Wie sollte sich Respekt meiner Person gegenüber ausdrücken? 4. In welchen Situationen gelingt mir
2. Wie sollte sich Respekt
meiner
Person gegenüber
ausdrücken?
4. In welchen Situationen gelingt
mir das besonders gut/
nicht so gut/gar nicht?
1. In welcher
Situation ist mir
Respekt besonders
wichtig?

Arbeitsauftrag:

1. Notiere dir deine Gedanken zu den vier Fragen, die links stehen und ge- stalte
1. Notiere dir deine Gedanken zu den
vier Fragen, die links stehen und ge-
stalte deine Antworten in einem per-
sönlichen Steckbrief „Respekt + Ich“.
Überlege dabei: Zeigst du anderen
deinen Respekt so, wie du ihn gerne
von anderen spüren möchtest?
2. Führt nun in der Klasse das Spiel
„Marktschreier“ durch. Anschließend
beschreiben zunächst die beiden
Marktschreier, wie sie sich gefühlt
haben. Dann sind die Zeugen dran:
Berichtet, was ihr beobachtet habt
und mit welchen Wörtern, Sätzen,
Gesten versucht wurde, den anderen
zu überbieten. Anschließend gibt die
ganze Klasse Feedback: Was war im
Gespräch respektlos, was war respekt-
voll? Überlegt dann gemeinsam: Gibt
es respektvolle Streitgespräche?
3. Im Anschluss können die beiden
Marktschreier versuchen, das gleiche
Gespräch respektvoll zu führen.

Marktschreier

Zwei Schüler aus der Klasse einigen sich auf ein Produkt, das sie verkaufen möchten (z. B. Gemüse, Autos, Schuhe). Die beiden stel- len sich einander gegenüber und versuchen eine Minute lang, die eigene Ware anzupreisen und dabei den anderen zu übertrumpfen. Auf jeder Seite gibt es zwei „Zeugen“, die mit Blatt und Stift die wichtigsten Äußerungen/Gesten notieren. Die restliche Klasse beobachtet die gesamte Szene.

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Bedeutung von Respekt

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Respekt in der Schule

„Diskriminierung in Form von Mobbing und Rassismus sind Themen, die junge Menschen sehr bewegen und
„Diskriminierung in Form von Mobbing und
Rassismus sind Themen, die
junge Menschen
sehr bewegen
und Bestandteil ihrer Erfah-
sind. Jugendliche neh-
in der Schule gilt: Respekt!
wie in der
Klasse, der
Auch
rungs- und Lebenswelt
men sehr sensibel wahr,
Pause, der Freizeit,
beim Sport etc. miteinander
umgegangen wird, und sie beklagen mangeln-
Sowohl auf dem Schulhof als auch in
eurer Klasse oder Clique spielt ein res-
pektvoller Umgang eine zentrale Rolle.
Das gilt für das Verhalten von Schülern
untereinander wie auch für die Schüler-
Lehrer-Beziehung. Aber wie sieht es an
eurer Schule, in eurer Klasse, in eurer
Clique aus?
den Respekt. Sie nehmen die Respektlosigkeit
unter Gleichaltrigen, aber
auch zwischen
Erwachsenen und Jugendlichen wahr.“
und Jugendbericht
(Auszug aus dem 2. Kinder-
Rheinland-Pfalz, 2015, S. 204)
Arbeitsauftrag:
123
45
1. Bildet Kleingruppen: Lest euch
zunächst das Zitat im Kasten
durch und diskutiert darüber, ob
es euch genauso geht, wie es im
Kinder- und Jugendbericht be-
schrieben ist.
2. Zeichnet eine „Respekt-Werte-
skala“ (Plakat DIN A3/Tafel/
Whiteboard/Flipchart) mit einer
Einteilung von 1 – 5 (1 steht für:
„Das ist uns am unwichtigsten“,
5 steht für: „Das ist uns am wich-
tigsten“), in der ihr verschiedene
Aspekte von Respekt auflistet
und anschließend bewertet. Die
Beispiele helfen dabei.
3. Welche Begriffe haben insgesamt
die niedrigste Punktzahl bekom-
men? Überlegt gemeinsam:
Woran liegt das, sind sie nicht so
wichtig?

Freundlicher Umgangston

Ausreden lassen

Keine Schimpfwörter

Freundlicher Umgangston Ausreden lassen Keine Schimpfwörter © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von Respekt 7
Freundlicher Umgangston Ausreden lassen Keine Schimpfwörter © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von Respekt 7
Freundlicher Umgangston Ausreden lassen Keine Schimpfwörter © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von Respekt 7
Freundlicher Umgangston Ausreden lassen Keine Schimpfwörter © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von Respekt 7
Freundlicher Umgangston Ausreden lassen Keine Schimpfwörter © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Bedeutung von Respekt 7

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Bedeutung von Respekt

7

Empathie und Respekt

„Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir keine Richtschnur für unser Verhalten.“
„Wenn wir nicht auf die Gefühle anderer achten, haben wir
keine Richtschnur
für unser Verhalten.“
Dalai Lama (Religiöses Oberhaupt der Tibeter)

Respekt hat auch viel mit Empathie zu tun. Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, sich in andere hineinzuversetzen und ihre Gefühle wahrzu- nehmen. Wie geht es dem anderen heute? Braucht er/sie vielleicht ein auf- munterndes Wort? Geht es ihm/ihr nicht gut und ist er/sie deshalb etwas aufbrausend? Auch wenn man unterschiedlicher Meinung ist, kann man das so ausdrücken, dass man die Gefühle des anderen nicht verletzt.

Das US-amerikanische Time-Magazin

den sogenannten

kurzem mit

hat sich vor

Begriff

Mit diesem

Millennials beschäftigt.

geborene

1980 und 2000

werden zwischen

be-

junge Erwachsene

Jugendliche und

dieser Generation

zeichnet. Den Vertretern

die es ihnen er-

mangele „es an Empathie,

für andere

zu

würde, Mitgefühl

lauben

das Magazin. Ihr Talent

entwickeln.", so

„sich selbst in Marken zu ver-

läge darin,

wandeln”. So würden schon Teenager via

Fans

Co. unzählige

Twitter, Facebook und

selbst vermarkten. Ihre

und sich

sammeln

darin, dass

das Magazin

positive Seite sieht

sie liebenswert, optimistisch und pragma-

tisch seien.

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Arbeitsauftrag: 1. Bildet kleine Gruppen und sucht euch eines der Bilder auf der Seite aus.
Arbeitsauftrag:
1. Bildet kleine Gruppen und sucht
euch eines der Bilder auf der Seite
aus. Stellt die Situation auf dem
Foto mit verteilten Rollen mög-
lichst detailgetreu nach. Dabei
hilft es, wenn ihr zuvor stich-
punktartig eure Gedanken auf-
schreibt, wie die Szene gespielt
werden kann.
2. Anschließender Erfahrungsaus-
tausch: Wie leicht/schwer fiel es
euch in die Rollen einzusteigen?
Welche Gedanken und Gefühle
sind euch in dieser Situation ge-
kommen? Betrachtet die Situation
dann noch einmal: Wie könnte sie
aussehen, wenn jeder versucht,
sich in den anderen hineinzuver-
setzen und dessen Gefühle zu
achten?
3. Diskutiert über den im Kasten
vorgestellten Artikel aus dem
„Time“-Magazin. Wie steht ihr
zu der These, dass die Millennials
nicht zu Empathie in der Lage
sind, sondern nur um sich kreisen?

KoMMunikation und Respekt

8

Worte bewuSSt einsetzen

„Rausgerutscht“ oder „Reingedrückt“?

Da fehlen dir doch die Worte, oder?! Hast du das selber auch schon so erlebt? Verbale Anmache, Dummsprüche, Schikane, Verleumdungen, Hetze: Gewalt mit Worten! Und du spürst: Worte sind mehr als Wörter. Worte verletzen, Worte demütigen, Worte be- schmutzen …

Arbeitsauftrag:
Arbeitsauftrag:

1. Sammelt in der Klasse Beispiele von Floskeln und Äußerungen in euren täglichen Begegnungen und Gesprächen, die ihr als abwer- tend oder respektlos empfindet und tragt sie in die leeren Sprech- blasen ein.

2. Versucht zu beschreiben, warum gerade diese Beispiele euch auf- regen, abwerten oder verletzen.

3. Was sollen die abwertenden Sprü- che in den Sprechblasen in Wirk- lichkeit sagen? Finde Wörter, die den respektlosen Spruch in einen respektvollen umwandeln.

4. Und jetzt ein Stück Selbstkritik:

Wann und in welcher Situation habt ihr euch schon mal abfällig, provozierend, respektlos geäußert oder benommen? Notiert mindes- tens zwei ganz konkrete Ereig- nisse der letzten Zeit (2-4 Wochen). Überlegt, wie es dazu kam.

Was wolltet ihr mit eurem Verhal- ten erreichen, z. B. „eigenen Frust rauslassen“, „von anderen beach- tet werden“ oder „in der Gruppe gut dastehen“? Wenn ihr möch- tet, tauscht euch untereinander darüber aus.

„Ich mach doch nicht den Nigger für dich!“

aus. „Ich mach doch nicht den Nigger für dich!“ „Was ist los, du Penner?“ „Hau bloß
„Was ist los, du Penner?“ „Hau bloß ab, du Assi!“ „Bist du behindert?“ © Stiftung
„Was ist los,
du Penner?“
„Hau bloß ab,
du Assi!“
„Bist du behindert?“
© Stiftung Lesen, Mainz 2015
„Bist du schwul, oder was?“ 5.
„Bist du schwul,
oder was?“
5.

KoMMunikation und Respekt

9

selbst finden, können wir die Wesensart des

„Nur wenn wir uns

Richard von Weizäcker

anderen erkennen und respektieren.

(Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland 1984-1994)

Darauf stehe ich!

kaNN

Das gut

Das kaNN

ich

ich

nicht

so gut

Selbstwahrnehmung und Respekt

Eine wichtige Voraussetzung, um andere respektieren zu können, ist eine gesunde Selbstwahrnehmung. Wenn man seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und sie ak- zeptiert, kann man auch die positiven Seiten am anderen anerkennen und die negativen tolerieren. Andere he- runterzuputzen, um sich selbst besser zu fühlen, oder andere übertrieben zu bewundern, weil man sich selbst klein fühlt, ist dann nicht nötig.

weil man sich selbst klein fühlt, ist dann nicht nötig. Schwierigkeiten die eigenen Stärken zu benennen?

Schwierigkeiten die eigenen Stärken zu benennen?

Die eigenen Stärken und Talente zu er- kennen, ist gar nicht so einfach. Die Seite www.feel-ok.ch möchte dich dabei unter- stützen und gibt viele Tipps dazu. Du fin- dest sie auf der Homepage unter der Rubrik „Selbstwert“.

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Arbeitsauftrag:
Arbeitsauftrag:

1. Stelle dich auf ein DIN A3-Plakat und zeichne deine Fußabdrücke auf das Papier.

2. Schreibe in den linken Fußabdruck deine individuellen Stärken, per- sönlichen Fähigkeiten und Ta- lente.

3. Notiere im rechten Fußabdruck, was du nicht so gut kannst, wo du eventuell deine Schwächen siehst und welche Verhaltensweisen dir an dir selbst nicht so gut gefallen. Wenn du möchtest, mache diese Aufgabe in Partnerarbeit mit je- mand Vertrautem in deiner Klasse.

4. Vergleiche, wie viele Punkte du im linken bzw. im rechten Fußab- druck aufgelistet hast. Wie sieht das Verhältnis aus?

5. Diskutiert in der Klasse, ob es ein- facher ist, positive oder negative Eigenschaften zu nennen.

6. Warum ist es eurer Meinung nach wichtig, sich selbst zu respektie- ren? Diskutiert in der Klasse.

KoMMunikation und Respekt

10

Fairplay im KlaSSenraum

Arbeitsauftrag: 1. Vielleicht kennst du den UEFA-Clip „No to racism“? Du kannst ihn dir unter
Arbeitsauftrag:
1. Vielleicht kennst du den UEFA-Clip „No to racism“? Du kannst ihn dir unter die-
sem Link www.uefa.org/video/videoid=2055181.html anschauen. In dem Clip
sagen Fußballspieler verschiedener Nationen in ihrer Muttersprache diesen Satz.
Gibt es für dich auch ein „No to …“ innerhalb deiner Klasse?
2. Welcher Slogan fällt dir ein, den du als Klassenmotto passend fändest? Schreibe
ihn auf ein DIN A4-Blatt auf und stelle ihn der Klasse vor. Dabei hilft es, wenn du
dir vorher auf einem Zettel die wichtigsten Gründe aufschreibst.
3. Stimmt in der Klasse ab, welcher Slogan für eure Klasse in Zukunft gelten soll.
Gestaltet diesen Slogan als DIN A3-Plakat aus und findet einen gut sichtbaren
Platz, an dem das Plakat im Klassenraum aufgehängt werden kann.
4. Zeig die rote Karte: Schreibe auf rote Kärtchen, welche Verhaltensweisen inner-
halb der Klasse deiner Meinung nach respektlos und verletzend sind.
5. Formuliert auf Grundlage der roten Karten aller Schülerinnen und Schüler eurer
Klasse die zehn wichtigsten Spielregeln, an die sich alle halten sollen. Listet die
zehn Spielregeln auf einem Plakat auf und hängt es zum Klassen-Slogan dazu.
6. Vielleicht gibt es einen „Schiedsrichter“, der die Regeln für eine Woche über-
prüfen möchte? Nach einer Woche könnt ihr nochmals diskutieren, ob sich etwas
verändert hat. Welche Regeln haben sich bewährt, welche nicht? Warum ist das
so? Überarbeitet bei Bedarf die Spielregeln auf dem Plakat für eure Klasse.

Fairer Umgang gilt auch im Klassenraum. Um sich frei äußern und vor der Klasse unge- hemmt sprechen zu können, braucht es einen respektvollen Umgangston. Um sinnvoll kritisieren zu können und selbst Kritik entgegennehmen zu können, sollten bestimmte Prinzipien beachtet werden. Respekt heißt immer auch: Spielregeln einhalten!

Fair ness | Substantiv, feminin a anständiges Verhalten; gerechte, ehrliche Hal- andern gegenüber tung b
Fair ness
|
Substantiv, feminin
a
anständiges Verhalten;
gerechte, ehrliche Hal-
andern gegenüber
tung
b
(Sport)
den [Spiel]re-
geln
entsprechendes,
anständiges
und
Ä. ka-
meradschaftliches
Ver-
halten
beim
Spiel,
Wettkampf
o.
(Quelle: www.duden.de)

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KoMMunikation und Respekt

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dann noch Arbeitsauftrag: Mein digitales Ich Schnell mal was posten, ein paar Bilder hochladen und
dann noch Arbeitsauftrag:
dann noch
Arbeitsauftrag:

Mein digitales Ich

Schnell mal was posten, ein paar Bilder hochladen und das lustige Partyvideo vom letzten Samstag
Schnell mal was posten, ein paar Bilder hochladen und
das lustige Partyvideo vom letzten
Samstag liken. Ist doch cool,
wenn alle sehen,
dass wir Spaß hatten, oder?!
Du bist oft im Internet unterwegs, hast Freundschaftskontakte bei
Facebook, bist auf Youtube und tauschst über Whatsapp
Bilder, Filme, Text- und Sprachdateien mit Freunden aus.
Vielleicht gibt es eine Vielzahl weiterer Chat-Foren,
bei denen du unter deinem echten Namen oder
unter deinem Nicknamen registriert bist.
Dass du mit deinen Internetaktivitäten nicht
allein bist, stellst du ganz schnell fest, wenn
du dich irgendwo eingeloggt hast. Du triffst
immer jemanden.

1. Schau einmal nach, welche per- sönlichen Daten von dir in den verschiedenen Internetforen exis- tieren. Liste sie auf!

2. Gibt es weitere Informationen, die mit deinem Namen in Verbindung gebracht werden können?

3. Sind die Dinge, die du über dich im Netz findest, in Ordnung, oder gibt es Sachen, über die du dich ärgerst?

4. Diskutiert in der Klasse eure Er- gebnisse und Eindrücke. Wie steht ihr dazu, persönliche Informatio- nen ins Netz zu stellen? Gibt es Grenzen, die eurer Meinung nach nicht überschritten werden soll- ten? Wo liegen sie?

Wo?

Welche persönlichen Daten (z. B. realer Name) gebe ich an?

Was mache ich dort (Nachrichten schrei- ben, Fotos/Filme von mir posten etc.)?

Whatsapp

   

Facebook

   

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Respekt im Netz

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Respekt - auch im Netz!

Ein respektvoller Umgang gilt auch online, tabu ist, was andere verletzen könnte. Das sollte einem
Ein respektvoller Umgang gilt auch online, tabu ist, was andere verletzen
könnte. Das sollte einem bei jeder Aktion im Netz bewusst sein.

Wenn wir anderen Menschen im Alltag begegnen, dann gibt es bestimmte Regeln, wie wir uns miteinander verhalten. Wir begrüßen uns, fragen uns gegenseitig, wie es uns geht. Auch wenn man sich im Internet nicht persönlich gegenüber steht und die Kommu- nikation anonymer ist, gibt es dennoch Verhaltensregeln, an die sich jeder halten sollte. Höflichkeit und Respekt gehören auch dazu. Du wirst vielleicht schon festgestellt haben, dass diese Regeln häufig nicht beachtet werden. Möglicherweise bist du auch schon im Netz mit Beleidigungen, Beschimpfungen, Diskriminierungen, falschen Darstellungen konfrontiert worden und hast Fotos oder Filme im Netz von dir gesehen, von denen du nichts wusstest und die du nie freigegeben hättest.

du nichts wusstest und die du nie freigegeben hättest. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Mit den

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

du nie freigegeben hättest. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Mit den Begriffen Internet-Mobbing, Cyber-Mobbing,
Mit den Begriffen Internet-Mobbing, Cyber-Mobbing, Cyber-Bullying sowie Cyber-Stalking werden im Personen es
Mit
den
Begriffen
Internet-Mobbing,
Cyber-Mobbing,
Cyber-Bullying
sowie
Cyber-Stalking
werden
im Personen es verschiedene
Formen
der
Beschimpfung
oder
Be-
lästigung
von
anderen
bezeichnet,
die
über
das
Internet,
in
Chatrooms,
über
das
Handy
oder
per
SMS
verbreitet
werden.
Neben
dem
großen
Schaden
des
Mobbings
für
die
Betroffenen,
der
durch
die
rasant
schnelle
Verbreitung
Internet
noch
verstärkt
wird,
ist
ein großes
Problem, dass
die Einträge sich nicht
so einfach
das
löschen lassen, also
Internet
„nichts vergisst”.

Arbeitsauftrag:

1. Recherchiert in den sozialen Netz- werken, in denen ihr unterwegs seid, ob ihr dort Formen von Mob- bing findet. Wenn ja, stellt sie so dar, dass das Mobbingopfer ano- nym bleibt und nicht noch einmal verletzt wird!

2. Welche Rechte habt ihr, um gegen falsche oder nicht von euch frei- gegebene Darstellungen vorzu- gehen? Informiert euch unter:

3. Schaut euch diesen Film an:

 

Findet

ihr die dargestellte Aktion gegen

Cybermobbing gut? Diskutiert, ob ihr euch auch vorstellen könntet, so aktiv zu werden. Was würde passieren, wenn keiner mehr mit- macht?

Respekt im Netz

13

Arbeitsauftrag: 1. Lies dir die Strophen des Songs von Ben Bohnert durch. Den ge- samten
Arbeitsauftrag:
1. Lies dir die Strophen des Songs
von Ben Bohnert durch. Den ge-
samten Text und den Song findest
du hier:
http://www.klicksafe.de/ueber-
klicksafe/safer-internet-day/sid-
2015/rap-song-knigge-20/ .
Auszug aus dem Rapsong
„KniGGe 2.0“ von Ben Bohnert
Sag
mir, was würdest du
fühlen, wenn dir folgendes passiert
du addest jemanden
auf Facebook, wartest dass er reagiert
du bist dir sicher ihr seid Freunde,
und du ahnst nicht
was geschieht
/
und du erlebst, wie er dich als Freund mit einem Klick ausschließt
2. Findet euch in sechs Gruppen zu-
sammen. Drei Gruppen nehmen
für jeweils eine Strophe die Per-
spektive des Opfers ein und über-
legen, wie sich die geschilderten
Situationen anfühlen. Die drei an-
deren Gruppen nehmen die Täter-
perspektive ein und überlegen,
warum sich jemand so verhält. Da-
Was
würdest du fühlen,
es gibt ‘ne Gruppe bei Whatsapp
deine ganze Klasse
ist da drin doch
nur du bist nicht im
Chat
ich nicht?“
und kein einziger reagiert auf
deine Frage „Wieso
keiner schaut dir
dich /
in die Augen, jeder ignoriert
Was
würdest du fühlen, du
findest im Netz ein Profil
nach präsentieren die „Opfer-
gruppen” ihre Argumente vor der
Klasse, im Anschluss die „Täter-
gruppen”. Überzeugen euch die
Gründe der jeweils anderen
Gruppe? Was ist zwischen Opfer
und Täter schief gelaufen?
mit deinem Namen,
mit der Betitelung
von dir
deinen Daten und vielen Bildern
„ey das hier ist der
Looser der Schule“
Beliebtheitsskala 0 – 100, du auf der untersten Stufe /
3. Denke für dich darüber nach (oder
sprich mit einer zweiten Person
darüber), ob du auch schon ein-
mal „Täter“ oder „Opfer“ warst.

CybermoBBing - ganz aLLtäglich?!

Keine Seltenheit: Mehr als jeder dritte Jugendliche kennt jemanden, der schon mal im Internet gemobbt
Keine Seltenheit: Mehr als jeder dritte Jugendliche kennt
jemanden, der schon mal im Internet gemobbt wurde.

38 Prozent * der 12-19-jährigen Internet- Nutzer bestätigen, dass es in ihrem Bekann- tenkreis eine Person gibt, die im Internet schon einmal fertig gemacht wurde. Wo liegen die Grenzen, dass aus einem Scherz eine Verleumdung oder Beleidigung wird? Warum ist es manchen Tätern vielleicht gar nicht bewusst, was sie tun – wie kann das sein? Auch wenn man den anderen im Netz nicht sieht, verdient er die gleiche respektvolle Behandlung wie im realen Leben. Wichtig ist dabei die Frage, wie du selbst gerne be- handelt werden möchtest. Das altmodische Sprichwort „Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu“ hat an Gültigkeit nicht verloren.

* Quelle: JIM-STUDIE 2014, mpfs – Medienpädago- gischer Forschungsverband Südwest

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Respekt im Netz

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Arbeitsauftrag: 1. Recherchiert im Internet Berichte über Mobbingopfer. Fertigt stich- wortartig Beschreibungen der
Arbeitsauftrag: 1. Recherchiert im Internet Berichte über Mobbingopfer. Fertigt stich- wortartig Beschreibungen der
Arbeitsauftrag:
1.
Recherchiert im Internet Berichte
über Mobbingopfer. Fertigt stich-
wortartig Beschreibungen der
Vorgänge an und heftet eure Auf-
zeichnungen an eine Pinnwand.
Diskutiert darüber.
2.
14 %
Wie könnt ihr euch verhalten,
wenn ihr selbst Mobbingopfer
werdet? Bildet Zweiergruppen
und diskutiert darüber! Teilt eure
Ergebnisse den anderen mit. Hal-
tet wichtige Verhaltensweisen
schriftlich fest.
der Jugendlichen berichten, dass
schon peinliche oder beleidigende
Videos bzw. Fotos ohne vorherige
Erlaubnis online gestellt wurden.
Vor allem in Communities (20 %), aber auch
per Handy (12 %) oder im Chat (11 %)
wurden Jugendliche mit dieser Form des Mob-
bings konfrontiert.
3. Wie kann man in einer Klassenge-
meinschaft/Schulgemeinschaft
etwas Wirkungsvolles gegen
Cybermobbing unternehmen?
Erstellt einen Maßnahmenkatalog
gegen Mobbing an eurer Schule
und stellt ihn der Schülervertre-
tung vor. Wendet euch auch an
den Schulsozialarbeiter/Vertrau-
enslehrer oder den Mobbing-
Beauftragten an eurer Schule.

Im Visier von MoBBern

Jedem, der sich in Internetforen aufhält und dort aktiv ist, kann es passieren, dass er / sie ins Visier von Mobbern gerät. Plötzlich tauchen Behauptungen, Fotos, Filme oder falsche Darstellungen auf und die Dinge verselbständigen sich. Obwohl man nichts gemacht hat, schlägt eine Welle an Verleumdungen und Hetze über einem zusammen.

17 %

der Jugendlichen, die das Internet nutzen, berichten, dass über ihre Person schon einmal Falsches oder Beleidigendes im Internet verbreitet wurde.

38 %

der jugendlichen Internetnutzer haben schon erlebt, dass jemand innerhalb des eigenen Bekannten- kreises mittels Internet oder Handy regelrecht fertig gemacht wurde.

Quelle: JIM-STUDIE 2014, mpfs – Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest

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Respekt im Netz

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0800 111 0333

116 111

„Erste Hilfe“ – Wo wende ich mich hin, weNN ich gemoBBt werde?
„Erste Hilfe“ – Wo wende ich mich hin,
weNN ich gemoBBt werde?
✚ Auch wenn es uncool klingt: Wende dich zuerst an deine Eltern und erzähle ihnen
✚ Auch wenn es uncool klingt: Wende dich zuerst an deine Eltern und erzähle
ihnen dein Problem.
✚ Wenn das nicht möglich ist: Besprich dich mit deinen Geschwistern bzw. mit
einer guten Freundin oder einem guten Freund. Gemeinsam mit anderen
fällt es oft leichter, sich an die Eltern/an einen Erwachsenen zu wenden.
✚ Wenn du ein gutes Verhältnis zu einer Lehrerin/einem Lehrer hast, kannst du
die Lehrkraft um ein Gespräch unter vier Augen bitten.
✚ Du kannst auch in die Sprechstunden des Schulsozialarbeiters/Vertrauens-
lehrers an deiner Schule gehen.
✚ Wenn dir ein persönliches Gespräch zu unangenehm ist, kannst du jederzeit
unter der anonymen Hotline (siehe Kasten rechts) anrufen. Dort wird dir
Hilfe angeboten.
Wichtig ist auf alle Fälle: Finde eine Person, der du vertraust und der du von den
Vorfällen berichtest. Schweigen ist keine Lösung und stärkt nur die Täter.
© Stiftung Lesen, Mainz 2015
und stärkt nur die Täter. © Stiftung Lesen, Mainz 2015 Regeln für den Umgang im Netz:

Regeln für den Umgang im Netz:

Persönliches schützen. Nennt im Chat nie euren tatsächlichen Namen und gebt keine Telefonnummern oder Adressen heraus. Verzichtet in Communitys auf die Herausgabe persönlicher Fotos oder Filme – ihr wisst nicht, wo sie landen könnten.

Vorsicht bei Kontakten, die ihr nur aus dem Netz kennt. Man kann nie wissen, wer sich auch hinter harmlos klingenden Benutzernamen verbirgt.

Wenn euch jemand ärgert: ignorieren und blockieren. So erschwert ihr weitere Hänse- leien.

Dialoge, die unangenehm sind, sofort beenden! Verlasst den Chat und führt ihn keines- falls in privaten Foren fort. Trefft euch nicht in der realen Welt mit Unbekannten.

Hier kannst du dich bei Mobbing konkret hinwenden: http://mobbing-schluss-damit.de/erste-hilfe Die Nummer gegen Kummer
Hier kannst du dich bei Mobbing
konkret hinwenden:
http://mobbing-schluss-damit.de/erste-hilfe
Die Nummer gegen Kummer ist in Deutsch-
land kostenlos, der Anruf erscheint nicht
auf der Telefonrechnung und du kannst
anonym bleiben.
Telefon für Kinder: 0800 111 0333
oder vom Handy: 116 111
Sprechzeiten: Montag bis Samstag 14.00 -
20.00 Uhr (am Samstag sitzen Jugendliche
am Telefon)
16
Respekt im Netz

Arbeitsauftrag: 1. Kommen dir die Sätze bekannt vor? Kannst du über ähnliche Er- fahrungen berichten?
Arbeitsauftrag:
1. Kommen dir die Sätze bekannt
vor? Kannst du über ähnliche Er-
fahrungen berichten? Sammelt in
der Klasse Erfahrungsberichte
oder Zeitungsberichte zu Fällen
von Übergriffen.
2. Unter dem folgenden Link werden
die Tricks der Täter beschrieben
und du findest hilfreiche Tipps,
wie du dich schützen kannst:
http://www.ecpat.de/fileadmin/
user_upload/Materialien/Publika-
tionen/Factsheet_Cyber-Groo-
ming.pdf
3. Wenn es zu einem Treffen kom-
men soll: Was weißt du über die
Person? Sind die Angaben echt?
Wie kannst du das überprüfen?
Wo willst du dich mit dieser Per-
son treffen? Diskutiert in der
Gruppe oder in der Klasse darü-
ber, welche Orte infrage kommen
und welche ausscheiden. Begrün-
det eure Meinung.

Zweifelhafte Kontakte im Chat

Eigentlich fing alles ganz harmlos an
Eigentlich fing alles ganz harmlos an
Nach den Erfahrungen von NetKids e. V. berichten alle regelmäßig chattenden Jugend- lichen von sexueller
Nach den Erfahrungen von NetKids e. V. berichten alle regelmäßig chattenden Jugend-
lichen von sexueller Anmache im Netz – Mädchen wie Jungen. Etwa 50 bis 70 Prozent aller
neuen Chatpartner fragen nach Sex, Treffen, Bildern und so weiter. Hier ist also besondere
Vorsicht geboten! Sätze, bei denen du unbedingt skeptisch werden solltest:
Unter diesem dicken Pulli kann ich deine tolle Figur ja gar nicht richtig sehen. Zieh
Unter diesem dicken Pulli kann ich
deine tolle Figur ja gar
nicht richtig
sehen. Zieh dich doch
etwas aus ;)
mal bitte
schön, du könntest glatt
Du bist
so
Model werden.
Wenn du willst,
dann helfe ich dir,
um ganz
groß
rauszukommen ;)
Deine Eltern sind
doch voll die
ihnen lieber nicht
Spießer. Erzähle
unserem Gespräch!
von
wohnst du eigentlich?
Wo genau
doch mal deine Adresse,
Gib mir
dann komme ich
vorbei, wenn ich
in der Gegend
bin.
Ich würde so gerne mit dir über habe ich Webcam skypen. Leider keine Cam. Aber
Ich würde so gerne mit dir über
habe ich
Webcam skypen. Leider
keine
Cam. Aber
mach du deine
doch bitte
trotzdem an!
Bist du
gerade alleine am PC?
Schließ lieber die
Tür ab, damit
deine Geschwister nicht rein-
kommen!
Du hast so
Ich wette,
wunderschöne Augen.
auf dich
stehen sehr
viele Jungs/Mädchen. Du hattest
auch bestimmt
schon Sex, oder?
Du
bist unglaublich schön. Zeig
mir doch
mal
deinen ganzen Body
vor
der Kamera.

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Respekt im Netz

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Medien-, Link- und LesetiPPs

Medien- und Linktipps:

Filme/Trailer zum Thema RESPEKT:

www.lehrer-online.de/respekt_oder_nicht.php – Unterrichtseinheit zum Thema „Res- pekt oder nicht: Gangsta-Rap“

Reportage sowie weitere Infomodule zum Thema:

www.planet-schule.de/sf/filme-

online.php?film=8777

www.respekt-stiftung.de/ – Website von „Respekt! Stiftung zur Förderung von jugendkultureller Vielfalt und Toleranz, Forschung und Bildung”

www.planet-schule.de/sf/filme-

online.php?film=8827&reihe=826

OSCHURE.pdf – Unterrichtsmaterial zum Thema Knigge des Berufsbildungszen- trums der IHK Siegen.

Weitere Filme:

ethik/media/all/was-ist-eigentlich-res- Respekt und Sicherheit im Netz

Links:

Weitere Unterrichtsmaterialien zum Thema Respekt

www.bpb.de/shop/lernen/entscheidung-

im-unterricht/75661/respekt-eine-frage-

der-ehre – Unterrichtsmaterial von der Bundeszentrale für politische Bildung

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

www.respekt-im-netz.net – Portal mit Hinweisen zu Sicherheit und Respekt im Netz

www.kindersindtabu.de/chat-bro- schuere.pdf – Broschüre „Kinder im Internet – Gefahren die keiner kennt. Tatort Chatraum“ von netkids e.V.

Konfliktösung

http://www.gewaltlos.info/ – Programme des Trainers Stefan Werner zum Umgang mit Mobbing- und Gewaltsituationen

Toleranz

Zivilcourage

www.jugend-und-bildung.de/webcom/ show_article.php/_c-175/i.html – Schüler- heft zum Thema „Zivilcourage lernen“ der Stiftung Jugend und Bildung

Erzählende Literatur

Mobbing

Christine Biernath Nicht mit mir! Beltz Verlag, Weinheim 2014, 176 Seiten, 6,95, ab 12 Jahren

Nadja kommt neu in die Klasse und fühlt sich dort von Anfang an nicht richtig wohl. Vor allem eine Clique scheint hier das Sagen zu haben und keiner möchte es sich mit der

Clique verscherzen. Auch Lukas nicht, der etwas kräftiger ist und immer wieder Mob- bingopfer der anderen wird. Bis sich die Clique Nadja aussucht. Doch die lässt sich das nicht gefallen und zeigt das auch. Und so langsam zweifeln auch die anderen in der Klasse an Sabrinas Ansichten.

Thomas Feibel Like me – Jeder Klick zählt Carlsen Verlag, Hamburg 2014, 176 Seiten, 6,99, ab 12 Jahren

Wer möchte nicht sein wie Jana, das an- gesagteste Mädchen der Klasse?! Blond, mit Modelmaßen und mit 14 fast ein Jahr älter als die Mitschüler aus der neuen Klasse. Im sozialen Netzwerk ON hat sie über 400 Freunde! Da kommt sich Karo mit ihrer Zahnspange, ihrem Kuschelhasen, ihrem stinknormalen Elternhaus und mage- ren 12 ON-Freunden so was von mickrig vor. Doch dann wird im Netzwerk der Wettbe- werb um eine Moderatorenstelle gestartet. „Post the most“ ist die Devise – und Jana stachelt Karo und ihren Kumpel Eddi zu Beiträgen an, die zwar mehr als fragwürdig sind, ihre Popularitätskurve aber steil an- steigen lassen …

Medien- Link- und LesetiPPs

18

Playground Rowohlt Polaris Verlag, Reinbek 2014, 192 Seiten, 9,99, ab 16 Jahren

Andreas Jungwirth Kein einziges Wort Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 2014, 352 Seiten, 14,95, ab 12 Jahren

werden angeklagt und müssen sich nun vor Gericht verantworten. Doch war es wirklich das Mobbing, das Emma in den Tod getrie- ben hat?

als Matt, er interessiert sich nicht dafür, was andere von ihm halten und ist einfach nur anstrengend. Als er langsam Kontakt zu Matts Clique bekommt, eskaliert es und die

Der 13-jährige Burton, der von allen „But- terball“ genannt wird, ist ein typischer

Agnes Hammer

Dem 12-jährigen Simon kommt es vor, als

Amanda Maciel

Bettina Obrecht

Jungs werden in eine von Sams kriminellen Machenschaften mit hineingezogen …

Außenseiter: Er ist dick, schwarz und un- beliebt. Von seinen Mitschülern wird er immer wieder gemobbt und aufgezogen.

habe er ständig die Luft angehalten. Die ganzen drei Wochen, seitdem er mit seinen Eltern in dieses Provinznest gezogen ist.

Opferland – wenn die anderen dich kaputt machen Verlag cbt, München 2014, 288 Seiten,

Crystal Chan Bird und ich und der Sommer, in dem ich

Auch sein Vater, zu dem Butterball aufsieht,

Die ganze Zeit, in der er von den neuen

7,99, ab 12 Jahren

hält ihn für einen Langweiler. Sein Interesse für Kino und Filme kann der Vater nicht wirklich nachvollziehen und auch Butter- balls Mutter hat keine Zeit für ihren Sohn, schließlich muss sie sich darum kümmern, Geld zu verdienen. Erst als Butterball einen Mitschüler brutal verprügelt, scheint sich sein Leben in der New Yorker Vorstadt endlich zu ändern …

Ich blogg dich weg! Loewe Verlag, Bindlach 2013, 160 Seiten,

Mitschülern gemobbt und ausgegrenzt worden ist. Doch jetzt ist Chris da. Der ist schon vierzehn und ernennt sich selbst zu Simons bestem Freund. Und Simon wagt nicht, das zu hinterfragen, was Chris tut – dabei scheint das mitunter ziemlich viele Fragen aufzuwerfen.

Das wirst du bereuen Boje Verlag, Köln 2014, 300 Seiten, 14,99, ab 14 Jahren

Cedric ist durch die Hölle gegangen – jahre- lang wurde er gemobbt und hat mehrere Schulwechsel hinter sich. Doch jetzt besucht er eine entfernte Stadtschule. Hier kennt ihn niemand, hier scheint ein Neuanfang möglich. Doch als er hier zum Spaß als „Opfer“ bezeichnet wurde, brennen bei ihm die Sicherungen durch, die Vergangen- heit holt ihn ein.

Respekt/Akzeptanz

fliegen lernte Magellan Verlag, Bamberg 2015, 304 Seiten, 14,95, ab 12 Jahren

Ein Geburtstag sollte eigentlich ein Freu- dentag sein, aber an Jewels Geburtstag herrscht zuhause bedrückendes Schweigen. Ihre Eltern haben kaum Zeit für sie und ihr Großvater hat seit dreizehn Jahren kein Wort mehr gesprochen. Dreizehn Jahre, so lange ist es her, dass Jewels Bruder John bei einem tragischen Unfall draußen bei den Klippen ums Leben kam. Doch Jewels Fra- gen scheint keiner beantworten zu wollen –

5,95, ab 12 Jahren

Emma Putnam ist tot. Sie war die Neue in der Klasse und versuchte Anschluss zu fin-

Terence Blacker

schon gar nicht ihr Großvater, dem insge- heim die Schuld an dem Unglück zuge-

Julie ist schön, beliebt und kann wundervoll

den – bei den falschen Leuten. Denn Sara

Boy2Girl

schrieben wird. Dass Jewels Großeltern aus

singen. Zusammen mit ihrer Band will sie

und Brielle hielten nichts davon, dass sie

Beltz Verlag, Weinheim 2014, 280 Seiten,

Jamaica kommen und sie anders aussieht

beim Schulfest auftreten. Doch wie aus

sich an alle Jungs in ihrem Jahrgang ran-

8,95, ab 12 Jahren

als alle anderen Kinder in Caledonia, ver-

dem Nichts erhält sie gemeine E-Mails, Be- schimpfungen, Drohungen und ein gefak- tes Facebook-Profil taucht von ihr auf, das sie als arrogante Ziege darstellt. Die Lage spitzt sich zu und die Bedrohung schlägt in Gewalt um. Wie kann Julie sich wehren?

schmiss. Als Emma das auch bei Saras Freund Dylan versuchte, mussten die bei- den ihr einen Denkzettel verpassen. Sie legten ein Fakeprofil bei Facebook an, auf dem sich schnell Beleidigungen und Mob- bingattacken sammelten. Doch dann war es nicht mehr aufzuhalten, verzweifelt nahm sich Emma das Leben – und daran sind Sara und Brielle schuld. Die beiden Freundinnen

Matthew, genannt Matt, ist 13 und lebt zu- sammen mit seinen Eltern in London. Als sein Cousin Sam, der aus den USA stammt, bei seiner Familie einzieht, ändert sich Matts Lebens radikal. Sams Mutter starb bei einem Autounfall, sein Vater sitzt im Gefängnis und außer seiner Tante hat er niemanden mehr. Doch Sam ist ganz anders

stärkt ihr Gefühl der Isolation. Was ist da- mals vor dreizehn Jahren nur geschehen?

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Medien- Link- und LesetiPPs

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Mirjam Pressler

mehr Bahn und es scheint unmöglich, sich

Margret Steenfatt

Bitterschokolade

aus der Gewaltspirale zu bereifen. Schließ-

Mit aller Gewalt

Beltz Verlag, Weinheim 2014, 160 Seiten,

lich landet er hinter Gittern. Ist ein Neuan-

Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek

5,50, ab 13 Jahren

fang möglich?

2. Aufl. 2007, 190 Seiten, 5,95, ab 13 Jahren

Im Sportunterricht wird Eva immer als letzte ins Team gewählt und auch auf dem Schulhof sitzt sie meist alleine und liest. Sie fühlt sich einsam und findet nicht so wirk- lich Freunde. Angefangen hat das, als sie 11-12 Jahre alt war. Da hatte sie immer Hunger und nichts konnte sie satt bekom- men. Nun mit 15 ist sie dick und kann mit all den hübschen schlanken Mädchen in ihren engen Jeans und anliegenden Tops nicht mithalten. Doch dann lernt sie Michel kennen und der interessiert sich für sie. Was Michel an Eva mag, ist ihr nicht klar, aber das Verliebtsein hilft ihr, sich in ihrem Körper besser zu fühlen. Bis es zu Proble- men und Konflikten mit Freunden und in der Familie kommt, die Eva erneut zweifeln lassen.

Gewalt

Jana Frey Die vergitterte Welt – mit 16 im Knast

Loewe Verlag, Bindlach 2010, 168 Seiten,

5,95 , ab 12 Jahren

Für Patrick, genannt Juli, war das Leben immer schon alles andere als einfach: Pro- bleme zu Hause, Probleme in der Schule und als die Last zu groß wurde, sah er keinen anderen Ausweg mehr als zuzu- schlagen. Die Gewalt bricht sich immer

Anna Seidl Es wird keine Helden geben

Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2014,

256 Seiten, 14,95, ab 14 Jahren

Man kann die Angst riechen. Man kann nach ihr greifen. Er ist unter uns! Wir kön- nen sie hören, die Schüsse. Sie sind laut. Viel zu laut. Ein zunächst normaler Schultag endet damit, dass Miriam nicht nur einen guten Freund verliert, der von dem Schuss getroffen wurde, sondern auch ihr bislang so unbeschwertes Leben. Mit großer Inten- sität schildert dieser Roman die Auseinan- dersetzung mit einem Amoklauf für die Überlebenden und die Frage nach der Schuld und dem Auslöser der Ereignisse.

Carry Slee

Starr vor Angst Arena Verlag, Würzburg 4. Auflage 2014,

218 Seiten, 5,99 , ab 12 Jahren

In diesem Jugendroman geht es um Freund- schaft und die erste Liebe, um Gewalt und Zivilcourage. Und darum, wie wichtig es ist, Rückhalt zu finden, um Nein sagen zu kön- nen. Seit einiger Zeit beobachtet Sander, wie seine beiden guten Freunde Maarten und Chris immer gewalttätiger werden. Als er schließlich realisiert, dass er handeln und Verantwortung übernehmen muss, bringt er sich selbst in große Gefahr …

Zunächst findet Frederika Tessa einfach nur cool. Und dass sie klaut und eine Lehrerin erpresst, scheint ihr nicht so dramatisch und klar ist sie dabei mit von der Partie. Aber als Frederika sich verliebt und Tessa eifersüchtig wird, realisiert sie die unheil- volle Seite ihrer Freundschaft. Eine Ge- schichte über Freundschaft, Vorbilder sowie darüber, wer man gerne sein möchte und was passieren kann, wenn man jemandem blind nacheifert.

Janne Teller Alles worum es geht Hanser Verlag, München 3. Aufl. 2013, 144 Seiten, 12,90 , ab 13 Jahren

In acht Kurzgeschichten, die unter die Haut gehen, erzählt die Autorin von Gewalt und Rache, über Anpassung und Ausgrenzung, Integration und kulturelle Unterschiede,

Zuwendung und Ausbeutung

ten, die zum Nachdenken und Diskutieren auffordern und dazu einladen, sich mit vie- len unbequemen Fragen auseinanderzu- setzen.

Geschich-

Sachbücher

Mobbing

Peter Jansen, Max Lachner, Florian Schwarz Erste-Hilfe-Koffer: Mobbing beenden, m. Kopiervorlagen auf CD-ROM Cornelsen Verlag, Berlin 2013, 72 Seiten, 18,95

Wenn Mobbing auftritt, dann muss man handeln. Doch wie? Als Lehrkraft gezielt, situationsangemessen und erfolgreich ein- zugreifen, ist gar nicht so einfach. Im ersten Schritt gilt es zu prüfen, ob es sich wirklich um Mobbing handelt, oder ob ein Konflikt besteht, der durch bewährte Streitschlich- tungsverfahren gelöst werden kann. So- wohl die Klärung dieser Frage als auch In- terventionsmethoden für verschiedene Mobbingfälle mit ausführlichen Beschrei- bungen der Handlungsschritte zum lö- sungsorientierten Umgang werden in dem Heft praxisorientiert, einfach und übersicht- lich dargestellt. To-do-Listen und Kopiervor- lagen für das konkrete Handeln, der soge- annte „Werkzeugkasten“, vervollständigen das Angebot.

Wolfgang Kindler Schluss mit Mobbing – Fallbeispiele und Handlungsstrategien für Schüler, Eltern und Lehrer Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 2013, 160 Seiten, 14,95

Eine umfassende Einführung in den The- menkomplex „Mobbing“ liefert der Rat-

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Medien- Link- und LesetiPPs

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geber „Schluss mit Mobbing“, welcher als Buch zur gleichnamigen Sat.1-Sendung beworben wird. Zunächst werden fünf verschiedene Mobbingfälle beschrieben:

Mobbing in der Grundschule, Ausschwei- gen als typische Form des weiblichen Mob- bings, Intrige, Cybermobbing und gewalt- tätige Mobbingopfer. Nach diesem Über- blick über Erscheinungsformen von Mob- bing folgen Begriffserklärungen und Handlungstipps für Mobbingopfer, Unbe- teiligte, Eltern und Schulen. Die theoretisch orientierte Beschreibung von Mobbing und Mobbingfällen ist wichtig, um Ursachen, Entstehung und Folgen von Mobbing ver- stehen zu können und es gezielt zu been- den. Dabei helfen die Tipps und Heran- gehensweisen, die im praxisorientierten Abschnitt des Buchs vorgestellt werden.

Peter Rosenkranz 99 Tipps: Anti-Mobbing Cornelsen Verlag Scriptor, Berlin 2013, 160 Seiten, 16,95

In diesem Ratgeber finden sich, wie der Titel verspricht, 99 Tipps für einen lösungs- orientierten Umgang mit Mobbing im Schulalltag. Zu Beginn werden der Begriff selbst, sowie die Struktur von Mobbing thematisiert. Darauf folgt ein praxisorien- tierter Teil, in dem konkrete Handlungsvor- schläge und Reaktionstipps für Lehrkräfte in Mobbing- und Konfliktsituationen zwi- schen ihren Schülerinnen und Schülern auf- gezeigt werden. Kleine „Spontanübungen“ mit denen man als Lehrkraft seine eigene

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

Einschätzung, Meinung und Reaktionen zum Thema reflektieren kann, runden die Tipps ab.

Respekt

Renan Derirkan Respekt – Heimweh nach Menschlichkeit

Herder Verlag, Freiburg 2011, 159 Seiten,

16,95

Mit diesem Buch hält Renan Derirkan ein flammendes Plädoyer für Respekt in einer Zeit der sozialen Verwerfungen. Ein Plä- doyer gegen Ausgrenzung, gegen eine falsch verstandene Toleranz und für eine Wiederkehr der Menschlichkeit. Ein sehr persönliches Buch, in dem die türkisch- stämmige Schauspielerin beschreibt, wie sie selbst Respekt erfahren hat.

Christoph Eichhorn

Die Klassenregeln – Guter Unterricht mit Classroom-Management Klett Cotta, Stuttgart 2014, 93 Seiten,

9,95

In diesem Ratgeber wird die Wichtigkeit von Klassenregeln für ein respektvolles, faires und gerechtes Miteinander betont. Dabei geht es um die Integration von Ritua- len, den Umgang mit Schülerinnen und Schülern, die ein „oppositionelles“ Verhal- ten zeigen, die Einführung von Klassenre- geln und wie Sie mit diesem Werkzeug Schülerinnen und Schülern ein respektvolles

und verantwortungsbewusstes Handeln ver- mitteln. Lob und Anerkennung, Wertschät- zung und eine offene, positive Handlung gegenüber den Schülerinnen und Schülern steht dabei im Vordergrund.

Anton Hergenhan Keine Beleidigungen mehr! Respektvolles Miteinander im Unterricht Carl-Auer Verlag, Heidelberg 2014, 107 Seiten, 9,95

„Machen Sie doch Ihren Scheiß selber, Sie blöde Kuh!“ Diese Beleidigung und Be- kundung von Ärger und Aggression nimmt Anton Hergenhan als Ausgangspunkt, um exemplarisch eine „Anleitung“ für den Umgang mit solchen Situationen zu be- schreiben. Dabei wird ausgehend von sechs Knotenpunkten (Präsenz, Führung, Lob, Ärger okay, Lösung und Kontext) ein Hand- lungsmuster aufgezeigt, das Lehrerinnen und Lehrern dabei helfen kann, souverän und konfliktlösungsorientiert zu reagieren. Die Tipps und Ratschläge orientieren sich an der systemischen Pädagogik. So spielen das Wahrnehmen und Mitteilen von Gefüh- len, der respektvolle Umgang miteinander und das Vermeiden von Warum-Fragen zu- gunsten des Findens eigener Lösungen durch die Jugendlichen eine wichtige Rolle.

Gottfried Orth/Hilde Fritz Gewaltfreie Kommunikation in der Schule. Wie Wertschätzung gelingen kann Junfermann Verlag, Paderborn 2013, 256 S., 19,90

Gewaltfreie Kommunikation hat mit ge- genseitigem Respekt und Wertschätzung zu tun. Konflikte sind im Schulalltag alltäglich:

Es gilt, ihnen gewaltfrei und verständnisvoll zu begegnen. Das Buch zeigt, wie Lehr- kräfte ihren eigenen Bedürfnissen Raum geben und gleichzeitig die eigenen Gren- zen verteidigen können. Es fördert den ver- trauensvollen und respektvollen Umgang zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften und zeigt Methoden für ge- waltfreie Konfliktlösungen auf.

Dan Svarre Du bist einzigartig Beltz Verlag, Weinheim 2013, 160 Seiten, 14,95

Selbstwert und Selbstvertrauen sind Fakto- ren, die darüber entscheiden, wie glücklich man ist, was man erreicht, und wie sicher man sich in verschiedenen Situationen fühlt. Doch es ist gar nicht so leicht, Kinder so zu erziehen und zu begleiten, dass aus ihnen selbstwertstarke Menschen werden. Dan Svarre erklärt, welche Worte und Handlungen Eltern (und auch Lehrkräfte) anwenden können, um die Kinder spüren zu lassen, dass sie richtig, wichtig, einzigar- tig und unersetzbar sind. Dabei geht es kei- nesfalls darum, Kinder vor sich zu haben,

Medien- Link- und LesetiPPs

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die immer den Ansprüchen der Eltern und der Schule entsprechen, angepasst und brav sind, sondern darum, den Kindern zu hel- fen, sich treu zu bleiben und den Wert des eigenen Ichs zu erkennen und zu nutzen.

Gewalt

Bernadette Boos/Reiner Engelmann Einstieg rechts – Ausstieg

Texte zur Auseinandersetzung mit rechter Gewalt

Von Loeper Literaturverlag, Karlsruhe 2012,

144 Seiten, 14,90

?

Die Erscheinungsformen von Rechtsextre- mismus und rechter Gewalt, reichen weit über das hinaus, was der Verfassungsschutz registriert. Klein, versteckt, oft unbemerkt und daher nicht öffentlich wahrgenommen, äußern sie sich im Alltag mitten unter uns. Frustrationen, Enttäuschungen, mangelnde Anerkennung im sozialen Umfeld führen bei vielen Jugendlichen dazu, sich der rechtsextremen Szene anzuschließen.

Herbert Steinhauer u. a.

Krisenprävention in der Schule – Das NET- WASS-Programm zur frühen Prävention schwerer Schulgewalt Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2014,

154 Seiten, 39,99

Dieser Praxisleitfaden stellt ein Krisenprä- ventionsverfahren vor, das Schulen und andere Bildungseinrichtungen darin unter-

© Stiftung Lesen, Mainz 2015

stützt, bedenkliche Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen im schulischen Kontext früh zu registrieren. Einzelne Schritte des Krisenpräventionsverfahrens werden detailliert und verständlich dar- gestellt.

Matthias Wolter Gewalt vermeiden – vom Wissen zum Können! Tectum Verlag, Marburg 2014, 264 Seiten, 29,95

Reflexartig und ohne rationales Abwägen reagieren Jugendliche auf Provokation häufig mit verbaler oder körperlicher Ge- walt. In sozialen Kompetenztrainings wird versucht, dem entgegenzuwirken und Ju- gendlichen adäquate alternative Konflikt- reaktionen zu vermitteln. Der Autor ana- lysiert verschiedene Trainingsmethoden und ihre Effektivität.

Praxishandbücher für den Unterricht

Dieter Lünse u. a. Zivilcourage können alle! Ein Trainings- handbuch für Schule und Jugendarbeit Verlag an der Ruhr, Mühlheim 2011, 152 Seiten, 19,95

Lässt sich Zivilcourage trainieren? Ja – und dieses Buch zeigt, wie! Das Autorenteam vom Institut für konstruktive Konfliktaus- tragung und Mediation hat die Methoden

über viele Jahre in unterschiedlichen Semi- naren erprobt und weiterentwickelt. In Übungen gehen die Jugendlichen ihrer Angst auf den Grund, beschäftigen sich mit Macht und Ohnmacht und setzen sich mit Aggression und Gewalt auseinander.

Franz Petermann/Ulrike Petermann Training mit Jugendlichen – Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten Verlag Hogrefe, Göttingen 2010, 290 Seiten, 39,95

Mit Hilfe des Trainings können Jugendliche und junge Erwachsene kompetentes Sozial- und Arbeitsverhalten alltagsnah einüben. Ziel ist es, aggressiv-dissoziales Verhalten abzubauen. Geeignet für den Einsatz an Haupt-, Real-, Berufs- und Förderschulen.

Stephanie Pieschl/Torsten Porsch Schluss mit Cybermobbing! Beltz Verlag, Weinheim 2012, 126 Seiten mit DVD, 26,95

Das vorliegende Programm „Surf-Fair“ richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-7, lässt sich aber auch gut in höheren Klassenstufen einsetzen und kann auch ohne besondere Medienkennt- nisse der Lehrkräfte durchgeführt werden. Das Praxishandbuch bietet zahlreiche Übungen und Materialien, die flexibel zu- sammengestellt werden können. Mit Film und Materialien auf DVD.

Barbara Sturm Training: Gute Umgangsformen – Übungsmaterialien für ein angemessenes Verhalten in Schule und Alltag 8.-10. Klasse Persen Verlag, Hamburg 2012, 86 Seiten, 21,45

Gute Umgangsformen sind wichtig! Gerade bei Schülerinnen und Schülern, die vor dem Einstieg ins Berufsleben stehen, kann das Verhalten über Erfolg im Vorstellungsge- spräch entscheiden. Die Arbeitsblätter und Übungen in diesem Band zu den Themen Selbstwahrnehmung, Sprachbewusstsein, Konversation, Körperpflege und Speise- regeln regen dazu an, bewusster mit ande- ren umzugehen und das eigene Verhalten zu reflektieren. Zum einen wird durch die Materialien die sinnliche Wahrnehmung geschult, zum anderen wird den Schülerin- nen und Schülern ein sicheres Auftreten in der Öffentlichkeit vermittelt.

Weitere Medien-, Link- und Lesetipps finden Sie unter www.stiftunglesen.de/respekt
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